Schlagwort-Archive: katholische Kirche

Betrugsverdacht bei katholischer Kirche in Norwegen

Bild: tilly

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Staatliche Millionenzuschüsse durch manipulierte Mitgliederzahlen


DIE WELT

Wegen Betrugsverdachts bei der katholischen Kirche hat die norwegische Polizei am Donnerstag den Sitz der Kirche in Oslo durchsucht. Die Diözese von Oslo, die alle Kirchendaten verwaltet, soll über Jahre hinweg die Zahl der Kirchenmitglieder künstlich aufgebauscht und auf diese Weise unrechtmäßig Millionenzuschüsse des Staats eingestrichen haben. Zwischen 2010 und 2014 habe die Kirche 65.000 neue Mitglieder gemeldet und umgerechnet 5,84 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen erhalten, sagte die Rechtsvertreterin der Polizei, Kristin Rusdal, der Nachrichtenagentur AFP.

Schweiz: Wenn sich die Oberhirten der Debatte verweigern

Bild: brightsblog

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In der katholischen Kirche tobt ein Richtungsstreit zwischen Reformern und Konservativen. In der Öffentlichkeit darüber zu diskutieren, fällt vor allem den progressiven Bischöfen schwer.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Auf dem Stuhl hätte der Churer Bischof Vitus Huonder sitzen können. Oder sein Stellvertreter Martin Grichting. Oder ihr Mediensprecher Giuseppe Gracia. Oder Markus Büchel, Präsident der Bischofskonferenz (SBK). Doch der Stuhl im SRF-Fernsehstudio blieb leer. Die offiziellen Vertreter des Schweizer Katholizismus weigerten sich, ihre Sicht zur Debatte über den Umgang ihrer Kirche mit Homosexuellen einzubringen. So herrschte im «Club» am Dienstagabend ungetrübte Einigkeit: Der Pfarrer von Bürglen, Wendelin Bucheli, habe das einzig Richtige getan.

Die Gesprächsverweigerung provozierte nicht nur in der Gesprächsrunde und bei Moderatorin Karin Frei selber Kritik. Auch der leitende Redaktor des katholischen Medienzentrums, Martin Spilker, nimmt die Bischöfe in einem Kommentar ins Gebet. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, zu einer aktuellen Frage ihre Haltung darzulegen, schreibt er. «Wer sich der Auseinandersetzung aber gar nicht stellt, mit dem kann man leider nicht ins Gespräch kommen.»

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Kirchenasyl: Bischöfe greifen Regierung scharf an

Seit drei Jahren sind Sarah und Amir (Namen geändert) auf der Flucht. Im evangelischen Weigle-Haus in Essen hat das iranische Paar Kirchenasyl gefunden. Foto: epd

Im Streit über das Kirchenasyl greift die katholische Kirche das Bundesinnenministerium scharf an. Der Konflikt mit den Kirchen werde auf dem Rücken von Flüchtlingen ausgetragen, so der Vorwurf.


Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Der für Migrationsfragen zuständige Bischof Norbert Trelle (Hildesheim) verteidigte das Kirchenasyl zugleich vehement gegen die Kritik insbesondere von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Anders als unterstellt, „beansprucht das Kirchenasyl keinerlei Sonderrecht gegenüber dem Staat“, sondern „dient dem Rechtsfrieden“.

Überlegungen des Ministeriums, die Aufenthaltsfrist von Asylbewerbern so zu verändern, dass diese noch nach anderthalb Jahren in ein anderes EU-Land abgeschoben werden könnten, verfolgten eindeutig den Zweck, Kirchenasyl zu erschweren oder unmöglich zu machen, sagte Trelle. Wenn der Aufenthalt von Flüchtlingen in Räumen der Kirche bis zu 18 Monaten dauerte, hätte das „fast das Ende des normalen Gemeindelebens“ zur Folge.

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Katholische Kirche: Richtungsstreit wegen Exodus der Gläubigen

konklave

Die konservativen Kreise innerhalb der katholischen Kirche lassen im Fall Bürglen die Muskeln spielen. Auch bei der Frage, wie die Kirche mit der Säkularisierung umgehen soll, pochen sie auf Deutungshoheit.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Die katholische Kirche erlebt derzeit einen konservativen Backlash. Die Bischofskonferenz stellt den Mediensprecher Simon Spengler auf die Strasse, weil er gegen aussen eine zu progressive Haltung vertrat. Der Westschweizer Bischof Charles Morerod hat angekündigt, im September beim «Marsch für das Leben» von christlichen Abtreibungsgegnern mitzulaufen. Und besonders schlagzeilenträchtig: Zusammen mit dem Churer Bischof Vitus Huonder will Morerod den Pfarrer des Urner Dorfes Bürglen abstrafen , weil dieser ein lesbisches Paar gesegnet hat. Es scheint, dass die Reformer in die Defensive geraten sind. Ihr Streit mit den Konservativen um die Deutungshoheit in der katholischen Kirche ist zwar ein Dauerbrenner, sowohl in der Schweiz wie auch weltweit. Doch die Frage, welche Seite die Oberhand gewinnt, könnte weitreichendere Konsequenzen haben als früher. Denn das Ringen spielt sich vor einer gesellschaftlichen Kulisse ab, in der die Existenz von Volkskirchen grundsätzlich infrage gestellt ist.

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Katholische Kirche: Diese Bistümer wollen ihr Vermögen offenlegen

Bild: tilly

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Die katholische Kirche in Deutschland gibt sich transparent: Nach SPIEGEL-Informationen wollen 13 Bistümer demnächst ihre Finanzen veröffentlichen – und damit dem Beispiel Kölns folgen.


SpON

Nach der Transparenzoffensive des Erzbistums Köln, das am Mittwoch erstmals sein Milliardenvermögen offenlegte, wollen 13 weitere deutsche Diözesen nachziehen. Das ergab eine SPIEGEL-Umfrage bei den 26 übrigen Erzbistümern und Bistümern.

Demnach wollen Aachen, Dresden, Görlitz, Hamburg, Freiburg, Fulda, Magdeburg und Paderborn noch in diesem Jahr Zahlen vorlegen. 2016 wollen dann München und Passau folgen, Eichstätt 2017. In Rottenburg-Stuttgart brauche “die Bewertung der Immobilien noch Zeit”, ebenso in Münster.

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Religionsfreiheit in Zeiten der Scheintoleranz

Ratzinger_HomoKann die katholische Kirche noch als legitimer Bestandteil unserer Gesellschaft gelten, wenn sie sich weigert, homosexuelle Verbindungen abzusegnen?


Von Giuseppe Gracia|kath.net

Der Streit um die Segnung homosexueller Paare sorgt für Schlagzeilen. Viele sind bestürzt, dass die katholische Lehre solche Segnungen nicht zulässt, wie es auch ein Dokument der Schweizer Bischofskonferenz festhält. Das empfindet man als menschenverachtend, homophob und fundamentalistisch. Katholische Bischöfe erscheinen als Unmenschen, die man im Namen der Nächstenliebe medial bekämpft, weil sie zur Lehre ihrer Glaubensgemeinschaft stehen.

Das wirft Fragen auf. Kann die katholische Kirche noch als legitimer Bestandteil unserer Gesellschaft gelten, wenn sie sich weigert, homosexuelle Verbindungen abzusegnen? Ist überhaupt die katholische Sexualmoral noch tragbar? Der Katechismus bejaht sexuelle Akte bekanntlich nur innerhalb der monogamen Ehe zwischen Mann und Frau. Auch das orthodoxe Judentum und der Islam lehnen homosexuelle Akte ab. Was soll die freie Gesellschaft davon halten?

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ÖVP – Kirche: Eine schwierige Dauerbeziehung – Kirchenpartei

Reinhold Lopatka und Reinhold Mitterlehner. / Bild: (c) APA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)

ÖVP und katholische Kirche benötigen einander – beim Gewinnen von Wahlen oder beim Durchsetzen von Forderungen. Gleichzeitig müssen sie sich voneinander abgrenzen. Das Verhältnis oszilliert zwischen Nähe und Distanz.


Von DIETMAR NEUWIRTH|Die Presse.com

Es ist die Geschichte einer schwierigen Beziehung. Einer Beziehung voller Schatten der Vergangenheit, voller Missverständnisse und gegenseitiger Vorwürfe. Eine Beziehung, die zuletzt eine der schwersten Krisen der vergangenen Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte durchgemacht hat. Verletzungen gab es auf beiden Seiten. Nur: Die Partner haben mehr gemeinsam, als (ihnen) im Alltag bewusst wird. Und sie ziehen beide aus der Beziehung durchaus Nutzen. Es ist die Geschichte der Beziehung zwischen Volkspartei und katholischer Kirche.

Auf Distanz folgt Nähe: Nach dem schweren Zerwürfnis beim Fortpflanzungsmedizingesetz nun Gleichklang bei der Ablehnung der Suizidmithilfe Todkranker, für die sich die Bioethikkommission ausspricht. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng warnte am Freitag in einer Aussendung vor einem „Dammbruch“. Ein Wort, das am Tag zuvor ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger verwendet hatte.

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Malaysia: Kirche verliert Rechtsstreit um Wort “Allah”

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Die katholische Kirche in Malaysia ist im Rechtsstreit um den Gebrauch des Wortes “Allah” für Christen endgültig unterlegen.


evangelisch.de

Das Bundesgericht wies eine entsprechende Berufung einstimmig zurück, wie lokale Medien am Mittwoch berichteten. Damit gelten die Rechtsmittel als ausgeschöpft. Der Herausgeber der katholischen Wochenzeitung “The Herald”, Pater Lawrence Andrew, zeigte sich enttäuscht. Er sprach zugleich die Hoffnung aus, dass Glaube und Rechte von Minderheiten im Land nicht unterdrückt würden.

Vorausgegangen war ein langwieriger Rechtsstreit. Die malaysische Regierung hatte der Wochenzeitung im Jahr 2007 untersagt, das arabische Wort “Allah” als Bezeichnung für “Gott” in ihrer malaiischsprachigen Ausgabe zu verwenden. Dagegen setzte sich das Blatt zunächst erfolgreich zur Wehr. Ende Dezember 2009 urteilte ein Gericht, dass auch Nichtmuslime die Bezeichnung verwenden dürften. Kirchenvertreter und die Zeitung hatten unter anderem argumentiert, dass das Wort in Malaysia bereits seit Jahrhunderten üblich sei.

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Forscher: Kirche muss Leid der Missbrauchsopfer ehrlich anerkennen

missbrauch_katholDer Psychiater Harald Dreßing hat die katholische Kirche zu einer “ehrlichen Anerkennung des Leides” von Missbrauchsopfern aufgerufen.


evangelische.de

“Das kann nicht nur in der Zahlung einer Geldsumme bestehen”, sagte er dem “Mannheimer Morgen” (Dienstagsausgabe). Die Kirche müsse genau hinhören, was sich die Betroffenen wünschten. Dreßing leitet ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Das Projekt soll Ende 2017 abgeschlossen sein.

Vor fünf Jahren, im Januar 2010, wurden in Berlin Fälle sexuellen Missbrauchs am katholischen Canisius-Kolleg aufgedeckt. Weitere Skandale folgten, die in Kirche und Gesellschaft eine breite Debatte über sexuellen Missbrauch anstießen. Die Enthüllungen sorgten für eine massive Vertrauenskrise in der katholischen Kirche. In den deutschen Diözesen traten allein 2010 mehr als 180.000 Menschen aus der Kirche aus.

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Über die Sinnhaftigkeit liberaler Religionskritik

napoleon_religionRobert Treichler über die Sinnhaftigkeit liberaler Religionskritik am Beispiel des profil-Covers der vergangenen Woche und der Empörung darüber.


Von Robert Treichler|profil.at

Wenn profil Religionskritik übt, geht das üblicherweise schief – jedenfalls aus Sicht des betreffenden Allmächtigen und seiner irdischen Heerscharen. Das muss so sein, denn ein Magazin, das sich als aufklärerisch versteht, ist der natürliche Feind der ewigen Wahrheiten und des Gehorsams. Und so wird unsere Religionsberichterstattung seit jeher verlässlich von Zorn begleitet und profil mal als Hetzblatt im Stil des nationalsozialistischen “Stürmer“, mal als Ansammlung “kryptobolschewistischer Henkersknechte“ bezeichnet. Anlass für die wüsten Reaktionen waren in der Vergangenheit meist Storys über die katholische Kirche, denn deren Wirken hinterließ in unserem Kulturkreis jahrhundertelang die kritikwürdigsten Spuren.

Vergangene Woche wiederholte sich die Geschichte – aber mit neuen Akteuren. Das profil-Cover über die Attentate von Paris zeigte ein Foto einer Anschlagsszene, dazu die Titelzeile: “Was den Islam gefährlich macht“. Es hagelte Empörung. In den sozialen Netzwerken wurde erwogen, profil wegen Paragraf 283 StGB (Verhetzung; Aufruf zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft) anzuzeigen – profil habe Muslime und Attentäter gleichgesetzt.

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Polen: Einnahme der “Pille danach” ist schwere Sünde – Religiotie

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Katholische Kirche in Polen stellt klar, dass die „Pille danach“ eine Abtreibung ist.


kath.net

Die von Polens Regierung angekündigte Einführung einer rezeptfreien «Pille danach» stößt auf massive Kritik der katholischen Kirche. Die Einnahme des Präparates führe zum Tod des Embryos und sei daher eine «schwere Sünde» und nach polnischem Recht strafbar, erklärte die Bioethik-Kommission der Polnischen Bischofskonferenz am Freitagabend. Sie wies zugleich die Darstellung des Gesundheitsministeriums zurück, Polen werde von der Europäischen Union zum rezeptfreien Vertrieb der «Pille danach» gezwungen.

Katholiken und vor allem Parlamentarier müssten sich gegen die Freigabe der Pille engagieren, so die von Erzbischof Henryk Hoser (Warschau-Praga) geleitete Kirchenkommission. Der Gebrauch sogenannter Notfallkontrazeptiva öffne die «Tür zu einem großen kulturellen Wandel: Es wird die sexuelle Freiheit und der Mangel an Verantwortung für die Aufnahme intimer Beziehungen propagiert». Die menschliche Sexualität werde banalisiert. Eine automatische Exkommunikation drohe Frauen bei der Einnahme der «Pille danach» allerdings nicht.

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Umfrage bestätigt: Katholische Kirche besitzt ein Milliardenvermögen

Bild: tilly

Bild: tilly

Der Umfang der Vermögenswerte der katholischen Kirche wird langsam klarer. Die 27 Diözesen in Deutschland besitzen mehrere Milliarden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Dabei handelt es sich um Barvermögen, aber zu großen Teilen auch um Finanzanlagen, Rückstellungen etwa für Priesterpensionen sowie Immobilienbesitz.


web.de

In Köln, der Diözese mit den meisten Mitgliedern, wird allein der Immobilienbesitz von Erzbistum und Erzbischöflichem Stuhl auf über 612 Millionen Euro taxiert. Das Bistum Limburg bilanziert in seinem Geschäftsbericht unter anderem Finanz- und Sachanlagen von rund 810 Millionen Euro, hinzu kommen weitere Geldtöpfe.

Zu den Diözesen mit großen Vermögenswerten gehören den vorliegenden – teils unvollständigen und nicht immer vergleichbaren – Angaben zufolge auch Mainz mit 823,3 Millionen Euro Gesamtvermögen und Trier, wo allein das Anlagevermögen zuletzt 759,6 Millionen Euro betrug. In Augsburg summieren sich Eigen-, Sach- und Anlagekapital auf über 620 Millionen Euro, in Passau verfügen Diözese, Bischöflicher Stuhl und eine Pensionsanstalt über zusammen 570 Millionen Euro. Fulda bewertet allein sein liquides Vermögen mit 456 Millionen Euro.

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Nazi-Kriegsverbrecher: In zwei Wiener Kirchen hängen Gedenktafeln für Alexander Löhr

Bild. profil.online.at

Die katholische Kirche hat Probleme mit ihrem rechten Rand. In zwei Wiener Militärkirchen sind noch immer Gedenktafeln für den Wehrmachtsgeneral und verurteilten Kriegsverbrecher Alexander Löhr angebracht.


Von Christa Zöchling|profil online

Mitten in der Einkaufshölle Mariahilfer Straße liegt die Wiener Stiftskirche, ein Ort der Stille. Mit dem weitläufigen Gebäudeblock der Stiftskaserne verschmolzen, ist sie leicht zu übersehen. Tagsüber lassen sich Passanten mit ihren Einkäufen für Augenblicke in dem dunklen Kirchenschiff nieder. Die Morgenmesse an zwei Tagen in der Woche wird von einem verschworenen Grüppchen besucht; vorwiegend sind es gebrechliche Alte. Man kennt einander, man stützt einander beim Niederknien und beim Hochkommen vom rotsamtenen Brett. Ein längst pensionierter, aber noch aktiver Prälat steht hinter dem Altar und führt die dünnen Stimmen an. Der Altartisch ist mit einem Tuch drapiert, auf dem ein großes Eisernes Kreuz prangt. Diese – ursprünglich preußische – Kriegsauszeichnung war unter den Nazis populär geworden.

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Katholische Kirche in Österreich ein ‘Saustall’?

Bild: geschenkideen.org

Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner bezeichnet in neuem Buch die katholische Kirche Österreichs als einen “Saustall”. Linzer Diözesanvertreter Viehböck, der jahrelang eine Anti-Rom-Zeitung unterstützte, reagiert erwartungsgemäß ganz aufgeregt.


kath.net

Gerhard Maria Wagner, einer der bekanntesten Pfarrer der Diözese Linz, hat am Freitag im Rahmen der Präsentation seines Buches “Himmel oder Hölle” den Zustand der katholischen Kirche in Österreich als einen “Saustall” bezeichnet. Laut Wagner sei die Kirche in Österreich in einem Spannungsfeld zwischen der Lehre des Glaubens und der Praxis. “Wenn das Durcheinander so groß wird, dann muss man das zur Sprache bringen”, sagte der Pfarrer von Windischgarsten bei der Buchpräsentation. Dennoch sehe er sich als Teil dieser Kirche, die er “sehr liebt”. Konkret kritisierte Wagner etwa, dass das Beichtsakrament in vielen Gemeinden tot sei. Wortgottesdienste hätten eine Eigendynamik bekommen, die ihn wirklich störe. Er verstehe zudem die Konkurrenz im Verhältnis von Laien und Geistlichen nicht, so Wagner. “Wie kommt es, dass heute Priester Angst vor der Pfarrgemeinderatssitzung haben? Da stimmt doch etwas nicht.” Den heimischen Diözesen attestierte der Pfarrer “schon ein bisschen eine Oligarchenwirtschaft”, viele Bischöfe stünden alleine da.

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Ukrainischer Ministerpräsident dankt katholischer Kirche

Bild: India Express

Bild: India Express

«Wir spürten und spüren die Hilfe der katholischen Kirche in unserem Kampf für staatliche Unabhängigkeit, territoriale Unversehrtheit, Freiheit und Recht», sagte Jazenjuk am Mittwoch bei einer Begegnung mit dem Wiener Kardinal Schönborn.


kath.net

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk  hat der katholischen Kirche für ihre Unterstützung des Landes in der gegenwärtigen Krise gedankt. «Wir spürten und spüren die Hilfe der katholischen Kirche in unserem Kampf für staatliche Unabhängigkeit, territoriale Unversehrtheit, Freiheit und Recht», sagte Jazenjuk am Mittwoch bei einer Begegnung mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Er nimmt als Sondergesandter von Papst Franziskus an den Feierlichkeiten der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine anlässlich ihrer offiziellen Wiedererrichtung vor 25 Jahren teil.

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Homophobie: Kirche in Nordirland zieht sich aus Adoptionsvermittlung zurück

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Die katholische Kirche in Nordirland kündigt die Zusammenarbeit mit einer Adoptionsagentur auf, weil sie sonst Kinder auch an gleichgeschlechtliche Paare vermitteln müsste.


kath.net

Die katholische Kirche in Nordirland kündigt die Zusammenarbeit mit einer Adoptionsagentur auf, weil sie Kinder auch an gleichgeschlechtliche Paare vermittelt. Der Kirche habe «keine Wahl», erklärten die Bischöfe laut dem britischen Sender BBC (Freitag). Die «Family Care Society», eine katholische Gründung, wurde nach längerem Rechtsstreit der irischen Menschenrechtskommission dazu verpflichtet, auch unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare bei Adoptionswünschen zu berücksichtigen.

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Dodo des Monats November 2014: Zweiter Senat des Bundesverfassungsgerichts

Dodo des Monats November 2014

Dodo des Monats November 2014

von links nach rechts: Prof. Dr. Huber |  Müller |  Prof. Dr. König |  Präsident Prof. Dr. Voßkuhle Dr. Maidowski |  Hermanns |  Dr. Kessal-Wulf |  Prof. Landau Bild: BVerfG©

von links nach rechts: Prof. Dr. Huber, Peter Müller ,Prof. Dr. König , Präsident Prof. Dr. Voßkuhle
Dr. Maidowski , Hermanns ,Dr. Kessal-Wulf ,Prof. Landau
Bild: BVerfG©


Der Chefarzt einer katholischen Klinik, geschieden, verfällt in die wahnwitzige Idee sich erneut zu verheiraten. Sein Arbeitgeber, die katholische Kirche, kündigt ihm. Nicht Gott, der Allmächtige, nein, das Weihrauch-schnüffelnde Bodenpersonal geriert sich wieder einmal als hartleibig. Ich erspare mir mich an den Bestimmungen des kirchlichen Selbstverwaltungs-und Bestimmungsrecht abzuarbeiten. Die juristischen Eckpfeiler sind bekannt. Kirchliches Arbeitsrecht ist Parallelrecht. Der scheinbar säkulare Staat räumt den Kirchen Befugnisse ein die zur Herausbildung einer Parallelgesellschaft geführt haben, ein Staat im Staate. Ähnliches finden wir bei der Mafia, den fernöstlichen Yakuza oder ganz allgemein bei der organisierten Kriminalität.

Im Chefarzt-Verfahren, alle vorherigen Instanzen haben dem Kläger recht gegeben, schleppt sich die katholische Kirche, in ihrer intriganten Art und Weise, zum Bundesverfassungsgericht. Die Kündigung erfolgt wegen “eines schweren Verstoßes gegen seine Loyalitätspflichten.” Die Wiederheirat. Die katholische Kirche will das ihr innewohnende weltanschauliche Monopol nicht preisgeben. Dafür ist zieht sie auch vor das Bundesverfassungsgericht. Der Zweite Senat selbigen Gerichts entscheidet zu Gunsten der Kirche. Alternativen sind nicht erkennbar. Die Grundrechte des Arztes werden in keiner Weise berücksichtigt. Im Gegenteil, sie werden ad absurdum geführt. Mit anderen Worten, das Verfassungsgericht der Bundesrepublik manifestiert was “katholisch” ist. Das bringen hinsichtlich rückständiger Sexualmoral noch nicht einmal die Pfaffen zustande. In Rom streiten hochqualifizierte Theologen, Bischöfe, Kardinäle eine Woche lang über den Umgang mit solchen “katholischen Menschen” ohne wesentliche Ergebnisse zu erlangen, das Bundesverfassungsgericht ficht das nicht an. Der Deutschen Bischofskonferenz wird  so das weitermachen wie bisher vermittelt. Kurz vor der Entscheidung des Gerichts waren einige Bischöfe zu Kompromissen, hinsichtlich des Arbeitsrechts, bereit, danach nicht mehr.

Es geht in keiner Weise um die fachliche Kompetenz des Chefarztes, sondern um Glauben, um die Lehre der katholischen Kirche. Um fragwürdige, nicht zeitgemäße moralische Vorstellungen, die im Loyalitätsgedanken gipfeln.
Der Gedanke, dass ein Arzt nicht wegen seiner Kompetenz in einem Krankenhaus seine Arbeit macht, sondern wegen seiner loyalen Einstellung zum kirchlichen Arbeitgeber muss Angst machen. Dem Patienten ist es völlig egal, ob der ihm behandelte Arzt nach katholischer Lehre lebt, geschieden ist, welche Sexualpraktiken er bevorzugt und vor allem welche weltanschauliche Sicht er hat, der Patient will geheilt werden. An der Kompetenz christlich-katholischer Ärzte darf gezweifelt werden. Die weltanschaulichen Monopole der Kirchen muss man ja nun nicht unbedingt aufsuchen. Ebenso darf an der weltanschaulichen Neutralität der Richter gezweifelt werden.

Das Verhältnis Staat Kirche stimmt nicht mehr. Im Falle des Kölner Chefarztes machen sich die Verfassungshüter zum Büttel der katholischen Kirche. Die Kirche gibt die Norm vor und die Richter springen. Individuelle Grundrechtsabwägungen werden dem Verlangen nach katholischer Deutungshoheit geopfert. Die Verrechtlichung religiöser Konflikte ist eine erbärmliche Methode kirchlicher Fragwürdigkeiten.

Die Macht der Kirchen, die solche Rechtssprechungen erzeugen macht Angst. Der Rechtsstaat bleibt außen vor, er dient lediglich der Zementierung von religiösem Unrecht.

In diesem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Gastarbeiter im Priesterdienst

Weil es in Deutschland immer weniger Priester gibt, holt sich die Katholische Kirche Unterstützung aus dem Ausland Foto: Lawrence OP | CC BY-NC-ND 3.0

Die katholische Kirche leidet unter großem Priestermangel. Daher wirbt sie vermehrt auch im Ausland um Geistliche. Die Welt am Sonntag begleitete einen Vikar im bayerischen Waldsassen, der eigentlich aus Indien stammt.


pro Medienmagazin

„Die Kirchen, katholisch oder evangelisch, verlieren nicht nur ständig Mitglieder, sie haben auch große Nachwuchsprobleme“, schreibt Welt-Autor Patrick Witte im Titelthema der Welt am Sonntag unter der Überschrift „Gastarbeiter im Weinberg des Herrn“. Auf fünf Seiten behandelt die Zeitung den Priestermangel der katholischen Kirche. Etwa 9.500 Pfarrer hat die römisch-katholische Kirche in Deutschland, doch es gibt mehr als 11.500 katholische Gemeinden. Die Kirche sucht deshalb Priester, auch im Ausland, etwa in Nigeria, im Kongo oder in Indien.

Exemplarisch besuchte der Autor Waldsassen in der Bayerischen Oberpfalz. Der Ort hat 7.000 Einwohner. Der 43-jährige Saji Nellikunnel ist dort seit wenigen Tagen katholischer Pfarrvikar. Geboren wurde er in Südindien. Im Bistum Regensburg, zu dem Waldsassen gehört, gibt es 95 solche ausländische Geistliche.

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Katholische Kirche: Oben Verkrustung, unten Druck

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Jeden Sonntag stehen Menschen nebeneinander in der Kirche, die ganz Verschiedenes glauben, meint der Philosoph Norbert Copray. Eine explosive Gemengelage, denn der Pluralismus erzeugt innere Spannungen.


Von Norbert Copray|Deutschlandradio Kultur

Aus Distanz sieht der Katholizismus immer noch recht monolithisch aus, wie ein großes Ganzes, wie ein Block, ein schwarzer Block. Aus der Nähe zeigt sich der katholische Block als ein unübersichtliches Gewebe.

Es besteht aus hunderten, tausenden, hunderttausenden Haupt-, Teil-, Unter- und Nebenströmungen – in noch einmal zig Gemeinden, Bistümer, Provinzen und Gruppen. Kein Wunder, unter mehr als 1,3 Milliarden Katholiken. Ohne Substruktur kann ein soziales Gebilde dieser Größe gar nicht existieren.

Mehr noch: Die katholische Landschaft ist seit Mitte der 1960er-Jahre von einem heftigen Pluralisierungsschub erfasst worden, wie er für Modernisierungsprozesse typisch ist. Und dadurch geraten die vielen Strömungen zueinander in Gegensatz und in erbitterten Kampf.

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Katholische Bischöfe räumen Gewerkschaften mehr Rechte ein

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Die Kirchen gehen beim Arbeitsrecht einen Sonderweg und liegen dabei mit den Gewerkschaften über Kreuz. Die fordern vehement mehr Einfluss bei Tarifverhandlungen. Nun reagieren die Bischöfe.


evangelisch.de

Gewerkschaften sollen in katholischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen und Kindergärten künftig mehr zu sagen haben. Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss nach eigenen Angaben vom Mittwoch eine entsprechende Änderung ihres Arbeitsrechts. Sie reagierte damit auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2012. Insgesamt sind etwa 700.000 Arbeitnehmer betroffen.

Das Gericht hatte damals entschieden, dass die Kirchen die Gewerkschaften einbinden müssen, auch wenn sie bei der Aushandlung von Tarifen und Arbeitsbedingungen einen Sonderweg – den sogenannten Dritten Weg – beschreiten. Diesem Modell liegt das kirchliche Selbstverständnis zugrunde, wonach Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Umgang miteinander auf Konsens statt auf Konfrontation setzen sollten.

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