Berliner Islam-Institut offenbar ohne türkische Ditib

An der Humboldt-Universität zu Berlin ist ein Institut für Islamische Theologie geplant – nun vielleicht ohne Funktionäre der…Kitty Kleist-Heinrich
Ditib & Co. segnen Einigung zu Berliner Islam-Institut nicht ab: Die sunnitisch-konservativen Verbände fordern eine Art Sperrminorität im Gründungsvertrag. Das lehnen HU und Senat ab.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Das geplante Institut für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität (HU) Berlin wird möglicherweise ohne Ditib errichtet. Das erfuhr der Tagesspiegel sowohl aus Wissenschaftskreisen als auch von Kennern der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, kurz Ditib. Am Sonntag, 1. April, war eine Frist abgelaufen, auf die sich die HU, der Berliner Senat und die fünf beteiligten Islamverbände geeinigt hatten, um den Gründungsvertrag abzusegnen.

Bislang stimmen nur Schiiten und Zentralrat der Muslime zu

Dem Vernehmen nach hat keiner der fünf Verbände den Vertrag bislang unterschrieben, wobei die Vertreter der Schiiten und der als moderat eingestufte, allerdings vergleichsweise kleine Zentralrat der Muslime ihre Zustimmung signalisiert haben sollen. Ditib gilt als Wortführer der drei sunnitischen Organisationen, die insbesondere die geplanten Abläufe im entscheidungsbefugten Beirat des Instituts ablehnen.

weiterlesen

Advertisements

Morddrohung gegen Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
„Wir sind fix und fertig“: Der Zentralrat der Muslime zeigt sich besorgt, nachdem sein Vorsitzender Aiman Mazyek wiederholt bedroht wurde. Die normale Arbeit könne nicht fortgesetzt werden. Der Staatsschutz ermittelt.

DIE WELT

Der Zentralrat der Muslime muss seine Arbeit wegen wiederholter Morddrohungen unterbrechen. Nachdem nun dem ZMD-Vorsitzenden Aiman Mazyek erneut mit dem Tode gedroht wurde, ist die Kölner Geschäftsstelle geschlossen worden.

„Das ist nicht die erste ernste Drohung, wir sind fix und fertig und müssen uns nun einen unbekannten Ort suchen, an dem wir unsere Arbeit fortsetzen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Nurhan Soykan.

weiterlesen

Muslime kritisieren Kopftuchverbot für Rechtsreferendarin

Kopftuchverbot @ MiG
Die Entscheidung für das bayerische Kopftuchverbot im Fall einer muslimischen Rechtsreferendarin erntet bei Muslimen Kritik. Die Richter hätten das Selbstbestimmungsrecht der Frau mit Füßen getreten. So werde muslimisches Leben in Deutschland unmöglich gemacht.

MiGAZIN

Der Zentralrat der Muslime hat zum Internationalen Frauentag das Recht für muslimische Frauen gefordert, ihr Kopftuch auch in jedem Beruf zu tragen. Es sei ein falsches Zeichen, dass einer muslimischen Rechtsreferendarin aus Augsburg das Tragen ihres Kopftuchs im Gerichtssaal verboten wurde, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Islamverbands, Nurhan Soykan, am Donnerstag in Köln. „So wird ein normales Glaubensmerkmal unter dem Vorwand der Neutralitätsachtung erst zum Politikum und zur Voreingenommenheit gemacht.“

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am Mittwoch die Klage einer muslimischen Rechtsreferendarin abgewiesen, die gegen das Verbot vorgegangen war, im Rahmen der juristischen Ausbildung ihr Kopftuch zu tragen. Das bayerische Justizministerium hatte die Vorgabe damit begründet, dass das äußere Erscheinungsbild „keinerlei Zweifel an der Unabhängigkeit, Neutralität und ausschließlicher Gesetzesorientierung“ aufkommen lassen dürfe.

weiterlesen

Wege für Liberale ins Islam-Institut

Tor auf. Die Berufung von vier unabhängigen muslimischen Wissenschaftlern ist ein direkter Weg, auf dem progressive Muslime in den…Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Der Vertrag über den Beirat der Berliner Islam-Theologie ist fast unterschriftsreif – und zeigt Wege auf, über die liberale Muslime doch noch mitwirken könnten.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

Die Frage, ob es gelingt eine islamische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität zu gründen, ist in der entscheidenden Phase. „Der Vertrag über die Kooperation mit dem Beirat ist mit allen Beteiligten ausverhandelt“, bestätigt Michael Borgolte, Mittelalter-Historiker und Gründungsbeauftragter des Instituts.

Die Vereinbarung sei „in der Substanz unveränderbar“, es gehe nur noch um eine Bearbeitung „in marginalen Punkten“. Die Endredaktion werde Ende Februar vorliegen und dann den islamischen Verbänden, der Universitätsleitung und dem Senat zur Unterschrift vorgelegt. Die Frist dafür läuft wie berichtet bis zum 1. April.

Ditib hat schon „erhebliche Bedenken“ angemeldet

Auch wenn sich die Rechtsabteilung der HU noch über einzelne Formulierungen beugt: Zweifel bestehen vor allem darüber, ob die bislang an der Gründung beteiligten, allesamt konservativ ausgerichteten Verbände – Ditib, Islamische Föderation, Verband der Islamischen Kulturzentren, Zentralrat der Muslime und Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden – unterschreiben. Und wie es sich auswirkt, wenn nicht. Nach einem Bericht des Deutschlandfunks hat die vom türkischen Staat kontrollierte Ditib „erhebliche Bedenken hinsichtlich inhaltlicher Fragen“. Laut Borgolte signalisiert demnach nur der Zentralrat Zustimmung.

weiterlesen

Militärapostel Overbeck setzt sich für muslimische Soldaten-Seelsorge ein

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Quelle: Bistum Essen/Nicole Cronauge) kmba.de

Zentralrat der Muslime begrüßt den Einsatz des Militärbischofes. Mazyek stieß die Debatte im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz bereits 2014 an

islam.de

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck setzt sich für eine Seelsorge der etwa 1.500 bekennenden Soldaten muslimischen Glaubens ein. Seiner Meinung nach sollte sichergestellt werden, dass eine entsprechende Seelsorge auch für diese Gläubigen möglich werde, sagte er im Interview dem Bonner „General Anzeiger“. „Ungeachtet dessen möchte ich natürlich auch Menschen anderen Glaubens helfen, dass sie ihren Glauben leben können, ohne dass ich mich ihnen hierbei aufzwängen will“, erklärte der Essener Bischof. Beispielsweise trage er mit dafür Sorge, dass diese Menschen mit einem Vertreter ihrer Religionsgemeinschaft in Kontakt treten könnten.

weiterlesen

Umfrage: Ostdeutsche misstrauen der Kirche und dem Fernsehen

Das Fernsehen schneidet in Sachen Vertrauen in Ostdeutschland nicht eben gut ab. Foto: Friso Gentsch / dpa
Ost- und Westdeutsche unterscheiden sich auch in der Frage, wem sie vertrauen. Medien kommen bei Ostdeutschen besonders schlecht an.

DERWESTEN

Ostdeutsche schenken Medien und Kirchen einer Umfrage zufolge deutlich weniger Vertrauen als Westdeutsche. Nur 16 Prozent der Menschen im Osten trauen dem Fernsehen (Westdeutsche: 30 Prozent), nur 27 Prozent der Presse (West: 43) und 41 Prozent dem Radio (West: 59).

Das ist ein Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL zum Vertrauen der Deutschen in nicht-politische Institutionen.

Ärzte genießen überall viel Vertrauen

Demnach haben auch nur 13 Prozent der Ostdeutschen Vertrauen zur katholischen Kirche (West: 30), 34 Prozent trauen der evangelischen Kirche (West: 50) und 40 Prozent dem Papst (West: 57).

weiterlesen

„Viele zeigen sich schockiert, wenn sie vom Holocaust hören“

Bild: Jüdisches Forum für Demokratie
Eine neue Studie zeigt, wie wenig viele Asylbewerber über das Judentum in Deutschland wissen. Ihr Bild von Israel ist zudem durch Propaganda verzerrt. Der Historiker Günther Jikeli sieht darin einen gefährlichen Nährboden, den Radikale für sich nutzen könnten.

rbb|24

Welches Bild haben Menschen aus Syrien und dem Irak, die als Asylsuchende in Deutschland leben, vom Judentum und Israel? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie, die vom American Jewish Committee Berlin in Auftrag gegeben wurde. Der Historiker und Antisemitismusforscher Günther Jikeli hat im Dezember 2016 dazu 16 Gruppeninterviews mit 68 Menschen durchgeführt, unter anderem in Berliner Gemeinschaftsunterkünften, Cafés und Restaurants. Unter ihnen waren Muslime, Christen und Jesiden, Araber, Kurden, Palästinenser, Männer und Frauen im Alter von 18 bis 52 Jahren. Die Studie ist nicht repräsentativ. Stattdessen hoffen die Macher, eine Diskussion anzustoßen, die zu einer Bestandsaufnahme führt. Im Interview mit rbb|24 erklärt Jikeli welche Einstellungen ihm in den Gesprächen begegnet sind.

rbb|24: Die Veröffentlichung Ihrer Studie fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der in Berlin Tücher mit Davidstern verbrannt wurden. Auch wenn diese Taten nicht von Geflüchteten begangen wurden, hat Sie das überrascht?

Günther Jikeli: Die Demonstrationen sind weder repräsentativ für Geflüchtete noch für Muslime. Sie wurden von Islamisten und radikalen palästinensischen Organisationen organisiert, die geschickt vorhandene Ressentiments ausnutzen für ihre Zwecke. Der mit dem Zentralrat der Muslime assoziierte Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland beispielsweise rief dazu auf, in den Freitagsgebeten zu betonen, dass Jerusalem allein „Besitz der Muslime“ sei. Bei einer solchen Aufstachelung und einem weit verbreiteten Anti-Israelismus ist es nicht verwunderlich, wenn israelische Fahnen oder Fahnen mit Davidsternen verbrannt werden.

weiterlesen

Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaften

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime und Nurhan Soykan, Generalsekretärin Foto: epd-bild/Christian Ditsch
Der Zentralrat der Muslime und der Islamrat erfüllen einem Gerichtsurteil zufolge nicht die Voraussetzung, um als Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes anerkannt zu werden.

Frankfurter Rundschau

Damit hätten sie auch keinen Anspruch gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster am Donnerstag. (AZ: 19 A 997/02)

Eine Revision gegen das Urteil ließ das Gericht nicht zu. Die Kläger können vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Nichtzulassungsbeschwerde einlegen.

weiterlesen

ZDF-Journalist Kleber vergleicht Scharia mit katholischem Katechismus

Claus Kleber sagte im ZDF-Interview zur AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel: „Was Muslime schlecht tun können, ist sich von der Scharia lossagen, genausowenig, wie ein Katholik sich vom Katechismus lossagen würde.“

kath.net

Der Heute-Journal-Moderator Claus Kleber verglich in einem Interview nach der Konstituierung des Deutschen Bundestages mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel über Islamkritik den katholischen Katechismus mit der muslimischen Scharia. Wörtlich sagte er, nachdem Weidel vertreten hatte, dass sich beispielsweise der Zentralrat der Muslime deutlich zum Grundgesetz und gegen die Scharia aussprechen sollte: „Nun hatte sich der Zentralrat der Muslime schon vor 14 Jahren eindeutig und seither immer wieder zum Grundgesetz bekannt. Was Muslime schlecht tun können, ist sich von der Scharia lossagen, genausowenig, wie ein Katholik sich vom Katechismus lossagen würde. Die Frage an SIE ist jetzt – ohne jetzt Katechismus und Scharia vergleichen zu wollen: Welche praktischen Konsequenzen ziehen Sie daraus? Da müssten Sie ja eigentlich dafür eintreten, dass dem Islam das Grundrecht auf Religionsausübung weggenommen wird.“. Weidel forderte darauf, dass beispielsweise von Islamverbänden seitens des Staates ein Eid „auf unser Grundgesetz“ abgelegt werden müsse. Kleber hakte nach: „Aber nur den Muslimen? Sie müssten sich von der Scharia lossagen, sonst könnten sie kein Grundrecht auf Religionsausübung haben.“ Weidel bejahte dies ausdrücklich mit der Begründung, dass die Scharia „nicht grundgesetzkompatibel ist“. Weidel fuhr fort: „Wir müssen als Staat ganz genau hinschauen, was in unserem Land im Namen des Islams und der Scharia bereits passiert.“

weiterlesen

Bundesregierung will Fördergeld für Ditib kürzen

Wegen seiner Nähe zur türkischen Führung um Präsident Erdogan ist der Islamverband Ditib umstritten. Die Bundesregierung will nun die Fördermittel für die Organisation angeblich drastisch reduzieren.

SpON

Der Bund zieht angeblich Konsequenzen aus dem Verhalten des Islamverbandes Ditib. Im kommenden Jahr würden die Fördermittel für die wegen der Nähe zum türkischen Staat umstrittenen Organisation deutlich verringert, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger„. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums zu einer Anfrage der Grünen.

Danach beliefen sich die Zusagen für Projekte der Türkisch-Islamischen Union im kommenden Jahr nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, heißt es in dem Bericht. Nach einer Auflistung des Ministeriums sei dies lediglich etwa ein Fünftel der 2017 und weniger als ein Zehntel der 2016 gezahlten Mittel.

weiterlesen

Zana Ramadani: Viele muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu kleinen Machos

Engagiert beim Interview: Zana Ramadani geht mit dem Islam kritisch ins Gericht. Bild: Leonhard Hamerski
Mit der streitbaren Bestsellerautorin Zana Ramadani sprach unser Reporter Dieter Hintermeier über die Gefahren des politischen Islamismus, den Toleranzwahn der Deutschen und das Frauenbild der Muslime

Von Dieter Hintermeier | Frankfurter Neue Presse

Frau Ramadani, welcher Islam gehört zu Deutschland und welcher nicht?

ZANA RAMADANI: Auf keinen Fall ist es der aktuell politisch-herrschende Islam. Er zeichnet sich aus durch Radikalität und Geschlechterapartheid. Dieser gehört nicht in ein demokratisches Land, in dem Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gilt. Der spirituelle Islam, den es ja auch gibt, gehört natürlich zu Deutschland.

Aber wie kann der politisch-radikale Islam bekämpft werden?

RAMADANI: Der kann nur von innen heraus wirkungsvoll bekämpft werden. Solange sich aber die Mehrheit der Muslime diesen Tatsachen nicht stellt, wird der radikale Islam auch nicht wirklich bekämpft. An dieser Stelle sollte sich der Islam ein Beispiel am Christentum nehmen. Hier geschah die fundamentale Veränderung, damit meine ich die Reformation, auch von innen, also durch die Christen selbst.

weiterlesen

Zentralrat der Muslime: „Die AfD ist auf dem Weg, die NPD komplett aufzusaugen“

© dpa Der stellvertretende AfD-Parteichef Alexander Gauland und die Bundesvorsitzende Frauke Petry
Der Zentralrat der Muslime warnt nach dem Spitzenkandidatur-Verzicht von Frauke Petry vor einer weiteren Radikalisierung der AfD. Der stellvertretende Parteichef Gauland sagt mit Blick auf Erdogan-Unterstützer: „Sie gehören nicht hierher.“

Frankfurter Allgemeine

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sieht nach dem Verzicht von Parteichefin Frauke Petry auf eine AfD-Spitzenkandidatur den Weg frei für noch radikalere und islamfeindlichere Kräfte in der Partei: Während Petry immerhin noch zu einem kritischen Dialog beispielsweise mit dem Zentralrat der Muslime bereit gewesen sei, hätten sich dem andere Kräfte aus der Parteiführung komplett verweigert, sagte Zentralratsvorsitzender Ayman Mazyek im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag. „Die AfD ist auf dem Weg, die NPD komplett aufzusaugen.“

Grünen-Chefin Simone Peter sagte der „Rheinischen Post“: „Frauke Petry wird wie einst Bernd Lucke die Geister, die sie rief, nicht mehr los.“ Mit Petrys Verzicht auf die Spitzenkandidatur häute sich die AfD weiter. „Zum Vorschein kommt immer mehr die rechtsextreme Gesinnung dieser menschen- und europafeindlichen Partei.“

weiterlesen

Zentralrat der Muslime gegen Gebetsverbote an Schulen

Der Zentralrat der Muslime spricht sich gegen Gebetsverbote an Schulen aus. „Die Schule ist keinesfalls ein Ort, aus dem Religion verbannt werden kann“, erklärte der NRW-Vorsitzende des Zentralrats, Samir Bouaissa, am Donnerstag in Köln.

evangelisch.de

Er bezog sich auf Diskussionen über ein Verbot von öffentlichen Gebeten muslimischer Schüler am Johannes-Rau-Gymnasium in Wuppertal. Bouaissa regte die Einrichtung von Andachtsräumen in Schulen an, die auch Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften offenstehen. Ein Gebetsverbot hält er für rechtlich „nicht haltbar“. Der Zentralrats-Vertreter verwies zudem darauf, dass das muslimische Mittags- und Nachmittagsgebet, das in die Schulzeit fallen könne, nur wenige Minuten dauere und in andächtiger Stille vollzogen werde.

weiterlesen

NRW: Islam-Berater wegen Hetze bei Facebook entlassen

Für den islamischen Religionsunterricht arbeitet das Schulministerium mit einem Beirat zusammen. Die Ministerin hat nun ein Mitglied vor die Tür gesetzt – wegen heftiger Äußerungen bei Facebook.

DIE WELT

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat ein Mitglied des Beirats für den islamischen Religionsunterricht wegen „sehr fragwürdiger Äußerungen“ auf Facebook abberufen. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte am Mittwoch auf Anfrage, dass die geposteten Beiträge des Islamwissenschaftlers „das Vertrauen in die Arbeit des Beirats untergraben und dem Ansehen des Beirats schaden könnten“. In dem beratenden Gremium sind vier Vertreter tätig, die die großen Islamverbände Türkisch-Islamische Union (Ditib), VIKZ, Zentralrat der Muslime und Islamrat entsenden, und zudem vier Mitglieder, die die Schulministerin im Einvernehmen mit diesen Organisationen ernennt. Zu dieser Gruppe gehörte das entlassene Mitglied. Die „Rheinische Post“ hatte zuerst über den Fall berichtet.

weiterlesen

Muslimische Dachverbände in Deutschland: „Meilenweit von einem aufgeklärten Islam entfernt“

Die muslimischen Dachverbände in Deutschland sind nach Einschätzung des Experten Ourghi weit von einem aufgeklärten Islam entfernt. (picture alliance/dpa – Horst Galuschka)
Wir brauchen in Deutschland einen sehr liberalen und modernen Islam, sagte der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi im DLF. Auch stimme es nicht, dass der Islam nichts mit dem Extremismus zu tun habe. Jede Religion werde gefährlich, wenn es nationalistisch, ideologisch oder politisch werde. Kritik übte er an den deutschen Dachverbänden.

Abdel-Hakim Ourghi im Gespräch mit Christine Heuer | Deutschlandfunk

Die Haltung des Papstes zur Gewalt im Islam bezeichnete er als lobenswert. Aber, so Ourghi, der Islam befinde sich zur Zeit in einer Sinnkrise. Die Islamisten und der IS beteten in Moscheen, beriefen sich auf den Koran und den Propheten. „Sie legitimieren dadurch ihre Gewalt und betrachten sich als Muslime.“ Es sei nicht vertretbar, dass der Islam nichts mit dem Extremismus zu tun habe.

Auch in Deutschland müsse man sich fragen, welcher Islam sich hier etabliert habe. Die muslimischen Dachverbände seien meilenweit von einem aufgeklärten, humanistischen Islam entfernt. „Wir wissen, dass in den Gemeinden der Dachverbände, wie der Ditib, nämlich in Dinslaken und einigen Städten, in ihren Moscheen eine Radikalisierung stattfindet“, sagte Abdel-Hakim Ourghi im Deutschlanfunk.

„Deutsche Dachverbände vertreten Interessen ihrer Herkunftsländer“

weiterlesen

Terror: Wie sich die konservativen Islamverbände wegducken

Zentralmoschee der türkisch-islamischen Union Ditib in Köln / picture alliance
Die größte Gefahr geht nach Ansicht des Freiburger Islamwissenschaftlers Abdel-Hakim Ourghi nicht von polizeibekannten Salafisten aus, sondern von den konservativen muslimischen Dachverbänden. Sie seien noch „meilenweit“ von einem aufgeklärten Islam entfernt. Ourghi fordert drastische Maßnahmen.

Von ABDEL-HAKIM OURGHI | Cicero

Vor einigen Jahren sagte der heutige Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Gewiss prägen solche ideologischen Sätze das kollektive Gedächtnis und bestimmen den Umgang der türkischstämmigen Menschen mit Nichtmuslimen. Solche Sätze sind nicht nur sinnstiftend, sondern bilden sogar eine Barriere für die Integration der türkischstämmigen Menschen. Und sie sind auch die Ebnung eines Wegs für die Parallelgesellschaft, besonders wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der türkischen Moscheen, wie etwa die der Ditib, von diesem finanziellen und ideologischen Einfluss abhängig sind.

Der türkische Islam wird immer islamistischer und nationalistischer. Er bildet sogar die Basis für einen „Ghetto-Glauben“ in die Parallelgesellschaft. Es ist auch kein Wunder, dass ein Drittel aller deutschen Gotteskrieger in Syrien und im Irak türkischstämmig ist. Aus Dinslaken-Lohberg ist eine Gruppe von 22 Jugendlichen geschlossen in den „Heiligen Krieg“ gezogen. Auch die Ditib-Jugendlichen posierten mit dem Finger als Siegeszeichen des IS im Netz. Auf der Internet-Seite der Ditib-Gemeinde in Melsungen sind im Jahre 2015 antisemitische Hetzparolen übelster Sorte gegen die Juden aufgetaucht.

weiterlesen

Bassam Tibi: „Muslime nicht als Kollektiv ansehen“

Der Islamwissenschaftler Bassam Tibi (imago stock&people)
Die Forderung nach einem flächendeckenden Islamunterricht führt aus Sicht des Politikwissenschaftlers Bassam Tibi in eine falsche Richtung. Er bekomme Angst, wenn ein christlicher Kirchenvater über den Islam rede, ohne eine Ahnung davon zu haben, sagte Tibi im Deutschlandfunk. Er wünsche sich Islamunterricht für Kirchenväter und Politiker.

Bassam Tibi im Gespräch mit Jürgen Zurheide | Deutschlandfunk

Grundvoraussetzung für die Eingliederung des Islam in ein deutsches, demokratisches, europäisches Gemeinwesen sei die Kompatibilität mit dem Grundgesetz, sagte Bassam Tibi. Hierzu brauche es Reformen. Der Wille für solche Reformen bestehe beim organisierten Islam derzeit aber nicht.

Bassam Tibi kritisierte in diesem Zusammenhag, dass sich der Zentralrat der Muslime und der türkisch-islamische Dachverband DiTiB zum Sprachrohr für die in Deutschland lebendenden Muslime machten. Beide würden aber nur einen Bruchteil von ihnen vertreten und darüberhinaus seien beide nicht für einen Reform-Islam.

Für die Integration sei es wichtig, Muslime nicht als Kollektiv zu sehen, sondern als Individuen. Wegen der Vielfalt innerhalb der Islamgemeinde könne und dürfe es nicht nur einen Ansprechpartner geben, der im Namen aller 6,5 Millionen Muslimen in Deutschland spreche. Das käme einer Diktatur gleich.

weiterlesen

Beirat für Islam-Zentrum gegründet

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide leitet das Islam-Institut der Uni Münster. Nun muss sich der liberale Wissenschaftler auch mit einem Beirat der Islamverbände auseinandersetzen.
Nach einem jahrelangen Provisorium hat sich der für das Islam-Studium an der Universität Münster vorgesehene Beirat nun konstituiert. Durch ihn sollen Islamverbände ihr Mitwirkungsrecht vor allem bei Personalentscheidungen wahrnehmen.

Die Glocke Online

Vertreten sind in dem Gremium nun die Türkische Islamische Union (Ditib), der Islamrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren und der Zentralrat der Muslime, wie die Universität auf ihrer Internetseite mitteilt.

Der Beirat ist für die Arbeit des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Münster vorgesehen. Er spielt eine ähnliche Rolle wie die katholische und die evangelische Kirche an den christlichen theologischen Fakultäten und gibt vor allem Stellungnahmen zur Besetzung von Lehrstühlen ab.

weiterlesen

„Imam-Importe“ – Giffey warnt vor „fremdgesteuerten Moscheevereinen“

Bild: rbb24
Fast 1.000 Imame, die vom türkisch-islamischen Dachverband Ditib nach Deutschland entsendet wurden, sorgen bundesweit für Kritik. Deutsche Politiker, so auch die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, sehen das hiesige Wertesystem durch „fremdgesteuerte Moscheevereine“ in Gefahr.

rbb|24 Politik

In Deutschland gibt es Medienberichten zufolge derzeit fast 1.000 Imame, die von der türkischen Religionsbehörde entsandt wurden. Die in der Türkei ausgebildeten Geistlichen bleiben demnach fünf Jahre in der Bundesrepublik.

Deutsche Politiker kritisieren die Praxis, Imame aus der Türkei nach Deutschland zu entsenden, bundesweit. Auch die Bürgermeisterin des Berliner Stadtbezirks Neukölln, Franziska Giffey (SPD), sagte im rbb, sie sehe es kritisch, „wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind“. Imame hätten eine Vorbildfunktion und vor allem auf junge Leute großen Einfluss.

weiterlesen

„Angst, den Islam schlecht dastehen zu lassen“

Autorin Sineb El Masrar: Sie wünscht sich mehr Eigeninitiative von Frauen in islamischen Gemeinden (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Islam und Frauenrechte seien kein Widerspruch, sagte die Publizistin Sineb El Masrar im Deutschlandfunk. Es gebe aber zu wenige Muslime, die öffentlich für ein anderes Frauen- und Männerbild stritten. Die muslimischen Verbände in Deutschland kritisierte sie scharf.

Sineb El Masrar im Gespräch mit Christiane Florin|Deutschlandfunk

Christiane Florin: Sie werfen den muslimischen Verbänden und ihrem Führungspersonal in Deutschland Unfähigkeit vor. Warum?

Sineb El Masrar: Aus vielerlei Gründen. Sie vermitteln das reiche islamische Erbe den Gläubigen nicht, allen voran nicht den Frauen und den Mädchen nicht im klassischen Islamunterricht und an den Koranschulen. Es gibt Jugendorganisationen, in denen ein sehr einseitiges Islamverständnis verbreitet wird, das durchaus auch islamistische Bezüge hat. Ich meine eher den Reformsalafismus, die Muslimbruderschaftsideologie.

Wir hatten kürzlich den Fall einer jungen Deutsch-Marokkanerin aus Hannover, die einen Polizisten niedergestochen hat. Diese junge Frau hatte sehr oft und lange mit Pierre Vogel zu tun. Vor allem der Zentralrat der Muslime hat genau solchen Predigern wie Pierre Vogel auf „Waymo.de“ eine Plattform gegeben. Das ist problematisch und das muss man thematisieren. Und genau diese Gruppierung muss sich dazu äußern, warum das pädagogisch wertvoll war und ist.

Florin: Schauen die Medien zu unkritisch auf das muslimische Führungspersonal?

El Masrar: Ja, eindeutig. Da fehlen durchaus kritische Fragen. Ich verstehe, dass die Medien Ansprechpartner brauchen. Aber wenn man auf diese Akteure zurückgreift, dann müssen kritische Fragen gestellt werden, weil die Medien Rezipienten haben, die auch Muslime sind. Und auch diese muslimischen Bürger müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben.

weiterlesen