Atheismus: Die Ächtung der Ungläubigen

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Nicht zu glauben, ungläubig zu sein, war lange Zeit nicht nur in Europa eine Todsünde. Auch heute noch kann Atheismus in 13 islamisch geprägten Ländern mit dem Tod bestraft werden. Dabei ist der Unglaube vermutlich genauso alt wie der Glaube selbst, wie antike Texte zeigen. Und manchmal war er sogar der Karriere förderlich.

Von Eva-Maria Götz-Laufenberg | Deutschlandfunk

Atheismus gibt es, seitdem es Religion gibt, meint die Heidelberger Historikerin Susan Richter. Zahlreiche Quellen, die belegen, dass Menschen die Existenz einer transzendentalen Macht anzweifeln, finden sich bereits in der Antike. Und auch da stand der Unglauben schon unter Strafe. Das gilt insbesondere für die Zeit der Spätantike und des frühen Christentums.

„Etwa der Codex Justinianus hat im Jahr 529 bereits strafrechtliche Maßnahmen katalogisiert, wie mit einem „Apostaten“, also einem der sich gegen Gott stellt, und von Gott abwendet, umzugehen ist, nämlich damit, dass ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen ist, und dass er kein Testament aufstellen darf, nicht zuletzt, um seine Ideen nicht zu vererben.“

Die Begründung für die Verfolgung atheistischer Vorstellungen liegt auf der Hand: Religionen waren immer mit Werten verbunden und diejenigen, die die Existenz eines Gottes leugneten, standen unter dem Verdacht, damit auch den moralischen Verhaltenskodex von Staat und Gesellschaft infrage zu stellen. Sie wurden zur Bedrohung.

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Asyl ist kein Gruppenrecht

© Fotolia / Traumbild
© Fotolia / Traumbild
Nach den Angaben des UNHCR gab es 2015 58 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Im Jahr 2016 ist die Zahl sprunghaft auf 65 Millionen angestiegen. In der ersten Oktoberwoche 2016 hat Amnesty International einen Anklagebericht gegen «reiche Länder» veröffentlicht, die nicht bereit sind, diese Flüchtlinge unbegrenzt aufzunehmen. Meine Reaktion darauf ist: Das ist der reine Wahnsinn.

Von Bassam Tibi | The European

Die grosse Völkerwanderung

Die EU hat für die Flüchtlingskrise ausser frommen Sprüchen keine Strategie zu bieten. Mit Gesinnungsterror wird jede freie Diskussion über das Thema unterdrückt.

Seit Beginn dieses Jahrhunderts und extrem seit der sogenannten Flüchtlingskrise von 2015/2016 befindet sich Westeuropa vor einer existenziellen Herausforderung durch eine demografische Explosion. Diese findet ausserhalb der europäischen Grenzen statt, trifft Europa aber ins Knochenmark dadurch, dass sie in sein Territorium eindringt. Die Bevölkerung der Region des Nahen Ostens und Nordafrikas hat sich in den wenigen vergangenen Jahrzehnten beinahe verdoppelt. Diese demografische Explosion wird unglücklicherweise von wirtschaftlicher Stagnation aller Länder der Region sowie durch einen politischen Rückfall in mittelalterlich-despotische Herrschaftsstrukturen begleitet. Die verzweifelten Nahost-Muslime suchen nach einem «Outlet» und glauben, dies in Europa zu finden; sie kommen zu Millionen und Europa ist auf diese demografische Lawine nicht vorbereitet.

In dieser Atmosphäre fand der Arabische Frühling statt und bot einen Hoffnungsschimmer für Freiheit, Demokratie und Entwicklung. Statt­dessen erfolgte Staatszerfall, woraus innere Kriege in Libyen, Syrien, Irak und Jemen resultierten, deren Ende nicht in Sicht ist. In den nächsten Jahren werden weitere nahöstliche Staaten folgen, vorrangig die Türkei und möglicherweise Ägypten und Algerien. Zur Globalisierung unserer Zeit gehört der Missstand, dass andere Staaten die Zeche für diese Fehlentwicklung im Nahen Osten zu zahlen haben, konkret ist hier Westeuropa angesprochen.

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US-Geheimdienstler warnen Israel vor Trump

 US-Geheimdienstler trauen dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump offenbar nicht. (Foto: AP)
US-Geheimdienstler trauen dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump offenbar nicht. (Foto: AP)
  • In Gesprächen mit israelischen Kollegen warnen US-Geheimdienstler davor, Informationen an das Weiße Haus und den Nationalen Sicherheitsrat weiterzugeben.
  • Das berichtet die israelische Zeitung Yediot Ahronot.
  • Angesichts der möglichen Verbindungen zwischen Trump und Russland, heißt es in dem Bericht, könnten die Informationen sonst bei Feinden Israels landen, etwa Iran.

Süddeutsche.de

Die Beziehungen zwischen Israel und den USA sind traditionell eng, das gilt auch für die Beziehungen der Geheimdienste. Dieser Umstand gibt US-amerikanischen Agenten offenbar Anlass zur Sorge: Laut einem Bericht der israelischen Zeitung Yediot Ahronot haben sie ihre israelischen Kollegen davor gewarnt, in Zukunft sensible Informationen an das Weiße Haus weiterzugeben. Angesichts der möglichen Verbindungen zwischen US-Präsident Trump und Russland könnten diese ansonsten in Moskau landen – und auch bei dessen Verbündeten, etwa Iran.

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Nilofar Rahmani: Afghanistans erste Kampfpilotin gibt auf

Niloofar Rahmani. Bild: wikimedia.org/PD
Niloofar Rahmani. Bild: wikimedia.org/PD

Ist sie feige? Eine Deserteurin? Einst galt Nilofar Rahmani als Hoffnung für die Frauen in Afghanistan. Nun beantragte die Luftwaffenpilotin Asyl in den USA. Und stößt damit eine Debatte an.

DIE WELT

Afghanistans gefeierte erste Luftwaffenpilotin seit Jahrzehnten hat um Asyl in den USA ersucht. Nilofar Rahmani, 25, habe gerade ein 15-monatiges Training in den Vereinigten Staaten absolviert und weigere sich nun, nach Afghanistan zurückzukehren, berichteten US-Medien am Weihnachtswochenende. Sie habe schon im Sommer Asyl beantragt.

Die Zeitung „Wall Street Journal“ berichtete von Todesdrohungen der radikal-islamischen Taliban, aber auch aus Rahmanis eigener Familie. Mit ihrer unkonventionellen Arbeit beschäme sie die Familie. Rahmani fürchte nun um ihr Leben. Der „New York Times“ sagte Rahmani, ihre männlichen Kollegen bei der Luftwaffe behandelten sie schlecht. „Die Dinge verändern sich nicht zum Besseren in Afghanistan“, sagte sie. „Die Dinge werden schlimmer und schlimmer.“

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Texas: Sonntagsmesse ohne Gott

 Der ehemalige Pastor Mike Aus hat eine säkulare Gemeinschaft für Menschen begründet, die sich ohne religiösen Vorsatz treffen wollen. (Foto: Justin Bowen für Oasis, OH)
Der ehemalige Pastor Mike Aus hat eine säkulare Gemeinschaft für Menschen begründet, die sich ohne religiösen Vorsatz treffen wollen. (Foto: Justin Bowen für Oasis, OH)
Wer seiner Kirche den Rücken kehrt, kann in den gläubigen USA schnell einsam werden. Ein Ex-Pastor schafft für diese Menschen mit der säkularen Oasis-Kirche eine neue Gemeinschaft.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

„Eddie’s Exclusive Dance Club“ hält nicht, was der Name verspricht. Von exklusiv kann bei diesem abgewrackten Betonflachbau, der zwischen Fast-Food-Ketten und Parkplätzen am Stadtrand von Houston, Texas, liegt, keine Rede sein. Auch zum Tanzen ist an diesem sonnigen Sonntagmorgen niemand gekommen. Und trotzdem passiert hier etwas, das für diese Breitengrade unerhört modern ist: Während sich ein beachtlicher Teil aller Nordamerikaner gerade zum wöchentlichen Gottesdienst versammeln, treffen sich in Houston, mitten im „bible belt“ der USA, jene, die ihren Kirchen den Rücken gekehrt haben. Zur Sonntags-Zusammenkunft ohne Gott und Religion.

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Vancouver zählt 160 Fentanyl-Tote seit November

Fentanyl-Tabletten / Bild: Reuters
Fentanyl-Tabletten / Bild: Reuters
Kanada und die USA kämpfen seit einigen Monaten gegen den rasant angestiegenen Missbrauch des Opioids Fentanyl.
 

Die Presse.com

In Vancouver sind in einer einzigen Nacht neun Menschen an einer Überdosis Fentanyl gestorben. Das teilte der Bürgermeister der Großstadt im Westen Kanadas, Gregor Robertson, am Freitag mit.

„Das sind hoffnungslose Zeiten für Vancouver und es ist schwer, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wenn wir noch nicht die Talsohle erreicht haben“, sagte Robertson bei einer Pressekonferenz mit Polizei- und anderen Behördenvertretern. Seit Ende November erlagen 160 Menschen in Vancouver einer Überdosis Fentanyl, wie Polizeichef Adam Palmer sagte.

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2016 fast 7.200 Menschen auf der Flucht gestorben oder seither vermisst

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Jahresbeginn sind fast 7.200 Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen oder verschwunden. Dies sei ein Anstieg um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit.

derStandard.at

Von den bis Donnerstagabend registrierten 7.189 Toten und Vermissten verunglückten demnach 4.812 beim Versuch, über das Mittelmeer nach Italien, Griechenland, Zypern oder Spanien zu gelangen. Im Durchschnitt habe es 20 Todesfälle von Migranten und Flüchtlingen pro Tag gegeben, erklärte die IOM. Die Bilanz könne bis Jahresende noch um etwa 200 bis 300 Todesfälle steigen.

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Rechtsextreme in den USA: Vom Ku-Klux-Klan bis zu Alt Right

HP der American Nazi Party, Screenshot: bb
HP der American Nazi Party, Screenshot: bb
In den Vereinigten Staaten formierten sich über Jahrzehnte immer neue Gruppierungen von Rechtsradikalen – ein Überblick.

Von Jasmin Lörchner | SpON

Die American Nazi Party wurde im März 1959 gegründet und hatte ihr Hauptquartier in Arlington (US-Bundesstaat Virginia). Dahinter stand George Lincoln Rockwell, ein glühender Nazi, der eine Pilotenausbildung absolviert und im Zweiten Weltkrieg noch gegen Hitler-Deutschland und Japan gekämpft hatte. Rockwell radikalisierte sich zusehends und wurde zum „Führer“ der Partei, die allerdings selbst zu ihren besten Zeiten lediglich um die 200 Mitglieder zählte.

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USA stoppen Munitionslieferung an Saudi-Arabien

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Wegen hoher Zahl an zivilen Opfern im Jemen

derStandard.at

Wegen des Konflikts im Jemen haben die USA eine Lieferung von Munition an die saudi-arabischen Streitkräfte gestoppt. Ein Regierungssprecher in Washington begründete dies am Dienstag mit der hohen Zahl ziviler Opfer durch die saudi-arabische Militärintervention im Jemen. Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis fliegt seit März 2015 Luftangriffe gegen die schiitischen Houthi-Rebellen.

Panik in um ihren Einfluss fürchtende Politik und Medien

Wladimir Putin soll die Fäden ziehen. Bild: Kreml/CC SA-4.0
Wladimir Putin soll die Fäden ziehen. Bild: Kreml/CC SA-4.0
Die Union scheint sich nach dem Vorbild der amerikanischen Demokraten schon auf eine Erklärung zu einer möglichen Wahlniederlage vorzubereiten

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mittlerweile haben auch deutsche Politiker das derzeit beherrschende Thema in den USA aufgegriffen. Man merkt, das schafft Aufmerksamkeit, wenn in den USA angeblich Russland die Wahlen zugunsten von Donald Trump beeinflusst haben soll, oder wenn unerwünschte Minderheiten, Medien oder Parteien Fake News verbreiten, wie derzeit das Mainstream-Pendant zur Lügenpresse bezeichnet wird (Russische Einmischung in US-Wahl: Lächerlich, False-Flag-Aktion, bewiesen …)

In den USA versuchen Initiativen, Websites, die gezielt Propaganda für eine Seite machen wie Breitbart News für Donald Trump, der dessen Betreiber zum Dank dafür als Chefstrategen in sein Team holte, die finanzielle Grundlage zu entziehen (auf der anderen Seite gibt es Bemühungen, mit russischen Medien angeblich zusammenhängende linke Medien auf eine Schwarze Liste zu setzen).

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Die Lebenserwartung in den USA sinkt – und das sind die Gründe

 In den USA ist die Lebenserwartung gesunken © ksmith0808/GettyImages
In den USA ist die Lebenserwartung gesunken © ksmith0808/GettyImages
In den USA ist die Lebenserwartung gesunken – erstmals seit mehr als 20 Jahren. Mediziner untersuchen die Ursachen für diese Entwicklung.

stern.de

In den USA ist erstmals seit 20 Jahren die Lebenserwartung gesunken: Hatte ein Neugeborenes 2014 im Durchschnitt 78,9 Lebensjahre vor sich, waren es 2015 nur noch 78,8 Lebensjahre – ein leichter, aber deutlicher Rückgang von 0,1 Prozent, der eine Trendwende markiert. Zuletzt war in den USA in den Neunzigerjahren ein Rückgang der Lebenserwartung zu beobachten: Im Jahr 1993 hatten die Todesfälle durch Aids ihren Höhepunkt erreicht und drückten die Statistik. Umso mehr sind Mediziner von der aktuellen Abnahme überrascht.

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Ex-Agent: Russischer Spion war Mitarbeiter von Papst Franziskus

Kardinaler Waffennarr
Themenbild.
Früherer polnischer Geheimdienstmitarbeiter berichtet italienischem Online-Magazin über Spionagetätigkeit im Vatikan in den 1970er- und 1980er-Jahren

kath.net

Im Vatikan gaben sich in den 1970er- und 1980er-Jahren laut einem früheren polnischen Geheimdienstmitarbeiter zahlreiche Spione ein Stelldichein, angeblich auch ein Mitarbeiter des heutigen Papstes. Der Ex-Agent Tomasz Turowski sagte laut dem italienischen Online-Magazin „Faro di Roma“ (Donnerstag), in jener Zeit seien in der Kirchenzentrale außer ihm auch Informanten aus China und den USA sowie aus weiteren Ostblockstaaten aktiv gewesen.

Ein unter dem Namen „Russe“ bekannter Ordensmann habe bei Geheimverhandlungen des Heiligen Stuhls mit der Sowjetunion als Übersetzer mitgewirkt und beispielsweise schon im November 1981 Turowski berichtet, dass der Vatikan über eine bevorstehende Verhängung des Kriegsrechts in Polen in Kenntnis gewesen sei; diese erfolgte dann am 13. Dezember. Turowski sagte in dem Interview weiter, er könne den Namen des betreffenden Geistlichen nicht preisgeben, weil er bis vor kurzem für Papst Franziskus gearbeitet habe.

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Thüringen: Mann verkauft „Migrantenschreck“-Waffen

Auf der einschlägigen Internetseite steht der „Migrantenschreck“ zum Verkauf. Foto: Screenshot
Auf der einschlägigen Internetseite steht der „Migrantenschreck“ zum Verkauf. Foto: Screenshot
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Rechtsextremen aus Thüringen: Der Mann soll online Waffen mit der Bezeichnung „Migrantenschreck“ sowie „Antifaschreck“ verkauft haben.
 

Frankfurter Rundschau

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 33-Jährigen Thüringer aus dem rechten Spektrum. Konkret geht es um Waffenhandel und Hetze gegen Flüchtlinge im Internet. Der Mann wird vorgeworfen, Betreiber einer Webseite sein, auf der Waffen mit Bezeichnungen wie «Migrantenschreck DP 120 Bautzen» und «Antifaschreck» angeboten werden.

Schüsse auf „Gauck“-Plakate

Wie Sprecher Martin Steltner am Freitag sagte, hält sich der Mann vermutlich in Ungarn auf. Es gebe aber auch Spuren in die USA. Darüber hatte der Berliner «Tagesspiegel» berichtet, auch der Sender MDR ging dem Fall nach.

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Pentagon bestätigt Einsatz von Uran-Munition in Syrien

A-10-Bomber, die oft mit Uran-Munition beladen werden, angeblich nur gegengepanzerte Ziele. Bild: USAF/heise.de/tp
A-10-Bomber, die oft mit Uran-Munition beladen werden, angeblich nur gegengepanzerte Ziele. Bild: USAF/heise.de/tp
Wieder einmal hatten die USA, die Irak mit tonnenweise Uran-Munition bombardiert hatte, mit Israel, Frankreich und Großbritannien vor einem Monat gegen eine UN-Resolution über Uran-Munition gestimmt – Deutschland enthielt sich

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das Pentagon hat Vermutungen bestätigt, dass auch im Anti-IS-Krieg bei Bombardierungen Uran-Munition verwendet worden war. Eingeräumt wird vom Centcom allerdings nur, dass dies lediglich zweimal am 18. und 23. November 2015 geschehen sei. Dabei seien 5100 30mm-Munition von einem Jagdbomber des Typs A-10 Thunderbolt II eingesetzt worden, was einer Menge von 1524 kg an abgereichertem Uran entspricht. Nach dem Pentagon sei dies wegen der „Art der Ziele“ notwendig gewesen. Welche es gewesen sind, wurde nicht mitgeteilt. Dass generell keine Uran-Munition in diesem Gebiet eingesetzt wird, sei ein Fehler in der Berichterstattung gewesen.

Bereits im Februar 2015 war behauptet worden, dass das Pentagon bei Angriffen auf Raqqa Uran-Munition und Phosphor verwendet habe. Im Mai 2016 hatte ein Verbindungsoffizier der USAF der Kongressabgeordneten Martha McSally auf eine Anfrage berichtet, dass an den beiden Tagen im November 6479 Schuss „Combat Mix“ in Syrien abgefeuert worden, was bedeute, 5100 Schuss Uran-Munition.

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Die Erfindung des Terrorismus

Bild: heise.de/tp
Bild: heise.de/tp
In ihrem Buch Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858-1866 schildert die Historikerin Carola Dietze wie sich dieses Phänomen im 19. Jahrhundert binnen weniger Jahre etablierte. Aus welchen Gründen kam es dazu? Telepolis fragte dazu die Autorin.

Von Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Frau Dietze, inwiefern handelt es sich beim Terrorismus um eine Erfindung?
Carola Dietze: Es gibt nicht nur technische, sondern auch kulturelle, soziale und psychologische Erfindungen. Dieser Gedanke findet sich vor allem bei Soziologen, deren Konzepte auf der philosophischen Anthropologie aufbauen, oder auch bei dem amerikanischen Soziologen Talcott Parsons. Die Überlegung geht dahin, dass nicht nur technische Erfindungen das Leben der Menschheit und ihre Geschichte verändert haben, sondern auch kulturelle Erfindungen wie etwa Mythos, Kunst und Religion, soziale Erfindungen wie etwa Eigentum und Erbschaft oder psychologische Erfindungen wie die Askese, der Rausch und die Traumdeutung. All diese Konzepte oder Praktiken hat es nicht von Anbeginn der Geschichte an gegeben, sondern sie sind irgendwann einmal erfunden worden.
Wie passt hier der Terrorismus in das Konzept?
Carola Dietze: Der Terrorismus ist eine soziale Erfindung, das heißt, es gab Personen, die als erste erkannt und begriffen haben, wie man die Wirkung von spektakulären Gewalttaten mit Hilfe der Massenmedien verstärken kann, um einen psychologischen Effekt bei einem Publikum zu erreichen, der dann wiederum politische Folgen zeitigen soll.

 

EKD-Friedensbeauftragter: Internationalen Strafgerichtshof stärken

International Criminal Court (ICC)/PD
International Criminal Court (ICC)/PD
Der kirchliche Friedensbeauftragte Renke Brahms sorgt sich wegen des Rückzugs Russlands vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag um die Zukunft der internationalen Rechtsordnung.
 

evangelisch.de

„Für eine friedliche Welt brauchen wir Institutionen, Regeln und Verfahren für einen international vereinbarten und allgemein anerkannten Rechtszustand“, sagte am Sonntag in Bremen der Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Verhandlungen und Gespräche müssten zum Ziel haben, dass sich die gesamte Weltgemeinschaft einem Völkerrecht unterwerfe.

Die Nachricht aus Moskau kam am Mittwoch zum Auftakt der jährlichen Vollversammlung der Vertragsstaaten des Gerichts in Den Haag, die ohnehin von der Austrittsankündigung mehrerer afrikanischer Staaten überschattet ist. Der leitende Bremer Theologe Brahms sagte, er sehe mit Besorgnis, dass viele Staaten wie die USA und China dem Internationalen Strafgerichtshof nicht angehörten und andere sich nun zurückzögen. Zur Begründung werde angeführt, dass lediglich afrikanische Staaten angeklagt würden oder die Arbeit des Gerichtshofs einseitig und ineffizient sei.

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Nato mahnt Trump zur Bündnistreue

Graffiti in Vilnius, Litauen: Die Angst vor einer neuen Männerfreundschaft zwischen Trump und Putin und einher damit einhergehenden Entfremdung von der Nato ist groß. Foto: dpa
Graffiti in Vilnius, Litauen: Die Angst vor einer neuen Männerfreundschaft zwischen Trump und Putin und einher damit einhergehenden Entfremdung von der Nato ist groß. Foto: dpa
Alleingänge seien weder für Europa noch für die USA eine Option, schreibt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in einem Gastbeitrag – und erinnert an den einzigen Bündnisfall der Geschichte.

Frankfurter Rundschau

Nach dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die USA zur Bündnistreue ermahnt. Angesichts eines selbstbewusst auftretenden Russlands und Konflikten im Nahen Osten habe sich die Sicherheitslage der Nato-Staaten in den vergangenen Jahren «dramatisch verschlechtert», schrieb Stoltenberg in der britischen Sonntagszeitung «The Observer». «Es ist nicht an der Zeit, den Wert der Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten infrage zu stellen», schrieb Stoltenberg. Alleingänge seien weder für Europa noch für Amerika eine Option.

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Mein Blut für eine Green Card

Bild: © Neue Visionen
Bild: © Neue Visionen
Von Green Card Soldiers und verrückten weißen Männern: Rafi Pitts’ „Soy Nero“ zeichnet ein tristes Bild der Migration

Von Karsten Munt | TELEPOLIS

Ein paar Männer spielen am Strand Volleyball. Statt eines Netzes trennt die Spieler ein gewaltiger Zaun. Es ist der Grenzzaun, der sich zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten durch den Sand bis in das Wasser des Pazifik schiebt. Der Strand, der wenige Kilometer weiter ein schönes Panorama für Postkarten bildet, wird hier von einer rostigen Eisenpalisade geteilt.

Der junge Nero (Johnny Ortiz) steht auf der mexikanischen Seite dieser Palisade. Sie trennt ihn von seinem Bruder und einer Zukunft in den USA. Er muss die Grenze überqueren. Im Schutze des Feuerwerks der Silvesternacht schafft er es.

Per Anhalter durchquert Nero die toten Landstriche des amerikanischen Grenzgebiets. Nur die Windparks täuschen hier noch eine Form von Leben vor. Regisseur Rafi Pitts stellt dem mythischen Versprechen eines neuen Lebens bereits kurz hinter der Grenze desolate Landschafen und damit die amerikanische Realität entgegen. Auch Beverly Hills, das Nero am Ende seines Los-Angeles-Trips erreichen wird, wirkt wie eine groteske Karikatur dieses Versprechens.

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US-Wahl: Weiße Evangelikale zu 81 Prozent für Trump

Mehr als vier Fünftel der weißen Evangelikalen in den USA haben ihre Stimme Donald Trump gegeben. Trump hatte sich intensiver um die Stimmen von Evangelikalen gekümmert als seine Konkurrentin Hillary Clinton. Bei einer TV-Debatte versprach er unter anderem ein Anti-Abtreibungs-Gesetzes.

evangelisch.de

Wie Nachwahl-Befragungen der US-Fernsehsender am Mittwoch ergaben, stimmten 81 Prozent  der weißen Evangelikalen für den dreimal verheirateten Republikaner. Damit schnitt Trump bei dieser Wählergruppe besser ab als die republikanischen Anwärter Mitt Romney (2012) und John McCain (2008).

Anti-Abtreibungs-Aktivisten feierten Trumps Wahlsieg. Er ernenne nur „pro life“-Richter zum Obersten Gerichtshof, hatte er angekündigt. Und dieses Gericht werde letztendlich sein eigenes Urteil von 1973 zur Legalisierung der Abtreibung aufheben, versprach Trump im Wahlkampf bei einer TV-Debatte mit seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Katholiken stimmten zu 52 Prozent für Trump.

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USA: Nachfrage nach Exorzisten steigt

Scrshot brightsblog
Scrshot brightsblog
Er erhalte etwa 20 Anfragen pro Woche, sagt Vincent Lampert. Die Abwendung von Gott ist in seiner Einschätzung ein wichtiger Faktor für das zunehmende Interesse an und Befreiungsgebeten.

kath.net

Der Bedarf an Exorzisten ist in den USA im Steigen begriffen. Das sagt Vincent Lampert, ein Priester der katholischen Pfarre St. Malachias in Brownsburg (US-Bundesstaat Indiana). Lampert ist ein vom Bischof beauftragter Exorzist.

Er selbst erhalte etwa zwanzig Anfragen pro Woche, sagt Lampert. Allerdings würden nur zehn Prozent der Personen die sich an ihn wenden tatsächlich einen Exorzismus benötigen. Nicht alle Fälle seien gleich schwer. Meistens genügten weniger intensive Befreiungsgebete, um den Menschen zu helfen. Er habe erst in drei Fällen mit dämonischer Besessenheit zu tun gehabt, sagt Lampert.

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