Die Masern sind in Europa auf dem Vormarsch

Die Weltgesundheitsorganisation ist besorgt: Die Zahl der Masernerkrankungen steigt in Europa wieder an. Als Gegenmassnahme gelte es, die Impfrate in vielen Ländern zu erhöhen, sagen die WHO-Experten.

Neue Zürcher Zeitung

Die Zahl der Masernfälle in Europa hat in diesem Jahr deutlich zugenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählte in den ersten sechs Monaten bereits rund 90 000 Erkrankungen. Damit hätten sich die Fallzahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 verdoppelt, teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit. Ausserdem hätten vier Länder – Albanien, Tschechien, Griechenland und Grossbritannien – ihren Status als masernfrei verloren.

Insgesamt zählen 53 Länder zu dem von der WHO auf die Verbreitung von Masern und Röteln untersuchten Gebiet. Davon sei es in 48 Ländern zu Masernfällen gekommen. Besonders betroffen seien die Ukraine, Kasachstan, Georgien und Russland gewesen. Dort seien 78 Prozent aller Masernfälle des ersten Halbjahrs aufgetreten.

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Nach der Europawahl: «Die starke AfD in Ostdeutschland zeigt, wie gespalten das Land ist»

Der Politologe Hans Vorländer von der TU Dresden. (Bild: Jürgen Heinrich / Imago)

Von zwei Deutschlands, die nicht vergehen wollen, spricht der Dresdner Politologe Hans Vorländer. Nach der jüngsten Europawahl ist für ihn klar, dass die AfD ihre Wählerbasis verstetigt hat. Bis zu 30 Prozent der Bevölkerung in Ostdeutschland fühlten sich fremdbestimmt, sagt Vorländer im Gespräch mit der NZZ.

Christoph Eisenring | Neue Zürcher Zeitung

Fast jeder Fünfte war 2005 im ostdeutschen Bundesland Sachsen arbeitslos. Zuletzt waren es lediglich noch 5,5 Prozent – eine enorme Verbesserung. Und dennoch war bei der jüngsten Europawahl die nationalistische Alternative für Deutschland (AfD) in dem Bundesland vor der CDU die stärkste Partei. Schon bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 hatte die AfD die CDU knapp überflügelt. Allgemein erreichte die AfD im Osten rund 20%, in Westdeutschland blieb sie einstellig, mit Ausnahme Baden-Württembergs (genau 10%). Das erstaunt auf den ersten Blick, geht es den Ostdeutschen wirtschaftlich doch besser als den Bewohnern anderer ehemaliger Ostblockstaaten und auch im Vergleich mit der eigenen (DDR-)Vergangenheit. Doch die Referenzgrösse, mit der sich die Ostdeutschen vergleichen, sei Westdeutschland, sagt der Politologe Hans Vorländer von der TU Dresden im Gespräch. Bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf klafft hier immer noch eine Lücke von gut einem Fünftel. Dabei wird allerdings ausgeblendet, dass die Lebenshaltungskosten im Osten Deutschlands geringer sind, weshalb die reale Differenz kleiner ist.

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Für eine Mehrheit der EU-Bürger ist der Zerfall der EU in 10-20 Jahren wahrscheinlich

Bild: pxhere.com/CC0

Nach einer Umfrage hält es sogar ein Drittel für realistisch, dass ein Krieg zwischen EU-Staaten möglich ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Geht man nach einer Umfrage, die YouGov im Auftrag des European Council on Foreign Relations (ECFR) im März in 14 EU-Ländern hat durchführen lassen, ist die Stimmung nicht sonderlich gut. Eine Mehrheit der Menschen in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakischen Republik, Spanien, Schweden und Ungarn glaubt, dass es die EU in den nächsten 10-20 Jahren sowieso nicht mehr geben wird. Die Briten wurden leider nicht gefragt.

Die Slowaken sind am pessimistischen – oder am optimistischen? Zweidrittel gehen davon aus, dass die EU in 10-20 Jahren „realistisch“ gesehen zerfallen wird. Aber auch 58 Prozent der Franzosen und 57 Prozent der Rumänier, Polen und Italiener sind dieser Meinung. In Deutschland und Österreich vermutet dies jeweils die Hälfte. Nur in Schweden, Dänemark und Spanien sieht keine Mehrheit die EU am Zerfallen, aber auch hier sind diejenigen eine Minderheit, die das für unrealistisch halten.

Gefragt wurde auch nach der Stimmung der Menschen gegenüber der Zukunft. Am häufigsten genannt wurden: gestresst, ängstlich und optimistisch. Der Stress überwog bei den Italienern, Griechen und Ungarn, die Angst war bei den Franzosen, Slowaken und Tschechen am größten, in den anderen Ländern war Optimismus am stärksten. Den Dänen und Schweden geht es am besten, sie fühlen sich glücklich bzw. sicher. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es ihnen finanziell am besten zu gehen scheint. Fast die Hälfte sagt, sie hätten am Monatsende noch Geld übrig, im Durchschnitt ist es ein Drittel wie in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. In Polen, Frankreich und Rumänien sind es weniger als ein Viertel und noch weniger in Ungarn oder gar in Griechenland.

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Visegrad-Staaten erteilen Asyl-Sondergipfel eine Absage

Die Regierungschefs der Visegrad-Staaten haben sich mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz beraten. Hauptthema war die europäische Asylpolitik. Kurz betonte dabei die Wichtigkeit der geschützten Außengrenzen. Quelle: WELT

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bezeichnete das Treffen am Donnerstag als „inakzeptabel“. Die EU-Kommission hatte ein Gipfeltreffen zwischen den Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Staaten angekündigt.

DIE WELT

Die vier Visegrad-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien und Slowakei werden dem Asyl-Sondertreffen am kommenden Sonntag in Brüssel fernbleiben. „Wir fahren nicht“, sagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban am Donnerstag nach einem Gipfeltreffen der mitteleuropäischen Staatengruppe mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Das einzige Forum, das zu Entscheidungen in der Migrationsfrage befugt ist, ist der Europäische Rat (der Staats- und Regierungschef) und nicht die Europäische Kommission.“ Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bezeichnete das Treffen als „inakzeptabel“.

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Tschechien hat laut Präsident Zeman Nowitschok getestet

Behauptet, dass auch sein Land mit Nervengift experimentierte: Milos Zeman, Präsident der Tschechischen Republik Quelle: dpa

Hergestellt in kleinen Mengen, getestet und dann zerstört: Auch Tschechien hat offenbar mit dem Nervengift Nowitschok experimentiert, behauptet Präsident Milos Zeman. Allerdings hieß der Stoff anders.

DIE WELT

Überraschendes Eingeständnis aus Tschechien: Laut Präsident Milos Zeman hat das Land im vergangenen Jahr den Nervenkampfstoff Nowitschok produziert.

Es sei in kleiner Menge hergestellt, getestet und zerstört worden, teilte Zeman im Fernsehsender Barrandov mit. Er berief sich dabei auf einen Bericht des tschechischen Militärnachrichtendienstes.

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Dumm gelaufen: Russland kündigt den Nato-Luftransport auf

Antonov-124. Bild: Nasa

Vor allem die Bundeswehr bediente sich der Antonov-Maschinen sowjetischer Bauart, um vom Flughafen Leipzig/Halle gepanzerte Fahrzeuge, schweres Gerät und Versorgungsgüter zu transportierten

Dirk Eckert | TELEPOLIS

Die Bundeswehr hat schon wieder ein Problem. Wieder bei den Transportkapazitäten, aber diesmal geht es nicht darum, Waffen und Gerät an die neue Nato-Grenze in Osteuropa zu verlegen, sondern in weit entfernte Einsatzgebiete wie Afghanistan in Zentralasien oder Mali in Westafrika. Bislang wurden dafür Antonov-Maschinen sowjetischer Bauart benutzt, die vom Flughafen Leipzig/Halle starteten und gepanzerte Fahrzeuge, schweres Gerät und Versorgungsgüter transportierten.

Die Antonov-Machinen kommen aus der Ukraine und Russland und sind angemietet. Aber jetzt hat die russische Seite die Zusammenarbeit vertragsgemäß zum Jahresende aufgekündigt. Man darf wohl annehmen, dass die westlichen Sanktionen Russland nicht gerade ermutigt haben, weiterhin Logistikdienstleister für die Bundeswehr zu spielen. Die steht jetzt vor einem Problem und muss mit weniger Transportkapazitäten klarkommen.

Die russische Volga-Dnepr Airlines und die ukrainische Antonov Airlines stellen seit 2006 am Flughafen Leipzig/Halle Antonov-An-124-Flugzeuge für Nato-Länder bereit, wobei zwei Antonov-Maschinen ständig in Bereitschaft stehen. Die riesigen Flugzeuge können sogar gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber transportieren, wobei beim Be- und Entladen die Bugnase samt Cockpit hochgeklappt wird.

Die Zusammenarbeit läuft unter dem Namen SALIS (Strategic Airlift International Solution – Internationale Lösung für den strategischen Lufttransport). Der größte Nutzer ist Deutschland, aber auch Belgien, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Norwegen, Polen, die Slowakei und Slowenien nutzen SALIS.

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„Reporter ohne Grenzen“: Pressefreiheit in Europa zunehmend unter Druck

Das Wort Pressefreiheit ist in einem Ausschnitt des Artikels 5 des Grundgesetzes auf einer Glasscheiben am Außenhof des Jakob-Kaiser-Hauses zu sehen. Bild: dpa

Die Arbeit von Journalisten ist in Teilen Europas deutlich gefährlicher geworden. Deutschland rückt in der jüngsten Rangliste der Pressefreiheit nach vorne – dennoch gab es eine hohe Zahl an Übergriffen, Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Medienschaffende.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Pressefreiheit hat laut einer Studie in einigen europäischen Ländern 2017 die stärksten Rückschläge weltweit erlitten. Nach der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit 2018 von „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) gilt dies für Malta, Tschechien, der Slowakei und Serbien.

Am deutlichsten fiel Malta zurück: von Rang 18 auf Rang 65. Berichterstatter seien dort zunehmend dem Druck durch Politik, Wirtschaft und Justiz ausgesetzt. Das zeige exemplarisch der Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia im vergangenen Oktober.

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Party für Hitler: Neonazis wollen im ostsächsischen Ostritz den Diktator feiern

Der Besitzer des „Neisseblick“ öffnet sein Hotel (r.) und sein Grundstück für die Neonazis. Foto: dpa

Ostritz, der hübschen Kleinstadt direkt an der polnischen Grenze, steht ein hässliches Wochenende bevor: Rund 1000 Neonazis aus Deutschland, Tschechien und Polen wollen in dem ostsächsischen Ort drei Tage lang den Geburtstag Adolf Hitlers feiern.

Von Bernhard Honnigfort | Berliner Zeitung

Etliche Einwohner und Politiker sind entsetzt, es wird mit 1000 Gegendemonstranten gerechnet. Die sächsische Polizei plant einen der größten Einsätze seit zehn Jahren und holt Verstärkung aus anderen Bundesländern.

„Wir wollen und brauchen kein rechtsextremes Festival“

40 Bürgermeister aus der Gegend haben gegen das am 20. April beginnende Neonazi-Treffen protestiert. „Wir wollen und wir brauchen in der Oberlausitz kein rechtsextremes Festival! Nicht in Ostritz, nicht anderswo! Wer Menschenrechte in Frage stellt, Bezüge zu einem verbrecherischen System herstellt, wer Demokratie und Pluralismus bekämpft – der ist hier nicht willkommen“, heißt es in einer Erklärung.

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„Combat 18“ wieder in Hessen aktiv

Neonazis aus Nordhessen nehmen an einer konspirativer Schießübung in Tschechien teil. Außerdem ist die Gruppe „Combat 18“ wieder in Hessen aktiv.

Von Hanning Voigts | Frankfurter Rundschau

An einer Schießübung militanter deutscher Neonazis im vergangenen Herbst in Tschechien haben auch hessische Rechtsextreme teilgenommen. Außerdem ist die Gruppe „Combat 18“, die als bewaffneter Arm des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ gilt, momentan auch in Hessen aktiv. Das geht aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich (FDP) hervor.

Ende September waren im bayerischen Schirnding nahe der tschechischen Grenze zwölf deutsche Neonazis kontrolliert worden, die für das Wochenende nach Tschechien gefahren waren, um den Umgang mit Schusswaffen zu trainieren. Damals hatten die Ermittler Munition sichergestellt und Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz eingeleitet. Die zwölf kontrollierten Rechtsextremen sollen Bezüge zu „Combat 18“ haben.

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Zum Abschuss freigegeben

In großer Gefahr. Der Bauernverband möchte hierzulande 70 Prozent aller Wildschweine töten.Foto: dpa

Die Politik will massenhaft Wildschweine töten lassen, um die Schweinepest zu verhindern. Doch das ist gar nicht so leicht.

Von Heike Jahberg | DER TAGESSPIEGEL

Deutschland erklärt seinen Wildschweinen den Krieg. Um das Land vor der Afrikanischen Schweinepest zu schützen, macht der Staat mobil. Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett, die Schonzeiten für Wildschweine aufzuheben. Die Tiere dürfen nun ganzjährig gejagt werden. Nur Bachen mit Frischlingen bleiben verschont. Brandenburg will sich gar mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz anlegen und Jägern den Einsatz von Nachtsichtgeräten und künstlicher Beleuchtung erlauben. Und auch für den Ernstfall hat sich das Land vorbereitet: Saufänger – Fallen – sind bereits angeschafft, Container für Kadaver stehen bereit, und auch der Einsatz von Berufsjägern ist geplant.

Das Virus in der Nachbarschaft

Der Ernstfall ist das, was Bauern und Politiker am meisten fürchten: der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland. Noch ist es nicht so weit, aber das Virus, das ursprünglich aus Afrika kommt, rückt näher. In Polen und Tschechien hat es bereits Fälle gegeben, die Epidemie ist nur noch 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

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„Vergewaltigung der Zehn Gebote“ – ein Geschäft in Tschechien

Bild: Ekem/public domain

Eines der katholischsten Länder Europas (Polen) Europas grenzt an eines der religionsfreiesten (Tschechien) – mit Folgen

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

Die Folge: Eingriffe, die den polnischen weiblichen Unterleib betreffen und dem Klerus sowie einer traditionellen Gesellschaft nicht gefallen, finden im säkulären Nachbarland statt. Lange war Tschechien ein wichtiges Reiseziel vor allem für Polinnen mit ungewollter Schwangerschaft, mittlerweile hat man sich dort auch auf die nördlichen Nachbarn mit dem unerfüllten Kinderwunsch eingestellt. In den Kliniken wird Polnisch gesprochen, aber auch andere Sprachen: Das traditionell kirchenskeptische Land ist eine Art Anlaufstelle für die Befruchtung im Reagenzglas für viele Ausländer geworden. Die in den 1970er Jahren entwickelte Methode wird an der Moldau als Errungenschaft der Technik gepriesen, die In-Vitro-Kinder und ihre Eltern feiern sich selbst in Massenevents. Schon 60 Prozent der Frauen über 35 Jahren in Tschechien nutzen diese Methode der künstlichen Befruchtung.

Die tschechischen Kliniken wiederum halten jedoch bewusst keinen Kontakt zu polnischen Krankenhäusern, um ihre Patienten vor einem möglichen schlechten Ruf zu schützen. Vom rechtskatholischen Milieu werden solche Kinder teils als „Monster“ geschmäht. In Polen kostet zudem ein Versuch der Befruchtung im Reagenzglas mit rund 8000 bis 12.000 Zloty (2000 bis 3000 Euro) zu Buche, dies ist im Schnitt in Tschechien etwas billiger.

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Rasanter Anstieg der Afrikanischen Schweinepest

An der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verenden in Ländern östlich von Deutschland immer mehr Wild- und Hausschweine.

Frankfurter Rundschau

Im Jahr 2017 wurden in Polen, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und den drei baltischen Staaten insgesamt 4140 Fälle gemeldet, im Januar 2018 allein 759 Fälle. Diese Zahlen ließen darauf schließen, dass die Entwicklung nichts an Dynamik verloren habe, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter, der Deutschen Presse-Agentur. 2014 wurden in diesen sieben Staaten insgesamt nur 304 Fälle gemeldet.

Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub: EU-Kommissar setzt Deutschland eine kurze Frist

Bild: Alexander Blum / Mit freundlicher Genehmigung

Kommissar Vella droht mit Klage; deutsche Gerichte zweifeln am politischen Willen und mahnen Fahrverbote an; Kommentare befürchten eine Regierungskrise

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Bayerns Umweltministerin Scharf muss nicht ins Gefängnis, was auch niemand ernsthaft erwartet hatte.

Aber Scharf wurde von der Vorsitzenden Richterin des Verwaltungsgerichts in München auf eine Art gerüffelt, wie sie Politiker in dieser Klarheit nur selten zu erwarten haben. Die bayerische Regierung protestierte am heutigen Dienstag auch gegen die Formulierungen der Richterin.

Bei der Verhandlung ging es um Luftverschmutzung und Autoabgase und darum, wie es um den politischen Willen der bayerischen Regierung steht, mit wirksamen Maßnahmen für gute Luft zu sorgen.

Richterin Martina Scherl kanzelte das Konzept, das die Regierung nach einer Entscheidung des bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) bis Ende 2017 vorlegen sollte, ungewöhnlich deutlich als „substanzlos“ ab:

Ich glaube, Sie verkennen den Ernst der Lage. Mit diesem allgemeinen Blabla im Entwurf des Luftreinhalteplans genügen sie nicht den Vorgaben des Gerichts.

Martina Scherl, Vorsitzende Richterin

Scherl sprach von einer „halben Larifari-Seite“, einer „Alibiplanung“ und verhängte ein Zwangsgeld gegen die CSU-Regierung in München, weil sie trotz der Abgasbelastung in der Stadt und trotz der oben genannten Anordnung des Verwaltungsgerichtshofs noch immer keine „möglichen Fahrverbote vorbereitet“ habe.

Als Klägerin wird übrigens die Deutsche Umwelthilfe genannt. Das Schreckgespenst all derjenigen, die Fahrverbote fürchten. Die Umwelthilfe bleibt auf der harten Spur.

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Afrikanische Schweinepest: Die Bauern fürchten die nächste Seuche

Bedrohung. In Polen wurden infizierte Wildschweine entdeckt.Foto: Jan Woitas/dpa

Den Landwirten geht es wieder besser. Doch bald könnte die Afrikanische Schweinepest auf deutsche Höfe übergreifen.

Von Maris Hubschmid | DER TAGESSPIEGEL

Angst vor der Seuche: Deutschlands Bauern sorgen sich, dass die Afrikanische Schweinepest hierzulande ausbrechen könnte. Die Krankheit war in Europa zunächst in Georgien festgestellt worden, hat inzwischen aber auch die Nachbarländer Tschechien und Polen erreicht. „Das Thema beschäftigt uns sehr“, sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied am Dienstag in Berlin. Griffe die Pest auf Deutschland über, hätte das „desaströse Auswirkungen“.

Die Virusinfektion ist für den Menschen ungefährlich, verläuft bei Schweinen jedoch in der Regel tödlich. „Wenn nur ein erkranktes Wildschwein gefunden wird, werden wichtige Abnehmer im Ausland sofortigen Importstopp verhängen“, prognostiziert Rukwied. Der Erreger wird durch die Tiere selbst, aber auch über tierische Produkte oder Zecken übertragen. Impfschutz gibt es nicht. Bei einem erkrankten Schwein im Bestand müsste ein Halter vorsorglich sämtliche Tiere töten. Bauern sind angehalten, verstärkt auf Hygiene zu achten. Auch in den Umweltministerien seien bereits Expertengruppen gebildet worden, heißt es. Jäger könnten finanzielle Anreize erhalten, wenn sie verendete Wildschweine aufstöbern und untersuchen.

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Deutsche Neonazis nach Waffentraining in Tschechien aufgegriffen

  • Am Tag der Bundestagswahl griffen Beamte des GSG 9 eine Gruppe Neonazis auf, die von einem Waffentraining in Tschechien nach Deutschland zurückkehrte.
  • Der Vorfall deutet darauf hin, dass die Gruppe „Combat 18“ hierzulande aktiver ist, als bisher angenommen wurde.

Von Reiko Pinkert, Ronen Steinke | Süddeutsche.de

Die Beamten der GSG 9 warteten schon. Die Spezialeinheit, ausgebildet für Einsätze gegen Terroristen und Entführer, stand am Grenzübergang im bayerischen Schirnding bereit, als die zwölf Neonazis von einem zweitägigen Ausflug ins tschechische Cheb (Eger) zurückkehrten. Man erwartete sie, das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte ihren Ausflug genau verfolgt. Denn bei der Gruppe handelte sich um die deutsche Sektion des Netzwerks „Combat 18“. Sogar fast vollzählig, glauben die Behörden.

In Tschechien hatten die Neonazis nach Informationen von SZ und NDR ein zweitägiges Schießtraining absolviert; ein beunruhigendes Zeichen dafür, dass die Gruppe, um die es lange still geworden war, wieder aktiver wird. Combat 18 steht für „Kampftruppe Adolf Hitler“ – die 18 weist auf den ersten und achten Buchstaben des Alphabets hin. Von militanten Rechten 1992 in Großbritannien gegründet, verübten Mitglieder Anschläge auf politische Gegner, Migranten und Journalisten in ganz Europa.

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Orbán erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“

Viktor Orbán bei einer Gedenkfeier anlässlich des 61. Jahrestages der Ungarn-Aufstände gegen die Kommunisten. – REUTERS

Der ungarischer Ministerpräsident spricht in einer Rede vom „Spekulanten-Imperium“ EU und einem angeblichen Plan aus Europa einen „Mischkontinent“ zu machen.

Die Presse.com

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“ erklärt. Die EU und einige ihrer wichtigen Mitgliedsstaaten seien von einem nicht näher bezeichneten „Spekulanten-Imperium“ in Geiselhaft genommen worden, sagte Orbán am Montag in einer Rede in Budapest.

Die mysteriöse Finanzmacht habe Europa „die jüngste Völkerwanderung, die Millionen Migranten, die Invasion der neuen Einwanderer beschert“.

Selbstbestimmung lädt zur Diktatur ein

Am Wochenende skandierten Bürger, wie hier in Barcelona, den Appell „Lasst uns reden“, der sich sowohl an die Zentralregierung in Madrid als auch an die Katalanen richtet. (Foto: Chris McGrath/Getty Images)

  • Hinter den aktuellen separatistischen Strömungen stecken nicht nur ökonomische Motive, sondern auch eine neue Sehnsucht nach Homogenität.
  • Soziologen warnen jedoch vor einem „Europa der Regionen“.
  • Je kleiner und homogener eine Einheit ist, desto geringer wird ihre Verschiedenheitstoleranz.

Von Gustav Seibt | Süddeutsche.de

Nach dem katalanischen Referendum soll es in zwei Wochen ein lombardo-venezianisches geben, bei dem der Norden Italiens über seine Selbständigkeit abstimmt. Wie in Spanien sind die Gründe vorwiegend ökonomisch. Wirtschaftlich starke Regionen wollen nicht weiter für ärmere Teile des Landes zahlen, mit denen sie in Nationalstaaten zusammenleben.

In Italien ist das eine Dauerklage seit der Vereinigung des Landes im 19. Jahrhundert: Der prosperierende, fortschrittliche Norden schleppt einen zurückgebliebenen, korrupten Süden mit. Katalonien zahlt Milliarden an die spanische Zentrale, so wie Bayern im Bundesfinanzausgleich an die anderen Bundesländer. So weit, so nüchtern, so wenig schön. Über Geld könnte man ja verhandeln.

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EuGH-Urteil: Ungarn und Slowakei müssen Flüchtlinge aufnehmen

foto: ap Ungarische Beamte an der Grenze zu Serbien.

Von der EU beschlossene verbindliche Aufnahmequote ist laut Europäischem Gerichtshof rechtens

derStandard.at

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Klage von Ungarn und der Slowakei gegen die Umverteilung von Flüchtlingen zurückgewiesen. Eine entsprechende von der EU beschlossene verbindliche Aufnahmequote sei rechtens, teilte der EuGH am Mittwoch mit.

Nach Ansicht Ungarns und der Slowakei untergräbt die Verpflichtung zur Flüchtlingsaufnahme ihre staatliche Souveränität und gefährdet in Zeiten von Anschlägen die Sicherheit der Bürger. Dementsprechend nahmen die Staaten so gut wie keine Flüchtlinge auf.

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Nach Sieg-Heil-Rufen – deutliches Statement des DFB an die Nazis von Prag

Deutsche Zuschauer sorgen beim Länderspiel gegen Tschechien in Prag für einen Skandal. Nazi-Sprechchöre und Schmähgesänge gegen den DFB verärgern die Mannschaft, Fans und DFB-Führung. Präsident Reinhard Grindel stellt auf Facebook klar: „Wir sind nicht Eure Mannschaft“.

stern.de

Die DFB-Stars waren nach dem Spiel einer Meinung – Mats Hummels sprach es aus: „Das sind keine Fans“. Mehrere Spieler, unter anderem Julian Brandt, berichteten von „Gesängen mit nationalsozialistichem Hintergrund“. Das DFB-Team beschloss gemeinsam, alle Fans nach dem 2:1-Sieg gegen Tschechien zu ignorieren und sich nicht in der Fankurve für die Unterstützung zu bedanken. Der DFB hat nun ebenfalls darauf reagiert – und sowohl das Verhalten der Zuschauer verurteilt als auch die Spieler für ihre Reaktion gelobt.

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Immer mehr EU-Bürger verlassen Großbritannien

Ein Demonstrant wirbt gegen Zuwanderungsbeschränkungen. – APA/AFP/JUSTIN TALLIS

Nach dem Brexit-Votum ist die Zuwanderung 2016 um 84.000 Menschen gesunken. Auch die Wirtschaft spürt die Auswirkungen: Das BIP-Wachstum verlangsamt sich.

Die Presse.com

Weil viele EU-Bürger das Land verlassen haben, ist die Zuwanderung nach Großbritannien im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Die Zahl der Menschen, die in das Land einwanderten, fiel um 84.000 auf 248.000, wie die nationale Statistikbehörde ONS am Donnerstag in London mitteilte. Der Rückgang ging hauptsächlich darauf zurück, dass 43.000 Personen weniger aus EU-Staaten kamen und zugleich 31.000 mehr von ihnen Großbritannien verließen.

Rund zur Hälfte wurde der Rückgang von Bürgern der östlichen EU-Staaten Tschechien, Polen, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien und der Slowakei verursacht. Aus diesen Ländern kamen 25.000 Personen weniger, während 16.000 mehr auswanderten.

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