Kernphysiker: ‚Es gibt eine Logik, die die Welt leitet‘

Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Italienischer Kernphysiker Zichichi gegenüber Radio Vatikan: Wissenschaft und Glauben kein Widerspruch – Britischer Astrophysiker Hawking glaubt an keinen göttlichen Schöpfungsakt – Beide Wissenschaftler vom Papst empfangen

kath.net

„Es gibt eine Logik, die die Welt leitet. Wenn diese Logik nicht existieren würde, hätte ich rein gar nichts entdecken können.“ Das hat der italienische Kernphysiker Antonino Zichichi, Teilnehmer der laufenden Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, im Gespräch mit Radio Vatikan erklärt. Der ehemalige Präsident des italienischen nationalen Institutes für Kernphysik ist bekennender Katholik; Wissenschaft und Glauben stellen für ihn keinen Widerspruch dar.

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Kamerun: Stammesreligions-Integralisten zerstören Bergkreuz

Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun - REUTERS
Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun – REUTERS
Integralisten, die für eine Rückkehr zu den Stammesreligionen eintreten, haben das Holzkreuz auf dem Berg Ngock Lituba zerstört. Wie die in Kamerun erscheinende Tageszeitung „Le Messager“ berichtet, führen Mitglieder des Bassa-Stammes seit mehreren Monaten Angriffe durch, da er keine andere Religion neben der Stammesreligion tolerieren will.

Radio Vatikan

Die Zerstörung des Kreuzes auf dem Berg Ngock Lituba ist von symbolischer Bedeutung, weil der Berg als heilige Stätte der Stammesreligion betrachtet wird und viele die Aufstellung eines Kreuzes an diesem Ort abgelehnt hatten. Die neue Bewegung will nach Angeben der einheimischen Presse aber auch Kultstätten wie Kirchen und Moscheen zerstören, die in den vom Bassa-Volk bewohnten Gebieten gebaut wurden. Außerdem sollen alle Symbole entfernt werden, die für die westliche Kultur stehen, und durch Symbole der Stammestradition ersetzen werden.

„Le Messager“ befürchtet, dass auch das westlich geprägte Bildungssystem in Kamerun und die Werte der Philosophie, Wissenschaft, Religionsfreiheit sowie die säkulare Staatsform in Frage gestellt werden.

 

Staat und Frömmigkeit: Religion im Hinterhof

„Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix, 1830. Historiker verweisen darauf, dass die Marianne mit entblößter Brust – anders als es dieser Tage Frankreichs Premierminister nahelegte – im 19. Jahrhundert kein Kommentar zu einer bevorzugten Kleiderordnung war, sondern eine nationale Allegorie. (Foto: oh)
Warum streitet Frankreich so erbittert über den Burkini? Und was bedeutet eigentlich Laizismus? Der Hintergrund sind die Kulturkämpfe, die Europa früher schon einmal ausgefochten hat – gegen die katholische Kirche.

Von Gustav Seibt | Süddeutsche.de

Geistliche sollen erst predigen dürfen, nachdem sie ein „Kulturexamen“ zu Philosophie, Geschichte und deutscher Literatur abgelegt haben. Ihre Predigten werden politisch überwacht. Wer gegen den Staat hetzt, wird verhaftet. In den Gemeinden geschlossene Ehen sollen nicht mehr gültig sein, sondern vom Staat registriert werden. Religiöse Umzüge gelten als „Ruhestörung“, gar als Herausforderung der Leitkultur. Erhitzte Patrioten dringen mit Holzlatten in Kulträume, um sich mit Betenden zu prügeln. Verdächtiges Schrifttum wird beschlagnahmt. Religiöse Symbole werden aus dem öffentlichen Raum verbannt.

Sind das Maßnahmen heutiger Regierungen gegen islamische Parallelwelten? Man muss Spitzel in die religiösen Gemeinschaften einschleusen, zu verdächtig sind sie. Sagt das der Verfassungsschutz? Man sollte die Kinder dieser Frommen in staatliche Schulen schicken, um ihnen moderne Staatsgrundsätze und fortschrittliche Wissenschaft beizubringen – wer will das? Heinz Buschkowski und Monika Maron? Die geistlichen Gerichte sind ein Ärgernis, niemand weiß, was in ihnen vorgeht – sagt das Necla Kelek? Sogar eine eigene Presse haben diese gefährlichen Frommen – wer sind ihre Finanziers? Ein fernes Priesterregime im Ausland steuert sie!

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Der Dummheit eine Gasse

Kardinal Peter Turkson, Bild: Radio Vatikan
Wissenschaft kann Realität erklären, für den Wandel braucht es aber Motivation, und hier kann Religion einen wesentlichen Beitrag leisten: Kardinal Peter Turkson sprach an diesem Montag in Stockholm über das Thema „Glaube und Entwicklung“, anlässlich des bevorstehenden Weltgebetstages für die Schöpfung an diesem Donnerstag ging er auf die Papstenzyklika Laudato Si’ ein und auf die Hilfen, die Religion im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen beim aktiven Schutz für die Umwelt leisten können.

Radio Vatikan

Warum sollten mich die negativen Nachrichten über Arbeitslosigkeit, Korruption, Wassermangel, Umweltschäden und Ähnliches betreffen? Wissenschaft allein könne darauf keine Antwort geben, „jede rein technische Lösung ist machtlos“, so der Kardinal, der im Vatikan für die Themen Gerechtigkeit und Frieden zuständig ist.

Wandel ist ohne die Motivation dazu unmöglich, und hierbei könne Glaube und Spiritualität eine große Rolle spielen, zeigt sich der Kardinal überzeugt. Glaube zeige eine komplexe Vision des Menschen, er betrachte ihn nicht nur als Konsumenten oder Humankapital.

 

Wie sich Gott und die Wissenschaft vertragen

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Das Verhältnis von Religion und Wissenschaft ist nicht immer ohne Probleme. Auf den Universitäten macht sich das Spannungsfeld vor allem in den theologischen Studien bemerkbar – bei den Inhalten und bei der Personalauswahl.

Von Erich Kocina | Die Presse.com

Glauben gehört in die Kirche, Wissen auf die Universität – es wäre ein grobe Vereinfachung, diesen Satz einfach so stehen zu lassen. Doch tatsächlich stehen Religion und Wissenschaft in einem gewissen Spannungsfeld. Dann nämlich, wenn es um das Verhältnis der beiden zueinander geht. Wie sehr soll etwa die Religion in einer wissenschaftlichen Einrichtung mitbestimmen können? Eine Frage, die sich vor allem bei den theologischen Studien stellt – und genau darüber wird heute, Mittwoch, auch in Alpbach diskutiert. Vertreter von Universitäten, Religionsgemeinschaften und Bund sprechen über „Universitätsautonomie und Theologien“.

Nur ist die Theologie überhaupt eine Wissenschaft? „Natürlich“, sagt Oliver Henhapel, Leiter des Kultusamts im Bundeskanzleramt. „Letztlich geht es um Textinterpretation und historische Interpretation.“ Und natürlich haben theologische Studien auch eine spirituelle Dimension. Relevanter sei aber die Frage, wie sich die Freiheit der Wissenschaft und die Freiheit der Religion gegenüberstehen. Praktisch herunterbrechen lässt sich das auf die Frage der Autonomie, die die Theologie an der Uni von ihrer Religionsgesellschaft hat bzw. wie stark sie an sie rückgebunden ist.

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Noch keine Abtrittgrube fürs Atomklo

Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Zwei Jahre hat die Endlager-Kommission über die Suche nach einem Standort für den Atom-Müll beraten. Ihre Arbeit sollte die bisher erbittert geführte Debatte auch befrieden. Der heftige Protest gegen das Ergebnis lässt diesen Wunsch noch offen.

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

„Atommüll-Kommission am Ende. Konflikte ungelöst“: Bürgerinitiativen hatten ihr Fazit der Arbeit der Kommission zur Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll auf ein Banner gedruckt. Mehrere Dutzend Demonstranten waren am Dienstag mit Traktoren vor das Haus der Bundespressekonferenz in Berlin gezogen, wo der Abschlussbericht des vom Bundestag eingesetzten Gremiums vorgestellt wurde.

Die Kommission sollte Kriterien für ein Endlager formulieren und ein Verfahren zur Auswahl eines Standorts vorschlagen. Besetzt mit Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft sowie Politikern aus Bund und Ländern sollte sie einen möglichst breiten Konsens erzielen. Doch Umweltverbände und Initiativen laufen Sturm. Besonders stört sie, dass der umstrittene Standort Gorleben nicht endgültig verworfen wurde.

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Paul Kurtz: Leben ohne Religion – Eupraxophie

Paul Kurtz: Leben ohne Religion - Eupraxophie
Paul Kurtz: Leben ohne Religion – Eupraxophie

Mit diesem Buch wird Paul Kurtz, Amerikas prominentester Aufklärer in Sachen Humanistische Philosophie, dem deutschsprachigen Publikum in leicht verständlicher Form vorgestellt.

Angelika Lenz Verlag

Der Ausdruck Eupraxophie, wie im Untertitel genannt, ist eine neue Wortschöpfung, die sich aus den griechischen Wurzeln eu (gut), praxis (Praxis) und sophie (philosophische und wissenschaftliche Weisheit) zusammensetzt. Eupraxophie bedeutet wörtlich „gute Führung und Weisheit im Leben“. Eupraxophie stützt sich auf die Fachgebiete der Wissenschaft, Philosophie und Ethik. Trotzdem ist sie mehr, als die Einzelbestandteile vermuten lassen. Eupraxophie drückt im Gegensatz zur Philosophie mehr als eine intellektuelle Haltung bezüglich der Natur des Universums aus, und auf den Menschen bezogen, wie er sein Leben in Beindung und mit Hingabe leben kann.

 So wird ein kosmischer Ausblick mit einem Lebensentwurf, oder anders gesagt, einem Konzept fürs Leben, verbunden. Kurtz behauptet, dass der Eupraxoph ein sinnvolles Leben führen kann, und dass er mit helfen kann, eine gerechte Gesellschaft zu bekommen. In den auf die Praxis ausgerichteten Teilen seiner Schrift gibt der Autor handfeste Empfehlungen für die Entwicklung des Humanismus der Zukunft. Er beschreibt genau, wie humanistische Zentren aussehen könnten, wie sie arbeiten würden, welche Möglichkeiten man hätte, sich in ihnen weiterzubilden, zu entspannen, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu pflegen und vieles andere mehr.

Außer „Leben ohne Religion – Eupraxophie“ hat der Angelika Lenz Verlag von Paul Kurtz noch „Verbotene Früchte – Ethik des Humanismus“ ins Deutsche übersetzt. Die beiden Titel sind Antworten auf theistische Kritik am modernen säkularen Humanismus.
Paul Kurtz war Professor für Philosophie an der Staatsuniversität von New York in Buffalo, er war der Herausgeber des Magazins Free Inquiry, Gründungsvorsitzender des Komitees für wissenschaftliche Untersuchung von Behauptungen bezüglich paranormaler Phänomene (Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal [CSICOP]) und Co-Präsident der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union.

www.lenz-verlag.de/p_d-Humanistische_Ethik-Leben_ohne_Rel…

Papst: „Wissenschaft vereint Religionen“

Die Sternwarte in Castelgandolfo – AFP
Die Wissenschaft vereint verschiedene Religionen und Kulturen, denn alle Menschen haben die gleiche Neugier auf die Welt. Davon ist Papst Franziskus überzeugt, er sprach am Samstag zu Astronomen, die an einer Sommerschule an der Vatikanischen Sternwarte teilnehmen.

Radio Vatikan

„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel und sind alle bewegt von der Schönheit, die im Kosmos sichtbar wird, und die sich auch in unseren Studien über die Himmelskörper widerspiegelt. Somit sind wir vereint in unserem Wunsch, die Wahrheit über dieses wunderbare Universum herauszufinden und uns dem Schöpfer immer weiter anzunähern.“

Das Thema der diesjährigen Sommerschule ist „Wasser im Sonnensystem und darüber hinaus“. Wasser spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und chemischen Entwicklung von Kometen, Asteroiden und Planeten, sowie natürlich auch für das Leben selbst. „Wir alle wissen, wie essenziell Wasser auf dieser Erde ist“, so der Papst. „Für das Leben, für uns Menschen, für die Arbeit. Von den kleinsten Schneeflocken hin zu den großen Wasserfällen, von Seen zu Flüssen und Ozeanen, das Wasser fasziniert uns mit seiner Kraft und zugleich mit seiner Ergebenheit. Die großen Zivilisationen nahmen ihren Anfang an den Flüssen und auch heute ist der Zugang zu sauberem Wasser eine Frage der Gerechtigkeit für alle Menschen, gleich ob arm oder reich.“

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Dodo Lütz sieht Gott grammatikalisch im Futur II

Manfred_LützDer Einstieg ist vielversprechend. Manfred Lütz geht es darum, die Menschen wieder ungläubig werden zu lassen. Sonst würde sein Vortrag über „Die Werte, die Wahrheit und das Glück“ wenig Sinn machen: Wenn das reichlich vorhandene Publikum im Pfarrsaal von St. Peter und Paul bereits restlos mit sich, Gott und der Welt im Einklang wäre. „Stellen Sie sich vor, Sie wären Atheist“, lockt der 62-jährige Rheinländer, und beruhigt die anwesenden Gläubigen wieder: „Am Ende des Vortrags können Sie wieder Christ werden.“

Von Uwe Eichler | MAIN POST

Aber auch Atheisten und Agnostiker dürfen entspannen: Es ist kein eifernder Laienprediger, der hier auf Einladung von Pfarrer Frank Sommerhoff durch einen ebenso amüsanten wie informativen Abend führt, rund um die zentrale Frage: „Existiert Gott, oder existiert er nicht?“ Am Pult steht ein hochkarätiger katholischer Theologe, lange Zeit Hausarzt des „Deutschen Friedhofs“ des Vatikan, nunmehr Leiter der Psychiatrischen Klinik der Alexianer in Köln. Außerdem Kirchenkabarettist und Autor von Büchern wie „Irre! Wir therapieren die Falschen“, „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“ oder eben „Gott.

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„Religionspolitik nicht länger vernachlässigen“

coexist

Nach Anti-Islam-Äußerungen der AfD: Politikwissenschaftler Ulrich Willems mahnt die übrigen Parteien, religionspolitische Debatten und Entscheidungen nicht länger zu vermeiden. Man solle „in der Bevölkerung Verständnis für Religionsvielfalt wecken“.
 

hpd.de

Angesichts der Anti-Islam-Äußerungen der AfD sollten sich die herkömmlichen Parteien nach Einschätzung von Politikwissenschaftlern dringend dem „lange vernachlässigten Feld der Religionspolitik“ zuwenden. „Wir haben ein hohes Niveau der Polarisierung erreicht, die Verschärfung war lange vorherzusehen. Jetzt sollten endlich alle Parteien eine offene und sachliche Debatte über die Rolle der christlichen Kirchen, des Islams und anderer religiöser Minderheiten sowie der Konfessionslosen führen“, sagt der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Willems vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster.
„Wir brauchen auch differenzierte Gespräche darüber, ob sich das Modell einer engen Staat-Kirche-Kooperation noch eignet, um den religiösen Mehr- und Minderheiten gleichermaßen Religionsfreiheit zu gewähren. Bislang sind sich die Gruppen sogar oft innerhalb der herkömmlichen Parteien nicht einig.“

Der Wissenschaftler kündigte eine neue öffentliche Reihe „Religionspolitik heute“ des Exzellenzclusters und des Centrums für Religion und Moderne (CRM) der WWU mit Vorträgen und Podien ab dem 10. Mai in Münster an, die eine differenzierte Debatte über religionspolitische Grundsatzfragen und aktuelle Konflikte und Lösungswege stärken will. „Wir ziehen auch internationale Beispiele heran, da andere Länder in der Religionspolitik weiter sind als Deutschland“, so Prof. Willems. „Die Ringvorlesung bringt gezielt Wissenschaft, Politik, Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften ins Gespräch. Der Exzellenzcluster stellt mit seiner Wissenschaftskommunikation seit Jahren seine Expertise in aktuellen Fragen öffentlich zur Verfügung.“

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Bewusstseinsschärfung statt direkte Problemlösung

Der Physiker und Technikphilosoph Klaus Kornwachs (geb. 1947) lehrte und lehrt an verschiedenen deutschen und internationalen Universitäten und ist heutzutage vor allem publizistisch und als Berater tätig. Bekannte Werke von ihm sind die „Philosophie für Ingenieure“, die „Strukturen technologischen Wissens“ und eine Schrift zur Theorie der Offenen Systeme. 2013 erschien sein Buch „Philosophie der Technik – Eine Einführung“. Er glaubt, dass „vermutlich gar nichts“ passieren würde, „wenn wir durch einen Zufallsgenerator einfach ein Drittel der wissenschaftlichen Publikationen streichen“.

Von Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Kornwachs, haben Technik und Wissenschaft Probleme erzeugt, die sie selbst gar nicht mehr lösen können – und kann die Philosophie bei ihrer Lösung helfen?

Klaus Kornwachs: Zunächst einmal geht es um das Verhältnis von Wissenschaft und Technik: Technik hat mit Handeln und Wissenschaft mit Wissen zu tun, aber die Grenzen zwischen Wissenschaft und Technik verschwinden immer mehr.

Nun wurden Probleme geschaffen, die Folgen bestimmter Technologien (also nicht ursprünglich gesellschaftlicher Natur) sind, die aber nachher, wie sich herausstellt, eine erhebliche gesellschaftliche Wirkung besitzen. Diese gesellschaftliche Wirkung kann wiederum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein.

Wenn wir nun im Zusammenhang mit der ganzen Umwelt- und Klimaproblematik oder der Veränderung der Strukturen in der Gesellschaft und Arbeitswelt an die Philosophie denken: Natürlich kann die Philosophie einerseits Wissenschaften und die Auswirkungen der Technik analysieren, andererseits ist Philosophie selbst keine Wissenschaft. Wissenschaft, hat Heidegger einmal gesagt, denkt nicht.

Das heißt, die Wissenschaft selbst – denken wir aktuell zum Beispiel an die Theorien zur Nutzung von Big Data – hat nicht ihren Problem-Fokus in den strukturellen und geistigen Veränderungen, die sie bewirkt. Diesen Fragen kann sich wiederum die Philosophie stellen. Sie kann wahrscheinlich nicht direkt zu einer Problemlösung beitragen, aber sie kann die Fragen und das Bewusstsein schärfen und trägt damit mittelbar zur Lösung bei.

Die technologische Entwicklung hat mittlerweile Folgen, welche den Menschen Tausende von Jahren betreffen können. Wie hat sich diese Verselbständigung von Wissenschaft und Technik ergeben?

Klaus Kornwachs: Dass Wissenschaft und Technik sich verselbstständigt hätten, ist selbst schon eine philosophische oder gesellschaftstheoretische These, der ich in dieser Form widersprechen möchte: Haben sich Wissenschaft und Technik tatsächlich verselbstständigt oder haben wir nicht zugelassen, also Institutionen und Regeln geschaffen, dass sie das tun können? Seit dem Aufstieg der wissenschaftlichen Methode bei Galilei hält man etwas fest, analysiert es und gibt sich dadurch Regeln, wie man wissenschaftlich vorgeht.

Dies sind nicht nur methodische Regeln, sondern auch institutionelle Regeln, die dann der Stabilisierung des Wissenschaftssystems dienen. Dies wird zum Teil als Verselbständigung interpretiert. Wenn heute in der Wissenschaft gilt, veröffentliche oder gehe unter, dann wird das als reiner Zwang und Verselbständigung interpretiert – aber dabei wird unterschlagen, dass Menschen dafür verantwortlich sind, dass diese und keine anderen Regeln durchgesetzt worden sind. Regeln und das, was Menschen wollen – all das kann sich wandeln.

Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass ab einem gewissen Punkt sogar eine Sättigung in Sachen Wissenschaft eintreten könnte, denn wirklich ganz neue Erkenntnisse zu gewinnen, wird immer aufwändiger. Was würde denn passieren, wenn wir durch einen Zufallsgenerator einfach ein Drittel der wissenschaftlichen Publikationen streichen würden? Vermutlich gar nichts.

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Judentum: „Es gibt No-go-Areas“

© Bild: Andreas Gregor
Am heutigen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus spricht Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, im Landtag von Sachsen – dem Bundesland, in dem Pegida und die AfD besonders stark sind. Im Interview mit katholisch.de spricht Knobloch über das Holocaust-Gedenken, Antisemitismus unter Deutschen und Migranten sowie die Gefahr durch Pegida.

Von Gudrun Lux|katholisch.de

Frage: Frau Knobloch, der 27. Januar ist auch 71 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz ein schmerzlicher Gedenktag. Sehen Sie diesen Tag aktuell in Deutschland genug gewürdigt?

Knobloch: Zunächst hat das Gedenken vor allem in den einzelnen jüdischen Gemeinden stattgefunden – obgleich der 27. Januar eigentlich nicht der Gedenktag für die jüdischen Gemeinden ist. Das ist der Jom Haschoa. Der 27. Januar ist der Gedenktag, den sich die Gesamtgesellschaft zur Aufgabe gemacht hat. Ich war nach diesen Anfängen sehr überrascht und bin heute fast euphorisch: Ich finde, dieser Tag hat sich – auch über Deutschland hinaus – sehr etabliert. Auch die Vereinten Nationen spielen da eine wichtige Rolle, sie haben den 27. Januar ja 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt.

Frage: Wie schätzen Sie allgemein die Erinnerungskultur an die Opfer der Shoa in Deutschland ein?

Knobloch: Ich habe den Eindruck, dass es insgesamt kaum Routineveranstaltungen sind, sondern wirklich Veranstaltungen, die Menschen bewegen. Vorhin war ich in einer Schule zu Gast, und es berührt mich, wie interessiert und einfühlsam die jungen Menschen fragen. Diese Schule hat den 27. Januar zum Anlass genommen, sich mit dem Judentum in Deutschland zu beschäftigen. Und da gibt es ja nicht nur den Holocaust, sondern auch die Zeit davor, als in Politik, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Wirtschaft jüdische Menschen eine große Rolle gespielt haben und sich auch für das Land Deutschland verantwortlich sahen. Das gerät durch die furchtbare Geschichte oft in den Hintergrund. Ich empfehle sehr, das jüdische Leben in Deutschland in seiner Gesamtheit zu betrachten und nicht auf den Holocaust zu reduzieren.

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Michael Wolffsohn: „Vormodernes Frauenbild des Islam“

Michael Wolffsohn. Bild. Frankfurter Neue Presse

Von DIETER HINTERMEIER|Frankfurter Neue Presse

Herr Professor Wolffsohn, wie beurteilen Sie die Vorfälle von Köln?

MICHAEL WOLFFSOHN: Wie jedermann, der die Würde des Menschen – Artikel 1 Grundgesetz – ernst nimmt. Köln ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Eisberg heißt Völkerwanderung. Jede hat in der Menschheitsgeschichte alles verändert.

Hat der Staat in Köln versagt?

WOLFFSOHN: Die alte und neue Bundesrepublik ist ein Staat, der die weichen Werte seit jeher pflegt. Das ist die wunderbar menschliche Seite unserer Gesellschaft und unseres Staates. Alles hat immer zwei Seiten: Unmenschliche Menschen nutzen die Menschlichkeit anderer Menschen oft aus. Die Aufgabe des Staates ist es, Härte anwenden zu können, wenn es denn sein muss. Daran hapert es seit Jahrzehnten, nicht erst seit Köln.

Von verschiedenen Politikern wurde die „sexualisierte Gewalt von Männern“ für die Kölner Exzesse verantwortlich gemacht. Ein erster Reflex war auch, nicht alle Flüchtlinge unter „Generalverdacht“ zu stellen. Was halten sie von dieser Rhetorik?

WOLFFSOHN: Ich halte nie etwas von Schwarz-Weiß-Denken, also Rhetorik. Ruhige Analysen sind nötig. Erst die Diagnose, dann die Therapie. Erst denken, dann reden. Solche Exzesse gab es in Deutschland jedenfalls bislang nicht, Punkt.

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Die Schlange der Fiktion

Postmodernismus

Die Gegenwart formuliere keine philosophischen Systeme mehr, heißt es. Der Franzose Bruno Latour hat trotzdem eine Theorie über alles entwickelt. Was heißt das für die Literatur?

Von Ernst-Wilhelm Händler|DIE WELT

Dem deutschen Feuilletonleser der Gegenwart begegnet lebendige Philosophie nahezu ausschließlich in Form von philosophischen Brocken, die vor allem in den von den Neurowissenschaftlern angestoßenen Debatten um das Bewusstsein und den freien Willen eine Rolle spielen. Die Tradition umfassender philosophischer Theorien wird durch die – sehr verdienstvollen – historischen Darstellungen Rüdiger Safranskis und die mitlaufende Deutung der Gegenwart gemäß Nietzsche durch Peter Sloterdijk bewahrt. Ansonsten findet sich im deutschen Sprachraum immer wieder die Behauptung, in der Gegenwart würden keine philosophischen Systeme mehr formuliert. Das entspricht nicht den Tatsachen.

Die amerikanischen Philosophen sind seit jeher keine Systembauer und halten sich auch heute nicht damit auf, die Gegenwart zu beschreiben. Die „praktischen Philosophen“ der Westküste gestalten den Menschen der Gegenwart mit einem Mix aus Hardware – iPhone – und Software – Apps und Facebook – um. Die theoretischen Philosophen wie Ray Kurzweil beschreiben eine Zukunft, für die das Axiom gilt: Alle technischen Möglichkeiten werden verwirklicht. Europäer wie der Schwede Nick Bostrom versuchen, in dieser Zukunft ohne Menschen den Menschen durch abstrakte Wertsysteme zu ersetzen. Aber die Franzosen entwerfen noch klassische philosophische Systeme. Zwei herausragende Beispiele sind die radikalplatonistische Theorie von Alain Badiou und der soziologische Ansatz von Bruno Latour. Badious Obsession ist die Möglichkeit von Ontologie. Er sieht die Mengenlehre als diejenige Disziplin, die das Reden über die Welt und ihre Bestandteile ermöglicht und begrenzt. Badious Überlegungen setzen allerdings mathematische Kenntnisse voraus, über die der normale philosophisch Interessierte und der Feuilletonleser nicht verfügen können.

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„Wer denkt, dass wir im Notfall einfach den Stecker ziehen können, der irrt sich“

Bild: heise.de
Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Superintelligenz schreitet in rasendem Tempo voran. Da die technologische Entwicklung aus sich heraus keine ethischen Maßstäbe liefert, um diese zu beurteilen und gegebenenfalls konterkarieren zu können, wurde die „Stiftung für effektiven Altruismus“ gegründet. Telepolis hat dazu Adrino Mannino befragt.

Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Herr Mannino, was ist die Stiftung für effektiven Altruismus?

Adriano Mannino: Die Stiftung für effektiven Altruismus ist eine Denkfabrik und Projektschmiede im Schnittbereich von Ethik und Wissenschaft. Der Effektive Altruismus ist unser Leitkonzept: Es handelt sich dabei um eine Philosophie und wachsende internationale Bewegung mit dem Ziel, diejenigen Maßnahmen zu finden – und durch hohe Zeit- und Geldspenden zu unterstützen – die nachweislich den meisten Menschen (beziehungsweise leidensfähigen Wesen insgesamt) nachhaltig helfen. Unsere Ressourcen sind immer limitiert, weshalb es gerade im Bereich der angewandten Ethik zentral ist, zu fragen: Wie können wir mit diesen Ressourcen am meisten bewirken?

„Leid wird nicht dadurch weniger schlimm, dass es sich in der Ferne ereignet“

Können Sie philosophische Argumente für dieses altruistische Engagement anführen?

Adriano Mannino: Nach wie vor sterben beispielsweise jeden Tag 20.000 Kinder an den Folgen der extremen Armut. Man stelle sich vor, diese ethische Katastrophe würde sich in unserer eigenen Stadt ereignen – auf dem Weg zur Arbeit sind wir täglich mit dem Massensterben konfrontiert. Würden wir dann nicht unter anderem die folgenden beiden Dinge tun:

Erstens versuchen, möglichst viel Geld zu spenden, und zweitens uns überlegen, wie wir unsere Berufskarriere insgesamt auf eine effektive Leidminderung ausrichten können.

Das wirft sofort die Frage auf: Sollten wir das – logisch konsequent – nicht auch dann tun, wenn sich das Leid in der Nachbarstadt zuträgt? Im Nachbarland? Auf dem Nachbarkontinent? Weshalb sollte die räumliche Distanz einen Unterschied machen?

Leid wird nicht dadurch weniger schlimm, dass es sich in der Ferne ereignet. Und es wurde in Studien nachgewiesen, dass wir das Leiden und Sterben in der Ferne kausal nachhaltig beeinflussen können, das heißt, dass wir nolens volens über Leben und Tod entscheiden, wenn wir Geld beziehungsweise Zeit ausgeben. Durch die Verteilung von Malaria-Bettnetzen etwa kann ein Menschenleben für schätzungsweise 3000 Dollar gerettet werden.

Angesichts der Globalisierung und Technologisierung werden die ethischen Stakes unserer Handlungen zudem immer höher. Die EA-Stiftung interessiert sich deshalb auch besonders für die Herausforderungen, vor die uns zukunftsträchtige Technologien stellen.

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Islamische Theologie wird erstmals evaluiert

Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für islamische Theologie der Universität Osnabrück. ( picture alliance / dpa / Friso Gentsch/dpa)
Wenn in diesen Tagen jemand vom Islam spricht, fällt im gleichen Satz oft der Begriff Terror. Besonders zu spüren bekommen das Studierende und Professoren der Islamischen Theologie – eines der jüngsten Fächer in der deutschen Hochschullandschaft. Jetzt kommt es zum ersten Mal auf den Prüfstand.

Von Burkhard Schäfers|Deutschlandfunk

„Ein Meilenstein für die Integration“, jubelte die damalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan, als sie vor vier Jahren den Startschuss gab für die Islamische Theologie an deutschen Universitäten. Und: „Religion braucht Aufklärung.“ Inzwischen ist der Jubel verebbt, heute klingt das leiser und differenzierter. Harry Harun Behr, Professor für Religionspädagogik an der Universität Frankfurt, berichtet von etlichen Herausforderungen.

„Sie bringen die Islamische Theologie, wie sie gerade entsteht, ein klein wenig ins Schleudern, weil jetzt so ein riesen Haufen an Fragen und vor allem krisenhaften Wahrnehmungen an die Islamische Theologie herangetragen werden. Aber man wird in die großen Schuhe, in die man sich hineingestellt fühlt, dann schon hineinwachsen.“

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Bilder der Wissenschaft und Bund der Steuerzahler

Stößt dem Steuerzahlerbund bitter auf: Eine Passage aus dem Wissenschaftscomic „Klar soweit?“. – Foto: Helmholtz-Gemeinschaft / Veronika Mischitz / CC-BY-ND 4.0
Eine Berliner Ausstellung und ein Symposium präsentieren Comics, die Wissenschaft unterhaltsam vermitteln. Einem Verein ist das suspekt, er wittert Geldverschwendung.

Von Lars von Törne|DER TAGESSPIEGEL

Diese Möhren schmecken dem „Bund der Steuerzahler“ gar nicht gut: „Mit dem ihr anvertrauten Steuergeld sollte die Helmholtz-Gemeinschaft sorgfältiger umgehen und nicht Comics über Mohrrüben mit minimaler Reichweite finanzieren“, rügt die Organisation in ihrem aktuellen „Schwarzbuch 2015“. Was den Verein, der sich gegen die Verschwendung öffentlicher Gelder engagiert, so aufregt? Ein Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft, das im Februar 2014 begann: In einem monatlichen Comic der Zeichnerin Veronika Mischitz werden wissenschaftliche Themen auf leicht zugängliche, spielerische Weise vermittelt, jeden Monat gibt es einen neuen Strip, 865 Euro kostet das im Monat laut Steuerzahlerbund.

Zu teuer? Nach Ansicht des Vereins auf jeden Fall – was mit einer Episode begründet wird, die im April unter dem Titel „Verbitterte Möhren“ veröffentlicht wurde. Darin wollte die Zeichnerin „neueste Erkenntnissen von Lebensmittelchemikern an der TU München“ zur Freisetzung von Bitterstoffen vermitteln. Das stieß den selbst ernannten Kostenwächtern bitter auf – auch weil sie vermuten, dass der Comic nur wenig Verbreitung erfährt. So sei er „in den gängigen Netzwerken Facebook und Twitter bisher weniger als 100 Mal“ weiterempfohlen worden.

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Gender-Ideologie: Vorbotin der Diktatur?

Bild: tillnikolausvonheiseler.wordpress.com
Totalitätsforschung: Stellt Gender Main Streaming tatsächlich einen Angriff auf die Demokratie dar?

Von Till Nikolaus von Heiseler|der Freitag

Was ist Demokratie? Die Systemtheorie des deutschen Soziologen Niklas Luhmann unterscheidet zwischen traditionellen Gesellschaften, also Adelsgesellschaften, in denen in der Regel Religion eine bedeutende Rolle spielt (stratifizierten Gesellschaften) und der modernen Demokratie (ausdifferenzierter Gesellschaft).

In den traditionellen Gesellschaften verkörpert die Spitze das Ganze und Moral, Recht, Wissenschaft, Kunst, Politik, Wirtschaft und Religion bilden eine Einheit. Es existiert keine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Moral und Recht. Beide sind in der religiösen Tradition begründet. Klassischerweise wird auch Herrschaft religiös begründet. Die Kunst steht ebenfalls im Dienste der Religion. Die Wissenschaft beschränkt sich auf Medizin und Technik. Ehe und Familie unterstehen der Tradition.

Die modere Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass einzelne weitgehend autonome gesellschaftliche Funktionssysteme entstanden sind; wie beispielsweise das Rechtssystem, die Kunst, die Politik, das Wirtschaftssystem, die Wissenschaft. Das moderne Rechtssystem kann nur deshalb weiterbestehen, weil es sich von moralischer Kommunikation unterscheidet. In ihm soll weder politische Macht noch Geld eine Rolle spielen.

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Vatikan-Astrologe äußert sich zu Leben auf neuem Planeten

Chefastronom Funes zu neu entdecktem Planeten Kepler 452b: Erst feststellen, ob dort Leben möglich ist, dann kann sich Theologie dazu äußern – kein Widerspruch zwischen Glaube und Wissenschaft


kathweb

Erde_CousinNach Einschätzung des vatikanischen Chefastronomen kann es noch Jahre dauern, bis zuverlässige Aussagen über mögliches Leben auf dem neu entdeckten Planeten Kepler 452b möglich sind. Die Wissenschaftler müssten erst prüfen, ob der Planet denselben Aufbau und dieselbe Dichte wie die Erde aufweise, sagte Jose Gabriel Funes am Samstag dem Sender „Radio Vatikan“. „Vielleicht brauchen wir noch zehn Jahre, um festzustellen, wie die Atmosphäre dort aussieht. Und erst danach können wir auch abwägen, ob Leben auf jenem Planeten überhaupt möglich ist?, so der Leiter der vatikanischen Sternwarte und argentinische Jesuitenpater. Erst dann könne sich die Theologie dazu äußern.

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hatte jüngst die Entdeckung des erdähnlichen Planeten Kepler 452b in 1.400 Lichtjahren Entfernung bekanntgeben. Diese Entdeckung gilt als Sensation und beflügelte Spekulationen über außerirdisches Leben.

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Bis zu 41 Prozent aller Arzneimittel weltweit sind Fälschungen

Tabletten können Leben retten – aber nur wenn sie nicht gefälscht sind © thinkstock
Forscher schlagen Alarm: Bis zu 41 Prozent aller Medikamente weltweit sind inzwischen Fälschungen. Sie enthalten entweder zu wenig oder sogar gar keine wirksamen Bestandteile. Das belegen Analysen von 17.000 Proben gängiger Arzneimittel – vom einfachen Antibiotikum bis zum teuren Krebsmedikament. Nach Schätzungen der Forscher sterben durch solche Fälschungen jedes Jahr bis zu eine Million Menschen.


scinexx

Das Problem gefälschter Medikamente ist schon länger bekannt: Vor allem in Ländern der Dritten Welt, aber auch in und von Schwellenländern werden häufig Arzneimittel verkauft, die nicht das enthalten, was auf der Packung steht. In Zeiten des Internets ist aber auch bei uns beim Kauf von Mitteln aus dem Ausland Vorsicht geboten. Denn nimmt man ein Mittel ein, dass die falschen oder zu wenig Wirkstoffe enthält, kann dies im schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

Weltweite Bestandsaufnahme

Wie viele gefälschte Medikamente aber weltweit im Umlauf sind, ist unbekannt. „Keiner hat eine Ahnung, wie groß das Problem wirklich ist“, sagt Tim Mackey von der University of California in San Diego. „Es gibt zwar Schätzungen, aber es schwer, akkurate Statistiken über kriminelle Machenschaften dieses Ausmaßes zu erhalten.“ Die Globalisierung macht es zudem immer schwieriger, den Arzneimittelhandel lückenlos zu überwachen.

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