Schlagwort-Archive: Völkermord

Bischof: In Syrien ereignet sich ein zweiter Genozid

Al-Hasake,Syrien, Innestadt. Bild: wikimedia.org/PD

Vorwurf an westliche Politiker: Untätigkeit angesichts eines Völkermordes in Syrien.


kath.net

Der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Jerusalem und Jordanien, Bischof Severios Malke Mourad, hat westlichen Politikern Untätigkeit beim Schutz der syrischen Christen vorgeworfen. 100 Jahre nach dem Genozid an armenischen und assyrischen Christen im ottomanischen Reich werde in Syrien ein zweiter Genozid an syrischen Christen verübt, sagte der aus Nordsyrien stammende Geistliche, dessen Geschwister in der umkämpften Region Al-Hasake leben, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Jerusalem.

Nach seinen Informationen seien bei den jüngsten Angriffen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) auf nordsyrische christliche Dörfer zwischen drei- und vierhundert Christen entführt worden. Insbesondere das christliche Dorf Tell Tamer sei wegen seiner Grenznähe von strategischer Bedeutung für die IS-Terroristen, da es ihnen die Waffenzufuhr über die Türkei ermögliche. Auch im Irak seien die syrischen Christen von der Vertreibung und Verfolgung durch die Islamisten betroffen.

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Holocaust leugnen: Verbot aufheben?

Der Autor des weltbekannten Comics „Maus“ plädiert dafür, das Verbot der Holocaust-Leugnung abzuschaffen – und findet Unterstützer Foto: Chris Anthony Diaz | CC-BY / Pantheon Books

In Deutschland ist das Leugnen des Holocaust unter Strafe gestellt. Der jüdische Cartoonist Art Spiegelman plädiert dafür, den entsprechenden Paragraphen abzuschaffen. Der Journalist Alan Posener unterstützt ihn in einem Beitrag in der Tageszeitung Die Welt.


pro Medienmagazin

Der Zeichner Art Spiegelman wurde weltberühmt durch seinen Comic-Roman „Maus“, in dem er die Erfahrungen seiner Eltern in Nazi-Deutschland und den Konzentrationslagern verarbeitete. Für das Buch erhielt der Amerikaner 1992 den Pulitzer-Preis. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sagte der Sohn polnisch-jüdischer Eltern Anfang des Jahres, man sollte das Verbot der Holocaust-Leugnung abschaffen. „Das Problem ist, dass Verbieten nicht unbedingt hilft. Die Meinungen wandern dann nur ab in den Untergrund und finden andere Ausdrucksformen“, so Spiegelman.

Im Paragraph 130 des deutschen Strafgesetzbuches steht im Absatz 3: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung (…) in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“ Spiegelman plädiert dafür, den Paragraphen abzuschaffen. „Die Antwort auf etwas Dummes sollte immer etwas Kluges sein. Obwohl ich eigentlich kein Optimist bin, glaube ich, dass sich das Wahre am Ende durchsetzt, wenn man alle Ansichten zulässt.“ Im Falle von Holocaust-Leugnern würde es zwar „sehr schmerzhaft“ sein, sagte der Künstler in der Zeit, Ausgabe 5/2015. In seinem Herzen schimpfe er auf die Nazis. „Aber wenn man Holocaust-Leugnung unter Strafe stellt, verschwindet diese Haltung ja nicht. Es gibt immer noch die gleichen verrückten Faschisten, die nur darauf warten, endlich sagen zu dürfen: Damals wurden nur acht Leute umgebracht, und die Öfen waren zum Brotbacken!“

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Eine Million neue Heilige

Source: The Color Indigo, The Armenian Genocide

Es wird eine Rekord-Heiligsprechung: Armenische Kirche erklärt alle Völkermordopfer zu Märtyrern – Papst wurde eingeladen – Türkei erkennt die Massenverfolgung armenischer Christen (1915-1917) weiterhin nicht als Völkermord an.


Von Oliver Hinz|kath.net

Es wird eine Rekord-Heiligsprechung: Alle rund eine Million Opfer des Völkermords an den Armeniern werden am 23. April von der armenisch-apostolischen Kirche als Märtyrer für ihren Glauben und das Vaterland anerkannt. Weder die katholische noch die orthodoxe Kirche hat je so eine große Zahl von Menschen kollektiv heiliggesprochen.

Anlass der Heiligsprechung ist der 100. Jahrestag des Beginns des Massenmordes an den Armeniern im Osmanischen Reich. Am 24. April 1915 hatten Einheiten der Geheimpolizei in Istanbul mehr als 200 armenische Intellektuelle verhaftet und nach Anatolien deportiert, wo die meisten getötet wurden. Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer zwischen 1915 und 1917 auf 300.000 bis 1,5 Millionen geschätzt. Die großen Unterschiede bei den Zahlen hängen auch mit ungenauen Bevölkerungsstatistiken zusammen. Die Kirche nennt selbst keine Zahl, wie viele Menschen heiliggesprochen werden.

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Ehemaliger UN-Richter für Ruanda erhebt Vorwürfe gegen Vatikan

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Am Völkermord beteiligte Geistliche sollen vor Strafverfolgung geschützt worden sein – Aufarbeitung des Genozids in Ruanda dennoch “zügiger als nach dem Holocaust”


kathweb

Der Vatikan hat am Völkermord in Ruanda beteiligte Geistliche nach Darstellung eines ehemaligen UN-Richters vor der Strafverfolgung zu schützen versucht. Neben hochrangigen Politikern und Militärs hätten sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda auch katholische Priester verantworten müssen, “die schwer in den Genozid verwickelt waren”, sagte der Jurist Wolfgang Schomburg dem “Badischen Tagblatt” (Dienstag). “Leider hat der Vatikan sie noch lange hinterher gedeckt.” Ohne das Tribunal wären die Hauptverantwortlichen nie zur Rechenschaft gezogen worden, betonte Schomburg, als erster Deutscher von 2001 bis 2008 Mitglied des UN-Kriegsverbrechertribunals.

Zugleich übte Schomburg Kritik am internationalen Umgang mit dem Völkermord, dem 1994 schätzungsweise 800.000 Menschen zum Opfer fielen, vor allem Tutsi. Das UN-Tribunal sei zu spät eingerichtet worden, “das war ein großer Fehler”, sagte der Jurist. “Der Völkermord hätte zwar vielleicht nicht verhindert werden können, aber das große Ausmaß, dass in wenigen Monaten bis zu einer Million Menschen geschlachtet wurden, durchaus”, so Schomburg. Das Tribunal hätte “bereits Ende 1993, spätestens im Januar 1994″, eingerichtet werden müssen. “Hilferufe kamen von allen Seiten, sie wurden im UN-Hauptquartier absichtlich überhört”, sagte Schomburg.

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Amal Clooney: Menschenrechtsanwältin gegen türkischen Völkermord-Leugner

George Clooneys Frau Amal ist eine angesehene Menschenrechtsanwältin, die nicht nur im gesellschaftlichen Leben glänzt (Flickr/George Clooney è pronto a sposare la sua Amal: la coppia è a Venezia 27. September 2014 by Hot Gossip Italia CC BY 2.0).

Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney vertritt Armenien in einem Prozess am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Es geht um einen türkischen Politiker, der den Völkermord an den Armeniern leugnet. Das ist und bleibt auch die offizielle Position der türkischen Politik.


Deutsch Türkische Nachrichten

War das Massaker an 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg Völkermord? Frau Clooney gehört einem Team an, das Armenien ab nächsten Mittwoch in einem Prozess am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vertritt. Der Prozess läuft gegen einen türkischer Politiker, der von der Schweiz verklagt worden war.

Er hatte geleugnet, dass der Völkermord an den Armeniern jemals stattgefunden hatte. Dem Schweizer Gericht zufolge, zitiert The Telgraph, hätten seine Motive eine „rassistische Tendenz“ gehabt.

Der Fall Doğu Perinçek

Doğu Perinçek, der Vorsitzende der Türkischen Arbeiterpartei hatte 2005 den Völkermord an den bis zu 1,5 Millionen Armeniern in der Schweiz als eine „internationale Lüge“ bezeichnet. 2008 hatte ihn ein Schweizer Gericht der „Völkermordlüge“ für schuldig befunden. Mr Perinçek ging am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Revision. Und bekam 2013 Recht: Mit der Begründung, dass die Schweiz sein Recht auf freie Meinungsäußerung missachtet hätte.

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Heidenprotest gegen das Berliner “House of One”, Bonifatius u. Externsteine

Unter einem Dach. Das geplante Bethaus an der Gertraudenstraße ist Moschee, Synagoge, Kirche und Begegnungszentrum zugleich. – Simulation: Kuehn/Malvezzi

In Berlin protestieren Neuheiden beim Berliner Senat gegen das geplante “House of One” in der Stadtmitte. Dabei handelt es sich um einen Sakralbau, der künftig Christen, Juden und Muslimen als “Bet- und Lehrhaus” dienen soll. Beteiligt sind von christlicher Seite die Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien und der Kirchenkreis Berlin Mitte, außerdem das Abraham Geiger Kolleg, das Forum für Interkulturellen Dialog e.V., das der Gülen-Bewegung zuzurechnen ist, und die Jüdische Gemeinde zu Berlin.


Von Dr. Kai Funkschmidt|EZW

Heidnische Vertreter behaupten nun, auf dem geplanten Bauplatz habe ein heidnischer Tempel gestanden, “der den spirituell-kultischen Mittelpunkt der alten Stadt Cölln und des heutigen Berlin bildete”. Nun aber wollten “Vertreter der drei biblischen [sic!] Religionen … ein überdimensioniertes Gebetshaus errichten”, um damit den heidnischen Mittelpunkt Berlins für sich zu beanspruchen. Angesichts dessen, dass im Namen des Gottes der Bibel “bekanntlich Millionen von Heiden, Ketzern und Hexen ermordet” wurden, sei das so als wolle man auf einer “zerstörten Synagoge ein Neonazizentrum” errichten. Als Beleg für die Existenz eines Tempels verweist Géza von Neményi, Führer der Germanischen Glaubensgemeinschaft und selbsternannter “Allsherjargode”, also Oberpriester aller germanischen Neuheiden in Deutschland (cf. MD 2013 S. 424-28) auf zwei Berliner Sagensammler aus dem 19. Jahrhundert. Historisch belegt sind allerdings über Jahrhunderte hinweg nur verschiedene Kirchenbauten. Ein früher Pfarrer der Petrigemeinde wird in jener mittelalterlichen Urkunde genannt, die als frühester Beleg für die Existenz Berlins gilt. Von Neményi postuliert in seiner Argumentation zugunsten der Sagen, dass wegen seiner zentralen Lage im Fluss an dieser Stelle ein heidnischer Tempel gestanden haben müsse. Die Online-Petition hat allerdings auch nach Monaten noch nicht die angepeilte Zahl von 300 Unterstützern erreicht.

Der heidnische Protest gegen eine interreligiöse Initiative ist neu. Regelmäßig hingegen protestieren in Deutschland Heiden gegen Manifestationen der christlichen Präsenz im Land. Da sie sich als direkte Nachfolger der vorchristlichen Naturreligionen Europas verstehen, sehen Heiden in der Kirche ein Instrument ihrer Verfolgung und Unterdrückung. So trafen sich im Juni 2014 etwa hundert Naturreligiöse in Fritzlar, um gegen das dort 1999 errichtete Bonifatiusdenkmal zu protestieren. Bonifatius’ Fällung der Donarseiche 724 n.Chr. sei Auftakt der Zwangschristianisierung und damit eines kulturellen Völkermords und der Ausrottung der vorchristlichen Religionen gewesen.

Nicht immer verläuft dieser Protest friedlich. Einige Wochen später wurde die Fritzlarer Bonifatiusstatue nachts mit roter Farbe übergossen. Selbst neuheidnische Gruppen vermuten, dass die Täter aus den eigenen Reihen stammen. Auch an den westfälischen Externsteinen gab es im selben Zeitraum einen Anschlag. Unbekannte malten ein Valknut-Symbol und die Aufschrift “The Viking rage tour – beware of the return” hinterlassen. Die Externsteine sind als Kraftort und angebliche alte heidnische Kultstätte beliebt. Dafür gibt es freilich keine archäologischen Hinweise. Allerdings befinden sich an den Felsen zahlreiche christliche Reliefs aus dem Mittelalter.

Nach dem Vorfall an den Externsteinen veröffentlichten mehrere heidnische Organisationen eine Presseerklärung, in der sie solchen Vandalismus verurteilen. Géza von Neményis Germanische Glaubensgemeinschaft war nicht unter den Unterzeichnern. Vielmehr distanzieren sich Celtoi e.V., Eldaring, Wodans Erben und andere von dessen “beifälligen Aussagen” zur Schändung in Fritzlar.

Islamismus in Bangladesch: Todesurteil für Parteichef

Parteichef Moulana Motiur Rahman Nizami (Mitte) bei seiner Verhaftung in Dhaka 2010.

1971 sagte sich Bangladesch von Pakistan los. Tausende starben im Unabhängigkeitskrieg. Einer der Verantwortlichen wurde jetzt verurteilt.

taz.de

Der Vorsitzende der größten islamistischen Partei in Bangladesch ist für Verbrechen während des Unabhängigkeitskriegs von 1971 zum Tode verurteilt worden. Das Urteil fällte ein dreiköpfiges Sondertribunal am Mittwoch. Dem 71-jährigen früheren Minister Motiur Rahman Nizami waren unter anderem Völkermord, Mord, Folter, Vergewaltigung und die Zerstörung von Eigentum vorgeworfen worden. Die Verteidigung kündigte einen Einspruch gegen das Urteil an.

Nizami selbst nahm den Spruch der Richter im voll besetzten Gerichtssaal in Dhaka emotionslos entgegen. Seine Partei Jamaat-e-Islami lehnte das Urteil ab und rief zu einem landesweiten Generalstreik für Donnerstag, Sonntag und Montag auf. Freitag und Samstag ist Wochenende in Bangladesch. In Dhaka patrouillierten bereits zur Urteilsverkündung am Mittwoch verstärkt Polizei und paramilitärische Einheiten, um Unruhen wie bei früheren Prozessen gegen islamistische Parteiführer zu verhindern. Nizami war bereits im Januar wegen Waffenschmuggels mit Indien zum Tode verurteilt worden.

 

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Völkermord mit Ansage

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Die IS-Miliz macht keinen Hehl daraus, wie sie mit Jesiden verfährt, die nicht geflüchtet sind. Anderen Minderheiten ergeht es kaum besser.

Von Daniel Baxtaz.de

Die mediale Fixierung auf die belagerte Stadt Kobani trägt bizarre Züge. Denn wenn es nur um die dort ausharrenden Menschen ginge, könnte man diese vermutlich relativ leicht aus der Stadt evakuieren, die so nahe an der Grenze zur Türkei liegt. Doch ihre Verteidiger sehen den Traum von einem kurdischen Autonomiegebiet in Syrien schwinden, sollte Kobani in die Hände der Dschihadisten fallen. Und für die IS-Milizen wäre es ein riesiger Propagandaerfolg, könnten sie ihre schwarze Fahne über der Stadt hissen, die sie im Netz schon in Ain al-Islam, also „Quelle des Islam“ (und nicht al-Arab, „der Araber“) umgetauft haben. Der französische Präsident François Hollande nennt Kobani deshalb „eine Märtyrerstadt, eine symbolische Stadt“.

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Wir sind Weltmeister im Massaker-Zuschauen

In Ruanda haben wir nichts gemacht, auch in Srebrenica und Gorazde, in Halabdscha und Ghouta nicht. Wir haben rote Linien gezogen, nur um zuzusehen, wie sie überschritten wurden. Wir sind weit weg.

Von Henryk M. BroderDIE WELT

Anfang April dieses Jahres, es war ein Freitag und die meisten Abgeordneten waren schon ins Wochenende abgereist, fand im Deutschen Bundestag eine Feier zur Erinnerung an den Völkermord in Ruanda statt, bei dem vor 20 Jahren innerhalb weniger Wochen etwa 800.000 Tutsi von Angehörigen der Hutu-Stämme abgeschlachtet wurden. Bevor das Morden losging, hatte sich eine “Friedenstruppe” aus Ruanda zurückgezogen.

Der Festredner bei der Gedenkfeier war der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er sagte unter anderem, die “internationale Gemeinschaft” habe versagt, “als sie in Ruanda vor 20 Jahren inmitten der Gewalt ihre Blauhelmsoldaten abzog”. Und er mahnte: “Die eine Lehre, die an einem Gedenktag wie heute zu ziehen ist, heißt: niemals wieder!”

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Dodo Laun, Antisemitsimus, kognitive Dissonanzen und Geschichtsklitterung

weihbischof-andreas-launNach jüdischer Einschätzung gibt es heute mehr Antisemitismus denn je seit 1945!

Von Andreas Launkath.net

Es ist kein moralisches Gütesiegel für einen Menschen, wenn man von ihm weiß und hört, dass er gegen Antisemitismus sei, genauso wenig, wie man einen Menschen nicht deswegen rühmt, weil er sich über Völkermord und Kindesmissbrauch „entsetzt“ zeigt. Das sind eigentlich moralische Selbstverständlichkeiten, die niemand öffentlich zu leugnen wagen darf, ohne dass er nicht von der moralischen öffentlichen Meinung der Welt der verurteilt würde. Was nicht heißt, dass es nicht bekennende Pädophile und Antisemiten gäbe, die da und dort gelegentlich ihre Deckung verlassen. Immer wird es Menschen geben, die Verbrechen gegen Juden oder welcher Art auch immer nicht nur begehen, sondern dies auch aus Überzeugung tun und sich dazu bekennen.

Die Erfahrung zeigt: Berichte, Denkmäler, Filme, die von Verbrechen berichten, an sie erinnern oder sie zeigen, verhindern nicht, dass Menschen auch heute das Böse zuerst denken, verteidigen, propagieren und dann auch tun, wenn sie können.

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Einen Stahlhelm für Sozialethiker Huber

Quelle:dradio.de

Quelle:dradio.de

Die Vereinten Nationen sollten ihre Verantwortung wahrnehmen und die Menschen im Irak militärisch schützen, sagt Wolfgang Huber, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende.

evangelisch.de

Der evangelische Sozialethiker Wolfgang Huber hält Militäreinsätze zum Schutz vor Völkermord und elementaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit für moralisch angebracht. “Unsere Verantwortung für den Frieden kann im äußersten Notfall den Einsatz von Waffengewalt einschließen”, sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland in einem Interview der Wochenzeitung “Die Zeit”. Mit Hinweis auf den Nordirak forderte Huber: “Wir müssen dem ‘Islamischen Staat’ das Handwerk legen. Aber wir müssen auch tragfähige, friedensfähige politische Strukturen aufbauen.”

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Dodo Hahne: Im Irak sterben Christen – und was tut die EKD?

800px-Peter_Hahne1Innerprotestantische Kritik: Während Dschihadisten im Nordirak Christen zuhauf vertreiben und abschlachten, beschäftigen sich deutsche Kirchenleute mit Pazifismus, Kirchensteuereinzug und Genderismus.

Von Peter Hahnekath.net(idea)

Während Dschihadisten im Nordirak Christen zuhauf vertreiben und abschlachten, beschäftigen sich deutsche Kirchenleute mit Pazifismus, Kirchensteuereinzug und Genderismus. Es ist zum Weinen, meint Fernsehmoderator Peter Hahne (Berlin), EKD-Ratsmitglied von 1992 bis 2009 und Bestsellerautor („Rettet das Zigeuner-Schnitzel – Empörung gegen den täglichen Schwachsinn“). Während wir Urlaub machen, der Wohlstand Deutschlands in Rekordhöhe schnellt und die EKD damit beschäftigt ist, steuermäßig auch noch das Letzte aus ihren letzten Mitgliedern herauszupressen, geschieht im Irak ein Völkermord ohne Beispiel. Zehntausende Christen sind auf der Flucht vor den Islamisten, die im Namen Allahs ein Massensterben verursachen, wie es schlimmer nicht sein kann. Und wieder sind es die US-Amerikaner, die das Leben ihrer Soldaten aufs Spiel setzen, um diesen armen Menschen, die tausende Meilen von den USA entfernt leiden, in ihrer Todesnot beizustehen.

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Im Nordirak tobt ein Religionskrieg

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Islamistische Terrorgruppe betreibt Völkermord an Andersgläubigen.

kath.net

Im Nordirak tobt ein Religionskrieg. Durch den Vormarsch der sunnitisch-extremistischen Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) droht ein Völkermord an Andersgläubigen – vor allem an Christen, Jesiden und gemäßigten Muslimen. Rund eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht. Etwa 200.000 Jesiden sind in das Sinjar-Gebirge geflohen. Mehr als 100.000 Christen wurden aus ihren Zufluchtsorten in der Ninive-Ebene vertrieben, in der sie vor der Eroberung der Stadt Mossul durch die IS-Kämpfer geflohen waren. IS hat im Nordirak ein Kalifat ausgerufen, in dem die Terrorgruppe das islamische Religionsgesetz, die Scharia, mit brutaler Gewalt durchsetzt.

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ZDF geht Hassprediger Pirinçci auf den Leim

Szene aus dem ZDF Mittagsmagazin vom 2.4.14 mit Akif Pirinçci, Bild: MiGAZIN

Akif Pirinçci veröffentlichte vor Kurzem sein neues Buch „Deutschland von Sinnen“. Darin wütet er vor allem gegen Zuwanderer. Und beim fröhlichen „Mittagsmagazin“ des ZDF dachte man sich: Hey, laden wir den lustigen Mann doch mal ein.

Von Stefan NiggemeierMiGAZIN

Es ist gestern also wieder zu einem schlimmen Fall von Zensur gekommen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, zu einem Rückfall in finsterste Zeiten, beziehungsweise einem Vorgeschmack auf die totalitäre Zukunft dieses Landes. Das ZDF lieferte den endgültigen Beweis, dass „das Staatsfernsehen von diesen grün-rot versifften Wichsern beherrscht wird“ und dort inzwischen „hammerharte, primitive Zensur“ herrscht.

Der das sagt, muss es wissen, denn er wurde ihr vermeintliches Opfer: Akif Pirinçci.

Der aus der Türkei stammende Katzenkrimi-Schriftsteller veröffentlicht seit einiger Zeit wortgewordene Hassausbrüche; Texte für Leute, denen verbale Auseinandersetzungen, die nicht einer besinnungslosen blutigen Straßenschlacht gleichen, zu intellektuell sind.

Vor einem Jahr hat er unter dem Titel „Das Schlachten hat begonnen“ von einem „schleichenden Genozid“ geschrieben: Banden mordender junger Muslime zögen durch Deutschland, um die deutschen Männer auszurotten und die deutschen Frauen zu vergewaltigen. Und dass es dafür keine Beweise gebe, sei der beste Beweis: Behörden und Medien hätten sich verschworen, diesen Bürgerkrieg und Völkermord zu verschweigen.

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Die türkische Fahne soll nicht über Leichen wehen

Das Stadttheater Konstanz zeigt ein Stück über das Sterben von über einer Million Armeniern vor 100 Jahren. Nun wird es von Türken, die einen Völkermord bestreiten, massiv unter Druck gesetzt.

DIE WELT

Mit Plakaten und türkischen Flaggen haben Demonstranten in Konstanz gegen die Aufführung eines Theaterstücks über die Tötung von Armeniern im Osmanischen Reich protestiert. Rund 100 Menschen hätten an der Kundgebung teilgenommen, sagte ein Sprecher der Polizei.

Es gehe ihnen nicht um die Absetzung des Stückes, sagten die Veranstalter der Demonstration. Allerdings seien die Werbeplakate – auf denen ihren Angaben zufolge eine türkische Flagge über einer Leiche weht – verletzend.

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„Es regiert der, der das Gewehr in der Hand hat“

Wegen des Konlikts in der Zentralafrikanischen Republik sind tausende Menschen auf der Flucht … Foto: flickr/Boris Heger/UNHCR Photo Download | CC-BY-ND 2.0

In Afrika toben derzeit mehrere Konflikte, von denen auch Christen betroffen sind – als Opfer wie auch als Täter von Gewalt. Ulrich Delius, Afrika-Experte der Gesellschaft für bedrohte Völker, erklärt im Interview, welche Rolle Christen in der zentralafrikanischen Republik und in Nigeria spielen und warum es in diesen Konflikten gar nicht um Religion geht.

pro Medienmagazin

In der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) gibt es seit Monaten einen brutalen und blutigen Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Worum geht es dabei?

Im vergangenen Jahr haben nach längeren bewaffneten Auseinandersetzungen vornehmlich muslimische Seleka-Rebellen die Macht ergriffen. Danach gab es sehr viele Übergriffe auf Christen. Als dann die von der Seleka gestützte Regierung zurücktreten musste, begann der Rachefeldzug von denjenigen, die vorher Opfer von Menschenrechtsverletzungen waren. Sehr viele Christen suchen jetzt nach Rache und Genugtuung. Es hat ein Kreislauf der Gewalt eingesetzt. Dabei wird nicht mehr unterschieden, ob jemand einer Miliz angehört, sondern er wird anhand seiner Religion klar einer Gruppe zugeordnet. Wer Muslim ist, ist in den Augen der meisten Menschen für die Gewalt der muslimischen Milizionäre gleich mitverantwortlich. Umgekehrt nehmen Muslime Christen pauschal als Anti-Balaka-Milizionäre wahr, von denen Gewalt ausgeht. So bekommt der Konflikt eine religiöse Komponente, die er vorher nie hatte.

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Völkermord an Herero und Nama: Schädel und Gebeine in Pappkartons

Überlebende Herero nach der Flucht durch die Wüste © See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

An den Herero und Nama in Namibia verübten Deutsche den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Eine Entschuldigung fehlt bis heute, ebenso die Anerkennung des Genozids als Völkermord. Begründung: Damals gab es die UN-Völkermordkonvention nicht. Heute werden zumindest Schädel und Gebeine der Ermordeten, die zu Forschungszwecken nach Deutschland gebracht wurden, peu à peu zurückgegeben – ohne die Nachfahren der Opfer. Ein Plädoyer von Prof. Dr. Claus Melter.

MiGAZIN

Eine Pressekonferenz der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), von Berlin Postkolonial und des Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“. Herero Israel Kaunatjike berichtet, dass kein Angehöriger der Herero und Nama zur Übergabe der Teile der Leichname eingeladen wurde, weder in Namibia noch in der afrikanischen Diaspora europäischer Länder und in Deutschland. Auch mehreren Pressevertretern wurde auf Anfrage an die Charité die Teilnahme verweigert.

Peggy Piesche verweist darauf, dass Erinnerung immer auch mit Anerkennung verbunden ist. Das Erinnern des Völkermordes an den Herero und Nama bedeutet auch eine Anerkennung der Toten, ihrer Leben und der Angehörigen und Nachfahren als Teil der gemeinsamen namibisch-deutschen, der gemeinsamen afrikanisch-europäischen Geschichte, unserer aller gemeinsamen Geschichte, als Teil der Zugehörigkeit von Personen afrikanischer Herkunft in und zu Deutschland.

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Efraim Zuroff: “Gaucks Besuch im Baltikum war beschämend”

Foto: epd-bild/Rolf Zöllner Unter dem Motto “Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance” hat das Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrum in Berlin eine Plakatkampagne zur Suche nach Nazi-Verbrechern in Deutschland gestartet.

Efraim Zuroff ist der letzte aktive Nazi-Jäger. Der 64-jährige Israeli ist auch Initiator der neuen Aktion “Operation Last Chance”, die durch Plakate an 2.000 Standorten in Deutschland und einer eigens dafür eingerichteten Hotline Hinweise über die letzten Nazi-Täter sucht. Der religiöse Jude, der sein Lebenswerk als seine jüdische Pflicht der Weltverbesserung betrachtet, sieht durch die neue Haltung der deutschen Justiz realistische Chancen, dass auch die letzten Nazi-Mörder vor Gericht gestellt und verurteilt werden könnten. Zuroff warnt aber vor falschem Mitleid, klagt über die Hindernisse durch den Datenschutz und attackiert Bundespräsident Gauck wegen seiner Haltung zur Shoah.

Von Igal Avidanevangelisch.de

Wie wird man eigentlich Nazi-Jäger?

Efraim Zuroff: Mein Traum war es, der erste orthodoxe jüdische Basketballer in der NBA zu sein. Das hat nicht geklappt, aber ich war der richtige Mann am richtigen Platz zum richtigen Zeitpunkt, um von 1979 an bei der US-Behörde Office of Special Investigations zu arbeiten, die Nazi-Täter in den USA ermittelte. Ich entdeckte den Fluchtweg tausender osteuropäischer Nazis nach Nordamerika, Australien und Neuseeland. Daraufhin überzeugte ich das Simon-Wiesenthal-Zentrum ein Büro in Israel zu gründen, um westliche Staaten für die Kooperation bei der Verfolgung zu gewinnen. Mir gelang es, diese Staaten zu überreden, entsprechende Gesetze für die Bestrafung von Nazi-Tätern zu verabschieden.

Wie sieht Ihre Arbeit als Nazi-Jäger aus, die Sie ja seit 33 Jahren ausüben?

Zuroff: Ich bin zu einem Drittel Detektiv, zu einem Drittel Historiker und zu einem Drittel politischer Aktivist. Als Detektiv finde ich die Täter, als Historiker finde ich die Beweise – die Unterlagen und Zeitzeugen. Der schwierigste Teil ist der des politischen Aktivisten. Die Zahl meiner Feinde steigt rasant, denn oft fehlt den Ländern der politische Wille, ihre eigenen Staatsbürger vor Gericht zu stellen. Da muss ich sie überzeugen und manchmal Staaten sogar bloßstellen, die Nazi-Täter beherbergen. Ich informiere dann die Öffentlichkeit darüber, wo der Täter zu Unrecht in aller Ruhe lebt. In den kleinen baltischen Staaten ist dies besonders schwer, weil dort manche Täter als Nationalhelden gelten, denn sie kämpften gegen die Sowjets. Dass sie auch Juden ermordeten, stört die dortigen Behörden nicht.

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Papst passt vatikanisches Strafrecht internationalen Standards an

Bild. tagesschau.de

Das vatikanische Strafrecht wird internationalen Standards angepasst. Die letzten großen Änderungen waren von 1929.

evangelisch.de

Die von Papst Franziskus als “Motu Proprio” am Donnerstag erlassene Reform sieht zum Schutz von Kindern neue Straftatbestände wie sexueller Missbrauch Minderjähriger und Besitz kinderpornografischen Materials vor. Bisher waren diese Vergehen unter dem Begriff Gewalt gegen Kinder zusammengefasst. Außerdem wurden die Vorschriften präzisiert, die der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dienen. Die neuen Regeln treten den Angaben zufolge am 1. September in Kraft.

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Türkei protestiert gegen Armenier-Äußerung des Papstes

Bild: shelbystark.edublogs.org

Franz hatte die Gräueltaten an den Armeniern während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als den “ersten Genozid des 20. Jahrhunderts” bezeichnet

kathweb

Die Türkei hat gegen eine Äußerung von Papst Franziskus über die Verbrechen an den Armeniern durch die türkischen Regierungen der Jahre 1915 bis 1919 offiziell Protest eingelegt. Die türkische Botschaft beim Heiligen Stuhl bestätigte am Montag in Rom, dass der Botschafter des Heiligen Stuhls in Ankara vom Außenministerium einbestellt worden sei.

Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als den “ersten Genozid des 20. Jahrhunderts” bezeichnet. Die Begegnung fand bereits am 3. Juni statt. Die Äußerung wurde durch Aufnahmen des vatikanischen Fernsehzentrums bekannt.

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