Haben Extraterrestrische Lebewesen die Erde bereits besucht?

Exo-Planet Kepler-10. Künstlerische Darstellung. Bild: Nasa

US-Astronomen haben ein Modell entwickelt, um zu zeigen, ob und wie schnell eine Zivilisation die Milchstraße besiedeln könnte, um das Fermi-Paradox auszuhebeln

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Frage bleibt drängend, ob die Menschen die einzigen intelligenten Lebewesen in unserer Galaxie sind. Manche glauben zwar, sie seien schon da gewesen, andere sehen irgendwelche Flugkörper, aber das sind Phantasien, denen eine wirkliche Bestätigung fehlt. Daher beschäftigen sich immer einmal wieder Wissenschaftler mit dem Fermi-Paradox. Eigentlich sollte sich intelligentes Leben vielfach in unserer Galaxie entwickelt und längst schon die Erde besucht haben, aber es wurde – allerdings erst seit Jahrzehnten der Suche – noch nicht einmal ein Signal empfangen, das auf intelligentes Leben da draußen hinweist..

Gibt es also keine anderen intelligenten Lebewesen, wie das der Astrophysiker Michael Hart in einem Paper 1975 postulierte. In den Milliarden Jahren seit Entstehung der Milchstraße habe es genügend Zeit für extraterrestrisches intelligentes Leben gegeben, um Weltraumfahrt zu entwickeln und unsere Galaxie wie die Menschen die Erde zu kolonisieren. Da kein solches Lebewesen auf der Erde ist, sei zu vermuten, dass es keine weiteren intelligenten Lebewesen gibt. Frank bezog sich allerdings mit seinem „Fact A“ auf materielle Besuche, nicht auf Signale. Dass Aliens einmal dagewesen sein oder kein Interesse an der Erde haben könnten, weil sie für diese vielleicht unwirtlich oder aus irgendeinem Grund nicht attraktiv ist, interessierte ihn nicht weiter.

Weltraumkolonisation in einer bewegten Galaxie

Eine Gruppe von Astronomen haben in einem Paper, das kürzlich im Astronomical Journal erschienen ist, einmal im Kontext des Fermi-Paradoxons erörtert, wie denn überhaupt Weltraumreisen für eine Exo-Zivilisation zur Besiedlung anderer Planeten in einer deutlich kürzeren Zeit als das Alter des Universums möglich wären. Die Annahme, dass die bislang ergebnislose Suche nach Signalen einer extraterrestrischer Intelligenz (SETI) bedeuten würde, dass es keine gibt, sehen sie nicht als begründet an. Das sei so, als würde man im Meer nur einen Schwimmbecken großen Teil nach Delfinen absuchen und sagen, wenn dort keinen gefunden hat, es auch im übrigen Meer keine gebe. Bislang wurden etwas mehr als 4000 erdähnliche Planeten gefunden, von den vielleicht 100 Milliarden Exo-Planeten könnten 10 Milliarden erdähnlich und davon auch einige oder viele bewohnt sein.

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Arktis: Meereis schrumpft weiter

Forschungseisbrecher Polarstern in dünnem Eis: Das arktische Meereis hat im September 2019 die zweitkleinste Ausdehnung seit Beginn der Messungen. © Stefanie Arndt

Knapp am Negativrekord vorbei: Das arktische Meereis erreicht erneut einen sommerlichen Tiefstwert. Mit nur rund 3,9 Millionen Quadratkilometern hat das Eis die zweitkleinste Fläche seit Beginn der Satellitenmessungen, wie Glaziologen berichten. Damit liegt das jährliche Minimum erst zum zweiten Mal seit 1979 unter vier Millionen Quadratkilometern. Von Februar bis August 2019 lag die Eisfläche sogar auf einem Rekord-Niedrigwert für diese Zeit.

scinexx

Die Arktis heizt sich durch den Klimawandel stärker auf als jede andere Region der Erde -mit sichtbaren Folgen: Das arktische Meereis schrumpft seit Jahren, sein Nachschub schwindet und auch die saisonalen Unterschiede haben sich bereits verschärft. Selbst nahe am Nordpol gibt es inzwischen im Sommer viele offene Wasserflächen. Forscher prognostizieren sogar, dass die zentrale Arktis schon ab 2040 im Sommer schiffbar werden könnte.

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Es gärt im Amri-Komplex

Screenshot aus dem von RBB24 veröffentlichten Video einer Überwachungskamera.

Videomaterial zum Anschlagsgeschehen wirft Fragen auf – Abgeordnetenhaus verklagt Bundesinnenministerium – Bundeskanzlerin in Abschiebungen von Amri-Komplizen involviert?

Thomas Moser | TELEPOLIS

Nichts geht im Falle des Terroranschlages auf dem Breitscheidplatz in Berlin seinen geregelten Ermittlungsgang: -Neues Videomaterial zum Tatgeschehen zieht die offizielle Version ein weiteres Mal in Zweifel.

  • Die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse werden mit Beweismaterial beliefert, aber allem Anschein nach unvollständig.
  • Wussten die Sicherheitsbehörden schon frühzeitiger, dass der Tunesier Anis Amri bei der Tat dabei gewesen sein soll, als es eingeräumt wird?
  • Das Abgeordnetenhaus von Berlin verklagt die Bundesregierung auf vollständige Herausgabe von Akten zum Tatgeschehen. Und der Berliner Untersuchungsausschuss beantragt die Verhängung eines Ordnungsgeldes gegen zwei Beamte des Landeskriminalamtes wegen Auskunftsverweigerung.
  • Im Untersuchungsausschuss des Bundestages erfährt man gar, dass die Bundeskanzlerin in Abschiebevorgänge von Kontaktpersonen Amris involviert war.
  • Schließlich: Wiederholt treffen sich der Bundesinnenminister und der Berliner Innensenator mit Anschlagsopfern und versprechen wiederholt „lückenlose Aufklärung“.

Video lässt neue Fragen aufkommen

Im August wurde weiteres Videomaterial zum Tatgeschehen öffentlich, das die Frage aufwirft, wohin sich der Lenker des Tat-LKW bewegte, nachdem er in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gefahren war. Von der Todesfahrt selber kennt die Öffentlichkeit bisher nur eine 12 Sekunden lange Videosequenz, die das ARD-Magazin Kontraste ausgestrahlt hat. Der Film bricht ab, als der LKW zum Stehen kommt.

Das 12-Sekunden-Video ist ein Ausschnitt aus einem mehrere Minuten langen Video, aufgenommen aus dem Europacenter-Hochhaus am Breitscheidplatz. Auf ihm sieht man in der Folge, wie beim LKW die Fahrertür aufgeht und eine Person aussteigt. Das geschieht erst mehrere Sekunden, nachdem der LKW zum Stillstand gekommen war. In den zwei bis drei Sekunden nach dem Aussteigen rennt diese Person aber nicht etwa über die Straße auf die andere Straßenseite in Richtung U-Bahn-Eingang, sondern verbleibt in der Nähe des LKW.

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Schwarzes Loch im Herzen der Milchstrasse scheint gefrässiger zu werden

Scientists have obtained the first image of a black hole, using Event Horizon Telescope observations of the center of the galaxy M87. The image shows a bright ring formed as light bends in the intense gravity around a black hole that is 6.5 billion times more massive than the Sun. This long-sought image provides the strongest evidence to date for the existence of supermassive black holes and opens a new window onto the study of black holes, their event horizons, and gravity. Credit: Event Horizon Telescope Collaboration

Wie die meisten Galaxien besitzt auch die Milchstrasse ein extrem massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Es vereint die Masse von rund vier Millionen Sonnen. Zurzeit leuchtet es so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen.

Neue Zürcher Zeitung

Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstrasse gönnt sich derzeit ein ungewöhnlich reichhaltiges Mahl. Das schliessen Astronomen aus einem plötzlichen Helligkeitsausbruch des Massemonsters: Es leuchtet so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen. «Wir haben in den 24 Jahren, die wir das supermassereiche Schwarze Loch untersuchen, nichts Vergleichbares gesehen», berichtete Andrea Ghez von der Universität von Kalifornien in Los Angeles in einer Mitteilung. Die Forscher stellen ihre Beobachtungen im Fachblatt «The Astrophysical Journal Letters» vor. Über die Ursache des plötzlichen Ausbruchs rätseln sie noch.

Wie die meisten Galaxien besitzt auch die Milchstrasse ein extrem massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Es vereint die Masse von rund vier Millionen Sonnen. Schwarze Löcher selbst sind zwar nicht sichtbar, aber wenn Materie in ihren Schwerkraftstrudel fällt, erhitzt sie sich und leuchtet hell auf, bevor sie auf Nimmerwiedersehen hinter dem sogenannten Ereignishorizont verschwindet.

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Fruits and Vegetables Are Trying to Kill You

Illustration by John Hendrix

Antioxidant vitamins don’t stress us like plants do—and don’t have their beneficial effect.

John Hendrix | NAUTILUS

You probably try to exercise regularly and eat right. Perhaps you steer toward “superfoods,” fruits, nuts, and vegetables advertised as “antioxidant,” which combat the nasty effects of oxidation in our bodies. Maybe you take vitamins to protect against “free radicals,” destructive molecules that arise normally as our cells burn fuel for energy, but which may damage DNA and contribute to cancer, dementia, and the gradual meltdown we call aging.

Warding off the diseases of aging is certainly a worthwhile pursuit. But evidence has mounted to suggest that antioxidant vitamin supplements, long assumed to improve health, are ineffectual. Fruits and vegetables are indeed healthful but not necessarily because they shield you from oxidative stress. In fact, they may improve health for quite the opposite reason: They stress you.

That stress comes courtesy of trace amounts of naturally occurring pesticides and anti-grazing compounds. You already know these substances as the hot flavors in spices, the mouth-puckering tannins in wines, or the stink of Brussels sprouts. They are the antibacterials, antifungals, and grazing deterrents of the plant world. In the right amount, these slightly noxious substances, which help plants survive, may leave you stronger.

Eating food from plants that have struggled to survive toughens us up as well.

Parallel studies, meanwhile, have undercut decades-old assumptions about the dangers of free radicals. Rather than killing us, these volatile molecules, in the right amount, may improve our health. Our quest to neutralize them with antioxidant supplements may be doing more harm than good.

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Missing Link: Den Kapitalismus reparieren – die große Illusion der Maker

(Bild: Miriam Doerr, Martin Frommherz/Shutterstock.com)

Die Maker-Bewegung – „postkapitalistische Praxis“ oder nur Bastelecke? Der letzte Teil der Reihe über technologische Heilsversprechen und den Kapitalismus.

Timo Daum | heise online

Der Ökonom Joseph Schumpeter bemerkte einmal, die historische Leistung des industriellen Kapitalismus habe nicht darin bestanden, mehr Seidenstrümpfe für Königinnen zu liefern, sondern sie für das Heer der Arbeiterinnen zugänglich gemacht zu haben. Die massenhafte Verfügbarkeit erschwinglicher Güter hat aber auch ihre Schattenseiten: Von verschweißten Handy-Gehäusen über unterschiedlichen Stecker-Typen bis hin zur allgegenwärtigen dynamischen Obsoleszenz – lauter Tricksereien, die eben jenen massenhaften Konsum am Laufen halten sollten, den der Ökonom einst als Errungenschaft feierte.

Spätestens seit den 1970er-Jahren regte sich Widerstand gegen die Konsum- und Wegwerfkultur, die mit der Massenproduktion einherging; eine Bewegung entstand, die unter dem Banner der drei R (reuse, reduce, recycle) Wiederverwendung, Verzicht und Recycling anmahnte. In den vergangenen Jahren ist noch ein weiteres R hinzugekommen: R für Reparieren (repair). Eine zunehmend breiter werdende Bewegung stemmt sich gegen die künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Geräten und Nutzungsbeschränkungen bei Hardware und Software; sie fordert Einsicht in Baupläne, längere Lebensdauer von Geräten, die Möglichkeit sie zu reparieren und die Verwendung von standardisierten Teilen.

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Was noch zur sexuellen Orientierung gesagt werden muss

Bild: pixabay.com

Gene oder Umwelt, Störung oder Normalität? Gedanken fürs 21. Jahrhundert

Stephan Schleim | TELEPOLIS

Am 30. August erschien eine neue Forschungsarbeit über die Genetik der sexuellen Orientierung sowie mein begleitender Kommentar (Science: Genetik kann Sexualverhalten nicht erklären). Kurz gesagt ergab die Untersuchung von rund einer halben Million Briten und US-Amerikanern, dass Gene nur einen moderaten Einfluss darauf haben, ob wir ausschließlich mit anders- oder auch mit gleichgeschlechtlichen Partnern Sex haben.

Das geht viel w eiter als die Widerlegung der Idee eines spezifischen „Schwulen-“ oder „Lesbengens“, die seit den 1990ern in unserer Kultur herumgeistert. Denn selbst wenn man die Effekte aller von den Forschern gefundenen Genabschnitte – es waren zwei für Frauen und Männer, zwei nur für Männer und einer nur für Frauen – zusammennimmt, erklärt die Genetik nur einen kleinen Teil.

Der genetische Forschungsansatz

Wie zu erwarten war, sangen Verfechter des verhaltensgenetischen Ansatzes das alte Lied von der Gruppengröße: Man brauche eben die Daten von noch mehr Menschen, um das Phänomen genetisch zu erklären. Das setzt aber erstens voraus, dass eine starke genetische Erklärung wahrscheinlich ist. Dem widersprechen andere Daten, auf die ich noch eingehen werde. Und auch bei anderen Fragestellungen hat die Verhaltensgenetik nicht halten können, was vor und seit dem Humangenomprojekt versprochen wurde und wofür seit Jahrzehnten Milliardengelder fließen.

Zweitens werden noch größere Versuchsgruppen vor allem zum Fund immer kleinerer Effekte führen. Das ist schlicht Mathematik. Das heißt, die Liste der Genabschnitte, die man mit dem Sexualverhalten in Zusammenhang bringt, würde dann zwar immer länger. Diese neuen Funde würden aber für sich genommen immer weniger erklären. Dass die heute verbreiteten Verfahren zum Durchbruch führen, ist daher so gut wie ausgeschlossen. Deshalb bezeichnete ich diesen Forschungsansatz als widerlegt.

Fragen von Leserinnen und Lesern

Ich war dann aber doch über manche Fragen überrascht, die in der Diskussion des Artikels aufkamen: Ist Homosexualität nun angeboren oder nicht? Ist die gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung vielleicht doch eine Störung? Bedeuten die Forschungsdaten nicht, dass Homosexualität therapierbar ist? Und was besagen biologische Erklärungen im Vergleich zur Pädophilie?

Diese Fragen sind wichtig, weil auch im 21. Jahrhundert die Diskussion über Toleranz und Regulierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen (Stichwort: „Homo-Ehe“) noch nicht vom Tisch ist. Die gute Nachricht: Auf die meisten genannten Fragen gibt es zwar keine genetischen, wohl aber philosophische, psychologische oder soziologische Antworten – oder zumindest vielversprechende Ansätze zur Beantwortung. Eigens für diesen Artikel habe ich mir die neuesten Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre noch einmal näher angeschaut.

Warum Homosexualität keine psychische Störung ist

Am einfachsten lässt sich begründen, dass Homosexualität keine psychische Störung ist. Bis in die 1970er Jahre dachte man in Psychologie und Psychiatrie darüber noch anders. Zusammen mit der Einführung der Begriffe Hetero- und Homosexualität pathologisierten überhaupt erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mediziner die gleichgeschlechtliche Liebe. Entkriminalisiert wurde sie darum aber nicht.

Aus Gründen, deren Erklärung hier zu weit führen würde, halte ich selbst nicht so viel von der Unterteilung der Menschen in die Kategorien homo-, bi- oder heterosexuell (Vom Nachteil, „Homosexuell“ zu sein). Dem Verständnis halber will ich sie hier aber verwenden. Außerdem passt es zu unserem Zeitgeist, allem einen Stempel aufzudrücken. (Zu nennen wären dann noch: a-, metro-, pan-, sapio- oder wasauchimmersexuell.)

Unter dem Druck von Aktivisten überdachten führende Psychiater in den 1970ern ihre Ansichten. Eine neue Definition von „psychische Störung“ sah in den USA zunächst – und bis heute – vor, dass subjektives Leiden oder ein eingeschränktes Funktionieren hierfür wesentlich sind (Die „amtliche“ Fassung). Im nächsten Schritt musste man dann einräumen, dass dort, wo Homo- oder Bisexuelle leiden oder eingeschränkt sind, das an der Ausgrenzung durch die Gesellschaft lag.

So entschied die Führungsriege der American Psychiatric Association im November/Dezember 1973, Homosexualität nicht länger als psychische Störung anzusehen. Ein Mitgliederentscheid im Mai des Folgejahres bestätigte dies mehrheitlich. Es gab jedoch auch inneren Widerstand, zumal einige Psychiater mit Therapieversuchen viel Geld verdienten.

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„Das Grauen wurde Normalität“

Leonora Messing und ihre erste Tochter Bild: privat

Leonora Messing war 15, als sie ihr Heimatdorf im Harz verließ, um sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Ein Gespräch mit ihrem Vater über das Unerklärliche, das Leben seiner Tochter als Drittfrau und ihre mögliche Rückkehr.

Paula Lochte | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Herr Messing, im März 2015 wollte Ihre Tochter angeblich nur das Wochenende bei ihrer Mutter ein paar Dörfer weiter verbringen – dort kam sie nie an. Wann wurde Ihnen klar, dass sie sich auf den Weg zum „Islamischen Staat“ (IS) gemacht hatte?

Schon bei der ersten Vernehmung. Sie verschwand an einem Freitag. Noch am selben Abend haben wir eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Wir waren an den ältesten Polizeibeamten in ganz Sachsen-Anhalt geraten. Der bediente die Tastatur mit zwei Fingern. Es war grauenhaft. Plötzlich kam die beste Freundin meiner Tochter rein: „Leo hat sich gerade gemeldet, die ist in der Türkei!“. Der Kriminalbeamte guckte komisch und ich sagte: „Das kann doch gar nicht sein! Wie soll eine Fünfzehnjährige in die Türkei kommen?“. Auf ihrem Laptop haben wir dann die Flugbuchung gefunden. Sie hatte meine Unterschrift auf einer Einverständniserklärung gefälscht. Der Polizist sagte: „Die kommt schon wieder.“ In ihrem Tagebuch habe ich dann zum ersten Mal dieses Wort gelesen: Syrien. Doch selbst da habe ich noch nicht begriffen, was das eigentlich bedeutet. Wirklich verstanden habe ich es erst sechs Tage nach Leos Verschwinden. Beamte vom Landeskriminalamt durchsuchten gerade ihr Zimmer, als mich ein Mann anrief, der sagte, dass Leo bei ihm sei. Auf dem Profilfoto des Anrufers bei Whatsapp war ein junger Mann zu sehen, mit Sturmhaube, Knarre und IS-Flagge.

Der Mann war Martin Lemke aus Sachsen-Anhalt, der sich nun Nihad Abu Yasir nannte. Seit ein paar Tagen war er Leonoras Ehemann – sie seine fast zehn Jahre jüngere Drittfrau. Hatten Sie das kommen sehen?

Es gab keine Alarmsignale. Rückblickend muss ich sagen: Es war zu schön, zu normal. Leo war gut in der Schule, sie war Klassensprecherin und hat ehrenamtlich im Altenheim vorgelesen. Sie war im dörflichen Leben integriert. Kurz vor ihrer Ausreise hat sie noch beim Karneval als Funkenmariechen getanzt – also relativ freizügig. Sie hat weder Kopftuch getragen, noch völlig auf Schweinefleisch verzichtet. Auch an feste Gebetszeiten, zu denen ihre Zimmertür verschlossen gewesen wäre, hat sie sich nicht gehalten. Sie war so wie immer. Aber das war eine Fassade.

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Hunderte wurden erschlagen, zerteilt und entfleischt

Bei Herxheim in der Pfalz wurden vor gut 7000 Jahren bis zu tausend Individuen brutal geopfert Quelle: Armin Kübelbeck, CC-BY-SA, Wikimedia Commons /Armin Kübelbeck

Funde zahlreicher Massaker belegen, dass Mitteleuropa vor 7000 Jahren von einer schweren Krise erschüttert wurde. In ihrer Not verfielen steinzeitliche Bauern in der Südpfalz auf ein tödliches Ritual.

Florian Stark | WELT

Gehört der Krieg „jeder gegen jeden“ zur DNA der menschlichen Existenz oder wuchs Homo sapiens die Bereitschaft, Konflikte mit Waffengewalt zu lösen, erst im Lauf seiner zivilisatorischen Entwicklung zu? Eine grausige Entdeckung in der Pfalz macht es zumindest schwer, der These des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau zu folgen, der einen glücklichen Urzustand des Menschen postulierte. Denn seit 1996 legen Archäologen in Herxheim bei Landau Gruben frei, die mit zahllosen Zeugnissen brutaler Gewalt angefüllt sind: Skelettreste von Hunderten Individuen, hingeschlachtet vor gut 7000 Jahren.

Wie dieser Fund interpretiert werden könnte und in welchem historischen Zusammenhang er womöglich steht, will die Dokumentation „Tatort Steinzeit“ entschlüsseln, die das ZDF am Sonntag in seinem Format „Terra X“ ausstrahlt. Denn Herxheim ist kein Einzelfall. Zahlreiche Spuren von Massakern, die in den vergangenen Jahren in Mitteleuropa entdeckt wurden, zeigen, dass das Leben am Ende der Jungsteinzeit keineswegs friedlich war, sondern von Gewaltausbrüchen geprägt wurde.

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Fehlbildung bei Babys: Ministerium will NRW-Kliniken abfragen

Mutter und neugeborenes Kind | Bildquelle: picture-alliance
  • Drei Kinder mit Fehlbildungen in Gelsenkirchen geboren
  • NRW-Gesundheitsministerium will sich Überblick verschaffen
  • Ursachenforschung wegen fehlender Daten schwierig

tagesschau.de

Nach einer ungewöhnlichen Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen an einer Gelsenkirchener Klinik will sich Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerium einen Das Ministerium werde alle Klinken in NRW abfragen, ob dort ähnliche Fehlbildungen aufgefallen seien, sagte eine Ministeriumssprecherin am Samstag (14.09.2019).

Man nehme die Berichte über solche Fälle „sehr ernst“. „Darüber hinaus nehmen wir Kontakt mit den Ärztekammern, dem Bund und den anderen Bundesländern auf, um möglichen Ursachen mit aller Sorgfalt nachzugehen.“ Ob ein Melderegister der richtige Weg sei, gelte es gemeinsam zu prüfen, sagte die Sprecherin.

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Päpstlicher Hinterhalt

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild

Erst macht der Papst den Bischöfen Mut, einen Reformprozess anzustoßen. Doch als die ihn beim Wort nehmen, erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Das ist einfach irre.

Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was hatte Papst Franziskus sich nicht alles von den Christen gewünscht? Mehr Freimut. Von der Kirche: dass sie sich nicht länger an die eigene Verschlossenheit und Bequemlichkeit klammere. Oder von den Bischöfen: dass sie zu Subjekten mit konkreten Kompetenzbereichen würden. Nicht zu vergessen die Bischofskonferenzen: Organe mit einer gewissen authentischen Lehrautorität.

Das war 2013. Sechs Jahre später nehmen Bischöfe und Laien gemeinsam den Papst beim Wort. Doch Franziskus und seine Büchsenspanner im Vatikan fallen ihnen in einer Weise in den Rücken, welche die gewöhnliche Vorstellungskraft übersteigt.

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Im Reich der Pflanzen

Alexander als Pflanze. Der Berliner Bildhauer Gerald Matzner (1943–2018) hat den Botaniker Humboldt auf originelle Weise verewigt.Foto: Rena Matzner

Durchaus kein „trocknes Studium“: Wie Alexander von Humboldt die Botanik in Bewegung brachte. Eine Neuerscheinung.

Dorothee Nolte | DER TAGESSPIEGEL

Festgewurzelt sind sie, die Pflanzen, an ihren Ort gefesselt, schön anzusehen, aber doch ein wenig langweilig. Wer mag sich schon im Detail mit ihnen befassen, mit ihren Variationen und ihren langen lateinischen Namen?

Er entwarf die Vision einer „Pflanzengeographie“

Alexander von Humboldt selbst hat die Botanik einmal als „trocknes, hyperlangweiliges Studium“ bezeichnet. Damit meinte er aber nur jene Pflanzenwissenschaft, die stubenhockerisch auf Feldforschung verzichtet. Grundsätzlich stand für ihn fest: „Die Botanik ist die Wissenschaft, von der sich die menschliche Gesellschaft am meisten zu versprechen hat“, der Pflanzenbau sei „die edelste und wichtigste Beschäftigung des Menschen“. Bereits in jungen Jahren entwarf der preußische Adlige die Vision einer neuen Disziplin, der „Pflanzengeographie“. Damit ging er weit über die Tradition des Klassifizierens hinaus, die der schwedische Botaniker Carl von Linné begründet hatte. Auf seiner Amerikareise schickte er kistenweise Herbarbelege nach Europa – und betrachtete sie im Zusammenhang mit der menschlichen Kultur. „In das Gebiet dieser Wissenschaft“, so Humboldt, „gehören Betrachtungen über lange Seefahrten und Kriege, durch welche ferne Nationen vegetabilische Produkte sich zu verschaffen oder zu verbreiten suchen. So greifen die Pflanzen gleichsam in die moralische und politische Geschichte des Menschen ein.“

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Der Mist mit den Rassen

Der Kampf gegen Rassismus wütet auch in der Modemetropole Mailand. Bild: dpa

Streicht den Begriff „Rasse“, fordern Biologen, denn Rassismus hat wissenschaftlich null Substanz. Wenn das so einfach wäre. Über Säuberungsversuche im Reich der Mythen.

Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es ist fast schon ein Naturgesetz: Wann immer der Mensch sich aufmacht, seinen Platz in der Natur zu finden, geht etwas schief. Manchmal ist es nur komisch, meistens aber wirklich zum Mäusemelken. Unser Blick vom Ufer auf den schottischen Süßwassersee Loch Ness etwa ist heute leider nicht mehr ungetrübt. Seit anderthalbtausend Jahren verbindet der Mensch am See die Aussicht aufs Wasser mit der dringenden Erwartung eines schlangenähnlichen Riesenmonsters, das schon Menschen angegriffen haben und sogar fotografiert worden sein soll.

Die Frage für jeden war: Sind die sagenumwobenen Plesiosaurier immer noch unter uns? Die Menschen mochten dran glauben, die Biologen nicht. Und deshalb haben diese jetzt so viel DNA aus ihren Wasser- und Sedimentproben analysiert, dass sie meinen, sicher sagen zu können: Es ist ein Aal. Ein großer Aal zwar, vielleicht ein paar Meter lang und oberschenkeldick, aber eben ein Aal und kein Dinosaurier. Dass die Entmythologisierung des Loch-Ness-Ungeheuers damit gelingt, ist schwer vorstellbar. Die irrige Vorstellung, der Mensch stehe als Krönung an der Spitze der Schöpfung oder, noch billiger, der Mensch stamme vom Affen ab und Schokolade mache schlank, hält sich ja auch weiterhin, obwohl Heere von Naturgelehrten von Charles Darwin bis zu Hightech-Forschern wie Craig Venter all das längst widerlegt haben.

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Klagt nicht. Flucht lieber!

Britisches Wetter ist nicht trostlos, man muss es nur aushalten lernen. Ein kleines Schimpfwort hilft da schon mal. (Bild: Dai Kurokawa / EPA)

Wer jammert, kommt nicht weiter. Im Gegenteil: Er verdoppelt die Pein. Schimpfworte kann man da schon eher empfehlen.

Manuel Müller | Neue Zürcher Zeitung

So fand ich mich kürzlich wieder: mit laufender Nase und trockenem Husten, zwei Wochen lang eine Sommergrippe. Sie liess sich mit einem Grossaufgebot von Schnupftüchern zwar aushalten – doch was tut man bei derartigen Zumutungen? Mir schien, ich hätte alles Recht, mich beherzt zur Wehr zu setzten. Notfalls mit unsanften Methoden und einem Griff in die psychohygienische Trickkiste. Ich würde jammern.

Und siehe da: Es umfängt einen gleich ein trügerisch wohliges Gefühl. Das Leiden am erstbesten Zipfel packen, ausbreiten und in die Länge ziehen – bei so was bringt es mancher zu echter Meisterschaft. Etwa mit punktgenauem Seufzen – eine sehr subtile Taktik. Sie versteckt den eigentlichen Grund und Anlass der Äusserung. Seufz! – wie geheimnisvoll! Ein sensibles Gegenüber wird da nachfragen: Wo drückt der Schuh?

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Plastikrückstände im Kinderkörper

Gummistiefel stehen im Regal in einer Kindertagesstätte. Bild: tagesschau.de

Fast alle Kinder und Jugendlichen haben Plastikrückstände im Körper. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamts. Bei bestimmten Stoffen ist die Belastung gesundheitlich bedenklich.

Katrin Schirner | tagesschau.de

Plastik ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Die Rede ist hier nicht von Tüten oder Plastiktellern, sondern von Gegenständen, denen ihr Plastikanteil oft nicht anzusehen ist: auf beschichteter Kleidung, in Lebensmittelverpackungen, Waschmitteln oder Cremes. Im direkten Kontakt mit dem Körper oder über die Raumluft kommt jeder in Berührung mit diesen Stoffen.

Das Umweltbundesamt hat zwischen 2003 und 2017 untersucht, welche Rückstände dieser Kunststoffe sich im Blut und Urin von Kindern und Jugendlichen nachweisen lassen. Das Ergebnis: Mit bestimmten Plastikrückständen ist jedes vierte Kind zwischen drei und fünf Jahren so stark belastet, dass es gesundheitlich bedenklich ist. Insgesamt haben fast alle Kinder Plastikrückstände im Körper.

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Studie: Leichen bewegen sich noch lange nach dem Tod

17 Monate lange studierte Alyson Wilson die Bewegung einer Leiche.Foto: APA/BARBARA GINDL

Die Erkenntnisse könnten die Arbeit von Kriminalisten und Pathologen bei der Aufklärung von Mordfällen verändern

DERSTANDARD

Ein australisches Forschungsteam hat nachgewiesen, dass es bei menschlichen Leichen auch noch mehr als einem Jahr nach dem Tod deutliche Bewegungen gibt. „Wir glauben, dass die Bewegungen auf den Prozess der Verwesung zurückgehen, während der Körper mumifiziert und die Bänder austrocknen“, sagt Studienleiterin Alyson Wilson.

Ihre Erkenntnisse könnten die Arbeit von Kriminalisten und Pathologen bei der Aufklärung von Mordfällen verändern. 17 Monate lange studierte Wilson die Bewegung einer Leiche. Dafür nutzte sie eine Zeitraffer-Kamera, die bei der Polizeiarbeit zur Abschätzung der Todeszeit genutzt wird.

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Wie wird ein Troll zum Terroristen?

Die Wissenschaftlerin Julia Ebner, Autorin des Buchs „Radikalisierungsmaschinen“, beim Gespräch in der Berliner Redaktion Bild: Julia Zimmermann

Reise durch den Sumpf radikaler Online-Räume: Die Extremismusforscherin Julia Ebner hat für ihr Buch „Radikalisierungsmaschinen“ nicht nur Daten analysiert. Sie war auch selbst in Foren und Chats. Ein Interview.

Harald Staun | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Österreicherin Julia Ebner, 28, forscht am Institut for Strategic Dialogue in London über Extremismus im Internet. Für ihr Buch „Radikalisierungsmaschinen“ hat sie sich unter falschen Namen auf eine Reise durch sehr düstere Ecken des Internets begeben, als eine Art teilnehmende Beobachterin.

Frau Ebner, was haben Sie bei Ihren empirischen Recherchen gelernt, was Sie nicht schon durch Ihre Datenanalysen wussten?

Was mir beim Blick von außen oft fehlt, sind die menschlichen Dynamiken. Viele Dinge kann man messen, zum Beispiel, wie schnell sich der Wortschatz bestimmter Gruppen radikalisiert. Aber wie einzelne Individuen in diese Netzwerke reingezogen werden und warum sie dort bleiben, warum sie ganze Tage in Neonaziforen oder in Trollarmeen verbringen oder warum manche dann auch aussteigen – all das geht mir in der analytischen Forschung oft ab. Mir war es wichtig, Taktiken aufzuzeigen, die Extremisten einsetzen, die Nuancen zu verstehen, die internen Funktionsweisen, den Aufbau solcher Netzwerke, die Kultur, die dort entsteht, die Insiderwitze. Dazu ist der eher ethnographische Zugang sehr hilfreich.

Die Netzwerke, die Sie untersucht haben, waren nicht nur politisch sehr unterschiedlich, von der Identitären Bewegung bis zu eindeutigen Neonazis und islamistischen Gruppen. Sie waren auch auf sehr unterschiedlichen Plattformen unterwegs, von Internetforen bis zu Chatgruppen. Konnten Sie trotzdem Gemeinsamkeiten feststellen?

Was auffällt, ist, dass alle, quer durchs ideologische Spektrum, Anreizsysteme für Neumitglieder schaffen, vor allem durch einen starken Fokus auf die Identifikation mit der Gruppe. Die entsteht natürlich, indem man ein gemeinsames Ziel und gemeinsame Feinde definiert, aber auch sehr oft durch Belohnungssysteme. Das können explizite Belohnungen sein, etwa dass man hierarchisch aufsteigen kann, wie in der Trollarmee Reconquista Germanica, wo es wirklich militärische Ränge gibt. Oder es kann eher implizit ablaufen, etwa durch Applaus der anderen Gruppenmitglieder, wie leider auch bei dem Attentäter von Christchurch sichtbar wurde. Auf all diesen Plattformen gelingt das deshalb so gut, weil sich die Leute auf diesen extremistischen Kanälen als Gegenkultur zum Mainstream, zum politischen Establishment inszenieren, ihren eigenen Wortschatz schaffen, eigene Referenzpunkte und eben auch diese spielerischen Methoden verwenden.

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Für Amateur-Astronomen sichtbar: Großer Asteroid fliegt an der Erde vorbei

Bild: heise online

Am Wochenende passiert ein Asteroid die Erde in sicherer Entfernung, der ungewöhnlich groß ist. Amateur-Astronomen sollten ihn sehen können.

heise online

Himmelsgucker können in der Nacht auf Sonntag einen vergleichsweise großen Asteroiden beim Passieren der Erde beobachten. Der 370 Meter große Brocken fliege mit einem Abstand von rund fünf Millionen Kilometern an der Erde vorbei und stelle keine Gefahr für den Planeten dar, sagte Detlef Koschny, Asteroiden-Experte bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, am Freitag. „Spannend sind Asteroiden, die innerhalb der Mondbahn mit bis zu 400.000 Kilometern Abstand an der Erde vorbeifliegen“, erklärte Koschny. Alles, was weiter weg sei, beobachte die ESA nicht.

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Alpen: Der Aletschgletscher schrumpft

Blick auf den Aletschgletscher von der Mossfluh aus (oberhalb Riederalp) im Kanton Wallis. (Bild: Simon Tanner / NZZ)

Geht der Klimawandel ungebremst weiter, wird der grösste Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, bis 2100 fast völlig verschwinden. Mit energischem Klimaschutz liesse sich jedoch rund ein Drittel des heutigen Gletschervolumens retten.

Neue Zürcher Zeitung

Die majestätischen Eismassen des Aletschgletschers sind ein Touristenmagnet. Jedoch dürften Ende des Jahrhunderts nur noch eine Handvoll kleiner Eisflecken vom grössten Eisstrom der Alpen übrig sein, wenn es mit dem Klimawandel ungebremst weitergeht. Um zu zeigen, welcher Anblick sich aus der Luft oder von verschiedenen Aussichtspunkten im Jahr 2100 bieten wird, haben Guillaume Jouvet und Matthias Huss von der ETH Zürich nun ein dreidimensionales Computermodell des Gletschers erstellt.

Die Simulation liessen sie mit regionalen Klimaszenarien laufen: eine Erwärmung von 1 bis 2 Grad, 2 bis 4 Grad oder 4 bis 8 Grad im Vergleich zur Periode zwischen 1960 und 1990 – bevor sich die Klimaerwärmung rasant beschleunigte.

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Interstellarer Komet im Anflug

Dieser helle Fleck ist ein extrasolarer Komet. C/2019 Q4 (Borisov) kommt aus dem interstellaren Raum und nähert sich dem inneren Sonnensystem. © Canada-France-Hawaii Telescope

Eisiger Fremdling: Astronomen haben einen interstellaren Kometen entdeckt, der sich dem inneren Sonnensystem nähert. Er wird Anfang Dezember seinen sonnennächsten Punkt erreichen und zuvor hinter der Bahn des Mars vorbeirasen. Der C/2019 Q4 (Borisov) getaufte Komet wurde erst am 30. August entdeckt und hat ersten Daten zufolge einen zwischen zwei und 16 Kilometer großen Kern, wie die NASA berichtet.

scinexx

Unser Sonnensystem bewegt sich nicht isoliert durch das All: Immer wieder durchfliegen auch Objekte extrasolaren Ursprungs unsere kosmische Nachbarschaft. Der erste bekannte Vertreter solcher interstellaren Besucher war im Oktober 2017 das zigarrenförmige, rund 400 Meter lange Objekt Oumuamua. Dieser Asteroid oder Komet könnte einst von seinem Heimatstern ausgeschleudert worden sein. Aber auch ein Asteroid in der Jupiterbahn und ein 2014 in der Südsee eingeschlagener Meteorit könnten interstellaren Ursprungs gewesen sein.

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