«Wer sich das Leben nimmt, ergreift es»

Der Tod wird pathologisiert, dabei kann der Gedanke daran Trost spenden. La Santa Muerte – der Heilige Tod – wird in Mexiko angebetet. (Bild: José Luis Gonzalez / Reuters)
Mehr als 800 000 Menschen bringen sich pro Jahr weltweit um. Das sind mehr, als in Kriegen getötet werden. Der Philosoph Thomas Macho erklärt, was daran positiv sein soll.

Von Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Herr Macho, Sie schreiben in Ihrem neuen Buch «Das Leben nehmen», wir lebten in einer «suizidfaszinierten Welt». Ist unsere Gesellschaft nicht viel eher von ewiger Jugend fasziniert?

Beides gehört zusammen. Nehmen wir den Vampir Adam in Jim Jarmuschs Film «Only Lovers Left Alive»: Er leidet an der Unsterblichkeit und denkt sich daher einen raffinierten Suizid aus. Stephen King sympathisiert in seinen letzten Romanen mit der Idee, lieber einen rechtzeitigen und würdigen Tod zu sterben, als das Leben ewig zu verlängern. Die unheimlichen Pläne des Silicon Valley, dem Menschen das ewige Leben zu verkaufen, werfen ihre Schatten voraus.

Die Filme und Romane drücken also eine verbreitete, aber unbewusste Faszination für den Suizid aus?

Eine vorbewusste Faszination. Wir haben noch keine passenden Formen gefunden, um darüber zu reden. Der Jugendkult ist offensichtlich: Wir sprechen über unsere Fitness-Anstrengungen, über gesunde Ernährung und den Schönheitschirurgen, aber nicht über den mit dem Älterwerden wachsenden Wunsch nach dem Ende des Lebens. Die Kunst und die Philosophie dagegen tun das seit langem.

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EU verlängert Glyphosat-Zulassung um fünf Jahre

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Die EU-Staaten haben sich mehrheitlich für eine weitere Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat ausgesprochen.
  • Wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht.

Süddeutsche Zeitung

Die EU-Länder haben die Zulassung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat um weitere fünf Jahre verlängert. Das teilte die EU-Kommission mit. Ein Ausschuss hatte am Montag über einen entsprechenden Vorschlag der Kommission abgestimmt. 18 der 28 EU-Länder votierten für die Verlängerung, darunter auch Deutschland.

Umweltministerin Hendricks kritisierte die Zustimmung als Vertrauensbruch. Sie habe noch am Montag gegenüber Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erklärt, sie sei „mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden“. Dennoch habe ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums für eine Verlängerung gestimmt.

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Zuckerindustrie manipulierte Forschung

Zuviel Zucker ist ungesund – doch die Zuckerlobby will uns etwas anderes weismachen. © Pat Herman/ freeimages
Gezielte Manipulation: Die amerikanische Zuckerindustrie hat offenbar jahrzehntelang unbequeme Studienergebnisse unter Verschluss gehalten. Eine Auswertung interner Dokumente zeigt: Eine in den 1960er Jahren von der Branche selbst geförderte Untersuchung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Haushaltszucker wurde gestoppt, als erste Resultate einen Zusammenhang mit Herzleiden und Tumorerkrankungen nahelegten. Die Ergebnisse sind bis heute nicht veröffentlicht worden.

scinexx

Zucker schmeckt allen – egal ob in Getränken, Fast Food oder Süßigkeiten. Doch der süße Stoff ist alles andere als gesund. Zuviel davon erhöht das Risiko für Karies, Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um die Gesundheitskassen vor den Folgekosten zu bewahren, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Regierungen daher schon lange, spezielle Steuern auf zuckerhaltige Produkte zu erheben. Und tatsächlich führen immer mehr Länder und Städte zum Beispiel Lenkungssteuern auf Limonaden ein oder beschränken zulässige Bechergrößen.

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Gekaufte Forschung: Wie Monsanto Wissenschaftler beeinflusst hat

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Ein Toxikologe veröffentlicht einen Aufsatz über die Risiken von Glyphosat, doch dann hagelt es kritische Leserbriefe.
  • Im Nachhinein zeigt sich, dass die Leserbrief-Aktion vom Unternehmen offenbar geplant war.
  • Später wird der Aufsatz zurückgezogen.

Von Christina Berndt, Silvia Liebrich | Süddeutsche Zeitung

Erst kam ein Leserbrief, dann ein zweiter, am Ende waren es 25. Die Absender stammten aus 14 Ländern, und nach allem, was sich aus den Unterlagen eines Gerichtsverfahrens in Kalifornien herauslesen lässt, landeten die 25 Briefe nicht zufällig auf dem Tisch des Fachmagazins Food and Chemical Toxicology. Sondern sie wurden offenbar vom US-Konzern Monsanto mitinitiiert, um die Studie eines Wissenschaftlers in Zweifel zu ziehen, der über die Risiken von Roundup geschrieben hatte, einem Pflanzenschutzmittel von Monsanto, das vor allem Glyphosat enthält.

Verfasst hatte diese kritische Untersuchung der französische Toxikologe Gilles-Eric Séralini. Er hatte bei Fütterungsstudien an Ratten etwa Beunruhigendes herausgefunden: Tiere, die mit Roundup gespritzten Mais fraßen, erkrankten schneller und mit größerer Wahrscheinlichkeit an Krebs als Tiere ohne Roundup im Futter. Séralinis Arbeit wurde am 19. September 2012 publiziert, zuvor hatte die Arbeit den üblichen Begutachtungsprozess durch andere Wissenschaftler durchlaufen, das sogenannte „Peer-Review-Verfahren“. Doch kurz nach der Veröffentlichung brach ein Sturm der Entrüstung von Glyphosat-freundlichen Wissenschaftlern los.

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Zahl der Pest-Erkrankten in Madagaskar steigt rasant

In Madagaskars Hauptstadt Antananarivo werden Straßen und Privathäuser desinfiziert, nachdem dort ein Mann an Lungenpest gestorben ist © Laetitia Bezain/DPA
Kleine Ausbrüche der Pest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich, doch die aktuelle Epidemie ist weitaus bedrohlicher. Zahlreiche Menschen sind an der leicht übertragbaren Lungenpest erkrankt. Die Zahl der Betroffenen steigt sprunghaft.

stern.de

Die Pest breitet sich in Madagaskar rasant aus: Waren vor einer Woche noch 350 Pest-Erkrankungen und 40 Todesfälle bekannt, hat sich die Zahl nun bereits verdoppelt. Den Behörden zufolge sind mittlerweile 805 Menschen erkrankt, von denen knapp 600 an der hochgefährlichen und leicht übertragbaren Lungenpest leiden. Mindestens 74 Menschen seien an den Folgen der Infektion gestorben, erklärte die Katastrophenschutzbehörde am Dienstag.

Pest breitet sich in Städten aus

Die Epidemie in dem Inselstaat vor der Südostküste Afrikas hatte Anfang September begonnen. Kleinere Ausbrüche der Beulenpest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich. Die gegenwärtige Epidemie ist jedoch bedeutend heftiger und die Mehrheit der Erkrankungen sind Fälle der leicht übertragbaren Lungenpest.

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Seltenere Pest-Form breitet sich auf Madagaskar aus

Mit Mundschutz schützen sich Kinder und Erwachsene derzeit auf Madagaskar vor der Ansteckung Quelle: AP/Alexander JOE
Auf Madagaskar gab es seit August 131 Pest-Fälle. 24 Menschen starben. Die WHO warnt: Da breitet sich auch eine seltene Pest-Form aus. Und: Es trifft vor allem Städte mit Anbindung an die große weite Welt.

DIE WELT

Die derzeit in Madagaskar auftretende Pest könnte sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch auf andere Länder in der Region ausbreiten. Wegen der zahlreichen Flugverbindungen bestehe durchaus Gefahr, dass die hoch ansteckende Seuche auch die Nachbarinseln im Indischen Ozean erreicht, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

Allerdings sei die Gefahr nur „mäßig hoch“, deshalb gebe die WHO auch keine Reisewarnung aus. Die Gefahr einer Ausbreitung über die Region hinaus stufte Lindner als „niedrig“ ein.

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Glyphosat: Die Gefährlichkeit bestimmt Monsanto

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Das entscheidende Gutachten für die weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat stammt aus der Feder des Bundesinstituts für Risikobewertung. Die Passagen zur Gefährlichkeit des Herbizids hat die Behörde einfach vom Hersteller Monsanto übernommen.

Von Stefan Sauer | Frankfurter Rundschau

Die deutsche Sprache hält für den Umgang deutscher und europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörden mit dem Ackergift Glyphosat eine treffende Redewendungen bereit: Man hat den Bock zum Gärtner gemacht. Zur Klärung der Frage, ob das Pflanzenschutzmittel in der EU für weitere zehn Jahre zugelassen werden soll, hat sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nämlich vor allem einer Quelle bedient: den Glyphosat-Hersteller Monsanto. Seitenweise hat das BfR Textpassagen kopiert und hat dabei gerade auch besonders heikle Bewertungen des Herstellers einfach übernommen.

So hatte Monsanto im Glyphosat-Zulassungsverfahren Studien, die Krebs erregende und Erbgut schädigende Wirkungen des global eingesetzten Herbizids nahe legten, durchweg als irrelevant qualifiziert. Diese und andere Textpassagen wurden wörtlich von der BfR übernommen, wie aus Unterlagen hervorgeht, die der FR vorliegen. Der angesichts dessen wenig überraschende Tenor der BfR-Stellungnahme lautete: Glyphosat sei bei sachgemäßer Anwendung ungefährlich.

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Der Welt geht das Gegengift für Schlangenbisse aus

Eine Schlange wird gemolken. – (c) REUTERS (Aly Song)
Vor allem in Afrika und Indien fehlt es an Antiserum für tödliches Schlangengift. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm.

Die Presse.com

Ein schriller Schrei, ein giftiger Taipan, und binnen Minuten ringt Schlangenexperte David Williams um Atem. Das Tier hat zugebissen. „Beeilt euch, Leute“, beschwört er seine Kollegen noch, ehe er ins Koma fällt. Die Schlange hatte Williams, den Leiter der australischen Schlangengiftforschung, 2007 vor laufenden TV-Kameras erwischt. Eine 1500-Euro-Spritze mit Gegengift rettete ihm das Leben.

„Wenn ich die nicht bekommen hätte, würdet ihr jetzt nicht mit mir reden, sondern meine Grabrede vorbereiten“, sagte Williams nach dem Aufwachen trocken in die Kamera. Sein Glück war, dass die Dosis Gegengift in der Klinik seines Schlangenprojekts in Papua-Neuguinea zur Hand war. Für weltweit mehr als 100.000 Menschen pro Jahr endet ein Schlangenbiss dagegen tödlich. Das Fatale: Weltweit fehlt Antiserum. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat Alarm geschlagen und Williams hilft ihr mit seiner Expertise, die Produktion von sicheren Gegengiften anzukurbeln.

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Glyphosat macht Kröten giftiger

Erdkrötenlarven am Teichgrund. Experimente enthüllen, dass diese Kaulquappen in mit Glyphosat kontaminiertem Wasser mehr Abwehrgifte produzieren. © André Karwath/ CC-by-sa 2.5
Unerwartete Nebenwirkung: Gelangt das Herbizid Glyphosat in Gewässer, kurbelt dies bei Krötenlarven die Produktion eines chemischen Abwehrstoffs an. Als Folge sind diese Kaulquappen deutlich giftiger und ungenießbarer für Fressfeinde als normal, wie Experimente enthüllen. Das Problem daran: Den Kröten selbst schadet dies offenbar nicht, wohl aber dem ökologischen Gleichgewicht in ihrem Lebensraum. So könnten beispielsweise invasive Krötenarten den heimischen Amphibien noch gefährlicher werden, warnen die Forscher.

scinexx

Kaum ein anderes Spritzmittel ist momentan so heiß umstritten wie das Herbizid Glyphosat. Denn Ende 2017 muss die EU-Kommission entscheiden, ob die Zulassung dieses Unkrautvernichtungsmittels in der EU verlängert wird. Das Problem: Nach Ansicht einiger Experten, darunter der Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO, ist Glyphosat wahrscheinlich krebserregend. Zwei wichtige EU-Behörden jedoch fanden keine ausreichenden Anhaltpunkte für eine solche Einstufung. Umweltschutzorganisationen kritisieren zudem, dass der flächendeckende Einsatz von Glyphosat zum Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft beiträgt.

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Verweigerern von Impfberatung droht eine Strafe von 2500 Euro

Bild: 4ever.eu
  • Kitas sollen verpflichtet werden, den Gesundheitsämtern alle Eltern zu melden, die eine Impfberatung ausschlagen. Diese können dann Geldstrafen verhängen.
  • Erst in dieser Woche war eine dreifache Mutter aus Essen an den Folgen einer Masern-Erkrankung gestorben.
  • Gesundheitsminister Gröhe hält aber eine Impfpflicht in Deutschland nicht für nötig, um die Masern endgültig zu verbannen.

Süddeutsche.de

Eltern von Kita-Kindern drohen Geldstrafen bis 2500 Euro, wenn sie sich der verpflichtenden Impfberatung verweigern. So steht es im Epidemiologie-Gesetz, das am 1. Juni im Bundestag abschließend beraten werden soll, berichtet die Bild. Danach sollen Kitas verpflichtet werden, den Gesundheitsämtern alle Eltern zu melden, die eine Impfberatung ausschlagen. Die Ämter können dann Strafen verhängen.

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Gülle enthält resistente Keime – auch in Deutschland

Mit der Gülle gelangen jede Menge reisitente Keime in die Umwelt – auch hier bei uns © Ingram Publishing/ thinkstock
Gülle als Resistenzschleuder: Auch bei uns in Deutschland gelangen durch Gülle aus der Tierhaltung große Mengen resistente Bakterien in die Umwelt, wie ein Test der Umweltorganisation Greenpeace belegt. Bei 68 Prozent der Gülleproben aus deutschen Schweineställen wiesen die Tester multiresistente Keime nach, in 79 Prozent der Proben fanden sich Antibiotika-Rückstände – und das, obwohl der Antibiotika-Einsatz in der EU-Tierhaltung eigentlich limitiert ist.

scinexx

Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen wird immer gravierender. Erst kürzlich wiesen Forscher nach, dass in China bereits ganze Küstengebiete mit resistenten Bakterien verseucht sind, aber auch bei uns in Europa steigt die Zahl der multiresistenten Keime. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt sogar schon vor einem postantibiotischen Zeitalter und hat kürzlich erst eine „Fahndungsliste“ der gefährlichsten „Superkeime“ veröffentlicht.

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Keime, gegen die kein Mittel mehr hilft

 Acinetobacter im 3D-Modell:
Acinetobacter im 3D-Modell: „Wir verlieren rasch an Optionen zur Behandlung“ (Foto: CDC/ James Archer)
  • Eine Liste der Weltgesundheitsorganisation WHO nennt die derzeit gefährlichsten Antibiotika-resistenten Bakterien.
  • Von dem Keim Acinetobacter baumannii geht derzeit die größte Gefahr aus, vor allem in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Herkömmliche Antibiotika versagen zunehmend bei der Behandlung, da die Mikroorganismen unempfindlich dagegen geworden sind.
  • Die Bewertung der WHO soll Forschern und Politikern helfen, Prioritäten beim Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen zu setzen.

Von Christoph Behrens | Süddeutsche.de

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt in einer neuen Bewertung vor den aktuell gefährlichsten antibiotikaresistenten Keimen. Die in dem Katalog verzeichneten zwölf Bakterien-Familien seien eine enorme Gefahr für die menschliche Gesundheit.

Angeführt wird die Liste von dem Bakterium Acinetobacter baumannii. Die Familie dieses Keims verursacht schwere Infektionen und ist gegenüber vielen Antibiotika resistent geworden. Als Reserveantibiotika gedachte Medikamente aus der Gruppe der Carbapeneme und Cephalosporine helfen gegen Infektionen mit diesem Keim häufig nicht mehr. Wie tödlich die resistenten Acinetobacter baumannii sind, zeigte sich etwa 2015 im Uniklinikum Kiel. 31 Patienten befiel ein Acinetobacter-Stamm dort in kurzer Zeit, zwölf Menschen starben. Der Stamm hatte Resistenzen gegen vier verschiedene Antibiotika-Klassen entwickelt.

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Brauchen wir ein Alkoholverbot?

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Der vom Gesetzgeber empfohlene Veggie-Tag, mit dem uns die Grünen auf den Pfad der Tugend helfen wollten (und das schreibt ein langjähriger Vegetarier), ist noch in guter Erinnerung. Bereits verbotene Übergriffe auf Frauen wurden dank „Nein heißt Nein!“ sicherheitshalber und einstimmig vom Bundestag noch einmal verboten (Sexualstrafrechtsreform: Eine Beweisaufnahme).

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Sexistische Werbung soll auch bald verboten werden. Gut für Männer, denen mit nackten Tatsachen vom Mobilfunkvertrag bis zum Auto alles angedreht werden soll. Hate Speech sowieso. Und Fake News auch – jedoch nur, wenn sie nicht in den Leitmedien stehen oder von unseren Ministern höchstpersönlich geäußert werden.

Die Journalisten Sanaz Saleh-Ebrahimi und Daniel Drepper mögen sich gefragt haben, was man denn noch alles verbieten könnte, als sie ihren Artikel über Alkohol schrieben. Dieser erschien am 22. Februar auf Correctiv.org: Wie die Alkoholindustrie uns dazu bringt, immer weiter zu trinken (anberaumte Lesezeit: 20 Minuten). Und zwei Tage später auf BILD.de, nein, Verzeihung, ZEIT Online mit dem könnerischen Titel: Alkohol: Saufen bis zum Darmkrebs.

Nun kann man sich freilich über Gesundheit Gedanken machen. Man sollte die zerstörerische Wirkung von Alkohol keinesfalls verharmlosen: Leberzirrhose und Korsakow-Syndrom sind kein Spaß. Noch lassen sich Menschen wiederbeleben, die von Betrunkenen totgefahren werden.

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«Impfungen führen zu Krebs und Masturbation»

Zita Schwyter ist bekennende Impfgegnerin.Bild: fr/ Toggenburger Zeitung
Zita Schwyter ist bekennende Impfgegnerin.Bild: fr/ Toggenburger Zeitung
Im Toggenburg machen die Impfgegner zunehmend mobil. Die Heilpraktikerin Zita Schwyter spricht sogar von einer Impfkrankheit mit schauerlichen Symptomen.

20min.ch

«Symptome der Impfkrankheit: Schlafstörung, Legasthenie, Stottern, Autismus, Hirntumor oder Masturbation», heisst es auf einem Zettel im Behandlungszimmer von Heilpraktikerin Zita Schwyter aus Uznach SG. Das alles seien mögliche Folgen, wenn Eltern ihre Kinder impfen lassen, so heisst es in der«Toggenburger Zeitung».

Mit ihrer Haltung ist Impfgegnerin Schwyter nicht allein. Im Toggenburg gibt es laut der Zeitung derzeit einen regelrechten Run auf «Informationsabende» rund um das Thema Impfen. Und die Impfgegner finden offenbar Gehör, denn laut der Weltgesundheitsorganisation WHO lassen sich immer weniger Menschen impfen.

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Zika: Das Virus bleibt gefährlich

Vor allem in Lateinamerika, wie hier in Brasilien, werden viele Kinder mit Fehlbildungen geboren, deren Mütter sich in der...Foto: dpa/Antonio Lacerda
Vor allem in Lateinamerika, wie hier in Brasilien, werden viele Kinder mit Fehlbildungen geboren, deren Mütter sich in der…Foto: dpa/Antonio Lacerda
Forschern ist erstmals eine konkrete Risikoabschätzung zu Missbildungen bei Embryos gelungen, die sich im Bauch der Mutter mit Zika infizierten. Die WHO verspricht Impfstoffe für 2020.

Von Hermann Feldmeier | DER TAGESSPIEGEL

Vor einem Jahr griff die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Anbetracht der dramatischen Ausbreitung des Zikavirus in Süd- und Mittelamerika zu einer äußerst selten genutzten Maßnahme und rief den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Auslöser für die Alarmierung der Öffentlichkeit war die Beobachtung brasilianischer Frauenärzte über einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Zikavirus-Infektion während der Schwangerschaft und Gehirnfehlbildungen des Kindes. Wie hoch allerdings das Missbildungsrisiko ist, blieb bislang unklar. Eine in dem Fachblatt „Journal of the American Medical Association“ veröffentliche Studie ermöglicht nun erstmals eine konkrete Risikoabschätzung.

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Infektionskrankheit: WHO: Impfstoff gegen Ebola entdeckt

Test des Impfstoffs in Conakry, Guinea. Foto: AFP
Test des Impfstoffs in Conakry, Guinea. Foto: AFP
Durchbruch im Kampf gegen Ebola: Die Weltgesundheitsorganisation vermeldet den erfolgreichen Test eines „fast hundertprozentig“ wirksamen Impfstoffs in Guinea.

Frankfurter Rundschau

Im Kampf gegen die Infektionskrankheit Ebola könnte nach Einschätzung von WHO-Experten ein „fast hundertprozentig“ wirksamer Impfstoff gefunden sein. Der in kanadischen Labors entwickelte Impfstoff rVSV-ZEBOV wurde im vergangenen Jahr im westafrikanischen Guinea getestet, wie Marie-Paule Kieny von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag mitteilte.

Von den 6000 Menschen, die damit geimpft wurden, sei im vergangenen Jahr niemand an Ebola erkrankt. Hingegen habe es in Guinea 23 Ebola-Erkrankungen bei nicht geimpften Menschen gegeben. „Das legt nahe, dass der Impfstoff sehr effizient ist und eine bis zu hundertprozentige Wirksamkeit erreichen könnte“, sagte Kieny.

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Hausgemachte Tuberkuloseepidemie in Indien

foto: apa / epa / farooq khan Bis zu 6,8 Millionen Tuberkulosepatienten gibt es in Indien, wie eine neue Studie zeigt. In staatliche Spitäler, wie hier in Kaschmir, kommen nur 41 Prozent – auch weil Ärzte sie nicht informieren.
foto: apa / epa / farooq khan Bis zu 6,8 Millionen Tuberkulosepatienten gibt es in Indien, wie eine neue Studie zeigt. In staatliche Spitäler, wie hier in Kaschmir, kommen nur 41 Prozent – auch weil Ärzte sie nicht informieren.
Doppelt so viele Menschen sind im Land an Tuberkulose erkrankt, als bisher angenommen wurde. Apotheker verkaufen illegal Medikamente. Auch Ärzte verdienen

Von Agnes Tandler | derStandard.at

„Ich wurde immer wieder krank“, erzählt Rekha Shinde. Die 35-Jährige bekam erst Typhus, dann Malaria, danach eine Lungenentzündung. Sie wog nur noch 30 Kilo, ihr quälender Husten wollte nicht aufhören. Ein Arzt verschrieb ihr Antibiotika. Doch die Medikamente halfen nicht und verdeckten nur das wahre Problem: Tuberkulose (TB). Rekha ist ein typischer Fall für Indien. Trotz eines staatlichen Bekämpfungsprogramms wird die Infektionskrankheit oft erst spät entdeckt. Das Ausmaß des Problems ist weit größer als bisher bekannt.

Rund 2,2 Millionen Patienten – fast ein Drittel aller TB-Kranken in Indien – werden ausschließlich in privaten Kliniken betreut. Doch jahrelang wurden solche Fälle nicht in der offiziellen Statistik erfasst, die offenbar nur diejenigen registrierte, die im Zuge der staatlichen TB-Programme behandelt wurden. Tuberkulose erschien so unter Kontrolle.

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UN: Eine Milliarde Kinder Opfer von Gewalt

Die Vereinten Nationen wollen verstärkt gegen Gewalt gegen Kinder vorgehen.

evangelisch.de

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte am Dienstag (Ortszeit) in New York, alle Kinder hätten das Recht, in Sicherheit und Frieden aufzuwachsen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlitten im vergangenen Jahr weltweit bis zu eine Milliarde Kinder physische, sexuelle oder psychologische Gewalt.

Globale Partnerschaft

Ban stellte eine Globale Partnerschaft zum Ende der Gewalt gegen Kinder vor. Danach sollen sich Regierungen, Lehrer, Erzieher, Eltern und Vertreter der Religionen für ein gewaltfreies Leben der Mädchen und Jungen einsetzen. Ein spezieller Fonds zur Finanzierung von Projekten gegen Kindergewalt wurde geschaffen.

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Zika-Virus: WHO prüft Verschiebung der Olympischen Spiele in Rio

Nach dem Ruf von mehr als 150 Experten nach einer Verlegung oder Verschiebung der Olympischen Spiele in Brasilien wegen des grassierenden Zika-Virus geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Sache nun doch nach.

Neue Zürcher Zeitung

Die WHO habe vier Mal Teams aus erfahrenen Wissenschaftlern nach Brasilien geschickt, «um Daten aus erster Hand über die derzeitige Lage zu sammeln», schrieb WHO-Chefin Margaret Chan in einem Brief, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Die Expertenteams sollten «das Risikolevel für die grosse Zahl an Athleten und Zuschauern» prüfen und «in Kürze» ihre Einschätzung abgeben. Ihre Empfehlung werde dann «sofort» im Internet veröffentlicht, sicherte Chan zu.