Kapital- und Klimakollaps

Bild: nasa
Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen der Wirtschaftskrise und dem außer Kontrolle geratenden Klimawandel?

Von Tomasz Konicz | TELPOLIS

Die Menschheit steuere binnen der kommenden Jahrzehnte auf eine Klimakatastrophe zu, die alle bisherigen klimatischen Umbrüche in der Menschheitsgeschichte in den Schatten stelle und die Zivilisation – insbesondere die Küstenstädte – bedrohe. Dies ist die Kernaussage einer umfassenden Studie, die von einem Team unter der Leitung des bekannten Klimawissenschaftlers James E. Hansen jüngst publiziert wurde.

Der Klimawandel schreite viel schneller voran als ursprünglich angenommen, so fasste Newsweek die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, an der 18 Wissenschaftler beteiligt waren. Ein „gefährlicher Klimaumbruch“ bedrohe die Menschheit in „Dekaden, nicht in Jahrhunderten“, titelte die New York Times (NYT). Die Grundaussage der Studie bestehe laut NYT darin, dass durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern kein gradueller, langfristiger Klimawandel ausgelöst werde, sondern dass es zu einem „abrupten Klimawechsel“ komme.

Ausgelöst werde dieser abrupt ablaufende Klimaumschwung durch die – viel rascher als zuvor angenommen ablaufende – Eisschmelze in den Polarregionen, die sich aufgrund positiver Rückkopplungen selbst verstärkt und gigantische Massen an Schmelzwasser in die Gewässer der Arktis und Antarktis einfließen lässt. Dieses Süßwasser werde dann das „globale Förderband“ der Meeresströmungen, die thermohaline Zirkulation, zum Erliegen bringen, das das gegenwärtige stabile Klima der Welt maßgeblich prägt. Westeuropa etwa profitiert von dem Golfstrom, der für ein gemäßigtes und mildes Klima in dieser Region sorgt.

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„Europa befindet sich seit mehreren Jahrzehnten in einem unaufhaltsamen Niedergang“

Europa

Der belgische Historiker David Engels vergleicht den aktuellen Zustand der EU mitsamt der terroristischen Bedrohung mit dem Untergang der Römischen Republik

Von Ramon Schack|TELEPOLIS

Der belgische Historiker Prof. Dr. David Engels (1979) gilt als einer der interessantesten Nachwuchs-Intellektuellen Europas. In seinem 2014 erschienenen Buch „Auf dem Weg ins Imperium“ vergleicht er den Untergang der Römischen Republik mit der aktuellen Krise der Europäischen Union. Einige seiner Parallelen sind erstaunlich – und beängstigend. Ich sprach mit David Engels, der in Brüssel lehrt und in der Umgebung der Stadt lebt, unmittelbar nach den Anschlägen.

Die „Hauptstadt Europas“, wurde heute Ziel terroristischer Anschläge. Ende vergangenen Jahres, nach dem Terror von Paris, glich Brüssel im Rahmen der Fahndung nach den damaligen Attentätern zeitweise bereits einer Festung. Sie haben Ihren Arbeitsplatz in Brüssel, leben etwas außerhalb der Stadt. Wie nehmen Sie die aktuellen Ereignisse zur Kenntnis und hat sich das Leben in der Metropole in den vergangenen Monaten verändert?

David Engels: Nun, es ist schon eine seltsame Erfahrung, in einem Land zu leben, das sich in relativ kurzer Zeit von einer traditionell weltoffenen Gesellschaft zu einem zunehmend militarisierten Staatswesen entwickelt hat, wo selbst in Kleinstädten Militär und Polizei omnipräsent sind und die muslimische Bevölkerung zunehmend unter Generalverdacht steht, was leider in Anbetracht der bedeutsamen Rolle, die Belgien im Netzwerk des europäischen Fundamentalismus spielt, kaum erstaunt.

Trotzdem will sich ein vergrößertes Sicherheitsbedürfnis nicht einstellen, und die Ereignisse des 22. März haben ja auch die Richtigkeit dieser Annahme angezeigt: Es ist einfach unmöglich, sich wirksam vor Selbstmordattentätern zu schützen, und im Gegensatz zu kriminellen Organisationen lässt sich der terroristische Fundamentalismus ja auch nicht einfach aus der Welt schaffen, indem man die eine oder andere Organisation zerschlägt, ohne die Wurzeln des Problems anzupacken.

Schon in meinem 2012 entstandenen und 2015 dann auch im Deutschen erschienenen Buch „Auf dem Weg des Imperium“ hatte ich darauf hingewiesen, dass nicht nur die belgische, sondern die gesamte europäische Gesellschaft in eine tödliche Spirale eingetreten ist, in welcher aus kurzsichtigem Wettbewerbsdenken, Casinokapitalismus und naiv-optimistischer „political correctness“ notwendigerweise Frustration, Wirtschaftskrise, Fundamentalismus, Terrorismus, Populismus und schließlich unweigerlich der Sicherheitsstaat entstehen müssen. Die Ereignisse scheinen das vollauf zu bestätigen – leider.

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US-Denkfabrik: Die Türkei hat sich erfolgreich von EU gelöst

Nach Ansicht des Experten solle die Türkei ihre Beziehungen zur USA stärken. (Foto: Flickr/ Istanbul by Moyan Brenn CC BY 2.0)
Der Chef-Stratege der US-Denkfabrik Stratfor ist erfreut über die Veränderungen zwischen der Türkei und der EU. Die Türkei gehöre nach Europa aber nicht in die EU. Das Land müsse seinen eigenen Weg gehen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Türkei hat sich aus der „Falle“ einer EU-Vollmitgliedschaft gerettet. Das eröffnet dem Land ungeahnte Möglichkeiten im Nahen Osten, im Kaukasus und auf dem Balkan. Diese Ansicht vertritt zumindest der Chef des privaten US-Geheimdiensts Stratfor, George Friedman. Auch die jüngst überwundene EU-Krise komme der Türkei zugute. Denn sie sei schlichtweg kein Teil der EU und befinde sich außerhalb der Euro-Zone. Doch das Land gehöre zu Europa.

Türkei unverzichtbarer Partner der USA

Friedman war vor einigen Monaten in der Türkei und sprach auf einer Veranstaltung des Unternehmer-Vereins Anatolische Löwen (ASKON). „Ein türkischer EU-Beitritt wäre eine große Überraschung gewesen – doch keine positive“, zitiert Bloomberg HT den Stratfor-Chef. Die Türkei sei ein unverzichtbarer Partner der USA.

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Alexis Tsipras: „Der Papst ist kein Linker, aber er spricht wie einer“

foto: epa / sotiris barbarousi Beten ist Alexis Tsipras' Sache nicht. Dennoch sieht er in Papst Franziskus einen Partner zur Verfolgung gleicher Ziele
foto: epa / sotiris barbarousi
Beten ist Alexis Tsipras‘ Sache nicht. Dennoch sieht er in Papst Franziskus einen Partner zur Verfolgung gleicher Ziele
Die Europäische Linke wurde vom Papst empfangen, der Chef der griechischen Partei Syriza sucht eine Allianz mit Franziskus

Von Peter MayrderStandard.at

Um exakt 9.45 Uhr setzte sich die kleine Delegation in Bewegung. Von der Piazza del Sant’Uffizio ist es nicht weit ins Herz des Vatikans. Der geladene Gast wirkt angespannt. Es ist auch ein besonderer Termin: Zum ersten Mal trifft ein hochrangiger Vertreter der Europäischen Linken den Papst. Noch heikler ist diese Mission, weil es Alexis Tsipras, Chef der griechischen Linkspartei Syriza, ist – also der Gottseibeiuns vieler europäischer Spitzenpolitiker.

Rund zwei Stunden später gibt es einen gelöst wirkenden Tsipras. Dreißig Minuten dauerte die Privataudienz bei Franziskus. Es sei ein historisches Treffen gewesen, stellt Tsipras zufrieden fest. Das wurde auch anderen Ortes offenbar so gewertet: Denn kaum war der Termin für die Zusammenkunft publik geworden, habe es Druck aus Griechenland gegeben, hieß es aus der Delegation. „Die griechische Regierung mag nichts von dem, was ich mache. Sie mag mich nicht“, sagte Tsipras dazu im Gespräch mit dem Standard.

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Griechenland: Kirche ersetzt den Staat

Bild: wikipedia
Direktor der Orthodoxen Akademie von Kreta, Metropolit Amphilochios über die tieferen Gründe der Wirtschaftskrise in Griechenland und kirchliche Hilfsprojekte – Metropolit Arsenios: „Brücken bauen zwischen Griechen und Österreichern“

kathweb

Angesichts der Krise in Griechenland muss die orthodoxe Kirche vor allem bei grundlegenden Sozialleistungen für den Staat einspringen, ohne dabei staatliche Strukturen ersetzen zu können oder zu wollen: Das betonte der Direktor der Orthodoxen Akademie von Kreta (OAK), Metropolit Amphilochios, beim Treffen mit dem Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, zum Abschluss der dieswöchigen Journalistenreise zur kirchlichen, politischen und wirtschaftlichen Führung auf Kreta. „Der Lebensweg vieler Griechen in den letzten Jahrzehnten, der leichte Weg zum schnellen Gewinn ohne Opfer, hat die Blase hin zur Krise anwachsen lassen“, so Amphilochios.

Deshalb müsse Griechenland selbstkritisch auf die hausgemachten Fehler der Vergangenheit reflektieren und aus diesen lernen: „Es wurde oft die falsche Politik gemacht, die eine falsche Mentalität, nämlich auf Dauer mehr ausgeben als einnehmen zu können, befördert hat“, kritisierte der orthodoxe Metropolit von der Diözese Kolymbari/Chania, mit 25.000 Gläubigen die größte des Landes.

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Belfast: Jesus-Fans praktizieren die Gewalt ihres Herrn

Geöffnete Friedensmauer in Belfast. Bild: de.academic.ru

Seit Tagen halten gewalttätige Ausschreitungen die nordirische Hauptstadt Belfast in Atem. Spielen bei den aktuellen Auseinandersetzungen die Religionen noch eine Rolle? Ja, sagt der der Münsteraner Geschichtswissenschaftler Andre Krischer.

domradio.de

KNA: Herr Krischer, der Nordirland-Konflikt hat nicht zuletzt auch religiöse Wurzeln. Welche Bedeutung haben Katholizismus und Protestantismus dort heute?

Krischer: Die Religion stiftet immer noch Identität. Die Menschen verstehen sich entweder als Katholik oder als Protestant. Der Konflikt dreht sich aber nicht mehr wie früher um Glaubenswahrheiten.

KNA: Haben dadurch die Kirchen Spielraum gewonnen, mäßigend auf die Konfliktparteien einzuwirken?

Krischer: Ja. Die Kirchen haben nicht das geringste Interesse daran, dass der Konflikt wieder aufflammt. Die Frage bleibt allerdings, welchen Einfluss sie tatsächlich auf die Akteure haben. In jedem Fall gießen Amtsträger beider Seiten kein Öl ins Feuer. Eine neue Rolle spielt aber auch das Internet und die sozialen Netzwerke, über die Bedrohungs- und Verschwörungstheorien verbreitet werden.

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Kein Geld für die Krippe auf dem Petersplatz – Sponsoring

Bild. mariazell.blogspot.com

Der Vatikan hat dieses Jahr kein Geld für die riesige Weihnachtskrippe am Obelisken auf dem Petersplatz. Zwar haben die Vorbereitungen für den Bau der diesjährigen Krippe bereits begonnen, finanziert wird das ganze jedoch komplett durch die Verwaltung der Region Basilicata.

Auch der Weihnachtsbaum neben dem Stall wird dieses Jahr fremdfinanziert und zwar durch die Region Molise. Die Kirchenverwaltung gibt an, dass man auch im Vatikan wegen der Wirtschaftskrise sparen müsse.

Die Einweihung der Krippe am Petersplatz findet traditionell am Heiligen Abend statt. Sie zeigt lebensgroße Statuen. Italien ist berühmt für seine Weihnachtskrippen, diese ziehen jedes Jahr viele Touristen an.

Vatican nativity scene ‚lowcost‘ this year

Falsche Adresse: Albanischer Staatspräsident spricht mit Papst über EU-Beitritt

Bamir Topi, Bild: euronews.com

Der albanische Staatspräsident Bamir Topi hat mit Papst Benedikt XVI. über einen EU-Beitritt seines Landes gesprochen.

kathweb

Benedikt XVI. empfing Topi am Samstag zu einer Privataudienz im Vatikan. Weitere Themen der rund 20-minütigen Unterredung waren nach vatikanischen Angaben die Wirtschaftskrise, der interreligiöse Dialog sowie das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und albanischer Gesellschaft. Zudem erörterten beide den Beitrag der Kirche für das Bildungswesen und die soziale Fürsorge.

Der Vatikan charakterisierte das Gespräch im Apostolischen Palast als „herzlich“. Man habe die guten Beziehugen zwischen Albanien und dem Heiligen Stuhl hervorgehoben. Nach der Begegnung mit dem Papst traf Topi mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dem vatikanischen Außenminister Erzbischof Dominique Mamberti zusammen. Es war die zweite Zusammenkunft Topis mit dem Papst im Vatikan. Das erste Mal war das Staatsoberhaupt im Dezember 2007 fünf Monate nach seinem Amtsantritt von Benedikt XVI. empfangen worden. Albanien ist ein potenzieller Kandidat für einen EU-Beitritt. Das Land hat seinen Antrag auf Mitgliedschaft im April 2009 gestellt.

Die römische Spukgestalt eifert gegen Homosexualität

Während sich der Papst einerseits gegen die Verfolgung von Christen in der ganzen Welt einsetzt bringt es ihn nicht in einen moralischen Konflikt, Homosexuelle zur „Bedrohung für die Zukunft der Menschheit“ zu erklären

Heute(09.01.) hat Papst Benedikt XVI die 179 im Vatikan vertretenen Diplomaten zur traditionellen Neujahrsansprache empfangen. Das katholische Kirchenoberhaupt nutzte seine Rede nicht nur, um über die Religionsfreiheit und die Wirtschaftskrise zu sprechen sondern äußerte sich auch ungewohnt deutlich zum Thema Homosexualität.

Jacob Jung Blog

Die menschliche Würde

In der Ansprache des Papstes heißt es unter anderem, dass die Politik von Ländern, die die traditionelle Familie auf Basis der Verbindung zwischen Mann und Frau in Frage stelle, eine „Bedrohung für die menschliche Würde und sogar für die Zukunft der Menschheit“ sei.

Bei der heterosexuellen Familie handle es sich „nicht um eine bloße gesellschaftliche Konvention, sondern um die Grundzelle der ganzen Gesellschaft“ setzt das Kirchenoberhaupt seine Rede fort. Die Staaten der Welt fordert der Papst dementsprechend auf, eine Politik zu betreiben, die den „Wert der Familie“ betont, da sonst die weitere Entwicklung der Staaten gefährdet sei.

In dem Gesagten spiegelt sich nicht nur eine unverfrorene Feindseligkeit gegenüber Homosexuellen wider sondern auch eine höchst eigenartige Vorstellung darüber, wie sich gleichgeschlechtlich orientierte Menschen unter einer restriktiven Gesetzgebung verhalten. So scheint der Papst ernsthaft davon auszugehen, dass Homosexuelle Menschen dazu übergehen würden, Kinder zu zeugen, wenn man ihnen nur verbietet, ihre ursprüngliche Sexualität auszuleben.

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Pax-Bank zum Euro: „Diese Pistole hat nur eine Patrone“

Foto: Radio Vatikan

17 Euro-Länder und sechs weitere Staaten der EU gründen eine eigene Fiskalunion: Das ist das Ergebnis von zähen Verhandlungen in der vergangenen Nacht in Brüssel. Die von Deutschland und Frankreich anvisierte große Lösung, also eine Fiskalunion aller 27 Euro-Staaten, scheiterte an Großbritannien. Doch bei der katholischen deutschen Pax-Bank ist man mit dem Brüsseler Ergebnis zufrieden. Vorstandssprecher Christoph Berndorff meinte am Freitag im Gespräch mit Radio Vatikan:

Radio Vatikan

„Ich denke und hoffe, dass der Euro damit erstmal wieder Ruhe findet. Ob er letztendlich gerettet wurde, weiß ich bestimmt nicht, aber ich glaube, dass die Welt jetzt doch wieder vertrauensvoller auf unsere gemeinschaftliche Währung blickt.“

Wie ist es überhaupt zu dieser Verkettung mehrerer Krisen gekommen? Vertrauen scheint ja dabei eine große Rolle zu spielen, und im Anlagegeschäft zumindest hat man zulange nicht genau genug hingeschaut…

„Es gab erst eine Kreditkrise, die von den USA hier herüberkam; aus der Kreditkrise hat sich eine Wirtschaftskrise entwickelt, dann eine Währungskrise, mittlerweile droht ja wieder eine Wirtschaftskrise, die Vorzeichen für das nächste Jahr sind sehr nach unten gerichtet. Der Vorstand der EZB hat jetzt schon zweimal die Zinsen abgesenkt – in Hinblick auf die Verunsicherung der Wirtschaft nicht nur der Olivenländer, sondern auch sogar von Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Insofern kommen auch selbst unserem Land diese Zinssenkungen sehr entgegen.“

Hat auch die Pax-Bank einen Plan B für ein mögliches Scheitern des Euro?

„Was heißt Scheitern des Euro – darf ich mal diese Rückfrage stellen?“

Ein Ende der Währungsunion.

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Weltjugendtag Madrid: Sozialer Skandal – Rebellion der Priester

Ein Höhepunkt des Weltjugendtags ist es für die jungen Pilger, den Papst einmal zu sehen. Quelle: WZ

Das Treffen findet im August in Madrid statt. In einem offenen Brief kritisieren 120 Kirchenmänner den Aufwand von 50 Millionen Euro.

Westdeutsche Zeitung

Neue Zeiten, neue Sitten: Papst Benedikt XVI. kommt Mitte August zum katholischen Weltjugendtag in die spanische Hauptstadt Madrid. Und weil dieses größte religiöse Jugendfestival auf dem Globus sündhaft teuer ist, hat der Heilige Vater um irdische Hilfe gebeten.

Mehr als 50 Millionen Euro soll das einwöchige Treffen kosten, das von dutzenden Wirtschaftskonzernen wie Coca Cola oder der Großbank Santander mit Millionenbeträgen gesponsert wird. Diese Kommerzialisierung des Ereignisses gefällt freilich nicht allen Katholiken.

Priester sprechen von einem „sozialen Skandal“

120 Priester, überwiegend aus den Armenvierteln der Millionenstadt Madrid, kritisieren in einem offenen Brief das kostspielige Jugendfest und den begleitenden „Pomp“ als „sozialen Skandal“ in einem Land, in dem wegen der tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise immer mehr Leute in die Armut rutschen. Und in dem knapp 21 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne Job sind – bei den unter 25-Jährigen sind sogar 45 Prozent ohne Arbeit.

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Missionsveranstaltung „Evangelischer Kirchentag Dresden“

Mission und Missionierung
Die Agenda des 33. Evangelischen Kirchentags klingt ein bisschen nach Attac-Kongress. Laizistische Kritiker eröffnen trotzdem eine religionsfreie Zone

Von Tom StrohschneiderDer Freitag

Es ist ein paar Wochen her, da erlebte der sächsische Landtag einen interessanten Streit: Ausgerechnet die schwarz-gelbe Koalition verweigerte dem Evangelischen Kirchentag den Dresdner Plenarsaal als Veranstaltungsort. Vertreter der Opposition waren empört, Abgeordnete von Linken, SPD und Grünen verließen gar aus Protest eine Sitzung. Die Koalition verwies auf ein Gutachten der Parlamentsverwaltung, die Linkspartei sprach von einem „kleinkarierten und unangemessenen“ Umgang.

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Zeit der Gottsuche

Quelle: kleinezeitung.at

Kardinal Schönborn appelliert in seiner traditionellen Silvesteransprache im ORF-Fernsehen an die Hilfsbereitschaft der Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise. „Die wirtschaftlichen Perspektiven werden enger. Das Herz darf nicht enger werden“, so Schönborn: „Ich wünsche mir, dass wir ein waches Herz bewahren für die Not des anderen.“ Er hofft zudem auf eine neue „Zeit der Gottsuche“.

Kleine Zeitung.at

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Sozialdemokratische Steuerbüttel

Quelle: niederrheinzeitung.de

Senkung der Einkommenssteuer: SPD fordert Ausgleich für Kirchen

Der sozialpolitische Sprecher der Kamp-Lintforter SPD-Ratsfraktion, Jürgen Preuß, warnt vor weiteren Senkungen der Einkommenssteuer zu Lasten der christlichen Kirchen. „Die Höhe der Kirchensteuer ist abhängig davon, wie viel Einkommenssteuer gezahlt wird. Durch Wirtschaftskrise und Steuergeschenke vor allem an Wohlhabende haben die Kirchen in den vergangenen Monaten bereits Millionenbeträge verloren“, erklärt Preuß.

niederrheinzeitung.de

Da es bei den Steuerentlastungen, die noch von der Großen Koalition beschlossen wurden, um die Familien gegangen sei, hätten die Kirchen nach eigenem Bekunden kein Veto eingelegt. Sollte sich die FDP nun aber mit ihren Steuerplänen durchsetzen, verlieren die beiden großen Konfessionen nochmals jeweils 500 Millionen Euro im Jahr.

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Fakt: Denkstunde – Diskurs über die Krise

Marx
Allerorts rote Tücher. Als hätte es nie Marx gegeben.

Wir denken besser selber nach! Fehldiagnose führt zu Fehlbehandlung. Die Krise ist da. Und mit ihr das Heer der Heilkünstler. Den Finger besserwissend im Wind. Nun sind sie da, die Krise, ihre Symptome, die Heilkünstler und ihre vernebelnden

Erklärungsmodelle: Wie höre ich da hoch hüpfen, die Wissenden. Krisen kämen von Überproduktion, durch Verzocke, als allgemeine Krise des Kapitals oder als zyklische Krisen kapitalistischer Berg- und Talfahrt. Aus einer Enzyklopädie1 hole ich mir die Weltwirtschaftskrise: „Bezeichnung für eine heftige oder andauernde wirtschaftliche Krise, die nicht auf einen einzelnen Staat beschränkt bleibt, sondern zu einem umfassenden Zusammenbruch in allen Teilen der Weltwirtschaft führt. Gemeinhin wird mit dem Begriff Weltwirtschaftskrise jener Konjunktureinbruch bezeichnet, der in den Jahren 1929 bis 1933 die Weltwirtschaft in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß traf und zur größten wirtschaftlichen Katastrophe der Neuzeit wurde… Die Krise von 1929 bis 1933 betraf vor allem die USA und Deutschland. Ein unbändiger Konjunkturoptimismus und der Glauben an eine anhaltende Prosperität der amerikanischen Wirtschaft führte in den USA zu umfangreichen Aktienspekulationen (zwischen 1927 und 1929 verdoppelten sich die Aktienkurse). Am Freitag, dem 25. Oktober 1929, dem so genannten Schwarzen Freitag, kam es in New York zu massiven Kursstürzen und in der Folge zum Konjunktureinbruch. Liquiditätsschwierigkeiten sorgten für Kündigungen von Krediten in den USA und zu Rückrufen der nach Europa gegebenen, zumeist kurzfristigen Kredite. Davon war vor allem Deutschland betroffen, das sich – zur Erfüllung von Reparationsverbindlichkeiten und zur Modernisierung der durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse entwerteten Produktionsanlagen -, im Ausland hoch verschuldet hatte. In Deutschland führte diese Entwicklung zu einer schweren Bankenkrise, zu zahlreichen Konkursen sowie zu Massenarbeitslosigkeit (1932 rund sechs Millionen)…“ und zum Friedenschaffen2.

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