Schlagwort-Archive: katholische Kirche

Polens Apostel: “Unaufhaltsam – Europa wird muslimisch sein”

Er gilt als Liberaler: Kardinal Stanislaw Dziwisz, Erzbischof von Krakau Foto: picture-alliance / i15/ZUMA Pres
Die neue konservativ-nationale Regierung spaltet die polnische Bevölkerung. Auch die katholische Kirche, Wagenburg der Gesellschaft, ist sich uneins. Hier streiten konservative und liberale Kräfte.

Von Gerhard Gnauck|DIE WELT

Eine neue Teilung Polens liegt in der Luft. Diesmal sind es weder Preußen noch Russen, die Soldaten schicken, um sich einen Teil des Landes unter den Nagel zu reißen. Diesmal verläuft die Teilung quer durch die Gesellschaft – und sogar durch jenes Organ, das sich immer noch als das Herz der Nation versteht: die mächtige katholische Kirche, der fast 90 Prozent der Polen angehören.

Als der Pole Johannes Paul II. die Weltkirche führte, da war in seiner Heimat die Welt noch in Ordnung. Der “Jahrtausendpapst”, wie ihn der “Spiegel” betitelte, gab vor Polens EU-Beitrittsreferendum 2003 ein klares Votum ab: Die institutionell vereinte europäische Familie sei die Heimat auch seines Landes. Doch er hielt auch die Konservativen in der Geistlichkeit bei der Stange. Er war das einigende Band.

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Liechtenstein: Schwierige Entflechtung von Kirche und Staat

Liechtensteins Regierung hofft 2016 auf ein Konkordat mit dem Vatikan. (Bild: Eddy Risch / Keystone)
Über Jahrhunderte bildeten katholische Kirche und Staat praktisch eine Einheit im Fürstentum Liechtenstein.Die Trennung gestaltet sichnicht einfach. Dennoch hofftdie Regierung auf einen Abschluss noch in diesem Jahr.

Von Günther Meier|Neue Zürcher Zeitung

Erzbischof Wolfgang Haas erhielt am 9. Dezember einen Ziegelstein aus der Mauer der Heiligen Pforte, die Papst Franziskus zum Beginn des Heiligen Jahres geöffnet hatte. Weder der Inhalt der als «Eilpost» deklarierten Ziegelstein-Sendung aus dem Vatikan noch die Ausstellung des Steins in der Mutterkirche der Erzdiözese Vaduz sorgten in Liechtenstein für besondere Aufregung. Die geringe Aufmerksamkeit der Bevölkerung steht in einem gewissen Kontrast zu den Herausforderungen, denen sich das Fürstentum seit der umstrittenen Errichtung des Erzbistums Vaduz im Jahr 1997 gegenübersieht. Die mit der Errichtung des Erzbistums geforderte Neuordnung des Verhältnisses von Kirche und Staat ist immer noch nicht zu einem Abschluss gebracht worden, weil sich allein schon die materielle Entflechtung von Besitztum und Nutzung von Kirchen und Friedhöfen in den einzelnen Gemeinden als schwieriger erwies als erwartet. Regierungschef Adrian Hasler hat dennoch gegenüber dem Parlament angekündigt, das Reformvorhaben noch in dieser Legislaturperiode – also bis Ende 2016 – abschliessen zu wollen. Weniger Eile scheint das Erzbistum zu haben, das auf eine «sachgerechte und gesetzeskonforme Lösung» pocht.

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Warum es liberale Katholiken in Polen schwer haben

Die weltgrößte Statue von Johannes Paul II. in Czestochowa, Polen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die katholische Kirche in Polen auf Distanz zu seinen Themen gegangen ist. (dpa/ picture-alliance/ Waldemar Deska)
Die katholische Kirche in Polen ist ins Lager der Nationalkonservativen geschwenkt. Die Aufbruchstimmung, die Papst Franziskus verbreiten will, stößt hier auf Ablehnung – für liberale Katholiken ein verheerendes Signal.

Von Martin Sander|Deutschlandradio Kultur

Andrzej Luter, Theologe, Publizist und Kinohistoriker zelebriert die Messe in der Kirche des heiligen Carlo Borromeo im Zentrum von Warschau. Seit Jahrzehnten ist er Gemeindepfarrer – doch in letzter Zeit hat sich seine Kirche sehr verändert.

“Also es war so: Als ich in den 80er Jahren ins Priesterseminar eintrat, 1984 war das genau, da hatte ich wirklich den Eindruck, ich trete in eine offene Kirche ein. Damals gab es eine einfache Aufteilung: Dort die Roten, die Kommunisten, hier die Kirche. Man traf sich, man sprach miteinander. So war die Zeit. Dann kam die Freiheit, und allmählich änderte sich alles.”

Heute, sagt Andrzej Luter, verläuft die Trennlinie nicht zwischen Kirche und Staat, sondern mitten durch die Kirche hindurch. Die weltoffenen, zum Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen bereiten Katholiken stehen einer rechtsnational orientierten Kirche gegenüber. Diese Kirche hat sich mit den Nationalkonservativen der PiS-Partei von Jarosław Kaczyński verbunden und glaubt, von dessen jüngstem Wahlsieg weiter zu profitieren. Andrzej Luter wird seit längerem angefeindet, auch weil er in weltlichen liberalen Zeitungen sein Ideal einer offenen Kirche propagiert. Luter befürchtet, dass er unter jungen Priestern immer weniger Gesprächspartner finden wird.

“Ich sehe einen gefährlichen Trend unter jungen Geistlichen. Viele von denen sind in rechten Internetportalen politisch sozialisiert.”

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Gaaanz wichtig: In den Ruinen von Damaskus entsteht neue Kirche

Themenbild. Homs/Damaskus / Bild: (c) REUTERS (YAZAN HOMSY)
In den Ruinen der syrischen Hauptstadt Damaskus wird am 8. Januar eine neue katholische Kirche geweiht.

kath.net

In den Ruinen der syrischen Hauptstadt Damaskus wird am 8. Januar eine neue katholische Kirche geweiht. Das Gotteshaus wurde in den Kriegsjahren im Kachkoul-Viertel im Osten der syrischen Hauptstadt errichtet und sei ein «echtes Weihnachtsgeschenk», sagte der maronitische Erzbischof Samir Nassar von Damaskus am Dienstag dem vatikanischen Pressedienst Fides. Das Gotteshaus werde den seligen Märtyrerbrüdern Massibki geweiht, die um 1860 getötet wurden. Es solle eine «Oase des Gebets und ein Zeichen der Freude und der Hoffnung inmitten einer Welt von Gewalt, Intoleranz und Angst sein», so der Bischof.

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Frankreichs katholische Revolution

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD
Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Die katholische Kirche in Frankreich ist im Aufschwung. Sowohl im öffentlichen Leben wie auch in der Kirche des Landes gibt es eine neue Bewegung selbstbewusster Katholiken, die sich nicht scheuen, den Glauben unverkürzt zu leben und zu verkünden.

kath.net

Nach dreißig Jahren des Rückganges ist in Frankreich das Erwachen eines selbstbewussten und dynamisch-orthodoxen Katholizismus zu beobachten. Das schreibt Samuel Gregg, Forschungsdirektor des amerikanischen Acton-Institutes in einem ausführlichen Artikel für den Catholic World Report.

Die von der Zeitung Le Figaro als „Neokatholiken“ bezeichneten hätten es geschafft, ihrer Stimme in den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Debatten Frankreichs Gehör zu verschaffen. Sie hätten dabei im Gegensatz zu früheren Jahren kein Problem, mit prononciert katholischen Positionen im weitgehend säkularen öffentlichen Diskurs des Landes anzuecken. Das wohl bekannteste Beispiel sei die Bewegung „La Manif pour tous“. Diese sei eine breite Bürgerbewegung, sowohl ihre Basis als auch ihre Führungsspitze seien aber stark von katholischen Laien geprägt, schreibt Gregg. Katholische Bischöfe und viele junge Priester würden Aktionen von „La Manif pour tous“ unterstützen. Letztere seien häufig in den sozialen Medien aktiv und betreiben eigene Blogs.

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Immobilien-Irrsinn in Spanien: Kirche gehört jetzt der Kirche

Getty Images
Durch ein abstruses Gesetz konnte sich die katholische Kirche in Spanien eine der größten Sehenswürdigkeiten des Landes unter den Nagel reißen: die Mezquita-Kathedrale. Nun machen Bürger und Wissenschaftler aus aller Welt ihrer Empörung Luft.

Von Tino Brömme|SpON

Die Moschee und Kathedrale von Córdoba begeistert mit ihrer maurischen Architektur Jahr für Jahr Tausende Besucher, die ihren “Säulenwald” und Orangengarten durchwandern. Muslimische Gebete allerdings finden hier schon seit 800 Jahren nicht mehr statt. Damals entriss die Reconquista den Arabern die iberische Halbinsel und die Moschee wurde zur katholischen Kirche geweiht.

In der Mitte des 20.396-Quadratmeter-Komplexes erhebt sich daher eine gotische Kathedrale, erbaut im 16. Jahrhundert, die zwischen den orientalischen Säulenbögen wie ein Fremdkörper wirkt. Doch die Jahrhunderte ältere arabische Vorgeschichte ist in den Informationsbroschüren, auf den Schautafeln oder der offiziellen Webseite kaum mehr als eine Randnotiz.

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Candomblé-Tempel in Berlin

Tänzer der Gruppe Afoxe Loni mit ihrem Candomblé-Priester bei ihrem Ritual auf dem Karneval der Kulturen in Berlin-Kreuzberg. (imago / IPON)
In Berlin-Kreuzberg steht der einzige Candomblé-Tempel in Deutschland. Candomblé ist eine vor allem in Brasilien verbreitete Naturreligion mit afrikanischen Wurzeln. Mehrmals im Jahr finden öffentliche Zeremonien für die afrobrasilianischen Gottheiten, die Orixas, statt. Doch ganz so einfach ist die Ausübung dieser Religion in Deutschland nicht.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

Es ist schwierig, still zu sitzen, wenn im Candomblé-Tempel in Berlin-Kreuzberg für die Orixas getanzt und gesungen wird. Etwa 50 Leute haben sich in einem mit Tüchern und Popkornketten geschmückten Raum versammelt, um das mehrstündige Ritual mitzuerleben. Alle tragen weiße Kleidung. Denn Weiß sei zum einen die Farbe der Gemeinschaft. Zum anderen soll bei dem Ritual eine positive Energie entstehen, die auf die Anwesenden übergehen soll, erklärt Murah Soares, der sogenannte Babalorixá des Candomblé-Tempels, also so etwas wie ein Priester. Die Kraft der Orixas, der afrobrasilianischen Gottheiten, werde bei den Ritualen freigelegt.

“Erst einmal machen wir, weil wir die Orixa lieben. Weil wir glauben. Weil diese Energie ist präsent in unserem Leben. Wir machen das Ritual, um diese Kräfte zu verteilen und lebendig zu machen für uns und die Leute, die da sind. Diese Religion ist lebendig, diese Kraft ist lebendig.”

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Brandenburg: Staatsknete für die “arme” Katholen-Kirche

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, m.) am Dienstag in Potsdam zwischen Erzbischof Heiner Koch (r.) und Bischof Wolfgang Ipolt (l.). Quelle: dpa-Zentralbild
Die Katholische Kirche hat der Fremdenfeindlichkeit eine klare Absage erteilt und unterstützt künftig das brandenburgische Bündnis zur Integration von Flüchtlingen. Die Verträge dazu sind unterzeichnet. Für die Katholiken gibt es unterdessen noch eine weitere gute Nachricht, denn sie bekommen künftig mehr Landeszuschüsse.

Märkische Allgemeine

Die Katholische Kirche erhält mehr Geld vom Land Brandenburg. Der Betrag steigt um 200 000 auf 1,2 Millionen Euro pro Jahr, wie Regierungssprecher Andreas Beese am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte sich das rot-rote Kabinett darauf geeinigt, die Zuwendungen rückwirkend zum 1. Januar 2015 zu erhöhen. Die Zahlungen sind eine Entschädigung für die Enteignung von Klöstern und Ländereien in der Zeit der Säkularisierung. Die Katholische Kirche verzeichnet durch Zuwächse im Berliner Umland und an der Grenze zu Polen steigende Mitgliedszahlen. Ende 2013 lebten 80 000 Katholiken im Land, etwa 3,3 Prozent der Bevölkerung.

Katholische Kirche unterstützt „Bündnis für Brandenburg“

Die Katholische Kirche hat sich unterdessen dem neuen brandenburgischen Bündnis zur Integration von Flüchtlingen und gegen Rassismus angeschlossen.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch und der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt unterzeichneten am Dienstag in Potsdam nach dem ersten gemeinsamen Treffen mit der Landesregierung den Gründungsaufruf. Das „Bündnis für Brandenburg“ von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirchen, von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wohlfahrtsverbänden war in der vergangenen Woche gegründet worden.

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Christlicher Aktivist: „Schwule werden Priester und mißbrauchen Kinder, um die Kirche zu zerstören!“

Wer den Amerikaner Ted Shoebat einmal reden gehört hat kann kaum glauben, welchen Stuss ein Mensch in so jungem Alter von sich geben kann. Seit einigen Jahren schon bewegt sich Shoebat im rechts-konservativen Milieu und liefert regelmäßig Hasstiraden gegen Homosexuelle. Jetzt jedoch scheint der Aktivist völlig den Verstand verloren zu haben, wie ein Video aus der vergangenen Woche zeigt.

Von Franziska Werner|QueerPride

Darin bezieht sich der religiöse Fanatiker auf aktuelle Berichte aus dem US-Bundesstaat Minnesota, die einen Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche aufgedeckt haben. Über Jahrzehnte hinweg sollen Kinder von verschiedenen Priestern sexuell missbraucht worden sein. Den Berichten zufolge soll es sich dabei in erster Linie um männliche Ministranten handeln.

Pädophilie mit Homosexualität gleich gesetzt

Für Ted Shoebat liegt da offensichtlich nichts näher, als Pädophilie mit Homosexualität gleichzusetzen und kurzerhand zu fordern, dass alle schwulen Priester exekutiert werden müssten. Denn Schwule würden nur deshalb Mitglied einer Kirche werden, um Pastor oder Priester zu werden und dann Kinder zu mißbrauchen:

„Sind sie erst einmal Pastor oder Priester geworden, legen sie los. Das alles machen sie nur, um die Kirche öffentlich in den Dreck zu ziehen, als böse darzustellen und ihr zu schaden. Offensichtlich weiß Satan, dass Homosexualität böse ist und diese Männer wissen das auch. Diese Sodomoiten wollen erreichen, dass ganz normale Leute sagen: Schaut es euch an, so ist das Christentum!“

Die Zivilisation habe „keinen Platz für Homosexualität“, führt Shoebat seine Hassrede fort.

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Katholische Kirche und Missbrauch: Bostoner Enthüllungen

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Journalisten des Boston Globe haben vor 13 Jahren einen Missbrauchsskandal in ihrer Stadt aufgedeckt, der in der Folge die katholische Kirche auf der ganzen Welt erschüttern sollte. Nun wird das Geschehene in einem Dokumentar-Spielfilm nachgezeichnet.

Von Alexander Görlach|The European

In Zeiten, in denen das Schimpfwort „Lügenpresse” auf deutschen Plätzen skandiert wird und sich die Unwucht dieses Rufs an den Fassaden der Verlagshäuser und Sendeanstalten bricht, zeigt der Film „Spotlight” genau das, wozu guter Journalismus gebraucht wird und welche vitale Rolle er in demokratischen Gesellschaften spielt: Der Boston Globe hatte im Jahr 2002 den Missbrauch von Kindern durch Priester und Ordensangehörige in katholischen Bildungseinrichtungen aufgedeckt. Die Zeitung löste damit einen Domino-Effekt aus: Durch die Enthüllungen in Boston ermutigt, brachen viele Missbrauchsopfer in anderen Städten der USA und in etlichen Ländern der Welt ihr Schweigen. Auch die Kirche in Deutschland wurde von dem Skandal erschüttert. Der Katholizismus befindet sich seitdem in einer globalen Glaubwürdigkeitskrise. Das Misstrauen bekommen vom Dorfpfarrer bis zum Papst alle Glieder der Kirchenhierarchie zu spüren.

Der Film zeichnet den Weg der investigativen Journalistentruppe, die bei der Zeitung den Namen „Spotlight” – Suchscheinwerfer – trägt, nach: das anfängliche Hadern, ob es hier überhaupt eine Story gibt. Dann die ersten Recherche-Ergebnisse. Der weite Weg vom ersten Puzzleteil bis zum Gesamtbild. Das ist mühsam anzuschauen, genauso, wie es im echten Leben eines Journalisten mühsam ist, eine Sache akribisch zu recherchieren, bis sie sicher ist.

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Katholische Kirche will Nikolaus-Ausbildung vorantreiben

Der Nikolaus stempelt im Nikolaus-Postamt von St. Nikolaus (Saarland) Briefe mit einem weihnachtlichen Sonderstempel der Deutschen Post. Foto: Oliver Dietze/Archiv © Oliver Dietze
Die katholische Kirche will die Ausbildung von Qualitäts-Nikoläusen vorantreiben und bietet dafür eintägige Schulungen an.

Merkur.de

“Das Ziel ist, Menschen als Nikolaus fitzumachen”, sagte Koordinator Stefan Lesting am Samstag in Köln. “Der Nikolaus ist Vorbild. Er steht fürs Schenken.”

Das vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Köln entwickelte Konzept erfreut sich demnach mittlerweile bundesweiten Interesses.

Der Heilige sei auch Brückenbauer zu vielen Flüchtlingen, da der historische Bischof Nikolaus in Myra in der heutigen Türkei gewirkt habe. Vielen muslimischen Kindern seien die Nikolaus-Legenden deshalb besser vertraut als den christlichen, sagte Lesting.

Franz: Kirche muss sich für Lebenswirklichkeit öffnen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die katholische Kirche darf sich nach Worten von Papst Franziskus nicht vor der Lebenswirklichkeit der Menschen verschließen. „Ohne zu wissen, was die Menschen denken, isoliert sich der Jünger und fängt an, sie nach seinen eigenen Vorstellungen und Überzeugungen zu richten“, sagte er am Dienstag bei einer Messe im Franchi-Stadion von Florenz.

Radio Vatikan

Die Kirche Jesu müsse stets in „gesundem Kontakt“ bleiben mit der Realität, wie sie die Menschen erlebten, „mit ihren Tränen und Freuden“, so Franziskus. Anders werde es ihr nicht gelingen, die Herzen der Menschen zu erreichen. Diener der Kirche dürften daher nicht der Versuchung verfallen, sich in ihren Ansichten vom Kirchenvolk abzukoppeln, als ginge es sie nichts an und sei ihnen nicht wichtig.

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Mehr als zwei Drittel der Katholiken wünschen sich Priesterinnen

Neue Studie: Viele deutsche Katholiken wollen offenbar eine modernere Kirche. dpa/P. Cunha
Die deutsche Bevölkerung wünscht sich offenbar tiefgreifende Veränderungen im System der katholischen Kirche. So sprach sich laut einer Umfrage die Mehrheit der Katholiken für Frauen im Priesteramt und die Aufhebung des Keuschheitsgebots aus.

FOCUS ONLINE

Mehr als zwei Drittel der Katholiken wünschen sich laut einer Umfrage auch Frauen als Priester. Auf die Frage des Meinungsforschungsinstitut YouGovs, ob Frauen ebenfalls das katholische Kirchenamt tragen können sollten, antworteten 67 Prozent der befragten Katholiken mit Ja und 20 Prozent mit Nein. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Ergebnis der Umfrage hervor.

Erzbistum dringt weiter auf eine Aufwertung des Religionsunterrichts in Berlin

Themenbild.
Themenbild.
Die katholische Kirche dringt weiter auf eine Aufwertung des Religionsunterrichts in Berlin. Ziel sei es, Religion als ordentliches Schulfach zu etablieren. Bis jetzt ist das Fach nur ein Angebot der Kirchen.

domradio.de

“Wir haben das Ziel eines ordentlichen Schulfachs nicht aus den Augen verloren”, betonte die Leiterin des Katholischen Büros Berlin-Brandenburg, Martina Köppen, am Dienstagabend in Berlin unter dem Applaus ihrer Zuhörer. Die landespolitische Vertreterin der katholischen Kirche äußerte sich bei einem Kulturempfang des Erzbistums Berlin im Bodemuseum.

In Berlin ist der Religionsunterricht im Unterschied zu den meisten anderen Bundesländern nur ein zusätzliches Angebot der Kirchen. Ein Volksentscheid bestätigte 2009 diesen Status. Die Kirchen treten dagegen dafür ein, dass die Schüler das Fach alternativ zum Ethikpflichtfach wählen können.

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Warum tabuisiert die katholische Kirche heute noch Sexualität?

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Die katholische Kirche hätte beim Thema Ehe und Familie einiges zu sagen. Doch sie vergibt diese Chance – weil sie letztlich ständig nur über Sex redet.

Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

Beim Thema Ehe und Familie, über das sich gerade in Rom viele ältere Singles die Köpfe zerbrechen, hätte die katholische Kirche einiges zu sagen. Das geht bei der Heiligen Familie los: Maria ist schwanger, aber nicht von ihrem Verlobten. Josef steht trotzdem zu ihr; er flieht mit Frau und Kind vor den Mördern des Königs Herodes nach Ägypten. Das Kind, dieser Jesus, macht dann einige Sorgen. Mit zwölf ist er im Tempel verschwunden, mit 30 predigt er, statt zu arbeiten, und stößt seine Mutter harsch zurück. Die, inzwischen Witwe, hat am Ende ihren toten Sohn auf dem Schoß. Mit den kitschigen Bildern von der Heiligen Familie, die in den Schlafzimmern älterer frommer Katholiken hängen, hat das nichts zu tun.

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Der Papst will eine “Bekehrung des Papsttums”

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
  • Der Papst will die Strukturen der katholischen Kirche offenbar grundlegend ändern.
  • Bischöfen und Gläubigen soll mehr Mitsprache ermöglicht werden.
  • Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, nannte die Papstrede “historisch”.

Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

Papst Franziskus will die katholische Kirche weiter reformieren. Er wünscht, dass die Bischöfe der Welt und die Gläubigen stärker als bisher in der Kirche mitbestimmen. Dies bedeute auch eine “Bekehrung des Papsttums”. Der Papst “steht nicht einsam über der Kirche, sondern in ihr, als Getaufter unter Getauften und als Bischof unter Bischöfen”, sagte Franziskus anlässlich einer Feier zum 50-jährigen Bestehen der Bischofssynoden, die Papst Paul VI. 1965 als Beratungsgremium eingeführt hatte.

“Dieser Weg der Synodalität” sei der Weg, “den Gott von der Kirche im dritten Jahrtausend erwartet”. Deshalb, so der Papst, habe er auch vor der derzeit stattfindenden Synode erstmals die Gläubigen befragen lassen. “Der synodale Weg beginnt hörend auf das Volk, das an der prophetischen Sendung Christi teilhat”, sagte Franziskus.

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Der Vatikan berät über das katholische Weltbild

Die Weltbischofssynode tagt vom 4. Oktober bis 25. Oktober 2015 in Rom. (dpa / picture-alliance / epa ansa FERRARI)
Beim Umgang mit Geschiedenen und Homosexuellen tut sich die katholische Kirche schwer. Bereits zum zweiten Mal wird im Vatikan nun über das kirchliche Familienbild beraten. Das zeigt, dass Handlungsbedarf besteht, meint die Theologin Eva-Maria Faber.

Eva-Maria Faber im Gespräch mit Ute Welty|Deutschlandradio Kultur

Bei der Bischofssynode im Vatikan beraten 270 Bischöfe und Ordensleute aus aller Welt drei Wochen lang in Anwesenheit des Papstes über die Haltung der katholischen Kirche zu Ehe und Familie. Dabei wird auch um Positionen zu kontroversen Themen wie dem kirchliche Umgang mit wiederverheiraten Geschiedenen und Homosexuellen gerungen.

Als Doppelsynode zum Thema “Ehe, Familie und Sexualität” setzt die Bischofssynode vom 4. bis zum 25. Oktober 2015 die außerordentliche Familiensynode des vergangenen Jahres fort. Dies zeige, dass “wirklich Handlungsbedarf besteht”, erklärte die Theologin Eva-Maria Faber im Deutschlandradio Kultur.

“Es ist ein Zeichen dafür, (…) dass man wünscht, dass wirklich etwas geschieht”, sagte Faber. Die Doppelsynode sei unter dem Zeichen echten Handelsbedarfs angetreten, “dass Dinge so reflektiert werden können, sodass hinterher auch gehandelt werden kann. In diesem Sinn ist das ein gutes Zeichen”, sagte die Professorin der Theologischen Hochschule Chur im Deutschlandradio Kultur anlässlich des heutigen Festaktes im Vatikan zum 50. Gründungsjahr der Institution Bischofssynode.

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Skandale in der katholischen Kirche: Papst bittet um Entschuldigung

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus hat am Mittwoch auf dem Petersplatz um Vergebung für die Skandale der katholischen Kirche gebeten. Bei seiner Generalaudienz rief er die Pilger und Besucher auf, für die Themen Ehe und Familie zu beten.
 

Stuttgarter Nachrichten

Papst Franziskus hat öffentlich um Vergebung für Skandale in der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren gebeten. „Ich möchte Sie im Namen der Kirche um Vergebung bitten für die Skandale, die in diesen jüngsten Zeiten sowohl in Rom als auch im Vatikan vorgefallen sind“, sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Konkrete Fälle nannte der Papst nicht. Er bat die Pilger und Besucher aus aller Welt, für die laufende Bischofssynode zu den Themen Ehe und Familie zu beten.

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Katholische Kirche: Schwule Priester sollen in Alpen-Kloster “geheilt” werden

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Für den polnischen Geistlichen Krzysztof Charamsa muss das Coming-out besonders schwer gewesen sein: Die katholische Kirche schickt einem Medienbericht zufolge schwule Priester zur “Heilung” ins Kloster – zusammen mit Pädophilen und Drogensüchtigen.

SpON

Erst das Coming-out des polnischen Priesters Krzysztof Charamsa am Wochenende und nun das: Die italienische Zeitung “La Repubblica” berichtet über ein Kloster in den Alpen, in dem die katholische Kirche Homosexuelle “heilen” wolle. Dabei warnte Papst Franziskus auf der wichtigen Familiensynode in Rom am Wochenende noch vor einer “Kirche mit verschlossenen Türen”.

Im Kloster Venturini in Trient würden Priester, die “unangemessene sexuelle Tendenzen zeigen” in eine “Zeit der Ausbildung, persönliche Reflexion und Erleuchtung” geschickt, schreibt das Blatt. Auch Pädophile oder männliche Drogen- und Alkoholabhängige würden unter Berufung auf einem Ordenssprecher in dem Kloster behandelt.

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Sex sells, auch in der Kirche

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Die katholische Kirche widmet eine ganze Bischofssynode dem, was in den Betten ihrer Schäfchen passiert. Dabei geht es mehr um mediale Aufmerksamkeit als wirkliche Aufklärung

Von Matthias Kamann|DIE WELT

Man müsste mal eine Strichliste führen. Man müsste nachzählen, wer am meisten über Sex und Geschlechterverhältnisse redet. Gewiss, Pornografen würden auf der Liste ganz oben stehen, dicht gefolgt von pubertären Facebook-Nutzern. Aber knapp dahinter dürften die Religionsgemeinschaften stehen. In der katholischen Kirche soll eine ganze Bischofssynode wochenlang über Homosexuelle und wiederverheiratete Geschiedene debattieren. An den Rand der Spaltung scheint dies den Katholizismus zu führen. Islamisten suggerieren, Hauptziel ihrer Religion sei die Unterdrückung von Frauen und Schwulen. Unter Hindus und russischen Orthodoxen gibt es ähnliche Leute. Auch Protestanten inflationieren die geschlechtliche Rede: Mal wird die Vereinbarkeit von Sexspielzeug und Bibel erörtert, mal gegen die Homo-Ehe im Pfarrhaus gewettert. Haben die keine anderen Themen?

Aufschlussreich hat sich dazu ein evangelischer Kritiker der Homo-Ehe geäußert, Carsten Rentzing. Der sächsische Landesbischof wurde im “Welt”-Interview gefragt, warum Evangelikale ihr Glaubensfeuer so sehr beim Streit über die Homosexualität entbrennen lassen. Rentzing: “Durch dieses emotional ja sehr aufwühlende Thema wurden viele Christen überhaupt sensibilisiert für die Frage, wie wir es generell mit dem Wort Gottes halten.”

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