Quantenverschränkung über 150 Millionen Kilometer

Forscher haben erstmals Photonen von der Sonne mit Photonen aus einem irdischen Labor verschränkt und zur Quanteninterferenz gebracht. © C.-Y. Lu and L.-C. Peng/HFNL

Kosmische Kopplung: Physiker haben erstmals Photonen aus der Sonne mit Photonen aus dem Labor verschränkt – über 150 Millionen Kilometer hinweg. Trotz ihrer extrem unterschiedlichen Herkunft zeigten die Lichtteilchen im Experiment eine typische Quanteninterferenz und ein verschränktes Verhalten. Dies eröffne ganz neue Möglichkeiten für quantenoptische Experimente im astronomischen Maßstab, so die Forscher im Fachmagazin „Physical Review Letters“.

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Albert Einstein bezeichnete dieses Phänomen als „spukhafte Fernwirkung“: Bei der quantenphysikalischen Verschränkung sind zwei Teilchen so miteinander gekoppelt, dass der Zustandswechsel des einen automatisch den des Partners verursacht. Dies geschieht instantan und unabhängig von der Entfernung. Damit ermöglicht die Verschränkung die schnelle Kommunikation über Netzwerke, zwischen Quantencomputern oder sogar aus dem Orbit.

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Planetenleichen als Ausblick auf das Schicksal der Erde

Rote Riesen sind ein relativ kurzes, aber umso auffälligeres Stadium im Leben eines Sterns. Dieser hier mit der schwer von der Zunge gehenden Bezeichnung π1 Gruis ist etwa 530 Lichtjahre von uns entfernt und nähert sich dem Ende seiner aktuellen Existenzform. Foto: APA/AFP/European Southern Observatory

Wenn sie schon längst kein Leben mehr tragen kann, wird die Erde zerstört werden – Forscher suchen nun nach vergleichbaren Fällen im All

DERSTANDARD

Werfen wir einen Blick auf die unvermeidliche Zukunft von Sonne und Erde: In je nach Berechnung fünf bis sieben Milliarden Jahren hat die Sonne den Wasserstoff in ihrem Kern aufgebraucht und tritt in eine neue Phase ihrer Existenz ein. Sie bläht sich zu einem Roten Riesen auf, dessen Oberfläche dann zwischen den heutigen Bahnen von Venus und Erde liegen wird.

Merkur und Venus werden dabei von der Sonne verschlungen werden – bei der Erde wiederum waren sich Wissenschafter lange Zeit nicht einig, ob sie der Zerstörung vielleicht noch knapp entgehen könnte. In jüngster Zeit wurde aber die Ansicht gestärkt, dass auch die Erde dabei zerstört werden wird.

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Zwilling der Sonne entdeckt

Unsere Sonne wurde einst gemeinsam mit „Geschwistern“ geboren. Jetzt haben Astronomen einen dieser Sonnengeschwister aufgespürt – es ist sogar ein Zwilling. © NASA /GSFC, CC-by-sa 2.0

Gemeinsame Geburt: Astronomen haben einen Stern entdeckt, der ein echter Zwilling der Sonne sein könnte. Er ist unserem Heimatstern nicht nur extrem ähnlich, wahrscheinlich wurde er auch in derselben Gaswolke geboren wie sie. Erst durch die Gezeitenkräfte der Milchstraße wurden die stellaren Geschwister getrennt, so dass der Sonnenzwilling HD186302 nun 184 Lichtjahre entfernt liegt. Besitzt er Planeten, könnte es dort sogar eine „Erde 2.0“ geben.

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Heute ist unsere Sonne ein Einzelgänger. Doch das war nicht immer so: Wie die meisten Sterne wurde auch sie in einer Sternenwiege zusammen mit tausenden anderen geboren. Eng gedrängt entstanden in dieser Gaswolke die Sonne und ihre Geschwister – möglicherweise war unser Heimatstern sogar einst Teil eines Doppelsystems. Doch Gezeitenkräfte der Milchstraße rissen im Laufe der Zeit diesen Sternenhaufen auseinander. Die stellaren Geschwister wurden dadurch in der gesamten Galaxie verteilt, auch unsere Sonne ist gewandert.

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Unsere Sonne ist gewandert

Die Sonne ist nicht in ihrer heutigen Bahn um das galaktische Zentrum entstanden, sondern ein wenig weiter innen.NASA/JPL-Caltech/ ESO/R. Hurt

Stellare Drift: Die meisten Sterne in unserer Milchstraße leuchten heute weit von ihrem Geburtsort entfernt – sie sind gewandert. Jetzt haben Astronomen eine Methode entwickelt, mit der sich diese Wanderungen rekonstruieren lassen. Sie zeigt, dass unsere Sonne einst näher am galaktischen Zentrum kreiste – sie hat sich um rund 2.000 Lichtjahre nach außen bewegt. Andere Sterne in ihrer Nachbarschaft haben allerdings viel weitere Reisen hinter sich.

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Unsere Milchstraße ist ein ziemlich dynamischer Ort: Sie saugt Gasströme von benachbarten Zwerggalaxien ab und klaut ihnen sogar Sterne. Andere Himmelskörper wurden dafür von ihr „verstoßen“. Und bis heute Sterne wächst unsere Galaxie durch die Bildung neuer Sterne – um 500 Meter pro Sekunde dehnt sie sich aus. Vor rund zehn Milliarden Jahren erlebte die Milchstraße zudem eine gewaltige Kollision, wie Forscher vor Kurzem herausfanden.

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Die Sonne berühren

Die «Delta IV Heavy»-Rakete, die die Sonde ins All bringt, hebt in Cape Canaveral ab. (Bild: Bill Ingalls / Nasa via AP)

Werden wir künftig unser Universum besser verstehen? Dies erhofft sich die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa. Sie hat erstmals eine Sonde zur Sonnenatmosphäre gestartet.

Neue Zürcher Zeitung

Mit einen Tag Verspätung hat die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa erstmals eine Sonde gestartet, die in die Sonnenatmosphäre hineinfliegen soll. Die «Parker Solar Probe» hob am Sonntag an Bord einer «Delta IV Heavy»-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab.

Der zunächst für Samstag geplante Start war gestoppt worden, weil nach Angaben der Nasa eine Unregelmässigkeit während der letzten Minuten des Countdowns beobachtet worden war.

Mit Hilfe der Schwerkraft der Venus soll die Sonde Richtung Sonne fliegen und ihr im November erstmals nahe kommen. Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die «Parker Solar Probe» bei dem Projekt mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen als je ein Flugkörper zuvor, berichtete die Nasa.

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Meteoriten-Einschlüsse offenbaren, dass die Sonne in jungen Jahren sehr aktiv war

Die Sonne stösst Plasma aus. Vor 4,5 Milliarden Jahren war sie noch viel aktiver als heute. (Bild: ESA/NASA Solar Heliospheric Observatory)

Schon lange gibt es Hinweise darauf, dass die Sonne vor 4,5 Milliarden Jahren viel stärker strahlte als heute. Nun haben Forscher einen stichhaltigen Beweis dafür gefunden.

Neue Zürcher Zeitung

Vor gut 4,5 Milliarden Jahren durchlief die Sonne eine aktive Phase, in der sie viel stärker strahlte als heute. Das schliessen Forscher aus neuen Messungen mit einem höchst sensiblen Massenspektrometer der ETH Zürich. Die Wissenschafter der ETH Zürich und der Universität Chicago untersuchten Material des sogenannten Murchison-Meteorits. Dieser wird in der Forschung aufgrund seiner grossen Masse und ursprünglichen Zusammensetzung oft als Standardprobe verwendet, wie aus einer Mitteilung der ETH vom Dienstag hervorgeht. Er enthält unter anderem Einschlüsse, die reich an Kalzium und Aluminium sind und aus der Urzeit des Sonnensystems stammen.

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So klingt unsere Sonne

Unsere Sonne schwingt und vibiert – diese solaren Wellen haben NASA-Forscher jetzt in hörbare Schallwellen übersetzt. © NASA/GSFC

Sanftes Summen: Die subtilen Vibrationen unserer Sonne sind jetzt auch für uns hörbar. NASA-Astronomen haben die von Sonnenobservatorien aufgezeichneten niederfrequenten Schwingungen unseres Sterns so aufbereitet und transponiert, dass sie nun als Soundfiles online abrufbar sind. Zu hören ist ein sanftes, nur leicht moduliertes Brummen. Doch gerade die leichten Schwankungen in diesem Summen verraten Forschern einiges über die Vorgänge im Sonneninneren.

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Unsere Sonne bietet Astronomen die beste Möglichkeit, das Wesen und die Mechanismen von Sternen zu erforschen. Daten von Sonnenobservatorien haben bereits enthüllt, wie komplex die Strömungen des Plasmas auf der Sonnenoberfläche und darunter sind, was in Sonnenflecken geschieht und dass der Kern der Sonne überraschend schnell rotiert.

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Sonnenrotation beeinflusst irdische Blitze

Wie oft es bei uns blitzt, hängt auch von der Sonne und ihrer Aktivität ab. © Krivosheev/ iStock

Kosmischer Blitzmacher: Auch die Sonne hat einen Einfluss darauf, wie oft es auf der Erde gewittert und blitzt, wie eine neue Studie bestätigt. Demnach fördern nicht nur starke Sonnenstürme die irdische Blitzhäufigkeit, sondern auch die rund 27 Tage dauernde Rotation unseres Sterns führt zu messbaren Schwankungen. Enthüllt hat dies die Auswertung ungewöhnlicher Daten: historischen Tagebüchern aus dem Japan des 18. Jahrhunderts.

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Blitze entstehen, wenn sich Ladungsunterschiede in Gewitterwolken abrupt entladen. Die Folge ist eine elektrische Entladung, die als heller Blitz zu sehen ist. Dabei ist die Blitzhäufigkeit lokal durchaus unterschiedlich, weil sie durch das örtliche Klima, aber auch die Landschaftsformen beeinflusst wird. So liegen die irdischen Blitzhotspots in Afrika und Südamerika, in Deutschland blitzt es am Alpenrand am häufigsten.

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Riesenwirbel auf der Sonne entdeckt

Rossby-Wellen auf der Sonne: Nach 40 Jahren der Suche haben Astronomen diese subtilen, aber langlebigen Wellen nun endlich nachgewiesen. © MPS/NASA/ HormesDesign

Nach 40 Jahren endlich nachgewiesen: Forscher haben gigantische wirbelförmige Wellen auf unserer Sonne entdeckt – ein Gegenstück zu den wetterprägenden Rossby-Wellen in der Erdatmosphäre. Dass solche riesigen mäandrierenden Strömungen auch auf unserem Stern existieren, vermuten Astronomen schon lange. Aber erst jetzt ist es gelungen, mithilfe der Langzeitdaten eines NASA-Sonnenobservatoriums, diese subtilen, langlebigen Plasmabewegungen nachzuweisen.

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Die sogenannten Rossby-Wellen sind auf fast jeder Wetterkarte der Nordhalbkugel zu erkennen: Sie bilden gewaltige Mäander im Jetstream, dem planetenumspannenden Windband, das kalte und warme Luftmassen voneinander trennt. Die Lage und Bewegung dieser Wellen bestimmen das Wetter in Europa und andere Regionen der nördlichen Halbkugel – und können Wetterextreme fördern.

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Wie viel Masse verliert unsere Sonne?

Die Nähe des Planeten Merkur zu Sonne – hier bei einem Transit – macht ihn zu einem sensiblen Anzeiger für Massenveränderungen unseres Sterns. © NASA/SDO

Unsere Sonne wird stetig leichter. Wie groß dieser Massenverlust ist, haben nun Forscher anhand der Bahnveränderungen des Merkur ermittelt. Das Ergebnis: Pro zehn Milliarden Jahre verliert die Sonne knapp ein Zehntel Prozent ihrer Masse. Das klingt nicht viel, reicht aber aus, um die Planetenbahnen um 1,5 Zentimeter pro Jahr und astronomischer Einheit nach außen driften zu lassen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

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Der Planet Merkur und seine Bahn halfen schon Albert Einstein dabei, seine Allgemeine Relativitätstheorie zu überprüfen. Denn der Schwerkrafteinfluss unseres Sterns führt – zusammen mit den Einflüssen der restlichen Planeten – dazu, dass der Planet um die Sonne eiert: Seine Perihelien verschieben sich mit jedem Umlauf. Auch die durch ihre Rotation verursachte „Ausbeulung“ der Sonne an ihrem Äquator und ihr schleichender Masseverlust durch Kernfusion und Sonnenwind beeinflussen die Merkurbahn.

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Neutrinos: Die Erde schluckt sie doch!

Der IceCube Detektor in der Antarktis hat erstmals nachgewiesen, dass Neutrinos mit sehr hohen Energien teilweise von der Erde absorbiert werden. © IceCube Collaboration

Neutrinos können Materie nicht ungehindert passieren: Erstmals belegen Messungen des IceCube-Detektors, dass ein Teil dieser „Geisterteilchen“ von der Erde absorbiert wird. Je höher die Energie der Neutrinos ist, desto weniger von ihnen schaffen die Passage durch unseren Planeten, wie die Physiker im Fachmagazin „Nature“ berichten. Dieses Verhalten entspricht dem, was das Standardmodell der Physik für diese Teilchen vorhersagt – und widerspricht Spekulationen über eine neue Physik.

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Neutrinos gelten als „Geisterteilchen“: Denn diese Elementarteilchen besitzen fast keine Masse und gehen nur äußerst selten eine Wechselwirkung mit anderer Materie ein. In jeder Sekunde rasen 100 Billionen Neutrinos durch unseren Körper, ohne dass wir dies spüren. Sie entstehen unter anderem in der Sonne, beim radioaktiven Zerfall von Elementen, aber auch bei kosmischen Ereignissen wie Supernovae oder Gammastrahlen-Ausbrüchen.

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Hilft Ökostrom im Kampf gegen den Klimawandel?

Seit der Industrialisierung hat der CO2-Ausstoß stark zugenommen. © pixavbay.com, SD-Pictures

Ökostrom ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Weltweit ist der Verbrauch an regenerativen Energien angestiegen. Doch gleichzeitig schreitet auch der Klimawandel mit großen Schritten voran. Fraglich ist, ob ein zeitnaher Total-Umstieg auf alternative Energien den Wandel noch aufhalten kann.

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Um über 1.500 Terawattstunden hat sich weltweit der jährliche Verbrauch an Ökostrom gesteigert. Die technologische Nutzung der Energie aus Sonne, Windkraft, Wasser und Geothermie entwickelt sich stetig weiter. Aktuell liegt Deutschland bei einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von durchschnittlich gut 32 Prozent. Doch immer noch ist der Anteil an Strom aus Stein- und Braunkohle zu hoch. Jedes Jahr werden somit hierzulande tausende Tonnen an C02 in die Luft gestoßen.

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Religion ist infantiler Aberglaube

 Der Sonnentempel während der späten Herrschaft der Inkas aus Paul Marcoys Reisetagebuch,1875. bild: doaks
Der Sonnentempel während der späten Herrschaft der Inkas aus Paul Marcoys Reisetagebuch,1875. bild: doaks

Erst beteten die Menschen zur Sonne. Dann wurde aus der Sonne ein Gott. Einer, der eine «historische» Dimension bekam und in dessen Namen Kriege geführt wurden. Es ist Zeit, dass Religion und Staat endlich vollständig getrennt werden.

Von Claude Cueni | watson.ch

Als sich Neanderthaler und Homo Sapiens vor rund 100’000 Jahren zum ersten Mal die Köpfe einschlugen und gegenseitig die Frauen raubten, haben sie sich wahrscheinlich mit Grimassen, Lauten und Gesten verständigt. Gemeinsam war ihnen die Furcht vor den Naturgewalten, vor Stürmen, Donner, Blitzen, Feuersbrünsten und Erdbeben. Sie flüchteten in ihre Höhlen, starrten in den Sternenhimmel und warteten, dass die Sonne wieder geboren wurde und ein neuer Tag begann.

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Bringt Planet Neun unser Sonnensystem durcheinander

Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology

Noch ist nicht einmal erwiesen, ob Planet Neun überhaupt existiert. Dennoch existieren schon fundierte Spekulationen, was er alles verursachen könnte.

Von Daniel Lingenhöhl | Spektrum.de

Wenn es mit der Sonne zu Ende geht, vergeht auch die Erde: Unser Zentralgestirn bläht sich zum Roten Riesen auf und verschluckt dabei sehr wahrscheinlich auch unseren Planeten. Gleichzeitig bläst die Sonne ungefähr die Hälfte ihrer gesamten Masse ins All, bevor sie zum Weißen Zwerg wird, und löst damit eine Kettenreaktion im Sonnensystem aus: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun werden durch diesen Gasauswurf nach „außen“ gedrückt und rücken damit auf eine als sicher angesehene Umlaufbahn. Doch Planet Neun könnte hier ein kosmisches „Billardspiel“ auslösen und das Schicksal der anderen Planeten mitbestimmen, folgern Astronomen um Dimitri Veras von der University of Warwick aus Computersimulationen. Im Gegensatz zu den vier Gasriesen wird Planet Neun – der noch nicht sicher nachgewiesen ist – nicht nach außen verschoben, sondern könnte in den Einflussbereich der Giganten geraten.

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Die UV-Strahlung in Echtzeit beobachten

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Biomedizin.Entgegen der landläufigen Wahrnehmung ist die Sonne in den letzten Jahren nicht aggressiver geworden. Das haben Forscher eines einzigartigen Labors an der Medizin-Universität Innsbruck in langen Messreihen nachgewiesen.

Von Uwe Schwinghammer | Die Presse

In den letzten Jahren fiel oft und gern der Satz: „Die Sonne wird auch immer aggressiver.“ Doch Mario Blumthaler, Leiter des UV-Labors an der Medizin-Universität Innsbruck (MUI), möchte diesen nicht unwidersprochen lassen. In seinem Labor kommen die Daten von UV-Messstellen in ganz Österreich, aber auch aus Teilen der Schweiz und Deutschlands zusammen. Seit beinah 20 Jahren werden die medizinisch relevanten Anteile der UV-Strahlung in verschiedenen Lagen von 16 Stationen tagtäglich so erfasst. „Wir haben eines der dichtesten Netze weltweit. Begründet ist dies durch die topografischen Unterschiede in Österreich. Es hat sich gezeigt, dass es diese Dichte braucht, um die UV-Strahlung ordentlich darstellen zu können“, sagt der Biomedizinphysiker. Initiiert und finanziert wurden die Messstellen vom Umweltministerium.

Doch zurück zur angeblichen Aggressivität der heimischen Sonne. Hier haben die Forscher der Sektion für biomedizinische Physik an der MUI nämlich festgestellt, dass die UV-Strahlung in den 20 Jahren kontinuierlicher Messung nicht zugenommen hat. Blumthaler: „Wir konnten zeigen, dass es auf die ganze Periode gesehen keine Änderung gibt. Wohl aber gibt es von Jahr zu Jahr große Schwankungen. Ein statistischer Trend ist daraus aber nicht zu erkennen.“

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Woher aus dem All könnte eine Alien-Botschaft kommen?

Wenn die Erde vor der Sonne vorbeizieht, könnte außerirdische Astronomen am Lichtspektrum unsere Präsenz erkennen. © NASA/ MPI für Astronomie

SETI mal anders herum: Um herauszufinden, wo sich die Suche nach Außerirdischen am ehesten lohnt, haben sich zwei deutsche Astronomen kurzerhand in ihre Alien-Kollegen hineinversetzt. Ihr Fazit: Außerirdische in einem bestimmten Streifen des Himmels haben die besten Chancen, uns beim Transit unserer Erde vor der Sonne zu entdecken. Daher ist die Chance einer SETI-Botschaft bei den Sternen in diesem Streifen am höchsten.

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Sind wir allein im Universum? Um Antworten auf diese Frage zu finden, suchen Astronomen seit Jahrzehnten nach bewohnbaren Planeten sowie nach Signalen von Außerirdischen. Der erste Teil dieser Suche ist höchst erfolgreich: Mehr als 2.000 Planeten um fremde Sterne sind mittlerweile bekannt. Aber die Suche nach Botschaften intelligenter Lebewesen, unter anderem im SETI-Projekt, ging bisher noch ins Leere.

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Babylonier: Jupiter-Wanderung als Trapez

Die babylonische Keilschrifttafel beschreibt, wie sich die Bewegungen des Jupiter mathematisch-geometrisch beschreiben lassen. © Mathieu Ossendrijver (HU)/ NASA

Himmlische Geometrie: Schon vor gut 2.000 Jahren nutzen die Babylonier überraschend moderne mathematisch-geometrische Methoden in ihrer Astronomie: Sie beschrieben die Wanderung des Jupiter über den Himmel und seine Geschwindigkeit über ein Trapez-Diagramm. Das enthüllt eine neue Auswertung von Keilschrifttafeln. Damit waren die Babylonier den Gelehrten Europas um mindestens 1.400 Jahre voraus, wie der Forscher im Fachmagazin „Science“ berichtet.

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Die Babylonier waren Pioniere der Astronomie: Schon vor rund 3.000 Jahren begannen sie, systematisch die Bewegungen von Mond, Sonne und Sternzeichen am Himmel zu kartieren. Sie erkannten dabei bereits mathematische Gesetzmäßigkeiten in der Himmelsmechanik, mit deren Hilfe sie beispielsweise Sonnenfinsternisse über Jahre vorausberechnen konnten. Ihre astronomischen Berechnungen finden sich auf vielen Keilschrifttafeln aus jener Zeit.

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Tod der Sterne

Diese als „Krebs-Nebel“ bekannte Struktur zeigt die Überreste einer Supernova-Explosion innerhalb unserer Milchstraße, die im Jahr 1054 n. Chr. stattfand. Ein großer, sterbender Stern schleuderte seine Hülle ins All. (Foto: dpa)

Ob Terror oder Klimawandel: In diesem Jahr wurde die Menschheit mit bedrohlichen Szenarien konfrontiert. Kosmologen indes sagen dem ganzen Universum eine ungemütliche Zukunft vorher.

Von Robert Gast|Süddeutsche.de

Als Erstes geht es der Erde an den Kragen. In sieben Milliarden Jahren wird die Sonne plötzlich anschwellen und zu einem fetten, roten Riesenstern anwachsen. Erst verschlingt der glühende Gasball Merkur und Venus, dann die Erde. Schon in den Jahren davor wird es so heiß auf dem blauen Planeten, dass die Ozeane verdampfen und mit ihnen alle verbliebenen Lebewesen.

Womöglich wird es den Nachfahren der heutigen Menschheit bis dahin gelungen sein, neue Lebensräume im All zu besiedeln. Doch mit dem Ende der Erde wird der kosmische Überlebenskampf noch längst nicht vorbei sein. So zumindest besagt es das derzeitige Weltbild der Physik. Es zeichnet eine ferne Zukunft, in der das Universum Schritt für Schritt dunkel, kalt und lebensfeindlich wird – bis es sein Finale in einer Katastrophe findet, die den Hitzetod der Erde beschaulich wirken lässt.

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Die göttliche Aura des Mondes

Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)

Unsere Urahnen verehrten die Sonne als göttliche Instanz. Ihnen war schon in grauer Vorzeit bewusst, dass alles Leben vom wärmenden Himmelskörper ausgeht. Auch der Mond wurde in früheren Epochen als nächtliches Pendant zur Sonne und «Nachtwächter» angebetet. Die grosse «Lampe» am Himmel weckte stets mystische Gefühle.

Redaktion|Hugo Stamm-Blog/Tages Anzeiger

Mit der geistigen Entwicklung und den wissenschaftlichen Erkenntnissen wandelte sich die Bedeutung von Sonne und Mond. Die Astronomie gab uns Einblicke in die Zusammenhänge des Universums und entmystifizierte unsere zentralen Himmelskörper, die ihre religiöse Bedeutung verloren.

Doch nun drehen Anthroposophie und Esoterik das Rad der Zeit wieder zurück. Im Sinne der ewigen Wiederkunft des Gleichen von Friedrich Nietzsche holen sie den Mond aus der religiösen Mottenkiste. Dabei profitieren die beiden spirituellen Geistesströmungen vom Überdruss breiter Bevölkerungsteile gegenüber Wissenschaft und Technik.

Viele Anthroposophen und Esoteriker glauben, der Planet übe eine starke Wirkung auf Mensch und Natur aus. So achten die anthroposophischen Bauern bei der Bestellung der Felder und bei der Aussaat auf die Mondphase, um ihre biologisch-dynamischen Demeter-Produkte zu gewinnen. Rudolf Steiner, der Gründer der Anthroposophie, verlangt es so. Bereits 1924 hatte der Esoteriker seine ungewöhnliche, auf spirituellen und homöopathieähnlichen Erkenntnissen beruhende Anbaumethode dogmatisch festgeschrieben.

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Schinkenspeck aus dem Meer

(OSU)

US-Forscher haben eine Rotalge gezüchtet, die besonders nährstoffreich ist – und außerdem im gekochten Zustand lecker mundet.

Von Ben Schwan|Technology Review

Die Produktion von Fleisch ist bekanntlich wenig nachhaltig: Oft ist der Flächenverbrauch hoch und die anfallende Gülle der Tiere kann die Umwelt schädigen – vom Klimagas-Ausstoß durch Rinder einmal ganz abgesehen. Doch was tun, wenn man doch einmal ohne schlechtes Gewissen leckeren Schinkenspeck genießen möchte?

Wenn dieser nicht unbedingt wirklich vom Schwein kommen muss, naht vegetarische, ja sogar vegane, Abhilfe: Ein Wissenschaftler-Team um Chris Langdon am Hatfield Marine Science Center der Oregon State University (OSU) hat nun eine neue Variante von Rotalgen, wissenschaftlich Palmaria genannt, gezüchtet, die besondere Eigenschaften aufweist. Sie enthält diverse gesunde Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, zeigt sich – im gebratenen Zustand – aber geschmacklich sehr besonders: Sie schmeckt ziemlich genau wie Schinkenspeck.

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