„Es wird immer komplizierter mit der Religion“

Schauspielerin und Autorin Adriana Altaras bekennt sich zu „so etwas wie religiösen Wurzeln“ (imago / Seeliger)
Sie bezeichnet sich selbst als „jüdische Berlinerin“: Die Regisseurin und Schauspielerin Adriana Altaras wurde in Zagreb geboren und wuchs in Gießen auf. Dort gründeten ihre Eltern 1978 die jüdische Gemeinde. Ihr Mann ist katholisch sozialisiert, die beiden Söhne haben eine jüdische Schule besucht. Die 56-jährige Adriana Altaras pendelt zwischen den Welten.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Manchmal ist es zum Verzweifeln mit der Religion: Weil da immer wieder dieser tiefe Graben klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Für „mickrig“ und „dürftig“ hält sie manchmal ihre eigene jüdische Identität, lässt Adriana Altaras in ihrem Buch ‚doitscha‘ durchblicken. Ein guter Freund gibt ihr daraufhin den Rat: ‚Macht nichts. Man muss nicht an Gott glauben. Man muss nur so leben, als ob es ihn gäbe.‘

Suche nach religiöser Heimat

Adriana Altaras versucht es: „613 Regeln hat das Judentum. Ich würd mal sagen, zwei davon befolge ich tagtäglich. Andere, keine Ahnung. Ich finde, das ist absurd. Aber ich habe mir die Regeln genommen, die mir wichtig sind. Die Zehn Gebote finde ich ziemlich klug. Wenn man die zehn mehr oder weniger schafft, ist man sein Leben lang beschäftigt, das reicht.“

Adriana Altaras hat ein bewegtes Leben: Sie führt Regie, steht selbst auf der Bühne und vor der Kamera, schreibt Bücher. Darin bearbeitet sie auch ihre eigene Biografie: Die Eltern – jüdische Partisanen – verließen die Heimat, das damalige Jugoslawien, als Altaras ein kleines Kind war. Anschließend lebte sie drei Jahre lang bei ihrer Tante in Italien, ehe sie 1967 nach Deutschland kam. Damals war das mit der religiösen Zugehörigkeit so eine Sache:

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»Kirchen ebneten Nazi-Mördern den Weg«

12. April 1933: Hermann Göring (m.) berät mit Papst Pius XI (r., neben ihm) über das Konkordat zwischen Vatikan und Deutschem Reich. Der Vertrag ist bis heute gültig Foto: akg-images
Gespräch mit Dirk Verhofstadt. Über das Schweigen der christlichen Konfessionen zum Mordprogramm der Hitler-Regierung an Behinderten und die Sympathie des Vatikans für ­faschistische Regime

Interview: Reinhard JellenjW

Dirk Verhofstadt ist Professor für Medien und Ethik an der Universität im belgischen Gent. Im Sommer erschien sein Buch »Pius XII. und die Vernichtung der Juden« auf deutsch (Alibri Verlag, Aschaffenburg 2013, 450 Seiten, 26 Euro)

Sie schreiben in Ihrem Buch »Pius XII. und die Vernichtung der Juden«, daß der Vatikan sich weigert, seine Archive des Pontifikats Papst Pius XII. für die wissenschaftliche Forschung zu öffnen? Ist das ungewöhnlich?

Der Vatikan hat zahlreiche Papiere zum Zweiten Weltkrieg veröffentlicht. Sie werden in den »Actes et Documents du Saint Siège relatifs à la Seconde Guerre Mondiale« (»Gesetze und Dokumente des Heiligen Stuhls in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg«) gebündelt. Darin sind Briefe und Telegramme enthalten, die von kirchlichen und weltlichen Führern an den Vatikan geschickt wurden sowie die Antworten. Dieses Konvolut wird allgemein als die bisherig umfassendste Wiedergabe wichtiger Ereignisse und als unstrittige Dokumentation, die kein Historiker ignorieren kann, betrachtet. Dabei ist sie nicht vollständig, sondern nur das Ergebnis einer bewußten Auswahl durch eine Gruppe Jesuiten im Auftrag der damaligen Kirchenführer. Obwohl behauptet wird, daß in diesen Akten die wichtigsten Fragen behandelt werden, fehlen entscheidende Dokumente. So vermissen wir einen Teil der Korrespondenz des Berliner Bischofs und späteren Kardinals Konrad von Preysing mit Papst Pius XII., sowie fast alle Dokumente über die Ereignisse in Osteuropa, mit Ausnahme von Polen und den baltischen Staaten. Die »Actes et Documents« sind also sehr wichtig, aber sie sind offensichtlich nur eine Auswahl. Dies zeigt sich unter anderem anhand der vielen Verweise auf nicht enthaltene Dokumente.

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Referendum gegen Homo-Ehe: Verteidigung „menschlicher Natur“

foto: reuters/antonio bronic Gay-Pride in Zagreb ist nur unter Polizeischutz möglich. Unten: das Logo der Initiative „Im Namen jeder Familie“, die Gleichstellung fordert.
Die Initiatoren berufen sich auf die Verteidigung der „menschlichen Natur „. Die Kirche nimmt verstärkt Einfluss auf die Politik

Von Adelheid WölflderStandard.at

Sie geben sich großmütig und christlich. „Verzeihen wir den Verleumdungen und Medienmanipulationen! Verzeihen wir Zoran!“, sprechen sie den kroatischen Premier Milanovic direkt an. Die Zukunft der kroatischen Familie hängt von dir ab!“, lauten einige der Slogans mit denen die Organisation „Im Namen der Familie“ für das Referendum kommenden Sonntag Werbung macht. Die Ehe soll damit als exklusive Gemeinschaft zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankert werden.

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Heiler Braco verzückt die Massen – das menschliche Placebo

Kann alles und tut wenig: Braco.

«Die Leute schwanken, zittern und weinen»: Im Kongresshaus lässt Heiler Braco seine angeblichen Wunderkräfte wirken. Er bewegt sich dabei auf dünnem Eis.

Von Hugo StammTages Anzeiger

Braco, ein Name, der bei vielen Anhängern der Esoterik und Alternativmedizin die Augen zum Leuchten bringt und ihnen ein verklärtes Lächeln ins Gesicht zaubert. Braco ist alles – und nichts. Er kann alles – und tut wenig. Braco ist ein Phänomen, das Wunder vollbringen soll. Mindestens bezeugen es seine Anhänger. Und davon gibt es viele. In Europa, den USA und Japan. Und in der Schweiz. Dies stellt der Wunderheiler am Sonntag im Kongresshaus unter Beweis, wenn Hunderte, vielleicht Tausende anreisen.

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Katholische Unwürdenträger und ihre Unterstützung von Massenmördern

Alojzije Stepinac wird von Ante Pavelic, dem Führer des kroatischen Ustascha-Staates empfangen. Quelle: wikimedia.org

Massenmörder hatte Wohlwollen des Papstes
Der Papstbesuch bringt die Erinnerung an einen Massenmörder zurück, der Hunderttausende massakrieren liess: Ante Pavelic, kroatischer Führer von Hitlers und Mussolinis Gnaden.

Von Emanuel Ringhoffer20min.ch

Pavelic kam nach dem Zweiten Weltkrieg vor kein Kriegsverbrechergericht, sondern gelangte, als Priester verkleidet, mit Hilfe des Vatikans nach Rom. Von dort reisten er und seine Spiessgesellen mit 300 Kilo Gold im Gepäck nach Argentinien.

Nach dem Sturz von Juan Peron in Argentinien (1955) gelangte Pavelic nach Spanien und genoss dort den Schutz und die Verehrung des faschistischen Diktator Francisco Franco. 1959 starb Pavelic in Spanien.

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B16-RatzeBene in Kroatien: Huldigung der Klerikalfaschisten und Mörder

Links: Kardinal Alojzije Stepinac: Rechts: Stepinac mit Faschistenführer Pavelic Quelle: xanga.com

Märtyrer-Kardinal Stepinac verbindet Kroatien und Österreich Papst betete zum Ende seiner Kroatienreise vor Sarg Stepinacs – Reliquien des Seligen auch in österreichischen Kirchen

Ots.at

Zagreb-Wien, 05.06.11 (KAP) Der Papstbesuch in Kroatien endete am
Sonntagabend wie er begonnen hat: mit einem dezenten Österreich-Bezug. Bestand dieser Bezug bei seiner Ankunft am Samstag in einem „Tiroler“ Messbuch, das ihm als Gastgeschenk überreicht wurde, so bestand der Bezug am heutigen Abend in der Würdigung des Seligen Kardinals Alojzije Stepinac (1898-1960). Denn auch die Geschichte Stepinacs weist enge Bezüge zu Österreich auf – nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Stepinac bereits während seines Studiums in Rom ein Freund und späterer „Handball-Kollege“ des Wiener Erzbischofs Kardinal Franz König war.

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