Sultan Süleyman I.: „Wie damals drängen die Muslime nach Europa“

Süleymān-şāh b. Selīm-şāh Ḫān muẓaffer dāʾimā. Bild: wikimedia.org/PD
Süleymān-şāh b. Selīm-şāh Ḫān muẓaffer dāʾimā. Bild: wikimedia.org/PD

450 Jahre nach dem Tod Süleymans I. sehen Historiker, wie Neo-Osmanismus Europa ins Visier nimmt. Speziell in Ungarn rufe die Flüchtlingskrise Erinnerungen an die Türkenkriege ins Bewusstsein.

Von Boris Kálnoky | DIE WELT

Als der osmanische Sultan Süleyman I. am 6. September 1566 in seinem Feldlager in Südungarn an der Ruhr starb, hatte die Besatzung der von ihm belagerten Festung Szigetvár noch zwei Tage zu leben. Ohne Nachschub und Hoffnung auf Entsatz unternahm ihr Kommandant, der ungarische Graf Nikola Šubić Zrinski, mit den wenigen Hundert Überlebenden seiner Truppe einen Ausfall. Am Ende schmückte sein Kopf die Spitze einer türkischen Lanze.

Es war der letzte Sieg des Sultans, der schon den Zeitgenossen als „der Prächtige“ erschienen war. In seiner langen Regierungszeit von 46 Jahren hatte er das Osmanische Reich in den Rang einer Weltmacht geführt, die von Ungarn bis in den Sudan, vom Maghreb bis nach Mesopotamien reichte. Grund genug für zahlreiche Historiker, zu Süleymans 450. Todestag zu einer Konferenz in Szigetvár zusammenzukommen und seine Herrschaft, ihre Erfolge, aber auch ihre Hypotheken einer umfassenden Revision zu unterziehen.

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Waffen diskret in Richtung Krisenregion liefern

SZ-Karte; Quelle: BIRN/OCCRP
  • Osteuropäische Staaten könnten die Fluchtbewegung aus Syrien befeuert haben, weil sie Waffen in den Nahen Osten geliefert haben.
  • Ein Recherchenetzwerk zeigt, dass die Länder entweder Restbestände aus vergangenen Konflikten oder sogar neues Kriegsgerät in die Region verkauft haben.
  • Den Dokumenten zufolge wussten die Exportstaaten, dass die Waffen in das Bürgerkriegsland Syrien gelangen könnten.

Von Moritz Baumstieger | Süddeutsche.de

Als die Flüchtlingszahlen in Europa Anfang August 2015 immer weiter stiegen, wandte sich Tschechiens Präsident Miloš Zeman in einem Interview direkt an die Ankömmlinge: „Niemand hat euch hierher eingeladen“, sagte er der Zeitung Blesk, dann fügte der für seinen Hang zu Alkohol und Populismus berüchtigte Politiker an: „Wenn ihr schon hier seid, müsst ihr unsere Regeln respektieren.“

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Mit Rute gezüchtigt: Zwei Jahre Haft für Lehrerin der „Zwölf Stämme“

Klosterimmern.
Klosterimmern.

Stottern, Schwätzen im Unterricht, Bettnässen: Aus nichtigen Anlässen prügelte eine Lehrerin in Bayern auf Kinder ein. Nun muss das Mitglied einer umstrittenen Glaubensgemeinschaft ins Gefängnis.

evangelisch.de

Eine Lehrerin der Sekte „Zwölf Stämme“ ist am Dienstag vom Landgericht Augsburg zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 56-Jährige mindestens vier Schüler und ihre eigene Enkelin über mehrere Jahre hinweg wiederholt mit einer Rute gezüchtigt hat. Sie habe sich damit der vorsätzlichen und gefährlichen Körperverletzung sowie der Misshandlung Schutzbefohlener schuldig gemacht.

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Islamgegner blockieren deutsch-tschechische Grenze

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB Die UN-Experten nennen keine Beispiele für den Rassismus, sondern sprechen nur von "bestimmten Parteien und Bewegungen".
Bild: pegida/FB, Screenshot:BB
Die UN-Experten nennen keine Beispiele für den Rassismus, sondern sprechen nur von „bestimmten Parteien und Bewegungen“.
Fremdenfeindliche Gruppen aus Deutschland und Tschechien haben gemeinsam Grenzübergänge blockiert. Als Grund nannten sie die geplante Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU.

DIE WELT

Islamgegner aus Tschechien und Deutschland haben am Samstag eigenmächtig den Verkehr an früheren Grenzübergängen zwischen beiden Ländern behindert.

An den Übergangen Cinovec-Altenberg und Kraslice-Klingenthal versammelten sich jeweils rund Hundert Anhänger des tschechischen „Blocks gegen den Islam“ und der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, wie örtliche Zeitungen berichteten.

Pegida-Initiator Lutz Bachmann stand in Zinnwald nahe Altenberg mit in der Menschenkette, berichtet die „Sächsische Zeitung„. Dort sei der Grenzübergang nur für etwa zehn Minuten gesperrt worden. Die Demonstranten riefen unter anderem: „Festung Europa. Macht die Grenzen dicht“.

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Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer

Rekonstruiertes Bernsteinzimmer. Bild: wikimedia.org/PD
Zwei Oberpfälzer meinen zu wissen, wo die seit 1945 verschwundene Kostbarkeit versteckt ist: in einem Schloss in Tschechien. Doch die Behörden dort weisen das brüsk als Hirngespinst zurück

Von Andreas Glas|Süddeutsche.de

Da liegt es, das Notenblatt. Es liegt vor ihnen auf dem Tisch, zwischen Ordnern, Kaffeetassen und Butterbrezen. Das Notenblatt ist das letzte Puzzleteil, da sind sich die zwei Männer sicher. „Zu 200 Prozent“, sagt der eine. „Es passt alles zusammen“, sagt der andere. Aber was nützt es, falls sie recht haben und nichts beweisen können? Sie können nichts beweisen, weil sie gegen Mauern rennen. Gegen Schlossmauern, gegen Behördenmauern. Gegen Mauern, hinter denen es versteckt sein soll: das Bernsteinzimmer.

Es ist früh am Morgen, Erich Stenz und Georg Mederer haben zum Treffen geladen, in ein Hotel in Neumarkt in der Oberpfalz. Was sie erzählen, klingt nach Spinnerei, dann nach Gänsehaut und irgendwann ist man selbst angefixt. Nur: Darf man ihnen glauben? Kann es wirklich sein, dass die Nazis all das Gold und die Edelsteine im Februar 1945 nach Nordböhmen verfrachtet haben? Dass die Nazis das Bernsteinzimmer vor der näher rückenden Sowjetarmee versteckt und im Keller eines alten Schlosses eingemauert haben? Es wäre eine Sensation, so ungeheuerlich, dass man nicht anders kann, als misstrauisch zu sein.

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Tschechien: Präsident Zeman fordert „Deportation“ von Wirtschaftsflüchtlingen

Bild: dpa
Der tschechische Präsident Milos Zeman hat die „Deportation“ von Wirtschaftsflüchtlingen und religiösen Fanatikern gefordert. „Die einzige Lösung“ der Flüchtlingskrise sei die Ausweisung von „ökonomischen Migranten und denen, die zu religiöser Gewalt, religiösem Hass, kurz gesagt zu Terroraktionen aufrufen“, sagte er am Freitag der Agentur CTK zufolge in Bratislava.

The Huffington Post

Zeman wiederholte seine Ansicht, islamische Migranten seien weder in die europäische Kultur integrierbar noch assimilierbar. Er warnte vor „Dschihadisten“ und „Schläferzellen“ unter den Flüchtlingen. Zeman hatte in den letzten Monaten wiederholt mit islamfeindlichen Äußerungen für Empörung gesorgt. Erst vor einer Woche hatten in Prag 1500 Menschen gegen den Islam demonstriert.

Sicherung der Grenzen wird zur Überlebensfrage der EU

Bei dem Treffen von mittelosteuropäischen Sozialdemokraten forderte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico eine stärkere Sicherung der Schengen-Außengrenzen. Dies werde in diesem Jahr zur „Überlebensfrage“ der Europäischen Union, sagte der Regierungschef.

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Pegida vernetzt sich mit Rechtsradikalen in Europa

Tatjana Festerling präsentiert in Roztoky den Titel des neuen „Time“-Magazins, das sich der Anti-Islam-Bewegung aus Dresden widmet – Foto: René Volvik/dpa
Von Front National bis Vlaams Belang: Die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung plant für den 6. Februar Aufmärsche – angeblich in 14 europäischen Ländern.

Von Matthias Meisner|DER TAGESSPIEGEL

Lutz Bachmann hatte sich fein gemacht für die Konferenz in Roztoky bei Prag. Im Sakko erschien der Pegida-Gründer, der sonst gern Parka trägt, am Wochenende gemeinsam mit Tatjana Festerling, der Frontfrau der fremdenfeindlichen Bewegung. Vor sich auf dem Tisch präsentierten beide stolz die neue Ausgabe des „Time“-Magazins, das Pegida die Titelstory widmet.

Ziel des Arbeitstreffens, an dem auch Vertreter von Anti-Islam-Bewegungen aus Österreich, den Niederlanden, Italien, Tschechien, der Slowakei, Polen, Bulgarien und Estland teilnahmen: die Koordination von Protesten „gegen die Islamisierung Europas“ am 6. Februar. Sie sollten, wie Festerling ankündigte, an diesem Tag in insgesamt 14 Ländern stattfinden. „Der Kampf gegen die Islamisierung Europas ist unser gemeinsames Ziel“, sagte die Pegida-Frontfrau.

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Zeman: Flüchtlingswelle von Muslimbrüdern organisiert

Der tschechische Präsident Milos Zeman / Bild: REUTERS
Tschechiens Präsident nennt die Flüchtlingsbewegung eine „Invasion“. Seine These stütze sich auf angebliche Aussagen arabischer Politiker.

Die Presse.com

Der tschechische Präsident Milos Zeman nannte die Flüchtlingsbewegung in einem Interview mit dem tschechischen Radio eine „Invasion“, die von der Muslimbruderschaft organisiert werde. Zwar sei die Muslimbruderschaft zu schwach, um Europa den Krieg zu erklären, doch „kann sie eine wachsende Flüchtlingswelle vorbereiten und allmählich die Kontrolle Europas erlangen“. Dies passiere bereits in einigen westeuropäischen Städten, wo sich die Polizei in der Nacht nicht mehr hinaus wage.

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Tschechiens Präsident schürt Angst vor Flüchtlingen

Foto: Getty Images Flagge mit durchgestrichener Moschee: Der tschechische Präsident Miloš Zeman spricht in Prag vor seinen Anhängern
Hass gegen Muslime im Internet und ein Präsident, der vor Anhängern des Anti-Islam-Blocks spricht – in Tschechien gerät Staatschef Zeman unter Druck. Auch in Berlin geht man auf Distanz.

Von Hans-Jörg Schmidt|DIE WELT

Man sollte „Muslime zu Fleisch- und Knochenmehl zermahlen“ oder „in Konzentrationslager wegschließen“ – diese Hetze gegen Muslime veröffentlichte der tschechische Universitätsdozent Martin Konvička auf seiner Facebook-Seite und auf der des Anti-Islam-Blocks, der fast 30.000 Anhänger hat. Dafür muss er sich nach Medienberichten vom heutigen Mittwoch womöglich vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen dem 46-jährigen Naturwissenschaftler Konvička bis zu drei Jahre Freiheitsentzug.

Die Anzeige flatterte der Anwältin des Muslimenhassers am 18. November auf den Tisch. Einen Tag zuvor hatte Konvička noch höchste Anerkennung erhalten: Da stand neben ihm auf einer Bühne in Prag am Jahrestag des Beginns der Samtrevolution von 1989 kein Geringerer als Staatspräsident Miloš Zeman. Er hielt eine Rede vor Tausenden seiner Anhänger und auch vor Anhängern des Anti-Islam-Blocks, die ihn begeistert feierten. Unter den Jublern bei Zemans Rede tummelten sich auch Führungsleute von Pegida, die seit einiger Zeit schon versuchen, engere Kontakte zu islamfeindlichen Gruppen in Tschechien aufzubauen.

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Polen beteiligt sich an der ungarischen Grenzsicherung

Polnische Flagge // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / polen-heute.de
Beim Treffen der Visegrad Gruppe in Brüssel haben die Vertreter Polens, Tschechiens, der Slowakei und Ungarns beschlossen, die ungarisch-serbische Grenze gemeinsam zu schützen und damit bis auf wenige kontrollierbare Übergänge zu sperren. Damit setzt die Visegrad-Gruppe neue Zeichen und geht weiter auf Konfrontationskurs zur deutschen Flüchtlingspolitik.

Von Robert Smolka|POLEN HEUTE

Beim Treffen der Vertreter der Visegrad-Gruppe im Vorfeld des EU-Gipfels vom 25.10.2015 wurde beschlossen, die ungarisch-serbische Grenze gemeinsam zu schützen. Nachdem Ungarn seine Grenze zu Serbien bereits Mitte September mit einem Stacheldraht gesichert hat, sollen nun die anderen Mitglieder der Visegrad-Gruppe Ungarn dabei helfen diese zu sichern.

Polen hat sich bereit erklärt, die gemeinsame Grenzsicherung mit 50-60 Grenzschützern und zehn Fahrzeugen zu unterstützen. Tschechen und Slowaken wollen sich ebenfalls mit jeweils 50-100 Soldaten an der Grenzsicherung beteiligen. Die weitgehende Schließung der Grenze hat weitreichende Folgen für die anderen EU-Staaten, die auf der Balkanroute der Flüchtlinge liegen. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban sieht sein Land seit der Grenzsicherung nur noch als Beobachter in der Flüchtlingskrise.

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EU-Mitgliedsstaaten wollen Militär gegen Flüchtlinge einsetzen

Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission, hatte bereits im März eine EU-Armee vorgeschlagen. (Foto: Flickr / Lisbon Council CC BY 2.0)
Nach Ungarn und Bulgarien will jetzt auch Tschechien mithilfe seines Militärs gegen Flüchtlinge vorgehen. Tschechiens Präsident fordert außerdem eine EU-Armee, die die Schengen-Grenzen gemeinsam mit der Nato schließen soll.

Deutsch Türkische Nachrichten

Der tschechische Präsident Milos Zeman will Soldaten gegen Flüchtlinge einsetzen. Er bedauerte bei einem Treffen mit seinen Diplomaten, dass die EU-Grenzschutztruppe Frontex keine Armee sondern nur drei unbewaffnete und zu wenige bewaffnete Schiffe habe, um im Mittelmeer zu patrouillieren. „Der fundamentale Mangel in der EU ist der mangelnde Wille zu einem gemeinsamen Grenzschutz“, so Zeman. „Heutzutage wäre eine gemeinsame europäische Armee praktisch“.

In der Tschechischen Republik selbst erwägen die Behörden derzeit einen Einsatz der Armee zur Sicherung der Grenzen. „Das Verteidigungs-Ministerium ist bereit, bis zu 2600 Soldaten bereit zu stellen, sollte die Polizei diese anfordern“, so der tschechische Verteidigungsminister Martin Stropnicky nach einem Bericht des EU-Observer. Auch der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka hat Europa aufgerufen, gemeinsam zu handeln um die Schengen-Aussengrenzen zu schützen, insbesondere in Italien, Mazedonien und Griechenland.

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Tschechiens Knochen-Kirche

© Getty Images
Zehntausende Menschen schmücken die Wände.


buzz.at

Diese Kirche ist nichts für schwache Nerven: Das Sedletz-Ossarium im Osten von Prag enthält die Überreste von 40.000 bis 70.000 Menschen – viele von ihnen kamen bei den Pestepidemien und den Hussitenkriegen im 15. Jahrhundert zu Tode. Ihre Knochen schmücken jetzt die Wände und Einrichtung des Beinhauses.

© Getty Images

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Woelki: Gefeilsche um Flüchtlings-Quoten wie um Schadstoffe

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wirft den europäischen Staaten eine Flüchtlingspolitik nach dem „Sankt-Florian-Prinzip“ vor. „Jeder hält seine Haustür zu und verweist auf den Nachbarn, der doch bitte die Flüchtlinge aufnehmen soll“, sagte der Erzbischof am Sonntag dem Kölner domradio. „Da wird um Quoten und Aufnahme-Kontingente gefeilscht, wie sonst um Abgasmengen oder Schadstoffe.“


kathweb

Länder wie Großbritannien, Irland und Dänemark hätten sich bereits gegen die vereinbarte Aufnahmequote entschieden, kritisierte Woelki. Die Begeisterung in Frankreich, Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und den baltischen Staaten halte sich auch in Grenzen. „Es ärgert mich, dass wir im reichen Haus Europa so klein und armselig denken“, so Woelki. „Es geht doch hier nicht um die Pest, die wir ins Haus holen, sondern um Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“ Menschen verließen nicht freiwillig ihre Heimat, sondern wegen Krieg, Terror, Not, Elend und Armut.

„Folterwerkzeuge dürfen in der EU noch immer beworben werden“

Elektrische Schlagstöcke. Bild: igfm
Amnesty-Experte Marczynski über Folter in Europa und wie ein bestehendes EU-Handelsverbot mit Folterwerkzeugen umgangen wird


Interview Bianca Blei|derStandard.at

Im Jahr 2006 führte die Europäische Union die weltweit erste Handelsregulierung für Gegenstände ein, die keinen Zweck außer der Hinrichtung, der Folter oder ähnlichen Misshandlungen von Menschen haben. Eine Reihe von Dingen wie elektrische Fußfesseln, elektrische Schlagstöcke und Netzbetten landeten auf der Liste von verbotenen Gütern, die in die EU weder ein- noch ausgeführt werden dürfen.

Ein Bericht von Amnesty International zeigt allerdings, dass europäische Unternehmen immer noch in den Handel mit solchen Gütern involviert sind. Am Donnerstag begann im EU-Parlament eine Debatte über eine Verschärfung der Richtlinie. Amnesty-Experte Marek Marczynski über Schlupflöcher in der aktuellen Bestimmung, wie Firmen die Regulierung umgehen und wo Folter noch immer stattfindet.

STANDARD: Wenn man von Folter spricht, dann ist das etwas sehr Mittelalterliches. Wie gängig sind solche Praktiken in der heutigen Zeit noch?

Marczynski: Klar ist, dass Folter unter internationalem Recht streng verboten ist. Das gilt für alle Staaten dieser Welt. Da gibt es einen sehr hohen gesetzlichen Standard. Realität ist aber, dass laut unserem Bericht aus dem vergangenen Jahr 82 Prozent der Länder weltweit in irgendeiner Weise und in einem gewissen Grad foltern.

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EU-Kommission will Quotensystem zur Verteilung von Flüchtlingen

EuropaIn der Debatte über eine andere Verteilung von Flüchtlingen in der Europäischen Union geht die EU-Kommission auf Konfrontationskurs zu den nationalen Regierungen. „Wir werden ein Quotensystem vorschlagen“, kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwoch während einer Plenardebatte des Europaparlaments in Straßburg an.


evangelisch.de

Einen entsprechenden Vorschlag werde seine Behörde am 13. Mai vorlegen, sagte Juncker. „Es kann nicht sein, dass wir die betroffenen Länder in dieser Frage alleine lassen.“ Nach den derzeitigen EU-Regeln ist grundsätzlich das Ersteinreiseland für die Ankömmlinge zuständig, also in vielen Fällen etwa Italien oder Griechenland. Etliche nördliche Staaten, etwa Großbritannien, Tschechien und die baltischen Länder, lehnen es bisher ab, daran etwas zu ändern. Auf ihrem Krisengipfel zur Flüchtlingspolitik in der vergangenen Woche hatten sich die 28 EU-Regierungen zwar im Grundsatz offen für eine Umverteilung gezeigt. Sie beließen es aber in ihrer Schlusserklärung bei vagen Formulierungen.

Kommt eine tschechische Journalistin nach Dresden …

Allein unter Pegida-Anhängern: Die tschechische Journalistin Andrea Votrubová hat sich Dresden von innen angesehen.© Sebastian Kahnert/DPA
Auf dem Dresdner Messegelände konzentrierte sich am Montagabend die deutsche Wut gegen Ausländer. Obwohl ich Ausländerin bin, fühlte ich mich bei der Pegida-Kundgebung zuweilen fast wie ein Star.


Von Andrea Votrubová|stern.de

Die Deutschen haben den Ruf, ein fleißiges und tolerantes Volk zu sein. Weltweit, auch in meiner Heimat Tschechien. Immer wieder hört man Berichte über eine mächtige Kanzlerin, die mit Putin über die Ukraine oder mit dem unberechenbaren Syriza über das Schicksal Griechenlands verhandelt. Deutschland ist ein mächtiges Land. Auf manchen Ebenen der Gesellschaft sieht es aber ganz anders aus. Das habe ich Montagabend gelernt.

Da durfte das erste Mal eine Pegida-Demonstration miterleben. Der niederländische Islamfeind Geert Wilders sprach, dem, wie schon immer, auch manches Mitglied der rechtsextremen Szene lauschte. Aus Sachsen, aber auch anderswoher. Christian Behr spricht über eine gewisse Art von Tourismus. Er ist der Pfarrer der Dresdner Kreuzkirche, deren Mitarbeiter am Ostermontag von zwei Pegida-Anhängern bedroht. Behr kennt sich besser aus.

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Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in Europa wächst

DerverzweifelteJesusDie Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in Europa nimmt zu. Das berichtet die Juristin und katholische Theologin Gudrun Kugler (Wien).


kath.net

Die 38-jährige vierfache Mutter arbeitet unter anderem für das „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“ (www.IntoleranceAgainstChristians.eu). Wie sie am 26. März vor Teilnehmern des Forums „Christ und Politik“ im thüringischen Bad Blankenburg sagte, hat das Archiv gegenwärtig rund 1.400 individuelle Fälle in Westeuropa dokumentiert, in denen Christen diskriminiert worden seien.

So dürften in Frankreich beispielsweise angehende Mediziner nicht zu Ende studieren, wenn sie sich aus Glaubensgründen weigerten, während des Studiums an einer Abtreibung mitzuwirken. Standesbeamte stünden in der Gefahr, verklagt zu werden, wenn sie aus ihrer christlichen Überzeugung heraus ablehnten, gleichgeschlechtliche Paare zu „verpartnern“. Das komme einer „Art von Berufsverbot“ gleich, so Kugler. Auch Elternrechte würden immer stärker eingeschränkt. So sei in Deutschland, Schweden, Tschechien und Kroatien das Unterrichten der eigenen Kinder zuhause verboten. Damit würden vor allem Christen diskriminiert, weil vor allem sie sich für Hausunterricht entschieden.

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Satzungsänderung: Sudetendeutsche verzichten auf „Rechtsanspruch auf die Heimat“

Fahne der Sudetendeutschen (ohne Wappen). Bild: wikimedia.org/PD
Seit 70 Jahren fordern aus dem heutigen Tschechien vertriebene Deutsche ihre Heimat zurück – bis jetzt: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat ihre Satzung geändert. Die Regierung in Prag zeigt sich erleichtert.


SpON

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft fordert nicht länger die „Rückgabe“ ihrer früheren Heimat. Das hat die Bundesversammlung des Vertriebenenverbandes beschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Demnach zielen die Verbandszwecke nicht mehr darauf, nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmtes Eigentum zurückzuerhalten. Gestrichen ist auch das Ziel, den „Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen“.

Die sogenannten Sudetendeutschen lebten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in den Randgebieten des heutigen Tschechiens. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörte das Gebiet zu Österreich-Ungarn und in der Zwischenkriegszeit zur neugegründeten Tschechoslowakei.

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Tschechien: Politiker ruft zum Boykott von Muslimen auf

Parlamentarier Okamura: "Mit Hunden und Schweinen in der Nähe von Moscheen Gassi gehen" Bild: AP/bearb.BB
Parlamentarier Okamura: „Mit Hunden und Schweinen in der Nähe von Moscheen Gassi gehen“ Bild: AP/bearb.BB
Zuletzt leugnete er die Existenz eines Konzentrationslagers, nun legt der tschechische Parlamentarier Tomio Okamura nach: Im Netz wettert er gegen Muslime – und verbreitet ganz konkrete Handlungsanweisungen.


SpON

Der tschechisch-japanische Politiker Tomio Okamura hat zur Schikane gegen Muslime in Tschechien aufgerufen. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte er am Wochenende einen ausführlichen Beitrag darüber, wie sowohl die Bürger als auch die Politiker gegen Muslime und den Islam vorgehen sollten.

Man solle „Hunde und Schweine“ in der Umgebung von Moscheen Gassi führen, schlägt er in dem sozialen Netzwerk vor. Der Islam sieht Schweine als unrein an und verbietet den Verzehr. Außerdem rief Okamura zu einem Boykott von Geschäften auf, die von Muslimen betrieben werden. „Jeder gekaufte Kebap ist nur ein weiterer Schritt hin zu Burkas“, so Okamura.

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Grundlagen der Zivilgesellschaft finden sich in der Bibel—verdummbibelt

Jerzy Buzek 2011, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Michael Thaidigsmann
Kirchen können viel zur europäischen Integration beitragen.

idea.de

Die Kirchen können einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Integration leisten. Diese Überzeugung äußerte der ehemalige Ministerpräsident Polens, Prof.Jerzy Buzek, am 5. Juli in Breslau (Wroclaw). Er sprach dort bei den 9. Christlichen Begegnungstagen. Zu dem Treffen unter dem Motto „Frei sein in Christus“ haben sich vom 4. bis 6. Juli rund 4.000 Christen aus zahlreichen europäischen Ländern in der früheren Hauptstadt Schlesiens versammelt. Nach Buzeks Worten ist die Idee der Gemeinschaft von Anfang an im Christentum verwurzelt. Die Reformation vor knapp 500 Jahren habe dann entscheidende Grundlagen für die heutige Zivilgesellschaft gelegt, indem sie die Verantwortung des einzelnen Menschen vor Gott und seinem Nächsten herausgestellt habe, sagte der Protestant, der von 2009 bis 2012 auch Präsident des Europäischen Parlaments war. Selbst zu Zeiten der kommunistischen Diktatur in den Ländern Mittel- und Osteuropas habe die Zivilgesellschaft innerhalb der Kirchen weiter funktioniert.

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