Indischer Guru muss zwanzig Jahre in Haft

Guru Gurmeet Ram Rahim Singh muss länger ins Gefängnis. – APA/AFP/PUNIT PARANJPE
Der Richter wurde per Hubschrauber zur Strafmaßverkündung ins Gefängnis geflogen, um gewaltvolle Proteste der Guru-Anhänger wie beim Schuldspruch zu verhindern.

Die Presse.com

Der indische Sektenführer Gurmeet Ram Rahim Singh ist wegen der Vergewaltigung zweier Anhängerinnen zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Bundespolizei stellte am Montag klar, der Guru müsse zwei aufeinanderfolgende Haftstrafen von jeweils zehn Jahren absitzen. Der 50-Jährige war bereits am Freitag schuldig gesprochen worden.

Bei gewaltsamen Protesten seiner Anhänger wurden anschließend 38 Menschen getötet. Ein Gericht in Rohtak nordwestlich von Neu Delhi verkündete am Montag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen das Strafmaß gegen den Guru. Klägeranwalt Utsav Singh Bains sagte, er werde das Urteil anfechten. Er will eine längere Haftstrafe und eine Ausweitung der Ermittlungen beantragen.

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Indien: Tote nach Vergewaltigungs-Urteil gegen Guru

© AP Randalierer warfen Steine, legten Feuer und zerstörten Übertragungswagen von Fernsehsendern.
Ein beliebter, extravaganter Guru muss in Indien wegen Vergewaltigung ins Gefängnis. Tausende seiner Anhänger lassen ihrer Wut freien Lauf. Mindestens zwölf Menschen sterben.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Nach der Verurteilung eines indischen Gurus wegen Vergewaltigung sind bei Unruhen in Nordindien mindestens zwölf Menschen um Leben gekommen. Den Berichten der indischen Presse zufolge randalierten die Anhänger des Gurus am Freitag in der nordindischen Stadt Panchkula im Bundestaat Haryana und setzten mehrere Regierungsgebäude sowie Bahnhöfe in Brand. Autos von Journalisten bewarfen sie mit Steinen.

Der Guru Ram Rahim Singh war für schuldig befunden worden, vor 15 Jahren in seinem Ashram zwei Anhängerinnen seiner Sekte vergewaltigt zu haben. Der 50 Jahre alte Inder wurde nach der Urteilsverkündung in Haft genommen. Das Strafmaß soll am Montag verkündet werden. Mehr als 200.000 Anhänger waren in den vergangenen Tagen in die Region um die nordindische Stadt Chandigarh gekommen, um gegen die Verurteilung ihres Sektenführers zu protestieren. Die Polizei hatte eine Ausgangssperre verhängt und versucht, die Demonstranten mit Wasserwerfern und Tränengas auseinander zu treiben.

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Afghanistan: „Als ob niemand je den Namen einer Frau gehört hätte“

Afghanische Frauen nehmen am 24. August am ersten öffentlichen Event der Kampagne „Where Is My Name“ in Kabul teil. (Foto: AFP)
In Afghanistan ist es Tradition, dass Frauen nicht beim Namen genannt werden, sie werden nur als „Mutter von“, oder „mein Haushalt“ bezeichnet. Eine Kampagne soll das ändern.

Von Johanna Dürrholz | Süddeutsche.de

Als der afghanische Präsident Aschraf Ghani bei einer Rede den Namen seiner Frau nennt, bricht ein Sturm der Empörung los. Nicht, weil Bibi Gul zuvor in Ungnade gefallen war. Sondern weil das Nennen eines weiblichen Namens in Afghanistan Anstoß erregt. „So als ob niemand je den Namen einer Frau gehört hätte“, schreibt Somaia Ramish.

Ramish ist Lokalpolitikerin in Herat und hat kürzlich einen Essay mit dem Titel „Call me by my name“ geschrieben. Tatsächlich, schreibt sie, werden Frauen in Afghanistan in der Regel beim Namen ihres Vaters genannt, bei dem des Sohnes oder des Ehemanns – nie aber bei ihrem eigenen. Vor allem nicht in der Öffentlichkeit, doch auch zu Hause würden Frauen lieber als „Tante“, als „Mutter meines Kindes“, „Meine schwache Hälfte“ oder „Mein Haushalt“ bezeichnet.

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Chile: Oberstes Gericht hebt generelles Abtreibungsverbot in Chile auf

Lange hat es gedauert und heftige Diskussionen ausgelöst. Doch nun gibt es Ausnahmen beim strikten Abtreibungsverbot in Chile. Das Oberste Gericht segnete die Regierungsinitiative ab, die ein Diktatur-Gesetz liberalisiert.

evangelisch.de

In Chile ist das strikte Abtreibungsverbot aufgehoben. Das Oberste Gericht erklärte am Montag (Ortszeit) Schwangerschaftsunterbrechungen in drei Fällen für verfassungskonform, wie die Tageszeitung „La Tercera“ berichtete. Mit sechs zu vier Stimmen wiesen die Richter zwei Klagen des konservativen Oppositionsbündnisses „Vamos“ zurück. Die Richter sahen keinen Verstoß gegen das in der Verfassung garantierte Recht auf Leben. Abtreibungen sind nun erlaubt nach einer Vergewaltigung, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist und wenn der Fötus nicht überlebensfähig ist.

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Verfolgte iranische Bloggerin flieht nach Israel

Neda Amin is welcomed by Times of Israel’s David Horovitz at Ben-Gurion Airport, August 10, 2017 (Times of Israel staff)
Der iranischen Journalistin und Bloggerin Neda Amin gelang die Flucht vor der Todesstrafe. Am Donnerstag erreichte sie den israelischen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.

Die Presse.com

Neda Amin ist eine 32-jährige iranische Bloggerin und Journalistin. Als sie ein Buch über Frauenrechte schrieb, musste sie 2014 aus ihrer Heimat fliehen. Seitdem lebte Amin in der Türkei. Dort bloggte und schrieb die Journalistin für die persische Ausgabe der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“ – doch ihre Lage wurde immer brenzliger. Nun ist sie nach Israel ausgereist.

Vergangene Woche benachrichtigten die türkischen Behörden die Journalistin über ihre bevorstehende Abschiebung zurück in den Iran. Eine Rückkehr würde für sie aber „Folter, Vergewaltigung und letztendlich Hinrichtung“ bedeuten, schrieb Amin der Menschenrechtsorganisation UN Watch und bat sie um Hilfe. Denn Veröffentlichungen in Israel, das Teheran nie offiziell anerkannt hat, sind iranischen Behörden ein Dorn im Auge. Seit der Islamischen Revolution 1979 gelten Israel und der Iran als Erzfeinde.

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Amnesty International: Epidemie von sexueller Gewalt im Südsudan

Vergewaltigung und Verstümmelung von Männern und Frauen als systematische Kriegswaffe – im Bürgerkrieg im Südsudan schreckt keine der beiden Kriegsparteien davor zurück. Das Ausmaß des Grauens ist unvorstellbar.

evangelisch.de

Im Südsudan werden Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt Menschenrechtlern zufolge systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Tausende Frauen und Männer würden bei ethnisch motivierten Angriffen vergewaltigt, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht von Amnesty International. Sexuelle Gewalt werde bewusst und in großem Ausmaß von beiden Seiten in dem Bürgerkrieg verübt.

Manche Angriffe hätten dazu dienen sollen, die Bevölkerung zu terrorisieren und die Opfer zu erniedrigen, sagte Muthoni Wanyeki, Amnesty Internationals Regionaldirektor für Ostafrika, die Großen Seen und das Horn von Afrika.

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Wer bestimmt, was Kinder lernen?

© PICTURE-ALLIANCE Eltern bringen ihr Kind zur Schule – ab da entscheidet der Staat, was gelehrt wird.
Erziehungsrecht der Eltern und Erziehungsauftrag des Staates stehen gleichberechtigt nebeneinander. Aber was passiert, wenn die Schule etwas lehrt, das den Eltern missfällt – vor allem, wenn es um Sexualität und Religion geht?

Von Volker Kitz | Frankfurter Allgemeine

Im Kapitel „Begattung und Befruchtung“ lesen die Eltern: „Dabei führt der Mann das versteifte Glied in die Scheide der Frau ein.“ Ihre Tochter ist gerade in die fünfte Klasse gekommen und hat das neue Biologiebuch nach Hause gebracht. Die Eltern finden, für solche Sätze sei sie zu jung; in einem gerichtlichen Eilverfahren wollen sie ihr Kind vom Sexualkundeunterricht befreien lassen. In der Stuttgarter Innenstadt drängen Tausende, halten Transparente: „Aufklärung ab 4. Klasse – wie krank sind wir?“ Gegendemonstranten marschieren auf sie zu, brüllen: „Schützt eure Kinder vor euch selbst!“ Polizisten ziehen Sturmmasken übers Gesicht und Schlagstöcke aus dem Halter, in Hundertschaften bilden sie eine Kette zwischen den Gruppen, Farbbeutel, Tomaten klatschen auf, Knüppel sausen durch die Luft, und Menschen liegen am Boden.

Was sich liest wie eine Geschichte, sind zwei Geschichten. Die Szenen spielen im selben Bundesland, aber in verschiedenen Jahrtausenden. Die Fünftklässlerin hatte im August 1974 ihren ersten Tag im Gymnasium in Baden-Württemberg. In Stuttgart fielen die Menschen in den vergangenen beiden Jahren übereinander her, da war das Mädchen von damals schon fünfzig. Erst kürzlich haben die Gegner der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ zu einem Symposium nach Wiesbaden eingeladen.

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Erste Zwischenbilanz zur „vertraulichen Geburt“

Bei der „vertraulichen Geburt“ können Frauen ihr Kind im Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt bringen und trotzdem vorerst anonym bleiben. Foto: Angelika Warmuth/dpa
Die „vertrauliche Geburt“ soll schwangeren Frauen eine Alternative zur Babyklappe zu bieten. Im Mai 2014 ist diese Möglichkeit eingeführt worden – und seitdem mehr als vielfach genutzt worden.

Von Axel Hofmann | Frankfurter Rundschau

Als Alternative zur Babyklappe war vor gut drei Jahren in Deutschland die „ vertrauliche Geburt “ eingeführt worden. Hier wichtige Informationen dazu:

Welchen Sinn soll die „vertrauliche Geburt“ haben?

Überforderung, Vergewaltigung, gewalttätige Väter – es gibt verschiedene Gründe, warum Frauen ihr Baby weggeben und unerkannt bleiben wollen. In solchen Fällen ist die Babyklappe eine mögliche Option, aber keine unproblematische: Die Frauen bringen ihr Kind nämlich alleine zur Welt, ohne medizinische Betreuung. Zudem wird den Kindern damit jede Möglichkeit genommen, jemals etwas über ihre Herkunft zu erfahren. Bei der „ vertraulichen Geburt “ haben sie nach ihrem 16. Geburtstag das Recht, den Namen der leiblichen Mutter zu erfahren.

Wird diese Regelung von den Schwangeren angenommen?

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Pakistan: 19-Jährige nach mutmaßlicher Vergewaltigung zum Tode verurteilt

Themenbild.

Eine junge Frau aus Pakistan gab an, von ihrem Cousin vergewaltigt worden zu sein. Der Dorfrat beschloss: Die 19-Jährige soll zu Tode gesteinigt oder verkauft werden. Wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs.

SpON

Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung ist eine 19-Jährige in Pakistan von einem Dorfrat zum Tode verurteilt worden. Der Vorfall ereignete sich in Rajanpur in der Provinz Punjab. Die junge Frau hatte ihren Eltern berichtet, sie sei von einem Cousin im Schlaf überrascht und vergewaltigt worden. „Ich konnte keinen Alarm schlagen, er hatte eine Waffe in der Hand“, sagte die Frau der Nachrichtenagentur „Press Trust of India“ zufolge in einer Polizeivernehmung.

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Erschütterung über vollstreckte Todesstrafe „mitten in Europa“

In Weißrussland wurde ein wegen Mordes schuldig gesprochener Mann hingerichtet. Die Menschenrechtsbeauftragte des deutschen Bundestags fordert Konsequenzen.

Die Presse.com

Die Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung hat scharfe Kritik an einer neuerlichen Hinrichtung in Weißrussland geübt. Sie sei „erschüttert“, dass die Todesstrafe „mitten in Europa erneut zur Anwendung gekommen ist“, erklärte die Menschenrechtsbeauftragte Bärbel Kofler (SPD) am Montag in Berlin.

Die Todesstrafe sei „eine unmenschliche, grausame und antiquierte Form der Bestrafung und ist durch nichts zu rechtfertigen“, kritisierte Kofler. „Sie hat keinen Platz in unserer Zeit.“ Die SPD-Politikerin forderte Weißrussland auf, unverzüglich ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe zu verhängen und diese Strafform komplett abzuschaffen.

Die ehemalige Sowjetrepublik Weißrussland ist das letzte Land Europas, in dem die Todesstrafe verhängt und vollstreckt wird. Die bisher letzte Hinrichtung fand im April statt. Der Hingerichtete war wegen Vergewaltigung und Mordes an zwei Frauen zum Tode verurteilt worden.

Jordanien: Den Täter ins Haus geholt

In vielen arabischen Ländern wird Tätern Straffreiheit gewehrt, wenn sie ihre Opfer nach einer Vergewaltigung heiraten. (Foto: dpa)
  • In vielen arabischen Länder gibt es Gesetze, die Tätern Straffreiheit versprechen, wenn sie ihre Opfer nach einer Vergewaltigung heiraten.
  • Nun hat auch Jordanien erste Schritte unternommen, die umstrittene Gesetzeslage zu ändern.

Von Dunja Ramadan | Süddeutsche.de

Die 16-jährige Amina Filali aus Marokko hatte sich mit Rattengift umgebracht, wenige Monate nachdem sie ihren Vergewaltiger heiraten musste. Ihre Familie und ein Richter sollen das Mädchen zur Heirat gedrängt haben, um sie vom gesellschaftlichen Stigma einer vergewaltigten Frau zu „befreien“. Dieser Fall aus dem Jahr 2012 schockierte nicht nur Marokko, sondern sorgte weltweit für Aufsehen und machte auf die frauenfeindliche Praxis aufmerksam, die in vielen arabischen Ländern gesetzlich verankert war und teilweise noch ist: Es sind Gesetze, die den Tätern Straffreiheit versprechen, wenn sie ihre Opfer im Nachhinein heiraten. Zwei Jahre nach der Selbsttötung von Amina Filali wurde der besagte Artikel 475 im marokkanischen Strafgesetzbuch abgeschafft.

Nun hat auch Jordanien erste Schritte unternommen, die umstrittene Gesetzeslage zu ändern. Am Sonntag sprach sich das Kabinett dafür aus, Artikel 308 aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die Entscheidung des Kabinetts muss allerdings noch von den Abgeordneten des Parlaments abgesegnet werden. Doch viele Aktivisten werten das bereits als Erfolg. „Das ist ein jordanischer Traum, der wahr geworden ist“, sagte Aktivistin der Arab Women Organisation, Laila Naffa, der Jordan Times.

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Kriegsverbrecher im Visier deutscher Fahnder: Puzzle des Grauens

Straße in der vom Krieg zerstörten Stadt Aleppo in Syrien © Hassan Ammar/AP/DPA
In Syrien und den vom IS besetzten Gebieten wird weitgehend ungesühnt gemordet, gefoltert und vergewaltigt. Aber eines Tages sollen sich die Täter verantworten müssen – auch mithilfe der deutschen Justiz.

stern.de

Aria L. soll für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er im syrischen Bürgerkrieg vor den abgeschlagenen und aufgespießten Köpfen von Soldaten für Fotos posierte. Abdelkarim E. ist zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er mit anderen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Norden Syriens den Leichnam eines Soldaten verstümmelte und dabei alles mit dem Handy filmte.

Beide Urteile aus dem Jahr 2016 sind noch nicht rechtskräftig. Aber besonders macht sie schon jetzt, dass sie in Frankfurt gesprochen wurden und die Männer für ihre Taten in Deutschland büßen sollen. Sie sind die ersten beiden Kriegsverbrecher aus der Konfliktregion im Nahen Osten, denen in der Bundesrepublik der Prozess gemacht wurde.

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UN-Koordinator: Zustände in libyschen Lagern sind grauenhaft

Der UN-Koordinator für Libyen, Martin Kobler, hat davor gewarnt, aus dem Mittelmeer gerettete Bootsflüchtlinge nach Libyen zurückzubringen.

evangelisch.de

„Die Lage vor Ort in Libyen ist menschenunwürdig“, sagte Kobler der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Die Zustände in den 21 Lagern, in denen derzeit Flüchtlinge festgehalten würden, „sind furchtbar, entsetzlich, grauenhaft. Die Menschen werden im Dunkeln eingepfercht, müssen in Schichten schlafen, sie leiden an Unterernährung.“

Darüber hinaus existierten Lager, die von Schleppern illegal betrieben würden und für UN-Vertreter nicht zugänglich seien, sagte Kobler. Von Flüchtlingen wisse er, dass dort gefoltert und vergewaltigt werde. „Es gibt zum Teil sogar Erschießungen, um Platz für Neuankömmlinge zu schaffen.“

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Polen: Die „Pille danach” wieder rezeptpflichtig?

kirche_polenDie polnische Regierung hat heute ein Gesetzesvorhaben verabschiedet, nach dem die sogenannte Notverhütung nicht mehr rezeptfrei sein wird. Der Gesundheitsminister kündigte diese Änderung bereits kurz nach seinem Amtsantritt an und begründet dies mit der Möglichkeit des Missbrauches.

Von Dorota Rędzikowska | POLEN HEUTE

Das Medikament „EllaOne“ wird „die Pile danach“ oder „Notfallverhütung“ genannt. Es blockiert oder verspätet den Eisprung, so dass die Schwangerschaft auch nach dem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung oder einer Vergewaltigung verhindert werden kann. „EllaOne“ wurde in der Europäischen Union im Jahre 2009 zugelassen und seit 2015 ist es rechtlich erlaubt, das Medikament rezeptfrei zu kaufen. Dies wurde vor knapp zwei Jahren in Polen mit einer Einschränkung zugelassen – sie waren ab dem 15. Lebensjahr erhältlich.

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BND: Keine Beweise für Desinformations-Kampagne Putins

„Wir hätten gerne die gelbe Karte gezogen“, sagt ein Sicherheitsexperte. Aber es gab keine ausreichenden Beweise gegen Russland. (Foto: Stefan Dimitrov)
  • Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz haben ein Jahr lang nach eindeutigen Beweisen für politische Einmischung Russlands in Deutschland gesucht.
  • Hintergrund ist die Sorge, dass Russland – wie angeblich bereits in den USA geschehen – in die Wahlen eingreifen könnte, etwa indem es geheime Dokumente veröffentlicht
  • Die Untersuchung wurde nach dem „Fall Lisa“ von Kanzlerin Angela Merkel selbst in Auftrag gegeben.

Von Georg Mascolo, Nicolas Richter | Süddeutsche.de

Deutsche Geheimdienste haben keine eindeutigen Beweise für eine russische Desinformations-Kampagne gegen die Bundesregierung gefunden, geben aber dennoch keine Entwarnung. Das ist nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR das Ergebnis einer fast einjährigen Ermittlung durch den Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Ursprüngliche Überlegungen, die als geheime Verschlusssache eingestufte Untersuchung zumindest teilweise zu veröffentlichen, wurden fallen gelassen.

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Sexueller Kindesmissbrauch: „Mein Vater sagte zu mir, ich könnte jetzt schwanger werden“

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Um das Thema Kindesmissbrauch in die Mitte der Gesellschaft zu bringen, werden erstmals Opfer öffentlich befragt.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

  • Experten gehen davon aus, dass in Deutschland rund eine Million Kinder von sexueller Gewalt betroffen sind.
  • Die persönlichen Schilderungen ihres Leides sind für die meisten Opfer sehr schmerzhaft – aber auch befreiend.

Als Sabrina Tophofen mit ihren Eltern nach Duisburg zieht, beginnt für sie ein neues Leben. Die Gegend ist schön und die neue Wohnung auch. Doch bald ist für das Mädchen klar: Aus dem hübschen Häuschen wird ein Horrorhaus. Denn kurz nach dem Umzug beginnt der Vater damit, Tophofen und ihre Geschwister sexuell zu missbrauchen. „Es fing an mit Anfassen und endete mit Vergewaltigung. Mit dem Wissen meiner Mutter, die das alles gesehen hat.“

Die zierliche Frau schluchzt und zittert. Sie sitzt vor über 100 Menschen, eingeladen hat die „Unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“, die vor einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Das Expertengremium rund um die Sozialpädagogin Sabine Andresen hat das Ziel, Strukturen und Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in Deutschland aufzudecken – und zwar nicht nur in Institutionen wie Schule oder Kirche, sondern auch in der Familie.

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Tunesien will Straffreiheit nach Vergewaltigung ändern

Ein Gericht erlaubte die Hochzeit eines 20-Jährigen mit einer 13-Jährigen, die er geschwängert hatte. Dagegen gab es Proteste in Tunis. / Bild: (c) APA/AFP (FETHI BELAID)
Ein Gericht erlaubte die Hochzeit eines 20-Jährigen mit einer 13-Jährigen, die er geschwängert hatte. Dagegen gab es Proteste in Tunis. / Bild: (c) APA/AFP (FETHI BELAID)
Wenn in Tunesien ein Mann ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt und sie dann heiratet, wird er derzeit nicht bestraft. Das soll sich ändern.

Die Presse.com

Die tunesische Regierung will ein umstrittenes Gesetz ändern, das Männern nach der Vergewaltigung von Minderjährigen bisher Straffreiheit verspricht, wenn sie das Opfer heiraten. Ministerpräsident Youssef Chahed sagte am Freitag dem Radiosender Mosaique FM, die Beratung eines Gesetzentwurfs zur Änderung des entsprechenden Paragrafen habe „Priorität“.

Später sollten alle Paragrafen überprüft werden, in denen es um Gewalt gegen Frauen gehe, sagte Chahed.

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Innenminister: De Maizière verteidigt Abschiebungen

„Solche Rückführungsaktionen sind richtig und notwendig, um unser Asylsystem funktionsfähig zu halten“, sagt Thomas de Maizière. Foto: AFP
Unter den aus Deutschland nach Afghanistan abgeschobenen Asylbewerbern seien ein Drittel Straftäter gewesen. Die Lage für sie sei in Afghanistan „hinreichend sicher“.

Frankfurter Rundschau

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die umstrittene Sammelabschiebung abgelehnter afghanischer Asylbewerber verteidigt. „Solche Rückführungsaktionen sind richtig und notwendig, um unser Asylsystem funktionsfähig zu halten“, sagte de Maizière am Donnerstag in Berlin. Die Praxis solle „verantwortungsvoll und behutsam“ fortgesetzt werden.

Unter den aus Deutschland nach Afghanistan abgeschobenen 34 abgelehnten Asylbewerbern seien ein Drittel Straftäter gewesen. Sie seien wegen Vergehen wie Diebstahl, Raub, Drogendelikten, Vergewaltigung und Totschlag verurteilt worden, sagte de Maizière am Donnerstag in Berlin.

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Iran: Vergewaltigungsopfer soll Täter heiraten

Ein junger Iraner vergewaltigte die 16-jährige Tochter seiner Nachbarn. Eigentlich sollte er für seine Tat hingerichtet werden. Doch dann machte die Mutter des Opfers einen erstaunlichen Vorschlag.

SpON

Um seiner Hinrichtung zu entgehen, soll ein wegen Vergewaltigung verurteilter Iraner sein Opfer heiraten. Nach Angaben der Tageszeitung „Iran“ vom Samstag war der 22 Jahre alte Student Wahid voriges Jahr wegen Vergewaltigung der 16-jährigen Nachbarstochter zum Tode verurteilt worden.

Wenn Wahid ihre Tochter heiraten, ihr eine Wohnung im Wert von einer halben Milliarde Toman (125.000 Euro) kaufen „und auch immer lieb zu ihr“ sein würde, werde sie ihre Anzeige zurücknehmen und damit auch seine Hinrichtung verhindern, sagte die Mutter. Wahid brach darauf in Tränen aus und nahm, wie der Richter auch, den Vorschlag sofort an.

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Sexuelle Gewalt: Vor aller Augen

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Ein Darmstädter Lehrer vergewaltigte 38 Jahre lang Schüler. Opfer berichten, wie er sie zu sich nach Hause lockte – und niemand ihnen half.

Von Matthias Bartsch | SpON

Das Leiden hätte ein Ende haben können an diesem Vormittag vor fast 40 Jahren. Andreas Ratz erinnert sich noch gut daran, wie er damals auf einer Holzbank vor dem Büro der Schulleiterin hockte. Er habe vorsichtig angeklopft, erzählt er, es gehe „um einen Lehrer“, habe er der Sekretärin gesagt.

Ungefähr eine Stunde lang habe er im Flur gewartet, sagt Andreas Ratz. Er habe auf die geschlossene Bürotür gestarrt, sich Worte zurechtgelegt und wieder verworfen. In seinem Inneren kämpfte die Furcht vor dem Gespräch mit der Rektorin gegen die Wut auf den Mann, der sein Leben so brutal aus der Bahn geworfen hatte. Und der gerade dabei war, anderen Kindern dasselbe anzutun.

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