Schlagwort-Archive: USA

Vatikan verbannt «La Repubblica» von Papst-Flug

Die Maßnahme betrifft den Vatikan-Experten des linksliberalen Blatts, Marco Ansaldo.


kath.net

Bild bearb. BB
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Wegen Bruchs der Sperrfrist für die Umwelt-Enzyklika darf die italienische Tageszeitung «La Repubblica» keinen Journalisten in der Papstmaschine nach Kuba und in die USA mitreisen lassen. Die Maßnahme betrifft den Vatikan-Experten des linksliberalen Blatts, Marco Ansaldo, wie die Zeitung am Freitag auf der Titelseite berichtete. Papst Franziskus unternimmt seine zehnte Auslandsreise vom 19. bis 28. September.

Drei Tage vor dem Erscheinungstermin des Lehrschreibens «Laudato si» von Franziskus Mitte Juni hatte die Zeitschrift «L’Espresso» den vollständigen Text einer früheren Version der Enzyklika veröffentlicht. «L’Espresso» und «La Repubblica» gehören zum gleichen Verlag, dem «Gruppo editoriale L’Espresso SpA».

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Diaspora unzufrieden mit Israel

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Mehrheit der Juden bezweifelt, dass Jerusalem sich ausreichend um Frieden mit Palästinensern bemüht


Von Ayala Goldmann|Jüdische Allgemeine

Knapp 60 Prozent der Juden in der Diaspora glauben laut einer neuen Studie nicht daran, dass die gegenwärtige israelische Regierung sich wirklich um Frieden mit den Palästinensern bemüht. Das geht laut einem Bericht der »Times of Israel« aus einer neuen Studie des Jewish People Policy Institute (JPPI) hervor – einem Thinktank, der zur Jewish Agency gehört.

Als Ergebnis werde in vielen jüdischen Gemeinden gar nicht mehr über Israel diskutiert – so ein weiteres Ergebnis der Studie, die offiziell in der kommenden Woche vorgestellt werden soll.

Unbehagen Die Autoren der Erhebung warnen davor, dass dieser Trend die Unterstützung aus der Diaspora für den jüdischen Staat langfristig infrage stellen könnte. Obwohl die Mehrheit der Juden außerhalb Israels das Recht des jüdischen Staates auf Selbstverteidigung nach wie vor eindeutig unterstützt und der Meinung ist, dass die israelische Armee bei ihren Einsätzen nach hohen moralischen Maßstäben handelt, gibt es laut JPPI wachsendes Unbehagen über eine Politik Jerusalems, die nach Meinung vieler den Konflikt nicht beenden wird.

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56 % der US-Amerikaner: Religionsfreiheit ist wichtiger als Homo-Rechte

Bild: The Huffington Post
Die USA-weiten Legalisierung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wurde zu Recht als Sieg der Menschenrechte über Vorurteile von vielen Menschen in aller Welt begrüßt. Was nur teilweise bedacht wurde, war die Gefahr, dass eventuell ein Menschenrecht gegen das andere gestellt werden kann.


Von Dr. David Berger|The Huffington Post

In den USA war das bereits im Vorfeld der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs so, dass sich fundamentalistische Christen für ihre Ablehnung der Homo-Ehe auf die Religionsfreiheit beriefen. So beriefen sich zum Beispiel streng christlich orientierte Bäcker für ihre Weigerung lesbischen oder schwulen Paaren eine Hochzeitstorte zu backen, auf die Religionsfreiheit. Oder wollten im Namen ihrer Religion homosexuellen Kunden keine Pizza verkaufen.

Nach der Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs zugunsten der Eheöffnung spitze sich der Konflikt noch zusätzlich dadurch zu, dass Homo-Aktivisten die Entscheidung des Supreme Court als Sieg über die „bibeltreuen“ Protestanten und konservativen Katholiken mit einer gewissen Häme feierten.

Unter anderem diese ausgespielte Siegerpose und die Opferrolle, die daraufhin christliche Aktivisten einnahmen, haben sich auf die Gesamteinstellung der amerikanischen Gesellschaft offensichtlich nachteilig ausgewirkt. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Associated Press-GfK ist die Zustimmung zur „Homo-Ehe“ im Vergleich zum Jahresanfang zurückgegangen.

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Die Evolution vor Gericht

Vor 90 Jahren wurde in den USA ein Biologielehrer verurteilt, weil er die Evolutionstheorie lehrte. Bis heute ist Darwin in religiösen Kreisen umstritten.


Von Rolf Maag|20minuten online

John Scopes war bereit, sich verurteilen zu lassen, damit das evolutionsfeindliche Gesetz auf seine Verfassungsmässigkeit geprüft werden konnte. Bild: Bryan College Archives

Anfang 1925 deutete nichts darauf hin, dass John Scopes bald berühmt sein würde. Der 24-Jährige war Football-Coach an der High School von Dayton im Staat Tennessee, unterrichtete aber auch Naturwissenschaften. Mit dem im Schuldienst verdienten Geld wollte er seine eigenen Studien fortsetzen.

Doch im März 1925 verabschiedete das Parlament von Tennessee ein Gesetz, das staatlichen Schulen untersagte, die Evolutionstheorie zu unterrichten (siehe Box). Die Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union) suchte in Zeitungsinseraten nach einem Lehrer, der bereit war, gegen das Gesetz zu verstossen. Man hoffte, dass es in einem Prozess als verfassungswidrig eingestuft würde. Einige Geschäftsleute aus Dayton griffen die Idee auf, weil sie die Chance witterten, ihre wirtschaftlich arg gebeutelte Gemeinde durch den Prozess landesweit bekannt zu machen und so neue Investoren anzulocken. Sie wandten sich an Scopes, der sofort zusagte. Am 10. Juli sollte der Prozess beginnen.

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Ein Aufruf zur Vernunft am 60. Jahrestag des Russell-Einstein Manifests

Bild. The Huffington Post
60 Jahre nachdem Albert Einstein und Bertrand Russell ihr Manifest über die wachsende Gefahr eines Weltkriegs veröffentlicht hatten, sieht sich der Globus erneut mit der Möglichkeit eines Atomkriegs konfrontiert – zusammen mit der Bedrohung durch den Klimawandel.


Von Emanuel Pastreich|The Huffington Post

Es war genau von 60 Jahren, als Bertrand Russell und Albert Einstein mit einer Gruppe führender Intellektueller in London zusammen kamen und ein Manifest unterzeichneten[1], in welchem sie die gefährliche Dynamik hin zu einem Krieg zwischen den kommunistischen und anti-kommunistischen Fraktionen des Globus verurteilten. Zu den Unterzeichnern dieses Manifests gehörten führende Nobelpreisträger wie Hideki Yukawa und Linus Pauling.

Sie nahmen dabei kein Blatt vor den Mund, indem sie die Drang nach Krieg und das rücksichtslose Reden vom Gebrauch nuklearer Waffen, die damals über die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion hinwegfegten, als Gefahr für die gesamte Menschheit bezeichneten. In dem Manifest wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass die technologischen Fortschritte, insbesondere die Erfindung der Atombombe, die Menschheitsgeschichte verändert hatten.

Das Manifest fasste die Wahl, vor die die Menschheit gestellt wurde, in scharfen Worten zusammen:

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USA: Moslems sammeln für den Wiederaufbau von Kirchen

In den Südstaaten der USA brannten in den letzten Wochen mehrere Kirchen ab. In einigen dieser Fälle schließt die Polizei Brandstiftung aus (weil beispielsweise der Blitz einschlug) – in anderen nicht. Wer die Täter waren, ist völlig offen: Spekulationen reichen von Segregationisten über Salafisten bis hin zu Geisteskranken nach Kategorie F63.1 des internationalen Krankheitsklassifikationssystems ICD-10.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Faatimah Knight, eine 23-jährige Theologiestudentin aus Brooklyn, hat wegen dieser Brandstiftungen zusammen mit der Arab-American Association of New York, der Muslim Anti-Racism Collaborative und dem Portal Ummah Wide eine Crowdfunding-Kampagne auf LaunchGood ins Leben gerufen, in deren Rahmen sie Moslems aufruft, während des noch bis zum 16. Juli dauernden Fastenmonats Ramadan für den Wiederaufbau dieser Kirchen und die Unterstützung von Brandstiftungsopfern zu spenden. Nachdem ihr erstes Spendenziel von 10.000 Dollar bereits binnen 12 Stunden erreicht wurde, hat sie die angepeilte Summe auf 50.000 Dollar heraufgesetzt.

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“Jesus-Freaks” kehren zurück nach Ostdeutschland

Das bundesweite “Freakstock”-Festival der Jesus-Freaks kehrt nach Ostdeutschland zurück.


evangelisch.de

Jesus-Freaks
Jesus-Freaks

Das mittlerweile 21. Treffen sei vom 29. Juli bis 2. August auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Allstedt bei Querfurt im südlichen Sachsen-Anhalt geplant, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Zu dem Festival erwarten die Veranstalter bis zu 3.000 Teilnehmer.

Bis 2008 fand “Freakstock” jährlich auf der Pferderennbahn im thüringischen Gotha statt. Ab 2009 trafen sich die Teilnehmer im nordrhein-westfälischen Borgentreich. Das frühere Kasernengelände in Borgentreich wurde jedoch zur Flüchtlingsunterkunft.

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‘Ehe für alle': Jetzt wollen auch die Polygamisten

Polygamisten aus den USA wollen jetzt ebenfalls einen Fall vor das US-Höchstgericht bringen und “Ehe für alle” auch für Polygamisten durchsetzen.


kath.net

Das umstrittene Gerichtsurteil zur Freigabe der “Homo-Ehe” in allen US-Bundesstaaten könnte jetzt weitere Folgen mit sich ziehen. Jetzt wollen auch die Polygamisten eine “Ehe für alle”. Auf genau das Problem hatte Höchstrichter Clarence Thomas, der dem Urteil des US-Höchstgericht nicht zugestimmt hat, verwiesen. Thomas hatte in seiner Ablehnung darauf hingewiesen, dass Menschen in polygamen Beziehungen genau die gleichen Argumente anführen könnten, die Homosexuelle für die Legalisierung der Homo-Ehe vorbrächten. Derzeit ist es in den USA verboten, Ehen parallel einzugehen. In manchen Bundesstaaten werden aber Ausnahmen aus religiösen Gründen erlaubt.

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Griff ins Klo: Neuer Ärger um CDU-Brief gegen Ehe für alle

Eberhard Diepgen (CDU ) ehemaliger Regierender Bürgermeister gehört zu den Unterzeichnern des Briefs gegen die Ehe für alle. – Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Auf dem Brief der “Ehe für alle”-Gegner in der Berliner CDU liegt kein Segen: Nachdem sich einer der 17 Unterzeichner zuvor für ein Pro ausgesprochen hatte, enthält das Schreiben nun auch eine falsche Information.


Von Sabine Beikler|DER TAGESSPIEGEL

Falschinformation im offenen Brief der CDU-Gegner der Ehe für alle an 12.500 Parteimitglieder: 17 Fraktionsmitglieder und der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen schrieben, vor dem Referendum in Irland und der Entscheidung des amerikanischen Supreme Court für die Öffnung der Ehe habe es in beiden Ländern keine mit der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ in Deutschland vergleichbare Regelungen gegeben.

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Zionist Lobby versus Obama Administration

“Freunde” vereint in der Zerstörung des Nahen und Mittleren Ostens und Irans? Bild. Between The Lines
Die US-amerikanische zionistische Lobby feuert aus allen Rohren und wendet alle politische Tricks an, um die bevorstehenden Vereinbarungen zwischen Iran und den USA zu torpedieren. Bei diesen Verhandlungen sind die anderen UN-Vetomächte nur schmückendes Beiwerk, von Deutschland als Annex gar nicht zu reden.


Von Ludwig Watzal|BETWEEN THE LINES

Der größte Widersacher gegen einen Ausgleich ist jedoch der israelische Ministerpräsident Netanyahu, der bisher nichts unversucht gelassen hat, den US-Präsidenten als irregeleiteten Polit-Tölpel vorzuführen. Dass beide Kammern des US-Kongresses dieses unwürdige Schauspiel mitgemacht haben, lässt sich nur durch den latenten Rassismus in den USA gegenüber der nicht-weißen Bevölkerung erklären.
US-Außenminister John Kerry begegnet seinem iranischen Gegenüber, Außenminister Mohammed Sarif, nicht auf Augenhöhe, sondern das US-Imperium verhandelt mit Iran in der Sprache der Unterwerfung. Den Begriff Würde, den die iranische Delegation immer wieder einführt, ist für den kriegswütigsten Staat der Welt, die USA, ein Fremdwort. “Die Iraner wissen genau, was sie zu tun haben”, so redet nur ein “Herr” mit seinem “Knecht”. Es scheint, als haben die USA bis heute noch nicht die Kultur des Iran begriffen, was keinen politischen Analysten überraschen sollte.
Dass die anderen UN-Vetomächte den USA die Verhandlungsführung überlassen haben, erweist sich als großer Fehler. Dadurch sitzt Israel immer mit am Verhandlungstisch. Darüber hinaus wird die US-Delegation, wenn sie die Informationen nicht gleich an Israel durchreicht, vom Mossad abgehört. Auf der Grundlage von geheimen Details argumentierte Netanyahu bei seiner letzten Rede vor dem US-Kongress, die er nur durch Ausspähung der US-Delegation erhalten haben konnte.

Eikonal: Österreichischer Politiker droht Steinmeier und de Maizière mit Klage

Der BND versorgte die USA von 2004 bis 2007 mit Internet-Kommunikationsdaten der eigenen Bürger. Der österreichische Grünen-Politiker Pilz will nun Steinmeier und de Maizière verklagen.


stern.de

© Odd Andersen/AFP Photo

Ein österreichischer Abgeordneter will den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wegen der Internet-Überwachung des Bundesnachrichtendienstes anzeigen. Steinmeier und de Maizière waren nacheinander Chefs des Bundeskanzleramts und damit zuständig für die Aufsicht über den Bundesnachrichtendienst. Der österreichische Grüne Peter Pilz sieht sie daher in der Verantwortung für Spionageprogramme, die auch Europäer und Österreicher betroffen hätten.

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Homo-Ehe spaltet Berliner CDU

In der Berliner CDU hingegen liegen Befürworter und Gegner der Homo-Ehe im ernsthaften Streit über das, was viele Mitglieder für einen Grundwert im Selbstverständnis der Partei… – Foto: imago/IPON
In der Berliner CDU werben einflussreiche Gegner der Ehe für alle unter den Mitgliedern für ihre Position – die USA oder Irland seien kein Vorbild, schreiben sie in einem offenen Brief. Die Befürworter wollen dagegenhalten.


Von Werner van Bebber, Sabine Beikler|DER TAGESSPIEGEL

In der Berliner CDU artikuliert sich deutliche Ablehnung gegenüber der Homo-Ehe. 17 Mitglieder des Abgeordnetenhauses – fast die halbe Fraktion – wenden sich in einem offenen Brief unter der Überschrift „Nein zur Ehe für Alle“ an die 12 500 Mitglieder der Berliner Union. Diese können bis zum 24. Juli darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die „Ehe für alle“ sind – allerdings auf einer fünfteiligen abgestuften Skala. Bei einer Bundesratsabstimmung zur sogenannten Öffnung der Ehe hat sich das Land Berlin enthalten, weil sich SPD und CDU nicht einig waren. Das hatte zum Streit zwischen den beiden Koalitionspartnern geführt.

Unter den 17 Unterzeichnern des offenen Briefs sind einflussreiche Abgeordnete wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Cornelia Seibeld und der parlamentarische Geschäftsführer Sven Rissmann. Der ehemalige Regierende Bürgermeister und CDU-Ehrenvorsitzende Eberhard Diepgen unterstützt die Verfasser des Briefes ebenso wie der Landesvorsitzende der Jungen Union, Christoph Brzezinski, der Bundestagsabgeordnete Philipp Lengsfeld und der Europa-Abgeordnete Joachim Zeller.

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USA: Christliche Werte schwinden rasant

Die USA machen durch Amokläufe und rassistische Ausschreitungen in diesem Jahr negative Schlagzeilen. Laut Umfragen erleben sie einen rasanten Wertewandel weg vom Christentum.


Von Uwe Siemon-Netto|kath.net

us_flagge_bibel_kreuzWillkommen in unserer unerlösten Welt, liebe Amerikaner! Nun sind nur noch 70% von Euch Christen, und 57% befürworten die Homo-Ehe, die Gottes Schöpfungsordnungen widerspricht! Mögen Utopisten staunen, wie rasant bei Euch die Werte schwinden, mich überrascht das nicht. Ich kenne und liebe Euer Land seit 53 Jahren, hegte aber nie die Illusion, dass Ihr keine Sünder wäret. Lange vor mir hat Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) erkannt, was so vielen Eurer theologisch ausgehöhlten Gemeinden fehlte: das Wort vom Kreuz, an dem allein sich Gottes Wesen erkennen lässt. Um es jungen Suchenden gemütlich zu machen, ersparen Eure riesigen Wohlfühlkirchen ihnen jetzt den Anblick dieses Zeichens der Gnade, von der sich der befreiende Spruch ableitet: „Dir sind Deine Sünden vergeben.“

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Das lebensferne Nein der CDU zur Ehe für alle

In Deutschland stellt sich die Bundesregierung im Umgang mit der Ehe-Freigabe für alle weiterhin quer – obwohl der Kampf längst verloren ist. Foto: dpa
Während das Oberste Gericht in den USA die Ehe für alle freigibt, weigert sich die CDU weiter beharrlich – nicht mit Argumenten, sondern mit Verfahrenstricks. Sie versucht damit, einen längst verlorenen Posten irgendwie zu halten.


Von Holger Schmale|Berliner Zeitung

Das Oberste Gericht der USA verkündet stets vor der Sommerpause wichtige Urteile – es mag Zufall sein, dass seine Entscheidung zur Ehe für alle in die Tage der Christopher-Street-Feste gefallen ist. Ein besseres Datum aber hätten die Richter nicht finden können. Die Ehe ist ein Grundrecht, das schwulen oder lesbischen Paaren nicht verweigert werden darf, so klar lautet das Urteil aus Washington. Eine große Mehrheit im Bundestag sieht das genauso, und die Mehrheit der Bundesbürger auch.

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“Die Sexualmoral muss sich ändern”

Die Homosexuellen-Ehe: Realität nun auch in den USA und in Irland. Warum gibt die katholische Kirche gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ihren Segen? Ein Interview mit dem Theologen Dr. Wunibald Müller.


Von Johannes Schröer|Domradio

Bild: bpb.de
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domradio.de: Warum ist es uns in der katholischen Kirche nicht egal, ob ein Mensch hetero- oder homosexuell ist?

Dr. Wunibald Müller: Weil Homosexualität nach wie vor in unserer Gesellschaft tabuisiert wird, sie immer noch etwas Fremdes ist, wir die Last mittragen, dass Homosexualität noch in den 60er Jahren kriminalisiert und später pathologisiert wurde. Und manchmal auch, weil viele Menschen Angst haben, mit ihren eigenen homosexuellen Gefühlen in Berührung zu kommen, wenn sie das Thema zulassen. Und dann natürlich auch, weil viele innerhalb der Kirche davon ausgehen, dass die Homosexualität nicht der Schöpfungsordnung entspricht.

domradio.de: Die katholische Sexualmoral spricht von einer göttlichen Schöpfungsordnung, die auf heterosexueller Liebe aufbaut, weil nur so Fortpflanzung möglich ist. Ist das richtig? Sie sagen ja, dass die kirchliche Sexualmoral weiterentwickelt werden müsse…

Dr. Wunibald Müller: Dass die Fortpflanzung auf der heterosexuellen Liebe aufbaut, ist richtig, ob die Homosexualität damit der Schöpfungsordnung nicht entspricht, weiß ich nicht. Will die katholische Kirche, in dem, was sie zur gelebter Sexualität sagt, homosexuelle Menschen ansprechen, muss die Sexualmoral erweitert werden. Im Grunde genommen heißt es im Moment: Nur innerhalb der Ehe ist gelebte Sexualität moralisch gut. Es schließt also alle aus, die nicht innerhalb der Ehe ihre Sexualität leben. Und das betrifft natürlich auch die Homosexuellen.

Ich glaube, die Sexualmoral muss sich insofern ändern, dass man nicht mehr von der Heterosexualität als Norm ausgeht, sondern sagt: Es gibt das Potenzial der Sexualität und die Aufgabe der Kirche ist es, Menschen zu helfen, in ihrem Leben und in ihren Beziehungen dieses Potenzial der Sexualität so zu leben, dass es zu einer Bereicherung ihres Lebens beiträgt.

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Freikirchen schrumpfen auch in den USA

Die USA sind eine tiefreligiöse, christlich geprägte Nation. Nirgends sonst leben so viele Christen. Und wohl in keinem andern Land wird die Religionsfreiheit so sehr beachtet und geschützt. Dies ist mit ein Grund, weshalb selbst die Sekte Scientology jahrzehntelang als seriöse Glaubensgemeinschaft betrachtet wurde.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

us_flagge_bibel_kreuzDie Dichte an Freikirchen ist eines der besonderen Merkmale der USA. Im Wahlkampf kommt kein Präsidentschaftskandidat darum herum, um die Gunst der frommen Christen zu buhlen. Doch nun erreicht der Zeitgeist auch Amerika: Die christlichen Kirchen verlieren zunehmend Mitglieder, die Zahl der Nichtgläubigen wächst rasch. In den USA verstärkt sich der Trend, der in Europa schon länger zu beobachten ist: Glauben und Religion verlieren an Bedeutung, die Tendenz zur Säkularisierung nimmt zu.

Dies bestätigt eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers, das 35’000 Amerikaner befragt hat. Bekannten sich 2007 noch 78,4 Prozent zum christlichen Glauben, sind es heute nur noch 70,6 Prozent. Dies ist zwar immer noch ein hoher Wert, doch der Einbruch ist dramatisch. Vor allem auch, weil die meisten Abtrünnigen religiös erzogen wurden und sich als Erwachsene in einem bewussten Prozess vom Glauben abwandten, also agnostisch oder atheistisch wurden. (In Europa werden viele Kinder nicht mehr religiös erzogen, weshalb die Zahl der Ungläubigen besonders rasch wächst.)

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Homo-Ehe: US-Evangelikale und Katholiken fürchten um ihre Religionsfreiheit

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In den USA fürchten Katholiken und theologisch konservative Protestanten um die Freiheit ihrer Religionsausübung, nachdem das Oberste Gericht die „Homo-Ehe“ im ganzen Land zugelassen hat. Damit sind Gesetze einzelner Bundesstaaten, die die Ehe allein auf die Gemeinschaft von Mann und Frau beschränken, wirkungslos.


idea.de

In 36 von 50 Bundesstaaten war die „Homo-Ehe“ bereits zugelassen. Das Oberste Gericht fällte sein Urteil am 26. Juni mit fünf gegen vier Richterstimmen. Den Ausschlag gab der Katholik Anthony Kennedy. Er hatte in der Urteilsbegründung festgehalten, dass Bürger, die aus religiösen Gründen die „Homo-Ehe“ ablehnen, ihre Ansichten verkünden und lehren dürfen. Das bedeute aber nicht, dass sie sie auch ausleben dürften, betonte der Verfassungsrichter John Roberts, der die Minderheitsposition vertrat. So könnten religiöse Ausbildungsstätten ihre Steuerbefreiung verlieren. Sie dürften möglicherweise ihre Studentenwohnungen nicht mehr nur an heterosexuelle Ehepaare vermieten. Roberts fürchtet, dass jene US-Amerikaner, die am traditionellen Eheverständnis festhalten, jetzt ausgegrenzt werden. Dabei handele es sich beispielsweise um die rund 50 Millionen Bürger, die in den Bundesstaaten für die alleinige Ehe von Mann und Frau gestimmt haben.

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Dschihadismus: Taliban fürchten IS-Ableger in Afghanistan

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
USA und Taliban haben in Afghanistan auf einmal einen gemeinsamen Feind: Am Hindukusch haben sich erste Gruppen gebildet, die sich zum “Islamischen Staat” bekennen. Die Taliban schickten schon einen Brandbrief an “Kalif” Baghdadi.


SpON

Die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) will in Afghanistan Fuß fassen. Die US-Armee registriere verstärkte Rekrutierungsbemühungen der Dschihadisten am Hindukusch, heißt es in einem Bericht des Pentagon an den Kongress im Washington.

Mehrere Dschihadisten, die zuvor anderen Gruppen angehörten, haben sich in “Provinz Chorasan im Islamischen Staat” umbenannt. Chorasan ist die antike Bezeichnung für Teile des heutigen Iran und Afghanistans.

Mit der Namensänderung und dem Bekenntnis zum IS wollten die afghanischen Islamisten offenbar die Aufmerksamkeit der Medien erregen, neue Finanzquellen erschließen und Rekruten gewinnen. Die aufkeimenden Aktivitäten des IS beunruhigen auch die Regierungen von Afghanistan und Pakistan.

Das Pentagon geht davon aus, dass der IS versuchen werde, “seine Präsenz in Afghanistan im Laufe des kommenden Jahres auszuweiten”.

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US-Bundesstaat South Carolina: Weißer erschießt neun Schwarze in Kirche

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Ein weißer Mann hat in der Kirche einer schwarzen Gemeinde in Charleston in den USA um sich geschossen und etliche Menschen getötet. Der Täter ist auf der Flucht.


DER TAGESSPIEGEL

In einer Kirche in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina sind am Mittwochabend (Ortszeit) neun Menschen erschossen worden. Das gab der örtliche Polizeichef in Charleston in der Nacht zum Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Ein weißer Mann habe in dem von Schwarzen besuchten Gotteshaus das Feuer auf Menschen eröffnet, die zu einer Bibelstunde zusammengekommen seien. Acht Menschen seien am Tatort gestorben, ein weiteres Opfer sei im Krankenhaus gestorben. Ein Mensch liege schwer verletzt im Krankenhaus.

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Rausch statt Religion

us_flagge_bibel_kreuzLange galten die USA als strukturell konservatives Land. Doch die Gewichte haben sich zuletzt rasant verschoben, wie sich an der Einstellung zum Kapitalismus, zur Homo-Ehe oder zu Marihuana zeigt.


Von Clemes Wergin|DIE WELT

Vor Kurzem musste die britische Labour-Partei eine herbe Wahlniederlage einstecken, weil sie sich von Tony Blairs Drittem Weg verabschiedet und wieder in die klassische linke Ecke zurückgezogen hatte. Die Demokraten in Amerika versuchen nun ein ähnliches Experiment. Die Kandidaten liefern sich einen linken Überbietungswettstreit und wollen sich im Wahlkampf ganz auf die Mobilisierung der eigenen Basis konzentrieren. Eine Taktik, die größere Erfolgsaussichten hat als in Großbritannien. Denn tatsächlich ist Amerikas Gesellschaft in den vergangenen Jahren deutlich nach links gerückt. Das liegt auch an der Schwäche der republikanischen Botschaft. Die ruhte in den vergangenen Jahrzehnten auf zwei Säulen. Die eine bildeten die Evangelikalen und die sozial Konservativen. Das zweite Standbein war ein emphatisches Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft, zu Innovation und einem möglichst wenig regulierenden Staat. Beide Säulen tragen heute nicht mehr so sicher wie früher. Sowohl konservative Werte wie der Kapitalismus sind in der Krise.

Amerika durchlebt gerade einen rasanten Wertewandel. Am deutlichsten ist der an den Themen Homo-Ehe und Marihuana-Legalisierung ablesbar. 1996 war noch eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner, 68 Prozent, gegen die Homo-Ehe und nur 27 Prozent dafür. Inzwischen genießt die Homo-Ehe 57 Prozent Zustimmung, auch jüngere Republikaner sind inzwischen mehrheitlich dafür. Und eine Mehrheit tritt auch für die Legalisierung von Marihuana ein. Auch der Einfluss der Evangelikalen auf die Republikaner war seit Jahrzehnten nicht mehr so gering wie heute. Im ganzen Land nimmt die Zahl derjenigen stark ab, die sich einer Religion zugehörig fühlen. Nach einer aktuellen, repräsentativen Pew-Studie, für die 35.000 Amerikaner befragt worden sind, ist die Zahl der Christen in den letzten acht Jahren von 78,4 auf 70,6 Prozent gesunken. Den größten Zuwachs verzeichnen die, die keiner Glaubensrichtung angehören. Sie sind von 16,1 Prozent auf fast ein Viertel (22,8 Prozent) angewachsen. Angesichts des Schneckentempos, in dem sich demografische Entwicklungen sonst vollziehen, sind das geradezu atemberaubend schnelle Entwicklungen. Bei den Millennials beträgt der Anteil der Konfessionslosen sogar schon ein Drittel.

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