Ein Drittel der US-Katholiken erwägt Kirchenaustritt

Bild: © KNA (Symbolbild)
Missbrauchsfälle haben das Image der Kirche weltweit stark beschädigt: Immer mehr Gläubige denken darüber nach, aus der Kirche auszutreten. Laut einer neuen Umfrage ist die jetzige Krise in den USA größer als je zuvor.

katholisch.de

Mehr als ein Drittel aller US-Katholiken denkt wegen des Missbrauchsskandals über einen Kirchenaustritt nach. Laut einer Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Gallup erwägen 37 Prozent der Befragten, ihre Kirchenmitgliedschaft zu beenden. Im Jahr 2002 waren es noch 22 Prozent gewesen – damals hatten Missbrauchsfälle im Raum Boston und deren jahrelange Vertuschung seitens der Kirche die öffentliche Diskussion bestimmt. Die Forscher, die Ende Januar und Mitte Februar knapp 600 US-Bürger interviewt haben, schließen daraus, dass die jetzige Missbrauchskrise schwerer wiegt als jene vor 17 Jahren.

weiterlesen

Mormonische Vielehe in TV-Serien: Der Mann als zeugender Gott

Ist Polygamie gottgewollt? Ein mormonischer Missionar malt unter anderem „Der Plan Gottes“ in eine Fußgängerzone (dpa picture alliance/ Fredrik von Erichsen)
Die Vielehe ist in den USA zwar gesetzlich verboten, trotzdem praktizieren einige mormonische Familien sie bis heute. Damit befassen sich auch zwei TV-Serien: eine fiktionale und eine dokumentarische. Beide beleuchten die sozialen Auswirkungen der Polygamie.

Von Tim Baumann | Deutschlandfunk

„Hallo Schatz, der Hackbraten braucht noch zehn Minuten.“

Wenn Bill Henrickson von der Arbeit nach Hause kommt, begrüßt er zunächst seine Frau Barbara…

„Wo ist deine Mama? Hallo Schatz, da steckst Du!“

…dann seine Frau Nicolette…

„Hi!“ / „Hallo!“ / „Probier mal – Kartoffelsalat“ / „Mmh!“

…und schließlich seine Frau Marge.

In der US-Dramaserie „Big Love“ verfolgen die Zuschauer, wie die Henricksons ihren Alltag bestreiten – stets um Geheimhaltung ihrer Familienkonstellation bemüht: Denn ein Ehemann mit drei Ehefrauen und sieben Kindern – das ist nicht nur unkonventionell, sondern in den USA auch illegal.

Sex statt Religion

Dennoch bietet „Big Love“ die Möglichkeit, sich mit den Protagonisten zu identizieren. Denn die Serie des amerikanischen Edel-TV-Anbieters HBO nimmt sich deutlich mehr Zeit für alltägliche Konflikte als für religiöse Dispute – so gewinnt das Publikum allerdings weniger Einblicke in die religiösen Überzeugungen der Henricksons als in ihr Sexualleben.

weiterlesen

Das Gesicht wird zum Reisepass

In den internationalen Terminals in Atlanta, Orlando, und einigen anderen Flughäfen hat der Grenzschutz Scanner installiert, die die Gesichter der Fluggäste erfassen.(Bild: Elijah Nouvelage / Reuters)
Die USA fangen an, nicht nur die Einreise, sondern auch die Ausreise von Ausländern zu erfassen. Gesichts-Scanner werden nun an internationalen Flughäfen im ganzen Land aufgestellt.

Marie-Astrid Langer | Neue Zürcher Zeitung

Flugreisende kennen die lästigen Prozeduren nur zu gut: Ständig muss man seinen Reisepass zücken, bei der Gepäckabgabe, der Sicherheitskontrolle, dem Boarding, der Einreise. In Amerika reicht es nun vielerorts, sein Gesicht zu zeigen: In den internationalen Terminals in Atlanta, Orlando, und einigen anderen Flughäfen hat der Grenzschutz Scanner installiert, die die Gesichter der Fluggäste erfassen. Die Aufnahmen werden mit gespeicherten Fotos verglichen, die den Behörden von früheren Besuchen, Reisepässen und Visumsanträgen bekannt sind.

Was als Zeitersparnis und Komfort verkauft wird, hat in Wirklichkeit politische Gründe. Die USA zählen zu den wenigen Ländern, die zwar die Einreise, aber nicht die Ausreise von Besuchern erfassen. Personen, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, machen seit Jahren die grösste Gruppe der illegal im Land Anwesenden aus.

weiterlesen

Die Welt wird unsicherer – die Ära der Rüstungskontrolle geht zu Ende

Der Vizepräsident der USA, Mike Pence, nahm ebenfalls an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. (Bild: Imago)
Das dichte Netz der atomaren Abrüstungsverträge zerfällt gerade. Den USA, Russland und China ist das ziemlich egal. Nur die Europäer machen sich Sorgen, aber sie sind machtlos, wie die Münchner Sicherheitskonferenz zeigt.

Eric Gujer | Neue Zürcher Zeitung

Jedes Jahr beugt sich die Münchner Sicherheitskonferenz sorgenvoll über einen Patienten, der der diplomatischen Therapie bedarf. In der Vergangenheit waren dies Ägypten nach dem Arabischen Frühling, die Ukraine oder Amerika in den Zeiten eines unberechenbaren Oberbefehlshabers. Diesmal war der Patient Europa selbst – als Sicherheitsraum oder besser: als Unsicherheitsraum. Denn Russland ist bald in einer Position, in der es den alten Kontinent nuklear erpressen kann.

Ein Szenario illustriert die mögliche Bedrohung. Russland besetzt die drei baltischen Staaten mit der Begründung, dass diese früher einmal zur Sowjetunion gehörten. Die Nato muss dies hinnehmen wie 2014 die Annexion der ebenfalls einst sowjetischen Krim. Denn Moskau richtet seine Atomraketen auf Westeuropa, ohne dass die Europäer dem etwas entgegensetzen könnten. Das Beispiel ist zum Glück nicht sehr wahrscheinlich, aber es enthält einen höchst aktuellen und durchaus realen Kern.

weiterlesen

CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird auch 2019 weiter ansteigen

Voraussage des Anstiegs der CO2-Konzentration in der Atmosphäre 2019. Bild: Metoffice.gov.uk
2018 haben die CO2-Emissionen weiter zugenommen, die britische Wetterbehörde erwartet auch in diesem Jahr eine beunruhigende Rekordzunahme der CO2-Konzentration

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das Umweltbundesamt berichtete vergangene Woche, dass die Treibhausgasemissionen 2017 in Deutschland leicht gesunken seien. Mit 906,6 Millionen Tonnen seien es 4,4 Millionen oder 0,5 Prozent weniger als 2016 und 27,5 Prozent weniger als 1990. Eigentlich müssten bis 2030 die Emissionen um 55 Prozent weniger geworden sein. Angestiegen sind aber die verkehrsbedingten Emissionen, sie liegen 2 Prozent über dem Wert von 1990. Schuld seien mehr Fahrzeuge, mehr Güter auf der Straße und immer größere und schwerere Autos. EU-weit sind nach Schätzungen der EU-Umweltbehörde die Emissionen allerdings um 0,6 Prozent angestiegen, vor allem in Spanien, Polen und Frankreich, während den größten Rückgang Dänemark, Finnland und Großbritannien verzeichneten.

weiterlesen

US-Kongress will Nato-Austritt durch Donald Trump verhindern

US-Außenminister Mike Pompeo und Donald Trump auf dem Nato-Gipfel in Brüssel im Juli 2018. Bild: state.gov
Mit großer Mehrheit aus beiden Parteien wurde der Nato Support Act im Repräsentantenhaus verabschiedet, der Senat hat noch nicht abgestimmt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Donald Trump hat sich seit seiner anfänglichen Kritik an der Nato und Drohungen, wenn die Nato-Partner nicht schnell deutlich mehr für Verteidigung ausgeben, aus ihr auszusteigen, zwischenzeitlich öffentlich zurückgehalten hat. Nach Aussagen von Mitarbeitern des Weißen Hauses soll er aber 2018 des Öfteren privat von einem Rückzug gesprochen haben. Die Skepsis gegenüber der Nato sei, so mutmaßt die New York Times, eine Grundüberzeugung Trumps. Kritiker vermuten, Trump könne sich damit Russland annähern, das Treffen Trumps mit Putin im Juli des letzten Jahres in Finnland hat Verdacht erregt.

Ein Ausstieg aus dem Bündnis wird vom ehemaligen Nato-Kommandeur Stavridis als „geopolitischer Fehler epischen Ausmaßes“ gegeißelt, schon die Diskussion darüber sei ein „Jahrhundertgeschenk für Putin“. Andere sagen wie Michèle A. Flournoy, Pentagon-Staatssekretärin unter Obama, damit würde man Wladimir Putin „den wildesten Erfolg, von dem er träumen kann“, bescheren.

weiterlesen

USA: Angst vor chinesischen Schienenfahrzeugen

Chicago kauft bei dem chineischen Hersteller CSR Sifang America JV von CRRC 400 Schienenfahrzeuge. Bild: Chicago Transit Authority
Die wegen ihres Preises beliebten Schienenfahrzeuge und Busse aus China könnten zum Lauschen dienen, in den USA boomt die Rüstungsindustrie, einen Hersteller für Schienenfahrzeuge gibt es nicht mehr

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Anfang Januar erschien ein Artikel in der Washington Post, der warnte, dass chinesische Wagen für Metro, das U-Bahn-System von Washington, D.C., verwanzt sein könnten. Möglich wäre es, dass die Überwachungskameras Bilder nach China schicken oder Gespräche von versteckten Mikrofonen aufgenommen würden. Und dann könnten vielleicht durch eine Sicherheitslücke, die in China in die Steuerungssoftware hineingeraten ist, ausländische Geheimdienste oder Terroristen den Zug hacken und einen Unfall verursachen.

Was die eigenen Geheimdienste vermutlich auch machen oder anstreben, wie aus den Snowden-Leaks deutlich wurde, wird vor allem gegenüber China seit Jahren immer wieder als Bedrohung geschildert, also dass chinesische Geheimdienste in Software chinesischer Geräte Hintertüren einbauen könnten, um zur Spionage Daten abzusaugen oder im Bedarfsfall Hard- und Software zu manipulieren. Der Staat könne, so die Argumentation, Tech-Firmen zwingen, Informationen zu übergeben oder Zugang zu Kommunikationsdaten und Techniken zu schaffen.

weiterlesen

USA: Fracking bis zur Klimakatastrophe

Bild aus dem Bericht von Oil Change International
Die US-Förderung von Öl und Gas könnte dieses Jahr die maximalen Förderungskapazitäten von Saudi-Arabien und Russland überstiegen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die USA haben bereits mit dem Fracking-Boom Saudi-Arabien und Russland als größter Erdölproduzent überholt. Wie Bloomberg berichtet, könnten die USA beide Länder auch überholen, wenn diese ihre Produktion bis an ihre Kapazitätsgrenze hochfahren würden. Saudi-Arabien könnte maximal 12 Millionen Barrel täglich produzieren, ein bisschen mehr als die 11,8 Millionen Barrel, die die USA im Dezember 2018 gefördert haben.

Die Internationale Energieagentur IEA geht davon aus, dass die USA die Förderung dieses Jahr noch um 1,1 Millionen Barrel erhöhen können. Damit würden sie „wahrscheinlich“ bis Mitte des Jahres die maximale Kapazitäten von Saudi-Arabien und Russland überholt haben. Bloomberg glaubt, dass das keinen Einfluss auf die Ölpreise haben dürfte. Saudi-Arabien sei weiterhin bereit, die Förderung zurückzufahren, wenn es zu viel Öl auf dem Markt gibt, so dass die mit der US-Regierung alliierte Monarchie ihre einzigartige Position als „swing producer“ behalte.

weiterlesen

Trump: Der Vatikan hat die höchste Mauer von allen

In den USA tobt ein Streit um die Finanzierung einer Grenzschutzerweiterung an der Südgrenze. US-Präsident Trump erinnerte diese Woche daran, dass eine Mauer an sich nicht unmoralisch sei.

kath.net

In der Diskussion rund um den Grenzsschutz zwischen den USA und Mexiko und der Finanzierung einer möglichen Mauer bzw. Grenzschutz-Erweiterung durch den US-Kongress hat US-Präsident Donald Trump diese Woche daran erinnert, dass es auch eine Mauer rund um den Vatikan gäbe. Daher könne laut Trump eine Mauer an sich nicht unmoralisch sein. „Wenn sie sagen, dass eine Mauer unmoralisch sei, dann sollten sie sich auch um den Vatikan annehmen, denn der Vatikan hat die höchste Mauer von allen.“, sagte Trump laut US-Medien. Mauer funktionieren laut Trump zu 100 %.

„Shutdown“ trifft Indianerstämme hart

Bild: tagesschau.de
Mit jedem „Shutdown“ kommen vor allem die Indianerstämme in den USA in Bedrängnis: Sie werden ausschließlich vom Staat versorgt. Gesetze, die das ändern sollen, kommen seit Jahren nicht voran.

Von Arthur Landwehr | tagesschau.de

Es hat viel geschneit im Land der Navajo Indianer. Die Straßen in den Reservaten in New Mexico und Arizona liegen voller Schnee. Seit zwei Wochen ist kein Schneepflug mehr hier durchgefahren. „Der Service wird vom Büro für Indianerangelegenheiten erledigt. Und das passiert gerade nicht. Die Leute sind also eingeschneit und nicht in der Lage, zum Markt zu gehen, um Lebensmittel zu kaufen“, sagt Aaron Payment, Präsident des Nationalkongresses der amerikanischen Indianerstämme. Die Schneepflüge gehören dem Staat – und der hat geschlossen. Die Fahrer sind im unbezahlten Urlaub, bis man sich in Washington auf einen neuen Haushalt einigen kann.

Vom „Shutdown“, der Haushaltssperre, sind die Indianerstämme in den USA so stark betroffen wie kaum jemand sonst. Mit drastischen Auswirkungen.

weiterlesen

„Shutdown“ legt US-Behörden lahm

Es war eine Eskalation mit Ansage: In den USA sind die Haushaltsgespräche gescheitert – wegen des Streits über die Mauer zu Mexiko. Um Mitternacht gingen Hunderttausende Staatsbedienstete in den Zwangsurlaub.

Von Jan Bösche | tagesschau.de

Der „Shutdown“ ist da – zumindest für einen Teil der Ministerien. Im Kongress wurde bis tief in den Abend hinein hektisch verhandelt, aber es gab keine Lösung. Präsident Donald Trump erklärte: „Wir werden einen ‚Shutdown‘ bekommen, wir können nichts dagegen tun, denn die Demokraten müssen uns ihre Stimmen geben. Nennen Sie es ‚Demokraten-Shutdown‘ oder etwas anderes. Wir brauchen deren Hilfe. Demokraten, wir haben eine wunderbare Liste, was wir brauchen, um unser Land zu sichern.“

Trump will mehr als fünf Milliarden Dollar, um eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Ohne das Geld will er keinem Übergangshaushalt zustimmen, der die Behörden weiter finanziert hätte. Die Demokraten wollen ihm das Geld aber nicht geben, und er braucht ihre Stimmen im Senat.

weiterlesen

Russland und China haben die Ionosphäre mit Radiowellen erhitzt

Anntennen der amerikanischen Anlage HAARP zur Ionosphären-Forschung. Bild: DoD
Die Experimente dienen vermutlich militärischen Zwecken, China errichtet eine Hochfrequenzanlage wie das amerikanische HAARP am Südchinesischen Meer

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das amerikanische HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program) in Alaska hat immer wieder Misstrauen erregt. Mit der einst militärischen, jetzt zivilen Kurzwellenanlage mit 180 Sendern und einer Leistung von 5,1 Gigawatt wird erkundet, wie mit Radiowellen die Ionosphäre, d.h. die Elektronen und Ionen, ab 60 km über der Erdoberfläche untersucht und beeinflusst werden kann. Verdächtigt wurde, dass mit HAARP, das seit 2014 von der University of Alaska betrieben wird, das Wetter oder gar die Gehirne der Menschen manipuliert werden können. Darüber gibt es zahlreiche Verschwörungstheorien. Militärisch interessant ist die Ionosphäre, weil dort Funkwellen reflektiert werden.

Jetzt berichtet SCMP, dass Russland und China mit Radiowellen einen Teil der Ionosphäre aufgeheizt hätten, um vermutlich eine Technik für eine mögliche militärische Anwendung zu testen. Es seien in diesem Jahr 5 Experimente von Wissenschaftlern beider Länder durchgeführt worden. Beispielsweise sei bei einem Experiment eine großflächige Veränderung in der Höhe von 500 km über der russischen Stadt Vasilsursk auf einem Gebiet von 126.000 Quadratkilometern ausgelöst worden. Dabei seien negativ geladene subatomare Teilchen zehnmal stärker als in der Umgebung angeregt worden. In einem anderen Experiment der 1981 in Betrieb gegangenen russischen Anlage Sura wurde durch das Hochjagen von Elektronen mit bis zu 260 MW über die Mikrowellenantennen angeblich das ionisierte Gas in großer Höhe um 100 Grad Celsius erhitzt.

weiterlesen

Christian Joppke: „Der säkulare Staat“ – Ruhige Worte in hitziger Debatte

Christian Joppke fokussiert auf die zunehmende politische Präsenz der religiösen Rechten in den USA. (Hamburger Edition / Unsplash / Aleks Dahlberg)
Was tun, wenn Religion und Rechtsstaat aufeinanderkrachen? In der oft hitzigen Debatte um Kruzifix und Kopftuch tut dieses Buch von Christian Joppke gut: Völlig unaufgeregt benennt und bewertet es die Probleme allzu offensiver Religiosität.

Von Marko Martin | Deutschlandfunk Kultur

Nein, dieses Buch ist trotz des Titels kein Buch aus der Aufreger-Reihe: „Was jetzt zu tun ist“. Christian Joppke, Soziologieprofessor an der Universität Bern und Mitglied im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, ist kein schriller Thesenritter, sondern ein bedächtig wägender Wissenschaftler. Seine Rückversicherungen bei Klassikern der Soziologie und die in ruhigem Ton vorgetragenen Relativierungen so mancher Schnellschuss-Befunde zeugen von fachlicher Seriosität, sind stilistisch jedoch häufig eine beträchtliche Lektüre-Herausforderung.

weiterlesen

USA: Gewaltige Öl- und Gasvorkommen entdeckt

Fracking-Anlage in den USA. Ein neu entdecktes Öl- und Gasfeld könnte dank dieser Technik künftig enorme Mengen Rohstoffe liefern. © grandriver/ iStock
Erdöl und Erdgas in rauen Mengen: In den USA haben Geologen ein riesiges neues Vorkommen von Öl und Gas entdeckt. Das Feld liegt an der Grenze der US-Bundesstaaten Texas und New Mexico und enthält rund 6,5 Milliarden Tonnen Erdöl und knapp acht Billionen Kubikmeter Erdgas – das ist mehr als das zehnfache der aktuellen Jahresölfördermenge der USA. Die Ressourcen sind mit Fracking und neue Bohrtechniken förderbar, wie der US Geological Survey berichtet.

scinexx

In den letzten Jahren haben sogenannte unkonventionelle Fördertechniken viele Öl- und Gasvorkommen zugänglich gemacht, die früher nicht oder zumindest nicht lohnend abbaubar gewesen wären. Vor allem das umstrittene Fracking hat in den USA zu einem wahren Boom der Erdöl- und Gasförderung geführt. Dabei wird mit hohem Druck ein Fracking-Fluid aus Wasser, Sand und verschiedenen chemischen Zusätzen ins Gestein gepresst. Dabei entstehen Risse, durch die Öl und Gas ausströmen und gefördert werden können.

weiterlesen

Warum viele Amerikaner an den Antichrist glauben

Bild: SRF
Hexen, UFOs und Verschwörungstheorien haben in den USA einen fruchtbaren Nährboden. Ein neues Buch erklärt, wieso.

Gabriele Riedle | SRF

Womöglich ist Amerika in gewisser Weise «haywired», übergeschnappt. Das jedenfalls diagnostiziert Kurt Andersen in seinem neuesten Buch.

Andersen, Romanautor, Kolumnist und einer der einflussreichsten amerikanischen Kulturkritiker, beschreibt, wie stark die Unvernunft die USA durchdringt. Zwei Drittel der Amerikaner, schreibt er, seien sicher, dass Engel und Dämonen aktiv in unser Leben eingreifen.

Ein Drittel glaubt an den Antichrist

Ein Drittel der Amerikaner glaubt an Hexen. Oder, dass es Naturheilmittel gegen Krebs gibt, die die Regierung zusammen mit der Pharmaindustrie geheim hält. Oder, dass wahlweise Hillary Clinton oder Barack Obama der Antichrist seien.

Um das zu verstehen, geht Andersen zurück bis ins frühe 17. Jahrhundert: «Schon die ersten weissen Amerikaner», sagt er im Gespräch, «haben inbrünstig an das Wundersame und aufregend Unwahre geglaubt. Dieses Land wurde aus dem Nichts zurechtgemacht wie ein Stück Fiktion.»

weiterlesen

US-Unternehmer verweigern dem Vatikan Spenden

Spenden auf Eis gelegt: Einflussreiche katholische Unternehmer aus den USA und Kanada verweigern dem Vatikan wegen des Missbrauchsskandals den traditionellen Zehnt für das nächste Jahr. Immerhin eine Summe von rund einer Million Euro.

DOMRADIO.DE

Weil die US-Bischöfe bei ihrer Herbsttagung keinen Aktionsplan zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals verabschiedet haben, legte die US-amerikanisch-kanadische Organisation von Wirtschaftsführern „Legatus“ rund eine Million Dollar (880.000 Euro) Spenden vorläufig auf Eis.

Spenden auf Eis gelegt

Ende vergangener Woche teilte der Gouverneursrat von „Legatus“ mit, den Zehnt für 2019 nicht an den Vatikan zu überweisen. Mitglieder, die bereits ihren Spendenbeitrag bezahlt haben, erhalten demnach eine Rückerstattung.

Schon im September hatte der „Legatus“-Vorsitzende Tom Monaghan den Vatikan angesichts der Missbrauchsenthüllungen um eine „Klarstellung über die konkrete Verwendung“ der Spenden gebeten.

weiterlesen

US-Bischöfe: Wir sind keine Filialleiter des Vatikan

Bild: © KNA/CNS photo/Bob Roller
Die US-Bischöfe haben ihre Vollversammlung beendet. Fest steht: Sie wollen das Vertrauen der Gläubigen nach dem Missbrauchsskandal zurückgewinnen. Der Vatikan hat ihnen ihre ohnehin schwierige Aufgabe allerdings nicht leichter gemacht.

Von Thomas Spang | katholisch.de

Am Ende huschte ein scheues Lächeln über das Gesicht des Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Kardinal Daniel DiNardo sagte zum Abschluss des dreitätigen Treffens am Mittwochabend (Ortszeit) in Baltimore, seine Hoffnung ruhe in Christus. Er habe verstanden, wie entschlossen die Bischöfe seien, sich gegenüber den Gläubigen und den Opfern des Missbrauchsskandals rechenschaftspflichtig zu machen.

„Wir verlassen diesen Ort mit dem Versprechen, die stärkstmöglichen Maßnahmen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu ergreifen“, erklärte DiNardo vor den rund 350 Bischöfen aus 196 Diözesen. „Wir werden das in Gemeinschaft mit der universalen Kirche machen“, versuchte er die Intervention Roms unmittelbar vor Eröffnung des Bischofstreffens in ein positives Licht zu rücken. „Zusammen als Weltkirche voranzuschreiten, macht die Kirche in den USA und die globale Kirche stärker.“

weiterlesen

Missbrauch: Zeitungen setzen US-Bischöfe massiv unter Druck

Bild: © picture alliance / ZUMA Press
Aufarbeitung? Mangelhaft. Transparenz? Mangelhaft. Eine gemeinsame Großrecherche von US-Zeitungen stellt den Bischöfen des Landes ein denkbar schlechtes Zeugnis im Umgang mit Missbrauch aus. So reagieren die Erzbischöfe Chaput und O’Malley.

katholisch.de

Die US-Zeitungen „Boston Globe“ und „Philadelphia Inquirer“ erhöhen den Druck auf die katholische Kirche zur Aufklärung ihrer Missbrauchsskandale. In gleichlautenden Leitartikeln (Sonntag Ortszeit) werfen sie den US-Bischöfen vor, eigenes Fehlverhalten nicht ausreichend offenzulegen.

Nach einer gemeinsamen Großrecherche veröffentlichten beide Zeitungen einen fast 6.000 Wörter umfassenden Artikel. Er kommt zu dem Ergebnis, dass seit der Aufdeckung des Skandals 2002 in Boston die katholischen Kirchenoberen ihrem selbst verordneten Transparenz– und Aufklärungsgebot nicht umfassend nachgekommen seien. In dem Recherchebeitrag werden keine neuen Missbrauchsfälle genannt. Er dokumentiert bekannte Fälle und geht dem Umgang noch amtierender und pensionierter Bischöfe damit nach.

weiterlesen

US-Zwischenwahlen: Republikaner brauchen die Evangelikalen

Bei gläubigen Wählern liegen Donald Trumps Republikaner vorne, besonders bei den weißen Evangelikalen. Manche Außenstehende kritisieren diese Allianz. Doch sie hat eine eigene Logik, auch bei den US-Kongresswahlen am 6. November.

evangelisch.de

Bei den US-Kongresswahlen am 6. November kommt es auf die Mobilisierung der Stammwähler an: Bei der erwarteten Beteiligungsrate von etwas mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten können organisierte Minderheiten den Ausschlag geben. Bei den Republikanern gehören zur Basis die weißen Evangelikalen. Sie stellten bei Trumps Erfolg 2016 laut Nachwahlbefragung etwa ein Viertel der Wähler. Rund 80 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe stimmten für Trump.

weiterlesen