Kommt ein neuer El Nino?

Die Karte der Meerestemperaturen vom 23. März zeigt deutlich eine Erwärmung des Pazifiks vor der Küste von Peru – kündigt sie einen neuen El Nino an? © NOAA
Rätselhafte Wärmeschwemme: Obwohl der letzte El Nino gerade erst vorüber ist, erlebt Peru schon wieder El Nino-ähnliche Klimakapriolen mit entsprechend aufgeheiztem Ozean und sintflutartigen Regenfällen. Aber warum? Noch streiten Klimaforscher darüber, ob sich hier ein neuer El Nino ankündigt. Auch über die Ursachen für diese anomal schnelle Wiederkehr eines zu warmen Pazifiks lässt sich bisher nur spekulieren.

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Normalerweise tritt das Klimaphänomen El Nino alle drei bis sieben Jahre auf – immer abwechselnd mit seiner „kalten“ Schwester La Nino. Durch abgeschwächte Passatwinde und verlagerte Strömungen erwärmt sich dabei der tropische Ostpazifik stärker als normal, gleichzeitig werden überregionale Wettermuster gestört. Als Folge kommt es zu extremen Regenfällen entlang der Westküste Nord- und Südamerikas und zu Hitzewellen und Dürren in Australien und Asien.

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Er bekommt nun ein Landtagsmandat – und verkauft „KZ-Geld“ und Hakenkreuz-Orden

Rudolf Müller, AfD-Spitzenkandidat im Saarland, betreibt ein Antiquitätengeschäft in Saarbrücken. Dort zeigte er mehrfach eine Auslage mit Nazi-Orden, von denen mehrere das verbotene NS-Symbol aufweisen. © Archiv; Oliver Dietze/DPA
Die AfD erhielt im Saarland 6,2 Prozent und schickt nun drei Abgeordnete in den Landtag. Rudolf Müller ist als Spitzenkandidat wohl gesetzt. Bereits vor Monaten recherchierten stern und Panorama: Müller handelt mit teils verbotenen NS-Devotionalien.

Von Wigbert Löer | stern.de

Rudolf Müller, Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl im Saarland, vertreibt in seinem Laden in Saarbrücken Geld aus Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Das berichten der stern und das ARD-Magazin „Panorama“ nach gemeinsamen Recherchen. Müller hat in seinem Antiquitätengeschäft Scheine aus Theresienstadt im Angebot. Historiker nennen derlei Währung „Lagergeld“, Müller selbst bietet sie als „KZ-Geld“ an. Außerdem verkauft der AfD-Landesvorstand Müller in seinem Geschäft Orden aus der NS-Zeit mit Hakenkreuzen. Anders als der Handel mit Lagergeld ist dies in Deutschland laut Strafgesetzbuch, Paragraph 86a, nicht erlaubt.

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Hongkong nimmt Edward Snowdens Helfer ins Visier

foto: afp photo / anthony wallace Robert Tibbo (re.) mit einer der Familien aus Sri Lanka, bei denen er Whistleblower Edward Snowden 2013 in Hongkong versteckt hat. Den Asylwerbern droht nun die Abschiebung.
Asylwerber hatten 2013 den Whistleblower versteckt, nun droht ihnen die Abschiebung

Von Steffen Arora | derStandard.at

Vanessa blickt sorgenvoll in die Webcam und bemüht sich, ein Lächeln aufzusetzen. Es ist jetzt zwei Uhr nachts in Hongkong, Vanessa ist sichtlich müde. Wie es ihr gehe, fragt Robert Tibbo via Skype-Call. „Nicht gut, mein Anwalt ist nicht hier, und die Behörde hat mich zum Abschiebungshearing vorgeladen“, antwortet Vanessa, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung stehen haben will. Sie hat Angst und kämpft mit den Tränen. Ihr Anwalt ist Tibbo, doch der sitzt tausende Kilometer entfernt in der Aula des Management Center Innsbruck, wo er derzeit als Gastprofessor unterrichtet.

Weltweit bekannt wurde der kanadische Menschenrechtsexperte 2013, als er half, Edward Snowden in Hongkong zu verstecken und ihm die Flucht nach Moskau zu ermöglichen. Snowden bleibt sein prominentester Klient, doch aktuell sorgt er sich um jene drei Familien, die damals halfen, den Whistleblower zu verstecken. Denn Hongkong will diese nun mit allen Mitteln loswerden.

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„Ich kann nicht grundsätzlich gegen Tierversuche sein“

Bild: animalequality.de

Helene Richter ist Professorin für Tierschutz. Im Unigespräch erklärt sie, wie man herausfindet, ob Labormäuse optimistisch sind.

Interview von Matthias Kohlmaier | Süddeutsche.de

In den Unigesprächen befragen wir Forscher und Hochschullehrer, die sich mit einem sehr speziellen Fachgebiet beschäftigen. Diesmal im Interview: Helene Richter, die mit einer neuen Professur für Tierschutz und Verhaltensbiologie ausgestattet neben ihren Kollegen Sylvia Kaiser und Norbert Sachser an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster forscht und lehrt.

SZ.de: Frau Richter, laut Klischee wollen alle tierlieben Studentinnen Tierärztinnen werden. Warum sind Sie einen anderen Weg gegangen?

Helene Richter (lacht): Von diesem Klischee habe ich schon ein- oder zweimal gehört. Aber im Ernst: Weil mich der wissenschaftliche Aspekt mehr interessiert. Jeder tierliebe Mensch glaubt doch, einen Zugang zu Tieren zu haben. Mir reicht es aber nicht, mich auf mein Gefühl zu verlassen. Ich möchte wissenschaftlich belegen können, ob es einem Tier gut oder schlecht geht.

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Brasilien im „Religionsfieber“

© Bild: marchello74/Fotolia.com
Evangelikale Sekten sind in Brasilien auf dem Vormarsch und verdrängen die katholische Kirche. Die Freikirchen erhalten oft finanzielle Unterstützung aus den USA und haben einflussreiche Mitglieder.

katholisch.de

In Brasilien wird praktisch jede Stunde eine neue religiöse Sekte gegründet. Wie das Portal „O Globo“ am Sonntag berichtete, sind seit Januar 2010 insgesamt 67.951 neue Kirchen bei der Steuerbehörde registriert worden. Das entspricht einem Schnitt von etwa 25 Neugründungen am Tag, wobei einige auch „Filialen“ bereits bestehender Sekten an anderen Orten sind. In kaum einem Land gewinnen evangelikale Sekten so einen Einfluss – und sind für die katholische Kirche eine immer größere Konkurrenz. Oft reicht ein angemietetes Ladenlokal, dort werden die Gottesdienste abgehalten. Die Gruppen finanzieren sich oft vor allem über Spenden ihrer Mitglieder. Viele evangelikale Gruppierungen unterhalten zudem intensive Kontakte zu Freikirchen in den USA.

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How an 18th Century Monk Invented Electronic Music

Image: MOTHERBOARD
Dom Prokop Diviš, a Czech polymath born on this day in 1698, enjoyed shocking people in both the literal and figurative sense of the word.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Often cast as the European counterpart to Benjamin Franklin because the two men simultaneously and independently invented the lightning rod, Diviš became fascinated with electricity while working as a theologian in a Moravian parish of Přímětice. Given his interest in shock-treating plants and erecting DIY „weather machines“ on his property, Diviš earned a reputation as a kook by his contemporaries.

But he is now regarded as the earliest visionary of electronic music, an artform that is normally not associated with the 18th century.

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Schorlemmer sieht Friedliche Revolution 1989 in Tradition Luthers

Der evangelische Theologe betont den Zusammenhang zwischen Mauerfall und Reformation.

evangelisch.de

Der evangelische Theologe und ehemalige DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat die Verbindung zwischen dem Reformator Martin Luther (1483-1546) und der Friedlichen Revolution von 1989 hervorgehoben. Das „historische Wunder“ des Mauerfalls sei „auch mit Martin Luther verbunden, der gesagt hat: nicht mit Gewalt, sondern mit dem Wort“, sagte Schorlemmer in einem Vortrag zur Leipziger Buchmesse am Samstagabend. Was damals in Leipzig passiert sei, sei auch aus diesem Geist heraus entstanden. Auf der Buchmesse präsentieren sich seit Donnerstag und noch bis Sonntag rund 2.500 Aussteller.

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Computer-Go: Maschinen gewinnen das 5. Densei-Sen-Turnier

(Bild: The University of Electro-Communications, Cognitive Science and Entertainment (E&C) Research Station)
Jedes Jahr messen sich die stärksten Programme im asiatischen Strategiespiel Go gegen menschliche Profis. In diesem Jahr war das kein bloßer Schaukampf mehr: Die Maschinen hatten die Oberhand.

Von Harald Bögeholz | heise online

Eine spannende Woche für Computer-Go-Enthusiasten geht zu Ende, und die Maschinen haben sich wacker gegen die Menschen geschlagen. Heute fand in Tokio die fünfte und letzte Ausgabe des Densei-Sen-Turniers statt. Dieses vom japanischen Go-Institut Nihon Kiin zusammen mit der University of Electro-Communications veranstaltete Event diente in den letzten fünf Jahren dazu, die Fortschritte des Computer-Go zu messen, indem man menschliche Profi-Spieler gegen die jeweils besten Computerprogramme antreten ließ. Während diese Partien in den letzten Jahren mit Handicap für den Computer ausgetragen wurden und eher den Charakter von Schaukämpfen hatten, spielten die Computer in diesem Jahr erstmals gleichauf.

Das Turnier der Go-Programme, der UEC Cup, fand am vergangenen Wochenende statt. Am heutigen Sonntag trat der japanische Profi Ryo Ichiriki (7p) um 10:30 japanischer Ortszeit zunächst gegen Zen an, das zweitplatzierte Go-Programm. Anschließend traf er um 14:30 auf das Siegerprogramm Fine Art (JueYi).

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Russland: Unklare Haltung von Staat und Kirche zu Leninstatuen

Quelle: Lenin-Mausoleum
Leitender Kirchenbeamter Schtschipkow drängt darauf, „Moratorium im Blick auf einen Krieg gegen politische Symbole in Russland“ einzuführen.

kath.net

Sowohl im Kreml als auch im Moskauer Patiarchat bleibt die Haltung zur eigenen Geschichte unklar. Während Präsident Wladimir Putin vom Doppeladler bis zu den kaiserlichen Uniformen alte Symbole wiederaufleben lässt, liegt außerhalb der Kremlmauern weiterhin die mumifizierte Leiche des Revolutionärs Wladimir Iljitsch Lenin in ihrem Mausoleum. Die Russisch-Orthodoxe Kirche im Ausland (ROCOR), die sich 1927 vom Moskauer Patriarchat trennte und erst 2007 die kanonische Verbindung wiederherstellte, forderte zuletzt die Entfernung der Mumie aus dem Mausoleum am Roten Platz, die Zerstörung der Lenin-Denkmäler in Russland und die Umbenennung von Städten, Straßen und Plätzen, die bis heute nach kommunistischen Verbrechern benannt sind.

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Nikola Tesla: Bewegtes Leben mit tragischem Ende

W. Bernard Calson
Tesla
Aus dem Englischen von Elisabeth Gilbert

Tesla: Bei diesem Begriff dürften die meisten an ein amerikanisches Unternehmen denken, das Elektroautos herstellt. Der Name dieser Firma ehrt einen Erfinder, der den größten Teil seines Lebens in den Vereinigten Staaten wirkte.

Von Stefan Gillessen | Spektrum.de

Nikola Tesla (1856-1943) hat als junger Forscher den Wechselstrommotor entwickelt und versuchte sich später an der drahtlosen Energieübertragung. Sein Leben mit zahlreichen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen wird in dieser Biografie des Technikhistorikers W. Bernard Carlson nacherzählt.

Nikola Tesla wuchs in einer ländlichen Gegend im heutigen Kroatien auf und studierte an der Technischen Hochschule in Graz. Bereits dort fiel ihm während einer Vorlesung auf, wie ineffizient der vorgeführte Elektromotor sein musste, sprühten an den Kommutatoren doch die Funken. Intuitiv ahnte er, dass man so ein Gerät besser konstruieren könne. Über Prag gelangte Tesla nach Budapest, wo er die entscheidende Idee hatte, wie sich der Motor ohne mechanische schleifende Bürsten bauen ließe – indem man nämlich das elektrodynamische Feld so geschickt aufbaut, dass Wirbelströme die Achse antreiben.

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So war „Jesu Grab“ seit Generationen nicht zu sehen

In der Grabeskirche Christi Quelle: ABIR SULTAN/EPA/REX/Shutterstock
Das Grab Jesu in Jerusalem strahlt nach zehnmonatiger Restaurierung in neuem Glanz. Doch den Zoff zwischen den Konfessionen konnte der Mörtel nicht kitten. Ein Hausbesuch im Inneren des Christentums.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Es ist ein Anblick, der Pilgern seit siebzig Jahren verwehrt war: In minutiöser Feinarbeit gesäubert, mit Titaniumschrauben gefestigt und mit Spezialmörtel gekittet erstrahlt die Ädikula über dem Ort, den Milliarden von Christen in aller Welt als das Grab Jesu verehren, seit wenigen Tagen in neuem Glanz. Weg ist der schwarze Ruß von Millionen von Kerzen, die Pilger in den vergangenen 200 Jahren rund um die heilige Stätte anzündeten. Weg ist die hässliche Stahlkonstruktion, mit der britische Ingenieure 1947 den Kollaps der Struktur verhindern wollten. Weg sind auch viele Ikonen und andere Verzierungen der griechisch-orthodoxen und armenischen Kirche, die zuletzt den Blick auf die Fassade verstellten. Nach monatelangen Restaurierungsarbeiten eines griechischen Expertenteams, die rund vier Millionen Euro kosteten, ist die Einsturzgefahr gebannt und Schluss mit der Verwahrlosung von Jahrzehnten.

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Kriegsverbrecher im Visier deutscher Fahnder: Puzzle des Grauens

Straße in der vom Krieg zerstörten Stadt Aleppo in Syrien © Hassan Ammar/AP/DPA
In Syrien und den vom IS besetzten Gebieten wird weitgehend ungesühnt gemordet, gefoltert und vergewaltigt. Aber eines Tages sollen sich die Täter verantworten müssen – auch mithilfe der deutschen Justiz.

stern.de

Aria L. soll für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er im syrischen Bürgerkrieg vor den abgeschlagenen und aufgespießten Köpfen von Soldaten für Fotos posierte. Abdelkarim E. ist zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er mit anderen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Norden Syriens den Leichnam eines Soldaten verstümmelte und dabei alles mit dem Handy filmte.

Beide Urteile aus dem Jahr 2016 sind noch nicht rechtskräftig. Aber besonders macht sie schon jetzt, dass sie in Frankfurt gesprochen wurden und die Männer für ihre Taten in Deutschland büßen sollen. Sie sind die ersten beiden Kriegsverbrecher aus der Konfliktregion im Nahen Osten, denen in der Bundesrepublik der Prozess gemacht wurde.

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Zaimoglu wirbt für differenzierten Blick auf Luther

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu hat eine differenzierte Betrachtung des Reformators Martin Luther (1483-1546) angemahnt. Luther sei „ein großer Deutscher, ein mutiger Gottesmann“ gewesen, sagte Zaimoglu der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Samstag).

evangelisch.de

„Er hat seinen Kopf hingehalten für seinen Glauben.“ Gleichzeitig habe der Reformator auch „widerwärtige Momente“ gehabt, unterstrich Zaimoglu mit Blick auf die antijüdischen Äußerungen Luthers.

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New Machine Learning Program Recognizes Handguns in Even Low-Quality Video

Image: MOTHERBOARD
If we can register the gun before it’s actually fired, we can regain some control.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

The handgun is a ballistic extension of the hand itself. It’s remarkable for confining vast destruction to a small, subtle instrument. It can be wielded casually, and, until the trigger is pulled, nigh invisibly. A semi-automatic pistol, once awoken, will fire as fast as the shooter can twitch their finger. The relation between package and power offered by a handgun feels almost nuclear.

A team of computer scientists based at the University of Granada in Spain thinks that we can help neutralize the threat of handguns through early detection. If we can register the gun before it’s actually fired, we can regain some control. To this end, they’ve developed a machine learning program that can reliably detect handguns based on visual recognition and classification. It’s capable of catching guns from even low-quality YouTube footage in just under a quarter second.

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Wenn die Blume des Obskurantismus blüht

Symbolbild. Bild: hippo by swatts

Vor ein paar Wochen wurde auf der Webseite Dialog Theologie und Naturwissenschaften, der evangelischen Akademie im Rheinland, ein Leitartikel von Michael Blume unter der Überschrift: „Vertragen sich Religion und Evolution“, veröffentlicht.

Blume versucht Schnittmengen von Theologie und Evolutionstheorie auszuloten. Dem Prozess der Evolution ist das völlig egal, vollzieht er sich doch seit hunderten von Millionen Jahren ohne uns. Die Erst-Beschreibung des Prozesses, den Versuch Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, zu interpretieren ist Darwins Werk. Seine Fixierung der Evolutionstheorien.

Charles Darwins Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl ist wohl unstrittig das machtvollste Denkgebilde der letzten 200 Jahre. Die von ihm entwickelten Evolutionstheorien, Entwicklung der Organismen von der einfachen Zelle zum komplexen Organismus und die natürliche Auslese rissen einen Krater in die Gedankenwelt göttlicher Schöpfung. Das imago dei und heute lebende Affen haben gemeinsame Vorfahren. Die metaphorische Schöpfungsgeschichte der Bibel ein Märchen. Der gläubige Darwin wusste die Bedeutung dessen richtig einzuschätzen, er fühlte den scheinbare Mord, seiner Ehefrau musste er wiederholt bestätigen, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht auf die Menschen zutrafen. Auch wenn er in späteren Lebensjahren eine agnostische Position einnahm, Gott wurde von ihm nicht in Frage gestellt. Man könnte es durchaus Darwins Dilemma nennen. Gefangen im Glauben an den Gott der Bibel und den Schöpfungsberichten zeigen die Fakten eine andere Geschichte auf. Die Entwicklung des Lebens, vollzogen durch eine Maschine namens Evolution. Die Evolution ist, wer einigermaßen rational Denken kann, ein Faktum. In den Naturkundemuseen unserer Welt sind Millionen Tatsachen gesammelt und anschaulich, bildend dargestellt. Wir können durch Jahrmillionen der Entwicklungsgeschichte des Lebens wandern. Lücken sind benannt, was wir nicht Wissen als Nichtwissen dargestellt. Verblödete Zeitgenossen argumentieren dergestalt, dass der Teufel all diese gesammelten Fossilien(Fakten) versteckte, um die Sinne der Menschen zu verwirren. Die Erde 6.000 Jahre alt sei und der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Das sind die harten Fälle religiöser Verwirrung.

Unerheblich, welche mentalen Übungen religiöse Menschen unternehmen müssen, um anzuerkennen, dass ihre Weltsicht nicht stimmig mit den Fakten darstellbar ist. Wie religiöse Wissenschaftler evolutionstheoretische Fakten mit ihrem Weltbild in Übereinklang bringen ist deren Problem und muss uns nicht interessieren.

Die Darwinsche Kränkung wirkt fort, das Dilemma ebenso. Frömmler wie Michael Blume versuchen es mit einer Minimax-Strategie. Wenn ich schon nicht gewinnen kann, mach den Gegner, Anti-Theisten, Atheisten, Brights, was auch immer, bei sich jeder bietenden Gelegenheit fertig. Kinder handeln so, derartige Szenarien finden wir im Sandkasten unserer Kindheit, wir können darüber Lachen, Blume nicht. Man möchte meinen den „Leidartikel“ für die Plattform Dialog & Naturwissenschaften hat ein Fellow des Discovery Institutes geschrieben.

Blume kritisiert alles was mit evolutionär attributiert ist. Da es in seinen Argumentation-Rahmen passt erfindet er den Begriff der evolutionären Religionskritik. Nochmal, Darwin ist für ihn gut, da er Gott nicht in Frage gestellt hat. Nun verteidigt er, mit frömmelnder Obskuranz, Darwin gegen die Ungläubigen. Das er sozialdarwinistisch argumentiert ficht ihn nicht an, Minimax-Strategie. Eine saubere Trennung, nämlich den Unterschied von Darwinismus, der aus Darwins Idee eine Ideologie macht und Sozialdarwinismus darzustellen nimmt er nicht vor.

Religionskritiker erhoben dabei den Anspruch, durch die Wissenschaften seien Religionen „widerlegt“ worden und nicht wenige beriefen sich auch gleich auf die Evolutionstheorie, um sozialdarwinistische, rassistische und eugenische Menschenverachtung salonfähig zu machen.Leitartikel von Michael Blume: Vertragen sich Religion und Evolution?

Großzügig unterschlägt er, in bester Manier eines Propagandisten, die Verwerfungen seines Gottesglaubens, historisch allemal.

Blume lässt seinen Geist fließen. Richard Dawkins verzeiht er den Begriff des Gotteswahns nicht. Er findet eloquente Begründungen für das Zusammengehen von Evolutionstheorie und Religion. Dawkins hat ihn zutiefst gekränkt. Er will nicht gotteswahnsinnig sein und schon gar nicht als solcher verstanden werden. Den Argumenten, derer sich Dawkins bedient geht er aus dem Weg, stattdessen formuliert er, durchaus neurotisch, eine evolutionäre Religionskritik, die ebenso evolutionär entstanden ist wie die Religion.
Methodisch ist es nicht neu, was Blume zu bieten hat. Er nimmt Anleihen in der New Age Esoterik. Der „evolutionäre“ Theismus Teilhard de Chardins hat es ihm angetan, jener Jesuit, der selbst am Massensterben einen Anlass zur Freude sah. Das Universum sei ein selbst denkendes Objekt. Es entwickelt sich zum Omega-Punkt, an dem die gesamte Schöpfung, einschließlich der Menschheit, eins mit der Gottheit werden würde. Unweigerlich stellt sich die Frage, ob am LHC in Genf nicht Bruchstücke exotischer Materie entkommen sind, die mit dem ein oder anderen Religioten in Berührung kamen.

Blume mischt schlechte Geschichte mit fragwürdiger Wissenschaft. Mit seiner Argumentation, dass Wissenschaft für die Vertrauensverluste verantwortlich sei, die sich in Fake News, Verschwörungstheorien und sogenannten postfaktischen Wissen niederschlagen. Seine eigenen, religiös begründeten Weltsichten bezieht er nicht ein. Blume kennt den Plan Gottes und er lässt die armen dummen Menschen teilhaben an seinem Wissen. Die bösen Atheisten, wie Dawkins et al sind in seinem Plan nicht enthalten.

Immanuel Velikovski, Rael, Graham Hancock, Erich von Däniken, Zecharia Sitchin und Michael Drosnin haben in unterschiedlichen Themenbereichen kreationistische Hypothesen formuliert. Blumes Argumentation kommt ca. 20 Jahre zu spät, was ihn nicht daran hindert seine krude Pseudowissenschaft unters Volk zu bringen.

Formulierte Dawkins sinngemäß: „Meme sind kulturelle Information die durch Imitation weitergegeben werden.“ So nennt Blume Meme „virusartige“ Gebilde.

Der christliche Glaube selbst, wie jede Religion, ist ein erfolgreiches Mem. Das bekommt Frömmler Blume nicht in den Kopf. Wenn Gene die Grundbausteine des Lebens sind, sind Meme die Grundbausteine der Kultur. Das war Dawkins Anliegen.  Dass Meme in ihre deskriptiven Begrifflichkeit kritikwürdig sind ist unbestritten.

Blume spricht vom Vertrauensverlust der Wissenschaft, es sind Leute wie er, die Resultate, Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik sozial interpretieren, dabei völlig außer acht lassen, dass die Naturwissenschaften ein Werkzeug sind um unsere Realität zu erkennen und zu beschreiben. Es ist Sache der Politik aus den Erkenntnissen, wenn notwendig, Gesellschaftsrelevantes umzusetzen. Dass das Anwenden wissenschaftlicher Erkenntnis politisch unerwünscht ist sieht man anhand der Klimapolitik der aktuellen US-Regierung.

Blume unterteilt Menschen in Gruppen von Gläubigen, die eine hohe Reproduktionsrate haben, dass Kinder erst durch Indoktrination zu Gläubigen gemacht werden verschweigt er geflissentlich. Hohe Reproduktionsraten, bei Religiösen, sichern diesen einen evolutionären Überlebensvorteil. Er schwadroniert vom Tod des Atheismus. Atheistische Gesellschaften haben keinen Bestand. Da Atheisten eine niedrigere Reproduktionsrate haben. Was wäre denn, wenn Kindstaufen erst ab der Volljährigkeit möglich wären? Und Eltern ihren Zöglingen die Wahl, das Ob und Wenn einer religiösen Weltsicht überließen. Es gibt nicht wenige, auch Gläubige, die von einer Zwangstaufe reden, da man sich als Kleinkind gegen die Wahl der Eltern nicht wehren könne. Vor allem hat dies nichts mit Evolution zu tun, sondern ist eine sozio-kulturelle Angelegnheit. Signifikant, Blume weiß nicht was Evolution ist. Wenn dem so wäre, warum müssen Kinder getauft werden? Warum muss ein großer Zauber veranstaltet werden, um Kinder christlich, islamisch, jüdisch usw. werden zu lassen? Warum lässt der allmächtige Zausel im Himmel sein Volk nicht gläubig auf die Welt kommen? Man sollte Blume ein Labor geben und ihn ein paar Jahre Gene sequenzieren lassen, vielleicht findet er ja das Gottesgen. Gekennzeichnet mit C-E/K, I, J, H, B usw.

Der Höhepunkt Blumescher Religionssudelei findet sich am Ende. Theologie als Hüter der Wahrheitsfrage(n).

Schon jetzt gehören kirchliche Akademien, Institute und Bildungswerke zu den letzten Orten außerhalb der Hochschulen, an denen überhaupt noch Wahrheitsfragen im weltanschaulichen und interdisziplinären Dialog bearbeitet werden.ebenda

Und hier lässt er die Katze aus dem Sack der ewiggültigen Wahrheiten. Um die geht es ihm. Dass das Evolutionäre keine schlussendlichen Wahrheiten kennt übersteigt seinen Horizont und damit führt er seinen ganzen Leidartikel ad absurdum. Esoterisch-religiöser Stuss, New-Age-Esoterik mit kreationistischer Attitüde.

Er versucht den Eindruck zu erwecken, dass er an einer Theologie für Alle arbeitet. Sichtbar vermeidet Blume Attribute wie christlich oder islamisch. Vom Kreationismus scheint er sich zu distanzieren, dem Grunde nach ist er selbst ein Anhänger diese obskuranten Weltsicht.  Wir sind gespannt, wenn er den ersten Artikel bei Wort&Wissen veröffentlicht und die ganzheitliche Suche nach der Arche befördert.

„Je größer der Dachschaden um so schöner der Aufblick zum Himmel.“(Karlheinz Deschner)

Vielleicht entdeckt Michael Blume die Problematik der „evolutionären Homöopathie“ für sich, vielleicht gelingt es ihm das Gedächtnis des Wassers vom Anbeginn bis heute zu entschlüsseln und theologisch zu deuten, den Omega-Punkt dürfte er eh nicht erleben.

 

Theologe vermisst Erbe Luthers – Antisemitismus?

Der Theologe Benjamin Hasselhorn fordert 500 Jahre nach der Reformation eine Rückbesinnung auf den Kern des Luthertums. „Ich habe den Eindruck, viel von Luther ist nicht mehr übrig in der evangelischen Kirche“, sagte der 30 Jahre alte Theologe am Freitag auf der Leipziger Buchmesse.

evangelisch.de

Das Reformationsjubiläum 2017 sei eine Chance zu fragen, was vom Erbe des Reformators Martin Luther (1483-1546) „in die Zukunft trägt“. Hasselhorn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Kurator der Nationalen Sonderausstellung 2017 in Wittenberg und Autor des Buches „Das Ende des Luthertums?“

Seine große Sorge sei, dass die Zahl der Kirchenbesucher weiter sinke, fügte Hasselhorn hinzu: „Ich kenne niemanden in meiner Generation, der ernsthaft in der Kirche engagiert ist.“ Der Grund für diese Krise sei nicht das Versagen einzelner Personen, sondern er liege in der Geschichte des Protestantismus begründet.

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„Unmöglicher“ Exoplanet widerspricht gängigen Entstehungstheorien

foto: eso and a.m. lagrange/université grenoble alpes Die ESO-Aufnahme zeigt die Materiescheibe um den Stern HD 106906 (links unten) und den Gasriesen mit elffacher Jupitermasse in der rechten oberen Ecke.
HD 106906b umkreist seinen Stern in gewaltiger Distanz. Nun zeigt sich, dass das Objekt wohl auch dort draußen geboren wurde

derStandard.at

Eine Welt, die „eigentlich nicht existieren dürfte“: So bezeichneten die Astronomen einen jungen Exoplaneten in rund 300 Lichtjahren Distanz, der 2013 im Sternbild Kreuz des Südens entdeckt wurde. Was den Himmelskörper mit der Bezeichnung HD 106906b so besonders macht, ist nicht etwa seine Größe – und die ist mit der rund elffachen Jupitermasse tatsächlich enorm – sondern die außergewöhnliche Entfernung, in der er sein Zentralgestirn umkreist: 650 Astronomische Einheiten (also der 650-fache Abstand zwischen Erde und Sonne) ist dessen Orbit weit; für eine vollständige Umrundung benötigt der Gasriese etwa 1.500 Jahre.

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Wie Trump das Pariser Klima-Abkommen schon jetzt torpediert

Image: NBCNews/YouTube
Die neue US-Regierung tritt nun doch nicht aus dem Klimaschutzvertrag aus, zu kompliziert wäre das. Stattdessen will Trump die nationalen Verpflichtungen einfach nicht erfüllen – und kopiert damit die Strategie seines Vor-Vorgängers.

Von Michael Donhauser, Teresa Dapp | greenpeace magazin

In der westlichen Welt gibt es derzeit so ziemlich genau nur eine ernstzunehmende politische Kraft, die den Klimawandel als vom Menschen verursachtes Problem abstreitet: Die Republikanische Partei der Vereinigten Staaten. Pech für das Weltklima ist, dass die Republikaner die wichtigste Partei bei der Lösung des Problems wären. Sie stellen den US-Präsidenten und die Mehrheit im US-Kongress, bestimmen also die Politik der größten Volkswirtschaft der Welt. Klimaschützer sprechen von einer Politik des Zertrümmerns.

Denn die Regierung von Präsident Donald Trump tut derzeit alles, um den internationalen Klimaschutz zu torpedieren. Im Wahlkampf hatte Trump erklärt, er werde aus dem jahrelang mühsam verhandelten Pariser Klimaschutzabkommen austreten. Der Plan scheint jetzt ein anderer zu sein. Der offizielle Austritt wäre zu kompliziert, würde Jahre dauern und viel Lärm erzeugen. Stattdessen kündigt die US-Regierung an, ihre selbst auferlegten Verpflichtungen einfach nicht zu erfüllen.

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Stellen Sie sich vor, es gäbe kein Universum

Andromeda Galaxie(M31) Bild: nasa/PD
Stellen Sie sich das Nichts vor! Los geht’s! Was sehen Sie? Ich sehe vor mir einen dunklen leeren Raum ohne Galaxien, Sterne und Planeten. Aber da wäre nicht nur keine Materie, da wäre auch weder Raum noch Zeit. Nicht einmal Dunkelheit. Und kein bewusstes Leben, welches das Nichts betrachten könnte. Einfach… nichts. Stellen Sie sich das vor! Es geht nicht.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Hier stellen wir uns die ultimative Frage: Warum gibt es überhaupt irgendetwas? Ich habe einige Antworten aus mehreren Quellen zusammengestellt, einschließlich eines 2013 erschienenen Buches von John Leslie und Robert Lawrence Kuhn, mit dem Titel The Mystery of Existence [Das Geheimnis der Existenz] (Wiley-Blackwell) und des Buches von Lawrence M. Krauss The Greatest Story Ever Told—So Far [Die größte Geschichte, die jemals erzählt wurde – bis jetzt] (Atria Books) von 2017.

Ein Nichts ergibt keinen Sinn. Es ist unmöglich, sich ein Nichts vorzustellen – nicht nur keinen Raum, keine Zeit, Materie, Energie, kein Licht, keine Dunkelheit, keine bewussten Wesen, um das Nichts wahrzunehmen, sondern nicht einmal das Nichts als solches. So gesehen ist die Frage im eigentlichen Wortsinn un(vor)stellbar.

Das Nichts ist etwas.

Es ist ein logischer Irrtum, über „Nichts“ zu sprechen als wäre es ein „Etwas“, das aufhört, zu existieren. Hier stoßen wir auf das Problem, zu definieren, was wir mit „Nichts“ meinen, und auf die Beschränkungen, welche die Sprache dem Problem auferlegt. Der bloße Vorgang des Sprechens über „Nichts“ macht es zu einem „Etwas“. Andernfalls – worüber sprechen wir überhaupt?

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Elf Personen entblößen sich vor ehemaligem KZ Auschwitz

Archivbild: Die historische Aufschrift im KZ Auschwitz – APA / dpa / Ulrich Haessler
Elf Frauen und Männer schlachteten am Eingang zzum ehemaligen KZ ein Schaf, entblößten sich, ketteten sich aneinander und filmten die Aktion mit einer Drohne. Sie alle wurden festgenommen.

Die Presse.com

Am Eingang zum früheren Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz haben sich am Freitag elf Frauen und Männer entblößt und aneinandergekettet, nachdem sie ein Schaf geschlachtet hatten. Wie das Museum des Lagers mitteilte, wurden alle Teilnehmer der Aktion festgenommen, unter ihnen auch ein Deutscher.

Laut einem örtlichen Fernsehsender filmten die Teilnehmer ihr Vorgehen mit Hilfe einer Drohne. Vertreter der Gedenkstätte und der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert.

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