Kirchlicher Moralismus ist ein Bumerang

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„Die katholische Kirche hat immer weniger die Auferstehung von den Toten verkündet und dafür Abstimmungsempfehlungen abgegeben, zum Beispiel über Verkaufszeiten von Tiefkühlpizzas an Tankstellen.“ Gastkommentar von Generalvikar Martin Grichting

kath.net

Wieder steht die katholische Kirche wegen Missbrauchsskandalen am Pranger. Das kommt nicht nur daher, dass ihre Ordensgemeinschaften lange im Erziehungswesen engagiert waren und Täter dies ausnutzen konnten. Staatliche Bildungseinrichtungen, Sportverbände und Behindertenorganisationen hatten auch Leichen im Keller. Die katholische Kirche wird aber zu Recht härter kritisiert, weil sie in letzter Zeit allzu sehr als Moralinstanz aufgetreten ist und an andere hohe moralische Massstäbe angelegt hat. Sie hat immer weniger die Auferstehung von den Toten verkündet und dafür Abstimmungsempfehlungen abgegeben, zum Beispiel über Verkaufszeiten von Tiefkühlpizzas an Tankstellen. Und sie hat es als ihre Aufgabe angesehen, alle zum achtsamen linksgrünen Leben zu führen. Das war hochgradiger Moralismus. Und je höher man fliegt, desto brutaler ist dann der Absturz.

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Australien: Kirche zahlte 190 Millionen an Missbrauchsopfer

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Australiens katholische Kirche hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro an Tausende Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt.

religion.ORF.at

m Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar (etwa 66.000 Euro) – meist allerdings mit vielen Jahren Verspätung. Das wurde am Donnerstag bei Beratungen einer offiziellen Untersuchungskommission bekannt, die die Missbrauchsvorwürfe aufarbeiten soll.

Behandlungen und Anwaltskosten

Insgesamt zahlte die Kirche seit 1980 etwa 276 Millionen australische Dollar aus – als Entschädigung, aber auch für ärztliche Behandlungen und Anwaltskosten. 4.445 Frauen und Männer haben bisher gemeldet, dass sie als Kinder von katholischen Geistlichen missbraucht worden seien. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. In mehr als 3.000 Fällen wurde Geld überwiesen. Mehrere hundert Fälle sind aber auch noch offen.

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Kindesmissbrauch in Australien: Vatikan verweigert Unterlagen

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In der katholischen Kirche Australiens soll es massiven Kindesmissbrauch gegeben haben: Sieben Prozent aller Priester sind einem Bericht nach Täter.

Von Urs Wälterlin | taz.de

„Als Katholiken müssen wir unsere Köpfe in Scham senken“, so reagierte Francis Sullivan, einer der Vertreter der Kirche, auf die Zahlen, die eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission jetzt veröffentlicht hat. Zwischen 1950 und 2015 hätten durchschnittlich sieben Prozent aller katholischen Priester Kinder sexuell missbraucht, heißt es darin. In einigen Diözesen seien es 15 Prozent gewesen. In einzelnen Orden wie dem bekannten St John of God Brothers hätten sich gar bis zu 40 Prozent der Glaubensbrüder des Missbrauchs schuldig gemacht.

Die seit vier Jahren laufende Untersuchung ist einer von mehreren Versuchen, die in der katholischen Kirche Australiens offenbar endemische Schändung von Jungen und Mädchen aufzuarbeiten. Die Kommission hatte Hunderte von Überlebenden interviewt. Dabei wurden fast 4.500 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern in mehr als 1.000 kirchlichen Institutionen dokumentiert.

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Die wichtigsten Reformatoren: Erasmus von Rotterdam (1466-1536)

Porträt des Erasmus von Hans Holbein dem Jüngeren (1523). Bild: wikimedia.org/PD
Porträt des Erasmus von Hans Holbein dem Jüngeren (1523). Bild: wikimedia.org/PD

Der niederländische Humanist und Kosmopolit setzte sich für Reformen in der katholischen Kirche ein – und wurde zugleich zu einem scharfen Kritiker von Martin Luthers radikalen Thesen.

Von Benjamin Dürr | evangelisch.de

Aus Versehen hilft Erasmus bei der Spaltung der Kirche. Es ist 1516 und Desiderius Erasmus veröffentlicht ein weiteres Buch: „Novum Instrumentum omne“, die erste Ausgabe des Neuen Testaments auf Griechisch.

Schon das Titelblatt sorgt für Aufsehen. Erasmus und sein Basler Verleger Johann Froben haben „Testamentum“ durch „Instrumentum“ ersetzt – also „Neues Werk“ statt „Neuer Bund“. Für sie ist es ein Ausdruck von Modernisierung. Der Text soll dem Wort Jesu näher sein als die damals gebräuchliche lateinische Version.

Text-Analyse der Heligen Schrift

Erasmus wendet die Text-Analyse auf die Heilige Schrift an, wie es seine Kollegen bei antiken Schriften tun. Eine unerhörte Idee. Auch unter seinen Weggefährten sind seine Methoden umstritten, gefährden sie doch die traditionelle Auslegung, den Glauben und die Stabilität der Kirche. Mit seinem Basler Verleger aber setzt er sich durch.

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Trump-Pastor: Katholische Kirche „Geniestück Satans“

Robert Jeffress . Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0/ Gage Skidmore
Robert Jeffress . Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0/ Gage Skidmore

Der „Pastor Trumps“ glaubt, dass die katholische Kirche „satanischen“ Ursprungs ist. Sie sei „das Geniestück Satans“, sagte der Baptistenpastor Robert Jeffress im Jahr 2010.

religion.ORF.at

Reverend Jeffress leitete die religiöse Zeremonie in der St.-John’s-Kirche, die der Vereidigung des US-Präsidenten Donald Trump am 20. Jänner vorausging. Jeffress hatte den Milliardär nachdrücklich in den letzten Monaten seiner Kampagne unterstützt, wie die Schweizer katholische Nachrichtenagentur Cath.ch am Montag berichtete.

Islamophobe und antikatholische Kommentare

Die Wahl des Televangelisten, der eine lange Geschichte mit islamophoben oder antikatholischen Kommentaren vorzeigen kann, hatte viele Beobachter überrascht. Donald Trump, ein Presbyterianer, hatte keine bekannte Verbindung mit dem Pfarrer, der die Bapist First Church in Dallas führt. Aber der neue Staatschef hatte in der Vergangenheit gesagt: „Ich mag diesen Typ.“

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Papst bekräftigt Null-Toleranz-Linie gegen Pädophilie

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat die Null-Toleranz-Linie der katholischen Kirche bei Kindesmissbrauch bekräftigt. «Lasst uns den Mut finden, alle notwendigen Massnahmen zu treffen», schrieb der Papst in einem Brief an die Bischöfe, der am Montag vom Vatikan veröffentlicht wurde.

Blick.ch

«Lasst uns bei diesem Thema klar und konsequent der Null-Toleranz-Linie folgen.» Mit dem Brief wolle er bekräftigen, dass solche «grauenvollen Taten nicht mehr in unserer Mitte begangen werden», schrieb Franziskus. Die Kirche erkenne «die Sünden einiger ihrer Vertreter» an. «Es sind Sünden, die uns beschämen.»

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Norwegens katholische Kirche soll Zahlen frisiert haben

Bild: tilly
Bild: tilly
In Norwegen läuft derzeit ein aufsehenerregender Prozess. Die katholische Kirche und das staatliche Kulturamt stehen sich wegen der Forderung nach einer Rückzahlung von 40 Millionen Kronen (4,4 Millionen Euro) vor Gericht gegenüber. Im protestantischen Norwegen erhalten religiöse Minderheiten auf Basis ihrer Mitgliederzahlen Geld vom Staat. Die dafür landesweit verantwortliche Diözese Oslo soll zwischen 2010 und 2014 die Anzahl der Katholiken im Lande deshalb kräftig nach oben frisiert haben.

Von André Anwar | RP ONLINE

In dieser Zeit stieg die Anzahl der Katholiken deutlich von 66.000 auf 140.000 an. Kirchenangestellte sollen die örtlichen Telefonbücher durchgegangen sein, um unter anderem Einwanderer ausfindig zu machen, deren Namen darauf hindeuteten, dass sie aus mehrheitlich katholischen Ländern stammen. Danach soll die Kirche das in Norwegen weitgehend öffentliche Melderegister genutzt haben, um die Geburtsdaten der Auserwählten ordnungsgemäß in das Mitgliederregister einzutragen. Die Betroffenen wurden nicht gefragt.

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Ruanda: Katholische Kirche entschuldigt sich für Genozid

Fotografien von Opfern des Völkermordes befinden sich am 15.01.2006 in einer Gedenkstätte in Ruandas Hauptstadt Kigali. (picture-alliance/ dpa / Wolfgang Langenstrassen)
Fotografien von Opfern des Völkermordes befinden sich am 15.01.2006 in einer Gedenkstätte in Ruandas Hauptstadt Kigali. (picture-alliance/ dpa / Wolfgang Langenstrassen)
Die katholische Kirche in Ruanda hat sich für ihre Rolle beim Völkermord im Jahr 1994 entschuldigt.

Deutschlandfunk

Man bedauere die Taten jener, die sich damals an den Massakern beteiligt hätten, heißt es in einer Stellungnahme der Bischofskonferenz. Darin wird konkret eingeräumt, dass Kirchenmitglieder den Genozid planten, unterstützten und ausführten. In den Jahren nach dem Völkermord wehrte sich die katholische Kirche gegen Bemühungen, ihre eigenen Verstrickungen aufzudecken. – Im Jahr 1994 töteten radikale Mitglieder der Volksgruppe der Hutu mehr als 800.000 Menschen, die mehrheitlich zu der Gruppe der Tutsi gehörten.

Papst geht auf Homosexuelle zu, hält sie aber für „Sünder“

Ratzinger_HomoFranziskus plädiert dafür, Schwule und Lesben „näher zu Gott“ zu führen. Genau das würde Jesus heute tun, meint das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Die Presse.com

Homosexuelle dürfen nach Ansicht von Papst Franziskus nicht aus der katholischen Kirche ausgegrenzt werden. Lesben und Schwule sollten vielmehr von den Gemeinden integriert, begleitet und „näher zu Gott“ geführt werden, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag an Bord seines Flugzeugs auf der Rückreise nach Rom von einer Reise in den Kaukasus. „Genau das würde Jesus heutzutage tun“, sagte er.

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AfD in Sachsen-Anhalt: Staatsleistungen an Kirchen kürzen

Für eine Kürzung der Zahlungen an die Kirchen in Sachsen-Anhalt hat sich der AfD-Landtagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt (Magdeburg) ausgesprochen.

kath.net

„Wir wollen mit den Kirchen ins Gespräch kommen, um die Staatsleistungen nach und nach abzuwickeln“, sagte der 25-jährige Politiker der Mitteldeutschen Zeitung. Für die evangelischen Kirchen, die katholische Kirche sowie die jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt geht es dabei um Millionenbeträge. Nach Angaben des dortigen Finanzministeriums bekommen die Kirchen in diesem Jahr 32 Millionen Euro; 2010 waren es noch 29 Millionen Euro gewesen. Die jüdischen Gemeinden im Land erhalten im laufenden Jahr rund 1,4 Millionen Euro. Die Staatsleistungen gehen zurück auf den sogenannten Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Damals waren als Entschädigung für die Enteignung von Kirchengütern zeitlich unbegrenzte Zahlungen des Staates an die Kirchen vereinbart worden. Sie werden heute von den Bundesländern als Rechtsnachfolger der damaligen Fürstentümer an evangelische Landeskirchen und katholische Diözesen geleistet. Sie könnten durch eine Einmalzahlung abgegolten werden.

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Mittelamerika: Katholiken verlieren an Evangelikale

Katholiken in El Salvador: Sinkende Mitgliederzahlen. APA/AFP/Yuri Cortez/picturedesk.com
Katholiken in El Salvador: Sinkende Mitgliederzahlen. APA/AFP/Yuri Cortez/picturedesk.com
Die katholische Kirche in Mittelamerika verliert weiter an Boden. So sei die Zahl der Katholiken in Nicaragua zwischen 1995 und 2013 von 77 Prozent auf 47 Prozent eingebrochen, so salvadorianische Medien am Sonntag (Ortszeit).

religion.ORF.at

Die Medien zitierten aus einer Studie des Spanischen Instituts für Strategische Studien (IEEE). Einen deutlichen Rückgang verzeichnet die Statistik auch für Honduras (76 auf 57 Prozent), El Salvador (67 auf 54 Prozent) und Guatemala (54 auf 47 Prozent).

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Kirche sagt esoterischen Angeboten Kampf an

In St. Fidelis (Mi.) soll ein neues spirituelles Zentrum entstehen. Es soll die Sehnsucht von Menschen stillen, die mitunter in fernöstlichen oder esoterischen Angeboten eine Heimat finden Foto: Stuttgarter Zeitung.de
Die katholische Kirche in Stuttgart investiert 750 000 Euro in ein neues spirituelles Zentrum. Stadtdekan Christian Hermes nennt den Grund: „Wir können nicht hinnehmen, dass die katholische Kirche mit all ihrer geistlichen Weisheit und Erfahrung nicht mehr als spirituell kompetent wahrgenommen wird.“

Von Martin Haar | Stuttgarter-Zeitung.de

Wie lässt sich im „Smog die Gegenwart Gottes erkennen?“, fragte Papst Franziskus im September 2015 im New Yorker Madison Square Garden und formulierte damit eine der größten Herausforderungen von Kirchen in dieser Zeit. Wo finden Menschen heute noch einen Anker? Wo und wie wird die geistliche Sehnsucht und oft auch Not heutiger Stadtbewohner gestillt? Ob in New York oder Stuttgart. Überall ist die Kirche und das Christentum nicht mehr erste Wahl. „Viele Menschen kennen die tradierten Kirchen und volks- oder gemeindekirchlichen Frömmigkeits- und Spiritualitätsformen nicht mehr“, weiß der katholische Stadtdekan Christian Hermes, „sie verstehen darin kein hilfreiches Angebot für ihr Leben.“

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Wie sich Gott und die Wissenschaft vertragen

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Das Verhältnis von Religion und Wissenschaft ist nicht immer ohne Probleme. Auf den Universitäten macht sich das Spannungsfeld vor allem in den theologischen Studien bemerkbar – bei den Inhalten und bei der Personalauswahl.

Von Erich Kocina | Die Presse.com

Glauben gehört in die Kirche, Wissen auf die Universität – es wäre ein grobe Vereinfachung, diesen Satz einfach so stehen zu lassen. Doch tatsächlich stehen Religion und Wissenschaft in einem gewissen Spannungsfeld. Dann nämlich, wenn es um das Verhältnis der beiden zueinander geht. Wie sehr soll etwa die Religion in einer wissenschaftlichen Einrichtung mitbestimmen können? Eine Frage, die sich vor allem bei den theologischen Studien stellt – und genau darüber wird heute, Mittwoch, auch in Alpbach diskutiert. Vertreter von Universitäten, Religionsgemeinschaften und Bund sprechen über „Universitätsautonomie und Theologien“.

Nur ist die Theologie überhaupt eine Wissenschaft? „Natürlich“, sagt Oliver Henhapel, Leiter des Kultusamts im Bundeskanzleramt. „Letztlich geht es um Textinterpretation und historische Interpretation.“ Und natürlich haben theologische Studien auch eine spirituelle Dimension. Relevanter sei aber die Frage, wie sich die Freiheit der Wissenschaft und die Freiheit der Religion gegenüberstehen. Praktisch herunterbrechen lässt sich das auf die Frage der Autonomie, die die Theologie an der Uni von ihrer Religionsgesellschaft hat bzw. wie stark sie an sie rückgebunden ist.

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Katholiken gehen die Priester aus

Drei Priesteranwärter im Münster in Freiburg, Archivbild von 2010 (Foto: picture alliance / dpa)
  • Die katholische Kirche in Deutschlands steht vor einem dramatischen Priestermangel.
  • Manche Priester-Ausbilder hoffen auf einen „Franziskus-Effekt“ – dass der populäre Papst also den Priesterberuf für junge Katholiken interessanter macht.
  • Deutsche Bistümer reagieren auf den Priestermangel meist, indem sie Gemeinden zusammenlegen oder Priester aus dem Ausland anwerben.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Noch nie haben sich in Deutschland so wenige Männer zu katholischen Priestern weihen lassen wie im vergangenen Jahr. Den Zahlen der katholischen Bischofskonferenz zufolge gab es in den 27 deutschen Bistümern 2015 insgesamt 58 Priesterweihen; 2014 waren es noch 75 gewesen, 2013 sogar 98. 1990 hatte die Zahl der neuen Priester noch 295 betragen. Die katholische Kirche Deutschlands steht damit vor einem dramatischen Priestermangel: 2015 starben nach Angaben der Bischofskonferenz 309 Priester, 19 gaben ihr Amt auf. 1990 gab es noch fast 20 000 katholische Geistliche, jetzt sind es 14 000.

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„Kirche braucht keine Bürokraten“ – weniger reden, tun

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Die katholische Kirche soll sich nach Worten von Papst Franziskus nicht durch Ängste bremsen lassen. Sie benötige die Hilfe des Heiligen Geistes, um „Angst und Kalkulationen“ zu überwinden, sagte er am Sonntag auf dem Petersplatz.

katholisch.de

Er ermutigte die Gläubigen zudem, auch mal etwas zu riskieren. „Die Kirche braucht keine Bürokraten und fleißigen Funktionäre, sondern leidenschaftliche Missionare.“ Der Heilige Geist könne die Herzen von Egoismus und Sünden befreien, so dass die Menschen Flüchtlingen, Armen und anderen Leidenden beistehen könnten. Angesichts von materieller und spiritueller Armut sei die Kirche in der heutigen Zeit mehr als je zuvor auf „Priester, Ordensleute und gläubige Laien mit dem aufmerksamen Blick des Apostels“ angewiesen. Nicht selten setzten diese für ihren Glauben auch ihr Leben aufs Spiel. Franziskus erinnerte an den heiligen Maximilian Kolbe (1894-1941), dessen Todestag sich am Sonntag zum 75. Mal jährte. Der polnische Franziskaner war im deutschen NS-Vernichtungslager Auschwitz im Austausch für einen Familienvater gestorben.

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Hochzeit nach Scheidung: Darf die Kirche dann kündigen?

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Eine geschiedener Arzt heiratet wieder – und ist seinen Job los. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Und wenn die katholische Kirche der Arbeitgeber ist, ist das sogar rechtens. Das Bundesverfassungsgericht soll klären, ob das so bleiben kann. Fragen und Antworten zum Fall.

stern.de

Kann eine zweite Heirat nach einer Scheidung ein Kündigungsgrund sein? Ja, im Fall des Chefarztes eines katholischen Krankenhauses in Düsseldorf ist das passiert. Das Bundesarbeitgericht in Erfurt verhandelt an diesem Donnerstag die Kündigungsschutzklage – bereits zum zweiten Mal.

Was ist die Besonderheit dieses Falls?

Der Mann ist seit dem Jahr 2000 als Chefarzt in einem katholischen Krankenhaus in Düsseldorf beschäftigt. Er ist damit Angestellter einer kirchlichen Einrichtung. Sein Dienstvertrag basiert auf einer vom Erzbistum Köln erlassenen Grundordnung, nach der von den Mitarbeitern die Anerkennung der katholischen Glaubens- und Sittenlehre erwartet wird.

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„Ein Drittel sind schwere Sexualdelikte“

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Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche: Welche Persönlichkeit und Hintergründe haben die Täter, wer sind die Opfer? Ein Interview mit Professor Dreßing über die Zwischenergebnisse seines Forschungsprojektes.

Von Cornelia Stenull | SWR

Die katholische Kirche arbeitet zusammen mit Wissenschaftlern des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim (ZI) daran, den Missbrauch durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter aufzuklären. Jetzt hat sie Zwischenergebnisse zu den Hintergründen der Missbrauchsfälle veröffentlicht. SWR-Redakteurin Vanja Weingart hat mit Professor Harald Dreßing vom ZI gesprochen.

SWR: Herr Dreßing, fast 80 Prozent der Opfer sind männlich. Ist das für Sie ein überraschendes Ergebnis?

Professor Dreßing: Das ist ein Ergebnis, was sich zumindest von anderen Befunden des sexuellen Missbrauchs in anderen Kontexten abhebt. Wenn man sexuellen Missbrauch im Bereich der Familie oder in anderen Institutionen anschaut, sind überwiegend Mädchen betroffen. Und im Bereich der katholischen Kirche ist das ein sehr harter Befund, der einzigartig dasteht.

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Katholische Kirche: Die meisten Opfer sind Jungen

missbrauch_kathol

Ein Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche liefert erste Ergebnisse. Bei einem Drittel der Taten liegt demzufolge eine „erhebliche Schwere“ vor.

Frankfurter Allgemeine

Nach dem ersten Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im großen Ausmaß in der katholischen Kirche im Jahr 2010 liegen nun Teilergebnisse eines Forschungsprojekts zu Ursachen und Ausmaß vor. Forscher stellten bei Geistlichen als Tätern unter anderem emotionale und sexuelle Unreife, Persönlichkeitsstörungen und Pädophilie fest.

Aus einer Metaanalyse bereits vorhandener Studien haben sie Aussagen zu Täter- und Opferstruktur gewonnen. Wesentliche Teile des Forschungsprojekts, darunter die geplante umfangreiche Aufarbeitung von Akten aus deutschen Bistümern, sind aber gerade erst angelaufen. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die 27 Diözesen haben die umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, um Umfang und Hintergründe sexuellen Missbrauchs in der Kirche aufzuklären.

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Atheismus: Der Feind fehlt

Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten (Deutschlandradio / Michael Borgers)
In Italien ist die katholische Kirche noch immer einflussreich, aber die Zahl der Gläubigen geht zurück. Die organisierten und politisch aktiven Atheisten werden allerdings ebenfalls weniger. Radikale Kirchenfeindlichkeit kommt nicht mehr gut an, mancher atheistische Kirchenkritiker ist zum Papstfan geworden. Es bilden sich überraschende Allianzen.

Von Thomas Migge | Deutschlandfunk

„Ich denke, dass es in diesem Land leider immer noch unerlässlich ist, über bestimmte Anomalien nachzudenken, die typisch für Italien sind und die wir bekämpfen. Das Kruzifix in den Schulklassen ist ein Unding, denn unsere Verfassung ist laizistisch. Auch die Pflichtlehrstunde Religion gehört abgeschafft, unterrichtet doch ein Lehrer, der nicht vom Staat sondern vom Bischof ernannt wird“, sagt Adele Orioli. Wenn man sie auf den Einfluss der katholischen Kirche in Italien anspricht, ist die junge blonde Frau nur schwer zu stoppen. Dass sie von den Medien immer wieder gern als die „ungläubige Kreuzritterin“ genannt wird, ist angesichts ihres kämpferisch-laizistischen Auftretens leicht nachzuvollziehen: „Sobald einem Bischof der jeweilige Religionslehrer nicht mehr passt, weil der zum Beispiel etwas unterrichtet, was der kirchlichen Doktrin auch nur ein bisschen widerspricht, kuschen der Staat und das Bildungsministerium. Ach, wie viele konfessionelle Anomalien gibt es da in Italien!“

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Frankreich: Sexueller Missbrauch erschüttert die Kirche

Kardinal Barbarin, Bischof von Lyon wusste seit 2007 über einen Missbrauchsfall Bescheid. Die Justiz ermittelt gegen den Pfarrer und den Kardinal – eine Premiere in Frankreich (picture alliance / dpa / Aurélie Ladet)
Erst jetzt kommt das Thema sexueller Missbrauch auf die Agenda der katholischen Kirche in Frankreich. Opfer organisieren sich, täglich mehren sich Enthüllungen und Anklagen. Besonders pikant: Auch die traditionalistische Piusbruderschaft steht unter Verdacht.

Von Bettina Kaps | Deutschlandfunk

Aymeri Suarez-Pazos weiß, dass er schwere Vorwürfe formuliert, aber der Vorsitzende des französischen Selbsthilfevereins AVREF ist sich seiner Sache absolut sicher. Übersetzt bedeutet das Kürzel AVREF „Hilfe für Missbrauch-Opfer in religiösen Bewegungen und für ihre Familien“.

„Wir wissen, dass es viele Bischöfe gibt, die pädophile Pfarrer schützen. Und ausgerechnet auch jene Bischöfe, die sich neuerdings als Weltmeister des Bedauerns und des Mitleids mit den Opfern darstellen. Überall können neue Skandale aufbrechen. Es ist durchaus möglich, dass jetzt viele Opfer Klage einreichen werden.“

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