Monika Walter: „Der verschwundene Islam?“ – Verleugnetes Kulturerbe

Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit
Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit „Don Quixote“ von Miguel de Cervantes beschäftigt. Hier eine Erstausgabe von 1605. (imago/CTK Photo)
Während der knapp 800 Jahre dauernden arabischen Herrschaft in Spanien entstand ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte. Doch dieses arabische Kulturerbe verschwand aus der Geschichtsschreibung. Monika Walter geht den Spuren nach.

Von Tabea Grzeszyk | Deutschlandradio Kultur

„Unbehagliche Geschichte“ oder „Geschichte unter dem Teppich“ heißt es bei spanischen und französischen Forschern, wenn sie über die arabische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel schreiben. Knapp 800 Jahre überdauerte „Al-Andalus“, das von 711 bis 1492 existierte und im 10. Jahrhundert im Kalifat von Córdoba ein goldenes Zeitalter erlebte: Ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte, auf europäischem Boden, nördlich des Mittelmeers.

Gehört der Islam also doch zu Europa? Natürlich! Doch wie kommt es, dass das arabische Kulturerbe Europas einem fast schon institutionalisierten Vergessen anheimfiel? Wieso gilt die Vorstellung eines „muslimischen Europas“ nahezu als Sakrileg?

500-Seiten-Analyse über Literaturgeschichte

Die Romanistin Monika Walter hat auf über 500 Seiten eine Analyse vorgelegt, die den arabischen Spuren innerhalb der spanischen und französischen Literaturgeschichte nachgeht.

So spürt sie etwa dem zum Christentum zwangskonvertierten Morisken Ricote aus Miguel de Cervantes „Don Quixote“ nach, der als fiktive Figur auf einen realhistorischen Hintergrund verweist: Der durch das Vertreibungsedikt von 1609 ausgewiesene und heimlich zurückgekehrte Araber betrauert den Verlust seiner Heimat, in der Juden, Christen und Muslime toleriert wurden.

weiterlesen

„Broken Arrow“: Die USA vermissen 17 Atombomben. Mindestens

Wasserstoffbomben vom Typ B28 gingen bei den Unfällen 1966 in Spanien und 1968 auf Grönland verloren Quelle: Wikimedia/US Air Force/Public Domain
Wasserstoffbomben vom Typ B28 gingen bei den Unfällen 1966 in Spanien und 1968 auf Grönland verloren Quelle: Wikimedia/US Air Force/Public Domain
Die A-Bombe, die jetzt vor Kanada entdeckt wurde, ist kein Einzelfall. Allein für die USA werden 700 Zwischenfälle geschätzt. Wie viele Kernwaffen andere Mächte „verloren“ haben, weiß niemand.

Von Johann Althaus | DIE WELT

Wie ein vier Meter großer „aufgeschnittener Bagel“ soll das Objekt aussehen, das der kanadische Taucher Sean Smyrichinsky jetzt vor der Küste British Columbias entdeckt hat. Viel spricht dafür, dass es sich um den Rest einer seit 66 Jahren vermissten Atombombe vom damals neuesten Typ Mark 4 handelt.

Die Liste der Unfälle mit solchen Waffen ist lang. Allein die USA vermissen mindestens acht voll explosionsfähige Bomben. Außerdem weitere neun, die zwar nicht mit dem Spaltstoff Plutonium geladen waren, wohl aber andere radioaktive Substanzen enthielten – meist abgereichertes Uran. Für solche Zwischenfälle hat sich weltweit der Ausdruck „Broken Arrow“ eingebürgert. In den USA bezeichnet dieses Codewort einen Zwischenfall mit Nuklearwaffen gleich welcher Art.

Die angegebenen Zahlen variieren allerdings stark, denn es gibt sehr unterschiedliche Definitionen: Ist eine Kernwaffe ohne Plutonium, die also keine Kettenreaktion auslösen kann, überhaupt eine nukleare Waffe? Was ist mit Waffen, die – atomar geladen oder nicht – beim Absturz eines Flugzeugs nachweislich zerstört wurden? Werden radioaktive Ladungen, die ohne die aufwendige Technik zur Auslösung einer Kernspaltung verloren gingen, mitgezählt oder nicht?

weiterlesen

Der Kampf um die spanischen Kirchen

© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
Wem gehören die sakralen Bauten in Spanien? Das ist nur scheinbar eindeutig geregelt. So mancher fordert, die Kirchen an den Staat zurückzugeben.

Von Peter Odrich | Frankfurter Allgemeine

Wer Spaniens Städte zu Fuß durchstreift, ist häufig von der Vielzahl sakraler Bauten beeindruckt. Neben den großen, berühmten Kathedralen gibt es schier unzählige kleinere Kirchen und Kapellen, viele von hohem künstlerisch-architektonischen Wert. Über die Eigentumsverhältnisse all dieser Bauten denkt kaum ein ausländischer Besucher nach – wohl inzwischen aber mehr und mehr Spanier.

Auf der Iberischen Halbinsel gab es genauso wie in weiten Teilen des übrigen Europas ursprünglich keinerlei Grundbucheintragungen dieser Sakralbauten. Das erklärt sich daraus, dass Kathedralen, Klöster, Kirchen und andere kirchliche Bauten meist deutlich früher entstanden sind als die vergleichsweise moderne Einrichtung der Grundbücher. Als sich das Franco-Regime in Spanien etablierte, erhielt 1940 die katholische Kirche das Recht auf Eintragung ihrer Bauten in das weltliche Register. Voraussetzung war lediglich die Unterschrift des regional zuständigen Bischofs. Andere Dokumente waren überflüssig. Dieses Recht hat die katholische Kirche umfassend genutzt, ehe es im Jahre 2015 auf vielfältigen Druck der politischen Opposition im Parlament außer Kraft gesetzt wurde. In so mancher spanischen Stadt zählt das Grundbuch mehr als tausend kirchliche Immobilien.

weiterlesen

Muslimischer Schlepper warf Christen ins Meer

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Im spanischen Almeria steht derzeit ein muslimischer Kapitän eines Flüchtlingsbootes vor Gericht. Dieser hat 2014 Christen, darunter einen katholischen Priester, ins Meer werfen lassen, weil diese auf dem Schiff gebetet hatten.

kath.net

Im spanischen Almeria steht derzeit ein muslimischer Kapitän eines Flüchtlingsbootes vor Gericht. Dies berichtet die „Krone“ am Montag. Der Mann soll während der Fahrt über das Mittelmeer sechs Christen über Bord werfen lassen haben. Zuvor wurden die Gläubigen geschlagen und alle nach christlichen Symbolen wie Kreuze durchsucht. Das „Verbrechen“ der Christen: Diese hatten für besseres Wetter gebetet. Unter den Christen soll sich auch ein katholischer Pfarrer aus Nigeria befunden haben. Die sechs Männer sind im Mittelmeer ertrunken. Vier Überlebende der Schiffsfahrt haben jetzt gegen die Schlepper ausgesagt. „Sie glaubten, dass die Wellen höher würden, je mehr er betete.“ Der Vorfall hat sich bereits im Jahr 2014 ereignet. Auf der Fahrt starben übrigens weitere Migranten, darunter sieben Babys. Der spanische Staatsanwalt plädiert wegen religiös motivierten Mordes auf sechs Mal 15 Jahre Gefängnis.

Merkel: Deutschland hat Flüchtlingskrise lange verdrängt

Angela_Merkel1

Die Kanzlerin hat Fehler aus der Vergangenheit in der deutschen Flüchtlingspolitik eingeräumt.

evangelisch.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eingeräumt, dass Deutschland zu Beginn ihrer Kanzlerschaft nicht angemessen auf die weltweite Flüchtlingskrise reagiert hat. Schon 2004 und 2005 seien viele Flüchtlinge nach Europa gekommen, „und wir haben es Spanien und anderen an den Außengrenzen überlassen, damit umzugehen“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochsausgabe): „Und ja, auch wir haben uns damals gegen eine proportionale Verteilung der Flüchtlinge gewehrt.“

weiterlesen

Weltwüstentag: „20 Prozent Spaniens sind als Wüste anzusehen“

Wüste im südostspanischen Murcia. Bild: R. Streck
Jährlich gehen weltweit 12 Millionen Hektar Ackerland verloren. Jaime Martínez Valderrama über das Fortschreiten der Wüste in Spanien
 

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Die Desertifikation, wie die Wüstenbildung auch genannt wird, schreitet weltweit voran. Sie wurde 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen (UN) über Umwelt und Entwicklung, die auch als Erdgipfel oder Rio-Konferenz bezeichnet wird, neben der Klimaveränderung und dem Verlust von Artenvielfalt als große Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung benannt. Klimaforscher stellen längst fest, dass die Häufigkeit und die Intensität von Dürren mit dem Klimawandel einhergehen, die wiederum die Wüstenbildung verschärfen. Diese führte andererseits auch wieder zu einem weiteren starken Verlust an Biodiversität, womit sich die Effekte gegenseitig verstärken.

Nach UN-Angaben leiden schon heute 1,5 Milliarden Menschen an Bodenverschlechterung und Wüstenbildung. Schon jetzt sei mehr als die Hälfte des verfügbaren Ackerlands weltweit von moderater oder starker Degradation betroffen. Dadurch gingen jährlich 12 Millionen Hektar Ackerland verloren. Das sind etwa 32 Fußballfelder pro Minute und es handelt sich etwa um die gesamte Ackerfläche Deutschlands. Und die Tendenz ist steigend. Auf dieser Fläche könnten nach Schätzungen der UN etwa 20 Millionen Tonnen an Getreide angebaut werden.

weiterlesen

Wo droht der nächste Zika-Ausbruch?

Die Stechmücke Aedes aegypti gilt als der Hauptüberträger des Zika-Virus © CDC
Europa ist nicht gefeit: Japanische Forscher haben ermittelt, in welche Länder das Zika-Virus als nächstes eingeschleppt werden könnte. Darunter sind neben Tropengebieten auch Länder in Europa, darunter Portugal, Spanien, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. Ihr Risiko für eine Einschleppung noch vor Jahresende liegt bei immerhin 40 bis 70 Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin „PeerJ“ berichten.

scinexx

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Seit dem Ausbruch der Epidemie in Brasilien im Frühjahr 2015 wurden Fälle in 39 weiteren Ländern bekannt. Das Problem: Das Virus wird durch Stiche von Mücken der Gattung Aedes übertragen – und diese Insekten kommen in fast allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde vor. Sogar in Deutschland gibt es inzwischen eine kleine Population der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus.

weiterlesen

„Der Islam gehört zur europäischen Kultur, die Muslime nicht“

Hārūn ar-Raschīd, Miniatur in Tausendundeine Nacht. Bild: wikimedia.org/PD

Ohne die Vermittlung muslimischer Gelehrter wäre das Wissen der Antike nicht nach Europa gekommen. Dort entwickelte es sich weiter – während in der islamischen Welt Stillstand eintrat.

Von Christoph Arens | DIE WELT

Der Islam gehöre nicht zu Europa, behaupten die AfD und andere fremdenfeindliche Populisten. Dagegen argumentiert Michael Borgolte, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität und Autor mehrerer Studien über die Beziehungen zwischen lateinischer Christenheit, Islam und Judentum: Die okzidentale Wissenskultur, so sein Credo, ist ohne den Beitrag muslimischer Gelehrter nicht denkbar.

Frage: Für die AfD gehört der Islam nicht zu Deutschland. Wie sehen Sie das als Historiker?

Michael Borgolte: Auch viele andere Politiker argumentieren ja, dass zwar die Muslime zu Deutschland gehören, aber nicht der Islam. Ich finde diesen Streit ziemlich unerquicklich und wenig hilfreich. Aber aus der Sicht des Mittelalterhistorikers muss ich die Prioritäten umkehren und klar formulieren: Nicht die Muslime gehören zu Deutschland, aber der Islam gehört zu den Fundamenten europäischer und deutscher Kultur.

Frage: Wie kommen Sie zu dieser Aussage?

Borgolte: Einerseits lebt eine größere Anzahl von Muslimen erst seit der Anwerbung türkischer Gastarbeiter ab 1961 in Deutschland. Zwar gab es auch schon am Hof Karls des Großen im 9. Jahrhundert oder im 18. Jahrhundert in Preußen eine Handvoll muslimischer Diplomaten oder Kriegsgefangener, aber sie haben sicherlich nicht das Land geprägt.

weiterlesen

Die Terrorgefahr steigt? Nein!

Bild: RDF
Die Terroranschläge von Brüssel haben uns alle erschüttert – genau wie die Terroranschläge von Paris aus dem November 2015. Wenn Bomben in der Türkei, in Syrien oder dem Irak explodierten, ließ uns dies vermutlich kalt. Tatsächlich haben wir vermutlich kein besonders starkes Mitgefühl für die Opfer – sehr wohl aber Angst, dass wir selbst bei einer ähnlichen Attacke sterben können. Schließlich nimmt der Terrorismus doch immer weiter zu. – Falsch!

Von Lukas Mihr|Richard Dawkins-Foundation

Die Auswertung der Global Terrorism Database der University of Maryland zeigt, dass Westeuropa den Höhepunkt des Terrorismus schon lange überschritten hat. Die 70er und 80er Jahre waren weit blutiger als die Gegenwart. In der jüngeren Vergangenheit sind die Anschläge von Madrid 2004 und Paris 2015 deutlich zu erkennen, den Trend umkehren konnten sie jedoch nicht. Die Ereignisse von Brüssel hingegen gehen in der Statistik völlig unter.

War der Islam in den vergangenen Jahrzehnten etwa noch brutaler? Nein! Der europäische Terrorismus der 70er und 80er Jahre war genau das – europäisch. Etwa 3500 Tote gehen auf das Konto der katholischen IRA,  über 800 weitere Tote auf das Konto der baskischen ETA. Außerdem verübten linke und rechte Gruppierungen Anschläge in Europa. Palästinensische Terrorangriffe gab es ebenfalls – aber diese waren häufiger kommunistisch als islamisch motiviert.

Warum empfinden wir aber das genaue Gegenteil? Gefühlt war die Terrorgefahr nie so hoch wie jetzt. wir unterliegen alle einem bias, natürlich nehmen wir Dinge in der Gegenwart intensiver wahr als Ereignisse, die schon „lange her“ sind. Und genauso werden Terroranschläge in der heutigen Zeit medial sehr viel intensiver ausgewertet, als in den 70er Jahren.

weiterlesen

Rätsel der Sima-Frühmenschen gelöst?

So könnten die Sima-Menschen vor rund 430.000 Jahren ausgesehen haben. © Kennis & Kennis Madrid Scientific Films
Seltsame Mischung: Forscher haben erstmals das Erbgut der rätselhaften Sima-Frühmenschen entschlüsselt. Diese vor rund 430.000 Jahren in Spanien lebenden Homininen sind demnach wohl doch frühe Neandertaler, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten. Dies zwar zuvor angezweifelt worden, weil die Mitochondrien-DNA dieser Frühmenschen eine verblüffende Übereinstimmung mit den Denisova-Menschen Sibiriens aufweist.

scinexx

28 Frühmenschen-Skelette aus der Höhle Sima de los Huesos im Norden Spaniens geben schon länger Rätsel auf. Denn die rund 430.000 Jahren alten Fossilien ähneln in einigen Merkmalen den Neandertalern, in anderen Eigenschaften scheinen sie dagegen primitiver. Angesichts ihres Alters und des Fundorts lag es daher nahe, die Sima-Menschen als frühe Neandertaler oder deren Vorgänger einzustufen.

weiterlesen

Madrider Politikerin nach Nackt-Protest in Kapelle vor Gericht

Themenbild
Themenbild
Heftiger Streit um die Ausrichtung Spaniens zu den christlichen Werten und Traditionen.

kath.net

Wegen eines Nackt-Protests in einer Kapelle muss sich Rita Maestre, Sprecherin der linken Madrider Stadtregierung, am 18. Februar vor Gericht verantworten. Wie am Freitag bekannt wurde, stürmte sie 2011 während eines Gottesdienstes mit anderen Studenten die Kapelle der Madrider Complutense-Universität. Sie entblößten ihre Oberkörper, sangen Lieder mit kirchenfeindlichen Inhalten und protestieren gegen die Benutzung staatlicher Räumlichkeiten für religiöse Zwecke. «Es handelte sich um einen friedlichen Protest, mit dem wir an den laizistischen Charakter der Universität erinnern wollten», rechtfertigte die 27-jährige Maestre laut spanischen Medienberichten (Freitag) die Protestaktion.

weiterlesen

Immobilien-Irrsinn in Spanien: Kirche gehört jetzt der Kirche

Getty Images
Durch ein abstruses Gesetz konnte sich die katholische Kirche in Spanien eine der größten Sehenswürdigkeiten des Landes unter den Nagel reißen: die Mezquita-Kathedrale. Nun machen Bürger und Wissenschaftler aus aller Welt ihrer Empörung Luft.

Von Tino Brömme|SpON

Die Moschee und Kathedrale von Córdoba begeistert mit ihrer maurischen Architektur Jahr für Jahr Tausende Besucher, die ihren „Säulenwald“ und Orangengarten durchwandern. Muslimische Gebete allerdings finden hier schon seit 800 Jahren nicht mehr statt. Damals entriss die Reconquista den Arabern die iberische Halbinsel und die Moschee wurde zur katholischen Kirche geweiht.

In der Mitte des 20.396-Quadratmeter-Komplexes erhebt sich daher eine gotische Kathedrale, erbaut im 16. Jahrhundert, die zwischen den orientalischen Säulenbögen wie ein Fremdkörper wirkt. Doch die Jahrhunderte ältere arabische Vorgeschichte ist in den Informationsbroschüren, auf den Schautafeln oder der offiziellen Webseite kaum mehr als eine Randnotiz.

weiterlesen

Soziologe: Christen sind zu Weihnachten gelassener

Bild:FB
Bild:FB
Christen sind in der Advents- und Weihnachtszeit gelassener als Nichtgläubige. Das will der Soziologieprofessor Michael Mutz (Göttingen) in einer Studie nachgewiesen haben.

kath.net

Mutz: „Christen, vor allem jene, die sich selbst als sehr religiös einstufen, sind in der Vorweihnachtsphase positiver eingestellt und zufriedener mit ihrem Leben.“ Er führt dies darauf zurück, dass Christen weniger konsumorientiert handelten.
Nichtreligiöse Menschen hätten es dagegen schwer: Der Druck, Geschenke zu kaufen und gesellschaftliche Verpflichtungen zu erfüllen, führe zu einem hohen Stressfaktor. Hinzu kämen häufig finanzielle Sorgen. Der Glaube erweise sich dagegen als ein Schutzfaktor und stärke das emotionale Wohlbefinden. Für die Studie wertete Mutz Daten aus Belgien, Estland, Deutschland, Ungarn, Irland, die Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien aus.

Wehrmacht: Rente für spanische Nazi-Schergen

Etwa 1941: Hitler im Gespräch mit Franco (2.v.l.) Foto: imago/Leemage
Deutschland zahlt immer noch mehr als 100.000 Euro Rente pro Jahr an Wehrmacht-Kämpfer aus Spanien. Die sogenannte Blaue Division hatte in der Sowjetunion gegen die Rote Armee gekämpft. Die Linksfraktion kritisiert die Zahlungen scharf.

Von Steven Geyer|Frankfurter Rundschau

Deutschland gibt noch immer mehr als 100.000 Euro pro Jahr für ehemalige spanische Kämpfer aus, die im Zweiten Weltkrieg freiwillig die Wehrmacht unterstützten. Pro Jahr fließen an 41 Veteranen, acht Witwen und einen weiteren Hinterbliebenen in Spanien Rentenzahlungen in Höhe von insgesamt 8946 Euro monatlich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegt.

Bei den Veteranen handelt es sich um ehemalige Soldaten der sogenannten Blauen Division: Freiwillige aus Spanien, die von 1941 bis 1943 in der Sowjetunion aufseiten der Wehrmacht gegen die Rote Armee kämpften. Laut Linksfraktion gehörten dazu unter anderem viele junge Faschisten der spanischen Falange, die sich aus freien Stücken gemeldet hatten, um Nazideutschland im Kampf gegen die Kommunisten zu unterstützen.

weiterlesen

Sozialisten in Spanien wollen Kirche stärker besteuern

Bild: tilly
Bild: tilly

Sanchez‘ Plänen zufolge soll die Kirche künftig etwa Grundsteuern für Immobilien zahlen, die nicht Zwecken der Religionsausübung dienen.

kath.net

Spaniens Sozialisten wollen das Steuersystem für die katholische Kirche des Landes reformieren. Sollte der Spitzenkandidat der PSOE, Pedro Sanchez, die Parlamentswahlen im Dezember gewinnen, will er laut Bericht der Tageszeitung «El Pais» (Montag) die Kirche steuerlich stärker belasten.

Sanchez‘ Plänen zufolge soll die Kirche künftig etwa Grundsteuern für Immobilien zahlen, die nicht Zwecken der Religionsausübung dienen. Angestrebt werde «eine Selbstfinanzierung der religiösen Konfessionen» und eine «Überprüfung der Vereinbarungen mit dem Vatikan», zitiert die Zeitung aus dem Wahlprogramm des Parteivorsitzenden.

In Spanien entscheiden Steuerpflichtige Jahr für Jahr freiwillig mit ihrer Steuererklärung, ob ein 0,7-Prozent-Anteil ihrer Steuerschuld entweder der Kirche oder anderen sozialen oder kulturellen Zwecken zufließt. Die jährlichen Zuweisungen an die Kirche betragen derzeit jährlich rund 160 Millionen Euro.

Asylrecht: EU-Kommission leitet Verfahren gegen Deutschland und 18 weitere Länder ein

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker © Francois Lenoir/Reuters
Gegen Deutschland und 18 andere EU-Länder wird die EU- Kommission 40 Vertragsverletzungsverfahren einleiten. Es geht um die Verletzung des europäischen Asylrechts.
 

stern.de

Gegen Deutschland und 18 andere EU-Länder wird die EU- Kommission am Mittwoch noch vor dem Sondergipfel zur Flüchtlingskrise nach einem Zeitungsbericht 40 Vertragsverletzungsverfahren im Zusammenhang mit dem Asylrecht  einleiten. Die Zeitung „Die Welt“ schreibt unter Berufung „hohe, informierte EU-Kreise“ weiter, diesen Ländern werde vorgeworfen, die bestehende europäische Asylgesetzgebung bisher nicht ausreichend umgesetzt zu haben. Betroffen seien neben Deutschland unter anderem auch Frankreich,  Italien, Österreich, Spanien, die Niederlande und Ungarn. Dänemark, Irland und Großbritannien seien ausgenommen, weil sie an der EU-Asylgesetzgebung nicht teilnehmen.

weiterlesen

König-Abdullah-Zentrum in Wien: Riads Feigenblatt

Das König Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog in Wien steht in der Kritik. (imago/blickwinkel)
Das König-Abdullah-Zentrum in Wien soll den Dialog zwischen den Religionen und gegenseitigen Respekt fördern. Doch das Projekt ist umstritten. Denn Hauptgeldgeber ist ausgerechnet Saudi-Arabien, wo man von religiöser Toleranz nicht viel hält.


Von Stefan May|Deutschlandradio Kultur

Ein nobles Palais an der Wiener Ringstraße ist die Heimstätte des KAICIID. Die Abkürzung steht für „König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog“. Über dem Eingang wehen die Fahnen von Saudi-Arabien, Spanien, Österreich und des Vatikans. Es handelt sich um die Gründungsstaaten des Zentrums. Sprecher Peter Kaiser nennt als Hauptziel: Respekt zu schaffen zwischen den Religionen und Kulturen durch Dialog. Und er betont die Unabhängigkeit des Zentrums.

„Keine einzige Religion und keine einzige Regierung kann uns sagen, was wir vornehmlich machen sollen. Sie müssen alle im Konsens vorgehen.“

Als aber Anfang dieses Jahres der saudische Blogger Raif Badawi wegen eines Plädoyers für Religionsfreiheit in seiner Heimat zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden war, blieb das Zentrum stumm. Peter Kaiser begründet dies mit einer grundsätzlichen Entscheidung des neunköpfigen Direktoriums, in dem die fünf großen Weltreligionen – Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus – vertreten sind.

weiterlesen

Studie: Katholiken lehnen Lehre ihrer Kirche zu Sex und Ehe ab

jesus_mary_blasphemie

Deutsche Katholiken lehnen den Umgang ihrer Kirche mit Sexualmoral, der Ehe und der Homosexualität mehrheitlich ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Studenten aus Münster und Berlin, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.


evangelisch.de

Zwei Befragungen des Vatikan vor der Familiensynode im Oktober in Rom waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Die jungen Leute befragten von März 2014 bis zum März dieses Jahres fast 12.500 aktive Katholiken in 24 Ländern per Fragebögen und online, darunter Gläubige in England, Polen, Frankreich, Spanien, Italien, Marokko, Brasilien und in den USA. Aus Deutschland liegen knapp 7.900 ausgefüllte Fragebögen vor.

Priester sollen frei über Zölibat entscheiden können

Die Ergebnisse für Deutschland bestätigen den Trend der Vatikan-Umfragen: 90 Prozent der deutschen Katholiken lehnen es ab, dass Geschiedene von der Kommunion ausgeschlossen werden. Beim Thema Empfängnisverhütung gibt ein Großteil an, sich nicht mehr an der Lehre der Kirche zu orientieren. 80 Prozent sprechen sich für ein Zusammenleben vor der Ehe aus. Gleichzeitig sagen neun von zehn Befragten, dass ihnen eine kirchliche Trauung wichtig ist – und fast alle (95 Prozent) wollen auch ihre Kinder christlich erziehen.

Im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren wünschen sich 70 Prozent der deutschen Studien-Teilnehmer eine Anerkennung und Segnung dieser Partnerschaften. Dass gleichgeschlechtliche Partner kirchlich heiraten dürfen, wird indes mehrheitlich nicht befürwortet. 85 Prozent der deutschen Gläubigen halten es für besser, Priester frei wählen zu lassen, ob sie im Zölibat leben wollen.

Neuer Anlauf: Test mit gentechnisch veränderten Olivenfliegen in Spanien

Die britische Firma Oxitec hat in Spanien erneut einen Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Olivenfliegen beantragt. Ein spezielles Genkonstrukt soll die Vermehrung der Schädlinge unterbinden und so die Population drastisch reduzieren. Dieses Konzept wird bereits bei anderen schädlichen Insekten angewandt, etwa bei der Tickermücke, welche die Erreger des Dengue-Fiebers überträgt. Wenn die spanischen Behörden den Antrag genehmigen, wäre es der erste Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Tieren in Europa. – Die Fliege führt derzeit zu erheblichen Ertragsverlusten im Olivenanbau und wird intensiv mit Insektiziden bekämpft.


transGen.de

Die Olivenfliege ist der am meisten gefürchtete Schädling im Olivenanbau. Sie legt ihre Eier in die reifenden Früchte. Die Maden fressen das Fruchtfleisch der Oliven. Lorraine Graney, Bartlett Tree Experts, Bugwood.org

Im Olivenanbau in den Mittelmeerländern müssen regelmäßig große Mengen InsektizideInsektizide gesprüht werden, hauptsächlich zur Bekämpfung der Olivenfliege. Diese Fliege legt ihre Eier auf oder in den Oliven ab und die Larven ernähren sich von dem Fruchtfleisch. Dadurch werden erhebliche Ertragsausfälle verursacht.

Eine Alternative zum teilweise massiven Insektizideinsatz wurde von der britischen Firma Oxitec entwickelt. Sie hat männliche Olivenfliegen gentechnisch so verändert, dass sie ein Gen tragen, das bei weiblichen Fliegen zum Tod führt. Es ist mit einer DNADNA-Sequenz gekoppelt, die bewirkt, dass es nur in weiblichen Organismen abgelesen wird. Dort sorgt es dafür, dass sich ein bestimmtes ProteinProtein im Körper ansammelt, das in zu hohen Mengen tödlich wirkt.

weiterlesen

Mit Vollgas zum spanischen Atomlager

Über alle Zweifel hinweg versucht Spanien nun sein Atommülllager vor den Wahlen im Herbst als Faktum zu etablieren


Von Ralf Streck|TELEPOLIS

Themenbild. Bild: brightsblog
Themenbild. Bild: brightsblog

Die aufgekeimten Hoffnungen von Umweltschützern, dass das geplante zentrale atomare Zwischenlager (ATC) in Spanien nicht weiter vorangetrieben wird, sollen einen Dämpfer erhalten. Die gut informierte Zeitung El País schreibt am Freitag, dass die Atomsicherheitsbehörde CSN in der nächsten oder übernächsten Woche auf Druck der konservativen Regierung den Weg für eine Vorabgenehmigung freimachen werde, um die Arbeiten in der Nähe des Dorfs Villar de Cañas im zentralspanischen Kastilien-La Mancha weiterführen zu können.

Das Plazet des atomfreundlichen CSN ist nötig, damit die konservative Regierung die Umweltverträglichkeitserklärung abgeben kann. Zudem, so hebt auch die Zeitung hervor, ist es ein politisch besetztes Gremium, das entscheiden wird. Dort geben die Vertreter der regierenden Volkspartei (PP) den Ton an. Und die will, ähnlich wie die französischen Sozialisten im lothringischen Bure, nun offenbar Fakten schaffen.

Dabei war es genau die PP-Zentralregierung, die im Frühjahr noch verhinderte, dass die nächste Baustufe angegangen werden kann. Das Industrieministerium begründete das mit „gesundem Menschenverstand“. Es sollte nicht weiter viel Geld unsinnig verbaut werden, weil die Eignung des Standorts in Frage steht, wo oberirdisch etwa 6.700 Tonnen hoch radioaktiver Müll für 60 Jahre sicher gelagert werden sollen.

Das führte zum Rücktritt des Enresa-Präsidenten. Francisco Gil-Ortega wollte die Arbeiten für die nächste Baustufe für insgesamt 260 Millionen Euro zuweisen. Der Chef des Nationalen Unternehmens für Radioaktive Abfälle (Enresa) trat wegen des damaligen Widerstands aus Madrid zurück.

weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: