Schlagwort-Archive: Vergewaltigung

Kinderficker-Sekte feuert kritischen Aufklärer

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In der Kinderschutz-Kommission im Vatikan wollte Peter Saunders gegen Missbrauch kämpfen. Doch der Brite machte sich mit öffentlicher Kritik an Klerikern unbeliebt: Er wurde rausgeworfen – weigert sich aber, zu gehen.

SpON

Er wurde selbst von einem Priester vergewaltigt, kämpft seit vielen Jahren gegen Missbrauch in der katholischen Kirche und wollte in der vom Papst eingesetzten Kinderschutz-Kommission für bessere Aufklärung sorgen. Doch damit soll nun Schluss sein.

Auf einer Sitzung der päpstlichen Kommission wurde entschieden, dass der Brite Peter Saunders beurlaubt sei, damit er darüber nachdenken könne, “wie er die Arbeit der Kommission am besten unterstützen könnte”. Danach, ergänzte Vatikansprecher Federico Lombardi, wolle man entscheiden, ob Saunders in der Kommission verbleibe oder “von außen” seinen Beitrag leisten werde.

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Zweifelhafter Bericht schürt Ängste unter Russlanddeutschen

Demo von Russlanddeutschen wegen einer vermeintlichen Vergewaltigung – und gegen Flüchtlinge. Hier in Villingen-Schwenningen. (Foto: dpa)
Ein russischer Sender berichtet von der Vergewaltigung eines Mädchens. Die Polizei sagt, es war keine. Doch da ist die Empörung nicht mehr aufzuhalten.

Von Benedikt Peters|Süddeutsche.de

Auf ihren Bannern steht “Hände weg von meinem Kind” und “Lisa wir sind mit Dir.” Und sie schreien Parolen: “Wir sind gegen die Flüchtlinge!” “Wir sind Deutsch!” So zeigt es ein Video, das ein sogenannter “Internationaler Konvent der Russlanddeutschen” ins Netz gestellt hat. Die bisher unbekannte Gruppe hatte am Wochenende zusammen mit “Bärgida”, dem Berliner Pegida-Ableger, zum Protest vor dem Kanzleramt aufgerufen, die Polizei zählte 700 Menschen.

Darunter waren der Sprache nach zu urteilen, nicht nur die üblichen Pegida-Schreihälse, sondern viele Menschen russischer Herkunft. Medien berichteten, es habe sich überwiegend um Russlanddeutsche gehandelt, um Russen mit deutschen Ahnen, die nach Deutschland übergesiedelt sind. Sie demonstrierten nicht nur in Berlin. In Villingen-Schwenningen waren es 1300, in Schweinfurt nochmal 700. In Ellwangen bei Stuttgart zogen 500 vor ein Flüchtlingsheim. Überwiegend in Süddeutschland, wo die meisten von ihnen leben, gingen mehrere tausend Russlanddeutsche gegen Flüchtlinge auf die Straße.

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Regensburger Domspatzen: Mindestens 231 Kinder missbraucht

Bislang sind 231 Missbrauchsfälle bekannt, die Priester und Lehrer der Regensburger Domspatzen verübt haben. Foto: imago/United Archives
Im Zeitraum von 1953 bis 1992 werden bei den Regensburger Domspatzen mindestens 231 Kinder von Priestern sexuell missbraucht und verprügelt. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.

Frankfurter Rundschau

Bei den Regensburger Domspatzen hat es wesentlich mehr Misshandlungsfälle gegeben als bisher angenommen. Von 1953 bis 1992 seien mindestens 231 Kinder von Priestern und Lehrern des Bistums verprügelt oder sexuell missbraucht worden, sagte der von Bistum und Chor mit der Klärung des Skandals beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber am Freitag in Regensburg. «Die sexuellen Übergriffe reichten von Streicheln bis zu Vergewaltigungen», berichtete der Rechtsanwalt.

Weber geht davon aus, dass die Dunkelziffer der misshandelten Kinder noch deutlich höher liegt. Er rechnet damit, dass etwa jeder Dritte der rund 2100 Vorschüler zwischen 1953 bis 1992 unter körperlicher Gewalt litt.

Köln und die Medien: Bitte bei den Fakten bleiben

Brutale Gewaltwelle am Silvesterabend in Köln picture alliance
Die Medien stehen in der Kritik, unvollständig und verzerrt über die sexuellen Übergriffe in Köln berichtet zu haben. Einiges davon stimmt, und nicht alles sollte man als Vorwürfe linker Weltverbesserer oder rechter Demagogen abtun

Von Petra Sorge|Cicero

Es war ein Zeichen des guten Willens, des Dialogs mit dem Publikum. „Was denkt ihr: Wie sollte @heuteplus über die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln berichten?“, twitterte der digitale Kanal des ZDF am Montagabend. Eine etwas verunglückte Fragestellung: Denn natürlich kann und darf über die massenhaften kriminellen Vorfälle nicht anders berichtet werden als über jedes andere nachrichtenrelevante Thema auch. „Heute plus“ stellte auf Nachfrage klar, dass hier keine anderen Maßstäbe gelten, man habe sich nur für die Meinung der Nutzer interessiert.

Die Medien stehen seit Beginn der Flüchtlingsdebatte im vergangenen August unter verstärkter Beobachtung. Das ist gut so. Sie entscheiden schließlich, welche Nachrichten die Menschen wann lesen, sehen und hören. Sie gewichten und filtern. Im Englischen gibt es dazu einen Fachbegriff: Sie sind die „Gatekeeper“, die Torwächter, die bestimmen, was ans Publikum gelangt und was abgefangen wird.

Aber sind die Medien im Fall Köln dieser Verantwortung gerecht geworden?

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Schweden darf Assange in Ecuadors Botschaft in London befragen

Julian Assange (wikipedia)
Julian Assange (wikipedia)

Ecuador gestattet den schwedischen Behörden, den WikiLeaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft des Landes in London zu befragen. Beide Staaten hätten nach sechs Monaten Verhandlungen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, teilte die Regierung in Quito am Wochenende mit.

derStandard.at

Der 44-jährige Australier Assange lebt seit mehr als drei Jahren in der Botschaft, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort wird gegen ihn wegen des Vorwurf der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung ermittelt.

Assange bestreitet die Anschuldigungen und sagte, er befürchte, dass die schwedischen Behörden ihn an die USA ausliefern wollten. Dort könnte er wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente durch Wikileaks vor Gericht gestellt werden. Großbritannien warf Ecuador vor, es behindere die Justiz, indem es Assange Gastrecht in der Botschaft gewähre.

Systematischer Missbrauch: Selbst die Polizisten nannten sie “kleine Nutten”

Foto: AFP/Getty Images Ein Kind zwischen den heruntergekommenen Häusern von Rotherham. Viele Missbrauchsopfer waren erst zwölf. Der “Guardian” bezeichnet die Stadt als “verdorbenes Teufelsloch in Yorkshire”
Mindestens 1400 Mädchen wurden zwischen 1997 und 2003 im englischen Rotherham systematisch missbraucht. Die Polizei und die Sozialbehörden sollen weggesehen haben. Jetzt beginnt der erste Prozess.

Von Eva Ladipo|DIE WELT

Das Buch zu lesen kostet Kraft und tut weh – wie stark man da erst sein muss, es zu schreiben, ist unvorstellbar. Doch Sarah Wilson, eine Frau Anfang zwanzig, hat es geschafft. “Violated” heißt ihr Buch, das sie “die Geschichte einer Überlebenden” nennt. Mithilfe einer Ghostwriterin hat sie eine ruhige, kluge, sensible Stimme gefunden, mit der sie den Leser in eine menschliche Hölle führt – ihr Leben als missbrauchtes Kind in Rotherham.

Großbritannien stand unter Schock, als im August vergangenen Jahres das Ausmaß der organisierten Kriminalität in Rotherham offenbart wurde: Mindestens 1400 Mädchen sollen dort zwischen 1997 und 2003 von Hunderten Männern vor allem pakistanischer Herkunft systematisch zu Sexsklavinnen herangezogen und regelmäßig missbraucht worden sein. Etliche sollen zu meist mittellosen Mädchen Beziehungen aufgebaut, sie in Autos und Parkanlagen vergewaltigt haben.

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Kinderarzt soll viele Jungen missbraucht haben

Auf der Suche nach möglichen Zeugen: Fahndungsblätter mit dem Foto eines Kinderfahrrades. Foto: Peter Steffen/Archiv
Wegen Missbrauchs von rund 20 Jungen steht von heute an ein Kinderarzt in Bayern vor Gericht. Der 40-Jährige soll auch für eine Kindesentführung im niedersächsischen Garbsen im August 2014 verantwortlich sein.

Süddeutsche.de

Ein Fünfjähriger war damals in ein Auto gelockt, betäubt, missbraucht und nach zwei Stunden wieder freigelassen worden. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Wenige Wochen später wurde der aus Augsburg stammende Mediziner gefasst. Der Mann hatte damals als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover gearbeitet. In der Folge stießen die Ermittler auf immer neue Verdachtsfälle, die bis ins Jahr 2007 zurückreichen. Weitere Tatorte waren nach den Ermittlungen Augsburg, München und Nürnberg. Nach Medienberichten stritt der mutmaßliche Täter im Verhör die Vorwürfe ab und äußerte sich später nicht weiter.

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Missbrauch in der Kirche : Wie ein Tritt ins Gesicht

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Fünf Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester klagen Franziskus an. Dem Papst seien alte Seilschaften wichtiger als die versprochene rückhaltlose Aufklärung.

Von Julius Müller-Meiningen|ZEIT ONLINE

Als Papst Franziskus auf seiner USA-Reise Ende September nach Philadelphia fuhr, suchte Juan Carlos Cruz lieber das Weite. Cruz, 51, stammt aus Santiago de Chile, er arbeitet in Philadelphia als Leiter der Kommunikationsabteilung eines großen Chemiekonzerns. Cruz flog zu einer Familienfeier in die Heimat, er war nicht traurig, dass er deshalb den Papst verpasste, im Gegenteil: Franziskus, der in der ganzen Welt als mutiger Reformer gefeiert wird, steht in den Augen von Juan Carlos Cruz für Stillstand und Vertuschung.

Am 10. Januar dieses Jahres nominierte der Papst den neuen Bischof von Osorno in Chile, Juan Barros, 59, einen Zögling von Fernando Karadima. 26 Jahre lang leitete der heute 85-jährige Karadima die Pfarrgemeinde im Nobelviertel El Bosque von Santiago und belobigte in seinen Predigten Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet. Aber vor allem missbrauchte er nachweislich Minderjährige und errichtete eine Schreckensherrschaft aus Selbstverherrlichung, Psychodruck und Vergewaltigung. Aus seinem Umfeld kommen nicht nur Dutzende Priester, sondern auch vier in Chile amtierende Bischöfe, darunter der jüngst von Franziskus berufene Barros. “Er war dabei, als Karadima mich berührte”, sagt Juan Carlos Cruz, der nach seiner Aussage als 17-Jähriger eines von Karadimas Opfern im Priesterseminar war. “Er küsste Karadima. Ich sah, wie er abscheuliche Dinge tat.”

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Saudi-Arabien: Bereits 151 Hinrichtungen in diesem Jahr

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Im Vergleich zum Jahr 2014 stieg die Zahl der Hinrichtungen bisher um 68 Prozent.

Die Presse.com

In Saudi-Arabien sind nach Angaben von Amnesty International in diesem Jahr bereits 151 Menschen hingerichtet worden. Dies sei die höchste Zahl seit 1995, als 192 Todesurteile vollstreckt worden seien, teilte die Menschenrechtsorganisation am Montag mit. Im Vergleich zum Gesamtjahr 2014, mit der Exekution von insgesamt 90 Menschen, sei dies ein alarmierender Anstieg um 68 Prozent.

Hinrichtungen seien unter allen Umständen “abscheulich”. Es sei jedoch besonders beunruhigend, in welchem Maße Saudi-Arabien die Menschenrechte missachte und Menschen nach oftmals unfairen und politisch motivierten Prozessen exekutiere.

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China: Lebenslange Haft für Buddhistenführer

huazangcentre | Huazang Dharma. Screenshot: bb
huazangcentre | Huazang Dharma. Screenshot: bb
Ein buddhistischer Führer ist in China wegen Betrugs, Vergewaltigung und „Zubereitung schädlichen Essens“ zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

religion.ORF.at

Zudem müsse Wu Zeheng, Chef der Gruppe „Huazang Dharma“, eine millionenschwere Geldstrafe bezahlen, berichteten staatliche Medien am Sonntag. Wu habe alle Vorwürfe zurückgewiesen und wolle Berufung einlegen. Seine Unterstützer hatten zuvor erklärt, Wu werde von der Justiz verfolgt. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) forderte seine sofortige Freilassung.

„Übernatürliche Kräfte“ durch Sex mit Wu

Der 1967 geborene Buddhistenführer war im vergangenen Jahr bei einer Razzia in seiner Wohnung in Zhuhai in der südlichen Provinz Guangdong festgenommen worden. Dabei wurden der Polizei zufolge Uhren, Schmuck und Alkohol sichergestellt.

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Koalitionsstreit um Strafen für Vergewaltigungen: Schwesig springt Maas bei

Manuela Schwesig, 2013. Bild: wikimedia.org/Thomas Fries, Lizenz: cc-by-sa-3.0 de

Die SPD will die Strafvorschriften gegen Vergewaltigung verschärfen, Kanzleramt und Innenministerium bremsen jedoch einen Entwurf von Justizminister Maas aus. Jetzt springt ihm seine Kabinettskollegin Schwesig bei.

SpON

Die geplante Verschärfung der Strafvorschriften gegen Vergewaltigung kommt zum Ärger der SPD immer noch nicht voran. Bundeskanzleramt und Bundesinnenministerium (BMI) verweigern seit mehr als drei Monaten einem Entwurf aus dem Haus von Justizminister Heiko Maas (SPD) ihre Zustimmung; ein Krisengespräch Ende vergangener Woche scheiterte. Jetzt schaltet sich Familienministerin Manuela Schwesig in die Diskussion ein.

Die Ministerin sagte SPIEGEL ONLINE, sie unterstütze Maas bei den Bemühungen, Paragraf 177 des Strafgesetzbuches zu reformieren. “Vergewaltigung muss konsequent bestraft werden. Nein heißt Nein!”, sagte sie. “Das muss auch per Gesetz gelten.”

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“Christenverfolgung”: Jammern der Bibelfundis

jesus_love_noBischofssynode: Thomas Schirrmacher (Evangelische Allianz) plädiert für öffentliche Gebete der höchsten Kirchenführer – Schirrmacher rief die Synodenväter dazu auf, mehr Solidarität mit den diskriminierten Christen in Syrien und im Irak zu zeigen.

kath.net

Christenverfolgungen müssten zu einem „Ruck durch die Weltchristenheit“ und zu mehr Solidarität mit den bedrohten Glaubensgeschwistern führen. Das fordert der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn). Er sprach am 17. Oktober in Rom bei einem Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der katholischen Bischofssynode im Vatikan. Schirrmacher vertrat den Dachverband von mehr als 600 Millionen theologisch konservativen Protestanten. Er rief die rund 270 katholischen Würdenträger aus aller Welt auf, mehr Solidarität mit den diskriminierten Christen in Syrien und im Irak zu zeigen. Seiner Ansicht nach findet dort ein Völkermord an Christen und anderen religiösen Minderheiten, etwa, Jesiden und Mandäern, statt. Der Begriff „Völkermord“ sei angemessen, da er gemäß einer UN-Definition die systematische Verfolgung, Vergewaltigung und Versklavung von Angehörigen ethnischer oder religiöser Gruppen beschreibe. Massive Einschränkungen der Religionsfreiheit gebe es auch in Pakistan, Bhutan, Nigeria, Sri Lanka, Vietnam, China und Indien sowie auf den Malediven.

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“Mohammed war ein Massenmörder und ein kranker Tyrann”

Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Der Autor Hamed Abdel-Samad zeichnet nach, welche verhängnisvollen Folgen ein als sakrosankt geltender Prophet bis heute hat. Fanatiker und Moderate können sich auf ihn berufen. Zu Recht.

Von Dietrich Alexander|DIE WELT

Der deutschägyptische Autor Hamed Abdel-Samad will Unruhe stiften, sagt er. Er fordert die Muslime auf, sich kritisch mit ihrer Religion auseinanderzusetzen, ihre als sakrosankt empfundenen Strukturen und Fundamente zu hinterfragen, sie auf die heutigen Lebensverhältnisse umzudeuten und zu adaptieren. Das hat ihm viel Ärger und viele Feinde eingebracht. Sein Buch “Der islamische Faschismus” (Droemer 2014) hatte eine Fatwa, ein religiöses Rechtsgutachten, zur Folge, die seine Ermordung forderte. Abdel-Samad musste untertauchen. Aber er schwieg nicht. Der 43-Jährige lebt unter Polizeischutz. Sein neues Buch geht noch einen Schritt weiter. Diesmal ist das Objekt seiner Kritik der Prophet höchstselbst. “Mohammed – Eine Abrechnung” (Droemer, 224 Seiten, 19,99 Euro) erscheint am kommenden Donnerstag. Ein Gespräch über Hybris, Paranoia, religiösen Wahn und den gigantischen Einfluss eines Menschen, der seit 1400 Jahren tot ist.

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Das Kreuz mit der Kirche und den Atheisten

democraticunderground.com
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Nichtreligiöse Menschen werden in Deutschland oft benachteiligt, wie ein Bericht des Humanistischen Verbands zeigt. Doch was folgt daraus?

Von Felix Werdermann|der Freitag

Der Fall ging bundesweit durch die Medien: Eine 25-jährige Frau, vermutlich wurde sie in der Nacht vergewaltigt, wendet sich am nächsten Tag an zwei katholische Krankenhäuser in Köln, mit der Bitte um Spurensicherung. Die Klinikmitarbeiter lehnen die Behandlung der Frau ab, weil sie meinten, in dem Fall auch über Schwangerschaftsabbruch beraten und die „Pille danach“ verschreiben zu müssen – was den kirchlichen Werten widerspreche. Eine Notärztin hatte dies zwar schon getan und hinterher stellte sich heraus, dass die Klinikmitarbeiter die kirchliche Dienstauffassung falsch verstanden hatten. Trotzdem: Katholische Krankenhäuser dürfen offenbar aus religiösen Motiven bestimmte Dienstleistungen verweigern. Nichtreligiöse Menschen werden dadurch benachteiligt.

Offiziell ist die Bundesrepublik ein weltanschaulich neutraler Staat. Doch in der Realität werden die christlichen Kirchen und religiöse Menschen immer noch bevorzugt – und damit die anderen benachteiligt. Der Humanistische Verband präsentiert heute einen neuen „Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland“. Auf 94 Seiten werden die vielen Ungleichbehandlungen kurz und knapp vorgestellt, auch der Fall aus Köln. Jedes Beispiel für sich wird womöglich als nicht so gravierend wahrgenommen, beispielsweise wenn Kreuze in Schulklassen hängen. In der Gesamtschau sind die Privilegien der christlichen Religionsgemeinschaften jedoch enorm.

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Zentralafrika: Neue Missbrauchsvorwürfe gegen französischen Soldaten

Der Soldat soll eine junge Frau in der Zentralafrikanischen Republik vergewaltigt haben.

Die Presse

Die französische Justiz ermittelt gegen einen weiteren Soldaten, der bei einem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik eine junge Frau vergewaltigt haben soll. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend aus Justizkreisen erfuhr, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung unter Ausnutzung einer Amtsstellung eingeleitet.

Der Soldat wurde demnach von der Jugendlichen beschuldigt, sie im Sommer 2014 vergewaltigt zu haben. Sie war schwanger geworden und hatte im April ein Kind zur Welt gebracht.

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Dodo Laun: Lebensrecht um jeden Preis

weihbischof-andreas-launLaun kritisiert in „Profil“-Sommerinterview auch den Abtreibungsgrund „Behinderung“: „Ich wurde mit schwerer Hasenscharte und einem Wolfsrachen geboren… Auch hier gilt die genannte Logik: Darf man mich töten?“

kath.net

Dass der Islam eine missionierende Mission ist, nehme er den Muslimen nicht übel, „solange sie es ohne Gewalt tun. Aber sie haben es schon am Beginn getan, es steht im Koran, und heute haben wir die ISIS! Dankbar füge ich an: Es gibt auch anders denkende Muslime.“ Dies sagte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun (Foto) im Sommerinterview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“. Manchen Strömungen müsse man allerdings schon in den Anfängen Widerstand leisten, erläuterte Laun und erinnerte: „Heute wird oft beklagt, dass man den Nationalsozialismus nicht schon früher als Teufelswerk erkannt hat. Mein Vater hatte einen jüdischen Freund, der immer gesagt hat: ‚Herr Laun, machen Sie sich doch keine Sorgen, das ist das Volk des Goethe, der Dichter und Denker.‘ Was dann herausgekommen ist, wissen wir ja.“

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Berliner Schnauzen: Weißhandgibbon

Weißhandgibbon-Paar (Hylobates lar), hell und dunkel gefärbte Morphe. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.5

Diese Affen singen beinahe wie Vögel. Und das wird den Gibbons manchmal zum Verhängnis.

Von Ulf Lippitz|DER TAGESSPIEGEL

Bruno singt. Jeden Morgen gegen 10 Uhr. Zehn Minuten, eine Viertelstunde lang schallt die Stimme des Gibbonmännchens durch den Tierpark, gar nicht unähnlich einem tropischen Vogel wie dem Beo. Ein Auf und Ab von hohen Tönen, die erst einmal sagen: Jungs, das ist mein Revier.

Egal, ob irgendein anderer Gibbon in der Nähe ist oder nicht. Oft fällt Weibchen Frieda in den Gesang ein, sie geben ein Urwaldduett zum Besten, ein Bekenntnis der Partnerschaft vielleicht. Stimmbänder strapazieren, der eine glockenhell, der andere fügt ein dunkles Grollen dazu, fertig ist die musikalische Morgenroutine.

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Missbrauchsprozess: Priester will Wiederaufnahme

Ein niederösterreichischer Ordenspriester, dem sexuelle Übergriffe gegen den erwachsenen Sohn einer befreundeten Familie vorgeworfen werden, strengt laut Medienberichten vom Mittwoch die Wiederaufnahme seines Prozesses an, um seine Unschuld beweisen zu können.


kathweb

missbrauch_katholDer Geistliche – er ist parallel zum laufenden Justizverfahren gemäß den Bestimmungen der Österreichischen Bischofskonferenz und der Superiorenkonferenz der Orden kirchlicherseits dienstfrei gestellt und exklaustriert – war am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch ist aber noch nicht rechtskräftig.

Bereits 2013 war der Priester wegen Vergewaltigung und geschlechtlicher Nötigung am Landesgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) kippte danach Teile des Ersturteils und verwies die Causa an das Wiener Neustädter Gericht zurück, um die neue Strafhöhe zu klären. Jetzt bekam der Priester sechs Monate weniger Haft als beim ersten Urteil.

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Trump will Sarah Palin in sein Team holen

Donald Trump fände es toll, wenn Sarah Palin bei einem Wahlsieg sein Regierungsteam verstärken würde. Die beiden Außenseiter der Republikaner hätten viel gemeinsam, sagte „The Donald“ in einem Interview.


Frankfurter Allgemeine

Dinosaur-PalinDonald Trump, der Kandidat der Republikaner für den Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Jahr werden will, schmückt sich gerne mit seinem Außenseiter-Status. Außerdem ist der amerikanische Immobilienmogul überzeugt, dass nur er die notwendigen Qualifikationen habe, um die Vereinigten Staaten zu führen. Doch nun scheint er die Unterstützung eines anderen Außenseiters der Republikaner zu suchen: Sarah Palin.

In einer Radiosendung namens „The Palin Update“ sagte Trump auf die Frage, ob er als Präsident Palin um Rat fragen oder ihr sogar einen Posten anbieten würde: „Das wäre toll. Sie ist jemand, der weiß, was passiert. Sie ist eine ungewöhnliche Person. Ich denke die Leute wissen das, und sie hat eine Anhängerschaft, die unglaublich ist“, fuhr Trump fort. Palin habe eine Stärke, welche die anderen Kandidaten nicht hätten. Die anderen Bewerber seien „schwach“ und „ineffektiv“. Menschen mit Palins Stärke gebe es nicht mehr oft, so Trump.

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