Philosophie-Professor: «Warum sollte sich die Minderheit der Mehrheit fügen?»

Politphilosoph Georg Kohler im Lichthof der Universität Zürich. © LAB
Georg Kohler (71) über die Türkei, knappe Entscheidungen und rote Linien der Demokratie. Der Nahostkenner erklärt, warum auch grosse Minderheiten ein Interesse daran haben, sich der Mehrheit zu fügen.

Von Pascal Ritter | Aargauer Zeitung

Herr Kohler, der türkische Präsident Erdogan gewann das Referendum. Steht die Türkei vor einer Diktatur?

So einfach ist es nicht. In der Türkei sehen wir im Moment eine Mischung aus Machtergreifung und demokratischem Prozess. Es passiert etwas Ähnliches wie in Deutschland nach 1933. Erdogans Machtapparat ist zwar demokratisch legitimiert, nutzt aber seine Macht, um die demokratischen Institutionen zu knebeln oder gar zu zerstören. Erdogan ist aber kein Hitler, eher ein Putin.

Kann man mit demokratischen Mitteln die Demokratie abschaffen?

«Demokratie» ist ein mehrdeutiger Begriff. Demokratie, die den Namen verdient, ist niemals auf das Mehrheitsprinzip zu reduzieren. Denn zu ihr gehören notwendigerweise Institutionen der Machtbegrenzung, der Gewaltenteilung und der kategorischen Grundrechte, das heisst des Minderheitenschutzes. In einer richtigen Demokratie gibt es daher rote Linien, die den Absturz in die Diktatur verhindern.

weiterlesen

Gott und das Gesetz: Ex-Verfassungsrichter Landau: Wie weit darf christlicher Einfluss gehen?

Herbert Landau, ehemaliger Richter am Bundesverfassunggericht und Leiter der Untersuchungskommission „Al Bakr“, im Gespräch mit Pfarrer Moritz Mittag (rechts) und Moderator Philipp Heinz (links). Bild: Hans Nietner
Umgangssprachlich redet man eher gering schätzend über „Gott und die Welt“: Der Phrase wird sich in der Regel bedient, wenn über dies und das gesprochen wird, es aber im Grunde kein bestimmtes Thema gibt. Ganz anders verhält es sich bei der langjährigen Vortragsreihe „Über Gott und die Welt“ der evangelischen Emmausgemeinde, die regelmäßig relevante Themen behandelt und dafür kompetente Referenten gewinnen kann.

kreisblatt.de

Jetzt konnten die knapp 80 Gäste des Gemeindezentrum Emmaus Einblicke in das Thema „Gottesbezug in der Verfassung und säkularer Staat“ gewinnen. Eine Thematik mit aktuellem Bezug, steht doch eine Überarbeitung der Hessischen Verfassung momentan zur Debatte. Für das nötige „Know how“ sorgte Redner Herbert Landau.

weiterlesen

Die Top 10 der merkwürdigsten Dinge, die Menschen glauben

Bild: Pixabay.com
Michael Shermers „Hitliste“ abstruser Vorstellungen, die weit verbreitet sind. Im ersten Teil Platz 6 bis 10.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Seit der Veröffentlichung meines Buches „Warum Menschen merkwürdige Sachen glauben“ (1997) wurde ich gefragt, was in meiner Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert professionellen Skeptizismusses die abstrusesten Dinge seien, die Menschen glauben. Ich dachte, es wäre lustig und instruktiv eine Top 10 Liste zusammenzustellen. Natürlich sind die Kriterien, was „merkwürdig” ist zwangsläufig subjektiv, aber im Allgemeinen spreche ich über Dinge, die von den meisten Experten als unwahr abgetan werden, die aber dennoch in unserem kollektiven kulturellen Bewusstsein Fuß fassen konnten. Außerdem ziehe ich die allgemeinen Auswirkungen der Behauptungen auf die Gesellschaft in Betracht. Die Überzeugung, dass die Erde flach oder hohl ist, mag merkwürdig sein, aber es ist nichts über das die Allgemeinheit großartig nachdenkt. Im Gegensatz dazu scheinen die folgenden zehn Hirngespinste die Gedanken der Menschen nahezu anzuziehen.

#10. URALTE AUSSERIRDISCHE

Die Überzeugung, dass Außerirdische seit Jahrtausenden die Erde besuchen, wurde zur Massenbewegung, als Erich von Däniken 1968 sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ veröffentlichte, das ein internationaler Bestseller wurde. Verlage lieben solche Goldesel und Verkäufe im zweistelligen Millionenbereich sorgten für zahlreiche Folgebücher, wie „Aussaat und Kosmos“, „Die Götter waren Astronauten“ und natürlich, gerade rechtzeitig zur Weltuntergangs Hysterie vom 21. Dezember 2012, „Götterdämmerung – Die Rückkehr der Außerirdischen“. Auf diese Rückkehr warten die Erdlinge noch heute.

Das jüngste Ventil für den Glauben, das antike Völker nicht in der Lage gewesen sein können, solche unglaublichen Leistungen wie das pyramidenförmige Aufeinanderstellen von zugeschnittenen Steinen zu vollbringen, ist der History Channel, oder genauer H2, dem bezeichnenderweise der Sauerstoff (O) des Originals fehlt. Dessen Serie „Ancient Aliens – Unerklärliche Phänomene“ präsentiert vom blauäuigen, volltourpierten Weltverbesserer Giorgio Tsoukalos, dessen Leitthema sich am besten in einem Poster mit seinem trotteligen Gesichtsausdruck und dem Ausspruch wiederfindet: „Ich sage nicht, dass es Außerirdische sind… aber es sind Außerirdische.”

Der Grund, dass es dieses Thema in die Top Ten geschafft hat, ist dessen Allgegenwart (77% der Amerikaner glauben, dass es Zeichen dafür gibt, dass Aliens zu irgendeiner Zeit die Erde besucht haben) und die Exemplarität für den logischen Trugschluss, den man als argumentum ad ignorantiam, bzw. Argument aus Unwissenheit kennt. Die unlogische Argumentation geht wie folgt: Wenn es keine zufriedenstellende irdische Erklärung für die ägyptischen Pyramiden oder beliebige andere antike Landmarken – wie die Nazca Linien Perus oder die Statuen der Osterinseln – gibt, so muss die extraterrestrische Theorie, dass sie von fremden Wesen geschaffen wurden, wahr sein.

weiterlesen

Die Top 10 der merkwürdigsten Dinge, die Menschen glauben#

Bild: Pixabay.com
Michael Shermers „Hitliste“ abstruser Vorstellungen, die weit verbreitet sind. Im zweiten Teil Platz 1 bis 5.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Seit der Veröffentlichung meines Buches „Warum Menschen merkwürdige Sachen glauben“ (1997) wurde ich gefragt, was in meiner Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert professionellen Skeptizismusses die abstrusesten Dinge seien, die Menschen glauben. Ich dachte, es wäre lustig und instruktiv eine Top 10 Liste zusammenzustellen. Natürlich sind die Kriterien, was „merkwürdig” ist zwangsläufig subjektiv, aber im Allgemeinen spreche ich über Dinge, die von den meisten Experten als unwahr abgetan werden, die aber dennoch in unserem kollektiven kulturellen Bewusstsein Fuß fassen konnten. Außerdem ziehe ich die allgemeinen Auswirkungen der Behauptungen auf die Gesellschaft in Betracht. Die Überzeugung, dass die Erde flach oder hohl ist, mag merkwürdig sein, aber es ist nichts über das die Allgemeinheit großartig nachdenkt. Im Gegensatz dazu scheinen die folgenden zehn Hirngespinste die Gedanken der Menschen nahezu anzuziehen.

 

#5. JFK VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Kevin Costner hatte auf Anhieb Recht, als er in dem 1988 erschienenen Film Annies Männer Susan Sarandons Charakter erklärte: „Ich glaube Lee Harvey Oswald hat allein gehandelt“ (neben anderen Wahrheiten wie „Viele Ballaststoffe, guter Scotch, der richtige Zeitpunkt, Softcore Pornos, die Weihnachtsgeschenke am Morgen statt am Heiligen Abend zu öffnen” und höchst einprägsam, „Ich bin Anhänger von langen, langsamen, tiefen, sanften, nassen Küssen, die drei Tage andauern”). Im Gegensatz zu Costners 1991er Film JFK, in dem er unvergesslich immer und immer wiederholte „hinten und links”, um klar zu machen, dass es mehrere Schützen – mindestens drei Teams – gab, versteckt im Dealey Plaza, in Position im Dal-Tex Gebäude, auf der von Rasen bedeckten Anhöhe, hinter dem Zaun, auf der Autobahnbrücke… die Möglichkeiten werden nur durch die Vorstellungskraft beschränkt.

Diese Theorie schafft es auf die Liste, weil sie sich im Laufe des letzten halben Jahrhunderts zur Mutter aller Verschwörungstheorien entwickelt hat (vielleicht mittlerweile von der nächsten auf der Liste abgelöst) und bemerkenswerte Verbreitung in der Öffentlichkeit genießt. Eine 2009 von CBS News durchgeführte Umfrage zum Beispiel ergab, dass 60-80% der Amerikaner glauben, dass Präsident Kennedy das Opfer eines Mord Komplotts wurde.

Auch wenn die Verschwörungstheorien große Unterstützung haben, so sind sie doch alle falsch. Oswald handelte allein. Wenn Gerald Posners vernichtendes Enthüllungsbuch „Case Closed“ es Ihnen nicht klarmacht (für mich tat es das), Vincent Bugliosis gigantisches „Reclaiming History“ zerstört auf 1648 Seiten (oder in der „Kurzfassung“ „Four Days in November“ mit schlanken 688 Seiten) jede einzelne Behauptung, die für die Verschwörung sprechen. Betrachten wir nur ein paar der vielen Fakten, die nicht gerade für die Anhänger der Verschwörung sprechen:

Verschwörungstheoretiker machen viel Aufhebens um die Tatsache, dass Oswald gerade erst einen Job in einem Gebäude auf JFKs Route gefunden hatte, was darauf hindeute, dass er dort von Verschwörern eingeschleust wurde. Tatsächlich hat Gerald Posner die zeitliche Abfolge aber minutiös zurückverfolgt, bis zu dem Zeitpunkt an dem im Weißen Haus die Entscheidung fiel, dass Kennedy überhaupt nach Dallas reisen sollte, was weit nach der Einstellung Oswalds war. Es war reiner Zufall.

Oswalds Carcano Repetiergewehr – mitsamt seinen Fingerabdrücken – wurde im sechsten Stock des Texas Schulmittel-Lagerhauses, in dem er auch angestellt war, gefunden, in einem Scharfschützennest, das er aus Kartons, ebenfalls mit seinen Fingerabdrücken, gebaut hatte.

Drei dort gefundene Hülsen entsprechen den, laut Aussagen von 81% der Zeugenaussagen des Dealey Plaza berichteten, drei Schüssen.

Tests mit diesem Gewehrtyp ergaben, dass drei Schuss in der Zeit die Oswald hatte, möglich sind.

Das Carcano war die gleiche Waffe, die Oswald im März 1963 im Versandhandel kaufte.

Mitarbeiter sahen Oswald im sechsten Stock des Gebäudes kurz bevor JFKs Autokorso eintraf und sahen ihn auch kurze Zeit später, nach dem Attentat, das Gebäude verlassen.

Oswald ging nach Hause und holte seine Pistole, machte sich wieder auf den Weg und wurde kurze Zeit später von J.D. Tippet, einem Streifenpolizisten der Dallas Police gestoppt. Ihn erschoss Oswald mit vier Kugeln, was von zahlreichen Augenzeugen belegt ist. Er floh vom Tatort in ein nahegelegenes Theater ohne Eintritt zu zahlen. Die Polizei wurde gerufen und Oswald wurde gestellt. Er zog seinen Revolver und versuchte auf einen Polizisten zu schießen, hatte jedoch Ladehemmung und wurde verhaftet, was er mit den Worten „Nun, dann ist jetzt alles vorbei.“ quittierte.

Und so ist es. Vorbei ist’s mit all den JFK Verschwörungstheorien. Oswald handelte allein. Punkt.

#4. 9/11 VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

War 9/11 ein „Inside Job”? Soll heißen, hat die Bush Administration die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon am 11, September 2001 fingiert? Nein.

Viele Leute denken, es wäre möglich, oder das Präsident Bush und seine Berater zumindest im Vorfeld der Angriffe von diesen wussten und sie geschehen ließen, um die amerikanische Öffentlichkeit für einen Krieg gegen den Irak zu einen. Um einen Job zu beenden, den Bushs Vater begonnen, aber nicht zu Ende gebracht hatte und die Interessen am irakischen Öl und an den Verbündeten im Mittleren Osten zu wahren. Genauso wie ich niemals geglaubt hätte, dass es die Holocaust-Leugnung irgendwie in die allgemeine Medienlandschaft schaffen würde, konnte ich mir nie vorstellen, dass 9/11 Leugnung irgendwie medial auf die Beine kommen würde. Aber jetzt kommt es nicht nur auf die Beine, sondern trägt sogar 7-Meilenstiefel und daher haben wir uns beim Skeptic Magazin entschlossen, eine vollständige Widerlegung aller 9/11 Verschwörungsthemen zu veröffentlichen.

Der Glaube, dass eine Handvoll ungeklärter Anomalien eine gängige Theorie unterminieren kann, ist das Herzstück jedes Verschwörungsdenkens und ist leicht durch die Anmerkung zu widerlegen, dass Glaube und Theorien nicht auf einzelnen Fakten beruhen, sondern auf einer Ansammlung von Beweisen aus verschiedensten Untersuchungen. Alle „Beweise“ für eine 9/11 Verschwörungstheorie fallen in diese Rubrik von Trugschlüssen. Im Gegensatz dazu sind die Beweise für eine echte Verschwörung durch Osama bin Laden und Al-Qaida überwältigend. Zum Beispiel:

Der Angriff auf die Armeeunterkünfte im Libanon von einer radikalen Hisbollah Fraktion 1983.

Der Bombenangriff auf das World Trade Center 1993.

Der Versuch, 12 von den Philippinen in Richtung USA gestartete Flugzeuge zu sprengen 1995.

Die Bombenanschläge auf die US Botschaft in Kenia und Tansania 1995, die 12 Amerikaner und 200 Kenianer und Tansanier töteten.

Die Angriffe auf den Khobar Tower in Saudi Arabien 1996, bei denen 19 amerikanische Militärangehörige starben.

Der versuchte Anschlag auf den Los Angeles International Flughafen durch Ahmed Ressam 1999.

Der Selbstmordanschlag 2000 mit einem Boot auf die U.S.S. Cole, bei dem 17 Seeleute getötet und weitere 39 verletzt wurden.

Die ausführlich dokumentierten Beweise, dass Osama bin Laden ein führender Finanzier und Führer Al-Qaidas war.

Die 1996 durch Bin Laden erklärte Fatwa, die den Jihad gegen die Vereinigten Staaten ausrief.

Die 1998 erlassene Fatwa, die seine Anhänger dazu aufrief „Amerikaner und ihre Verbündete zu töten – Zivilisten und Soldaten ist die persönliche Pflicht jedes Muslims der dazu in der Lage ist, in allen Ländern in denen es möglich ist.“

Nimmt man diese Beweise und die Tatsache, dass Osama bin Laden und Al-Qaida sich offiziell zu den Angriffen vom 9. September bekannt haben, sollten wir ihnen hier auch Glauben schenken.

weiterlesen

So nicht, Frau Roth, so nicht, Herr Özdemir!

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP Quelle: picture alliance / Soeren Stache
Mit einer schon fast exhibitionistisch zur Schau gestellten Kopflosigkeit wickeln sich die Grünen als ernst zu nehmende Kraft langsam selbst ab. Das sieht man exemplarisch an der Türkei-Debatte.

Von Wolfgang Kubicki | DIE WELT

Das Verfassungsreferendum in der Türkei vom vergangenen Sonntag hat nicht nur für die Europäische Union schwerwiegende Fragen aufgeworfen. Das Resultat vom 16. April stellte auch ernste Fragen an die Integrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Denn diese Abstimmungsergebnisse zeigten vor allem für das größte türkische Land neben der Türkei ein vergleichsweise hohes Maß an Zustimmung für die Erdogan’schen Autokratiereformen.

In Stuttgart stimmten 66,26 Prozent, in Düsseldorf 69,58 und Essen – als trauriger Spitzenreiter – 75,89 Prozent für die demokratiefeindlichen Pläne am Bosporus. Im Schnitt waren dies fast zwei Drittel der Wähler. Wer diese Werte nicht zumindest im Ansatz als Ausdruck einer integrationspolitischen Unebenheit versteht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, bewusst wegzuschauen.

weiterlesen

Abdel-Samad: ‚Integration der muslimischen Türken in Deutschland ist gescheitert‘

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Islamkritiker Abdel-Samad: In Deutschland hätten sich nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken für Erdogan ausgesprochen, „sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen“.

kath.net

Das Ja zur umstrittenen Verfassungsreform in der Türkei ist auch ein Zeichen, dass die Integration der in Deutschland lebenden muslimischen Türken gescheitert ist. Davon schreibt der Publizist und Islamkritiker Abdel-Samad auf seiner Facebook-Seite, wie idea berichtet. Im Gegensatz zur Türkei seien die in Deutschland lebenden Türken nicht gespalten, schreibt Abdel-Samad. Nur 36 Prozent der Deutschtürken hätten gegen das Gesetz gestimmt. Wenn man bedenke, dass neben einigen assyrischen Christen rund 25 Prozent der hier lebenden Türken kurdische Aleviten seien, die das Gesetz aus existenziellen Gründen ablehnten, dann liege die Zustimmungsquote für die „Einführung der Diktatur“ schon bei über 90 Prozent: „Propaganda“ für das Ja zur Erdogan „in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsenden Kopftuch-Muslimas, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei.“

weiterlesen

Geldstrafe wegen Islam-Beschimpfung

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Gotteslästerung – das klingt nach Mittelalter. Der Paragraph 166 „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“ steht aber im Strafgesetzbuch: Wer das religiöse oder weltanschauliche Bekenntnis eines anderen beschimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.

OVB online.de

Nur eine Handvoll Verurteilungen gibt es jedes Jahr. Einer Münchnerin ist der Paragraph gestern zum Verhängnis geworden. Jenny S. (31, Name geändert), Krankenschwester in Babypause, hatte im Netz gegen Muslime gehetzt. Ihre Erklärung: Die Berichte über die Kölner Silvesternacht hätten sie verängstigt, die „Flüchtlingswelle“ besorgt. Im sozialen Netzwerk von Google hatte S. in eine öffentlich zugängliche Gruppe Namens „Das Reich“ zwei Fotos geladen. Eines zeigt einen Mann mit Hakenkreuz auf dem nackten Oberkörper, strafbar als „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“. Das andere Bild zeigt einen Hund. Er sitzt über der Kaaba, dem Heiligtum des Islam, und kotet auf das quaderförmige Haus in Mekka. Überschrift: „Ich scheiß drauf!“

weiterlesen

Somuncu über AKP-Anhänger: „Sie würden nicht eine Woche in der Türkei leben können“

Der türkischstämmige Kabarettist Serdar Somuncu versucht zu verstehen, warum so viele Deutschtürken für das Referendum gestimmt haben Quelle: pa/dpa/Karlheinz Schindler/dpa-ZB
Serdar Somuncu hat die Deutschtürken, die für Erdogans Referendum gestimmt haben, scharf kritisiert. Leute, die den Türken vorschrieben, sich einer Diktatur unterzuordnen, haben ihren „Platz hier verloren“.

DIE WELT

Mit scharfen Worten hat Kabarettist Serdar Somuncu die Türken in Deutschland kritisiert, die beim Verfassungsreferendum mit „Ja“ gestimmt haben.

„Viele von denen, die hierzulande die AKP bei dem Referendum unterstützt haben, würden wahrscheinlich nicht einmal eine Woche in der Türkei leben können, weil ihnen dann elementare Freiheiten fehlen würden“, sagte Somuncu in der Sendung Stern-TV.

weiterlesen

 

Trotzdem bin ich gegen Impfpflicht!

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Seuchen wie Masern sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl der Impfgegner steigt, Einwanderer bringen Krankheiten mit. Soll der Staat eine Impfpflicht einführen? Unsere Autoren streiten.

Von Kathrin Spoerr, Holger Kreitling | DIE WELT

Dreihunderteinunddreißig Menschen erkrankten im letzten Jahr an Masern. Das ist wenig, wenn man große Zahlen dagegen hält: Ungefähr zehn mal so viele (3214) starben 2016 bei Unfällen im Straßenverkehr, 700 mal so viele (233.716) starben im Jahr davor an Krebs.

Es besteht also kein Grund, den nationalen Notstand auszurufen, nur weil eine Kinderkrankheit zurückkehrt, die Deutschland eigentlich bereits ausgerottet haben wollte. Das könnte man meinen. Das meinen auch viele. Bittesehr. Dies ist ein freies Land.

Wenn das Meinen aufhört und das Tun beginnt, dann ist auch die Grenze der Toleranz schnell erreicht. Zum Beispiel dann, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen. Sie entscheiden ja nicht für sich allein, was schon verrückt genug wäre, sondern für ihre Babys, die sich nicht gegen ihre Eltern wehren können. Es spricht sehr viel dafür, diesen Eltern die Freiheit zu nehmen und eine staatliche Impfpflicht einzuführen.

weiterlesen

Polen: EU-Rats-Präsident Tusk sagt als Zeuge aus

EU-Rats-Präsident Donald Tusk (Bild: Czarek Sokolowski / AP)
In einem umstrittenen Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz von Smolensk hat Donald Tusk als Zeuge ausgesagt. Er könnte sich auch selbst bald auf der Anklagebank wiederfinden.

Von Meret Baumann | Neue Zürcher Zeitung

Unter grosser öffentlicher Aufmerksamkeit ist der EU-Rats-Präsident Donald Tusk am Mittwoch von der Warschauer Staatsanwaltschaft als Zeuge einvernommen worden. In dem Verfahren wird zwei polnischen Generälen vorgeworfen, 2010 als führende Mitarbeiter des Spionageabwehrdiensts SKW ohne Erlaubnis der Regierung mit dem russischen Geheimdienst FSB kollaboriert zu haben. Tusk amtete damals als Ministerpräsident Polens. Die beiden Generäle sollen kurz nach dem Flugzeugabsturz von Smolensk, bei dem der damalige polnische Staatspräsident Lech Kaczynski sowie über 90 weitere Angehörige der Elite des Landes ums Leben kamen, ein Abkommen mit dem FSB geschlossen haben.

weiterlesen

Warum Türken in Deutschland auf Erdogan stehen – und Türken in den USA nicht

Die Türkin Gulay Turkmen-Dervisoglu arbeitet als Soziologin an der Universität Göttingen. Auch sie hat Ihre Stimme abgegeben. © Gulay Turkmen-Dervisoglu
In Deutschland gibt es unter den Wählern viel mehr Befürworter der Verfassungsreform von Präsident Erdogan als in der Türkei oder unter Türken, die in Übersee leben. Weshalb ist das so? Eine türkische Soziologin hat eine Erklärung.

stern.de

In der Türkei war die Wahlbeteiligung hoch, das Ja zur Verfassungsreform des Präsidenten knapp. In Deutschland stimmten knapp 50 Prozent der wahlberechtigten Türken ab – und sagten mit beinahe Zwei-Drittel-Mehrheit (63,1 Prozent) Ja zu Recep Tayyip Erdogan. In den USA, in Kanada und Großbritannien sieht das ganz anders aus. Weshalb findet Erdogan mehr Unterstützung bei den türkischen Wählern in Deutschland als sonstwo in der Welt? Die türkische Soziologin Gulay Turkmen-Dervisoglu erforscht an der Universität Göttingen den türkischen Nationalismus, insbesondere im Verhältnis zu Religion und Gewalt. Seit einem Jahr wohnt sie in Deutschland, zuvor lebte sie in den USA. Im Gespräch mit dem stern erzählt sie von dem Unterschied zwischen den Türken hierzulande und den Türken in Übersee.

Frau Turkmen-Dervisoglu, rund die Hälfte der Türken in Deutschland ist zur Wahl gegangen. Ist das Ihrer Meinung nach viel oder wenig?

Im Ausland ist die Wahlbeteiligung ja grundsätzlich eher niedriger, schon allein deshalb, weil es mit höherem Aufwand verbunden ist, wenn man wählen will. Ich zum Beispiel musste anderthalb Stunden bis nach Hannover fahren, um meine Stimme abgeben zu können. Dafür sind 46 Prozent Wahlbeteiligung natürlich recht viel. Allerdings ging es hier ja auch nicht um irgendeine Wahl, sondern um einen echten Wandel.

weiterlesen

Mensch Meyer: Der Islam hat das geilere Paradies!

Bild: Magazin „The Economist“
Ostern ist vorbei – der schlimmste islamistische Anschlag ereignete sich in der Türkei, wo Herr Erdogan sich seine Privat-Autokratie zimmerte.

Von Chin Meyer | Berliner Kurier

Ein großes Problem des radikalen Islamismus ist ja, dass eine Konvertierung Sinn macht, wenn man ohnehin einen Selbstmord plant. Weil das Bonussystem stimmt. Du nietest ein paar Typen um auf den letzten Metern – und bingo: Jungfrauen forever! Womit kann im Gegensatz dazu ein christlicher Mörder im Höchstfall rechnen? Eine Wolke, eine Harfe und dann ewig Hosianna jaulen in der Kälte der Stratosphäre… Ich wüsste auch, wofür ich mich im Ernstfall entscheiden würde.

weiterlesen

Auferstehung, Gottes- und Nächstenliebe – alles Unsinn?

Bild: RDF
Kann man ein Wesen, das sinnlich gar nicht zugänglich, das vielleicht gar nicht existent, dennoch lieben?

Von Jürgen Fritz | Richard-Dawkins-Foundation

Können Götter, die frei von jedem Mangel, lieben? Kann man Liebe gebieten? Gab es tatsächlich eine Auferstehung?

Warum man Gott nicht lieben und Liebe nicht gebieten kann

Der Nazarener, dessen Auferstehung heute gefeiert wird, war bekanntlich ein sehr lieber, herzensguter Kerl, wahrscheinlich auch ein sehr empathischer Charismatiker, aber kaum ein großer Denker. Deswegen kam er beim einfachen Volk wohl auch so gut an. Das Gerede von Gottes- und Nächstenliebe erscheint zunächst einmal als genau das: Gerede. Denn offensichtlich wurde hier der Begriff der Liebe gar nicht recht verstanden.

„Aber Liebe zu Gott als Neigung (pathologische Liebe) ist unmöglich; denn er ist kein Gegenstand der Sinne. Eben dieselbe gegen Menschen ist zwar möglich, kann aber nicht geboten werden; denn es steht in keines Menschen Vermögen, jemanden bloß auf Befehl zu lieben.“ – Immanuel Kant, Metaphysik der Sitten, A 149.

Lieben bedeutet auch, das Wohl des Geliebten zu wollen

Außerdem bedeutet lieben nicht nur a) sich zu dem Objekt der Liebe hingezogen fühlen, sich nach ihm zu verzehren, Sehnsucht nach ihm zu haben und zu leiden, wenn man ihm allzu lange fern ist – ein Gefühl, welches man nicht erzeugen kann, das einem vielmehr widerfährt, das man „erleidet“ -, sondern lieben bedeutet b) zugleich auch – und nur dann ist es lieben und nicht nur begehren -, dass einem das Wohl des Geliebten am Herzen liegt, dass man sich um ihn sorgt.

weiterlesen

Der Treuebruch der Linken

Sarah Haider. Bild: RDF
Ein Gespräch mit der ex-Muslima Sarah Haider

Von Jeffrey Tayler | Richard-Dawkins-Foundation

Was widerfährt im Amerika des 21. Jahrhunderts einer jungen Frau, die erwacht ist und von einer glaubensbasierten Ideologie Abschied genommen hat, die folgendes vertritt:

Frauen sind Menschen zweiter Klasse. Sie haben sich ihren Ehemännern unterzuordnen, auch gewalttätigen Ehemännern. Sie werden zugunsten ihres Partners teilweise enterbt. Steinigung von Ehebrechern (und speziell Ehebrecherinnen angesichts der frauenfeindlichen Launen der Beweis-Bewertung im Zusammenhang mit jener Ideologie). Gefangene Frauen werden zu Sex-Sklavinnen gemacht. Beschwerliche Kleidervorschriften. Weibliche Genitalverstümmelung wird gutgeheißen.

Erntet sie Beifall dafür, für ihre Rechte als Frau einzustehen? Tragen Progressive Lobreden vor, die ihre Tapferkeit besingen und ihre Weitsicht preisen? Wird sie mit Hilfsangeboten überschwemmt?

Fühlt sie, vielleicht zum ersten Male im Leben, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sie vorbehaltlos als eine der Ihren willkommen heißen, jenes einzige Land der Welt, das zumindest gemäß seinen Gründungsdokumenten auf Redefreiheit, Unabhängigkeit und dem Streben nach Glück aufbaut?

Nicht unbedingt. Ist die Ideologie der Islam (und das ist sie) und die Frau eine ex-Muslima (auch das ist sie), muss sie sich stählen angesichts Morddrohungen, eines Hagels von Beschimpfungen von ihren einstigen Glaubensgenossen und hinterlistigen Verrats von jenen, die sich progressiv geben. Sie muss sich wappnen, um in unserem derzeitigen politischen Sumpf Versuche abzuwehren, sie mit ihren unbequemen Ansichten zum Schweigen zu bringen. Unerhörter noch – wenn die Frau versucht, anderen zu helfen, die um die herrliche säkulare Freiheit ringen, die sie selbst für sich erlangt hat, wächst sie zu einer Gefahr für das ganze Gebäude aus Heuchelei, Feigheit und unbelegtem Geschwätz, das eine Perspektive der Linken auf den Islam als „Religion des Friedens“ bildet, die nur von ein paar „verwirrten Bösewichten“ verzerrt wird. Kurz, im heutigen Amerika wird solch eine tapfere Frau keinen Zufluchtsort finden, sondern bildlich gesprochen vielmehr Horden mit Mistgabeln gegenüberstehen, begierig, sie aufzuspießen für das Verlassen ihrer Religion und die Verleumdung ihresgleichen. Mit Donald Trumps Aufstieg zur Präsidentschaft wird ihre Lage prekärer denn je.

Eine solche Frau ist Sarah Haider, geboren in Pakistan, vor Vollendung des achten Lebensjahres in die USA ausgewandert, Mitbegründerin und Direktorin der Beratungsstelle EXMNA, „Ex-Muslims of North America“. EXMNA, so die Website, „tritt ein für die Akzeptanz religiöser Meinungsverschiedenheiten, fördert säkulare Werte und strebt an, Diskriminierung von Menschen zu mindern, die den Islam verlassen“. Die Organisation stellt ihren Mitgliedern eine Auswahl von Leistungen (zeitweise Zuflucht, Beratung) zur Verfügung, in achtzehn über den Kontinent verteilten Ortsverbänden, und bietet ein Podium, von dem aus ex-Muslime in YouTube-Videos ihre persönlichen Geschichten von glaubensfreier Aufklärung erzählen können.

weiterlesen

Die Kirchen und ihre Konkurrenz zum Ethikunterricht

Themenbild.
Wer sich von Religion abmeldet, hat eine Freistunde – oder muss in den Ethikunterricht, wenn es ihn gibt. Ethik als Zwang? Als Pflicht für alle? Statt Religion? Was sagen die Kirchen?

Von Lisa Nimmervoll | derStandard.at

Heuer wird es 84 Jahre alt: das Konkordat. Jener Staatsvertrag zwischen dem „Heiligen Stuhl“, damals unter „Seiner Heiligkeit“ Papst Pius XI., und der Republik Österreich, der am 5. Juni 1933 in der Vatikanstadt unterzeichnet wurde. Der katholischen Kirche wurde darin unter anderem das „Recht auf Erteilung des Religionsunterrichts“ zugestanden. Finanziert wird dieser vom österreichischen Staat – und zwar für alle gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften, derzeit sind das 16.

weiterlesen

Kardinal und Osterhase Schulter an Schulter

Zu Ostern nähren die Medien die Illusion, dass Religionen sich freiwillig der Aufklärung unterziehen. Das ist gefährlich und naiv.

Von Michael Fleischhacker | Neue Zürcher Zeitung.at

Zu Ostern und zu Weihnachten oder, wie man bei den Nachbarn sagt, an Ostern und an Weihnachten, werden die säkularen Medien fromm. Wissend, dass auch ihr aufgeklärtes, urbanes Publikum tief schlummernde religiöse oder spirituelle Bedürfnisse hat, erklären uns dann die Sturmgeschütze der Demokratie und der Aufklärung, Der Spiegel und Die Zeit, dass Ostern gefeiert wird, weil Jesus gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Falls wer fragt, sozusagen.

Zu Ostern und zu Weihnachten lädt der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Fürsterzbischof von Wien in die Pressestunde ein, die Regionalzeitungen sprechen mit ihren Bischöfen darüber, dass wir alle bessere Menschen werden sollten, und manchmal wenden sich dann auch die christliche Würdenträger gegen den aufkommenden Hass in der Gesellschaft und wünschen sich ein bisschen Frieden. Auch der Standard-Kolumnist rückt aus und erklärt, dass Solidarität mit den verfolgten Christen des Orients prinzipiell zulässig ist. Na schau.

weiterlesen

Wenn der türkische Pass erst weg ist, hören auch die Albträume auf

Moritz Rinke (mit ausgebreiteten Armen) und sein Sohn in Berlin. (Foto: privat)
Warum der Schriftsteller Moritz Rinke versuchte, noch vor dem Referendum in der Türkei den zweiten Pass seines Sohnes loszuwerden. Und wie er dabei scheiterte.

Von Moritz Rinke | Süddeutsche.de

Seit Wochen habe ich Albträume. Keine Ungeheuer, keine Kannibalen, auch kein freier Fall in die Tiefe, sondern eine Passkontrolle in der Türkei mit anschließender Verhaftung meines zweijährigen Sohnes, der danach in Isolationshaft verwahrt und vom türkischen Staatspräsidenten, noch vor Anklage des Gerichts, als Putschist, als Fethullah-Gülen-Anhänger oder als PKK-Mitglied oder kurdischer Spion vorverurteilt wird.

Mein Sohn hat einen deutschen und einen türkischen Pass. Mein Sohn lebt in Deutschland, hat einen Schriftsteller als Vater, der schon den einen oder anderen kritischen Text über die türkische Regierung verfasst hat. Mein Sohn hat eine türkische Mutter, die nachweislich nicht die Regierungspartei wählt, im Gegenteil, sie demonstriert gegen sie. Mein Sohn hat Großeltern in Antalya und einen Cousin in Ankara. Und seine regierungskritische Mutter will unbedingt am 16. April, am Tag des Referendums, in die Türkei reisen, der Cousin feiert seinen fünften Geburtstag, und gegen die Zusammenführung türkischer Familien ist kein Kraut gewachsen. Nicht mal dieses schreckliche Referendum.

weiterlesen

Helfer retten 3000 Flüchtlinge im Mittelmeer

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa – Themenbild
„Wir mussten uns noch nie um so viele Menschen gleichzeitig kümmern“, sagt eine Helferin. Am Samstag haben Hilfsorganisation etwa 3000 Menschen vor der Küste Libyens geborgen.

SpON

Schiffe der italienischen Küstenwache und von privaten Hilfsorganisationen haben am Samstag 35 Rettungsaktionen gestartet, um rund 4000 Bootsflüchtlinge vor der libyschen Küste aufzunehmen. 15 Einsätze gingen bis in die Nacht zum Sonntag, wie die Küstenwache mitteilte. Nach Angaben der deutschen Nichtregierungsorganisation Jugend Rettet wurden am Samstag rund 3000 Menschen gerettet.

Bei Einbruch der Dunkelheit hätten mehr als tausend Menschen noch auf ihre Rettung gewartet, sagte Pauline Schmidt, Sprecherin von Jugend Rettet. Sechs Schlauchboote trieben noch in der Nähe ihres Schiffes. „Wir mussten uns noch nie um so viele Menschen gleichzeitig kümmern“, sagte Schmidt. Weitere Schiffe wurden zur Ablösung erwartet.

weiterlesen

Letzte bekannte Erdenbürgerin aus dem 19. Jahrhundert ist tot

Emma Morano, geboren am 29. November 1899, verstorben am 15. April 2017. – APA/AFP/OLIVIER MORIN
Die Italienerin Emma Morano wurde 117 Jahre alt. Sie war der letzte lebende Mensch, der noch im 19. Jahrhundert auf die Welt gekommen ist.

Die Presse.com

Die letzte bekannte Erdenbürgerin aus dem 19. Jahrhundert ist gestorben. Die Italienerin Emma Morano starb laut Medienberichten am Samstag mit 117 Jahren in ihrer Wohnung in Verbania am Lago Maggiore. „Ihr Leben war einzigartig“, erklärte der Bürgermeister von Verbania. „Wir werden uns immer an ihre Stärke erinnern, die uns dabei half, im Leben voranzukommen.“

Morano wurde am 29. November 117 Jahre alt. Sie wurde im Jahr 1899 geboren. Andere Menschen, die vor der Wende zum 20. Jahrhundert geboren wurden, sind nicht bekannt. Morano hat in drei Jahrhunderten gelebt, zwei Weltkriege und elf Päpste überdauert.

weiterlesen

„Die Partei“: Bewusste Provokation – Je Suis Brian

Nico Wehnemann (r.) und seine Parteikollegen wollen mit ihrem Stand vor dem Dom ein Zeichen setzen. Foto: Andreas Arnold
Bei einer Mahnwache von „Die Partei“ vor dem Dom wird der Film „Das Leben des Brian“ gezeigt. Kroatische Katholiken sind verärgert.

Von Steven Miksch | Frankfurter Rundschau

Als die Prozession der kroatischen katholischen Gemeinde in den Kaiserdom einzieht, positionieren sich die Mitglieder der Partei „Die Partei“ in ihrem Blickfeld und halten Blätter mit der Aufschrift „Je suis Brian“ (Ich bin Brian) nach oben. Hinter ihnen pfeifen ein paar Schaulustige das bekannte Lied „Always look on the bright side of life“ aus dem Film „Das Leben des Brian“. Es gibt ein paar böse Blicke, manche Kroaten schütteln den Kopf.

„Die Partei“ hatte am Karfreitag zu einer Mahnwache am Dom aufgerufen. An ihrem aufgebauten Stand schenken sie Glühwein aus, verteilen Kekse und zeigen eben jenen Film von Monty Python – eine Satire über die Kreuzigung Jesus. „Ja, wir provozieren“, sagt Nico Wehnemann, Frankfurter Stadtverordneter von „Die Partei“. Er sehe sich dabei in einer Reihe mit Martin Luther, der ja auch provoziert habe. Durchaus passend im Jubiläumsjahr der Reformation, findet Wehnemann.

weiterlesen

Arkansas: Pharma-Firmen klagen gegen Gebrauch ihrer Stoffe bei Hinrichtungen

Das Todesurteil gegen diese Männer will der US-Bundesstaat Arkansas in einer Hinrichtungsserie vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums des Giftcocktails vollstrecken. © Arkansas Department of Correction/AFP
Ehe das Haltbarkeitsdatum für den Giftcocktail abläuft, will der US-Bundesstaat Arkansas noch rasch mehrere Todeskandidaten hinrichten. Mehrere Pharma-Firmen wollen nun den Gebrauch ihrer Mittel vor Gericht verhindern.

stern.de

Eine US-Tochterfirma des deutschen Medizinkonzerns Fresenius geht gegen eine im US-Bundesstaat Arkansas geplante Serie von Hinrichtungen vor. Zusammen mit dem Unternehmen West-Ward Pharmaceuticals schloss sich Fresenius Kabi USA einer Klage vor einem Bezirksgericht in Arkansas an, wie ein Firmensprecher am Freitag mitteilte. Ziel ist es demnach, dass Arkansas Medikamente der Firmen nicht bei den geplanten Hinrichtungen verwenden darf. Der Bundesstaat beabsichtige, das Medikament Kaliumchlorid bei den geplanten Hinrichtungen zu verwenden – als Teil eines Giftcocktails.

weiterlesen