Ig-Nobelpreise 2018 verliehen

Der Ig-Nobelpreis soll erst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregen © Improbable Research
Erst lachen, dann nachdenken: Gestern Abend wurden die diesjährigen Ig-Nobelpreise verliehen – die Auszeichnung für skurrile, lustige, aber dennoch seriöse Forschung. Preise gab es unter anderem für Studien zum Achterbahnfahren gegen Nierensteine, Voodoo gegen tyrannische Chefs und Spucke als Reinigungsmittel. Ebenfalls preiswürdig war für die Jury die Erkenntnis, dass sich der Kannibalismus für unsere Vorfahren zumindest in puncto Nahrhaftigkeit nicht lohnte.

scinexx

Sie bringen Menschen erst zum Lachen, dann zum Nachdenken: Jedes Jahr im September werden in den USA die Ig-Nobelpreise verliehen. Mit ihnen werden Forschende ausgezeichnet, die sich der ungewöhnlichen, skurrilen und auch lustigen Seiten der Wissenschaft angenommen haben – aber mit durchaus seriösen Methoden und dem Ziel eines realen Wissensgewinns. Verliehen wird der Preis an der Harvard University in einer Zeremonie, bei der echte Nobelpreisträger die Preise übergeben.

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In Turkey, Darwin is being removed from textbooks

A copy of Darwin’s „Origin of Species“ in front of a stone bust of Charles Darwin at London’s Natural History Museum. Soon, references to the pioneering biologist and his theory of evolution will be removed from Turkish textbooks (SHAUN CURRY/AFP/Getty Image
Science education is being attacked in several countries at the same time, including right here in the good ol‘ U. S. of A.

By Brandon A. Weber | big think

The latest? The country of Turkey has banned the teaching of evolution and even the mention of natural selection and Charles Darwin from the biology textbooks of secondary school children. The law was passed to make such changes soon after an attempted political coup in 2016. Since that move, the country’s government has moved toward a much more authoritarian model—one that regards religious fundamentalism above science and schools. Erdogan’s government is also creating a massive refugee crisis as those who do not wish to live under sharia law escape the country, mainly to Greece.

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Kann man beweisen, dass Gott existiert?

Gott hat in der Wissenschaft nichts verloren. Oder? Ein Theologe erklärt, ob es einen Gottesbeweis gibt und wie sich die Suche danach verändert hat.

Von Jakob Simmank | ZEIT Campus

Wir glauben an die Wissenschaft. Daran, dass ein Wassermolekül aus zwei Atomen Wasserstoff und einem Atom Sauerstoff besteht und Meteorologen das Wetter besser vorhersagen als der Heubauer auf der Alm. Da ist kein Platz mehr für den Glauben an Gott. Oder?

In der Serie Jung und Gott gehen wir der Frage nach, wie wir heute glauben – und warum wir so wenig darüber sprechen. Dazu gehört auch die Frage, ob es Gott gibt, ob man seine Existenz beweisen oder widerlegen kann. Die Antwort kennt Dirk Evers. Er setzt sich als Theologieprofessor der Uni Halle-Wittenberg und Präsident der European Society for the Study of Theology and Science seit Jahren damit auseinander, ob Glaube und Wissenschaft vereinbar sind.

ZEIT Campus ONLINE: Herr Evers, der Anthropologe Robert J. Priest hat einmal gesagt: „Für Akademiker ist es ganz einfach, sich zu diskreditieren. Sie müssen nur sagen, dass sie religiös sind.“ Ist das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft wirklich so mies?

Dirk Evers: Mies würde ich nicht sagen. Eher: Zwischen der Naturwissenschaft und dem Glauben gibt es eine ungeheure Spannung. Der eine Wissenschaftler löst sie auf, indem Gott auch in seinem Privatleben keine Rolle mehr spielt. Für andere ist das gut miteinander vereinbar. Ein Beispiel: Der berühmte Physiker Michael Faraday war ein sehr frommer Mensch. Aber jeden Tag, wenn er betete, machte er die Tür zum Labor zu.

ZEIT Campus ONLINE: Warum?

Evers: Die Wissenschaft, vor allem die Naturwissenschaft,betrachtet die Wirklichkeit so, als gäbe es Gott nicht. Das ist eine methodische Grundannahme. Die rührt daher, dass sie sich nur auf das konzentriert, was man experimentell und empirisch überprüfen oder mathematisch modellieren kann. Da ist Gott raus. Wer versucht, Gott oder ein Wunder oder irgendwelche religiösen Zusammenhänge in der Naturwissenschaft unterzubringen, outet sich sofort als jemand, der nicht nach wissenschaftlichen Grundsätzen vorgeht.

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Künstliche Intelligenz: „Wir sind in Gegenwart einer gewaltigen Kreatur“

Die Euphorie der Aufbruchsstimmung zu den neuen Ufern des Internets trifft „Surfen“ viel besser als etwa Graben, Wühlen oder Navigieren. (Foto: Getty Images)
Künstliche Intelligenz verändert Wissenschaft und Technik. Klar. Aber was macht sie mit der Gesellschaft? Ingenieure, Künstler und Wissenschaftler kommen zu einer unausweichlichen Erkenntnis.

Von Adrian Kreye | Süddeutsche.de

Es ist gar nicht so verkehrt, in den „Märchen aus 1001 Nacht“ nach Erkenntnissen über die künstliche Intelligenz zu suchen. Der Schriftsteller Adam Thirlwell und die Literaturwissenschaftlerin Marina Warner, derzeit Präsidentin der Royal Society of Literature, taten das vergangene Woche im großen Saal des Londoner Rathauses. In der mächtigen Spiralkuppel mit Blick auf Themse und Tower Bridge trafen sich ein paar Dutzend Wissenschaftler, Ingenieure, Künstler und Schriftsteller, um nach schlüssigen Bildern für die künstliche Intelligenz zu suchen.

Da saßen die beiden also im architektonisch hochwertig gleißenden Herbstlicht und machten sich öffentlich Gedanken darüber, ob der morgenländische Märchengeist Dschinn, dieser dienstbare Wunscherfüller aus rauchlosem Feuer, nicht das perfekte Sinnbild für jene digitalen Kräfte sei, die derzeit überall entfesselt werden. Nicht nur könnte man das digitale Lodern als zeitgenössisches Bild für das rauchfreie Feuer sehen, es stellt sich auch die Frage nach der Beherrschbarkeit dieses eigentlich aufmüpfigen Flaschengeistes. Wer ihn aus seiner gottgewollten Gefangenschaft befreit, ahnt erst einmal nicht, was Dschinns Zauberkräfte alles anrichten könnten.

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Gedankenaustausch mit Harald Lesch zu Physik und Gott

Ein Gespräch zwischen dem Astrophysiker Professor Dr. Harald Lesch, München, und Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang über Grenzfragen naturwissenschaftlicher Forschung ist Auftakt zur neuen Video-Reihe „Akademiegespräche“ der Evangelischen Akademie im Rheinland.

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Prominente auf dem Kirchentag – Dodo-Treffen

Auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag werden zahlreiche prominente Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Kirche erwartet.

evangelisch.de

So wird der ehemalige US-Präsident BARACK OBAMA am 25. Mai mit Bundeskanzlerin ANGELA MERKEL vor dem Brandenburger Tor zum Thema „Engagiert Demokratie gestalten – Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen“ diskutieren. Ebenfalls aus den USA reist MELINDA GATES an, Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates. Sie spricht am 25. Mai darüber, wie Armut auf der Welt wirksam verringert werden kann.

Außenminister SIGMAR GABRIEL können Besucher am 26. Mai in einer Diskussion über deutsche Außenpolitik in Zeiten des Umbruchs erleben. SPD-Kanzlerkandidat MARTIN SCHULZ spricht am selben Tag über „Glaubwürdigkeit in der globalen Gesellschaft“. Bundespräsident FRANK-WALTER STEINMEIER referiert am 27. Mai zum Thema „Ist die Vernunft noch zu retten? Verantwortliches Handeln in den Gegenwart“. Er spricht zudem am 28. Mai ein Grußwort nach dem Festgottesdienst in Wittenberg.

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Vom Glauben der Ungläubigen

Eine Gläubige in Colombo wartet auf Papst Franziskus bei dessen Besuch in Sri Lanka. (Bild: Alessandra Tarantino / AP)
Die Kirchen schrumpfen, die Zahl der Nicht-Religiösen wächst, die Atheisten organisieren sich. Und doch geht das Gespenst des Christentums um. Oder war es gar nie weg?

Von Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

An Weihnachten jubiliert der Christ und leidet der Atheist. Auf Schritt und Tritt stösst er auf den Gottessohn in der Krippe. Ostern sind besser: Da geht auch die Atheistin Eier suchen, isst Schokoladenhasen und freut sich an Fruchtbarkeit und Frühlingserwachen. Das heidnische Kirchenfest bietet allen einen spirituellen Mehrwert. Und der Atheist bemerkt einmal mehr, dass auch die Christin die komplexe Bibelgeschichte nicht kapiert, die in die pfingstliche «Ausgiessung des Heiligen Geistes» mündet.

Ist die westliche Kultur noch christlich geprägt oder nicht mehr, steuern wir auf einen gottlosen Zustand zu? Dies vermutet die sogenannte Säkularisierungstheorie der Religionssoziologie: Seit dem Mittelalter emanzipiere sich die Gesellschaft zunehmend von der Kontrolle durch die Kirchen und von der Religion. In der Tat ist die christliche Religion, die noch vor ein paar hundert Jahren die europäische Welt fast lückenlos umspannte und das Denken durchdrang, in der Moderne in einen Sonderbereich abgedrängt worden – neben den Bereichen Recht, Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft.

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Bundesrichter setzen sich Grenzen

© dpa Die Richter am Bundesfinanzhof gehören unter den Bundesrichtern zu den Topverdienern.
Der Druck auf die Richter wächst seit Monaten. Nun haben sich auch die Juristen am Bundesfinanzhof Regeln verordnet, wie mit lukrativen Nebenjobs umzugehen ist.

Von Hendrik Wieduwilt | Frankfurter Allgemeine

Die Richterschaft setzt Zeichen: Seit Monaten läuft eine Debatte um die Grenzen für richterliche Nebentätigkeiten und Wohlverhaltensregeln nach einem etwaigen Wechsel in die private Wirtschaft. Nun haben sich nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch die Juristen am Bundesfinanzhof (BFH) ein paar Regeln vor Augen geführt – sie gehören unter den Bundesrichtern zu den Topverdienern.

Den „Hinweisen zum Nebentätigkeitsrecht“ zu Folge müssen die Richter insbesondere dann auf der Hut sein, wenn ihre Vorträge und Publikationen den Hauptberuf beeinträchtigen. Rechtlich ist das eine Binsenweisheit – doch nun gibt der BFH seinen Robenträgern erstmals eine rote Linie vor. Kurz: Geprüft wird, wer wegen seiner Nebenjobs hinterherhinkt. Genauer: Wenn ein Richter weniger als die Hälfte der Revisionen in einem Jahr erledigt als der Durchschnitt aller Richter sowie der Mitglieder seines Senats, sei eine Prüfung „angezeigt“, ob eine Dienstpflichtverletzung wegen Vernachlässigung der Amtsgeschäfte vorliege.

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Warum Theologen Atheisten nicht verstehen

Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. (imago / epd-bild /Rolf Zoellner )
Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. (imago / epd-bild /Rolf Zoellner )
Christina Aus der Au, Präsidentin des Evangelischen Kirchentages, sprach in Erfurt über die Vereinbarkeit von Glauben und Wissenschaft. Am liebsten wäre sie mit Atheisten ins Gespräch gekommen, doch die gaben sich nicht zu erkennen.

Von Henry Bernhard | Deutschlandfunk

Christina Aus der Au möchte sich nicht langweilen. Als Theologin und Präsidentin des diesjährigen evangelischen Kirchentages ist sie es gewohnt, zu den bereits Getauften und Bekehrten zu predigen. Auf die Frage aber, vor welchem Publikum sie es aufregender findet, über das Grenzgebiet zwischen Glaube und Wissen zu referieren, muss sie in ihrer Eigenschaft als Philosophin gestehen:

„Ich glaube, ich würde sagen: vor Atheisten! Weil, meine Erfahrung ist, dass Christinnen und Christen, die nicken relativ schnell, die finden sich relativ schnell wieder. Atheisten, Atheistinnen müssen sich auf dieses Verständnis von Glauben einlassen, was sie ja selber gar nicht kennen. Und von daher: Wenn es überzeugend ist, dann müsste es auch vor Atheisten überzeugend sein. Fände ich spannender.“

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Gysi hält Kanzelrede in Leipzig: „Keine Moral ohne die Kirchen“

Gregor Gysi. Bild: FB
Gregor Gysi. Bild: FB

„Krieg und Frieden“ im Zeichen des Reformationsjubiläum: Zu dem Thema hat der Politiker Gregor Gysi am Sonntag in der Michaeliskirche in Leipzig referiert. Im domradio.de-Interview erklärt der Atheist, warum Religion für uns so wichtig ist.

domradio.de

domradio.de: Ihr Thema in der Michaeliskirche war „Krieg und Frieden“. Da denkt man im Moment schnell an islamistischen Terrorismus. Wo sehen Sie in dem Zusammenhang die Rolle von Religion?

Gregor Gysi (Mitglied des Bundestags, Die Linke, Vorsitzender der Europäischen Linken): Ich habe versucht zu erklären, weshalb Religion und Kirchen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Ich habe – obwohl ich selbst nicht an Gott glaube – versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen. Die Linke konnte das mal, aber seit dem Scheitern des Staatssozialismus kann sie zwar Moralnormen aufstellen, die sind dann nur nicht allgemeinverbindlich. Der Kapitalismus ist auf Konkurrenz aus, das heißt, für den einen ist es besser, wenn der andere pleitegeht; auch das hat alles wenig mit Moral zu tun. Wenn wir also die Kirchen und die Religionsgemeinschaften nicht hätten, gäbe es keine verbindliche Moral. Über dieses Bild kann man sich dann auch dem Thema „Frieden und Krieg“ nähern. Dazu habe ich den Römerbrief aus Kapitel 12 ausgesucht und die Verse 17 bis 21 vorgelesen.

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Kernphysiker: ‚Es gibt eine Logik, die die Welt leitet‘

Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Italienischer Kernphysiker Zichichi gegenüber Radio Vatikan: Wissenschaft und Glauben kein Widerspruch – Britischer Astrophysiker Hawking glaubt an keinen göttlichen Schöpfungsakt – Beide Wissenschaftler vom Papst empfangen

kath.net

„Es gibt eine Logik, die die Welt leitet. Wenn diese Logik nicht existieren würde, hätte ich rein gar nichts entdecken können.“ Das hat der italienische Kernphysiker Antonino Zichichi, Teilnehmer der laufenden Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, im Gespräch mit Radio Vatikan erklärt. Der ehemalige Präsident des italienischen nationalen Institutes für Kernphysik ist bekennender Katholik; Wissenschaft und Glauben stellen für ihn keinen Widerspruch dar.

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Kamerun: Stammesreligions-Integralisten zerstören Bergkreuz

Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun - REUTERS
Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun – REUTERS
Integralisten, die für eine Rückkehr zu den Stammesreligionen eintreten, haben das Holzkreuz auf dem Berg Ngock Lituba zerstört. Wie die in Kamerun erscheinende Tageszeitung „Le Messager“ berichtet, führen Mitglieder des Bassa-Stammes seit mehreren Monaten Angriffe durch, da er keine andere Religion neben der Stammesreligion tolerieren will.

Radio Vatikan

Die Zerstörung des Kreuzes auf dem Berg Ngock Lituba ist von symbolischer Bedeutung, weil der Berg als heilige Stätte der Stammesreligion betrachtet wird und viele die Aufstellung eines Kreuzes an diesem Ort abgelehnt hatten. Die neue Bewegung will nach Angeben der einheimischen Presse aber auch Kultstätten wie Kirchen und Moscheen zerstören, die in den vom Bassa-Volk bewohnten Gebieten gebaut wurden. Außerdem sollen alle Symbole entfernt werden, die für die westliche Kultur stehen, und durch Symbole der Stammestradition ersetzen werden.

„Le Messager“ befürchtet, dass auch das westlich geprägte Bildungssystem in Kamerun und die Werte der Philosophie, Wissenschaft, Religionsfreiheit sowie die säkulare Staatsform in Frage gestellt werden.

 

Staat und Frömmigkeit: Religion im Hinterhof

„Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix, 1830. Historiker verweisen darauf, dass die Marianne mit entblößter Brust – anders als es dieser Tage Frankreichs Premierminister nahelegte – im 19. Jahrhundert kein Kommentar zu einer bevorzugten Kleiderordnung war, sondern eine nationale Allegorie. (Foto: oh)
Warum streitet Frankreich so erbittert über den Burkini? Und was bedeutet eigentlich Laizismus? Der Hintergrund sind die Kulturkämpfe, die Europa früher schon einmal ausgefochten hat – gegen die katholische Kirche.

Von Gustav Seibt | Süddeutsche.de

Geistliche sollen erst predigen dürfen, nachdem sie ein „Kulturexamen“ zu Philosophie, Geschichte und deutscher Literatur abgelegt haben. Ihre Predigten werden politisch überwacht. Wer gegen den Staat hetzt, wird verhaftet. In den Gemeinden geschlossene Ehen sollen nicht mehr gültig sein, sondern vom Staat registriert werden. Religiöse Umzüge gelten als „Ruhestörung“, gar als Herausforderung der Leitkultur. Erhitzte Patrioten dringen mit Holzlatten in Kulträume, um sich mit Betenden zu prügeln. Verdächtiges Schrifttum wird beschlagnahmt. Religiöse Symbole werden aus dem öffentlichen Raum verbannt.

Sind das Maßnahmen heutiger Regierungen gegen islamische Parallelwelten? Man muss Spitzel in die religiösen Gemeinschaften einschleusen, zu verdächtig sind sie. Sagt das der Verfassungsschutz? Man sollte die Kinder dieser Frommen in staatliche Schulen schicken, um ihnen moderne Staatsgrundsätze und fortschrittliche Wissenschaft beizubringen – wer will das? Heinz Buschkowski und Monika Maron? Die geistlichen Gerichte sind ein Ärgernis, niemand weiß, was in ihnen vorgeht – sagt das Necla Kelek? Sogar eine eigene Presse haben diese gefährlichen Frommen – wer sind ihre Finanziers? Ein fernes Priesterregime im Ausland steuert sie!

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Der Dummheit eine Gasse

Kardinal Peter Turkson, Bild: Radio Vatikan
Wissenschaft kann Realität erklären, für den Wandel braucht es aber Motivation, und hier kann Religion einen wesentlichen Beitrag leisten: Kardinal Peter Turkson sprach an diesem Montag in Stockholm über das Thema „Glaube und Entwicklung“, anlässlich des bevorstehenden Weltgebetstages für die Schöpfung an diesem Donnerstag ging er auf die Papstenzyklika Laudato Si’ ein und auf die Hilfen, die Religion im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen beim aktiven Schutz für die Umwelt leisten können.

Radio Vatikan

Warum sollten mich die negativen Nachrichten über Arbeitslosigkeit, Korruption, Wassermangel, Umweltschäden und Ähnliches betreffen? Wissenschaft allein könne darauf keine Antwort geben, „jede rein technische Lösung ist machtlos“, so der Kardinal, der im Vatikan für die Themen Gerechtigkeit und Frieden zuständig ist.

Wandel ist ohne die Motivation dazu unmöglich, und hierbei könne Glaube und Spiritualität eine große Rolle spielen, zeigt sich der Kardinal überzeugt. Glaube zeige eine komplexe Vision des Menschen, er betrachte ihn nicht nur als Konsumenten oder Humankapital.

 

Wie sich Gott und die Wissenschaft vertragen

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Das Verhältnis von Religion und Wissenschaft ist nicht immer ohne Probleme. Auf den Universitäten macht sich das Spannungsfeld vor allem in den theologischen Studien bemerkbar – bei den Inhalten und bei der Personalauswahl.

Von Erich Kocina | Die Presse.com

Glauben gehört in die Kirche, Wissen auf die Universität – es wäre ein grobe Vereinfachung, diesen Satz einfach so stehen zu lassen. Doch tatsächlich stehen Religion und Wissenschaft in einem gewissen Spannungsfeld. Dann nämlich, wenn es um das Verhältnis der beiden zueinander geht. Wie sehr soll etwa die Religion in einer wissenschaftlichen Einrichtung mitbestimmen können? Eine Frage, die sich vor allem bei den theologischen Studien stellt – und genau darüber wird heute, Mittwoch, auch in Alpbach diskutiert. Vertreter von Universitäten, Religionsgemeinschaften und Bund sprechen über „Universitätsautonomie und Theologien“.

Nur ist die Theologie überhaupt eine Wissenschaft? „Natürlich“, sagt Oliver Henhapel, Leiter des Kultusamts im Bundeskanzleramt. „Letztlich geht es um Textinterpretation und historische Interpretation.“ Und natürlich haben theologische Studien auch eine spirituelle Dimension. Relevanter sei aber die Frage, wie sich die Freiheit der Wissenschaft und die Freiheit der Religion gegenüberstehen. Praktisch herunterbrechen lässt sich das auf die Frage der Autonomie, die die Theologie an der Uni von ihrer Religionsgesellschaft hat bzw. wie stark sie an sie rückgebunden ist.

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Noch keine Abtrittgrube fürs Atomklo

Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Zwei Jahre hat die Endlager-Kommission über die Suche nach einem Standort für den Atom-Müll beraten. Ihre Arbeit sollte die bisher erbittert geführte Debatte auch befrieden. Der heftige Protest gegen das Ergebnis lässt diesen Wunsch noch offen.

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

„Atommüll-Kommission am Ende. Konflikte ungelöst“: Bürgerinitiativen hatten ihr Fazit der Arbeit der Kommission zur Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll auf ein Banner gedruckt. Mehrere Dutzend Demonstranten waren am Dienstag mit Traktoren vor das Haus der Bundespressekonferenz in Berlin gezogen, wo der Abschlussbericht des vom Bundestag eingesetzten Gremiums vorgestellt wurde.

Die Kommission sollte Kriterien für ein Endlager formulieren und ein Verfahren zur Auswahl eines Standorts vorschlagen. Besetzt mit Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft sowie Politikern aus Bund und Ländern sollte sie einen möglichst breiten Konsens erzielen. Doch Umweltverbände und Initiativen laufen Sturm. Besonders stört sie, dass der umstrittene Standort Gorleben nicht endgültig verworfen wurde.

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Paul Kurtz: Leben ohne Religion – Eupraxophie

Paul Kurtz: Leben ohne Religion - Eupraxophie
Paul Kurtz: Leben ohne Religion – Eupraxophie

Mit diesem Buch wird Paul Kurtz, Amerikas prominentester Aufklärer in Sachen Humanistische Philosophie, dem deutschsprachigen Publikum in leicht verständlicher Form vorgestellt.

Angelika Lenz Verlag

Der Ausdruck Eupraxophie, wie im Untertitel genannt, ist eine neue Wortschöpfung, die sich aus den griechischen Wurzeln eu (gut), praxis (Praxis) und sophie (philosophische und wissenschaftliche Weisheit) zusammensetzt. Eupraxophie bedeutet wörtlich „gute Führung und Weisheit im Leben“. Eupraxophie stützt sich auf die Fachgebiete der Wissenschaft, Philosophie und Ethik. Trotzdem ist sie mehr, als die Einzelbestandteile vermuten lassen. Eupraxophie drückt im Gegensatz zur Philosophie mehr als eine intellektuelle Haltung bezüglich der Natur des Universums aus, und auf den Menschen bezogen, wie er sein Leben in Beindung und mit Hingabe leben kann.

 So wird ein kosmischer Ausblick mit einem Lebensentwurf, oder anders gesagt, einem Konzept fürs Leben, verbunden. Kurtz behauptet, dass der Eupraxoph ein sinnvolles Leben führen kann, und dass er mit helfen kann, eine gerechte Gesellschaft zu bekommen. In den auf die Praxis ausgerichteten Teilen seiner Schrift gibt der Autor handfeste Empfehlungen für die Entwicklung des Humanismus der Zukunft. Er beschreibt genau, wie humanistische Zentren aussehen könnten, wie sie arbeiten würden, welche Möglichkeiten man hätte, sich in ihnen weiterzubilden, zu entspannen, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu pflegen und vieles andere mehr.

Außer „Leben ohne Religion – Eupraxophie“ hat der Angelika Lenz Verlag von Paul Kurtz noch „Verbotene Früchte – Ethik des Humanismus“ ins Deutsche übersetzt. Die beiden Titel sind Antworten auf theistische Kritik am modernen säkularen Humanismus.
Paul Kurtz war Professor für Philosophie an der Staatsuniversität von New York in Buffalo, er war der Herausgeber des Magazins Free Inquiry, Gründungsvorsitzender des Komitees für wissenschaftliche Untersuchung von Behauptungen bezüglich paranormaler Phänomene (Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal [CSICOP]) und Co-Präsident der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union.

www.lenz-verlag.de/p_d-Humanistische_Ethik-Leben_ohne_Rel…

Papst: „Wissenschaft vereint Religionen“

Die Sternwarte in Castelgandolfo – AFP
Die Wissenschaft vereint verschiedene Religionen und Kulturen, denn alle Menschen haben die gleiche Neugier auf die Welt. Davon ist Papst Franziskus überzeugt, er sprach am Samstag zu Astronomen, die an einer Sommerschule an der Vatikanischen Sternwarte teilnehmen.

Radio Vatikan

„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel und sind alle bewegt von der Schönheit, die im Kosmos sichtbar wird, und die sich auch in unseren Studien über die Himmelskörper widerspiegelt. Somit sind wir vereint in unserem Wunsch, die Wahrheit über dieses wunderbare Universum herauszufinden und uns dem Schöpfer immer weiter anzunähern.“

Das Thema der diesjährigen Sommerschule ist „Wasser im Sonnensystem und darüber hinaus“. Wasser spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und chemischen Entwicklung von Kometen, Asteroiden und Planeten, sowie natürlich auch für das Leben selbst. „Wir alle wissen, wie essenziell Wasser auf dieser Erde ist“, so der Papst. „Für das Leben, für uns Menschen, für die Arbeit. Von den kleinsten Schneeflocken hin zu den großen Wasserfällen, von Seen zu Flüssen und Ozeanen, das Wasser fasziniert uns mit seiner Kraft und zugleich mit seiner Ergebenheit. Die großen Zivilisationen nahmen ihren Anfang an den Flüssen und auch heute ist der Zugang zu sauberem Wasser eine Frage der Gerechtigkeit für alle Menschen, gleich ob arm oder reich.“

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Dodo Lütz sieht Gott grammatikalisch im Futur II

Manfred_LützDer Einstieg ist vielversprechend. Manfred Lütz geht es darum, die Menschen wieder ungläubig werden zu lassen. Sonst würde sein Vortrag über „Die Werte, die Wahrheit und das Glück“ wenig Sinn machen: Wenn das reichlich vorhandene Publikum im Pfarrsaal von St. Peter und Paul bereits restlos mit sich, Gott und der Welt im Einklang wäre. „Stellen Sie sich vor, Sie wären Atheist“, lockt der 62-jährige Rheinländer, und beruhigt die anwesenden Gläubigen wieder: „Am Ende des Vortrags können Sie wieder Christ werden.“

Von Uwe Eichler | MAIN POST

Aber auch Atheisten und Agnostiker dürfen entspannen: Es ist kein eifernder Laienprediger, der hier auf Einladung von Pfarrer Frank Sommerhoff durch einen ebenso amüsanten wie informativen Abend führt, rund um die zentrale Frage: „Existiert Gott, oder existiert er nicht?“ Am Pult steht ein hochkarätiger katholischer Theologe, lange Zeit Hausarzt des „Deutschen Friedhofs“ des Vatikan, nunmehr Leiter der Psychiatrischen Klinik der Alexianer in Köln. Außerdem Kirchenkabarettist und Autor von Büchern wie „Irre! Wir therapieren die Falschen“, „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“ oder eben „Gott.

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