Evangelikale: Liebe dein Kind – auch mit der Rute

Bild: Richard Wilkinson

«Wer seine Rute schont, der hasst ­seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn beizeiten.»Altes Testament, Sprüche 13, 24
 

Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit ­menschlichen Schlägen strafen.» Altes Testament, 2. Samuel 7, 14

«Züchtige deinen Sohn, solange ­Hoffnung da ist, aber lass dich nicht hinreissen, ihn zu töten.» Altes Testament, Sprüche 19, 18

Von Tanja Polli –  beobachter.ch

«Eltern sollten ihre Kinder nicht mit steifen oder harten Gegenständen züchtigen», schreibt das US-amerikanische Paar Anne Marie und Gary Ezzo im christlichen Erziehungsratgeber «Kindererziehung nach Gottes Plan». Besser ­geeignet sei ein «leicht biegsamer Gegenstand» – der füge Schmerzen zu, «ohne dabei Knochen oder Muskeln zu schädigen». Gezüchtigt werden «nach Gottes Plan» Kinder ab einem Alter von 14 Monaten.

Wann der biegsame Gegenstand ein­gesetzt werden soll, zeigt ein Beispiel: Die zweijährige Ashley – Ezzos Enkeltochter – spielt mit einer Schwingtür. Obwohl ihr ­Vater sie ermahnt hatte, das nicht zu tun. «Ihre Rebellion war aktiv und direkt und verlangte eine Korrektur der Stufe drei.» Stufe drei bedeutet: Schmerz – «mit der Absicht, dem Kind zu helfen, Selbstbeherrschung über eine ganz bestimmte mora­lische Schwäche zu gewinnen».

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