Bischofskonferenz weist Kritik an Missbrauchs-Aufarbeitung zurück

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Im Herbst hatten die deutschen Bischöfe ihre Missbrauchsstudie vorgestellt. Ein halbes Jahr später spricht Studienleiter Harald Dreßing von mangelnder Aufarbeitung und einer fehlenden gemeinsamen Strategie. Die DBK zeigt sich von der Behauptung „überrascht“.

katholisch.de

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich gegen die Kritik an ihrer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs: „Den Vorwurf, es gebe keine gemeinsame Strategie, weisen wir zurück, weil das Gegenteil durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall ist“, sagte Sprecher Matthias Kopp am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Kritik des Leiters der Forschergruppe, die im Herbst eine wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorlegt hatte, „überrascht uns“, so Kopp weiter: „Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet.“ Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt hat, „der gezeigt hat: Die Bischöfe arbeiten gemeinsam an den Themen.“

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Ibiza-Affäre: Entlarvung der rechten Macht- und Medienpolitik

Am Donnerstag, den 16. 5., war die rechtskonservative Welt noch in Ordnung. Bild: Bundeskanzleramt Österreich
Wir starren nur auf die Bühne, gewählt werden aber die korrupten Machtpolitiker von den Bürgern, die meist als besorgte Bürger entschuldigt werden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Man traut Rechten und Rechtspopulisten so einiges zu. Das kommt auch daher, dass sie zwar vorgeben, Volkes Stimme zu sein, sie aber statt Demokratie und Rechtstaat eher mit einem autoritären System kokettieren. Dazu werden Führerfiguren geschaffen und inszeniert, die sich durch Radikalität bei Überschreitung von ethischen Prinzipien, Machtgeilheit, Narzissmus und Geschäftemachereien auszeichnen, die auch Korruption ermöglichen. Eine auffällige Eigenschaft ist auch, dass freie und vor allem kritische Medien und Intellektuelle nicht geschätzt werden. Die gelten als Lügenpresse, während man sich Medien zuwendet oder diese schafft, die nicht weniger einseitig, oft laut und kreischend wie die Galionsfiguren selbst sind, aber die die eigene Macht befördern.

Die Ibiza-Affäre, bei der der Vizekanzler Österreichs und FPÖ-Parteichef Heinz- Christian Strache und FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus in eine Falle durch eine angebliche reiche hübsche Russin gelockt wurden, entlarvt die rechten Machtspiele und -gelüste, die diejenigen vieler Systemparteien überbieten. Zum eigenen Vorteil ist man bereit, Gesetze zu umgeben und Korruption auf höchster Ebene zu begehen, aber sich auch die Berichterstattung zu kaufen. Man ahnt, dass die Vorwürfe gegenüber den nicht-rechten Medien als gesteuerte Lügenpresse auf die eigene Vorstellung zurückgehen, wie Medien für die eigenen Interessen instrumentalisiert werden sollen, indem Medien gekauft oder über ihre Besitzer politisch und personell gesteuert werden sollen.

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Forscher erschaffen Designer-Mikrobe mit vier Millionen Basenpaaren großem Erbgut

Die E. coli-Bakterien der Forscher besitzen ein am Computer generiertes Genom. © Christop Burgstedt/ istock
Künstliche Lebensform: Forscher haben E. coli-Bakterien mit einem neuen, künstlichen Genom ausgestattet. Das synthetische Erbgut besteht aus vier Millionen Basenpaaren und unterscheidet sich vom natürlichen Vorbild in mehr als 18.000 Positionen. Damit besitzen die neu geschaffenen Mikroben das größte künstliche Genom, das jemals einem Lebewesen eingesetzt wurde.

scinexx

Die Erschaffung künstlicher, maßgeschneiderter Lebensformen ist ein Traum vieler Gentechniker. Etliche Fortschritte in der synthetischen Biologie haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Wissenschaftler solchen „Designer-Organismen“ immer näherkommen.

Vier Millionen Basenpaare

Bereits 2010 gelang es dem Gentechnik-Pionier Craig Venter, das Erbgut eines Bakteriums synthetisch nachzubauen und lebenden Mikroben einzupflanzen. Seitdem haben Forscher unter anderem synthetische Chromosomen von Hefezellen konstruiert und sogar Bauanleitungen für ganz neue künstliche Bakterienarten am Computer entworfen.

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Missbrauch in der Kirche: Sind wirklich die Homosexuellen schuld?

Bild: © verkoka – stock.adobe.com
Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sind vor allem Jungen. Woran liegt das? Konservative sehen den Grund in der Homosexualität und belegen das mit teils abenteuerlichen Zahlenkonstruktionen. Doch so einfach ist es nicht, denn das Thema führt tief ins Gehirn.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Missbrauch in der Kirche ist ein männliches Problem: Die Täter sind Männer, die Opfer in der Regel Jungen. Mit einem Anteil von 63,8 Prozent sind sie deutlich überrepräsentiert, resümiert auch die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene MHG-Studie. In Reihen der Glaubenskongregation im Vatikan geht man weltweit sogar von mehr als 80 Prozent aus. Woran das liegt?

Für erzkonservative Kreise ist klar: Es sind homosexuelle Taten, die gleichgeschlechtliche Orientierung ist also das Problem. Und tatsächlich: Die MHG-Studie hat bei 19 Prozent der Täter Hinweise auf eine homosexuelle Orientierung gefunden. In Einzelinterviews lag sie noch deutlich höher. Der US-Theologe Timothy J. Dailey hat Zahlen wie diese zum Anlass für folgende These genommen: Es gibt prozentual deutlich mehr Übergriffe von Männern auf Jungen, als es Homosexuelle in der Gesellschaft gibt. Dass sie als Täter überrepräsentiert sind, nimmt Dailey dann zum Anlass für die Vermutung, dass Homosexuelle generell eher zum Kindesmissbrauch neigten.

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The Universe Probably ‚Remembers‘ Every Single Gravitational Wave

Gravitational waves may leave a lasting mark on the universe. (Image: © Shutterstock)
The universe might „remember“ gravitational waves long after they’ve passed.

By Rafi Letzter | SPACE.com

That’s the premise of a theoretical paper published April 25 in the journal Physical Review D. Gravitational waves, faint ripples in space and time that humanity has only in the past few years managed to detect, tend to pass very quickly. But the authors of the paper showed that after the waves pass, they might leave a region slightly altered — leaving behind a sort of memory of their crossing.

These changes, which the researchers termed „persistent gravitational wave observables,“ would be even fainter than the gravitational waves themselves, but those effects would last longer. Objects might be shifted slightly out of place. The positions of particles drifting through space might be altered. Even time itself might end up slightly out of sync, running briefly at different speeds in different parts of Earth. [9 Ideas About Black Holes That Will Blow Your Mind]

These changes would be so minuscule that scientists would barely be able to detect them. The researchers wrote in their paper that the simplest method for observing these effects might involve two people „carrying around small gravitational wave detectors“ — a joke because detectors are quite large.

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Afrikas Geiersterben bedroht die Menschen

foto: beckie garbett via ap Charles Darwin nannte sie „widerliche Biester“, doch sie sind ziemlich nützlich: Geier.
Geier ernähren sich von Aas. Damit sorgen sie dafür, dass sich Anthrax oder Tuberkulose nicht noch weiter verbreiten

Johannes Dieterich | derStandard.at

Sie gelten als Vorboten und als Wegweiser des Todes: Doch nun droht ihnen selbst der Exitus. Fachleute sprechen von einem beispiellosen Geiersterben vor allem in Afrika – mit verheerenden Folgen für die Umwelt und nicht zuletzt für ihren größten Feind, den Menschen.

Naturschützer trafen sich kürzlich in der nigerianischen Hafenstadt Lagos, um die Alarmglocken zu läuten: Sollten die Aasfresser tatsächlich aussterben, muss nach den Worten Muktari Aminu-Kanos, des Generaldirektors der Nigerianischen Naturschutz-Stiftung (NCF), mit wachsenden Seuchengefahren, mit vermehrten Krankheiten und Todesfällen auch unter Menschen gerechnet werden.

Wichtige Funktion

Die Riesenvögel mit dem noch größeren Reputationsproblem – schon Charles Darwin nannte sie „widerliche Biester“ – übernehmen in der freien Wildbahn eine wichtige Funktion: Sie sorgen dafür, dass verstorbene Lebewesen nicht weiter vergammeln und gefährliche Erreger wie Anthrax, Tuberkulose oder Tollwut in die Natur abgeben.

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Der unheimliche Tag, an dem die Welt beinahe unterging

So sahen Zeitgenossen den „Dark Day“ 1780 Quelle: Archiv
Am 19. Mai 1780 wurde es dunkel in Neuengland. Bunte Wolken zogen über Massachusetts. Tiere flohen, Menschen fürchteten sich vor der Apokalypse. Bis heute ist das Phänomen nicht abschließend geklärt.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Es war gegen 10.30 Uhr, als Nathan Read am Harvard College in Cambridge (Massachusetts) eine beängstigende Beobachtung machte. „Eine ungewöhnliche Dunkelheit kam auf und breitete sich ziemlich schnell aus.“ Eine halbe Stunde später war Reads Dozent „Mr. Wigglesworth nicht mehr in der Lage, die Bibel am Fenster zu lesen“. Um 12.21 Uhr fügte er hinzu: „Mr. W. kann Kolumnentitel einer großen Bibel nicht lesen. – Kerzen müssen angezündet werden.“ Und um 12.45 Uhr musste Read feststellen, dass er die Zeiger einer Uhr mit hellem Hintergrund nicht mehr erkennen konnte, obwohl der Raum über drei Fenster verfügte.

Der 19. Mai 1780 ist als Dark Day in die Geschichte Neuenglands eingegangen. In Massachusetts, New Hampshire und Maine verschwand binnen weniger Minuten das Tageslicht und machte einer Dunkelheit Platz, die viele Menschen in Panik versetzte. Beherzte Zeugen wie Professor Samuel Williams vom Harvard College machten sich umgehend daran, das unheimliche Phänomen zu dokumentieren. Danach war die Dunkelheit noch in der Stadt New York und in New Jersey zu sehen, während sie weder in Philadelphia oder in Pennsylvania bemerkt wurde. Die Suche nach den Ursachen dauert bis heute an.

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Radioaktive Geheimnisse über Europa

llustration: Carsten Feig/FAZ
Im Herbst 2017 zog ei­ne rät­sel­haf­te ra­dio­ak­ti­ve Wol­ke über den Kon­ti­nent. Ge­fähr­lich war sie nicht, doch die Su­che nach ih­rer Quel­le ver­lor sich in Russ­land.

Von Piotr Heller | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Tag der Deut­schen Ein­heit 2017 war kein ge­wöhn­li­cher Fei­er­tag für Flo­ri­an Ge­ring. Der Lei­ter des Fach­ge­biets „Ra­dio­lo­gi­sches La­ge­bild“ am Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) er­in­nert sich, noch im Bett ge­le­gen zu ha­ben, als ge­gen acht Uhr mor­gens das Te­le­fon klin­gel­te. Sein Vor­ge­setz­ter Mat­thi­as Zäh­rin­ger war dran. Der lei­tet die Ab­tei­lung Not­fall­schutz am BfS. Am Vor­abend, al­so am 2. Ok­to­ber 2017, hat­ten ihn E-Mails aus For­scher­krei­sen er­reicht: Über Eu­ro­pa ist das ra­dio­ak­ti­ve Iso­top Ru­the­ni­um-106 nach­ge­wie­sen wor­den.

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Ultima Thule gibt erste Geheimnisse preis

Eines der ersten Bilder von Ultima Thule, aufgenommen am 1. Januar 2019 © NASA/ Johns Hopkins University/ Southwest Research Institute
Erkenntnisreicher Besuch: Forscher haben erste Daten des Vorbeiflugs der Raumsonde „New Horizons“ an Ultima Thule ausgewertet. Ihre Analysen bestätigen, dass der Himmelskörper im Außenbereich unseres Sonnensystems eine flache, zweigeteilte Struktur besitzt. Zudem identifizierte das Team Einschlagskrater und Eis auf seiner Oberfläche. Begleiter wie Monde scheint Ultima Thule nicht zu besitzen – ebenso wenig wie eine Atmosphäre.

scinexx

Die NASA-Raumsonde „New Horizons“ flog Anfang des Jahres erstmals an Ultima Thule im sogenannten Kuipergürtel vorbei – einem Himmelskörper, der rund 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt liegt und damit am Rand unseres Sonnensystems. Das Objekt ist der am weitesten entfernte Himmelskörper im Sonnensystem, der jemals von einer Raumsonde aus der Nähe untersucht wurde und ist für Astronomen von besonderem Interesse.

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Die Linke ist zu blöd für ihre eigene Theorie geworden

Thomas Metscher. Bild: Mangroven-Verlag
Der Philosoph Thomas Metscher über den Marxismus als Philosophie, Teil 1

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Das hätte man bereits bei Hegel lernen können: Eine gegnerische Position kritisiert man am wirkungsvollsten nicht, indem man den Kontrahenten moralisch denunziert, seine Argumentation verkürzt und verkleinert und anschließend mit der moralischen Fliegenpatsche draufhaut, sondern im Gegenteil, indem man ihn voll zur Kenntnis nimmt, um daraus die eigene Gegenposition zu entwickeln. Man muss sich in den Umkreis der Stärke dessen stellen, was man kritisiert, man muss den Gegner voll begriffen haben, ihn richtig stark machen, um dann nach seinen blinden Flecken forschen.

Von außen kritisieren kann der Volldepp auch. Leider hat sich bei der Linken Letzteres durchgesetzt. So lässt sich bis auf wenige Ausnahmen auch für die sich marxistisch verstehende Linke konstatieren: Die Linke ist zu blöd für ihre eigene Theorie geworden. Einen Ausweg aus diesem absoluten Degenerationsfiasko präsentiert der Philosoph Thomas Metscher mit seinem Buch „Integrativer Marxismus“.

Herr Metscher – Sie haben Ihr Buch „Integrativer Marxismus“ genannt. Was hat es damit auf sich?
Thomas Metscher: Die Grundhypothese des vorliegenden Buchs ist von der Vermutung getragen, dass der Marxismus noch über unausgelotete Möglichkeiten der Entwicklung verfügt, die ihn befähigen, in der Zukunft erneut eine weltgestaltende Rolle zu spielen. Er wird dies freilich nicht in jeder beliebigen, sondern allein in einer gegenüber den heute gängigen Marxismen veränderten Gestalt tun können. Zudem ist nicht von oben herab zu deklarieren, wie die „neue“ Gestalt des Marxismus verfasst sein soll, vielmehr ist dies argumentativ zu erkunden. Solche Erkundungen versucht das vorliegende Buch zu leisten. In diesem Sinn stellen sie Überlegungen zum Marxismus – seiner Restauration, seiner Weiterentwicklung, seiner zukünftigen Gestalt – zur Diskussion.

Der Begriff des Integrativen zeigt die Richtlinie der vorgenommenen Erkundung an. Mit dem Begriff ist keine neue Form des Marxismus gemeint – an Marxismen haben wir schon übergenug -, vielmehr will er, in Erinnerung an die Klassiker, das Gemeinsame der oft sektenförmig zerstrittenen Marxismusformen in Erinnerung rufen. Dieses Gemeinsame, die Kernkategorie des von Marx und Engels begründeten „neuen“ Materialismus, ist die Dialektik – und ihr zugeordnet die Geschichte. Das Eine ist ohne das Andere nicht zu denken, beide stehen in dialektischer Relation. Es gibt keine Geschichte, die nicht durch Gegensätze strukturiert wäre (der Klassenkampf ist ein solcher Gegensatz) – wie es keine Dialektik gibt, die nicht auf die eine oder andere Art geschichtlich wäre: Teil eines prozessualen Geschehens.

Wenn, nach Wittgenstein, die Welt alles ist, „was der Fall ist“, das heißt „die Gesamtheit der Tatsachen“, so ist alles, was der Fall ist, dialektisch verfasst und kann in dieser Dialektik auch nur dialektisch erfasst werden. Die Tatsachen selbst sind werdend-gewordene, dialektisch-prozessual. In diesem Sinn ist Dialektik eine Seins-Kategorie, zugleich aber ist sie eine Kategorie der Methode, also des Verfahrens, Seinsverhältnisse theoretisch zu erfassen.

Dialektik ist, mit Lenin4 , Weg des Denkens und Bewegung des Seins, eine zugleich logische und ontologische Kategorie. Hinzugefügt sei, dass hier die logisch-methodologische und die ontologische Kategorie – Subjekt und Objekt – selbst ein dialektisches Verhältnis bilden. Für uns (den menschlichen Geist) gibt es keine Welt ohne Subjekt, wie es ohne Welt kein Subjekt gibt. Subjekt und Objekt bilden eine dialektische Relation. Welt als menschliche ist nur als vielschichtig vermittelte prozessuale Subjekt-Objekt-Struktur. Es ist dies die Grundstruktur eines vielschichtigen In-der-Welt-Seins, und diese Struktur gilt für den Raum wie sie für die Zeit gilt. Menschliches Dasein ist Sein in der Zeit wie es Sein im Raum ist- diese Einsicht gilt unterscheidet die marxistische Humanontologie von jeder existentialen.

«Kunstformen der Natur»: Ausstellung über Ernst Haeckel

„Desmonema annasethe“. Die Tentakel hatten Haeckel an die Haare seiner Frau erinnert. Ernst Haeckel. Scan: Ragesoss. Cleanup: Ilmari Karonen. – Kunstformen der Natur (1904), plate 8: Discomedusae. PD
Schwungvolle Quallen-Tentakel und schillernde Seeanemonen: Eine neue Ausstellung gibt einen Überblick über das kreative Schaffen von Ernst Haeckel. Von Samstag an sind in der Kunstsammlung Jena rund 50 Zeichnungen und 30 Druckgrafiken des Biologen zu sehen.

DIE WELT

Haeckel (1834-1919) baute Ideen von Charles Darwin zu einer speziellen Abstammungslehre aus. Eine Reihe wissenschaftlicher Begriffe wie etwa «Ökologie» gehen auf ihn zurück. In Jena arbeitete er als Professor für Zoologie. Haeckel war aber nicht nur Forscher, sondern auch Künstler – die Zeichnungen seiner Tier- und Pflanzenwelt sind bis heute populär.

Lebewesen – meist aus dem Meer – werden in seinen detailverliebten Zeichnungen zu ornamentalen Kunstwerken.

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Vulkane: Rutschung als Kollaps-Vorbote?

3D-Visualisierung von Ritter Island und des umgebenden Meeresbodens mit den Spuren der Hangrutschung von 1888. © Jens Karstens/GEOMAR
Subtile Vorboten: Die Flanken vieler Inselvulkane wie die des Ätnas rutschen ganz langsam in Richtung Meer – dies könnten bereits Zeichen einer drohenden Katastrophe sein. Denn wie Forscher nun herausgefunden haben, gingen auch dem Kollaps der Ritter Island in Neuguinea im Jahr 1888 langsame Rutschungsbewegungen voran. Erst später kam es dann zu einer großen Abrutschung, die einen katastrophalen Tsunami auslöste.

scinexx

Einige der schlimmsten Tsunamis der Geschichte wurden nicht von Erdbeben ausgelöst, sondern von Vulkanen. Zu ihnen gehören die Bronzezeit-Flut im Mittelmeer nach dem Ausbruch des Santorini-Vulkans, aber auch die 40-Meter-Flutwellen nach der Eruption des Vulkans Krakatau im Jahr 1883. Sie entstanden, als die Hänge des Feuerberges kollabierten und Tonnen von Material ins Meer rutschten. Auch die erneute Eruption dieses Vulkans im Dezember 2018 löste verbunden mit einer Hangrutschung einen Tsunami aus.

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Theologin Bahr protestiert gegen judenfeindliches Wahlplakat

Bild: Recherche-& Informationsstelle Antisemitismus RIAS/Twitter

Die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover hat scharfe Kritik an einem judenfeindlichen Plakat zur Europawahl geäußert.

evangelisch.de

Das Wahlplakat der rechtsextremistischen Partei „Die Rechte“ trägt den Slogan „Israel ist unser Unglück! Schluss damit!“ und ist überall in Deutschland zu sehen. „Das ist die Verschiebung des Sagbaren in Richtung Volksverhetzung und ein Angriff auf die Staatsraison“, sagte Bahr am Freitag. „Antisemitismus ist keine politische Meinung.“

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Klimaschutz könnte globale Ernährungssicherheit gefährden

Bewässerung wird oft als Wunderwaffe für die Ernährungssicherheit angesehen, weil man damit auch in Gegenden und Zeiten ohne ausreichend Niederschlag Ertrag produzieren kann. Der Ressourcenaufwand ist aber immens. – GEPA pictures/ PAMMER Franz
Unvorsichtige Maßnahmen für mehr Klimaschutz führen möglicherweise zu mehr Welthunger, warnen Forscher vom IIASA in Laxenburg.

Die Presse.com

Unbedachter Klimaschutz könnte 160 Millionen Menschen weltweit Hunger bringen. Das stellte ein Team um Shinichiro Fujimori vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien fest. Dies könne der Fall sein, berichten sie im Fachmagazin „Nature“ (13. 5.), wenn man sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert. Also zum Beispiel massiv Biomasse für die Energieherstellung produziert sowie vormals landwirtschaftlich genutzte Flächen aufforstet, aber alles andere außer Acht lässt.

Die Forscher berechneten, dass die Ernährungssicherheit schon durch einen geringen finanziellen Aufwand gewährleistet werden könnte: Dazu müsste man lediglich 0,18 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa in die Agrarförderung für einkommensschwache Länder stecken und Lebensmittelhilfen für durch Hunger gefährdete Bevölkerungen organisieren.

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Hilft Brokkoli gegen Krebs?

Ein in Brokkoli enthaltener Wirkstoff könnte das Tumorwachstum hemmen. © Mizina/ thinkstock
Gesundes Gemüse: Ein in Brokkoli und Rosenkohl enthaltener Inhaltsstoff könnte das Wachstum von Tumoren hemmen. Wie Experimente zeigen, wirkt die Substanz auf ein Enzym, das die Funktionsweise sogenannter Tumorsuppressoren stört. Als Folge können diese Krebshemmer wieder ihre volle Wirkung entfalten. Nun Unmengen von Brokkoli zu verzehren, ist den Forschern zufolge allerdings trotzdem keine Lösung.

scinexx

Sogenannte Tumorsuppressoren sind Proteine, die den Lebenszyklus von Zellen steuern und deren Apoptose auslösen können. Auf diese Weise verhindern sie unter anderem, dass sich geschädigte Zellen unkontrolliert weiter teilen. Ohne diesen Kontrollmechanismus drohen empfindliche Folgen: Ist die Funktion von Tumorsuppressoren gestört, steigt das Risiko für Krebs.

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Yes, Determinists, There Is Free Will

Image credit: NAUTILUS
It’s not just in politics where otherwise smart people consistently talk past one another. People debating whether humans have free will also have this tendency. Neuroscientist and free-will skeptic Sam Harris has dueled philosopher and free-will defender Daniel Dennett for years and once invited him onto his podcast with the express purpose of finally having a meeting of minds. Whoosh! They flew right past each other yet again.

By George Musser | NAUTILUS

Christian List, a philosopher at the London School of Economics who specializes in how humans make decisions, has a new book, Why Free Will Is Real, that tries to bridge the gap. List is one of a youngish generation of thinkers, such as cosmologist Sean Carroll and philosopher Jenann Ismael, who dissolve the old dichotomies on free will and think that a nuanced reading of physics poses no contradiction for it.

List accepts the skeptics’ definition of free will as a genuine openness to our decisions, and he agrees this seems to be at odds with the clockwork universe of fundamental physics and neurobiology. But he argues that fundamental physics and neurobiology are only part of the story of human behavior. You may be a big bunch of atoms governed by the mechanical laws, but you are not just any bunch of atoms. You are an intricately structured bunch of atoms, and your behavior depends not just on the laws that govern the individual atoms but on the way those atoms are assembled. At a higher level of description, your decisions can be truly open. When you walk into a store and choose between Android and Apple, the outcome is not preordained. It really is on you.

Skeptics miss this point, List argues, because they rely on loose intuitions about causation. They look for the causes of our actions in the basic laws of physics, yet the concept of cause does not even exist at that level, according to the broader theory of causation developed by computer scientist Judea Pearl and others. Causation is a higher-level concept. This theory is fully compatible with the view that humans and other agents are causal forces in the world. List’s book may not settle the debate—what could, after thousands of years?—but it will at least force skeptics to get more sophisticated in their own reasoning.

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Neandertaler: Frühe Trennung vom Homo sapiens?

Vergleiche von Zähnen legen eine frühe Trennung der evolutionären Line des Neandertalers und der unsrigen nahe. © Aida Gomez-Robles
Länger getrennt als gedacht: Die Abstammungslinien von Neandertaler und Homo sapiens könnten sich bereits vor 800.000 Jahren voneinander getrennt haben – und damit deutlich früher als bisher vermutet. Zu diesem Ergebnis ist eine Forscherin nun nach vergleichenden Zahnanalysen gekommen. Ihre Theorie befeuert damit erneut die Debatte um die Evolutionsgeschichte moderner Menschen und ihrer Steinzeit-Cousins.

scinexx

Der Neandertaler ist der wohl berühmteste ausgestorbene „Vetter“ des Homo sapiens. Zu welchem Zeitpunkt sich die Abstammungslinien dieser beiden Menschen trennten, ist allerdings bis heute strittig. DNA-Analysen und anatomische Vergleiche der Schädelstruktur legen eine Trennung vor 300.000 bis 500.000 Jahren nahe. Doch einzelne archäologische Funde wollen nicht so recht zu diesem Befund passen.

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Wegen Termitenbefall: Kathedrale von Valencia einsturzgefährdet

Bild: © Sergii Figurnyi – stock.adobe.com
Die Kathedrale von Valencia ist in keinem guten Zustand: Termiten haben tragende Balken der Kirche befallen, eine schnelle Renovierung des mittelalterlichen Gotteshauses ist dringend nötig. Ansonsten droht ein „Kollaps“ der Kathedrale.

katholisch.de

Ein Teil der Kathedrale von Valencia ist aufgrund von Termiten einsturzgefährdet. Die „Lonja de los Canónigos“, eine an die Nordostseite der Kathedrale angebaute Tribüne, und die dazugehörige Fassade sind besonders betroffen, berichtete die Zeitung „ABC“ am Dienstag. Durch den Termitenbefall und die aufgrund von Nässe vorhandenen faulen Stellen an den etwa 40 Balken des Renaissance-Anbaus müsse schnell gehandelt werden, sagte der valencianische Dombaumeister Santiago Vila. Ansonsten stehe ein „teilweiser Kollaps“ der Kathedrale bevor.

Die Termitenplage habe man inzwischen unter Kontrolle, dennoch müssten einige der tragenden Balken abgestützt werden, um einen Einsturz zu verhindern, so Vila weiter.

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Ein altes Buch beginnt zu reden: Ist das Voynich-Manuskript entschlüsselt?

Das Voynich-Manuskript hat Generationen von Forschern fasziniert und zu kontroversen Interpretationen beflügelt. (Bild: Imago)
Ein Handbuch der Alchemie, ein Scherz, eine Anleitung für geheime Verschwörungen, eine Fälschung? Alles falsch, sagt ein englischer Romanist, der behauptet, das Rätsel des Voynich-Manuskripts gelöst zu haben.

Thomas Ribi | Neue Zürcher Zeitung

Vielleicht ist es das rätselhafteste Buch, das es gibt. Entziffert worden ist es schon unzählige Male, allerdings ohne dass wirklich überzeugende Lösungen vorgelegt worden wären. Das Voynich-Manuskript, eine reich illustrierte Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, schien nicht zu knacken. Da es in einer Schrift verfasst ist, die an nichts Vertrautes anzuschliessen schien, wurde nur schon die Frage, in welcher Sprache der Text geschrieben ist, kontrovers diskutiert.

Vielleicht eine Kunstsprache?

Die rund 170 000 Schriftzeichen, die sich auf den 240 Seiten des Manuskripts finden, wurden hin und her gewendet, interpretiert, gedeutet und analysiert. Bisher allerdings, ohne dass man hätte sagen können, das Problem sei ein für allemal gelöst. Ein Vorschlag, der vor einem Jahr aufgrund einer Computeranalyse vorgelegt wurde, kam zum Schluss, es könnte sich um eine semitische Sprache handeln – aber vielleicht auch um eine eigens für das Buch geschaffene Kunstsprache.

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Bill Nye Brings Out the F-Bombs and a Blowtorch to Talk Climate Change

Science popularizer Bill Nye told viewers of a popular late-night show that Earth is „on [expletive] fire“ while lighting a globe with a blowtorch.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

During his appearance on HBO’s „Last Week Tonight With John Oliver“ on Sunday (May 12), Nye used frank language to talk to millennials about the impacts of global warming on Earth. (Nye’s comments are heavily edited here for language; viewer discretion is advised if you watch the video.)

„By the end of this century, if temperatures keep rising, the average temperature on Earth could go up another 4 to 8 degrees,“ Nye said to Oliver. (Nye was referring to degrees Celsius; the equivalent change in Fahrenheit is roughly 7 to 14 degrees). „What I’m saying is, the planet’s on [expletive] fire.“

He explained that addressing climate change means making tough choices in our daily lives to reduce carbon emissions, which are caused by activities such as driving vehicles or burning coal. These emissions produce greenhouse gases that trap heat in the atmosphere — warming the planet up, causing ocean levels to rise as glaciers melt, and increasing the severity of hurricanes and storms.

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