Schlagwort-Archive: Zentralrat der Muslime

Beirat für Islam-Zentrum gegründet

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide leitet das Islam-Institut der Uni Münster. Nun muss sich der liberale Wissenschaftler auch mit einem Beirat der Islamverbände auseinandersetzen.
Nach einem jahrelangen Provisorium hat sich der für das Islam-Studium an der Universität Münster vorgesehene Beirat nun konstituiert. Durch ihn sollen Islamverbände ihr Mitwirkungsrecht vor allem bei Personalentscheidungen wahrnehmen.

Die Glocke Online

Vertreten sind in dem Gremium nun die Türkische Islamische Union (Ditib), der Islamrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren und der Zentralrat der Muslime, wie die Universität auf ihrer Internetseite mitteilt.

Der Beirat ist für die Arbeit des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Münster vorgesehen. Er spielt eine ähnliche Rolle wie die katholische und die evangelische Kirche an den christlichen theologischen Fakultäten und gibt vor allem Stellungnahmen zur Besetzung von Lehrstühlen ab.

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„Imam-Importe“ – Giffey warnt vor „fremdgesteuerten Moscheevereinen“

Bild: rbb24
Fast 1.000 Imame, die vom türkisch-islamischen Dachverband Ditib nach Deutschland entsendet wurden, sorgen bundesweit für Kritik. Deutsche Politiker, so auch die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, sehen das hiesige Wertesystem durch „fremdgesteuerte Moscheevereine“ in Gefahr.

rbb|24 Politik

In Deutschland gibt es Medienberichten zufolge derzeit fast 1.000 Imame, die von der türkischen Religionsbehörde entsandt wurden. Die in der Türkei ausgebildeten Geistlichen bleiben demnach fünf Jahre in der Bundesrepublik.

Deutsche Politiker kritisieren die Praxis, Imame aus der Türkei nach Deutschland zu entsenden, bundesweit. Auch die Bürgermeisterin des Berliner Stadtbezirks Neukölln, Franziska Giffey (SPD), sagte im rbb, sie sehe es kritisch, „wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind“. Imame hätten eine Vorbildfunktion und vor allem auf junge Leute großen Einfluss.

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„Angst, den Islam schlecht dastehen zu lassen“

Autorin Sineb El Masrar: Sie wünscht sich mehr Eigeninitiative von Frauen in islamischen Gemeinden (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Islam und Frauenrechte seien kein Widerspruch, sagte die Publizistin Sineb El Masrar im Deutschlandfunk. Es gebe aber zu wenige Muslime, die öffentlich für ein anderes Frauen- und Männerbild stritten. Die muslimischen Verbände in Deutschland kritisierte sie scharf.

Sineb El Masrar im Gespräch mit Christiane Florin|Deutschlandfunk

Christiane Florin: Sie werfen den muslimischen Verbänden und ihrem Führungspersonal in Deutschland Unfähigkeit vor. Warum?

Sineb El Masrar: Aus vielerlei Gründen. Sie vermitteln das reiche islamische Erbe den Gläubigen nicht, allen voran nicht den Frauen und den Mädchen nicht im klassischen Islamunterricht und an den Koranschulen. Es gibt Jugendorganisationen, in denen ein sehr einseitiges Islamverständnis verbreitet wird, das durchaus auch islamistische Bezüge hat. Ich meine eher den Reformsalafismus, die Muslimbruderschaftsideologie.

Wir hatten kürzlich den Fall einer jungen Deutsch-Marokkanerin aus Hannover, die einen Polizisten niedergestochen hat. Diese junge Frau hatte sehr oft und lange mit Pierre Vogel zu tun. Vor allem der Zentralrat der Muslime hat genau solchen Predigern wie Pierre Vogel auf „Waymo.de“ eine Plattform gegeben. Das ist problematisch und das muss man thematisieren. Und genau diese Gruppierung muss sich dazu äußern, warum das pädagogisch wertvoll war und ist.

Florin: Schauen die Medien zu unkritisch auf das muslimische Führungspersonal?

El Masrar: Ja, eindeutig. Da fehlen durchaus kritische Fragen. Ich verstehe, dass die Medien Ansprechpartner brauchen. Aber wenn man auf diese Akteure zurückgreift, dann müssen kritische Fragen gestellt werden, weil die Medien Rezipienten haben, die auch Muslime sind. Und auch diese muslimischen Bürger müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben.

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Schwachsinn: Dodo Mazyek und der Zorn Gottes

Aiman_MazyekDer Zentralrat der Muslime hat die Terrorangriffe in Brüssel als „feige Anschläge auf unschuldige Bürger“ verurteilt.

evangelisch.de

„Wir stehen solidarisch an der Seite Belgiens“, erklärte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek am Dienstag in Köln. Die Terroristen wollten Angst und Schrecken verbreiten und die Gesellschaft spalten. „Lassen wir es gemeinsam dazu nicht kommen und allen Terroristen, egal welcher Couleur, entgegnen: Euch wird der Zorn Gottes und der gesamten Menschheit treffen.“

In Brüssel sind am Dienstag bei Anschlägen auf dem Flughafen und der Metro am Dienstagvormittag zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Die belgischen Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den Explosionen am Flughafen um Selbstmordattentate handelt. Die Hintergründe sind noch unklar. In Belgien wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Zentralrat der Muslime reformiert Strukturen

Aiman_MazyekDer Zentralrat der Muslime in Deutschland hat seine Verbandsstrukturen reformiert, um seine Chancen auf die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zu verbessern.

evangelisch.de

Wie der Dachverband mit Sitz in Köln am Montag in Berlin mitteilte, verständigte sich die Vertreterversammlung der mehr als 30 Mitgliedsorganisationen im Zentralrat bereits am Sonntag einstimmig auf Satzungsänderungen. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eines Gelehrtenrates und eines Aufsichtsrates.

Der Vorsitzende des Zentralrates, Aiman Mazyek, bezeichnete die Strukturreform als „dringend notwendig“. Damit seien entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. Zudem sollen die einzelnen Gemeinden direkter in die Entscheidungsprozesse der Organisation eingebunden werden.

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Zentralrat der Muslime will Polizeischutz

Aiman_MazyekDer Zentralrat der Muslime erlebt nach eigenen Angaben eine Welle von Anfeindungen. Weil nach den Silvester-Übergriffen offen zu seiner Vernichtung aufgerufen werde, fordert der Verband Konsequenzen.

DIE WELT

Der Zentralrat der Muslime berichtet nach den Übergriffen von Köln über eine Vielzahl von heftigen Anfeindungen: „Wir erhalten immer mehr Briefe, Mails und Telefonate, die offen zu unserer Vernichtung aufrufen und in denen dem Verband mit Anschlägen gedroht wird, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Wochenende der Neuen Osnabrücker Zeitung. Polizei, Staatsschutz und Staatsanwaltschaft seien eingeschaltet.

Zugleich forderte Mazyek einen permanenten Polizeischutz. „Ich hätte es nie für möglich gehalten zu sagen: Es reicht nicht mehr, wenn die Polizei von Zeit zu Zeit Streife fährt. Unsere Mitarbeiter haben richtig Angst, wie sich überhaupt auch viele muslimische Frauen nicht mehr auf die Straßen trauen.“

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„Terroristen Reisen längst per Flugzeug“

Foto: Ute Schäfer Mehrmals im Jahr besucht der Islam-Experte und Orientalist Dr. Jürgen Wasella aus Aalen Länder des Nahen Ostens.
Spätestens seit den Anschlägen von Paris geht die Angst um in Europa. Das HT hat sich mit dem Islam-Experten Dr. Jürgen Wasella über die Bedrohung durch islamische Terroristen unterhalten.

Interview Mathias Bartels|Hohenloher Tagblatt

HOHENLOHER TAGBLATT: Haben Sie persönlich nach den Anschlägen von Paris Angst um die öffentliche Sicherheit in Deutschland?

DR. JÜRGEN WASELLA: Nicht mehr als vorher. Es ist doch längst bekannt, dass Hunderte von jungen und leicht zu manipulierenden Menschen nach Syrien und in den Irak gereist sind, um sich dem IS anzuschließen. Viele von ihnen sind inzwischen zurück, nachdem sie im Kampfgebiet das Töten gelernt haben. Wir haben in Deutschland bislang ganz viel Glück gehabt, dass viele Anschläge sehr unprofessionell geplant waren und rechtzeitig verhindert wurden. Was ich am meisten befürchte, sind Angriffe, wie wir sie zurzeit in Israel erleben: Fanatisierte Einzeltäter, die mit Messern oder sonstigen Waffen wahllos Unbeteiligte attackieren.

Die Dschihadisten sprechen vom „Heiligen Krieg“. Sehen Sie uns, den Westen oder Europa, im Krieg mit dem IS?

WASELLA: Ursula von der Leyen hat zu Recht darauf hingewiesen, dass dies kein Krieg gegen Staaten ist. Stattdessen haben wir es mit einer Situation der Auflösung eines ganzen Staatensystems im Nahen Osten, aber auch in Pakistan und Afghanistan zu tun. Erst dieser Verfall nachkolonialer Grenzen hat es möglich gemacht, dass Terrororganisationen wie al-Qaida und der IS in einem politischen und ideologischen Vakuum ideale Bedingungen für ihre Ausbreitung gefunden haben. Hinzu kommt, dass staatliche Akteure in der direkten Nachbarschaft den IS vor ihren eigenen ideologischen oder politischen Karren gespannt haben. Die Türkei unter Erdogan agiert hier sehr zweifelhaft. Die gefährlichste Brutstätte des islamischen Terrorismus ist schon seit Langem Saudi-Arabien. Der Westen ist tatsächlich in einem Konflikt, der mit den Auseinandersetzungen vergleichbar ist, die in den 30er- und 40er- Jahren geführt wurden. Der Dschihadismus und der Islamismus spielen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts die Rolle, die früher der Faschismus oder der Stalinismus für Europa gespielt haben.

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Grüne gegen Anerkennung der Islamverbände als Religionsgemeinschaft

Die Berliner Şehitlik Moschee © onnola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Grünen-Politiker Cem Özdemir und Volker Beck sind gegen eine Anerkennung der islamischen Verbände als Religionsgemeinschaften. Die islamischen Vereinigungen seien „national, politisch oder sprachlich, nicht aber bekenntnisförmig geprägt“.

MiGAZIN

Bei den Grünen gibt es Vorbehalte, die bestehenden Islamverbände als Religionsgemeinschaften anzuerkennen. Die vier großen islamischen Vereinigungen seien bislang nach der Zusammensetzung „national, politisch oder sprachlich, nicht aber bekenntnisförmig geprägt“, argumentieren der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir und der Bundestagsabgeordnete Volker Beck in einem Papier, das dem Evangelischen Pressedienst vorliegt. „Wir sehen sie daher als religiöse Vereine“ und nicht als Religionsgemeinschaften oder -gesellschaften im Sinne des Grundgesetzes, heißt es darin. „Sie sollten daher auch nicht politisch als solche anerkannt werden.“

Gegen eine Anerkennung der Islamverbände spricht aus Sicht von Beck und Özedemir zudem, dass die Organisationen nicht repräsentativ seien und nur einen Bruchteil der vier Millionen Muslime in Deutschland als Mitglieder hätten. Deren Privilegierung sei derzeit weder religions- noch integrationspolitisch wünschenswert. In Deutschland gibt es derzeit vier bundesweit auftretende Islamverbände, die eigenen Angaben zufolge 2.000 Moscheegemeinden vertreten: Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), Islamrat, Verband der Islamischen Kulturzentren und Zentralrat der Muslime. Seit 2007 haben sie sich im Koordinierungsrat der Muslime zusammengeschlossen.

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3. Oktober: Tag der offenen Moschee in Deutschland

Bewusst gewählter Zeitpunkt am Tag der Deutschen Einheit. (Foto: Flickr/ Marxloh Mosque by morisius cosmonaut CC BY 2.0)
Am Tag der offenen Moschee soll nicht-muslimischen Besuchern in bundesweit rund 1000 Gotteshäusern der Islam näher gebracht werden. Zu Führungen, Ausstellungen, Diskussionen und Folklore werden wie in den vergangenen Jahren insgesamt rund 100.000 Besucher erwartet.

Deutsch Türkische Nachrichten

Der 1997 vom Zentralrat der Muslime in Deutschland initiierte Aktionstag wird bewusst am Tag der Deutschen Einheit veranstaltet. Laut Zentralrat soll dieser Termin die Verbundenheit der Muslime mit allen Deutschen zum Ausdruck bringen. In der Bundesrepublik bekennen sich rund vier Millionen Menschen zum Islam.

„Diese in der Welt bisweilen einzigartige Aktion (…) entwickelte sich im Laufe der Jahre zum Selbstläufer. Hunderte Moscheen aller islamischen Verbände nehmen Jahr für Jahr daran teil“, so der Koordinationsrat der Muslime (KRM) zum diesjährigen Tag.

Der bewusst gewählte Zeitpunkt am Tag der Deutschen Einheit solle das Selbstverständnis der Muslime als Teil der deutschen Einheit und ihre Verbundenheit mit der Gesamtbevölkerung zum Ausdruck bringen.

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Grüne regen Sondersitzung der Islamkonferenz zu Flüchtlingen an

Die Grünen Logo

Die Grünen haben eine Sondersitzung der Deutschen Islamkonferenz zur Integration der vielen muslimischen Flüchtlinge angeregt. „Die Bundesregierung muss der Bitte aus dem Zentralrat der Muslime nach Unterstützung der Moscheegemeinden und muslimischen Organisationen bei der Integration der Flüchtlinge nachkommen“, sagte Religions-Experte Volker Beck der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe).

evangelisch.de

Beck erinnerte daran, dass Ähnliches auch beim Zentralrat der Juden getan worden sei, der in den letzten 25 Jahren stark zur Integration der russischen Kontingentflüchtlinge beigetragen habe. „Die Deutsche Islamkonferenz sollte dafür der Ort der Debatte sein“, sagte Beck. Deshalb sei eine Sondersitzung sehr zu begrüßen.

Die Flüchtlingsdynamik stellt auch für die muslimischen Gemeinden in Deutschland eine neue, ungeahnte Herausforderung dar. Bereits im vergangenen Jahr hatten dem Bericht zufolge fast 130.000 Muslime Asyl in Deutschland beantragt. Die Zahl dürfte in diesem Jahr ein Vielfaches davon betragen. Besonders in den Gemeinden mit arabischem Hintergrund stellten sich viele Ehrenamtliche in diesen Tagen als Übersetzer, Deutschlehrer, Seelsorger und Tröster zur Verfügung, wie Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sagte.

Integration: Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert klare Regeln

Aiman_MazyekVorsitzender Aiman Mazyek will schnelle Integration der Flüchtlinge durch eine Politik des „Förderns und Forderns“

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Eine Aussage des deutschen Innenministers fand schnell ihre Aufnahme in Diskussionsbeiträgen, die den Neuankömmlingen in Deutschland sehr skeptisch gegenüberstehen. De Maizière sprach eine Befürchtung an, die den Echoraum um den Begriff „Islamisierung“ ins Schwingen brachte. Die derzeit hier lebenden Muslime, so der Innenminister, würden in der Mehrheit aus der Türkei stammen, jetzt aber kämen mit den Flüchtlingen Muslime mit einem anderen Hintergrund:

Jetzt werden wir Hunderttausende arabisch geprägte Muslime bekommen, und das ist, nach allem, was mir mein französischer Kollege sagt, ein erheblicher Unterschied in Sachen Integration.

Konkret spricht der Minister Überforderung an: Der Anteil der Analphabeten unter den Flüchtlingen steige, es werde „nicht mehr gehen“, den Flüchtlingen ausreichend Deutsch beizubringen, bevor sie in Arbeit zu bringen sind. Zugleich lässt der Minister in seiner Bemerkung vage verstehen, dass sich Deutschland auf Schwierigkeiten und Konflikte einstellen muss.

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Religion und Staat: Nehmt den Kirchen ihre Privilegien

Manchmal doch auf Augenhöhe: Aiman Mazyek zwischen Angela Merkel und Joachim Gauck bei einer Mahnwache für die Opfer der Anschläge in Frankreich . picture alliance
Der Zentralrat der Muslime möchte eine politische Vertretung in Berlin. Und damit an die steuerfinanzierten Fleischtöpfe. Doch statt religiösen Institutionen immer mehr Privilegien einzuräumen, gehört das Verhältnis von Religion und Staat grundsätzlich auf den Prüfstand.


Von Timo Stein|Cicero

Aiman Mazyek will auch ein Stück vom Kuchen. Das ist zunächst einmal sein gutes Recht. Der Vorsitzende des Vereins „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ wünscht sich eine ständige politische Vertretung in Berlin nach Vorbild der Kirchen. Tatsächlich ist die evangelische Kirche in Berlin durch den Bevollmächtigten der EKD und die katholische Kirche über das Katholische Büro der Deutschen Bischofskonferenz vertreten.

Auch Mazyek erträumt sich eine solche, also eine wie bei den christlichen Vertretern vom Steuerzahler finanzierte Repräsentanz. Es geht also um Geld und Einfluss. Logisch.

Mazyeks Vorschlag legt Strukturproblem offen

Bleiben zwei Fragen und ein grundsätzliches Problem: Wen genau Mazyek eigentlich mit seinem Verein, der 15.000 bis 20.000 Mitglieder (und damit nicht einmal 0,5 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime) zählt, repräsentiert? Und: Wie steht es um den tatsächlichen Nutzen solch eher konservativer Verbände für das Gelingen von Integration?

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Das Who is Who der deutschen Muslime

Bild. BR
Rund vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Wie aber sind sie organisiert und vernetzt? Und wer spricht für sie? Ein Überblick über islamische Verbände und Organisationen vom liberal-islamischen Bund, der sich pro Homosexualität ausspricht, bis hin zur Muslimbruderschaft und Milli Görus, auf die der Verfassungsschutz ein Auge geworfen hat.


Bayrischer Rundfunk

Etwa 2.350 Moscheegemeinden und alevitische Cem-Häuser gibt es bundesweit. Die Mehrheit der Muslime in Deutschland stammt aus der Türkei. Sie machen rund 63 Prozent aller Muslime aus, die zweitgrößte Gruppe stellen mit 14 Prozent Muslime aus Südosteuropa und die drittgrößte Gruppe kommt mit rund acht Prozent aus dem Nahen Osten.

Der Islam in Deutschland ist damit vor allem sunnitisch geprägt. 74 Prozent aller Muslime hierzulande rechnen sich dieser Glaubensrichtung zu. Die Aleviten bilden mit rund 13 Prozent die zweitgrößte Richtung. Schiiten werden vor allem vom Zentralrat der Muslime vertreten, der Thomas Volk zufolge, dem Koordinator für Islam und Religionsdialog der Konrad-Adenauer-Stiftung, öffentlich zwar sehr stark wahrgenommen wird, faktisch aber nur etwa 1 bis 2 Prozent der Muslime in Deutschland vertritt.

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Wenn parteinahe Stiftungen islamische Strukturen schaffen

Die CDU nahe Konrad Adenauer Stiftung © MiG
Muslimisches Forum Deutschland. Unter diesem Namen wollen “Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens” der “Mehrzahl der in Deutschland lebenden und bisher nicht vertretenen Muslime Gehör verschaffen”. Initiiert wurde das Forum von der CDU nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.


Von Canan Topçu|MiGAZIN

Die Idee für das Ende April in Berlin gegründete Forum stammt von dem Psychologen und Islamismus-Experten Ahmad Mansour. Angeschlossen haben sich ihm bisher 15 Personen, “die beruflich, biographisch und privat mit dem Themenspektrum des Islams befasst sind”. Ein Motiv zum Mitmachen lautet, die Deutungshoheit über den Islam in Deutschland nicht den etablierten islamischen Verbänden zu überlassen.

Gründungsmitglieder sind prominente Muslime wie die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der Theologe Mouhanad Khorchide, aber auch weniger bekannte Personen. Nicht alle Erstunterzeichner des Netzwerks sind Muslime, die Journalistin Düzen Tekkal etwa ist Jezidin.

Eben diese Zusammensetzung wirft bei Kritikern die Frage auf, warum Nicht-Muslime in einem Gremium mitwirken, das sich auf politischer Ebene an Diskussionen etwa über islamische Theologie und die religiöse Praxis von Muslimen beteiligen möchte. Die Forumsmitglieder haben darüber intensiv diskutiert und sich bewusst dafür entschieden, auch Nicht-Muslime aufzunehmen, da das Thema Islam ein “gesamtgesellschaftliches” sei. “An der Deutschen Islamkonferenz, vom Bundesinnenminister ins Leben gerufen, nehmen ja auch nicht nur Muslime teil”, heißt es dazu aus dem Forum.

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Militärseelsorge: Bundeswehr sucht ersten Imam für muslimische Soldaten

Es wird geschätzt, dass es etwa 1600 Muslime in der Bundeswehr gibt. (Foto: Flickr/by ResoluteSupportMedia CC BY 2.0)
Muslimische Soldaten in der Bundeswehr können wohl schon bald auf einen eigenen Imam zurückgreifen. Wie das Verteidigungsministerium gegenüber den Medien bestätigte, suche die Bundeswehr gerade in der Tat einen Militärseelsorger muslimischen Glaubens. Forderungen nach einem solchen Schritt gibt es bereits seit Jahren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Bereits seit 2011 existiert das Arbeitspapier des Zentrums für Innere Führung mit dem Titel „Deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens in der Bundeswehr“. Jetzt bestätigte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der Bild, dass tatsächlich ein Imam gesucht werde.

Geschuldet sei dieser Schritt der offenbar wachsenden Zahl an Muslimen in Uniform, berichtet hierzu die türkische Zeitung Sabah. „Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich der Islam in Deutschland inzwischen als drittgrößte Religion etabliert hat, stellt sich die Frage, ob für unsere Soldaten muslimischen Glaubens eine eigene Militärseelsorge möglich ist“, zitiert das Blatt einen Sprecher der Bundeswehr. Auch deshalb sei zum 1. Mai am Zentrum „Innere Führung“ in Koblenz eine „Zentrale Ansprechstelle für Soldatinnen und Soldaten anderer Glaubensrichtungen„ eingerichtet worden.

Bereits seit den 1960er Jahren kümmern sich die katholische und die evangelische Kirche um die deutschen Soldaten. Mittlerweile wird geschätzt, dass jeder fünfte Bundeswehrangehörige einen Migrationshintergrund besitzt. Die Militärseelsorge sei Teil kirchlicher Arbeit und werde im Auftrag und unter Aufsicht der Evangelischen und Katholischen Militärseelsorge ausgeübt, so das Domradio. Gesetzliche Grundlagen seien Artikel 4 des Grundgesetzes, aus dem sich auch für Soldaten das Grundrecht auf freie Religionsausübung ableite, sowie die im Soldatengesetz festgeschriebenen Regelungen.

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Gehört der Islam zur CDU?

cdu_carlik

FAS: Die Union will sich mehr für Muslime öffnen – Merkel hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer Integrationsfigur für Migranten entwickelt – Bosbach, der Merkel widersprochen hatte, werde seit zwei Monaten mit Bürgerbriefen überschüttet.


kath.net

Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat mit ihrer Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört, viel Widerspruch in ihrer Partei hervorgerufen. Dennoch arbeitet Merkel mit dem CDU-Generalsekretär Peter Tauber daran, die Partei für Migranten zu öffnen und hat dabei vor allem Muslime im Blick. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). „Wenn Merkel sagt, der Islam gehört zu Deutschland, heißt das auch ein wenig: Der Islam gehört zur CDU“, schreibt Mehmet Ata in dem Beitrag unter dem Titel „Die neue Migrantenpartei“. Darin wird Tauber mit den Worten zitiert: „Wir reden in allen Parteigliederungen darüber, wie wir Muslime noch besser ansprechen können.“ Dazu erstellt die Partei einen Leitfaden, der im Frühsommer veröffentlicht werden soll. Demnächst wird das CDU-Präsidium erstmals den Zentralrat der Muslime und andere islamische Verbände empfangen.

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Antisemitismus: Zentralrat der Muslime nennt Ängste von Juden „berechtigt“

Aiman_MazyekDer Zentralrat der Juden warnt davor, sich in Vierteln mit „hohem muslimischen Anteil“ als Jude zu zeigen. Der Zentralrat der Muslime sagt dazu: „Diese Ängste sind berechtigt“ – warnt aber vor einer Vereinfachung des Problems.


SpON

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) hat Verständnis für die Sorgen von Juden im Land geäußert. „Diese Ängste sind berechtigt“, sagte Aiman Mazyek der „Berliner Zeitung“. Zuvor hatte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, am Donnerstag gläubige Juden gewarnt, sich in „Problemvierteln“ mit der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung zu zeigen.

Mazyek hob jedoch hervor, dass er sich im Namen des Zentralrats der Muslime (ZMD) in aller Klarheit von Übergriffen muslimischer Jugendlicher auf Juden distanziert habe. Er warnte zudem davor, soziale Spannungen in deutschen Großstädten zu „islamisieren“. Die Verknüpfung der Begriffe „Problemviertel“ und „muslimisch“ könne missverstanden werden.

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Alice Schwarzer: Die ‚falsche Toleranz‘ gegenüber Islamisten beenden

Alice Schwarzer (Oktober 2010), Bild: wikimedia.org/CC-BY 3.0/MichaelLucan
Feministin: Die Politik habe zugelassen, „dass leichtfertig einem Kulturrelativismus das Wort geredet wurde, bei dem die Menschenrechte zwar für uns gelten – aber nicht für muslimische Männer und schon gar nicht für muslimische Frauen“


kath.net

Ein Ende der „falschen Toleranz“ gegenüber Islamisten hat die Publizistin und Feministin Alice Schwarzer (Köln) gefordert. Die Politik habe ihnen nach dem Mund geredet und es zugelassen, „dass leichtfertig einem Kulturrelativismus das Wort geredet wurde, bei dem die Menschenrechte zwar für uns gelten – aber nicht für muslimische Männer und schon gar nicht für muslimische Frauen“, schreibt Schwarzer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“ fordert eine konsequente Trennung von Staat und Religion. Es dürfe in den staatlichen Schulen keine Extraregelungen wegen Glaubenszugehörigkeit geben. Deutsch müsse Sprache für alle sein. „Wir brauchen Aufklärung über Rechtsstaat und Gleichberechtigung der Geschlechter in den Klassen“, so Schwarzer.

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Diakonie: „Kein Kopftuchverbot in der evangelischen Kirche“

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Das Kopftuch-Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat eine Kontroverse ausgelöst. Es gebe kein allgemeines Kopftuchverbot in der evangelischen Kirche, betont die Diakonie. Kritik kommt vom Zentralrat der Muslime, von SPD und Linkspartei. Politiker der CDU begrüßen das Urteil.

evangelisch.de

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sieht im Urteil des Bundesarbeitsgerichts einen „Rückschlag für die Integrationspolitik in Deutschland“. Für die betroffene Krankenschwester, die gegen das Kopftuchverbot in einer evangelischen Klinik geklagt hatte, sei das Urteil „eine persönliche Tragödie“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hatte am Mittwoch entschieden, dass ein kirchliches Krankenhaus einer muslimischen Pflegerin das Tragen eines Kopftuchs verbieten darf. Das im Grundgesetz geschützte kirchliche Selbstbestimmungsrecht sei hier höher zu bewerten als die Religionsfreiheit der Krankenschwester, heißt es in dem Urteil (AZ: 5 AZR 611/12). Konkret ging es um eine Muslimin, die seit 1996 in der evangelischen Augusta-Klinik in Bochum arbeitete. Kritik an der Entscheidung kam aus der SPD und der Linkspartei.

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Islam-Verband: Kopftuch-Urteil ist Rückschlag für Integration

Aiman_MazyekDer Zentralrat der Muslime in Deutschland sieht in dem Kopftuch-Urteil des Bundesarbeitsgerichts einen „Rückschlag für die Integrationspolitik in Deutschland“.

evangelisch.de

Für die betroffene Krankenschwester, die gegen das Kopftuchverbot in einer evangelischen Klinik geklagt hatte, sei das Urteil „eine persönliche Tragödie“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Sie hat viele Jahre für diesen Arbeitgeber gearbeitet. Dass sie dies nun nicht mehr darf, weil sie ein Kopftuch trägt, ist menschlich tragisch und auch sozial bedauerlich.“

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