Bulldogs Are Genetic Monstrosities, DNA Study Finds

A bulldog named "Roscoe" who is probably lovely. Image: Flickr/Jim Pennucci
A bulldog named „Roscoe“ who is probably lovely. Image: Flickr/Jim Pennucci
When it comes to dogs, few sights are sadder than a tired bulldog, gasping for precious oxygen. You’ve probably seen one—its watery eyes drooping under folds of skin, while stubby little legs buckle under the weight of its body.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Bulldogs are abominations of nature, and it’s definitely our fault.

A new study shows just how deeply we’ve warped this canine’s genetic makeup. Purebred English bulldogs will never be healthy, thanks to generations of calculated inbreeding in pursuit of “ideal” characteristics. The paper’s findings, which were published today in Canine Genetics and Epidemiology, mark the first time the breed’s diversity has ever been investigated on a DNA level, rather than by pedigree.

“Just as it took decades, and maybe centuries, to breed the bulldog to its present form, it may take a very long time to reverse what has been done. English bulldogs have lost so much genetic diversity, and the bad traits have become so universal to the breed, that either such positive traits no longer exist, or that they exist in a very small proportion,” lead author Niels Pedersen, a professor at the UC Davis School of Veterinary Medicine’s Center for Companion Animal Health, told me.

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Der NSU-Skandal – Geschichte einer verhinderten Aufklärung

Wie die Staatsapparate aus einer Existenzkrise, in die sie durch die Selbstenttarnung des NSU geraten waren, gestärkt daraus hervorgegangen sind

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

In diesen Tagen des multiplen Terrors ist viel von neuen Gesetzen die Rede, die das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken sollen. Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte warnte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk vor reiner Symbolpolitik auf dem Gebiet der Sicherheit. Er hat als Alternative aber ebenfalls nur Symbolpolitik im Angebot.

Es sind ja einige konkrete Dinge benannt worden, aber die Sicherheitslage ändert sich ja dadurch faktisch nicht. Denn die Bürger brauchen nicht mehr Information oder nur Sicherheitspersonal, sondern sie müssen Vertrauen haben in den Staat, der sie elementar beschützt. Das ist im Moment nicht mehr der Fall und hier sind einfach viele Verunsicherungen, die eher durch Vertrauen, vielleicht auch durch Zukunftsprojekte aufzufangen sind, aber nicht durch Aufrüstung im Detail.

Können Migranten nach dem NSU Vertrauen in staatliche Behörden haben?

Nun denkt man, dass ein Politikwissenschaftler, der sich mit den innenpolitischen Debatten der letzten Jahre beschäftigt hat, dann auch wissen müsste, dass zumindest bei Bürgern mit migrantischem Hintergrund das Vertrauen in den deutschen Staat nachhaltig gestört wurde, nachdem bekannt wurde, dass der Nationalsozialistische Untergrund neun Menschen aus völkisch-rassistischen Gründen ermordete und alle staatlichen Apparate alle Spuren in die rechte Szene abwiesen und stattdessen die Opfer, ihre Angehörigen und Freunde zu den eigentlichen Tätern erklärten. Sie wurden verhört und in der Öffentlichkeit verleumdet.

Nachdem der Charakter der NSU als völkische Terrororganisation nicht mehr zu bestreiten war, sah es für kurze Zeit so aus, als läge eine Abwicklung der Verfassungsschutzämter im Bereich des Möglichen. Doch heute erwähnt der Politologe Korte den NSU nicht einmal mehr, wenn er von Vertrauen spricht, das die Bürger in einen Staat haben sollen, der sie beschützt.

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Strahlender Ozean – radioaktives Jod im Seegras von Keitum

The "Baker" explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
The „Baker“ explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
Unsere Meere sind angereichert mit Radioaktivität. Sie stammt unter anderem vom Reaktorunfall aus Fukushima, aber auch aus früheren Tests mit Atomwaffen und verklappten Fässern mit Atommüll

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Seit den 1940er Jahren wurden Fässer mit mehr als 100.000 Tonnen, zum Teil hoch radioaktivem, Atommüll an den europäischen Küsten versenkt. In den Tiefen der Nordsee liegen heute noch zehntausende solcher Fässer. So verlud man im Mai 1967 im norddeutschen Emden rund 1.000 Tonnen auf britische Schiffe, um sie im Nordostatlantik, in der irischen See und im Ärmelkanal zu verklappen. Als Mitte der 1980er Jahre deutsche Wissenschaftler im Atlantik neun Fässer aus dem Wasser zogen, fanden sie Plutonium im Wasser, im Meeresboden und den untersuchten Fischen.

Ein Kamerateam des SWR suchte im Ärmelkanal – in Hurt Deep – nahe der Insel Alderney – nach den rund 28.000 Fässern, die hier einst nur 100 Meter tief verklappt wurden. Tatsächlich fanden sie neben einigen verrosteten auch unversehrte Fässer.

Vertreter der Atomindustrie glauben, dass das Meer die strahlenden Substanzen soweit verdünnt, bis sie völlig harmlos sind. Seit den 1980er Jahren wisse man jedoch, dass in der See verklapptes Material zurückkomme, sagt Chris Busby den SWR-Journalisten. Die Strahlung, die sein Geigerzähler an den Stränden vor Sellafield misst, ist viel zu hoch.

Feine Partikel binden am Meeresgrund unter anderem auch Plutonium und Cäsium, so der Physiker, der seit Fukushima internation bekannt ist für seine Annahme: Jede Dosis vom ersten strahlenden Teilchen an könne Krebs auslösen. Daran erkrankten auf der kleinen Ärmelkanal-Insel mit den 2.400 Einwohnern schon vor Jahrzehnten ungewöhnlich viele Menschen. Bis heute ist die Anzahl von Hirntumoren auffällig hoch.

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Why the Internet Won’t Let Harambe the Gorilla Die

Image: ViralHog/Wikimedia
Harambe died for our sins, but he never truly went away.
It’s almost exactly two months since Harambe the gorilla was shot at Cincinnati Zoo, passing into the gorilla afterlife and fame as social media’s “Harambae.”

By Roisin Kiberd | MOTHERBOARD

In the background of TV coverage at the RNC, a protestor holds a sign reading “BUSH DID HARAMBE.” Meanwhile, on The Donald’s subreddit, users suggest it was Hillary Clinton. In the town of Willoughby, Ohio, citizens pass through a street renamed “Harambe Drive” on Google Maps, thanks to the efforts of dedicated “Harambe activists.” “Dicks out for Harambe,” an unusual rallying call, has even reached the ears of celebrities.

Harambe is everywhere, sealed into memehood for eternity, glaring out from screens with his world-weary eyes. It’s an unheard-of level of mourning, not least for a gorilla we hardly knew.

How did we get here? On May 28, a four-year-old boy named Isaiah Dickerson climbed into Harambe’s enclosure, watched by a crowd including his terrified mother, who can be heard on recordings of the incident shouting “Mommy’s right here” from the fence. The 17-year-old Western lowland gorilla, a critically endangered species, dragged the child through water and grabbed at his hand until a zoo worker intervened by shooting Harambe dead.

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Ammen-Dornfinger: Giftspinne breitet sich in Berlin aus

Ammen-Dornfinger-Weibchen an der Unterseite ihres Brutgespinstes. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 Rainer Altenkamp. Cheiracanthium punctorium, female
Sie stammt aus dem Mittelmeerraum – doch fühlt sich offenbar auch in Berlin wohl: Die Giftspinne Ammen-Dornfinger hat in der Hauptstadt ein zweites Zuhause gefunden. Ihr Biss hat unangenehme Folgen.

stern.de

Der Ammen-Dornfinger lebt üblicherweise in den warmen Ländern des Mittelmeerraumes – doch ist auch in der Region Berlin-Brandenburg auf dem Vormarsch. „Zunehmend muss man damit rechnen, dem Ammen-Dornfinger zu begegnen“, erklärte der Zoologe Julian Heiermann gegenüber der „B.Z„. Der Grund: Aufgrund des Klimawandels fühlt sich die Giftspinne auch hierzulande heimisch.

Der Ammen-Dornfinger hält sich vor allem auf ungemähten Wiesen mit hohem Gras und in Gestrüpp auf. Dank seiner besonderen Färbung ist er leicht zu erkennen: Sein Vorderkörper ist rot-orange, der Hinterkörper eher gelblich bis olivgrün. Auffällig sind auch seine schwarzen Klauen, mit denen das Tier seinen Beuteopfern eine Mischung aus gewebe- und blutschädigenden Giften injiziert.

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Dürer-Werk auf dem Flohmarkt gefunden

Ein verschollen geglaubter Kupferstich des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer (1471-1528) ist überraschend in die Staatsgalerie Stuttgart zurückgekehrt. Ein elsässischer Sammler und Archäologe habe das Werk auf einem Flohmarkt gekauft, einen Herkunftsstempel der Staatsgalerie entdeckt und es jetzt der Grafischen Sammlung des Museums geschenkt, teilte die Staatsgalerie mit.

evangelisch.de

Zögerliche Aufklärung im Fall der Sektensiedlung Colonia Dignidad in Chile

Villa Baviera (Februar 2014) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Xarucoponce
Bundesregierung bleibt hinter Parlamentsantrag aus dem Jahr 2002 zurück. BND wusste schon 1966 von „KZ-ähnlichen Methoden“

Von Harald Neuber | TELEPOLIS

Trotz der teilweise Öffnung der Archive des Auswärtigen Amtes zur deutschen Sektensiedlung Colonia Dignidad in Chile und einem kritischen Umgang mit der eigenen Geschichte in Chile bleibt die Bundesregierung deutlich hinter einem Antrag des Bundestags aus dem Jahr 2002 zurück. Das geht aus den Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die Telepolis vorliegt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte Ende April eine teilweise Öffnung der Archive zur Rolle der westdeutschen Diplomatie bei den Verbrechen in der Colonia Dignidad in Chile bekanntgegeben. Normalerweise betrage die Sperrfrist für Dokumente 30 Jahre, sagte Steinmeier bei einer Rede vor hunderten Gästen im Auswärtigen Amt. Er habe unter dem Eindruck der aktuellen Debatte aber entschieden, diese Frist um zehn Jahre zu verkürzen. „Damit machen wir die Akten der Jahre 1986 bis 1996 für Wissenschaftler und Medien zugänglich“, so der Minister. Der Vorstoß war nach Angaben von Mitarbeitern des Auswärtigen Amt intern sehr umstritten.

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Albert der Erste: Genetik widerlegt Verschwörungstheorie

Grab von König Albert I. und Königin Elisabeth in der Kirche Notre-Dame von LaekenBild: Virginie Lefour/BELGA
Seit dem tragischen Tod von König Albert dem Ersten im Jahr 1934 in Folge eines Bergunfalls ranken sich Verschwörungstheorien über die wahren Umstände des Unglücks. Die Theorie, dass seine Leiche erst später an den angeblichen Absturzort gebracht wurde, kann man jetzt, 82 Jahre nach der Tragödie, aber offenbar weitgehend ausschließen.

Von Roger Pint | BRF

„Marches-les-Dames, hier stürzte König Albert der Erste vom Berg und zog sich dabei tödliche Kopfverletzungen zu. Man sieht noch den blutbeschmierten Stein“ – ein Ausschnitt aus einer historischen Reportage.

  1. Februar 1934, Marches-les-Damesn, unweit von Namür: König Albert der Erste geht seinem liebsten Hobby nach: Er klettert. Der passionierte Bergsteiger kennt die steilen Felsen am Ufer der Maas. Um 15:30 will er noch die „Roche du Bon Dieu“ besteigen, doch der „liebe Gott“, dem der Felsen gewidmet ist, bringt ihm Unglück.

Wie eine Untersuchung später ergab, griff der König in einen Felsvorsprung, um sich hochzuziehen, doch der Stein brach ab. Albert stürzte in die Tiefe. Unten schlug er mit dem Kopf auf einem Stein auf, danach rollte er noch knapp 50 Meter den Hang hinunter. So zumindest die offizielle Version…

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Chernobyl Has Turned into an Unlikely Poster Child for Environmentalism

The Pripyat Ferris Wheel, viewed from the City Center Gymnasium. Image: Kadams1970/PD
The Pripyat Ferris Wheel, viewed from the City Center Gymnasium. Image: Kadams1970/PD
The name “Chernobyl” has become synonymous with the eerie, urban ruins left in the wake of devastating nuclear fallout.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

But a new legacy has begun to blossom from the ashes of the Chernobyl Exclusion Zone (CEZ), the 1000-square-mile surrounding the remains of the ill-fated Ukrainian power plant and its neighboring city of Pripyat. Once the site of the worst nuclear disaster in history, Chernobyl is becoming an unlikely poster child for sustainable energy and environmental renewal.

The most recent example of the Chernobyl’s green revival is a new effort to develop a solar power plant within the CEZ. For the past few weeks, Ostap Semerak, Ukraine’s minister of ecology, has been pitching Chernobyl as a potential solar hotspot to both foreign and domestic investors.

“We propose for our partners and investors to look on this territory with a quite different understanding; not as a territory of catastrophe, but as a territory of future development,” Semerak said during a visit to the European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) in London this week.

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Spock und Hegel: „Philosophie in Star Trek“ von Jenaer Professor veröffentlicht

Spielzeugmodell des Raumschiffes Enterprise vor einem Bildnis des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
Ein Philosoph der Universität Jena hat ein Buch zur „Philosophie in Star Trek“ veröffentlicht. Gemeinsam mit seiner Tochter spürt er dabei den Parallelen zwischen Star Trek und den Theorien berühmter Denker nach.

Thüringer Allgemeine

Zu vergeistigt, zu intellektuell – mit diesem Urteil lehnte der Fernsehsender NBC die Pilotfolge „Der Käfig“ der Serie „Star Trek“ 1965 ab. Erst nach einigen Veränderungen konnte das Raumschiff USS Enterprise ein Jahr später seinen Siegeszug durch die Popkultur antreten. Doch trotz der Zugeständnisse, die Grundidee änderte der Erfinder der Serie Gene Roddenberry nicht. Seine philosophischen, ethischen und politischen Ideen wollte der Amerikaner unterhaltsam verpackt den Zuschauern vermitteln, der Gesellschaft den Spiegel vorhalten und ihnen eine erstrebenswerte Utopie geben. Dank dieser Dimensionen ist Star Trek bis heute erfolgreich und so viel mehr als nur eine Fernsehserie.

Die Besatzung veranschaulicht die Idee des Universalismus

Zum 50. Jubiläum beschäftigt sich der Philosoph Prof. Dr. Klaus Vieweg von der Friedrich-Schiller-Universität Jena in seinem neuen Buch „Die Philosophie in Star Trek“ mit dieser Metaebene, auf der sich die Enterprise bewegt. Gemeinsam mit seiner Tochter, der Illustratorin Olivia Vieweg, spürt er dabei den Parallelen zwischen dem Star-Trek-Universum und den Theorien berühmter Denker nach.

Das Cover des Buchs „Die Philosophie in Star Trek“ Foto: Vieweg

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Der Vatikan und die Juden

KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
Als am 16. Oktober 1943, einem Sabbat, SS-Truppen das jüdische Ghetto in Rom räumten, wurde Papst Pius XII. umgehend informiert. Es gab diplomatische Bemühungen im Hintergrund, die Juden zu retten, aber keinen offiziellen Protest des Vatikans.

Von Gregor Maria Hoff | ZEIT ONLINE

Wenige Monate vorher hatte Pius XII. nach einem alliierten Bombenangriff das christliche Stadtviertel San Lorenzo besucht – bis an die Grenzen des jüdischen Ghettos kam er nicht. Vorsicht spielte eine Rolle, Angst um die Unantastbarkeit des Vatikanstaates. Der Papst wollte die letzten Einflussmöglichkeiten auch zugunsten der Juden nicht verlieren. Am Ende wurden 1016 römische Juden nach Auschwitz transportiert, nur 16 überlebten.

Ist es vorstellbar, dass ein Papst 1943 anklagend vor den Toren von Auschwitz erschienen wäre? Jeder Papst, der heute das Vernichtungslager betritt, weiß, dass er zu spät kommt. Zu spät für eine schwer zu fassende und bis heute nicht klar benannte Schuld, die traumatisch nachwirkt: für die Juden, für die jüdische Gemeinde Roms, aber auch für die Kirche. Weil das Schweigen Pius XII. sprachlos macht.

Auschwitz ist ein Ort, dem seit dem Besuch von Johannes Paul II. kein Papst mehr ausweichen kann. Hier sollte das „auserwählte Volk“ der Bibel ausgelöscht werden. Das öffentliche Schweigen Pius XII. hat daran nichts geändert. Jeder Christ, der an den menschgewordenen Gott glaubt, wird in Auschwitz mit der Vernichtung der Menschlichkeit konfrontiert, mit der Hölle auf Erden. Nach katholischer Lehre lässt sich die Kirche davon nicht überwältigen. Doch in Auschwitz muss sie sich auch der eigenen Schuld stellen.

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Bundesregierung hält Akten zur Diktatur in Argentinien unter Verschluss

Dokumente in Archiven von BND, Kanzleramt und Außenamt. Hunderte Akten über Rüstungsgeschäfte. Kritik von Opposition und Journalisten

Von Harald Neuber | TELEPOLIS

Wenige Wochen nach einer Reise von Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach Argentinien setzt sich die Debatte über den Umgang der Bundesregierung mit der westdeutschen Politik während der Militärdiktatur in dem südamerikanischen Land (1976-1983) fort.

Im Kern geht es dabei um die Mitschuld der damaligen westdeutschen Regierung an den Verbrechen der Militärjunta. Nun wurde bekannt: Die Bundesregierung hält nach wie vor zahlreiche Akten über die damalige Zeit unter Verschluss. Die Geheimhaltung betrifft vor allem den Bundesnachrichtendienst, der mutmaßlich über intensive Kontakte zu den Militärmachthabern verfügte.

Während seines Aufenthalts in Buenos Aires hatte Steinmeier unter anderem den sogenannten Park der Erinnerung besucht, der in Gedenken an die schätzungsweise 30.000 Opfer der Diktatur errichtet worden war. Dort mahnte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit Hinterbliebenen von Diktatur-Opfern, die „Grausamkeiten der Vergangenheit“ nicht zu vergessen. Dazu wolle auch das Auswärtige Amt in Deutschland mit der Aufklärung über die eigene Rolle und die der westdeutschen Botschaft beitragen. Die Forderung der Linken-Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel nach einer Öffnung aller Archive wies er als unbegründet zurück: „Die Dokumente sind in den Archiven des Auswärtigen Amts seit vielen Jahren zugänglich. Wir verschließen uns diesen Fragen nicht.“

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Seit 14 Monaten Rekordtemperaturen

Jahr 2016 auf Rekordkurs. Bild: WMO
Die Energie- und Klimawochenschau: Der Klimafahrplan der EU, Subventionen für fossile Brennstoffe in Deutschland und Großbritannien und das schwindende Speicherpotential von Wäldern

Von Jutta Blume | TELEPOLIS

54 Grad Celsius sollen am vergangenen Donnerstag in Mitribah in Kuwait gemessen worden sein, 53,4 Grad im irakischen Basrah, so berichten Jeff Masters und Christopher C. Burt auf dem Blog Weatherunderground.com.

Damit hätte Mitribah die höchste Temperatur erreicht, die jemals außerhalb des Death Valley gemessen wurde. Die vorherigen Rekorde fallen ebenfalls in dieses Jahrzehnt und auf Asien: 53.6°C in Sulaibya, Kuwait im Jahr 2011, und 53.5°C in Mohenjodaro, Pakistan im Jahr 2010. Eine aus Israel im Jahr 1942 gemeldete Rekordtemperatur von 54 Grad Celsius bleibt hingegen strittig.

Auch global gesehen befindet sich das Jahr 2016 – wie auch die vergangenen Jahre – auf dem Rekordpfad. Die in der ersten Jahreshälfte gemessenen Temperaturen deuten der World Meteorological Organization zufolge darauf hin, dass es im laufenden Jahr zu einem neuen globalen Temperaturrekord kommen wird.

Die Durchschnittstemperatur der vergangenen sechs Monate war 1,3 Grad höher als in vorindustrieller Zeit. In den letzten Monaten und Jahren erfolgt der Temperaturanstieg dabei stetig. „Der Juni 2016 war der 14. aufeinander folgende Monat mit Rekordtemperaturen für Land und Ozeane. Es war der 378. aufeinander folgende Monat mit Temperaturen oberhalb des Durchschnitts des 20. Jahrhunderts. Die Durchschnittstemperatur des 20. Jahrhunderts wurde zum letzten Mal im Dezember 1984 unterschritten“, schreibt die WMO. Auch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre schnellte in die Höhe. Sie lag im ganzen ersten Halbjahr über 400 ppm und erreichte im Juni überraschend 407 ppm, das sind 4 ppm mehr als im Juni 2015.

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Rechtspopulismus und Islamismus: Analyse einer beunruhigenden Nähe

Scheinbar sind sie die ärgsten Gegner: Rechtspopulisten und Islamisten. Diplom-Psychologe und Rechtspsychologe Dr. Guido F. Gebauer hält diese Gegnerschaft aber nur für scheinbar. Hinter ihr verberge sich eine gefährliche Nähe, die nach seiner Überzeugung auf gemeinsamen Persönlichkeits-Strukturen beruht. In diesem Artikel diskutiert er diese Nähe und gibt vorläufige Antworten auf die Frage, wie sich die Gesellschaft am Besten vor Rechtspopulisten und Islamisten schützen kann.

Von Guido F. Gebauer | menschenrechte.eu

Wer warnt in Deutschland eindringlicher als Pegida und AfD vor dem Islam? Stellen sich nicht auch in Frankreich, den Niederlanden, England und Schweden Rechtspopulisten an die Spitze der anti-islamischen Bewegung? Will der soeben in den USA gekürte US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump nicht gar seine angestrebte Präsidentschaft nicht ganz unter das Banner des Kampfes gegen den Islam stellen?
Ist es also nur eine unbedeutende Randnotiz, dass der AfD Abgeordnete Gehlmann im Landesparlament von Sachsen-Anhalt, als es um Ausgrenzung und Verfolgung Homosexueller in den muslimischen Maghrebstaaten ging, gemäß Protokoll äußerte: Das sollten wir in Deutschland auch machen!?
Ich halte dies nicht für eine Randnotiz, sondern ein zentrales Merkmal. Bei näherer Betrachtung lässt es nach meiner Überzeugung die scheinbare Distanz zwischen Rechtspopulisten und Islamisten zusammenbrechen. Psychologisch sichtbar wird ein Abgrund von Nähe.
Rechtspopulisten und Islamisten weisen Gemeinsamkeiten auf

Die Begriffe Rechtspopulismus und Islamismus werden hier nicht als Synonyme für Rechtsterrorismus oder islamischem Terrorismus verwandt, die nach Ansicht des Autors vielmehr gesteigerte Formen von Rechtspopulismus und Islamismus darstellen.

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Gravitationslinse: Das galaktische Horus-Auge

© National Astronomical Observatory of Japan (Ausschnitt)
© National Astronomical Observatory of Japan
(Ausschnitt)
Wie „ein Sechser im Lotto“, sagen die Entdecker: Das Subaru-Teleskop fotografierte eine extrem seltene Doppelgravitationslinse.

Von Jan Dönges | spektrum.de

Als Gravitationslinse bezeichnen Astronomen ein Phänomen, bei dem die Masse eines großen Vordergrundobjekts – beispielsweise einer Galaxie – das Licht eines weit dahinter befindlichen Objekts ablenkt. Durch diesen Linseneffekt wird das entfernte Objekt stark ringförmig verzerrt, aber gleichzeitig auch stark vergrößert. Bei dieser Struktur, die die Entdecker jetzt wegen seiner Ähnlichkeit zum altägyptischen Symbol das „Auge des Horus“ tauften, findet sich jedoch eine entscheidende Besonderheit: Hier lenkt die Vordergrundgalaxie (gelb) das Licht von gleich zwei entfernten Welteninseln ab. Sie erscheinen in der Aufnahme als doppelter Ring. Dass die drei Objekte sich in direkter Sichtlinie zur Erde befinden, ist ein extrem seltenes Phänomen.

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Die Niederlage emanzipatorischer Bewegungen

In einer Welt von faschistischen Einzeltätern werden die strafende Polizei und die heilende Psychiatrie wieder zu vermeintlichen Rettern

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Im Interesse der Sicherung ihrer Pfründe unterlassen die christlichen Großkirchen nicht jede Kritik am Islam. Sie sind sogar beriet, ihm Terrain – geistliches, ideologisches, materielles zu überlassen. Dazu passt, dass der Ramadan, der islamische Fastenmonat, in Deutschland mittlerweile wie ein nationales Ereignis zelebriert wird, bei dem sich sogar der Bundespräsident medienwirksam in Szene setzt. Fast könnte man meinen, die „Unterwerfung“ (was „Islam“ auf deutsch heißt), die der französische Schriftsteller Michel Houellebecq in seinem gleichnamigen Roman fiktonal-dystopisch thematisiert, sei bereits im Gange.

Eine solche Islamkritik ist in Deutschland an vielen Stellen zu lesen. Erstaunlich ist eher die Quelle des Textes, aus dem dieser Abschnitt stammt. Verfasst hat ihn Ingolf Bossenz, Experte für Religion der Tageszeitung Neues Deutschland, die sich ganz klar gegen Rassismus und Rechtspopulismus positioniert.

Auch in der Wochenzeitung Jungle World, die sich gegen jegliche Form von Rassismus einsetzt, waren in einem Interview mit dem Vorstandsmitglied der NGO Eziden weltweit, Mizgin Saka, eher ungewohnte Töne für die Zeitung zu lesen:

Die Lage in deutschen Flüchtlingsheimen beschäftigt uns sehr und ich höre oft von Übergriffen muslimischer Geflüchteter auf religiöse Minderheiten. Letztes Jahr gab es einen solchen Fall in Bielefeld, wo es Messerattacken gegen einen yezidischen Flüchtling gab, weil er während des Ramadan nicht fasten wollte. Das ist kein Einzelfall, sondern steht für die bedrohliche Lage religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingsheimen.

Beinahe ohne Ausnahme gingen alle Übergriffe von radikalen Muslimen aus, die ihre Opfer als „Ungläubige“ betiteln und als Rechtfertigung für diese diskriminierende Gewalt ihren Glauben heranziehen.Wir bemerken einen drastischen Anstieg dieser Gewalttaten – und auch die momentane Flüchtlingssituation in Europa und im Nahen Osten deutet nicht darauf hin, dass mit einem Rückgang zu rechnen ist.

Wir fühlen uns im Stich gelassen – die Bundesregierung muss endlich konsequenter und umsichtiger vorgehen. Oftmals sind Sicherheitspersonal oder Dolmetscher Komplizen dieser Attacken – die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollmechanismen müssen verbessert werden. Nicht nur Yeziden, sondern auch Juden und Christen sind durch islamistische Attacken bedroht sind.

  Saka spitzt ihre Kritik sogar noch zu:

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We’ll Never Hear From the Philae Comet Lander Again, Sob

© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA
© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA
The past couple of years have been a rollercoaster of emotions for fans of the European Space Agency’s comet-chasing Rosetta mission, and Wednesday brings a final blow to those still desperately holding hope that comet lander Philae might be revived: ESA is turning off the system on the Rosetta orbiter that allows it to communicate with Philae.

By Victoria Turk | MOTHERBOARD

Chances were already very slim, but this means there will be no way for Philae to regain contact with Rosetta.

After getting unprecedentedly close to a comet in August 2014, the Rosetta orbiter launched the smaller Philae spacecraft onto its surface. The landing didn’t go entirely smoothly, and while Philae was able to communicate a bunch of science data at first, it went silent a few days later, making contact only briefly in July 2015 for the last time.

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The New European Fascists

Government leaders in Poland are promoting a neofascist ideology. (Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)
Jaroslaw Kurski and Piotr Stasinski embody the hope that once was Poland. They struggled against the Communist regime for years in the underground press and as Solidarity members. They built Gazeta Wyborcza, now one of the most influential newspapers in the country, after the 1989 fall of communism. They helped usher in a period of democracy and open debate, one that included cultural space for historians such as Jan Gross, a Polish-born American who courageously confronted the taboo topic of Polish complicity in the Nazi extermination of nearly all of Poland’s 3 million Jews.

By Chris Hedges | truthdig

And then neoliberalism, imposed by global capitalism and international banks, began to spread its poison. Legions of unemployed or underemployed were cast adrift. Two million Poles, many of them young people desperate for jobs, have left to work abroad. Governmental austerity programs devastated cultural institutions, including public schools, the arts and public broadcasting. And finally, following a familiar death spiral, the October 2015 elections brought to power the nationalists and demagogues of the right-wing Law and Justice Party (PiS). There is no left-wing party represented in the parliament.

Not much of Poland’s promise remains. PiS is rapidly rolling back constitutional rights. It blocks state media coverage of the fading political opposition, especially the Committee for the Defense of Democracy (KOD), which has held a series of protest demonstrations. PiS shamelessly uses the airwaves and the schools for rabid nationalist propaganda. The public broadcasting system—in which the party purged more than 100 staff members—twisted President Barack Obama’s recent criticism of the Polish government’s assault on the judiciary into praise for Polish democracy. And the ruling party has forced state institutions to cancel subscriptions to Gazeta Wyborcza and pressured distributors throughout the country not to display or sell copies of the newspaper.

“There is no longer genuine parliamentary debate,” Stasinski said when I met with him and Kurski at the Gazeta Wyborcza offices in Warsaw. “There are no longer checks and balances of power. The parliamentary system is dysfunctional. The Constitutional Court and judiciary are paralyzed. New laws passed by the parliament cannot be challenged or changed. The government is supposed to publish sentences of the Constitutional Court in The Journal of Laws [Dziennik Ustaw] for them to become legally effective. This is required by the Constitution. But the government, by not printing them, paralyzes the Constitutional Court, which has been reduced to announcing its sentences on the internet without any legal effect. It is a very dangerous time.”

“We operate under two systems of law,” said Kurski. “One is constitutional and legal. The other is unconstitutional and illegal. The problem is that the illegal and unconstitutional system runs the country.”

Jaroslaw Kaczynski, the founder and head of the ruling party, governs Poland like a private fiefdom. Prime Minister Beata Szydlo and President Andrzej Duda are political puppets. Kaczynski, reclusive and morbid, is referred to with fear or reverence as “the Chairman.” His words, and his obsessions, are law.

And it is not only Poland that is in trouble. Europe, especially EU countries on the fringes of the union, is devolving into proto-fascism. The Hungarian strongman Prime Minister Viktor Orban has destroyed his country’s democracy. Neofascist groups are gaining strength in France, the United Kingdom, Austria, Denmark, Sweden and Greece.

These movements are rabidly xenophobic, racist, Islamophobic and homophobic, and they demonize immigrants and brand internal dissent as treason. When they take control they rely on ruthless internal security and surveillance systems—Poland has established 11 intelligence agencies—to crush dissent. They seek their identity in a terrifying new nationalism, often, as in Poland, coupled with a right-wing Catholicism. They preach hatred of the outsider and glorification of obedient and “true” patriots. This lurch to the right will be augmented in Poland later this year with the establishment of an armed militia of more than 30,000 whose loyalty, it seems certain, will be to the ruling party.

“If you are a Pole, you should be Catholic,” said Stasinski. “I’m not. So for some, I’m not a Pole.”

Poland, like Hungary, Slovakia and the Czech Republic, has rejected the European Union’s call for its nations to accept refugees fleeing the chaos in the Middle East. The ruling party in Poland employs rhetoric to describe Muslim immigrants that echoes prewar Polish anti-Semitism. Immigrants are condemned as diseased, painted as rapists and excoriated for supposedly having barbaric religious practices. When Gross, who teaches at Princeton University, decried the hate campaign against immigrants and made the links with anti-Semitism, reminding Poles that they killed more Jews than they killed Germans during the war, PiS began legal proceedings to challenge Gross’ assertions and called for his Polish Order of Merit to be revoked.

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Nach Münchner McDonalds-Massaker

Nachdem sich am Freitag der 19-Jährige Deutsch-Iraner Ali S. in einem McDonalds-Schnellrestaurant in München-Moosach mit einem Amoklauf mutmaßlich für jahrelanges Mobbing rächte, diskutieren Politiker in Deutschland nicht über dieses an Schulen verbreitete Problem, sondern über „Killerspiele“. Anlass dafür ist, dass Ali S. das Spiel Counter Strike spielte – wie Millionen andere Jugendliche und Heranwachsende, aus denen keine Massenmörder werden, wie unter anderem die seit 16 Jahren rückläufige Mordrate in Deutschland belegt.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Trotzdem klagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Sonntag über das seinem Eindruck nach „unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet“, dem er eine schädliche Wirkung gerade auf die Entwicklung auch junger Menschen“ unterstellte. Auch Volker Kauder, der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, forderte im Zusammenhang mit dem Münchner McDonalds-Massaker „dass in unserer Gesellschaft mehr [über Computerspiele] diskutiert [wird], als bisher“.

Würde de Maizière Meldungen zu wissenschaftlichen Publikationen verfolgen, dann müsse er womöglich an seinem gestern geäußerten Glauben zweifeln: In einer unlängst erschienenen Studie der vor allem für seine medizinische Fakultät weltweit berühmten Johns Hopkins University in der ansonsten eher für Gewalt berüchtigten US-Mordhauptstadt Baltimore kommen die Forscher nach einer Langzeitbeobachtung von 5.400 Probanden im Alter zwischen acht und 15 Jahren nämlich zum gegenteiligen Ergebnis.

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Antisemitismus 2016: Das neue Unbehagen in jüdischen Gemeinden

Schild „Nie wieder“ (picture alliance / dpa / Maja Hitij)
Fast ein dreiviertel Jahrhundert nach Auschwitz könnte man meinen, alles sei gesagt über den Antisemitismus. Eine internationale Tagung in Berlin scheint das Gegenteil zu beweisen. Demnach gibt es immer wieder neue Erscheinungsformen des Antisemitismus.

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

„Also den mittelalterlichen religiösen Antijudaismus, wonach die Juden das Volk der Gottesmörder sind, das ist eigentlich nicht mehr ernst zu nehmen. Das erlebt man auch in stark christlich-religiösen Kreisen eigentlich nicht mehr.“

Antisemitismusforscher Olaf Glöckner vom Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam weiß um das Auf und Ab antisemitischer Argumentationsmuster. Der christliche Antijudaismus tritt kaum noch in Erscheinung, sicherlich auch das Ergebnis einer „Theologie nach Auschwitz“. Juden werden nicht mehr als vermeintliche Christusmörder verachtet. Das Judentum gilt heute als unumstößliche Wurzel des christlichen Glaubens. –  Auch der nationalsozialistische Antisemitismus begegnet einem heute kaum noch. Olaf Glöckner:

„Rasse-Antisemitismus, also eine Form von Vernichtungsantisemitismus a la Adolf Hitler ist im Großen und Ganzen auch out. Diese Form von Antisemitismus mögen vielleicht Neonazis nach wie vor im stillen Kämmerlein pflegen, aber man weiß, dass das öffentlich radikal sanktioniert ist.“

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