Weltgrößter Tyrannosaurus rex entdeckt – In Kanada gefundenes Fossil erweist sich als schwerster und größter Raubdinosaurier

Das Skelett des Tyrannosauriers „Scotty“: Er ist der größte und schwerste aller jemals entdeckten Raubdinosaurier dieser Art. © Amanda Kelley
Urzeitlicher Gigant: Ein in Kanada entdecktes Tyrannosaurus-Fossil ist der größte bekannte Vertreter dieser Art – und der massigste Raubdinosaurier, der jemals entdeckt wurde. Das Tier war zu Lebzeiten 13 Meter lang und wog knapp neun Tonnen, wie die Paläontologen berichten. Besonders auch: Der Tyrannosaurier war nach Dinomaßstäben schon ziemlich betagt als er starb und trug zu Lebzeiten offenbar zahlreiche Verletzungen davon.

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Der Tyrannosaurus rex – der „König der Schreckensechsen“ – war eines der größten Raubtiere der Erdgeschichte. Bis zu zwölf Meter lange Skelette haben Paläontologen von diesem zweibeinig laufenden Dinosaurier bisher gefunden. Dank seines einzigartigen Schädels, einer enormen Bisskraft und Zähnen scharf wie Steakmessern konnte der T. rex selbst große Beute überwältigen und deren Knochen knacken. Trotz seiner Masse war dieser Fleischfresser zudem erstaunlich wendig.

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Ist das Schicksal der Nonkonformisten nur ein neuer Konformismus?

Hipster?Bild: pxher.com/CC0
Ein mathematisches Modell über den „Hipster-Effekt“ scheint darauf hinzudeuten, dass sich die bemühten Individualisten einander angleichen und alle genauso aussehen oder sich verhalten

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Dass der Mainstream konform ist, also sich die Menschen beispielsweise ähnliche kleiden und ähnliche Frisuren haben, muss so sein. Aber es fällt auch immer wieder auf, dass Menschen, die sich vom Mainstream unterscheiden und ihren Nonkonformismus zeigen wollen, bald auch wieder alle gleich aussehen, bis die nächste Welle kommt. Was man als Modetrends beobachten kann, hat der Mathematiker Jonathan Touboul von der Brandeis University, der das als „Hipster-Effekt“ bezeichnet, versucht, in eine Formel für kollektives Verhalten zu fassen.

Touboul geht davon aus, dass sich öfter Menschen, die sich von der Mehrheit unterscheiden sollen, selbst wieder ein Gruppe mit konformistischem Verhalten bilden. Das aber würde der Intention entgegenlaufen, sich von der Mehrheit als Individuen zu unterscheiden und somit ein Paradox darstellen. Das geht für den Mathematiker weit über Moden hinaus und ist ein kollektives Verhalten, dass man etwa auch in der Wirtschaft oder an der Börse finden könne, beispielsweise wenn gegen den Strom Aktien verkauft werden, oder auch in der Synchronisierung von Nervenzellen.

Hipsters schauen sich so ähnlich, dass sie sich nicht einmal voneinander unterscheiden können“

Der Mathematiker beschäftigt sich mit dem Thema schon seit Jahren. Kürzlich machte er ein Update seiner Theorie, was Anlass für einen Artikel der Zeitschrift Technology Review über den Hipster-Effekt war.

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Aging Is a Communication Breakdown

Image: NAUTILUS
Genes that can’t express themselves may be hallmarks of cancer.

By Jim Kozubek | NAUTILUS

Johann Wolfgang von Goethe, the 18th-century poet and philosopher, believed life was hardwired with archetypes, or models, which instructed its development. Yet he was fascinated with how life could, at the same time, be so malleable. One day, while meditating on a leaf, the poet had what you might call a proto-evolutionary thought: Plants were never created “and then locked into the given form” but have instead been given, he later wrote, a “felicitous mobility and plasticity that allows them to grow and adapt themselves to many different conditions in many different places.” A rediscovery of principles of genetic inheritance in the early 20th century showed that organisms could not learn or acquire heritable traits by interacting with their environment, but they did not yet explain how life could undergo such shapeshifting tricks—the plasticity that fascinated Goethe.

A polymathic and pioneering British biologist proposed such a mechanism for how organisms could adapt to their environment, upending the early field of evolutionary biology. For this, Conrad Hal Waddington became recognized as the last Renaissance biologist. This largely had to do with his idea of an “epigenetic landscape”—a metaphor he coined in 1940 to illustrate a theory for how organisms might regulate which of their genes get expressed in response to environmental cues or pressures, leading them down different developmental pathways. It turned out he was onto something: Just a few years after coining the term, it was found that methyl groups—a small molecule made of carbon and hydrogen—could attach to DNA, or to the proteins that house it, and alter gene expression. Changing how a gene is expressed can have drastic consequences: Every cell in our body has the same genes but looks and functions differently only due to the epigenetics that controls when and how genes get turned on. In 2002, one development biologist wondered whether Waddington’s provocative “ideas are relevant tools for understanding the biological problems of today.”

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Achtbeinige Genies

Nicht identifizierte Springspinnenart (Eventuell eine nicht ausgewachsene Thiodina sylvana). Bild: USGS / CC-BY-2.0
Oktopoden und Spinnen faszinieren mit hoher Intelligenz, die aus völlig andersartigen Gehirnen entsteht

Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Ob es an den Beinen liegt? Vermutlich nicht. Aber ein unbefangener Beobachter – etwa von einem fremden Planeten -, der ergründen wollte, welche Tiere besonders intelligent sind und warum, könnte allerlei Korrelationen aufstellen und zum Ergebnis kommen, dass, sobald man das Reich der Wirbeltiere verlässt, die Intelligenz ihr Maximum bei acht Beinen erreicht: Oktopoden und Spinnen.

Tatsächlich wird das wohl Zufall sein. Ein anderer Zusammenhang ist schlüssiger. Vegetarier müssen jetzt ganz tapfer sein, aber es ist so: Schaut man sich im Tierreich um, dann sind die Jäger meist heller als die Pflanzen- (und Plankton-)fresser. Zahnwale übertreffen die Bartenwale (von Seekühen ganz zu schweigen), Wölfe die Schafe, Würfelquallen die Ohrenquallen, Raben die Hühner. Das liegt einfach an den unterschiedlichen Anforderungen der Nahrungsgewinnung. Eine grüne Weide braucht man nicht zu umzingeln, Krill muss man nicht austricksen, an einen reifen Apfel muss man sich nicht anpirschen, und es ist auch nicht nötig, aufzupassen, dass der Grünkohl einen nicht sieht. Es ist die Jagd, die Strategiebildung, Vorausschau und Perspektivwechsel fordert.

Doch es sind die Achtbeiner unter den Jägern, die am meisten faszinieren. Sie gleichen Aliens, die mitten unter uns leben; unabhängig evolvierte Intelligenzen, deren letzter gemeinsamer Vorfahr mit uns vor rund 560 Millionen Jahren lebte – oder noch früher – und so einfach strukturiert war, dass ein Regenwurm im Vergleich dazu wie Einstein wirkt. Aus ein paar über den Körper verteilten Nervenbahnen und einem Augenfleck entstand mehrfach ein leistungsstarkes Gehirn, das seine Umwelt mit mehreren Sinnen erfassen, lernen, Pläne schmieden und erinnern kann.

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Die Schmerzen der Schwangeren sind nicht gut fürs Kind

Das Befinden einer werdenden Mutter hat Auswirkungen auf ihre Kind. (Carlos Barria, Reuters)
Nehmen schwangere Frauen häufig Schmerzmittel ein, steigt bei ihren Kindern das Risiko, an Asthma zu erkranken. Doch ist das offenbar nicht den Medikamenten zuzuschreiben, sondern den Schmerzen.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Seit 2013 sitzt Paracetamol auf der Anklagebank. Das Medikament wird weltweit als erste Wahl gegen Schmerzen in der Schwangerschaft angesehen und dementsprechend häufig verschrieben. Allerdings soll es bei den «mitbehandelten» Kindern später Sprachstörungen, das Zappelphilipp-Syndrom ADHS, Probleme mit der Grob- wie der Feinmotorik, einen Hodenhochstand und Asthma hervorrufen können. Zumindest haben epidemiologische Studien solche Zusammenhänge gefunden. Doch nun gibt ein englisch-schwedisches Forscherteam zumindest in puncto Asthma Entwarnung.

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In fünf Jahren ist die Terrormiliz IS rasant aufgestiegen – und gefallen

Bild: nationalreview.com
Im Jahr 2014 beherrscht der IS ein Gebiet in der Grösse von Grossbritannien. Doch die Belagerung der nordsyrischen Stadt Kobane sollte zum Fanal für das IS-Kalifat werden. Eine Chronologie des Terrors.

Jan Hudec | Neue Zürcher Zeitung

2006

Der IS geht aus der irakischen al-Kaida hervor. Als der damalige Anführer des irakischen Ablegers, Abu Musab al-Zarqawi, bei amerikanischen Luftangriffen getötet wird, übernimmt Abu Omar al-Baghdadi die Führung. Die Gruppe nennt sich neu «Islamischer Staat im Irak» (ISI) und verübt im Land zahlreiche Terroranschläge.

2010

Der ISI-Chef wird ebenfalls bei einem Luftangriff getötet, neu übernimmt Abu Bakr al-Baghdadi.

2011

Als die Krise sich in Syrien zuzuspitzen beginnt, entsendet Baghdadi Männer nach Syrien, wo sie einen neuen Kaida-Ableger gründen: die Nusra-Front.

2013

Das Syrische Regime gibt im März die Stadt Rakka auf, die in der Folge von Rebellen übernommen wird. Baghdadi bricht mit der Nusra-Front und gründet den Isis, den «Islamischen Staat im Irak und in Syrien». In der Folge setzt der Isis zu seinem Siegeszug an.

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Darmkrebs durch zuckerhaltige Softdrinks?

Cola und andere zuckerhaltige Limonaden sind meist mit fructosehaltigem Maissirup gesüßt – doch fördert offenbar das Wachstum von Darmtumoren. © Yvan Dube/ iStock
Süßmacher mit fatalem Nebeneffekt: Schon ein gemäßigter Konsum zuckerhaltiger Limonaden könnte Darmkrebs fördern – und schuld ist der hohe Fructoseanteil. Mäuse, die täglich das Äquivalent einer Dose Limonade als Zuckerlösung bekamen, entwickelten schon nach wenigen Wochen deutlich größere und aggressivere Darmtumoren als Kontrolltiere ohne Zuckergabe, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Ihre Analysen enthüllten auch den Wirkmechanismus dahinter.

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Fruchtzucker galt lange als natürliche und gesunde Süße. Doch inzwischen ist die Fructose in Verruf geraten. Denn vor allem in Form des von der Lebensmittelindustrie vielverwendeten Maissirups hat der Zucker erhebliche Nebenwirkungen. Weil die Fructose besonders leicht in Fett umgewandelt wird, fördert sie Übergewicht und gilt als Hauptursache für die rasante Zunahme von Fettleibigkeit und Stoffwechselerkrankungen. Auch dem Herzen kann der Süßmacher schaden, wie Forscher kürzlich herausfanden.

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1999: Der Holocaust als Rechtfertigung für einen Angriffskrieg

Bombardierung von Belgrad. Erste ZIele waren Rundfunk- und Fernsehsender. Bild: Darko Dozet/CC BY-SA-3.0
Vor 20 Jahren begann der Kosovo-Krieg: Von Ursachen, Hintergründen und Folgen eines bis heute kaum aufgearbeiteten Ereignisses

Kurt Gritsch | TELEPOLIS

Vom 24. März 1999 an bombardierte die NATO 78 Tage lang Jugoslawien, bis es im Juni die Stationierung westlicher Soldaten in seiner Krisenprovinz Kosovo akzeptierte. Begründet wurde der Luftkrieg damit, den Albanern im Kosovo gegen die Unterdrückung durch Serbien zu helfen. Weil aber keine Ermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat vorlag (Russland und China unterstützten zwar Sanktionen, drohten aber im Kriegsfall mit einem Veto), argumentierte man damit, einen drohenden Völkermord zu verhindern.

Von einem „neuen Auschwitz“ (so der damalige deutsche Außenminister Joseph „Joschka“ Fischer) konnte allerdings keine Rede sein (Konstruktion von Medienrealität im Kosovo-Krieg). UNO-Generalsekretär Kofi Annan etwa stellte fest, dass Serben und Albaner gleichermaßen die Verantwortung für den jahrelangen politischen Konflikt, der ab 1998 zum Bürgerkrieg eskaliert war, trügen. Er rief zu einer politischen Lösung auf, die aber von allen Konfliktparteien – Serbien, UÇK und NATO – ignoriert wurde.

Während das Transatlantische Bündnis jegliche Verantwortung für die Eskalation dem „neuen Hitler“ Slobodan Milošević zuschrieb, verhinderten die Luftangriffe indes nicht, dass Hunderttausende vor serbischen Vertreibungen und westlichen Bomben flohen. Die NATO wiederum beschloss im April 1999 anlässlich ihres 50. Geburtstags, zukünftig weltweit zugunsten von unterdrückten Völkern einzugreifen. Was die einen als Schritt zur globalen Friedenssicherung begrüßten, kritisierten andere als Verwandlung eines Verteidigungs- in ein Angriffsbündnis und somit als Schritt Richtung neuer Angriffskriege.

Als Begründung für den Völkerrechtsbruch wurde im Fall Kosovo dezidiert die Geschichte des 20. Jahrhunderts bemüht. Die richtigen Lehren aus der Shoa, aus dem Massenmord der Nationalsozialisten an den europäischen Juden, zu ziehen, bedeute, so die einen, jeden „potentiellen Holocaust“ bereits im Ansatz militärisch zu verhindern. Die anderen wiederum bekrittelten, dass damit der historische Holocaust seiner Einzigartigkeit beraubt werde, indem er mit zahllosen Bürgerkriegsereignissen weltweit gleichgesetzt werde. Zudem, so der Einwand der Friedensforschung, könne das Menschenrechtsargument nahezu beliebig verwendet werden, um über ökonomische, strategische und geopolitische Interessen der NATO-Mitglieder hinwegzutäuschen.

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Kann die DNA erklären, warum Niederländer die größten Europäer sind?

ap photo / leo correa Kein Land der Welt hat größere Bewohner als die Niederlande. Das trifft auch zu, wenn man die Durchschnittsgrößen von Frauen (Rang 2 hinter Lettland) und Männern (Rang 1) addiert.
Die menschliche Körpergröße und ihre Unterschiede zwischen Nationen sind ein spannendes Thema, zumal für Populationsgenetiker. Denn an diesem Merkmal lassen sich die Einflüsse von Genen und Umwelt besonders gut studieren.

Klaus Taschwer | derStandard.at

Sind es eher genetische Faktoren und die Selektion, die dazu führten, dass etwa die niederländischen Männer, die vor 200 Jahren zu den kleinsten Europäern gehörten, mittlerweile mit 1,84 Metern die größten sind? Oder haben vor allem andere Faktoren wie eine bessere Ernährung zum Größenwachstum beigetragen?

Kleiner Beitrag vieler Gene

Schon vor über 100 Jahren war es Statistikern wie Ronald Fisher klar, dass eine Vielzahl von Genen einen jeweils kleinen Beitrag zur Körpergröße leisten dürften. Das wurde durch populationsgenetische Untersuchungen, zuletzt durch sogenannte genomweite Assoziationsstudien (GWAS) bestätigt. So kam eine 2014 im Fachblatt „Nature Genetics“ veröffentlichte GWAS mit Daten von mehr als 250.000 Individuen auf nicht weniger als 697 Genomvarianten, die 20 Prozent der Unterschiede erklären können.

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Metamaterial löst Integralgleichungen – Forscher entwickeln den ersten rein photonischen „Taschenrechner“

Diese merkwürdig durchlöcherte Plastikplatte ist ein „photonischer Taschenrechner“ – sie kann Integralgleichungen lösen. © Eric Sucar
Wellenleiter als analoge Rechenmaschine: US-Forscher haben einen Kunststoffblock konstruiert, der rechnen kann – er löst blitzschnell Integralgleichungen. Dafür benötigt dieser Computer jedoch keine Elektronik, sondern nutzt allein Licht als Rechenmedium. Die spezielle Struktur des Metamaterials manipuliert diese Strahlung entsprechend bestimmter Gleichungen. Das Spannende daran: Ein solcher „photonischer Taschenrechner“ ist viel schneller als jeder normale Computer, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

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Metamaterialien sind Strukturen, die Strahlung auf ungewöhnliche Weise brechen und manipulieren können. Sie können beispielsweise Licht bremsen, stoppen oder seine Phasengeschwindigkeit unendlich groß machen. Das Spannende daran: Diese Eigenschaften machen Metamaterialien zu vielversprechenden Ausgangsstoffen für neuartige Linsen, Tarnkappen oder sogar Miniatur-Wurmlöcher. Aber auch in der optischen Datenverarbeitung könnten Metamaterialien künftig zum Einsatz kommen.

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More Than One Reality Exists (in Quantum Physics)

Image: Timothy Yeo/Centre for Quantum Technologies/National University of Singapore
Can two versions of reality exist at the same time? Physicists say they can — at the quantum level, that is.

By Mindy Weisberger | SPACE.com

Researchers recently conducted experiments to answer a decades-old theoretical physics question about dueling realities. This tricky thought experiment proposed that two individuals observing the same photon could arrive at different conclusions about that photon’s state — and yet both of their observations would be correct.

For the first time, scientists have replicated conditions described in the thought experiment. Their results, published Feb. 13 in the preprint journal arXiv, confirmed that even when observers described different states in the same photon, the two conflicting realities could both be true. [The Biggest Unsolved Mysteries in Physics]

„You can verify both of them,“ study co-author Martin Ringbauer, a postdoctoral researcher with the Department of Experimental Physics at the University of Innsbruck in Austria, told Live Science.

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Facebook: Vier Arten von Impfgegnern trollen

Bild: 4ever.eu
Wer Impfgegner auf Facebook über einen Kamm schert, wird kaum gegen sie ankommen. Das zeigt eine Studie der University of Pittsburgh, die einen Online-Troll-Angriff gegen eine örtliche Kinderklinik genauer unter die Lupe genommen hat.

pressetext

Demnach sind Impfgegner zwar meist Mütter, dennoch gibt es aber vier grundverschiedene Typen. Um deren Bedenken zu zerstreuen, wäre es sinnvoll, in der Kommunikation mit ihnen auch wirklich auf ihre jeweiligen Vorbehalte einzugehen.

Skeptiker verstehen

Impfgegner auf sozialen Medien sind Spinner, die man nicht ernst nehmen kann – so sehen das viele. „Wenn wir jeden, der eine andere Meinung hat, einfach abtun, geben wir die Chance auf, ihn zu verstehen und einen gemeinsamen Nenner zu finden“, warnt hingegen Brian Primarck, Leiter des Center for Research on Media, Technology, and Health https://crmth.pitt.edu . Daher hat sich ein Team am Zentrum eine Trollkampagne aus dem Jahr 2017 näher angesehen, bei der Impfgegner ein Facebook-Video der Klinik Kids Plus Pediatrics https://kidspluspgh.com zur HPV-Impfung mit tausenden impfkritischen Kommentaren bombardiert hatten.

Dabei hat das Team die Profile 197 zufällig ausgewählter Kommentatoren genauer analysiert. Obwohl es sich um eine Klinik handelt, die nur den Raum Pittsburgh bedient, haben die Forscher allein in dieser Auswahl User aus 36 US-Bundesstaaten sowie acht Ländern gefunden. Die Mehrheit der Imfgegner auf Facebook sind demnach Mütter. Soweit das Team politische Einstellungen ermitteln konnte, waren 56 Prozent der Kommentatoren Trump-Anhänger. An zweiter Stelle (elf Prozent) kamen jedoch Unterstützer des gerade für US-Verhältnisse weit links stehenden Bernie Sanders. Schon das legt nahe, dass Impfkritiker eine eher diverse Gruppe sind.

Mehr als nur Autismus

Auch die oft als ein Hauptargument von Impfgegnern dargestellte Sorge, Impfungen würden Erkrankungen wie Autismus auslösen, ist laut der Analyse nicht allgemein gültig. Vielmehr sind Personen, die Bedenken zur „Sicherheit“ von Impfungen haben, nur einer von vier wichtigen Subtypen. Anderen fehlt „Vertrauen“ – einerseits in die Wissenschaft und andererseits in persönliche Freiheiten oder sie bevorzugen „Alternativen“ wie Homöopathie. Letztlich gibt es noch die echten Verschwörungstheoretiker, die beispielsweise glauben, die Regierung würde verheimlichen, dass das Polio-Virus gar nicht existiert.

Es scheint also nicht sinnvoll, Impfgegner mit allgemeinen Botschaften zu begegnen, warnt Studien-Erstautorin Beth Hoffman. „Jemandem aus der ‚Vertrauen‘-Gruppe zu sagen, dass Impfungen keinen Autismus auslösen, könnte sie beispielsweise entfremden, da das gar nicht ihre Sorge ist“, erklärt sie. Um Impfgegnern auf sozialen Medien zu begegnen, wäre es sinnvoller, den Skeptiker-Gruppen mit jeweils auf sie zugeschnittenen Botschaften zu begegnen. Bei Personen, denen das Vertrauen mangelt, könnte es beispielsweise sinnvoll sein, auf die Sorge einzugehen, dass Pflichtimpfungen ihre Entscheidungsfreiheit bezüglich des Kindes einschränken.

Menschheitsgeschichte: Es gibt keine Rassen

Die vielerorts verbreitete helle Hautfarbe gibt es in Europa erst seit vier- bis fünftausend Jahren (Imago)
„Rasse“ – dieser Begriff hat viel Leid über die Menschheit gebracht. Die Idee, dass Menschen unterschiedlich viel wert sein sollten, je nach Herkunft und Hautfarbe. Doch es ist bewiesen, dass so etwas wie „Rasse“ gar nicht existiert: Die Menschen auf der Erde sind genetisch betrachtet fast gleich.

Von Dagmar Röhrlich | Deutschlandfunk

Der Begriff „Rasse“, wie wir ihn heute verstehen, entwickelte sich in der Zeit, als Europäer die Erde „entdeckten“, fremde Kontinente und Kulturen. Im 18. Jahrhundert, mit dem Entstehen der modernen Wissenschaften, begannen Philosophen und Naturforscher in ihrem Bestreben, die Welt zu ordnen und zu erklären, äußerlichen Unterschieden Wertungen beizumessen:

„Europäer – weiß, sanguinisch, muskulös

Amerikaner – rot, cholerisch, aufrecht

Asiaten – gelb, melancholisch, steif

Afrikaner – schwarz, phlegmatisch, schlaff

Carl von Linné, Systema Naturae, Zehnte Auflage, 1758“

Diese Auffassung von „Rasse“, die in der Aufklärung entstand, bildete das geistige Fundament, auf dem sich der Kolonialismus entfalten konnte, der Imperialismus und später die völkischen Rassenideologien des 19. und 20. Jahrhunderts und der Holocaust.

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How to Improve Political Forecasts

Image: NAUTILUS
With a better understanding of probability, we won’t be misled.

By Aubrey Clayton | NAUTILUS

The 2020 Democratic candidates are out of the gate and the pollsters have the call! Bernie Sanders is leading by two lengths with Kamala Harris and Elizabeth Warren right behind, but Cory Booker and Beto O’Rourke are coming on fast! The political horse-race season is upon us and I bet I know what you are thinking: “Stop!”

Every election we complain about horse-race coverage and every election we stay glued to it all the same. The problem with this kind of coverage is not that it’s unimportant. Who’s leading a particular race and by how much can matter a great deal to someone trying to decide which candidate to volunteer time or money to, or even whether it’s worth learning the policy positions of a fringe candidate with no chance of winning. The problem is the well-documented incentive for the media to make every race seem closer than it is, what Erika Fry in the Columbia Journalism Review called “rooting for the race.”

Those who simply want to know how the candidates stack up and who seek a more objective, quantitatively rigorous alternative to punditry have in recent years turned to such data journalism sources as Nate Silver’s FiveThirtyEight. But even they are feeling burned by 2016. Silver, who scored on both Obama victories, had Trump as a distant longshot in the primary and Clinton as a 71 percent favorite to make the winner’s circle in the general. Data-centered political coverage, as a whole, took a serious blow.

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Starke Götter als Kitt der Hochkulturen

Religionen mit strengen Moralvorgaben und Gottheiten stärkten den Zusammenhalt in komplexen, multiethnischen Hochkulturen. (Bild: imagineGolf/ iStock)
Warum und wann haben sich Religionen mit starken Göttern und strengen Moralregeln entwickelt? Darauf haben Forscher nun eine überraschende Antwort gefunden. Denn entgegen gängiger Annahme waren solche Religionen nicht die Triebkraft für die Entwicklung komplexer Gesellschaften, sondern eher ihr Kitt: Sie entstanden erst nach den komplexen Großreichen, sorgten dann aber dafür, dass diese Sozialgebilde auf Dauer stabil blieben, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Ob Christentum, Islam, Judentum oder Buddhismus: In vielen großen Weltreligionen gibt es strenge moralische Gebote und starke Gottheiten, die ihren Gläubigen bestimmte Regeln auch im sozialen Umgang untereinander auferlegen. Das Auffallende daran: Religionen mit starken moralisierenden Gottheiten haben sich vor allem in Hochkulturen entwickelt, aber nur selten bei Naturvölkern. Schon länger vermuten Wissenschaftler deshalb einen engen Zusammenhang zwischen der Umwelt, der gesellschaftlichen Komplexität einer Kultur und der Art ihrer Religion.

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Der Gutbürgerschreck

Atemlosigkeit, Sprunghaftigkeit, Unterhaltsamkeit: Slavoj Žižek. (Foto: imago stock&people)
  • Der Philosoph Slavoj Žižek wird 70.
  • Er ist ein hyperaktiver, oft hypernervöser und immer humorvoller Kritiker der selbstgerechten linksliberalen Eliten des Westens.
  • Passt seine Paradaerolle als Gutbürgerschreck noch in eine Zeit, in der das Böse leider längst nicht mehr nur auf der guten Seite steht?

Von Jens-Christian Rabe | Süddeutsche Zeitung

Die obligatorische Frage, was er an seinem 70. Geburtstag am 21. März tun wird, hat Slavoj Žižek vor einigen Wochen schon selbst in seiner Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beantwortet. Er wird natürlich nicht feiern, weil ihn in seinem Alter Geburtstage zu sehr an den Tod erinnerten. Vielmehr wird er den ganzen Tag an einem neuen Hegel-Buch arbeiten, das im kommenden Jahr anlässlich von dessen 250. Geburtstag erscheinen soll: „Ich werde versuchen, gar nicht als Person zu existieren, sondern als ein Werkzeug der Verwirklichung dieses Buches.“ Typisch Žižek. Aus dem Text spricht ein ziemlich unphilosophischer Trotz dem Tod gegenüber. Für weisen Gleichmut gibt es die langweiligen Philosophen.

Žižek fürchtet den Tod nicht als den, der ihm sein Leben nimmt, sondern als den, der ihm seine Arbeit nimmt. Das ist der ultimative Horror der hypernervösen Ideologiekritikmaschine namens Slavoj Žižek, weshalb er im wesentlichen Teil der Kolumne konsequenterweise auch nicht über den sentimentalen Geburtstagskram schreibt, sondern über die Bande seines aktuellen Lieblingswitzes lieber ein Werkzeug der Verwirklichung von Ideologiekritik ist.

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Neue Hinweise auf Asymmetrie von Materie und Antimaterie am Cern

Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
Erstmals konnte die sogenannte CP-Verletzung an D0 Mesonen nachgewiesen werden

derStandard.at

Am Cern ist eine Entdeckung gemacht worden, die nach Einschätzung der beteiligten Forscher in die Physik-Lehrbücher eingehen dürfte: Erstmals konnte das Phänomen der CP-Verletzung, eine Form der Asymmetrie von Materie und Antimaterie, an sogenannten D0 Mesonen beobachtet werden. Das gaben Physiker am Donnerstag auf der Fachtagung Rencontres de Moriond in La Thuile (I) bekannt.

Das Phänomen der CP-Verletzung ist für die Entwicklung des Universums grundlegend. Beim Urknall müssten eigentlich gleich viel Materie und Antimaterie entstanden sein, doch heute dominiert die Materie bei weitem.

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Zwei gewaltige Schornsteine «entlüften» das Zentrum der Milchstrasse

Diese animierte Darstellung zeigt die beiden Fermi-Blasen oberhalb und unterhalb der Scheibe der Milchstrasse. Diese emittieren sowohl Gammastrahlung (violett) als auch Röntgenstrahlung (blau). Im umrandeten Gebiet sind die beiden Schornsteine zu erkennen, die die Fermi-Blasen mit Energie versorgen. (Bild: ESA/XMM-Newton)
Seit langem fragen sich Astronomen, wie zwei gigantische Blasen oberhalb und unterhalb der Ebene der Milchstrasse mit Energie versorgt werden. Beobachtungen mit einem Röntgenteleskop liefern jetzt eine mögliche Antwort.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Die Milchstrasse präsentiert sich am Nachthimmel als schmales Band. Der Grund dafür ist, dass unsere Heimatgalaxie flach wie eine Scheibe ist. Strenggenommen ist das allerdings nur die halbe Wahrheit. Im Jahr 2010 entdeckten Astronomen mit dem Fermi-Weltraumteleskop oberhalb und unterhalb des Scheibenzentrums zwei riesige Blasen, die sich durch ihre Gammastrahlung verrieten. Man vermutet, dass diese sogenannten Fermi-Blasen mit hochenergetischen Teilchen gefüllt sind, die vor vielen Millionen Jahren im Zentrum der Milchstrasse entstanden. Diese Vermutung erhält nun durch Beobachtungen mit einem Röntgenteleskop Auftrieb. Auf den Aufnahmen sind zwei schornsteinähnliche Gebilde zu erkennen, die senkrecht auf der Ebene der Milchstrasse stehen und die Fermi-Blasen mit dem Zentrum unserer Heimatgalaxie verbinden.

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«Hochpotente» Cannabis-Sorten bergen ein besonderes Risiko für die Gesundheit

Cannabis wird auf verschiedene Eigenschaften gezüchtet, im Bild Indoor-Anbau von THC-armem Pflanzen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)
Forscher haben berechnet, dass 12 Prozent der psychotischen Erkrankungen verhindert werden könnten, wenn Cannabisprodukte mit einem hohen THC-Gehalt aus dem Verkehr gezogen würden. In Amsterdam wären es sogar 50 Prozent.

Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

Während in vielen Ländern darüber diskutiert wird, Cannabis zu legalisieren, versuchen Wissenschafter weiterhin die gesundheitlichen Risiken auszumachen. Dabei weisen immer mehr Studien in die Richtung, dass Cannabis eine Psychose auslösen kann, besonders bei Menschen, die aus familiären oder genetischen Gründen anfällig dafür sind. Nun haben Forscher untersucht, inwiefern unterschiedliches Konsumverhalten das Erkrankungsrisiko beeinflusst.
Grosse Unterschiede im THC-Gehalt

Die Forscher unter der Leitung von Marta Di Forti vom King’s College London hatten in ihrer Studie an elf verschiedenen Orten in Europa und Brasilien Daten erhoben. Sie verglichen den Cannabis-Konsum einer Gruppe von 900 Patienten zwischen 18 und 64 Jahren, die erstmals in ihrem Leben an einer Psychose erkrankt waren, mit demjenigen einer gesunden Kontrollgruppe, die bezüglich Alter, Geschlecht und anderer Merkmale der Patientengruppe sehr ähnlich war. Aus ihren Daten berechneten sie Folgendes:

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Here’s the Right Way to Nuke an Asteroid (Sorry, Bruce Willis)

An artist’s depiction of an asteroid. (Image: © NASA/JPL-Caltech)
If you want to use a nuclear weapon to save the world from an asteroid, don’t try to do it the way Bruce Willis did in „Armageddon,“ NASA’s planetary defense office would like to remind you.

By Meghan Bartels | SPACE.com

„If you’ve seen those movies, they’re completely bogus,“ Lindley Johnson, the planetary defense officer at NASA headquarters, said during a media session on asteroids and the art of protecting Earth from them held at the Lunar and Planetary Science Conference taking place here this week. „That’s not how we would use a nuclear explosive device to do this at all.“

But nuclear weapons are one of three techniques planetary defense experts have their eye on for nudging an asteroid off course if its orbit seems to be carrying it too close to Earth for comfort. Another method, impacting an asteroid, will be tested for the first time during the Double Asteroid Redirection Test, a NASA mission scheduled to launch in June 2021 and collide with an asteroid’s moon in October 2022.

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