„Maria keine Jungfrau“: Nonne erhielt Todesdrohungen

Die spanische Ordensfrau Lucia Caram: Josef und Maria waren „normales Paar“. Bild: APA/AFP/Josep Lago
Die spanische Ordensfrau Lucia Caram: Josef und Maria waren „normales Paar“. Bild: APA/AFP/Josep Lago
Die spanische Ordensfrau Lucia Caram hat mit ihrer Aussage, Maria sei nicht zeit ihres Lebens Jungfrau gewesen, für Wirbel gesorgt. Obwohl sie sich bei ihren Kritikern entschuldigte, erhielt sie Morddrohungen.

religion.ORF.at

Die aus Argentinien stammende Caram ist in Spanien ein Medien- und Twitter-Star und tritt oft in Kochsendungen auf, meldet sich aber auch regelmäßig politisch zu Wort. In der am Sonntag ausgestrahlten spanischen Fernsehsendung „Chester in Love“ sagte die Dominikanerin, sie glaube, dass Maria in Josef verliebt gewesen sei und dass die beiden ein „normales Paar“ gewesen seien. „Und Sex zu haben ist eine normale Sache“, so die Nonne.

„Es ist schwer zu glauben und zu akzeptieren“, sagte die Ordensfrau, die auf Twitter 180.000 Follower hat, weiter. „Wir sind in den Regeln gefangen, die wir erfunden haben, ohne zur wahren Botschaft gelangt zu sein.“ Caram, die in einem katalanischen Orden lebt, war im Alter von 27 aus Argentinien nach Spanien emigriert. Sie äußerte sich bereits mehrmals zum Thema Sexualität, wie der britische „Guardian“ am Donnerstag in seiner Onlineausgabe berichtete.

weiterlesen

EU-Südstaaten-Gipfel: EU-Südstaaten fordern stärkeres Europa

François Hollande: Europa muss Trump antworten. Foto: dpa
François Hollande: Europa muss Trump antworten. Foto: dpa
In Lissabon werden „neue Visionen“ für die Zukunft Europas gesucht. Beim Gipfel der EU-Südstaaten spielt Trump eine Hauptrolle. Frankreichs Präsident Hollande spricht Klartext.

Frankfurter Rundschau

Die EU-Südstaaten haben vor dem Hintergrund von Krisen und Problemen weltweit ein «stärkeres und vereinteres Europa» gefordert. «In diesen Zeiten von so vielen Ungewissheiten weltweit ist es unerlässlich, dass wir eine stärkere und vereintere Europäische Union haben», sagte der gastgebende portugiesische Ministerpräsident António Costa am Samstag zum Abschluss des zweiten Gipfeltreffens der sieben Länder in Lissabon. Die EU müsse für die Werte der Demokratie und des freien Handels eintreten.

Rund viereinhalb Monate nach dem ersten Gipfel in Athen standen in Lissabon erneut die Themen Flüchtlinge, Sicherheit sowie Wirtschaft und Wachstum im Mittelpunkt der Gespräche. Die Regierungs- und Staatschefs aus Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Italien, Zypern und Malta wollten ihre Standpunkte untereinander abstimmen, «neue Visionen» und konkrete gemeinsame Vorschläge «für eine bessere Zukunft für Europa» erarbeiten.

weiterlesen

Ganz Portugal empört über Atommülllager in Spanien

AKW Almaraz. Bild: Frobles/GFDL
AKW Almaraz. Bild: Frobles/GFDL
Dass an der Grenze beim Atomkraftwerk Almaraz nun auch Atommüll gelagert werden soll, heizt den Unmut und die Proteste gegen das unsichere AKW an

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Es kommt sehr selten vor, dass sich im portugiesischen Parlament alle Parteien, von ganz links bis ganz rechts, einig sind. Doch die Entscheidung der konservativen spanischen Regierung auf der Kabinettssitzung am Freitag, am grenznahen Atomkraftwerk Almaraz auch noch ein Zwischenlager – genannt „Temporäres Individualisiertes Lager“ (ATI) – für Atommüll einzurichten, treibt die Portugiesen vereint auf die Barrikaden. Es war die grüne Partei „Os Verdes“, die in Koalition mit den Kommunisten (CDU) bei Wahlen antritt, die den Antrag ins Parlament eingebracht hatte, um gegen die Entscheidung zu protestieren.

Also stimmten auch die beiden konservativen Parteien, Schwesterparteien der in Spanien regierenden Volkspartei (PP), gegen das spanische Vorhaben und unterstützen die Linie der Regierung. Die zog sofort Konsequenzen und sagte ein geplantes Treffen des portugiesischen Umweltministers João Pedro Matos mit seiner spanischen Kollegin ab. Spanien „ignoriert“ den Nachbarn, heißt es in dem Antrag. „Es verletzt das europäische Recht und das Loyalitätsprinzip unter Nachbarn“, hat der Umweltminister erklärt. Portugal hat eine Klage bei der EU-Kommission gegen das ATI angekündigt, weil die grenzüberschreitenden Auswirkungen hinweg nicht bewertet und Portugal nicht einmal gehört wurde.

weiterlesen

2016 fast 7.200 Menschen auf der Flucht gestorben oder seither vermisst

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Jahresbeginn sind fast 7.200 Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen oder verschwunden. Dies sei ein Anstieg um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit.

derStandard.at

Von den bis Donnerstagabend registrierten 7.189 Toten und Vermissten verunglückten demnach 4.812 beim Versuch, über das Mittelmeer nach Italien, Griechenland, Zypern oder Spanien zu gelangen. Im Durchschnitt habe es 20 Todesfälle von Migranten und Flüchtlingen pro Tag gegeben, erklärte die IOM. Die Bilanz könne bis Jahresende noch um etwa 200 bis 300 Todesfälle steigen.

weiterlesen

Monika Walter: „Der verschwundene Islam?“Verleugnetes Kulturerbe

Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit
Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit „Don Quixote“ von Miguel de Cervantes beschäftigt. Hier eine Erstausgabe von 1605. (imago/CTK Photo)
Während der knapp 800 Jahre dauernden arabischen Herrschaft in Spanien entstand ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte. Doch dieses arabische Kulturerbe verschwand aus der Geschichtsschreibung. Monika Walter geht den Spuren nach.

Von Tabea Grzeszyk | Deutschlandradio Kultur

„Unbehagliche Geschichte“ oder „Geschichte unter dem Teppich“ heißt es bei spanischen und französischen Forschern, wenn sie über die arabische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel schreiben. Knapp 800 Jahre überdauerte „Al-Andalus“, das von 711 bis 1492 existierte und im elften Jahrhundert im Kalifat von Córdoba ein goldenes Zeitalter erlebte: Ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte, auf europäischem Boden, nördlich des Mittelmeers.

Gehört der Islam also doch zu Europa? Natürlich! Doch wie kommt es, dass das arabische Kulturerbe Europas einem fast schon institutionalisierten Vergessen anheimfiel? Wieso gilt die Vorstellung eines „muslimischen Europas“ nahezu als Sakrileg?

weiterlesen

Monika Walter: „Der verschwundene Islam?“ – Verleugnetes Kulturerbe

Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit
Monika Walter hat sich für ihre Analyse auch mit „Don Quixote“ von Miguel de Cervantes beschäftigt. Hier eine Erstausgabe von 1605. (imago/CTK Photo)
Während der knapp 800 Jahre dauernden arabischen Herrschaft in Spanien entstand ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte. Doch dieses arabische Kulturerbe verschwand aus der Geschichtsschreibung. Monika Walter geht den Spuren nach.

Von Tabea Grzeszyk | Deutschlandradio Kultur

„Unbehagliche Geschichte“ oder „Geschichte unter dem Teppich“ heißt es bei spanischen und französischen Forschern, wenn sie über die arabische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel schreiben. Knapp 800 Jahre überdauerte „Al-Andalus“, das von 711 bis 1492 existierte und im 10. Jahrhundert im Kalifat von Córdoba ein goldenes Zeitalter erlebte: Ein muslimisches Zentrum kultureller und wissenschaftlicher Blüte, auf europäischem Boden, nördlich des Mittelmeers.

Gehört der Islam also doch zu Europa? Natürlich! Doch wie kommt es, dass das arabische Kulturerbe Europas einem fast schon institutionalisierten Vergessen anheimfiel? Wieso gilt die Vorstellung eines „muslimischen Europas“ nahezu als Sakrileg?

500-Seiten-Analyse über Literaturgeschichte

Die Romanistin Monika Walter hat auf über 500 Seiten eine Analyse vorgelegt, die den arabischen Spuren innerhalb der spanischen und französischen Literaturgeschichte nachgeht.

So spürt sie etwa dem zum Christentum zwangskonvertierten Morisken Ricote aus Miguel de Cervantes „Don Quixote“ nach, der als fiktive Figur auf einen realhistorischen Hintergrund verweist: Der durch das Vertreibungsedikt von 1609 ausgewiesene und heimlich zurückgekehrte Araber betrauert den Verlust seiner Heimat, in der Juden, Christen und Muslime toleriert wurden.

weiterlesen

„Broken Arrow“: Die USA vermissen 17 Atombomben. Mindestens

Wasserstoffbomben vom Typ B28 gingen bei den Unfällen 1966 in Spanien und 1968 auf Grönland verloren Quelle: Wikimedia/US Air Force/Public Domain
Wasserstoffbomben vom Typ B28 gingen bei den Unfällen 1966 in Spanien und 1968 auf Grönland verloren Quelle: Wikimedia/US Air Force/Public Domain
Die A-Bombe, die jetzt vor Kanada entdeckt wurde, ist kein Einzelfall. Allein für die USA werden 700 Zwischenfälle geschätzt. Wie viele Kernwaffen andere Mächte „verloren“ haben, weiß niemand.

Von Johann Althaus | DIE WELT

Wie ein vier Meter großer „aufgeschnittener Bagel“ soll das Objekt aussehen, das der kanadische Taucher Sean Smyrichinsky jetzt vor der Küste British Columbias entdeckt hat. Viel spricht dafür, dass es sich um den Rest einer seit 66 Jahren vermissten Atombombe vom damals neuesten Typ Mark 4 handelt.

Die Liste der Unfälle mit solchen Waffen ist lang. Allein die USA vermissen mindestens acht voll explosionsfähige Bomben. Außerdem weitere neun, die zwar nicht mit dem Spaltstoff Plutonium geladen waren, wohl aber andere radioaktive Substanzen enthielten – meist abgereichertes Uran. Für solche Zwischenfälle hat sich weltweit der Ausdruck „Broken Arrow“ eingebürgert. In den USA bezeichnet dieses Codewort einen Zwischenfall mit Nuklearwaffen gleich welcher Art.

Die angegebenen Zahlen variieren allerdings stark, denn es gibt sehr unterschiedliche Definitionen: Ist eine Kernwaffe ohne Plutonium, die also keine Kettenreaktion auslösen kann, überhaupt eine nukleare Waffe? Was ist mit Waffen, die – atomar geladen oder nicht – beim Absturz eines Flugzeugs nachweislich zerstört wurden? Werden radioaktive Ladungen, die ohne die aufwendige Technik zur Auslösung einer Kernspaltung verloren gingen, mitgezählt oder nicht?

weiterlesen

Der Kampf um die spanischen Kirchen

© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
Wem gehören die sakralen Bauten in Spanien? Das ist nur scheinbar eindeutig geregelt. So mancher fordert, die Kirchen an den Staat zurückzugeben.

Von Peter Odrich | Frankfurter Allgemeine

Wer Spaniens Städte zu Fuß durchstreift, ist häufig von der Vielzahl sakraler Bauten beeindruckt. Neben den großen, berühmten Kathedralen gibt es schier unzählige kleinere Kirchen und Kapellen, viele von hohem künstlerisch-architektonischen Wert. Über die Eigentumsverhältnisse all dieser Bauten denkt kaum ein ausländischer Besucher nach – wohl inzwischen aber mehr und mehr Spanier.

Auf der Iberischen Halbinsel gab es genauso wie in weiten Teilen des übrigen Europas ursprünglich keinerlei Grundbucheintragungen dieser Sakralbauten. Das erklärt sich daraus, dass Kathedralen, Klöster, Kirchen und andere kirchliche Bauten meist deutlich früher entstanden sind als die vergleichsweise moderne Einrichtung der Grundbücher. Als sich das Franco-Regime in Spanien etablierte, erhielt 1940 die katholische Kirche das Recht auf Eintragung ihrer Bauten in das weltliche Register. Voraussetzung war lediglich die Unterschrift des regional zuständigen Bischofs. Andere Dokumente waren überflüssig. Dieses Recht hat die katholische Kirche umfassend genutzt, ehe es im Jahre 2015 auf vielfältigen Druck der politischen Opposition im Parlament außer Kraft gesetzt wurde. In so mancher spanischen Stadt zählt das Grundbuch mehr als tausend kirchliche Immobilien.

weiterlesen

Muslimischer Schlepper warf Christen ins Meer

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Im spanischen Almeria steht derzeit ein muslimischer Kapitän eines Flüchtlingsbootes vor Gericht. Dieser hat 2014 Christen, darunter einen katholischen Priester, ins Meer werfen lassen, weil diese auf dem Schiff gebetet hatten.

kath.net

Im spanischen Almeria steht derzeit ein muslimischer Kapitän eines Flüchtlingsbootes vor Gericht. Dies berichtet die „Krone“ am Montag. Der Mann soll während der Fahrt über das Mittelmeer sechs Christen über Bord werfen lassen haben. Zuvor wurden die Gläubigen geschlagen und alle nach christlichen Symbolen wie Kreuze durchsucht. Das „Verbrechen“ der Christen: Diese hatten für besseres Wetter gebetet. Unter den Christen soll sich auch ein katholischer Pfarrer aus Nigeria befunden haben. Die sechs Männer sind im Mittelmeer ertrunken. Vier Überlebende der Schiffsfahrt haben jetzt gegen die Schlepper ausgesagt. „Sie glaubten, dass die Wellen höher würden, je mehr er betete.“ Der Vorfall hat sich bereits im Jahr 2014 ereignet. Auf der Fahrt starben übrigens weitere Migranten, darunter sieben Babys. Der spanische Staatsanwalt plädiert wegen religiös motivierten Mordes auf sechs Mal 15 Jahre Gefängnis.

Merkel: Deutschland hat Flüchtlingskrise lange verdrängt

Angela_Merkel1

Die Kanzlerin hat Fehler aus der Vergangenheit in der deutschen Flüchtlingspolitik eingeräumt.

evangelisch.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eingeräumt, dass Deutschland zu Beginn ihrer Kanzlerschaft nicht angemessen auf die weltweite Flüchtlingskrise reagiert hat. Schon 2004 und 2005 seien viele Flüchtlinge nach Europa gekommen, „und wir haben es Spanien und anderen an den Außengrenzen überlassen, damit umzugehen“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochsausgabe): „Und ja, auch wir haben uns damals gegen eine proportionale Verteilung der Flüchtlinge gewehrt.“

weiterlesen

Weltwüstentag: „20 Prozent Spaniens sind als Wüste anzusehen“

Wüste im südostspanischen Murcia. Bild: R. Streck
Jährlich gehen weltweit 12 Millionen Hektar Ackerland verloren. Jaime Martínez Valderrama über das Fortschreiten der Wüste in Spanien
 

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Die Desertifikation, wie die Wüstenbildung auch genannt wird, schreitet weltweit voran. Sie wurde 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen (UN) über Umwelt und Entwicklung, die auch als Erdgipfel oder Rio-Konferenz bezeichnet wird, neben der Klimaveränderung und dem Verlust von Artenvielfalt als große Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung benannt. Klimaforscher stellen längst fest, dass die Häufigkeit und die Intensität von Dürren mit dem Klimawandel einhergehen, die wiederum die Wüstenbildung verschärfen. Diese führte andererseits auch wieder zu einem weiteren starken Verlust an Biodiversität, womit sich die Effekte gegenseitig verstärken.

Nach UN-Angaben leiden schon heute 1,5 Milliarden Menschen an Bodenverschlechterung und Wüstenbildung. Schon jetzt sei mehr als die Hälfte des verfügbaren Ackerlands weltweit von moderater oder starker Degradation betroffen. Dadurch gingen jährlich 12 Millionen Hektar Ackerland verloren. Das sind etwa 32 Fußballfelder pro Minute und es handelt sich etwa um die gesamte Ackerfläche Deutschlands. Und die Tendenz ist steigend. Auf dieser Fläche könnten nach Schätzungen der UN etwa 20 Millionen Tonnen an Getreide angebaut werden.

weiterlesen

Wo droht der nächste Zika-Ausbruch?

Die Stechmücke Aedes aegypti gilt als der Hauptüberträger des Zika-Virus © CDC
Europa ist nicht gefeit: Japanische Forscher haben ermittelt, in welche Länder das Zika-Virus als nächstes eingeschleppt werden könnte. Darunter sind neben Tropengebieten auch Länder in Europa, darunter Portugal, Spanien, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. Ihr Risiko für eine Einschleppung noch vor Jahresende liegt bei immerhin 40 bis 70 Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin „PeerJ“ berichten.

scinexx

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Seit dem Ausbruch der Epidemie in Brasilien im Frühjahr 2015 wurden Fälle in 39 weiteren Ländern bekannt. Das Problem: Das Virus wird durch Stiche von Mücken der Gattung Aedes übertragen – und diese Insekten kommen in fast allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde vor. Sogar in Deutschland gibt es inzwischen eine kleine Population der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus.

weiterlesen

„Der Islam gehört zur europäischen Kultur, die Muslime nicht“

Hārūn ar-Raschīd, Miniatur in Tausendundeine Nacht. Bild: wikimedia.org/PD

Ohne die Vermittlung muslimischer Gelehrter wäre das Wissen der Antike nicht nach Europa gekommen. Dort entwickelte es sich weiter – während in der islamischen Welt Stillstand eintrat.

Von Christoph Arens | DIE WELT

Der Islam gehöre nicht zu Europa, behaupten die AfD und andere fremdenfeindliche Populisten. Dagegen argumentiert Michael Borgolte, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität und Autor mehrerer Studien über die Beziehungen zwischen lateinischer Christenheit, Islam und Judentum: Die okzidentale Wissenskultur, so sein Credo, ist ohne den Beitrag muslimischer Gelehrter nicht denkbar.

Frage: Für die AfD gehört der Islam nicht zu Deutschland. Wie sehen Sie das als Historiker?

Michael Borgolte: Auch viele andere Politiker argumentieren ja, dass zwar die Muslime zu Deutschland gehören, aber nicht der Islam. Ich finde diesen Streit ziemlich unerquicklich und wenig hilfreich. Aber aus der Sicht des Mittelalterhistorikers muss ich die Prioritäten umkehren und klar formulieren: Nicht die Muslime gehören zu Deutschland, aber der Islam gehört zu den Fundamenten europäischer und deutscher Kultur.

Frage: Wie kommen Sie zu dieser Aussage?

Borgolte: Einerseits lebt eine größere Anzahl von Muslimen erst seit der Anwerbung türkischer Gastarbeiter ab 1961 in Deutschland. Zwar gab es auch schon am Hof Karls des Großen im 9. Jahrhundert oder im 18. Jahrhundert in Preußen eine Handvoll muslimischer Diplomaten oder Kriegsgefangener, aber sie haben sicherlich nicht das Land geprägt.

weiterlesen

Die Terrorgefahr steigt? Nein!

Bild: RDF
Die Terroranschläge von Brüssel haben uns alle erschüttert – genau wie die Terroranschläge von Paris aus dem November 2015. Wenn Bomben in der Türkei, in Syrien oder dem Irak explodierten, ließ uns dies vermutlich kalt. Tatsächlich haben wir vermutlich kein besonders starkes Mitgefühl für die Opfer – sehr wohl aber Angst, dass wir selbst bei einer ähnlichen Attacke sterben können. Schließlich nimmt der Terrorismus doch immer weiter zu. – Falsch!

Von Lukas Mihr|Richard Dawkins-Foundation

Die Auswertung der Global Terrorism Database der University of Maryland zeigt, dass Westeuropa den Höhepunkt des Terrorismus schon lange überschritten hat. Die 70er und 80er Jahre waren weit blutiger als die Gegenwart. In der jüngeren Vergangenheit sind die Anschläge von Madrid 2004 und Paris 2015 deutlich zu erkennen, den Trend umkehren konnten sie jedoch nicht. Die Ereignisse von Brüssel hingegen gehen in der Statistik völlig unter.

War der Islam in den vergangenen Jahrzehnten etwa noch brutaler? Nein! Der europäische Terrorismus der 70er und 80er Jahre war genau das – europäisch. Etwa 3500 Tote gehen auf das Konto der katholischen IRA,  über 800 weitere Tote auf das Konto der baskischen ETA. Außerdem verübten linke und rechte Gruppierungen Anschläge in Europa. Palästinensische Terrorangriffe gab es ebenfalls – aber diese waren häufiger kommunistisch als islamisch motiviert.

Warum empfinden wir aber das genaue Gegenteil? Gefühlt war die Terrorgefahr nie so hoch wie jetzt. wir unterliegen alle einem bias, natürlich nehmen wir Dinge in der Gegenwart intensiver wahr als Ereignisse, die schon „lange her“ sind. Und genauso werden Terroranschläge in der heutigen Zeit medial sehr viel intensiver ausgewertet, als in den 70er Jahren.

weiterlesen

Rätsel der Sima-Frühmenschen gelöst?

So könnten die Sima-Menschen vor rund 430.000 Jahren ausgesehen haben. © Kennis & Kennis Madrid Scientific Films
Seltsame Mischung: Forscher haben erstmals das Erbgut der rätselhaften Sima-Frühmenschen entschlüsselt. Diese vor rund 430.000 Jahren in Spanien lebenden Homininen sind demnach wohl doch frühe Neandertaler, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten. Dies zwar zuvor angezweifelt worden, weil die Mitochondrien-DNA dieser Frühmenschen eine verblüffende Übereinstimmung mit den Denisova-Menschen Sibiriens aufweist.

scinexx

28 Frühmenschen-Skelette aus der Höhle Sima de los Huesos im Norden Spaniens geben schon länger Rätsel auf. Denn die rund 430.000 Jahren alten Fossilien ähneln in einigen Merkmalen den Neandertalern, in anderen Eigenschaften scheinen sie dagegen primitiver. Angesichts ihres Alters und des Fundorts lag es daher nahe, die Sima-Menschen als frühe Neandertaler oder deren Vorgänger einzustufen.

weiterlesen

Madrider Politikerin nach Nackt-Protest in Kapelle vor Gericht

Themenbild
Themenbild
Heftiger Streit um die Ausrichtung Spaniens zu den christlichen Werten und Traditionen.

kath.net

Wegen eines Nackt-Protests in einer Kapelle muss sich Rita Maestre, Sprecherin der linken Madrider Stadtregierung, am 18. Februar vor Gericht verantworten. Wie am Freitag bekannt wurde, stürmte sie 2011 während eines Gottesdienstes mit anderen Studenten die Kapelle der Madrider Complutense-Universität. Sie entblößten ihre Oberkörper, sangen Lieder mit kirchenfeindlichen Inhalten und protestieren gegen die Benutzung staatlicher Räumlichkeiten für religiöse Zwecke. «Es handelte sich um einen friedlichen Protest, mit dem wir an den laizistischen Charakter der Universität erinnern wollten», rechtfertigte die 27-jährige Maestre laut spanischen Medienberichten (Freitag) die Protestaktion.

weiterlesen

Immobilien-Irrsinn in Spanien: Kirche gehört jetzt der Kirche

Getty Images
Durch ein abstruses Gesetz konnte sich die katholische Kirche in Spanien eine der größten Sehenswürdigkeiten des Landes unter den Nagel reißen: die Mezquita-Kathedrale. Nun machen Bürger und Wissenschaftler aus aller Welt ihrer Empörung Luft.

Von Tino Brömme|SpON

Die Moschee und Kathedrale von Córdoba begeistert mit ihrer maurischen Architektur Jahr für Jahr Tausende Besucher, die ihren „Säulenwald“ und Orangengarten durchwandern. Muslimische Gebete allerdings finden hier schon seit 800 Jahren nicht mehr statt. Damals entriss die Reconquista den Arabern die iberische Halbinsel und die Moschee wurde zur katholischen Kirche geweiht.

In der Mitte des 20.396-Quadratmeter-Komplexes erhebt sich daher eine gotische Kathedrale, erbaut im 16. Jahrhundert, die zwischen den orientalischen Säulenbögen wie ein Fremdkörper wirkt. Doch die Jahrhunderte ältere arabische Vorgeschichte ist in den Informationsbroschüren, auf den Schautafeln oder der offiziellen Webseite kaum mehr als eine Randnotiz.

weiterlesen

Soziologe: Christen sind zu Weihnachten gelassener

Bild:FB
Bild:FB
Christen sind in der Advents- und Weihnachtszeit gelassener als Nichtgläubige. Das will der Soziologieprofessor Michael Mutz (Göttingen) in einer Studie nachgewiesen haben.

kath.net

Mutz: „Christen, vor allem jene, die sich selbst als sehr religiös einstufen, sind in der Vorweihnachtsphase positiver eingestellt und zufriedener mit ihrem Leben.“ Er führt dies darauf zurück, dass Christen weniger konsumorientiert handelten.
Nichtreligiöse Menschen hätten es dagegen schwer: Der Druck, Geschenke zu kaufen und gesellschaftliche Verpflichtungen zu erfüllen, führe zu einem hohen Stressfaktor. Hinzu kämen häufig finanzielle Sorgen. Der Glaube erweise sich dagegen als ein Schutzfaktor und stärke das emotionale Wohlbefinden. Für die Studie wertete Mutz Daten aus Belgien, Estland, Deutschland, Ungarn, Irland, die Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien aus.

Wehrmacht: Rente für spanische Nazi-Schergen

Etwa 1941: Hitler im Gespräch mit Franco (2.v.l.) Foto: imago/Leemage
Deutschland zahlt immer noch mehr als 100.000 Euro Rente pro Jahr an Wehrmacht-Kämpfer aus Spanien. Die sogenannte Blaue Division hatte in der Sowjetunion gegen die Rote Armee gekämpft. Die Linksfraktion kritisiert die Zahlungen scharf.

Von Steven Geyer|Frankfurter Rundschau

Deutschland gibt noch immer mehr als 100.000 Euro pro Jahr für ehemalige spanische Kämpfer aus, die im Zweiten Weltkrieg freiwillig die Wehrmacht unterstützten. Pro Jahr fließen an 41 Veteranen, acht Witwen und einen weiteren Hinterbliebenen in Spanien Rentenzahlungen in Höhe von insgesamt 8946 Euro monatlich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegt.

Bei den Veteranen handelt es sich um ehemalige Soldaten der sogenannten Blauen Division: Freiwillige aus Spanien, die von 1941 bis 1943 in der Sowjetunion aufseiten der Wehrmacht gegen die Rote Armee kämpften. Laut Linksfraktion gehörten dazu unter anderem viele junge Faschisten der spanischen Falange, die sich aus freien Stücken gemeldet hatten, um Nazideutschland im Kampf gegen die Kommunisten zu unterstützen.

weiterlesen

Sozialisten in Spanien wollen Kirche stärker besteuern

Bild: tilly
Bild: tilly

Sanchez‘ Plänen zufolge soll die Kirche künftig etwa Grundsteuern für Immobilien zahlen, die nicht Zwecken der Religionsausübung dienen.

kath.net

Spaniens Sozialisten wollen das Steuersystem für die katholische Kirche des Landes reformieren. Sollte der Spitzenkandidat der PSOE, Pedro Sanchez, die Parlamentswahlen im Dezember gewinnen, will er laut Bericht der Tageszeitung «El Pais» (Montag) die Kirche steuerlich stärker belasten.

Sanchez‘ Plänen zufolge soll die Kirche künftig etwa Grundsteuern für Immobilien zahlen, die nicht Zwecken der Religionsausübung dienen. Angestrebt werde «eine Selbstfinanzierung der religiösen Konfessionen» und eine «Überprüfung der Vereinbarungen mit dem Vatikan», zitiert die Zeitung aus dem Wahlprogramm des Parteivorsitzenden.

In Spanien entscheiden Steuerpflichtige Jahr für Jahr freiwillig mit ihrer Steuererklärung, ob ein 0,7-Prozent-Anteil ihrer Steuerschuld entweder der Kirche oder anderen sozialen oder kulturellen Zwecken zufließt. Die jährlichen Zuweisungen an die Kirche betragen derzeit jährlich rund 160 Millionen Euro.