Archiv der Kategorie: Säkulares

Aufstand gegen Erzbischof: „Wer bist du, um zu urteilen?“

Salvatore Cordileone, Bild: lgbtqnation.com

In San Francisco erließ Erzbischof Salvatore Cordileone eine Richtlinie, um die katholischen Werte an den katholischen Schulen sicherzustellen. Was ein selbstverständlicher Vorgang sein sollte, löste eine ungeahnte Widerstandswelle aus, bei der von außen massiver Druck auf die Katholische Kirche auszuüben versucht wird. Die Kritiker der erzbischöflichen Richtlinie fassen ihre Kritik mit einem päpstlichen Wort zusammen: „Wer bist du, um zu urteilen?“


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

„In dieser Stadt, die dazu beigetragen hat, die Bewegung für die Homo-Rechte ins Leben zu rufen“, hätte man sich so etwas nicht vorstellen können, schrieb die New York Times. Gemeint war die neue von Erzbischof Cordileone erlassene Richtlinie für das katholische Schulwesen. Darin steht, daß in den Schulen des von ihm geleiteten Erzbistums die Lehrkräfte künftig die Grundsätze der katholischen Morallehre zu respektieren und zu vertreten haben. Es sei daher nicht angemessen, wenn vor dem Kruzifix in der Schulklasse den Schülern gesagt werde, daß „homosexuelle Handlungen nicht gegen das Naturrecht verstoßen“ würden. Oder daß künstliche Verhütung nicht „in sich negativ ist“. Oder daß die Stammzellforschung an menschlichen Embryonen einen große Errungenschaft der Wissenschaft sei.

Richtlinien um katholisches Profil an katholischen Schulen zu garantieren

Im Klartext tat Erzbischof Cordileone das, was jedes Unternehmen macht. Es stellt betriebsinterne Spielregeln auf, an die sich die Mitarbeiter zu halten haben. Spielregeln, sprich Grenzen, die schwarz auf weiß festgehalten werden und die kein Mitarbeiter eines Unternehmens übergehen wird, wenn er nicht seine Stelle verlieren möchte. Was allgemein als selbstverständlich akzeptiert wird, auch in den USA, scheint aber für jeden zu gelten außer für die Katholische Kirche. Gegen die erzbischöflichen Richtlinien ist geradezu ein Aufstand im Gange.

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Bill Nye, Ever the Scientist, Admits He Was Wrong About GMOs and a Revised Edition of His Book Will Rectify That

A few months ago, Bill Nye published a book called Undeniable: Evolution and the Science of Creation:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

In it, he mentioned that food containing genetically modified organisms (GMOs) could pose environmental risks:

Genetically engineering food is controversial, as it should be. If you’re asking me, we should stop introducing genes from one species into another, while at the same time taking full advantage of our ability to understand the genome of any organism — plant, animal, or fungus — in order to produce the healthiest, most sustainable food system possible. Here’s why: Although we can know exactly what happens to any organism we modify, we just can’t quite know what will happen to other species in that modified organism’s ecosystem. For me this is a big deal, though some other investigators don’t seem to find it as troubling.

But in a video filmed after his recent appearance on Bill Maher‘s show, Nye explained that he has studied the issue more since writing that chapter. He’s spent time with scientists who are experts in this area. And he admits his fears were nothing to be concerned about:

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Hoffnung: Religion wird in Zukunft wichtiger

Der Religionswissenschaftler Prof. Georg Schmid. Foto: PR

Die Bedeutung von Religion wird in den nächsten Jahrzehnten weltweit zunehmen – allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Diese Einschätzung gibt der Religionswissenschaftler Prof. Georg Schmid (Rüti/Schweiz) im Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW/Berlin).


idea.de

Der Beitrag trägt den Titel „Die Zukunft der Kirchen und Religionen“. Wie Schmid schreibt, wird die Entkirchlichung in Mittel- und Westeuropa weiter fortschreiten. Vor allem die beiden großen Kirchen würden weiter Mitglieder verlieren. Ausnahmen bildeten lediglich einzelne attraktive Freikirchen. „Wahrscheinlich besteht weltweit ein Zusammenhang zwischen wachsendem Wohlstand und abflauender Religiosität“, so Schmid. Der Schwerpunkt des Christentums verschiebe sich immer offenkundiger in die außereuropäische Welt. In den sogenannten Schwellenländern zeige das Christentum vor allem in seinen evangelikal-charismatischen Ausprägungen eine in diesem Ausmaß noch nie dagewesene Anziehungskraft. Etwas überspitzt lasse sich sagen: „Der Westen wird ‚östlicher’ und säkularer, der Osten und der Süden werden christlicher.“ Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen.

“Der Fisch in uns”, 3sat: Unterhaltsame Wissenschaft

Eine Computeranimation: Neil Shubin am Strand mit drei alten Spezies. Wissenschaftler untersuchen die Folgen, die unsere Abstammung von diesen Tieren auf unser Leben hat. Foto: ZDF und Mike Coles; Tangled Bank Studios

Ein US-Wissenschaftler reist um die Welt, um die menschliche Entwicklung zu erkunden. Die digitale Filmtechnik hilft ihm, sie vor der Kamera zu erklären.


Von Daland Segler|Frankfurter Rundschau

Dass wir aus dem Wasser kommen, wissen wir. Aber wie sind wir da bloß herausgekommen? Schon Charles Darwin versuchte, diese Frage zu beantworten, aber der Vater der Evolutionsforschung hatte weder die Kenntnisse noch die Mittel, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Heute, fast 200 Jahre später, stehen den Wissenschaftlern ungleich mehr Forschungsergebnisse und vor allem -Möglichkeiten zur Verfügung. So darf der amerikanische Paläontologe Neil Shubin denn auch um die ganze Welt reisen, um seine Untersuchungen voranzutreiben. Und das demonstriert er in seiner dreiteiligen Dokumentation über die menschliche Entwicklung ausgiebig – und etwas zu sehr ichbezogen: kaum eine Sequenz, in der Shubin sich nicht ins Bild rückt.

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Keine Meinungsfreiheit für Christen?

justiz_grossMeinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Doch dürfen sich auch bekennende Christen auf ihre Meinungsfreiheit berufen? Die Entwicklung in Deutschland lässt Zweifel aufkommen. kath.net-Kommentar

Von Dr. Klaus Michael Alenfelder|kath.net

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Der freie Austausch von Meinungen und Gedanken ist Grundvoraussetzung jedes demokratischen Staates. Daher ist die Meinungsfreiheit in Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes ausdrücklich verankert. Gilt dies auch für bekennende Christen? Die Entwicklung in Deutschland lässt Zweifel aufkommen.

Da wird ein Christ politisch untragbar, weil er sich zum Lebensschutz bekannt hat (Markus Hollemann), gläubige Christen werden als „Fundamentalisten“ diffamiert und in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt, statt sich sachlich mit ihrem Glauben und ihren Ansichten auseinanderzusetzen.

Es entsteht der Eindruck, Meinungsfreiheit und Fairness gelten für bekennende Christen nicht mehr.

Immer häufiger werden Christen angegriffen, die ihren Glauben außerhalb der eigenen vier Wände bekennen. Dabei werden vier Methoden angewandt:

  1. Lächerlich machen, verleumden und mundtot machen
  2. Straftaten und Gewalt
  3. Verlust der Arbeit – Vernichten der finanziellen Grundlagen
  4. Verbannen aus Politik und Öffentlichkeit

Ziel ist es, bekennende Christen aus der Öffentlichkeit zu verjagen und sie in die innere Emigration zu zwingen. Im Einzelnen:

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Facebook: Eine Freundschaftsanfrage vom Islamischen Staat

Facebook Welt 2010

Facebook Welt 2010

Ein paar unbedachte Facebook-Likes, etwas Pech beim Algorithmus – und schon können junge Menschen in die Fänge der Terrororganisation IS geraten. Die automatischen Empfehlungsmaschinen der sozialen Medien vernetzen Nutzer mit Anwerbern des Dschihadismus


Von Cathleen Berger, Lea Gimpel|Cicero

Kurz vor Weihnachten war es soweit: Tunesien, das Land, in dem der Arabische Frühling 2010 begonnen hatte, wählte einen neuen Präsidenten. Was nach den Protesten im Iran 2009 als die nächste Twitterrevolution in den ausländischen Medien hochgejubelt wurde, fand mit der Wahl von Präsident Béji Caïd Essebsi ein gutes Ende. Damit hat Tunesien auch die letzte Stufe der Demokratisierung erfolgreich genommen, lobten Medien hierzulande.

Seitdem haben Proteste wie im Gezi Park in Istanbul oder die Regenschirm-Revolution von Hongkong das Bild der sozialen Medien gestärkt: Sie erscheinen als Treiber von Freiheit und selbstorganisierter Demokratie – auch gegen den Willen der jeweiligen Regierung.

Doch die Rolle der sozialen Medien ist widersprüchlicher denn je. Weder können sie aus sich heraus mehr Demokratie schaffen, wie begeisterte Technikenthusiasten anführen. Noch sind sie ein Spiegelbild unserer realen Welt, wie Unternehmen wie Facebook und Twitter gerne behaupten. Ganz im Gegenteil: Sie sind darauf programmiert, unsere Aufmerksamkeit nach bestimmten Mustern zu steuern. Sie führen ein verdecktes Eigenleben.

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Tagung widmet sich religiösen Atheisten

HP der Sunday Assembly, Screenshot: BB

HP der Sunday Assembly, Screenshot: BB

Religiösen Atheisten widmet sich eine Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar von Freitag, dem 17. bis Sonntag, 19. April 2015. Auch wenn Atheismus keine neue Erscheinung ist, so scheint sich doch ein Trend zu einer „Religion für Atheisten“ abzuzeichnen, wie sie sich gegenwärtig beispielsweise in der Sunday Assembly formiert.


Deutschland Today

Diese in Großbritannien entstandene Bewegung versteht sich als „religionsneutrale Kirche“ ohne Gott und hat nach 18 Monaten bereits über 50 Gemeinden weltweit. Sie ist ein Beispiel für das Bedürfnis nach neuen spirituellen Ausdrucksformen. Daneben lässt sich auch in Kunst, Literatur und Philosophie ein Ringen um zeitgemäße Formen von Spiritualität vor dem Hintergrund einer atheistischen Weltsicht wahrnehmen. Die Tagung will dieses Phänomen mit einem interdisziplinären Zugang beleuchten und einen Überblick über humanistische und atheistische Organisationen geben. Dabei stellt sich auch die Frage nach dem Gottesbegriff und einer Dialogmöglichkeit mit der christlichen Theologie. Anmeldungen bis zum 10. April bei der Evangelischen Akademie Hofgeismar, unter Tel. 05671/8810 und unter http://www.akademie-hofgeismar.de.

Ersetzt die Kirchensteuer durch eine Religionssteuer – Post eines Ahnungslosen

Bild: tilly

Bild: tilly

Unser Kirchensteuermodell war rechtlich schon immer fragwürdig. Zeit, daran etwas zu ändern. Wer einen deutschen Islam will, muss dafür auch deutsches Geld ausgeben.


Von Jochen Bittner|ZEIT ONLINE

Einen Islam, der rein faktisch zu Deutschland gehört, gibt es gratis. Entsprechend armselig ist bloß oft die Qualität der Lehre. Wer es zulässt, dass der saudische oder türkische Staat Imame in Deutschland finanziert, die weder Deutsch sprechen noch kritisch-aufgeklärt denken, darf sich nicht wundern, wenn die Glaubenspraxis vieler Muslime mit einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung weiterhin schwer vereinbar bleibt. Ein anderer Islam, einer, der auch normativ zu Deutschland gehörte, würde eine paar Euros kosten. Aber es wäre eine lohnende Investition.

Wie wichtig der Zusammenhang zwischen Geld und zeitgemäßer Religionsinterpretation ist, zeigt sich am Streit um das neue österreichische Islamgesetz. Es sieht eine Menge Rechte für Muslime vor (die staatliche Beachtung islamischer Feiertage und Speisegebote, Anspruch auf Seelsorge in Krankenhäusern oder beim Militär), aber auch eine Reihe von Pflichten und Einschränkungen. Die einschneidendste von ihnen ist das Verbot für islamische Gemeinschaften, künftig Geld aus dem Ausland anzunehmen. Diese Restriktion hat gute Gründe, wie Ednan Aslan hier vor ein paar Tagen darlegte, der Leiter der Islamischen Religionspädagogik und des Instituts für Islamische Studien an der Universität Wien: “Der in Österreich praktizierte Islam ist ein Islam türkischer, arabischer, pakistanischer oder tschetschenischer Prägung, nicht aber einer, der Elemente der Aufklärung auch nur ansatzweise aufgenommen hätte.”

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Türkei sperrt Internetseite von Atheistenverband

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

“Beleidigung religiöser Werte” als Grund


DIE WELT

Ein Gericht in der Türkei hat den Zugang zur Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes des Landes wegen einer angeblichen “Beleidigung religiöser Werte” sperren lassen. Die Website des Verbandes könne zu einer “Störung der öffentlichen Ordnung” beitragen, argumentierte das Gericht in der Hauptstadt Ankara, wie die Atheisten-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Der Verband nannte die Entscheidung “undemokratisch und illegal”.

Todesstrafe: Schwerstmögliche Strafe in Zahlen

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Während die meisten Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben, halten einige weiterhin daran fest. Darunter befindet sich auch ein Land in Europa


Von Michael Bauer|derStandard.at

Die Todesstrafe als schwerstmögliche Strafe war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in allen Staaten verbreitet. Als erster Staat schaffte San Marino 1848 die Todesstrafe ab, Österreich zog 1950 nach. 58 Staaten exekutieren sie heute noch, 34 Länder haben de jure noch die Todesstrafe, sie wird aber nicht mehr exekutiert. Als einziges europäisches Land führt Weißrussland die Todesstrafe durch, 2014 wurden mindestens 3 Menschen hingerichtet. Als einziges Mitglied der OECD führte die USA Hinrichtungen durch.

Genaue Zahlen zu Hinrichtungen sind schwer zu bekommen. Wissenschaftler und Aktivisten sind hier auf Medienberichte und Angaben von Regierungen angewiesen. Einige Staaten wie China oder Nordkorea behandeln die Todesstrafe als Staatsgeheimnis. So kann, obwohl bekannt ist, dass diese Staaten regelmäßig Menschen hinrichten, keine genaue Zahl ermittelt werden. Aus dem letzten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zur Todesstrafe im Jahr 2013 (Zahlen zum Jahr 2014 werden Anfang April bekannt gegeben) geht hervor: 22 Staaten führten Hinrichtungen durch. In 57 Staaten wurden Menschen zur Todesstrafe verurteilt.

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Necla Kelek: “Religiöse Symbole gehören nicht in den öffentlichen Raum”

Themenbild

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Islamkritikerin Necla Kelek fordert ein generelles Burka-Verbot in Deutschland und tritt für mehr Säkularität ein


Von Kathrin Frank|Rhein-Neckar-Zeitung

Necla Kelek (57) wurde in Istanbul geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Deutschland. Die promovierte Soziologin arbeitet als freie Autorin und war bis 2004 Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.

Sie bezeichnen sich als Muslimin, tragen aber kein Kopftuch. Wie geht das?

Das geht, weil ich muslimisch sozialisiert bin, aber in einem Land, das die Säkularität sehr hoch gehalten hat – die Türkei. Dort waren Politik und Religion getrennt und es war gesetzlich festgeschrieben, dass die Frauen das Recht haben, ohne Kopftuch auf die Straße zugehen. Ich wurde so erzogen, dass Religion im Privaten gelebt und nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Durch meinen Glauben an die Säkularität bin ich überzeugt, kein Kopftuch tragen zu müssen.

Schreibt der Islam überhaupt das Tragen eines Kopftuchs vor?

Der Islam im Zeitkontext des siebten und achten Jahrhunderts schreibt das schon vor. Aber nur, damit die Frau als ehrbare Frau vor den Blicken der Männer und vor Übergriffen geschützt ist. Ich interpretiere das so, dass wir in unserer heutigen Zeit dank der weltlichen Gesetze inzwischen auf das Kopftuch verzichten können. Denn wir haben ja Gesetze, die die Frau schützen. Sie haben die religiösen Gesetze überholt.

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Rätsel des “zu dunklen” Kosmos gelöst

Die Galexie NGC 1275 zeigt, wie kühleres Gas in Filamenten auf das zentrale Schwarze Loch zuströmt – dies reguliert die Sternbildung. © NASA, Jose-Luis Olivares/MIT

Eigentlich müsste das Universum viel heller sein. Denn es enthält so viel Gas, dass daraus viel mehr Sterne entstehen müssten. Warum dies nicht geschieht, haben Astrophysiker jetzt herausgefunden. Demnach sorgen gleich zwei kosmische “Thermostate” dafür, dass das Gas in Galaxien-Clustern entweder zu heiß bleibt oder aber abgesaugt wird, bevor zu viele Sterne entstehen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


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In der Milchstraße werden jedes Jahr nur eine Handvoll neuer Sterne geboren – obwohl Rohmaterial für sehr viel mehr vorhanden wäre. Und auch in anderen Galaxien hätten längst Millionen mehr Sterne entstehen können, das gilt auch für weit entfernte Galaxiencluster. “Die Menge an Treibstoff für die Sternenbildung übertrifft die Mengen der Sterne um das zehnfache, diese Cluster müssten daher viel sternenreicher sein”, erklärt Michael McDonald vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.

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Anthropologie: Urmenschen waren primitiver als gedacht

Chalachew Seyoum with jawbone. Photo: Brian Villmoare Bild: MOTHERBOARD

Zwei Jahrmillionen alte Kieferknochen – der eine gerade erst entdeckt, der andere schon seit 50 Jahren bekannt – liefern neue Einblicke in die menschliche Evolution.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Knochenfunde aus den frühen Tagen der Gattung Homo vor schätzungsweise zweieinhalb bis drei Millionen Jahren sind rar. Der Ursprung der menschlichen Abstammungslinie gibt Forschern daher bis heute noch so manches Rätsel auf. Neue Einblicke in dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte bieten nun drei Studien, die in den Fachmagazinen “Science” und “Nature” erschienen sind.

Die Arbeit von Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und seinen Kollegen wirft dabei zunächst ein neues Licht auf den Homo habilis, der zu den ältesten Vertretern der Gattung Homo zählt. Homo habilis wurde erstmals 1964 beschrieben, als Typusexemplar gilt das Fossil OH 7 bestehend aus Unterkiefer, Teilen der Schädeldecke und Handknochen, die Wissenschaftler in rund 1,8 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten in der Oldvai-Schlucht im Norden Tansanias entdeckten. Der Kiefer ist dabei allerdings so stark verzogen, dass Forschern der Vergleich mit anderen Knochenfunden in den vergangenen Jahrzehnten schwer fiel.

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Legendäres „Gottesteilchen“: Hier beweist Homer Simpson, dass er ein Genie ist

Homer schreibt eine Formel auf die Tafel, die die Masse des Higgs-Bosons vorhersagt. Sie ist fast exakt. Wissenschaftler konnten das legendäre Gottesteilchen erst 14 Jahre später nachweisen. Foto: Verleih

Homer Simpson erscheint in der Kult-Serie als tollpatschiger, aber liebenswerter Trottel. Und gelb. Was er jedoch geleistet hat, könnte die Wissenschaftler, die am Teilchenbeschleuniger CERN in Genf arbeiten, grün werden lassen – vor Neid. Homer hat möglicherweise das legendäre Gottesteilchen entdeckt hat – lange vor den Forschern.


Berliner Kurier

Das sagt Dr. Simon Singh (50), ein britischer Autor und Physiker. Er hatte in Folgen der „Simpsons“ nach versteckten mathematischen Hinweisen gesucht. Bei „The Wizard of Evergreen Terrace“ von 1998 wurde er fündig. Dort versucht Homer, in die Fußstapfen des großen Erfinders Thomas Edison zu treten. Dabei schreibt er eine Formel auf eine Tafel, die die Masse des Higgs-Bosons vorhersagt. „Es ist unglaublich, dass Homer diese Entdeckung macht, 14 Jahre bevor das Gottesteilchen nachgewiesen wird“, sagt Singh.

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Neue Schau im Berliner Dom – “Du sollst dir (k)ein Bild machen”

Bild: rbb,inforadio

Kein neobarocker Prunk mehr im Zentrum des Berliner Doms, sondern glatte Wände und ungewöhnliche Skultpuren. In der gegenwärtigen Ausstellung geht es bis Pfingsten um das Bilderverbot in Religionen und um die Wiederkehr des Phänomens Bildersturms. Die Bandbreite der insgesamt 70 Kunstwerke ist groß.


Von Sigrid Hoff|rbb Kultur

Im Dom, Berlins imposantester Kirche, werden Gottesdienste gefeiert. Orgelmusik erklingt, alles läuft wie gewohnt. Die Tauf- und Traukirche südlich des Hauptraums jedoch bietet einen überraschenden Anblick: Die reich dekorierten Wände sind hinter sechs Meter hohen, grauen Einbauten verschwunden. Gleich gegenüber vom Eingang begrüßt eine lilafarbene Neonskulptur den Besucher: “Du sollst dir kein Bild machen”, das zweite Gebot, steht dort in hebräischer Schrift.

Auf der linken Seite, wo normalerweise der Altar zu sehen ist, zeigt ein kleines Fenster in der dunklen Wand eine aufgeschlagene alte Bibel mit Goldschnitt. Daneben ist ein 30 mal 30 Zentimeter großes Kunstwerk von Luciano Fontana aus dem Jahr 1968 in die Wand eingelassen: ein rosaroter Kunststoff mit einem tiefen Schnitt in der Mitte. Er klafft wie eine Wunde auseinander, aber er weckt auch sexuelle Assoziationen.

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Asyl in Berlin: Flüchtlinge vom Oranienplatz ohne Perspektive

Sie müssen draußen bleiben. Flüchtlinge im August 2014 unter einer Zeltplane auf dem Oranienplatz. – Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Oranienplatz-Flüchtlinge haben keine Aufenthaltserlaubnis, die Stadt bietet keine Zukunft für sie. Die Kirche bietet einigen Obdach – und mahnt politische Lösungen an.


Von Sigrid Kneist|DER TAGESSPIEGEL

Offiziell gibt es Menschen wie Nasir K. und Moussa S. nicht in Berlin. Eigentlich dürfen sie sich hier überhaupt nicht aufhalten. Dennoch leben sie in der Stadt, und sie sind nicht alleine. Es gibt einige Hundert von ihnen.

Nasir K. und Moussa S. sind Flüchtlinge. Bis vor gut einem Jahr lebten die beiden auf dem Kreuzberger Oranienplatz. Sie waren dorthin gekommen in der Hoffnung, in Deutschland, in Berlin eine Zukunft zu finden. Auf dem Oranienplatz wollten sie – so wie jene Menschen in der besetzten Gerhart-Hauptmann- Schule – dafür kämpfen, sich hier ein neues Leben aufbauen zu dürfen.

Der Senat löste im März des vergangenen Jahres das Problem der Besetzung und der damit verbundenen unhaltbaren Zustände mit der Vereinbarung zum Oranienplatz, die Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) ausgehandelt hatte.

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Aufschrei der Fundamentalisten: Alles radikale Christen?

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Als auf den Pegida-Demonstrationen in Dresden immer wieder der Ruf „Lügenpresse!“ erschallte, nahm ich meine Kollegen in Schutz. Natürlich gibt es viel Einseitigkeit, ist doch die „große Mehrheit deutscher Medien grün-rot“ (so eine Focus-Analyse). Aber „Lügenpresse“? Doch inzwischen haben wir Verantwortlichen vom Kongress christlicher Führungskräfte unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Was sich der NDR im Internet und in seiner Fernsehsendung Hamburg Journal leistete, war eine böswillige Verleumdung von Christen.


Von Helmut Matthies|kath.net

Christliche Fundamentalisten?

Da fand vom 26. bis 28. Februar in Hamburg die größte Tagung zum Thema „Werte“ in Europa statt: der 9. Kongress christlicher Führungskräfte unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Hansestadt, Olaf Scholz (SPD). Und wie lautet die Schlagzeile des NDR? „Scholz unterstützt Kongress radikaler Christen.“ Als sich im Internet darüber ein Sturm der Entrüstung erhob, erklärte die Redaktion im Internet: „‚Radikal’ in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Gläubigen zum christlich-fundamentalistischen Spektrum gezählt werden können.“ Damit macht die Redaktion alles noch schlimmer, denn kaum ein Begriff ist durch die islamischen Terrorakte so disqualifiziert wie der, fundamentalistisch zu sein, wird er doch gleichgesetzt mit Gewalt und Fanatismus. Und so etwas sollte Scholz, der grandiose Wahlsieger der Bürgerschaftswahl, unterstützt haben?

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“Der Fisch in uns” – 3sat bietet Evolution für Einsteiger

Neil Shubin, Bild: wikimedia.org

DFB-Pokal und keine Alternativen? Von wegen. Wenn die Großen dem Fußball nur olle Kamellen entgegensetzen, schlägt die Stunde der Kleinsender.


Von Andreas Böhme|WAZ

Die Materie ist komplex, zuweilen gar kompliziert. Zum Glück kennt der Mann, der zum Thema spricht, sich aus. Neil Shubin heißt er, ist Professor für Evolutionsbiologie und Anatomie an der University of Chicago.

Viele Bücher hat er geschrieben, noch mehr Vorträge gehalten und auch Dokus für das Fernsehen gedreht. Drei davon zeigt 3sat Mittwoch und Donnerstag. Die erste heißt “Der Fisch in uns”.

Shubin sucht. Nicht nach Nadeln im Heuhaufen, das wäre zu einfach. Shubin sucht, was die Wissenschaft „Brückentiere“ nennt. Tiere sind das, die von einer Art zur anderen verbinden.

Eine Sisyphusarbeit, denn: „Über 99 Prozent aller biologischen Arten, die jemals gelebt haben, sind ausgestorben“, erzählt der Wissenschaftler, „ nur ein sehr kleiner Teil von ihnen ist in Form von Fossilien erhalten geblieben, und von diesen wird wiederum nur ein sehr kleiner gefunden.“

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Ist Gotteslästerung ein notwendiger Straftatbestand?

life-of-brian

In einem aufgeklärten Staat ist eine Strafnorm zum Schutze bestimmter Weltanschauungen überflüssig und rückständig.


Von Thomas Fischer|ZEIT ONLINE

Bilder

Im Jahr 1982 veröffentlichte der deutsche Dichter und Regisseur Herbert Achternbusch einen Film mit dem Titel: Das Gespenst. Er handelt davon, dass eine am Kreuz befestigte Christus-Figur zu (irdischem) Leben erwacht, vom Kreuz steigt und sich mit einer Nonne (“Oberin”) zusammentut. Der “Herrgott” nennt sich fortan “Ober” und versucht, den Lebensunterhalt für sich und die Oberin als Kellner in bayerischen Wirtshäusern zu verdienen. Einzelheiten seines Leidens an der modernen Welt will ich hier nicht verraten, nur so viel: In einer Szene des Films wird ein Frosch – in ökologisch einwandfreier, nicht tierquälerischer Weise – an ein aus kleinen Ästen gefertigtes Kreuz gebunden, sodass er – sehr, sehr kurz! – die ikonographische Stellung Christus’ einnimmt.

(Verzeihung, Tierfreunde! Es war so! Bitte jetzt keine Kommentare über Frösche und Kreuze! Einige Hunderttausend dieser Geschöpfe werden von Ihnen jährlich auf den Landstraßen zermatscht. Weitere Zehntausende opfern Sie der Wiederansiedlung des Storchs im Feuchtgebiet nahe Ihrem Villenviertel. Vom Sterne-Restaurant will ich hier gar nicht erst sprechen. Begnadigen Sie also, bitte, den Dichter Achternbusch und entsinnen Sie sich des Themas dieser Kolumne!)

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Thomas Fischer ist Bundesrichter in Karlsruhe und schreibt für ZEIT und ZEIT ONLINE über Rechtsfragen. Weitere Artikel seiner Kolumne finden Sie hier – und auf seiner Website.

Anklage will Todesstrafe für Mord an muslimischen Studenten in USA

Craig Hicks, Bild: huffpost.com

Im Fall der Erschießung von drei muslimischen Studenten im US-Bundesstaat North Carolina will die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den Schützen fordern. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Durham habe ein entsprechendes Dokument aufgesetzt, berichtete die in Durham erscheinende Zeitung “Herald-Sun” am Montag. Die örtliche Polizei sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, der Beschuldigte Craig Hicks kooperiere mit den Ermittlern.


DIE WELT