Barbarei: Indische Familie verdächtigt, vergewaltigt und getötet

Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
Sie sollen Rindfleisch gegessen haben, deswegen wurden sie offenbar bestraft: Radikale Hindus haben zwei Frauen in Indien vergewaltigt.
 

Berliner Morgenpost

Hinduistische Extremisten sollen in Indien eine 20-jährige Frau und eine 14-Jährige vergewaltigt haben. Wie der Nachrichtensender NDTV am Montag berichtete, hätten die Extremisten die Opfer dafür bestrafen wollen, dass sie Rindfleisch gegessen hatten.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, sollen nicht nur die Opfer im Alter von 20 und 14 Jahren vergewaltigt worden sein. Ein Onkel und eine Tante der Beiden sei von den Extremisten anschließend getötet worden. Radikale Hindu-Gruppen haben in den vergangenen Monaten wiederholt Menschen wegen angeblichen Schlachtens von Kühen oder dem Verzehr von Rindfleisch angegriffen oder gar umgebracht. Die meisten der Opfer sind Muslime.

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Von Vergewaltigungen und Fortpflanzungsmissbrauch

Wann wird aus einvernehmlichem Sex eine Vergewaltigung? – Eine Frage, die auch beim Fortpflanzungsmissbrauch eine zentrale Rolle spielt

Von Alexander und Bettina Hammer | TELEPOLIS

Sex und Handyvideos

Im Fall Gina Lisa L. war eine der vielen Fragen: Worauf bezieht sich ihr Nein? Auf dem in der ersten Anzeige als einvernehmlich bezeichneten Geschlechtsverkehr? Auf das Handyvideo, das ggf. ganz oder teilweise gegen ihren Willen angefertigt wurde? Oder wird, wenn gegen ihren Willen der Geschlechtsverkehr gefilmt wird, ab diesem Moment der Geschlechtsverkehr automatisch zur Vergewaltigung weil die Zustimmung zum Geschlechtsverkehr nur unter der Prämisse stattfand, dass nicht weitergefilmt bzw. der Film gelöscht werden würde?

Fragen, die bei der Definition, wann eine Vergewaltigung vorliegt, nicht trivial sind. Gerade die letzte der Fragen scheint für viele einfach zu beantworten: Sex ohne Filmen ist erlaubt, Sex mit Filmen nicht, somit liegt eine Vergewaltigung vor. Doch so simpel wie es scheint ist es nicht. Dies wird deutlich, wenn die Bedingung „kein Filmen“ durch eine andere ersetzt wird. Hierbei ist wichtig, dass eine solche Bedingung auch eine Eigenschaft einer der beiden Sexualpartner oder eine bestimmte Praktik sowie die Art und Weise, wie der Geschlechtsverkehr vollzogen wird, sein könnte. Wenn sich zwei Menschen treffen, um miteinander Analsex zu praktizieren, dies nicht funktioniert und stattdessen Vaginalsex praktiziert wird – ist dies ggf. Vergewaltigung weil hierzu keine Absprache bestand? Was ist, wenn der gemeinsame Akt unter der Prämisse stattfindet, dass der Partner z.B. kein Vorbestrafter ist und sich später herausstellt, dass er vorbestraft ist?

Der letzte Fall, die Frage ob eine vorausgesetzte Eigenschaft des Partners dazu führen kann, dass einvernehmlicher Geschlechtsverkehr im Nachhinein Vergewaltigung sein kann, auch im rechtlichen Sinne, war vor einiger Zeit in den Medien präsent.

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Wenn IS-Aussteiger berichten: „Sie sind Lügner“

Befreit von der Herrschaft des IS. Eine 19-jährige Syrerin zieht den Niqab aus, nachdem die Extremisten aus ihrem Dorf vertrieben worden sind. / Bild: Reuters
Sie wollten das – in ihren Augen – Richtige tun, doch dann sahen sie Folter, Mord und Vergewaltigung. In Videos erzählen IS-Aussteiger, wie das Leben in Syrien wirklich ist.

Von Eva Winroither | Die Presse

Ein Studio irgendwo im Süden der Türkei Ende 2015. Weiße Wände, eine Videokamera, zwei Männer. Hier werden Ahmet Yayla, Universitätsprofessor und ehemaliger Polizeichef von Şanliurfa, einer türkischen Stadt an der Grenze zu Syrien, sein Assistent Murat und Anne Speckhard, außerordentliche Professorin an der renommierten Georgetown University in den USA, Interviews durchführen. Speckhard ist nur via Skype zugeschaltet. Das Sicherheitsrisiko ist zu groß. Die beiden Professoren interviewen ehemalige IS-Anhänger. Menschen, die sich der Terrororganisation des sogenannten Islamischen Staats (IS) angeschlossen haben, bis das eine oder andere Erlebnis sie dazu brachte, sich abzuwenden.

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Türkei stellt 3000 neue Richter und Staatsanwälte ein

erdoganSchon vor dem Putschversuch sei geplant gewesen, Prüfungen für 1500 neue Richter und Staatsanwälte anzubieten, sagte Justizminister Bozdag.

Die Presse.com

Nach den zahlreichen Festnahmen von Richtern und Staatsanwälten will die türkische Regierung die entstandene Lücke in der Justiz schnell schließen. Justizminister Bekir Bozdag kündigte am Sonntag die Anstellung von 3000 neuen Richtern und Staatsanwälten an. „Es wird keine Unannehmlichkeiten für unsere Bürger geben. Dafür haben wir Maßnahmen getroffen“, sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vom Sonntag dem Sender Kanal 7.

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Irland: Katholiban schmettern Abtreibungsinitiative ab

Premier Enda Kenny – AFP
Das irische Parlament erlaubt keine Abtreibung im Fall einer schweren Deformation des Fötus. Einer entsprechenden Gesetzesvorlage erteilten die Abgeordneten am Donnerstag mit 95 zu 45 Stimmen eine Absage. Sie folgten damit einer Empfehlung von Ministerpräsident Enda Kenny. Drei Minister hatten dagegen die Gesetzesvorlage unterstützt.

Radio Vatikan

Abtreibung ist in der Irischen Republik illegal – auch nach einer Vergewaltigung oder bei Risiken für die Gesundheit der Mutter. Nur im Fall, dass das Leben der Mutter in Gefahr ist, lässt das Gesetz eine Abtreibung zu. Die Verfassung spricht ungeborenen Kindern ein Recht auf Leben zu, das dem der Mutter entspricht. Auf Abtreibung steht in Irland eine Haftstafe von 14 Jahren.

Abtreibungsbefürworter wollen das Gesetz liberalisieren. Sie planen dazu das Abhalten einer Volksabstimmung. Über dieses Thema muss das Parlament in nächster Zeit beraten.

 

Twitterer laufen Sturm gegen Wiesenhof

© Youtube / Wiesenhof Atze Schröder und sein Würstchen.
In einem Werbespot für den Geflügelfleisch-Hersteller Wiesenhof spielt Atze Schröder auf den Fall Gina-Lisa an. Twitterer sind sauer.

Frankfurter Allgemeine

„Und, seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Hier ist das Ding. Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie.“ Das sagt Comedian Atze Schröder in einem Spot für die Geflügelfleisch-Marke Wiesenhof. Dann misst er die Länge des Würstchens mit dem Zollstock nach.

Die naheliegende Deutung: Atze Schröder spielt mit mit seinem Spruch auf den Fall von Gina-Lisa Lohfink an. Sie hat zwei Männern Vergewaltigung vorgeworfen. Von dem Geschehen gibt es ein Video, auf dem zu sehen ist, wie sie „Hör auf“ und „Nein, nein, nein“ sagt. Lohfink sagt, sie habe unter dem Einfluss von K.O.-Tropfen gestanden. Doch weil sie sich nicht körperlich wehrt, hat die Staatsanwaltschaft das Geschehen nicht als Vergewaltigung angesehen. Stattdessen sollte Gina-Lisa Lohfink für ihre Aussage 24.000 Euro Geldstrafe zahlen. Am Montag wird darüber vor Gericht verhandelt.

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Koalitionspolitiker einigen sich auf Reform des Sexualstrafrechts

Union und SPD haben sich über die Reform des Sexualstrafrechts verständigt. Rechtspolitiker beider Koalitionsfraktionen im Bundestag erklärten, man hoffe, die Reform noch vor der Sommerpause im Bundestag beschließen zu können.

evangelisch.de

Kern der geplanten Gesetzgebung ist die Einführung des Prinzips „Nein heißt Nein“. Danach ist künftig ein sexueller Übergriff als Vergewaltigung strafbar, wenn das Opfer seinen entgegenstehenden Willen deutlich gemacht hat. Bisher wird eine Tat nur als Vergewaltigung bestraft, wenn der Täter Gewalt angewendet oder das Opfer sich gewehrt hat.

Dem Eckpunktepapier zufolge, dass dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, reicht es künftig aus, wenn das Opfer „Nein“ gesagt hat oder der Täter seinen Willen erkennen konnte, etwa weil es geweint oder versucht hat, die sexuelle Handlung abzuwehren.

Sexuelle Übergriffe aus Gruppen heraus strafbar

Die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) erklärte, die Union sei in allen grundsätzlichen Fragen mit den Rechtspolitikern der SPD einig geworden: „Das Opfer muss sich nun nicht mehr grundsätzlich wehren, sondern ein deutliches verbales oder körperliches ‚Nein‘ ist beim neuen Vergewaltigungsparagrafen von nun an ausreichend.“ Die CDU-Politikerin sprach von einem „Meilenstein“. Damit werde erstmals die sexuelle Selbstbestimmung auch im Strafrecht voll zur Geltung gebracht.

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Kalter Krieg der Geschlechter

Wie wir im ersten Wer ist hier eigentlich das typische Opfer?) und zweiten Teil (Vergewaltigung: Spiel mit den Zahlen) gesehen haben, spiegelt der Diskurs über Opfer und sexuelle Gewalt häufig nicht die Statistiken wider, einschließlich solcher Statistiken, in denen Frauen repräsentativ befragt wurden. Obwohl Männer deutlich häufiger Opfer schwerer Gewalttaten (mit Ausnahme der Sexualverbrechen) werden, werden ihre Erfahrungen oftmals überhaupt nicht erfasst.

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Im vorerst dritten und letzten Teil dieser Serie geht es um die theoretischen Hintergründe der feministischen Diskussion und die Gefahr, dass vordergründiger Schutz von Frauen und Minderheiten schließlich zum Verlust von Freiheit und freier Meinungsäußerung führt. Schon heute zeichnen sich deutliche Tendenzen ab, das Opfer-sind-Frauen- und Täter-sind-Männer-Denken in ein Frauen-sind-Opfer- und Männer-sind-Täter-Denken umzudrehen.

Ein wesentlicher Grundpfeiler feministischer Diskurse ist die Berufung auf die allgemeine Aussagekraft subjektiver Erlebnisse (engl. „lived experience“) unter Rückgriff auf Arbeiten des Phänomenologen Wilhelm Dilthey (1833-1911). Das wird von manchen heute so verstanden, dass die geäußerten Erfahrungen einer Sprecherin nicht hinterfragt werden dürfen.

Erlebte Mikroaggressionen sind dann Mikroaggressionen, (Weg mit den Mikroaggressionen); erlebte sexuelle Belästigungen sind dann sexuelle Belästigungen; und erlebte Vergewaltigungen sind dann Vergewaltigungen. Die „skeptische Feministin“ Janet Radcliffe Richards, Professorin für Praktische Philosophie an der Oxford University, wies schon in den 1980er und 1990er Jahren wiederholt darauf hin, zu welchen Problemen in der Debattenkultur es dadurch kommt.

Privilegierung weiblicher Erfahrungen

Wie solle man etwa damit umgehen, wenn sich die subjektiven Erlebnisse eindeutig widersprechen, das heißt, wenn sie unmöglich beide wahr sein können? Ihre Bemühungen um einen vernünftigen Diskussionsstil hätten zu großen Anfeindungen im feministischen Lager geführt, berichtet die Professorin in der zweiten Auflage ihres Buchs „The Sceptical Feminist“ von 1994. Dabei sind solche Fragen nicht zuletzt vor Gericht entscheidend, wo es um nichts Geringeres als die Freiheit eines Menschen geht und sich Aussagen häufig widersprechen.

Dem Phänomenologen Dilthey ging es freilich bei seinen Überlegungen zu subjektiven Erlebnissen nicht darum, nur die Erfahrungen eines Geschlechts zu privilegieren. Im feministischen Diskurs, in Politik, in den Medien und bisweilen selbst in der Forschung scheint es aber darauf hinauszulaufen. So riefen etwa die Sozialwissenschaftler Melanie Steffens und Christof Wagner mehr als 50.000 Menschen in Deutschland an, um schließlich die Antworten mehrerer hundert Lesben, Schwulen und Bisexuellen über erlebte Diskriminierung zu erhalten.1

Diskriminierung von Schwulen und Lesben

Dabei gaben mit 55% bei den Schwulen doppelt so viele Personen an, Beleidigungen im Alltag erlebt zu haben, wie bei den Lesben (26%). Bei Bedrohungen und Angriffen waren die Unterschiede noch deutlicher: Mit 21% hatten sich zehnmal so viele Schwule schon einmal bedroht gefühlt wie Lesben (2%). Schließlich gaben mit 16% achtmal so viele Schwule an, angegriffen worden zu sein, wie Lesben (2%). Bei bisexuellen Männern war das mit 8% immer noch viermal so hoch wie bei bisexuellen Frauen (2%).

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Todesstrafe droht auf Philippinen: Bischöfe zu Widerstand bereit

Erzbischof Ramon Arguelles: „Bin bereit wie der heilige Maximilian Kolbe anstelle der Gefangenen in den Todestrakt zu gehen und zu sterben“

kath.net

Der neu gewählte und am 30. Juni zur Vereidigung vorgesehene philippinische Präsident Rodrigo Duterte schockt mit scharfer Kirchenkritik und problematischen Rechtsauffassungen Katholiken und Zivilgesellschaft. Bei einer Pressekonferenz bezeichnete er die Bischöfe des Landes als korrupt und „sons of whores“ (Hurensöhne), wie das Nachrichtenportal „www.catholicwordreport“ am Sonntag berichtet. Duterte, der auch die Todesstrafen-Einführung fordert, erhielt Konter von Erzbischof Ramon Arguelles von Lipa. Dieser sagte Medienberichten zufolge, er sei bereit, wie der heilige Maximilian Kolbe anstelle der Gefangenen in den Todestrakt zu gehen und zu sterben, sollte das Land zur Todesstrafe zurückkehren. „Hätte nicht Christus dasselbe getan?“, wird Erzbischof Arguelles zitiert.

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Polens Regierungspartei für fast totales Abtreibungsverbot

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Nach Hirtenwort der Bischöfe hat sich Ministerpräsidentin Szydlo für umfassendes Abtreibungsverbot ausgesprochen – Kaczynski,Vorsitzender der Regierungspartei: Als Katholik stehe er hinter der Lehre, die die Bischöfe verkünden.

kath.net

Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo hat sich für ein beinahe vollständiges Abtreibungsverbot ausgesprochen. Die nationalkonservative Politikerin sagte am Donnerstag in einem Radiointerview, sie unterstütze den Gesetzesvorschlag einer Volksinitiative, der Abtreibungen außer bei Gefahr für das Leben der Frau mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Auch der Vorsitzende der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, unterstützte eine Gesetzesverschärfung.
Das bereits jetzt vergleichsweise lebensbejahende polnische Abtreibungsgesetz erlaubt die Tötung des ungeborenen Kindes bei Missbildung oder unheilbarer Krankheit, bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Frau sowie nach einer Vergewaltigung oder Inzest. Lebensschützer wollen demnächst die erforderlichen 100.000 Unterschriften beisammen haben, um die Volksinitiative beim Unterhaus des Parlaments, dem Sejm, einreichen zu können.

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Papst hält Verhütung wegen Zika für akzeptabel

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hält den Gebrauch von Verhütungsmitteln angesichts der Zika-Seuche für moralisch prinzipiell verantwortbar.

kath.net

Papst Franziskus hält den Gebrauch von Verhütungsmitteln angesichts der Zika-Seuche für moralisch prinzipiell verantwortbar. Auf die Frage einer Journalistin auf dem Rückflug nach Rom nach einer einwöchigen Mexikoreise sagte der Papst am Donnerstag, es gebe bei diesem Thema einen grundsätzlichen Unterschied zur Abtreibung, denn diese sei immer ein «absolutes Übel». Verhütung hingegen könne in Ausnahmefällen erlaubt sein.

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Kinderficker-Sekte feuert kritischen Aufklärer

missbrauch_kathol

In der Kinderschutz-Kommission im Vatikan wollte Peter Saunders gegen Missbrauch kämpfen. Doch der Brite machte sich mit öffentlicher Kritik an Klerikern unbeliebt: Er wurde rausgeworfen – weigert sich aber, zu gehen.

SpON

Er wurde selbst von einem Priester vergewaltigt, kämpft seit vielen Jahren gegen Missbrauch in der katholischen Kirche und wollte in der vom Papst eingesetzten Kinderschutz-Kommission für bessere Aufklärung sorgen. Doch damit soll nun Schluss sein.

Auf einer Sitzung der päpstlichen Kommission wurde entschieden, dass der Brite Peter Saunders beurlaubt sei, damit er darüber nachdenken könne, „wie er die Arbeit der Kommission am besten unterstützen könnte“. Danach, ergänzte Vatikansprecher Federico Lombardi, wolle man entscheiden, ob Saunders in der Kommission verbleibe oder „von außen“ seinen Beitrag leisten werde.

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Zweifelhafter Bericht schürt Ängste unter Russlanddeutschen

Demo von Russlanddeutschen wegen einer vermeintlichen Vergewaltigung – und gegen Flüchtlinge. Hier in Villingen-Schwenningen. (Foto: dpa)
Ein russischer Sender berichtet von der Vergewaltigung eines Mädchens. Die Polizei sagt, es war keine. Doch da ist die Empörung nicht mehr aufzuhalten.

Von Benedikt Peters|Süddeutsche.de

Auf ihren Bannern steht „Hände weg von meinem Kind“ und „Lisa wir sind mit Dir.“ Und sie schreien Parolen: „Wir sind gegen die Flüchtlinge!“ „Wir sind Deutsch!“ So zeigt es ein Video, das ein sogenannter „Internationaler Konvent der Russlanddeutschen“ ins Netz gestellt hat. Die bisher unbekannte Gruppe hatte am Wochenende zusammen mit „Bärgida“, dem Berliner Pegida-Ableger, zum Protest vor dem Kanzleramt aufgerufen, die Polizei zählte 700 Menschen.

Darunter waren der Sprache nach zu urteilen, nicht nur die üblichen Pegida-Schreihälse, sondern viele Menschen russischer Herkunft. Medien berichteten, es habe sich überwiegend um Russlanddeutsche gehandelt, um Russen mit deutschen Ahnen, die nach Deutschland übergesiedelt sind. Sie demonstrierten nicht nur in Berlin. In Villingen-Schwenningen waren es 1300, in Schweinfurt nochmal 700. In Ellwangen bei Stuttgart zogen 500 vor ein Flüchtlingsheim. Überwiegend in Süddeutschland, wo die meisten von ihnen leben, gingen mehrere tausend Russlanddeutsche gegen Flüchtlinge auf die Straße.

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Regensburger Domspatzen: Mindestens 231 Kinder missbraucht

Bislang sind 231 Missbrauchsfälle bekannt, die Priester und Lehrer der Regensburger Domspatzen verübt haben. Foto: imago/United Archives
Im Zeitraum von 1953 bis 1992 werden bei den Regensburger Domspatzen mindestens 231 Kinder von Priestern sexuell missbraucht und verprügelt. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.

Frankfurter Rundschau

Bei den Regensburger Domspatzen hat es wesentlich mehr Misshandlungsfälle gegeben als bisher angenommen. Von 1953 bis 1992 seien mindestens 231 Kinder von Priestern und Lehrern des Bistums verprügelt oder sexuell missbraucht worden, sagte der von Bistum und Chor mit der Klärung des Skandals beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber am Freitag in Regensburg. «Die sexuellen Übergriffe reichten von Streicheln bis zu Vergewaltigungen», berichtete der Rechtsanwalt.

Weber geht davon aus, dass die Dunkelziffer der misshandelten Kinder noch deutlich höher liegt. Er rechnet damit, dass etwa jeder Dritte der rund 2100 Vorschüler zwischen 1953 bis 1992 unter körperlicher Gewalt litt.

Köln und die Medien: Bitte bei den Fakten bleiben

Brutale Gewaltwelle am Silvesterabend in Köln picture alliance
Die Medien stehen in der Kritik, unvollständig und verzerrt über die sexuellen Übergriffe in Köln berichtet zu haben. Einiges davon stimmt, und nicht alles sollte man als Vorwürfe linker Weltverbesserer oder rechter Demagogen abtun

Von Petra Sorge|Cicero

Es war ein Zeichen des guten Willens, des Dialogs mit dem Publikum. „Was denkt ihr: Wie sollte @heuteplus über die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln berichten?“, twitterte der digitale Kanal des ZDF am Montagabend. Eine etwas verunglückte Fragestellung: Denn natürlich kann und darf über die massenhaften kriminellen Vorfälle nicht anders berichtet werden als über jedes andere nachrichtenrelevante Thema auch. „Heute plus“ stellte auf Nachfrage klar, dass hier keine anderen Maßstäbe gelten, man habe sich nur für die Meinung der Nutzer interessiert.

Die Medien stehen seit Beginn der Flüchtlingsdebatte im vergangenen August unter verstärkter Beobachtung. Das ist gut so. Sie entscheiden schließlich, welche Nachrichten die Menschen wann lesen, sehen und hören. Sie gewichten und filtern. Im Englischen gibt es dazu einen Fachbegriff: Sie sind die „Gatekeeper“, die Torwächter, die bestimmen, was ans Publikum gelangt und was abgefangen wird.

Aber sind die Medien im Fall Köln dieser Verantwortung gerecht geworden?

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Schweden darf Assange in Ecuadors Botschaft in London befragen

Julian Assange (wikipedia)
Julian Assange (wikipedia)

Ecuador gestattet den schwedischen Behörden, den WikiLeaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft des Landes in London zu befragen. Beide Staaten hätten nach sechs Monaten Verhandlungen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, teilte die Regierung in Quito am Wochenende mit.

derStandard.at

Der 44-jährige Australier Assange lebt seit mehr als drei Jahren in der Botschaft, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort wird gegen ihn wegen des Vorwurf der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung ermittelt.

Assange bestreitet die Anschuldigungen und sagte, er befürchte, dass die schwedischen Behörden ihn an die USA ausliefern wollten. Dort könnte er wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente durch Wikileaks vor Gericht gestellt werden. Großbritannien warf Ecuador vor, es behindere die Justiz, indem es Assange Gastrecht in der Botschaft gewähre.

Systematischer Missbrauch: Selbst die Polizisten nannten sie „kleine Nutten“

Foto: AFP/Getty Images Ein Kind zwischen den heruntergekommenen Häusern von Rotherham. Viele Missbrauchsopfer waren erst zwölf. Der „Guardian“ bezeichnet die Stadt als „verdorbenes Teufelsloch in Yorkshire“
Mindestens 1400 Mädchen wurden zwischen 1997 und 2003 im englischen Rotherham systematisch missbraucht. Die Polizei und die Sozialbehörden sollen weggesehen haben. Jetzt beginnt der erste Prozess.

Von Eva Ladipo|DIE WELT

Das Buch zu lesen kostet Kraft und tut weh – wie stark man da erst sein muss, es zu schreiben, ist unvorstellbar. Doch Sarah Wilson, eine Frau Anfang zwanzig, hat es geschafft. „Violated“ heißt ihr Buch, das sie „die Geschichte einer Überlebenden“ nennt. Mithilfe einer Ghostwriterin hat sie eine ruhige, kluge, sensible Stimme gefunden, mit der sie den Leser in eine menschliche Hölle führt – ihr Leben als missbrauchtes Kind in Rotherham.

Großbritannien stand unter Schock, als im August vergangenen Jahres das Ausmaß der organisierten Kriminalität in Rotherham offenbart wurde: Mindestens 1400 Mädchen sollen dort zwischen 1997 und 2003 von Hunderten Männern vor allem pakistanischer Herkunft systematisch zu Sexsklavinnen herangezogen und regelmäßig missbraucht worden sein. Etliche sollen zu meist mittellosen Mädchen Beziehungen aufgebaut, sie in Autos und Parkanlagen vergewaltigt haben.

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Kinderarzt soll viele Jungen missbraucht haben

Auf der Suche nach möglichen Zeugen: Fahndungsblätter mit dem Foto eines Kinderfahrrades. Foto: Peter Steffen/Archiv
Wegen Missbrauchs von rund 20 Jungen steht von heute an ein Kinderarzt in Bayern vor Gericht. Der 40-Jährige soll auch für eine Kindesentführung im niedersächsischen Garbsen im August 2014 verantwortlich sein.

Süddeutsche.de

Ein Fünfjähriger war damals in ein Auto gelockt, betäubt, missbraucht und nach zwei Stunden wieder freigelassen worden. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Wenige Wochen später wurde der aus Augsburg stammende Mediziner gefasst. Der Mann hatte damals als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover gearbeitet. In der Folge stießen die Ermittler auf immer neue Verdachtsfälle, die bis ins Jahr 2007 zurückreichen. Weitere Tatorte waren nach den Ermittlungen Augsburg, München und Nürnberg. Nach Medienberichten stritt der mutmaßliche Täter im Verhör die Vorwürfe ab und äußerte sich später nicht weiter.

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Missbrauch in der Kirche : Wie ein Tritt ins Gesicht

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Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester klagen Franziskus an. Dem Papst seien alte Seilschaften wichtiger als die versprochene rückhaltlose Aufklärung.

Von Julius Müller-Meiningen|ZEIT ONLINE

Als Papst Franziskus auf seiner USA-Reise Ende September nach Philadelphia fuhr, suchte Juan Carlos Cruz lieber das Weite. Cruz, 51, stammt aus Santiago de Chile, er arbeitet in Philadelphia als Leiter der Kommunikationsabteilung eines großen Chemiekonzerns. Cruz flog zu einer Familienfeier in die Heimat, er war nicht traurig, dass er deshalb den Papst verpasste, im Gegenteil: Franziskus, der in der ganzen Welt als mutiger Reformer gefeiert wird, steht in den Augen von Juan Carlos Cruz für Stillstand und Vertuschung.

Am 10. Januar dieses Jahres nominierte der Papst den neuen Bischof von Osorno in Chile, Juan Barros, 59, einen Zögling von Fernando Karadima. 26 Jahre lang leitete der heute 85-jährige Karadima die Pfarrgemeinde im Nobelviertel El Bosque von Santiago und belobigte in seinen Predigten Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet. Aber vor allem missbrauchte er nachweislich Minderjährige und errichtete eine Schreckensherrschaft aus Selbstverherrlichung, Psychodruck und Vergewaltigung. Aus seinem Umfeld kommen nicht nur Dutzende Priester, sondern auch vier in Chile amtierende Bischöfe, darunter der jüngst von Franziskus berufene Barros. „Er war dabei, als Karadima mich berührte“, sagt Juan Carlos Cruz, der nach seiner Aussage als 17-Jähriger eines von Karadimas Opfern im Priesterseminar war. „Er küsste Karadima. Ich sah, wie er abscheuliche Dinge tat.“

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