Archiv der Kategorie: Säkulares

Obamas Krieg gegen den Terror: Geheimdokumente belegen Drohnensteuerung über Ramstein

dpa

Die US-Armee steuert einen Teil ihrer Drohnenangriffe von Deutschland aus, das ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Bisher war aber unklar, in welchem Ausmaß die Amerikaner vor allem ihren Stützpunkt in Ramstein in der Pfalz dazu nutzen, tödliche Drohnen in Richtung Afghanistan oder Somalia abzusenden.


Von Lea Kosch|The Huffington Post

Nun sind Geheimdokumente aufgetaucht, die Licht in das Dunkel bringen. Sie belegen erstmals, dass praktisch alle Drohnen-Angriffe der US-Armee vor dort aus abgewickelt werden.

Detaillierte Informationen über Obamas “Krieg gegen den Terror”

Die Dokumente, die dem “Spiegel” und dem Internetportal “The Intercept” vorliegen, veranschaulichen offenbar so detailliert wie nie zuvor, wie Obamas Regierung ihren teilweise völkerrechtswidrigen “Krieg gegen den Terror” organisiert.

“Von Ramstein wird das Signal übermittelt, das den Drohnen befiehlt, was sie tun sollen”, zitiert der “Spiegel” einen Amerikaner, der mit dem geheimen Militärprogramm vertraut sein soll.

Bundesregierung weiß seit Jahren von Ramstein

Schon vor einem Jahr hatte es Berichte gegeben, dass die US-Luftwaffenbasis in Ramstein eine wichtige Rolle bei den umstrittenen Drohnenangriffen spiele. “Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich”, sagte damals der ehemalige Drohnen-Pilot Brandon Bryant NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”.

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Ayaan Hirsi Ali: 5 Thesen für eine islamische Reformation

Ayaan Hirsi Ali ist in ihrem Buch vom Kommen einer baldigen Reformation im Islam überzeugt Foto: The Aspen Institute / Knaus Verlag | CC BY-NC-ND 3.0

Ayaan Hirsi Ali glaubt an eine Reformation im Islam. In ihrem neuen Buch beschreibt sie, wo sich die Religion verändern muss, damit diese im 21. Jahrhundert ankommt.

Von Lydia Ullrich|pro Medienmagazin

„Der Islam befindet sich an einem Scheideweg“, schreibt die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in ihrem neuen Buch. Mit „Reformiert euch! Warum sich der Islam ändern muss“ möchte sie sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime zum Nachdenken bringen und eine öffentliche Debatte über die Zukunft des Islams anstoßen.

Sie weiß, worüber sie schreibt. Hirsi Ali wurde 1969 in Somalia geboren, schloss sich mit 16 Jahren in Kenia der Muslimbruderschaft an und lebte als radikale Muslimin. Dennoch floh sie vor einer arrangierten Ehe in die Niederlande, wo sie Asyl erhielt und später die Staatsbürgerschaft. Dort hörte sie auf, den Islam zu praktizieren und gab ihn schließlich komplett auf.

Während ihres Studiums der Politikwissenschaften lernte sie eine kritische, westliche Denkweise kennen. Um so schockierter stellte Hirsi Ali fest, dass diese kritische Auseinandersetzung offenbar nicht auf das Glaubenssystem des Islams angewendet wird, schreibt sie. Sie hinterfragt die Ansichten von westlichen Liberalen, welche die Probleme der islamischen Welt in wirtschaftlichen und politischen Bereichen sehen, nicht aber in der Religion.

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Pastor entschuldigt sich nach NDR-Film “Die Schwulenheiler”

Schwul-nicht-schwul-470Mit ihrem Einsatz für ihre schwulen Enkel sorgt eine Seniorin für viel Aufmerksamkeit in Internet. Weil sie sich über Aussagen eines Pastors über Homosexualität geärgert hatte, trat sie demonstrativ aus der Kirche aus. Jetzt rudert der Pastor zurück.


evangelisch.de

Pastor Gero Cochlovius aus Hohnhorst bei Hannover hat seine Aussagen in dem NDR-Film “Die Schwulenheiler” bedauert. Mit seinem Statement in der Dokumentation hatte er eine Frau aus einem Nachbarort, Großmutter zweier schwuler Enkel, zum Kirchenaustritt bewegt. “Es war nie meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verurteilen”, sagte Cochlovius einer am Freitag verbreiteten Erklärung des Kirchenvorstandes von Hohnhorst zufolge. “Wo dieser Eindruck dennoch entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung.”

“Charlie Hebdo” war “nur die Spitze des Eisbergs”

Foto: dpa Syriens Präsident Baschar al-Assad hat der schwedischen Zeitung “Expressen” ein sehr ausführliches Interview und Einblicke in seine Politik gegeben

Flüchtlingsstrom, Weg zur Demokratie, Terrorgefahr in Europa: Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat einer schwedischen Zeitung ein ausführliches Interview gegeben – inklusive warnender Worte.


Von Clara Ott|DIE WELT

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat für jüngste Landgewinne militanter Islamisten Hilfe aus dem Ausland verantwortlich gemacht. Sie bekämen “enorme Unterstützung” aus der Türkei, Saudi-Arabien und anderen Ländern im Mittleren Osten, sagte Assad in einem am Freitag veröffentlichten Interview der schwedischen Zeitung “Expressen“.

So zeuge die Eroberung der Stadt Idlib Ende März nicht davon, dass die syrische Armee schwächer geworden sei, behauptete Assad. Die Provinzhauptstadt im Nordwesten des Landes war von Anhängern der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front eingenommen worden.

“Wie gesagt, jeder Krieg untergräbt jede Armee, das ist der natürliche Lauf der Dinge”, sagte er. “Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und das hängt von vielen Kriterien ab, von denen einige mit inländischen, internen und militärischen Kriterien oder Faktoren in Zusammenhang stehen.”

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How Octopuses Move So Weirdly

Octopus vulgaris, the same kind as used in the study. Image: Morton Brekkevold/flickr

With their bulbous, squishy heads and eight super-bendy arms, octopuses are really radical-looking invertebrates. They also have a mouth attached to the centre point of their arms, and a killer underwater crawl. But what lets the octopus move so fluidly, when it’s got no backbone to keep everything together?


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

It’s a question that’s intrigued scientists from the ​Octopus Group at The Hebrew University of Jerusalem. Set on solving the mystery through a frame-by-frame analysis of a video capturing an octopus in motion, they recently​ published their find​ings in the journal Current Biology.

“Octopuses use unique locomotion strategies that are different from those found in other animals,” said Binyamin Hochner of The Hebrew University of Jerusalem in a press statement. He pointed out that this was thanks to an evolution in their soft molluscan bodies, which enabled an “efficient locomotion control” even though they had no “rigid skeleton.”

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Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel “Wir alle sind Deutschland” über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

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US-Amerikaner weiter für Todesstrafe, besonders Christen

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Die Mehrheit der US-Amerikaner steht weiter hinter der Todesstrafe, allerdings mit 56 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Demnach ging die Unterstützung für die Todesstrafe seit 2011 um sechs Prozentpunkte zurück. 1996 betrug der Anteil der Befürworter noch 78 Prozent.


kathweb

Während die Haltung zur Todesstrafe seitens männlicher Befragter seit 2011 praktisch unverändert bei 64 Prozent blieb, sank die Zustimmung unter Frauen von 59 auf 49 Prozent. Überdurchschnittlich großen Rückhalt finden Hinrichtungen bei Protestanten und Katholiken weißer Hautfarbe. Trotz leichter Einbußen finden noch 71 Prozent der Evangelikalen und 66 Prozent von Mitgliedern der protestantischen Hauptkirchen die Tötung von Straftätern in Ordnung. Unter weißen Katholiken stieg die Zustimmung sogar von 61 Prozent im Jahr 2011 auf jetzt 63 Prozent.

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Skurril: Higgs-Daten als Heavy Metal-Song

Teilchenspuren als Gitarren-Riffs: Ein Physiker des CERN hat seine eigene Version der Daten zur Entdeckung des Higgs-Bosons ins Netz gestellt. Er setzte dafür die im Teilchenbeschleuniger registrierten Massenwerte bestimmter Detektorkanäle in Noten um und machte daraus Musik. Wie das klingt, spielt er in diesem Video gemeinsam mit einem Kollegen vor.


scinexx

Die Idee, physikalische Daten und speziell die Detektor-Daten der Higgs-Entdeckung in ‘Musik umzusetzen ist nicht neu: Schon im Oktober 2014 hatten Physiker des CERN auf dieser Basis das Stück LHC Chamber Music komponiert und als Video veröffentlicht. Für dieses diente ein Diagramm aus dem ATLAS-Detektor als Grundlage.

CMS-Diagramme als Gitarren-Melodien

In der Version von Piotr Traczyk von der CMS-Kollaboration am CERN geht es nun allerdings weit weniger klassisch zu. Aber auch er nutzt Daten, die ursprünglich am 4. Juli 2012 bei der Bekanntgabe der Higgs-Entdeckung vorgestellt wurden: Die im Detektor CMS ermittelten Häufigkeiten bestimmter Zerfallsprodukte im sogenannten Gamma-Gamma und 4-Lepton-Kanal. Den einzelnen Werten ordnet er Noten aus der chromatischen Tonleiter zu, leere Stellen ergeben Pausen. “Der Rhythmus und die harmonische Struktur lassen sich so aus den Daten ableiten”, erklärt Traczyk.

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CSU Herrmann: Datenspeicherung hilft gegen Pädophilen-Netzwerke

©Bayrisches Staatsministerium des Innern

«Mit dem Zugriff auf Telekommunikations-verbindungsdaten können wir beispielsweise auch die Hintermänner von Pädophilen-Netzwerken leichter hinter Schloss und Riegel bringen, die sich derzeit noch in der Anonymität des Internets verstecken.»


kath.net

Der Kompromiss zur Vorratsdatenspeicherung wird es den Ermittlungsbehörden nach Ansicht des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) ermöglichen, härter gegen Pädophilen-Netzwerke vorzugehen. Der «Welt» sagte Herrmann am Donnerstag: «Mit dem Zugriff auf Telekommunikationsverbindungsdaten können wir beispielsweise auch die Hintermänner von Pädophilen-Netzwerken leichter hinter Schloss und Riegel bringen, die sich derzeit noch in der Anonymität des Internets verstecken.»

Herrmann sprach von einem «Riesen-Fortschritt für die Sicherheit unserer Bürger». Endlich könne man eklatante Sicherheitsdefizite beseitigen und eine große Lücke im Instrumentarium der Sicherheitsbehörden schließen, «gerade bei der Bekämpfung schwerer Straftaten oder des Terrorismus».

Es geht immer etwas dümmer: “Die Nachrichtendienste müssen gestärkt werden”

Guido Steinberg, Terrorismus- und IS-Experte, von der Stiftung Wissenschaft und Politik (dpa / picture alliance / Karlheinz Schindler)

Dass auch Deutsche an IS-Folterungen beteiligt sind, überrasche nicht, sagte der Politikwissenschaftler Guido Steinberg im DLF. Grundsätzlich gebe es eine zunehmende Radikalisierung Jugendlicher – und einen Sicherheitsapparat, der darauf nicht vorbereitet sei.


Guido Steinberg im Gespräch mit Bettina Klein|Deutschlandfunk

Eine der größten Schwächen der Sicherheitsbehörden sei es, diese Radikalisierungstendenz in der Vergangenheit nicht festgestellt zu haben, sagte der Islamismus- und Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik im Deutschlandfunk. Mindestens 660 junge deutsche Dschihadisten seien in der jüngsten Vergangenheit nach Syrien gegangen, nur bei 60 bis 80 sei dies verhindert worden. Die Sicherheitsbehörden liefen den Ereignissen hinterher und würden erst aktiv, wenn es zu spät sei.

Deshalb spricht sich Steinberg für eine Stärkung der Nachrichtendienste aus. Hier gebe es Handlungsbedarf. Doch die Politik diskutiere stattdessen andere Maßnahmen. So sei die Vorratsdatenspeicherung nur dann sinnvoll, wenn die radikalisierten jungen Männer bereits bekannt seien.

Dass in Deutschland traditionell großes Misstrauen gegenüber Nachrichtendienste herrsche, sei nicht mehr “zeitgemäß angesichts der Bedrohungen – nicht nur der islamistischen”, so der Politikwissenschaftler. Deutschland brauche ein Frühwarnsystem und nicht eine weitere Stärkung der Polizei, wie in der Vergangenheit üblich.

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Muslime sollen Christen aus Flüchtlingsboot geworfen haben

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Dicht gedrängt auf kleinen Booten begeben sich viele Flüchtlinge auf den gefahrvollen Weg von Afrika über das Mittelmeer gen Norden. Doch statt in Solidarität übten sich die Menschen auf einem Schiff nun in Hass. Auslöser soll ein unterschiedlicher Glaube gewesen sein.


evangelisch.de

Die italienische Polizei hat 15 muslimische Migranten festgenommen, weil sie vor der Küste Siziliens zwölf Christen aus einem Flüchtlingsboot über Bord geworfen haben sollen. Wie italienische Medien übereinstimmend berichteten, genehmigte Justizminister Andrea Orlando am Donnerstagabend die Strafverfolgung. Die Tat sei zwar in internationalen Gewässern geschehen, aber nach der Anordnung des Ministers konnten die Verdächtigen im sizilianischen Palermo festgenommen werden. Den Berichten zufolge sollen die Muslime aus religiösem Hass gehandelt haben.

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Assistierter Suizid: „Wer sich umbringen will, der findet auch einen Weg“

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

141 Strafrechtlerinnen und Strafrechtler fordern in einem Aufruf, den assistierten Suizid nicht unter Strafe zu stellen. Das sieht ein geplantes Gesetz vor, das im Herbst vom Bundestag verabschiedet werden könnte. Ein Gespräch mit einem der Initiatoren, Henning Rosenau, Vizepräsident der Universität Augsburg.


Interview mit Henning Rosenau|Cicero

Herr Rosenau, was fordern Sie?
Wir fordern, dass es keine neue Strafnorm gibt, die die Beihilfe zum Suizid unter Strafe stellt. Im Grunde geht es darum, dass man die Entkriminalisierung, die man bei den Fragen ums Lebensende erreicht hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren, nicht wieder rückgängig macht.

Die gesetzlichen Pläne sind aber auch als Schutz vor Missbrauch gedacht. Wie wollen Sie ohne eindeutige Regelungen Missbrauch verhindern?
Es ist ja nicht so, dass es keinen rechtlichen Rahmen gibt. Missbrauch bei der Suizidhilfe liegt dann vor, wenn man jemanden zum Sterben bringt, ohne dass dieser sich wirklich bei klarem Verstand und voller Entscheidungsfreiheit zum Selbstmord entschieden hat. Und das ist heute schon strafbar, das ist eine Tötungsstrafbarkeit, Totschlag in mittelbarer Täterschaft, vielleicht auch Tötung auf Verlangen. Wir haben also schon strafrechtliche Grenzen. Es gibt gar kein Bedürfnis für neue Strafnormen.

Die Frage ist nun, ob ein Mensch überhaupt jemals frei über das eigene Sterben entscheiden kann?
Wer soll das denn sonst für einen tun?, wäre die Gegenfrage. Wenn wir die Selbstbestimmung hoch halten, dann müssen wir auch akzeptieren, dass diese bis zum Lebensende reicht. Sonst würden wir die Autonomie wieder massiv einschränken. Das wäre ein Rückschritt.

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Geist schärfte sich früh: An Steinen

Pfeilspitzen, Bild: horsa122.de

Viel früher als bisher gedacht wurden Werkzeuge hergestellt: vor 3,3 Mio. Jahren. Damit wurden auch die Grundlagen der Sprache gelegt, Experimente zeigen es.


Von Jürgen Langenbach|Die Presse

In einem stimmten Charles Darwin und Friedrich Engels, der in seinem Lesehunger auch die Evolutionstheorie verschlungen hatte, völlig überein: Engels nannte es 1876 bündig den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“; Darwin formulierte 1871 im „Descent of Man“ präziser: „Aus einem Feuerstein auch nur das einfachste Werkzeug zu schlagen, braucht eine perfekte Hand“, und „die Struktur der Hand mag in dieser Hinsicht mit der des Vokalorgans“ verglichen werden; dazu passt dann wieder ein Vermutung Engels': „Beim Herstellen von Werkzeugen hatten sie einander etwas zu sagen.“

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The Earth Has An Eerie Hum, And Now We Know What’s Causing It

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA

Scientists have long known that Earth produces an eerie low-frequency hum that’s inaudible to humans but detectable with seismic instruments. But as for what’s causing this “microseismic” activity, scientists have never been sure.


By Jacqueline Howard|The Huffington Post

Until now.

A new study published online Feb. 10, 2015 in the journal Geophysical Research Letters indicates that the hum is largely due to ocean waves that cause our planet to vibrate subtly — or “ring,” as the researchers put it.

We have made a big step in explaining this,” Dr. Fabrice Ardhuin, a senior research scientist at the National Center for Scientific Research in Brest, France and the study’s lead author, said in a written statement. “Now we know where this ringing comes from and the next question is: what can we do with it.”

Catching the culprit. With the help of computer models of the ocean, winds, and seafloor, the scientists were able to pinpoint the exact kind of ocean waves that cause the hum and how, Live Science reported.

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When to Nuke an Asteroid That’s Heading Toward Earth (and When Not to)

A NASA animation of a gravity tractor. Image: ​NASA

The best way to protect Earth against asteroids is to be prepared. That’s why scientists at the fourth International Academy of Astronautics (IAA) Planetary Defe​nse Conference this week are taking part in a simulated asteroid attack to discuss the best methods to take on incoming asteroids.


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

Methods up for discussion include the gravity tra​ctor and the ion ​beam shepherd, which would both deflect an asteroid out of Earth’s way, as well as the more contentious and high-impact method of nuclear explosives.

“The gravity tractor and the ion beam shepherd are the subtle, slow-moving methods,” co-chairman of the conference Richard Tremayne-Smith told me over the phone. He explained that these were the best methods if you wanted to make adjustments to an asteroid’s flight path, and had a period of around ten to 20 years to do that in.

The gravity tractor is like a spacecraft, which flies next to the asteroid it wants to nudge off course for several months or years. It gradually pulls the asteroid out of the orbit it was in by a slight gravitational pull. The ion beam shepherd generates a beam of quasi neutral plasma from its engine, and uses the momentum of ​impin​ging propellant ions rather than gravity to deflect the asteroid away from Earth.

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Menschenrechtsinstitut: Kirchliche Angestellte vor Gericht benachteiligt

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die besonderen Rechte kirchlicher Arbeitgeber sorgen immer wieder für Streit. Vor Gericht gewinnen zu oft die Kirchen, kritisiert das Deutsche Institut für Menschenrechte. Es fordert eine bessere Abwägung der Gerichte zugunsten der Beschäftigten.


evangelisch.de

Das Deutsche Institut für Menschenrechte kritisiert den Umgang deutscher Gerichte mit Streitfällen, die das kirchliche Arbeitsrecht betreffen. Das Verhältnis zwischen dem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht und den individuellen Menschenrechten der Beschäftigten und Bewerber sollte neu austariert werden, heißt es in einem Positionspapier, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Das Menschenrechtsinstitut beklagt, dass Gerichte in der Vergangenheit dem Selbstbestimmungsrecht der Kirchen in der Regel den Vorrang gegeben haben. Die Rechte der Religionsgemeinschaft und der Betroffenen seien insgesamt besser abzuwägen.

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Bewusstlos geschlagen, Kopftuch heruntergerissen, wie eine Täterin behandelt

Gewalt gegen Frauen (Symbolfoto) © NTLam auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Eine muslimische Studentin wird auf offener Straße vermutlich Opfer eines islamfeindlichen Angriffs: als sie zu sich kommt, liegt sie bewusstlos auf dem Boden, ihr Kopftuch heruntergerissen, ihre Kleider mit Alkohol überschüttet. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, nur nicht nach rechts.


Von Ekrem Şenol|MiGAZIN

Eine Kernempfehlung des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag lautet: Bei Gewaltkriminalität sollen Ermittlungsbehörden genau prüfen, ob die Tat einen rassistischen oder politischen Hintergrund hat. Dies vor allem dann, wenn das Opfer Merkmale aufweist, die in rechten Szenen verhasst sind. Außerdem müssen von Opfern oder Zeugen angegebene Motive von den Ermittlern aufgenommen und berücksichtigt werden.

Dass diese Empfehlung bisher kaum Eingang in die Praxis gefunden hat, zeigt der Fall einer 21-jährigen Maschinenbaustudentin in Kaiserslautern. An einem Montagnachmittag verabschiedet sich Leyla (Name geändert) von ihrer Uni-Freundin und macht sich auf den Heimweg. An den Rest kann sie sich nur noch lückenhaft erinnern.

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Deutlicher Vogelschwund in Fukushima

Rauchschwalben waren um Fukushima einst häufig, heute gibt es sie dort kaum noch © Lip Kee/ CC-by-sa 2.0

Kein Zwitschern mehr: Vier Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima zeigen sich deutliche Folgen in der Vogelwelt der Region. Die Zahl der Singvögel im Sperrgebiet ist stark geschrumpft, einige einst häufige Arten sind fast ganz verschwunden. Der Rückgang ist klar dosisabhängig und hat sich trotz sinkender Radioaktivität in den letzten Jahren sogar noch verstärkt, wie die Forscher im Fachmagazin “Journal of Ornithology” berichten.


scinexx

Atomkatastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima hinterlassen ihre Folgen nicht nur bei den Bewohnern der betroffenen Regionen, auch die Natur verändert sich. Wie vor allem Tiere mit den erhöhten Strahlendosen zurechtkommen, ist bisher nur in Teilen untersucht. So scheinen sich einige Vögel im Sperrgebiet von Tschernobyl inzwischen an die Radioaktivität angepasst zu haben. Ob dies aber grundsätzlich gilt und wie Vogelpopulationen in den ersten Jahren nach einer solchen Verseuchung reagieren, war bisher unklar.

Um das zu ändern, haben Tim Mousseau von der University of South Carolina und seine Kollegen seit dem Atomunglück von Fukushima im April 2011 jedes Jahr im dortigen Sperrgebiet eine Reihe von Vogelzählungen durchgeführt. Zusätzlich analysierten sie Blutproben einiger Vogelarten, um festzustellen, welche physiologischen Folgen die erhöhte Strahlung für die Tiere hatte. Jetzt haben sie ihr erstes Fazit in mehreren Publikationen veröffentlicht.

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