Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Wrackfund: James Cooks „Endeavour“ gefunden?

Dieses Gemälde zeigt die Endeavour mit James Cook an Bord beim Start seiner ersten Seereise im Jahr 1768 © historisch/ Thomas Luny (1790)
Legendärer Segler: US-Archäologen könnten das Schiff des Entdeckers James Cook gefunden haben, die „Endeavour“. Der Seefahrer umsegelte als erster Neuseeland und landete an der Ostküste Australiens. Das Schicksal der Endeavour nach seiner ersten Seereise blieb jedoch 250 Jahre lang im Dunkeln. Jetzt könnten Archäologen ihr Wrack im Hafen von Newport auf Rhode Island entdeckt haben.

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James Cook war nicht nur ein Weltumsegler, er war auch der erste Europäer, der viele Inseln im Pazifik besuchte und entdeckte. Seine erste Reise im Jahr 1768 stand jedoch ganz im Zeichen eines kosmischen Ereignisses: des Venustransits von 1769. Um ihn zu beobachten, finanzierte die britische Royal Society eine Expedition nach Tahiti und stellte James Cook als Kapitän ein, um Naturforscher und Astronomen in den damals noch kaum erkundeten Pazifik zu bringen.

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Software-Fehler zerstörte japanischen Röntgensatellit

Das japanische Röntgenobservatorium Hitomi sollte eine neue Ära der Röntgenastronomie einläuten. © JAXA
Fataler Fehler: Der japanische Röntgensatellit Hitomi wurde Opfer eines Software-Fehlers. Nach seiner Funkstille vor wenigen Wochen führte eine fatale Kette von Ereignissen dazu, dass er immer schneller rotierte. Wie nun bekannt wurde, verhinderte ein falscher Software-Befehl, dass die Korrekturdüsen diese Rotation stoppten. Als Folge rissen wesentliche Teile des Satelliten ab und machten ihn funktionsunfähig.
 

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Es hatte so vielversprechend angefangen: Als Japans Röntgensatellit Hitomi am 17. Februar 2016 in den Orbit startete, galt er als die große Hoffnung der Röntgen-Astronomie. Denn erstmals seit 1999 sollte die Erde mit ihm wieder ein großes Röntgenobservatorium im All besitzen. Doch am 26. März, nach erfolgreicher Testphase im Orbit, blieb das Statussignal von Hitomi plötzlich aus. Wenig später wurden Trümmerteile nahe der Position des Satelliten beobachtet.

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Jimmy Kimmel destroys Sarah Palin’s climate babbling: Scientists aren’t just ‘fucking with you’

Jimmy Kimmel crushes Sarah Palin on climate change (Screen capture)RawStory
Sarah Palin has a new gig promoting a new climate-denial film called Climate Hustle. This is a perfect project for the former half-term governor of Alaska and failed vice-presidential candidate, because it combines her expertise in absolutely nothing with losing jobs.

By Sarah K. Burris | RawStory

This was simply too much for late-night host Jimmy Kimmel to handle, crushing her so perfectly it’s impossible to think she could ever respond.

Kimmel ran two clips of incoherent Palin ramblings using the “think of the children” angle about science she isn’t educated enough to understand. The problem is that her word-salad perpetuates the questioning of something 97 percent of all scientists believe. If she, and other dangerous climate deniers, continue to ramble on the proverbial street corner with a sign, it generates more and more doubt and we destroy the Earth.

“I have a theory,” Kimmel proposed. “I think maybe Sarah Palin wants global warming. It’s cold in Alaska. It would be welcome up there. But, the idea that she knows more than 97 percent of scientists is offensive and dangerous. No matter what Sarah Palin and these geniuses she surrounds herself with try to tell you, climate change is not a liberal-versus-conservative thing.”

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Why Did the Genetic Code of All Life on Earth Suddenly Stop Evolving?

Bild: merakname.com
Bild: merakname.com
All life on Earth exists thanks to a universal genetic code. This biological rulebook tells our cells how DNA should be translated into life-supporting proteins, without which we couldn’t survive.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Even though the genetic code commands a seemingly immeasurable number of organisms, it also binds us all together as descendents of a shared ancestor—a lingua franca for life.

Yet for all of its diverse and essential properties, the genetic code is static. For some reason unknown to scientists, approximately 3 billion years ago it simply stopped growing. Instead of expanding to encode new combinations of amino acids, and potentially new life, it stagnated at its current size and function. But a new study published today in the journal Science Advances offers an explanation for the genetic code’s mysterious evolutionary limit.

A team of geneticists from the Institute for Research in Biomedicine and the Centre for Genomic Regulation discovered that several billion years ago, the genetic code reached a point of self-preservation. Namely, it could continue evolving and risk mutating the building blocks of life it was responsible for creating, or it could remain limited, albeit functional.

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Wie Vorurteile unsere Wahrnehmung manipulieren

Fröhlich, neutral oder wütend? Stereotypen beeinflussen die visuelle Wahrnehmung © image source white/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn eine Person wahrnimmt, hängt nicht nur von ihren objektiven Gesichtszügen ab – sondern auch von stereotypen Erwartungen. Das zeigt nun ein Experiment von US-Forschern. Demnach verarbeitet das Gehirn Gesichter so, dass sie unseren Vorurteilen und Klischees mehr entsprechen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Das heißt: Wer Männern grundsätzlich aggressive Eigenschaften zuschreibt, dessen Gehirn reagiert auch auf ein neutrales Männergesicht so, als würde es ein wütendes sehen.

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Was wir von anderen denken und wie wir mit ihnen umgehen wird oft von Stereotypen bestimmt. Klischees und Vorurteile verleiten schon Kinder und Jugendliche dazu, dicke Menschen für dumm zu halten. Im Arbeitsalltag sorgen sie dafür, dass insbesondere fröhlichen Frauen keine Führungsstärke zugetraut wird – und selbst politische Wahlentscheidungen hängen mitunter von Stereotypen ab.

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Hirnforscher: „Wir brauchen den Glauben an ein Jenseits“

Lage der Hippocampi (rot) im menschlichen Gehirn: Ansicht von unten (die Stirn liegt im Bild oben)
Lage der Hippocampi (rot) im menschlichen Gehirn: Ansicht von unten (die Stirn liegt im Bild oben)

Der Freiburger Hirnforscher Prof. Robert-Benjamin Illing ist der Meinung, dass das Bedürfnis nach Transzendenz angeboren ist.

kath.net

„Wenn wir die Idee eines Göttlichen nicht fassen könnten, wären wir der Sinnkrise ausgeliefert, unsere Lebensfähigkeit würde unterhöhlt. Wir brauchen den Glauben an ein irgendwie geartetes Jenseits und eine höhere Instanz“, sagte der Wissenschaftler in einem Interview mit der Tageszeitung „Märkische Allgemeine“ (Potsdam). Die Hoffnung, dass ein Gott angesichts drohender Sinnlosigkeit letzten Endes für Sinn und Gerechtigkeit sorge, bestehe nach wie vor. Nach Ansicht des Neurobiologen ist Religion noch immer das dominierende Modell der Sinngebung. Aber es gebe auch Ersatzmodelle: „Wir können versuchen, das Gefühl der Sinnlosigkeit durch Konsum, esoterische Vorstellungen, Ideologien oder unseren Fußballverein zu überspielen.“ Er bezweifle allerdings, dass diese Modelle über Generationen hinweg tragfähig seien, so der Neurobiologe.

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Schuf „kochendes“ Wasser die Mars-Rinnen?

Sich verändernde Rinnen an einige Kraterhängen des Mars deuten auf die zumindest zeitweilige Existenz flüssigen Wassers hin – auch heute noch. © NASA/JPL/ University of Arizona
Paradoxer Effekt: Forscher könnten das Geheimnis der marsianischen Hang-Rinnen gelüftet haben. In einem Experiment haben sie herausgefunden, wie eine winzige Menge Schmelzwasser trotzdem eine verblüffend große Rinne hinterlassen kann: Weil das Wasser in der dünnen Marsluft sofort anfängt zu kochen, reißt es Sandkörner in die Höhe – und das löst Minilawinen aus, die im Laufe der Zeit die Rinnen bilden, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten.
 

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Der Mars war zwar einst durchaus wasserreich, doch heute ist er längst zu kalt und seine Atmosphäre zu dünn, um flüssiges Wasser lange halten zu können: Es gefriert oder verdampft, sobald es an die Oberfläche tritt. Das allerdings bedeutet nicht, dass es auf dem Roten Planeten gar kein flüssiges Wasser mehr gibt: Der Nachweis von chlorhaltigen Salzen im Untergrund und an den sich verändernden Rinnen einiger Kraterhänge sprechen dafür, dass sich zumindest sehr kurzzeitig Wasser oder Sole bilden könnten.

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Spinnen praktizieren Oral-Sex

Darwin-Rindenspinnen praktizieren Oral-Sex: Das kleinere Männchen speichelt wiederholt die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. © Gregorič et al
Rarität im Tierreich: Biologen haben eine madegassische Spinnenart bei einer extrem ungewöhnlichen Sexpraktik ertappt: dem Cunnilingus. Vor, während und nach der Paarung speichelt das Männchen dabei mehrfach die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. Wozu dieser Oralsex dient, ist bisher rätselhaft. Möglicherweise verschafft die Spinnenspucke den Spermien des Männchens Vorteile oder signalisiert seine Fitness, mutmaßen die Forscher im Fachmagazin“Scientific Reports“.

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Spinnen sind für ihre rabiaten Paarungs-Sitten berüchtigt: Häufig fressen die Weibchen ihre Partner nach dem Sex einfach auf, in anderen Fällen wehrt das Männchen Rivalen ab, indem es das Netz des Weibchens zerstört oder ihr sogar nach der Paarung die Kopulationsorgane verstümmelt. Umso erstaunlicher, dass Biologen nun bei den Spinnen eine Sex-Praktik entdeckt haben, die man bisher nur von Säugetieren kannte: den Oral-Sex.

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Krankenhaus Kunduz: US-Militär begeht keine Kriegsverbrechen

Eine U.S. Air Force AC-130U "Spooky" Gunship des 4th Special Operations Squadron. Bild: USAF
Eine U.S. Air Force AC-130U „Spooky“ Gunship des 4th Special Operations Squadron. Bild: USAF
US-Army General Joseph L. Votel, Befehlshaber des U.S. Central Command, stellte die Ergebnisse des 3000-seitigen Untersuchungsberichts zur Bombardierung des Krankenhauses von Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF) am Freitag in Washington vor. „Die Untersuchung ergab, dass bestimmte Personen die Einsatzregeln und Gesetze zu bewaffneten Konflikten nicht eingehalten haben.

Von Sascha Pommrenke | TELEPOLIS

Sie kam nicht zu dem Schluss, dass diese Ausfälle Kriegsverbrechen gleichkommen. Der Zwischenfall war eine Kombination aus menschlichem Versagen, Verfahrensfehlern und mangelhafter Ausrüstung. Und keinem Beteiligten war klar, dass ein Krankenhaus getroffen wurde“, berichtete Votel.

Kriegsverbrechen seien dadurch definiert, dass sie absichtlich ausgeführt werden, während der Angriff auf das Krankenhaus dieses Kriterium gerade nicht erfülle. Vielmehr sei der Angriff durch eine unglückliche Verkettung von menschlichem und technischem Versagen zustande gekommen. So sei die Mannschaft nicht vorbereitet gewesen, die Satellitenkommunikation ausgefallen und der Einsatz zu früh gestartet. Außerdem sei das alles dem „fog of war“ geschuldet, der nun mal bei Kampfoperationen auftreten könne.

So enthält der gesamte „Untersuchungsbericht“, für den das US Militär etwa ein halbes Jahr gebraucht hat, keine wesentlichen neuen Erkenntnisse gegenüber den bereits bekannt gewordenen Details. Veröffentlicht wurden allerdings nur knapp 700 Seiten des gesamten Berichts, wovon wiederum ein Großteil zensiert wurde. Von einer transparenten Untersuchung kann keine Rede sein.

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Muttermilch fördert Hirnentwicklung

Nahrhaft und gut für das Gehirnwachstum: Muttermilch © John Twombly
Nahrhafter Entwicklungsbeschleuniger: Muttermilch versorgt Neugeborene nicht nur mit wertvollen Nährstoffen. Zumindest bei Frühchen fördert es auch die Gehirnentwicklung, wie nun eine Studie zeigt. Frühgeborene, die in den ersten Wochen nach der Geburt viel Muttermilch erhalten, haben demnach zum eigentlichen Geburtstermin größere Gehirne als Babys, die nur wenig oder gar nichts von der Milch trinken. Ob sich das auch spürbar auf die späteren kognitiven Fähigkeiten auswirkt, muss noch geklärt werden.

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Stillen bringt einem neugeborenen Kind große Vorteile. Über die Muttermilch erhält das Baby wertvolle Nährstoffe sowie Antikörper und Botenstoffe, die das Immunsystem stärken und das Neugeborene so auf die Herausforderungen des Lebens vorbereiten. Studien belegen, dass die Milch der Mutter unter anderem vor entzündlichen Darmerkrankungen schützt – eine Wirkung, die bis weit ins Erwachsenenalter anhält.

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Three Potentially Habitable Planets Have Been Found in Our Cosmic Backyard

Artist's render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M. Kornmesser
Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M. Kornmesser
The search for potentially life-bearing exoplanets got a hefty boost this Monday, with the discovery of three Earth-sized worlds orbiting an ultracool dwarf star only 39 light years distant from our own solar system.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The planets, described today in Nature, are such close cosmic neighbors that astronomers expect to root out precise details about their masses, atmospheres, chemical makeup, and thermal structure—as well as their potential habitability—with future observations.

“[With] the measurement of the masses, we should have enough information to constrain the surface conditions, notable to assess the existence of liquid water,” Michaël Gillon, astronomer at the Université de Liège and lead author of the new research, told me via email.

“The most exciting part is, of course, that these observations could also reveal chemical disequilibria originating from biological activity,” he continued.

In other words, astronomers hope to detect “biomarkers” such as oxygen, ozone, methane, or other substances that might have been produced by extraterrestrial life. While many of these markers can also be produced by non-biological processes, these three alien worlds are close enough to be studied with much greater scrutiny than most exoplanets, so it will be easier to pick up finer details about their habitability.

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Der Einfluss des Smartphones auf das menschliche Gehirn

Mehrere Stunden täglich nutzen Verbraucher Geräte mit Internetzugang, um mehr oder weniger wichtige Aufgaben zu erledigen. © thinkstock.com,CandyBoxImages
44 Millionen Deutsche nutzen ein Smartphone, sei es als Terminplaner, zur Navigation, als Wecker oder um Notizen abzurufen. Früher mussten sich Menschen Telefonnummern einprägen, heute kennen viele ihre eigene Nummer nicht. Wer im Alltag einem Problem begegnet, der googelt die Lösung auf dem Smartphone. Kritiker sehen in dieser Abhängigkeit eine große Gefahr und betiteln sie als digitale Demenz.

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Die Putzfrau, der Geschäftsführer, die Musiklehrerin – praktisch jeder ist heutzutage online. Das Smartphone ist für die Mehrheit das Portal ins Internet. Mehrere Stunden täglich nutzen Verbraucher das Gerät, um mehr oder weniger wichtige Aufgaben zu erledigen. Zu den Nutzergruppen zählen auch Jugendliche und Kinder – und darin sehen Hirnforscher und Psychologen wie Manfred Spitzer eine große Gefahr.

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Droht dem Orient ein Klima-Exodus?

Von Hitze und Wüstenstaub geplagt: Im Nahen und Mittlerern Osten wie hier in Kuweit kann es bis 2050 an Sommertagen bis 50°C heiß werden. © Molly John, Flickr/ CC-by-sa 3.0
Durch Hitze unbewohnbar? Der Nahe Osten und Nordafrika könnten schon Mitte des Jahrhunderts unerträglich heiß werden. Denn wie neue Klimaprognosen zeigen, steigen die sommerlichen Mitteltemperaturen in den ohnehin heißen Regionen des Orients mindestens doppelt so schnell an wie im globalen Durchschnitt. Dadurch könnten viele Gebiete schon in naher Zukunft unbewohnbar werden, warnen die Forscher im Fachmagazin „Climatic Change“.

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Über 500 Millionen Menschen leben im Nahen Osten und in Nordafrika – einer Region, die schon jetzt vom Klimawandel stark betroffen ist. So ist die Dürreperiode im östlichen Mittelmeer die schlimmste der letzten 900 Jahre und die Zahl der extrem heißen Tage hat sich in der gesamten Region seit 1970 verdoppelt. Forscher gehen davon aus, dass diese Klimaveränderungen die Kriege und Konflikte dort gefördert und verschärft haben.

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Und geheiligt werde die Willkür

Bild: RDF
Gender-Ideologen machen den Fehler, dass sie „Mann“ und „Frau“ rein kulturell verstehen. Zunächst einmal unterscheiden sich Männer und Frauen jedoch biologisch. Kulturelle Studien sind legitim, müssen aber von biologischen Grundlagen ausgehen.

Von Andreas Müller | Richard Dawkins-Foundation

Es gibt auch Frauen mit XY-Chromosomen. Das teilte man mir vor kurzem mit. Und ich Naivling meinte, Männer hätten XY-Chromosomen und Frauen XX-Chromosomen. Das Phänomen der XY-Frauen erklärt sich allerdings durch eine partielle oder komplette Testosteronblockade, zum Beispiel bei Fehlen des TDF-Proteins. Mit anderen Worten ist das nicht normal. Eine biologische Fehlfunktion führt zu diesem seltenen Phänomen der XY-Frauen. Das ist kein Vorwurf an die XY-Frauen oder an XX-Männer, es ist einfach so. Und dieses „die Dinge sind, wie sie sind“, die wissenschaftlich erkundbaren Tatsachen der Realität, drohen der politischen Korrektheit und dem Relativismus geopfert zu werden.

Es ist sinnvoll, „männlich“ und „weiblich“ biologisch zu definieren und voneinander abzugrenzen. Bereits Charles Darwin setzte sich in seinem „Ursprung der Arten“ mit dem Problem der zahlreichen Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle in der Natur auseinander. Er schrieb, es sei manchmal schwierig, Arten eindeutig voneinander zu unterscheiden. Manche Forscher betrachteten eine Lebensform als Art, andere nur als Rasse. Und trotz der Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle leugnen Biologen nicht, dass es Arten gibt.

Doch genau das ist die Tendenz unseres Zeitgeistes. An die Stelle der Unterscheidung – wozu klar definierte Begriffe dienen – tritt die Gleichmacherei. Letzten Endes sind dann aber nicht alle Menschen gleich, sondern alles ist gleich. Und somit ist alles nichts Bestimmtes. Ist es ein Mann? Ist es eine Frau? Warum nicht etwas dazwischen, warum nicht beides zugleich? Letztlich ist dann alles im Grunde nichts.

„An die Stelle der Unterscheidung tritt die Gleichmacherei.“

Die Kritiker meiner Artikel über Transgender sehen sich dem Problem ausgesetzt, dass sie im Namen der heiligen politischen Korrektheit, des gesegneten Relativismus, in die Richtung argumentieren: Es gibt keine Geschlechter. Wenn sie nämlich einräumen, dass es voneinander abgrenzbare Geschlechter gibt, dann kann sich nicht jeder einfach als „Frau“ oder „Mann“ definieren, weil er sich besser dabei fühlt. Schließlich müssen ihrer Weltanschauung zufolge auch biologische Frauen „eigentlich“ Männer sein dürfen und andersherum.

„Alles fließt“, wie Heraklit es ausdrückte. Mit anderen Worten gibt es keine Kontinuität und somit keine Attribute und somit keine Entitäten und somit – gibt es gar nichts. Ein Mann ist demzufolge nicht von Natur aus ein Mann, weil er natürliche männliche Eigenschaften einfach ablegen oder sie wegoperieren lassen kann. Und gibt es keine männlichen Eigenschaften, so gibt es auch keine Männer – wodurch sollen sich diese ohne Eigenschaften schließlich auszeichnen? Und wir können uns jede Diskussion über das gar nichts, was übrigbleibt, ersparen, alleine schon deshalb, weil wir dieser Logik zufolge selbst auch nicht existieren. Oder gibt es etwa doch Frauen und Männer?

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Schneller als Licht

Trifft Laserlicht (links unten) auf einen gewölbten Reflektor, breiten sich die Reflexe aus der Sicht einer Kamera schneller als mit Lichtgeschwindigkeit aus. © M. Clerici et al./U Glasgow
Komplexes Experiment zeigt eine Zeitumkehr von Lichtsignalen – trotzdem kein Widerspruch zu Einsteins Theorien

Von Jan Oliver Löfken | Wissenschaft aktuell

Wenn sich ein Lautsprecher schneller als der Schall auf einen Zuhörer bewegt, tritt ein faszinierender Effekt ein: In den Ohren des Zuhörers läuft das aus dem Lautsprecher tönende Musikstück rückwärts ab. Physiker haben nun ein ausgeklügeltes Experiment aufgebaut, um den analogen Effekt auch für Licht messen zu können. Tatsächlich konnten sie mit einem sehr schnellen Detektor eine Art Zeitumkehr nachweisen. Dabei betonen sie, dass ihre Ergebnisse, veröffentlicht im Fachblatt „Science Advances“, nicht im Widerspruch zu den Theorien Albert Einsteins stehen. Weder Materie noch Information wurde mit Überlichtgeschwindigkeit übermittelt.

„Aber Lichtquellen können sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegen“, sagt Matteo Clerici von der University of Glasgow. Wichtige Bedingung dafür: Die Ausbreitung mit Überlichtgeschwindigkeit ist nicht mit der Bewegung von Materie verknüpft. Gemeinsam mit seinen Kollegen gelang es Clerici, mit einem schnell getakteten Laser eine Lichtquelle zu konstruieren, die aus der Sicht eines Detektors superluminar war, sich also mit Überlichtgeschwindigkeit bewegte. Für dieses Experiment lenkten die Physiker die sehr kurzen Lichtpulse des Lasers auf einen Reflektorschirm. Die Reflexe auf diesem dienten nun als jene Lichtquelle, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen sollte. Einfache geometrische Beziehungen reichten für den Effekt aus.

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Dresden: „Aghet“ trotz Intervention der Türkei aufgeführt

erdogan-sultan

Erstmals seit der Beschwerde der Türkei gegen das armenisch-türkische Musikprojekt „Aghet“ ist das Werk aufgeführt worden. „Eigentlich müssten wir Erdogan dankbar sein“, sagt der Intendant Dieter Jaenicke.

Frankfurter Rundschau

Erstmals seit der Intervention der Türkei gegen das Musikprojekt «Aghet» ist das Werk wieder aufgeführt worden. Das Projekt war zum 100. Jahrestag des Massakers an den Armeniern initiiert worden.

Die Dresdner Sinfoniker und Gastmusiker bekamen am Samstagabend im ausverkauften Festspielhaus Hellerau in Dresden tosenden Beifall.

Die um Musiker aus der Türkei, Armenien und Mitglieder des No Borders Orchestra aus Staaten des früheren Jugoslawien verstärkten Sinfoniker hatten «Aghet» Ende November 2015 in Berlin uraufgeführt. Sie wollen damit ein Zeichen der Versöhnung setzen. Die Idee dazu stammt von dem deutsch-türkischen Gitarristen Marc Sinan. «Aghet» ist dessen Großmutter gewidmet, die die Gräueltaten als Kind überlebte. Das Hauptstück ist geschrieben für Orchester, Frauenchor und Sprechstimme.

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Einzigartiges Bruchstück aus Zeit der Entstehung der Erde kehrt nach Milliarden Jahren tiefgekühlt zurück

Schweifloser Manx-Komet aus der Oortschen Wolke liefert Hinweise über den Ursprung des Sonnensystems. Bild: eso.org
Astronomen haben ein einzigartiges Objekt entdeckt, das aus Materie aus dem inneren Sonnensystem zu bestehen und aus der Zeit zu stammen scheint, in der sich die Erde gebildet hat, und dann für Milliarden von Jahren weit von der Sonne entfernt in der Oortschen Wolke eingefroren worden ist. Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der ESO und dem Canada France Hawai`i Telescope zeigen, dass C/2014 S3 (PANSTARRS) das erste entdeckte Objekt ist, das sich auf einer Kometen-Umlaufbahn mit langer Umlaufdauer befindet und die Eigenschaften eines urzeitlichen Asteroiden aus dem inneren Sonnensystem besitzt. Damit könnte es wichtige Anhaltspunkte liefern, wie sich das Sonnensystem gebildet hat.

Pressemitteilung Wissenschaft eso.org

In einer Studie, die heute in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wird, kommen Erstautorin Karen Meech vom Institute for Astronomy der University of Hawai`i  und ihre Kollegen zu dem Schluss, dass C/2014 S3 (PANSTARRS) sich zur selben Zeit wie die Erde in den inneren Bereichen des Sonnensystems gebildet hat, jedoch bereits in einem sehr frühen Stadium hinausgeschleudert wurde.

Ihre Beobachtungen deuten darauf hin, dass es sich eher um einen sehr alten Gesteinsbrocken handelt, als um einen zeitgenössischen Asteroiden, der sich verirrt hat. Als solcher ist er einer der potentiellen Bausteine der Gesteinsplaneten wie die Erde, der aus dem inneren Sonnensystem vertrieben und für Milliarden von Jahren in der eisigen Umgebung der Oortschen Wolke konserviert wurde [1].

Karen Meech erläutert die unerwartete Beobachtung: „Wir kennen bereits unzählige Asteroiden, aber sie alle waren über Milliarden von Jahren hinweg der hohen Temperatur der Sonne ausgesetzt. Hier haben wir den ersten Asteroiden, den wir beobachten konnten, der noch nicht in die Nähe der Sonne gekommen ist: Er wurde in der besten Tiefkühltruhe konserviert, die es gibt.“

C/2014 S4 (PANSTARRS) wurde ursprünglich vom Pan-STARRS1-Teleskop als nur gering aktiver Komet entdeckt, der etwas mehr als doppelt so weit von der Sonne entfernt ist wie die Erde. Seine lange Umlaufdauer von derzeit etwa 860 Jahren legt nahe, dass sein Ursprung in der Oortschen Wolke zu finden ist und dass er erst vor vergleichsweise kurzer Zeit in eine Umlaufbahn geschubst wurde, die ihn näher an die Sonne heranbringt.

Das Team merkte sofort, dass C/2014 S3 (PANSTARRS) ungewöhnlich war, da er nicht den typischen Schweif hat, den die meisten Kometen mit langer Umlaufdauer besitzen, wenn sie der Sonne so nahe kommen. Daher wurde er fortan nach der gleichnamigen schwanzlosen Katze als Manx-Komet bezeichnet. Innerhalb weniger Wochen nach seiner Entdeckung konnte das Team mit dem Very Large Telescope der ESO in Chile Spektren des äußerst lichtschwachen Objekts aufnehmen.

Genauere Untersuchungen des Lichts, das von C/2014 S3 (PANSTARRS) reflektiert wird, weisen darauf hin, dass es sich um einen klassischen S-Typ-Asteroiden handelt, die normalerweise im Inneren Asteroidengürtel zu finden sind. Er sieht nicht aus wie ein typischer Komet, bei denen man davon ausgeht, dass sie sich im äußeren Sonnensystem gebildet haben und mehr Eis als Gestein enthalten. Es scheint, als dass seine Materie nur eine sehr geringe Entwicklung durchlaufen hat, was ein Hinweis darauf ist, dass sie für eine sehr lange Zeit tiefgefroren war. Die schwache kometenartige Aktivität, die C/2014 S3 (PANSTARRS) zugeschrieben wird und in Einklang mit der Sublimation von Wassereis steht, ist etwa eine Millionen Mal geringer als bei aktiven Kometen mit langer Umlaufdauer in vergleichbarer Entfernung zur Sonne.

Die Autoren schlussfolgern, dass dieses Objekt wahrscheinlich aus frischer Materie aus dem inneren Sonnensystem besteht, die in der Oortschen Wolke überdauern konnte und sich nun auf den Weg zurück in die inneren Bereiche des Sonnensystems macht.

Etliche theoretische Modelle sind in der Lage, den Aufbau unseres Sonnensystems zu reproduzieren. Ein bedeutender Unterschied zwischen diesen Modellen besteht darin, was sie für die Objekte vorausberechnen, aus denen die Oortsche Wolke besteht. Die verschiedenen Modelle prognostizieren aber erhebliche Unterschiede im Verhältnis von Eis- zu Gesteinsobjekten. Diese erstmalige Entdeckung eines Gesteinsobjekts aus der Oortschen Wolke ist somit ein wichtiger Test für die unterschiedlichen Vorhersagen der Modelle. Die Autoren schätzen, dass Beobachtungen von 50-100 dieser Manx-Kometen notwendig sind, um zwischen den derzeitigen Modellen unterscheiden zu können, was neue Möglichkeit bei der Untersuchung der Ursprünge des Sonnensystems eröffnen würde.

Ko-Autor Olivier Hainaut von der ESO in Garching schlussfolgert: „Wir haben den ersten Gesteinskometen gefunden, und wir suchen nach weiteren. Abhängig davon, wie viele wir finden, wird uns das Aufschluss darüber geben, ob die Gasplaneten als sie jung waren quer durchs Sonnensystem getanzt sind oder ob sie leise aufgewachsen sind, ohne sich groß zu bewegen.“

Endnoten

[1] Die Oortsche Wolke ist eine riesige Region, die die Sonne als gewaltige, dichte Seifenblase umgibt. Sie enthält schätzungsweise Billionen winziger Eiskörper. Gelegentlich erhält einer dieser Körper einen Stoß und fällt ins innere Sonnensystem, wo die Hitze der Sonne aus ihm einen Kometen macht. Man geht davon aus, dass diese Eiskörper aus der Region, in der sich die Riesen-Planeten in den frühen Tagen des Sonnensystems bildeten, herausgeschleudert wurden.

Einzigartiges Bruchstück aus Zeit der Entstehung der Erde kehrt nach Milliarden Jahren tiefgekühlt zurück weiterlesen

Gender-Zensur bei Wikipedia

Bild. RDF
Ein Artikel mit dem Titel „Gender Biomedizin“, erstellt von einer erfahrenen Gruppe von Wikipedia-Autoren, wurde wenige Stunden nach dem Hochladen zur Löschung bereitgestellt, und daraufhin von den enttäuschten Wikipedianern zurückgezogen.

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Inzwischen ist auch die angesehene Online-Enzyklopädie von Vertretern der Gender-Ideologie vereinnahmt worden, eine bedenkliche Entwicklung und Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland. Den zensierten Artikel veröffentlichen wir hier, damit er frei zugänglich ist.

Die Gender Biomedizin (geschlechtergerechte Analyse und Behandlung von Krankheiten, GB, engl. Gender aspects in Biomedicine) wurde 1993 in den USA als Forschungsrichtung etabliert. Der GB liegen alle naturwissenschaftlich dokumentierten Unterschiede der beiden Geschlechter (männlich/weiblich) zugrunde. Insbesondere die vorgeburtliche Vermännlichung des ursprünglich neutral bzw. weiblich angelegten menschlichen Embryos bildet die theoretische Grundlage dieser Richtung der Biomedizin.

Inhaltsverzeichnis

1) Geschichte
2) Naturwissenschaftliche Grundlagen
3) Abgrenzung zu den Gender-Studien
4) Weblinks
5) Einzelnachweise

1) Geschichte

Im Jahr 1993 veröffentlichte die United States Food and Drug Administration (F.D.A.) ihre sogenannten Richtlinien zu den Geschlechter-Unterschieden (Gender Differences). Nach diesen Vorgaben ist es ab 1994 für alle zu prüfenden Medikationen vorgeschrieben, die Geschlechter-Unterschiede (Männer verglichen mit Frauen) in die experimentellen Analysen mit einzubeziehen. Ab Mitte der 1990er Jahre konnte man in Fachpublikationen mit zunehmender Häufigkeit den Begriff Gender Differences lesen. Wie der Harvard-Biologe David Haig in einem grundlegenden theoretischen Beitrag[1] nachgewiesen hat, nahm die Nennung des Begriffs Gender (in der Evolutionsbiologie die Entwicklung eines männlichen bzw. weiblichen Embryos zum geschlechtsreifen Individuum) in der biomedizinischen Literatur ab diesem Zeitpunkt erheblich zu. Im Jahr 2010 wurde im Universitätsverlag Göttingen eine Monographie mit dem Titel Sex und Gender in der Biomedizin publiziert[2]. Auf Grundlage der dort zusammengefassten Befunde und aktuellerer Studien, sowie der zentralen Erkenntnis, dass die Geschlechtschromosomen bei Mann und Frau nicht nur in den Gonaden, sondern im ganzen Körper exprimiert werden[3], wurde der Begriff „Gender aspects in Biomedicine“, deutsche Kurzform „Gender Biomedizin“ (GB) geprägt und diese Disziplin ausführlich charakterisiert.[2][4]

2) Naturwissenschaftliche Grundlagen

Die GB basiert u. a. auf der Erkenntnis, dass eine befruchtete Eizelle (Zygote), obwohl zu etwa 50 : 50 % entweder weibliche (XX) bzw. männliche (XY)-Varianten gebildet werden,[2] sich zunächst geschlechtsneutral bzw. feminin entwickeln. Erst im 2. Schwangerschaftsmonat wird bei den XY-Varianten eine aktive Vermännlichung des weiblichen Embryos hervorgerufen, wobei das Steroidhormon Testosteron als entscheidender Regulator dient.[4] Es folgt daraufhin eine hormonell gesteuerte Maskulinisierung des Gehirns. Diese evolutionsbiologisch begründete Sicht von „der Frau als primärem Geschlecht“ wird u. a. durch die Beobachtung unterstützt, dass Männer über funktionslose Brustwarzen verfügen, ohne jemals „Muttermilch“ absondern zu können.[4] Weiterhin haben DNA-Sequenzanalysen zu der Erkenntnis geführt, dass sich Männer und Frauen um ca. 1,5 % voneinander unterscheiden, eine Differenz, die in etwa dem Spezies-Unterschied von Schimpanse und Mensch entspricht. Diese und weitere Befunde aus der evolutionären Entwicklungsbiologie [5] haben zur Erkenntnis geführt, dass sich Männer und Frauen derart deutlich voneinander unterscheiden, dass es angemessen erscheint, die beiden Geschlechter als separate, evolvierte Menschentypen zu betrachten.[4]

3) Abgrenzung zu den Gender-Studien

Die ausschließlich naturwissenschaftlich-experimentell begründete Gender Biomedizin[2], eine Erweiterung der bereits in den 1980er Jahren initiierten Gender Medicine, basiert auf physikalisch-biochemischmolekulargenetischen Befunden.[5] Die GB ist daher eine ideologiefreie, ergebnisoffene Disziplin der Life Sciences (Biowissenschaften). Im Gegensatz dazu basieren die seit Mitte der 1990er Jahre an deutschen Universitäten gelehrten, sozial- bzw. geisteswissenschaftlich begründeten Gender Studies (GS) auf fragwürdigen Annahmen. Wie in einer umfassenden Studie dargelegt,[4] können die „Gender Studies“ auf die Irrlehren des US-Psychologen John Money zurückgeführt werden. Die Money‘sche These einer „geschlechtsneutralen Geburt“ mit anschließender erzieherischer Prägung in männliche bzw. weibliche Richtung wurde insbesondere durch die Erkenntnisse der molekularen Gender Biomedizin widerlegt[3][5]. Da Vertreter der sozio-politischen „Gender Studies“ irrtümlicher Weise Aspekte der GB in ihr Konzept integriert haben, wurde zur Abgrenzung GB vs. GS der Begriff Moneyismus geprägt.[4] Wie im Detail nachgewiesen werden konnte[4][6], lassen sich die wesentlichen Aussagen der Gender-Ideologie (an Universitäten unter dem Begriff Gender Studies angesiedelt) auf die Ideen von John Money zurückführen, wobei u. a. auch die Bücher der US-Autorin Judith Butler prägend waren. Über feministische Schriftstellerinnen wie Butler etc. wurden die Thesen von John Money zur Grundlage der deutschen GS. Das Wort „Gender“ wird u. a. von der Politikwissenschaftlerin Jemima Repo (im soziologischen Sinne das „soziale Geschlecht“) als politischer Kampfbegriff interpretiert.[6]

Weblinks

The Drug-Dose Gender Gap. The New York Times (Jan. 28, 2013) (http://well.blogs.nytimes.com/2013/01/28/the-drug-dose-gender-gap/?_r=0)
Stanford University’s Gendered Innovations (https://genderedinnovations.stanford.edu/)

Einzelnachweise

  1. Haig, D. (2004) The inexorable rise of gender and the decline of sex: Social change in academic titles, 1945–2001. Arch. Sex. Behav. 33, 87–96.2.
    Klinge, I., Wiesemann, C. (Eds.) (2010) Sex and Gender in Biomedicine. Theories, Methodes, Results. Göttingen: Universitätsverlag, Göttingen.
  2. Bellott, D. W., Hughes, J. F., Skaletsky, H. et al. (2015) Mammalian Y-chromosomes retain widely expressed dose-sensitive regulators. Nature 508, 494–499.
  3. Kutschera, U. (2016) Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. Berlin: LIT-Verlag.
  4. Meyer, A. (2015) Adams Apfel und Evas Erbe. Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer. München: C. Bertelsmann Verlag.
  5. Repo, J. (2016) The Biopolitics of Gender. New York: Oxford University Press.

Das rassistische Dschungelbuch?

Dschungelbuch, historisches Titelblatt – gemeinfrei
Die Apologie eines sozialdarwinistischen „Gesetz des Dschungels“. Die imperialistische Gegenüberstellung dieses Gesetzes mit der rationalistisch-zivilisierten Naturbeherrschung. Ein jingoistisches, also britisch-imperialistisches Buch.

Von Sören Heim | DIE KOLUMNISTEN

Ein düsteres und gewaltvolles Buch. All das sind, sich teilweise widersprechende, Charakterisierungen von Rudyard Kiplings Dschungelbuch, die man in Diskussionen über das Werk, durchaus auch im akademischen Milieu, zu hören und zu lesen bekommt. Etwa hier, in einem prototypischen Text von Katharine Trendacosta:

The thread running throughout the stories is that Mowgli is superior to the animals that raised him by virtue of being man, not beast.

Zuletzt wurde man mit solchen Versatzstücken in Debatten über den neuen Disneyfilm konfrontiert, der dem Original näher sei als der alte, weil er den Kampf ums Dasein stärker in den Mittelpunkt rücke.

Erst lesen, dann urteilen!

Über die Vielschichtigkeit von Kiplings Dschungelbuch ließen sich zahlreiche Aufsätze schreiben. Über das Mensch-Tier-Verhältnis, die Art wie sich einzelne Geschichten spiegeln oder konterkarieren, und und und. Ich möchte hier in aller Kürze nur ein paar Aspekte zu Herrschaft, Macht und Gewalt herausgreifen, in denen das verfemte Werk sehr viel komplexer ist als man es ihm gemeinhin unterstellt. Ich konzentriere mich dabei auf die wegen der Disney-Neuverfilmung wieder diskutierten drei Mowgli-Geschichten und traue dem Leser zu, selbst zu erkennen, dass, sobald Kiplings Erzählungen, etwa im Schlusstext des Dschungelbuchs „Her Majesty’s Servants“ zeitgenössische politische Ereignisse berühren, der Autor tatsächlich rassistische Stereotype bemüht und aus seinen imperialen Schuhen nicht heraus kann, noch will.

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Von Könner bis Quacksalber

Ruben Pfizenmaier (Hg.) Auf dem Markt der Experten Illustrationen von Malte Grabsch Verlag: Edition Büchergilde, Frankfurt M. 2016 ISBN: 9783864060649
Ruben Pfizenmaier (Hg.)
Auf dem Markt der Experten
Illustrationen von Malte Grabsch
Verlag: Edition Büchergilde, Frankfurt M. 2016
ISBN: 9783864060649

Experten sind anscheinend allgegenwärtig. Kaum eine Nachrichtensendung, Talkshow, Sportübertragung oder Dokumentation, in der nicht Terrorismus-, Wirtschafts-, Börsen- oder Sportfachleute zu Wort kommen.

Von Martin Schneider | Spektrum.de

Sie erklären Hintergründe, Zusammenhänge und wagen Prognosen. Fitness-, Ernährungs- und Glücksexperten raten uns, wie wir unser persönliches Wohlbefinden steigern können. Die Medien geben ihnen gern ein Podium und beeinflussen damit die Meinungen der Bürger. Doch wer kommt hier eigentlich zu Wort, wer erhält das Etikett „Experte“? Benötigen wir solche Menschen wirklich, oder spiegelt ihre Präsenz unsere Überforderung in einer immer komplexer werdenden Welt?

Diesen Fragen geht das vorliegende Buch nach. Es entstand in einer Kooperation des Verlags mit dem Studiengang für Angewandte Literaturwissenschaft der FU Berlin und versammelt 16 Beiträge. Die Autoren stammen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Journalismus, Philosophie, Politikwissenschaft oder Verlagswesen. Seltsamerweise haben es nur 15 Beiträge ins Inhaltsverzeichnis geschafft – der 16., ein Text über Expertentum im Fußball, wurde offensichtlich übersehen.

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