Demokratie-Studie: Jeder Vierte schätzt die Diktatur

Sehnsucht nach dem starken Mann: Anhänger Francos demonstrieren am Todestag des ehemaligen spanischen Diktators in Madrid. Foto: rtr
Eine weltweite Studie zeigt, dass viele Menschen autoritäre Regierungsformen gar nicht so schlecht finden. Nur relativ wenige Menschen haben viel Vertrauen in ihre Regierung.

Von Damir Fas | Frankfurter Rundschau

Fast 42.000 Menschen in 38 Ländern hat das unabhängige US-Forschungszentrum Pew Research aus Washington in der ersten Jahreshälfte 2017 zu ihrer Einstellung zur Demokratie befragt. Zentrales Ergebnis der Erhebung: 78 Prozent stehen hinter dem Konzept der repräsentativen Demokratie wie der Deutschlands. Allerdings wollen auch 66 Prozent der Befragten mehr direkte Demokratie. Bemerkenswert ist, dass sich weltweit jeweils fast 25 Prozent der Befragten vorstellen können, einen starken Mann an der Staatsspitze zu haben, beziehungsweise vom Militär regiert zu werden.

Die höchsten Zustimmungswerte bekommt die repräsentative Demokratie in Europa, Nordamerika und Australien, in Ländern mit ökonomischer Stärke und einer langen demokratischen Tradition. An der Spitze steht Schweden, wo 52 Prozent der Befragten engagierte Anhänger der repräsentativen Demokratie sind. Deutschland kommt auf 48 Prozent. In Russland sind es dagegen der Studie zufolge nur sieben Prozent.

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Spanien liefert Doğan Akhanlı nicht an die Türkei aus

#tcot Der in der Türkei geborene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli bei einer Pressekonferenz in Madrid im August. (Foto: dpa)
  • Der türkischstämmige Schriftsteller Doğan Akhanlı aus Köln wird nicht von Spanien der türkischen Justiz übergeben.
  • Er durfte sich in Spanien, wohin er im Urlaub gereist war, frei bewegen, darf aber erst jetzt das Land wieder verlassen.
  • Sein Anwalt kritisiert trotzdem, dass Akhanlı überhaupt über Interpol gesucht und im Spanienurlaub festgenommen worden war.

Süddeutsche.de

Der türkischstämmige Schriftsteller Doğan Akhanlı aus Köln wird von Spanien nicht an die Türkei ausgeliefert. Das teilte das spanische Justizministerium am Freitag in Madrid mit.

Er war im August während eines Spanien-Urlaubs auf Betreiben der Türkei vorübergehend festgenommen worden. Akhanlı kam zwar wieder auf freien Fuß, muss sich aber weiter in Spanien aufhalten und einmal wöchentlich bei den Behörden melden. Sein Pass wurde eingezogen.

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Vor Referendum: Spaniens Armee verlegt Panzer nach Katalonien

Panzertransporter an einer Tankstelle in Katalonien – Twitter
Twitter-Bilder zeigen Schützenpanzer, die auf Tiefladern in die aufrührerische Region gebracht werden. Spaniens Streitkräfte sollen für eine Intervention in Katalonien im Falle eines Ja bei der Sezessionsabstimmung am 1. Oktober bereit sein.

Von Wolfgang Greber | Die Presse.com

Nur wenige Tage vor dem Referendum am 1. Oktober in der ostspanischen Region (eigentlich „Autonome Gemeinschaft“) Katalonien mehren sich die Signale, dass sich die Sicherheitsbehörden des Gesamtstaates im Fall eines „Ja“ zur Abspaltung auf eine handfeste Intervention in der reichsten Region Spaniens vorbereiten: Eine solche hat auch die Regierung bisher nicht ausgeschlossen, und das gilt auch für einen Militäreinsatz.

Wie auf sozialen Medien berichtet wird, wurde vor Tagen ein Konvoi mit einer ungenannten Anzahl von „Pizarro“-Kampfschützenpanzern auf Tiefladern gesichtet, der auf der Autobahn A2 in Katalonien nahe Lleida unterwegs war. Er fuhr von der Nachbarregion Aragón her kommend gen Osten ins Landesinnere, wo die A2 letztlich nach Barcelona führt. Die Pizarros sind im wesentlichen baugleich mit den „Ulan“-Kampfschützenpanzern des österreichischen Bundesheeres, haben als Hauptwaffen eine 30-Millimeter-Maschinenkanone und ein MG und befördern innen bis zu sieben Panzergrenadiere.

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Katalanen sind nicht allein, Druck auf Spanien wächst

Bild: R. Streck, heise.de/TP
Zehntausende Basken stellen sich mit Schottland hinter Katalonien, Dänemark fordert von Spanien eine „konstruktive Rolle“ und „Verhandlungen“ statt Repression

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Der Druck auf die spanische Regierung wird im spanischen Staat und auf internationaler Bühne immer größer, eine demokratische Lösung für seine Probleme mit Katalonien zu finden. Sehr deutlich wurde das am Samstag in Bilbao, wo zehntausende Basken sich hinter das Selbstbestimmungsrecht der Katalanen gestellt haben. Die Basken fordern ebenfalls, frei über die Unabhängigkeit entscheiden zu können. Noch hat der Protest hier keine riesigen Ausmaße wie in Katalonien erreicht, doch schon jetzt haben etwa 40.000 Menschen klar gemacht, dass sie nicht zulassen werden, dass Spanien mit antidemokratischen Mitteln und Repression versucht, das Problem zu beseitigen.

In Bilbao wurde von einem breiten Spektrum die „Demokratiephobie“ der Spanier angekreidet, die nicht nur von der rechten Volkspartei (PP) ausgeht, sondern von den Sozialdemokraten (PSOE) unterstützt wird. Es wird wieder der Slogan von der „Zweiparteiendiktatur“ einer „PPSOE“ ausgegraben, mit dem einst die Empörtenbewegung angetreten ist, das „Regime zu stürzen“. Die PSOE wird zunehmend auch von der linken Podemos (Wir können es) angegriffen. Deren Organisationssekretär Pablo Echenique fragt den PSOE-Chef Pedro Sánchez, ob er weiter den verdeckten „Ausnahmezustand“ unterstützt, womit er die Lage korrekt benennt.

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Kampf gegen Steuerflucht: Deutschland beklagt Blockade durch EU-Staaten

Konzerne wie Google nutzen Schlupflöcher, um in der EU Steuern zu sparen. Den Staaten entgehen Milliarden Euro. (Foto: REUTERS)
  • Deutschland wirft großen EU-Staaten vor, den Kampf gegen die Steuerflucht von Konzernen zu behindern.
  • In internen Protokollen kritisieren Beamte des Finanzministeriums insbesondere große Mitgliedsstaaten wie Spanien, Frankreich und Italien.

Von Lena Kampf | Süddeutsche.de

Die Blockadehaltung mehrerer Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Kampf gegen Steuerflucht hat im Bundesfinanzministerium für Unmut gesorgt. In internen Protokollen beklagen sich deutsche Beamte, dass insbesondere Spanien, Frankreich und Italien Schlupflöcher in der Unternehmensbesteuerung weiter offenhalten. Außerdem werde eine gemeinsame schwarze Liste von Steueroasen in Drittstaaten, die bis Ende des Jahres verabschiedet werden sollte, von Großbritannien blockiert.

In den Sitzungsprotokollen der europäischen Gruppe Verhaltenskodex, einem informellen Gremium des EU-Rats zur Bekämpfung unfairen Steuerwettbewerbs, bezeichnen die deutschen Vertreter das Verhalten im Hinblick auf den engen Zeitplan als „äußerst misslich“. Sie finden deutliche Worte: „Das Ausmaß der Beteiligung anderer Mitgliedstaaten an den Diskussionen zur Eindämmung schädlichen Steuerwettbewerbs hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.“ Die Protokolle, die auf Juni und Juli 2017 datiert sind, liegen der Süddeutschen ZeitungNDR und WDR vor.

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Spanische Justiz geht gegen Kataloniens Unabhängigkeitspläne vor

„Ja“-Befürworter auf Barcelonas Straßen. (Foto: AFP)
  • Das Regionalparlament in Barcelona hat ein Gesetz für ein Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober verabschiedet – gegen den ausdrücklichen Willen der Zentralregierung.
  • Diese geht nun mit juristischen Mitteln gegen die Unabhängigkeitsbefürworter vor.
  • Deeskalierend wirkt das wohl kaum: Eine Mehrheit der Katalanen will die Möglichkeit haben, über eine Abspaltung zumindest abzustimmen.

Süddeutsche.de

Der Konflikt zwischen Katalonien und Spanien schwelt schon lange. So klar in Richtung Eskalation wie jetzt ging es aber noch nie. Das Regionalparlament in Barcelona hat ein Gesetz für ein Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober verabschiedet – gegen den ausdrücklichen Willen der Zentralregierung. Aus Madrid kommt am Donnerstag prompt die Reaktion: Der Generalstaatsanwalt kündigte Anklage an gegen die Abgeordneten und die Mitglieder der Regionalregierung, die das Gesetz unterzeichneten. Sicherheitskräfte werden beauftragt, jedwede Vorbereitungen der katalanischen Regierung für die Volksabstimmung zu untersuchen.

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Die Türkei fordert Auslieferung eines schwedisch-türkischen Journalisten von Spanien

Bild: heise.de/TP
Der Auslieferungsantrag für den verhafteten Journalisten Hamza Yalçin wurde übermittelt, der anders als der türkisch-deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli nun seit einem Monat inhaftiert ist

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Dass sich Spanien zum Erfüllungsgehilfen der Türkei macht, hat das Land in diesem Sommer mit der Festsetzung von zwei Journalisten und Schriftstellern dokumentiert. Während es zum deutsch-türkischen Schriftsteller Dogan Akhanli, der kürzlich im südspanischen Granada festgenommen wurde, noch keine Neuigkeiten gibt, hat die Türkei nun aber den offiziellen Auslieferungsantrag für schwedisch-türkischen Journalisten Hamza Yalçin gestellt, der nun einen Monat im Gefängnis sitzt.

Sein Fall, dem von Akhanli sehr ähnlich, gestaltet sich aber im Umgang deutlich anders. Wurde Akhanli zum Glück nach seiner Festsetzung schnell wieder auf freien Fuß gesetzt, da sogar Bundeskanzlerin Merkel den Missbrauch von Interpol kritisiert hatte, sitzt ist der schwedisch-türkische Yalçin weiter in Barcelona in Haft. Er war auf der Durchreise nach London auf dem Flughafen in Barcelona verhaftet worden. Zuvor hatte er aber problemlos Italien und Griechenland passiert und wurde erst in Spanien auf Basis der Interpol-Fahndung verhaftet.

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Warum sichere Grenzen nötig sind

Flüchtlinge warten in der Nähe des geräumten „Dschungel von Calais“ an einer Essensausgabe.FOTO: REUTERS
Am Montag treffen sich europäische und afrikanische Staaten zum Migrationsgipfel. Deutschland muss zugeben, dass offene Grenzen und ein Recht auf Einreise und ein Asylverfahren aus der Zeit gefallen sind.

Von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Wer, wie ich, im Jahr 1990 den Fernsehfilm „Der Marsch“ gesehen hat, eine Gemeinschaftsproduktion europäischer Sendeanstalten unter der Federführung der BBC, der glaubt, Parallelen zu erkennen zu aktuellen Bildern von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer. Der Film war ein Schreckensszenario. Vor mir sehe ich noch die fiktiven Bilder des endlosen stummen Marsches zehntausender verzweifelter Afrikaner in traditionellen Gewändern, die sich, aus Äthiopien, Somalia und dem Tschad kommend, auf den Weg nach Gibraltar machten. Der Grund: eine ökologische Katastrophe, verursacht durch die Klimaerwärmung und eine fünfjährige Trockenperiode. Die gelieferten Hilfsgüter aus Europa kamen bei den Hilflosen nie an. Also schleppen sie sich mit letzter Kraft nach Europa in der Erwartung: „Wir kommen, da wir glauben, ihr lasst uns nicht sterben, wenn wir kommen.“ Als am Ende des Films Tausende von Booten nach Gibraltar übersetzen, erwarten sie Panzer und bewaffnete Soldaten.

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Türkisch-schwedischer Journalist bleibt in Spanien hinter Gittern

Der in Spanien auf Betreiben der Türkei festgenommene türkisch-schwedische Journalist Hamza Yalcin bleibt hinter Gittern. Ein Antrag der Anwälte des 59-Jährigen auf Freilassung gegen Kaution wurde am Donnerstag vom zuständigen Richter am Nationalen Gerichtshof in Madrid abgewiesen, wie Medien unter Berufung auf Justizkreise berichteten.

Neue Zürcher Zeitung

Wie der ebenfalls in Spanien auf Betreiben von Ankara festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli (60) muss Yalcin die Auslieferung an die Türkei befürchten. Beide Männer stehen dem Kurs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisch gegenüber.

Der in der Türkei geborene und 1984 nach Schweden ausgewanderte Yalcin war am 3. August während eines Spanien-Urlaubs aufgrund eines Interpol-Fahndungsaufrufs auf dem Flughafen in Barcelona festgenommen worden.

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Berlin will Auslieferung Akhanlis an Türkei verhindern

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Die Bundesregierung will die Auslieferung des Schriftstellers Dogan Akhanli durch Spanien an die Türkei verhindern.

Frankfurter Rundschau

Außenminister Sigmar Gabriel telefonierte mit seinem spanischen Kollegen Alfonso Dastis. Gabriel bat darum, Akhanli nicht auszuliefern und Deutschland in das Verfahren einzubeziehen. Akhanli ist Deutscher. Der türkischstämmige Schriftsteller war im Urlaub in Spanien auf Betreiben der Türkei festgenommen worden. Ihm wird unbestätigten Berichten zufolge die Mitgliedschaft in einer bewaffneten, terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Spanien droht größte Dürre seit Jahrzehnten

foto: afp Die Trockenheit belastet die Landwirtschaft. Die Regierung sagte 200 Millionen Euro Nothilfe zu.
Die extreme Trockenheit führte bereits zu massiven Ausfällen bei der Getreideernte. Doch das Schlimmste steht dem Land noch bevor, warnen Experten

Von Jan Marot | derStandard.at

Die heftigen Unwetter, die sich über Zentralspanien am Wochenende entluden, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Landesweit herrscht extreme Trockenheit. Klimaforscher wie Jorge Olcina von der Universität Alicante warnen vor einer „großen iberischen Dürrekatastrophe“, wie sie Spanien seit Dekaden nicht mehr erlebt habe. Er erinnert dabei an die Jahre 1981–1985 oder 1992–1995: „Die Prognosen für den Sommer sind nicht vielversprechend. Es ist ein Teufelskreis, der nun durch die hohe Verdunstung über die heißesten Monate beschleunigt wird.“

Nach dem heißesten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen 1965 markieren die Stauseen Spaniens einen besorgniserregenden Tiefststand. Sie hielten Mitte Juni bei 56 Prozent ihrer Kapazität, ein Fünftel unter dem Mittel seit 2007, Tendenz rapide sinkend – forciert durch die extreme, frühe Hitzewelle im Juni. Zugleich verbuchte die staatliche Wetterbehörde Aemet um 13 Prozent weniger Niederschläge im Frühjahr.

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Illegales Referendum geplant: Die Katalanen wollen gefragt werden

© DPA „Independencia“ forderten diese Demonstranten schon 2014.
Katalonien will illegal über die Abspaltung von Spanien abstimmen. Kompromisse sind nicht in Sicht. Zu Besuch in einer Region, die sich „Nation“ nennt.

Von Paul Ingendaay | Frankfurter Allgemeine

Die Wende zum Schlechteren, so erzählen es viele, kam im Jahr 2010. Wäre 2010 nicht gewesen, würde Katalonien jetzt nicht auf einen gewaltigen Konflikt zusteuern, der Scherben hinterlassen wird. Denn am kommenden 1. Oktober will die Regionalregierung in Barcelona ein nichtgenehmigtes Referendum über die katalanische Unabhängigkeit abhalten. Koste es, was es wolle.

Natürlich will die spanische Regierung das verhindern. Ein Referendum über eine einseitige Sezession wäre ein Verfassungsbruch. Was aber konkret passieren könnte, wenn sich ein Landesteil abspalten will und sich weder von Gerichtsurteilen noch von der Polizei davon abbringen lässt, will sich heute kaum jemand ausmalen. Die Nervosität entzündet sich an Kleinigkeiten. Wer ein Referendum abhalten will, braucht Wahlurnen.

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Staatsgeld für Kirche in Spanien: Illegale Klerusfinanzierung

Skyline von Getafe, 14 Kilometer südlich von Madrid Foto: wikimedia/Miguel303xm (CC3.0
Die Kirche hat in Spanien zahlreiche Privilegien. Doch staatliche Zuschüsse oder Steuerbefreiungen können illegale Beihilfe sein.

Von Reiner Wandler | taz.de

Steuerbefreiungen für die katholische Kirche können eine unzulässige staatliche Beihilfe sein. Das sei etwa dann der Fall, wenn damit eine wirtschaftliche Tätigkeit unterstützt wird. Dieses weitreichende Urteil hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag in Luxemburg (Rechtssache C-74/16) gefällt.

Die Katholiken hatten den Rechtsstreit selbst ausgelöst. Ein kirchlicher Orden in Getafe, nahe der Hauptstadt Madrid, hatte für den Ausbau der Aula seiner Schule 24.000 Euro an kommunalen Abgaben für die Baugenehmigung bezahlt. Da die Katholische Kirche in Spanien dank eines 1979 zwischen Madrid und dem Vatikan geschlossenen Vertrags von Steuern befreit ist, verlangte der Orden den Betrag zurück. Das zuständige Madrider Verwaltungsgericht hatte infolge des Verfahrens Luxemburg angerufen. Der EuGH sollte klären, ob der von der Kirche geforderte Steuererlass rechtmäßig sei. Das Verwaltungsgericht sah in einem Steuererlass eine Wettbewerbsverzerrung.

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EU-Studie: Deutliche Zeichen von Misstrauen gegenüber Muslimen

Eine Mehrheit der Befragten aus der Bevölkerung wäre für einen Stopp der Einwanderung aus mehrheitlich muslimischen Ländern. Bei den sogenannten Eliten sehen die Haltungen etwas anders aus

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Einwanderung, besonders aus muslimischen Ländern, ist ein neuralgischer Punkt für EU-Bürger. Das führt eine groß angelegte Studie des Think Tanks Chatham House noch einmal vor Augen. Der Ansatz der Studie bemüht sich darum, Unterschiede zwischen Haltungen der Elite und der „normalen Bevölkerung“ in zehn EU-Staaten herauszuarbeiten, in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Spanien, Griechenland, Italien, Polen, Ungarn und Österreich.

Manche Ergebnisse in der Studie sind keine große Überraschung, wenn zum Beispiel festgestellt wird, dass nur 34 Prozent der Bevölkerung das Gefühl haben, dass sie von der EU profitieren, währenddessen 71 Prozent der „Elite“ dieses Gefühl schon haben. Als Mitglieder der Eliten haben sich die Studienbetreiber Politiker, Journalisten, Vertreter der Wirtschafter und von NGOs ausgewählt, die sie Anfang des Jahres interviewten. Die Online-Befragung der „übrigen“ Bürger wurde Ende 2016 durchgeführt.

Die Einstellungen der Nicht-Eliten finden sich hier, die der Eliten hier. Die Ergebnisse werden jeweils auf 100 Seiten präsentiert. Das ist in der Gänze kaum zu erfassen. Es geht um die Glaubwürdigkeitskrise, eine Pro-EU-Stimmung, die auch in der Chatham-Studie festgestellt wird. Es geht um Fragen zur EU-Erweiterung, zum Beispiel die Türkei betreffend, um Solidarität und um Zukunftskonzepte, aber auch um das Themenfeld Migration, das bei der Bevölkerungsbefragung einen größeren Stellenwert hat.

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Katalanische Unabhängigkeit: Erste konkrete Schritte zum Referendum

(Bild: Der Sitz der Generalitat in Barcelona. Foto: Jan Harenburg / CC BY 3.0 )
Die spanische Staatsanwaltschaft arbeitet mit neuen Anklagen gegen eine Abstimmung. Man könne nicht einfach Befragungen durchführen

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Katalonien hat Spanien erneut angeboten, über das für September geplante Unabhängigkeitsreferendum zu verhandeln, und geht gleichzeitig vorbereitende Schritte. Der Präsident der Regionalregierung, Carles Puigdemont, hat erklärt, bald einen „letzten Versuch“ zu starten, um mit dem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy in einen Dialog zu treten.

Das wird am 22. Mai passieren, wenn er in der Hauptstadt Madrid mit anderen die katalanischen Vorstellungen für ein Referendum in Katalonien mit einer „Einladung für ein demokratisches Abkommen“ darlegt. Das Ziel ist, sich auf ein Vorgehen, Zeitplan und Frage zu einigen, damit auch die Katalanen über ihre Unabhängigkeit abstimmen können. Schließlich hatten sich auch die konservativen Briten mit den Schotten auf dieses demokratische Vorgehen geeinigt.

Puigdemont kündigte an, das werde er auch tun, selbst wenn der rechte Rajoy erneut jeden Dialog ablehne. Das ist nach allen Erfahrungen auch zu erwarten, schließlich haben die Ultrakonservativen in Spanien seit Jahren versucht, das Problem auszusitzen und über Repression zu beseitigen. Sie hatten nicht einmal mit den Christdemokraten in Katalonien über eine verbesserte Finanzierung der unterfinanzierten Region gesprochen, was denen letztlich keine andere Wahl ließ, als ebenfalls auf den fahrenden Zug in die Unabhängigkeit aufzusteigen.

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Münchner Imam in Spanien festgenommen

  • Die spanische Polizei hat den Imam Abu A. festgenommen, der auch einige Jahre in München gepredigt hat.
  • A. sagte stets, einen orthodoxen, aber friedlichen Islam zu vertreten. Er wolle zwischen den Kulturen vermitteln.
  • Erweisen sich die Vorwürfe als richtig, könnte das ein Trick gewesen sein, um Öffentlichkeit und Behörden zu täuschen.

Von Thomas Schmidt | Süddeutsche.de

Die Polizei in Spanien hat einen mutmaßlichen Unterstützer des sogenannten Islamischen Staats festgenommen, der auch in München gepredigt hat und hier in Untersuchungshaft saß. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um Abu A., ein Imam, der 2010 in den Medien als Münchner „Prügel-Prediger“ bekannt wurde. Angeblich hatte er seine dritte Ehefrau krankenhausreif geschlagen. Die Vorwürfe wurden jedoch fallengelassen, Abu A. kam frei. Nach außen hin präsentierte er sich offensiv als Prediger für den Frieden und Vermittler zwischen den Kulturen. Wenn die aktuellen Vorwürfe der spanischen Fahnder stimmen, war das nur Fassade, ein perfider Trick, um Öffentlichkeit und Behörden zu täuschen.

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Event Horizon Telescope: Erste Abbildung eines Schwarzen Lochs beginnt

Bild: NASA/public domain
Auch wenn es viele Darstellungen gibt, eine reale Abbildung eines Schwarzen Loches existiert bislang nicht. Nun beginnen Forscher mit einem ambitionierten Versuch: Abgebildet werden soll die direkte Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Von Martin Holland | heise online

Wissenschaftler wollen vom heutigen Dienstag an mit einem weltumspannenden Netzwerk von Teleskopen zehn Tage lang die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs machen. Das Netzwerk des Event Horizon Telescopes soll dazu bis zum 14. April wiederholt auf insgesamt sechs Schwarze Löcher gerichtet werden, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit. Teilnehmende Teleskope stehen am Südpol, in Chile, Spanien, Mexiko und den USA. Die Ergebnisse werden von zwei Supercomputern in Deutschland und in den USA zusammengerechnet.

Das Zentrum der Milchstraße

Primäres Ziel ist das rund 26.000 Lichtjahre entfernte, etwa 4,5 Millionen Sonnenmassen schwere Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie: Sagittarius A*. Das entstehende Bild soll die direkte Umgebung des sogenannten Ereignishorizonts zeigen, verschlingt das Schwarze Loch selbst doch alles – auch Licht. Einfallendes Material wird am Ereignishorizont („Event Horizon“) so stark beschleunigt, dass es intensive Strahlung abgibt. Die sollen die Radioteleskope empfangen. Bis das daraus rekonstruierte Bild veröffentlicht werden dürfte, werden aber Monate vergehen. Die Europäische Südsternwarte, die mit dem ALMA beteiligt ist, will das Projekt mit Blogeinträgen begleiten.

Radioaktivität: Beinaheunfall in Norwegen

Forschungsreaktor Halden. Bild: FinnWikiNo/ IFE/CC BY-SA-3.0
Die Ursache einer im Januar bekannt gewordenen radioaktiven Wolke über Europa scheint auf kein Interesse zu stoßen

Von Detlef zum Winkel | TELEPOLIS

Ende Januar wurde die Öffentlichkeit mit spärlichen Meldungen über eine radioaktive Wolke informiert. Sie enthalte Jod 131 in geringer Konzentration und verteile sich über ganz Europa, wie Strahlenmessungen in Finnland, dann in Frankreich, Spanien und schließlich auch in Deutschland gezeigt hätten.

Anmerkung Nr. 1: In Deutschland zuletzt.

Die Wolke sei ungefährlich, hieß es, und „mysteriös“, weil ihre Ursache unbekannt blieb. Immerhin schickte das US-Militär ein mit Messinstrumenten ausgestattetes Spezialflugzeug, um der Sache auf den Grund zu gehen. Verrieten die J131-Spuren vielleicht ein nukleares Experiment der Russen, möglicherweise sogar einen Atomtest?

Anmerkung Nr. 2: Die EU-Staaten unternahmen keine erkennbaren eigenen Anstrengungen, um die Ursache des Phänomens zu erkunden.

Am 3. März veröffentlichte die norwegische NGO Bellona einen Bericht über einen Störfall im Forschungsreaktor Halden nahe der Grenze zu Schweden. Er ereignete sich bereits am 24. Oktober 2016, wurde von einer Handvoll englischsprachiger Medien gemeldet und alsbald wieder vergessen.

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Sexpuppen-Bordell in Barcelona eröffnet

Neuheit in Europa: Während Bordellen mit Sexpuppen in Asien schon länger exisitieren, sind sie in Europa eine Neuheit. Foto: afp
Neuheit in Europa: Während Bordellen mit Sexpuppen in Asien schon länger exisitieren, sind sie in Europa eine Neuheit. Foto: afp
Eine Frage: Kommen Kunden? Aber die Frau am Telefon gibt keine Auskunft. In Barcelona hat vor zehn Tagen ein Bordell eröffnet, in dem auf die Besucher keine Frauen, sondern Puppen aus Silikon warten. In Japan gibt’s das schon länger, aber für Europa ist es eine Premiere.

Von Martin Dahms | Frankfurter Rundschau

Jetzt rufen dort ständig Journalisten an, aber die Frau am anderen Ende gibt keine Geheimnisse preis. Die Madrider Netzzeitung „El Español“ hat deswegen einen ihrer Mitarbeiter nach Barcelona geschickt, der sich als gewöhnlicher Kunde ausgab und hinterher eine Reportage über seine Erfahrungen schrieb.

Seine erste Erkenntnis: Ja, es kommen Kunden. Jedenfalls am Eröffnungswochenende. David López Frías, so heißt der Reporter, hatte sich ein Treffen mit der Puppe Aki gewünscht, aber Aki ist ausgebucht, ebenso wie Katy und Leiza. Nur Lily ist noch für eine Stunde zu haben. Als López Frías die angegebene Adresse in der Altstadt von Barcelona schon fast erreicht hat, bekommt er die Nachricht, dass Lily leider kaputt sei.

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Ärger um niederländisches „Abtreibungsschiff“

 Das niederländische
Das niederländische „Abtreibungsschiff“ werde von der Armee festgehalten, teilte die Gruppe „Women on Waves“ („Frauen auf Wellen“) mit. (Foto: AFP)
  • Ein niederländisches „Abtreibungsschiff“ ist nach Angaben von Aktivisten bei seiner Ankunft vor der Küste Guatemalas von der Marine festgesetzt worden.
  • Die Aktivisten wollen in den kommenden fünf Tagen an Bord kostenlose Abtreibungen bis zur zehnten Schwangerschaftswoche anbieten.
  • Die Organisation hat mit ihren „Abtreibungsschiffen“ in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufsehen und Proteste gesorgt.

Süddeutsche.de

Das „Abtreibungsschiff“ einer niederländischen Organisation ist nach Angaben von Aktivisten bei seiner Ankunft vor der Küste Guatemalas von der Marine festgesetzt worden. Die Gruppe „Women on Waves“ („Frauen auf Wellen“) teilte mit, das Schiff werde von der Armee festgehalten. Auf diese Weise würde der „rechtmäßige Protest gegen die staatlichen Beschränkungen des Rechts der guatemaltekischen Frauen auf sichere Abtreibung“ behindert.

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