Dodo Gloria: „Natürlich ist Maria in den Himmel aufgefahren!“

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Gloria von Thurn und Taxis erklärt, warum ihr der Namenstag „viel wichtiger“ ist als der Geburtstag – und warum die Himmelfahrt Mariens, ihrer Namenspatronin, außer Frage steht.

katholisch.de

Gloria von Thurn und Taxis (58) ist der Namenstag „viel wichtiger“ als der Geburtstag. „Weil der Heilige, dessen Namen man trägt, der wichtigste Beschützer des ganzen Lebens ist“, sagte die Fürstin aus Regensburg den im Augsburger Verlag Sankt Ulrich erscheinenden Wochenzeitungen „Neue Bildpost“ und „Katholische SonntagsZeitung“. Somit würden der Namenspatron und der Schutzengel zu den persönlichen, direkten Ansprechpartnern des Täuflings für die gesamte Zeit auf Erden.

„Ich habe das Glück, Mariae Gloria heißen zu dürfen – und daher ist die Gottesmutter meine Namenspatronin“, so die Adelige mit Blick auf das Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August.

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Genial daneben: das irreparable Design des Linsenauges

Bild: zdf

Kreationistische Irrtümer über die Qualität der Netzhaut

AG Evolutionsbiologie

Das Planmäßigkeits-Argument besagt, dass biologische Merkmale aufgrund ihrer Beschaffenheit den Eindruck erwecken, als seien sie gezielt erschaffen worden („intelligentes Design“). Wegen ihrer Zweckmäßigkeit und Zielgerichtetheit sei der Schluss auf einen Schöpfer naheliegend, ja sogar die einfachste Erklärung. Diese Argumentation hat mehrere Haken. Einer davon ist die Erkenntnis, dass, sobald man ins Detail geht, die meisten organischen Strukturen, so auch die Netzhaut des Linsenauges, konstruktive Mängel aufweisen, unzweckmäßig arrangiert sind und so in der Gesamtschau den Schluss auf eine zielgerichtete, intelligente Entstehungsursache vereiteln. Gegen diese Einsicht wehren sich Evolutionsgegner mit Händen und Füßen. Zum Beispiel sollen bestimmte retinale Ganglienzellen (sog. MÜLLER-Zellen) in der Netzhaut belegen, dass das Linsenauge optimal für seine Funktion gestaltet wurde. Im vorliegenden Diskussionsbeitrag wird die Argumentation im Detail diskutiert.

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Aus dem Inhalt

– Einleitung 

– Das Problem der teleologischen Argumentation 

– Ein Vergleich mit der Technik 

– Die Struktur der Netzhaut: Ein Argument für Evolution! 

– Kreationistische Missverständnisse und retinale MÜLLER-Zellen: Ein Merkmal, das alles verändert? 

– Inwieweit sind Netzhaut und MÜLLER-Zellen optimal für scharfes Sehen? 

– Gibt es „gute Gründe“ für eine inverse Retina? Ja, und die Evolutionstheorie kann sie sogar erklären! 

– Zusammenfassung / Literatur 

Zusammenfassung und Ausblick

Seit Bestehen der Evolutionstheorie wird über den Ursprung des menschlichen Auges gestritten wie über die Entstehung keines anderen Organs. Nach Ansicht der Kreationisten sei das Auge optimal und zweckmäßig für seine Funktion „gebaut“ und deute somit auf ein intelligentes Design hin. Dagegen ist nach Auffassung der Evolutionsbiologen das Auge aufgrund seiner konstruktiven Mängel genau so gebaut, wie man es von einem nicht zielgerichteten Optimierungsprozess erwarten würde: Die Existenz der „verkehrt“ im Augenbecher liegenden (inversen) Netzhaut ist die Konsequenz von Entwicklungszwängen, die sich historisch bis zu den Vorfahren der Wirbeltiere zurückverfolgen lassen. Nur die Evolutionstheorie  kann diesen Befund differenziert (ohne unprüfbare Ad-hoc-Annahmen, quasi-theologische Deutungen zu bemühen) erklären.

Nachdem vor einigen Jahren entdeckt wurde, dass die sog. „MÜLLER-Zellen“ der Netzhaut den Sehvorgang optimieren, da sie wie Lichtleiter wirken, kam noch einmal Bewegung in die Diskussion. Die Kreationisten sehen ihre Position bestätigt, dass das Auge keine Mängel aufweise. Dabei wird übersehen, dass die zweckwidrigen Merkmale nach wie vor existieren. Die MÜLLER-Zellen sind nur eine Behelfslösung, um die Unzulänglichkeiten der ursprünglichen Strukturen so gut wie möglich abzumildern. Die Addition neuer Merkmale zum Beheben konstruktiver Mängel ist ein Kennzeichen evolutionärer Optimierung. Intelligent Design kann insbesondere diese Strukturen des Auges nicht erklären.

Quelle

www.ag-evolutionsbiologie.net/pdf/2011/Design-Linsenauge-Netzhaut.pdf

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Autoren: Martin Neukamm / Andreas Beyer

CSU-Familiengeld: Söder sollte eine Denkpause einlegen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. (Foto: dpa)
Das bayerische Familiengeld sollte vor allem ärmere Familien unterstützen – doch aus Sicht des Bundes ist das gar nicht möglich. Damit entpuppt sich wieder eine von Söders großen Ideen als Luftnummer.

Von Lisa Schnell | Süddeutsche Zeitung

Markus Söders Versprechen war eindeutig: Alle Familien erhalten mehr Geld als bisher. Alle, auch Empfänger von Sozialleistungen. So sagte es Söder in seiner Regierungserklärung, so bekräftigte es die Sozialministerin. Es war ein Versprechen, das Söder nicht halten konnte. Nach Auffassung des Bundesarbeitsministeriums muss das Familiengeld mit Sozialleistungen verrechnet werden. Gerade die Ärmsten gingen damit leer aus.

Damit entpuppt sich wieder eine von Söders großen Ideen als Luftnummer. Ähnlich ging es ihm mit seiner Grenzpolizei. Sie sollte Bayerns Eigenständigkeit demonstrieren, am Ende ist sie nicht mehr als eine Hilfstruppe der Bundespolizei. Söder ist stolz darauf, dass er nicht nur redet, sondern handelt. Er könnte seinen Tatendrang zwischendurch aber auch mal bremsen und eine Pause zum Nachdenken einlegen und diese auch seinen Ministern gönnen.

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How Your Brain Decides Without You

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
In a world full of ambiguity, we see what we want to see.

By Tom Vanderbilt | NAUTILUS

Princeton’s Palmer Field, 1951. An autumn classic matching the unbeaten Tigers, with star tailback Dick Kazmaier—a gifted passer, runner, and punter who would capture a record number of votes to win the Heisman Trophy—against rival Dartmouth. Princeton prevailed over Big Green in the penalty-plagued game, but not without cost:  Nearly a dozen players were injured, and Kazmaier himself sustained a broken nose and a concussion (yet still played a “token part”). It was a “rough game,” The New York Times described, somewhat mildly, “that led to some recrimination from both camps.”  Each said the other played dirty.

The game not only made the sports pages, it made the Journal of Abnormal and Social Psychology. Shortly after the game, the psychologists Albert Hastorf and Hadley Cantril interviewed students and showed them film of the game. They wanted to know things like: “Which team do you feel started the rough play?” Responses were so biased in favor of each team that the researchers came to a rather startling conclusion: “The data here indicate there is no such ‘thing’ as a ‘game’ existing ‘out there’ in its own right which people merely ‘observe.’ ” Everyone was seeing the game they wanted to see. But how were they doing this? They were, perhaps, an example of what Leon Festinger, the father of “cognitive dissonance,” meant when he observed “that people cognize and interpret information to fit what they already believe.”

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Wenn eine Mutter hinter Gittern sitzt

Nur wenige Haftanstalten in Deutschland verfügen über Mutter-Kind-Räume. (Foto: dpa)
Eine junge Frau bemerkt im Gefängnis, dass sie schwanger ist. Nach der Geburt kämpft sie darum, dass ihr Baby bei ihr bleiben darf. Doch die Justiz in Rheinland-Pfalz lehnt das ab. Über eine Trennung, die für alle Seiten grausam ist.

Von Jasmin Siebert | Süddeutsche Zeitung

Als Kristina Silberstein an einem Morgen im September 2017 im Kreißsaal der Klinik Homburg den kleinen Tim aus ihrem Körper presst, drehen ihr die beiden Vollzugsbeamtinnen der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken den Rücken zu. Sie schauen diskret weg – immerhin. Aber auch das ganze Justizsystem schaut offenbar diskret weg bei diesem Drama.

Am Tag nach der Entbindung, es ist 14 Uhr, liegt Silberstein wieder in ihrer Zelle. Und der kleine Tim in einer Auffangstation für Säuglinge. Bis zuletzt hatte die dreifache Mutter dafür gekämpft, wenigstens ihren jüngsten Sohn behalten zu dürfen. Doch die Justiz blieb hart.

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Fernsehwochenvorschau: „Kann man Gott beleidigen?“

Blasphemie ist ein brisantes Thema in Zeiten, in denen Religion weltweit an Bedeutung gewinnt oder sogar zu einem Politikum werden kann, das Terror und Gewalt auf den Plan ruft. Die Dokumentation geht dem Streit zwischen Meinungsfreiheit und Respekt vor der Religion nach. Und das lohnt sich sonst noch im TV.

evangelisch.de

Der Streit um Blasphemie wird hinterfragt in der Sendung „Kann man Gott beleidigen?“ auf Arte am 15.8.. Ein Beispiel ist die Goldene Reliquienkammer St. Ursula in Köln: Zur Verehrung Gottes gehörte im Mittelalter die Heiligen- und Reliquienverehrung.

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RDF Talk – Carsten Frerk: Kirchenrepublik Deutschland

In seinem Vortrag zum gleichnamigen Buch „Kirchenrepublik Deutschland“ beschreibt Dr. Carsten Frerk erstmals, wie die Kirchen in Deutschland systematisch Einfluss auf die Politik nehmen. Dabei zeigt sich, dass katholische und evangelische Stellen in einer Weise in Gesetzgebungsverfahren eingebunden sind wie keine zweite zivilgesellschaftliche Kraft.

Richard-Dawkins-Foundation

Wie stark der Einfluss der Kirchen auf die Politik ist, zeigt unlängst die Entscheidung des Parlaments zum Thema Sterbehilfe. Laut Dr. Frerk ist die Verabschiedung des „Gesetzes zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ 2015 nicht unwesentlich auf die enge personelle Verflechtung von Kirche und Staat in Deutschland zurückzuführen.

So lassen die Kirchen ihre Interessen Realität werden, obwohl es dafür längst keine Mehrheiten in der Bevölkerung mehr gibt. Als größte private Arbeitgeber, als größte Grundbesitzer und als Milliarden umsetzende Wirtschaftskonzerne verfolgen die Kirchen massive Eigeninteressen.

Zum Referenten:

Carsten Frerk ist Politologe und wurde durch kirchen- und religionskritische Werke bekannt. Zudem ist er Autor historischer Romane. Im Mittelpunkt seines Werks stehen Buchveröffentlichungen über die finanziellen Verflechtungen von Staat und den beiden Amtskirchen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem deshalb gilt er als Kirchen- und Religionskritiker. Carsten Frerk ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.

Mit Gottvertrauen im RB-Stadion

Die Red Bull Arena (2011). Bild: wikipedia.org/CC BY 2.0 – Phillip
Holy Bulls nennt sich der noch junge christliche Fanclub von RB Leipzig. Eigenhändig haben sie einen Raum am Stadion zur Kapelle umfunktioniert – am Freitag ist Einsegnung. Ungewöhnlich: Die Hälfte der Holy-Bulls-Mitglieder sind gar keine Christen.

Katrin Schreiter | evangelisch.de

Sie haben es selbst in die Hand genommen: einen neuen Fußbodenbelag verlegt, die Wände gestrichen, die Fenster mit kirchlichen Motiven geschmückt und ein großes Holzkreuz angebracht. Am Freitag (10. August) wollen die Holy Bulls, der christliche Fanclub des Bundesligisten Rasenballsport Leipzig, nun die Stadion-Kapelle „Gloria“ an der Red Bull Arena offiziell einsegnen lassen.

RB Leipzig wurde 2009 gegründet, auf Initiative des Energy-Drink-Herstellers Red Bull. Kein Wunder also, dass auch die Fanszene noch recht jung ist. Die Holy Bulls haben sich 2012 zusammengefunden, zwei Jahre später ist daraus ein offizieller Fanclub geworden.

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Söders Auftritt war reiner Wahlkampf

Screenshot FB
Ja, ich gestehe. Ich freue mich, wenn bekannte Personen sich in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben bekennen. Gute Botschafter für die Sache abseits des Kirchenweges sind gerade in Anbetracht der Kirchenaustrittszahlen gut und notwendig.

Pia Dyckmans | katholisch.de

Auch am Mittwoch hat sich eine deutschlandweit bekannte Persönlichkeit zu seinem Glauben bekannt – der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Er hat Maria Vesperbild besucht. Der Inbegriff bayerischen Katholizismus.

Bei den Bildern war ich irgendwie gar nicht mehr so begeistert. Als Wahlmünchnerin habe ich eher ein beklemmendes Gefühl bekommen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich finde es toll, wenn Politiker sich als Christ „outen“ und dafür einstehen. Ich würde seinen Termin in Maria Vesperbild auch nicht gleich als blasphemisch charakterisieren und ihm das Christ-sein absprechen, wie andere vorab den Besuch kritisiert haben. Das steht uns nicht zu. Aber wenn ein Politiker kurz vor den Wahlen mit einer großen Entourage inklusive Presse im katholischen Bayern so einen bedeutenden Wallfahrtsort besucht, dann bekommen die Bilder ein Geschmäckle. Wenn sich sein Bekenntnis zum Christentum nicht in seiner Politik wiederspiegelt, wirkt es nicht authentisch. Denn eine Politik, die sich nicht an den Werten des Evangeliums orientiert, sondern an den Interessen Bayerns, kann nicht von sich behaupten, sie vertrete das Christentum besser als die Kirche selbst. Oder klingen Abschiebungen in Krisengebiete und Diskriminierung von psychisch Kranken christlich?

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Menschenrechte stehen an erster Stelle

Kronprinz Mohammed bin Salman und Kanadas Aussenministerin Chrystia Freeland (Bild: epa/Yoan Valat/Michael Reynolds)
Kanada will im Streit mit Saudiarabien hart bleiben – in Ottawa hält man die Folgen des diplomatischen Konflikts mit dem dünnhäutigen Kronprinzen für beherrschbar.

Jörg Michel | Neue Zürcher Zeitung

Kanada will im diplomatischen Streit mit Saudiarabien nicht klein beigeben und auch weiterhin Menschenrechtsverletzungen in aller Welt anprangern. Das sagte Premierminister Justin Trudeau am Mittwoch bei einem Auftritt in Montreal. Es war das erste Mal, dass der Regierungschef zu den sich verschärfenden Dissonanzen öffentlich Stellung bezogen hat.

«Wir sind mit der Regierung Saudiarabiens weiter diplomatisch und politisch im Gespräch. Wir werden gleichzeitig aber immer entschieden Menschenrechtsthemen ansprechen, öffentlich und privat», sagte Trudeau auf Nachfrage von Reportern. Die kanadische Bevölkerung, aber auch viele Menschen weltweit erwarteten von Kanada diesbezüglich eine Führungsrolle, die man auch weiter wahrnehmen werde.

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„Jüdisches Kind“? „Muslimisches Kind“? „Christliches Kind“?

Bild: Richard-Dawkins-Foundation
Kulturelle Tradition hat ihren Stellenwert, aber keinen Platz in einer auf Fakten basierten Bildung.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Mein oft (manche mögen sagen, zu oft) wiederholter Hinweis auf die Absurdität – ja Bösartigkeit – der Etikettierung von Kindern mit der Religion ihrer Eltern („Würden Sie von einem ‘postmodernen Kind’ oder einem ‘gramscianischen-marxistischen Kind’ sprechen?) ist in der Regel erfolgreich. Die Leute verstehen den Punkt fast immer sofort, wiewohl es eine andere Frage ist, ob es bei ihnen ein zukünftiges Bewusstsein dafür schafft, bei dem sie tatsächlich zusammenzucken, so wie ich es tue, wenn sie von einem „katholischen Kind“ oder „muslimischen Kind“ hören. Aber es gibt ein Gegenargument, dem ich oft begegne, und es klingt oberflächlich plausibel. Es ist mein Anliegen, mich hier damit auseinanderzusetzen.

Die Gegner, von denen ich spreche, berufen sich oft auf den Sonderfall des Judentums, aber der Punkt kann allgemeiner formuliert werden. Es sei lächerlich und falsch, Eltern davon abzuhalten, ihre kulturellen Traditionen an ihre Kinder weiterzugeben. Sprache, Akzent, Kleidungsstile, Ernährung, Essgewohnheiten, Sprichwörter, poetische Anspielungen, Spiele, nonverbale Signale oder Grüße wie Kopfschütteln oder Nicken oder soziales Küssen werden kulturell vermittelt. Die Menschheit wäre ärmer, wenn wir sie verlieren würden. Religion, so wird behauptet, ist nur ein weiterer Punkt auf der Liste.

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Daniel Dennett: „Von den Bakterien zu Bach – und zurück – „Blick des Philosophen auf die Evolution des Geistes

Daniel Dennett beschreibt in seinem neuen Sachbuch, warum auch der menschliche Geist ein Ergebnis der Evolution ist. (Suhrkamp / imago / Collage: Deutschlandradio)
Körper und Geist, Natur und Kultur – dazwischen besteht kein grundlegender Unterschied. Vielmehr ist alles ein Ergebnis der Evolution. Diese These vertritt der US-amerikanische Philosoph Daniel Dennett. Anschaulich und mit Sprachwitz legt er sie dar in seinem neuen Buch „Von den Bakterien zu Bach – und zurück. Die Evolution des Geistes“.

Von Tomma Schröder | Deutschlandfunk

Daniel Dennett hält nicht viel von Übernatürlichem. Er glaube „nicht an Geister, nicht an Elfen, nicht an den Osterhasen und auch nicht an Gott“, schrieb der amerikanische Star-Philosoph mal in der „New York Times“. In seinem neuen Buch „Von den Bakterien zu Bach – und zurück“ wandelt er daher strikt auf den naturwissenschaftlichen Pfaden.

„Wenn wir die Reparaturmechanismen in Bakterien, die Atmung bei Kaulquappen und die Verdauung von Elefanten erklären können, warum sollte dann nicht auch das bewusste Denken des Homo sapiens seine Geheimnisse diesem sich immer weiter optimierenden Moloch Wissenschaft offenbaren?“

Dualismus von Materiellem und Immateriellem

Spätestens seit Descartes den Dualismus von Materiellem und Immateriellem in eine philosophische Theorie gegossen hat, gilt die Kluft zwischen Körper und Geist, zwischen Natur- und Geisteswissenschaften vielen als unüberwindbar. Die kartesische Wunde nennt Dennett dies – und er will sie heilen. Denn dem Philosophen zufolge, und er weiß viele Wissenschaftler an seiner Seite, existiert diese Wunde gar nicht. Für Dennett gibt es nichts Immaterielles, nichts Mirakulöses, das außerhalb der Reichweite der Naturwissenschaften verbleibt. Vom Bakterium bis zu Bach – und seinem Geist – ist alles ein Ergebnis der Evolution – auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen.

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Religiotie: Söder zündet in Wallfahrtsort Kerze an – für Bayern

© Bild: Christopher Beschnitt/KNA
Vorab hatte es scharfe Kritik gegeben: Dennoch besuchte Markus Söder heute den Wallfahrtsort Maria Vesperbild. Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart war dabei voll des Lobes für den bayerischen Ministerpräsidenten und seine Politik.

katholisch.de

Markus Söder (CSU) hat als erster amtierender bayerischer Ministerpräsident die mittelschwäbische Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild besucht. „Wir Christen sind Ihnen überaus dankbar, dass Sie ein Zeichen für das Christentum setzen“, begrüßte ihn Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart am Mittwoch in Ziemetshausen. Söder selbst äußerte sich nicht öffentlich. Nach seiner Ankunft begab er sich für eine Andacht in die Kirche. Dann entzündete er in der Mariengrotte eine Kerze mit der Aufschrift „Gott schütze Bayern“. Etwa 400 Menschen nahmen an dem Termin teil. Söder hatte den Stopp in Vesperbild auf seinem Weg zur Kabinettssitzung in Ursberg eingelegt.

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Gynäkologe Christian Fiala: „Die Familienpolitik ist zynisch bis bösartig“

foto: getty images/istockphoto martin-lang Kurze Nächte und das alltägliche Tohuwabohu: Die Pille ist zwar vergleichsweise günstig, Frauen mit Kindern und einem unregelmäßigen Alltag können aber schon mal auf sie vergessen.
Gynäkologe Fiala spricht darüber, warum kostenloser Zugang zu Verhütung nötig ist und ihm die Familienpolitik Österreichs peinlich ist

Interview Beate Hausbichler | dieStandard.at

Migrantinnen haben gegenüber in Österreich geborenen Frauen ein zweieinhalbmal größeres Risiko, ungewollt schwanger zu werden. Das vermeldete kürzlich das Gynmed-Ambulatorium in Wien, wo Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen können und Verhütungsberatung angeboten wird. Deren Leiter Christian Fiala fordert schon lange eine Kehrtwende in der Österreichischen Familienpolitik um die hohe Abtreibungsrate zu senken.

STANDARD: Hat es Sie überrascht, dass Frauen mit Migrationshintergrund proportional öfter eine Abtreibung haben (DER STANDARD berichtete)?

Fiala: Nein. Im Gynmed-Ambulatorium in Salzburg, das zur Landesklinik gehört, gibt es dieselben Ergebnisse. Auch in den wenigen anderen Ländern, die das Geburtsland erheben, zeigt sich das gleiche Bild. Für uns Fachkräfte war das nicht überraschend, es erklärt sich auch ganz einfach.

STANDARD: Und zwar wie?

Fiala: Frauen aus anderen Ländern wurden auch dort sozialisiert, und sie bringen auch das gewohnte Verhütungsverhalten mit. Da sprechen wir von Ländern, in denen es ein eher schlechtes Verhütungsverhalten gibt wie in muslimisch geprägten Ländern oder ehemals kommunistischen Ländern, wo es also entweder einen starken religiösen Einfluss oder eine Mangelwirtschaft gab und damit wenig wirksame Verhütung. Wenn es für diese Menschen dann in Österreich zu wenig Beratung in deren Muttersprache gibt und diese nicht kultursensitiv ist, dann verhüten sie wie gewohnt. Die Deutschkurse sind derzeit in aller Munde, aber es muss auch um die Gesundheitsversorgung von Migrantinnen gehen.

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Saudiarabien ergreift weitere Massnahmen gegen Kanada

Saudiarabien lässt die Krise mit Kanada weiter eskalieren. Alle Programme mit Kanada zur medizinischen Behandlung von saudischen Staatsbürgern in Kanada seien gestoppt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Spa am Mittwoch.

Neue Zürcher Zeitung

Die Patienten würden von Krankenhäusern in anderen Ländern aufgenommen. Der Gesundheits-Attaché Saudiarabiens für Kanada und die USA, Fahad Al Tamimi, betonte, die Sicherheit der eigenen Staatsbürger und ihrer Angehörigen werde sichergestellt.

Auslöser der Verwerfungen zwischen beiden Ländern war ein kritischer Tweet der kanadischen Aussenministerin Chrystia Freeland vom Donnerstag zur Festnahme von Menschenrechtsaktivisten in Saudiarabien. Riad reagierte ungewöhnlich harsch, wies den kanadischen Botschafter aus und zog seinen Botschafter aus Ottawa zurück.

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„Fliegendes Spaghettimonster“ auf templin.de als Kirche geführt

Bild: Screenshot Templin.de
Für kurze Zeit hatte die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters dem Anschein nach ihr Ziel erreicht: Auf der offiziellen Website der Stadt Templin wurde sie unter der Rubrik „Kirchen“ geführt. Bis Dienstagvormittag.

Von Ula Brunner | rbb24

Gute zwei Wochen lang schien die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters endlich ihr Ziel erreicht zu haben – zumindest auf der Website der Stadt Templin. Seit dem 27. Juli 2018 konnte man dort unter dem Menüpunkt „Kirchen“ neben der Maria-Magdalenen-, der Herz-Jesu-Kirche und der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde auch die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters entdecken.

„Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. wird ab sofort auf der offiziellen Website der Stadt Templin unter ‚Kirchen‘ geführt, neben evangelischer, katholischer und baptistischer Kirche“, ließ Rüdiger Weida, Gründer und Vorsitzender des satirischen Vereins, am Dienstagvormittag verlautbaren. Doch kurz darauf verschwand der Link sang- und klanglos wieder von der Templiner Kirchenseite.

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Alice Schwarzer:“Keine Abtrünnige von nichts“

Nimmt Religion gelassen – die Feministin und „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer (Henning Kaiser/dpa )
Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer ist bei atheistischen Großeltern aufgewachsen. Als Kind wollte sie erst katholisch werden, hat sich dann aber evangelisch taufen lassen. Gläubig sei sie nicht mehr, auch wenn sie mit dem verstorbenen Kardinal Meisner „ein freundschaftlicher Kontakt verbunden“ habe.

Alice Schwarzer im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Frau Schwarzer, Sie sind in einer atheistischen Familie in Wuppertal aufgewachsen, haben sich mit zwölf Jahren taufen lassen. Was steckt Ihnen mehr in den Knochen: Der Atheismus oder die Mitgliedschaft in einer Kirche?

Alice Schwarzer: Ja, wissen Sie, ich bin in einer ziemlich untypischen Familie aufgewachsen, zum einen bei den Großeltern, und dann gab es eine gewisse Rollenumkehr. Die Großmutter war sehr politisch, sehr Anti-Nazi und war der Kopf der Familie und der Großvater war der Fürsorgliche und Sanfte und so.

Dann waren wir – Sie werden gleich sehen, warum ich so weit aushole – evakuiert, als Wuppertaler, in Franken in einem Dorf. Da galten wir als die „Saupreußen“. Ich war schon einmal in einer komischen Situation als uneheliches Kind bei den Großeltern. Die Großeltern waren auch ein bisschen komisch. Als Saupreußen wird man dann in einem fränkischen Dorf auch als ziemlich komisch empfunden, sodass bei mir doch das Bedürfnis aufkam, nicht mehr immer „die Andere“ zu sein, sondern dazuzugehören – was dazu führte, dass ich mit äußerstem Eifer als kleine Drei-, Vier-, Fünfjährige in die katholische Kirche rannte, so eifrig da betete, dass ich meine Schuhe vergaß und auch schon mal zu Hause auf die Knie fiel und betete: „Maria, du Gebenedeite“ – was von meiner Großmutter mit einem freundlichen Lächeln begleitet wurde.

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Vegan Religion?

Colin Goldner, ©brightsblog
Seit geraumer Zeit überzieht Spiegel Online seine Leserschaft mit einer Reihe an Artikeln und Kommentaren, die sich kritisch mit dem Thema Veganismus befassen. Tenor der Beiträge ist durchgängig, dass es sich bei Veganismus um einen „Irrglauben“ handle, eine „Religion“, die von ihren Anhängern mit „missionarischem Eifer“ vertreten werde: schließlich sei kaum jemand nerviger, von halal oder kosher lebenden Menschen einmal abgesehen, als ein Veganer beim Grillabend. Die Rede ist von „Extremisten“, die ihre „schrulligen Ernährungsgewohnheiten zur Identität hochgejazzt haben“. Wortreich wird gewarnt vor den Mangelerscheinungen, denen Veganerinnen und Veganer unterlägen, sollten sie ihre Versorgung mit Nährstoffen nicht regelmäßig ärztlich untersuchen lassen: es drohe das Risiko „schwerer neurologischer Störungen“ und zahlloser anderer Schäden. Eltern, die ihre Kinder vegan ernähren, werden mit Salafisteneltern ineinsgesetzt, die ohne Rücksicht auf Verluste ihre radikale Ideologie verfolgten; oder auch mit der Sekte „Zwölf Stämme“, die ihre „Kinder dem staatlichen Schulsystem entzogen und auf Prügelstrafe und Demütigung gesetzt haben“.

Claudia Goldner | hpd.de

gbs-Beirat Colin Goldner lebt seit gut 25 Jahren vegan. Seit je befasst er sich auch mit der Forschung zum Thema Veganismus. Hier ein Auszug aus einem Studiogespräch, das er mit Dr.med. Peter Pommer im „Gesundheitsmagazin“ von Radio LORA 924 geführt hat.

Was bedeutet der Begriff „Veganismus“?

Der Begriff „vegan“ bzw. „Veganismus“ geht zurück auf den Engländer Donald Watson, einen überzeugten Antimilitaristen, der im Jahre 1944 in England die Vegan Society gründete

Die heutige Definition des Begriffes „vegan“ bezeichnet Menschen, die die Nutzung tierlicher Produkte nach bestem Vermögen meiden, sprich: sich rein pflanzlich ernähren. Also: kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch, keine Milchprodukte wie Joghurt oder Käse, keine Eier.

Ethisch motivierte Veganer achten zudem auch bei ihrer Kleidung oder ihren Schuhen darauf, dass sie frei von Tierprodukten sind – also kein Leder, keine Wolle, keine Seide, keine Daunen –, und dass die verwendeten Konsum- oder Gebrauchsgüter, auch Kosmetika, ohne Tierversuche hergestellt wurden.

Tierethisch motivierter Veganismus ist also weit mehr als nur eine bloße Ernährungsvariante, er ist eine Philosophie oder Lebensart, die versucht, so weit als möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Unterdrückung und Ausbeutung von Tieren für Nahrung, Kleidung oder für andere Zwecke zu vermeiden und zugleich tierleidfreie Optionen und Alternativen zu entwickeln. Ethisch motivierte Veganer wenden sich natürlich auch gegen Jagd und Fischerei oder gegen die Ausbeutung von Tieren zu Unterhaltungszwecken wie im Zirkus oder im Zoo; selbstredend auch gegen Tierversuche in der Pharmaindustrie.

Allerdings gibt es auch Veganerinnen und Veganer, denen tierethische Fragen oder auch Fragen des Umwelt- oder Klimaschutzes nicht so wichtig oder auch völlig egal sind, die vielmehr in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen vegan leben. Und nicht zuletzt gibt es auch sogenannte Lifestyleveganer, denen es vor allem um Fitness geht oder die einfach auf einem Trend mitsurfen und gut aussehen wollen. Letztlich aber profitieren alle von einer veganen Lebensweise: die Tiere, die nicht qualgehalten, geschlachtet und zu Wurst verarbeitet werden, Umwelt und Klima, die weit weniger belastet werden, und auch der Mensch selbst, der gesünder bleibt oder wird.

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Islamwissenschaftler: Das Kopftuch ist kein religiöses Symbol

Themenbild
Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi sieht im Kopftuch ein „Instrument der Unterwerfung“ der Frau. Es gehe beim Kopftuch um die Kontrolle des Körpers und des Geistes der Frauen, sagte der Experte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag). „Das Kopftuch ist kein religiöses Symbol“, betonte er. Im Koran finde sich kein Hinweis darauf, dass es als Zeichen des Islams zu verstehen sei.

evangelisch.de

Dennoch forderten viele Eltern von ihren Töchtern, die Haare zu verhüllen. „Einige muslimische Eltern haben förmlich Angst davor, dass ihre Kinder verwestlicht werden, wenn sie sich zu sehr den hiesigen Gepflogenheiten nähern“, sagte der Leiter des Fachbereichs Islamische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Mit einem Kopftuch könne ein Mädchen nicht an Klassenfahrten und am Schwimmunterricht teilnehmen, treibe weniger Sport und treffe sich seltener mit jenen, die kein Kopftuch tragen. Dadurch blieben die Kinder in der jeweiligen Gemeinschaft.

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Markus Söder unbeliebtester Ministerpräsident

Verliert Zustimmung: Markus Söder (CSU), bayerischer Ministerpräsident.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Und der Grüne Winfried Kretschmann liegt weit vorne. Wie die Regierungschefs in den Ländern bei ihren Bürgern abschneiden.

Von Albert Funk | DER TAGESSPIEGEL

„Unterwegs im Land: heute morgen in Regen, am Abend in Traunreut. Bayern ist das schönste Land und verbindet Innovation und Tradition. Bei uns lebt es sich einfach besser.“ So twitterte Markus Söder in der vorigen Woche. Am Samstag dann ein Twitter-Bild vom Ministerpräsidenten des schönsten Landes auf einem Holzsteg am Wasser, hemdsärmelig und auch die dunkle Hose aufkrempelt. „Wünsche ein schönes Ferienwochenende. Am besten an einem bayerischen See. Hier lässt es sich leben…“ Söder im Einklang mit sich und den Seinen, dem bayerischen Volk. Weiß-blauer Wohlfühl-Wahlkampf nach dem offenkundig fehlgeschlagenen asylpolitischen Profilierungsmanöver gegen die Berliner Blase und die Kanzlerin. Auch eine Art Flucht.

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