China ist wieder größter Gläubiger der USA

Yuan und Dollar-Banknoten – REUTERS
Die USA schulden China umgerechnet rund 980 Milliarden Euro. Mit dem Anstieg löste China auch Japan wieder als größten Gläubiger ab.

Die Presse.com

Mitten im sich verschärfenden Handelskonflikt mit China ist die Volksrepublik wieder größter Gläubiger der US-Regierung: Keinem anderen Land der Welt schuldet der US-amerikanische Staat so viel Geld wie China – insgesamt 1,15 Billionen Dollar (rund 980 Milliarden Euro).

So hoch bezifferte das US-Finanzministerium in einer am Dienstagabend veröffentlichten Statistik den Bestand an US-Staatsanleihen und anderen Schuldtiteln in chinesischen Händen Ende Juni. Ende Mai waren es noch rund 44 Milliarden Dollar weniger.

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Nordsyrien: Türkische Provokationen an der syrischen Grenze

Zerstörte Häuser in Rakka. Screenshot, YPG-Video, Twitter
Das Verhältnis zwischen Washington und Ankara könnte schlechter nicht sein. Al-Qaida macht Probleme in Idlib. Die SDF dringt in Rakka weiter vor

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Türkei verstärkt ihre Militärpräsenz an der Grenze zu Syrien. Täglich greifen türkische Truppen und ihre islamistischen Verbündeten den Kanton Afrin und die Sheba-Region an. Auch in Kobane wird von Angriffen der türkischen Armee berichtet.

Das Verhältnis zwischen Washington und Ankara könnte schlechter nicht sein, denn die USA durchkreuzen mit ihrer Unterstützung der kurdisch-arabischen Syrian Democratic Forces (SDF) immer wieder die Pläne Ankaras. Die Türkei ist außenpolitisch komplett gescheitert. Es gibt kaum noch ein Land, das sich nicht über die Unberechenbarkeit Erdogans und seiner Außenpolitik beschwert.

Vor allem dank der Türkei ist die Provinz Idlib mittlerweile in den Händen von Al Qaida, was der internationalen Koalition einige Kopfschmerzen bereitet. Längst wird in der Anti-IS Koalition über eine längerfristige Kooperation mit der nordsyrischen demokratischen Föderation nach Rakka nachgedacht. Russland und die USA scheinen in der Syrien-Frage das Kriegsbeil begraben zu wollen. Einiges deutet auf eine vorsichtige Annäherung hin. Ob sich das Assad-Regime dem noch entgegenstellen kann, ist die Frage.

In der Nacht zum Samstag verlegte das türkische Militär weitere Artillerie in die Provinz Kilis an der Grenze zum syrischen Kanton Afrin. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan handelte es sich um Haubitzen, Panzer und Militärfahrzeuge. Afrin ist einer der Kantone der nordsyrischen demokratischen Föderation und wird seit Wochen immer wieder von der türkischen Armee mit Artillerie angegriffen.

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Der Mops bellt: EKD ruft zur Vermittlung zwischen USA und Nordkorea auf

Angesichts der Spannungen zwischen Nordkorea und den USA hat die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) andere Staaten zur Vermittlung aufgerufen, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden.

evangelisch.de

Die derzeitige Rhetorik sei „besorgniserregend“, sagte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Konflikt gehe von der nordkoreanischen Führung aus. Darauf mit „martialischen Bildern“ von „Zorn“ und „Feuer“ zu reagieren treibe ihn aber in eine Eigendynamik, die schwer zurückzuholen sei. „Komplizierte Weltlagen lassen sich eben nicht mit Twitter-Kommentaren oder Urlaubspressegesprächen lösen“, kritisierte Brahms mit Blick auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump.

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Extreme Dürre in den USA: Vorerst keine Problem für den Weltmarkt

Plötzliche Dürre bedroht im Mittleren Westen der USA große Teile der Weizenernte. Bedeutung der US-Produktion für den Weizen-Weltmarkt ist allerdings in den letzten Jahren zurückgegangen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

„Flash Drought“, Blitzdürre heißt ein neues Schreckgespenst, das durch die USA geistert. Und wenn sich bewahrheiten sollte, was einige bereits befürchten, nämlich die Vernichtung der Hälfte der Weizenernte auf den sogenannten High Plains, dem östlichen Vorland der Rocky Mountains, dann sollten auch rund um den Globus die Menschen aufhorchen.

Noch vor drei Monaten gab es nach den Berichten diverser US-Medien kaum Anzeichen für eine Dürre, aber nun zieht sich ein Band mäßigen bis schweren Niederschlagsdefizits durch den Weizen-Gürtel der USA. Besonders betroffen seien die Staaten Montana, Nord- und Süddakota.

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Soziologin: Kirchen müssen „Versuchung der Macht widerstehen“

Innsbrucker Forscherin Stöckl bei „Salzburger Hochschulwochen“: Europäisches kooperatives Staats-Kirchen-Modell bewährt sich in „postsäkularen Konflikten“ – Berliner Neurowissenschaftler Haynes: Hirnforschung führt zu neuen ethischen Debatten
In einer Zeit zunehmender globaler kultureller Konflikte, in denen auch religiöse und moralische Fragen immer stärker eine Rolle spielen, sollten Kirchen und Religionsgemeinschaften der „Versuchung der Macht widerstehen“.

kathpress

Das hat die auf postsäkulare Konflikte spezialisierte Innsbrucker Soziologin Kristina Stoeckl im Rahmen eines Vortrags bei den „Salzburger Hochschulwochen“ am Samstag unterstrichen. Zwar sei diese Gefahr in Europa nicht virulent, aber Beispiele etwa aus Russland oder den USA würden zeigen, wie leicht in postsäkularen Konflikten Religionen und Kirchen zu politisch einflussreichen Kräften werden könnten. Hüten sollten sich die Kirchen vor dieser Versuchung insofern, als dies einem konservativen, modernitäts-skeptischen Flügel innerkirchlich in die Hände spiele.

„Postsäkulare Konflikte“ zeichnen sich laut Stoeckl u.a. dadurch aus, dass sie potenziell transnational sind, keine eindeutigen Lösungen mehr kennen und vor allem nicht mehr an der Bruchlinie religiös-säkular entlang laufen, sondern sich zwischen konservativen und liberalen Positionen entwickeln und damit zum Teil quer durch Religionen und Kirchen laufen. Beispiele hierfür seien etwa die Debatten über die „Ehe für alle“, aber auch die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Kreuzes in öffentlichen Räumen.

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USA reichen Austritt aus Klimaabkommen ein

Foto: dpa
Die USA informieren die Vereinten Nationen offiziell über den geplanten Austritt aus dem Pariser Weltklimavertrag.

Frankfurter Rundschau

Die USA haben am Freitagabend (Ortszeit) bei den Vereinten Nationen offiziell ihren Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen eingereicht. Das Außenministerium in Washington teilte mit, dass den UN eine entsprechende Erklärung übermittelt worden sei. US-Präsident Donald Trump hatte das Klimaabkommen bereits Anfang Juni verkündet und diesen weltweit kritisierten Schritt damit begründet, amerikanische Interessen für immer an die erste Stelle zu setzen.

In der am Freitagabend veröffentlichten Erklärung erinnerte das US-Außenministerium an die Bereitschaft Trumps zu weiteren Klimaverhandlungen, „sollten die USA Bedingungen vorfinden, die günstiger für ihre „Wirtschaft, Arbeiter, das Volk und die Steuerzahler sind“. Die USA unterstützten eine „ausgewogene Herangehensweise“ an eine Klimapolitik, die Emissionen senke, aber gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum und Energiesicherheit ermögliche.

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Ab heute leben wir auf Pump

2017 liegt der Earth Overshoot Day bereits am 2. August – die Menschheit bräuchte 1,7 Erden um ihren Ressourcenverbrauch zu decken. © NASA/ freeimages,Oliver Gruener
Ab heute bräuchten wir eine zweite Erde: Mit dem heutigen Tag hat die Menschheit alle nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht. Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist damit erneut angewachsen – inzwischen bräuchten wir 1,7 Erden, um unseren jährlichen Ressourcenverbrauch zu decken. 2016 lag der Earth Overshoot Day noch sechs Tage später.

scinexx

Der Zeitpunkt könnte kaum symbolträchtiger sein: Während in Deutschland der Dieselgipfel auf einen faulen Kompromiss hinsteuert, demonstriert der Erdüberlastungstag eindeutig, welchen Raubbau die Menschheit an unserem Planeten betreibt. Der „Earth Overshoot Day“ –Erdüberlastungstag – markiert den Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde im Jahr regenerieren kann.

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Wenn der Attentäter Muslim ist, berichten Medien fünfmal so häufig

Bild: heise.de/tp
Eine amerikanische Studie zeigt: Medien berichten wesentlich häufiger, wenn der Täter Muslim ist, obwohl Rechtsextremisten in den USA deutlich mehr Anschläge begehen

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Als Darren Osborne in der Nacht vom 19. zum 20. Juni sein Auto in eine Menschenmenge steuerte, war es für die Bewohner Londons bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass Extremisten mit Fahrzeugen auf Menschenjagd gingen. Doch obwohl auch der Angriff auf Muslime vor der Londoner „Finsbury Park-Moschee“ wie die Anschläge zuvor tödlich endete und die britische Regierung den Angriff als Terroranschlag einstufte, war diesmal etwas anders.

Anders als die islamistischen Auto-Anschläge vom 22. März und 4. Juni schaffte es Islamhasser Osborne nicht in Vollformat auf die Titelseiten britischer Medien, vielen britischen Zeitungen war der Anschlag Osbornes lediglich eine Schlagzeile unter vielen wert.

Der Frage, wie sich die mediale Berichterstattung über islamistische und nicht-islamistische Anschläge unterscheidet, sind nun zwei amerikanische Kommunikations- und Terrorismus-Forscher nachgegangen. Mit Blick auf die Berichterstattung in den USA haben sie Anschläge und Medienberichte ausgewertet und kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Über Attentäter, die als muslimisch gelten, werde 449 Prozent häufiger berichtet als über nicht-muslimische Attentäter.

Verantwortlich für die Untersuchung sind Erin M. Kearns, Konfliktforscher an der Georgia State University und Anthony Lemieux, Professor für „Global Studies and Communication“, ebenfalls an der Georgia State University. Für ihre Studie haben sie sämtliche Terroranschläge in den USA zwischen 2011 und 2015 ausgewertet. Dabei haben sich die Forscher an der Terrorismus-Definition des amerikanischen Heimatschutz-Ministeriums und dessen „Global Terrorism Database“ orientiert.

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G20-Gipfel endet mit klaren Dissens

Abflug aus Hamburg: US-Präsident Donald Trump folgt Ehefrau Melania in die Air Force One. Foto: afp
Üblicherweise werden die Ergebnisse nach G20-Treffen überaus positiv nach außen verkauft. In Hamburg ist das anders. Von Meinungsverschiedenheiten ist nicht nur die Rede – sie werden auch offen benannt.

Von Damir Fras, Thorsten Knuf | Frankfurter Rundschau

Donald Trump gegen den Rest der Welt: Die Differenzen zwischen den USA und der Staatengemeinschaft in Sachen Klimaschutz bleiben unüberbrückbar.

Auch am letzten Tag des G20-Gipfels der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg gelang es den Teilnehmern am Samstag nicht, den US-Präsidenten beim Kampf gegen die Erderwärmung wieder ins Boot zu holen. Die Amerikaner bleiben dabei, das Pariser Welt-Klimaabkommen verlassen zu wollen.

Damit endete der Hamburger Gipfel mit einem klaren Dissens. Das ist bei G20-Treffen äußerst ungewöhnlich, denn normalerweise sind die Teilnehmer darauf bedacht, in allen Punkten gemeinsame Positionen zu finden.

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Studie: Jeder Fünfte könnte unerkannt krankheitsrelevante Gen-Mutation in sich tragen

(Bild: MIKI Yoshihito / Flickr / cc-by-2.0)
In den USA wurde erstmals das komplette Genom von anscheinend gesunden Personen sequenziert. Wie sich dabei zeigte, liegen relativ häufig genetische Variationen vor, die eine Erbkrankheit erwarten lassen würden.

Von Sascha Mattke | heise online

Mediziner in den USA haben erstmals in einer randomisierten Studie das komplette Genom von Personen sequenzieren lassen, bei denen keine Anzeichen für Krankheiten zu erkennen waren. Das wichtigste Ergebnis des MedSeq-Projekts: Jeder fünfte Proband trug eine Mutation in sich, die eine seltene Erbkrankheit auslösen kann, obwohl er keinerlei Symptome zeigte. Das berichtet Technology Review online in „Was heißt „gesund“?

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„Wir glauben an denselben Gott“

Historiker und Publizist Michael Wolffsohn. (dpa-Zentralbild / Karlheinz Schindler)
Der Historiker Michael Wolffsohn ruft Juden, Christen und Muslime dazu auf, trennende Mauern zwischen den Religionsgemeinschaften niederzureißen. Es gelte, die jeweiligen liberalen Strömungen zu stärken, sagte Wolffsohn im Dlf. Es gehe um die „Freiheit, nach dem Geist der Religion“ und nicht nach dem Buchstaben der religiösen Gesetze zu leben.

Michael Wolffsohn im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Einer unserer treuesten Hörer ist Michael Wolffsohn und er tritt auch regelmäßig auf hier bei „Tag für Tag“, und zwar nicht zu den einschlägigen Themen, zu denen er sonst gefragt wird und die zweifellos auch wichtig oder noch wichtiger sind, wie Bundeswehr, Israel, USA, Antisemitismus, sondern bei uns zu Religionsfragen, obwohl oder gerade, weil Michael Wolffsohn kein Theologe ist, sondern Historiker. Aber ihm sind Religionsfragen wichtig, gerade auch, wenn es darum geht, wo sich Christen und Juden fern und wo sie sich nahe sind. Denn an diesem Punkt hat Religion definitiv eine gesellschaftliche, ja, politische Relevanz. Das gilt auch für sein jüngstes Buch „Deutschjüdische Glückskinder – eine Weltgeschichte meiner Familie“. Darin gibt es ein Kapitel, das sich explizit mit unserem Thema beschäftigt. Es heißt „Gott und die Wolffsohns – Familientheologie“. Darüber sprechen wir jetzt. Michael Wolffsohn, guten Morgen und willkommen.

Michael Wolffsohn: Guten Morgen Herr Main.

Main: Sie schreiben über Religion so, dass ich oft schmunzeln musste. Geben Sie denjenigen, die sehr verkniffen ihre Religionen betreiben, mal einen Tipp. Wie gelingt es Ihnen, Religion ernst zu nehmen, aber nicht zu ernst?

Wolffsohn: Doch, ich nehme Religion sehr ernst, aber ich nehme nicht die institutionalisierten Religionen so ernst, wie sie sich selber nehmen. Das gilt in Bezug auf das Judentum, vor allem die jüdische Orthodoxie, aber auch Teile des Reformjudentums, wo es – aber das gibt es überall – Rabbiner gibt, die mehr Schauspieler und weniger Seelsorger sind.

„Jesuanische Ethik ist für mich der Höhepunkt jüdischer Ethik“

Und ich nehme das Christentum auch sehr ernst, weil vor allem die jesuanische Ethik für mich der Höhepunkt eigentlich der jüdischen Ethik ist, also der vortalmudischen Ethik, die dann in den Talmud mündete.

Und darüber hinaus die Fragen, die unsere Gesellschaft betreffen, also Integration und die Zusammenführung von Christen oder Nenn-Christen oder Einst-Christen und Juden und Muslimen, also in unserer pluralistischen Gesellschaft, das ist doch das Thema schlechthin.

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UN-Sondergesandter: G20 könnten Friedensprozess in Syrien helfen

UN-Posten in Syrien, Golan Höhen. Bild: RF
Nach sechs Jahren „dieses Kriegshorrors“ könne er zwar „nur schwerlich optimistisch sein“, räumte der UN-Sondergesandte ein. Beide Seiten seien noch immer nicht bereit, direkt miteinander zu reden.

evangelisch.de

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, erhofft sich vom bevorstehenden Treffen der Supermächte auf dem G20-Gipfel in Hamburg „einen Schub“ für den Friedensprozess in Syrien. „Dass sich die USA und Russland verständigen, ist essenziell dafür, dass es in Syrien irgendwann Frieden gibt“, sagte de Mistura dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). Das Gipfeltreffen der führenden Industrie- und Schwellenländer findet am 7. und 8. Juli in Hamburg statt. Die nächste Runde der Friedensgespräche sei für den 10. Juli geplant.

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Die Angst der Wissenschaft vor Trump

Aus Sorge um die Freiheit der Forschung demonstrieren Wissenschaftler weltweit, wie hier in Amsterdam, gegen den US-Präsidenten Donald Trump. (Foto: imago/Paulo Amorim)
Forscher fürchten Zensur und Eingriffe der US-Regierung. Eine engagierte Professorin aus Pennsylvania versucht nun, sensible Daten in Sicherheit zu bringen – bevor es zu spät ist.

Von Roman Deininger | Süddeutsche.de

Man werde übrigens zu dritt sein beim Gespräch, sagt Bethany Wiggin, „aber keine Sorge“, der Überraschungsgast werde einem gefallen. „Er ist sehr kompetent bei unserem Thema.“ Das Thema ist Wissenschaft und Politik, oder präziser: die Angst der amerikanischen Forscher vor dem Präsidenten Donald Trump.

Wiggin, Mitte vierzig, blonde Haare, Jeansjacke, ziemlich cool für eine Professorin, eilt über den Campus der University of Pennsylvania: „Ben wartet auf uns.“ In einem schattigen Eck bleibt sie vor einer Bronzestatue stehen, die lebensgroße Skulptur eines Mannes, der lesend auf einer Parkbank lümmelt: „Darf ich vorstellen: der ehrenwerte Benjamin Franklin.“

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Nukleare Bedrohung wird verdrängt

B-61 Bomben. Bild: DoD
Deutschland nimmt nicht an den Verhandlungen der UN-Staaten über ein Verbot von Atomwaffen teil. Das ist ein Fehler.

Von Damir Fras | Frankfurter Rundschau

Die Menschheit ist mindestens zwei existenziellen Bedrohungen ausgesetzt. Das ist der Klimawandel und das sind die Atomwaffen. Während die Erderwärmung einigermaßen ernst genommen wird, wenn auch nicht von Donald Trump, so scheint die Tatsache, dass das nukleare Bombenarsenal ebenso gefährlich ist, einfach verdrängt zu werden. Bald sind drei Jahrzehnte seit dem Ende des Kalten Krieges vergangen, aber alle Bemühungen, Atomwaffen durch ein Verbot langfristig aus der Welt zu schaffen, sind gescheitert. Das liegt leider auch an der verstockten Haltung von Staaten wie Deutschland, die nukleare Habenichtse sind, aber das Aufbegehren gegen die Atommächte scheuen.

Zwei Drittel der mehr als 190 UN-Mitgliedstaaten verhandeln derzeit in New York über ein vertraglich fixiertes Verbot von Atomwaffen. Es sind kleine Staaten dabei wie Österreich, die formal neutral sind. Es ist Neuseeland dabei, das sich vor 30 Jahren zu einem atomwaffenfreien Land erklärte. Angesichts der geographischen Lage von Neuseeland war das nicht wirklich mutig.

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Klima: Das Ende der Kohle

Bild: Kohlekraftwerk und Kohlehafen in Mehrum, Landkreis Peine Foto: Crux / CC BY-SA 2.5
Die weltweite Kohleförderung geht im dritten Jahr in Folge zurück, ohne dass eine Weltwirtschaftskrise der Anlass wäre

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

„Das ist das Ende der Kohle-Ära“, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das klingt dramatisch, aber die Zahlen, die der Einschätzung zugrunde liegen, sind beeindruckend: Die Weltkohleförderung ist 2016 im dritten Jahr in Folge gesunken und zwar zuletzt um fast 231 Millionen Tonnen Öläquivalente oder 6,2 Prozent, wie aus dem Annual Review des Ölkonzerns BP hervorgeht, auf den sich die Agentur beruft.

Das war der größte, je registrierte Rückgang in den Aufzeichnungen der globalen Kohleförderung – und das obwohl die Weltwirtschaft derzeit relativ rund läuft. Der Rückgang ist also nicht durch eine Wirtschaftskrise verursacht, sondern Ergebnis von Verdrängung. Die Kohle muss anderen Energieträgern Platz machen.

In China, das bis vor wenigen Jahren einen beispiellos rasanten Anstieg des Kohleverbrauchs erlebte, ist der Verbrauch inzwischen auf den Stand von vor sechs Jahren zurückgefallen. Die Volksrepublik hatte zuvor nach vielen Jahren eher langsamen Wachstums Kohleförderung und -verbrauch zwischen 2002 und 2012 etwas mehr als verdoppelt. 2016 ging die Förderung dort um 7,9 und der Verbrauch um 1,6 Prozent zurück.

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Wie sich das US-TV über AfD-Frontfrau Weidel lustig macht

NBC strahlt seit 2014 die Show „Late Night with Seth Meyers“ aus Quelle: Getty Images/NBCUniversal/NBC
In den USA ist die AfD weitgehend unbekannt. Das könnte sich nun ändern: Satiriker Seth Meyers hat in seiner Show einen Witz über Spitzenkandidatin Alice Weidel gerissen – und der war gar nicht politisch korrekt.

DIE WELT

Humor ist für Alice Weidel eine ernste Angelegenheit. Erst im Mai ist die Bundestagsspitzenkandidatin der AfD mit einer Klage gegen das NDR-Satire-Magazin „extra 3“ gescheitert. In einem Beitrag war die 38-Jährige als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet worden.

Nun folgt die nächste Satire-Attacke – dieses Mal sogar auf internationaler Ebene: Am Mittwochabend hat US-Comedian Seth Meyers in seiner Late-Night-Show für den TV-Sender NBC einen Witz über Weidel gerissen. Genauer gesagt: über Weidels Homosexualität. Dieser war so böse, dass Meyers sich Unterstützung suchen musste.

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Russischer Kampfjet fängt B-52-Bomber über Ostsee ab

Ein russischer Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 hat einen amerikanischen B-52-Bomber über der Ostsee abgefangen Quelle: pa/Thomas Scholz/dpa-ZB
Ein atomwaffenfähiger B-52-Bomber fliegt entlang der russischen Grenze über der Ostsee.

DIE WELT

  • Ein russischer Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 fängt den US-Flieger ab.
  • Das Pentagon spricht von einer Routinemission. Moskau sieht das anders.

Ein russischer Kampfjet hat sich einem US-Militärflugzeug über der Ostsee genähert. Der US-Bomber vom Typ B-52 sei über neutralen Gewässern entlang der russischen Grenze geflogen, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ein Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 sei vom Luftwaffenstützpunkt in Kaliningrad in das Gebiet über der Ostsee entsandt worden, nachdem das Flugzeug auf dem Radar der russischen Luftraumüberwachung entdeckt worden sei. Der Pilot der Su-27 habe es als eine B-52 identifiziert. Er habe den US-Bomber begleitet, bis er sich von der Grenze entfernt habe.

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Irans Führer beschimpft Saudis als „Idioten“

Ajatollah Ali Chamenei während einer Rede in der Stadt Maschad im Iran. (Foto: dpa)
  • Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat die USA für den Waffendeal mit Saudi-Arabien scharf kritisiert.
  • Die Saudis hatten zuvor Waffen in dreistelliger Milliardenhöhe bei US-Firmen bestellt.
  • Der Deal war während des Besuchs des US-Präsidenten Donald Trump in Riad am vergangenen Wochenende besiegelt worden.

Süddeutsche.de

Irans oberster Führer hat die Monarchen in Saudi-Arabien als „Milchkühe für die Amerikaner“ bezeichnet. „Diese Idioten glauben, dass sie mit Geld die Freundschaft der Gegner des Islams gewinnen können“, sagte Ajatollah Ali Chamenei laut Nachrichtenagentur Fars.

Er bezog sich damit auf die Waffenbestellungen der Saudis bei US-Firmen in dreistelliger Milliardenhöhe, die während des Besuchs des US-Präsidenten Donald Trump in Riad am vergangenen Wochenende besiegelt wurden.

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Saudiarabiens teures Gleichgewicht des Schreckens

Saudiarabiens Börse reagiert freundlich auf den Waffendeal mit den Amerikanern. Doch kann sich das Wahhabitenreich diese enormen Ausgaben überhaupt leisten?

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Hier freundlicher Optimismus, da Euphorie. Während in den USA die Aktien der Rüstungsindustrie sofort Höchstwerte erreichten, blieb am Golf erst einmal alles ruhig, als Trump und seine saudiarabischen Partner ihren auf 110 Mrd. $ bezifferten Waffenhandel unterzeichneten. Man freute sich zusammen mit den übrigen Golfmonarchien über den amerikanischen Goodwill, was auch in den Börsennotierungen zum Ausdruck kam. Doch es war, als fragten sich die Investoren bereits jetzt, ob sich Saudiarabien diese phänomenal teuren Einkäufe überhaupt leisten kann.

Vorerst jubeln die Amerikaner

Fürs Erste allerdings surfte man in Saudiarabien ein wenig auf der Trump-Welle. Der Tadawul, die saudiarabische Wertpapierbörse, schloss einen Tag nach der Unterzeichnung der Verträge in Riad 0,8% höher als am Vortag. In der Region war man bereits zurückhaltender. In Dubai, der grössten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, stieg der Börsenindex um 0,3%, in Abu Dhabi fiel der lokale Indikator um 0,2%. Der Index der Kuwaiter Börse legte um 0,5% zu. Anleger erklärten den massvollen Anstieg der saudischen Börse mit der Aussicht auf eine gewisse Belebung des örtlichen Arbeitsmarkts.

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Islam-Experte Khorchide kritisiert gewalttätiges Gottesbild

Theologe bei Berliner Kirchentag zu Manchester-Attentat: „Kann es sein, dass wir an einen gewalttätigen Gott glauben?“

kathpress

Die Religionen allein können nach Einschätzung des islamischen Theologen Mouhanad Khorchide die Probleme von Krieg und Gewalt nicht lösen. Die eigentlichen Gründe für solche Konflikte lägen in wirtschaftlichen Interessen, sagte der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster am Donnerstag beim Kirchentag in Berlin. Gleichwohl müssten sich die Religionen kritisch mit ihrem Gottesbild auseinandersetzen. „Kann es sein, dass wir an einen gewalttätigen Gott glauben?“, fragte Khorchide unter Hinweis auf das jüngste Bombenattentat in Manchester. Im „Mainstream der islamischen Theologie“ fänden sich immer noch Ansätze, mit denen solche Gewalttaten legitimiert werden könnten.

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