Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Extrem starkes Magnetfeld am Ereignishorizont

Künstlerische Darstellung eines Schwarzen Lochs © ESO/L. Calçada

Magnetisierendes Massemonster: Astronomen haben an einem supermassereichen Schwarzen Loch ein extrem starkes Magnetfeld aufgespürt. Es stellt alle bisher im Zentrum einer Galaxie gemessenen Felder in den Schatten, wie die Forscher im Fachmagazin “Science” berichten. Der neue Fund könnte dabei helfen Struktur und Entstehung von Schwarzen Löchern zu verstehen – und wieso manche Materie ihnen entkommt.


scinexx

Supermassereiche Schwarze Löcher, oft mit dem Millionen- oder sogar Milliardenfachen der Sonnenmasse, befinden sich im Herzen nahezu aller Galaxien im Universum. Manche dieser Schwarzen Löcher, wie das im Zentrum der Milchstraße, sind wenig aktiv. Andere – sogenannte Quasare – verschlingen gewaltige Mengen an interstellarem Gas, das sie in Form einer Akkretions-Scheibe umgibt.

Magnetfelder als Ursprung der Jets?

Während der größte Teil der Materie vom Schwarzen Loch vertilgt wird, kann ein kleiner Teil entkommen, und wird in Form von zwei stark gebündelten Materiestrahlen, sogenannten Plasma-Jets, in den Weltraum geschleudert. Diese Jets senden starke elektromagnetische Strahlung in verschieden Wellenlängenbereichen aus. Auf welche Weise die Jets entstehen, ist noch nicht ausreichend verstanden, obwohl Forscher den Magnetfeldern nahe dem Ereignishorizont eine entscheidende Rolle in diesem Prozess zuschreiben.

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Dodo Käßmann: „Die Reformation ist eine wichtige Wurzel der Aufklärung!“

Margot-KässmannDie Bedeutung der Reformation für die Aufklärung war das Thema eines Besuches der EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, in Kaliningrad (ehemals Königsberg).


EKD

Auf Einladung des deutschen Generalkonsulats informierte sich Margot Käßmann am vergangenen Montag und Dienstag über die Situation lutherischer Christen in Russland und berichtete über die Vorbereitungen des Reformationsjubiläums. In diesem Zusammenhang bestehe großes Interesse an Martin Luthers sprachschöpferischer Kraft. „Das reformatorische Thema ,Freiheit und Verantwortung’ ist in Kaliningrad hochaktuell“, sagte Käßmann.

Auf einer Podiumsdiskussion über „Die geistige Freiheit des Individuums“ diskutierte Käßmann mit dem Historiker Solomon Ginsburg, dem Germanisten Wladimir Gilmanow und dem Philosophen Andrej Silber. Sie alle betonten den engen Zusammenhang zwischen der Reformation und der Aufklärung. Das Erbe Martin Luthers sei prägend für den in Königsberg wirkenden Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) gewesen. „Das Wagnis der Freiheit, das Luther gezeigt hat, das Erleben der zugesagten Freiheit und Freiheit als Bindung und Verantwortung sind Antriebsfedern für das aufgeklärte Denken“, erklärte Margot Käßmann.

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How Octopuses Move So Weirdly

Octopus vulgaris, the same kind as used in the study. Image: Morton Brekkevold/flickr

With their bulbous, squishy heads and eight super-bendy arms, octopuses are really radical-looking invertebrates. They also have a mouth attached to the centre point of their arms, and a killer underwater crawl. But what lets the octopus move so fluidly, when it’s got no backbone to keep everything together?


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

It’s a question that’s intrigued scientists from the ​Octopus Group at The Hebrew University of Jerusalem. Set on solving the mystery through a frame-by-frame analysis of a video capturing an octopus in motion, they recently​ published their find​ings in the journal Current Biology.

“Octopuses use unique locomotion strategies that are different from those found in other animals,” said Binyamin Hochner of The Hebrew University of Jerusalem in a press statement. He pointed out that this was thanks to an evolution in their soft molluscan bodies, which enabled an “efficient locomotion control” even though they had no “rigid skeleton.”

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„Der Austausch von Informationen zwischen Medizin und Veterinärmedizin ist nicht ausreichend institutionalisiert”

Infektionsmedizinische Fragen sind in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei standen häufig zoonotische Erreger, die zwischen Tieren und Menschen in beide Richtungen übertragen werden können, im Vordergrund. Die Arbeitsgruppe Zoonosen und Infektionsforschung der TMF ­– Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung hat dazu bereits im vergangenen Jahr ein Positionspapier vorgelegt, das für einen One-Health-Ansatz in der Infektionsforschung wirbt.


aerzteblatt.de

5 Fragen an Prof. Dr. med. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

DÄ: Was besagt One Health in der Infektionsforschung?
Straube: Der One-Health-Ansatz bedeutet, dass Veterinär- und Humanmedizin sowie auch Landwirtschaft interdisziplinär zusammenarbeiten und Strukturen entwickeln, um auf Probleme zu reagieren, die in einer gemeinsamen Umwelt begründet sind. Das betrifft Ernährung und insbesondere Infektionen. Man darf nicht vergessen, dass etwa 60 Prozent der Infektionen Zoonosen sind. Influenza beispielsweise ist eine klassische Zoonose, ein etwa durch Salmonellen oder Campylobacter verursachter  Durchfall ebenso – das sind häufige Ereignisse.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

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Vatikan will kein „Hickhack“ mit Erdogan

Papst Franziskus feiert eine Messe mit dem armenischen Kirchenoberhaupt Karekin II. im Vatikan (12. April)APA/EPA/ANSA/Giorgio Onorati

Der Vatikan will sich nach Worten seines Sprechers Federico Lombardi nicht auf ein „Hickhack“ mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einlassen. Papst Franziskus hatte die Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet.


religion.ORF.at

„Wenn es von türkischer Seite Reaktionen gab, nehmen wir das zur Kenntnis“, sagte Lombardi mit Blick auf die Papst-Schelte durch Erdogan am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan – mehr dazu in Erdogan: Papst redet „Unsinn“ in Armenierfrage. Man werde aber „aus der Sache keinen Streitfall“ machen, so der Jesuit. Lombardi bekräftigte am Mittwoch, man werde inhaltlich nicht zurückrudern. Der Vatikan habe in dieser Frage „eine sehr präzise und konsequente Linie“. Im Übrigen sei „sonnenklar“, dass Franziskus lediglich einen früheren vatikanischen Sprachgebrauch aufgegriffen habe.

So habe Franziskus in seiner Predigt am Sonntag ausdrücklich auf eine gemeinsame Erklärung seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005) und des armenischen Kirchenoberhaupts Karekin II. bezogen, die ebenfalls den Begriff Völkermord benutze. Zudem habe Franziskus positiv auf „den Wunsch nach Versöhnung und Dialog zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk“ verwiesen, so der Sprecher.

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Skurril: Higgs-Daten als Heavy Metal-Song

Teilchenspuren als Gitarren-Riffs: Ein Physiker des CERN hat seine eigene Version der Daten zur Entdeckung des Higgs-Bosons ins Netz gestellt. Er setzte dafür die im Teilchenbeschleuniger registrierten Massenwerte bestimmter Detektorkanäle in Noten um und machte daraus Musik. Wie das klingt, spielt er in diesem Video gemeinsam mit einem Kollegen vor.


scinexx

Die Idee, physikalische Daten und speziell die Detektor-Daten der Higgs-Entdeckung in ‘Musik umzusetzen ist nicht neu: Schon im Oktober 2014 hatten Physiker des CERN auf dieser Basis das Stück LHC Chamber Music komponiert und als Video veröffentlicht. Für dieses diente ein Diagramm aus dem ATLAS-Detektor als Grundlage.

CMS-Diagramme als Gitarren-Melodien

In der Version von Piotr Traczyk von der CMS-Kollaboration am CERN geht es nun allerdings weit weniger klassisch zu. Aber auch er nutzt Daten, die ursprünglich am 4. Juli 2012 bei der Bekanntgabe der Higgs-Entdeckung vorgestellt wurden: Die im Detektor CMS ermittelten Häufigkeiten bestimmter Zerfallsprodukte im sogenannten Gamma-Gamma und 4-Lepton-Kanal. Den einzelnen Werten ordnet er Noten aus der chromatischen Tonleiter zu, leere Stellen ergeben Pausen. “Der Rhythmus und die harmonische Struktur lassen sich so aus den Daten ableiten”, erklärt Traczyk.

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Geist schärfte sich früh: An Steinen

Pfeilspitzen, Bild: horsa122.de

Viel früher als bisher gedacht wurden Werkzeuge hergestellt: vor 3,3 Mio. Jahren. Damit wurden auch die Grundlagen der Sprache gelegt, Experimente zeigen es.


Von Jürgen Langenbach|Die Presse

In einem stimmten Charles Darwin und Friedrich Engels, der in seinem Lesehunger auch die Evolutionstheorie verschlungen hatte, völlig überein: Engels nannte es 1876 bündig den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“; Darwin formulierte 1871 im „Descent of Man“ präziser: „Aus einem Feuerstein auch nur das einfachste Werkzeug zu schlagen, braucht eine perfekte Hand“, und „die Struktur der Hand mag in dieser Hinsicht mit der des Vokalorgans“ verglichen werden; dazu passt dann wieder ein Vermutung Engels': „Beim Herstellen von Werkzeugen hatten sie einander etwas zu sagen.“

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The Earth Has An Eerie Hum, And Now We Know What’s Causing It

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA

Scientists have long known that Earth produces an eerie low-frequency hum that’s inaudible to humans but detectable with seismic instruments. But as for what’s causing this “microseismic” activity, scientists have never been sure.


By Jacqueline Howard|The Huffington Post

Until now.

A new study published online Feb. 10, 2015 in the journal Geophysical Research Letters indicates that the hum is largely due to ocean waves that cause our planet to vibrate subtly — or “ring,” as the researchers put it.

We have made a big step in explaining this,” Dr. Fabrice Ardhuin, a senior research scientist at the National Center for Scientific Research in Brest, France and the study’s lead author, said in a written statement. “Now we know where this ringing comes from and the next question is: what can we do with it.”

Catching the culprit. With the help of computer models of the ocean, winds, and seafloor, the scientists were able to pinpoint the exact kind of ocean waves that cause the hum and how, Live Science reported.

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When to Nuke an Asteroid That’s Heading Toward Earth (and When Not to)

A NASA animation of a gravity tractor. Image: ​NASA

The best way to protect Earth against asteroids is to be prepared. That’s why scientists at the fourth International Academy of Astronautics (IAA) Planetary Defe​nse Conference this week are taking part in a simulated asteroid attack to discuss the best methods to take on incoming asteroids.


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

Methods up for discussion include the gravity tra​ctor and the ion ​beam shepherd, which would both deflect an asteroid out of Earth’s way, as well as the more contentious and high-impact method of nuclear explosives.

“The gravity tractor and the ion beam shepherd are the subtle, slow-moving methods,” co-chairman of the conference Richard Tremayne-Smith told me over the phone. He explained that these were the best methods if you wanted to make adjustments to an asteroid’s flight path, and had a period of around ten to 20 years to do that in.

The gravity tractor is like a spacecraft, which flies next to the asteroid it wants to nudge off course for several months or years. It gradually pulls the asteroid out of the orbit it was in by a slight gravitational pull. The ion beam shepherd generates a beam of quasi neutral plasma from its engine, and uses the momentum of ​impin​ging propellant ions rather than gravity to deflect the asteroid away from Earth.

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Deutlicher Vogelschwund in Fukushima

Rauchschwalben waren um Fukushima einst häufig, heute gibt es sie dort kaum noch © Lip Kee/ CC-by-sa 2.0

Kein Zwitschern mehr: Vier Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima zeigen sich deutliche Folgen in der Vogelwelt der Region. Die Zahl der Singvögel im Sperrgebiet ist stark geschrumpft, einige einst häufige Arten sind fast ganz verschwunden. Der Rückgang ist klar dosisabhängig und hat sich trotz sinkender Radioaktivität in den letzten Jahren sogar noch verstärkt, wie die Forscher im Fachmagazin “Journal of Ornithology” berichten.


scinexx

Atomkatastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima hinterlassen ihre Folgen nicht nur bei den Bewohnern der betroffenen Regionen, auch die Natur verändert sich. Wie vor allem Tiere mit den erhöhten Strahlendosen zurechtkommen, ist bisher nur in Teilen untersucht. So scheinen sich einige Vögel im Sperrgebiet von Tschernobyl inzwischen an die Radioaktivität angepasst zu haben. Ob dies aber grundsätzlich gilt und wie Vogelpopulationen in den ersten Jahren nach einer solchen Verseuchung reagieren, war bisher unklar.

Um das zu ändern, haben Tim Mousseau von der University of South Carolina und seine Kollegen seit dem Atomunglück von Fukushima im April 2011 jedes Jahr im dortigen Sperrgebiet eine Reihe von Vogelzählungen durchgeführt. Zusätzlich analysierten sie Blutproben einiger Vogelarten, um festzustellen, welche physiologischen Folgen die erhöhte Strahlung für die Tiere hatte. Jetzt haben sie ihr erstes Fazit in mehreren Publikationen veröffentlicht.

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Botschafter: Türkei will Beziehungen zum Vatikan nicht abbrechen

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

«Wir wollen unsere Botschaft nicht schließen», sagte der türkische Botschafter beim Heiligen Stuhl, es sei klar, dass die Aussage des Papstes Auswirkungen auf das türkisch-vatikanische Verhältnis habe.


kath.net

Die Türkei will ihre diplomatischen Beziehungen zum Vatikan trotz des scharfen Protests gegen die Äußerung von Papst Franziskus über den Völkermord an den Armeniern aufrechterhalten. «Wir wollen unsere Botschaft nicht schließen», sagte der türkische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Aydin Adnan Sezgin, der italienischen Tageszeitung «Il Messaggero» (Mittwoch) in einem Interview. Es sei klar, dass die Aussage des Papstes Auswirkungen auf das türkisch-vatikanische Verhältnis habe, so der Diplomat. Es gebe jedoch auch weiterhin Raum, um «der Diplomatie neuen Atem zu geben». Der Papst hatte die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich am Sonntag in einer Gedenkmesse als «ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts» bezeichnet.

Christliches Totengedenken schließt auch schuldig Gewordene ein

Bild: ADL

Bild: ADL

Christliches Totengedenken schließt auch jene mit ein, “von denen man weiß oder vermutet, dass sie schuldig geworden sind oder Verbrechen begangen haben”: Darauf wies der katholische Militär-Ordinariatskanzler und Bischofsvikar Harald Tripp bei einer Tagung in der Landesverteidigungsakademie am Dienstag in Wien hin. Gerade die offenkundige Schuld könne ein Grund sein, Gott in besonderer Weise um Barmherzigkeit zu bitten. Beim christlichen Totengedenken geht es nach den Worten Tripps nicht um eine Ehrung bestimmter wichtiger Verstorbener und auch nicht um “politische Positionierung”. Diesbezügliche Missverständnisse gelte es zu vermeiden, plädierte der Vertreter der Militärdiözese für eine offene und öffentliche Diskussion.


kathweb

Tripp äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen einer Veranstaltung des Instituts für Religion und Frieden unter dem Titel “Kriege richtig erinnern? Aktuelle Fragen religiöser und militärischer Gedenkkultur”.

Wie alle Menschen gedenken Christen zunächst der Toten, die sie gekannt und geliebt haben bzw. denen sie zu Dank verpflichtet sind, sagte Tripp laut einer Aussendung der Militärdiözese. Zugleich sei christliches Gedenken aber immer auf alle Toten hin offen, “weil aus christlicher Sicht alle Menschen eine Familie bilden und Gott der Gott aller Menschen ist”.

Zur jüngsten Entfernung der umstrittenen Gedenktafel an Alexander Löhr in der Wiener Stiftskirche im vergangenen Herbst sagte Tripp, dass der gesamte Eingangsbereich unter Einbeziehung der Militärseelsorge und namhaften Historikern neu gestaltet werde.

Anpassung an herrschende Ideologie

Der orthodoxe Militärseelsorger Alexander Lapin verwies in der Diskussion auf die große Gefahr der Vereinnahmung des Totengedenkens durch Politik und Ideologie. Wie umkämpft dieses Thema sei, zeigten die Zerstörung von Denkmälern, die nicht zur aktuell herrschenden Ideologie passen. Denkmäler würden oft auch mit politischen Symbolen aufgeladen.

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DARPA Cortical Modem connects brain directly to computer for ‘electronic telepathy and telekinesis’

DARPA’s cortical modem implant could restore sight loss and provide eyes with a heads-up display(Getty Images)

A brain-computer interface has been developed by the US Defence Research Projects Agency (DARPA) that is capable of laying a heads-up display over a user’s natural vision.


By Anthony Cuthbertson|International Business Times

The “cortical modem” also holds the potential to cure sight loss and enable “electronic telepathy and telekinesis” according to noted futurist Peter Rothman, writing for H+ Magazine.

While still a long way from production, the direct neural interface (DNI) chip would be shaped like a coin, around 1cm wide, and could conceivably cost as little as $10 (£6.50).

As outlined at the Biology is Technology conference in Silicon Valley last week, the interface provides a direct link between the brain and an external device or software through manipulation of the visual cortex.

Phillip Alvelda, chief of DARPA’s Biological Technologies, told the conference how the device could replace all virtual reality glasses, such as the Oculus Rift, by bypassing the visual sensory system entirely.

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Knochenfresser-Wurm(Osedax) ist älter als gedacht

Osedax-Würmer an einem Walknochen © Nick Higgs

Der bizarre Osedax-Wurm existierte schon in der Kreidezeit – und damit lange bevor es seine heutige Leibspeise gab: die Knochen von toten Walen. Das belegen nun Fraßspuren dieses Wurms in 100 Millionen Jahre alten Knochen eines Meeressauriers. Damit ist Osedax nicht nur älter als bisher angenommen, die Funde zeigen auch, dass die Würmer ihren Speiseplan flexibel anpassten, wie Forscher im Fachmagazin “Biology Letters” berichten.


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Die erst 2004 entdeckten Osedax-Würmer sind reichlich bizarr: Sie besitzen weder Augen, Mund noch Darm und auch ihre Fortpflanzung ist ziemlich seltsam. Lebensraum und Leibspeise zugleich sind für sie die Knochen vergammelter Walkadaver, die auf den Grund des Meeres hinabgesunken sind. Dort ragt ihr Kopfende mit den Kiemenanhängen aus den Knochen heraus, ihr wurzelartig verzweigtes Hinterende ist dagegen tief im Inneren des Knochens verankert. Symbiotische Bakterien helfen ihnen dabei, die organischen Bestandteile des Knochenmaterials herauszulösen und zu verdauen.

Doch seit wann es diese eigentümlichen Würmer gibt, blieb bisher unklar. Zwar stammen die ältesten fossilen Belege aus 30 Millionen Jahre alten Knochen eines Urzeitwals. Genetische Analysen sprechen aber dafür, dass Osedax sich schon viel früher entwickelt haben könnte – entweder vor rund 45 Millionen Jahren oder sogar schon vor 125 Millionen Jahren. Wann genau, blieb bisher unklar.

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Zwei Greifswalder Radiologen stellen sich der Geschichte in Israel

Tod durch Röntgenstrahlen – Aufarbeitung der NS-Vergangenheit
bringt bedrückende Fakten an die Öffentlichkeit

Der Präsident der Deutsche Röntgengesellschaft e.V. und Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie an der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Norbert Hosten, sowie der Stellvertretende Institutsdirektor PD Dr. Michael Kirsch haben am Dienstag, dem 14. April in Tel Aviv eine Ausstellung zur Geschichte der Radiologie in der Zeit des Nationalsozialismus eröffnet. Prof. Jacob Sosna, Präsident der Israelischen Röntgengesellschaft, hat die Exposition öffentlich vorgestellt.

idw-Informationsdienst Wissenschaft

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Ausstellungseröffnung fand in der Universität von Tel Aviv statt. Der Termin wurde gewählt, weil am Tag darauf der bedeutendste jüdische Gedenktag, der jährliche Holocaust Memorial Day, in Israel eingeläutet wird. Ab 18.00 Uhr ruht das öffentliche Leben und am Donnerstag (16. April) erinnern Sirenen im ganzen Land und alle Menschen in der Öffentlichkeit stehen für eine Schweigeminute still.

Im Jahr 2010 beauftragte die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG) die Medizinhistorikerin Dr. Gabriele Moser von der Universität Heidelberg mit der Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Röntgengesellschaft in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO) trat im Hinblick auf die gemeinsame Vergangenheit diesem Projekt im Jahr 2012 bei. Nach ersten Veröffentlichungen in Fachpublikationen und Präsentationen auf Fachkongressen soll diese Ausstellung einen Gesamtüberblick über das Thema geben und nun auch ein breiteres Publikum erreichen. Zeitgleich wird der wissenschaftlich aufbereitete Rückblick auch erstmals in Deutschland, ab heute im Deutschen Röntgenmuseum in Remscheid gezeigt.

„Die Ergebnisse zeigen die deprimierenden Realitäten der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland in einem erschreckenden Ausmaß, das kaum begreifbar ist aus unserer heutigen Sicht“, sagte Prof. Norbert Hosten in Israel. „Es ist wichtig, dass wir uns unserer Geschichte und unserer Verantwortung stellen.“ Hosten bedankte sich bei Prof. Jacob Sosna für seine Unterstützung, die eine Ausstellung direkt in Israel ermöglicht hatte.

Die weitreichenden Forschungen im Rahmen des Projekts zeichnen den verbrecherischen Einsatz der Röntgenstrahlung im Dienste nationalsozialistischen Rassenwahns nach und dokumentieren wissenschaftliche Karrieren. Sie umfassen aber auch die oftmals schwierige Bergung von Biografien verfolgter und ermordeter Radiologen zwischen 1933 und 1945. Eines der schlimmsten Kapitel betrifft die Zwangssterilisation durch Strahlenbehandlung. Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 5. Dezember 1933 schaffte die „rechtliche“ Grundlage für Verbrechen an insgesamt etwa 360.000 Menschen, die in den zwölf Jahren der Nazidiktatur unfruchtbar gemacht wurden. Zur Sterilisierung mit Röntgen- und/oder Radiumbestrahlung waren 150 Ärzte zugelassen. Von den insgesamt 360.000 Zwangssterilisierten sind etwa zwei Prozent durch Strahlenbehandlung unfruchtbar gemacht worden. Die Ausstellung dokumentiert diese medizinischen Grausamkeiten auch an Überlebenden. Die Ausstellung ist digitalisiert worden und somit im Internet zweisprachig frei zugänglich (http://www.drg.de/de-DE/1476/radiologie-im-nationalsozialismus).

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie
Direktor: Prof. Dr. med. Norbert Hosten
Neubau Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-69 60
E hosten@uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de
http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald

Holocaust und Vatikan: Ein Schuldbekenntnis ist überfällig

Papst Pius XII.: Der Todeszug verließ die Ewige Stadt in Richtung Auschwitz ohne päpstlichen Widerstand. Foto: REUTERS

Ein vatikanisches Schuldbekenntnis zum Schweigen über die Shoa und eine Vergebungsbitte für die Diplomatie Pius XII. sind überfällig. Davon aber ist im Vatikan keine Rede.


Von Klaus Kühlwein|Frankfurter Rundschau

Siebzig Jahre nach dem Ende der Shoa wäscht der Vatikan immer noch seine Hände in Unschuld. Zu bedauern gebe es nichts – im Gegenteil. Pius XII. habe so viele Juden gerettet wie kein anderer und er habe seine Stimme erhoben gegen den Vernichtungswahn der Nazis. Er sei einer der großen Gerechten dieser Welt. Für den Vatikan ist klar: Alle Angriffe auf den mittlerweile verehrungswürdigen Pius XII. seien haltlos und oft nur boshaft – meist beides zusammen.

War das Schweigen der Kirche zur Judenvernichtung ein Fehler? Ist sie mitschuldig geworden, weil sie abseits stand bei der großen Judenjagd in Europa? Mittlerweile sehen das die deutschen, die österreichischen und noch mehr die französischen Oberhirten so. Es gibt viele selbstkritische Äußerungen zur eigenen Vergangenheit. Und die Weltkirche, der Vatikan? Fehlanzeige! Dort weist man eigenes Versagen oder gar Mitschuld weit von sich: Einzelne Katholiken vor Ort haben gefehlt, wir nicht! – so das Credo.

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Neandertaler misshandelten ihre Toten

Postmortale Schnittspuren auf den Oberschenkelknochen des Neandertaler-Kindes © M.D. Garralda et al.

Nicht gerade pietätvoll: In Frankreich haben Archäologen Neandertaler-Überreste entdeckt, die nach dem Tod systematisch zerstückelt und geschlagen wurden. Auch von anderen Fundstellen in Europa sind solche posthumen Misshandlungen bekannt. Ob dies als Teil eines Rituals geschah oder es von Kannibalismus unter den Neandertalern zeugt, ist bisher allerdings rätselhaft.


scinexx

Lange Zeit war umstritten, ob die Neandertaler ihre Toten in besonderer Weise bestatteten oder sie einfach irgendwo ablegten. Doch in den letzten Jahren häuften sich die Hinweise auf echte Begräbnisse, vor allem durch Funde im französischen La Chapelle-aux Saints. Dort liegen die Skelette in Gruben, die vermutlich eigens für ihre Bestattung gegraben wurden, um sie vor Tieren und der Witterung zu schützen.

Doch eine neue Analyse von Funden in der Nähe von Marillac-le-Franc im Südwesten Frankreichs werfen nun ein anderes Licht auf die Bestattungs-Gepflogenheiten der Eiszeitmenschen. María Dolores Garralda von der Universität von Bordeaux und ihre Kollegen untersuchten die Knochen von zwei Neandertaler-Erwachsenen und einem Kind, die vor rund 57.000 Jahren an diesem Ort lebten.

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Anthropozän: Zeitalter des Menschen

Menschheitsspuren. Staudämme verändern das Antlitz der Erde – und nicht nur optisch. Sand und andere Sedimente werden aufgehalten und ganze Landschaften verändert. – Foto: AFP

Der Mensch verändert die Erde enorm – Grund genug, gleich eine neue geologische Epoche auszurufen? Das Für und Wider wird hart diskutiert.


Von Richard Monastersky|Spektrum.de

Nachdem fast alle Dinosaurier aus dem Naturhistorischen Museum in Washington DC abtransportiert sind, wirkt die Fossilienhalle ziemlich leer. Langsam schlendert der Paläobiologe Scott Wing durch den Raum, der mit seinen dunkel gestrichenen Wänden wie eine tiefe Höhle wirkt. Wing arbeitet mit einem ganzen Team an der 45 Millionen Dollar teuren Neugestaltung der Ausstellungsfläche der Smithsonian Institution. Zur Neueröffnung der Räume im Jahr 2019 werden hier nicht nur die vergangenen Erdzeitalter mit den üblichen Exponaten wie Tyrannosaurus rex und Triceratops geboten – ein ganzer Bereich soll dann speziell der Spezies gewidmet sein, die derzeit die Erde beherrscht. “Die Besucher sollen sich ihrer Rolle auf der Welt bewusst werden: Der Mensch verändert sie nämlich stärker, als viele meinen”, sagt er.

Die neue, etwas provokante Ausstellung gilt dem Anthropozän, jenem kurzen Abschnitt in der langen Erdgeschichte, in dem der Mensch zur treibenden geologischen Kraft wurde. Allein durch den Bergbau wurden mehr Sedimente verschoben, als alle Flüsse der Erde je geschafft haben. Homo sapiens verursachte die Erderwärmung, ließ die Meeresspiegel ansteigen, zerstörte die Ozonschicht und bewirkte die Versauerung der Ozeane.

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