Delfinfleisch statt Fisch in armen Ländern immer beliebter

Japanische Fischer mit toten Delfinen Quelle: dpa/Sea Shepherd Conservation
Mit Harpunen, Macheten oder gar mit Dynamit: Zehntausende Delfine und Kleinwale werden weltweit getötet. Sie dienen unter anderem als Köder für den Fischfang. Tierschützer sprechen von einer „Bibliothek des Grauens“.

DIE WELT

Rund 100.000 Delfine und Kleinwale werden weltweit nach Schätzungen von Tierschützern pro Jahr getötet. Das schreiben die Organisationen Animal Welfare Institute, Whale and Dolphin Conservation und Pro Wildlife in einem Bericht. Das sei mehr als bisher angenommen. Für ihren Report werteten die Tierschützer mehr als 300 wissenschaftliche Studien sowie Augenzeugen- und Zeitungsberichte aus. Sie sprechen von einer „Bibliothek des Grauens“.

Als Hauptgründe für die Zunahme der Jagd gelten demnach: Delfine werden in armen Ländern zunehmend verzehrt, obwohl sich in ihnen Schadstoffe ansammeln könnten. Und sie werden als Köder für Fische benutzt, die wegen der Überfischung immer seltener anbeißen. Die Jagden seien in vielen Ländern unreguliert, in anderen auch illegal. Ihre Folgen seien meist nicht bekannt und schwer abzuschätzen, schreiben die Tierschützer.

weiterlesen

50-jährige Pilgerin auf Jakobsweg vergewaltigt

Spanien ist schockiert: Auf dem berühmten Jakobsweg wurde eine 50-jährige Pilgerin aus Venezuela vergewaltigt und anschließend bei eisigen Temperaturen ihrem Schicksal überlassen.

kath.net

In Spanien ist es zu einem Sexverbrechen gekommen, welches derzeit das ganze Land schockiert. Auf dem berühmten Jakobsweg wurde eine 50-jährige Pilgerin aus Venezuela vergewaltigt und anschließend bei eisigen Temperaturen ihrem Schicksal überlassen. Die Tat ereignete sich in der Nähe von Portomouro, nördlich von Santiago de Compostela. Dies berichtet die Zeitung „La Voz de Galicia“. Die 50-Jährige wurde bei ihrem Fußmarsch von zwei unbekannten Männern in ein Auto gezerrt und dort missbraucht. Später wurde die Pilgerin auf einem Feld ausgesetzt. Die geschockte Frau konnte sich noch ins nächste Dorf schleppen und fand dort Hilfe. Derzeit fahndet die die Guardia Civil nach den beiden Tätern.

Dem Kaffee wird’s zu heiß

Ein Farmer pflückt Kaffeebeeren in Kolumbien. Durch den Klimawandel könnten die geeigneten Anbauflächen für Kaffee bis 2050 drastisch schrumpfen. © Neil Palmer (CIAT)
Düstere Zeiten für Kaffee-Liebhaber: Der Klimawandel könnte dem Kaffeeanbau in Mittelamerika erheblich schaden. Denn im größten Anbaugebiet der Erde werden die für Kaffee geeigneten Flächen bis 2050 voraussichtlich um bis zu 88 Prozent zurückgehen, wie Forscher prognostizieren. Der Grund: In vielen Gebieten wird es dem Kaffee zu heiß und trocken, zudem gehen die Bestäuberinsekten zurück. Besonders davon betroffen sind Nicaragua, Honduras und Venezuela, so die Prognose.

scinexx

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit und für viele ärmere Länder einer ihrer wichtigsten Exportartikel. Doch Kaffeepflanzen sind anspruchsvoll: Um zu gedeihen, benötigen sie ein gleichmäßig warmes Klima, reichlich Regen und geschützte halbschattige Standorte. Geeignete Anbauflächen gibt es heute vor allem in Mittelamerika und dem Norden Südamerikas, aber auch in einigen Regionen Asiens und in Äthiopien.

weiterlesen

Zahl der Toten in Venezuela steigt weiter

(Bild: Demonstration in Venezuela. Screenshot, YouTube)
Zunehmend Angriffe auf die Infrastruktur des Landes. Darstellung in internationalen Medien gibt verzerrtes Bild der Lage wieder

Von Harald Neuber | TELEPOLIS

In Venezuela spitzt sich nach einer weiteren Woche regierungsfeindlicher Ausschreitungen die Debatte über die Schuldfrage zu. Während die Opposition der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und ihr nahestehenden Milizen die Schuld für die Toten gibt, vermittelt ein genauerer Blick auf die Lage vor Ort oft ein andres Bild. Demonstranten gehen demnach zunehmend gewalttätig gegen politische Gegner, Unbeteiligte und die Infrastruktur vor. In Lateinamerika wächst die Sorge vor einer unkontrollierten Eskalation der Auseinandersetzung.

Boliviens Präsident Evo Morales forderte die Regierungsgegner über den Kurznachrichtendienst Twitter nun dazu auf, dem Appell von Papst Franziskus zu folgen, um in einen Dialog mit der Regierung einzutreten. Dies sei notwendig, um die Kultur des Friedens in Lateinamerika zu wahren, so Morales.

Zugleich warf der linksgerichtete Staatschef den USA vor, die Lage in Venezuela zu destabilisieren. Dabei täte Washington gut daran, sich zunähst für die vergangenen Putsche in Lateinamerika zu entschuldigen, so Morales weiter.

weiterlesen

Blitz-Hotspots der Erde kartiert

Wo liegen die Blitz-Hotspots der Erde? Die Top-500 haben Forscher anhand von Satellitendaten bestimmt. © Unsplash/pixabay
Wo liegen die Blitz-Hotspots der Erde? Die Top-500 haben Forscher anhand von Satellitendaten bestimmt. © Unsplash/pixabay
Unerwarteter Hotspot: Auf der Suche nach dem Ort mit den häufigsten Blitzen wurden selbst die Forscher überrascht. Denn statt in Afrika, wie erwartet, liegt der Blitz-Hotspot der Erde in Venezuela: Über dem Lake Maracaibo gewittert und blitzt es im Mittel an 297 Tagen im Jahr. Im Herbst zucken dort bis zu 65 Blitze pro Tag. Unter den Kontinenten jedoch ist Afrika der Spitzenreiter: 283 der Top-500 Blitz-Hotspots liegen dort.

scinexx

Blitze entstehen, weil sich in den hochaufragenden Gewitterwolken Ladungsunterschiede zwischen oben und unten bilden. Zusätzlich können starke Sonnenstürme dazu beitragen, diese Wolken weiter aufzuladen, wie Forscher kürzlich herausfanden. Überschreiten die Ladungsdifferenzen einen Schwellenwert, kommt es zu einer elektrischen Entladung – es blitzt. Knapp zwei Drittel aller Blitze zucken dabei innerhalb der Wolke oder von Gewitterwolke zu Gewitterwolke hin und her.

weiterlesen

Das große Öl-Rätsel

© Reuters Ölpumpe fördert Öl: Pro Barrel gibt es nur noch unter 40 Dollar.
Erstmals scheint es Konjunkturprobleme durch zu billiges Öl zu geben. Die These, Ölpreisschocks hätten große Wirkungen für Verbraucher und geringe für Produzenten, verliert ihr Fundament.

Von Winand von Petersdorff|Frankfurter Allgemeine

Vor zwei Jahren, im Juni 2014, kostete das Fass Rohöl 115 Dollar. Jetzt schwankt der Preis in der 30-Dollar-Zone. Ein größeres Programm zur Befeuerung der globalen Konjunktur hätte man sich kaum ausdenken können. Es hätte wirken müssen wie eine große Steuersenkung in den Ölabnehmerländern. Schon als der Preis Ende 2014 auf 80 Dollar gerutscht war, bezifferten jubelnde Citigroup-Ökonomen den Wachstumsstimulus auf mehr als eine Billion Dollar. Das schien höchst plausibel: Die Großmächte der Weltkonjunktur China, Indien, der Eurozone und selbst die Vereinigten Staaten waren schließlich Netto-Ölimporteure. Sie hätten durch den billigeren Rohstoff einen konjunkturellen Schub bekommen müssen, der im besten Fall die gesamte Weltwirtschaft mitgezogen hätte. Stattdessen regiert aber die Stagnation. „Eine der größten Überraschungen des Jahres 2015 ist, dass der erstaunliche Verfall des Ölpreises nicht das Wachstum der Weltwirtschaft stärker befeuert hat“, sagt Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff.

weiterlesen

Saudi-Arabien: Dissidenz in den Köpfen

U.S. Army Gen. Martin E. Dempsey mit dem neuen König Salman bin Abdulaziz Al Saud; Bild: Pentagon; gemeinfrei
Wie lange wird das Königreich den sozialen Frieden noch kaufen können?


Von Bernard Schmid|TELEPOLIS

Saudi-Arabiens Politik ist in der Region regelmäßig ein Zankapfel und besonders in jüngster Zeit umstritten (Die bösen Guten?): Seit Ende 2014 ist es erklärte Politik des Königreichs, den Ölpreis auf ein Niveau absinken zu lassen, das geopolitischen Rivalen des Golfstaats und/oder Konkurrenten der USA – Russland, Venezuela, Iran -, aber auch anderen Ölförderstaaten Schaden zufügt.

Das dahinter stehende Kalkül, das auch ganz offen ausgesprochen wird, lautet: Wir verlieren zwar wie andere Ölförderstaat durch einen Preis, der bis auf 20 Dollar pro Fass absinken könnte – gewinnen aber dadurch Marktanteile, indem wir Konkurrenten abtöten oder an die Wand drücken, deren Ölförderung wirtschaftlich unrentabel wird.

Zugleich wird geopolitischen Kontrahenten Schaden zugefügt. Ein wahrer Kalter Krieg ist entbrannt, in welchem die Golfmonarchie und ein Teil des US-Establishments (minus jene Sektoren, die in Ölschieferförderung und ähnliche relativ kostspielige Unternehmungen investiert haben) auf der einen Seite und Staaten wie Venezuela, Algerien und Iran auf der anderen Seite stehen.

Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, wie riskant dieses Vorgehen auch für das Saudi-System selbst ist. So sollen dem Königreich für das Jahr 2015, je nach Angaben, dreißig respektive vierzig Milliarden Dollar zur Haushaltsdeckung fehlen; das Königreich selbst hat für das Budget 2015 einen Deckungslücke von 38,6 Milliarden Dollar vorausberechnet. Im abgelaufenen Jahr 2014 betrug sie vierzehn Milliarden Dollar.

weiterlesen

Ecuador: Evolution in Rekordgeschwindigkeit

Typische Páramo-Landschaft in Ecuador: Aufgrund der Höhenlage von mehr als 2800 Metern verändern sich die Pflanzen hier besonders schnell. Bild: wikimedia
Der Páramo im nördlichen Hochland der Anden verfügt über eine einzigartige Biodiversität – Nirgendwo auf der Welt schreitet die Evolution so schnell voran

Von Adrian LobederStandard.at

1799 machten sich der große Entdecker Alexander von Humboldt und seine Gefährten von Caracas in Venezuela auf, die Anden zu erkunden. Unter widrigen Bedingungen kämpften sie sich Stück um Stück das Gebirge hinauf. Der Nebel war so dicht, dass sie kaum die Hand vor dem Gesicht sahen. Als er sich verzog, waren die Abenteurer überwältigt: Weite Graslandschaften waren zu sehen, Bäume, Blumen und Sträucher, die den Männern völlig unbekannt waren.

Später notierte Humboldt in seinem Band Reise in die Aequinoctial-Gegenden: „Nach vierstündigem Marsch über die Savanen kamen wir in ein Buschwerk aus Sträuchern und niedrigen Bäumen, ‚el Pejual‘ genannt (…). Der Abhang eines Berges wurde sanfter und mit unsäglicher Lust untersuchten wir die Gewächse dieser Region. Vielleicht nirgends findet man auf so beschränktem Raum so schöne und für die Pflanzengeografie bedeutsame Pflanzen beisammen.“

weiterlesen

Hugo Chávez, Heilslehren und Heiligenfiguren

In Venezuela verehrt man jetzt ein beim U-Bahn-Bau erschienenes Zufallsabbild des ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Synkretismus ist ein Begriff aus der Religionswissenschaft. Er bezeichnet das Phänomen, dass Strukturen und Inhalte einer älteren Religion in einer neuen weiterleben. Ein klassisches Beispiel dafür ist die venezolanischen Heiligenfigur Maria vom Jaguar, in der sich nicht nur katholische und indianische, sondern auch afrikanische Elemente finden. Das Phänomen ist jedoch nicht auf den klassisch-religiösen Bereich begrenzt.

Wie gut vor allem das Politische mit dem Religiösen synkretistische Verbindungen eingehen kann, zeigt sich aktuell recht eindrucksvoll ebenfalls in Venezuela: Dort berichtete Staatspräsident Nicolás Maduro im Fernsehen anscheinend emotional bewegt darüber, dass er glaube, sein am 5. März im Alter von 58 Jahren an Krebs verstorbene Vorgänger Hugo Chaves sei bei Bauarbeiten an der U-Bahn-Linie 5 in der Hauptstadt Caracas „erschienen“. Beleg dafür seien Schattierungen an einen Tunnelwand, die seinem Antlitz ähneln. Arbeiter hatten ihm die Stelle gezeigt, als er vor einigen Tagen die Fortschritte beim U-Bahn-Bau besichtigte.

weiterlesen

Venezuela: Fleisch und Blut Jesu werden knapp – Hungersnot

Bild: holyart.de
Der Engpass an Importprodukten in Venezuela erreicht die katholische Kirche: Nach Toilettenpapier werden nun auch Hostien und Messwein knapp. Die Vorräte reichen den Amtsträgern zufolge noch für zwei Monate, demnächst müssten Abendmahlsgottesdienste ausfallen.

Süddeutsche.de

Nach Toilettenpapier und Lebensmitteln werden in Venezuela jetzt auch Hostien und Messwein knapp. Die BBC berichtet, dass der einzige Winzer des Landes die Belieferung der Kirche gestoppt hat. Die Rundfunkanstalt zitiert den Kirchensprecher Monsignor Lucker, die Vorräte reichten nur noch zwei Monate. Ob man sich Importprodukte leisten könne, sei fraglich.

weiterlesen

Chávez und Jesus: Kaut Ahmadinedschad Abessinischen Tee?

Hugo Chávez mit Mahmud Ahmadinedschad (2009): „Geist einer großen Persönlichkeit“ DPA

Im Kampf gegen die USA wusste Irans Präsident seinen venezolanischen Amtskollegen stets an seiner Seite. Nach dem Tod von Hugo Chávez preist Mahmud Ahmadinedschad ihn als „mutigen, weisen Führer“ – und orakelt: Dieser werde an der Seite von Jesus zurückkehren.

SpON

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Staatstrauer in seinem Land angeordnet – denn ein enger Verbündeter ist gestorben. Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist mit 58 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

weiterlesen

»Roter Wal«: Geklauter „Wetterstein“ im Berliner Tiergarten

Bild: n-tv

Es gibt Stunk zwischen Berlin und Caracas – wegen eines Steins, der im Tiergarten der deutschen Hauptstadt liegt. Er ist Teil eines Kunstwerkes. Aus Venezuela kommt aber die Behauptung, der rote Brocken sei dort gestohlen worden.

n-tv

Seit Jahren sorgt ein roter Felsbrocken im Berliner Tiergarten für Ärger zwischen Venezuela und Deutschland. Nun hat das Parlament in Caracas einen Antrag auf den Weg gebracht, um den umstrittenen Stein, der 1999 für ein Kunstprojekt nach Berlin gebracht wurde, wieder zurück in seine Heimat zu holen. Denn für die Pemón-Indianer in Venezuela ist es ein heiliger Stein. Er sei illegal aus dem Nationalpark Canaima im Südosten des Landes entwendet worden, sagte die Abgeordnete Gladys Requena.

weiterlesen