WHO: Tansania hält Information zu Ebola zurück

Die Weltgesundheitsorganisation wirft Tansania vor, Informationen über Verdachtsfälle der tödlichen Ebola-Krankheit nicht weiterzugeben. Trotz mehrfacher Nachfragen hätten die Behörden des ostafrikanischen Landes keine weiterführenden Details zu den Fällen übermittelt, teilte die WHO in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Genf mit.

evangelisch.de

Bereits am 10. September habe die WHO inoffizielle Meldungen über einen möglichen Ebola-Todesfall in der Millionenmetropole Daressalam erhalten. Den Angaben nach seien die Menschen, mit denen die gestorbene Person vor ihrem Tod Kontakt hatte, isoliert worden. Laut inoffiziellen Meldungen könne es sich tatsächlich um einen Fall der hochansteckenden Krankheit gehandelt haben.

Später habe die WHO inoffizielle Informationen zu zwei weiteren Ebola-Verdachtsfällen in Tansania erhalten. Mitte September habe Tansania der WHO offiziell berichtet, dass in dem Land keine bestätigten Ebola-Fälle aufgetreten seien.

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Kardinal: Lieber verhungern als Homosexuelle akzeptieren

Bild: © katholisch.de

Im Gegensatz zu westlichen Staaten verweigern viele afrikanische Länder Homosexuellen die Akzeptanz. In Tansania wurde das zuletzt besonders deutlich: Dort würde ein Kardinal sogar lieber sterben.

katholisch.de

Kardinal Polycarp Pengo hat die Regierung Tansanias gebeten, keine Hilfsleistungen von westlichen Staaten anzunehmen, die ihre Unterstützung an die Akzeptanz von Homosexualität in dem afrikanischen Land knüpfen. „Es ist besser, an Hunger zu sterben, als Hilfe zu erhalten und zu Dingen gezwungen zu werden, die dem Wunsch Gottes widersprechen“, sagte der Erzbischof von Dar-es-Salaam laut der Newsplattform der Vereinigung der Bischofskonferenzen Ostafrikas (AMECEA). Pengo äußerte sich kürzlich während eines Gottesdiensts anlässlich des Erntedankfestes.

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Tansania will keine Entschädigung von Deutschland

Spuren der Kolonialherrschaft: Ein Gedenkstein für deutsche Soldaten auf einem Militärfriedhof in in Daressalam. Bild: dpa

Reparationen sind für das ehemalige Deutsch-Ostafrika kein Thema, erfährt Außenminister Maas auf seiner Afrikareise. In einer anderen ehemaligen deutschen Kolonie wird dagegen noch verhandelt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurz vor dem 100. Jahrestag des Endes der deutschen Kolonialherrschaft in Tansania sind Entschädigungsforderungen für die Regierung des ostafrikanischen Landes kein Thema. Außenminister Augustine Mahiga wies am Donnerstagabend nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas in Daressalam Reparationsforderungen einzelner Politiker und Gruppierungen in Tansania zurück. „Es ist kein Thema, das die Regierung aufgegriffen hat und wir denken, dass es andere Wege der gegenseitigen Unterstützung als die Forderung nach Entschädigung gibt“, sagte er.

Mahiga sah auch von der Forderung nach Rückgabe von afrikanischen Kunstobjekten aus deutschen Museen ab und wünschte sich stattdessen Hilfe bei archäologischen Projekten in Tansania. Über die Rückführung menschlicher Gebeine aus deutschen Sammlungen müsse man aber sprechen.

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Was Großwildjagd zum Naturschutz beitragen kann

foto: picturedesk / bill young / danita delimoent Oryxantilopen, Zebras und Giraffen tummeln sich im Etosha-Nationalpark, Namibia. Das Land ist Vorbild bei der nachhaltigen Jagd.

Forscher schlagen ein Zertifizierungssystem, das Geld für den Naturschutz bringen kann, für eine nachhaltige Jagd von Großwild vor

Von Juliette Irmer | derStandard.at

Der Löwe Cecil erlangte traurige Berühmtheit: Er wurde 2015 von einem US-amerikanischen Zahnarzt erschossen – obwohl er von Forschern mit einem Sendehalsband ausgestattet war und im Hwange-Nationalpark in Simbabwe lebte. Sein Tod löste weltweit massive Proteste und Debatten über die unethischen Praktiken der Trophäenjagd aus. Folglich verboten einige Länder, etwa Australien und die Niederlande, die Einfuhr von Trophäen wie Stoßzähnen, Haut und Kopf. Eine Maßnahme, die die Jagdindustrie empfindlich trifft, denn ein Trophäenjäger ohne Trophäe ist wie ein Fotograf ohne Fotos.

Etliche Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten, Pro Wildlife und auch der Nabu fordern auch für Deutschland und Österreich ein pauschales Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, denn Cecil sei kein Einzelfall und die Trophäenjagd ein grausames Relikt aus der Kolonialzeit. Doch die Weltnaturschutzunion IUCN und zahlreiche Wissenschafter – auch jene, die nun Cecils Nachkommen in Simbabwe beobachten – warnen davor, die Trophäenjagd grundsätzlich zu verdammen, und empfehlen, Einfuhrverbote gut abzuwägen: „Unter bestimmten Bedingungen kann die Trophäenjagd zum Naturschutz beitragen“, sagt auch Thomas Wanger, Agrarökologe an der Universität Göttingen.

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Tansanias Regierung droht Kirchen wegen politischer Predigten

Tansanias Regierung hat Geistliche davor gewarnt, sich politisch zu äußern. Kirchen, die sich in politische Debatte einmischten, habe das Innenministerium mit der Auflösung gedroht, berichtete die Zeitung „The Citizen“ am Freitag.

evangelisch.de

Religiöse Organisationen seien nicht zu politischen Aktivitäten befugt, hieß es demnach in der Ministeriumserklärung. Kritiker werfen der Regierung von Präsident John Magufuli vor, oppositionelle Stimmen immer stärker zu unterdrücken.

Staatssekretär Projest Rwegasira erklärte seine Besorgnis über Geistliche, die sich in ihren Predigten zunehmend politisch äußerten. Der Prediger einer Freikirche in der Wirtschaftsmetropole Daressalam hatte vor wenigen Tagen der Regierung vorgeworfen, das ostafrikanische Land in einen Ein-Parteien-Staat zu verwandeln.

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Wenn der Bischof einen auf Klima macht

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb

Das Jubeljahr der Lutheraner ist mir ein Rätsel. Besonders seine Lage im Kalender. Es startete ein knappes Jahr vor dem Ereignis, das eigentlich gefeiert werden soll mit dem Sonnengruß von Margot Käßmann zum Jahreswechsel 2016/17 an der Datumsgrenze. Die Zeit lief also gewissermaßen rückwärts und war nach den fulminanten Feierlichkeiten am 31.Oktober 2017 eigentlich schon wieder vorbei. 

Von Roger Letsch | Achgut.com

Das kann man bedauern, besonders deshalb, weil es in den zehn Monaten die das Jubeljahr dauerte, niemand fertig gebracht hat, eine zeitgenössische Interpretation des konstituierenden Aktes in die Wege zu leiten. Zum Beispiel indem man die 146 Artikel des Grundgesetzes an die Tür des Kanzleramtes nagelt. Doch in alter Luther-Manier wollte man es sich nicht mit den Fürsten verderben, die noch dazu großzügig die Steuerzahler des Sprengels Deutschland für die Festivitäten zur Kasse gebeten haben, um bei der Finanzierung der Gaudi mitzuhelfen.

Und wir bekommen ja auch was für’s Geld! Die Leser der „Neuen Presse“ Hannover zum Beispiel erhielten das evangelische Magazin „chrismon spezial“ als kostenlose Sonderbeilage zum Reformationstag. Aber was heißt schon kostenlos! Bereits eine ganzseitige Anzeige des ZDF auf Seite sieben sagt mir, dass neben dem Steuerzahler und dem Kirchensteuerzahler auch der Zahler des „Rundfunkbeitrags“ sein Scherflein beigetragen hat.

Doch lassen wir die finanzielle Haarspalterei, denn ich las das Heftchen nicht, um die Verwendung meiner Fernsehgebühren zu überprüfen, sondern weil es mir von jemandem, der im Unterschied zu mir sogar Kirchensteuer zahlt, mit den Worten „Lies das mal, ich bin kurz vor’m Platzen! Die woll’n mich wohl verarschen!“ in die Hand gedrückt wurde. Aufgeschlagen war die Seite mit dem Leitartikel und es lächelten mir der EKD Ratsvorsitzende Bischof Heinrich Bedford-Strohm, Studentin der Literaturwissenschaft Sofie Mörchen und Theologe Julian-Christopher Marx entgegen, die dem Blatt ein gemeinsames Interview mit dem Titel „Wir wollen Visionen, kein ewiges Hin und Her“ gaben.

Schon der Titel ist unglücklich gewählt, wollen doch gerade Studenten und junge Sozialwissenschaftler oft beides: Visionen und ewiges Hin und Her. Aber in dem Artikel ging es nicht um die Legalisierung von Cannabis oder freie Liebe. Um Glaube, evangelische Kirche, die Lebenswirklichkeit der Gemeindemitglieder, Kirchenaustritte, Luther, Reformation oder deren Jubiläum ging es aber auch nicht. Es ging, sie werden es kaum glauben, vor allem um den Klimawandel.

Sag mir, was gewesen sein wird

„Chrismon“ möchte gleich zu Anfang von den Interviewpartnern wissen, wie denn die Zukunft in 20 Jahren aussehen werde. Eine Frage, an der selbst Zukunftsforscher immer wieder so kläglich scheitern wie Meteorologen am Wetter der nächsten Woche. Doch Sofie Mörchen kennt die Antwort: „Es ist endlich etwas gegen die Klima­erwärmung passiert!“. Ich frage zurück: „Und, wird’s was genützt haben?“, aber da das Interview ja schon gedruckt ist, erhalte ich keine Antwort. Die kann ich jedoch ahnen und erfahre gleich zu Beginn, was Richtung und Zweck dieses mehrseitigen Interviews sein wird: Kirche ist Politik, Politik ist alles, alle müssen Partei ergreifen – Kirche ist Partei! Klimapartei.

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Knappheit entsteht in Afrika nicht nur durch Klimawandel

foto: reuters / radu sigheti Der Klimawandel in Afrika hat viele Gesichter. In Tansania und Kenia wird der fruchtbare Boden knapper.

Laut Klimarat sind die Afrikaner am meisten durch die Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Der Druck auf den Kontinent steigt auch durch Landgrabbing: Private sichern sich fruchtbaren Boden

Von Julia Schilly | derStandard.at

Der Urteilsspruch ist einmalig in Österreich, ging aber im Wahlkampfgetöse unter: Wie im September bekannt wurde, hat das Bundesverwaltungsgericht in Wien einem Somalier aufgrund von Klimagründen subsidiären Schutz gewährt. Eine langanhaltende Dürre habe im ostafrikanischen Staat eine humanitäre Katastrophe hervorgerufen, hieß es in der Begründung. Rund 6,2 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen. „Der Klimawandel darf niemals ein anerkannter Asylgrund werden“, reagierte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl via Aussendung.

Das Thema wird weltweit heftig diskutiert. Im Sinne der Genfer Flüchtlingskonventionen gibt es gar keine Klimaflüchtlinge. Kritiker fordern eine zeitgemäße Anpassung der 1951 festgesetzten juristischen Grundlagen. Gegner fürchten dadurch jedoch eine Massenfluchtbewegung. Denn ohne Ausnahme stiegen die globalen Durchschnittstemperaturen seit den 1980er-Jahren. Nach Einschätzungen des Weltklimarates ist Afrika der durch den Klimawandel am meisten bedrohte Kontinent. Das liegt vor allem an den Auswirkungen auf die Landwirtschaft, von der rund 70 Prozent aller Afrikaner leben. Laut Weltbank befinden sich 14 der 15 Länder mit dem höchsten Anteil der Landwirtschaft an ihrer Gesamtwirtschaftsleistung in Afrika.

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Evolutionstheorie: Urmenschen spalten Serbien

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Eine breite Initiative will den Ersatz von Darwins Lehre in Schulbüchern durch die biblische Schöpfungsgeschichte. Aufgeklärte Kritiker werden behördlich bedrängt.

Von Thomas Roser | Die Presse.com

Ausgerechnet eine oftmals als rückständig belächelte Weltregion kam dieser Tage überraschend in den Verdacht, sie, und nicht wie bisher angenommen Ostafrika, könnte die Wiege der Menschheit gewesen sein: Laut Wissenschaftlern der Universität Tübingen (Deutschland) deuteten Knochen- und Zahnfunde in Bulgarien und Nordgriechenland darauf hin, dass sich die Entwicklungslinien von Affe und Mensch auf dem Balkan getrennt hätten („Die Presse“ berichtete am 23. Mai). Man will durch die Funde eine neue Hominidenart, Graecopithecus freybergi, identifiziert haben, die vor 7,2 Millionen Jahre existiert haben soll. Das wäre sogar noch ein wenig früher, als es die herrschende Lehre für den Schauplatz Ostafrika (speziell Tansania, Äthiopien, Kenia) annimmt.

Die Forscher erwarten nach eigenen Angaben „heftige Reaktionen“, „viel Widerspruch“ und geben zu, dass die Indizienlage noch dünn sei. Und tatsächlich kommt Stolz über die neuen „Affenmenschen vom Balkan“ in der streitbaren Vielvölkerregion keineswegs bei allen Heutigen auf: Engagiert streitet nämlich in Serbien eine Initiative rechtsklerikaler Intellektueller gegen die Lehre der Evolutionstheorie in Schulbüchern.

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Soros-Stiftungen gegen Abtreibungsverbote – zuviel Vernunft für Katholen

Ein Strategiepapier der ‚Open Society’ Organisationen beschreibt die Ziele für die nächsten drei Jahre. Katholisch geprägte Länder wie Irland oder Polen spielen eine besondere Rolle.

kath.net

Die „Open Society“ Stiftungen des Milliardärs George Soros verfolgen offenbar die Strategie Abtreibungsverbote weltweit zu bekämpfen. Dies geht aus Dokumenten hervor, die auf der Internetseite DCLeaks.com veröffentlicht worden sind. DCLeaks.com behauptet, die Strategiepapiere würden von den Stiftungen stammen, die George Soros weltweit für die Verbreitung einer „offenen Gesellschaft“ eingerichtet hat.
Die Überwindung des Abtreibungsverbotes in der Republik Irland spielt in der Strategie anscheinend eine wichtige Rolle. Ein Erfolg der von Soros unterstützen Abtreibungsbefürworter in Irland „könnte Auswirkungen auf andere katholische Länder Europas wie etwa Polen haben, und den notwendigen Beweis liefern, dass Veränderungen auch in sehr konservativen Ländern möglich sind“, heißt es wörtlich in einem Dokument.

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Stoßzähne im Wert von 100 Millionen Dollar angezündet

© dpa Kenias Präsident Mwai Kibaki hat den ersten Haufen Stoßzähne im Tsavo West National Park in Brand gesetzt.

Kenia will ein Zeichen gegen Wilderei setzen und lässt dafür mehr als 100 Tonnen Elfenbein in Flammen aufgehen.

Von Claudia Bröll | Frankfurter Allgemeine

Im Nationalpark von Nairobi hat man sich am Samstag auf ein Riesenspektakel vorbereitet: ein Dutzend mehr als zwei Meter hohe Elfenbein-Türme wurden feierlich angezündet. Noch nie zuvor wurde so viel Elfenbein auf einmal vernichtet: 105 Tonnen Elefantenstoßzähne und 1,5 Tonnen Nashorn-Hörner hatten die Behörden sorgsam aufeinander schichten lassen.

Von der Ferne sahen die kegelförmigen Gebilde wie harmlose Strohballen aus. Doch die kenianische Regierung hat ein ernstes Anliegen: Sie will mit dem Feuerspektakel gegen den Handel mit Elfenbein protestieren und auf den Schutz der Elefanten aufmerksam machen. „Es wird mir eine Freude sein, mehr als 100 Tonnen Elfenbein in Brand zu setzen, und damit einen Beitrag zu leisten, um Wilderern und ihren Komplizen das Handwerk zu legen“, schrieb der Präsident Uhuru Kenyatta in der kenianischen Zeitung „The Star“. „Wenn wir nichts unternehmen, werden unsere Kinder die ersten Afrikaner in 10.000 Jahren sein, die ohne diese schönen Tiere aufwachsen“.

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Missionswerk missio fordert Ende der Mädchenbeschneidung

beschneidung

Das Internationale Katholische Missionswerk missio hat ein Ende der Genitalverstümmelung von Mädchen gefordert. Die Beschneidung verletze das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, erklärte missio-Präsident Klaus Krämer zum internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar. „Wir dürfen nicht nachlassen im Kampf gegen diese grausame Praxis.“

evangelisch.de

Gesetzliche Verbote reichten nicht aus, vielmehr müsse es eine Bewusstseinsänderung der Bevölkerung geben, betonte Krämer am Donnerstag. Er warb für Aufklärungsprogramme in den betroffenen rund 30 Staaten Afrikas und des Mittleren Ostens. Das Aachener Missionswerk hat den Angaben zufolge in den vergangenen drei Jahren solche Projekte in Kenia und Tansania mit 164.000 Euro gefördert.

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Tansania: Wilderer töten britischen Piloten, der sie im Helikopter verfolgte

Der Handel mit Elfenbein boomt: Die Elefantenpopulation in Afrika ist aufgrund von Wilderern stark zurückgegangen. © Picture Alliance

Zehntausende Elefanten werden jedes Jahr von Wilderern getötet, um an das wertvolle Elfenbein zu gelangen. Ein britischer Pilot wollte die illegale Jagd in Tansania verfolgen. Als die Wilderer ihn entdeckten, schossen sie auf ihn.
 

stern.de

Ein britischer Pilot ist beim Abschuss seines Hubschraubers durch Wilderer in Tansania getötet worden. Roger Gower habe am Freitag ein Tierreservat am Rande des Serengeti-Nationalparks überflogen, um die illegale Jagd auf Elefanten zu dokumentieren, teilte die US-Naturschutzorganisation Friedkin Conservation Fund mit. Die Wilderer hätten auf die Helikopter geschossen und den Piloten tödlich verwundet.

Wie der britische „Telegraph“ berichtete, schaffte es der Pilot noch, seinen Helikopter zu landen. Er sei jedoch gestorben, bevor Rettung eintraf. Gower unterstützte demnach lokale Ranger bei ihrer Suche nach Wilderern, nachdem ein toter Elefant gefunden worden war.

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Tansanier mit Albinismus: Verstümmelt, weil ihr Leiden magisch ist

Bild: patriciaguinevere.blogspot.de

In Tansania sind Menschen mit Albinismus Ziel von skrupellosen Medizinmännern. Die Weißen sollen gegen Aids helfen oder guten Fischfang garantieren. Deshalb werden sie verstümmelt und getötet – selbst Kinder bleiben nicht verschont.

Von Niels Kruse|stern.de

Was kostet ein Mensch? Wenn er weiß ist, weil ihm die Hautpigmente fehlen, er in Tansania lebt und in Einzelteile zerlegt wird: 75.000 Euro. So makaber es klingt, in Teilen Afrikas gelten Körperteile von Albinos als magisch: ihr Blut soll die Libido anregen, ihre Haare die Fischfangquote erhöhen, ihre zu Pulver zermahlenden Knochen gegen Aids schützen. Wer dort mit Albinismus auf die Welt kommt, lebt seit einiger Zeit gefährlich. 75 Betroffene wurden allein in Tansania in den vergangenen 15 Jahren ermordet – weil selbsternannte Heiler, Hexer und Medizinmänner mit ihnen oder besser mit Teilen von ihnen das große Geschäft machen wollen.

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„Der Klimawandel ist real“

Christiana Figueres. Bild: UNFCCC

Die Energie- und Klimawochenschau: Von unzureichenden Selbstverpflichtungen, diplomatischen Hoffnungen, einem Bündnis der besonders Gefährdeten und von costa-ricanischer Entwicklungshilfe

Von Wolfgang Pomrehn|TELEPOLIS

Noch vier Wochen bis zur diesjährigen UN-Klimakonferenz. Wird in Paris diesmal endlich ein internationaler Klimaschutzvertrag für die Zeit nach 2020 herauskommen? Und wenn ja, wie wird er aussehen? Umweltorganisationen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aus Frankreich und vielen anderen Ländern bereiten sich auf massive Proteste vor.

Und das ist wohl auch bitter nötig. Vergangene Woche stellte Christiana Figueres, die als Generalsekretärin des Sekretariats der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn die Verhandlungen leitet, die bisher eingegangen Selbstverpflichtungen der Staaten vor. Das Ergebnis war für jene, die auf Einsicht gehofft hatten, ernüchternd.

Die bisher abgegebenen Versprechen, so hatte bereits im Vorfeld die Internationale Energie-Agentur (IEA) ausgerechnet, reichen besten Falls, um die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,7 Grad Celsius zu begrenzen – wenn sie denn tatsächlich umgesetzt werden.

Figueres gab sich dennoch optimistisch. Die costa-ricanische Diplomatin, die sich seit zwei Jahrzehnten beruflich für Klimaschutz und erneuerbare Energieträger engagiert, hofft, dass die Selbstverpflichtungen in einen neuen Klimaschutzvertrag einfließen, der in Paris verabschiedet werden soll. Insbesondere setzt sie darauf, dass dieser Vertrag diesmal als ein offener, alle wichtigen Staaten einschließender Prozess angelegt, in dem dann im weiteren Verlauf nach und nach ehrgeizigere Klimaschutzziele verhandelt werden können.

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Rätsel um uralten „modernen“ Fingerknochen

Der Fingerknochen OH 86 von verschiedenen Seiten gesehen © M. Domínguez-Rodrigo

Besitzer unbekannt: Forscher haben in der Olduwai-Schlucht den ältesten „modernen“ Fingerknochen entdeckt. Das Verwirrende daran: Der 1,84 Millionen Jahre alte Knochen ähnelt verblüffend dem des Homo sapiens – aber diesen gab es damals noch nicht. Die zu dieser Zeit lebenden Vormenschen Australopithecus und Homo habilis wiederum hatten sehr viel primitivere Fingerknochen. Wem der uralte Knochen gehörte, bleibt daher vorerst ein Rätsel, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.


scinexx

Unsere Hand ist ein geniales Werkzeug: Sie kann kleinste Objekte präzise mit zwei Fingern greifen und gleichzeitig mit der Hand viel Kraft ausüben. Es liegt nahe anzunehmen, dass sich gerade die feine Koordination bei unseren Vorfahren entwickelte, als sie begannen, Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen. Doch wann die typische menschliche Hand entstand, ist bisher unklar.

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Tansania: 65.000 Elefanten abgeschlachtet – EU erlaubt Einfuhr von Stoßzähnen

elephantArtenschützer sprechen von einer „neuen Eskalationsstufe der Wilderei“: Die Zahl der Elefanten in Tansania wurde nach Informationen des SPIEGEL in nur fünf Jahren dramatisch dezimiert. Die Regierung verheimlicht die Zahlen.


SpON

Tierschützer berichten von einem Massaker an Elefanten in Tansania: In dem ostafrikanischen Land ist die Zahl der Dickhäuter seit 2009 um rund 65.000 Tiere gesunken – das entspricht 60 Prozent der Gesamtpopulation. Diese Daten gehen aus Erhebungen des Tanzania Wildlife Research Institute hervor, die dem SPIEGEL vorliegen und seit Monaten von der tansanischen Regierung unter Verschluss gehalten werden. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Sechsjährigem Albino-Buben in Tansania Hand abgehackt

Mütter aus Tansania mit Albino-Kindern © AFP

Körperteile werden für Zauberrituale verwendet


derStandard.at

Erneut ist im ostafrikanischen Tansania einem Albino-Kind die Hand abgehackt worden. Bei dem Opfer handle es sich um einen sechs Jahre alten Buben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der Bub und seine Mutter wurden den Angaben zufolge im Schlaf von den Angreifern überrascht.

Die Männer stürmten am Samstagabend in ihr Haus im Dorf Kipenda und verprügelten zuerst die Mutter, weil sie ihren Sohn nicht ausliefern wollte. Dann hackten sie dem Jungen mit einer Machete die rechte Hand ab. Mutter und Kind liegen nun im Krankenhaus.

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Geschichtsgarten Deutschland-Tansania: Das schwere Erbe der deutschen Kolonialzeit

Eine Frau fotografiert das Askari-Relief im Tanzania-Park in Hamburg, hier eine Aufnahme von 2003. (Ulrich Perrey, dpa picture-alliance)

In Hamburg soll Deutschlands koloniale Vergangenheit in Afrika aufgearbeitet werden, zusammen mit der tansanischen Partnerstadt Daressalam. Rund um den Park im Stadtteil Jenfeld gibt es eine Kontroverse – und auch in Tansania selbst blickt man recht unterschiedlich auf die Vergangenheit.


Von Michael Marek und Sven Weniger|Deutschlandfunk

Jenfeld, im Osten Hamburgs: Teile des Stadtviertels gelten als sozialer Brennpunkt. In einem kleinen Park stehen Ehrenmale und Skulpturen der deutschen Kolonialgeschichte, versteckt und unscheinbar unter hohen Bäumen. Das Eingangstor zum Gelände ist seit Jahren verschlossen, das Unkraut steht hoch. Hier will die Freie und Hansestadt die deutsche Kolonialzeit in Afrika kritisch aufarbeiten. Als erste Stadt in Deutschland überhaupt, so Enno Isermann, Pressesprecher der zuständigen Hamburger Kulturbehörde:

„Das gesamte Thema koloniale Aufarbeitung hat in keiner Weise bei uns in Deutschland und auch in Hamburg nicht eine richtige, fundierte Grundlage. Es gibt immer mal wieder Initiativen, die völlig zu Recht darauf hingewiesen haben: Wir müssen uns dieses Themas annehmen.“

Das ehemalige Deutsch-Ostafrika umfasste einst die heutigen Länder Burundi, Ruanda und Mosambik, vor allem aber Tansania. Hier standen zwischen 1885 und 1918 die sogenannten Schutztruppen des Kaisers, angeführt von Offizieren wie Hermann von Wissmann und Paul von Lettow-Vorbeck. Nach ihm wurde die Kaserne gleich neben dem Park benannt. Von ihr sind heute nur noch Reste übrig.

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Evangelischer Bischof: Botschaft der Bibel muss auch zu den Muslimen

Jacob Mameo, Bild: Augsburger Allgemeine

Evangelisch-Lutherischer Bischof aus Afrika kritisiert: Man dürfe die biblische Botschaft nicht verbiegen oder verschweigen. Sie müsse unverfälscht zu den Menschen gelangen – auch zu den Muslimen.

kath.net

Die Kirchen in Deutschland schrumpfen, weil es „an solider biblischer Lehre“ fehlt. Dieser Ansicht ist Bischof Jacob Mameo (Foto) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias. Sie wuchs in den vergangenen 50 Jahren von 500.000 auf 5,6 Millionen Mitglieder.

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Globalisierung christlicher Kulturkämpfe

Bild:nrhz.de

Amerikanische Evangelikale agitieren weltweit gegen Homosexualität

Neue Rheinische Zeitung

US-Evangelikale mit guten Kontakten nach Deutschland gehören zu den treibenden Kräften hinter der Entstehung des neuen ugandischen Anti-Homosexuellen-Gesetzes. Dies bestätigen Recherchen mehrerer Publizisten aus den USA und Sambia. Demnach wurden einflussreiche amerikanische Evangelikale, die sich seit Jahren um Einfluss in diversen Staaten Afrikas bemühen, bei der Arbeit an dem Gesetzestext zu Rate gezogen.

Sie hätten keinerlei Einwände geäußert, bekräftigt der ugandische Verfasser des Gesetzesentwurfs, der in ihren Netzwerken aktiv ist und sie über das Projekt auf dem Laufenden gehalten hat. Hintergrund der US-evangelikalen Bemühungen in zahlreichen Staaten Afrikas ist das Bestreben, den „Kulturkampf“ gegen die Gleichstellung verschiedenster Formen sexueller Orientierung im eigenen Land zu „globalisieren“, urteilt ein Kritiker aus der anglikanischen Kirche Sambias. Einer der maßgeblichen US-evangelikalen Unterstützer der ugandischen Anti-Homosexuellen-Aktivisten ist Autor eines christlichen Bestsellers, der in Deutschland binnen weniger Jahre eine Auflage von Hunderttausenden Exemplaren erreichte. Seine Kirche hat kürzlich eine Filiale in Berlin eröffnet.