Kerry, in stinging rebuke of settlements, doesn’t rule out UN action

Secretary of State John Kerry speaks to Saban Forum on December 4, 2016 (Screenshot)
Secretary of State John Kerry speaks to Saban Forum on December 4, 2016 (Screenshot)
Outgoing US secretary of state excoriates Netanyahu government, slams Naftali Bennett for ‘disturbing’ remarks on two-state solution

By Rebecca Shimoni Stoil | The Times of Israel

Secretary of State John Kerry excoriated the Israeli right, claiming that support for settlement construction stems from a desire to subvert Israeli-Palestinian peace, during a speech before the Brookings Institution’s Saban Forum on Sunday afternoon.

A subdued Kerry, wearing reading glasses and referring to extensive notes, notably refrained from committing to veto any UN resolution intended to establish a Palestinian state, only promising a veto “if it is a biased, unfair resolution calculated to delegitimize Israel.”

US officials last week indicated that US President Barack Obama had nearly ruled out any major last-ditch effort to put pressure on Israel over stalled peace negotiations with the Palestinians, including at the United Nations.

Kerry, who will end his tenure as secretary of state in January, warned the audience that “you can fight about where we are in this process, but I’ll tell you this: There is no status quo. It is getting worse. It is moving in the wrong direction.”

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Französische Kleinstadt muss sich ihrer Marienstatue entledigen

Die Statue der Heiligen Jungfrau Maria sorgt in Publier für Diskussionen (Symbolbild) Colorbox.de
Die Statue der Heiligen Jungfrau Maria sorgt in Publier für Diskussionen (Symbolbild) Colorbox.de
Das kleine französische Städtchen Publier muss eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria beseitigen, sonst droht der Gemeinde eine saftige Geldstrafe. Obwohl die Mehrzahl Franzosen katholisch ist, wird extrem viel Wert auf die strikte Trennung von Kirche und Staat gelegt.

FOCUS ONLINE

So ist das Zeigen religiöser Symbole in der Öffentlichkeit verboten und das bedeutet keine Kreuze in öffentlichen Gebäuden, Lehrer, Schüler und Studenten dürfen keine „auffälligen religiösen Symbole“ wie Kippa, Kopftuch oder gar Habit im Unterricht tragen und in einem öffentlichen Park darf auch keine Heiligenstatue stehen. Wie die britische Nachrichtenseite „Independent“ berichtet, war die umstrittene Figur 2011 nach einigen Kontroversen in einem öffentlichen Park der französischen Gemeinde Publier aufgestellt worden. Später wurde sie von einer religiösen Gruppe gekauft, blieb jedoch an ihrem Platz.

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UN brauchen 2017 Rekordsumme für humanitäre Hilfe

Die Vereinten Nationen brauchen 2017 die Rekordsumme von 22,2 Milliarden US-Dollar, um Opfern von Konflikten und Naturkatastrophen zu helfen.

evangelisch.de

Mit dem Geld sollen dringend benötigte Lebensmittel, Medikamente, Unterkünfte und andere Hilfsgüter für knapp 93 Millionen Menschen in 33 Ländern wie Syrien finanziert werden, wie der UN-Nothilfekoordinator, Stephen O’Brien, am Montag in Genf erklärte.

Die Welt sehe sich mit der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert, sagte O’Brien. Insgesamt erfassten die UN mehr als 128 Millionen Menschen, die von Kriegen, Konflikten, Vertreibungen und Naturkatastrophen betroffen sind. Die größte einzelne humanitäre Hilfsaktion für 2017 hätten die UN und ihre Partnerorganisationen für die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien geplant.

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Medien: Zwischen Willkommenskultur und Wutbürgern

WDR © Simon @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
WDR © Simon @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Was macht der Vorwurf „Lügenpresse“ mit Journalisten? Tappen sie in eine Falle, unbegründete Ängste ernst zu nehmen? Und machen sie es den „Wutbürgern“ dann um so mehr recht? Beim WDR-„Integrationsgipfel“ ging es heiß her.

Von Thuy-An Nguyen | MiGAZIN

„Wissen Sie was Herr Schönborn, ich glaube, Sie mögen mich nicht“, behauptet Naika Foroutan. „Ich glaube, Sie stellen sich vielleicht hierhin und denken ich bin eine Frau und kann Ihre Meinung nicht richtig verstehen. Oder vielleicht denken Sie, ich bin eine Ausländerin.“ Ein peinlich berührtes Schweigen folgt. „Sofort bringe ich Sie damit in die Defensive“, behauptet Foroutan weiter. „Sie müssen jetzt hier stehen, sich verteidigen und sagen, dass das, was ich gesagt habe, nicht stimmt. Wenn ich aber sage, so fühle ich nun einmal und ich finde es nicht richtig, dass Sie meine Ängste nicht ernst nehmen, dann sind Sie noch mehr in der Defensive.“

Der WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönborn und Naika Foroutan stehen sich bei einer Podiumsdiskussion des WDR-Integrationsgipfels gegenüber. Foroutan, Sozialwissenschaftlerin an der Humboldt Universität Berlin, veranschaulicht in dieser Szene eine grundsätzliche Problematik, die sie bei Journalisten der deutschen Medienlandschaft beobachtet hat.

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Bundeswehr-Ministerin: schwule Soldaten benachteiligt

Von der Leyen räumt die langjährige Benachteiligung schwuler Soldaten ein. (Symbolfoto) Foto: dpa
Von der Leyen räumt die langjährige Benachteiligung schwuler Soldaten ein. (Symbolfoto) Foto: dpa
Von der Leyen räumt eine langjährige Benachteiligung schwuler Soldaten in der Bundeswehr ein. Dies geht aus einem vertraulichen Papier hervor.

Frankfurter Rundschau

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ eingeräumt, dass Schwule in der Bundeswehr jahrzehntelang „erheblich“ benachteiligt wurden. In einem vertraulichen Papier des Ministeriums heißt es demnach, die Streitkräfte hätten homosexuellen Soldaten „Berufswege verstellt“ und ein Fortkommen in der Karriere „verhindert“.

Bis 1969 wurden homosexuelle Männer generell strafverfolgt, zu Zeiten von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) galten sie laut einer „Zentralen Dienstvorschrift“ als „Sicherheitsrisiko“. Bis 1984 wurden sie ausgemustert oder entlassen. Noch bis zum Jahr 2000 durften Homosexuelle nicht Berufssoldaten werden und als Vorgesetzte oder Ausbilder tätig sein.

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Volker Kauder, der Großscheich und das Nein zur Aufklärung

 Der Unionspolitiker Volker Kauder diskutiert des öfteren mit Ahmed el-Tayeb, einem der wichtigsten islamischen Rechtsgelehrten mit Sitz in Kairo Quelle: pa/dpa/AP
Der Unionspolitiker Volker Kauder diskutiert des öfteren mit Ahmed el-Tayeb, einem der wichtigsten islamischen Rechtsgelehrten mit Sitz in Kairo Quelle: pa/dpa/AP
Dem engagierten Christen sagte der Islam-Gelehrte, Aufklärung sei mit Islam nicht vereinbar, denn die Religion müsse herrschen. Warum schweigt der Unionsfraktionsvorsitzende hierzu?

Von Henryk M. Broder | DIE WELT

Vor Kurzem saß Volker Kauder, der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, wieder einmal in einer Talkshow. Das Thema war: „Der Sprung ins Dunkle: Was bringt die Ära Trump?“

Nach einem kurzen Einspieler über Trump und seine Ministerkandidaten ergriff Kauder das Wort und sagte, es habe ihm die Sprache verschlagen, dies könne nicht „unsere Art der Auseinandersetzung sein“.

Man müsse abwarten und schauen, „ob es sich tatsächlich so fortsetzt oder ob die im Amt doch eine gewisse Vernunft dann zeigen“; man werde mit der US-Administration jedenfalls „reden müssen“.

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Amnesty: Kinderarbeit bei Palmöl-Zulieferer von Nestlé, Unilever, Colgate und Kellogg’s

Amnesty International deckt menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit auf Ölpalmplantagen in Indonesien auf. Palmöl des betroffenen Agrarunternehmens steckt in Produkten neun großer Konzerne, darunter Nestlé, Unilever, Colgate und Kellogg’s.

Von Anica Beuerbach | greenpeace magazine

Die Arbeitsbedingungen auf den indonesischen Plantagen des weltgrößten Palmöl-Produzenten Wilmar mit Sitz in Singapur verstoßen gegen die Menschenrechte, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Wilmar ist Zulieferer für neun führende Hersteller von Lebensmitteln und Haushaltsprodukten sowie Palmöl-Raffinerien: Afamsa, Archer Daniels Midland, Colgate-Palmolive, Elevance, Kellogg’s, Nestlé, Procter & Gamble, Reckitt Benckiser und Unilever.

„Unternehmensriesen wie Colgate, Nestlé und Unilever versichern uns Verbrauchern, dass ihre Produkte ‚Nachhaltiges Palmöl’ enthalten, aber unsere Recherchen zeigen, dass das Palmöl alles ist, nur das nicht“, erklärte Meghna Abraham, Leiterin der Untersuchungen bei Amnesty International.

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Chios: Frust auf der Gefangeneninsel

Ungewisse Situation: Ein Flüchtling wartet auf der Insel Chios.Foto: AFP
Ungewisse Situation: Ein Flüchtling wartet auf der Insel Chios.Foto: AFP
Auf der griechischen Insel Chios zeigt sich der Stillstand des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei. Der Unmut der Migranten und auch der Einheimischen entlädt sich in Gewalt.

Von Markus Bernath | DER TAGESSPIEGEL

Es sollte ein schneller Mechanismus sein, ein Mittel für die Europäer, um das Flüchtlingsproblem loszuwerden. Für die Aboudans ist es ein absurdes System. „Die Interviews sind sinnlos“, sagt Madjib Aboudan, der Vater. Mitte Dezember hat er das dritte. Dieses Mal muss die Familie dafür nach Athen reisen. Das Ergebnis kennt der 46-jährige Syrer bereits: „Sie werden uns sagen, dass wir nicht zu unserem Sohn nach Deutschland können.“ Es heißt dann zurück zum Start für den Unternehmer aus Aleppo und seine Familie. Dann gilt nach sieben Monaten Bürokratie doch das Regelwerk des Flüchtlingsabkommens, das die EU mit der Türkei geschlossen hat.

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Katholische Kirche warnt davor, die „stillen Tage“ auszuhöhlen

 Besonders geschützt ist in Bayern der Karfreitag. (Foto: Stephan Rumpf)
Besonders geschützt ist in Bayern der Karfreitag. (Foto: Stephan Rumpf)
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Tanzverbot an „stillen Tagen“ hoffen Münchner Club-Betreiber auf Erleichterungen.
Die katholische Kirche mahnt dagegen zu Zurückhaltung.

Von Jakob Wetzel, Veronika Wulf | Süddeutsche.de

Steht das strikte Tanzverbot an den „stillen Tagen“ nun vor dem Ende? Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hoffen Münchner Club-Betreiber zumindest auf spürbare Erleichterungen. Die Richter hatten entschieden, dass Ausnahmen nicht pauschal per Gesetz ausgeschlossen werden dürfen.

Das Gericht habe damit klar Position bezogen, sagt Alexander Wolfrum, der Vorsitzende des Verbands der Münchner Kulturveranstalter. „Wir rechnen damit, dass Veranstalter jetzt Ausnahmeanträge für viele Tage stellen werden.“ Und die Verwaltung müsse sich künftig an den Spruch des Gerichts halten. Die katholische Kirche dagegen mahnt zu Zurückhaltung.

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Der lange Schatten des stalinistischen Terrors

Die Säuberungswelle von Josef Stalin forderte Millionen Opfer. / Bild: imago/Russian Look
Die Säuberungswelle von Josef Stalin forderte Millionen Opfer. / Bild: imago/Russian Look
Die Namen Tausender Schergen des Stalin-Regimes kommen ans Licht. Der Kreml versucht die Sache herunterzuspielen. Der Diktator liegt in Moskau wieder hoch im Trend.

Die Presse.com

Es herrscht das große Schweigen: Wie kamen sie um? Wie lange nach ihrer Deportation starben sie? Wurden sie gefoltert? Wer waren ihre grausamen Mörder? Oder sind sie noch am Leben? 20 Millionen Menschen fielen der stalinistischen Säuberungskampagne, die 1937 und 1938 ihren Höhepunkt erreichte, zum Opfer – durch Massenerschießungen, in den Gulags, durch Deportationen und die Massen-Hungersnot vor allem in der Ukraine.

Doch mehr als 60 Jahre nach dem Tod Josef Stalins 1953 sind seine Gräueltaten ein Tabuthema. Viele Angehörige und Nachkommen werden nie erfahren, was mit ihren Liebsten passiert ist: Offizielle Untersuchungen zu den Verbrechen an den unzähligen Regimekritikern und Unschuldigen gab es bisher keine.  Denis Karagodin will das ändern. Der 34-Jährige Russe will Anzeige gegen den Mann erstatten, der seinen Urgroßvater vor fast 80 Jahren exekutiert haben soll.

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Israel: Wenn der Muezzin zu laut ruft

Fünfmal am Tag erinnern die Lautsprecher an die regelmäßigen Gebete. Viele Einwohner empfinden sie allerdings als Lärmbelästigung.Foto: dpa
Fünfmal am Tag erinnern die Lautsprecher an die regelmäßigen Gebete. Viele Einwohner empfinden sie allerdings als Lärmbelästigung.Foto: dpa
Fünf Mal am Tag werden die Muslime in Israel über Lautsprecher zum Gebet gerufen. Mit einem neuen Gesetz soll dem Muezzin-Ruf nun ein Ende gesetzt werden – aus Lärmschutzgründen.
 

Von Lissy Kaufmann | DER TAGESSPIEGEL

Tawfik Elayan ruft zum Gebet. In der Al-Rahman-Moschee steht der 50-Jährige in Sweatshirt, blauer Hose und grauen Socken vor einem Mikrofon, die Hände vor sich verschränkt, und beginnt: „Allahu Akbar“. Seine Stimme schallt per Lautsprecher vom Dach der Moschee über die Dächer und durch die Straßen von Beit Safafa, einem arabischen Stadtteil in Ostjerusalem. Fünf Mal am Tag macht er das, sieben Tage in der Woche. Tawfik Elayan ist Muezzin und Herr der Mischregler. In einem kleinen Schränkchen am Boden befindet sich die Anlage, an der er die Lautstärke hoch und runter drehen kann. Und das macht Takwfik Elayan zur Zielscheibe des jüngsten Streits in der israelischen Gesellschaft.

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Bottroper Apotheker soll Krebs-Medikamente gestreckt haben

 Nur wenige Apotheken in Deutschland sind auf die Herstellung der Krebsmedikamente spezialisiert. (Foto: dpa)
Nur wenige Apotheken in Deutschland sind auf die Herstellung der Krebsmedikamente spezialisiert. (Foto: dpa)
In Bottrop soll ein Apotheker in mindestens 40 000 Einzelfällen Krebsmedikamente zu gering dosiert haben. Der beschuldigte 46-Jährige sitzt derzeit in U-Haft. Mit den Krankenkassen soll er den vollen Betrag für die angeforderte Dosierung abgerechnet haben. Der finanzielle Schaden soll bei 2,5 Millionen Euro liegen.

Süddeutsche.de

Ein Apotheker in Bottrop steht im Verdacht, massenhaft Krebsmedikamente beim Zusammenmischen zu niedrig dosiert zu haben. Der Staatsanwaltschaft Essen zufolge sitzt der 46-Jährige derzeit in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

In mindestens 40 000 Fällen soll der Apotheker Infusionen zur Krebsimmuntherapie abweichend von den individuellen ärztlichen Verordnungen zu gering dosiert haben. Dabei seien die Infusionen „normalerweise abgestimmt auf die Heftigkeit des Krebses“, sagte der Vorsitzende des Bottroper Apothekerverbandes Florian Mies der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

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Caritas-Leiter: Im Südsudan findet eine Art Völkermord statt

Die Gewalt und die Schutzlosigkeit der Bevölkerung im Südsudan haben Helfern zufolge unfassbare Ausmaße erreicht.

Von Natalia Matter | evangelisch.de

„Was dort geschieht ist eine Art Völkermord am eigenen Volk“, sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Donnerstag in der südsudanesischen Hauptstadt Juba telefonisch dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Und es gibt kaum jemanden, der glaubt, dass sich die Lage bessern wird.“ Niemand in dem Land könne oder wolle die Menschen von den Übergriffen mehrerer Rebellenorganisationen und der Armee schützen, die gegeneinander kämpften.

„Der internationalen Gemeinschaft gelingt es nicht annähernd, den Bedarf der Bevölkerung an Hilfe abzudecken“, sagte Müller, der sich auf einer einwöchigen Reise in dem Land befindet. In dem bitterarmen Land, das erst 2011 unabhängig wurde, herrscht seit Ende 2013 ein blutiger Bürgerkrieg. Nach UN-Angaben wurden Zehntausende Menschen getötet, von den rund acht Millionen Südsudanesen sind etwa drei Millionen auf der Flucht. Auch der UN-Mission mit rund 13.000 Blauhelmen gelingt es nicht, die Menschen zu schützen.

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Atheisten kippen strenge Karfreitags-Verbote

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden.Foto: dpa
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden.Foto: dpa
Ein Freigeister-Bund hat in Bayern ein ganz großes Fass aufgemacht. Vor dem Bundesverfassungsgericht hat er durchgesetzt, dass am Karfreitag Musik gespielt werden darf.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Wer sich als Durchschnittsberliner in das bayerische Feiertagsgesetz einliest, wird meinen, dass es kein Vorrecht afghanischer Taliban sein muss, bei öffentlichen Tanzvergnügen auf die Spaßbremse zu treten. An „stillen Tagen“ wie etwa zu Ostern, Heiligabend oder am Aschermittwoch, so wird in Bayern dekretiert, sind „Unterhaltungsveranstaltungen“ nur erlaubt, wenn der „ernste Charakter“ der Tage gewahrt werde. Die Gemeinden dürfen Ausnahmegenehmigungen erteilen, kein Pardon gibt es jedoch für den Karfreitag, an dem „in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art verboten“ sind. Der Tag wird von allen Ausnahmen ausgenommen.

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Charlie Hebdo: Obszönität ist politisch

Bild: AFP. Shit or get off the pot. :D
Bild: AFP.
Heute probieren die Satiriker von „Charlie Hebdo“ das Heft erstmals auf Deutsch aus. Doch ist diese sehr gallische Auffassung von Humor exportierbar?

Von Stefan Brändle | Frankfurter Rundschau

Kann man, ja muss man sich Angela Merkel bald in zweideutiger Stellung mit Recep Tayyip Erdogan vorstellen? „Warum nicht?“, sagt Gérard Biard, der Chefredakteur von „Charlie Hebdo“. Dem Blattcredo treu verpflichtet, will er „nichts ausschließen“, wenn er am heutigen Donnerstag eine deutschsprachige Ausgabe lanciert. Die Startauflage beträgt 200 000 Exemplare. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Übersetzung der französischen Stammausgabe, die durch die Mohammed-Karikaturen und den Terroranschlag von 2015 in die internationalen Schlagzeilen geraten war. Die Karikatur auf der Titelseite werde für die deutsche Ausgabe allerdings speziell hergestellt, sagt Biard. Zwei weitere Seiten werde man ändern, weil zu stark auf die französische Innenpolitik bezogen. „Einige Zeichnungen“ im Blattinnern werden aus dem gleichen Grund ersetzt.

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Bemerkenswert

Wahl Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

Zum Jahresende gab es noch einige Paukenschläge. Die Synode der EKD beschließt die Abkehr von der Judenmission, was natürlich einige Evangelikale Protestrufe nach sich zieht. In Niedersachsen wird mit viel Geld vom Staat eine Klinik aufgebaut, Betreiber ein evangelischer Konzern, der natürlich nichts besseres weiß, als Abtreibungen zu verhindern. Steuergeld für einen Pfaffenkonzern, der noch meint Frauen entmündigen zu müssen. Das kann nicht sein.
Eine Reihe von Theologen haben das Thema des Atheismus für sich in Anspruch genommen, Richard Dawkins ein kleiner ungläubiger Wicht, Atheismus ist böse aber das Schlechteste noch lange nicht. Noch schlimmer als der Papst schwurbelt sich Heinrich Bedford-Strohm durch die Medien. Ohne Linie, schlüpfrig wie eine Nacktschnecke windet er sich durch die Höhepunkte der Zeit. Die EKD weiter im Abwärtstrend ihrer öffentlichen Wahrnehmung.

Die Wahl ist bis zum 07. Dezember 2016, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Olaf Latzel, „will Juden missionieren, alles andere ist Antisemitismus.
  2.  Agaplesion-Konzern, „Geld stinkt nicht, aber Frauen sind zu bevormunden.“
  3.  Wilhelm Imkamp, „er duldet keine Hedonisten neben sich.“
  4.  Christiane Tietz, „Krampfhafte Selbstsorge, oder asoziales Klugscheißen.“
  5.  Daniel Böcking, „Stellv. Chefredakteur Bild.de mit Mission.“
  6.  Reiner Haseloff, „im atheistischen Sachsen-Anhalt kann Kirche nichts gestalten, es sei denn durch Zwang.“
  7.  Antonino Zichichi, „Kernphysiker mit teleologischer Attitüde.“
  8.  Neals Nowitzki, „Helfersyndrom für Luther-Happening.“
  9.  Tomáš Halí, „mit Aberglauben Aberglauben kritisieren.“
  10.  Rainer Wendt, „polizeilicher Wut-Gewerkschafter.“
  11.  Susan Neiman, „möchte die Bibel philosophisch einbringen.“
  12.  Heinrich Bedford-Strohm, „Kreuz ist unwichtig.“
  13.  Papst Franz, „möchte in Gebärmüttern mitbestimmen.“
  14.  Herfried Münkler, „Bestandteil eines dummen Volkes.“

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„Abscheu vor dem Islam“

„Wir erleben einen weltweiten Siegeszug der Ignoranz“, sagt US-Dramatiker Ayad Akhtar.© Robert Newald

US-Star-Autor Ayad Akhtar über sein Erfolgsstück „Geächtet“ und warum Muslime in Europa unter Druck geraten.

Von Petra Paterno | Wiener Zeitung

„Geächtet“ ist derzeit so etwas wie das Stück der Stunde: Mit beachtlicher Komplexität werden darin während einer eskalierenden Dinner-Party der Islam und der Blick des Westens auf den Islam kritisiert. Die Dialoge sind geschult an Yasmina Reza und Edward Albee: boulevardesk, aber pointiert.

Seit seiner Uraufführung 2012 in Chicago erlebte das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Stück einen beispiellosen Siegeszug: In den USA zählt es zu den meistgespielten Werken, auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen war es bereits zu sehen. Am Samstag, den 26.November, kommt „Geächtet“ nun am Wiener Burgtheater heraus. Während der Endproben sprach die „Wiener Zeitung“ mit dem US-pakistanischen Broadway-Star Ayad Akhtar, 46.

Wiener Zeitung„:In Ihrem Stück „Geächtet“ prallen gängige Vorurteile in einem vermeintlich weltoffenen Milieu aufeinander. Warum amüsieren wir uns über eigentlich überkommene Klischees?

Ayad Akhtar: Das weiß ich auch nicht. Tatsache ist, dass das Publikum in die Handlung eintaucht und am Ende häufig irritiert ist. Das Stück löst die Widersprüche nämlich nicht auf, vielmehr zeigt es Dynamiken, wie ethnische Minderheiten im Westen wahrgenommen werden. Manche Zuschauer sehen danach ihre Vorurteile bestätigt, andere nehmen es zum Anlass, ihre Vorurteile zu überdenken.

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Tanzverbot an Karfreitag in Bayern ist verfassungswidrig

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Da Leben des Brian, Screengrab Youtube/BB
Das Bundesverfassungsgericht kippt die derzeit bestehende Regelung im Freistaat, wonach am Karfreitag generelles Tanz- und Musikverbot herrscht.
 

Süddeutsche.de

Der ausnahmslose Schutz des Karfreitags in Bayern verstößt gegen das Grundgesetz. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss festgestellt. Die Karlsruher Richter gaben damit einer Verfassungsbeschwerde des Bundes für Geistesfreiheit statt.

Die anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft vertritt die Interessen konfessionsloser Menschen und will die strikte Trennung von Kirche und Staat. Um die bayerische Regelung gerichtlich prüfen zu lassen, hatte die Gruppierung am Karfreitag 2007 eine Veranstaltung in einem Münchner Theater organisiert. Die zum Abschluss geplante „Heidenspaß-Party“ wurde – wie abzusehen war – untersagt.

Zu Unrecht, sagt nun das Bundesverfassungsgericht. Zwar darf der Karfreitag als „stiller Tag“ laut Beschluss besonders geschützt werden. Jede Befreiungsmöglichkeit von vorneherein auszuschließen sei aber unverhältnismäßig.

„Charlie Hebdo“ auf Deutsch: Politisch Korrekte, bitte Abstand halt

Bild: AFP. Shit or get off the pot. :D
Bild: AFP.
Am Donnerstag erscheint die erste deutsche Ausgabe der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Die Werbung zeigt Angela Merkel auf dem Klo. Wer auf politische Korrektheit setzt, sollte nicht weiterlesen.

Von Martina Meister | DIE WELT

Angela Merkel muss sich jetzt warm anziehen. „Es tut Politikern immer ganz gut, sich an neuen Dingen zu reiben und zu lernen, was politische Satire ist“, sagt Gérard Biard, Chefredakteur der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Demnächst wird die deutsche Kanzlerin unvollständig bekleidet auf dem Klo zu sehen sein, erwischt bei der Lektüre von „Charlie Hebdo“.

„Wirkt befreiend“ steht auf dem Plakat mit Angela Merkel auf der Toilette, das ab Donnerstag an deutschen Kiosken hängen wird. Es ist Werbung in eigener Sache.

Am 1. Dezember wird das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ zum ersten Mal seine deutschsprachige Ausgabe herausbringen. Mit 200.000 Exemplaren wollen sie an den Start gehen. Allerdings wird sich das Blatt anfangs von dem französischen Original nicht groß unterscheiden. Die meisten Artikel werden schlicht ins Deutsche übersetzt.

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US-Stadt Bloomington benennt Karfreitag um – Frühlingsfeiertag

jesus_schaukelDie US-amerikanische 84.000-Einwohner-Stadt Bloomington (Bundesstaat Indiana) benennt den Karfreitag um. Nach Angaben von Bürgermeister John Hamilton soll der Tag künftig in den städtischen Kalendern als „Frühlingsfeiertag“ bezeichnet werden.

kath.net

Auch den „Kolumbus-Tag“ – er wird am zweiten Montag im Oktober gefeiert und erinnert an die Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus (1451–1506) – gibt es nicht mehr. Er heißt jetzt „Herbstfeiertag“. Bürger hätten, so Hamilton, kritisiert, dass in den Informationen über die Öffnungszeiten des Rathauses auf die beiden Feiertage Bezug genommen wird. Die Umbenennung sei ein Zeichen kultureller Sensibilität gegenüber Nichtchristen und zeige den Einsatz der Stadt für Integration.

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