Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Religiöse Toleranz im Alten Ägypten

Die Symbole Halbmond, Menora und Kreuz schmücken im Bode-Museum in Berlin eine Wand auf dem Weg zur Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil”. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Es geht auch friedlich: Die Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil” im Berliner Bode-Museum zeigt das alltägliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen. In Ägypten ging es bis zum Mittelalter dabei erstaunlich tolerant zu.


Von Rocco Thiede|Deutschlandradio Kultur

Abraham, der Urvater und Archetypus für den Glauben an den einen Gott ist Titelgeber der Ausstellung “Ein Gott” im Berliner Bode-Museum. Er ist das Bindeglied zwischen Judentum, Christentum und Islam. Friederike Seyfried leitet seit 2009 als Direktorin das Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Ägyptologin ist eine der Kuratorinnen des über fünf Jahre geplanten Ausstellungsvorhabens. Frau Seyfried erläutert, wie es zur Ausstellungsidee “Ein Gott –Abrahams Erben am Nil: Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter kam:

Das Christentum in Ägypten existiert nicht ohne den Islam und beide existieren nicht ohne das Judentum. Da die Geschichte der drei Offenbarungsreligionen am Nil eine der längsten gemeinsamen Geschichten hat, haben wir uns überlegt, wir wollen eine Ausstellung machen, aber zu allen drei Religionen.”

Der Titel der Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben” ist ganz bewusst gewählt und Programm. Das unterstreicht auch Friederike Seyfried:

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Dark Matter Is Dark Even to Other Dark Matter

Image: NASA

Dark matter’s claim to fame is that it doesn’t interact very well with regular matter. Thanks to the electromagnetic force, we here in the world of normal matter get to experience photons and electrons as light and electricity, but dark matter misses out. This is the whole problem with directly detecting the stuff, which would seem to mostly just interact via gravity. As such, dark matter might be viewed as a ghost universe unto itself, mingling but never “touching.”


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

New observations courtesy of NASA’s Hubble Space Telescope and Chandra X-ray Observatory offer an interesting twist to our (typical) conceptualization of dark matter. It seems that it doesn’t even interact with itself, at least in terms of exchanging momentum. This is to say that if you fire a dark matter cannonball at a dark matter wall, the ball will just sail on through. It’s not the most unexpected thing, but it allows physicists to now add new additional constraints to dark matter models, offering a clearer picture of what the stuff even is (or should be).

The new NASA results are published in the current issue of Science. They’re based on observations of colliding galactic clusters, where enormous amounts of dark matter are found mingling with individual galaxies, stars, and huge clouds of gas. These clusters offer a natural laboratory for astronomers to study interactions between dark matter and regular matter via gravitational lensing, which is the main way that dark matter makes itself visible.

“Specifically, what these collisions reveal is dark matter’s interaction “cross-section,” which is a measurement of attenuation, or how much resistance a material puts up against another material (how easily the cannonball travels through the wall). The astronomers were able to come up with a self-interaction cross-section for galactic dark matter by tracing the behavior of 72 different galactic clusters, which are visible to Hubble and Chandra from many different angles and at different times.

The basic idea is that as a galaxy cluster collides with another galaxy cluster, their respective constituent stars shouldn’t slow down very much as gas clouds offer low resistance to stars, while the stars themselves are spaced so far apart that collisions would be rare enough to not offer much of a barrier. (The star component of galactic clusters would have a very small interaction cross-section.) Meanwhile, dueling colliding gas clouds would interact, basically grinding to a halt (a very large interaction cross-section).

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​Read more: “Does the Sun Have a Heart of Dark Matter?

IIi Pfeifhase: Der Teddybär-Hase lebt noch

© Li Weidong/Spektrum.de

© Li Weidong/Spektrum.de

Ihre Heimat sind die rauen und entlegenen Berge des Tian Shan im Westen Chinas. Dort haben nur etwa 1000 Ili-Pfeifhasen überlebt, wie Biologen nun warnen.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Sie sind klein, gelten aktuell als das „süßeste“ Tier der Erde und sind sehr selten – kein Wunder, dass sich die Ili-Pfeifhasen (Ochotona iliensis) fast 20 Jahre den Nachforschungen der Menschen entziehen konnten. Die gute Nachricht: Sie leben noch und konnten nun erstmals auch wieder durch ihren ursprünglichen Entdecker Li Weidong vom Xinjiang Institute for Ecology and Geography in freier Natur beobachtet werden. Der Biologe hatte die Art erst 1983 entdeckt und beschrieben; seitdem gelang nur die Sichtung von insgesamt 29 Tieren – die letzte davon Mitte der 1990er Jahre.

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Self/less: New Sci-Fi Thriller Looks To Indefinite Life Extension via Mind Uploading

What if you could upload your mind into a new brain, connected to a brand new body? Would you do it? In a new upcoming sci-fi film, Self/less, starring Ben Kingsley and Ryan Reynolds, one man sets himself to defeat his own inevitable death due to cancer by partaking in a mind uploading procedure.


By B.J. Murphy|SERIOUS WONDER

The only problem is that, with his new mind comes new memories, of which places him in a dangerous situation that is spinning out of control.

I, for one, wished a sci-fi film going into both indefinite life extension and mind uploading would carry on a more optimistic viewpoint, but in terms of dystopian sci-fi thrillers, Self/less looks very interesting and will definitely be entertaining to watch. It’s clear that topics like indefinite life extension and mind uploading are growing in acceptance, due to a growing interest in them among mainstream film producers.

Nasa schickt gigantischen Forschungsballon um die Erde

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in Neuseeland einen riesigen Forschungsballon in die Atmosphäre steigen lassen. dpa/FOCUS ONLINE

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in Neuseeland einen riesigen Forschungsballon in die Atmosphäre steigen lassen. Er soll in Rekordzeit die Erde umrunden – die bisherige Bestmarke liegt bei 54 Tagen.


FOCUS ONLINE

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in Neuseeland einen riesigen Forschungsballon in die Atmosphäre steigen lassen. In einer Höhe von rund 33 Kilometern soll das mit Helium gefüllte Fluggerät die Erde umrunden, wie die Nasa am Freitag mitteilte. Ziel ist es, die bisherige Rekord-Flugdauer von 54 Tagen für einen solchen Ballon zu übertreffen. Die Wissenschaftler wollten beweisen, dass Riesenballons sogar 100 Tage lang im Einsatz sein können, sagte die Verantwortliche des Nasa-Ballon-Programms, Debbie Fairbrother.

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Die Raumsonde Gaia – beispiellos und beispielhaft

Die Raumsonde Gaia, derzeit im Lagrange-Punkt 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Bild: Esa/Heise.de

Das vielleicht wichtigste Teleskop im Weltraum wird bald erste Ergebnisse liefern. Die Menge und Qualität von Sternpositionen bis weit in die Milchstraße, aber auch darüber hinaus, verspricht einzigartig zu sein. Aber auch methodisch könnte die Raumsonde zeigen, wie gute Wissenschaft funktioniert.


Von Alexander Unzicker|TELEPOLIS

Auch in der Astronomie ist das Einfachste oft das Beste. Das Beobachten der Sternparallaxe, eine kleine Winkelverschiebung der Position durch Änderung des Beobachterstandpunkts, ist die verlässlichste Entfernungsmessung der Astronomie. Was das menschliche Auge intuitiv beim Stereosehen verarbeitet, hat die Raumsonde Gaia (Ursprung: Globales Astrometrisches Interferometer für die Astrophysik) zu technischer Perfektion gebracht – wobei sie als “Augenabstand” den Durchmesser der Erdbahn verwendet.

Natürlich muss man für große Distanzen im Kosmos auf andere Methoden zurückgreifen, zum Beispiel um uns die typischerweise Milliarden Lichtjahre Entfernung der Galaxien erkennen zu lassen. Jedoch sind alle anderen Methoden von Annahmen abhängig, die sich in der Geschichte der Astronomie oft schon als dramatisch falsch herausgestellt haben – so unterschätzte Edwin Hubble, der Pionier der Kosmologie, die Größe des Universums fast um den Faktor zehn.

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“Grüner” Straßenbelag soll Asphalt umweltfreundlicher machen

Bild: 4ever.eu

Bild: 4ever.eu

Ein Abfallprodukt der Papierherstellung könnte den Straßenasphalt umweltfreundlicher machen: Der Holzbestandteil soll den Einsatz von Bitumen reduzieren.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Jedes Jahr fallen weltweit rund 50 Millionen Tonnen Lignin an. Der Stoff wird bei der Papierproduktion aus dem Holz abgetrennt und dann meist zur Energiegewinnung verbrannt. Niederländische Forscher um Ted Slaghek von der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) experimentieren nun mit einer alternativen Verwendung für das Lignin: Sie schlagen vor, es dem Bitumen beizumischen, einem der Hauptbestandteile von Asphalt.

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Gedankenexperiment: Wie lange dauert ein Fall quer durch die Erde?

Antartika, Bild: apod.nasa.gov

Antartika, Bild: apod.nasa.gov

Wenn es einen Tunnel gäbe quer durch die Erde – wie lange würde der Fall bis zur anderen Seite dauern? 42 Minuten, lautet die gängige Antwort. Doch ein Physiker aus Kanada hat nachgerechnet und kommt auf eine kürzere Flugzeit.


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Das Problem ist eine beliebte Testaufgabe für angehende Physiker: Ein Tunnel durchzieht die Erde – er reicht von einem Punkt der Oberfläche zum Erdmittelpunkt und endet genau auf der gegenüberliegenden Seite. Wie lange ist ein Apfel unterwegs, den man in diesen in den Tunnel fallen lässt? Der Luftwiderstand darf dabei vernachlässigt werden.

Wer Newtons Gravitationsgesetz und auch noch etwas Integralrechnung beherrscht, kommt relativ schnell auf das Ergebnis von 42 Minuten. Die Berechnung ist etwas komplizierter, weil sich die auf den Apfel wirkende Anziehungskraft der Erde während des Flugs ständig verändert.

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Eine Alternative zum konventionellen Stromnetz?

Das Stromnetz in Deutschland soll für die zukünftigen Anforderungen ausgerüstet werden. © Pixabay.com/Nikiko

Damit die zuverlässige Stromversorgung in Deutschland auch in Zukunft gewährleistet werden kann, ist ein Ausbau des Stromnetzes notwendig. Nur so gelangt der Strom, der zukünftig immer mehr aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, selbst von den entlegensten Offshore-Windparks und Photovoltaik-Dächern zeitnah zu den Verbrauchern. Langfristig könnte sich allerdings auch noch die Möglichkeit der kabellosen Stromversorgung ergeben. Bisherige Forschungen dazu sind bereits sehr erfolgreich.


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In den vergangenen Jahren ist der Strom durch den für die Energiewende notwendigen Ausbau des deutschen Stromnetzes immer teurer geworden. Im Rahmen des geplanten Netzausbaus sollen bis 2023 gemäß dem Netzentwicklungsplan 2.650 Kilometer neue Stromtrassen verlegt und 2.800 Kilometer Trassen verbessert werden. Diese Maßnahmen für die zukünftige Stromversorgung kosten insgesamt 21 Milliarden Euro. Die EEG-Umlage trägt bis jetzt maßgeblich zu diesen erhöhten Strompreisen bei. So kostete die EEG-Umlage Anfang 2014 noch 6,240 Cent pro Kilowattstunde. 2015 soll sie erstmals nach langer Zeit immerhin um 0,07 Cent auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde sinken.

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Genetik: Der Genschatz der Isländer

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island ist eine wahre Fundgrube für Genetiker: Eine homogene Gruppe, lange von der Außenwelt abgeschottet. Die Entschlüsselung des isländischen Genoms soll helfen, Risiken früh zu erkennen und neue Heilmethoden zu finden.


Moderator Dominik Schottner|DRadio Wissen

Die Isländer sind ein überschaubares Volk. Auf einer Fläche so groß wie Bayern, leben rund 300.000 Menschen. Nicht mehr als in Bielefeld, Augsburg oder Chemnitz. Rund sechs Jahrhunderte lang blieben die Isländer unter sich. Das führte dazu, dass die Menschen nah miteinander verwandt sind und der Genpool recht homogen ist.

“Es gab ein riesiges Experiment von Inzucht auf der Insel. Das hatte keine schlimmen Folgen, aber vergleichsweise sind die Isländer viel enger miteinander verwandt als hier in Deutschland.”

Michael Lange, Wissenschaftsjournalist

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Martin Heidegger: Deutsche Angst vor dem Geist der Schwarzen Hefte

Lieber nicht zu nahe rangehen an das philosophische Untier! Martin Heidegger bei einer Diskussion in Tübingen 1961 Foto: picture alliance / IMAGNO/Franz

Mit jedem nachgelassenen Tagebuch wird der Philosoph Martin Heidegger ein bisschen nationalsozialistischer. Nun soll sein Lehrstuhl abgeschafft werden. Ein Unsinn, gegen den Tausende protestieren.


Von Hannah Lühmann|DIE WELT

Manchmal ist es, als wäre Heidegger gar nicht gestorben, sondern heimlich hier geblieben, um den Leuten auf die Nerven zu gehen. Wahrscheinlich spukt sein grundsätzlich eher missgelaunter Geist in irgendeinem Existenzwinkel der Welt herum und freut sich bei jeder neuen Debatte heimlich darüber, dass ihm so viel Aufmerksamkeit zuteil wird. Er freut sich, wenn die Leute seine nachgelassenen Tagebücher, die sogenannten “Schwarzen Hefte”, auf Antisemitismus abklopfen, und er freut sich, wenn sie herauszufinden versuchen, ob seine Philosophie nun in ihrem Wesen nationalsozialistisch ist oder nicht.

Er freut sich, denn er steht immer noch im Mittelpunkt, und außerdem versteht sowieso niemand, was er verstanden hat, nämlich alles.

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Kindesmissbrauch: Setzt sich Gewalt in der Familie fort

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Werden geprügelte Kinder später selbst oft zu prügelnden Eltern und misshandeln den eigenen Nachwuchs? Jein, sagen nun Forscher, die Betroffene 30 Jahre lang begleitet haben.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Dass Kinder, die daheim regelmäßig Opfer von häuslicher Gewalt werden, später zu Eltern heranwachsen, die ihren eigenen Nachwuchs ebenfalls häufiger misshandeln, ist eine weit verbreitete Annahme. Tatsächlich ist bisher aber unklar, wie groß der Einfluss solcher bedrückenden Kindheitserfahrungen tatsächlich ist. Während manche Forschungsarbeiten darauf hinweisen, dass Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben wird, fanden andere keinen Effekt. Ein neues Licht auf dieses Thema wirft nun eine Studie, die Wissenschaftler um Cathy Widom von der City University of New York im Fachmagazin “Science” veröffentlichten. Ihre aufwändige Langzeituntersuchung demonstriert: Die Antwort auf die Frage, ob Opfer später tatsächlich häufiger selbst zu Tätern werden, hängt vermutlich auch entscheidend davon ab, wen man fragt.

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Pat Robertson: ‘Was the co-pilot a Muslim? Why did he want to kill all those people?’

pat-robertson-prophetChristian televangelist Pat Robertson suggested on Thursday that the co-pilot’s decision to crash Germanwings Flight 9525 could be explained if he was a Muslim.


By Dave Edwards|Raw Story

French prosecutors concluded on Thursday that co-pilot Andreas Lubitz had locked the pilot out of the cockpit, and then deliberately crashed the plane into the French Alps, killing 150 people.

“What happened to that plane that crashed into the French Alps?” Robertson asked on Thursday’s edition of The 700 Club. “Well, they’ve begun to find out. The pilot went to the lavatory and was soon locked out of the cockpit. He pounded on the door, begging to come in. But the door was not opened.”

“The co-pilot then takes the plane, pushes it into a dive and crashes it. The passengers are screaming as the plane went down. The pilot is yelling.”

“What a terrible tragedy,” the TV preacher continued. “Was that co-pilot a Muslim? Was he suicidal? What was it about him?”

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This Mysterious Object Survived a Face-Off with a Black Hole

VLT images of G2 at peribothron. Credit: ESO/A. Eckart

Strange things are afoot at the Milky Way’s galactic center, and astronomers are watching the drama unfold.
New images released today by the European Southern Observatory reveal that against all odds, a gigantic dust cloud known as G2 has survived its closest approach with our galaxy’s supermassive black hole—which suggests it might be more than a simple dust cloud. These images were taken with the ESO’s Very Large Telescope (VLT) in Chile, and they provide the most detailed look at G2 ever produced.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

t turns out that G2 has emerged from its encounter not only intact, but barely fazed.

This is definitely not what astronomers expected to happen. When G2 was first identified as a gas cloud in 2011, it was taken for granted that the galactic core would rip it to shreds when it reached peribothron—the term for an object’s closest approach with a black hole.

Multiple research teams were assembled to watch the carnage unfold over the summer of 2014. There were expectations of cosmic “fireworks” erupting as G2 was consumed by the ravenous core, and anticipation about capturing the first approach of what was considered a “doomed” gas cloud.

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Mars-Rover Curiosity findet “brauchbaren” Stickstoff

Aus Einzelbildern zusammengesetztes “Selfie” von Curiosity auf dem Mars. Die kleinen grauen Punkte unten links sind Probebohrungen im Marsboden. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Weiterer Lebensbaustein auf dem roten Planeten: Curiosity hat eine für Lebewesen nutzbare Form von Stickstoff auf dem Mars gefunden. Nitrate kommen im Gestein und im Staub des Mars offenbar großflächig verteilt vor. Der Fund stützt zwar die Annahme, dass der Mars in der Vergangenheit ein lebensfreundlicher Planet war – allerdings stammen die Stickstoffverbindungen höchstwahrscheinlich nicht aus biologischen Prozessen, erläutern Wissenschaftler in den “Proceedings of the National Academy”.


scinexx

Stickstoff ist ein entscheidendes Element für alle bekannten Lebewesen: Er dient als einer der Grundbausteine für größere Moleküle wie DNA und RNA, in denen unsere gesamte genetische Information gespeichert ist. Stickstoff ist außerdem Teil des Rückgrats der Proteine, die von Muskeln bis Haaren unseren Körper bilden und fast alle biochemischen Reaktionen darin regulieren.

Auf der Erde kommt Stickstoff reichlich in der Atmosphäre vor, und auch auf dem Mars ist das gasförmige Element häufig. Allerdings gibt es bei diesem Stickstoff für Lebewesen ein Problem: Im molekularen Stickstoff (N2) sind zwei Atome so stabil miteinander verbunden, dass sie kaum mit anderen Molekülen reagieren. Für biochemische Prozesse ist N2 damit praktisch unbrauchbar. Der Stickstoff muss erst in nutzbare Formen überführt werden.

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Pestizid Glyphosat: krebserregend oder nicht?

Glyphosat wird auch auf rund einem Drittel der deutschen Äcker eingesetzt © thinkstock

Besorgniserregend oder übertrieben? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Herbizid Glyphosat als “krebserregend bei Menschen” eingestuft. Das aber würde bedeuten, dass das weltweit am häufigsten eingesetzt Pestizid gesundheitsschädlich ist. Ob die WHO damit zu weit vorgeprescht ist oder ob Grund zur Sorge besteht, darüber wird nun heftig diskutiert. Auch Forscher sind geteilter Meinung.


scinexx

Dass wir unsere intensive, durch Spritzmittel auf Ertrag getrimmte Landwirtschaft mit Risiken für Umwelt und Gesundheit erkaufen, ist nicht neu: So dürfen drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide in der EU nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden, weil sie Bienen schädigen und Mitschuld am Bienensterben haben könnten. Auch der Rückgang vieler Vogelarten könnte laut Studien auf die Neonicotinoide zurückzuführen sein. Bei dem Pestizid Methoxychlor gibt es zudem Hinweise auf generationsübergreifende Gesundheitsschäden.

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Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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Menschliche Intelligenz ist “kein Zufall”

intelligent_designWar die Entstehung von menschlichem Leben auf der Erde blanker Zufall oder etwas, das passieren musste? Darüber sind sich Evolutionsbiologen bis heute nicht einig. Der britische Forscher Simon Conway Morris glaubt nicht an eine zufällige Entwicklung von Intelligenz – und hält es für wahrscheinlich, dass sie sich auf anderen Planeten wiederholt hat.


Interview: Theresa Aigner|science.ORF.at

Warum haben wir dann aber noch keinerlei Beweise für die Existenz von außerirdischem Leben? Diese Fragen diskutiert der Paläobiologe von der Universität Cambridge heute an der Akademie der Wissenschaften in Wien – und vorab in einem science.ORF.at-Interview.

science.ORF.at: Die Entwicklung von intelligentem Leben auf der Erde war in Ihren Augen kein Produkt verschiedener Zufälle, sondern etwas, das passieren musste. Warum?

Simon Conway Morris: Das Leben auf der Erde hat sehr unterschiedliche Formen. Wir haben Bäume, Giraffen und Blauwale sowie tausende andere Pflanzen, Tiere und Pilze. Wenn man all das ein bisschen genauer betrachtet, zeigen sich immer wieder die gleichen biologischen Arrangements. Das nennt man “konvergente Evolution”.

Ein bekanntes Beispiel ist die Ähnlichkeit zwischen einem menschlichen Auge und dem eines Oktopus. Sie haben evolutionär zwar ganz unterschiedliche Ursprünge, dennoch sind sie sich sehr ähnlich. Konvergente Evolution bedeutet, dass sich Nervensysteme, Intelligenz oder die Fähigkeit Werkzeuge zu bauen, immer wieder an unterschiedlichen Stellen unabhängig voneinander entwickelt haben.

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Luthers Antijudaismus war kein Randthema

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Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg bezeichnet Luthers Antisemitismus als eine belastende Hypothek für die lutherischen Kirchen.


kath.net

Der Antijudaismus Martin Luthers (1483-1546) ist nicht lediglich ein „Randthema“ in der Theologie des Reformators gewesen. Zu diesem Ergebnis ist die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gekommen. Sie tagte vom 14. bis 17. März in Meißen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die theologische und politische Relevanz von Luthers Schriften über die Juden. Nach Ansicht der Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg (Berlin) stellen sie eine belastende „Hypothek“ für die heutigen lutherischen Kirchen dar. Sie müssten sich daher kritisch mit Luthers Äußerungen zu den Juden auseinandersetzen.

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“Beautiful Mind” John Nash erhält Abelpreis

John Forbes Nash, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Bekannt wurde er der Öffentlichkeit durch den Film “A Beautiful Mind”, nun erhält Nash gemeinsam mit Louis Nirenberg einen der prestigeträchtigsten Mathematikpreise.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Die Mathematiker John Forbes Nash von der Princeton University und Louis Nirenberg vom Courant Institute of Mathematical Sciences der New York University werden in diesem Jahr mit dem Abelpreis geehrt. Das gab jetzt die Norwegische Akademie der Wissenschaften bekannt. Die prestigeträchtige Auszeichnung – mitunter auch als der “Mathematik-Nobelpreis” bezeichnet – ist mit rund 700 000 Euro dotiert und gilt neben der Fields-Medaille als höchste Auszeichnung im Bereich der Mathematik.

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