Das furchtbare Schicksal der IS-Kindersklaven

Sie wurden entführt, verkauft und als menschliche Schutzschilde benutzt: Nach der Befreiung der IS-Hochburg Rakka sind einige Kindersklaven der Terrormiliz endlich in Freiheit. So auch der elfjährige Marwan.

DIE WELT

Der Islamische Staat mag im Irak und in Syrien an Territorium und Einfluss verlieren – doch der von der Terrormiliz betriebene Menschenhandel floriert. Schätzungsweise 3000 Menschen sind noch in der Gewalt der Islamisten, wie der US-Fernsehsender CNN berichtet. Darunter vor allem Frauen, die als Sexsklavinnen benutzt werden, und Kinder, die als menschliche Schutzschilde an der Front herhalten müssen.

Bei der Befreiung der IS-Hochburg Rakka konnten nun einige hauptsächlich jesidische Kinder befreit werden, die jetzt zu ihren Familien zurückkehren.

Unter ihnen auch der elfjährige Marwan. Er war acht, als IS-Terroristen ihn im Zuge eines Massakers an Jesidenfamilien in seinem Dorf mitnahmen. Der jesidische Junge wurde von Ort zu Ort geschleppt und insgesamt elfmal weiterverkauft.

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Current Lord Balfour says Israel failing to live up to 1917 declaration

Lord Arthur Balfour and the Balfour Declaration (Wikimedia commons)
Stipulation against prejudicing rights of non-Jewish population not being honored, says Roderick Balfour, great-great-nephew of foreign secretary behind landmark statement

By Stuart Winer | The Times of Israel

Lord Roderick Balfour, a descendant of the UK foreign secretary who penned the 1917 Balfour Deceleration endorsing the establishment of Jewish state, said that Israel, by mistreating Palestinians, is failing to honor the terms of the document.

Balfour, who has visited Israel several times in his capacity as a banker, spoke to the UK Daily Telegraph newspaper about his ancestor Lord Arthur Balfour’s proclamation, which he described as “a great humanitarian gesture.” Next month marks the centenary of the original document and will be marked by events in Israel and the UK.

Palestinians, though, have roundly condemned the document as a major milestone in their eventual dispossession with the creation of the Jewish state, and have planned protests around the anniversary.

In a rare statement on the document published Sunday, Balfour said he was worried that Israel was not living up to a stipulation to protect the rights of the Palestinians living in Mandate-era Palestine.

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SUNDAY ASSEMBLY: Es ist eine Art Kirche – nur eben ohne Gott

„Warum sollte man den Kirchen das Monopol auf geselliges Treffen oder eine Andacht überlassen?“ Birgit Magiera und Michael Wladarsch sind die Initiatoren der Sunday Assembly in München Quelle: Hans-Rudolf Schulz/Hans-Rudolf Schulz
Sunday Assemblys laufen ab wie ein Gottesdienst, lassen aber den Glauben weg. Jetzt gibt es die sonntäglichen Treffen auch in München. Doch was bewegt konfessionslose Menschen dazu, freiwillig eine Art Gottesdienst nachzuspielen?

Von Ruth van Doornik | DIE WELT

Ein selbst gemaltes Schild an der Tür weist den Weg nach unten. Wer an diesem Sonntagmorgen zur Münchner „Sunday Assembly“, der Sonntagsversammlung, will, muss in den Keller. „Imagine there’s no heaven/ It’s easy if you try/ No hell below us/ Above us only sky“, schallt es die Treppe hoch.

John Lennons Song über eine Gesellschaft ohne Religionen ist eine Art Hymne der weltweiten Treffen geworden, bei denen Atheisten, Agnostiker und Humanisten zusammenkommen, um die Vorteile von Gemeinschaft zu spüren – und die wichtigen Fragen des Lebens zu stellen. Ohne Dogmen, ohne religiösen Überbau. Der persönliche Glaube? Spielt keine Rolle. Es ist eine Art Kirche – nur eben ohne Gott.

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Sexismus: Es fühlte sich an, als würden wir uns auf einen Krieg vorbereiten

#Metoo: Ein Hastag geht um die Welt.FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA
Was Weinsteins Sexualdelikte und Cheblis Empörung miteinander zu tun haben

Von Anna Sauerbrey | DER TAGESSPIEGEL

#metoo: Als ich zwölf war, fragte mich ein Lehrer, ob „das“ echt sei oder ob ich meinen BH ausstopfen würde. Als ich 14 war, ging ein Mann in einem Gang zwischen zwei Regalen bei Karstadt auf mich zu und griff mit beiden Händen nach meinen Brüsten. Als ich 21 war, legte ein mir fremder Mann, der im Bus neben mir saß, mir die Hand aufs Knie und ließ sie langsam nach oben wandern. Mit 36, allein auf dem Rückweg ins Hotel durch abendleere Straßen in einer amerikanischen Großstadt, folgten mir zwei betrunkene junge Typen und brüllten Eindeutiges.

Cheblis Empörung hat es mit Weinsteins Sexualdelikten zu tun: Sexismus ist immer auf unsere Körper gerichtet

In den vergangenen Wochen haben Tausende Frauen als Reaktion auf Enthüllungen über eine Vielzahl sexueller Delikte des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein unter dem Twitter-Schlagwort #metoo ihre Erlebnisse mit sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen auf Twitter dokumentiert. Wie es immer ist bei Debatten über Sexismus, wurde schnell auch Kritik laut: Männer würden an den Pranger gestellt. Die Aktion würde nichts bringen. Und: Minder schwere Fälle würden unzulässig vermengt mit den schweren Sexualstraftaten Weinsteins, der über Jahrzehnte Frauen sexuell genötigt und laut Aussagen mehrerer Frauen im Magazin „The New Yorker“ auch vergewaltigt haben soll. Hat es etwas miteinander zu tun, wenn ein älterer Mann der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli bei einer Veranstaltung sagt, eine so junge und schöne Frau habe er nicht erwartet – und wenn ein mächtiger Mann in Hollywood über Jahrzehnte Sexualverbrechen begeht? Ich glaube ja.

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Selbst ist die Schöpfung

„Desmonema annasethe“. Die Tentakel hatten Haeckel an die Haare seiner Frau erinnert. Ernst Haeckel. Scan: Ragesoss. Cleanup: Ilmari Karonen. – Kunstformen der Natur (1904), plate 8: Discomedusae. PD

Ernst Haeckel machte Biologie zur Zeichenkunst: Jetzt leuchten seine Discoquallen so prächtig wie nie

Von Michael Pilz | DIE WELT

Ernst Haeckel hatte recht. In seiner Serie „Kunstformen der Natur“, die zwischen 1899 und 1904 erschienen, schrieb er zu seinen Bildern: „Die Natur erzeugt in ihrem Schoße eine unerschöpfliche Fülle von wunderbaren Gestalten, durch deren Schönheit und Mannigfaltigkeit alle vom Menschen geschaffenen Kunstformen weitaus übertroffen werden.“ Haeckel warb im Morgengrauen der Moderne für den Teil der Schöpfung, den die Aufklärung vom Menschlichen getrennt hatte. Wenn er die Staatsquallen wie Rokoko-Koketten zeichnete, die Kalkschwämme wie Kathedralen und die Strahlentierchen wie Skulpturen von vollkommener Symmetrie, verschwanden alle Dualismen. Aus Natur wurde Kultur. Geist und Materie wurden eins.

Alles war eins bei Haeckel, auch Leben und Werk: An seinem 30. Geburtstag im Jahr 1864, als ihm die bedeutsame Cothenius-Medaille für seine wissenschaftlichen Verdienste angeheftet wurde, starb seine Frau Anna Sethe. Es war wohl der Blinddarm, jenes rätselhafte evolutionäre Erbe. Haeckel, der die Lehren Darwins volkstümlich ins Deutsche übersetzt und auf den Menschen ausgeweitet hatte, fuhr in seiner Trauer nach Italien. In einem Gezeitentümpel stieß er auf eine noch unentdeckte Scheibenqualle. Er nannte sie Desmonema annasethe, zeichnete ihre Tentakel wie das goldene Haar seiner verstorbenen Frau und kleidete sie in türkisfarbene Rüschen.

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Menschenrechtsgericht untersucht Fall von Deniz Yücel

Für die Pressefreiheit. In Berlin engagieren sich Menschen für die in der Türkei inhaftierten Journalisten.FOTO: IMAGO/CHRISTIAN MANG
In Straßburg fallen in Kürze Urteile über die in der Türkei inhaftierten Journalisten. Ankara wäre verpflichtet, sich den Entscheidungen zu beugen.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Auf die türkische Regierung kommt eine Grundsatzentscheidung in ihrem Verhältnis zur Meinungsfreiheit und zu den europäischen Institutionen zu. In den kommenden Wochen werden Urteile des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofes zur Inhaftierung von Journalisten in der Türkei erwartet. Sollten die Europa-Richter die Freilassung der Inhaftierten – darunter des deutsch-türkischen Korrespondenten Deniz Yücel – anordnen, stellt sich die Frage, ob die Türkei die Urteile auch umsetzt. Die anstehenden Gerichtsurteile sind damit nicht nur für die betroffenen Journalisten wichtig. Sie könnten Aufschluss über den Einfluss europäischer Normen auf die Türkei und auf den künftigen Kurs des Landes in Europafragen geben.

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Die gefährlichen Konfliktlinien im Windschatten des Anti-IS-Kampfs

Im irakischen Kirkuk hält ein Vertreter der irakischen Regierung (wahrscheinlich ein iranischer Milizionär) grinsend die kurdische Fahne nach unten – als Zeichen des Sieges gegen den Peschmerga Quelle: REUTERS
Die Zerschlagung des IS in Syrien und im Irak hat den Frieden in der Region nicht näher gebracht. In Syrien und Irak brechen andere Konflikte aus. Besonders ein Land ist Zielscheibe.

Von Richard Herzinger | DIE WELT

In Syrien und im Irak scheint die Horrormiliz IS militärisch weitgehend besiegt. Und vor allem infolge der massiven Militärintervention Russlands und eines gnadenlosen Kriegs gegen die eigene Bevölkerung steht nun fest, dass das mörderische Regime Baschar al-Assads in Damaskus an der Macht bleibt, kontrolliert es doch weitgehend unangefochten wieder weite Teile Syriens.

Vom Frieden, schon gar von einem gerechten, ist die Region aber nach wie vor weit entfernt. Denn die Fixierung auf den Kampf gegen das monströse „Kalifat“ des IS und auf die falsche Alternative „Assad oder die Dschihadisten“ hat verdeckt, welche vielfältigen und verwirrenden Konfliktlinien sich im Verlauf vor allem des syrischen Krieges aufgebaut haben.

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Was Bayern im Innersten zusammenhält

Mehr Bayern geht nicht, oder doch? Männer und Frauen beim historischen Sankt Coloman Ritt Schloss Neuschwanstein bei Schwangau. (Foto: dpa)
Die Tradition vielleicht? Der Katholizismus? Oder doch die CSU? BR-Intendant Ulrich Wilhelm hat eine ganz andere Antwort.

Von Katja Auer | Süddeutsche.de

Was dieses Land im Innersten zusammenhält, das ist zurzeit eine vielgestellte Frage, seit Spaltung attestiert wurde spätestens am Wahlabend. Die einen schauen noch paralysiert auf das Wahlergebnis der AfD und fordern Rechtsrucke, während die anderen vorschlagen, islamische Feiertage einzuführen. In Bayern schien das Verbindende immer so schön eindeutig zu sein, da bedurfte das Mia-san-mia nicht einmal einer Definition und schon gar keiner Leitkultur. Jetzt allerdings, seit die AfD auch in traditionell katholisch-konservativen Gegenden bis zu 30 Prozent der Stimmen erreichte, fragt sich mancher, ob die immer noch mia san.

Doch was ist es nun, das Identitätsstiftende? Die Landschaft natürlich, die Berge und die Seen, die Weinberge und Flüsse, die einfach schöner sind als anderswo. Der Katholizismus bestimmt, die Klöster und Kirchen, der bayerische Papst, die Volksfrömmigkeit, die immer noch Leonhardi-Ritte hervorbringt und Kräuterbüschel und Kerwa-Tänze. Die Wittelsbacher vielleicht, deren Märchenkönig Ludwig ein paar prachtvolle Schlösser hinterlassen hat und die leise Träumerei vom Königreich. Oder wenigstens die CSU, die in einer Art monarchistischen Tradition die Regierungsgeschäfte fortführt und bisher zwar ab und zu dafür abgewatscht, aber doch – ebenso dafür – zuverlässig wiedergewählt wurde.

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JUDENHASS IN FRANKREICH: Die Täter machen es wie die Nazis

Am 20. März 2012 herrschten an der Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse Trauer und Fassungslosigkeit. An diesem Tag wurden die Leichen von drei Schülerinnen und eines Lehrers überführt, die der Islamist Mohamed Merah mit Kopfschüssen ermordet hatte. Ihre letzte Ruhe fanden die Opfer in Israel. In Frankreich scheint das vergessen. ©AFP
Verbrechen an Juden werden totgeschwiegen – und in der Banlieue grassiert der islamische Antisemitismus: Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter klagt Frankreichs Medien und Politik an.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Eine 65 Jahre alte Frau wurde gefoltert, aus dem Fenster geworfen, der Täter wusste, dass sie Jüdin war und schrie, er wolle sein Volk rächen.“ Eine Stunde hatte der Mörder Sarah Halimi gequält, es geschah im April dieses Jahres in Paris: „Zwei Monate lang wurde nur in den jüdischen Medien darüber berichtet. In den Zeitungen gab es keine Recherchen und keine Reportagen, niemand hat die Nachbarn befragt, welche die Rufe ‚Allahu Akbar‘ gehört hatten.“

So beschreibt Elisabeth Badinter das barbarische Verbrechen, das Schweigen der Medien wie der Politiker darüber haben sie gleichermaßen erschüttert. Die Philosophin und Feministen, deren Bücher „Die Mutterliebe“ und „Ich bin Du“ weltweit Bestseller waren, hat im Nachrichtenmagazin „L’Express“ einen Aufruf zum Kampf gegen den Antisemitismus in Frankreich veröffentlicht. „Das Attentat im jüdischen Supermarkt ‚Hyper Cacher‘“, ergänzt sie im Gespräch mit dieser Zeitung, das 2015 im Zusammenhang mit dem Attentat auf „Charlie Hebdo“ verübt wurde, „ist im Begriff, aus der kollektiven Erinnerung zu verschwinden.“

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Wenn man nicht weiß was Atheismus ist

Wo kommt der menschliche Geist her? Das fragen sich viele Atheisten insgeheim. Denkanstöße von C. S. Lewis und anderen.

kath.net

Auch Atheisten zweifeln. Das stellt der amerikanische Autor Eric Metaxas in einem Beitrag für die „Christian Post“ klar. Der Zweifel sei keine Sache jener, die an Gott glauben, betont er mit Verweis auf eine neue Umfrage der Newman University.

Sie ergab, dass einer von fünf britischen Atheisten und über ein Drittel der kanadischen Atheisten folgende These bejahen: „Evolutionäre Prozesse können nicht die Existenz des menschlichen Bewusstseins erklären.“

Ein ähnliches Ergebnis ergab die Befragung von Menschen, die sich zwar nicht als Atheisten bezeichnen, jedoch auch mit keiner Glaubensgruppe identifizieren: Rund ein Drittel der Befragten in Großbritannien und in Kanada stimmte der Aussage zu, dass die Evolution nicht die Existenz des menschlichen Geistes erklären könne.

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Seyran Ates fordert, dass Mädchen in Kitas kein Kopftuch tragen

Themenbild
Gründerin der liberalen Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee warnt, dass ein kritischer Punkt erreicht sei, wenn inzwischen selbst Kinder in Kitas und Grundschulen Kopftücher trügen.

kath.net

Seyran Ates, Gründerin und Imamin der liberalen Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee warnt, dass ein kritischer Punkt erreicht sei, wenn inzwischen selbst Kinder in Kitas und Grundschulen Kopftücher trügen. Sie erklärte, dass Kleidung kein Bestandteil der fünf Säulen des Islams sei. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Ates hatte sich vergangene Woche bei einer Veranstaltung in Münster geäußert. Sie warnte dort auch vor einer zunehmenden Islamisierung der Gesellschaft sowie einer Gefährdung der Grundgesetzforderung nach Gleichheit von Mann und Frau.

Uni Hamburg veröffentlicht Verhaltenskodex für Religionsausübung

Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Ein Burka-Verbot hat die Universität Hamburg nicht beschlossen, jedoch einen Verhaltenskodex herausgegeben. Danach sind rituelle Fußwaschungen in sanitären Anlagen ebenso verboten wie hörbare Gebete in Bibliotheken.

MiGAZIN

An der Universität Hamburg wird es auch künftig kein allgemeines Burka-Verbot geben. Der neue Verhaltenskodex zur Religionsausübung untersage eine Vollverschleierung aber, wenn es den Wissenschaftsbetrieb beeinträchtigt, sagte Präsident Dieter Lenzen am Mittwoch bei der Vorstellung des Kodex‚. Dazu zählten unter anderem Prüfungen, Labor-Praktika und medizinische Untersuchungen. Die Universität Hamburg sei bundesweit die erste, die mit Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen ein Zehn-Punkte-Papier zur Religionsausübung erarbeitet habe.

Diskriminierung von Frauen aus religiösen Gründen will die Universität nicht dulden. So ist eine Trennung nach Geschlechtern im „Raum der Stille“ nicht erlaubt. Dies gelte unabhängig davon, so Lenzen, ob die Frauen dies selbst wünschen oder nicht. Wer aus religiösen Gründen ein Zeugnis nicht aus den Händen einer Frau entgegen nehmen will, müsse auf das Zeugnis verzichten. Fußwaschungen in sanitären Anlagen oder hörbare Gebete in Bibliotheken, wie es vereinzelt praktiziert worden sein soll, sollen ebenfalls unterbleiben.

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EVOLUTIONSBIOLOGIE: Begehren Frauen von Natur aus alte reiche Männer?

WAS ICH KRITISIERE, SIND KONSTRUKTE VON GLEICHHEIT, WO SIE SCHLICHT NICHT EXISTIERT. […] DIE MENSCHHEIT IST JEDENFALLS WUNDERBAR DIVERS, WIE DIE GANZE NATUR.
DR. AXEL MEYER,Professor f. Evolutionsbiologie an der Uni Konstanz
Quelle: Getty Images/Digital Vision Vectors/JakeOlimb
Frauen können schlecht einparken, Männer sind wenig emphatisch – von Natur aus. Stimmt das? Ein Evolutionsbiologe behauptet nun, dass gewisse geschlechtsspezifische Veranlagungen genetisch bedingt seien.

Von Charlotte Simons | DIE WELT

Frauen haben keinen Orientierungssinn und Männer fragen nicht nach dem Weg. Männer können nicht zuhören, Frauen sagen immer das Gegenteil von dem, was sie meinen. Einparken lässt man besser die Männer und wenn es um Gefühle geht, dann überlässt man lieber Frauen das Steuer. Frauen suchen sich starke, reiche Männer, die wiederum suchen sich junge, schöne Frauen.

Wer jetzt noch nicht die Augen verdreht, der ist wahrscheinlich noch nicht häufig genug mit den gängigen Klischees konfrontiert worden. Oder hat sie bereits als Wahrheit akzeptiert? Zugegeben, in manchen dieser Aussagen finden wir uns vielleicht wieder. Oder wir können zumindest darüber lachen.

Aber nehmen wir dann diese Vorurteile an, weil sie tatsächlich zutreffen – oder treffen sie manchmal zu, weil wir daran glauben? Und in den Fällen, in denen sie zutreffen, handelt es sich dabei um angeborene Verhaltensweisen?

Provokanter formuliert: Wenn ich als junge Frau auf einen alten Porschefahrer stehe, ist das dann meiner biologischen Komposition als weibliches Lebewesen geschuldet?

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“We admit that we are like apes, but we seldom realize that we are apes.”

Richard Dawkins – A Devil’s Chaplain: Reflections on Hope, Lies, Science, and Love

 

Franz Rosenzweig und Martin Luther: „Jüdische Schizophrenie im Umgang mit Luther“

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Martin Luthers Judenhass war vor 100 Jahren durchaus bekannt. Dennoch verehrten ihn viele Juden – besonders liberale wie Franz Rosenzweig. Der jüdische Bibelübersetzer verehrte den Kollegen wegen seiner Sprachgewalt. Konnten oder wollten Juden die Ambivalenz des Reformators nicht sehen?

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

Erstaunlich! Martin Luther war nicht nur die zentrale Figur im deutschen Protestantismus, sondern wurde auch im Judentum des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hoch verehrt. Der Reformator wurde von vielen Juden als Lichtgestalt wahrgenommen, weiß der jüdische Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik.

„Weil für das deutsche Judentum, zumal das deutsche liberale Judentum, Martin Luther ein Vorkämpfer der Geistesfreiheit und des Geistes der Schrift und nicht so sehr der aus ihr erwachsenen Praxis gewesen ist.“

Martin Luther habe mit seiner Bibel dem deutschen Volk eine gemeinsame Sprache geschenkt und damit die Befreiung von der römisch-katholischen Bevormundung eingeläutet. Vor allem liberale Juden betrachteten in ihrer Auseinandersetzung mit der jüdischen Orthodoxie die Protestanten damit als natürliche Verbündete, weil diese einen ähnlichen Kampf gegen die römisch-katholische Kirche führten. Eine distanziertere Auseinandersetzung mit Martin Luther blieb meist aus – vor allem unter liberalen Juden in Deutschland.

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Religion ist nicht das Leben selbst

Das moderne Christentum hat den Kampfmodus im Religiösen aufgegeben. Der Islam aber will eine umfassende Anleitung zur Lebensführung mit Anspruch auf unbedingte Wahrheit sein. Ein unlösbarer Konflikt.

Von Konrad Adam | Neue Zürcher Zeitung

Seit mehr als zweihundert Jahren gehört die Glaubens- und Gewissensfreiheit zum ehernen Bestand der europäischen Verfassungstexte. Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die im August des Jahres 1789 von der französischen Konstituante verabschiedet wurde, sagt nicht nur den Franzosen, sondern allen Menschen das Recht zu, ihre religiösen Ansichten offen zu bekennen, solange sie damit nicht gegen die gesetzlich festgelegte Ordnung verstossen. Alle europäischen Verfassungen stehen in dieser Tradition. Religion ist Gewissenssache, und weil das Gewissen den Kern der Persönlichkeit ausmacht, geniesst die Glaubens- und Gewissensfreiheit höchsten Schutz. Wenn unklar wird, wie weit dieser Schutz reicht, wem er zusteht (und vor allem: wem nicht), gerät nicht nur der Glaube, sondern auch die Verfassung ins Rutschen.

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„Sinn des Lebens“

„Also, nun kommt der Sinn des Lebens. Nun, es ist wirklich nichts besonderes. Versuch einfach, nett zu den Leuten zu sein, vermeide fettes Essen, lese ab und zu ein gutes Buch, lass Dich mal besuchen und versuch mit allen Rassen und Nationen in Frieden und Harmonie zu leben.“ Monty Python, Der Sinn des Lebens

Föderation des Determinismus

Was ist Sinn?
I. Da gibt es die einen, die sagen, Sinn ist immer Zweck. Es geht um die Erfüllung eines Ziels, möglichst global, übergeordnet.

Die Frage erscheint Atheisten schon etwas absurd. Welchen Zweck soll ein bestimmter Mensch haben? Aus wessen Sicht? Denn unter „Zweckrichtung“ ist doch letztendlich immer eine von außen kommende Verzweckung gemeint. Das Kind dient den Eltern zu deren Selbstverwirklichung ihres Lebenskonzepts. Der Christ dient der Gottheit zum Spielen in dessen Sandkiste und der Hund dient dem Herrn bei der Bewachung des Hofes.

Wenn ein Mensch sich als selbstbestimmtes Wesen versteht, wie könnte er eine von außen kommende Verzweckung je innerlich akzeptieren? Wohl könnte er es, aber er ein selbstbestimmter Mensch müsste sich dafür entscheiden. Also hinge ein solcher Sinn doch wieder vom Menschen ab.

Und letztendlich geht es bei der Sinngebung doch auch darum, dass ein übergeordneter Sinn einen untergeordneten schlägt. Wie im Kartenspiel, die zehn schlägt die neun: Wenn die Christen den Sinn ihres Lebens von einer Gottheit abhängig machen, dann auch deshalb, weil ihnen die Vorstellung anhaftet, dass das Leben in einem sinnlosen Universum, die globale Sinnlosigkeit, nicht gut sei, nicht schön sei – genau das haben sie dann aber, denn die vorgestellte Gottheit lebt doch selbst gottlos in einem sinnlosen Universum. Diese Vorstellung ist also völlig undurchdacht.

Für uns Atheisten lautet die Antwort: Einen von oben nach unten von einer abgeleiteten Sinn kann es rein logisch gar nicht geben – dann brauchen wir ihn aber auch nicht.

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Konkurrenz für den Konsulatsunterricht

Lernen nach Ankara-Methode. Den Konsularunterricht dürfen nur regimetreue Lehrer geben.FOTO: IMAGO
Jetzt geht plötzlich alles ganz schnell: An den ersten Berliner Schulen sollen Türkisch-AGs starten. Lehrer dafür wurden gefunden.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Konsulatsunterricht an den Grundschulen bekommt Konkurrenz: Die Bildungsverwaltung hat genug Türkischlehrer gefunden, um mit eigenen Angeboten zu starten. Ab Februar soll es nach Tagesspiegel-Informationen die ersten Arbeitsgemeinschaften geben. Die Zeit drängt vor allem in Mitte, wo der Konsulatsunterricht durch Mietforderungen zum Erliegen kam. Andere Bezirke wollen zwar keine Miete, suchen aber ebenfalls Alternativen, um den Einfluss der Lehrer aus der Türkei einzudämmen. Die Bildungsverwaltung bestätigte am Montag auf Anfrage, dass die AGs im zweiten Schulhalbjahr starten könnten.

Die Kultusminister entschieden – nichts

Von der Kultusministerkonferenz (KMK) ist aktuell keine Unterstützung zu erwarten: Zwar warf sie die Frage auf, inwieweit die Grundlage des Konsulatsunterrichts, nämlich die EU-Richtlinie zu Wanderarbeitern von 1977, „noch zeitgemäß“ sei. Die Kultusminister konnten sich am Donnerstag aber nicht auf sofortige Schritte einigen.

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Bodo Ramelow – „Sie melden: ‚Ich bin ein Gegner der Abtreibung‘“

Bodo Ramelow, Bild: FB

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) schreibt an KATH.NET – kath.net hatte zuvor berichtet, dass er sich gemäß „Südwestpresse“ als evangelischer Christ gegen Sahra Wagenknechts Abtreibungsaussage gewandt hatte

kath.net

kath.net hatte anhand einer Darstellung der „Südwestpresse“ (siehe Link) davon berichtet, was der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) bei einer Veranstaltung in Blaubeuren (Baden-Württemberg) zur Abtreibungsfrage gesagt sowie dass er sich – wörtlich belegt als Zitat in der „Südwestpresse“ – als „Gegner der Abtreibung“ bezeichnet habe. Daraufhin erhielt kath.net einen Brief des Ministerpräsidenten, in welchem er seine Position präzisierte.

Sie melden auf Ihrer Internetseite heute unter der Überschrift „Linken-Politiker Ramelow: „Zitat: Ich bin ein Gegner der Abtreibung.“ Im Text heißt es dann, ich würde der Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion Die Linke, Sahra Wagenknecht, empfehlen, in einen innerfamiliären Diskurs mit ihrem katholischen Ehemann Oskar Lafontaine zu treten. Ihre Meldung legt den Lesern nahe, dass ich diese Sätze wörtlich so formuliert hätte. Dieser Eindruck ist falsch und unzutreffend.

Auf der Veranstaltung wurde ich gefragt, ob es neben mir weitere Christen in der Partei Die Linke gibt. Ich antwortete u.a., dass Oskar Lafontaine Mitglied der Katholischen Kirche sei und darüber hinaus eine große Anzahl Christinnen und Christen in der Partei Die Linke aktiv sind. Gefragt wurde ich auf der Veranstaltung zudem nach meiner Meinung zu der Forderung von Sahra Wagenknecht, dass der § 218 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden sollte. Ich antwortete, dass ich diese Forderung teile. Der Fragesteller unterstellte dann, dass Sahra Wagenknecht damit die Legalisierung von Mord verlangen würde, denn, so der Fragesteller, damit sei wohl auch das Töten selbst eines neun Monate alten Kindes im Mutterbauch gemeint. Meine Antwort war, dass ich nicht glauben würde, dass Sahra Wagenknecht so etwas befürworten würde und dass solche Entscheidungen höchst schwierige Entscheidungen zwischen Mutter und Arzt seien und ich der strikten Auffassung sei, dass weder das Strafgesetzbuch noch Strafrichter die richtigen Begleiter und Entscheider in solch schwierigen Fragen seien. Ich habe allerdings aus meiner persönlichen Überzeugung als Christ keinen Hehl gemacht, dass ich Abtreibung nicht befürworte und als Mittel der Geburtenkontrolle ablehne.

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20. Hannah-Arendt-Tage werden eröffnet: „Wir müssen auf Neustart gehen“

Bild: heise.de
Die digitale Überwachung der Bürger mache sie berechenbar, vorhersehbar, manipulierbar, meint die Essayistin Yvonne Hofstetter. Zur Eröffnung der Hannah-Arendt-Tage fordert sie, bürgerliche Freiheiten gleich zusammen mit der Technik zu denken.

Von Andreas Wilkens | heise.de

Am heutigen Dienstagabend werden um 19 Uhr in der Galerie Herrenhausen in Hannover die 20. Hannah-Arendt-Tage eröffnet. In ihrem Eröffnungsvortrag will die Juristin und Essayistin Yvonne Hofstetter der Frage nachgehen: „Wissen – Macht – Meinung: Wie demokratisch wird das digitale Jahrhundert?“ Die Eröffnungsveranstaltung wird im Livestream übertragen.

„Viele glauben, Digitalisierung mache frei: durch schrankenlosen Zugriff auf Konsumgüter und globales Wissen“, erläutert Hofstetter. Aber: Die digitale Überwachung der Bürger mache sie berechenbar, vorhersehbar, manipulierbar. Filter-Algorithmen unterdrückten Minderheitsmeinungen. Der algorithmische Sozial-TÜV der sozialen Medien führe zu technologischem Rassismus und Vorverteilung.

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Protest gegen „Judensau“ in Wittenberg

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Kurz vor den Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg wollen Persönlichkeiten aus Kirche und jüdischer Gemeinschaft gegen die umstrittene „Judensau“ an der Stadtkirche der Lutherstadt protestieren.

evangelisch.de

Die Initiatoren sehen in dem Relief eine „anhaltende Schmähung jüdischer Menschen und des Judentums“, wie aus ihrem Kundgebungsaufruf für den 28. Oktober hervorgeht, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Sie fordern, dass das Relief, im Original oder als Duplikat direkt neben der Kirche in einem „neugestalteten Kontext“ präsentiert wird, um zum Nachdenken anzuregen und eine Absage an Antisemitismus zu formulieren.

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