Schlagwort-Archive: katholische Kirche

Religionskritik: Unterscheiden statt polemisieren

Katholiban "Großstadt-Mission" in elf Städten Europas

Beim Zweiten Vatikanum hat die katholische Kirche die Religionsfreiheit anerkannt. Das sollten auch Bekenntnislose anerkennen, statt sich in substanzloser Religionskritik zu ergehen und dem Fundamentalismus damit Tür und Tor zu öffnen


Kommentar der anderen |Józef Niewiadomski|derStandard.at

“Weihrauch statt kritischer Analyse” habe der ORF im Radiokolleg: Gewalt und Religion serviert. Die anschauliche Formel verdichtet den von Martin Praska an diesem Ort veröffentlichten Kommentar (“Religion ist friedlich, der Kimono griechisch”, STANDARD vom 6. Mai). Hätte sich Praska von der Etymologie des Wortes Kritik inspirieren lassen, so müsste er damit ernst machen, dass Kritik vom “krinein” kommt. Sie zeichnet sich durch die Gabe der Unterscheidung aus.

Mit einer solchen scheint er nicht gesegnet zu sein. Deswegen verkommt sein Text zum recht geistlosen “Abwatschen”. Auf dem Niveau und auch im Stil einer Bierstammtischrunde religionskritischer Zeitgenossen werden der Reihe nach: der ORF als eine kryptoreligiöse Funkanstalt entlarvt, der verantwortliche Gestalter der Sendung, Johannes Kaup, als “katholischer Theologe” geoutet, die Sendereihe als “Schwafelei” der Theologen diffamiert.

Wer auf diese Weise einen “kritischen” Diskurs beginnt, will auf seinen gesellschaftlichen Ort, sein Interesse und auch sein Leiden aufmerksam machen. Als Vertreter von Menschen “ohne Bekenntnis” beklagt Praska, dass dem “säkularen Element in unserer Gesellschaft” und den “religionskritischen” Sendungen im Radio kaum Raum gegeben werde. Deswegen verfestige die mediale “Volksbildung” die Vorurteile eines “katholischen Landes”. Und wer will heute schon in einem Land leben, dessen Lebenskultur Praska auf die prägnante Formel bringt: “Hände falten, Gosch’n halten”? Schon diese Qualifizierung wird für den Applaus in der Stammtischrunde sorgen.

weiterlesen

Der Vatikan schweigt auch 70 Jahre danach

ReichskonkordatFür die katholische Kirche wäre es an der Zeit, demütig ihr Versagen während der Schoa einzuräumen


Von Klaus Kühlwein|Jüdische Allgemeine

War das Schweigen der katholischen Kirche zur Schoa ein Fehler? Ist sie mitschuldig geworden, weil sie abseits stand bei der großen Judenjagd in Europa? 70 Jahre nach Kriegsende wäscht der Vatikan noch immer seine Hände in Unschuld. Zu bedauern gebe es nichts – im Gegenteil. Pius XII. habe mit seinem Schweigen und seiner klugen Diplomatie »Schlimmeres verhütet«. Der hellsichtige Weckruf der Jüdin Edith Stein an den Heiligen Stuhl war schon 1933 ignoriert worden.

Niemand kann bestreiten, dass Pius XII. durch Hintertür-Diplomatie vielen Juden die Ausreise oder die Flucht in Verstecke ermöglichte. Das war für den Vatikan mit seinen Kontakten eine selbstverständliche Christenpflicht. Vorwerfen kann man Pius keinen Antisemitismus, wohl aber einen Antijudaismus, der ein Nährboden war für den Antisemitismus. Pius sympathisierte auch nicht mit dem NS-Regime oder dem Krieg gegen Stalin, obwohl er den Kommunismus für gefährlicher hielt als den Nationalsozialismus.

weiterlesen

Katholische Kirche lockert ihr Arbeitsrecht

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die katholische Kirche mildert ihr Arbeitsrecht ab. In Zukunft führen schwere Loyalitätsverstöße gegen den kirchlichen Arbeitgeber nicht automatisch zu Kündigungen, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mitteilte.


evangelisch.de

Das neue Arbeitsrecht wurde von mehr als zwei Dritteln der katholischen Bischöfe beschlossen. Es wird damit gerechnet, dass es in den nächsten Monaten in Kraft tritt.

Nach den neuen Regelungen ist auch nach einer Wiederheirat eine Weiterbeschäftigung in einer katholischen Einrichtung möglich. Die Kündigung eines Mitarbeiters soll “das allerletzte Mittel” sein, wie die Bischofskonferenz mitteilte. Dasselbe gilt, wenn Kirchenbeschäftigte eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Auch hier ist der katholische Arbeitgeber nach dem neuen kirchlichen Arbeitsrecht verpflichtet, “alle anderen denkbaren milderen Mittel” auszuschöpfen.

Sozialethiker: Menschenrechte bleiben “Hausaufgabe der Kirche”

Themenbild

Themenbild

Die Menschenrechte bleiben eine “dringende Hausaufgabe für die katholische Kirche”: Das hat der Schweizer Sozialethiker Peter Kirchschläger im Gespräch mit “Kathpress” unterstrichen. Durch eine breite Rezeption des Menschenrechtsdiskurses auch in der Theologie könne die katholische Kirche inzwischen am internationalen Menschenrechtsdiskurs als geachteter Diskurspartner teilnehmen “und aus ihrer Perspektive dazu beitragen”, so Kirchschläger. Der Sozialethiker äußerte sich am Rande des internationalen Symposions “Wirtschaft – Gemeinwohl – Glück” am Freitagabend an der Universität Wien.


kathweb

Gerade mit ihrer Lehre von der Gottebenbildlichkeit könne die Kirche einen wichtigen Beitrag leisten, wenn es um die Frage gehe, warum der Mensch überhaupt Rechte besitze. Zugleich gebe es aber auch blinde Flecken in der kirchlichen Rezeption der Menschenrechte, wies Kirchschläger hin.

Zugleich appellierte der Sozialethiker an die großen multinationalen Konzerne, den Einsatz für die Menschenrechte als ein wertvolles Kapital und “ethischen Referenzpunkt” zu entdecken: Gerade multinationale Konzerne verfügten über große Reichweite und Macht, sich auch politisch für die Durchsetzung der Menschenrechte einzusetzen. Dies stelle zweifellos eine Gratwanderung dar, stünden doch gerade multinationale Wirtschaftsunternehmen durch Prinzipien der Gewinnmaximierung immer auch im Verdacht, Menschenrechte zu missachten.

weiterlesen

 

Kirche begrüßt Vorschlag zum Werteunterricht in Luxemburg

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Die katholische Kirche in Luxemburg hat einen Vorschlag der Regierung für den geplanten Werteunterricht begrüßt. Es sei gut, dass in dem Papier auf das Erbe jüdischer und christlicher Religionen sowie des philosophischen Humanismus verwiesen werde, heißt es in der am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme der Kirche. Der Bezug zur Geschichte und Kultur sei unabdingbar.


kathweb

Die Kirche begrüßte zudem einen “schülerzentrierten und lebensweltlichen Ansatz des künftigen Faches” sowie die Wissensvermittlung aus dem Bereich der Religionen. Schüler bräuchten “eine Einführung in die lebendigen Denk- und Lebenswelten der Religionen, die sowohl ihre lebensfördernden als auch ihre gefährlichen Potenziale darstellt”, heißt es.

Die luxemburgische Regierung hatte am Montag ein Rahmenpapier zum neuen Schulfach “Leben und Gesellschaft”, dem sogenannten Werteunterricht, vorgestellt. Dieser soll zukünftig den Religionsunterricht ersetzen.

Luxemburg will in den kommenden 20 Jahren eine schrittweise Trennung von Staat und Kirche vornehmen und damit das Staat-Kirchen-Verhältnis in dem traditionell katholischen Großherzogtum neu regeln.

Dodo Kretschmann fordert Meinungsfreiheit in der Kirche

kretschmann150Die katholische Kirche sei von Angst regiert, beklagt der Grünen-Politiker in der ZEIT. Besonders das Kondom-Dogma hält er für weltfremd und überflüssig.

ZEIT ONLINE

Der baden-württembergische Ministerpräsident und bekennende Christ Winfried Kretschmann wirft der katholischen Kirche vor, von Zwang beherrscht zu sein. “Mich irritiert vor allem, wie viel Angst in unserer Kirche regiert”, sagte der Grünen-Politiker der ZEIT. “Die Dogmen lasten wie ein Alb auf uns Gläubigen.” Dass die Kirche nicht zugeben könne, zu irren, könne Kretschmann am schwersten ertragen.

Das Problem seien nicht die Dogmen an sich, sondern dass die Kirche sie alle für richtig halte, sagte der Grünen-Politiker weiter. “Auch wenn manche es noch nicht wahrhaben wollen: Die Zeiten sind vorbei, in denen die Hierarchie Debatten einfach für beendet erklären konnte”, sagte Kretschmann.

weiterlesen

Forscher aus den Reihen der Kirche

Pierre Teilhard de Chardin(Jesuit) bei einer Grabung in der Höhle von Castillo, 1913. Bild: wikimedia.org/PD

Die katholische Kirche gilt gemeinhin eher als wissenschaftsfeindlich. Doch waren die Jesuiten eigentlich der Wissenschaft zugeneigt. Aufpassen mussten sie allerdings, wenn ihre Erkenntnisse die Grundlehren der Kirche infrage stellten.


Von Roland D. Gerste|Neue Zürcher Zeitung

Im Jahr 1633 stand einer der berühmtesten Wissenschafter der europäischen Geschichte vor den Schranken der Inquisition. Galileo Galilei hatte sich in seinem bedeutenden Werk zugunsten der heliozentrischen Auffassung vom Universum ausgesprochen, nach der die Sonne im Zentrum steht und von den Planeten umkreist wird. Die Kirche beharrte indes auf dem mehr als 1500 Jahre alten ptolemäischen Weltbild, mit der Erde im Zentrum, die von Sonne, Mond und Planeten umkreist wird. Dies ist 382 Jahre her, doch das Bild einer wissenschaftsfeindlichen katholischen Kirche hat sich bis heute gehalten.

Galilei musste abschwören, damit ihm der Tod auf dem Scheiterhaufen erspart blieb. Er wurde zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt, die in Hausarrest abgemildert wurde. Erst im Jahr 1992 wurde Galilei von der Kirche rehabilitiert. Mit dieser unrühmlichen Unterwerfung des Wissenschafters und dem jahrhundertelangen starren Festhalten an dem astronomischen Verdikt beschnitt sich die katholische Kirche in ihrer eigenen naturwissenschaftlichen Forschungskompetenz und geriet in den bis heute fortdauernden Geruch der Wissenschaftsfeindlichkeit, so urteilt Alexander Brüggemann von der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bonn.

weiterlesen

Konzern “Katholische Kirche” erhält 5,68 Milliarden Euro an Steuern

Bild: tilly

Bild: tilly

Abermals ist ein Rekord gefallen. Mit exakt 5.681.199.800 Euro lagen die Kirchensteuer-Einnahmen für die katholische Kirche 2014 zum dritten Mal in Folge über der Fünf-Milliarden-Grenze.


RP ONLINE

Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag auf Anfrage bekanntgab, bedeutet das im Vergleich zum Vorjahr noch einmal ein Plus von 4,24 Prozent. Der Trend bei der evangelischen Kirche dürfte ähnlich ausfallen. Trotz sinkender Mitgliederzahlen mehr Einnahmen – wie kann das sein? Nach Ansicht von Experten liegt das zuallererst einmal an der guten konjunkturellen Lage. “Je größer das Wirtschaftswachstum, desto höher sind die Steuereinnahmen”, sagt Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Viele Menschen gehen einer regulären Arbeit nach, bezahlen mithin Einkommenssteuer. Und bei Katholiken und Protestanten erhöht sich dann auch die daran angehängte Abgabe an ihre Kirche, je nach Bundesland sind es acht oder neun Prozent.

weiterlesen

Polens Kirche im Gestern: «Zusammenleben ohne Trauschein ist Sünde»

kirche_polenKatholische Kirche in Polen startet Plakataktion für Eheschließung


kath.net

Mit einer Werbekampagne will die katholische Kirche in Polen junge Menschen von der Eheschließung überzeugen. Das nationale Zentrum für Familienseelsorge startete in Großstädten eine Plakataktion mit dem Slogan «Zusammenleben ohne Trauschein ist Sünde». Der Leiter des Zentrums, Pfarrer Przemyslaw Drag, kritisierte in der Tageszeitung «Rzeczpospolita» (Mittwoch), dass sich immer mehr Polen aus Angst vor der Verantwortung für ihren Partner gegen eine Hochzeit entschieden.

weiterlesen

Betrugsverdacht bei katholischer Kirche in Norwegen

Bild: tilly

Bild: tilly

Staatliche Millionenzuschüsse durch manipulierte Mitgliederzahlen


DIE WELT

Wegen Betrugsverdachts bei der katholischen Kirche hat die norwegische Polizei am Donnerstag den Sitz der Kirche in Oslo durchsucht. Die Diözese von Oslo, die alle Kirchendaten verwaltet, soll über Jahre hinweg die Zahl der Kirchenmitglieder künstlich aufgebauscht und auf diese Weise unrechtmäßig Millionenzuschüsse des Staats eingestrichen haben. Zwischen 2010 und 2014 habe die Kirche 65.000 neue Mitglieder gemeldet und umgerechnet 5,84 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen erhalten, sagte die Rechtsvertreterin der Polizei, Kristin Rusdal, der Nachrichtenagentur AFP.

Schweiz: Wenn sich die Oberhirten der Debatte verweigern

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

In der katholischen Kirche tobt ein Richtungsstreit zwischen Reformern und Konservativen. In der Öffentlichkeit darüber zu diskutieren, fällt vor allem den progressiven Bischöfen schwer.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Auf dem Stuhl hätte der Churer Bischof Vitus Huonder sitzen können. Oder sein Stellvertreter Martin Grichting. Oder ihr Mediensprecher Giuseppe Gracia. Oder Markus Büchel, Präsident der Bischofskonferenz (SBK). Doch der Stuhl im SRF-Fernsehstudio blieb leer. Die offiziellen Vertreter des Schweizer Katholizismus weigerten sich, ihre Sicht zur Debatte über den Umgang ihrer Kirche mit Homosexuellen einzubringen. So herrschte im «Club» am Dienstagabend ungetrübte Einigkeit: Der Pfarrer von Bürglen, Wendelin Bucheli, habe das einzig Richtige getan.

Die Gesprächsverweigerung provozierte nicht nur in der Gesprächsrunde und bei Moderatorin Karin Frei selber Kritik. Auch der leitende Redaktor des katholischen Medienzentrums, Martin Spilker, nimmt die Bischöfe in einem Kommentar ins Gebet. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, zu einer aktuellen Frage ihre Haltung darzulegen, schreibt er. «Wer sich der Auseinandersetzung aber gar nicht stellt, mit dem kann man leider nicht ins Gespräch kommen.»

weiterlesen

Kirchenasyl: Bischöfe greifen Regierung scharf an

Seit drei Jahren sind Sarah und Amir (Namen geändert) auf der Flucht. Im evangelischen Weigle-Haus in Essen hat das iranische Paar Kirchenasyl gefunden. Foto: epd

Im Streit über das Kirchenasyl greift die katholische Kirche das Bundesinnenministerium scharf an. Der Konflikt mit den Kirchen werde auf dem Rücken von Flüchtlingen ausgetragen, so der Vorwurf.


Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Der für Migrationsfragen zuständige Bischof Norbert Trelle (Hildesheim) verteidigte das Kirchenasyl zugleich vehement gegen die Kritik insbesondere von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Anders als unterstellt, „beansprucht das Kirchenasyl keinerlei Sonderrecht gegenüber dem Staat“, sondern „dient dem Rechtsfrieden“.

Überlegungen des Ministeriums, die Aufenthaltsfrist von Asylbewerbern so zu verändern, dass diese noch nach anderthalb Jahren in ein anderes EU-Land abgeschoben werden könnten, verfolgten eindeutig den Zweck, Kirchenasyl zu erschweren oder unmöglich zu machen, sagte Trelle. Wenn der Aufenthalt von Flüchtlingen in Räumen der Kirche bis zu 18 Monaten dauerte, hätte das „fast das Ende des normalen Gemeindelebens“ zur Folge.

weiterlesen

Katholische Kirche: Richtungsstreit wegen Exodus der Gläubigen

konklave

Die konservativen Kreise innerhalb der katholischen Kirche lassen im Fall Bürglen die Muskeln spielen. Auch bei der Frage, wie die Kirche mit der Säkularisierung umgehen soll, pochen sie auf Deutungshoheit.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Die katholische Kirche erlebt derzeit einen konservativen Backlash. Die Bischofskonferenz stellt den Mediensprecher Simon Spengler auf die Strasse, weil er gegen aussen eine zu progressive Haltung vertrat. Der Westschweizer Bischof Charles Morerod hat angekündigt, im September beim «Marsch für das Leben» von christlichen Abtreibungsgegnern mitzulaufen. Und besonders schlagzeilenträchtig: Zusammen mit dem Churer Bischof Vitus Huonder will Morerod den Pfarrer des Urner Dorfes Bürglen abstrafen , weil dieser ein lesbisches Paar gesegnet hat. Es scheint, dass die Reformer in die Defensive geraten sind. Ihr Streit mit den Konservativen um die Deutungshoheit in der katholischen Kirche ist zwar ein Dauerbrenner, sowohl in der Schweiz wie auch weltweit. Doch die Frage, welche Seite die Oberhand gewinnt, könnte weitreichendere Konsequenzen haben als früher. Denn das Ringen spielt sich vor einer gesellschaftlichen Kulisse ab, in der die Existenz von Volkskirchen grundsätzlich infrage gestellt ist.

weiterlesen

Katholische Kirche: Diese Bistümer wollen ihr Vermögen offenlegen

Bild: tilly

Bild: tilly

Die katholische Kirche in Deutschland gibt sich transparent: Nach SPIEGEL-Informationen wollen 13 Bistümer demnächst ihre Finanzen veröffentlichen – und damit dem Beispiel Kölns folgen.


SpON

Nach der Transparenzoffensive des Erzbistums Köln, das am Mittwoch erstmals sein Milliardenvermögen offenlegte, wollen 13 weitere deutsche Diözesen nachziehen. Das ergab eine SPIEGEL-Umfrage bei den 26 übrigen Erzbistümern und Bistümern.

Demnach wollen Aachen, Dresden, Görlitz, Hamburg, Freiburg, Fulda, Magdeburg und Paderborn noch in diesem Jahr Zahlen vorlegen. 2016 wollen dann München und Passau folgen, Eichstätt 2017. In Rottenburg-Stuttgart brauche “die Bewertung der Immobilien noch Zeit”, ebenso in Münster.

weiterlesen

Religionsfreiheit in Zeiten der Scheintoleranz

Ratzinger_HomoKann die katholische Kirche noch als legitimer Bestandteil unserer Gesellschaft gelten, wenn sie sich weigert, homosexuelle Verbindungen abzusegnen?


Von Giuseppe Gracia|kath.net

Der Streit um die Segnung homosexueller Paare sorgt für Schlagzeilen. Viele sind bestürzt, dass die katholische Lehre solche Segnungen nicht zulässt, wie es auch ein Dokument der Schweizer Bischofskonferenz festhält. Das empfindet man als menschenverachtend, homophob und fundamentalistisch. Katholische Bischöfe erscheinen als Unmenschen, die man im Namen der Nächstenliebe medial bekämpft, weil sie zur Lehre ihrer Glaubensgemeinschaft stehen.

Das wirft Fragen auf. Kann die katholische Kirche noch als legitimer Bestandteil unserer Gesellschaft gelten, wenn sie sich weigert, homosexuelle Verbindungen abzusegnen? Ist überhaupt die katholische Sexualmoral noch tragbar? Der Katechismus bejaht sexuelle Akte bekanntlich nur innerhalb der monogamen Ehe zwischen Mann und Frau. Auch das orthodoxe Judentum und der Islam lehnen homosexuelle Akte ab. Was soll die freie Gesellschaft davon halten?

weiterlesen

ÖVP – Kirche: Eine schwierige Dauerbeziehung – Kirchenpartei

Reinhold Lopatka und Reinhold Mitterlehner. / Bild: (c) APA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)

ÖVP und katholische Kirche benötigen einander – beim Gewinnen von Wahlen oder beim Durchsetzen von Forderungen. Gleichzeitig müssen sie sich voneinander abgrenzen. Das Verhältnis oszilliert zwischen Nähe und Distanz.


Von DIETMAR NEUWIRTH|Die Presse.com

Es ist die Geschichte einer schwierigen Beziehung. Einer Beziehung voller Schatten der Vergangenheit, voller Missverständnisse und gegenseitiger Vorwürfe. Eine Beziehung, die zuletzt eine der schwersten Krisen der vergangenen Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte durchgemacht hat. Verletzungen gab es auf beiden Seiten. Nur: Die Partner haben mehr gemeinsam, als (ihnen) im Alltag bewusst wird. Und sie ziehen beide aus der Beziehung durchaus Nutzen. Es ist die Geschichte der Beziehung zwischen Volkspartei und katholischer Kirche.

Auf Distanz folgt Nähe: Nach dem schweren Zerwürfnis beim Fortpflanzungsmedizingesetz nun Gleichklang bei der Ablehnung der Suizidmithilfe Todkranker, für die sich die Bioethikkommission ausspricht. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng warnte am Freitag in einer Aussendung vor einem „Dammbruch“. Ein Wort, das am Tag zuvor ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger verwendet hatte.

weiterlesen

Malaysia: Kirche verliert Rechtsstreit um Wort “Allah”

der_die_das_gott

Die katholische Kirche in Malaysia ist im Rechtsstreit um den Gebrauch des Wortes “Allah” für Christen endgültig unterlegen.


evangelisch.de

Das Bundesgericht wies eine entsprechende Berufung einstimmig zurück, wie lokale Medien am Mittwoch berichteten. Damit gelten die Rechtsmittel als ausgeschöpft. Der Herausgeber der katholischen Wochenzeitung “The Herald”, Pater Lawrence Andrew, zeigte sich enttäuscht. Er sprach zugleich die Hoffnung aus, dass Glaube und Rechte von Minderheiten im Land nicht unterdrückt würden.

Vorausgegangen war ein langwieriger Rechtsstreit. Die malaysische Regierung hatte der Wochenzeitung im Jahr 2007 untersagt, das arabische Wort “Allah” als Bezeichnung für “Gott” in ihrer malaiischsprachigen Ausgabe zu verwenden. Dagegen setzte sich das Blatt zunächst erfolgreich zur Wehr. Ende Dezember 2009 urteilte ein Gericht, dass auch Nichtmuslime die Bezeichnung verwenden dürften. Kirchenvertreter und die Zeitung hatten unter anderem argumentiert, dass das Wort in Malaysia bereits seit Jahrhunderten üblich sei.

weiterlesen

Forscher: Kirche muss Leid der Missbrauchsopfer ehrlich anerkennen

missbrauch_katholDer Psychiater Harald Dreßing hat die katholische Kirche zu einer “ehrlichen Anerkennung des Leides” von Missbrauchsopfern aufgerufen.


evangelische.de

“Das kann nicht nur in der Zahlung einer Geldsumme bestehen”, sagte er dem “Mannheimer Morgen” (Dienstagsausgabe). Die Kirche müsse genau hinhören, was sich die Betroffenen wünschten. Dreßing leitet ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Das Projekt soll Ende 2017 abgeschlossen sein.

Vor fünf Jahren, im Januar 2010, wurden in Berlin Fälle sexuellen Missbrauchs am katholischen Canisius-Kolleg aufgedeckt. Weitere Skandale folgten, die in Kirche und Gesellschaft eine breite Debatte über sexuellen Missbrauch anstießen. Die Enthüllungen sorgten für eine massive Vertrauenskrise in der katholischen Kirche. In den deutschen Diözesen traten allein 2010 mehr als 180.000 Menschen aus der Kirche aus.

weiterlesen

Über die Sinnhaftigkeit liberaler Religionskritik

napoleon_religionRobert Treichler über die Sinnhaftigkeit liberaler Religionskritik am Beispiel des profil-Covers der vergangenen Woche und der Empörung darüber.


Von Robert Treichler|profil.at

Wenn profil Religionskritik übt, geht das üblicherweise schief – jedenfalls aus Sicht des betreffenden Allmächtigen und seiner irdischen Heerscharen. Das muss so sein, denn ein Magazin, das sich als aufklärerisch versteht, ist der natürliche Feind der ewigen Wahrheiten und des Gehorsams. Und so wird unsere Religionsberichterstattung seit jeher verlässlich von Zorn begleitet und profil mal als Hetzblatt im Stil des nationalsozialistischen “Stürmer“, mal als Ansammlung “kryptobolschewistischer Henkersknechte“ bezeichnet. Anlass für die wüsten Reaktionen waren in der Vergangenheit meist Storys über die katholische Kirche, denn deren Wirken hinterließ in unserem Kulturkreis jahrhundertelang die kritikwürdigsten Spuren.

Vergangene Woche wiederholte sich die Geschichte – aber mit neuen Akteuren. Das profil-Cover über die Attentate von Paris zeigte ein Foto einer Anschlagsszene, dazu die Titelzeile: “Was den Islam gefährlich macht“. Es hagelte Empörung. In den sozialen Netzwerken wurde erwogen, profil wegen Paragraf 283 StGB (Verhetzung; Aufruf zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft) anzuzeigen – profil habe Muslime und Attentäter gleichgesetzt.

weiterlesen

Polen: Einnahme der “Pille danach” ist schwere Sünde – Religiotie

kirche_polen

Katholische Kirche in Polen stellt klar, dass die „Pille danach“ eine Abtreibung ist.


kath.net

Die von Polens Regierung angekündigte Einführung einer rezeptfreien «Pille danach» stößt auf massive Kritik der katholischen Kirche. Die Einnahme des Präparates führe zum Tod des Embryos und sei daher eine «schwere Sünde» und nach polnischem Recht strafbar, erklärte die Bioethik-Kommission der Polnischen Bischofskonferenz am Freitagabend. Sie wies zugleich die Darstellung des Gesundheitsministeriums zurück, Polen werde von der Europäischen Union zum rezeptfreien Vertrieb der «Pille danach» gezwungen.

Katholiken und vor allem Parlamentarier müssten sich gegen die Freigabe der Pille engagieren, so die von Erzbischof Henryk Hoser (Warschau-Praga) geleitete Kirchenkommission. Der Gebrauch sogenannter Notfallkontrazeptiva öffne die «Tür zu einem großen kulturellen Wandel: Es wird die sexuelle Freiheit und der Mangel an Verantwortung für die Aufnahme intimer Beziehungen propagiert». Die menschliche Sexualität werde banalisiert. Eine automatische Exkommunikation drohe Frauen bei der Einnahme der «Pille danach» allerdings nicht.

weiterlesen