Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Protest gegen Sperrmauer: Soldaten schießen mit Tränengas

Einwohner von Beit Jala und umliegenden Dörfern protestieren gegen den Bau der Mauer im Cremisan-Tal am 23.08.2015. Bild: cremisan.de
Bei Protesten gegen den Bau der Sperrmauer in Israel ist es zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften zu Ausschreitungen gekommen. Die Soldaten hätten ohne Vorwarnung Tränengas in die Menge geschossen, berichteten Augenzeugen am Sonntag. Katholiken aus Beit Dschalla unweit von Bethlehem hatten zu einem Gebet für Frieden und gegen den von Israel geplanten Mauerbau im Cremisan-Tal aufgerufen.

kathweb

Anfang Juli hatte Israels Oberstes Gericht den Bau der Sperrmauer auf privatem Land bei Beit Dschalla gestattet. Damit korrigierte das Gericht ein eigenes Urteil vom April, das die geplante Mauerführung als unzulässig bewertet hatte. Eine weiteres Urteil steht aus. Von der Sperranlage betroffen sind neben 58 christlichen Familien zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens.

Jerusalems katholischer Alt-Patriarch Michel Sabbah rief laut Augenzeugenberichten die palästinensische Führung vor den Protesten zu einer gewaltfreien “Intifada des Geistes” auf. Die Demonstranten forderte der Palästinenser zu einem “Friedensmarsch ohne Kugeln und Steine” auf.

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Barockkirche in Berlin-Mitte: Die Parochialkirche bekommt neue Glocken und einen Turm

Pachorialkirche Berlin, Bild: yelp.de

Die Parochialkirche im Klosterviertel erhält jetzt ihren Turm zurück. Der war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Die Barockkirche ist mittlerweile mehr als 300 Jahre alt, doch berühmt ist sie wegen etwas anderem.

Von Uwe Aulich|Berliner Zeitung

Das Holzpodest sieht massiv aus, es ist fast einen halben Meter hoch. Gezimmert wurde es jetzt auf der Klosterstraße in Mitte direkt vor der Parochialkirche. Und es soll einem ganz speziellen Zweck dienen: Auf der Holzplattform wird in den nächsten Monaten die Stahlkonstruktion für den neuen Turm der Parochialkirche montiert. „Es ist traumhaft, dass der Turm mit seinem einzigartigen Glockenspiel über 70 Jahre nach der Zerstörung jetzt neu errichtet werden kann“, sagt der Architekt Jochen Langeheinecke aus Werneuchen (Barnim).

Schon seit 1991 begleitet der Architekt die Rekonstruktion der über 300 Jahre alten Barockkirche. Der Turmstumpf ist wiederhergestellt, ebenso das Kirchenschiff und die helle Putzfassade. Auch für den Turm hat der Architekt die Planung erarbeitet, doch trotz vieler privater Spenden fehlte lange das Geld. „Ich verfolge über 20 Jahre die Idee für den Turm. Von Tag zu Tag wird nun alles klarer“, so Langeheinecke.

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Spitzbergen: Die nördlichste Kirche der Welt

Die Svalbard Kirke am Rande von Longyearbyen auf Spitzbergen (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
In Longyearbyen auf Spitzbergen hat sich eine verschworene Gemeinschaft aus Seeleuten, Wissenschaftlern, Minenarbeitern, Verwaltungsangestellten und Künstlern aus aller Herren Länder zusammengefunden. Hier steht auch die nördlichste Kirche der Welt, sie ist offen für alle christlichen Konfessionen.
 

Von Harald Brandt|Deutschlandfunk

78°13’32” Nord. Longyearbyen, Spitzbergen. Die Norweger nennen die Inselgruppe in der nördlichen Barentssee Svalbard, “kühle Küste”.

In der kleinen Kirche im ältesten Ortsteil von Longyearbyen hat Pfarrer Leif Magne Helgesen gerade ein Kind getauft und zum Abschluss des Gottesdiensts singt er mit den beiden anderen Mitgliedern des Svalbard Kirkes Trio ein Lied. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindesaal, der sich wie ein gemütliches Wohnzimmer direkt an den Kirchenraum anschließt. Die Kirche ist immer offen, auch wer um drei Uhr morgens hier beten, meditieren oder einfach nur in Ruhe am Kamin sitzen und ein Buch lesen will, kann das tun.

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Im Osten rangiert der Glaube unter ‚ferner liefen‘

Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, sorge dich nicht, erfreu dich an deinem Leben
Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, sorge dich nicht, erfreu dich an deinem Leben
Soziologin: Die meisten Konfessionslosen sind „voll distanzierte Atheisten“.

kath.net

Das östliche Bundesgebiet gilt als eines der am stärksten verweltlichten Gebiete der Welt. Der Anteil der Konfessionslosen an den rund 14 Millionen Einwohnern nähert sich der 80-Prozent-Marke. Die meisten sind bereits in der zweiten Generation konfessionslos.

Etwa 58 Prozent von ihnen können als „voll distanzierte Atheisten“ gekennzeichnet werden; sie lehnen jegliche Religion als irrational ab. Etwa ein Viertel (23 Prozent) gelten als „normale Konfessionslose“. Ihnen ist jede Form von Religion fremd; sie halten die Beschäftigung mit Glaubensfragen für überflüssig. Das berichtet die Referentin für empirische Kirchen- und Religionssoziologie im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens (Hannover).

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Voreingenommen, ohne es zu merken

Mahzarin Banaji, Anthony Greenwald Vor-Urteile Aus dem Englischen von Enrico Heinemann Verlag: dtv, München 2015 ISBN: 9783423260718 16,90 €
Mahzarin Banaji, Anthony Greenwald
Vor-Urteile
Aus dem Englischen von Enrico Heinemann
Verlag: dtv, München 2015
ISBN: 9783423260718
16,90 €

Vorurteile sind eben Vor-Urteile. Ohne eine Person zu kennen, fällen wir in Sekundenbruchteilen ein Urteil über sie. Das kann dazu führen, dass wir bestimmte Menschen bevorzugen, obwohl wir so gut wie nichts über sie wissen.

Von Nicole Paschek|Spektrum.de

So zeigen bei Untersuchungen drei von vier Menschen eine Vorliebe für Weiße gegenüber Schwarzen – ganz unbewusst. Bedeutet das, dass sie Rassisten sind? Die Autoren des vorliegenden Buchs meinen entschieden: Nein! Trotzdem entstehe aus dieser Voreingenommenheit heraus eine Tendenz zu diskriminierendem Verhalten.

Ermittelt wurde dieses Ergebnis mit Hilfe des impliziten Assoziationstests (IAT), den die Autoren, beide Professoren für Psychologie, entwickelt haben. Dieser Test soll unbewusste Präferenzen messen. Zahlreiche US-Bürger (Banaji und Greenwald schreiben nicht genau, wie viele) haben an dem so genannten Rassen-IAT der Autoren teilgenommen, unter ihnen viele Schwarze. Dabei ergab sich unterm Strich die oben genannte Quote von 75 Prozent.

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The NSA Has Quantum Fever

Five qubit quantum circuit. Image: Martinis Group/UCSB
Five qubit quantum circuit. Image: Martinis Group/UCSB
Earlier this week, the NSA announced plans to make plans to transition to quantum-resistant algorithms—so much as they currently exist—while advising everyone else to starting planning to plan for the same. While quantum computers don’t really exist at useful scales, nor are they likely to in the very near future, their emergence at some point seems reasonably assured. And this will be very, very bad for encryption as we know it—where “bad” translates roughly to “completely destroy.”

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

At the moment, the NSA’s Information Assurance Directorate (IAD) uses Suite B algorithms for protecting classified and unclassified National Security Systems. This is a collection of four NIST-specified algorithms employed for such ends as digital signatures, message hashing, anonymous key agreement protocols, and symmetric encryption. The Suite B algorithms have been around since 2005 and are an open standard widely employedin the private sector via the Internet Engineering Task Force.

The agency now says it’s time to move on, with its most recently published guidance offering the following:

IAD will initiate a transition to quantum resistant algorithms in the not too distant future. Based on experience in deploying Suite B, we have determined to start planning and communicating early about the upcoming transition to quantum resistant algorithms. Our ultimate goal is to provide cost effective security against a potential quantum computer.

So, that’s probably a good thing. Every single digital security protocol suddenly failing at once would be less than ideal.

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Stoßkraft der Reformation

Heinrich Heine: Die Reformation war nicht nur ein Bruch mit der katholischen Kirche, sie ermöglichte selbständiges Denken und wissenschaftliche Forschung. Ölgemälde von Émile Delpérée (1850–1896): »Luther 1521 in Worms« aus dem Jahr 1878 Foto: Archiv/public domain
»Der Gedanke geht der That voraus, wie der Blitz dem Donner.« Diesen Kernsatz plazierte Heinrich Heine wirkungsbewusst an den Schluss seines vor nunmehr 180 Jahren geschriebenen Pamphlets »Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland«.

Von Martin Hundt|jW

Dabei steht die in Hegel gipfelnde klassische deutsche Philosophie für den Gedanken, eine künftige gründliche gesellschaftliche Revolution für die Tat: »Der Gedanke geht der That voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig, und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wisst: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. (…) Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte. Jetzt ist es freilich ziemlich still (…)«. Dennoch meinte Heine: Kant sei ein weit größerer Revolutionär als Robespierre gewesen.

Seinen ob solcher revolutionären Prophezeiungen gewiss schockierten Zeitgenossen – und ganz sicher nicht nur ihnen – leitete Heine auf rund 100 Seiten aus der Geschichte der deutschen Literatur (in der er Lessing besonders hervorhob) und vor allem aus der Geschichte der europäischen Philosophie (Spinoza!) mit tiefer Sachkenntnis ab: Es sei gerade die Reformation gewesen, die eine geistige Entwicklung in Bewegung setzte, gipfelnd in der klassischen deutschen Philosophie Kants, Fichtes und Hegels, die unerhörte Potentiale in sich berge.

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Mars-Experiment: Sechs Menschen leben ein Jahr in Isolation

Bild: (c) University of Hawaii
Drei Männer und drei Frauen ließen sich unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen.

Die Presse

Ein Jahr lang Wohnen auf engem Raum, wenig Kontakt zur Außenwelt und Dosenessen – dafür haben sich sechs Menschen aus den USA, Deutschland und Frankreich zur Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission entschlossen. Die Teilnehmer, drei Männer und drei Frauen, ließen sich am Freitag um 15.00 Uhr Ortszeit (Samstag 03.00 Uhr MESZ) unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen.

Ziel des Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist es, abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission zu simulieren.

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Antisemitismus: “Bekenntnisse der Kirchen reichen nicht aus”

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Israels Botschafter verlangt mehr Engagement gegen Antisemitismus

Domradio

Luther und die Juden – mit der antisemitischen Seite des Reformators befasst sich am Wochenende eine Tagung in Wittenberg. Der Schirmherr, Israels Botschafter in Deutschland, Hadas-Handelsman, spricht im KNA-Interview über das Verhältnis von Christen und Juden.

Katholische Nachrichten-Agentur: Herr Botschafter, am Wochenende findet in Wittenberg die Tagung “Reformation und Israel” statt. Sie sind Schirmherr. Wie kam das?

Yakov Hadas-Handelsman: Zwei Dinge kommen hier zusammen: Das Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 und die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren. Wir wollten beides verbinden. Papst Franziskus hat bereits vor zwei Jahren die Juden als “ältere Brüder” der Christen begrüßt. Ich denke, es war an der Zeit, eine Veranstaltung mit den Kirchen zusammen zu machen.

KNA: Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Beziehung zwischen Israel und den deutschen Kirchen?

Hadas-Handelsman: Die Beziehungen zwischen Judentum und Christentum waren aufgrund der Vergangenheit immer sensibel. Aber es gibt vieles, was in den vergangenen 50 Jahren zwischen Vertretern des Judentums und den Kirchen und auch zwischen Israel und dem Vatikan verwirklicht worden ist. Besonders Papst Franziskus setzt sich gegen Antisemitismus ein, wie aber auch schon einige Päpste vor ihm. Wenn es um Deutschland geht, gibt es aber immer diesen zusätzlichen Aspekt – den Holocaust, die Nazizeit. Das macht die Beziehung einzigartig. Und zur Vergangenheit gehören auch die deutschen Kirchen.

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Aufspießen oder Pfahl durch die Brust

physiologus.de/PD

Langsam und qualvoll starb der Gerichtete durch das Gewicht seines eigenen Körpers: Das Pfählen war eine grausame Todesstrafe. Doch es hat eine lange Tradition. In der Antike diente der Pfahl zum Aufspießen. In Mittelalter und Neuzeit hatte er offenbar einen anderen Zweck.

Von Marita Genesis|FOCUS ONLINE

  • Das Pfählen als Todesstrafe hat eine lange Tradition.
  • Gepfählte starben oft durch das eigene Körpergewicht, das sie zu Boden zog.
  • Im Mittelalter wurden Verurteilte gefesselt in einer Grube gelegt und anschließend gepfählt.

Die ältesten Hinweise auf die Strafe des Pfählens sind bereits im Codex Hammurapi (1728-1686 vor Christus) oder im ägyptischen Strafrecht des Königs Merenptha (1215-1209 vor Christus) zu finden. Letzterer beschreibt in einem Text das Pfählen von Feinden. Die dazugehörige Hieroglyphe und spätere Beschreibungen zeigen, dass die Henker den Delinquenten auf einem Pfahl festbanden. Der Bauch lag auf der Pfahlspitze.

Schließlich führte das eigene Körpergewicht dazu, dass der Pfahl sich langsam durch den Körper bohrte und so einen qualvollen langwierigen Tod herbeiführte. Die Strafe wurde öffentlich vollzogen. Neben der Demonstration von Macht sollte die Vorführung des Todeskampfs den damaligen Menschen die Lust auf Straftaten gründlich verderben.

Thousands of walruses again forced ashore by melting Arctic sea ice are still all the proof we need that the planet is in crisis

In this aerial photo taken on Sept. 23, 2014 and released by NOAA, some 1500 walrus are gather on the northwest coast of Alaska. Pacific walrus looking for places to rest in the absence of sea ice are coming to shore in record numbers, according to NOAA. (AP Photo/NOAA, Corey Accardo)
This year’s Alaska haul-out is the earliest on record
 

By Lindsay Abrams|Salon

They’re back.

In what just might become one of our loudest, annual reminders that climate change is still happening, and at a frightening pace, thousands of walruses have once again gathered ashore in Alaska because they have nowhere else to go.

The haul out, a result of extreme loss of ice in the Chukchi sea, on which the animals would typically rest and feed, made headlines last year when the National Oceanic and Atmospheric Administration released photos of a record 35,000 animals gathered ashore. This year, they were spotted by photographer Gary Braasch on August 23, making this, the U.S. Geological Survey confirmed, the earliest haul-out on record. (While haul-outs may have occurred in the past, the agency only began tracking them in 2007; they didn’t occur in 2008 or 2012.)

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Die SS-Morde von Poppenhausen – deutsche Schaulust

Gedenkstätte Buchenwald lenkt mit neuer Ausstellung den Blick auch auf NS-Verbrechen außerhalb des Konzentrationslagers

Von Thomas Bickelhaupt|evangelisch.de

Dem Buch mit dem roten Einband ist sein brisanter Inhalt nicht anzusehen: «Chronik der Pfarrei Autenhausen von 1914 an» steht auf dem Buchdeckel, an dem die Jahrzehnte sichtlich ihre Spuren hinterlassen haben. Im Frühjahr 2016 wird die Kirchenchronik als Leihgabe des Erzbistums Bamberg in die neue Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald kommen. Ein langer Eintrag vom Mai 1942 macht das Buch zu einem Dokument des Nazi-Terrors.

Dabei geht es nicht um das kleine fränkische Dorf Autenhausen bei Coburg, sondern um das Geschehen wenige Kilometer entfernt. Dort, auf Thüringer Seite, im Wald zwischen Poppenhausen und Einöd, wurden am 11. Mai 1942 im Auftrag der Gestapo 19 polnische KZ-Häftlinge und ein Zwangsarbeiter öffentlich gehenkt. Hunderte Menschen aus der Region kamen, um den nationalsozialistischen Willkürakt als grausames Massenspektakel zu erleben.

An den Schaugerüsten aufgehängt

«Ich fuhr hin, um zu versuchen, ob nicht irgendein priesterlicher Beistand möglich ist», schrieb der Pfarrer von Autenhausen in die Chronik. Ein Polizist habe ihm allerdings bereits unterwegs angekündigt, für eine Genehmigung bestünde wenig Aussicht. Der Weg zum Ort der Exekution sei «die reinste Wallfahrt» gewesen – mit geschätzten 500 bis 700 Schaulustigen, darunter auch Frauen und Mädchen. «Die ersten hängen schon!», hätten ihm einige «roh und gefühllos» zugerufen.

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Verstoß gegen das Standardmodell?

Leptonen-Spuren im LHCb-Detektor am CERN © CERN/ LHCb Collaboration
Zum zweiten Mal haben Physiker Hinweise auf einen Verstoß gegen das Standardmodell gefunden. Bei Kollisionen im Teilchenbeschleuniger LHC zerfielen zwei verschiedene Sorten von Leptonen nicht mit der gleichen Rate, obwohl die sogenannte Leptonen-Universalität des Standardmodells dies fordert. Noch reicht die Signifikanz der Abweichungen nicht für einen sicheren Beweis aus, aber den gleichen Effekt hat zuvor bereits ein US-Beschleuniger bei anderen Kollisionen gezeigt.

scinexx

Die Elektronen unserer Atome, aber auch kurzlebige Teilchen wie die Tau-Leptonen und die Myonen, gehören zu den Leptonen – Elementarteilchen, die wie Quarks und Bosonen die Grundbausteine der Materie bilden. Nach dem Standardmodell der Teilchenphysik müssten alle Leptonen auf die gleiche Weise mit den Grundkräften des Universums interagieren. Man bezeichnet dies auch als Lepton-Universalität.

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Zitronensäure schützt vor Noroviren

(Photos by Clark / Flickr / cc-by-nc-2.0)

Citrat bindet die ansteckenden Viren und verhindert die weitere Infektion. Das könnte die Zitrone als geeignetes Desinfektionsmittel prädestinieren.

Von Jennifer Lepies|Technology Review

Durch Zufall entdeckte Grant Hansman, dass Zitronensäure aus dem Chemikalienhandel Noroviren binden kann. Der Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg fragte sich: Kann das Hausmittel Infektionen vielleicht auch mit dem extrem ansteckenden Durchfall-Erreger verhindern? In einer neuen Veröffentlichung im Fachmagazin Virology erklären die Forscher um Hansman nun, dass genau dies der Fall ist: Die Säure der Zitrusfrucht reduziert die Infektionsfähigkeit der Viren. Sie könnte somit als gut verträgliches Desinfektionsmittel in Frage kommen.

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Wie sähe ein Tsunami im Mittelmeer aus?

Simulation der Flutwellen eines Tsunamis nach einem Erdbeben südwestlich von Kreta. © Samaras et al., Ocean Science, 2015 (CC-by-sa 3.0)
Land unter am Mittelmeer? Ein Computermodell zeigt, welche Folgen ein Tsunami in den Erdbebenregionen des Mittelmeeres haben würde. Die Küsten von Sizilien und Kreta sind demnach im Falle eines Seebebens von Überflutungen bedroht. Das Modell soll zukünftig bei der Vorbereitung auf katastrophale Tsunamis nach starken Erdbeben helfen, schreiben die Forscher im Fachjournal “Ocean Science”.
 

scinexx

Der Mittelmeerraum ist Erdbebenregion: Vor allem auf Sizilien und den griechischen Inseln bebt der Untergrund häufiger. Ursache ist der langsame Zusammenprall zweier großer tektonischer Platten: Die Afrikanische Platte schiebt sich stetig unter die Eurasische Platte. Im Mittelmeer entsteht dabei ein ganzes Netz von Verwerfungen und Grenzen, die noch nicht vollständig bekannt sind. Klar ist aber, dass es gelegentlich rumpelt – und manchmal kommt es auch zu ausgeprägten Starkbeben.

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NASA Is Fully Prepared to Watch the Oceans Swallow Earth

Scientists study melting ice sheets. Image: NASA/Goddard
Scientists study melting ice sheets. Image: NASA/Goddard
At this point, there is unanimous scientific consensus that sea levels are globally rising as a result of climate change. But how fast are oceans advancing? How much damage can rising sea levels do? And most importantly, what can we do to slow this literal tide?

By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

This week NASA addressed its approach to these questions, with particular emphasis on monitoring and responding to Earth’s rising oceans. Here’s the rundown of what the panelists said.

Sea levels are currently rising more rapidly than they were 50 years ago, at about three millimeters a year on average.

Michael Freilich, director of NASA’s Earth Science Division, pointed out that this trend has already disrupted millions of people, and will continue to pose significant problems for low-lying cities like Miami, San Francisco, and Tokyo.

A few millimeters may not seem like a lot, but when you consider the sheer volume of new water it represents around the world, the effects quickly add up. For example, rising seas have already intensified coastal flooding in the United States, and will wipe out entire island nations over the coming decades.

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„Recht auf Faulheit“: Warum sind wir so rastlos?

Im Sessel seiner Großmutter: Stephan Lessenich in seinem Münchner Büro Foto: Stuttgarter Zeitung.de
Der Soziologe Stephan Lessenich hat in München den Lehrstuhl von Ulrich Beck übernommen. Wie sein berühmter Vorgänger ist er überzeugt, dass sich die Soziologie mit Alltagsthemen befassen muss. Dazu gehört auch das „Recht auf Faulheit“.

Von Ulrike Frenkel|Stuttgarter Nachrichten.de

Eigentlich seltsam: noch sind vielerorts die Sommerferien im Gange, aber statt Freude zu spüren oder gar Jubelschreie zu vernehmen, werden auf vielen Medienkanälen Tipps verbreitet, wie man mit der freien Zeit klarkommen kann. Warum ist das so? „Wir brauchen inzwischen in allen Lebenslagen Ratgeber. Was die Urlaubszeit angeht, gibt es offensichtlich so hohe Erwartungen an das Entspannen, dass auch das noch unter ein Leistungspostulat gestellt wird. Man muss jetzt richtig entspannen, in kürzerer Zeit, schnell und genau die Seele baumeln lassen“, antwortet der Soziologe Stephan Lessenich. 2014 verfasste er für den Laika-Verlag das Vorwort zu einer Neuauflage von Paul Lafargues Streitschrift „Das Recht auf Faulheit“, eine Provokation nicht nur zur Entstehungszeit vor 130 Jahren, sondern auch noch heute.

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Das Hologramm auf dem Ereignishorizont

Schwarzes Loch: Gibt es doch eine Wiederkehr für eingesaugte Information? © Alain r/ CC-by-sa 2.5
Schwarzes Loch mit Wiederkehr? Nach Ansicht des Physikers Stephen Hawking kann Information aus einem Schwarzen Loch doch wieder zurückkommen – weil sie gar nicht vollständig in dessen Innerem verschwindet. Stattdessen bleibt am Ereignishorizont eine Art zweidimensionales Hologramm zurück, so die neue Theorie des Physikers. Mit der Hawking-Strahlung gelangt die Information dann wieder ins All – wenn auch in unleserlicher Form.
 

scinexx

Schwarze Löcher galten bisher als Ort ohne Wiederkehr: Haben Licht, Materie oder Information einmal den Ereignishorizont passiert, sind sie unwiderbringlich verloren. Diese gängige Annahme der klassischen Physik widerspricht jedoch der Quantenmechanik, nach der Information nie gänzlich verloren gehen kann. Wie sich beides vereinbaren lässt, darüber diskutieren Physiker daher schon seit Jahrzehnten.

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Nasa warnt vor extremem Anstieg des Meeresspiegels

klimawandel

Ein Szenario wie im Katastrophenfilm: Neuen Nasa-Daten zufolge sollen im kommenden Jahrhundert Florida, Tokio und Singapur im Meer versinken. Grund ist der Klimawandel – der schon jetzt messbar sei.

DIE WELT

Ein Anstieg des Meeresspiegels um mindestens einen Meter ist neuen Forschungsdaten zufolge in den kommenden 100 bis 200 Jahren unvermeidlich. Damit drohten niedrig gelegene Landstriche, darunter ganze Inselstaaten und Großstädte wie Tokio und Singapur, zu versinken, sagte der Leiter der Abteilung für Erderforschung der US-Weltraumbehörde Nasa, Michael Freilich, am Mittwoch in Miami.

“Mehr als 150 Millionen Menschen, die meisten von ihnen in Asien, leben maximal einen Meter oberhalb des gegenwärtigen Meeresspiegels”, führte der Wissenschaftler aus.

Freilich stellte neue Satellitendaten zu der Entwicklung des Meeresspiegels vor. Die Nasa und die französische Weltraumbehörde CNES hatten 1992 mit den Messungen aus dem All begonnen.

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Verschollener “Sparta-Palast” der Mykener gefunden?

Ein zeremonielles Trinkgefäß in Form eines Stierkopfes, entdeckt im Palast von Aghios Vassilios © Hellenic Ministry of Culture, Education and Religious Affairs
Spannender Fund: Archäologen haben auf dem Peleponnes Überreste einer großen mykenischen Palastanlage entdeckt. Neben Gebäuderuinen und zahlreichen kultischen Elfenbein, Ton- und Bronzeobjekten stießen sie auf ein ganzes Archiv von Tontafeln mit der mykenischen Linear B Schrift. Die Aufzeichnungen darauf sprechen für die große Bedeutung dieser Anlage – möglicherweise handelt es sich sogar um den verschollen geglaubten Palast von Sparta der Mykener.
 

scinexx

Die bronzezeitliche Hochkultur der Mykener beginnt etwa 1700 vor Christus auf dem nördlichen Peleponnes. Hier entstehen prachtvolle Paläste und Tempel, die Mykener treiben Fernhandel und entwickeln eine eigene Schrift, das sogenannte Linear B. Doch 1200 vor Christus geht die mykenische Kultur plötzlich unter. Marodierenden Seevölker greifen die Küstenstädte und Handelsflotten an, wahrscheinlich aber ging dem ein Klimawandel voraus, der viele Mittelmeerkulturen schwächte und den Niedergang beschleunigte.

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