Archiv der Kategorie: Säkulares

Wie digitale Transparenz die Welt verändert

Hauptplatine eines Rechners.

Hauptplatine eines Rechners.

So paradox es klingt: Die Entwicklung des Lebens im urzeitlichen Ozean kann uns einiges über die Zukunft unserer Gesellschaft lehren. Da im Zeitalter der digitalen Vernetzung kein Geheimnis mehr sicher ist, stehen wir an der Schwelle einer Epoche, die das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatleben ganz neu definieren muss.


Von Daniel C. Dennett und Deb Roy|Spektrum.de

Vor rund 543 Millionen Jahren ereignete sich die so genannte kambrische Explosion: eine spektakuläre Häufung biologischer Innovationen. Binnen weniger Millionen Jahre – nach geologischen Maßstäben fast augenblicklich – entwickelten Lebewesen völlig neue Körperformen, neue Organe, neue Strategien für Angriff und Verteidigung. Die Evolutionsbiologen streiten noch über die Ursache dieser erstaunlichen Welle von Neuerungen. Aber eine besonders überzeugende Hypothese des Zoologen Andrew Parker von der University of Oxford besagt, dass Licht der Auslöser war. Parker zufolge wurden damals die seichten Ozeane und die Atmosphäre durch plötzliche chemische Veränderungen viel lichtdurchlässiger. Zu jener Zeit gab es nur in den Meeren tierisches Leben, und sobald Sonnenlicht das Wasser durchdrang, wurde Sehkraft zum entscheidenden Evolutionsvorteil. Zugleich mit der rapiden Entwicklung von Augen entstanden auch entsprechend angepasste Verhaltensformen und weitere körperliche Besonderheiten.

Während zuvor alle Wahrnehmungen nur die nächste Nähe erfassten – durch direkten Kontakt oder durch Gespür für chemische Konzentrationsänderungen oder Druckwellen –, konnten Tiere nun auch entfernte Objekte identifizieren und verfolgen. Raubtiere schwammen gezielt auf ihre Beute zu; diese konnte sehen, dass sich Feinde näherten, und die Flucht ergreifen. Fortbewegung verläuft langsam und unsicher, solange sie nicht von Augen geleitet wird, und Augen sind nutzlos, wenn man sich nicht bewegen kann. Darum entwickelten sich Wahrnehmung und Bewegung parallel. Diese Koevolution war ein Hauptgrund für die Entstehung der heutigen Artenvielfalt.

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Zeche Zollverein schließt schwule und lesbische Jugendliche aus

Luftballons in Herzform steigen lassen? Das könnte andere Besucher stören, befand die Zeche Zollverein. – Foto: picture-alliance/dpa

Die Zeche Zollverein gehört zum Weltkulturerbe und ist stolz auf ihr “vielfältiges” kulturelles Angebot. Doch schwulen und lesbischen Jugendlichen wurde am Tag gegen Homophobie der Zutritt verweigert – andere Besucher könnten sich gestört fühlen.


Von Tilmann Warnecke|DER TAGESSPIEGEL

Die Zeche Zollverein in Essen war einst die größte Steinkohlenzeche der Welt. Heute steht das denkmalgeschützte Ensemble für den Übergang des Ruhrgebiets vom Kohlen- zum Kulturstandort, wurden dort doch nach der Schließung Museen und Messen angesiedelt, finden dort kulturelle Aufführungen wie private Feste statt. Stolz ist man in Essen nicht nur darauf, seit 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe zu gehören, sondern auch, „die größte Eventlocation des Ruhrgebiets“ zu sein, wie es auf der Webseite des Zollvereins steht. „Wo früher die Bergleute und Koker ‚malochten’ und heute viele Menschen neue Ideen, Kunst und Kultur produzieren, spiegelt sich der Wandel einer ganzen Region wieder“, wirbt der Zollverein für sich, und weiter: „Ein hochkarätiges und vielfältiges Angebot erwartet sie!“

Jugendliche wollen Ballons steigen lassen – zu politisch

Mit der Vielfalt scheint es allerdings aufzuhören, wenn lesbische und schwule Jugendliche als Zeichen gegen Homophobie auf dem Gelände Luftballons in Herzform steigen lassen wollen. Genau das plante der Verein „SVLS“, eine LGBT-Beratungsinitiative in Nordrhein-Westfalen, anlässlich des Internationalen Aktionstags gegen Homo- und Transphobie am vergangenen Sonntag. Doch der Zollverein lehnte das Ansinnen zur großen Überraschung von SVLS ab.

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Lieber Fanatiker: Erzieht Religion zum blinden Gehorsam?

Bild: Frankfurter Rundschau

Diese Gefahr ist wohl kaum von der Hand zu weisen, wenn es als vorbildlich gilt, eine grausame Handlung zu begehen, nur weil sie von einer Autorität gefordert wird.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker!

In den heiligen Schriften finden sich viele schlimme Geschichten über blinden Gehorsam. Besonders erschreckend ist die Erzählung von Abraham und Isaak (Ibraim und Ismael), die für Juden, Christen und Muslime eine große Rolle spielt: Gott fordert von Abraham, seinen eigenen Sohn zu opfern. Traurig, aber ohne ein Widerwort, ohne Bitten oder Flehen bricht Abraham auf, um in den Bergen seinen Sohn zu töten und zu verbrennen.

Erst im letzten Moment wird das Schlimmste verhindert: Ein Engel erklärt, dass alles nur ein Test war. Isaak darf weiter leben und statt seiner wird ein Schafbock geopfert. Ob damit wirklich alles wieder gut ist, darf allerdings bezweifelt werden.

Es stellen sich einige unangenehme Fragen: Was ist das für ein Vater, der nicht einmal eine Erklärung verlangt, wenn er ein unschuldiges Kind töten soll? In dem Film von Fatih Akin „Auf der anderen Seite“, erklärt ein Vater, dass er sich lieber Gott selbst zum Feind gemacht hätte, als diesen Befehl auszuführen. Ist diese Haltung nicht ebenso mutig wie sympathisch? Was ist das für ein Gott, der solche Forderungen stellt?

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USA bestätigen Tod von Kindern bei Luftangriff

Foto: dpa US-Kampfjets über dem nördlichen Irak: Bei Angriffen der USA in Syrien kamen im vergangenen November zwei Kinder ums Leben, wie das Pentagon nun einräumte

Die USA haben zugegeben, in Syrien für den Tod von Zivilisten verantwortlich zu sein. Der IS nimmt auch den letzten Grenzübergang zwischen Syrien und Irak ein. Obama bleibt trotzdem optimistisch.


DIE WELT

Bei einem US-Luftangriff auf Extremisten in Syrien sind womöglich zwei Kinder getötet worden. Das geht aus einem am Donnerstag vom Pentagon veröffentlichten Untersuchungsbericht hervor.

Demnach wurden zudem zwei erwachsene Zivilisten bei den Attacken vom 4. und 5. November 2014 verletzt. Das US-Zentralkommando drückte sein Bedauern über die mutmaßlichen Todesfälle auf, betonte aber zugleich, dass bei dem militärischen Vorgehen alle Regeln befolgt worden seien.

Es handelte sich um die erste von vier laufenden Militärermittlungen zu zivilen Opfern durch US-geführte Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und andere Extremistengruppen im Irak und Syrien. Anlass sind Vorwürfe von Menschenrechtlern, wonach weitaus mehr unschuldige Bürger durch die Offensiven ums Leben kamen als bisher bekannt. Gegen den IS im Irak gehen die USA seit August vergangenen Jahres militärisch, seit September auch in Syrien.

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Jod statt Blut

1959 testete die die NASA ihre Raumfahrttechnologie mit Rhesusäffchen Sam. Bild: Nasa

Die Max-Planck-Gesellschaft wirft Tierschutzaktivisten Täuschung vor
Anfang dieses Monats verkündete der Tübinger Neurowissenschaftler Nikos Logothetis, er werde seine Experimente künftig nicht mehr mit Affen, sondern nur noch mit Ratten durchführen.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Vorangegangen war ein Boulevardfernsehbeitrag, dessen Material von einer Tierschutzaktivistengruppe stammte, die ein Mitglied als Tierpfleger getarnt in das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik eingeschleust hatte. Das Material zeigte Bilder von Affenköpfen, die vermeintlich blutverschmiert waren. Tatsächlich handelte es sich der Max-Planck-Gesellschaft zufolge nicht um Blut, sondern um eine Jodtinktur.

Nach der Ausstrahlung der Sendung wurden Forscher des Instituts nicht nur als “Mörder” und “Peiniger” beschimpft, sondern auch mit Drohungen wie “Heute um drei Uhr bist Du tot” eingeschüchtert. Als die Dauerbelastung in ein Herzproblem mündete, entschloss sich der 64-Jährige, den Schutz seiner Gesundheit und seiner Mitarbeiter dem Vorzug vor der Wissenschaft zu geben.

Der Louis-Jeantet-Medizinpreisträger gilt wegen seiner Arbeiten zum Funktionieren von Gedächtnis und Bewusstsein als einer der führenden Neurowissenschaftler der Welt und als Nobelpreiskandidat. Bevor er nach Tübingen geholt wurde, arbeitete er am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Eine besondere wissenschaftliche Leistung war, dass es ihm gelang, Störsignale der Messgeräte auszuschalten und die schwächeren Hirnströme sichtbar zu machen. Da das Hirn von Primaten demjenigen von Menschen deutlich ähnlicher ist als das von Ratten und Mäusen, ließen sich bei seinen Experimenten mit Affen deutlich interessantere Rückschlüsse treffen als bei denen mit Nagern – auch für die Heilung von Krankheiten.

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Biowissenschaftler kritisiert Vorherrschaft der Gender-Studien

Hans Peter Klein, Professor für Didaktik der Biowissenschaften, kritisiert die Vorherrschaft der sogenannten „Gender Studien“. Foto: PR

Scharfe Kritik an einer zunehmenden Vorherrschaft der sogenannten „Gender Studien“ in Schule und Wissenschaft übt der Professor für Didaktik der Biowissenschaften Hans Peter Klein (Frankfurt am Main). Wie er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, haben die Propagandisten des „Gender Mainstreaming“ Fachbereiche an Universitäten und Schulfächer fest im Griff. Wer dagegen aufbegehre, werde als „reaktionär“ abgestempelt; dabei hielten die gender-orientierten Lehrpläne wissenschaftlichen Ansprüchen nicht stand.


idea.de

Die feministisch geprägten Gender Studien lehren, dass die Geschlechterverhältnisse weder naturgegeben, noch unveränderlich, sondern sozial und kulturgeprägt seien. Klein verweist unter anderem auf die Diskussion um den baden-württembergischen Bildungsplanentwurf, der vorsieht, in allen Schulen und Fächern „gendersensibel“ zu unterrichten. Bereits Achtklässler sollten sich Klarheit darüber verschaffen, ob sie wirklich heterosexuell sein wollen. Laut Klein steht die Gender-Lehre aber „im eklatanten Widerspruch zu den Erkenntnissen der Biologie“.

Gender-Erziehungsprogramm ohne demokratische Legitimation

Inzwischen seien an den deutschen Universitäten fast 200 Professuren für Gender-Studien eingerichtet worden. Durch öffentliche Proteste seien ihre Repräsentanten nicht von ihrem Weg abzubringen. Klein: „Sie wollen, dass alle Menschen so denken wie sie, weil sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen, die alle anderen missachten oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.“ Dieses Erziehungsprogramm habe keine demokratische Legitimation: „Es ist erstaunlich wie Minoritäten – offenbar mit politischer Unterstützung – der Mehrheit ihre Vorstellungen mit fast religiösem Eifer diktieren können.“ Sie schafften ein Klima, in dem Andersdenkende durch Verdächtigungen und Anschuldigungen eingeschüchtert und verängstigt würden. Klein: „Wer dagegen aufbegehrt, muss mit der Diffamierung und Diskreditierung der eigenen Person oder der Zensur kritischer Beiträge rechnen.“

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Homophobie-Vorwurf: Wirbel um Westfalenblatt

Im Westfalenblatt riet eine Kolumnistin, Kinder nicht an einer Hochzeit Homosexueller teilnehmen zu lassen. Das hatte Folgen Foto: Amy Walters/Fotolia

Eine Kolumnistin hat am Sonntag im Westfalenblatt dazu geraten, Kinder nicht an der Hochzeit zweier Homosexueller teilnehmen zu lassen. Es folgte ein Shitstorm gegen die Psychologin. Das Westfalenblatt gab heute die Entlassung der Frau bekannt.


pro Medienmagazin

Bernhard, 43 Jahre alt, wandte sich mit der Frage an die Kolumnistin Barnara Eggert, wie er mit der Hochzeit seines Bruders und dessen Lebensgefährten umgehen soll. Bernhards Töchter, sechs und acht Jahre alt, seien als Blumenmädchen eingeladen. Obwohl er seinen Bruder und dessen Partner sehr schätze, halte er eine Ehe für unangemessen. Seinen Kindern habe er zudem beigebracht, die Ehe sei „eine ernste Entscheidung zwischen Mann und Frau“ und er wolle nicht, dass sie sich in ihrem Alter mit dem Thema „sexuelle Orientierung“ befassten.

Die Psychologin Eggert beschäftigt sich in ihrer Kolumne „Guter Rat am Sonntag“, die in der Zeitung „OWL am Sonntag“ erscheint und zum Westfalenblatt gehört, regelmäßig mit Leserfragen. Sie antwortete dem Mann in einer Weise, die viele als Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften empfanden. Es müsse nicht sein, dass sechs- und achtjährige Kinder zu solch einer Hochzeitsfeier eingeladen würden. Sie schrieb: „Ich gebe Ihnen Recht, Ihre Töchter würden durcheinandergebracht und können die Situation Erwachsener nicht richtig einschätzen. Sagen Sie Ihrem Bruder, dass Ihre Kinder an der Feier nicht teilnehmen, weil Sie nicht möchten, dass die Kinder verwirrt werden.“

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This rich Texas jackass murdered a black rhino and now he thinks he’s the fucking saint of conservation

Corey Knowlton – Facebook

Knowlton — the son of Texas oil executive Lary Knowlton (that would be this cartoon of a man here)– is the one who dropped a cool $350,000 at an auction last year so he could kill a rare and endangered black rhino. Why did he want to kill a rhino? Because he’s an asshole like his dad who has enough money to be able to travel around the world and practice the manly art of serial animal killing for fun.


TBOGG|Raw Story

Take a brief perusal of his Facebook photos and you will see Corey showing off a sampling of his kills in his wonderfully appointed trophy room (below) that is a subtle reminder that all of the money in the world — to say nothing of artfully-placed indirect lighting — can’t create the illusion of good taste.

Facebook- Corey Knowlton Tacky Collection

Despite attempts since last year to stop the hunt for the black rhino, the hunt went forward, the rhino was killed, and CNN was there to document it with the kind of breathless spin that most Texas families pay big bucks for when their entitled children make asses of themselves.

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Religiotie: “Christlicher Bildungsnotstand” – Staat soll christliche Bildung vermitteln

Michelangelos “Jüngstes Gericht”. Der Christensoftporno ist auch ohne weitere Kenntnisse zu verstehen. Foto: Michelangelo | gemeinfrei

In Europa gerät eine der wichtigsten kulturellen Quellen in Vergessenheit: das Christentum. Das hat der ehemalige Leiter von Radio Vatican, Eberhard von Gemmingen, erklärt. Wo die Kirchen scheitern, könnte der Staat christliche Bildung vermitteln, schlägt er vor.


pro Medienmagazin

Die Zehn Gebote, die Bergpredigt sowie die Berichte des Alten und Neuen Testamentes sind als „wesentliche Quellen“ der europäischen Kultur in Vergessenheit geraten. Das stellt der Jesuit Eberhard von Gemmingen in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit fest. Dabei habe „der gekreuzigte Mann aus Nazareth durch sein Leben und seine Lehre eine neue Generation von Menschen und eine neue Art des Denkens hervorgebracht“, schreibt er.

Seiner Auffassung nach ist Jesus von Nazareth die „kulturell wichtigste Persönlichkeit der europäischen Geschichte“. „Wir haben einen christlichen Bildungsnotstand“, erklärt er. Europa sei kulturell „keineswegs religionsneutral“, zu seinen Quellen gehörten das Alte und das Neue Testament. Ohne Kenntnisse über das Christentum seien Kulturwerke von Bach, Michelangelo, Dürer und Thomas Mann nicht zu verstehen. Deshalb fordert er vom Staat, „Grundinformationen über das Christentum als Kulturgut zu vermitteln“. Den Kirchen gelinge dies nicht mehr.

Surprise: BP’s Record-Breaking Oil Spill Decimated Dolphins

A dolphin that died off the Louisiana coast in 2012. Image: Louisiana Department of Wildlife and Fisheries

A dolphin that died off the Louisiana coast in 2012. Image: Louisiana Department of Wildlife and Fisheries

Dolphins have been dying off at unprecedented rates in the Gulf of Mexico over the last five years, and a new study helps confirm what researchers suspected: the 2010 Deepwater Horizon oil spill is to blame.


By Kari Paul|MOTHERBOARD

After the 2010 disaster, which was the largest marine-based oil spill in US history, scientists documented the highest number of dead bottlenose dolphin strandings on record in the northern Gulf of Mexico, with more than 1,300 washed ashore as of May 2015.

Scientists have been investigating the unusual mortality event over the last five years to see if it can be tied to the spill. Previous research showed dolphins in heavily affected areas showed signs of adrenal and lung disease, and the most recent study, published today in PLoS One, found exposure to oil was the most significant cause for these diseases and death.

“There is no feasible alternative that could reasonably explain the timing, location, and nature of the increase in deaths,” Dr. Stephanie Venn-Watson, veterinary epidemiologist at the National Marine Mammal Foundation and the study’s lead author, said of the oil spill.

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13 Teraelektronenvolt: LHC – Teilchenbeschleuniger schafft Weltrekord

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN

Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN

13 Teraelektronenvolt – noch nie sind bei einem Experiment Teilchen mit solcher Wucht aufeinandergeprallt wie jetzt am Europäischen Kernforschungszentrum Cern.


SpON

Sechs Wochen nach dem Neustart prallen im größten Teilchenbeschleuniger der Welt Protonen mit bislang unerreichter Energie aufeinander. In der Nacht zum Donnerstag erreichte der Large Hadron Collider (LHC) in Genf den Rekordwert von 13 Teraelektronenvolt (TeV) – nahezu doppelt so viel wie bisher.

Allerdings handelte es sich zunächst um Testkollisionen und noch nicht um Experimente zur Suche nach unbekannten Elementarteilchen, wie das Europäische Kernforschungszentrum (Cern) am Donnerstag mitteilte.

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‘Die Schwulen-AG unserer Partei war mehr oder minder ein Pädo-Bereich’

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Pädophilie-Skandal bei Bündnis 90/Die Grünen: Als Täter sind bisher nur Männer bekannt, als Opfer nur Jungs.


kath.net

Pädophilie-Skandal bei Bündnis 90/Die Grünen: Mehreren Mediendarstellungen zufolge waren die Täter und die Opfer männlichen Geschlechts. Thomas Birk, Abgeordneter der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und selbst im Schwulenbereich aktiv, stellte nach Veröffentlichung des Berichtes der Grünen am Mittwoch wörtlich fest: „Die Schwulen-AG unserer Partei war bis 1993 mehr oder minder ein Pädo-Bereich“. Der Politologe Stephan Klecha, einer der Herausgeber des Walterberichtes, erklärte gegenüber dem „Focus“: Die Personen, von denen hier die Rede sei, seien im Bereich „Schwule“ der Alternativen Liste tätig gewesen. Der „Tagesspiegel“ berichtete, dass Daniel Wesener, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, „von einem gewissen ‚Opportunismus‘ der Schwulen gegenüber den Pädophilen gesprochen habe. Kritisch gegenüber den Pädophilen war innerparteilich nur eine Kreuzberger Frauengruppe, die von ‚einvernehmlicher Sexualität‘ zwischen Erwachsenen und Kindern nichts wissen wollte.“

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»Wir kritisieren den christlichen Glauben, das Judentum und den Islam«

Rainer Ponitka ist Sprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) Foto: Doris Ponitka

Am Freitag beginnt in Köln die »Atheistische Convention« unter dem Titel »Give Peace A Chance – Säkularisierung und globale Konflikte«. Wie begründen Sie, dass aus Ihrer Sicht tatsächlicher Friede nur in säkularen Staatsordnungen möglich ist?


Von Gitta Düperthal|jW

Wir vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) finden es entscheidend, die Ausrichtung einer Gesellschaft und ihre Ethik unter allen Beteiligten auszuhandeln. Es kann nicht sein, dass dies eine Religion bestimmt. Beim Ausbruch von gewalttätigen Konflikten und Kriegen wirkt jede Religion wie Öl im Feuer – denn sie alle gehen jeweils davon aus, den einzig wahren Glauben zu vertreten und sich zum Moralwächter über andere aufspielen zu können. Aus säkularer Sicht ist Friede in einer Gesellschaft nur zu wahren, wenn Religion und Glaube rein private Angelegenheiten sind.

Gibt es Belege dafür, dass Staaten unter religiösem Einfluss eher Kriege entfachen als andere?

Unsere Referentin aus Bosnien und Herzegowina, die Juristin Nada Peratovi?, wird bei der Konferenz den Wandel Kroatiens erläutern: Von einer Republik des ehemals sozialistischen Jugoslawien, in der Religion nicht staatlich unterstützt wurde, zu einer Region, in der Katholiken das Sagen haben. Wer seit den 90er Jahren dem Normativ des Katholizismus nicht entsprach, hatte es dort nicht leicht. Es folgte der Krieg.

Neuerlich erheben dort atheistische, wissenschaftliche Bewegungen ihre Stimme. Sie haben die Nötigung durch die Kirche satt; ihnen missfällt, dass sie sich überall einmischt. Peratovi? ist Repräsentantin der Atheist Alliance International (AAI) im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) und Mitbegründerin des »Zentrum für Zivilcourage« in Zürich.

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Laute Linzer Kirchenglocken: Kläger lehnt Kompromiss ab

Symbolbild / Bild: APA/RUBRA

Der Prozess um die Glockenschläge des Linzer Mariendoms geht weiter. Dem Anrainer, der die Diözese verklagt hat, ist der im Februar geschlossene Kompromiss zu wenig.


Die Presse

Der Prozess um die nächtlichen Glockenschläge des Linzer Mariendoms geht nun doch weiter. Einem Anrainer, dem das Läuten zu laut war und der deswegen das Gericht angerufen hatte, ist ein Ende Februar geschlossener Kompromiss zu wenig. Er strebt ein Abschalten aller Glocken in der Nacht und dazu eine Entscheidung im Namen der Republik an, wie sein Anwalt Mittwochnachmittag bekannt gab.

Der außergerichtlich vereinbarte Kompromiss zwischen Kläger und Dompfarre sah vor, dass in einer dreimonatigen “Versuchsphase” die Uhr weiter läuten solle, jedoch von 23 bis 5 Uhr ohne den sogenannten Stundennachschlag. Es habe sich aber gezeigt, dass die Glocken in der Nacht immer noch zu laut seien und die Nachtruhe stören, begründet der Kläger die von ihm gewünschte Fortsetzung des Prozesses.

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Wieso nehmen Flüchtlinge eigentlich nicht das Flugzeug?

Die First Class Reihen der Lufthansa © Angelo DeSantis @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Reise über das Mittelmeer ist für Flüchtlinge lang, teuer und lebensgefährlich. Dennoch gehen tausende Menschen das Risiko ein und begeben sich in die Hände von Schleppern. Wieso eigentlich?


Von Birol Kocaman|MiGAZIN

“Wieso soll ich mir den langen, teuren und lebensgefährlichen Weg auf einem überfüllten Boot über das Mittelmeer denn antun”, denkt sich Ahmad und fährt zum Flughafen. Lieber kauft sich der gebürtige Iraker ein Ticket für 400 Euro und steigt bequem in ein Flugzeug, anstatt den Schleppern 1.000 Euro zu zahlen. In Berlin angekommen, kann er dann in aller Ruhe einen Asylantrag stellen. Schließlich gilt europaweit die Genfer Flüchtlingskonvention. Darin haben sich alle EU-Staaten verpflicht, jedem Verfolgten Schutz zu gewähren.

Soweit die Vorstellung von Ahmad, die nur in der Theorie funktioniert. Die Praxis sieht ganz anders aus. Wieso sonst würden sich so viele Flüchtlinge in die Hände von Schleppern geben und dafür auch noch horrende Summen zahlen?

Die Antwort steht in der Richtlinie 2001/51/EG. Danach dürfen Fluggesellschaften haftbar gemacht werden, wenn sie Person ohne Visum in die EU befördern. Formal richtet sich die Richtlinie gegen die “illegale” Einwanderung, praktisch trifft sie aber in aller erster Linie Menschen wie Ahmad, die so gut wie keine Chance auf ein Visum haben.

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Rat der Religionen: Verhärtete Fronten

Das jüdische Gemeindezentrum in der Westendstraße. Foto: Christoph Boeckheler

Die Jüdische Gemeinde bleibt dem Rat der Religionen weiter fern. Sie hatte das Gremium im vergangenen Sommer nach scharfer Kritik von zwei Ratsmitgliedern an Israel verlassen. Die Stadt will im Konflikt vermitteln.


Von Hanning Voigts|Frankfurter Rundschau

Im Streit zwischen dem Frankfurter Rat der Religionen und der Jüdischen Gemeinde wird eine Lösung immer unwahrscheinlicher. Leo Latasch, Sozialdezernent der Gemeinde, sagte der Frankfurter Rundschau am Dienstag, er sehe auch nach einem erneuten Briefwechsel keine Grundlage für eine weitere Mitarbeit in dem Gremium, dem Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften angehören.

Anfang Juni werde sich der Vorstand der Jüdischen Gemeinde treffen und das Thema noch einmal besprechen, so Latasch. Dass die Entscheidung der Gemeinde, den Rat der Religionen zu verlassen, zurückgenommen werde, glaube er aber nicht.

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Rörig zu Pädophilie-Skandal: Schlussstrich kann es nicht geben

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Missbrauchsbeauftragter nach Bericht der Berliner Grünen: Es sei unerklärlich, wie in einer Arbeitsgruppe einer Partei rechtskräftig verurteilte Pädosexuelle über Jahre ihr Unwesen hätten treiben können.


kath.net

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat nach dem Bericht der Berliner Grünen über Pädophilie-Vorfälle auch die Bundespartei dazu aufgefordert, sich mit den Vorfällen auseinanderzusetzen. «Einen Schlussstrich kann es derzeit nicht geben», sagte Rörig der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag).

Dass die Berliner Grünen «diesen schonungslosen und ungeschminkten Bericht» vorlegten und keinen Deckel auf die Aufarbeitung machten, müsse gewürdigt werden, sagte Rörig. «Die Einsetzung einer Kommission zur Aufarbeitung ist ein wichtiger Schritt. Natürlich stellt sich die Frage, warum nicht früher», so der Missbrauchsbeauftragte. Jetzt gehe es darum, inhaltliche Fragen weiter zu klären, aber auch Opfer anzuhören und Leid anzuerkennen. Dies sei ein wichtiger nächster Schritt im Aufarbeitungsprozess.

Älteste Steinwerkzeuge der Menschheit entdeckt

Eines der 3,3 Millionee Jahre alten Steinwerkzeuge – auf den ersten Blick ein ganz normaler Stein. © MPK-WTAP

Überraschender Fund: Am Turkanasee in Kenia haben Forscher die bisher ältesten menschengemachten Steinwerkzeuge entdeckt: Sie sind rund 3,3 Millionen Jahre alt – und entstanden damit schon vor Auftreten des Homo habilis, der bisher als der erste Werkzeugmacher galt. Wer allerdings diese primitiven Faustkeile schuf, ist bisher ein Rätsel, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Bisher galt der Homo habilis, der “geschickte Mensch”, als der erste Werkzeugmacher unter unseren Vorfahren. Denn die bisher ältesten Steinklingen und Faustkeile stammen aus der Zeit vor rund 2,3 bis 2,6 Millionen Jahren und wurden zusammen mit Homo habilis Fossilien in der Olduvai-Schlucht in Tansania gefunden. Frühere Vormenschen, so glaubte man, hätten noch nicht die erforderliche mentale Kapazität und Auge-Hand-Koordination besessen, um gezielt verschiedenen Werkzeuge herzustellen.

Zufallsfund beim Umweg

“Man ging davon aus, dass nur unsere direkten Vorfahren den kognitiven Sprung machten und lernten, Steine so gegeneinander zu schlagen, dass scharfe Klingen entstanden”, erklären Sonia Harmand von der Stony Brook University in New York und ihre Kollegen. “Dies galt als das Fundament für unseren evolutionären Erfolg.” Andererseits aber erforderten die Olduwan-Werkzeuge bereits ziemlich viel Übung und Geschick – ein Indiz dafür, dass sie vielleicht doch nicht die ersten Versuche unserer Vorfahren mit dieser Technologie darstellen.

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Neuauflage der Pädophiliedebatte bei den Grünen

Die Grünen Logo

Dabei fühlt man sich eher an kirchliche Tribunale erinnert, bei denen Prüfung von Argumenten keine Rolle spielen.


Von Peter Nowak|TELEPOLIS

“Elternkongress – Was brauchen Familien in Berlin?” Das sind die Themen die aktuell den Landesverband der Grünen umtreiben. Doch es gab auch eine Zeit, als die Grünen noch jung waren und Familien als repressive Verlängerungen der Staatsmacht galten. Damals ging es um die Befreiung der Sexualität und manche wollten dabei möglichst alle Altersgrenzen aufheben. Damit müssen sich die Grünen zurzeit wieder beschäftigten.

Heute wurde in Berlin ein Bericht vorgestellt, den Franz Walter vom Göttinger Institut für Demokratie verfasst hat. Der Tagesspiegel gab in einem Vorabbericht den Ton vor:

In der Alternativen Liste, der Vorläuferorganisation des Berliner Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen, hat es massiven sexuellen Missbrauch von Kindern gegeben. Das ist das Fazit eines Berichts, den die Landesvorsitzenden Bettina Jarasch und Daniel Wesener am Mittwoch vorstellen wollen.

“Bis zu 1000 Opfer” sexueller Gewalt bringt der Tagesspiegel ins Gespräch.

Auch bei Neuauflage der Debatte wenig Differenzierung

Wenige Stunden nach dem Erscheinen des Artikels schrieb der Grüne Landesverband Berlin in einer Richtigstellung:

Diese Angabe im Tagesspiegel findet sich weder im Bericht wieder noch entspricht sie dem Kenntnisstand der Kommission. Die Zahl wurde bei einer Veranstaltung der Böll-Stiftung am 26. März zur Aufarbeitung auf Bundesebene von einem Berliner Kommissionsmitglied genannt, war aber eine spekulative Aussage über mögliche Opfer, die es damals in Berlin und im Umfeld der Grünen gab. Bereits am 27. März haben wir dies gemeinsam mit dem Kommissionsmitglied richtiggestellt.

Nun war die Zuspitzung in dem Tagesspiegel-Bericht sicher kein Zufall. Einer der Autoren ist der Journalist Christian Füller, der in den letzten Jahren mit Artikeln hervorgetreten ist, in denen er sich vehement gegen Versuche wandte, die Entkriminalisierung von Sexualität bei Jugendlichen und Kindern als eine politisch umstrittene, aber diskutierbare Forderung anzunehmen, bei der es Pro- und Contraargumente gibt.

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YouTube darf Mohammed-Film wieder zeigen

Bild: youtube

Bild: youtube

Nach der Urheberrechtsklage einer Schauspielerin durfte das islamkritische Video „Innocence of Muslims“ nicht mehr auf der Videoplattform YouTube gezeigt werden. Jetzt erlaubte ein Berufungsgericht die Ausstrahlung erneut.


pro Medienmagazin

Das Video sorgte 2012 für weltweiten Aufruhr: der islamkritische Clip „Innocence of Muslims“ (Unschuld der Muslime). Er zeigt Mohammed als Frauenheld und als Mörder. YouTube darf nach einer Gerichtsentscheidung am Montag das Video wieder zeigen, meldet die New York Times.Die Videoplattform sei fälschlicherweise dazu bewegt worden, den Spot von der Seite zu nehmen.

Nachdem die mitwirkendene Schauspielerin Cindy Lee Garcia zunächst eine einstweilige Verfügung beantragt hatte, ordnete ein US-Gericht an, das Mohammed-Video zu löschen. Nach erster Ablehnung eines Bezirksgerichts, wurde dem Antrag in Berufung stattgegeben. Garcia habe urheberrechtliche Ansprüche und YouTube müsste die Inhalte mit ihren Auftritten löschen.

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