Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Engineers Devise a Way to Harvest Wind Energy from Trees

Image: Harne et al
Harvesting electrical power from vibrations or other mechanical stress is pretty easy. Turns out all it really takes is a bit of crystal or ceramic material and a couple of wires and, there you go, piezoelectricity. As stress is applied to the material, charge accumulates, which can then be shuttled away to do useful work. The classic example is an electric lighter, in which a spring-loaded hammer smacks a crystal, producing a spark.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

We’re surrounded by this sort of ambient energy. The whole universe is just a big mess of force and stress. The tapping of my fingers on the keyboard now could theoretically be used to generate voltage. In fact, the idea is already under patent: a battery-charging keyboard cover. But the idea scales way up too: Imagine the sway of a skyscraper or the trembling of an entire forest in the wind.

The second example is the heart of a piezoelectric system described in a new paper in the Journal of Sound and Vibration courtesy of engineers at Ohio State’s Laboratory of Sound and Vibration Research. The basic idea behind the energy harvesting platform: exploit the natural internal resonances of trees within tiny artificial forests capable of generating enough voltage to power sensors and structural monitoring systems.

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Längere Flugzeiten durch Klimawandel

In Zukunft länger in der Luft: Flugzeuge über dem Atlantik © freeimages
Schlechte Nachrichten für Vielflieger: Transatlantische Flüge könnten in Zukunft länger dauern als gewohnt. Denn durch die Erderwärmung verändern sich die Windverhältnisse in Flughöhe. Der sogenannte Jetstream wird schneller, wie ein britischer Forscher berechnet hat. Vor allem für Flüge in Richtung Westen bedeutet das nicht nur einen erheblichen Zeitverlust – sondern auch mehr Kosten für Treibstoff und zusätzliche umweltschädliche Emissionen.

scinexx

Der Klimawandel wird in Zukunft viele Bereiche unseres Lebens merklich beeinflussen – auch den Verkehr. Schon jetzt sorgt tauender Permafrost in der Arktis dafür, dass Flughäfen und Straßen aufgrund instabil gewordener Gebiete verlegt werden müssen. Und auch wenn es paradox klingt: Die Erderwärmung könnte sogar die bisher nur in einigen arktischen Sommern befahrbare Nordwestpassage stärker blockieren, anstatt den Seeweg freizulegen, wie Wissenschaftler prognostizieren.

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Ex-Nazis in Behörden: Innenministerium – brauner als gedacht

Bundesinnenministerium in Berlin Zwei Drittel der Führungskräfte sollen 1961 frühere Nazis gewesen sein. (Foto: dpa)
Unter den leitenden Mitarbeitern im Bundesinnenministerium waren bis in die siebziger Jahre hinein weit mehr Nazis als bisher angenommen. Das ergibt eine neue Studie. Andere Behörden waren noch brauner.

Von Barbara Gillmann|Handelsblatt

2010 gab es großen Wirbel um eine Studie zum Einfluss der Nazis im Außenministerium – während und nach der Nazizeit. In der Folge verlor das Auswärtige Amt den Nimbus, ein Hort des Widerstandes gewesen zu sein. Nun rückt ein weiteres bedeutendes Bundesministerium in den Fokus der Forschung: Im Bundesinnenministerium (BMI) war die Quote der Ex-Nazis nach dem Krieg besonders hoch, wie eine Studie der beiden zeitgeschichtlichen Leibniz-Institute ZZF Potsdam und IfZ München-Berlin zeigt.

1950 war demnach jede zweite Führungskraft im Innenministerium ein ehemaliges NSDAP-Mitglied. Der Anteil stieg bis Ende der 1950er-Jahre, 1961 lag die Quote der Ex-Nazis daher sogar bei zwei Drittel. Die Sensibilität, was persönliche Verstrickungen im Nationalsozialismus betrifft, sank und spielte bei der Personalpolitik eine noch geringere Rolle als nach dem Zweiten Weltkrieg. Das sei ein „allgemeiner gesellschaftlicher Trend“ gewesen, der auch in anderen Bundesbehörden zu beobachten gewesen sei, heißt es in der Studie. Im Schnitt der Jahre 1949 – 70 ergab sich eine Quote von 54 Prozent im Innenministerium.

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Pferde erkennen unseren Gesichtsausdruck

Das Pferd beobachtet unseren Gesichtsausdruck sehr genau – und versteht, was er bedeutet. © Mike Watson/ thinkstock
Auge in Auge: Pferde können erkennen, ob wir sie anlächeln oder grimmig dreinschauen. Diese Fähigkeit zum artübergreifenden Verstehen von Mimik belegt nun erstmals ein Experiment britischer Forscher. Sehen die Pferde das Foto eines wütenden Gesichts, reagieren sie prompt: Ihr Herzschlag beschleunigt sich und sie wenden den Kopf nach rechts ab – eine typische Reaktion der Huftiere auf negative Reize.

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Unser Gesichtsausdruck verrät viel über unsere Stimmung – entsprechend genau achten wir auf die Mimik unserer Mitmenschen. Und auch die Mimik und Körpersprache unserer Haus- und Nutztiere haben wir im Laufe unserer Evolution gelernt, zu interpretieren. Aber wie ist es umgekehrt? Bisher weiß man nur von Hunden, dass sie nach ein wenig Training das Lächeln ihrer Besitzer von einem neutralen oder bösen Gesichtsausdruck unterscheiden können.

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Knapp 900 Galaxien hinter der Milchstraße entdeckt

Von uns aus gesehen hinter der Milchstraße haben Astronomen 883 neue Galaxien entdeckt © ICRAR
Entdeckung hinter der Sternenscheibe: Direkt hinter unserer Milchstraße haben Astronomen knapp 900 neue Galaxien entdeckt. Unter diesen bisher von unserer Galaxie verdeckten Sternenansammlungen sind auch mehrere Galaxiencluster. Ihre Bewegungen könnten helfen, den Großen Attraktor zu enträtseln – ein Zentrum der Anziehung, auf das sich nahezu alle Galaxien in unserem lokalen Universum zubewegen.
 

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Die Lage der Erde am Rand der Milchstraße gibt uns einen relativ freien Blick nach außen und auf das Geschehen im Zentrum unserer Galaxie. Was jedoch auf der anderen Seite der Milchstraße liegt, ist für optische Teleskope weitgehend unsichtbar. Selbst die bisher vollständigste Himmelsdurchmusterung im Nahinfrarot, der 2MASS-Survey, hat in einem Gebiet von fünf bis acht Grad und die galaktische Ebene herum eine Lücke.

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Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

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Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Von Immanuel Kant|DAS BLÄTTCHEN

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.
Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.
Daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen selbst zu denken um sich verbreiten werden. Besonders ist hierbei: daß das Publikum, welches zuvor von ihnen unter dieses Joch gebracht worden, sie danach selbst zwingt darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt worden; so schädlich ist es Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die oder deren Vorgänger ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen. durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotismus und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden ebensowohl als die alten zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen.
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Laser macht verschollene Römerstraßen sichtbar

Mit Hilfe von LIDAR-Daten wurden die Relikte dieses römischen Forts samt Zugangswegen aufgespürt. © Environment Agency
Per Laser aufgespürt: Archäologen haben in Nordengland etliche Kilometer bisher verschollener Römerstraßen entdeckt. Sichtbar wurden die Relikte römischen Straßenbaus durch eine Laservermessung mittels LIDAR. Die Römerrouten dienten unter anderem dazu, die Garnisonen und Soldaten entlang des Hadrianswalls zu versorgen.

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Laserlicht hilft längst nicht mehr nur bei der Entfernungsmessung, auch die Archäologie nutzt die Lasertechnik des LIDAR (Light Detection and Ranging), um beispielsweise kleinste Erhebungen in der Landschaft aufzuspüren oder Ruinen durch dichte Wälder hindurch sichtbar zu machen. Laserstrahlen im Infrarot- oder UV-Bereich werden dabei wie eine Art Radar eingesetzt. Sie enthüllten bereits tausende verborgener Siedlungsruinen der Maya auf der Halbinsel Yucatan und zeigten, dass die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha Teil einer gewaltigen Megacity war.

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Enzym verbessert das Gedächtnis

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Heidelberger Wissenschaftler haben ein DNA-modifizierendes Enzym im Gehirn entdeckt, dessen Erhöhung die kognitive Leistung verbessern kann.

Von Ben Schwan|Technology Review

Die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses nimmt mit zunehmendem Alter ab – zudem gibt es verschiedene neurodegenerative Krankheiten, die die Speicherleistung des Denkapparats auch in jüngeren Jahren beeinträchtigen können.

Ein bestimmtes Enzym kann das Gedächtnis verbessern – zumindest bei Mäusen. Das haben Forscher um Hilmar Bading vom Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften der Universität Heidelberg nun demonstrieren können (doi: 10.1038/mp.2015.175, erschienen in “Molecular Psychiatry”). Dazu spritzen sie jungen Mäusen Viren, welche die Herstellung des Enzyms Dnmt3a2 beschleunigen.

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A Mammal’s Brain Has Been Cryonically Preserved and Recovered

This diagram shows the reservoirs of CPA (cryoprotectant solution) and FIX (fixative solution) connected by a pump to the rabbit brain. Image: McIntyre et. al.
A big thing just happened in the world of cryonics, and it has nothing to do with Ted Williams’ permafrozen remains.

By Aaron Frank|MOTHERBOARD

Officials from the Brain Preservation Foundation, a nonprofit that funds brain preservation research, just awarded its five-year old “Small Mammal Brain Preservation Prize” to 21st Century Medicine.

In a recently published article in the journal Cryobiology, the team, lead by MIT graduate Robert McIntyre, announced it has cryonically frozen the brain of a small mammal and recovered it in near perfect condition. According to the Foundation’s press release, “it is the first demonstration that near-perfect, long term structural preservation of an intact mammalian brain is achievable.”

Scientists in the cryonics community have long sought better ways to preserve the collection of the brain’s more than 86 billion neurons and the map of their synaptic connections. By preserving the brain’s neural structure, it’s hoped that long term memories can be recorded for later recovery or even uploaded to machines. The ultimate goal is to create a sort of medical time travel where an individual could store their identity so that future society may re-animate them once technologies have sufficiently advanced. It’s basically the plot of the first 20 minutes of Austin Powers, but for real.

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Das Paläo-Steak bitte blutig

Schweinsbraten mit Erdäpfelknödel – Foto: Kurier
Es ist modern geworden, sich Sorgen über gesunde Ernährung zu machen. Aber manchmal sind Sorgen ungesünder als Fast-Food.

Von Florian Aigner|futurezone.at

Es scheint eine Altersfrage zu sein. Als Studenten im ersten Semester hielten wir Tiefkühlpizza für ein wertvolles Grundnahrungsmittel und Büffelgrasvodka für ein Vitamingetränk. Irgendwann entwickelt man sich weiter. Doch man kann es auch übertreiben und sich in einem Gesundheitswahn verfangen, der nicht mehr gesund ist.

In urbanen, gebildeten Bevölkerungskreisen gehört es heute fast zum guten Ton, sich Sorgen über die Ernährung zu machen. Der eine bemüht sich gerade, Industriegifte im Körper mit Detox-Smoothies loszuwerden, die andere verbringt ihre Freizeit damit, panische Angst vor Mono- und Diglyceriden zu entwickeln. Die junge Familie mit dem Kind lebt jetzt lactose- und glutenfrei, nicht weil irgendwelche langweiligen wissenschaftlichen Tests auf eine Unverträglichkeit hingewiesen hätten, sondern weil der Großstadtschamane des Vertrauens das so ausgependelt hat.

Wenn moderne Menschen ihre Ernährungsprobleme vergleichen wie Philatelisten ihre Briefmarkensammlung, dann fühlt man sich als einigermaßen beschwerdefreier Allesfresser schon fast als Außenseiter. Ich kann bloß versuchen, mit Berichten über meine Pollenallergie Mitleidspunkte zu sammeln. Es misslingt: „Siehst du, das kommt, weil du so viel Chemie isst“, sagt man mir mit strengem Ton. Ich schäme mich, verstecke mich am Klo und löffle aus Frust heimlich ein halbes Glas industriegefertigte Billigmajonäse.

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Auch unser Gehirn hat Jahreszeiten

Je nach Saison verlangen bestimmte Aufgaben unserem Gehirn mehr oder weniger Ressourcen ab. © thinkstock
Im Sommer aktiver: Nicht nur unsere Stimmung, auch die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns ist offenbar jahreszeitenabhängig. Je nach Saison verlangen bestimmte Aufgaben unserem Denkorgan mehr oder weniger Ressourcen ab, wie Forscher berichten. Im Test war das Gehirn bei einer Aufmerksamkeitsübung im Sommer zum Beispiel aktiver als im Winter. Bei anderen Aufgaben musste das Gehirn dagegen im Herbst mehr Aktivität investieren.

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Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Nicht nur der natürliche 24-Stunden-Rhythmus bestimmt als interner Taktgeber unser Leben. Auch die Jahreszeiten haben einen Einfluss auf unseren Körper und unsere Psyche. Studien belegen zum Beispiel, dass im Winter mehr Linkshänder geboren werden, Maikinder besonders gesund sind und dass jahreszeitliche Stimmungsschwankungen weltweit sogar an Twitter-Meldungen ablesbar sind.

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Australopithecus sediba war doch kein “Nussknacker”

Schädel des Australopithecus sediba und ein 3D-Modell der Belastung während eines Bisses © Brett Eloff/ Lee Berger, University of the Witwatersrand
Schwacher Kiefer: Der rätselhafte Vormensch Australopithecus sediba war offenbar doch nicht an harte Nahrung angepasst. Denn seine Kiefer und Zähne waren nicht stabil genug, um auf Dauer Nüsse zu knacken oder Baumrinde und harte Blätter zu kauen, wie Forscher jetzt festgestellt haben. Das macht ihn uns ähnlicher als viele seiner damaligen Zeitgenossen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten.

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Der in einer Höhle in Südafrika entdeckte Vormensch Australopithecus sediba lebte vor rund zwei Millionen Jahren und könnte damit ein Vorfahre der ersten Frühmenschen der Gattung Homo gewesen sein. Doch aufgrund seiner ungewöhnlichen Mischung aus modernen und urtümlichen Merkmalen ist seine Position im Menschstammbaum strittig.

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Warum wir seufzen

Die beiden hellgrün markierten Areale im Hirnstamm lösen das Seufzen aus. © Stanford/ Krasnow lab
Forscher haben herausgefunden, wo im Gehirn unsere Seufzer ausgelöst werden. Diese tiefen Atemzüge kontrollieren wir nicht bewusst, sondern sie werden von zwei winzigen Arealen im Hirnstamm gesteuert. Seufzer sind für unsere Lungenfunktion lebenswichtig – warum wir allerdings aus Erleichterung oder Kummer besonders viel seufzen, bleibt vorerst rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” erklären.

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Wenn wir aus Kummer oder anderen emotionalen Gründen seufzen, fällt es uns dieser besonders tiefe Atemzug meist auf. Aber ohne es zu merken, seufzen wir sehr viel häufiger. Etwa alle fünf Minuten legen wir einen Seufzer ein. “Ein Seufzer ist ein unwillkürlicher, tiefer Atemzug”, erklärt Jack Feldman von der University of California in Los Angeles. “Es beginnt wie ein normales Luftholen, aber bevor wir ausatmen, atmen wir noch ein zweites Mal ein.”

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Waldreport 2016: Wie es um den deutschen Wald steht

Raubbau im Naturschutzgebiet Pähler Schlucht. Foto: Helmut Hermann/BUND
Der Waldreport 2016 des Umweltverbandes BUND dokumentiert, wie Waldeigentümer gegen Naturschutzgesetze verstoßen. Aber es gibt auch positive Beispiele.

Von Joachim Wille|Frankfurter Rundschau

Man sagt ja: „Wie die Axt im Wald.“ Dass es im Forst nicht immer zimperlich zugeht, ist also bekannt. Trotzdem muss es nicht so aussehen wie, zum Beispiel, in einem Laubmischwald am Ammersee in Bayern.

Dort gibt es ein Naturschutzgebiet, „Pähler Schlucht“ genannt. In ihm machten die privaten Waldeigentümer im Frühjahr 2014 Kasse, in dem sie laut dem Umweltverband BUND viel mehr Bäume fällen ließen als erlaubt – und das mit brachialen Methoden. Die Bilanz war fatal. Es entstanden Lücken im Wald von bis zu 0,3 Hektar, und dabei erwischte es sogar besonders geschützte Biotop-Bäume. Stürme konnten dort angreifen – und rissen im Herbst des Jahres zahlreiche weitere Bäume um. Es entstanden starke Bodenschäden, weil das beauftragte Forstunternehmen die Maßnahmen mit den schweren Harvester-Maschinen entgegen der Ankündigung nicht auf gefrorenem Boden durchführte. Zudem wurde der in einer Schlucht verlaufende Bach auf mehreren hundert Metern als Rückweg missbraucht, kubikmeterweise landete Schlamm in ihm.

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Indian Man May Be First Ever Confirmed Meteorite Death

Image: C m handler/Wiki/Wiki
Image: C m handler/Wiki/Wiki
On Saturday, a mysterious explosion at the Bharathidasan Engineering College in the South Indian state of Tamil Nadu left one dead and three injured. According to Tamil Nadu Chief Minister Jayalalithaa, the cause of the explosion was determined to be a meteorite, e.g. a piece of a comet or asteroid that makes it to Earth’s surface.

By Daniel Oberhaus|MOTHERBOARD

The victim of the meteorite explosion was a bus driver for the college. He was reportedly walking near one of the college’s buildings when the meteorite struck the ground close by, shattering the windows of the building and leaving a crater in the Earth. The man sustained serious injuries from the fallout and was pronounced dead on Saturday. In a statement released Sunday, Jayalalithaa promised 100,000 rupees (approximately $1,600 USD) to the family of the deceased and 25,000 rupees (approximately $400 USD) to each of the other three injured victims.

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In Asien verbreiteter Haplotyp starb in Europa nach Gletscherwachstum aus

Phylogenese der menschlichen Haplotypen. Grafik: Vincent Macaulay und Martin Richards. Lizenz: CC BY-SA 2.5
Forscher des Jenaer Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte haben in der Fachzeitschrift Current Bology die Ergebnisse von Genuntersuchungen an 35.000 bis 7.000 Jahre alten Knochen aus Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern veröffentlicht, die sie mit bereits vorher bekannten mitochondrialen Gendaten von 20 alten Europäern verglichen. Ihre Studie zeigt, dass es den heute in Asien, Australien und Amerika verbreiteten Haplotyp M früher auch in Europa gab – und dass er wahrscheinlich durch das letzte glaziale Maximum ausstarb.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Das schließen die Humangenetiker daraus, dass sich diese Haplogruppe nur in den Überresten von drei Menschen fand, die vor 35.000 bis 28.000 Jahren lebten. Danach wurde es deutlich kälter und die Gletscher wuchsen bis nach Sachsen und Irland. Aber auch südlich davon war es durch Berggletscher vor 20.000 Jahren nicht überall eisfrei.

Diese Kälterperiode führte den Schätzungen der Forscher dazu, dass die Bevölkerung Europas um 60 bis 90 Prozent schrumpfte und dass durch diesen Rückgang auch die genetische Vielfalt zurückging. Erst als es vor 14.500 Jahren wieder wärmer wurde, wuchs die Bevölkerung wieder.

Bei den Menschen, die sich danach dort ausbreiteten, dominierte die Haplogruppe R mit ihren Untergruppen H, V, T, J, U, K – daneben behaupteten sich die Haplogruppen I, W und X. In Süd- und Ostasien vermehrte sich neben der Haplogruppe M (aus der die Gruppen C, D, E, G, Z und Q hervorgingen) auch die Haplogruppe N (aus der A, B, F, Y und X entstanden).

Obwohl die Gruppen M und N aus Afrika kommen, sind sie dort heute eher selten zu finden. Hier dominieren Gruppen die aus dem Haplotyp L hervorgingen. Der höhere M-Anteil in Äthiopien könnte durch die “eurasische Rückwanderung” vor 3.000 bis 3.500 Jahren entstanden sein, die man im letzten Jahr entdeckte (vgl. Out of Afrika und zurück). Möglich ist aber auch, dass der M-Anteil dort höher ist, weil der Haplotyp dort herkommt.

“Aula” darf KZ-Häftlinge “Landplage” und “Massenmörder” nennen

justiz_grossEinstellung des Verfahrens gegen rechte Monatszeitschrift sorgt für Empörung. Grüner Harald Walser brachte nun parlamentarische Anfrage ein.

Von Colette M. Schmidt|derStandard.at

Die Einstellung eines Verfahrens gegen die FPÖ-nahe Monatszeitschrift “Aula” durch die Staatsanwaltschaft Graz sorgt für Aufregung. Der grüne Parlamentarier Harald Walser hatte wegen eines Artikels mit dem Titel “Mauthausen-Befreite als Massenmörder” des Aula-Autors Manfred Duswald Anzeige erstattet. Duswald bezeichnete darin 1945 aus dem KZ Mauthausen befreite Häftlinge als “Landplage” und “Kriminelle”, die “raubend und plündernd, mordend und schändend” das “unter der ‘Befreiung’ leidende Land” plagten.

KZ-Überlebende als “Belästigung”

Die Grazer Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen Duswald und den Aula-Herausgeber Martin Pfeiffer nun ein. Die Begründung: Es sei “nachvollziehbar, dass die Freilassung mehrerer Tausend Menschen aus dem Konzentrationslager Mauthausen eine Belästigung für die betroffenen Gebiete Österreichs darstellte”. Weiters heißt es, dass sich “unbestritten” unter den KZ-Häftlingen “Rechtsbrecher” befanden.

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This Bacteria-Powered Microrobot Navigates via Electric Fields

Engineers from Drexel University have devised a bacteria-powered microrobot that can be steered through fluids with applied electric fields. Imagine a tiny, tiny robotic system covered over by even tinier biomolecular arms (flagella) working cooperatively as a “bacterial surface” to move the biobot from place to place, and then, just as importantly, imagine an algorithm that can steer the thing. The group’s work is described in the current IEEE Transactions on Robotics.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

The bacteria-powered microrobot (BPM) idea is in itself not new. Researchers are chasing after the technology from many different angles, while biomedical engineers from the same Drexel lab had demonstrated an earlier version of this same concept in 2014, albeit in a much simpler environment.

The idea behind the bot is intuitive enough, at least in theory. Take an inorganic substrate—in this case an epoxy known as SU-8 that’s useful for building tiny machine components—and blot it with bacteria swarming on an agar plate. The bacteria adhere naturally the the SU-8 and that’s basically it.

The motion comes from the twisting swimming motions of the bacteria’s wispy appendages, or, in the paper’s words: “The hydrodynamic force is generated by the helical motion created by the bundling of many rotating flagella.” This is how bacteria get around generally, via a collection of tiny biological propellers. It’s pretty neat.

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Diese Karten zeigen die Eroberung der Erde durch den Menschen

Die obenstehende Vorher-Nachher-Ansicht zeigt den Bevölkerungssprung zwischen den Jahren 1016 und 2016: von 263.280.000 auf 7.403.400.000 Menschen. Jeder Punkt steht für die Anzahl von einer Million Menschen. Bild. stern.de
Eine interaktive Grafik verdeutlicht, wie flächendeckend sich der Mensch in den vergangenen 2000 Jahren auf der Erde ausgebreitet hat. Lediglich die als lebensfeindlich geltenden Regionen sind noch unbevölkert.

stern.de

7,4 Milliarden Menschen tummeln sich auf unserem Planeten. Vor tausend Jahren waren es noch deutlich weniger, nämlich rund 263 Millionen – wieder tausend Jahre früher gerade mal 170 Millionen. Die Menschheit hat sich in den vergangenen 2000 Jahren rasant vergrößert und sich die Erde buchstäblich zu eigen gemacht. Die obenstehende Grafik macht den steilen Anstieg der Bevölkerungszahl recht eindrucksvoll sichtbar. Deutlich zu erkennen ist ebenfalls, um welche Gebiete der Homo Sapiens auf seinem Eroberungsfeldzug einen Bogen machte: unter anderem Regenwälder, Wüsten, Taiga und Tundra, das australische Outback, die Polargegenden. Allesamt Gebiete, die für Menschen eher als lebensfeindlich gelten.

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Screenshots: http://worldpopulationhistory.org/

Junge Sterne neigen zu Kannibalismus

© NASA, GSFC / SDO / SVS
© NASA, GSFC / SDO / SVS
Sterne sammeln ihre Endmasse nicht stetig an, sondern in einer Serie von gewaltigen Ereignissen – diese sind als starke Helligkeitsausbrüche zu erkennen. Eduard Vorobyov, Astrophysiker an der Universität Wien, hat nun herausgefunden, dass solche Helligkeitsvariationen in Folge von gravitativen Instabilitäten in der massiven, gasreichen Scheibe um Sterne entstehen. Die Resultate erscheinen aktuell in der Fachzeitschrift “Science Advances”.

Stephan Brodicky Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien|idw-online

Sterne entstehen innerhalb einer rotierenden Wolke aus interstellarem Gas und Staub, welche, dank ihrer Eigengravitation, zu stellaren Dichten komprimiert. Bevor eine solche Wolke allerdings den Stern erreicht, sammelt sich ein Großteil ihres Materials in einer zirkumstellaren Scheibe rund um den Zentralstern. Dies ist eine Folge der sogenannten “Drehimpulserhaltung”. Der Transport von Material der Scheibe in Richtung Stern wurde jüngst zu einem der Hauptforschungsgebiete der Astrophysik.

Vor kurzem stellte sich heraus, dass Sterne nicht wie bisher angenommen ihre Masse stetig über einen gewissen Zeitraum ansammeln, sondern dies in einer Reihe an gewaltigen Ereignissen tun. Diese sind bei ihrem Auftreten durch starke Anstiege der Leuchtkraft zu erkennen. “Der junge Stern FU Orionis im Sternbild Orion etwa ist ein Prototyp eines Objekts mit solchen Ereignissen. Er zeigte einen Anstieg seiner Leuchtkraft um einen Faktor 250 über einen Zeitraum von nur einem Jahr”, erklärt Eduard Vorobyov vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.

Er hat bereits vor zehn Jahren gemeinsam mit Shantanu Basu von der University of Western Ontario in Kanada einen möglichen Vorgang aufgezeigt, der diese Helligkeitsanstiege beschreiben könnte. Demgemäß könnten die Helligkeitseruptionen von Fragmentationen durch gravitative Instabilitäten in massiven, gasreichen Scheiben um junge Sterne, gefolgt von der Aufnahme der dichten Gasklumpen des Sternes, verursacht werden.

Vorobyov beschreibt den Prozess der Entstehung von Klumpen in der zirkumstellaren Scheibe sowie deren darauffolgende “Verschlingung” durch den jeweiligen Stern als “Kannibalismus auf astronomischen Skalen”: “Es sind Klumpen, die zu gigantischen Planeten wie Jupiter werden könnten, aber vom Mutterstern aufgesaugt werden”, so der Astrophysiker: “Dies weckt eine interessante Analogie zur griechischen Mythologie, in welcher Chronos, der die erste Generation an Titanen anführte, seine neugeborenen Kinder verschlang.”

Bei der aktuellen Studie kamen hoch entwickelte Instrumente wie das im Optischen und Infraroten beobachtende SUBARU 8,2-Meter Teleskop auf Mauna Kea (Hawaii) zum Einsatz. Mit dessen Hilfe war es zum ersten Mal möglich, die Modellvorhersagen zu prüfen. Das hochauflösende und mit adaptiver Optik ausgestattete Teleskop untersuchte das polarisierte Licht des Objekts. Eine internationale Gruppe von Astronomen um Hauyu Liu vom Institute of Astronomy and Astrophysics in Taipeh konnte die Existenz wesentlicher Komponenten des Modells nachweisen.

“Dies ist ein großer Schritt, wenn wir verstehen wollen, wie sich Sterne und Planeten bilden und entwickeln”, so Vorobyov. “Können wir beweisen, dass ein Großteil der Sterne solche Helligkeitsausbrüche aufgrund von Gravitationsinstabilitäten in der Scheibe vollführen, dann folgt, dass dies auch unsere eigene Sonne im Kindesalter erlebt haben dürfte. Die großen Planeten unseres Sonnensystems könnten glückliche Überlebende der turbulenten Vergangenheit unserer Sonne sein”, erklärt der Astrophysiker abschließend.

Publikation in “Science Advances”
Hauyu Baobab Liu, Michihiro Takami, Tomoyuki Kudo, Jun Hashimoto, Ruobing Dong, Eduard I. Vorobyov, Tae-Soo Pyo, Misato Fukagawa, Motohide Tamura, Thomas Henning, Michael M. Dunham, Jennifer Karr, Nobuhiko Kusakabe, ToruTsuribe: “Circumstellar Disks of the Most Vigorously Accreting Young Stars”. Published online February 5, 2016.

Wissenschaftliche Kontakte
Mag. Dr. Dr. Thomas Posch, Privatdoz.
Institut für Astrophysik
Universität Wien
1180 Wien, Türkenschanzstraße 17
T +43-1-4277-538 00
M +43-664-60277-538 00
thomas.posch@univie.ac.at