Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Rabbiner gegen Öffnung von christlich-jüdischem Dialog zum Islam

religion_warDie «Gemengelage zwischen Judentum und Christentum» sei völlig anders als beim Islam. Das bedeute nicht, dass ein Gespräch mit dem Islam nicht notwendig wäre.


kath.net

Gegen eine Ausweitung des Dialogs zwischen Christen und Juden auf die Muslime hat sich der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Henry G. Brandt, ausgesprochen. «Ein Trialog würde dazu führen, dass die Gespräche verflachen», meinte Brandt in einem Interview der «Jüdischen Allgemeinen» (Donnerstag). Die «Gemengelage zwischen Judentum und Christentum» sei völlig anders als beim Islam. Die Stufe des Vertrauens zwischen Juden und Christen, aber auch die Themen seien «so unterschiedlich, dass ein Trialog nicht dasselbe leisten kann». Brandt äußerte sich aus Anlass der am Sonntag beginnenden jährlichen «Woche der Brüderlichkeit».

Beim christlich-jüdischen Dialog gehe es nicht nur um aktuelle Probleme, sondern um die Aufarbeitung einer 2.000 Jahre alten Geschichte mit tiefen theologischen Wurzeln, so der Augsburger Rabbiner weiter. «Da gibt es noch viel zu klären, aber auch zu verteidigen: Wir wollen die Werte bewahren, die sich als gemeinsames Gut herausgestellt haben.» Das bedeute nicht, dass ein Gespräch mit dem Islam nicht notwendig wäre, fügte Brandt hinzu.

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Mars verlor einen ganzen Ozean

Weite Ozeane: So könnte der Mars einmal ausgesehen haben. © ESO

Verschwundenes Urmeer: Der Mars besaß einst 20 Millionen Kubikmeter Wasser – so viel, dass es den Planeten 137 Meter hoch hätte bedecken können. Doch 87 Prozent dieses Wassers gaste ins Weltall aus, wie eine Studie nun anhand des Verhältnisses von schwerem zu normalem Wasser auf dem Roten Planeten belegt. Damit scheint klar, dass es genügend Wasser auf dem Mars gab, um möglicherweise erstes Leben zu erlauben, so die Forscher im Fachmagazin “Science”.


scinexx

Dass es einst Wasser auf dem Mars gegeben hat, ist heute relativ unstrittig. Typische von Wasser geformte Landschaftsformen wie Flussdeltas, aber auch Sedimente und Gesteine, die nur bei Anwesenheit von Wasser entstehen, zeugen davon. Strittig war aber bisher, wie viel Wasser der Mars einst besaß. Handelte es sich nur im einzelne, kurzlebige Tümpel und Rinnsale oder reichte es für einen ganzen Ozean?

Deuterium als Indikator

Um das herauszufinden, wählten Geronimo Villanueva vom Goddard Space Flight Center (GSFC) der NASA in Greenbelt und seine Kollegen einen chemisch-physikalischen Ansatz. Sie ermittelten das Verhältnis von schwerem und normalem Wasser in der Atmosphäre und den Eiskappen des heutigen Mars. Im schweren Wasser ist ein Wasserstoffatom durch Deuterium ersetzt – ein Wasserstoffatom mit einem zusätzlichen Neutron im Kern.

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Käßmann wirbt auf Tourismusmesse für Reformationsjubiläum

Margot-KässmannDer 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther (1483-1546) im Jahr 2017 solle zu einem internationalen Ereignis mit ökumenischer Dimension werden, sagte Margot Käßmann, Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum in Berlin. Dazu würden auch zahlreiche Gäste aus dem europäischen Ausland und den USA erwartet.


evangelisch.de

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) warb für die Landesausstellung seines Bundeslandes, die in diesem Jahr den Maler Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586) in den Mittelpunkt stellt. Sie ist vom 26. Juni bis 1. November in Wittenberg und weiteren Standorten in Dessau und Wörlitz zu sehen. Es handele sich um die weltweit erste Ausstellung, die ausschließlich dem Cranach-Sohn gewidmet ist, sagte Dorgerloh: “Wer da nicht kommt, der verpasst wirklich etwas”, ergänzte der SPD-Politiker. Präsentiert werden den Angaben zufolge die wichtigsten Kunstwerke der deutschen Renaissance. Das diesjährige Themenjahr der Lutherdekade zur Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum steht unter dem Motto “Reformation – Bild und Bibel”.

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Flucht aus der Milchstraße: Stern stellt Geschwindigkeitsrekord auf

An artist impression of the mass-transfer phase followed by a double-detonation supernova that leads to the ejection of US 708. CREDIT: ESA/HUBBLE, NASA, S. GEIER

Er ist mit 1200 Kilometern unterwegs – pro Sekunde: Astronomen ist der bislang schnellste Stern ins Netz gegangen, der aus unserer Milchstraße herausrast.


SpON

Eine Supernova-Explosion aus nächster Nähe zu erleben, das ist kaum empfehlenswert. Schließlich geht es um eine Art Wasserstoffbombe mit der Masse eines ganzen Sterns. Doch genau dies ist dem Stern US 708 passiert, den Astronomen in knapp 28.000 Lichtjahren Entfernung ausgemacht haben. Die Wucht der Explosion hat ihn auf ein Rekordtempo katapultiert. Mit 1200 Kilometern pro Sekunde entflieht er nun der Milchstraße. Zum Vergleich: Bei diesem flotten Tempo wären Mondfahrer nach fünf Minuten am Ziel.

Ein Forscherteam um Stephan Geier von der Dr.-Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg, das Astronomische Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, hat das Tempo von US 708 gemessen. Die Resultate und Auswertungen schildern sie im Fachmagazin “Science”. Der Stern gehört zur Konstellation Großer Bär – und dass er besonders schnell durch die Milchstraße flitzt, war schon zuvor bekannt. “Doch dass er alle anderen ungebundenen Sterne in puncto Geschwindigkeit übertrifft, haben erst unsere Messungen gezeigt”, sagt Geier.

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Apokalypse, wissenschaftlich

Bild aus dem Bericht Global Challenges

Ein neuer Report verspricht die “erste wissenschaftlich fundierte Liste” von weltweiten Risiken zu liefern, die in den nächsten hundert Jahren die Zivilisation oder sogar den Fortbestand der Menschheit bedrohen (unendliche Risiken). Spiegel online, Focus online und viele andere haben darüber in den letzten Tagen berichtet. Der Report möchte auch Entscheidern in Wirtschaft und Politik zu aktivem Handeln inspirieren und anleiten. Damit haben die Autoren ihre Latte sehr hoch gelegt. Ist ihre Arbeit wirklich so bahnbrechend, wie sie behaupten?


Von Thomas Grüter|TELEPOLIS

Auftraggeber der Studie ist die Global Challenges Foundation, eine eher unbekannte Stiftung in Stockholm, Schweden. Der ursprünglich aus Ungarn stammende schwer reiche Geschäftsmann László Szombatfalvy hat die Organisation im Jahr 2011 gegründet. Ihr Ziel ist es, globale Risiken zu identifizieren und zu entschärfen. Das Vermögen der Stiftung ist auf der Website nicht erwähnt, es dürfte aber beträchtlich sein.

Die Autoren des Reports, Dennis Pamlin und Stuart Armstrong, arbeiten für die Stiftung (Pamlin) bzw. für das “Future of Humanity Institute” der Universität Oxford (Armstrong). Dieses vom Schweden Nick Bostrom geleitete Institut ermöglicht nach eigener Aussage “einer ausgewählten Gruppe von führenden Geistern, mit Hilfe von Werkzeugen aus der Mathematik, Philosophie und Naturwissenschaft allgemeine Fragen zur Menschheit und ihrer Zukunft anzugehen”. An der Studie war ferner Seth Baum beteiligt, der Chef des privaten Global Catastrophic Risk Institute. Eine Adresse hat die Organisation nicht, auf ihrer Website steht, dass sie “geographisch dezentralisiert” sei. Hauptfinanzier ist die eher linksorientierte Gruppe Social and Environmental Entrepeneurs, aber auch das Ministerium für innere Sicherheit der USA hat offenbar Mittel zugeschossen.

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Bill Nye, Ever the Scientist, Admits He Was Wrong About GMOs and a Revised Edition of His Book Will Rectify That

A few months ago, Bill Nye published a book called Undeniable: Evolution and the Science of Creation:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

In it, he mentioned that food containing genetically modified organisms (GMOs) could pose environmental risks:

Genetically engineering food is controversial, as it should be. If you’re asking me, we should stop introducing genes from one species into another, while at the same time taking full advantage of our ability to understand the genome of any organism — plant, animal, or fungus — in order to produce the healthiest, most sustainable food system possible. Here’s why: Although we can know exactly what happens to any organism we modify, we just can’t quite know what will happen to other species in that modified organism’s ecosystem. For me this is a big deal, though some other investigators don’t seem to find it as troubling.

But in a video filmed after his recent appearance on Bill Maher‘s show, Nye explained that he has studied the issue more since writing that chapter. He’s spent time with scientists who are experts in this area. And he admits his fears were nothing to be concerned about:

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“Der Fisch in uns”, 3sat: Unterhaltsame Wissenschaft

Eine Computeranimation: Neil Shubin am Strand mit drei alten Spezies. Wissenschaftler untersuchen die Folgen, die unsere Abstammung von diesen Tieren auf unser Leben hat. Foto: ZDF und Mike Coles; Tangled Bank Studios

Ein US-Wissenschaftler reist um die Welt, um die menschliche Entwicklung zu erkunden. Die digitale Filmtechnik hilft ihm, sie vor der Kamera zu erklären.


Von Daland Segler|Frankfurter Rundschau

Dass wir aus dem Wasser kommen, wissen wir. Aber wie sind wir da bloß herausgekommen? Schon Charles Darwin versuchte, diese Frage zu beantworten, aber der Vater der Evolutionsforschung hatte weder die Kenntnisse noch die Mittel, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Heute, fast 200 Jahre später, stehen den Wissenschaftlern ungleich mehr Forschungsergebnisse und vor allem -Möglichkeiten zur Verfügung. So darf der amerikanische Paläontologe Neil Shubin denn auch um die ganze Welt reisen, um seine Untersuchungen voranzutreiben. Und das demonstriert er in seiner dreiteiligen Dokumentation über die menschliche Entwicklung ausgiebig – und etwas zu sehr ichbezogen: kaum eine Sequenz, in der Shubin sich nicht ins Bild rückt.

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Rätsel des “zu dunklen” Kosmos gelöst

Die Galexie NGC 1275 zeigt, wie kühleres Gas in Filamenten auf das zentrale Schwarze Loch zuströmt – dies reguliert die Sternbildung. © NASA, Jose-Luis Olivares/MIT

Eigentlich müsste das Universum viel heller sein. Denn es enthält so viel Gas, dass daraus viel mehr Sterne entstehen müssten. Warum dies nicht geschieht, haben Astrophysiker jetzt herausgefunden. Demnach sorgen gleich zwei kosmische “Thermostate” dafür, dass das Gas in Galaxien-Clustern entweder zu heiß bleibt oder aber abgesaugt wird, bevor zu viele Sterne entstehen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

In der Milchstraße werden jedes Jahr nur eine Handvoll neuer Sterne geboren – obwohl Rohmaterial für sehr viel mehr vorhanden wäre. Und auch in anderen Galaxien hätten längst Millionen mehr Sterne entstehen können, das gilt auch für weit entfernte Galaxiencluster. “Die Menge an Treibstoff für die Sternenbildung übertrifft die Mengen der Sterne um das zehnfache, diese Cluster müssten daher viel sternenreicher sein”, erklärt Michael McDonald vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.

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Anthropologie: Urmenschen waren primitiver als gedacht

Chalachew Seyoum with jawbone. Photo: Brian Villmoare Bild: MOTHERBOARD

Zwei Jahrmillionen alte Kieferknochen – der eine gerade erst entdeckt, der andere schon seit 50 Jahren bekannt – liefern neue Einblicke in die menschliche Evolution.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Knochenfunde aus den frühen Tagen der Gattung Homo vor schätzungsweise zweieinhalb bis drei Millionen Jahren sind rar. Der Ursprung der menschlichen Abstammungslinie gibt Forschern daher bis heute noch so manches Rätsel auf. Neue Einblicke in dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte bieten nun drei Studien, die in den Fachmagazinen “Science” und “Nature” erschienen sind.

Die Arbeit von Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und seinen Kollegen wirft dabei zunächst ein neues Licht auf den Homo habilis, der zu den ältesten Vertretern der Gattung Homo zählt. Homo habilis wurde erstmals 1964 beschrieben, als Typusexemplar gilt das Fossil OH 7 bestehend aus Unterkiefer, Teilen der Schädeldecke und Handknochen, die Wissenschaftler in rund 1,8 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten in der Oldvai-Schlucht im Norden Tansanias entdeckten. Der Kiefer ist dabei allerdings so stark verzogen, dass Forschern der Vergleich mit anderen Knochenfunden in den vergangenen Jahrzehnten schwer fiel.

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Casimir-Effekt der Gravitation: Experiment soll Quantennatur der Gravitation offenbaren

universeIst auch die Schwerkraft “gequantelt”? Eine seltsame Eigenschaft des Vakuums könnte die Antwort liefern – und damit zur Lösung des größten Physikrätsels unserer Zeit beitragen.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Seit Jahrzehnten beißen sich Physiker an der Verknüpfung von Relativitätstheorie und Quantenphysik die Zähne aus. Einem Ansatz liegt die Vorstellung zu Grunde, dass auch die Gravitation in Form von Quanten auftritt. Doch diese Eigenschaft ließ sich bislang nicht experimentell bestätigen.

Ein neues Experiment könnte nun jedoch den Nachweis dafür liefern – zumindest ist das die Hoffnung des Verfassers einer aktuellen theoretischen Studie, James Quach von der Universität Tokio. Quach schlägt darin vor, sich einen seltsamen quantenmechanischen Effekt zu Nutze zu machen, den Casimir-Effekt.

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Legendäres „Gottesteilchen“: Hier beweist Homer Simpson, dass er ein Genie ist

Homer schreibt eine Formel auf die Tafel, die die Masse des Higgs-Bosons vorhersagt. Sie ist fast exakt. Wissenschaftler konnten das legendäre Gottesteilchen erst 14 Jahre später nachweisen. Foto: Verleih

Homer Simpson erscheint in der Kult-Serie als tollpatschiger, aber liebenswerter Trottel. Und gelb. Was er jedoch geleistet hat, könnte die Wissenschaftler, die am Teilchenbeschleuniger CERN in Genf arbeiten, grün werden lassen – vor Neid. Homer hat möglicherweise das legendäre Gottesteilchen entdeckt hat – lange vor den Forschern.


Berliner Kurier

Das sagt Dr. Simon Singh (50), ein britischer Autor und Physiker. Er hatte in Folgen der „Simpsons“ nach versteckten mathematischen Hinweisen gesucht. Bei „The Wizard of Evergreen Terrace“ von 1998 wurde er fündig. Dort versucht Homer, in die Fußstapfen des großen Erfinders Thomas Edison zu treten. Dabei schreibt er eine Formel auf eine Tafel, die die Masse des Higgs-Bosons vorhersagt. „Es ist unglaublich, dass Homer diese Entdeckung macht, 14 Jahre bevor das Gottesteilchen nachgewiesen wird“, sagt Singh.

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The Future of Computer Memory Is in a Vortex

Ferrofluid lens picture of a magnetic anti-vortex. Image: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0

Ferrofluid lens picture of a magnetic anti-vortex.
Image: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0

The magnetic vortex is a classic of backyard science. There are pages and pages of YouTube search results to confirm this fact, and it’s easy enough to see the allure. It offers the appearance—and only the appearance—of free energy. Take a circle of magnets aligned such that their “north” or “south” polarizations all point inward, and the result is indeed a magnetic field behaving as a vortex, with some cool effects.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

While twirling around an oppositely-polarized magnet is fun and all, the possibilities of these vortices go much deeper—and smaller. One of those possibilities, described in the current edition of Nature Communications, is in super-efficient data storage, where nanoscale versions of magnetic vortices are used to encode information as spin orientations. As the spin orientation of a particle creates a magnetic vortex, in much the same way that macroscale magnets can be arranged for a vortex effect, that vortex can be “read” electrically by measuring its characteristic microwave frequency.

The effect in question occurs on nanoscale disks or pillars just 150 nm across (figure a thousand times thinner than a human hair) made of iron and consisting of two stacked vortices. The setup is highly sensitive to applied currents and fields and is, thus, able to be manipulated in useful ways. But the scale has so far prevented any information that might be stored in the system from being read back.

The discovery here is that this information can be reliably gleaned from the nanopillar setup after all, thanks to the alternating current (AC) microwaves produced when the system is hooked up to a direct current (DC) power source.

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Nida-Rümelin: “Man will den kritischen Geist aus den Unis rausbekommen”

foto: standard/corn Der Philosoph Julian Nida-Rümelin ermutigt zu Entspannung und Vielfalt bei den individuellen Bildungsentscheidungen.

Julian Nida-Rümelin hat eine Debatte über die Steigerung der Akademikerquote angestoßen


Von Tanja Traxler|derStandard.at

STANDARD: Sie haben – auch mit Ihrem aktuellen Buch – eine Diskussion um eine Entwicklung im Bildungsbereich angestoßen, die Sie “Akademisierungswahn” nennen. Was verstehen Sie darunter?

Julian Nida-Rümelin: Zentral ist dabei die These, dass Matura und Studium als der normale Bildungsverlauf angesehen werden und andere Ausbildungen wie die Lehre als zwar unumgänglich, aber zweitrangig. Damit geht die Auffassung einher, dass der Anteil von Akademikern das wesentliche Qualitätsmerkmal von Bildungssystemen ist und eine Steigerung der Akademikerquote, wie es von der OECD gefordert wird, unbegrenzt wünschenswert ist.

STANDARD: Was spricht dagegen?

Nida-Rümelin: Es kommt zu einer Abwertung von nichtakademischen Bildungswegen. Über mehrere Jahrzehnte hatten wir in Deutschland und Österreich zum Ärger der OECD zwei Drittel eines Jahrgangs in der beruflichen Bildung. Darin gab es ein breites Spektrum von Begabungen und Interessen. Wenn das auf einmal auf 30 Prozent wie derzeit zurückgeht, ist das System nicht zukunftsfähig.

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“Gott schickt keine Attentäter los”

Screengrab: bb

Screengrab: bb

In einer Diskussionsrunde traf der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Yitzhak Hoenig, in der Synagoge auf drei Pfarrer und den muslimischen Vorsitzenden des Integrationsrates. Thema: Was hilft gegen Extremismus und Rassismus?


Von Dirk Richerdt|RP ONLINE

Es war der Vertreter des Islam, der den Blick auf den Kern des Selbstverständnisses der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam lenkte: “Der eine sagt Allah, also ,der Gott’, andere nennen ihn Gott oder Herr. Es ist doch ein und derselbe Gott”, stellte Yilmaz Karaca, der türkische Vorsitzende des Integrationsrates, klar. Wenn man Theologen oder “normale” Bürger fragt, zeigt sich, dass manche dazu noch gern ein seltsames Sackgassen-Denken pflegen: Einerseits sind Gläubige, ob sie nun im Gebet ,Adonai’, ,Allah-u-akbar’ oder ,Herr’ ausrufen, der Überzeugung, es gebe nur einen Gott. Dennoch hängen einige der abstrusen Vorstellung an, der anders genannte Gott sei auf keinen Fall auch der eigene. Wer denn dann?

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“Der Fisch in uns” – 3sat bietet Evolution für Einsteiger

Neil Shubin, Bild: wikimedia.org

DFB-Pokal und keine Alternativen? Von wegen. Wenn die Großen dem Fußball nur olle Kamellen entgegensetzen, schlägt die Stunde der Kleinsender.


Von Andreas Böhme|WAZ

Die Materie ist komplex, zuweilen gar kompliziert. Zum Glück kennt der Mann, der zum Thema spricht, sich aus. Neil Shubin heißt er, ist Professor für Evolutionsbiologie und Anatomie an der University of Chicago.

Viele Bücher hat er geschrieben, noch mehr Vorträge gehalten und auch Dokus für das Fernsehen gedreht. Drei davon zeigt 3sat Mittwoch und Donnerstag. Die erste heißt “Der Fisch in uns”.

Shubin sucht. Nicht nach Nadeln im Heuhaufen, das wäre zu einfach. Shubin sucht, was die Wissenschaft „Brückentiere“ nennt. Tiere sind das, die von einer Art zur anderen verbinden.

Eine Sisyphusarbeit, denn: „Über 99 Prozent aller biologischen Arten, die jemals gelebt haben, sind ausgestorben“, erzählt der Wissenschaftler, „ nur ein sehr kleiner Teil von ihnen ist in Form von Fossilien erhalten geblieben, und von diesen wird wiederum nur ein sehr kleiner gefunden.“

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Sagenumwobene “Stadt des Affengotts” im Dschungel entdeckt

illu.: university of houston Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.

illu.: university of houston
Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.

600 bis 1000 Jahre alte Überreste vermutlich Teil einer versunkenen Zivilisation


derStandard.at

Seit Jahrhunderten kursieren Legenden von der “Stadt des Affengotts”, die von der Zeit vergessen im mittelamerikanischen Regenwald verborgen liegen soll. Abenteurer und Glücksritter wollen immer wieder von spektakulären weißen Ruinen gehört haben. Einheimische kennen sie als “Weiße Stadt” oder “Ort des Kakaos”, in der sich einst die präkolumbischen Ureinwohner vor den spanischen Konquistadoren versteckt hatten – eine Art Garten Eden, aus dem jene, die ihn betraten, niemals mehr zurückkehrten.

Nun hat ein internationales Wissenschafterteam in Honduras die praktisch unberührten Überreste dieser sagenumwobenen Dschungelstadt entdeckt – mehr noch: Es scheint, als handelt es sich in Wirklichkeit um die Ruinen einer ganzen untergegangenen Zivilisation.

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The first ever photograph of light as both a particle and wave

Image. Phys.org

Light behaves both as a particle and as a wave. Since the days of Einstein, scientists have been trying to directly observe both of these aspects of light at the same time. Now, scientists at EPFL have succeeded in capturing the first-ever snapshot of this dual behavior.


Phys.Org

Quantum mechanics tells us that can behave simultaneously as a particle or a wave. However, there has never been an experiment able to capture both natures of light at the same time; the closest we have come is seeing either wave or particle, but always at different times. Taking a radically different experimental approach, EPFL scientists have now been able to take the first ever snapshot of light behaving both as a wave and as a particle. The breakthrough work is published in Nature Communications.

When UV light hits a metal surface, it causes an emission of . Albert Einstein explained this “photoelectric” effect by proposing that light – thought to only be a wave – is also a stream of particles. Even though a variety of experiments have successfully observed both the particle- and wave-like behaviors of light, they have never been able to observe both at the same time.

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Größtes Radioteleskop der Welt im Bau

Bild: Heise.de

Fernab von Störquellen baut Südafrika das gigantische “Square Kilometer Array”, um in den Weltraum zu horchen.


Von Leonie March|Technology Review

Schon die Landschaft wirkt nahezu außerirdisch: karges, weites Niemandsland, so weit das Auge reicht. Ebenso spärlich wie die Vegetation ist in der Halbwüste Karoo im Nordwesten Südafrikas auch die Besiedelung – was die Gegend zu einem perfekten Ort für Radioastronomen macht, wie Willem Esterhuyse lächelnd erklärt. Fernab von Störquellen wie Elektrosmog, Luft- oder Lichtverschmutzung leitet der Ingenieur von der nationalen Forschungsstiftung Südafrikas den Bau der riesigen Radioteleskopanlage MeerKAT, dem Vorläufer des noch gigantischeren “Square Kilometer Array” – ein Projekt der Superlative, das dem gebürtigen Südafrikaner, wie er selbst eingesteht, regelmäßig den Schlaf raubt.

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Satzungsänderung: Sudetendeutsche verzichten auf “Rechtsanspruch auf die Heimat”

Fahne der Sudetendeutschen (ohne Wappen). Bild: wikimedia.org/PD

Seit 70 Jahren fordern aus dem heutigen Tschechien vertriebene Deutsche ihre Heimat zurück – bis jetzt: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat ihre Satzung geändert. Die Regierung in Prag zeigt sich erleichtert.


SpON

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft fordert nicht länger die “Rückgabe” ihrer früheren Heimat. Das hat die Bundesversammlung des Vertriebenenverbandes beschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Demnach zielen die Verbandszwecke nicht mehr darauf, nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmtes Eigentum zurückzuerhalten. Gestrichen ist auch das Ziel, den “Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen”.

Die sogenannten Sudetendeutschen lebten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in den Randgebieten des heutigen Tschechiens. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörte das Gebiet zu Österreich-Ungarn und in der Zwischenkriegszeit zur neugegründeten Tschechoslowakei.

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Wahlkampf auf Türkisch: AKP-Kandidaten posieren in osmanischem Gewand

Einige AKP-Kandidaten glauben, die Wähler im historischen Gewand überzeugen zu können. (Screenshot Hürriyet)

Erst vor einigen Wochen sorgten 16 Krieger in Erdoğans Präsidentenpalast für internationale Schlagzeilen. Nun versuchen einige AKP-Abgeordnete offenbar auf diesen Zug aufzuspringen. Auf Wahlplakaten präsentieren sie sich in historischen Gewändern und hoffen nun auf die gleiche Aufmerksamkeit.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die bevorstehenden Parlamentschaftswahlen in der Türkei treiben bei einigen AKP-Kandidaten offenbar seltsame Blüten. In ihren Kampagnen treten sie derzeit in traditionellen Kleidungsstücken wie Herrscher aus längst vergangenen Zeiten auf. Derartige Bilder hatten Ende Januar jedoch schon einmal für viel Spott und Häme in den Sozialen Netzwerken gesorgt.

Die türkische Zeitung Hürriyet hat einige Beispiele aus den ungewöhlichen Wahlkampf-Bemühungen im osmanischen Stil zusammengetragen. Sie zeigt etwa den AKP-Kandidaten Osman Yavuz und seine Kampagne mit dem Titel „Alle gemeinsam, Neue Türkei“. Yavuz wurde in der zentralanatolischen Provinz Konya nominiert. Überzeugen will er nun durch das Tragen eines Börk. Dabei handelt es sich um eine Kopfbedeckung, wie sie einst seldschukische Krieger sowie die ersten osmanischen Sultane des 14. Jahrhunderts getragen haben. Erst vor kurzem brachte das TV dieses Kleidungsstück den Türken wieder näher, so das Blatt.

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