Klimawandel wird für Städte besonders teuer

Durch den ubranen Wärmeinsel-Effekt heizen sich Städte überproportional stark auf – das wird auch zu wirtschaftlichen Einbußen führen. © dwart/ thinkstock
Heiße und teure Zukunft: Für die Städte wird der Klimawandel richtig teuer. Denn die überproportional starke Erwärmung der Ballungsräume verursacht für sie doppelt so hohe Kosten wie für ländlichere Regionen, wie Forscher ausgerechnet haben. Bis 2050 könnte dies bei den größten Städten weltweit zu Einkommenseinbußen um bis zu zehn Prozent führen – wenn nicht durch Anpassungsmaßnahmen gegengesteuert wird.

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Drückende Hitze selbst nachts – solche Bedingungen häufen sich im Sommer vor allem in den Städten. Denn Beton und Asphalt speichern die Sonnenwärme und machen Städte wärmer als das grüne Umland. Dieser urbane Wärmeinsel-Effekt kann bis zu zehn Grad ausmachen, wie Messungen zeigen. Im Winter können Ballungsräume dadurch sogar das Klima ganzer Kontinente beeinflussen.

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Beton als CO2-Schlucker

Beton, Mörtel und andere Zementprodukte nehmen im Laufe ihres Lebens CO2 aus der Luft auf - und das mehr als bisher gedacht. © Abroochizafer/ pixabay
Beton, Mörtel und andere Zementprodukte nehmen im Laufe ihres Lebens CO2 aus der Luft auf – und das mehr als bisher gedacht. © Abroochizafer/ pixabay
Überraschender Fund: In unseren Städten gibt es einen verborgenen Klimapuffer. Denn Beton, Mörtel und andere Zementprodukte nehmen bei ihrer chemischen Alterung mehr CO2 aus der Luft auf als bisher gedacht. Immerhin rund eine Milliarde Tonne CO2 pro Jahr schlucken Beton- und Zementbauten weltweit, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten. Damit nimmt Zement fast die Hälfte des bei seiner Herstellung freigesetzten CO2 im Laufe der Zeit wieder auf.

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Ob im Beton, als Mörtel oder Putz – Zement ist einer der wichtigsten Baustoffe der modernen Welt. Schon die Römer verdankten die Haltbarkeit und Stabilität ihrer Hafenanlagen und Bauwerke einem zementartigen Mörtel, dessen genaues Rezept erst vor kurzem entschlüsselt wurde. Heute ist vor allem Beton das Rohmaterial für Gebäude und Bauwerke aller Art.

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ZdK: Geld, Geld, Geld, Rendite—Gott hat Mehrwert!

Bild: tilly
Bild: tilly
Katholikentage bringen gastgebenden Städten nach Ansicht des Zentralkomitees der deutschen Katholiken einen großen finanziellen Gewinn.

Von Luise Poschmannevangelisch.de

„Wenn man etwas genauer hinschaut, erkennt man schnell, dass ihr Beitrag um ein Vielfaches – direkt oder indirekt – der Stadt wieder zugutekommt“, sagte Thomas Großmann, Leiter der Arbeitsgruppe „Katholikentage“ der katholischen Laienorganisation, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Für Mannheim, wo 2012 der Katholikentag stattfand, sei etwa „ein Rückfluss in die Stadt von 4,3 Millionen Euro errechnet worden“, sagte Großmann. Die finanzielle Beteiligung Mannheims habe bei 1,5 Millionen Euro gelegen, 80.000 Besucher waren zum Katholikentag an Rhein und Neckar geströmt.

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Karlheinz Deschner: Unsere tägliche Illusion gib uns heute!

Karlheinz Deschner 2006 in dem Filmporträt von Peter Kleinert und Marianne Tralau
Quelle: KAOS Film- und Video-Team

Am Sonntag nach Pfingsten feierte die evangelische und katholische Christenheit den Tag der Heiligen Dreifaltigkeit („Trinitatis“). Auf diesen Termin hat uns eine Mitarbeiterin des am 8. April nach langer Krankheit im Alter von 89 Jahren verstorbenen Kirchenkritikers Karlheinz Deschner hingewiesen (1). Sie schickte uns dazu diesen zu „Trinitatis“ passenden satirischen Text, den Deschner am 13. Juni 1993 anlässlich der Verleihung des von Walter Steinmetz gestifteten Alternativen Büchnerpreises an ihn vortragen ließ. Man findet ihn in dem 2013 erschienenen spannenden Beiheft zum 2013 bei Rowohlt erschienenen 10. Band seiner „Kriminalgeschichte des Christentums“. Er ist einer der zentralen Texte des Autors, die nicht die kriminelle Geschichte der Kirche beleuchten, sondern deren zutiefst fragwürdige Glaubens-Grundlagen.Die Redaktion NRhZ

Es war einmal ein alter Herr. Der lebte, mit vielen, vielen Jahren auf dem Buckel, lange ganz allein. Er lebt, schwer vorstellbar, doch finden wir uns damit ab, schon ewig, ohne Anfang, ohne Ende, im Vollgefühl der Allmacht, seines Wissens, seiner Güte.
Doch plötzlich hat er, gottweißwarum, das dauernde Alleinsein satt, die wenn auch noch so souveräne Solitüde, das Dolcefarniente tagaus, tagein, das ja auch unsereinem nicht bekommt. Ja, nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. Oder wie Georg Büchner den Leonce sagen läßt: „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Offenbar mußte sich die Omnipotcnz endlich betätigen, bestätigen. Brauchen doch auch wir immer wieder ein kleines Erfolgserlebnis. Und er hatte es nie!
Und seine grenzenlose Güte? Wohin damit? Und wollte er nicht auch verehrt, ein wenig angebetet sein, verherrlicht? War nicht, wer weiß, ein bißchen Eitelkeit im Spiel? Ein wenig Rachsucht gar, ein Zorn, hochheilig, sicher, der freilich einmal raus, der einfach sich entfalten, entladen mußte? Wie seine grenzenlose Güte? Beides zusammen, liebevoller Vater und Folterknecht in perpetueller Kooperation ?
Aber Hölle und Himmel beweisen es. Beide gleich vis-à-vis, damit man von diesem – Herrgott, wofür ist man Engel!, wofür singt man Halleluja! – ganz bequem in jene gucken und sich in all dem Teufelselend gehörig auch ergötzen kann, durch alle Ewigkeit, wie höchste Kirchenleuchten lehren. Alles schwer vorstellbar für unsern schwachen menschlichen Verstand. Aber es ist so. Die nackte Realität, Kurz und gut, so haut er eines Tages auf die Pauke, – haut — warum erst jetzt? Warum nicht früher schon? Nicht später? Warum, warum! In seiner Weisheit wußte er warum, ja, jetzt, jetzt wollte er, nach langer Lethargie ein ungeheurer Tatendrang, und haut, in schöpferischer Schaffenslust, das Universum kühn heraus; ob gleich komplett, ob erst im Ei, ob mit großem Knall, ob ohne, das alles, gott, ist eitles Klügeln, Spintisieren, vage Wissenschaft von Menschenköpfen, heute so und morgen so. Was zählt, sind Fakten. Und Faktum ist: alles war bestens geraten. Authentisch bezeugt. Und bloß Fieslinge, Mieslinge, zehnmal scheiterhaufenreife Kerle, denen nichts wunderbar, nichts heilig ist, selbst das Heiligste nicht, können da leugnen. Denn war der alte Herr allmächtig, konnte er alles. War er allgütig, wurde auch alles gut – ein sonnenklarer Fall.

Neues Beichtmobil rollt auf Deutschlands Straßen

dpa / Inga Kjer
Dieser Beichtstuhl ist ein Autositz: Seit fast zehn Jahren ist Pater Hermann-Josef Hubka mit dem Beichtmobil auf Deutschlands Straßen unterwegs und hört Gläubigen und Ratsuchenden zu. Jetzt hat er ein neues Fahrzeug. Am Dienstag weihte der 55 Jahre alte Geistliche in München das moderne Beichtmobil – ein VW-Bus mit ausstellbarem Dach – ein. Halter ist das Hilfswerk „Kirche in Not“.

FOCUS ONLINE

Auf Anfrage von Pfarreien und Organisationen fährt Hubka mit dem Beichtmobil in Städte und Gemeinden und bietet Passanten Gelegenheit zum spontanen Gespräch. Damit erreiche er vor allem Menschen, die schon seit 20 oder 30 Jahren nicht mehr in der Kirche beichten waren, aber über ihre Sorgen sprechen wollten, sagte Hubka.

In der Armut beten – HILFT

Für die Erlösung des Unglücks in der Armut beten. Bild: Jens Wenk/hkw

Spiritualität, Selbstorganisation und Erlösung: Das Projekt „Urban Prayers“ widmet sich religiösen Bewegungen in den Städten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

von Ulrich Gutmair taz

Auf der Schnellstraße von Lagos nach Ibadan kommt es vermehrt zu Verkehrsunfällen. Evangelikale Kirchen haben entlang der Route religiöse Zentren errichtet. Sie ziehen in Massen Menschen an, die gerettet und geheilt werden wollen. Der größte dieser sakralen Orte ist das Redemption Camp der Redeemed Christian Church of God. Sein Auditorium umfasst zwei Quadratkilometer Grundfläche.

Das Camp selbst ist zu einer Stadt angewachsen, die sich als gottgefälliger Gegenentwurf zum 20-Millionen-Einwohner-Moloch Lagos versteht, in dem Korruption, Armut, Rechtlosigkeit und Gewalt, kurz apokalyptische Zustände herrschen, wie Asonzeh Ukah in seinem Beitrag in „Urban Prayers“ schreibt.

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Das vernarbte Gesicht der Erde

Los Angeles: Trotz breiter Straßen mit bis zu 15 Spuren, die in Kreuzungen über mehrere Stockwerke verlaufen, sind Staus Alltag in der Großstadt. | © eoVision/DigitalGlobe, 2011, distributed by e-GEOS

Es ist ein ästhetischer und gleichzeitig erschreckender Blick auf den Planeten Erde aus Höhen von bis zu 680 Kilometern. Die Motive aus dem Satellitenbildband Human Footprint( gerade erschienen im Verlag eoVision) verdeutlichen drastische Eingriffe in die Natur. Verursacher ist der Mensch, der Bodenschätze fördert, künstliche Inseln aufschüttet und gigantische Städte und Verkehrsnetze über den Planeten spannt. Die Aufnahmen aus dem Orbit sind Zeugnisse des menschlichen Handelns, das der Erde ein mittlerweile vernarbtes Gesicht verliehen hat.

ZEIT ONLINE – Umwelt