Die Sonne berühren

Die «Delta IV Heavy»-Rakete, die die Sonde ins All bringt, hebt in Cape Canaveral ab. (Bild: Bill Ingalls / Nasa via AP)
Werden wir künftig unser Universum besser verstehen? Dies erhofft sich die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa. Sie hat erstmals eine Sonde zur Sonnenatmosphäre gestartet.

Neue Zürcher Zeitung

Mit einen Tag Verspätung hat die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa erstmals eine Sonde gestartet, die in die Sonnenatmosphäre hineinfliegen soll. Die «Parker Solar Probe» hob am Sonntag an Bord einer «Delta IV Heavy»-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab.

Der zunächst für Samstag geplante Start war gestoppt worden, weil nach Angaben der Nasa eine Unregelmässigkeit während der letzten Minuten des Countdowns beobachtet worden war.

Mit Hilfe der Schwerkraft der Venus soll die Sonde Richtung Sonne fliegen und ihr im November erstmals nahe kommen. Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die «Parker Solar Probe» bei dem Projekt mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen als je ein Flugkörper zuvor, berichtete die Nasa.

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Astronautenveteran Bill Anders: „Musks Mars-Pläne sind lächerlich.“

(Bild: Screenshot/SpaceX)
Statt Autos zum Mars zu schießen solle die Raumfahrt sich lieber auf die Klimaforschung konzentrieren, erklärte der 84-jährige Weltraumpioneer der Apollo 8.

heise online

William „Bill“ Anders (84), früherer US-Astronaut, hält die Mars-Pläne des Tech-Unternehmers Elon Musk für „lächerlich“. „Ein Flug zum Mars ist schwieriger, als Musk oder die Nasa zugeben“, sagte Anders der Zeitung „Welt am Sonntag“. Das größte Problem bei langen Raumfahrten sei die Strahlung. „Auf der Reise zum Mars werden Sie gebraten“, sagte Anders, der 1968 mit der Mission Apollo 8 den Mond umrundet hatte. Aber auch die lange Zeit in der Schwerelosigkeit sei schwierig. „Die Menschen, die auf dem Mars landen, werden nicht laufen können.“ Ihre Muskeln seien zu geschwächt.

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Darpa will „einfache Pflanzen als Informationssammler der nächsten Generation“

Bild: Darpa
Die Forschungsbehörde des Pentagon stellt sich vor, dass Pflanzen mit Genome Editing Sensoren bzw. Detektoren eingebaut werden, die sich aus der Ferne ablesen lassen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die nach dem Sputnik-Schock geschaffene Forschungsbehörde des Pentagon, die Darpa, entwickelt und finanziert seitdem Programme, um die USA technisch an der Spitze der Entwicklung zu halten. Eine der ersten großen Projekte war die Erfindung des Arpanet, aus dem das Internet hervorging. Dazu werden auch verrückte oder exotische Ausschreibungen für technische Entwicklungen gemacht, die scheitern oder steckenbleiben und die auch nichts mit unmittelbaren militärischen Erfordernissen zu tun haben.

Eine der neuen Ideen, an der Spitze des technischen Fortschritts zu bleiben, ist das Projekt Advanced Plant Technologies (APT). Damit sollen Entwicklungen vorangebracht werden, wie sich Pflanzen in Überwachungsmittel verwandeln lassen können, um schnell und genau Informationen zu liefern. Gesucht werden „einfache Pflanzen als Informationssammler der nächsten Generation“.

Wie das genau gehen soll, ist nicht Inhalt der Ausschreibung, die nur vorgibt, was erreicht werden soll, nämlich die Herstellung von „robusten Sensoren in Pflanzen, die sich in ihrer Umgebung selbst erhalten und aus der Ferne mit vorhandener Hardware überwacht werden können“. Angedacht oder vorgeschlagen wird, natürliche Reiz-Reaktions-Mechanismen zu reprogrammieren, „um die Anwesenheit von bestimmten chemischen Substanzen, Krankheitskeimen, Strahlung und auch elektromagnetischen Signalen zu erkennen“, also etwa von Radiowellen oder Mikrowellen.

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Möglicher Standort für Basis: Kilometerlange Höhle auf dem Mond gefunden

(Bild: JAXA)
Japanische Forscher haben dank einer inzwischen zerstörten Sonde eine bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. In solch einer Höhle könnten Astronauten eine geschützte Basis errichten.

Von Martin Holland | heise.de

Die japanische Weltraumbehörde JAXA hat eine mutmaßlich bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. Wie die Forscher nun mitteilten, wären solche Höhlen von großem Wert nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für eine mögliche Kolonisierung des Mondes. Unter der Oberfläche des Mondes könnten nicht nur Gesteinsproben gefunden werden, die von äußeren Einflüssen relativ unberührt werden. Astronauten könnten dort eine Basis bauen, die vor Strahlung, Mikrometeoriten und den immensen Temperaturunterschieden geschützt wäre. Die Höhle liegt im Gebiet der sogenannten Marius-Hügel und wurde nun in Daten der Selene-Mission vom Bodenradar an Bord der Sonde Kaguya gefunden.

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Rätsel um leuchtenden Weltraum-Nebel

Taschenlampe in zehn Milliarden Lichtjahren Entfernung: der Gas-Nebel „Mammoth-1“. (Foto: Cai et al., Astrophysical Journal)
  • Forscher haben in zehn Milliarden Lichtjahren Entfernung einen leuchtenden Gas-Nebel entdeckt.
  • Das Objekt ist 15 Mal so groß wie die Milchstraße und leuchtet von innen heraus.
  • Woher die Energie für das sehr helle Leuchten stammt, ist unklar. Denkbar ist ein Galaxienkern als Ursprung der Strahlung.

Von Marlene Weiß | Süddeutsche.de

Astronomen haben in den Tiefen des Alls einen riesigen Gas-Nebel entdeckt, der von innen leuchtet – ohne über eine offensichtliche Energiequelle zu verfügen. Offenbar handelt es sich um einen sogenannten „Elan“, einen „enormen Lyman-Alpha-Nebel“. Solche Gasnebel sind helle Teile des kosmischen Materie-Netzes, welches das All durchzieht. Erst 2014 wurde erstmals ein solcher Elan entdeckt, das Fachmagazin Physics World nahm das später in die Liste der zehn „Durchbrüche des Jahres“ auf.

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Forscher entwickeln künstliche „zweite Haut“

Eine durchsichtige „zweite Haut“ könnte künftig die Folgen von Hautalterung mildern © Melanie Gonick/ MIT
Eine Schicht Jugend: Forscher haben ein Material entwickelt, das vorübergehend eine zweite Haut bildet. Das durchsichtige Polymer verhält sich ähnlich wie natürliche junge Haut und könnte künftig die Folgen von Hautalterung mildern. Die künstliche Schicht glättet unter anderem Falten und schützt die Haut – sie könnte womöglich aber auch medizinische Funktionen übernehmen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Materials“.

scinexx

Tiefe Falten und schlaffes Gewebe: Wenn Haut altert, wird sie weicher und weniger elastisch. Neben den ästhetischen Aspekten, beeinträchtigen die Folgen der Alterung oder von Schäden vor allem die Schutzfunktionen der Haut gegenüber extremen Temperaturen, Giftstoffen, Mikroorganismen, Strahlung und Verletzungen. Schon lange versuchen Forscher deshalb, Schutzbeschichtungen zu entwickeln, die die Funktionen der gesunden Haut wiederherstellen oder verbessern können.

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Würmer im Weltall

Foto von G. Borgonie/Universität Gent, Belgien
Auch wenn es ganz danach klingt, sind „Weltraumwürmer“ nicht die Stars eines neuen Monsterfilms. Stattdessen sind sie Schlüsselfiguren in der Erforschung der Zukunft der Personenraumfahrt. Die Fadenwürmer Caenorhabditis elegans sind mikroskopische Bewohner des Erdbodens.

Von Ryan Max|VICE.com

Jeder besteht aus etwa 1.000 Zellen und ist damit groß genug, um so manch anderes Wesen zu verzehren. Zu seinen weiteren Hobbys zählen Fortpflanzung (mit Partnern oder alleine) und lebhaftes Winden unter Mikroskopen. Wer sich fragt, inwiefern das für Genies aus 37 Billionen Zellen wie uns Menschen relevant ist, muss lediglich die Wurm-DNA begutachten. 1998 wurde C. elegans zum ersten mehrzelligen Organismus, dessen Erbgut komplett entschlüsselt war. Somit konnten seine 20.000 Gene (Menschen haben 21.000) in Versuchen verraten, wie Zellen auf Strahlung, geringe Schwerkraft und andere Eigenheiten des Weltraums reagieren.

Jüngst hat die NASA für eine Studie der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA einige Würmer auf die SpaceX-Missionen CRS-5 und CRS-6 geschickt. Forscher vermuten, die Fadenwürmer könnten epigenetische und andere biologische Veränderungen durchgemacht haben, die ganz wie bei menschlichen Raumfahrern die Muskel- und Knochenmasse reduzieren. Während der Reise ist „die nötige Bewegung, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, oft nicht möglich“, sagte Atsushi Higashitani, der leitende Forscher der Studie für die Universität Tohoku.

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Der schleichende Tod des Universums hat begonnen

Ohne neue Sterne sinkt die Energiefreisetzung im All immer weiter © NASA, ESA, and L. Bedin (STScI)
Die Zukunft des Universums ist düster – und das buchstäblich. Denn im Kosmos wird immer weniger Materie in Strahlung und damit in Energie umgewandelt, wie eine neue Galaxienkartierung bestätigt. Die kosmische Energieproduktion ist demnach heute nur noch halb so groß wie vor zwei Milliarden Jahren. Das Universum wird in allen Wellenbereichen immer dunkler. Damit kündigt sich schon jetzt der schleichend langsame Tod unseres Kosmos an.


scinexx

Die produktivste Zeit unseres Universums liegt schon hinter ihm – zumindest was die Energieproduktion angeht. Denn der Ursprung aller Energie in unserem Kosmos ist der Urknall, durch ihn entstanden alle Strahlung und Materiebausteine. Als dann die ersten Sterne entstanden, wurde es nicht nur hell, ihre Kernfusion sorgt seither auch dafür, dass bis heute ständig neue Energie aus Materie freigesetzt wird. Basis dafür ist Albert Einsteins weltberühmte Formel E=mc2.

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