Schlagwort-Archive: USA

Eikonal: Österreichischer Politiker droht Steinmeier und de Maizière mit Klage

Der BND versorgte die USA von 2004 bis 2007 mit Internet-Kommunikationsdaten der eigenen Bürger. Der österreichische Grünen-Politiker Pilz will nun Steinmeier und de Maizière verklagen.


stern.de

© Odd Andersen/AFP Photo

Ein österreichischer Abgeordneter will den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wegen der Internet-Überwachung des Bundesnachrichtendienstes anzeigen. Steinmeier und de Maizière waren nacheinander Chefs des Bundeskanzleramts und damit zuständig für die Aufsicht über den Bundesnachrichtendienst. Der österreichische Grüne Peter Pilz sieht sie daher in der Verantwortung für Spionageprogramme, die auch Europäer und Österreicher betroffen hätten.

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Homo-Ehe spaltet Berliner CDU

In der Berliner CDU hingegen liegen Befürworter und Gegner der Homo-Ehe im ernsthaften Streit über das, was viele Mitglieder für einen Grundwert im Selbstverständnis der Partei… – Foto: imago/IPON
In der Berliner CDU werben einflussreiche Gegner der Ehe für alle unter den Mitgliedern für ihre Position – die USA oder Irland seien kein Vorbild, schreiben sie in einem offenen Brief. Die Befürworter wollen dagegenhalten.


Von Werner van Bebber, Sabine Beikler|DER TAGESSPIEGEL

In der Berliner CDU artikuliert sich deutliche Ablehnung gegenüber der Homo-Ehe. 17 Mitglieder des Abgeordnetenhauses – fast die halbe Fraktion – wenden sich in einem offenen Brief unter der Überschrift „Nein zur Ehe für Alle“ an die 12 500 Mitglieder der Berliner Union. Diese können bis zum 24. Juli darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die „Ehe für alle“ sind – allerdings auf einer fünfteiligen abgestuften Skala. Bei einer Bundesratsabstimmung zur sogenannten Öffnung der Ehe hat sich das Land Berlin enthalten, weil sich SPD und CDU nicht einig waren. Das hatte zum Streit zwischen den beiden Koalitionspartnern geführt.

Unter den 17 Unterzeichnern des offenen Briefs sind einflussreiche Abgeordnete wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Cornelia Seibeld und der parlamentarische Geschäftsführer Sven Rissmann. Der ehemalige Regierende Bürgermeister und CDU-Ehrenvorsitzende Eberhard Diepgen unterstützt die Verfasser des Briefes ebenso wie der Landesvorsitzende der Jungen Union, Christoph Brzezinski, der Bundestagsabgeordnete Philipp Lengsfeld und der Europa-Abgeordnete Joachim Zeller.

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USA: Christliche Werte schwinden rasant

Die USA machen durch Amokläufe und rassistische Ausschreitungen in diesem Jahr negative Schlagzeilen. Laut Umfragen erleben sie einen rasanten Wertewandel weg vom Christentum.


Von Uwe Siemon-Netto|kath.net

us_flagge_bibel_kreuzWillkommen in unserer unerlösten Welt, liebe Amerikaner! Nun sind nur noch 70% von Euch Christen, und 57% befürworten die Homo-Ehe, die Gottes Schöpfungsordnungen widerspricht! Mögen Utopisten staunen, wie rasant bei Euch die Werte schwinden, mich überrascht das nicht. Ich kenne und liebe Euer Land seit 53 Jahren, hegte aber nie die Illusion, dass Ihr keine Sünder wäret. Lange vor mir hat Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) erkannt, was so vielen Eurer theologisch ausgehöhlten Gemeinden fehlte: das Wort vom Kreuz, an dem allein sich Gottes Wesen erkennen lässt. Um es jungen Suchenden gemütlich zu machen, ersparen Eure riesigen Wohlfühlkirchen ihnen jetzt den Anblick dieses Zeichens der Gnade, von der sich der befreiende Spruch ableitet: „Dir sind Deine Sünden vergeben.“

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Das lebensferne Nein der CDU zur Ehe für alle

In Deutschland stellt sich die Bundesregierung im Umgang mit der Ehe-Freigabe für alle weiterhin quer – obwohl der Kampf längst verloren ist. Foto: dpa
Während das Oberste Gericht in den USA die Ehe für alle freigibt, weigert sich die CDU weiter beharrlich – nicht mit Argumenten, sondern mit Verfahrenstricks. Sie versucht damit, einen längst verlorenen Posten irgendwie zu halten.


Von Holger Schmale|Berliner Zeitung

Das Oberste Gericht der USA verkündet stets vor der Sommerpause wichtige Urteile – es mag Zufall sein, dass seine Entscheidung zur Ehe für alle in die Tage der Christopher-Street-Feste gefallen ist. Ein besseres Datum aber hätten die Richter nicht finden können. Die Ehe ist ein Grundrecht, das schwulen oder lesbischen Paaren nicht verweigert werden darf, so klar lautet das Urteil aus Washington. Eine große Mehrheit im Bundestag sieht das genauso, und die Mehrheit der Bundesbürger auch.

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“Die Sexualmoral muss sich ändern”

Die Homosexuellen-Ehe: Realität nun auch in den USA und in Irland. Warum gibt die katholische Kirche gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ihren Segen? Ein Interview mit dem Theologen Dr. Wunibald Müller.


Von Johannes Schröer|Domradio

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de

domradio.de: Warum ist es uns in der katholischen Kirche nicht egal, ob ein Mensch hetero- oder homosexuell ist?

Dr. Wunibald Müller: Weil Homosexualität nach wie vor in unserer Gesellschaft tabuisiert wird, sie immer noch etwas Fremdes ist, wir die Last mittragen, dass Homosexualität noch in den 60er Jahren kriminalisiert und später pathologisiert wurde. Und manchmal auch, weil viele Menschen Angst haben, mit ihren eigenen homosexuellen Gefühlen in Berührung zu kommen, wenn sie das Thema zulassen. Und dann natürlich auch, weil viele innerhalb der Kirche davon ausgehen, dass die Homosexualität nicht der Schöpfungsordnung entspricht.

domradio.de: Die katholische Sexualmoral spricht von einer göttlichen Schöpfungsordnung, die auf heterosexueller Liebe aufbaut, weil nur so Fortpflanzung möglich ist. Ist das richtig? Sie sagen ja, dass die kirchliche Sexualmoral weiterentwickelt werden müsse…

Dr. Wunibald Müller: Dass die Fortpflanzung auf der heterosexuellen Liebe aufbaut, ist richtig, ob die Homosexualität damit der Schöpfungsordnung nicht entspricht, weiß ich nicht. Will die katholische Kirche, in dem, was sie zur gelebter Sexualität sagt, homosexuelle Menschen ansprechen, muss die Sexualmoral erweitert werden. Im Grunde genommen heißt es im Moment: Nur innerhalb der Ehe ist gelebte Sexualität moralisch gut. Es schließt also alle aus, die nicht innerhalb der Ehe ihre Sexualität leben. Und das betrifft natürlich auch die Homosexuellen.

Ich glaube, die Sexualmoral muss sich insofern ändern, dass man nicht mehr von der Heterosexualität als Norm ausgeht, sondern sagt: Es gibt das Potenzial der Sexualität und die Aufgabe der Kirche ist es, Menschen zu helfen, in ihrem Leben und in ihren Beziehungen dieses Potenzial der Sexualität so zu leben, dass es zu einer Bereicherung ihres Lebens beiträgt.

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Freikirchen schrumpfen auch in den USA

Die USA sind eine tiefreligiöse, christlich geprägte Nation. Nirgends sonst leben so viele Christen. Und wohl in keinem andern Land wird die Religionsfreiheit so sehr beachtet und geschützt. Dies ist mit ein Grund, weshalb selbst die Sekte Scientology jahrzehntelang als seriöse Glaubensgemeinschaft betrachtet wurde.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

us_flagge_bibel_kreuzDie Dichte an Freikirchen ist eines der besonderen Merkmale der USA. Im Wahlkampf kommt kein Präsidentschaftskandidat darum herum, um die Gunst der frommen Christen zu buhlen. Doch nun erreicht der Zeitgeist auch Amerika: Die christlichen Kirchen verlieren zunehmend Mitglieder, die Zahl der Nichtgläubigen wächst rasch. In den USA verstärkt sich der Trend, der in Europa schon länger zu beobachten ist: Glauben und Religion verlieren an Bedeutung, die Tendenz zur Säkularisierung nimmt zu.

Dies bestätigt eine Studie des amerikanischen Pew Research Centers, das 35’000 Amerikaner befragt hat. Bekannten sich 2007 noch 78,4 Prozent zum christlichen Glauben, sind es heute nur noch 70,6 Prozent. Dies ist zwar immer noch ein hoher Wert, doch der Einbruch ist dramatisch. Vor allem auch, weil die meisten Abtrünnigen religiös erzogen wurden und sich als Erwachsene in einem bewussten Prozess vom Glauben abwandten, also agnostisch oder atheistisch wurden. (In Europa werden viele Kinder nicht mehr religiös erzogen, weshalb die Zahl der Ungläubigen besonders rasch wächst.)

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Homo-Ehe: US-Evangelikale und Katholiken fürchten um ihre Religionsfreiheit

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In den USA fürchten Katholiken und theologisch konservative Protestanten um die Freiheit ihrer Religionsausübung, nachdem das Oberste Gericht die „Homo-Ehe“ im ganzen Land zugelassen hat. Damit sind Gesetze einzelner Bundesstaaten, die die Ehe allein auf die Gemeinschaft von Mann und Frau beschränken, wirkungslos.


idea.de

In 36 von 50 Bundesstaaten war die „Homo-Ehe“ bereits zugelassen. Das Oberste Gericht fällte sein Urteil am 26. Juni mit fünf gegen vier Richterstimmen. Den Ausschlag gab der Katholik Anthony Kennedy. Er hatte in der Urteilsbegründung festgehalten, dass Bürger, die aus religiösen Gründen die „Homo-Ehe“ ablehnen, ihre Ansichten verkünden und lehren dürfen. Das bedeute aber nicht, dass sie sie auch ausleben dürften, betonte der Verfassungsrichter John Roberts, der die Minderheitsposition vertrat. So könnten religiöse Ausbildungsstätten ihre Steuerbefreiung verlieren. Sie dürften möglicherweise ihre Studentenwohnungen nicht mehr nur an heterosexuelle Ehepaare vermieten. Roberts fürchtet, dass jene US-Amerikaner, die am traditionellen Eheverständnis festhalten, jetzt ausgegrenzt werden. Dabei handele es sich beispielsweise um die rund 50 Millionen Bürger, die in den Bundesstaaten für die alleinige Ehe von Mann und Frau gestimmt haben.

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Dschihadismus: Taliban fürchten IS-Ableger in Afghanistan

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
USA und Taliban haben in Afghanistan auf einmal einen gemeinsamen Feind: Am Hindukusch haben sich erste Gruppen gebildet, die sich zum “Islamischen Staat” bekennen. Die Taliban schickten schon einen Brandbrief an “Kalif” Baghdadi.


SpON

Die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) will in Afghanistan Fuß fassen. Die US-Armee registriere verstärkte Rekrutierungsbemühungen der Dschihadisten am Hindukusch, heißt es in einem Bericht des Pentagon an den Kongress im Washington.

Mehrere Dschihadisten, die zuvor anderen Gruppen angehörten, haben sich in “Provinz Chorasan im Islamischen Staat” umbenannt. Chorasan ist die antike Bezeichnung für Teile des heutigen Iran und Afghanistans.

Mit der Namensänderung und dem Bekenntnis zum IS wollten die afghanischen Islamisten offenbar die Aufmerksamkeit der Medien erregen, neue Finanzquellen erschließen und Rekruten gewinnen. Die aufkeimenden Aktivitäten des IS beunruhigen auch die Regierungen von Afghanistan und Pakistan.

Das Pentagon geht davon aus, dass der IS versuchen werde, “seine Präsenz in Afghanistan im Laufe des kommenden Jahres auszuweiten”.

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US-Bundesstaat South Carolina: Weißer erschießt neun Schwarze in Kirche

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Ein weißer Mann hat in der Kirche einer schwarzen Gemeinde in Charleston in den USA um sich geschossen und etliche Menschen getötet. Der Täter ist auf der Flucht.


DER TAGESSPIEGEL

In einer Kirche in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina sind am Mittwochabend (Ortszeit) neun Menschen erschossen worden. Das gab der örtliche Polizeichef in Charleston in der Nacht zum Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Ein weißer Mann habe in dem von Schwarzen besuchten Gotteshaus das Feuer auf Menschen eröffnet, die zu einer Bibelstunde zusammengekommen seien. Acht Menschen seien am Tatort gestorben, ein weiteres Opfer sei im Krankenhaus gestorben. Ein Mensch liege schwer verletzt im Krankenhaus.

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Rausch statt Religion

us_flagge_bibel_kreuzLange galten die USA als strukturell konservatives Land. Doch die Gewichte haben sich zuletzt rasant verschoben, wie sich an der Einstellung zum Kapitalismus, zur Homo-Ehe oder zu Marihuana zeigt.


Von Clemes Wergin|DIE WELT

Vor Kurzem musste die britische Labour-Partei eine herbe Wahlniederlage einstecken, weil sie sich von Tony Blairs Drittem Weg verabschiedet und wieder in die klassische linke Ecke zurückgezogen hatte. Die Demokraten in Amerika versuchen nun ein ähnliches Experiment. Die Kandidaten liefern sich einen linken Überbietungswettstreit und wollen sich im Wahlkampf ganz auf die Mobilisierung der eigenen Basis konzentrieren. Eine Taktik, die größere Erfolgsaussichten hat als in Großbritannien. Denn tatsächlich ist Amerikas Gesellschaft in den vergangenen Jahren deutlich nach links gerückt. Das liegt auch an der Schwäche der republikanischen Botschaft. Die ruhte in den vergangenen Jahrzehnten auf zwei Säulen. Die eine bildeten die Evangelikalen und die sozial Konservativen. Das zweite Standbein war ein emphatisches Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft, zu Innovation und einem möglichst wenig regulierenden Staat. Beide Säulen tragen heute nicht mehr so sicher wie früher. Sowohl konservative Werte wie der Kapitalismus sind in der Krise.

Amerika durchlebt gerade einen rasanten Wertewandel. Am deutlichsten ist der an den Themen Homo-Ehe und Marihuana-Legalisierung ablesbar. 1996 war noch eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner, 68 Prozent, gegen die Homo-Ehe und nur 27 Prozent dafür. Inzwischen genießt die Homo-Ehe 57 Prozent Zustimmung, auch jüngere Republikaner sind inzwischen mehrheitlich dafür. Und eine Mehrheit tritt auch für die Legalisierung von Marihuana ein. Auch der Einfluss der Evangelikalen auf die Republikaner war seit Jahrzehnten nicht mehr so gering wie heute. Im ganzen Land nimmt die Zahl derjenigen stark ab, die sich einer Religion zugehörig fühlen. Nach einer aktuellen, repräsentativen Pew-Studie, für die 35.000 Amerikaner befragt worden sind, ist die Zahl der Christen in den letzten acht Jahren von 78,4 auf 70,6 Prozent gesunken. Den größten Zuwachs verzeichnen die, die keiner Glaubensrichtung angehören. Sie sind von 16,1 Prozent auf fast ein Viertel (22,8 Prozent) angewachsen. Angesichts des Schneckentempos, in dem sich demografische Entwicklungen sonst vollziehen, sind das geradezu atemberaubend schnelle Entwicklungen. Bei den Millennials beträgt der Anteil der Konfessionslosen sogar schon ein Drittel.

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Umfrage: Mehrheit will Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern

Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Die Deutschen sind laut einer Umfrage mehrheitlich dafür, Schmerzpatienten einen leichteren Zugang zu Cannabis zu verschaffen, um deren Beschwerden zu lindern. In einer repräsentativen Infratest-Erhebung für das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” sprachen sich 90 Prozent der Befragten dafür aus.


evangelisch.de

Wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet, ist es für deutsche Patienten aber bislang schwierig bis unmöglich, auf legalem Weg an Marihuana heranzukommen.

Die Bundesopiumstelle hat demnach bisher nur 449 Kranken eine Erlaubnis zum Bezug von Medizinalhanf aus der Apotheke erteilt. In Israel haben dem Bericht zufolge mehr als 20.000, in Kanada schon mehr als 50.000 Patienten eine solche Genehmigung. In den USA machen inzwischen sogar Millionen Gebrauch von “medizinischem Cannabis”, das hilfreich sein kann unter anderem für Krebs- und Schmerzpatienten, für HIV-Kranke und Menschen mit Multipler Sklerose oder der Darmerkrankung Morbus Crohn.

Die Mehrheit der Deutschen will indes am geltenden Verbot von Marihuana als Rauschdroge festhalten. 59 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, den Besitz von Cannabis weiterhin strafrechtlich zu verfolgen. Nur in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen findet die Freigabe von Cannabis eine absolute Mehrheit (55 Prozent). Weltweit berauschen sich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 150 Millionen Menschen mit Cannabis.

Greg Graffin: “Ich erlebe Deutschland als einen nicht sehr religiösen Ort”

Bad Religion

Greg Graffin ist Evolutionsbiologe und einer der bekanntesten Musiker der USA: Er ist Sänger der Band “Bad Religion”. Die Band benutzt als ihr Logo ein durchgestrichenes Kreuz und grenzt sich somit bewusst ab von christlicher Religion. Im Streitgespräch mit evangelisch.de spricht Greg Graffin über seinen Glauben, über das, was man seinen Kindern weitergeben sollte und sein Bild von Deutschland.


evangelisch.de

Was wissen Sie über die Deutschen und ihre Verhältnis zu den Religionen?

Greg Graffin: Ich komme seit einem Vierteljahrhundert nach Deutschland, meistens als Punkrocker. Und ich erlebe Deutschland nicht als einen sehr religiösen Ort. Ich weiß, dass es eine starke säkulare Tendenz gibt, die deutsche Kultur ist schon weitgehend verweltlicht. Aber mir ist auch klar, dass es eine große katholische und protestantische Tradition gibt, die unter Umständen ablehnt, für was Bad Religion steht, und sich von uns angegriffen fühlt

Wie sieht es in Ihrer Heimat, den USA, aus?

Graffin: Ein wenig anders. In Deutschland sind selbst kleinere Orte mit dem Rest verbunden, über die Bahn oder andere Verbindungen. Das ist in den USA anders. Viele Gemeinden und Städte sind isoliert. Und in diesen Orten sind die Menschen viel häufiger ihren Traditionen verhaftet. Dort ist es viel schwieriger, in die Freiheit auszubrechen. Eine säkulare Gesellschaft wie hier in Deutschland – in den USA ist das kaum vorstellbar.

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Die ‚Caritas-Industrie’ der katholischen Kirche in den USA

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Die karitativen Einrichtungen der katholischen Kirche in den USA hätten ihre Arbeit an Personen übergeben, die mit der Kirche und ihrer wichtigsten Aufgabe wenig zu tun hätten. Letztere bestehe in der Mission, schreibt Michael Hichborn.

kath.net

Die Kernaufgabe der Kirche bestehe darin, die Menschen zu Gott zu führen. Alles was die Kirche tue, solle diesem höchsten Zweck dienen. Alles was diesem Ziel nicht dient, sei leer und sinnlos. Mit dieser prinzipiellen Überlegung leitet Michael Hichborn vom US-amerikanischen Lepanto Institute seinen Kommentar über den Zustand der karitativen Einrichtungen der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten ein.

Diese hätten ihre Tätigkeiten in den letzten Jahrzehnten weitgehend in die Hände von Personen gelegt, die mit dem Ziel der Kirche wenig anfangen könnten, schreibt er. Bis ins 20. Jahrhundert seien es die katholischen Orden gewesen, welche die Armen versorgt, die Kranken gepflegt und die Unwissenden gelehrt hätten, fährt er in Anspielung auf die Werke der Barmherzigkeit fort. In den katholischen Spitälern und Schulen seien vor allem Angehörige karitativer Orden tätig gewesen, die stets auch die Seelen der ihnen Anvertrauten im Blick gehabt hätten. Gleiches habe für die Missionsorden gegolten, welche zusätzlich die Armen der Welt mit dem Notwendigsten versorgt hätten.

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Glauben trifft Technologie: US-Firma erfindet Kopftuch für sportliche Muslima

Das Multifunktions-Kopftuch soll den Sport künftig angenehmer machen. (Foto: Veil)
Ein junges Unternehmen aus Ohio hat offenbar eine Marktlücke entdeckt. Die US-Amerikaner produzieren ein Kopftuch mit besonderen Eigenschaften für sportliche Muslima. Über Kickstarter versuchen sie ihre Idee weiter voran zu treiben.


Deutsch Türkische Nachrichten

Sport- und Freizeitmode – das ist eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie. Auch Bekleidung für gläubige Muslime ist mittlerweile ein einträgliches Geschäft geworden. Vor allem Frauen wollen beides – Stil und Funktion. Während gläubige Muslima sich heute auch auf dem Laufsteg wiederfinden können, ist der Markt für spezielle Sportbekleidung bislang nur wenig beachtet worden. Das soll sich jetzt ändern – zumindest wenn es nach einer kleinen Firma in Ohio geht.

Sport mit Kopftuch ist für viele muslimische Frauen ein Muss, gleichzeitig aber auch eine recht unangenehme Angelegenheit. Eigentlich wäre eine Kopfbekleidung ideal, die nicht nur den Schweiß absorbiert, sondern je nach Workout-Location auch noch Regen oder Hitze abhält.

Veil versucht diese Lücke mit seiner Innovation zu füllen, berichtet das Technikportal mashable.com. Das Besondere: Der Hijab verzichtet auf traditionelle Stoffe wie Seide, Chiffon und Baumwolle und setzt ganz auf Nylon, das leicht Schweiß ableitet, fast vollständig wasserdicht ist und im Fall der Fälle auch sehr schnell trocknet.

 

Elitär: Ursula von der Leyen nimmt an Bilderberg-Konferenz teil

UvdLVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz teilnehmen. Das geht aus der Teilnehmerliste hervor, die die Bilderberg-Gruppe zusammen mit einer Liste der Themen, über die bei der Konferenz diskutiert wird, veröffentlicht hat.

Von Marcus Klöckner|TELEPOLIS

Neben von der Leyen wurden noch 7 weitere Teilnehmer aus Deutschland eingeladen.
Auf der Teilnehmerliste stehen unter anderem die Namen Katrin Suder (Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium), Paul Achleitner (Aufsichtsratschef der Deutschen Bank), Mathias Döpfner (Chef des Axel-Springer-Verlags) und Julia Jäkel (Vorstandsvorsitzende beim Verlag Gruner und Jahr).

Auf der Agenda finden sich Themen wie Griechenland, Globalisisierung, NATO, Russland, Terrorismus, Wahlen in den USA, künstliche Intelligenz, Sicherheit im Internet.

Wie immer sind die Angaben zu den Themen, die die Bilderberg-Gruppe veröffentlicht, sehr grob gefasst. Worüber im Detail gesprochen wird, gibt “Bilderberg” nicht an. Die Bilderberg-Konferenz, die vom 11.-14. Juni in einem extra für den Zweck gemieteten Hotel in Tirol stattfindet, gilt als private Veranstaltung, die Öffentlichkeit wird ausgeschlossen.

Während es über viele Jahrzehnte so gut wie kaum eine Berichterstattung der Medien zu dem Treffen des Machtelitezirkels gegeben hat, zeichnet sich seit einigen Jahren eine stärkere mediale Aufmerksamkeit ab.

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Bedford-Strohm lehnt TTIP ab

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, lehnt das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA ab.

evangelisch.de

Es gebe viele Anzeichen dafür, dass das Abkommen sozialpolitischem und ökologischem Fortschritt nicht nützen werde, sagte er am Freitag auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart. “Deswegen kann ich nach dem gegenwärtigen Stand eine Zustimmung zu TTIP nicht empfehlen”, sagte Bedford-Strohm.

Staat und Kirche: «Einbindung ist enorm wichtig»

laicite

Das Staatskirchentum, wie es der Kanton Bern kennt, sollte nicht leichtfertig preisgegeben werden, sagt die Publizistin Gret Haller.

Von Bernard Ott, Dölf Barben|DER BUND

Das Band zwischen Staat und Kirche soll im Kanton Bern gelockert werden. Sie betrachten dies kritisch. Warum?
Der Begriff «Trennung von Kirche und Staat» wird oft nicht richtig eingeordnet. «Trennung von Kirche und Staat» ist eine Methode, mit der ganz unterschiedliche Dinge erreicht werden können. Das beste Beispiel dafür sind Frankreich und die Vereinigten Staaten.

Inwiefern?
Beide haben eine sehr strikte Trennung von Kirche und Staat. Aber die Zielsetzungen dieser Trennung sind diametral verschieden. Die Franzosen wollen vermeiden, dass sich die Kirche beziehungsweise die Religion in die Politik einmischt – während die Amerikaner genau das Gegenteil bezwecken: Sie wollen nicht, dass die Religion daran gehindert wird, in die Politik einzufliessen. In der US-Politik spielt das Religiöse eine unglaublich grosse Rolle – eine Rolle, die es in keinem europäischen Staat spielen könnte.

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Niederlage für Abercrombie & Fitch: Muslimin bekommt im Kopftuchstreit gegen Modekette Recht

Weil ein Kopftuch sich nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrüge, hat eine Modekette in den USA die Bewerbung einer jungen Muslima abgelehnt. Diese verklagte das Unternehmen wegen Diskriminierung. Sieben Jahre später bekommt sie nun Recht, obschon sie das Unternehmen zuvor nicht darüber informiert hatte, dass sie eine Ausnahme vom herrschenden Kopfbedeckungsverbot benötige.


Deutsch Türkische Nachrichten

Im Kopftuchstreit mit einer US-Modekette hat eine Muslimin vom Obersten Gerichtshof der USA Recht bekommen. Das Unternehmen Abercrombie & Fitch in Tulsa (Bundesstaat Oklahoma) habe ungesetzlich gehandelt, urteilte der Supreme Court am Montag in Washington. Die Firma hatte eine Bewerbung der Frau 2008 als Verkäuferin abgelehnt, weil sich ihr Kopftuch nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrüge. Das Bürgerrechtsgesetz von 1964 verbiete es, die Frau wegen ihrer Religion zu diskriminieren, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

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Religion als Maske des Krieges

Siegestrunken durch Aleppo: Kämpfer der Nusra-Front beherrschen den Ostteil der Millionenstadt.⋌ Foto: AFP
Ahmed Badr al-Din Hassoun ist Großmufti von Syrien und stammt aus Aleppo. Ein Mufti ist ermächtigt, islamische Rechtsgutachten zu erteilen. Hassoun, geboren 1949, studierte arabische Literatur und promovierte in islamischer Rechtswissenschaft an der Al-Azhar-Universität in Kairo. Im Oktober 2011 wurde sein Sohn Saria (22) Opfer eines Attentates. Mit dem Großmufti sprach in Damaskus Karin Leukefeld.


ND

Das fünfte Kriegsjahr hat in Syrien begonnen, wann hört das Blutvergießen auf?
Wenn die USA, Europa und die Türkei ehrlich und offen gegen diese Kriminellen vorgehen. Wenn sie aufhören, sie mit Geld und Waffen zu versorgen und ihnen Öl abzukaufen, das sie Syrien gestohlen haben. Und wenn die Regierungen in Großbritannien, Frankreich, den USA und Italien eingesehen haben, dass diese Kriminellen, die sie unterstützen, eines Tages sie selbst angreifen werden. Diejenigen, die schwere Verbrechen gegen (das Pariser Satiremagazin – K. L.) »Charlie Hebdo« begangen haben, sind die gleichen, die Verbrechen in Palmyra und Tadmur begehen. Doch warum hat sich die ganze Welt versammelt, um für die zehn Mitarbeiter von »Charlie Hebdo« zu trauern, während wir kein Wort der Trauer für die Menschen hören, die in Libyen, Irak, Syrien, auf dem Sinai und täglich in Jemen getötet werden? Sie fragen, wann das Morden aufhört? Es hört auf, wenn Europa an unserer Seite steht, nicht an der Seite von Kriminellen. Fragen Sie den türkischen, fragen Sie den US-Präsidenten und die Leute (aus den Golfstaaten – K. L.), mit denen er sich in Camp David vor einer Woche getroffen hat.

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USA zahlten mutmaßlichen Nazi-Vebrechern Millionen Dollar an Sozialhilfen

Die USA haben offenbar jahrzehnte lang Sozialhilfen an mutmaßliche Nazi-Verbrecher gezahlt. Insgesamt sollen die Verdächtigen über 18 Millionen Euro an Zuwendungen bekommen haben. Einige starben, bevor sie ausgewiesen werden konnten, andere flohen.


FOCUS ONLINE

  • USA zahlten Millionen an mutmaßliche Nazi-Verbrecher
  • Ermittlungen gegen Verdächtige wurden erst spät aufgenommen
  • Bericht soll Ausmaß offenbaren

Die USA haben insgesamt 20,2 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 18,5 Millionen Euro) an US-Bürger gezahlt, die mutmaßliche Nazi-Verbrecher sind. Das berichtet die „New York Times“. Das Geld soll in Form von Sozialhilfen geflossen sein.

Insgesamt sollen über 130 Nazis von den staatlichen Zuwendungen profitiert haben. Das Geld soll trotz der schändlichen Vergangenheit der betreffenden Personen über 50 Jahre lang regelmäßig überwiesen worden sein. Die letzte Überweisung wurde noch im Januar dieses Jahres getätigt, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Ermittler.

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