Schlagwort-Archive: Wissenschaft

Bis zu 41 Prozent aller Arzneimittel weltweit sind Fälschungen

Tabletten können Leben retten – aber nur wenn sie nicht gefälscht sind © thinkstock

Forscher schlagen Alarm: Bis zu 41 Prozent aller Medikamente weltweit sind inzwischen Fälschungen. Sie enthalten entweder zu wenig oder sogar gar keine wirksamen Bestandteile. Das belegen Analysen von 17.000 Proben gängiger Arzneimittel – vom einfachen Antibiotikum bis zum teuren Krebsmedikament. Nach Schätzungen der Forscher sterben durch solche Fälschungen jedes Jahr bis zu eine Million Menschen.


scinexx

Das Problem gefälschter Medikamente ist schon länger bekannt: Vor allem in Ländern der Dritten Welt, aber auch in und von Schwellenländern werden häufig Arzneimittel verkauft, die nicht das enthalten, was auf der Packung steht. In Zeiten des Internets ist aber auch bei uns beim Kauf von Mitteln aus dem Ausland Vorsicht geboten. Denn nimmt man ein Mittel ein, dass die falschen oder zu wenig Wirkstoffe enthält, kann dies im schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

Weltweite Bestandsaufnahme

Wie viele gefälschte Medikamente aber weltweit im Umlauf sind, ist unbekannt. “Keiner hat eine Ahnung, wie groß das Problem wirklich ist”, sagt Tim Mackey von der University of California in San Diego. “Es gibt zwar Schätzungen, aber es schwer, akkurate Statistiken über kriminelle Machenschaften dieses Ausmaßes zu erhalten.” Die Globalisierung macht es zudem immer schwieriger, den Arzneimittelhandel lückenlos zu überwachen.

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Auf der Suche nach letzten Antworten

Rolf Heilmann Auch Physiker kochen nur mit Wasser  Verlag: Herbig, München 2015 ISBN: 9783776627572 20,00 €

Rolf Heilmann
Auch Physiker kochen nur mit Wasser
Verlag: Herbig, München 2015
ISBN: 9783776627572
20,00 €

“Wo die Wissenschaft an ihre Grenzen gerät” – der Untertitel trifft den Inhalt des Buchs sehr gut. Autor Bernd Heilmann verficht darin den Standpunkt, die Physik sei nicht der Weisheit letzter Schluss. Was in seinem Fall einiges Gewicht hat, denn Heilmann ist selbst Physiker, entwickelte Lasersysteme für Satelliten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und lehrt heute Physik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.


Von Frank Schubert|Spektrum.de

Auf die Frage, warum Gegenstände nach unten fallen, würden die meisten physikalisch korrekt mit der Gravitationskraft antworten, führt Heilmann beispielhaft an. Doch schon bei der simplen Nachfrage, warum es die Schwerkraft denn gebe, müsse auch ein gestandener Physiker die Segel streichen. Im Prinzip, schreibt der Autor, können alle Warum-Frageketten von Naturwissenschaftlern nicht abschließend beantwortet werden. Schon nach zwei- oder dreimaligem Nachhaken stießen wir an die Grenzen des Verstehbaren.

Gleichgültig gegenüber dem Unfassbaren

Eine Gewissheit über die ersten beziehungsweise letzten Ursachen könne die Naturwissenschaft nicht geben, betont der Physiker. Uns bleibe, über die Welt zu staunen, doch das hätten wir weitgehend verlernt. So nähmen wir ziemlich unbekümmert hin, dass wir auf einer riesigen rotierenden Kugel leben, die durchs leere All rast. Eigentlich sei das ungeheuerlich, doch man habe uns beigebracht, nicht weiter darüber nachzudenken.

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Religion als Wissenschaft – Bullshistic

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Die Frage, ob Theologie eine Wissenschaft sei, verneinte der Theologe Heinz-Werner Kubitza und löste damit eine Diskussion aus. Nun antwortet ihm Stefan Förner vom Erzbistum Berlin.


Von Stefan Förner|DER TAGESSPIEGEL

In der Karwoche habe ich mich wieder daran erinnert, wie mein Onkel – milde mit dem Kopf schüttelnd – von seinem Theologie-Studium erzählte und dem mehr oder weniger verzweifelten Versuch eines Professors, einen Widerspruch in den Passions-Erzählungen aufzulösen. Denn während im Markus-Evangelium der Hahn zweimal kräht, nachdem Petrus Jesus verleugnet hat, kräht er bei Matthäus, Lukas und Johannes nur einmal. Die Antwort damals – die aber schon meinen Onkel nicht überzeugte: der eine konnte von seinem Platz aus offenbar besser hören als die anderen. Das ist natürlich Unsinn und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.

Theologie weist auf den Widerspruch hin, ohne ihn letztlich klären zu können

Knapp 50 Jahre später habe ich es in meinem Theologie-Studium so gelernt:
Die Erzählungen von Jesus wurden zunächst mündlich weiter getragen, dabei konnten unterschiedliche Details unterschiedlich ausgeschmückt werden. Die Geschichte(n) von Jesus wurden erst nach Ostern erzählt, sie sind alle aus der Perspektive des leeren Grabes, aus dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi formuliert. Welchen Grund hätte es auch gegeben, das peinliche Verhör, die grausame Folter und die schmähliche Hinrichtung eines unbedeutenden Wanderpredigers aus der letzten Ecke des römischen Reiches weiterzuerzählen und aufzuschreiben, wenn man nicht davon überzeugt wäre: dieser Jesus von Nazareth ist tatsächlich auferstanden!? Und schließlich ist eine weitere Aussage wichtig: die ersten Jünger waren keine Helden, jedenfalls nicht von Anfang an. Auch sie hatten Angst, versuchten ihre Haut zu retten, während ihr Rabbi gekreuzigt wurde. Theologie, so wie ich sie verstehe, wird also auf den Widerspruch hinweisen, ohne ihn letztlich klären zu können.

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Die Torah und die Wissenschaft

Wissenschaft und Torah teilen die Auffassung, dass der menschliche Geist diese Ordnung auch rational wahrnehmen kann. (dpa / picture alliance / Daniel Bockwoldt)

Torah und Wissenschaft, Glaube und Wissen, das passe nicht zusammen – so meinen all jene, die von Judentum und Torah nicht viel verstehen. Denn tatsächlich haben beide Dinge gewisse Gemeinsamkeiten und Schnittmengen.


Von Yael Kornblum|Deutschlandradio Kultur

Es gab und gibt immer wieder Versuche, den Wahrheitsgehalt der Torah wissenschaftlich zu belegen. Doch hier soll es nicht um den Beleg des Urknalls oder der Evolution in der Torah gehen, sondern um die allgemeine Fragstellung: Was haben die Torah als religiöse und daher a priori irrationale Schrift und die Wissenschaft, per Definition rational, miteinander gemeinsam? Zwischen ihnen beiden existieren drei Parallelen.

Zunächst: Der Glaube an die Gesetzmäßigkeit der Natur. Wenn es keine Ordnung, keine Kausalität gibt, ist der menschliche Geist wie blockiert. Naturereignisse scheinen dann das Resultat eines Gottes auf Rachefeldzug gegen eine rivalisierende Gottheit. Chaos ist dann die Konsequenz völliger Willkür. Außerdem ist die individuelle Eigenverantwortung dann hinfällig, weil göttlicher Eigenwilligkeiten ausgesetzt. Die moderne Naturwissenschaft konnte nur deshalb entstehen, weil es Menschen gab, die intuitiv an die Gesetzmäßigkeit der Natur glaubten. Dieses intuitive Wissen manifestiert sich übrigens erstmalig in der Torah auf der Suche nach Gott: Abraham beobachtet das Himmelsgestirn und vermutet einen tieferen Sinn, eine Kausalität dahinter. “Die Tage der Erde soll immer währen. Säen und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht sollen nie enden.” (Genesis 8,22). Der Glaube an und das Wissen um die Gesetzmäßigkeit der Natur – die erste große Gemeinsamkeit.

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Moral als Handlungsmaßstab gefährlich

Der erhobene Zeigefinger – schlecht für die Kommunikation zwischen Konfliktparteien (dpa / Tim Brakemeier)

Auf die Moral zu pochen, verbaue Kompromisse zwischen Konfliktparteien, legt Thilo Hagendorff in “Sozialkritik und soziale Steuerung” dar. Der Soziologe empfiehlt stattdessen, sich konkrete Handlungsstrategien zu überlegen, um tatsächlich etwas zu verändern.


Von Florian Felix Weyh|Deutschlandradio Kultur

Es findet sich kaum ein Satz bei Adorno, welcher nicht eindeutig moralisch codiert wäre da werden selbst die Pantoffeln, in welche man schlupfen kann, zum Denkmal des Hasses gegen das sich Bücken oder der Fund eines Dinosaurierskeletts zur Kollektivprojektion des totalitären Staates.”

Starke Worte eines jungen Rebellen. Starke Worte? Ja. Aber rebellisch ist der junge Mann irgendwie nicht so richtig:

O-Ton: “Ich meine, dass man nicht davon ausgehen kann, man könne Gesellschaften oder große Systeme im Ganzen irgendwie revolutionieren und diese komplett auf andere Füße stellen.”

Das aber meinten die Altvorderen durchaus noch. Die Soziologie und die in der Philosophie angesiedelte Frankfurter Schule fungierten nachgerade als universitäre Heimathäfen für Veränderungswünsche aller Couleur. An den Lehrstühlen und in den Seminaren wurde Gesellschafts- und Sozialkritik vorgedacht, die dann irgendwie und von irgendjemandem im politischen Raum verwirklicht werden sollte. Als das nach den rauschhaften Revoluzzer-Jahren von 1968 nicht mehr so recht klappte, schlugen die beteiligten Akademiker nach Beobachtung des Tübinger Nachwuchssoziologen Thilo Hagendorff eine ziemlich bequeme Richtung ein, die der Selbstreferenzialität nämlich.

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Öffentliche Religion – religiöse Öffentlichkeit

Bild: KAS

Selten wird Religion in öffentlichen Räumen jenseits von Kirchenmauern und Äußerungen ihrer Repräsentanten so sichtbar wie in Kunst und Kultur. Dabei erkennen sie in ihrer Sensibilität für Brüche, Verborgenes und Unausgesprochnes oft Veränderungen in der Gesellschaft, bevor sich diese öffentliche manifestieren. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Auseinandersetzungen von Politik und Wissenschaft mit Religion. Stellungnahmen zu diesen Befunden finden Sie im vorliegenden Band.


Von Karlies Abmeier, Michael Borchard|Konrad-Adenauer-Stiftung

Öffentliche Religion(pdf)

Bedford-Strohm regt Gesellschaftsvertrag über Tierhaltung an

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht die Notwendigkeit, die Bedüfnisse von Landwirten auf der einen Seite und den Marktdruck des Handels auf der anderen neu in Einklang zu bringen.


evangelisch.de

In der kontroversen Debatte über landwirtschaftliche Tierhaltung schlägt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, einen Gesellschaftsvertrag vor. Eine derartige Vereinbarung über die Zukunft der Nutztierhaltung könnte Landwirtschaft, Politik, Handel “und uns alle als Verbraucher” auf ethisch begründete Leitlinien verpflichten, schreibt Bedford-Strohm in einem Beitrag für das Magazin “top agrar” (Januar-Ausgabe). Spannungen, die zwischen Arbeitsbelastung und Existenzsicherung der Landwirte auf der einen Seite sowie dem Marktdruck des Handels und den ethischen Erwartungen der Gesellschaft andererseits bestünden, müssten neu in Einklang gebracht werden.

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Konkurrenz und Wettbewerb als Evolution destruierende Mechanismen

Bild: youtube

Evolution aus systemtheoretischer Perspektive
Dass der “Geist des Kapitalismus” (Max Weber) kurioser Weise sowohl die Ökonomie als auch, wie es scheint, die Natur durchdringt, bleibt selten unbemerkt. Kapitalismus gibt sich derart den Anschein einer gleichsam natürlichen Wirtschaftsordnung. Denn wenn festgestellt werden kann, “dass die Natur in gewisser Weise kapitalistisch funktioniert” (Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein Volhard), lässt sich in Umkehrung auch schlussfolgern, dass der Kapitalismus auf gewissermaßen natürliche Weise funktioniert.

Von Jörg RäwelTELEPOLIS

Ideengeschichtlich war es so, dass Darwin zunächst auf soziale Verhältnisse bezogene Theorien, insbesondere die Vorstellungen Thomas Robert Malthus’, auf “natürliche” Gegebenheiten, biotische Verhältnisse übertrug:

Darwin überträgt den malthusischen struggle for existence auf die Natur. So steht die ökonomische Analyse des Manchester-Kapitalismus gewissermaßen Modell für die Theorie biologischer Evolution – vom Konkurrenzkampf, jeder gegen jeden, über die Selektionsmechanismen des Marktes bis zur Entstehung neuer Nischen oder Produkte. Lebewesen werden zu Objekten der Evolution, die eine unbestechliche Warenkontrolle einem Bio-Ranking unterwirft. Der heutige Sozialdarwinismus macht im Grunde nichts anderes, als die frühkapitalistische Wirtschaftsideologie über eine wissenschaftliche Theorie wieder auf die Gesellschaft zurückzuspiegeln – und ihr damit scheinbar zu einem naturgesetzlichen Fundament zu verhelfen.

J. Neffe: Danke Darwin!

In sich so gegenseitig bestätigender Perspektive wird Konkurrenz (struggle for existence) zu einem wirkmächtigen Prinzip, das grundlegend für das Verständnis sowohl von natürlich-biologischen wie sozial-wirtschaftlichen Verhältnissen relevant sein soll.

Evolution aus systemtheoretischer Perspektive

Allerdings bestätigt sich in in einer systemtheoretischen Konzeption der Evolutionstheorie[1] die sich aus der Ideengeschichte geradezu aufdrängende Skepsis; nämlich, dass in der Perspektive der konventionellen, offenkundig sozialdarwinistisch gewendeten Evolutionsbiologie ein Anthropomorphismus zur Geltung kommt, Gegebenheiten sozialer Konstruktion unangebracht auf “natürliche”, biotische Verhältnisse übertragen werden.

Aus der Sicht der Systemtheorie des Soziologen Niklas Luhmann sind es autopoietische Systeme (spezifisch: Populationen und Arten), die evolvieren. Autopoietische Systeme erhalten sich als Einheiten in ihren Grenzen durch das Netzwerk eben jener Operationen, die gerade diese Operationen selbst erst ermöglichen.[2] Mit Blick auf Populationen und Arten ist dies die Operation der (geschlechtlichen) Reproduktion. Reproduktion ermöglicht (weitere) Reproduktion, grenzt mit dieser Operation Arten und Populationen von ihren Umwelten ab bzw. erhält sie selbstreproduktiv als eben autopoietische Einheiten. Fundamentale Operation lebender Systeme wie Populationen und Arten ist demnach – sich selbst reproduzierende – Reproduktion.

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Hässlich-schöne Natur: Bibel des Grauens

Caspar Henderson: Wahre Monster Ein unglaubliches Bestiarium Matthes & Seitz; 349 Seiten; 38,00 Euro

Caspar Henderson:
Wahre Monster
Ein unglaubliches Bestiarium
Matthes & Seitz;
349 Seiten; 38,00 Euro

Spinnen, Reptilien und auch Viren sind Wunderwerke der Natur. Caspar Henderson widmet ihnen einen prächtig illustrierten Band: “Wahre Monster”, die aussehen wie mittelalterliche Dämonenfratzen.

Von Hilmar SchmundtSpON

An einem sonnigen Sommernachmittag saß der britische Journalist Caspar Henderson mit seiner Frau in einem Park. Er las das Buch “Einhorn, Sphinx und Salamander” des argentinischen Autors Jorge Luis Borges. Darüber schlief er ein und träumte: So ein Buch will ich auch schreiben!

Vier Jahren ist das her, nun erscheint sein Werk auf Deutsch – und tatsächlich: Es ist gelungen. Auch wenn er fast das Gegenteil seines Vorbildes gemacht hat. Während Borges in seinem “Buch der imaginären Wesen” 1957 Ausgeburten der Fantasie besingt, darunter doppelköpfige Schlangen, Engel und Dämonen, beschränkt sich Henderson strikt auf Fakten. In alphabetischer Reihenfolge schreibt er über Tiere wie Axolotl, Yetikrabbe oder Zebrabärbling. Doch die Fakten muten oft fantastischer an als jede Fiktion. “Wahre Monster” ist ein Kompendium des Staunens, eine literarische Wunderkammer der Biologie.

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„Reformationsgedenken zu sehr auf Luther zentriert“

ekd_reformation_magazin300Historiker kommentiert kirchliche und staatliche Gedenkaktivitäten zum Jubiläum 2017

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die kirchlichen und staatlichen Aktivitäten zum Reformationsjubiläum 2017 sind aus Historikersicht „ein Musterfall für das schwierige Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit“. In Ausstellungen, Tourismus-, Schul- und Musikprojekten werde die Erinnerung an die religiöse Erneuerungsbewegung sehr stark auf den Wittenberger Reformator Martin Luther (1483-1546) zugespitzt, schreibt Reformationshistoriker Prof. Dr. Matthias Pohlig vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ auf http://www.religion-und-politik.de. Dies sei einer der Gründe dafür, warum Reformationshistoriker ein Problem mit den Jubiläumsaktivitäten hätten.

„Gerade die Luther-Zentriertheit der Lutherdekade ist für eine historische Forschung, die sich seit Jahrzehnten bemüht, die sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche um 1500 zu beschreiben, ohne in die Falle einer Geschichte großer Männer zu tappen, ein Problem“, schreibt der Wissenschaftler in dem Beitrag „Vom Fremdeln mit dem Reformationsjubiläum 2017“. Während die Kirche die Identifikationspotenziale der Reformation suche und mit vielen Jubiläumsaktivitäten einem Bedürfnis nach Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung nachkomme, bemühten sich Historiker in kleinteiliger kulturhistorischer Forschung „um Dekonstruktion des allzu vertraut Scheinenden“. Die verbreitete Vorstellung von einem „Luther der Moderne, Vorkämpfer von Freiheit und Toleranz“ komme dabei nicht mehr in Frage, genauso wenig wie das im Rahmen der Lutherdekade diskutierte Gegenteil: „Luther ist eben auch nicht der Unmoderne, Repressive, der Intolerante.“

Prof. Pohlig erörtert in seinem Beitrag verschiedene Gründe, warum viele Historiker nach seiner Einschätzung „mit dem Jubiläumshype fremdeln“. So seien nicht-theologische Reformationshistoriker weniger institutionell und gedanklich in die evangelische Kirche integriert als Kirchenhistoriker und teilten insofern nicht das Ziel der Identitätsstiftung, das sich oft mit Jubiläen verbinde. Zudem sähen akademische Historiker in Formaten der Geschichtsvermittlung wie Dokudramas, Geschichtscomics oder historischen Events die Gefahr einer Verflachung oder Verfälschung. „Auswüchse der Lutherdekade“ seien etwa Luther-Raps und -songs bei YouTube, Ratgeberliteratur, kitschige Bücher mit Lutherzitaten oder das Aussenden von Schülern als „Lutherbotschafter“ in andere Länder. Auch darin liege das Fremdeln begründet.

Eine weitere Ursache sieht der Autor in der Skepsis vieler Historiker gegenüber der Rolle des public intellectuals, in die sich noch in den 1980er Jahren viele Fachkollegen gern begeben hätten. Die damalige „sozialhistorische Debattenfreudigkeit“ habe auch den Blick auf die Reformation geprägt: „Das letzte große Jubiläum, das Lutherjahr 1983 zum 500. Geburtstag des Reformators, stand ganz im Zeichen der erbitterten Ost-West-Systemkonkurrenz.“ Luther sei für Diskussionen über sich verändernde soziale und politische Strukturen und eine „frühbürgerliche Revolution“ herangezogen worden. Damit wurde dem Autor zufolge genau die Leitfrage behandelt, die auch zum Gedenken 2017 im Zentrum stehe: „Was hat Luther mit uns zu tun und was wir mit Luther?“ Heute hingegen sei „just zum Jubiläum weit und breit keine integrierende Perspektive zu sehen“. Wenn Kulturwissenschaftler sich zum Beispiel mit Ritualen um 1520 oder mit dem Verhältnis der Reformatoren zur Körperlichkeit beschäftigten, ließen sich kaum übergreifende Perspektiven generieren. „Eine solche integrierende, Kontroversen stimulierende Perspektive wäre aber nötig, wollte die akademische Reformationsforschung die inhaltlichen Leitlinien von 2017 umfassend mitprägen.“

Den Nutzen der Lutherdekade für die geschichtswissenschaftliche Forschung sieht Prof. Pohlig skeptisch. Zwar sei die Zahl der reformationshistorischen Konferenzen und Publikationen nun erheblich angestiegen. „In diesem Rahmen wird, so mein Eindruck, noch sorgloser als sonst Geld für zweifelhafte Tagungen und zusammenhanglose Sammelbände ausgegeben – ein Indiz für eine Eventisierung auch des Wissenschaftsbetriebs.“ Mit Blick auf den „im engeren Sinne wissenschaftlichen Ertrag“ sei das Reformationsjubiläum „irrelevant“.

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“MOVO”—das christliche Männermagazin

Mitte Oktober 2014 startet das neue christliche Männermagazin MOVO vom SCM Bundes-Verlag
Foto: SCM Bundes-Verlag / Montage: pro

„Männer lesen doch“. Davon ist der SCM Bundes-Verlag überzeugt und startet im Oktober eine christliche Zeitschrift, die sich vor allem an Männer richtet.

pro Medienmagazin

„Movo“ lautet der Name des neuen christlichen Männermagazins vom SCM Bundes-Verlag in Witten. Im Untertitel heißt es: „Was Männer bewegt. Was Männer bewegen.“

Ab Mitte Oktober soll das Heft vier Mal im Jahr erscheinen. Die Themen kreisen um Job, Technik, Wirtschaft, Sport, Glaube, Kirche, Ehe, Freundschaft, Familie, Psychologie und Wissenschaft, teilt der Verlag mit. Die erste Ausgabe von Movo werde mit einer Auflage von 250.000 Exemplaren im gesamten deutschsprachigen Raum über Multiplikatoren, christliche Buchhandlungen, (Kirchen-) Gemeinden, Vereine und Netzwerke vertrieben. Ein Jahres-Abonnement kostet 19,80 Euro. Dem Beirat des Magazins gehören 28 christliche Männer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an.

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Die Femitheistin will 90% der männlichen Bevölkerung für eine bessere Welt eliminieren

Die Femitheistin ist eine 22-jährige Kriminalwissenschafts-Studentin und Mutter eines 3-jährigen Kindes. 2012 wurde sie eines Tages wütend und ging ins Internet, um ihr brutales Konzept vom Internationalen Kastrationstag vorzustellen. Als sie sich ein paar Stunden später wieder einloggte, stellte sie fest, dass die männliche Hölle losgebrochen war.

Von Toby McCaskerVice.com

Ihr Argument war, dass wir nur mittels Reduzierung der männlichen Bevölkerung auf 1 bis 10 Prozent der jetzigen Zahl „wahre Gleichwertigkeit“ erreichen können.

Auch wenn sie den Internationalen Kastrationstag inzwischen als dumm abschreibt, im Internet war die Femitheistin jetzt kein unbeschriebenes Blatt mehr. Zwei Jahre später ist sie—je nachdem, wen du fragst—eine aufstrebende Anführerin eines Kults, eine eierzerquetschende Bösewichtin oder eine klar denkende Realistin. Heutzutage befürwortet sie immer noch die Verringerung der männlichen Bevölkerung und verursacht mit ihrer Website und ihrem Youtube-Kanal sowohl Empörung als auch Jubelschreie. Sie hat auch schon 200 Seiten ihres wahrscheinlich 700 Seiten langen Manifests verfasst, das die Philosophie des Femitheismus darlegen soll. Es trägt den vorläufigen Titel The Ratio (Das Verhältnis).

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„Wort und Wissen“ : Studiengemeinschaft kritisiert die Dominanz des Naturalismus

Studiengemeinschaft Wort + WissenKritik an dem in Bildung und Wissenschaft herrschenden Naturalismus hat die Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ geübt. Sie veranstaltete vom 19. bis 22. Juni ihre Hauptkonferenz in Rehe (Westerwald).

idea.de

Wie der Geschäftsführer, der Biologe Reinhard Junker (Baiersbronn/Schwarzwald), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, geht der Naturalismus davon aus, dass die Natur aus sich selbst heraus entstanden und zu verstehen sei. In dieser weltanschaulichen Festlegung sei kein Platz für einen Schöpfergott. Die Dominanz des Naturalismus führe dazu, dass jeder Bezug auf einen Schöpfer in der Naturwissenschaft verpönt sei. Viele Forscher bekennten sich nicht zu ihrem Glauben an Gott, weil sie befürchteten, in ihrer Arbeit als unwissenschaftlich abqualifiziert zu werden. Junker zufolge kann der Naturalismus aber auf viele zentrale Fragen keine Antworten geben. So könne er nicht begründen, woher die Ordnung der Welt und das geistige Potenzial des Menschen komme und wie sich Ethik und Moral erklären ließen. Junker kündigte an, dass die Studiengemeinschaft im August eine kritische Analyse des Naturalismus als Buch herausgeben werde. Der Vorsitzende von „Wort und Wissen“, der Arzt Henrik Ullrich (Riesa), kritisierte, dass diese Weltsicht die Wirklichkeit auf das rein sinnlich Erfahrbare sowie experimentell Messbare reduziere und dabei bewusst auf Gott verzichte:

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Säkularismus und Christentum in der EU

EuropaWas ist eigentlich ein “christliches Land”? Und was ist “christliche Politik”? Die EU, so die Papierform, ist ein christlich geprägter Staatenbund. Doch die Bedeutung der Religion wird in jedem einzelnen der 28 Mitgliedsstaaten anders bewertet.

domradio.de

Europa eine Seele zu geben – so lautet eines der erklärten Anliegen der in Brüssel vertretenen Religionsgemeinschaften. Und so gibt es auch seit Jahren einen “institutionalisierten Dialog” zwischen ihnen und den EU-Institutionen. Die “Religionspolitik” im eigentlichen Sinne entscheidet sich allerdings auf der Ebene der 28 Mitgliedstaaten – und dort sieht das europäische Tableau äußerst vielfältig aus

Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 270 Millionen von 500 Millionen EU-Bürgern sind Katholiken, zudem gibt es protestantisch und orthodox geprägte Mitgliedstaaten, Millionen Muslime, Juden, Hindus und Sikhs, die ihren Glauben in der EU leben.

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Impfungen: Die falsche Angst

Bild: dogspot.de

Überzeugte Impfgegner spinnen wilde Verschwörungstheorien. Sie verunsichern damit die Eltern und lenken von den eigentlichen Problemen der Immunisierung ab.

Von Moritz Gottsauner-WolfZEIT-ONLINE

Sie wollten Gerechtigkeit und bekamen Regen. An einem feuchten Samstag spazieren im vergangenen Jahr aufgebrachte Eltern in neongelben Warnwesten durch die Linzer Innenstadt. “Wie viele Kinder müssen noch behindert werden?”, steht auf ihren Transparenten oder: “Impfen gefährdet das Leben!” Die Mütter und Väter marschieren Hand in Hand mit ihren Kindern und sogar den Großeltern. Den Medien erzählen sie bereitwillig ihre Geschichten von schwerkranken und toten Kindern. “Meine Tochter ist mit sechs Monaten gegen Polio geimpft worden. Zwei Tage später hatte sie einen Status epilepticus und in der Folge einen Schlaganfall mit zehn Monaten”, sagt eine Mutter. Schuld daran soll die Impfung gewesen sein, darin sind sich alle einig.

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51% der US-Amerikaner zweifeln am Urknall

Fotomontage: brightsblog

Fotomontage: brightsblog

“Werte übertrumpfen Wissenschaft.” Eine Umfrage bestätigt das Primat der politischen und religiösen Anschauung bei der öffentlichen Einschätzung von Wissenschaft.

Von Thomas PanyTELEPOLIS

Von ExxonMobil und den Milliardärsbrüdern Koch, lange Zeit identifizierbare Geldgeber für Studien, die Skeptikern der anthropogenen globalen Erwärmung Argumente lieferten, erfuhr man Ende letzten Jahres, dass sie weniger sichtbare Mittel für sogenannte “Countermovement Organisationen” bereitstellen. Dafür sollen sich “Klimaskeptiker-Finanzhilfen” aus Organisationen mit obskuren Namen wie Donors Trust oder Donors Capital erheblich erhöht haben. Deren Geldgeber sind schwer oder gar nicht zu ermitteln.

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Evangelikaler Nahtod die 2. – Der Trip ins Himmelreich auf DVD

1a0a146bedNach dem Tod ist vor dem Tod.
War Eben Alexander im Himmel? Wirklich wissen kann das niemand. Der Neurochirurg aus Virginia erkrankte vor fünf Jahren an einer Hirnhautentzündung, die in den meisten Fällen tödlich endet. Doch anstatt für immer zu sterben, gelangte er in eine übernatürliche Welt und wurde wieder danach gesund. Nun zeigt ein Film ein zweistündiges Interview mit dem Mann, dessen Weltbild vollständig auf den Kopf gestellt wurde. Eine DVD-Rezension von Jörn Schumacher

pro Medienmagazin

Der Fall Eben Alexanders ist schon deswegen besonders, weil er 15 Jahre Professor für Neurochirurgie an der Harvard-Universität und ein international gefeierter Neurowissenschaftler war. Hätte ihm ein Patient in jenen Tagen erzählt, dass er nach einer schweren Hirnerkrankung Engeln und einem hellen Licht begegnet sei, hätte der Mediziner dies mit Sicherheit als Produkt seines im wahrsten Sinne kranken Gehirns abgetan.

Doch dann machte der Neurochirurg Alexander selbst eine Erfahrung, die sein wissenschaftliches Weltbild gründlich erschütterte. Im Jahr 2008 erkrankte er an einer bakteriellen Meningitis, die bei Erwachsenen äußerst selten ist und meistens tödlich verläuft. Am 10. November 2008 fiel er in ein tiefes Koma. Medizinisch gesehen betrug die Wahrscheinlichkeit, dies zu überleben, nur wenige Prozent. Dass Alexander heute noch lebt und nicht einmal Schäden von der Erkrankung davontrug, ist ein medizinisches Wunder. Alexander landete während des Komas in einer Welt, die von Licht und einer universellen göttlichen Liebe durchflutet war. Später schrieb er sein Erlebnis in dem Buch „Proof of Heaven“ („Blick in die Ewigkeit“) auf. Es war 35 Wochen auf der New York Times Bestseller-Liste.

Die DVD zeigt ein zweistündiges Interview mit Eben Alexander.

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“Wissenschaft ist kein Wächterrat”

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums

Forscher verlieren an Autorität, obwohl ihre Erkenntnisse unsere Zukunft prägen. Die Sehnsucht nach einfachen Antworten kann die Wissenschaft nicht stillen – die Esoterik scheinbar doch. Peter Strohschneider, Deutschlands mächtigster Wissenschaftsmanager, erklärt das schwierige Verhältnis von Gesellschaft und Wissenschaft.

Von Norbert LossauWELT am Sonntag

Von seinem schlichten Büro im zweiten Stock blickt Peter Strohschneider direkt auf den schönen Berliner Gendarmenmarkt. Als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) kennt er das komplexe Innenleben des Wissenschaftssystems so gut wie kaum ein anderer. Die DFG verteilt jährlich stolze 2,7 Milliarden Euro an Hochschulforscher. Diese Extraförderung, eine deutsche Besonderheit, unterliegt einer strengen Qualitätskontrolle. Im Interview erklärt der Professor für die deutsche Sprache des Mittelalters welchen Herausforderungen sich die Wissenschaft hierzulande in den kommenden Jahren stellen muss.

Welt am Sonntag:

Produziert die Wissenschaft nicht viel unnützes Wissen?

Peter Strohschneider:

Freilich gibt es nützlicheres und weniger nützliches Wissen in gleitenden Abstufungen. Was jedoch als nützlich oder unnütz angesehen wird, ist das Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, bei denen auch Wert- und Normkonflikte, Interessen- und Machtkonkurrenzen eine Rolle spielen. Es gibt keine absolute Relevanz, und die Gesellschaft muss sich von der Wissenschaft sagen lassen, dass sie gar nicht wissen könne, wie sich ihre Einschätzung von Relevanzen mit der Zeit verändern wird. Eine wesentliche Funktion von Wissenschaft besteht ja gerade darin, Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik nicht nur mit jenem Wissen auszustatten, dass diese bereits für relevant halten. Sie muss nicht zuletzt auch Wissen liefern, von dem man noch gar nicht weiß, ob es einmal relevant werden kann. Innovationen sind eben nicht-antizipiertes Wissen.

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Darwin und kein Ende – immer noch nicht…

Aktuelle Studien zum Verhalten von US-Amerikanern und EU-Bürgern zum Thema Wissenschaft erscheinen ziemlich erschreckend:

Von Prof.Dr. Reinhold LeinfelderAch du lieber Darwin!

Nach diesen Studien bezweifeln sogar 90% der US-Amerikaner die Evolutionstheorie und auch etwa 36% der Deutschen meinen, dass wir uns zu sehr auf die Wissenschaft und zu wenig auf den Glauben verlassen. Allerdings sagten bei einer aktuellen Umfrage der EU zu diesem Thema  laut Stuttgarter Zeitung aber auch “mehr als zwei Drittel .., dass sie Wissenschaft und Glaube für unabhängig halten oder für komplementär. Fast 40 Prozent der Befragten – auch der wissenschaftsnahen Probanden – finden, dass sich Wissenschaft und Glaube gegenseitig unterstützen könnten. Das mag sich irgendwann als Irrtum herausstellen, aber es zeigt doch einen verbreiteten Wunsch. …”

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Steampunk oder Wissenschaft? Das Rätsel um das unbekannte Technikfundstück in Augsburg ist gelöst

Bild: idw-online.de

Ein Gerät zur Landvermessung? Zur Messung elektromagnetischer Felder? Oder doch ein technischer Wolpertinger? Über 200 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben seit Juli 2013 gegrübelt, recherchiert und getüftelt, um dem Augsburger Technikfundstück sein Geheimnis zu entlocken. Am 25. Februar wurde das Rätsel aufgelöst und die zwei besten Erklärungen in Augsburg prämiert. Drei Schülerinnen des Holbein-Gymnasiums wurden für ihre kreativen Geschichten rund um das Gerät ausgezeichnet.

Von Christoph Uhlhaasacatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Der rund 150 Jahre alte Dachbodenfund des Augsburger Holbein-Gymnasiums war auch Wissenschaftlern ein Rätsel. Deshalb hatten die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das Deutsche Museum und das Gymnasium in einer Forscherausschreibung um Hinweise und Lösungsvorschläge aus der Bevölkerung gebeten.

Schüler des Augsburger Holbein Gymnasiums hatten im Frühjahr 2013 das Gerät aus der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Gemeinsam mit ihren Lehrern fahndeten sie nach seiner Funktion und Geschichte. „Unsere Schüler haben es sogar auf einer internationalen Konferenz vorgestellt. Aber auch die Experten konnten nicht helfen“, berichtete Herbert Schuhknecht, stellvertretender Schulleiter des Holbein-Gymnasiums. acatech, das Deutsche Museum und das Holbein-Gymnasium schrieben deshalb mit Unterstützung der MAN Gruppe ein Preisgeld von 1000 Euro aus und fragten: „Wer erklärt das unbekannte Technikfundstück?“. Medien von Hamburg bis Wien berichteten.

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