Katholische Kirche: Das Kreuz mit der Keuschheit

In Westeuropa wollen immer weniger junge Männer Priester werden. Foto: AP
Es zeichnet sich eine wachsende Tendenz zur Wahlfreiheit für katholische Priester zwischen einem gottgefälligen Leben als lediger oder verheirateter Mann ab. Das erscheint nachvollziehbar, aber Rom hält sich bedeckt.
 

Von Reinhold Michels | RP ONLINE

Es gibt Menschen, die es nicht allesamt gut meinen mit der Römischen Weltkirche und die dennoch auffallend engagiert so tun, als wende sich erst dann alles zum Besten, wenn sich die Papst-Kirche nach weltlich-demokratischem Vorbild reformiert. Aus dieser Perspektive hieße das: Bischöfe sollten vom Kirchenvolk gewählt werden, die Pflicht zur Ehelosigkeit katholischer Priester (Zölibat) gehöre abgeschafft, auch Priesterinnen müssten wegen des Gleichheitsgrundsatzes an die Altäre. Es fehlt nicht viel, und bestimmte kirchenkritische Kreise rufen nach einer Gleichstellungsbeauftragten im Vatikan.

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SETI Telescopes Are Investigating a Weird Radio Signal from a Sunlike Star

Artist's render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
An unusual radio signal from a Sunlike star has prompted alien hunters to take a closer look at the system, located just 94 light years away.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The 11 gigahertz radio burst, lasting two seconds, was picked up on May 15, 2015 by the RATAN-600 radio telescope in Zelenchukskaya, Russia, and was kept under wraps for well over a year. Until now.

Over the weekend, interstellar spaceflight expert Paul Gilster broke the news that a team led by astronomer Nicolai Bursov of the Special Astrophysical Observatory—and including famed Search for Extraterrestrial Intelligence (SETI) astronomer Claudio Maccone—has been analyzing the signal, and will be presenting findings at the 67th International Astronautical Congress in Guadalajara, Mexico, on September 27.

“No one is claiming that this is the work of an extraterrestrial civilization,” Gilster cautioned, “but it is certainly worth further study.”

To that end, SETI has trained both its Allen Telescope Array in California and the Boquete Optical SETI Observatory in Panama toward the star, named HD 164595, which is within 100 light years of Earth, in the constellation Hercules—a cosmic stone’s throw away.

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Flucht ins „Freiluftgefängnis“ Gazastreifen

Bild: (c) REUTERS (SUHAIB SALEM)
Jeder zweite Palästinenser will Gaza nur schnell verlassen. Für den syrischen Koch Warif Hamedo bot die Hamas-Hochburg indessen ein Asyl vor dem Krieg in der Heimat.
 

Von Susanne Knaul | Die Presse.com

Seit drei Jahren lebt Warif Hamedo im Gazastreifen, mittlerweile ist er bekannt wie ein bunter Hund. „Die Leute mochten mich, und ich mochte sie“, sagt der rothaarige Flüchtlinge aus Aleppo, der auf der Straße von Fremden angesprochen wird und Hände schütteln muss. „Ich habe mich gleich wie zu Hause gefühlt.“ Schon die Luft auf palästinensischer Seite sei viel frischer gewesen als in Kairo. „Ich roch das Meer und ging an den Strand, wo es genauso aussieht wie bei uns in Syrien.“

Vom Krieg in den Krieg

Jeder zweite Palästinenser wünscht sich laut Meinungsumfragen den belagerten Küstenstreifen, der unter seinen Bewohnern als größtes Freiluftgefängnis weltweit gilt, nur schnell zu verlassen. Die Menschen kämpfen mit hoher Arbeitslosigkeit, Armut, mit dem totalitären Regime der islamistischen Hamas und der steten Bedrohung militanter Auseinandersetzungen. Im Vergleich zur Hölle des Bürgerkriegs in der Heimat erscheint der Gazastreifen den Flüchtlingen dennoch als sicherer Zufluchtsort. Rund 50 Familien leben hier endlich in Sicherheit, viele von ihnen in Armut. Die meisten sind gemischte syrisch-palästinensische Familien.

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Daniel Dennett: Much of philosophy today is “self-indulgent”

Snapshot : The Four Horsemen, RDF, Bild: brightsblog
Snapshot : The Four Horsemen, RDF, Bild: brightsblog
Daniel Dennett’s philosophical achievements cannot be neatly summarized. To some, he’s familiar as one of the four horsemen of new atheism, alongside Christopher Hitchens, Richard Dawkins and Sam Harris.

By Olivia Goldhill | QUARTZ

He’s known for his focus on Darwinism, and applying the evolutionary theory to ideas and cultural development. And he’s one of the greatest living philosophers of the mind, arguing that consciousness requires no magic other than the physical mechanics of the brain, that similarly complex robots would be equally conscious, and that the “self,” or ego, does not exist.

But Dennett, who spoke at this year’s Association of the Scientific Study of Consciousness conference in Buenos Aires, is unimpressed with many of his contemporaries in philosophy.

“A great deal of philosophy doesn’t really deserve much of a place of the world,” he says. “Philosophy in some quarters has become self-indulgent, clever play in a vacuum that’s not dealing of problems of any intrinsic interest.”

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Auf diese Weise kam Urmensch Lucy ums Leben

Urmensch Lucy starb wohl nach einem schweren Sturz © picture alliance/Sergi Reboredo
Forscher haben die Todesursache des Urmenschen Lucy rekonstruiert: Demnach erlag sie schwersten Verletzungen, die sie sich bei einem Unfall zugezogen hatte.

stern.de

Der berühmte Vormensch Lucy starb vermutlich durch einen Sturz von einem Baum. An ihren fossilen Überresten fanden Wissenschaftler mehrere Knochenbrüche, die große Ähnlichkeit mit solchen Verletzungen zeigen, die Menschen bei Stürzen aus großer Höhe erleiden. Die Forscher interpretieren dies als Hinweis darauf, dass Lucy wie alle Angehörigen der Art Australopithecus afarensis in Bäumen lebte – eine Frage, die unter Fachleuten bisher umstritten ist. Sie stellen ihre Studie im Fachblatt „Nature“ vor.

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Here’s How Google Deep Dream Generates Those Trippy Images

You might know Google Deep Dream from the trippy, layered images it produces—some are like a digital cross between Dali and Van Gogh on acid. The Deep Dream Generator is a computer vision platform that allows users to input photos into the program and transform them through an artificial intelligence algorithm. This video by Computerphile, an educational Youtube channel about videos, explains just how Deep Dream works.

By Madison Margolin | MOTHERBOARD

The platform uses convolutional neural networks—a machine term for a forward-fed artificial neural network where neuron connectivity patterns respond to overlapping regions in the visual field—in order to enhance photo patterns with surreal effects.

In simple terms, many levels of neural networks process the images input into the program. The artificial neurons are calculated and the weight of their sum processed through the roughly three layered network: low, intermediate, and high level layers. The lower levels are responsible for more basic edges, corners, and textures. By maximizing those levels, the picture would end up looking more like a Van Gogh. The higher levels are responsible for more detailed, hierarchical input like buildings and other elaborate objects. When the higher levels are maximized, the picture looks more like a jumbled Dali.

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Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes

Erzbischof Michael von Faulhaber als Bayerischer Feldpropst
Erzbischof Michael von Faulhaber als Bayerischer Feldpropst. Bild:M.Buchberger/PD

Die Kanonen des Krieges sind Sprachrohre der rufenden Gnade Gottes.
Krieg ist der Triumph der sittlichen Weltordnung.
Michael Kardinal v. Faulhaber, Erzbischof von München und Freising

Kritik an französischer Polemik: Deutsche Katholiken antworten in einem Sammelband 1916 auf Angriffe von jenseits des Rheins.
 

Von Felix Dirsch | Die Tagespost

Dass der Erste Weltkrieg auch und sehr massiv ein Weltanschauungskrieg war, daran dürfte niemand zweifeln. Bereits der Kampf um die „Ideen von 1914“ war Ausdruck eines besonders unter deutschen Intellektuellen verbreiteten Wunsches, eine ideenpolitische Grundlage für das große Ringen zu finden.

Weniger bekannt als diese Debatte ist hingegen der Streit um den angeblichen Krieg deutscher Protestanten gegen das katholische Frankreich – eine Polemik, die westlich des Rheins 1915 (zuerst in Form von Zeitungsartikeln) begonnen hatte. Später erschien die Streitschrift „La Guerre Allemande et le Catholicisme“. Das Werk wurde von einem Komitee herausgegeben, dem zwei Kardinäle und neun Erzbischöfe angehörten. Auf diese Weise hatte es quasi offiziösen Charakter erhalten. Der grundsätzlich international ausgerichtete Katholizismus bekam das gleiche Problem wie die jeweiligen sozialistischen Gruppierungen in beiden Ländern. Man wollte Teil der Nation sein und stellte völkerverbindendes Glaubensgut angesichts der aktuellen Situation zurück. Parteibildungen sollten im Sinne der Einheit der jeweiligen Nation vermieden werden.

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Der grösste Download der Welt kommt aus Genf

Bild: LHC Genf
Bild: LHC Genf
Das CERN in Genf scheint sich um einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde zu bewerben: Die Wissenschaftler bieten Daten eines Teilchenbeschleunigers zum Download an. Dateigrösse: 300’000 Gigabyte.

bluewin.ch

Nun kann man von zu Hause aus die Geheimnisse des Universums ergründen. Alles, was sie dafür brauchen, sind 300 Terabyte (300’000 Gigabyte) freien Speicherplatz. Denn so gross sind die Daten der Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC), die das Genfer Kernforschungszentrum CERN nun zum kostenlosen Download bereit gestellt hat. Für den kolossalen Download benötigt man sehr viele Festplatten und auch eine superschnelle Internetverbindung. Zum Vergleich: Ein aktueller iMac ist mit einem Terabyte ausgestattet, für die CERN-Datei wären also 300 Exemplare nötig.

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Superfood Blunzn

Stillleben mit Blutwurst. Italien, 17. Jahrhundert 1 2
Seit einigen Jahren kommen Lebensmitteln mit dem Begriff „Superfood“ in Mode. Mit diesem Begriff soll ausgedrückt werden, dass ein Nahrungsmittel Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine erhält, die nicht in jedem Produkt reichlich vorkommen.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Als Superfood wurde zum Beispiel der vorher in den USA und Europa kaum bekannte südamerikanische Getreideersatz Quinoa und die vorher nur in Mexiko verwendeten Chia-Körner verkauft. Quinoa enthält unter anderem Proteine, ungesättigten Fettsäuren,Vitamin B2, Magnesium, Kalium, Zink und Eisen, Magnesium und Mangan; Chia Vitamin A, Niacin, Thiamin, Riboflavin, Folsäure, Kalzium, Phosphor, Kalium, Zink und Kupfer. All diese Inhaltsstoffe kann man sich zwar auch über andere – kostengünstigere – Lebensmittel zuführen, aber dieser bringen keinen Distinktionsgewinn (vgl. Essen als Distinktionsinstrument).

Nun hat man ein Lebensmittel als Superfood entdeckt, das zwar nicht in den USA, aber doch in fast allen anderen Gegenden der Welt (außer dem islamischen Raum) früher recht verbreitet war und dann in Vergessenheit geriet: Die Blutwurst, die in verschiedenen Zubereitungsweisen nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern Bestandteil der traditionellen Küche ist: In England heißt das Gericht Black Pudding, in Frankreich Boudin Noir, in Italien Sanguinaccio, in Rumänien Ssângerete, in Spanien Morcilla, in Finnland Mustamakkara, in Russland Krovyanaya Kolbasa, in China Hóng Dòufǔ (wörtlich übersetzt: „Roter Tofu“), in Thailand Sai Krok Lueat, in Korea Soondae und in Ostafrika Mutura.

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Transformation statt Umbruch

Volker Leppin Die fremde Reformation Verlag: C.H.Beck, München 2016 ISBN: 9783406690815
Volker Leppin
Die fremde Reformation
Verlag: C.H.Beck, München 2016
ISBN: 9783406690815

„Ein Großer der Geschichte fällt nicht zwangsläufig vom Himmel, sondern ist stets ein Kind seiner Zeit, unter deren Einflüssen er steht.“ Ausgehend von diesem Satz des französischen Historikers Jacques Le Goff (1924-2014) begibt sich der Tübinger Kirchenhistoriker Volker Leppin auf die Suche nach den theologischen Wurzeln Martin Luthers.

Von Theodor Kissel | Spektrum.de

Im Gegensatz zu vielen anderen Darstellungen über die Reformation stellt Leppin seinen Protagonisten in die mystische Tradition des Spätmittelalters und zeigt auf, wo dessen Ideen herkamen, wie sie sich entwickelten und formten. Luther, so die Kernaussage des Buchs, musste nichts neu erfinden, sondern nur Vorhandenes neu denken. Denn Forderungen nach einer grundlegenden Reform der katholischen Kirche „an Haupt und Gliedern“ gab es schon lange vor dem Wittenberger Reformator.

Der Autor erzählt gut und mit der lockeren Souveränität dessen, der seine Materie beherrscht. Quellennah und auf aktuellem Forschungsstand legt er überzeugend dar, wie Luther aus der spätmittelalterlichen Frömmigkeitstheologie das reformatorische Denken entwickelte und daraus Impulse bezog, um Kirche und Gesellschaft zu ändern.

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4D Printed Objects Remember Their Shapes

Image: MIT
A team of researchers from MIT and Singapore University of Technology and Design have leveraged a novel form of 3D-printing to create objects that can be twisted and stretched almost beyond recognition, yet when heated to a certain temperature return to their original shape.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

As the researchers detailed last week in Scientific Reports, their shape-memory objects could see a variety of applications outside the lab, including drug capsules that are triggered to release their contents when an infection is detected and solar panels that follow the sun.

“We ultimately want to use body temperature as a trigger,” said Nicholas X. Fang, an associate professor of mechanical engineering at MIT. “If we can design these polymers properly, we may be able to form a drug delivery device that will only release medicine at the sign of a fever.”

To make this happen, the researchers made use of a cutting-edge 3D printing technique called microstereolithography, which uses light to print on ultra-thin layers of resin.

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Our Nearest Star Has a Planet, and These Are the Ways It Could Be Habitable

A potentially habitable planet revolves around Proxima | Hubble ESA / Flickr
A couple years ago, I was part of the team that discovered the first Earth-sized planet, Kepler-186f, rotating comfortably in its star’s “habitable zone,” where water can be liquid. Its sun, Kepler 186, is faint and far away from us—and a little colder than we’d like if we were to settle there—but it does have the potential for life. Nevertheless, Kepler 186f, please see yourself off the “best candidate habitable worlds” shelf.

By Sean Raymond | NAUTILUS

And the same goes for you, Kepler-62f, Gliese 667Cc, and Kepler-452b. Sure, you are all fascinating planets, but there’s something not quite ideal about each of you: Either your host star is so faint that we won’t be able to learn more about you for decades, or you’re quite a bit larger than Earth, and we’re not sure you are a true rocky planet—for all we know, you could be a masquerading “mini-Neptune.” So move aside! There’s a new standard in town, and its name is Proxima b. This planet has just about everything we’d want in Earth 2.0: It’s just a speck bigger, with only about 30 percent more mass than Earth (or slightly higher, depending on its orbital geometry); it’s almost certainly a genuine rocky planet; and it orbits smack in its star’s habitable zone.

The best part, though, is that Proxima, the planet’s star, is right next door, just 4.3 light-years away (130 times closer than Kepler 186f), the single closest star to our sun. Astronomers across the globe are drooling. We’ll be able to take actual pictures of it, to search for clues of life, within a decade. The European Extremely Large Telescope, a 39-meter behemoth under construction in Chile, should see its first light in 2024. The telescope will be able to directly image Proxima b and see it as a separate object—we won’t have to infer the planet’s presence indirectly (which is how the planet was discovered). This will grant astronomers the tantalizing opportunity to directly probe Proxima b’s atmosphere and surface. We will be able to search for signs of water and even signs of (surface) life.

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Mittelalterliche „Judensau“: Wittenberger Streit

Mahnmal gegen die mittelalterliche „Judensau“, ein Schmäh- u. Spottbild auf die Juden, an der Stadtkirche St. Marien in der Lutherstadt Wittenberg. Foto: © epd-bild / Norbert Neetz
Ein Londoner Theologe fordert, das „Judensau“-Relief an der Stadtkirche zu entfernen und nur in einem Museum zu zeigen.
 

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Seit 700 Jahren findet sich an der Wittenberger Kirche St. Marien ein Sandsteinrelief. Es ist ein Spottbild, eine „Judensau“: Man sieht eine Sau, an deren Zitzen eine Schar Menschen säugen; sie tragen Spitzhüte und sind so als Juden gekennzeichnet. Hinter der Sau ist ein Rabbiner zu erkennen, der den Schwanz und eines der Hinterbeine der Sau hebt, um ihr in den Anus zu schauen.

Das ist unzweifelhaft eine antisemitische Karikatur: Juden im intimen Kontakt mit jenem Tier, das in der Thora als unrein gilt. 1570 wurde zudem die Inschrift „Rabini Schem Ha Mphoras“ hinzugefügt. Sie spielt auf eine Buchstabenspekulation der Kabbala an und gilt als Name Gottes. Martin Luther, der in der Stadtkirche predigte, hat in einer seiner antisemitischen Schriften von 1543 darauf Bezug genommen und die Karikatur indirekt verteidigt.

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Was ist Zeit?

Truls Wyller Was ist Zeit? Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs Verlag: C.H.Beck, München 2016 ISBN: 9783406690815
Truls Wyller
Was ist Zeit?
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
Verlag: C.H.Beck, München 2016
ISBN: 9783406690815

Was die Zeit ist? Was soll die Frage, könnten Physiker antworten – ich schaue auf die Uhr und sage dir, wie spät es ist, dann weißt du die Zeit.

Von Michael Springer | Spektrum.de

Aber so einfach wird man mit dem Problem nicht fertig. Wie Truls Wyller, Philosophieprofessor an der Universität Trondheim in Norwegen, in seinem ansprechenden kleinen Buch demonstriert, hat der Zeitbegriff viele Aspekte. Wenn wir uns an frühere Phasen des eigenen Lebens erinnern, erfahren wir biografische Zeit. Historiker erforschen Zeugnisse früherer Menschheitsepochen – und finden in der Vergangenheit Indizien für eine Geschichte der Zeit selbst. Als es noch keine Uhren gab, zählten Ackerbauer und Viehzüchter die Tage und Nächte und verfolgten den Wandel der Jahreszeiten, woraus sie zyklische Zeitvorstellungen entwickelten. Erst seit präzise Geräte immer und überall Datum und Uhrzeit angeben, verschwindet die erlebte Zeit hinter der Auskunft, wie spät es ist.

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Flucht zum Übervater Atatürk

foto: picturedesk / interfoto / friedrich Umstrittener Modernisierer: Kemal Atatürk (1881-1938)

Für viele Türken ist ihr Land aus den Fugen. Sie klammern sich wieder an die Figur des Republikgründers Kemal Atatürk.

Von Markus Bernath | derStandard.at

Man kann ihn nicht verhaften lassen, auch nicht aus dem Programm nehmen oder sein Unternehmen zwangsverstaatlichen und dann an Parteifreunde verscherbeln. Es gibt ihn ja nicht mehr. Er hat keine Wohnadresse und kein Bankkonto. Und doch ist Kemal Atatürk allgegenwärtig in seinem Land.

Für viele ist das jetzt ein ungeheurer Trost. Die letzte Planke, an die sie sich klammern, während die Türkei nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli in Richtung einer gewählten, zivilen Diktatur russischer oder zentralasiatischer Machart davonzuschwimmen scheint, angetrieben von Tayyip Erdogan, der nun mit der noch größeren Machtfülle des Ausnahmezustands regiert. Atatürk ist die Rettung. Oder so wollen zumindest jene glauben, die es nun mit der Angst zu tun bekommen.

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There’s a Huge Geological Structure Hiding Behind the Great Barrier Reef

Great Barrier Reef, Steve Parish/flickr/CC BY 2.0
Great Barrier Reef, Steve Parish/flickr/CC BY 2.0
A team of Aussie researchers has discovered an enormous reef behind the Great Barrier Reef which had been “hiding in plain sight” for decades.

By Daniel Oberhaus | MOTERBOARD

As the researchers detailed in a paper published this week in Coral Reefs, high-resolution seafloor maps created by Navy aircraft revealed a massive field of donut-shaped mounds. Each were between 600 to 1000 feet across, and some were 30 meters deep, according to data provided by the Royal Australian Navy.

“We’ve known about these geological structures in the northern Great Barrier Reef since the 1970s and 80s, but never before has the true nature of their shape, size and vast scale been revealed,” said Robin Beaman, a marine geologist at Australia’s James Cook University. “The deeper seafloor behind the familiar coral reefs amazed us.”

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Ex-Muslime: „Höre ich ,Allahu Akbar‘, bekomme ich eine solche Wut“

Mina Ahadi und Udo Ulfkotte demonstrieren mit KIK gegen Islamkritik unautorisierter Bürger
Mina Ahadi und Udo Ulfkotte demonstrieren mit KIK gegen Islamkritik unautorisierter Bürger
Der Zentralrat der Ex-Muslime warnt vor der Islamisierung in Deutschland. Die Vorsitzende Mina Ahadi beklagt zu große Rücksicht von „Multikulturalisten“. Von der AfD distanziert sie sich aber scharf.

Von Kristian Frigelj | DIE WELT

Mina Ahadi hat einen Hilferuf von einem Flüchtling bekommen. Sie kennt solche E-Mails schon. Diesmal beschreibt ein Iraner die Zustände in einem Flüchtlingsheim in Frankfurt am Main. „Ich habe Angst vor diesen Islamisten, und manchmal denke ich, die könnten mich enthaupten und umbringen. Ich komme selten aus meinem Zimmer raus. Vielleicht ist es lächerlich, aber ich habe das Gefühl, hier ist eine islamische Regierung“, schreibt der Mann.

Ahadi hat seine Worte aus dem Persischen ins Deutsche übersetzt. Für sie ist das keine ungewöhnliche Nachricht. „Es gibt Konflikte in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften zwischen Ex-Muslimen und Islamisten. Es kommen Opfer und Täter zusammen“, erzählt die 60-Jährige. Die gebürtige Iranerin Ahadi ist Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland. Der Verein hat nach eigenen Angaben etwa 400 Mitglieder und finanziert sich über Spenden.

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Mohammed war ein Mann der Politik und des Schwerts

© Reuters Minarette der Mohammed-Moschee in Medina
Mekka gegen Medina: Der Islam braucht eine Reformation, die seine fatalen politischen Ausprägungen unterbindet.

Von Abdel-Hakim Ourghi | Frankfurter Allgemeine

Den Muslimen wird immer wieder vorgeworfen, dass der Islam eine rückwärtsgewandte, wissenschaftsfeindliche und mittelalterliche Religion sei. Mit Recht, wenn man die gegenwärtige Situation der islamischen Welt in Bezug zum wissenschaftlichen und technischen Fortschritt setzt. Ein Exkurs in die Geschichte der islamischen Wissenschaft zeigt jedoch, dass dies nicht immer der Fall war. Zwischen dem neunten und dem dreizehnten Jahrhundert erlebte die islamische Wissenschaft in einigen Kulturzentren wie Bagdad und Cordoba eine Blütezeit. Während des Abbasiden-Kalifats (750-1258) gelang es den muslimischen Gelehrten anhand der Übersetzungen des griechischen Erbes ins Arabische Wissensgebiete wie Mathematik, Medizin, Chemie und Astronomie zu revolutionieren.

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NASA’s New Self-Learning AI Could Save First Responders

Image: Pixebay/MOTHERBOARD
Image: Pixabay/MOTHERBOARD
NASA scientists are engineering a form of artificial intelligence (AI) that they hope will help firefighters and other first responders escape dangerous situations. Set to launch next year, the system will help first responders through unpredictable fires and chemical leaks by giving them advice based on machine learning of past emergencies.

By Brad Bergan | MOTHERBOARD

The new system—called AUDREY—the Assistant for Understanding Data through Reasoning, Extraction and sYnthesis—is designed to be distributed to individual firefighters so it can collect a precise network of data directly from the field, and learn from that data for next time. No emergency is the same, which means first responders have to rely on extensive training and experience to stay safe in dangerous conditions that can change rapidly. The AUDREY system hopes to use distributed data collection and machine learning to better inform first responders about the situation at hand.

The AI system is under joint development by the Department of Homeland Security, which funded the project, and NASA’s Jet Propulsion Laboratory. It can analyze data and respond to human queries on demand, said Mark James, a supervisor and scientist at the lab. And it will communicate with those assigned to other first responders on the scene, creating a mesh network of AIs comprised of the police, firefighters and EMT.

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Richard Dawkins über die Unwahrscheinlichkeit Gottes

Bild: RDF
Wie entstand die Komplexität und Vielfalt des Lebens? Warum erweckt es den Anschein von Design? Auf diese und andere Fragen gibt Richard Dawkins Antworten.

Von Richard Dawkins | Richard Dawkins-Foundation

Vieles von dem, was Menschen tun, tun sie im Namen Gottes. Iren sprengen sich in seinem Namen gegenseitig in die Luft. Araber sprengen sich in seinem Namen selbst in die Luft. Imame und Ayatollahs unterdrücken in seinem Namen Frauen. Jüdische Schächter schneiden in seinem Namen lebenden Tieren die Kehle durch. Die religiösen Errungenschaften der Vergangenheit – blutige Kreuzzüge, folternde Inquisitionen, massenmordende Konquistadoren, Kultur-zerstörende Missionare, rechtlich durchgesetzter Widerstand gegen jedes neue Stück wissenschaftlicher Wahrheit bis zum letzten Augenblick – sind sogar noch beeindruckender. Und wozu war all das gut? Ich denke, es wird immer klarer, dass die Antwort lautet: Für absolut gar nichts. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass irgendein Gott jemals existiert hat und gute Gründe für die Annahme, dass Götter nicht existieren und nie existiert haben. Es war alles eine riesige Zeitverschwendung und eine riesige Verschwendung von Menschenleben. Es wäre ein Witz kosmischen Ausmaßes, wenn es nicht so tragisch wäre.

Warum glauben Menschen an Gott? Für die meisten Menschen ist der Grund noch immer eine Variante des alten Arguments vom Design. Wir sehen um uns herum die Schönheit und Komplexität der Welt – der aerodynamische Flügelschlag einer Schwalbe, die Zartheit der Blumen und der Schmetterlinge, die sie bestäuben; durch ein Mikroskop beobachten wir das Gewimmel des Lebens in jedem Tropfen und Tümpel Wasser, durch ein Teleskop machen wir die Baumkrone eines gigantischen Mammutbaums aus. Wir denken über die elektronische Komplexität und die optische Perfektion unserer Augen nach, mit denen wir das alles sehen. Haben wir auch nur die geringste Vorstellungskraft, löst all dies bei uns ein Empfinden der Ehrfurcht und der Andacht aus. Uns fällt die offenkundige Ähnlichkeit lebender Organe mit den sorgfältig geplanten Entwürfen menschlicher Ingenieure ins Auge.

Die Uhrmacher-Analogie des Priesters William Paley aus dem 18. Jahrhundert ist der berühmteste Ausdruck dieses Arguments für die Existenz Gottes. Selbst, wenn man nicht wüsste, was eine Uhr ist, müsste einen der offensichtliche Design-Charakter ihrer Zahnräder und Federn zu der Schlussfolgerung nötigen, „dass die Uhr einen Uhrmacher gehabt haben muss; dass es zu einer bestimmten Zeit an dem einen oder anderen Ort einen Handwerker oder mehrere Handwerker gegeben haben muss, dass der Macher die Uhr zu dem Zweck entwickelte, zu dem sie uns heute dient; dass er ihren Aufbau verstanden hat und dass er ihre Bestimmung festlegte.“ Falls dies schon auf eine simple Uhr zutrifft, wie viel wahrer muss es dann für das Auge, das Ohr, für die Lunge, für das Ellbogengelenk, für das Gehirn sein? Diese schönen, komplexen, verzwickten und offensichtlich zu einem Zweck gebauten Strukturen müssen ihren eigenen Designer, ihren eigenen Uhrmacher gehabt haben – Gott.

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