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Zionismus: Theodor Herzl

Zuerst wünscht sich Theodor Herzl, dass sich sein Volk in der deutschen Kulturnation auflöst. Dann wird er zum geistigen Vater des Zionismus. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Ein jüdischer Student will zur deutschen Elite gehören. Doch als der Hass gegen sein Volk wächst, wird er zum Begründer des Zionismus.

Von Markus Flohr | ZEIT ONLINE

Theodor Herzl hebt den Säbel. Er ist gerade 21 geworden und steht vor seinem ersten Fechtkampf bei der Albia, einer deutschen Burschenschaft in Wien. “Achtung! – Los!” ruft der Unparteiische. Herzls Klinge surrt durch die Luft, der erste Hieb sitzt.

An diesem Abend wird bei der Albia gesoffen und gesungen: Lieder über Deutschland, Heldenmut und Freiheit. Herzl ist durch den Kampf soeben vom Fuchs zum Burschen aufgestiegen. Doch nicht allen Jungs der Albia gefällt das, denn Herzl ist Jude. Er hätte sich eine liberale Burschenschaft suchen können, aber er wählte die deutschnationale Albia. Für ihn ist sie der Inbegriff deutscher akademischer Kultur. Herzl selbst sieht sich als Deutscher. Ginge es nach ihm, soll sich das Judentum der christlichen Mehrheit anpassen, die in Deutschland und Österreich-Ungarn vorherrscht. Je mehr die Juden ihre Traditionen ablegten, desto mehr Rechte bekämen sie in der Gesellschaft, glaubt Herzl. Am besten also, findet er, wenn sich sein uraltes Volk in der deutschen Kulturnation auflöst.

Nie scheint Herzl weiter weg zu sein von dem, was ihn Jahrzehnte später weltberühmt machen wird, als in diesen Tagen: Herzl wird einmal Tausende Juden inspirieren: Er wird der Vater des Zionismus werden, der jüdischen Befreiungsbewegung, die zur Gründung des Staates Israels führt.

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Terror- Finanzierung über Wiens Islam- Kindergärten?

Foto: SAID KHATIB/AFP/picturedesk.com, thinkstockphotos.de
Die neue Studie zu Wiens Islam- Kindergärten zeigt: Es ist schlimmer und gefährlicher als bereits befürchtet! Im 178 Seiten langen Projektbericht von Univ.- Prof. Ednan Aslan finden sich zwei brisante Problemfelder: Erstens die absolut unkontrollierte Finanzierung terroristischer Organisationen mit Wiener Steuergeld, und zweitens verdient eine Unternehmergruppe mit den islamischen Kindergärten Millionen.

Von Richard Schmitt, Michael Pommer|Kronen Zeitung

10.000 Kinder werden in Wien bereits in den islamischen Privatkindergärten betreut. Ganz klar formuliert jetzt Professor Ednan Aslan wie bereits berichtet   die politische und religiöse Ausrichtung vieler Betreiber dieser Islam- Kindergärten (Seite 73 der Studie ):

  • Für sie ist die “Gründung eines islamischen Staates der Wille Gottes”,
  • Judenhass wird mit theologischen Argumenten religiös begründet,
  • Gewalt könne ein legitimes Mittel bei der Gründung eines islamischen Staates sein,
  • die westliche Lebensweise wird verachtet,
  • die ganzheitliche Anwendung aller göttlichen Gebote gemäß der Scharia wird beansprucht.

Karte der islamischen Kindergärten und gruppen in Wien:

Foto: krone.at-Grafik, thinkstockphotos.de

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Was der Wiener Kindergarten-Krimi mit Gender Mainstreaming zu tun hat

Weit mehr als die Hälfte der Kindergruppen sind islamisch geführt. Der Bildungsplan verpflichtet die Kindergruppen zur deutschen Sprache, zu demokratischen und österreichischen Werten.

Von Gudrun Kugler|kath.net

Mit der Einführung des Gratiskindergarten 2009 und dem dafür nötigen massiven Kapazitätsausbau wurde Betrügern und fundamentalistischen Strömungen Tür und Tor geöffnet und Steuergelder verschleudert. Der weit über Wien hinaus bekannt gewordene Bericht von Prof. Ednan Aslan warf muslimischen Kinderbetreuungseinrichtungen vor, Parallelgesellschaften aufzubauen. Private Kindergärtenbetreiber konnten außerdem anscheinend Millionen an Steuergeldern illegal abzweigen. Der Stadtrechnungshof beklagt die fehlende Kontrolle. Die Leitern der MA 10 (Wiener Kindergärten) erklärte, dass insgesamt 482 Trägerorganisationen an 1.600 Standorten gefördert werden. Bis dato besteht bei 52 Trägerorganisationen der Verdacht, dass Fördermittel zweckwidrig verwendet wurden:
Bei 37 Trägerorganisationen wurde die Anstoßfinanzierung zurückgefordert, bei 4 die laufende Förderung gestoppt, bei 11 Trägerorganisationen wurde der Fördervertrag gekündigt.
Neben 1600 Kindergartenstandorten gibt es auch noch 620 Kindergruppen, von denen mehr als Hälfte erst in den letzten sechs Jahren entstanden. 450 davon haben islamischen Hintergrund. Eine Kindergruppe unterscheidet sich von einem Kindergarten in der Höchstzahl der betreuten Kinder (14 vs. 25), in der Ausbildung der Pädagoginnen (90(!) Einheiten vs. vollwertige Ausbildung) und in der Beschränkung der Gruppenanzahl an einem Standort auf zwei.

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Geheimdienstexperten:”Paris zeigt Versagen der Massenüberwachung”

foto: andreas proschofsky / standard Duncan Campbell bei seiner Keynote zur diesjährigen Ausgabe der Sicherheitskonferenz Deepsec.
Flächendeckendes Ausspionieren funktioniere nicht: Duncan Campbell und James Bamford zur Deepsec in Wien.

Von Andreas Proschofsky|derStandard.at

Die Diskussion über die Terroranschläge von Paris geht natürlich auch an einer Konferenz zu IT-Sicherheit nicht spurlos vorüber. Zumal die dieser Tage zum mittlerweile neunten Mal in Wien abgehaltene Deepsec dieses Jahr gleich zwei Journalisten eingeladen hat, die sich seit Jahren kritisch mit Geheimdiensten und deren Überwachungspraxis auseinandersetzen. Und sowohl James Bamford als auch Duncan Campbell sind sich einig: Die umgehend angelaufene Diskussion über den Ausbau der Internetüberwachung gehe vollkommen an der Realität vorbei.

Vollkommenes Versagen

Wenn Paris eines eindrücklich gezeigt habe, dann das “vollkommene Versagen der Massenüberwachung”, wie Campbell in der einleitenden Keynote zur Konferenz betonte. Diese funktioniere schlicht nicht, da es in der breiten Masse der Daten unmöglich sei, das Relevante herauszufinden, egal wie mächtig die Rechensysteme der NSA sein mögen. Und diese Erkenntnis sei keineswegs neu, seit Jahrzehnten zeige sich immer wieder das gleiche Bild, wie der seit 1975 zu Geheimdiensten arbeitende Journalist betont.

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Wien: Mit dem heiligen Buch gegen das Höllenfeuer

foto: christian fischer Süße Verführung: Zum Koran gibt es “Nimm zwei”-Zuckerl – beides gratis
Koranverteilung in Wien: Die Aktivisten distanzieren sich von Terror, doch die Polizei wittert Radikalismus

Von Gerald John|derStandard.at

Die drei Männer mit den Wuschelbärten und wallenden Kleidern stehen neben dem Christkindlmarkt, doch sie verkaufen weder Punsch noch Kekse. Goldene Arabesken zieren die Bücher, die sich in vielen verschiedenen Sprachen auf einem weißgedeckten Pult stapeln. “Lies!”, mahnt ein Plakat vor dem Stand: “Im Namen deines Herrn, der dich erschaffen hat.”

“Wir wollen, dass die Leute den richtigen Islam kennenlernen”, sagt der älteste der Aktivisten, der sich als gebürtiger Algerier vorstellt. Immer wieder mischen sich er und seine Mitstreiter deshalb unters Volk – so etwa vergangene Woche, noch vor den Anschlägen in Paris, vor dem Bahnhof Wien Mitte. Mit “Nimm zwei”-Zuckerln als Beigabe drücken sie dann Passanten gratis das Buch der Bücher in die Hände: den Koran.

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Terror in Paris gegen Regelung für Syrien?

Heute findet die Syrien-Konferenz in Wien statt, bislang sah es gut für eine Einigung zur Beendigung des Kriegs aus

Von Malte Daniljuk|TELEPOLIS

Als der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gestern dem Länderspiel Frankreich gegen Deutschland beiwohnte, konnte er die Detonationen hören. Er wird diesen Eindruck mit nach Wien genommen haben, wo heute die zweite Runde der Syriengespräche stattfindet. Der erneute Angriff von islamistischen Fundamentalisten in Frankreich ereignet sich vor einem Wochenende, an dem die internationale Diplomatie einen Durchbruch für Syrien erreichen sollte.

In Wien treffen heute zum zweiten Mal die Länder zusammen, die direkt oder indirekt am Konflikt beteiligt sind: Neben den Veto-Mächten im Sicherheitsrat der UN – USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien – werden Saudi-Arabien, die Türkei und Ägypten vertreten sein. Auch der Iran und Deutschland sind daran beteiligt, endlich eine Regelung für die Beendigung eines Krieges zu finden, der bisher mindestens 250.000 Tote forderte und Millionen von Syrern in die Flucht getrieben hat.

Vor dem offiziellen Beginn der Syrien-Konferenz in Wien hatte sich US-Außenminister John Kerry am gestrigen Freitag bereits mit seinen Amtskollegen aus der Türkei und Saudi-Arabien sowie mit dem Syrien-Sondergesandten Staffan de Mistura unterhalten. Diese drei Länder unterstützten die islamistischen Söldner in Syrien bisher am offenkundigsten. Vermutlich arbeiteten sie an einer für sie akzeptablen Strategie, um einen Ausweg aus einer insgesamt inakzeptablen Situation zu finden.

Erst am heutigen Samstag sollten die Vertreter von weiteren 19 Staaten über Wege zu einem Ende des Bürgerkriegs beraten. China und der Iran haben dafür anders als die meisten anderen Teilnehmer nur stellvertretende Minister nach Wien entsandt. Aber am Montag sollte Irans Präsident Hassan Rohani Frankreich und Italien besuchen. Die syrische Regierung und die Opposition waren bisher zwar nicht direkt eingebunden. Sie treffen sich jedoch gleichzeitig nur wenige Kilometer entfernt, in Prag.

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König-Abdullah-Zentrum in Wien: Riads Feigenblatt

Das König Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog in Wien steht in der Kritik. (imago/blickwinkel)
Das König-Abdullah-Zentrum in Wien soll den Dialog zwischen den Religionen und gegenseitigen Respekt fördern. Doch das Projekt ist umstritten. Denn Hauptgeldgeber ist ausgerechnet Saudi-Arabien, wo man von religiöser Toleranz nicht viel hält.


Von Stefan May|Deutschlandradio Kultur

Ein nobles Palais an der Wiener Ringstraße ist die Heimstätte des KAICIID. Die Abkürzung steht für “König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog”. Über dem Eingang wehen die Fahnen von Saudi-Arabien, Spanien, Österreich und des Vatikans. Es handelt sich um die Gründungsstaaten des Zentrums. Sprecher Peter Kaiser nennt als Hauptziel: Respekt zu schaffen zwischen den Religionen und Kulturen durch Dialog. Und er betont die Unabhängigkeit des Zentrums.

“Keine einzige Religion und keine einzige Regierung kann uns sagen, was wir vornehmlich machen sollen. Sie müssen alle im Konsens vorgehen.”

Als aber Anfang dieses Jahres der saudische Blogger Raif Badawi wegen eines Plädoyers für Religionsfreiheit in seiner Heimat zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden war, blieb das Zentrum stumm. Peter Kaiser begründet dies mit einer grundsätzlichen Entscheidung des neunköpfigen Direktoriums, in dem die fünf großen Weltreligionen – Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus – vertreten sind.

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Das Dilemma der assimilierten Juden

Die Stärke der Juden liegt in ihrer Schwäche. Zumindest was die Schwäche der Menge betrifft. Auf der ganzen Welt leben nach offiziellen Statistiken rund 13,2 Millionen Juden; davon knapp 5 Millionen in Israel und über 8 Millionen in der Diaspora; vorwiegend in Nordamerika und im europäischen Osten. In Wien leben ca. 14.000 Juden, davon sind nur die Hälfte Mitglieder der Kultusgemeinde. In Deutschland beträgt die Zahl der Juden rund 100.000.


Von Peter Stiegnitz|haGalil.com

Bild: bb
Bild: bb

Die Stärke der Juden liegt in ihrer Schwäche. Zumindest was die Schwäche der Menge betrifft. Auf der ganzen Welt leben nach offiziellen Statistiken rund 13,2 Millionen Juden; davon knapp 5 Millionen in Israel und über 8 Millionen in der Diaspora; vorwiegend in Nordamerika und im europäischen Osten. In Wien leben ca. 14.000 Juden, davon sind nur die Hälfte Mitglieder der Kultusgemeinde. In Deutschland beträgt die Zahl der Juden rund 100.000.

Im Gegensatz zu diesem geringen Anteil der Juden in Österreich und in der Welt scheint ihre Bedeutung groß zu sein. Das vor allem im Spiegel des Antisemitismus, aber auch – wenn auch bedeutend minimaler – in philosemitischen Kreisen. Dass rechtsgerichtete Medien, vor allem in den ehemaligen kommunistischen Ländern, ständig von der „zunehmenden Gefahr des internationalen Judentums“ faseln, ist bekannt und nicht mehr nennenswert. Leider lassen auch linke und liberale Medien keine Gelegenheit aus, um – völlig unsicherer Weise – von „jüdischen Künstlern“ oder von „jüdischen Wissenschaftlern“ zu berichten.

Die so genannte „jüdische Szene“ – und dazu zähle ich jetzt alle religiösen oder nicht-religiösen Juden, die sich dazu bekennen – teilt sich vor allem in Österreich und in Deutschland in drei Kategorien:
• Die „Richter“ unter den Diasporajuden nehmen sich das Recht, „im Namen der Opfer“ des Holocaust über Antisemitismus-Ja oder Antisemitismus-Nein zu urteilen, wobei der Freispruch des „Nein“ Seltenheitswert besitzt.
• Die „Rächer“ bilden sich ein, die „Exekutivorgane“ der „Richter“ zu sein; sie lieben die Tat und verabscheuen die Analyse der jeweiligen Situation, die unter Umständen auch zu anderen Schlüssen als denen der „Richter“ führen könnte. Sie wollen es auch nicht verstehen, dass 1933 in Deutschland und 1938 in Österreich die Menschen anders denken und handeln mussten, als man es heute von ihnen verlangt.
• Die wohl undankbarste Rolle unter den Diasporajuden haben die so genannten „Renegaten“ übernommen. Ohne die Taten der NS-Mörder und ihrer Helfershelfer zu entschuldigen, bemühen sich die „Renegaten“ um ein historisches Verständnis. Ihre Aufgabe ist keineswegs das Verzeihen, sondern das Verständnis. Sie sind die eigentlichen Träger der Idee von Franz Vranitzky, der als erster Regierungschef von Schuld und Verantwortung der Österreicher in der NS-Mordmaschinerie sprach, aber auch jedwede Kollektivschuld verurteilte.
Diese „Renegaten“ bilden – auch hier wartet auf sie eine undankbare Rolle – die Untergruppe der assimilierten Juden, die ihr „Judentum“ nicht religiös bindet, sondern die sich als Angehörige einer überwiegend negativ determinierten „Schicksalsgemeinschaft“ betrachten.

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Israel-Fahne in Wien entfernt: Kultusgemeinde erstattet Anzeigen

foto: privat Diese israelische Flagge musste der Mieter entfernen.
Der Streit um rund um eine Wiener Wohnung angebrachte jüdische Symbole eskaliert. Ende Mai war ein Untermieter im Zuge des Song Contests vom Hauptmieter aufgefordert worden, eine Israel-Fahne zu entfernen (derStandard.at berichtete).

derStandard.at

Nun wurde ein religiöses Symbol am Türstock, die Mesusa, gegen den Willen des Besitzers eigenmächtig entfernt, berichtete die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG), die Anzeigen erstattete.

“Abstoßendste Form des Antisemitismus”

Bereits die Aufforderung zur Entfernung der Israel-Fahne und der Mesusa hatte IKG-Präsident Oskar Deutsch als “abstoßendste Form des Antisemitismus” verurteilt. Nach einiger öffentlicher Aufregung folgte eine Entschuldigung der Hausverwaltung. “Der Hauptmieter selbst ist jedoch uneinsichtig”, erklärt die IKG in ihrer Aussendung. Jetzt sei das Symbol am Türpfosten schlicht und einfach entfernt worden.

Die Kultusgemeinde will dem Untermieter nun jede notwendige juristische Unterstützung gewähren, kündigte sie an. Anzeigen wegen Diebstahls sowie Besitz- und Religionsstörung bei Staatsanwaltschaft und Zivilgericht und wegen anderer Tatbestände wie Diskriminierung seien erstattet worden.

Wiens strategische Rolle im Dritten Reich: Hitlers «Perle»

Seiner Rolle als Hauptstadt Österreichs beraubt, sollte Wien im Dritten Reich eine wichtige territoriale Rolle zukommen. Die radikalen Planungen der Nationalsozialisten sind kaum erforscht. Das Architekturzentrum Wien (AzW) zeigt erstmals die monumentalen Stadtphantasien.


Von Albert Kirchengast|Neue Zürcher Zeitung

Am 13. März 1938 wälzt sich Adolf Hitlers Triumphzug durch die östlichste Grossstadt des «tausendjährigen Reichs», die Stadt seiner nicht ungetrübten Lehrjahre. Österreich wird er bald in «Ostmark» umtaufen, Deutschland nennt sich von nun an «Altreich». Am 9. April schmückt sich Wien erneut festlich für den «Führer» – als kehre ein siegreicher Feldherr endlich heim. Rote Banner rahmen die Ringstrasse, schwarz aufgedruckte Hakenkreuze scheinen sich im frischen Frühlingswind zu drehen und die Natur dem Marschtakt beizustimmen. Albert Speer hat persönlich für diese Inszenierung gesorgt, denn am folgenden Tag soll das Volk über den «Anschluss» abstimmen. Die Besitzverhältnisse sind allerdings schon jetzt geklärt: Um 11 Uhr 46 übergibt Bürgermeister Hermann Neubacher Wien wie eine Trophäe. Wenige Redeminuten später – es ist 11 Uhr 49 – erwidert Hitler in aller Kürze: «Seien Sie überzeugt: Diese Stadt ist in meinen Augen eine Perle!»

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Brandstiftung in Kirchen: Frau als Tatverdächtige

Die Polizei bittet um Hinweise: Diese Frau soll die Brände gelegt haben – Foto: /LPD Wien
Der Seitenaltar der Pfarrkirche Schottenfeld in der Westbahnstraße ist verrußt. Am 10. März hat das Altartuch gebrannt; die Flammen haben Spuren hinterlassen. Auch ein paar Straßen weiter, in der Pfarrkirche Altlerchenfeld (Lerchenfelder Straße), herrscht ein ähnliches Bild: das Holz eines Beichtstuhls ist teilweise verkohlt, ein Tisch am Eingang der Kirche weist Brandflecken auf.


Kurier.at

„Wir hatten noch Glück im Unglück. Ich habe meinen üblichen Rundgang in der Kirche gemacht und dabei bemerkt, dass der Tisch am Eingang brennt. Gott sei Dank hatte das Feuer noch nicht auf die daneben liegenden Zeitschriften  übergegriffen“, erzählt Brigitte Moder, Pfarrsekretärin von Altlerchenfeld.
Das war am 1. April. Drei Wochen später, am 22. April, hat der Vorhang eines Beichtstuhls gebrannt. „Unser Mesner hat Brandgeruch bemerkt und so das Feuer entdeckt“, sagt Moder.

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Wien: Ampelmännchen als (gleichgeschlechtliche) Paare

Bild: APA/ROLAND SCHLAGER /Die Presse
Bild: APA/ROLAND SCHLAGER /Die Presse
Paare aus Mann und Frau, zwei Frauen oder zwei Männern zeigen an ausgewählten Ampelstandorten Gehen oder Stehen an.


Die Presse

Die Wiener Ampelmännchen bekommen Gesellschaft: Künftig werden an 49 ausgewählten Ampelstandorten nicht mehr nur eine, sondern gleich zwei Figuren Gehen oder Stehen anzeigen. Anlässlich des bevorstehenden Life Balls, des Song Contests und der Regenbogenparade gibt es drei Sujets: Ein Paar aus Mann und Frau, zwei Frauen sowie zwei Männer – jeweils mit einem Herzchen.

120 Schutzwege werden in den kommenden Tagen mit diesen neuen Symbolen ausgestattet, wie Sonja Vicht von der Magistratsabteilung 33 am Montag erklärte. Die ersten sind bereits zu besichtigen: So überquert man den Universitätsring auf Höhe Schottentor unter den wachsamen Augen zweier grüner Frauenfiguren. Bis Ende Juni sollen die Paare bleiben.

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ISIS-Rückkehrer: »Ich hatte falsche Freunde«

Bild: oe24.at
Der 16-jährige Wiener Oliver N. floh von seinem Einsatz für die ISIS-Terroristen zurück nach Wien.


Von Iris Brüggler|oe24.at

Noch liegt Oliver N. (16) in der Sonderkrankenanstalt der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Vergangene Woche ist der Wiener von seinem Einsatz bei den ISIS-Terroristen in Syrien zurück nach Österreich geflohen. ÖSTERREICH am SONNTAG wollte wissen, wie Oliver N. jetzt über seinen ISIS-Einsatz denkt und bat dessen Anwalt, Werner Tomanek, Fragen an Oliver N. zu übermitteln. Das sagt der ISIS-Aussteiger:

ÖSTERREICH: Wie froh sind Sie darüber, wieder in Österreich zu sein?
Oliver N.: Ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe, wieder nach Österreich zurückzukehren und dass der ganze Spuk endlich vorbei ist.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen?
Oliver N.: Obwohl ich jetzt inhaftiert bin, geht es mir deutlich besser als in den letzten Monaten, insbesondere seit ich bei einem Bombentreffer schwer verletzt worden bin.

ÖSTERREICH: Bereuen Sie, dass Sie für die ISIS gekämpft haben?
Oliver N.: Ich habe niemals für die ISIS gekämpft, ich habe auch keine Kampfausbildung erhalten. Ich war ­lediglich drei Tage als Rettungsfahrer im Kampfgebiet eingesetzt.

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Abdullah-Zentrum: Grüne wollen weiter Druck machen

MAHNWACHE VOR ABDULLAH-ZENTRUM: LUNACEK / KORUN / HARMS / GLAWISCHNIG / PILZ / Bild: APA/HERBERT NEUBAUER
Die Grünen kritisieren die Regierungs-Pläne zur Neuaufstellung des Zentrums. Außenminister Kurz stelle sich “schützend vor das Saudi-Zentrum”.


Die Presse.com

Die Grünen wollen weiter Druck Richtung Schließung des von Saudi-Arabien finanzierten Wiener Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog machen und das KAICIID am Mittwoch im Menschenrechtsausschuss im Parlament thematisieren. Harsche Kritik übt Tanja Windbüchler, außenpolitische Sprecherin der Grünen, an den Regierungs-Plänen zur Neuaufstellung des Zentrums.

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Die Verösterreicherung des Islam

Koran

Ednan Aslan, islamischer Religionsprofessor aus Wien, war unlängst in Mattersburg, der burgenländischen Stadt mit der größten muslimischen Gemeinde. Eindringlich plädierte er dort dafür, den Islam als etwas Heimisches endlich auch in die Pflicht zu nehmen


Von Wolfgang Weisgram|derStandard.at

Während allerorts und allenthalben die Islamisierung des Abendlandes herbeigefürchtet wird, hat man sich in Mattersburg unlängst übers Gegenteil unterhalten: die längst überfällige Abendlandisierung des Islam.

Der umtriebige – sozusagen ganz Mattersburg bespielende – Stadtpfarrer Günther Kroiss hatte dazu Ednan Aslan eingeladen, den einschlägig predigenden Wiener Professor für islamische Religionspädagogik. Unter dem Titel “Den Islam europäisch prägen” diskutierte der Mitgestalter des neuen Islamgesetzes mit dem Eisenstädter Religionspädagogen Harald Mandl.
Hundert Gäste, aber keine Muslime

Mehr als hundert Interessierte waren gekommen, um mitzudiskutieren oder jedenfalls zu lauschen. Niemand freilich, wie Bürgermeisterin Ingrid Salamon ein wenig konsterniert konstatierte, niemand aus der hauptsächlich türkischstämmigen islamischen Gemeinde.

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Abdullah-Zentrum: Österreich als Feigenblatt saudischer Barbarei

König Abdullah, Bild: BB
König Abdullah, Bild: BB
Das Institut will “Hass zu bekämpfen”. Kanzler Faymann findet es “haarsträubend”, dass das Zentrum seinen Aufgaben nicht nachkomme.


Die Presse.com

Das umstrittene Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog hat am Montag betont, dass es “jede Art von Gewalt – wann, wo und wie immer sie auftritt und durch wen auch immer sie ausgeübt wird” verurteile. Man habe zum Ziel, “Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zusammen zu bringen, Dialog zu ermöglichen, Angst und Hass zu bekämpfen und Brücken aus Vertrauen und Respekt zu bauen, um Frieden in der Welt zu fördern”, hieß es in einer Aussendung.

Nicht eingegangen wurde in dem Schreiben auf die öffentliche Folter des zu 1000 Peitschenhieben verurteilten Bloggers Raif Badawi, wofür Bundeskanzler Werner Faymann das Zentrum abermals scharf kritisierte. Der Blogger Raif Badawi sei in Saudiarabien für seine Aussagen über die Gleichwertigkeit von Religionsgemeinschaften und jenen die keiner Religionsgemeinschaft angehören verurteilt worden. Also für das, was als “interreligiöser Dialog” bezeichnet werde, so Faymann. Es sei daher “haarsträubend und nicht zu akzeptieren”, dass sich das Zentrum, das diese Aufgabe erfüllen sollte, hier verschweige und dadurch “auf sich aufmerksam macht, indem es diese Aufgabe nicht erfüllt”.

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Wien: Homophobe Café-Kultur bei Prückel

Am 16. Januar soll direkt vor dem Café demonstriert werden© Urs Schweitzer/Picture Alliance
Zwei lesbische Frauen werden aus einem Café in Wien geschmissen, weil sie sich küssen. Bereits 2005 gab es dort einen ähnlichen Vorfall. Die Besitzerin verteidigt ihr Vorgehen und sorgt für Proteste.


stern.de

Toleranz wird im Café Prückel in Wien offenbar nicht groß geschrieben. Zwei lesbische Frauen wurden aus dem Lokal geschmissen, nachdem sie sich geküsst hatten. “Als sich zwei lesbische Frauen bei der Begrüßung küssen, werden sie von einem Kellner des Cafe Prückels aufgefordert, dies zu unterlassen und abschätzig behandelt. Nachdem sich die beiden Frauen bei der Geschäftsführung beschweren, werden sie aus dem Lokal verwiesen”, berichtet die “Achse kritischer SchülerInnen Wien” (AKS Wien).

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Nazi-Kriegsverbrecher: In zwei Wiener Kirchen hängen Gedenktafeln für Alexander Löhr

Bild. profil.online.at
Die katholische Kirche hat Probleme mit ihrem rechten Rand. In zwei Wiener Militärkirchen sind noch immer Gedenktafeln für den Wehrmachtsgeneral und verurteilten Kriegsverbrecher Alexander Löhr angebracht.


Von Christa Zöchling|profil online

Mitten in der Einkaufshölle Mariahilfer Straße liegt die Wiener Stiftskirche, ein Ort der Stille. Mit dem weitläufigen Gebäudeblock der Stiftskaserne verschmolzen, ist sie leicht zu übersehen. Tagsüber lassen sich Passanten mit ihren Einkäufen für Augenblicke in dem dunklen Kirchenschiff nieder. Die Morgenmesse an zwei Tagen in der Woche wird von einem verschworenen Grüppchen besucht; vorwiegend sind es gebrechliche Alte. Man kennt einander, man stützt einander beim Niederknien und beim Hochkommen vom rotsamtenen Brett. Ein längst pensionierter, aber noch aktiver Prälat steht hinter dem Altar und führt die dünnen Stimmen an. Der Altartisch ist mit einem Tuch drapiert, auf dem ein großes Eisernes Kreuz prangt. Diese – ursprünglich preußische – Kriegsauszeichnung war unter den Nazis populär geworden.

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Experten: Gängige islamische Theologie fördert Christenverfolgung

islam_christentum

Pressekonferenz in Wien von 20 Organisatioen zum “Tag der Menschenrechte” – Islamischer Religionspädagoge Aslan: Zeitgemäße Interpretation der zentralen Schriften des Islam wäre dringend gefordert


kath.net

Die gegenwärtige und zuvor in diesem Ausmaß nie dagewesene Christenverfolgung in vielen islamischen Ländern kann nur über eine inner-islamische Neuausrichtung der vorherrschenden Theologie beendet werden. Das betonten Vertreter christlicher Organisationen und der österreichische islamische Religionspädagoge Ednan Aslan am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien. “Solange Juden und Christen als minderwertig angesehen werden, solange wird auch die Christenverfolgung in islamischen Staaten nicht enden”, kritisierte Aslan. Dringend gefordert sei deshalb eine zeitgemäße Interpretation der zentralen Schriften des Islam, betonte Elmar Kuhn, Generalsekretär von “Christian Solidarity International/Österreich” (CSI).

Die aus 20 Menschenrechtsorganisationen bestehende ökumenische Plattform “Solidarität mit verfolgen Christen” hatte anlässlich des Tags der Menschenrechte der Vereinten Nationen am Mittwoch zur Pressekonferenz geladen. Auf die dortige Diskussion folgte am späteren Nachmittag ein Fackelzug von der Oper zum Stephansdom, um gegen die weltweite Christenverfolgung zu demonstrieren.

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Wien: Anteil der Katholiken seit 1970ern halbiert

Symbolbild / Bild: (c) FABRY Clemens
Die Gruppe der Menschen ohne Bekenntnis ist im selben Zeitraum auf fast ein Drittel gewachsen. Mehr als jeder zehnte Wiener ist mittlerweile Moslem.

Die Presse.com

Die Wiener Bevölkerung hat sich seit den 1970ern durch Migration deutlich gewandelt, und zwar auch in ihrer religiösen Zusammensetzung. So hat sich der Anteil der Katholiken von 1971 bis 2011 auf 41,3 Prozent halbiert, während der Anteil der Menschen ohne Bekenntnis sich auf fast ein Drittel (31,6 Prozent) verdreifacht hat. Die drittstärkste Gruppe sind mit 11,6 Prozent Muslime (1971: 0,4).

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