Umweltgifte schon bei den Indianern

Durch mit Bitumen abgedichtete Gefäße könnten die Chumash-Indianer schon vor Jahrtausenden giftige Kohlenwasserstoffe aufgenommen haben. © Jllm06/ CC-by-sa 3.0
Schleichende Vergiftung: Schon vor tausenden von Jahren waren Indianer an der US-Westküste schädlichen Kohlenwasserstoffen ausgesetzt. Denn sie nutzten für die Abdichtung von Gefäßen und Kanus häufig Bitumen – einen dem Erdöl ähnlichen Naturasphalt. Wie hoch die Belastung von Luft und Nahrung dadurch war, haben Forscher nun durch experimentelle Archäologie ermittelt: Sie produzierten und nutzten die Bitumengefäße genauso wie die Indianer.

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In unserer modernen Umwelt kommen wir nahezu überall mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Kontakt. Sie stecken in Erdölprodukten wie Benzin, Diesel oder Asphalt, aber auch in vielen Plastikprodukten und sogar in Kleidung. PAKs werden zudem beim Verbrennen von Müll und Plastik frei, sowie beim Tabakrauchen. Das Problem: Viele PAKs sind giftig und stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu stören, Organe und das Gehirn zu schädigen und Krebs auszulösen.

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Tote Galaxie verblüfft Astronomen

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Diese Illustration zeigt die neuentdeckte tote Uralt-Galaxie MACS2129-1 (rechts) im Vergleich zur Milchstraße. © NASA, ESA, and Z. Levy (STScI)
Eigentlich dürfte es sie nicht geben: Die zehn Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie MACS2129-1 widerspricht allen Theorien. Denn obwohl sie keine Sterne mehr produziert, rotiert sie ungewöhnlich geordnet. Darin ähnelt sie eher der Milchstraße als einem chaotischen, von Kollisionen geprägten Haufen – doch genau so stellten sich Astronomen solche toten, uralten Galaxien bisher vor. Warum diese Galaxie so anders ist und ob dies vielleicht noch für weitere gilt, ist bislang unklar.

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Nach gängiger Theorie sind die meisten heutigen Galaxien durch Verschmelzung mit nahen Nachbarn geformt worden. Diese Kollisionen führten zu Turbulenzen im interstellaren Gas und lösten neue Schübe der Sternenbildung aus und ließen die Galaxien zu großen Spiralen und Ellipsen heranwachsen. Doch einige der frühen Galaxien im Kosmos schafften diese Erneuerung nicht: Sie stoppten stattdessen die Sternproduktion und blieben massereich, aber „tot“.

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Neubrandenburger Auschwitzprozess macht Rechtsgeschichte

Die Richter hielten ihn für zu alt: Hubert Zafke, einstiger SS-Mann in Auschwitz Quelle: picture alliance/AP Photo/BWU CUL MB**BRL**
Im Verfahren gegen den früheren SS-Mann Hubert Zafke hat das Landgericht die Mitglieder der Kammer für befangen erklärt. Gegen den Richter wurde zudem Strafanzeige gestellt – wegen Rechtsbeugung.

Von Per Hinrichs | DIE WELT

Der Richter Klaus Kabisch aus Neubrandenburg hätte Rechtsgeschichte schreiben können: Auf seinem Tisch lag der womöglich letzte Prozess, der sich mit Auschwitz beschäftigt hätte. Er sollte das Verfahren gegen den 96-jährigen einstigen SS-Mann Hubert Zafke leiten, ihm wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen.

Geschichte hat er nun tatsächlich geschrieben, aber anders, als man erwarten konnte. Am Freitag gab ein Kollege von Kabisch, Richter Henning Kolf, einem Befangenheitsantrag der Nebenklage statt und warf den Vorsitzenden samt seiner beiden Kammerbeisitzer aus dem Prozess am Landgericht.

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Human Echolocation Isn’t Just For the Blind

Image: Simon James/Flickr
Bats and marine mammals have acoustic navigation down, but humans are learning quickly too.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Bats and dolphins are famous for their ability to orient themselves by bouncing sound waves off of objects in their environment, an adaptation called echolocation. But some visually impaired people have also learned to navigate the world this way. One notable example is Daniel Kish, who lost his eyes to cancer as an infant and has since become the world’s most visible advocate of human echolocation.

Kish, who has embraced his reputation as „a real-life Batman“ has trained hundreds of students to use clicks or other noises to develop a sonar-like acoustic sight.

Meanwhile, neuroscientists have amassed a fascinating body of work indicating that these sound-based snapshots are processed within the visual cortex. When one sensory organ closes, it seems, other pathways open to compensate.

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Wilhelm von Humboldt: „Wir können nicht denken, ohne zu fühlen“

Wilhelm von Humboldt – Lithographie von Franz Krüger.FOTO: WIKIMEDIA
Wilhelm von Humboldt, der vor 250 Jahren geboren wurde, als Pionier der Geschlechterforschung? Sexualmediziner Klaus M. Beier erklärt, warum Humboldt für sein Fach interessant ist.

Von Dorothee Nolte | DER TAGESSPIEGEL

Herr Beier, warum finden gerade Sie als Sexualmediziner Wilhelm von Humboldt interessant? Die Wilhelm-von-Humboldt-Stiftung, die Sie gegründet haben, widmet sich der Sexualwissenschaft.

Schon Iwan Bloch, einer der Väter der Sexualwissenschaft, hat sich an Wilhelm von Humboldt orientiert und bewundernd hervorgehoben, dass dieser eine „Geschichte des Hetärentums“ – also der Prostitution – schreiben wollte, die Bloch dann 1914 selbst verfasst hat. Und es trifft auch zu: Humboldt hat in seinen Aufsätzen über den Geschlechtsunterschied Thesen aufgestellt, die noch heute Bestand haben. Demnach ist der Geschlechtsunterschied der allererste, grundlegende Unterschied, an dem Menschen ihre Begrenztheit erfahren: Dem einen Geschlecht anzugehören, bedeutet, von einer „gewissen Anzahl“ an Merkmalen des anderen Geschlechts ausgeschlossen zu sein. Differenzen sind aber aus seiner Sicht etwas Positives, nämlich die Voraussetzung für die Hervorbringung des Neuen. Die Begrenztheit lässt sich durch respektvollen Dialog überwinden, die Erweiterung erfolgt durch den jeweils anderen. Das ist alleine nicht zu schaffen: Wir sind auch neurobiologisch auf Bindung programmiert, das prägt nicht nur unsere Sexualität, sondern auch unsere Wahrnehmung der Welt und unser Denken.

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US-Pipeline: Internationale Banken ziehen ihr Geld ab – die Deutsche Bank nicht

Bau der Dakota Access an der 50th Avenue bei New Salem, (Nord-Dakota) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0 Tony Webster
Monatelang forderten Umweltschützer und Vertreter betroffener Indianerstämme die Banken dazu auf, ihre Investments in die umstrittene Pipeline von North Dakota nach Illinois aufzugeben. Die Divestment-Kampagne sorgte für viel Aufmerksamkeit – doch nicht alle Kreditinstitute zeigen sich beeindruckt.

Von Matthias Lambrecht | greenpeace magazin

Seit knapp zwei Wochen fließt Öl durch die Dakota Access Pipeline (DAPL). Doch Vanessa Green sieht sich und ihre Mitstreiter noch lange nicht geschlagen: „Es gibt eine Schlacht – und es gibt einen Krieg“, erklärte die Kampagnendirektorin der Initiative „Divest Invest“. Green ist fest entschlossen, den Kampf um den Schutz der natürlichen Ressourcen in der nordamerikanischen Prärie am Ende zu gewinnen.

Gemeinsam mit anderen Organisationen und Umweltschutzverbänden, darunter auch Greenpeace, hatte Divest Invest in den vergangenen Monaten Investoren und Finanzinstitute dazu aufgerufen, den Bau der umstrittenen Pipeline nicht länger mit Krediten oder Beteiligungen zu unterstützen. Während einige europäische Banken diesem Aufruf gefolgt sind, halten die Deutsche Bank und die schweizerischen Banken Credit Suisse und UBS an ihren finanziellen Engagements fest.

Wie die indigenen Stämme der Sioux, deren Reservat die Ölleitung durchquert, fürchten die Umweltschützer die Belastung von Trinkwasserreserven durch Lecks in der Pipeline. Umstritten ist das Vorhaben darüber hinaus, weil das transportierte Öl im umweltbelastenden Fracking-Verfahren gewonnen wird und die Nutzung des fossilen Brennstoffs zur Klimaerwärmung beiträgt.

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ZDF-Doku über Lilli Jahn – Dichtung und Wahrheit

Hoffnungsvoll. Was Lilli Jahn aus Köln an ihren späteren Mann Ernst schreibt, strahlt vom Glauben an eine Liebe, die alle…FOTO: ZDF UND PRIVAT
Mein verwundetes Herz: Eine ZDF-Doku über Lilli Jahn erinnert an schlimmsten Antisemitismus während der NS-Zeit.

Von Nikolaus von Festenberg | DER TAGESSPIEGEL

Damit eine Tragödie wie die der in Auschwitz ermordeten jüdischen Ärztin und fünffachen Mutter Lilli Jahn zur besten Sendezeit im Fernsehen um 20 Uhr 15 Uhr zu sehen wäre, müsste nach Stand der Dinge Einschneidendes passieren: die Verwandlung eines historischen Stoffes in ein das Geschehen nachspielendes TV-Movie. Das ist allerdings immer eine Auslieferung historischer Wahrheit, und sei die Nachinszenierung auch noch so gut.

Der Zeitgeist der Gegenwart würde sein Gestaltungsrecht einfordern, als durchschaute das Heute das Gestern. Fragen müssten um der Drehbuchform willen beantwortet werden, die sich nicht beantworten lassen. Das Interessanteste entfiele – die Rätsel, die Widersprüche im Leiden, das heute naiv erscheinende Hoffen auf Rettung.

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Scientists Used Supercomputers to Learn How Pythons Regenerate Their Organs

Python closeup. Image: Florida Fish and Wildlife/Flickr SNAKE BLOOD
After Burmese pythons enjoy a meal, they undergo an extended period of fasting to save on energy. During this time, which can last as long as a year, their organs waste away.

By Lisa Cumming | MOTHERBOARD

According to researchers in Texas, when the pythons get around to feeding again, their atrophied major organs increase in mass by 40 to 100 percent to prepare for digestion—apparently it takes a lot to swallow a mouse whole. Within 48 hours of feeding, in fact, Burmese pythons can see up to a 44-fold increase in their metabolism. Their research is described the journal in BMC Genomics.

Pythons spend probably 95 per cent of their lives fasting, said lead author Todd Castoe, an assistant professor of biology at the University of Texas at Arlington and an expert in snake genomics. Rather than have their organs using up all the precious energy during the fasting period, they let them waste away. In this study, pythons were fed in the lab every 30 days, but according to Castoe, going that long without food is nothing for these snakes compared to what they can face in the wild.

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Hagia Sophia: ‚Eine inakzeptable Provokation aller Christen‘

Hagia Sophia. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Arild Vågen
Koranlesung und islamisches Gebet in der Hagia Sophia in Istanbul- Griechenland kritisiert, dass die Türkei versuche, das Weltkulturerbe der Hagia Sophia „stufenweise in eine Moschee“ zu verwandeln.

kath.net

Griechenland kritisiert, dass die Türkei versuche, das Weltkulturerbe der Hagia Sophia „stufenweise in eine Moschee“ zu verwandeln. Nach Angaben der „Welt/N24“ strahlte das staatliche türkische Fernsehen TRT-Diyanet Mitte der Woche zum Ramadan eine Sendung mit Koranlesungen aus der Hagia Sophia aus. Bereits im Vorjahr hatte es eine ähnliche Sendung gegeben. Das Außenministerium in Athen reagierte prompt und erklärte, dass man die Lesung des Koran und das Gebet in der Hagia Sophia verurteile. Dies sei eine „inakzeptable Provokation aller Christen“.

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Historiker Götz Aly: „Es fing alles ganz provisorisch an“

foto: picturedesk / akg-images Die Todesrampe im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, gebaut erst im Mai 1944. Die meisten ungarischen Deportierten wurden ohne Registrierung direkt von hier ins Gas geschickt.
Ohne die Unterstützung der europäischen Länder hätte der Holocaust in dieser Form nicht stattgefunden, sagt Historiker Aly. Und ohne das Motiv des Neids sei der Antisemitismus nicht zu verstehen

Interview Lisa Mayr | derStandard.at

STANDARD: Welche Rolle spielte die aktive und die passive Unterstützung durch Regierungen, Institutionen und die Bevölkerung vieler europäischer Länder bei der Realisierung des Holocaust?

Götz Aly: Viele Menschen stellen sich den Holocaust heute als eine von Berlin aus gesteuerte Vernichtungswalze vor, die über Europa gerollt ist. Das stimmt so nicht. Länder wie Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Frankreich, Belgien und Griechenland haben auf unterschiedliche Weise zur Vernichtung der Juden beigetragen. Nehmen wir Ungarn: Von dort wurden in zehn Wochen 423.000 Juden nach Auschwitz deportiert, mithilfe von 20.000 ungarischen Gendarmen. Bis zur slowakischen Grenze war da kein einziger Deutscher dabei.

STANDARD: War der Antisemitismus in den europäischen Ländern von Anfang an Bestandteil des deutschen Masterplans?

Aly: Nehmen wir das Ghetto Lódz: Da saßen an die 160.000 Leute. Die Deutschen sagten: Wir bringen erst einmal 100.000 „arbeitsunfähige“ Menschen, Alte und Kinder aus dem Ghetto um. Dann sehen wir ja, ob es Widerstand aus der christlichen Bevölkerung gibt. Das stand zu diesem Zeitpunkt keineswegs fest. Oder das Vernichtungslager Belzec im heutigen Ostpolen: Es wurde mit einer Tageskapazität von 500 gebaut. Die hat man nach wenigen Monaten auf 2000 erweitert, weil man gemerkt hat, dass es läuft. Ähnlich in Auschwitz: Wir alle kennen heute die Bilder der berühmten Todesrampe. Sie wurde im Mai 1944 für die Ungarn-Transporte gebaut. Es fing alles ganz provisorisch an, diese „perfekten“ Anlagen entstanden erst, als man merkte, dass „es geht“.

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„Gottgelenkte Evolution“

Pockenvirus – ein Ergebnis gelenkter, absichtsvoll vorausgeplanter Evolution?
Ein gescheiterter Versuch der Konsensfindung. Das Konzept einer „gottgelenkten Evolution“ wird als Kompromiss zwischen Kreationismus und der wissenschaftlichen Evolutionsbiologie angeboten.

Von Jori Wehner | Richard-Dawkins-Foundation

Mit einem wissenschaftlich begründeten Verständnis evolutionärer Prozesse ist dieses Konzept nicht vereinbar, denn alle Beobachtungen deuten auf ungelenkte Evolution hin. Zudem werfen Versuche einer Vereinigung beider Konzepte unlösbare theologische Probleme auf.

Es besteht ein unüberbrückbarer Konflikt zwischen „ungelenkter Evolution“ (die plausible Schlussfolgerung evolutionsbiologischer Forschung) und „gelenkter Evolution“ (die Behauptung christlicher und islamischer Theologie).

  1. Die Theologie postuliert an den Anfang der evolutionären Entwicklung einen intelligenten Schöpfer, der irgendwann damit begonnen haben soll, einen zuvor festgelegten Plan abzuarbeiten. Evolutionäre Prozesse laufen jedoch allem Anschein nach ungerichtet und ohne vordefiniertes Ziel ab. Genetische Mutationen folgen einer statistischen Zufälligkeit – keinem vordefinierten Ziel. Die meisten Mutationen sind phänotypisch neutral oder schädigen ihren Träger. Nur in extrem seltenen Fällen tritt eine fitness-steigernde Mutation auf, die ihrem Träger einen reproduktiven Vorteil verschafft und damit in der Population fixiert wird.  Der evolutionäre Prozess produziert also praktisch immer nur Ausschuss (was leicht übersehen werden kann, da unsere eigene Umwelt nur noch die seltenen Erfolgs-Ausnahmen enthält). Selbst die wenigen Individuen, die sich gegen ihre Konkurrenten innerhalb und außerhalb der eigenen Art behaupten können, sind immer nur zeitweilig erfolgreich. Mehr als 99% aller biologischen Spezies der Erdgeschichte sind ausgestorben. Das spricht gegen eine planvolle Steuerung evolutionärer Prozesse und ist ein deutlicher Beleg für ungeplante, ungerichtete, letztlich ziellose Entwicklung.

Evolutionsexperimente zeigen, dass die Evolution mit jedem Neustart desselben genetischen Ausgangsmaterials immer neue, überraschende, unvorhersehbare Verläufe nimmt.[1] Dabei zeigt sich Divergenz in neue, bisher unbeschrittene Wege durch den Raum der möglichen Permutationen.[2] Die statistische Wahrscheinlichkeit für Redundanz (für eine Wiederholung derselben Mutationssequenzen in nachfolgenden Generationen) geht gegen Null. Selbst konvergente Einwicklungen in der Evolution entstehen offenbar nicht planvoll, sondern durch den formenden Einfluss der Umweltbedingungen.

  1. Das Genom etlicher Spezies enthält funktionelle Verluste gegenüber früheren Evolutionsstufen. Im Genom der Primaten (einschließlich des Menschen) findet sich z.B. auf dem achten Chromosom ein defektes Gen für einen Stoffwechselweg zur Herstellung von körpereigenem Vitamin C. Menschen und andere Trockennasenaffen können kein eigenes Vitamin C mehr produzieren, wozu ihre evolutionären Vorfahren (und fast alle anderen höheren Tiere in unserer Umwelt) problemlos in der Lage sind.[3] Diese Pseudogene sind beeindruckende Zeugnisse der gemeinsamen Abstammung heutiger Arten – jedoch funktionell sinnlos. Es erscheint extrem unplausibel, dass ein intelligenter Schöpfer die Evolution nützlicher Gene veranlasst haben soll, um sie dann in einzelnen Spezies durch Punktmutation zum Schaden ihrer Träger wieder zu zerstören. Der Nachweis von defekten Pseudogenen bestätigt jedoch hervorragend die Annahme einer ungelenkten, ziellosen Evolution basierend auf zufälligen Mutationen.

Nicht nur auf makroskopischer Ebene sind die Spuren ungerichteter Evolution anhand von Rudimenten und Atavismen erkennbar. Die Erbinformation aller Spezies ist übersät mit den Artefakten zufälliger, meist schädlicher Kopierfehler, die sich im Verlauf von vier Milliarden Jahre währender, wiederholender DNA-Abschriften eingeschlichen haben. In der DNA aller Spezies finden sich tausende retrovirale Insertionen, Transposone, chromosomale Fusionen, sinnlose Einfügungen und Umstellungen, die vor Millionen Jahren bei einzelnen Individuen aufgetreten sind und sich seitdem durch ihre (in verschiedene Spezies aufgespaltete) Nachkommenschaft vererben. Auch wenn wir in unserem Genom nur noch solche Artefakte finden, die mit dem Leben und der Reproduktion ihrer Träger vereinbar gewesen sind, lässt ein Blick in das breite Spektrum der Erbkrankheiten erahnen, wieviele Milliarden Träger solcher zufälligen genetischen Modifikationen als evolutionärer Ausschuss ausselektiert wurden. Das bestätigt die Annahme einer ungerichteten, ungeplanten Evolution. Wer hier an der These eines vorausschauenden Planers der Evolution festhalten will, muss sich einreden, der intelligente Planer habe absichtlich eine Evolution entworfen, die exakt so aussieht, als folge sie absichtslosem Zufall.

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Young Earth Creationism Is Evolving

Image: FB/CW Brown/Godless Utopia
Despite the overwhelming scientific evidence in favor of evolution, some 40% of Americans reject the theory and adhere to young earth creationism. I have long believed that the most effective way to combat young earth creationism is within religion. Biologos, an organization promoting theistic evolution, is attempting just that—and with some success. Answers in Genesis has recently posted a series of blog posts combatting Biologos’ efforts—and making arguments that seem, as someone raised in an evangelical young earth creationists home, bizarre.

By Libby Anne | Love, Joy, Feminism

Earlier this year Biologos praised the publication of a new book: Adam and the Genome: Reading Scripture After Genetic Science, by Dennis Venema and Scot McKnight, a geneticist and a New Testament scholar. Together, the two scholars lay out the scientific evidence on the origins of man and examine the words of Paul and others, outlining and defending a theistic evolutionary perspective compatible with modern science. As Biologos explains:

Christians who take the Bible seriously want to interpret it correctly. We’re not looking to bend and shape it to our personal beliefs, but to have it shape us and our beliefs. As such, we should be open to considering whether we have inherited ways of interpreting Scripture that are more a product of previous cultures than they are the absolute and unchanging word of God. If science can help us see more clearly what God has communicated, then we should be grateful.

Unsurprisingly, Answers in Genesis has a serious problem with this, and has published a whole series of blog posts rebutting Venema and McKnight’s claims. Addressing one of Venema’s chapters on science and genetics, Answers in Genesis’ Nathaniel T. Jeanson writes that: 

Venema discusses four categories of scientific claims: (1) Venema says fossil transitional forms (like Tiktaalik) have been discovered—a finding which fails to reject evolution; (2) Venema implies that the order of fossils in the fossil record fails to reject evolution; (3) Venema claims that gaps in the fossil record are being filled—again, a finding which fails to reject evolution; and (4) Venema says multiple (e.g., paleontological, embryological) converging lines of evidence fail to reject evolution, further bolstering its scientific strength.

Has Venema applied the scientific method correctly?

Let’s apply it again to his evidences, this time considering competing (i.e., YEC) explanations. For Venema’s arguments to support evolution as a scientific explanation, they would not only have to fail to reject the evolutionary explanation; they would also have to successfully reject the YEC view.

Jeanson does not object to Venema’s statement there are transitional fossils, and that the gaps in the fossil record are being (or have been) filled. Instead, he accepts these claims. He asserts simply that transitional fossils and the increased filling of gaps in the fossil record are not incompatible with young earth creationism. In other words, they can be true and evolution can still be false, and young earth creationism true. What’s strange is that this argument is very different from the one I grew up hearing.

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This Freaky 100-Million-Year-Old Wasp Was Named for David Bowie

Archaeoteleia astropulvis. Image: Dr. Elijah J Talamas
One day, you’re relaxing on a Cretaceous tree chillin’ with some dinos. The next day, you’re trapped in amber for 100 million years.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

t’s been over a year since pop superstar David Bowie passed away, but his legacy lives on through memorials, fan tributes, and now, Cretaceous wasps trapped in amber.

That’s right: A new species of extinct wasp that lived alongside the dinosaurs 100 million years ago has been dubbed Archaeoteleia astropulvis, with the second word being a Latinized version of „Stardust.“

In a paper describing the new species, published Wednesday in the open access Journal of Hymenoptera Research, entomologists said the name „commemorates the late David Bowie alter ego, Ziggy Stardust,“ while also referring „to the ancient source of the atoms that form our planet and its inhabitants.“

While this female holotype doesn’t have the „snow-white tan“ or „cat from Japan“ qualities that are laid out in the song „Ziggy Stardust,“ I think even Bowie would agree that she is adequately freaky.

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Shocking photos show how Britain and America used to sterilise ‚undesirable‘ people

The facial characteristics of a Tibetan man are measured in 1938 (Photo: Public Library/News Dog Media)
Before the horrors of the Holocaust there were supporters of ‚cutting out‘ certain traits across the world

By Tom Davidson | Mirror

Photos have emerged which show the horrific heyday of the Eugenics movement where „undesirable“ people in Britain, America and parts of Europe were sterilised.

Decades before the atrocities of Nazi Germany, eugenics, where „desirable“ human traits were sought out, had advocates across the world.

Following the publishing of Charles Darwin ’s ‚On the Origin of Species‘ in 1859 a craze of eugenics spread through Britain, Europe and the United States.

Supporters of eugenics enjoyed success in the early 20th century and claimed traits such as dwarfism, deafness and even minor defects like a cleft palate could be wiped out of the gene pool.

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A convicted criminal named Albert Smit has his head measured in Netherlands in 1896 (Photo: Public Library/News Dog Media)

Türkei Regierung streicht Evolutionsunterricht

Angeblich zu kontrovers und zu kompliziert: Das türkische Bildungsministerium will offenbar die Evolutionslehre aus dem Stundenplan der Schüler streichen.

SpON

Evolution soll an türkischen Schulen künftig nicht mehr unterrichtet werden, wie ein hochrangiger Vertreter des Bildungsministeriums mitteilte. Der Beamte Alpaslan Durmus sagte, Evolution sei umstritten, kontrovers und zu kompliziert. „Wir glauben, dass dieses Unterrichtsfach das Verständnis der Schüler übersteigt“, so Durmus in einem Video, das auf der Homepage des Bildungsministeriums veröffentlicht wurde.

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Antisemitismus mit Ansage

© DPA „Zensur auf Arte“, titelte die „Le Monde“ zum Beschluss des Senders, die Dokumentation über Antisemitismus nicht zu zeigen.
Dass die Antisemitismus-Doku nun in Frankreich gezeigt wurde, war überfällig. Doch dass sich Arte nicht zu einer eigenen Bearbeitung durchringen konnte, ist eine Bankrotterklärung.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Die Anstrengungen von Luc Rosenzweig und eines guten Teils der deutschen Presse haben sich bezahlt gemacht“, freute sich das Magazin „Causeur“ auf seiner Homepage ein paar Stunden vor der Ausstrahlung. Auf drei Seiten hatte der langjährige Deutschland-Korrespondent von „Le Monde“ in der Monatszeitschrift über den Film „Auserwählt und ausgegrenzt“ berichtet, unter dem Titel: „Zensur auf Arte“. Dass der europäische Kultursender den Dokumentarfilm klammheimlich aus dem Programm genommen hatte, war in Paris zuvor offensichtlich niemandem aufgefallen.

Man kann das mit dem ursprünglichen Sendedatum nach dem ersten Durchgang der Präsidentenwahl erklären. Man muss aber auch die Frage nach dem französischen Umgang mit dem „neuen“ Antisemitismus in Zeiten der Terrors – der zunächst ausschließlich jüdische Tote gefordert hatte – und der Islamisierung in den Banlieues stellen.

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Bundesanwaltschaft, BKA und LKA sabotieren NSU-Ausschuss

Bild: heise.de/tp
Sicherheitsbehörden behandeln Landtag von Baden-Württemberg wie rechtlosen Bittsteller – Immer noch wird ermittelt – nur was genau?

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

NSU-Aufklärung 2017 live – dabei geht es weniger um die Taten und Täter, als um diejenigen, die aufklären sollten und nicht wollen.

Die Ermittlungsbehörden Bundesanwaltschaft (BAW), Bundeskriminalamt (BKA) und Landeskriminalamt von Baden-Württemberg (LKA) behindern fortgesetzt die Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) des Landes. Das reicht bis zu Demütigungen. Doch der Ausschuss hat sich das selber zuzuschreiben. Er unterwirft sich seit zweieinhalb Jahren der Exekutive und deren Regeln. Die jüngste Sitzung lieferte dazu gleich drei Beispiele. Sie zeigen nebenbei, dass wir uns nach wie vor mitten im Skandal befinden und die Sicherheitsbehörden Teil davon sind.

Thema des Baden-Württemberg-Ausschusses ist der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter vom April 2007 in Heilbronn – der letzte der zehn Morde, die dem NSU zugeschrieben werden. Die BAW behauptet, die Täter seien allein Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen. Haltbar ist das nicht. Dennoch stützt der Ausschuss in Stuttgart die Sicht der Karlsruher Behörde. Er meint aber, es müsse Unterstützer gegeben haben. Die sucht er seit Monaten in Neonazi-Kreisen des Landes.

Nach wie vor gibt es eine Reihe von offenen Spuren im Fall Heilbronn, die einen anderen Tatablauf nahelegen. Eine wurde jüngst von dem ARD-Magazin Report Mainz und vom Stern veröffentlicht. Danach waren am Tattag, dem 25. April 2007, bis kurz vor dem Anschlag auf die zwei Polizeibeamten um 14 Uhr Handys von zwei Islamisten am Tatort Theresienwiese eingeloggt.

Der U-Ausschuss in Stuttgart weiß das seit Dezember 2015, doch erst aufgrund der aktuellen Berichterstattung wurde er jetzt aktiv. Vom Generalbundesanwalt (GBA) erbat er Ermittlungen zu den Handynummern. Der lehnte postwendend ab, wie der PUA-Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) öffentlich mitteilte: Laut GBA gebe es keine Hinweise auf Verbindungen zu islamistischen Kreisen. Das sei eine bloße Vermutung und nicht durch Tatsachen gestützt.

Die obersten Ermittler der Bundesrepublik verteidigen ihre Zwei-Täter-Theorie ohne Rücksicht auf Widersprüche und andere Erkenntnisse. Beispiel eins der Aufklärungsblockade seitens der Behörden.

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Verweiblicht durch Paracetamol?

Nimmt die Mutter in der Schwangerschaft Paracetamol, dann könnte dies Spätfolgen beim Kind hervorrufen. © janula/ thinkstock
Subtile Spätfolgen: Wenn schwangere Frauen das Schmerzmittel Paracetamol einnehmen, könnte dies langfristige Folgen für ihr Kind haben. Denn das Mittel stört offenbar die Testosteron-Produktion beim Fötus, wie Versuche mit Mäusen belegen. Als Folge waren Sextrieb und maskulines Verhalten beim männlichen Nachwuchs gehemmt, bei Weibchen stieg das Risiko für Unfruchtbarkeit. Ähnliches könnte auch beim Menschen der Fall sein, meinen die Forscher.

scinexx

Paracetamol gehört zu den beliebtesten frei verkäuflichen Schmerzmitteln – und in der Schwangerschaft sogar als das Mittel der Wahl. Denn vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel können andere Mittel wie Ibuprofen Fehlbildungen beim Ungeborenen fördern. Doch auch Paracetamol ist nicht ohne: Schon bei geringer Überdosierung kann es die Leber schädigen und es steht im Verdacht, bei längerer Einnahme Asthma und Allergien zu fördern.

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Zerstörte Kulturdenkmäler – im Namen der Religion

Palmyra: Ein russischer Soldat entfernt Minen, die IS-Milizen in der historischen Stätte gelegt haben. Quelle: dpa
Der Schaden ist mit Geld nicht zu bezahlen: Religiöse Fanatiker zerstören immer wieder bedeutenden Zeugnisse längst vergangener Kulturen. Ein trauriger Überblick.

Märkische Allgemeine

 Die Bilder gingen um die Welt: Im März 2001 zerstörten die radikalislamistischen Taliban die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt. Im Tal von Bamiyan sprengten sie die 53 beziehungsweise 35 Meter hohen Kulturdenkmäler, die aus dem 6. Jahrhundert stammen. Nicht das einzige Beispiel für Kulturvandalismus im Namen der Religion. Eine Übersicht:

Palmyra: Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zertrümmert in der syrischen Oasenstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, 2015 unter anderem den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel, Turmgräber sowie den Triumphbogen und Teile des römischen Theaters. Der IS hatte Palmyra erstmals im Mai 2015 eingenommen und viele einzigartige Denkmäler gesprengt. Im März 2016 haben syrische Truppen mit Hilfe der russischen Luftwaffe die Stadt zurückerobert – bis der IS im Dezember 2016 wieder die Oberhand gewann.

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Ist Parkinson eine Autoimmun-Krankheit?

Ist ein fehlgeleiter Angriff des Immunsystems auf die Gehirnzellen mitschuld an Parkinson? © Eraxion/ thinkstock
Angriff aufs eigene Gehirn: Möglicherweise steckt hinter der Parkinson-Krankheit eine Autoimmunreaktion. Denn die Immunzellen betroffener Patienten greifen ein auf den Hirnzellen vorkommendes Protein an, wie nun eine Studie belegt. Diese fehlgeleiteten Angriffe könnten zumindest mitschuld am Niedergang der Hirnzellen bei Parkinson sein, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Sollte sich dies bestätigen, würde dies neue Diagnose- und Therapiewege eröffnen.

scinexx

Parkinson ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen – und bisher nicht heilbar. Zwar kann die tiefe Hirnstimulation die Symptome lindern, die fortschreitende Zerstörung der dopaminproduzierenden Hirnzellen kann aber bisher keine Therapie aufhalten.

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