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USA bestätigen Tod von Kindern bei Luftangriff

Foto: dpa US-Kampfjets über dem nördlichen Irak: Bei Angriffen der USA in Syrien kamen im vergangenen November zwei Kinder ums Leben, wie das Pentagon nun einräumte

Die USA haben zugegeben, in Syrien für den Tod von Zivilisten verantwortlich zu sein. Der IS nimmt auch den letzten Grenzübergang zwischen Syrien und Irak ein. Obama bleibt trotzdem optimistisch.


DIE WELT

Bei einem US-Luftangriff auf Extremisten in Syrien sind womöglich zwei Kinder getötet worden. Das geht aus einem am Donnerstag vom Pentagon veröffentlichten Untersuchungsbericht hervor.

Demnach wurden zudem zwei erwachsene Zivilisten bei den Attacken vom 4. und 5. November 2014 verletzt. Das US-Zentralkommando drückte sein Bedauern über die mutmaßlichen Todesfälle auf, betonte aber zugleich, dass bei dem militärischen Vorgehen alle Regeln befolgt worden seien.

Es handelte sich um die erste von vier laufenden Militärermittlungen zu zivilen Opfern durch US-geführte Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und andere Extremistengruppen im Irak und Syrien. Anlass sind Vorwürfe von Menschenrechtlern, wonach weitaus mehr unschuldige Bürger durch die Offensiven ums Leben kamen als bisher bekannt. Gegen den IS im Irak gehen die USA seit August vergangenen Jahres militärisch, seit September auch in Syrien.

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Der unheimliche Machtgewinn des Islamischen Staats

Foto: Infografik Die Welt

Die USA erklärten den Vormarsch der Terrormiliz für gestoppt. Doch jetzt haben die Islamisten die antike Stadt Palmyra besetzt und kontrollieren halb Syrien. Warum der IS stark ist wie lange nicht.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Es war eine kleine Nachricht mit großer Wirkung: “Wir haben die Kontrolle über Palmyra übernommen”, gab die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Twitter bekannt. Auch nach tagelangen Kämpfen konnte sie von der syrischen Armee trotz Luftunterstützung nicht mehr aufgehalten werden.

Die Regierungstruppen hätten sich von allen Positionen in der Stadt und ihrer Umgebung zurückgezogen, erklärten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Sohr) und andere Aktivisten am Donnerstag. Experten befürchten nun eine Zerstörung der in Palmyra befindlichen antiken Stätten, die zum Weltkulturerbe zählen.

Sohr teilte mit, der IS habe in Palmyra mindestens 17 Menschen ermordet, unter ihnen syrische Sicherheitskräfte und Bürger, die die Regierung des Landes unterstützten. Einige der Opfer seien geköpft worden. Vor Einnahme der Stadt hätten die Terroristen in der Gegend um Palmyra mindestens 49 Menschen umgebracht.

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Kritik an Todesurteil für Ägyptens Ex-Präsident Morsi

foto: reuters / mohamed abd el ghany Mohammed Morsi am Samstag bei der Urteilsverkündung in einem abgesicherten Gerichtssaal am Rande der Hauptstadt Kairo.

Ein Gericht in Kairo hat über Mohammed Morsi und 105 weitere Muslimbrüder die Todesstrafe für einen Gefängnisausbruch im Jahr 2011 verhängt.


Von Astrid Frefel|derStandard.at

Die internationale Kritik am Todesurteil für den ehemaligen ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Morsi ließ nicht lange auf sich warten: Nur wenige Stunden, nachdem er sowie weitere 105 Muslimbrüder durch den Vorsitzenden Richter Shabaan al-Shamy wegen eines Gefängnisausbruchs während der Revolution 2011 verurteilt worden waren, meldete sich am Sonntag das US-Außenministerium zu Wort: Massenprozesse wie jener in Kairo seien unvereinbar mit dem Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit und den internationalen Verpflichtungen Ägyptens, sagte ein Vertreter des State Department in Washington.

Auch der deutsche Außenminister Steinmeier äußerte sich in diesem Sinne: In Jordanien sagte er, die Todesstrafe sei “eine Form der Strafe, die wir kategorisch ablehnen”. Er erwarte, dass die ägyptische Justiz “nach Recht und Gesetz handelt – und nicht nach politischen Maßstäben”.

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So prügelt die Polizei auf Deutsch-Türken ein

Der Mann wird verprügelt und danach wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. (Screenshot)

Mehrere Polizei-Beamte aus Bielefeld halten einen deutsch-türkischen Autofahrer an. Anschließend prügeln sie grundlos auf den Mann ein. Der Mann wehrt sich nicht und wird dennoch wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. Die Richterin spricht ihn frei, nachdem sie ein Video des Vorfalls gesehen hat. Die Beamten sind noch im Dienst.


Deutsch Türkische Nachrichten

Bei einer Verkehrskontrolle in Herford hatten Polizisten grundlos auf einen Deutsch-Türken eingeschlagen und mit Pfefferspray besprüht. Die Beamten begründeten die Aggression mit dem Argument der „Notwehr“. Zuvor hatten die Polizisten eine  Alkoholkontrolle durchgeführt, die allerdings ohne Ergebnis blieb.

RTL zitiert Ercan: „Ich habe mich nicht gewehrt, weil das die deutsche Polizei war (…) Ich habe immer gelernt, Respekt und Achtung vor der Polizei zu haben.“

Dem Autofahrer Hüseyin Ercan wird nach den Vorfall „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ vorgeworfen. Es kommt zum Verfahren, aber die Staatsanwaltschaft will das Video, welches von der Polizei-Kamera aufgezeichnet wurde, nicht in das Verfahren aufnehmen. Offenbar wollte sie in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Polizei den gesamten Vorfall vertuschen. Deshalb wurde lediglich Screenshots vom Video gemacht.

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Weniger Christen in den USA

us_flagge_bibel_kreuzIn den USA ist der Anteil der Christen an der Bevölkerung einer Untersuchung zufolge deutlich zurückgegangen. Rund 71 Prozent der Befragten hätten bei einer Erhebung im Sommer 2014 erklärt, sie seien Christen, teilte das Pew-Forschungszentrum am Dienstag mit.


evangelisch.de

Im Jahr 2007 hatte der Anteil noch bei rund 78 Prozent gelegen. Der Anteil der Menschen ohne Religionszugehörigkeit habe in dem Zeitraum um rund acht Prozentpunkte auf knapp 23 Prozent zugelegt. Für die Studie waren rund 35.000 Menschen befragt worden.

Der Rückgang sei in allen Regionen der USA zu verzeichnen, erklärte der Autor der Studie, Alan Cooperman, in der “New York Times”. Die Unterschiede zwischen den Generationen seien aber beträchtlich. Rund ein Drittel der US-Amerikaner unter 35 Jahren gab an, Atheist oder Agnostiker zu sein oder “nichts Bestimmtes” zu glauben. Dagegen sei nur gut jeder Zehnte über 70-Jährige ohne Religion, sagte Cooperman.

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Nato gegen Flüchtlinge: Das Mittelmeer wird zum Kriegs-Gebiet

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Die Nato will die EU beim Kampf gegen Flüchtlingsboote unterstützen. Die EU hat sich auf ein militärisches Vorgehen gegen Schleuser als bevorzugten Umgang mit den Flüchtlingen festgelegt. Ein geheimes Strategie-Papier sieht sogar militärische Operationen in Libyen vor. Die Erklärung des Mittelmeers zum Kriegsgebiet ist eine moralische und politische Bankrotterklärung.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Nato will die EU beim geplanten Kampf gegen Schleuserbanden im Mittelmeerraum unterstützten. «Ich denke, es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, Informationen auszutauschen», sagte der amerikanische Nato-Botschafter Douglas E. Lute am Freitag mit Blick auf die US-Aufklärungskapazitäten in der Region. Möglichkeiten der Zusammenarbeit könnten bei einem Treffen der Nato-Außenminister in der kommenden Woche in der Türkei besprochen werden.

Die Festlegung auf ein militärisches Vorgehen gegen Flüchtlingsboote ist die einzige Antwort, auf die sich die EU-Staaten als Antwort auf die humanitäre Katastrophe einigen konnten. Zwar wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Flüchtlinge gerettet, doch die europäische Politik hat die moralische Kraft nicht, zwischen dem grundsätzlichen Problem und einer konkreten, humanistischen Lösung im Einzelfall zu unterscheiden. Bisher war es in zivilisierten Staaten Konsens, dass man in Not geratenen konkreten Menschen helfen muss – ungeachtet der Frage, ob die Hilfe Nebenwirkungen in der Form haben könnte, dass deswegen noch weitere Flüchtlinge kommen. Besonders verwerflich erscheint in dem Zusammenhang, dass die Fluchtwellen aus Syrien und Libyen durch den Kampf des Westens gegen die jeweiligen Regime ausgelöst wurden. Nun soll also die Nato am Abschuss von Flüchtlingsbooten mitwirken.

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Attacke gegen Erdoğan: Prediger Gülen mobilisiert seine Anhänger

Der islamische Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger geben sich in der Öffentlichkeit als Demokraten. (Screenshot via Youtube)

Der islamische Prediger Fethullah Gülen attackiert den türkischen Präsidenten massiv: Erdoğan habe aus der Türkei einen „Ein-Mann-Staat“ gemacht – also eine Diktatur. Die Worte Gülens sind ein Aufruf an die Anhänger


Deutsch Türkische Nachrichten

Der in den USA lebende islamische Prediger Fethullah Gülen mobilisiert in der Türkei seine Anhänger und motiviert sie dazu, gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die Regierung vorzugehen.

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt er, dass Erdoğan aus der Türkei einen „Parteienstaat und eigentlich sogar Ein-Mann-Staat“ gemacht habe. Früher habe es „das Joch“ des Militärs gegeben. Doch derzeit herrsche in der Türkei „das Joch einer Partei“. Als positives Gegenbeispiel nennt er die USA.

Gülen wörtlich: „Die USA sind ein demokratischer Rechtsstaat. Hier ist kein Platz für Willkür (…) Der Zustand, in den mein Land versinkt, macht mich traurig.“

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Kubas Präsident Raul Castro besucht den Papst im Vatikan

Raúl Castro (2012), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0/Government.ru

Der kubanische Präsident Raul Castro trifft am Sonntag Papst Franziskus im Vatikan. Die Begegnung in einem Raum der Audienzhalle habe “rein privaten Charakter”, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstagabend mit. Castro hatte dem Papst für die erfolgreiche Vermittlerrolle des Vatikan im Konflikt mit den USA gedankt. Die im Dezember eingeleitete Annäherung zwischen den USA und Kuba war wesentlich auf Vermittlung des Heiligen Stuhls zustande gekommen.


kathweb

Dem Vernehmen nach soll es bei dem Treffen am Sonntagvormittag auch um den Besuch gehen, den Papst Franziskus Ende September unmittelbar vor seinem Besuch in den USA und bei den Vereinten Nationen in New York dem kommunistisch regierten Inselstaat abstatten will.

Der Papst hatte die Präsidenten Kubas und der USA in persönlichen Schreiben eingeladen, ihre Differenzen zu überwinden, und an die USA appelliert, ihr Handelsembargo zu lockern. Der Vermittlungserfolg sei durch die lateinamerikanische Herkunft des Papstes und durch seinen entschiedenen Einsatz für soziale Gerechtigkeit begünstigt worden, hieß es anschließend.

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Deutsche Unternehmen im Ausland: Spitzenrang bei Menschenrechtsverletzungen

Arbeit unter lebensgefährlichen Bedingungen. Im peruanischen Ica retteten Bergarbeiter verschüttete Kollegen im April 2012 aus einer Kupfermine. – Foto: dpa

In wenigen anderen Ländern der Welt sitzen so viele Unternehmen, denen eine Beteiligung an schweren Menschenrechtsverletzungen angelastet wird, wie in Deutschland. Das ergibt eine aktuelle Studie der Universität Maastricht. Nichtregierungsorganisationen fordern politisch verbindliche Regeln – und verweisen auf Frankreich.


Von Dario Sarmadi|DER TAGESSPIEGEL

Es ist eine lange Liste: Darunter die Verseuchung von Wasser in Peru zur Gewinnung von Kupfer für deutsche Autos, Landvertreibungen in Uganda für eine Kaffeeplantage, die Flutung von Dörfern durch einen Staudamm im Sudan sowie die Ausbeutung von Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie. In all diesen Fällen waren deutsche Unternehmen direkt oder indirekt beteiligt, lautet der Vorwurf mehrerer Nichtregierungsorganisationen.

Ein globaler Vergleich von Forschern der Universität Maastricht untermauert die Kritik: Von 1.800 ausgewerteten Menschenrechtsbeschwerden betreffen 87 deutsche Unternehmen, womit Deutschland unter den Ländern den fünften Rang belegt. Lediglich die USA mit 511, Großbritannien mit 198, Kanada mit 110 und China mit 94 Beschwerden liegen noch davor. Die Unternehmen mit den häufigsten Vorkommnissen sind demnach Shell, Chevron und die Anglo Gold Ashanti aus Südafrika.

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Yildiz weist Kritik an türkischen AKW-Plänen zurück

Die türkische Regierung zeigt sich von den Bedenken ihrer Bürger gegenüber der Kernkraft völlig unbeeindruckt. (Screenshot YouTube)

Der türkische Energieminister Taner Yildiz lässt internationale Kritik an den türkischen Kernkraft-Plänen nicht gelten. Die Türkei sei nicht weniger mutig als andere Länder, die Kernkraftwerke hätten. Andere Standorte seien seiner Ansicht nach weitaus gefährlicher als der in Mersin.


Deutsch Türkische Nachrichten

Mitte April wurden die türkischen Atomkraftwerke real. Mit dem Baubeginn in Mersin wurde das erste von bislang drei geplanten Atomkraftwerken im Land umgesetzt. Umweltschützer begleiteten den Spatenstich mit Protesten. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an. Der türkische Energieminister Taner Yildiz zeigt sich davon allerdings unbeeindruckt.

«Ohne Kernenergie kann ein Land sich nicht fortentwickeln», sagte Energieminister Taner Yildiz bereits während der Zeremonie zum Spatenstich. Jetzt legt er noch einmal nach. «Wir sind nicht weniger mutig als Amerika oder Deutschland, Japan und Frankreich. Warum sollten wir Angst haben?», zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den Minister. Weltweit gebe es 442 Kernkraftwerke. Während andere ihre Kernkraftwerk 90 Kilometer von Paris entfernt bzw. 70 km von Madrid entfernt bauen, hätten die Touristen dort keine Angst. Warum sollten die Touristen diese also in der Türkei haben? Warum haben die dort keine Bedenken?, fragt Yildiz.

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6 Fakten über unseren Atommüll und dessen Entsorgung

Themenbild. Bild: brightsblog

Themenbild. Bild: brightsblog

Vor 20 Jahren, im April 1995, fand der erste Castor-Transport mit abgebrannten Kernbrennstäben in das Zwischenlager Gorleben statt. Wenig hat sich seitdem bei der Entsorgung des strahlenden Mülls getan, noch immer ist die Politik auf der Suche nach einem geeigneten Endlager.


Von Dirk Eidemüller|Spektrum.de

Als Atommüll bezeichnet man Reststoffe, die radioaktive Strahlung aussenden. Derartige Substanzen stammen aus einer Vielzahl von Quellen: In der Energiewirtschaft, Industrie, Forschung und Medizin werden radioaktive Substanzen verwendet und entstehen entsprechende Abfälle, die nach ihrer Gefährlichkeit klassifiziert werden: von schwach- über mittel- bis hin zu hochradioaktiv.

Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle existieren Endlager wie das Bergwerk Asse II bei Wolfenbüttel oder das Bergwerk Morsleben, in denen diese Stoffe bis zum Abklingen ihrer Radioaktivität sicher gelagert werden sollen. In beiden Salzstöcken traten jedoch in den vergangenen Jahren geologische Probleme wie Risse und Hohlräume auf, durch die Wasser sickert und die Fässer mit dem Atommüll durch Salzlauge angreift. Seit Jahren findet deshalb keine weitere Einlagerung mehr statt, beide Salzstöcke werden aufwändig stabilisiert und sollen dauerhaft stillgelegt werden.

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Erdoğan warnt Obama: US-Präsident sollte den Begriff „Genozid“ nicht benutzen

erdogan-sultanDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gibt in der Armenier-Debatte nun offenbar auch Anweisungen gen USA: Er erwarte von Präsident Barack Obama, dass dieser in einer Erklärung zum 100. Jahrestag der Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich den Begriff Genozid tatsächlich nicht verwende. Bislang hat die US-Regierung eine solche Einordnung vermieden – aus Rücksicht auf ihre türkischen Freunde.


Deutsch Türkische Nachrichten

Kurz vor den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gräueltaten an den Armeniern stellt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan noch einmal deutlich den vermeintlichen Alleinanspruch seiner Position heraus. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit Papst Franziskus sendet er nun vorsorglich noch einmal warnende Worte gen Weißes Haus.

„Ich möchte von Obama so etwas nicht hören. Und ich erwarte auch nicht, dass er so etwas sagt“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Erdoğan anlässlich eines Pressegesprächs zum Besuch der irakischen Präsidenten Fuad Masum in Ankara. Zuvor war in den Medien kursiert, dass Obama den Begriff Völkermord anlässlich des Gedenktags wohl erneut vermeiden würde. „Die Einschätzung der Rolle der Türkei und die Haltung der USA in dieser Sache liegen damit auf der Hand“, so der türkische Präsident weiter.

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Erdoğan und Putin schließen Bündnis gegen Gülen-Bewegung

Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und Präsident Wladimir Putin sind sich in vielerlei Hinsicht einig. (Screenshot via Youtube)

Erdoğan und Putin sehen die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen als Sicherheitsbedrohung. Deshalb wollen die die Bewegung gemeinsam bekämpfen. Ein ehemaliger FBI-Berater sagt, dass die CIA und die Gülen-Bewegung kooperieren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Gegner des islamischen Predigers Fethullah Gülen mehren sich. Der türkische Premier Erdoğan soll sich deshalb bei einem Russland-Besuch im vergangenen Jahr mit Präsident Putin auf die Bekämpfung Gülens geeinigt haben.

Der russische Politologe Vitaly Naumkin schreibt in einem Beitrag von Al-Monitor:

„Paradoxerweise ist es die gemeinsame negative Einstellung gegen die Aktivitäten Fethullah Gülens, die die Annäherung zwischen Russland und der Türkei gefördert hat.“

Die Schulen des islamischen Predigers wurden in Russland 2002 geschlossen. Auslöser war ein schwerwiegender Vorwurf, den der Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB) als erwiesen ansah. Die Mitglieder der Gemeinde sollen für die CIA spioniert haben. Der ehemalige FBI-Berater Paul L. Willams sagte im März 2014 der Zeitung Akşam, dass die CIA die Aktivitäten der Gülen-Bewegung in Zentralasien unterstützt habe.

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US-Amerikaner weiter für Todesstrafe, besonders Christen

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Die Mehrheit der US-Amerikaner steht weiter hinter der Todesstrafe, allerdings mit 56 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Demnach ging die Unterstützung für die Todesstrafe seit 2011 um sechs Prozentpunkte zurück. 1996 betrug der Anteil der Befürworter noch 78 Prozent.


kathweb

Während die Haltung zur Todesstrafe seitens männlicher Befragter seit 2011 praktisch unverändert bei 64 Prozent blieb, sank die Zustimmung unter Frauen von 59 auf 49 Prozent. Überdurchschnittlich großen Rückhalt finden Hinrichtungen bei Protestanten und Katholiken weißer Hautfarbe. Trotz leichter Einbußen finden noch 71 Prozent der Evangelikalen und 66 Prozent von Mitgliedern der protestantischen Hauptkirchen die Tötung von Straftätern in Ordnung. Unter weißen Katholiken stieg die Zustimmung sogar von 61 Prozent im Jahr 2011 auf jetzt 63 Prozent.

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Konversionstherapien für Homosexuelle: Umerziehung mit grausamen Folgen

Ratzinger_HomoIn den USA sollen “Heiltherapien” für homosexuelle Jugendliche verboten werden – aus gutem Grund. Die Psychologin Gisela Wolf erklärt, warum Menschen an den Folgen der Behandlung zerbrechen können.


Von Ilona Kiesl|stern.de

Einige Therapeuten glauben, aus Schwulen und Lesben Heterosexuelle machen zu können. Diese sogenannten Konversionstherapien sind umstritten – kommen aber nach wie vor zum Einsatz, etwa in den Vereinigten Staaten. Selbst Minderjährige nehmen an den Therapiesitzungen teil, häufig auf Anraten der eigenen Eltern. Dagegen will US-Präsident Barack Obama vorgehen: Er setzt sich dafür ein, die Umerziehungstherapien zumindest für Jugendliche verbieten zu lassen. In zwei Bundesstaaten, Kalifornien und New Jersey, ist das bereits der Fall.

Auch eine Reihe deutscher Verbände, etwa die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), hatte in der Vergangenheit vor Verfahren gewarnt, die zum Ziel haben, Schwule und Lesben zu konvertieren.

Die Psychologin Gisela Wolf beschäftigt sich schon seit Jahren mit dieser Thematik – und weist ebenfalls auf die Gefahren hin, die “Umpolversuche” nach sich ziehen können.

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Initiativen zur Hirnforschung: Mehr Systematik ist angesagt

Bild: BB

Bild: BB

In den letzten Jahren haben die USA, Europa, Japan und Israel neue Initiativen zur Hirnforschung lanciert. Auch die Chinesen wollen ein Projekt starten. Doch von einem Wettrennen kann keine Rede sein.


Von Lena Stallmach|Neue Zürcher Zeitung

In den letzten Jahrzehnten hat die Hirnforschung eine riesige Sammlung von Daten hervorgebracht und unzählige Hypothesen und Theorien entwickelt. Doch eine allumfassende, breit akzeptierte Theorie des Gehirns gibt es nicht. Aber es wurden wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch zu einem besseren Verständnis von Erkrankungen des Gehirns beitragen. Doch habe dieser Erkenntnisgewinn kaum zu medizinischen Fortschritten geführt, sagte Patrick Aebischer, der Rektor der ETH Lausanne, vergangene Woche am «Brain Forum» in Lausanne. Vertreter von nationalen und internationalen Hirnforschungs-Initiativen sprachen sich dort dafür aus, mehr System in die Forschung zu bringen und Daten konsequent öffentlich zugänglich zu machen.

Immer noch Neuland

Das «Brain Forum» wurde vor zwei Jahren von dem Unternehmer Walid Juffali gegründet und soll Hirnforscher, Mediziner, Ingenieure und Investoren zusammenbringen, um die Erkenntnisse aus der Forschung schneller nutzbar zu machen. Psychische Erkrankungen und die mit der Alterung der Menschheit zunehmende Last der Demenz-Erkrankungen stellen ein immer drängenderes Problem für die Gesellschaft dar. Dies scheint viele Regierungen und private Investoren davon zu überzeugen, die Hirnforschung vermehrt zu fördern. Und so wurden in den letzten Jahren mehrere internationale und nationale Initiativen lanciert: in Europa, den USA, Kanada, Israel und Japan. Die chinesische Regierung begutachtet derzeit einen entsprechenden Vorschlag.

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USA: Die religiöse Freiheit, Schwule nicht zu bedienen

us_flagge_bibel_kreuzIn Indiana und Arkansas sollen Gesetze zur “Wiederherstellung der religiösen Freiheit” Firmen erlauben, Homosexuelle aus Glaubensgründen nicht zu bedienen. Eine Welle der Empörung rollt durch Amerika.


Von Ansgar Graw|DIE WELT

Apple-Chef Tim Cook ist “tief enttäuscht” von Indiana. Die National Basketball Association (NBA) versichert, ihr seien “alle Fans, Spieler und Mitarbeiter” willkommen. Und Hillary Clinton, die immer noch nicht zugegeben hat, dass sie 2016 Präsidentin werden will, twittert: “Traurig, dass es zu diesem neuen Gesetz in Indiana im heutigen Amerika kommen kann.”

Amerika erlebt einen neuen Kulturkampf. Hintergrund ist ein von Gouverneur Mike Pence unterzeichnetes Gesetz zur “Wiederherstellung der religiösen Freiheit” (Religious Freedom Restoration). “Indiana SB 101“, wie es im Amtsgebrauch heißt, erlaubt Firmen und Einzelpersonen, Dienstleistungen zu verweigern, wenn sie sich dadurch in ihren religiösen Überzeugungen verletzt sehen. Das sei eine Einladung, Homosexuelle und andere Minderheiten zu diskriminieren, fürchten Kritiker. Ein Gastronom könne sich weigern, eine schwule Hochzeitsgesellschaft zu bewirten, und der professionelle Fotograf die Anfertigung des Fotos vom glücklichen Paar ablehnen.

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Ukraine: als Kampffeld erwünscht

Der ukrainische Präsident Poroschenko am Mittwoch beim Empfang der ersten Lieferung von Humvees, also noch von so genannten “nichttödlichen” Waffen. Bild: president.gov.ua

Mit satter Mehrheit von Demokraten wie Republikanern hat das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten dazu aufgerufen, an die ukrainische Regierung auch “tödliche Waffen” zu liefern. Die US-amerikanischen Oberkommandierenden der NATO verlangen längst danach; im Terrain der westlichen Nachbarn der Ukraine und Russlands baut das transatlantische Bündnis eine zweite Front auf. Das Minsker Abkommen Nr. 2 wird dabei kaum ernst genommen.


Von Arno Klönne|TELEPOLIS

In der US-amerikanischen politischen Klasse dominiert der Drang, beim “hybriden” Krieg um die Ukraine die militärische Komponente zu stärken und so auch die geopolitische Konfrontation mit Russland zu verschärfen. Mit einem “großen” oder gar atomaren militärischen Konflikt zwischen Moskau und Washington wird offenbar nicht kalkuliert, wohl aber mit einer Fortdauer der Gewalt in der Ukraine und weiteren Sanktionen gegen die russische Ökonomie. Dass so Differenzen zwischen der US-amerikanischen Russlandpolitik und der etlicher EU-Staaten, vor allem auch der Bundesrepublik, sich verfestigen, beunruhigt die Supermacht nicht; einen Dämpfer für europäische Eigenwilligkeiten hat sie offenbar einkalkuliert. Weshalb denken US-Politiker so?

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Das Höllenloch von Jharia Kohlefeuer in Indien: Inferno vor der Haustür

Themenbild.

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Seit fast hundert Jahren brennt im indischen Jharia ein Feuer unter der Erde; langsam frisst es sich durch den Boden – eine ökologische Katastrophe. Reisejournalist Johnny Haglund dokumentiert das Leben der Menschen am Höllenschlund.


SpON

Jharia – Wie genau das Feuer entstand, wissen sie im indischen Jharia nicht mehr. Am wahrscheinlichsten ist, dass die Kohleminen nicht richtig verschlossen wurden, damals, 1916. Seither brennt in der Stadt im Westen Indiens das Feuer. Verschluckte Hunderte Gebäude, verkohlte die Erde, vertrieb Menschen aus ihren Häusern, fraß sich mit der Zeit durch 41 Millionen Tonnen Kohle.

In vielen Ländern brennt es unterirdisch, vor allem Indien, China, Indonesien, Südafrika und die USA sind betroffen. Meist haben sich Kohleflöze entzündet. Die Brände lassen sich nur sehr schwer löschen.

In Jharia brennen mittlerweile 70 Feuer, die Gegend sieht aus, wie der brennende Eingang zur Unterwelt, wie das fiktive Schattenreich Mordor aus “Der Herr der Ringe”. Die Menschen in Jharia haben gelernt, mit den Flammen zu leben – auch wenn sie schädlich sind.

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US-Polizist erschießt 19-jährigen Afroamerikaner

waffe,-projektilWährend in Selma des “Blutigen Sonntags” vor 50 Jahren gedacht wird, löst der Tod eines weiteren Afroamerikaners durch Polizeischüsse in den USA wieder Proteste aus.


derStandard.at

Nach tödlichen Schüssen auf einen jungen Mannes demonstrierten in der US-Stadt Madison (Wisconsin) Dutzende Menschen gegen Polizeigewalt. Ein Beamter habe den 19-jährigen Tony Robinson in einer Wohnung erschossen, nachdem er von ihm attackiert worden sei, zitierte der Sender CNN den örtlichen Polizeichef Mike Koval.

Den Angaben zufolge hatte die Polizei am Freitagabend einen Hinweis erhalten, nach dem sich ein der Körperverletzung verdächtigter junger Mann in einer bestimmten Wohnung aufhalte. Bereits zuvor sei ein anderer Anruf eingegangen, demzufolge dieselbe Person zwischen fahrenden Autos hin- und herlaufe. Als ein Beamter die Wohnung aufgesucht habe, sei er von dem Mann angegriffen worden und habe geschossen. Medienberichten zufolge war Tony Robinson nicht bewaffnet.

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