In the Future, the Holocaust Is Just Another Hologram

USC Shoa Foundation
The last living Holocaust survivors are dying. Can technology keep their testimonies alive?

By Emanuel Maiberg | MOTHERBOARD

Pinchas Gutter tells me that when he was eight years old, the Nazis put him and his family on a train from their home in Łódź, Poland to the Warsaw ghetto. They stayed there for two years before they were taken to the Majdanek concentration camp, where every member of his family was murdered in the gas chambers. Only he survived.

I press a button, lean into the microphone and tell him: „I don’t believe the gas chambers existed.“

Gutter sits there and listens to me patiently. He crossfades from an idle animation to his response.

„To someone who has spent five years in hell—a living witness—[people who say] that this did not happen…I believe that they are just as bad as the perpetrators,“ he said. „Every one of them should be taken to a court of law because they are in contempt of humanity itself.“

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Wie Spinnen Entfernungen messen

Die Wolfsspinne nutzt die zwei äußeren kleinen Augen an der Kopfvorderseite zur Messung von Entfernungen. © João Coelho / CC-by-2.0
Acht Augen sind besser als zwei – zumindest bei Spinnen. Neue Forschungen zeigen, dass Wolfsspinnen ihre vier Augenpaare für unterschiedliche Aufgaben einsetzen, eines davon ist für die Distanzmessung verantwortlich. Als Wissenschaftler im Experiment dieses Augenpaar verschlossen, fanden die Spinnen nur mit Mühe den Rückweg zum Nest – obwohl die übrigen sechs Augen noch aktiv waren.

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Spinnen sind nicht nur wichtige „Aufräumer“ und Prädatoren in den Nahrungsnetzen der Natur, sie haben für den Beutefang auch eine Vielzahl raffinierter Strategien entwickelt. Das Spektrum reicht von besonders harten Beißklauen und komplexen Netzbauten bis hin zu versteckten Fallen und der Fähigkeit zu schnellen Sprints bei der Verfolgung ihrer Beute.

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Der Nil wird unberechenbarer

Der Nil ist Lebensader und Wasserlieferant für mehr als 400 Millionen Menschen. © Bionet/ gemeinfrei
Lebensader im Ausnahmezustand: Der Klimawandel macht die Pegel des Nils immer unberechenbarer. Die jährlichen Schwankungen der Wassermenge könnten schon in den nächsten Jahrzehnten um 50 Prozent stärker werden, wie Klimaforscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten. Dies erschwert die Wasserversorgung für die Millionen Flussanrainer, die auf den Nil und seine Quellflüsse angewiesen sind.

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Der Nil ist nicht nur der längste Fluss der Erde, er ist auch die wichtigste Lebensader für Ägypten, und seine südlichen Nachbarn. „Das Nilbecken wird von rund 400 Millionen Menschen in elf Ländern bewohnt“, erklären Mohamed Siam und Elfatih Eltahir vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Ein Großteil der Wirtschaft in diesen Ländern hängt direkt von der Bewässerungs-Landwirtschaft ab – und damit vom Wasser des Nils.

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Zentralrat der Juden fordert Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.Foto: dpa
Viele alte Ressentiments gegen Juden seien längst wieder aktiviert, meint Schuster in einem Gastbeitrag. Er fordert einen Ansprechpartner im Kanzleramt.

DER TAGESSPIEGEL

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert eine gezieltere Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland. „Denn wir spüren: Viele alte Ressentiments gegen Juden sind längst wieder aktiviert“, schreibt Schuster in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Ein Antisemitismus-Beauftragter, der im Bundeskanzleramt angesiedelt sein sollte, sollte nachhaltig die Entwicklungen und die Umsetzung der Bekämpfungsstrategien im Blick behalten“, fordert Schuster. „Er oder sie könnte Ansprechpartner und Frühwarnsystem in einem sein.“

Der Zentralrat der Juden habe schon 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise vor einem „importierten Antisemitismus“ gewarnt, schreibt Schuster weiter. Durch den am Montag vorgestellten Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus fühle man sich bestätigt. „Ein vergleichsweise hohes Maß an antisemitischen Einstellungen sowie große Wissenslücken über den Holocaust stellen die Experten bei den geflüchteten Menschen fest“, so Schuster. Für den Zentralrat der Juden bedeute dies „in keinem Fall, Muslime pauschal zu verurteilen oder gar Flüchtlinge abzuweisen“.

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Wie man einen Menschen „human“ hinrichtet

Der Mediziner Joseph-Ignace Guillotin (1738-1814) plädierte für einen „humanen“ Strafvollzug Quelle: picture-alliance / Leemage
Zwei Mediziner, ein Klavierbauer und ein Henker machten sich 1792 daran, die Todesstrafe „schmerzfrei“ zu machen. Heraus kam eine Maschine, „die nicht die Hand des Menschen mit einem Mord befleckt“.

Von Florian Stark | DIE WELT

Dass der Beruf des Henkers Erfahrung erfordert, musste beizeiten Maria Stuart erleiden. Als die Ex-Königin von Schottland 1587 das Schafott in Schloss Fotheringhay bestieg, brauchte der Scharfrichter drei Axtschläge, um Marias Kopf endlich vom Körper zu trennen. Der erste Schlag hatte den Hinterkopf getroffen, der zweite nicht alle Muskelfasern am Hals durchtrennt. Erst der dritte Schlag wurde dem Todesurteil gerecht. Obwohl das Köpfen bis ins 19. Jahrhundert hinein als „humanste“ Hinrichtungsart galt – zumindest im Verhältnis zum Vierteilen, Pfählen oder Verbrennen – , war es doch stets mit erheblichen Risiken für den Delinquenten verbunden.

Das wollte die Französische Revolution ändern. Der erste, dem im April 1792 die höchst zweifelhafte Möglichkeit eröffnet wurde, eine „schmerzfreie“ Exekution zu erfahren, war Nicolas Jacques Pelletier. Der notorische Straßenräuber war sieben Monate zuvor festgenommen worden, nachdem er einem Passanten in der Pariser Rue Bourbon-Villeneuve nicht nur die Brieftasche gestohlen, sondern ihn auch anschließend mit Stockhieben malträtiert hatte. Im März hatte die Nationalversammlung die Guillotine als neue Hinrichtungsmethode beschlossen. Wie sie funktionierte, sollte dem staunenden Publikum am Beispiele Pelletiers auf dem Place de Grève vorgeführt werden.

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Mottenlarve entpuppt sich als „Plastikfresser“

In nur 30 Minuten haben zehn Mottenlarven diese Plastikfolie so durchlöchert. © César Hernández/ CSIC
Zufallsfund im Plastikbeutel: Forscher haben entdeckt, dass Larven der Wachsmotte den Kunststoff Polyethylen (PE) abbauen können – eine der hartnäckigsten Plastikvarianten überhaupt. Schon der bloße Kontakt mit den Larven reicht, um eine Plastiktüte innerhalb von wenigen Stunden zu durchlöchern, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten. Wahrscheinlich ist dafür ein Enzym der Larven verantwortlich – und dieses könnte künftig beim Abbau von Plastikmüll helfen.
In nur 30 Minuten haben zehn Mottenlarven diese Plastikfolie so durchlöchert.

scinexx

Rund 40 Prozent des in Europa produzierten Plastiks besteht aus Polyethylen (PE). Der widerstandsfähige Kunststoff steckt in Plastiktüten, Folien, Plastikverpackungen und Kunststoffbeschichtungen aller Art. Das Problem dabei: PE ist biologisch kaum abbaubar und nur durch harte Chemikalien kleinzukriegen. Als Folge treiben Unmengen dieses Plastiks als Abfall in Seen, Flüssen und Meeren oder füllen ganze Deponien.

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Stammen die syrischen Chemiewaffen aus Nordirak?

Nordkoreanischer Raketentest. Bild: Chosun
US-Regierung verhängte weiter Sanktionen gegen Syrien wegen Giftgasangriff, während die von Trump auserkorenen „Schurkenstaaten“ über Massenvernichtungswaffen verbunden werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nachdem US-Präsident Donald Trump den Angriff mit den 59 Tomahawk-Marschflugkörpern auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt befahl, während er den besten Schokoladenkuchen der Welt mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping verzehrte, zollte Kim Jong-un schnell Baschar al-Assad Solidarität. Die beiden hatten schon zuvor sich und ihre Länder gegenseitig beglückwünscht, nach dem Angriff erklärte Kim mit den besten Grüßen zum Gründungsjahr der syrischen Baath-Partei: „Die freundlichen Beziehungen der beiden Länder werden angesichts ihres Kampfes gegen den Imperialismus gestärkt und weiter entwickelt.“

Assad bedankte sich und schrieb dann erneut, um wiederum Glückwünsche zum 105. Jahrestag von Staatsgründer Kim Il-sung und dem 5. Jahrestag der „Wahl“ von Kim Jong-un als Herrscher. Die beiden befreundeten Länder würden diesen Jahrestag feiern und gleichzeitig „einen Krieg gegen die wilde Ambition von Großmächten führen, alle Länder ihrer expansionistischen und weltbeherrschenden Politik zu unterwerfen“.

Aus der Sicht von Washington gehören neben Iran Syrien und Nordkorea gewissermaßen zur „Achse des Bösen“ und rücken nun gegen die Bedrohung näher zusammen. Es gab allerdings schon Vermutungen, dass die Solidarität der beiden zu Schurken erklärten Machthaber weiter geht. So gab es letztes Jahr Gerüchte, dass nordkoreanische Truppen oder auch Hubschrauberpiloten den Assad-Streitkräften beistehen würden. Zuvor die Rede von anwesenden militärischen Beratern. Belegt ist dies allerdings noch nicht.

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Ist die Wissenschaft wirklich in Gefahr?

Bild: heise.de/tp
Das plötzliche Aufblühen einer Pro-Wissenschaftsbewegung: Geht es um eine Ersatzreligion oder um kritisches Denken?

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Zehntausende Menschen haben sich am Samstag weltweit an Märschen für die Freiheit der Wissenschaft beteiligt (siehe Science March: Spät, aber wichtig). Auch in Deutschland gab es eine eigene Homepage für diese Aktivitäten. Dort wird allgemein kritisches Denken propagiert.

Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen. Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes.

marchforscience.de

Zu den Unterstützern der Wissenschaftsmärsche gehören Universitätsleitungen und zahlreiche Wissenschaftsorganisationen. In mehr als 10 Städten von Berlin bis zum westfälischen Espelkamp gab es in Deutschland Straßenumzüge. Dabei blieb gerade in Deutschland unklar, gegen wen oder was die Freunde der Wissenschaft dazu noch im Schulterschluss mit der Politik auf die Straße gegangen sind. So erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Berlin habe „eine ganz besondere Verpflichtung, für die Freiheit einzustehen“.

Zudem bekräftigte Müller, der Berliner Senat solidarisiere sich mit „verfolgten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und mit akademischen Institutionen, die in ihrer Existenz bedroht sind“. Nun wäre eine solche unbürokratische Unterstützung für verfolgte Wissenschaftler beispielsweise aus der Türkei und Kurdistan vonseiten Berlins sicher wünschenswert. Nur wären dazu ganz konkrete Initiativen nötig, Schaufensterreden hingegen bringen den Betroffenen wenig.

Wenn nun Müller weiterhin erklärte: „Deshalb stellen wir uns entschlossen gegen diejenigen, die die Freiheit der Wissenschaft aushöhlen und Unwahrheiten zu alternativen Fakten erklären“, dann wagt er sich auf ein Feld, auf dem er nur verlieren kann. Hier soll ein autoritärer Wissenschaftsbegriff hochgehalten werden und es wird ignoriert, dass eine Kritik daran auch von linken Bewegungen kam und nun auch schon einige Jahrzehnte alt ist.

Als Hauptgrund für das plötzliche Aufblühen einer Pro-Wissenschaftsbewegung wird die Wahl von Trump in den USA und die in der dortigen Administration laut werdenden Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Klimawandels genannt. Nun stehen hinter dem Streit um die Interpretationen der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel aber zwei Modelle der Kapitalakkumulation.

Eines suggeriert, es könne im Grunde mit Kohle, Öl und Gas so weitergehen wie bisher. Diese Vertreter des fossilen Kapitalismus wollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die Folgen des Klimawandels möglichst in Zweifel ziehen. Dagegen sind die wachsenden Vertreter eines sogenannten grünen Kapitalismus, die in Deutschland Einfluss haben, bestrebt, die Folgen eines „Weiter so“ mit dem fossilen Kapitalismus als besonders desaströs darzustellen.

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Groteske um NS-Mörderin

Maria Mandl (so der richtige Name) wurde zum Tod verurteilt. – (c) Wikipedia/Public Domain
Nach Intervention des Mauthausen Komitees hebt die Justiz eine falsche Todeserklärung einer KZ-Aufseherin auf.

Von Günther Haller | Die Presse.com

Ihre Opfer gaben der Oberaufseherin den Beinamen „Die Bestie“. Maria Mandl aus dem oberösterreichischen Münzkirchen war wegen ihrer Brutalität besonders gefürchtet, seit 1938 war sie Mitglied der SS und Aufseherin in insgesamt vier Konzentrationslagern, darunter Ravensbrück und Auschwitz. Sie nahm an Selektionen für die Gaskammern und medizinischen Experimenten teil, „sie hat schlagen können, sie hat erschlagen können“, so eine Zeitzeugin, das habe ihr Lust bereitet.

Auf sie ging die Gründung des Mädchenorchesters in Auschwitz zurück. Das Orchester musste täglich zum Appell der Arbeitskolonnen aufmarschieren und spielen. Maria Mandl wurde von den KZ-Insassen als schön, intelligent und grausam beschrieben: „Sie misshandelte sogar Häftlingsfrauen, die von ihr auf dem Selektionsweg zum Tode ausgesondert waren.“

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Langzeit-Rekord für NASA-Astronautin

NASA-Astronautin Peggy Whitson hat heute 534 Tage ihres Lebens im All verbracht – mehr als jeder andere US-Astronaut. © NASA
Rekord für US-Raumfahrt: Die NASA-Astronautin Peggy Whitson hat bereits 534 Tage ihres Lebens im All verbracht – und damit mehr als jeder andere US-Astronaut. Sie absolviert zurzeit bereits ihren dritten Aufenthalt auf der internationalen Raumstation ISS und wird noch bis zum September im Orbit bleiben. Sogar US-Präsident Trump wird ihr heute per Telefon gratulieren.

scinexx

Lange Zeit beschränkten sich Aufenthalte im Weltraum auf wenige Tage lange Flüge zum Mond oder mit den Space Shuttles in den Erdorbit. Erst mit der russischen Raumstation Mir und ihrem Nachfolger, der internationalen Raumstation ISS, wurden auch Langzeit-Aufenthalte im Weltraum möglich. Sie liefern unter anderem wertvolle Daten darüber, wie sich die Schwerelosigkeit die Gesundheit von Astronauten auswirkt – eine für künftige bemannte Marsmissionen wichtige Information.

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Netanyahu: Allies could have saved 4 million Jews if they’d bombed death camps in 1942

Prime Minister Benjamin Netanyahu speaks during a ceremony held at the Yad Vashem Holocaust Memorial Museum in Jerusalem, on Holocaust Remembrance Day on April 23, 2017. (Yonatan Sindel/Flash90)
In bitter Holocaust Remembrance Day speech citing new UN documents, PM castigates global indifference 75 years ago, says it persists today

By Times of Israel staff

Israel’s Prime Minister Benjamin Netanyahu on Sunday launched a blistering assault on Allied policy during World War II, saying world powers’ failure to bomb the Nazi concentration camps from 1942 cost the lives of four million Jews and millions of others.

Citing recently released UN documents that show the Allies were aware of the scale of the Holocaust in 1942, some two years earlier than previously assumed, Netanyahu said in a speech marking Holocaust Remembrance Day that this new research assumed “a terrible significance.”

“If the powers in 1942 had acted against the death camps — and all that was needed was repeated bombing of the camps — had they acted then, they could have saved 4 million Jews and millions of other people,” he said at the official state ceremony marking the start of the memorial day.

“The powers knew, and they did not act,” he told the audience at the Yad Vashem Holocaust memorial in Jerusalem.

“When terrible crimes were being committed against the Jews, when our brothers and sisters were being sent to the furnaces,” he went on, “the powers knew and did not act.”

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Klimawandel: Wie viel Handlungsspielraum bleibt der Menschheit?

Bild: NASA
Wissenschaftler gehen von einem Erdsystem mit neun Schwellenwerten aus, die teils schon überschritten wurden

Von Jutta Blume | TELEPOLIS

Wer daran zweifelt, dass die Menschheit den Klimawandel in den Griff bekommt, wird wenig beruhigt sein zu hören, dass dieser nur einer von neun grundlegenden Prozessen im Erdsystem ist, die durch menschliche Aktivitäten derzeit weitreichend verändert werden. Bei der Erderwärmung haben sich die Staaten in Paris auf einen Grenzwert von 1,5 bis maximal 2 Grad Celsius geeinigt, den es nicht zu überschreiten gilt.

Dieser Wert ist nicht willkürlich, sondern basiert u.a. auf Analysen und Modellen des IPCC. Wissenschaftler gehen seit einigen Jahren davon aus, dass solche Schwellenwerte in allen neun definierten Bereichen des Erdsystems bestehen, also etwa auch für die Biodiversität oder die Wassernutzung. Werden diese Schwellen überschritten, kann es zu plötzlichen, sich selbst verstärkenden und irreversiblen Veränderungen kommen.

In dem Aufsatz „Planetary Boundaries: Exploring the Safe Operating Space for Humanity“ wurde das Konzept eines begrenzten Erdsystems 2009 erstmals formuliert. 2015 erschien in Science eine aktualisierte Version des Konzepts, die gleichzeitig besagte, dass die sicheren Bereiche in Bezug auf den Verlust an Biodiversität, den Stickstoff- und Phosphoreintrag, die Landnutzungsänderung und den Klimawandel bereits überschritten seien. Die weiteren globalen Grenzen beziehen sich auf den Süßwasserhaushalt, die Ozeanversauerung, die Belastung der Atmosphäre mit Aerosolen, den stratosphärischen Ozonabbau und den Eintrag neuer Substanzen (von Chemikalien über Plastikpartikel bis hin zu radioaktiven Stoffen).

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Internet: KI entlarvt gefälschte Bilder

Fake News werden oft von gefälschten Bildern begleitet. Eine neue SOftware erkennt, wenn Kontext oder Inhalt nicht stimmen. © jinga80, kchungtw/ thinkstock
Fake Images auf der Spur: Eine neue Software kann gefälschte und manipulierte Bilder im Internet erkennen – und so Fake News auch anhand ihrer Fotos entlarven. Die künstliche Intelligenz prüft dafür, ob das gleiche Bild schon woanders im Netz erschienen ist, ob der Kontext stimmt und ob das Foto vielleicht nachträglich manipuliert wurde. Die Software läuft als Browser-Add-on und warnt Internetnutzer, wenn ein solches Falschbild auf dem Screen erscheint.

scinexx

Fake News haben zwar eine lange Tradition, aber selten war ihr Einfluss und ihre Verbreitung so groß wie heute. Vor allem in den sozialen Medien werden häufig Nachrichten gepostet und geteilt, die falsche Tatsachen oder gezielte Desinformation enthalten. Häufig sind solche Fake News mit falschen, aus einem anderen Kontext stammenden, oder manipulierten Bildern illustriert.

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Eine Demo für Fakten und gegen Fake-News

peter illetschko
An diesem Samstag ging es um nichts weniger als um eine „tragende Säule der Demokratie“: Als solche bezeichnete Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien, die Wissenschaft in der Schlusskundgebung des March for Science vor dem Wiener Naturhistorischen Museum.

Von Peter Illetschko, Andreas Müller | derStandard.at

Die weltweit in mehr als 500 Städten organisierte Demonstration für die Freiheit der Wissenschaft als Grundlage für eine kritische, faktenorientierte Gesellschaft und für Demokratie fand auch in Wien statt – natürlich vor dem Hintergrund eines zunehmenden Populismus und einer Politik, die auf Gefühle setzt und kritisches, analytisches Denken nicht unterstützt. Laut Polizei gingen trotz kühlem Aprilwetter 1600 Teilnehmer vom Sigmund-Freud-Park in der Nähe der Uni Wien durch die Innere Stadt zum Naturhistorischen Museum.

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„March for Science“ sogar in der Antarktis

(Bild: AWI/Tim Heitland)
Um gegen der Verdrehung der Fakten durch Populisten zu protestieren, gingen Wissenschaftler auch in der Nähe des Südpols „auf die Straße“.

heise online

Weit weit weg, aber voll dabei: Auch die Wissenschaftler der Polarforschungsstation „Neumayer III“ in der Antarktis haben sich am Samstag am weltweiten „March for Science“ beteiligt. Ein vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven verbreitetes Foto zeigt sieben dick eingepackte Forscher mit einem Transparent vor der Station. Die „Überwinterer“ unterstützten den Marsch für die Wissenschaft, heißt es darauf, gefolgt von einem Zitat der Physik-Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867-1934): „Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen. Jetzt ist die Zeit mehr zu verstehen, damit wir uns weniger fürchten.“

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I Talked to Four Humanoid Robots and They’re Mostly Dumb as Doornails

Prof. Youngsook Park stands in front of the Han robot. Image: Zoltan Istvan/Motherboard
Over the last 18 months, I’ve found myself in the strange habit of hanging out and interviewing English-speaking humanoid robots. I was able to chat with four machines, each which possessed some level of artificial intelligence. Even though none of them could fully carry on normal conversations, they all had something to say. And sometimes, what they say and how they say it, is a piercing glimpse into the future of humanity.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

Three of the robots I talked to were mass-production models: Pepper, Meccanoid, and iPal. The fourth was Han, which was presented by AI expert Dr. Ben Goertzel, chief scientist at Hanson Robotics. The various price tags of these bots range from $200 on Amazon, to potentially many millions of dollars for something like Han. The production robots are all between three to four feet tall and are mobile. Han is just an upper body, the torso of which rests against whatever he’s placed upon.

Han

What Han is lacking in body, though, he makes up for in intellect. He’s the smartest of the bunch by a long shot. I first saw Han at the 2016 Global Leaders Forum in Seoul, South Korea. The event was organized by Futurist Professor Youngsook Park and hosted by Korean channel TV Chosun. Han was helping to formally open the event in front of hundreds of Korean onlookers. Everyone in the audience, including myself, was immediately impressed with the robot’s sophisticated articulation and level of understanding.

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Prokrastination: Das ist der wahre Grund, wieso du immer alles aufschiebst

Unangenehme Aufgaben erledigt niemand gern. Gegen das sogenannte Prokrastinieren, also das Aufschieben, haben Wissenschaftler aus Pittsburgh in den USA nun eine einfache Lösung gefunden. Quelle: Die Welt
Was du heute kannst besorgen – das verschiebst du gerne auf morgen? Da bist du nicht der oder die Einzige. Wissenschaftler haben herausgefunden, wieso wir so gerne Dinge aufschieben und was du dagegen tun kannst.

Von Britta Sieling | DIE WELT

Eigentlich wolltest du ja heute zum Sport gehen, aber dann hat deine Mutter angerufen. Dann hast du zufällig gesehen, dass es eine neue Folge deiner Lieblingsserie gibt und dann lag da noch dieser unglaublich spannende Fussel am Boden. Schließlich war es schon so spät, dass es sich nicht mehr gelohnt hätte, zum Sport zu gehen.

Wenn du allerdings dachtest, dass diese Eigenschaft einfach nur ein störender Charakterzug an dir ist, kannst du ab heute die Evolution dafür verantwortlich machen.

Denn das Bedürfnis etwas aufzuschieben ist evolutionär bedingt.

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Guernica – Zeichen und Zeichnungen

Picassos Gemälde im Madrider Reina Sofia-Museum. (Bild: Juan Medina / Reuters)
Am 26. April 1937 bombardierten deutsche Kampfflugzeuge die baskische Stadt Guernica. Picasso hat das Grauen in seinem berühmtesten Bild erfasst. Ein 94-jähriger Überlebender malt das Geschehen heute mit Kindern.

Von Ute Müller | Neue Zürcher Zeitung

Für den 26. April 1937 hatte sich Luis Iriondo etwas Besonderes vorgenommen. Nach der Schule traf sich der damals 14-Jährige mit einem Freund, um gemeinsam das erste Mal im Leben eine Zigarette zu rauchen. Wie richtige Männer wollten die beiden sich fühlen, sie hatten sich eigens lange Hosen für die Gelegenheit angezogen und wollten später noch ins Kino gehen. Doch die Jugendlichen kamen nicht dazu, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn gerade an jenem Nachmittag, um 15.45 Uhr, begann die deutsche Legion Condor mit einem dreistündigen Überraschungsangriff auf ihre Heimatstadt Guernica (baskisch Gernika).

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„Homo Deus“: Der Mensch als Auslaufmodell

Yuval Noah Harari
Homo Deus
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn

„Bei Anbruch des dritten Jahrtausends erwacht die Menschheit, streckt ihre Glieder und reibt sich die Augen. Die Reste eines schrecklichen Albtraums schwirren ihr noch im Kopf herum. (…) Dann macht die Menschheit sich einen Kaffee und schlägt den Kalender auf. ‚Mal sehen, was heute auf der Agenda steht.'“

Von Patrick Trappendreher | Spektrum.de

Mit diesen Sätzen beginnt Yuval Noah Harari, Historiker an der Hebrew University in Jerusalem, seine Zukunftsvision „Homo Deus“, in der er die Geschichte des Homo sapiens angesichts neuer Technologien weiterdenkt. Wonach wird der Mensch streben, wenn er Einschränkungen wie Hunger, Krankheit und Tod überwunden hat? Welche Ideologien werden die vorherrschenden Weltanschauungen ablösen? Und welche Fragen wird das aufwerfen?

Den Tod besiegen

Harari geht von der Annahme aus, das nächste Projekt der Menschheit (genauer: einiger Eliten) werde der Griff nach der Unsterblichkeit sein. Dies ist für ihn eine logische Konsequenz des Zeitgeists. Dank Fortschritten in der Biotechnologie und künstlicher Intelligenz könnte der Homo sapiens zum gottähnlichen Homo deus avancieren. Dieser technologieverstärkte Mensch werde sich so sehr vom evolutionär auf der Strecke gebliebenen H. sapiens unterscheiden, dass es schwerfalle, sich ein Zusammenleben beider vorzustellen. Ob der Schritt hin zum gottähnlichen Menschen gelingen wird, lässt Harari offen: Er ist nicht unausweichlich, sondern ein Konjunktiv. Der Wunsch, ihn zu gehen, ist jedoch ganz real.

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Zentralrat der Juden plädiert für KZ-Besuche muslimischer Flüchtlinge

© dpa Integrationskurs in Niedersachsen
Antisemitische Einstellungen bei muslimischen Flüchtlingen müssten aus Sicht des Zentralrats der Juden gezielter bekämpft werden. Bildungsministerin Wanka fordert mit Blick auf die Integration eine Begrenzung des Migrantenanteils in Schulklassen.

Frankfurter Allgemeine

Der Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich dafür ausgesprochen, gezielter gegen den Antisemitismus muslimischer Flüchtlinge vorzugehen. Der „Welt am Sonntag“ sagte Schuster, es sei wichtig, „antisemitische Einstellungen in den Integrationskursen zu einem zentralen Thema zu machen“. Zeitlich begrenzte Integrationskurse könnten keine Wunder bewirken. „Aber vielleicht ließe es sich einrichten, dass Kursteilnehmer eine KZ-Gedenkstätte oder ein jüdisches Museum besuchen“, sagte Schuster.

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