Archiv der Kategorie: Bildung

Faith Healing Kills Children

Sick children need doctors and medicine, not faith and prayer. Photo by djedzura/Shutterstock

As preventable diseases like measles and whooping cough are reappearing in the United States, many anti-vaxxers are re-evaluating their opposition to immunization, and others are questioning nonmedical exemptions from vaccine requirements. The California state Senate, for instance, just overruled a long-standing law that permitted parents with religious and philosophical reservations to send their children to public and private schools without their shots.


By Jerry A. Coyne|Slate

This is a sound decision: Vaccinations are safe and essential for the health of our society. We cannot allow philosophy or faith to trump public health. But denying children potentially life-saving vaccines is just one part of the problem; I’d like to eliminate even more exemptions: those now enshrined in many laws permitting religious parents to withhold scientific medical care from their children in favor of faith healing.

Forty-eight states—all except West Virginia and Mississippi—allow religious exemptions from vaccination. (California would be the third exception if its bill becomes law.) A similar deference to religion applies to all medical care for children. As the National District Attorneys Association reports, 43 states give some kind of criminal or civil immunity to parents who injure their children by withholding medical care on religious grounds.

If your faith mandates spiritual healing and your child dies because you offer prayer instead of insulin or antibiotics, your chances of being charged with a crime are slim. There are religious exemptions for child neglect and abuse, negligent homicide, involuntary manslaughter. Several states allow parents to use a religious defense against charges of murder of their child—and in some places they can’t be charged with murder at all. And even when parents are prosecuted, acquiescence to religious belief often leads to their being acquitted or given light sentences, including unsupervised parole. None of this, of course, applies to parents who refuse medical care on nonreligious grounds; those individuals get no immunity from prosecution.

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Astronomer Royal Martin Rees: How soon will robots take over the world?

‘We’re witnessing a momentous speed-up in artificial intelligence’: Nexi, a robot designed to express emotion Photo: David L Ryan/The Boston Globe via Getty Images

An explosion in artificial intelligence has sent us hurtling towards a post-human future, warns Martin Rees


By Martin Rees|The Telegraph

In Davos a few years ago, I met a well-known Indian tycoon. Knowing I had the title Astronomer Royal, he asked: “Do you do the Queen’s horoscopes?” I responded, with a straight face: “If she wanted one, I’m the person she’d ask.” He then seemed eager to hear my predictions. I told him that markets would fluctuate and that there would be trouble in the Middle East. He paid rapt attention to these insights. But I then came clean. I said I was just an astronomer, not an astrologer. He immediately lost all interest in my predictions. And rightly so: scientists are rotten forecasters – worse, often, than writers of science fiction.

Nevertheless, 12 years ago, I wrote a book that I entitled Our Final Century? My publisher deleted the question-mark. The American publishers changed the title to Our Final Hour – Americans seek instant (dis)gratification. My theme was this: our Earth is 45 million centuries old, but this century is special. It’s the first when one species – ours – can determine the biosphere’s fate.

In the years since, a few forecasts have somewhat firmed up: the world is becoming more crowded – and warmer. There will be about 2 billion more people in 2050, and their collective “footprint” will threaten our finite planet’s ecology unless we can achieve more efficient use of energy and land. But we can’t predict the path of future technology that far ahead. Today’s smartphones would have seemed magic even 20 years ago, so in looking several decades ahead we must keep our minds open to breakthroughs that may now seem like science fiction. These will offer great hopes, but also great fears.

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Debatte geht anders

cc bycc by sa “Thinker” von “Martin Fisch” lizensiert unter “CC-BY-SA”

Weil Debatten niemals enden, endet auch diese nicht. Noch einmal zum Thema Orient und Okzident, wer hat wem was zu verdanken?


Von Heiko Heinisch|The European

The European definiert sich schon im Untertitel ausdrücklich als Debattenmagazin, und so ist es zu begrüßen, dass Muhammad Sameer Murtaza auf meinen Einwand gegen seinen Artikel mit einer Erwiderung reagiert. Eine Debatte zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Seiten ihre Argumente vortragen und versuchen, die des Gegners zu widerlegen, um Leserinnen und Leser – eventuell auch den Gegner – von den eigenen Thesen zu überzeugen. Aber anstatt in diesem Sinne auf die vorgetragenen Argumente einzugehen, verlegt sich Murtaza leider darauf, mir Aussagen zu unterstellen und andere sinnentstellend aus dem Zusammenhang zu reißen, nur um diese dann widerlegen zu können. Ganz nebenbei nimmt er seine bereits kritisierte Apologetik von Neuem auf. Debatte geht anders.

Leere Behauptungen sind keine konstruktive Kritik

Schon im ersten Satz unterstellt Murtaza, mein Artikel wolle eine Minderwertigkeit des Islam festschreiben, würde ich doch behaupten, die „seit mehr als 1000 Jahren andauernde Anwesenheit der Muslime in Europa habe überhaupt keine Rolle auf dessen Entwicklung gehabt“. Ewas weiter unten schreibt er, ich würde den Einfluss muslimischer Religionsgelehrter und Philosophen unterschlagen und den Muslimen lediglich den Transfer griechischer Schriften und griechischen Wissens zugestehen. Dass er diese Behauptungen nicht durch entsprechende Zitate untermauern kann, liegt daran, dass sich derlei Ausführungen in meinem Text nicht finden lassen. An keiner Stelle leugne ich die Leistungen arabischer und persischer Denker, Philosophen und Wissenschaftler, und an keiner Stelle schreibe ich, diese hätten nur Wissen transferiert. Im Gegenteil.

Die Rolle ibn Rushds als maßgeblicher Kommentator der Werke Aristoteles’, seinen Einfluss auf die Scholastik und damit auf die Aufklärung hebe ich dezidiert hervor. Man könnte noch präzisieren, dass ibn Rushd von den Scholastikern meist in Anlehnung an die Bezeichnung der Philosoph für Aristoteles schlicht der Kommentator genannt, also mit größter Hochachtung bedacht wurde.

Murtaza weiß auch, dass die muslimischen Eroberungen von mir nicht erwähnt wurden, um von den Kreuzzügen abzulenken, sondern einzig, weil er die Kreuzzüge zum ersten „weniger friedlichen Wissenstransfer“ zwischen Christen und Muslimen erklärt – womit er die Jahrhunderte islamischer Eroberungen, die ihnen vorausgingen, einfach unterschlägt.

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Wie digitale Transparenz die Welt verändert

Hauptplatine eines Rechners.

Hauptplatine eines Rechners.

So paradox es klingt: Die Entwicklung des Lebens im urzeitlichen Ozean kann uns einiges über die Zukunft unserer Gesellschaft lehren. Da im Zeitalter der digitalen Vernetzung kein Geheimnis mehr sicher ist, stehen wir an der Schwelle einer Epoche, die das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatleben ganz neu definieren muss.


Von Daniel C. Dennett und Deb Roy|Spektrum.de

Vor rund 543 Millionen Jahren ereignete sich die so genannte kambrische Explosion: eine spektakuläre Häufung biologischer Innovationen. Binnen weniger Millionen Jahre – nach geologischen Maßstäben fast augenblicklich – entwickelten Lebewesen völlig neue Körperformen, neue Organe, neue Strategien für Angriff und Verteidigung. Die Evolutionsbiologen streiten noch über die Ursache dieser erstaunlichen Welle von Neuerungen. Aber eine besonders überzeugende Hypothese des Zoologen Andrew Parker von der University of Oxford besagt, dass Licht der Auslöser war. Parker zufolge wurden damals die seichten Ozeane und die Atmosphäre durch plötzliche chemische Veränderungen viel lichtdurchlässiger. Zu jener Zeit gab es nur in den Meeren tierisches Leben, und sobald Sonnenlicht das Wasser durchdrang, wurde Sehkraft zum entscheidenden Evolutionsvorteil. Zugleich mit der rapiden Entwicklung von Augen entstanden auch entsprechend angepasste Verhaltensformen und weitere körperliche Besonderheiten.

Während zuvor alle Wahrnehmungen nur die nächste Nähe erfassten – durch direkten Kontakt oder durch Gespür für chemische Konzentrationsänderungen oder Druckwellen –, konnten Tiere nun auch entfernte Objekte identifizieren und verfolgen. Raubtiere schwammen gezielt auf ihre Beute zu; diese konnte sehen, dass sich Feinde näherten, und die Flucht ergreifen. Fortbewegung verläuft langsam und unsicher, solange sie nicht von Augen geleitet wird, und Augen sind nutzlos, wenn man sich nicht bewegen kann. Darum entwickelten sich Wahrnehmung und Bewegung parallel. Diese Koevolution war ein Hauptgrund für die Entstehung der heutigen Artenvielfalt.

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Biowissenschaftler kritisiert Vorherrschaft der Gender-Studien

Hans Peter Klein, Professor für Didaktik der Biowissenschaften, kritisiert die Vorherrschaft der sogenannten „Gender Studien“. Foto: PR

Scharfe Kritik an einer zunehmenden Vorherrschaft der sogenannten „Gender Studien“ in Schule und Wissenschaft übt der Professor für Didaktik der Biowissenschaften Hans Peter Klein (Frankfurt am Main). Wie er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, haben die Propagandisten des „Gender Mainstreaming“ Fachbereiche an Universitäten und Schulfächer fest im Griff. Wer dagegen aufbegehre, werde als „reaktionär“ abgestempelt; dabei hielten die gender-orientierten Lehrpläne wissenschaftlichen Ansprüchen nicht stand.


idea.de

Die feministisch geprägten Gender Studien lehren, dass die Geschlechterverhältnisse weder naturgegeben, noch unveränderlich, sondern sozial und kulturgeprägt seien. Klein verweist unter anderem auf die Diskussion um den baden-württembergischen Bildungsplanentwurf, der vorsieht, in allen Schulen und Fächern „gendersensibel“ zu unterrichten. Bereits Achtklässler sollten sich Klarheit darüber verschaffen, ob sie wirklich heterosexuell sein wollen. Laut Klein steht die Gender-Lehre aber „im eklatanten Widerspruch zu den Erkenntnissen der Biologie“.

Gender-Erziehungsprogramm ohne demokratische Legitimation

Inzwischen seien an den deutschen Universitäten fast 200 Professuren für Gender-Studien eingerichtet worden. Durch öffentliche Proteste seien ihre Repräsentanten nicht von ihrem Weg abzubringen. Klein: „Sie wollen, dass alle Menschen so denken wie sie, weil sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen, die alle anderen missachten oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.“ Dieses Erziehungsprogramm habe keine demokratische Legitimation: „Es ist erstaunlich wie Minoritäten – offenbar mit politischer Unterstützung – der Mehrheit ihre Vorstellungen mit fast religiösem Eifer diktieren können.“ Sie schafften ein Klima, in dem Andersdenkende durch Verdächtigungen und Anschuldigungen eingeschüchtert und verängstigt würden. Klein: „Wer dagegen aufbegehrt, muss mit der Diffamierung und Diskreditierung der eigenen Person oder der Zensur kritischer Beiträge rechnen.“

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Religiotie: “Christlicher Bildungsnotstand” – Staat soll christliche Bildung vermitteln

Michelangelos “Jüngstes Gericht”. Der Christensoftporno ist auch ohne weitere Kenntnisse zu verstehen. Foto: Michelangelo | gemeinfrei

In Europa gerät eine der wichtigsten kulturellen Quellen in Vergessenheit: das Christentum. Das hat der ehemalige Leiter von Radio Vatican, Eberhard von Gemmingen, erklärt. Wo die Kirchen scheitern, könnte der Staat christliche Bildung vermitteln, schlägt er vor.


pro Medienmagazin

Die Zehn Gebote, die Bergpredigt sowie die Berichte des Alten und Neuen Testamentes sind als „wesentliche Quellen“ der europäischen Kultur in Vergessenheit geraten. Das stellt der Jesuit Eberhard von Gemmingen in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit fest. Dabei habe „der gekreuzigte Mann aus Nazareth durch sein Leben und seine Lehre eine neue Generation von Menschen und eine neue Art des Denkens hervorgebracht“, schreibt er.

Seiner Auffassung nach ist Jesus von Nazareth die „kulturell wichtigste Persönlichkeit der europäischen Geschichte“. „Wir haben einen christlichen Bildungsnotstand“, erklärt er. Europa sei kulturell „keineswegs religionsneutral“, zu seinen Quellen gehörten das Alte und das Neue Testament. Ohne Kenntnisse über das Christentum seien Kulturwerke von Bach, Michelangelo, Dürer und Thomas Mann nicht zu verstehen. Deshalb fordert er vom Staat, „Grundinformationen über das Christentum als Kulturgut zu vermitteln“. Den Kirchen gelinge dies nicht mehr.

13 Teraelektronenvolt: LHC – Teilchenbeschleuniger schafft Weltrekord

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN

Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN

13 Teraelektronenvolt – noch nie sind bei einem Experiment Teilchen mit solcher Wucht aufeinandergeprallt wie jetzt am Europäischen Kernforschungszentrum Cern.


SpON

Sechs Wochen nach dem Neustart prallen im größten Teilchenbeschleuniger der Welt Protonen mit bislang unerreichter Energie aufeinander. In der Nacht zum Donnerstag erreichte der Large Hadron Collider (LHC) in Genf den Rekordwert von 13 Teraelektronenvolt (TeV) – nahezu doppelt so viel wie bisher.

Allerdings handelte es sich zunächst um Testkollisionen und noch nicht um Experimente zur Suche nach unbekannten Elementarteilchen, wie das Europäische Kernforschungszentrum (Cern) am Donnerstag mitteilte.

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„Nachhaltigkeit macht den Kunden zum Feind“

Algen statt nachhaltigem Palmöl: Das fordert Nachhaltigkeitskritiker Braungart. picture alliance

Michael Braungart ist einer der schärfsten Kritiker von Nachhaltigkeit. Bevor der Umweltforscher auf der heutigen Veranstaltung „Nachhaltig und gut?“ mit Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke und anderen diskutiert, erklärt er im Interview, warum es falsch ist, Häuser zu versiegeln und warum wir Plätzchen aus Algen machen sollten


Interview mit Michael Braungart|Cicero

Herr Braungart, wenn man Ihre Thesen liest, wird sich der Vorstandsvorsitzende von RWE, Peter Terium, auf einiges gefasst machen müssen, oder?
Prof. Michael Braungart: Das kommt drauf an. Ich kenne Herrn Terium ja schon lange. Er arbeitet innovativ und hat einen sehr partnerschaftlichen Führungsstil. Leute mit anderer Meinung verschüchtert er nicht, sondern bezieht sie mit ein. Insofern sehe ich der Diskussion sehr positiv entgegen.

Okay, aber oben auf Ihrer Website steht als erster Satz „We do not want sustainability“. Wenn wir uns den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht von RWE angucken, ist dort von nachhaltiger Energieversorgung als Ziel der Energiewende die Rede. Da prallen doch zwei Welten aufeinander.
Ja, aber die Unternehmen haben die Nachhaltigkeit ja nicht erfunden. Sie sind damit inzwischen in eine Falle geraten. Die Nachhaltigkeit macht auf einmal den Kunden zum Feind. Da schwingt der Gedanke mit: ,Wenn Du es gar nicht kaufst, ist es noch besser. Brauchst Du es wirklich?’ Dadurch verhindern Diskussionen um Nachhaltigkeit Innovation. Die Innovation kann nicht nachhaltig sein, sonst wäre sie keine.

Außerdem ist Nachhaltigkeit langweilig. Wenn ich Sie fragen würde: Wie geht’s Ihnen so mit Ihrem Lebensgefährten und Sie sagen: ,Nachhaltig.’ Dann sage ich: ,Na, herzliches Beileid.’ Auf Englisch ist der Ausdruck noch besser: ,sustainable’ – man kann es also aushalten. Das ist nichts Positives.

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Älteste Steinwerkzeuge der Menschheit entdeckt

Eines der 3,3 Millionee Jahre alten Steinwerkzeuge – auf den ersten Blick ein ganz normaler Stein. © MPK-WTAP

Überraschender Fund: Am Turkanasee in Kenia haben Forscher die bisher ältesten menschengemachten Steinwerkzeuge entdeckt: Sie sind rund 3,3 Millionen Jahre alt – und entstanden damit schon vor Auftreten des Homo habilis, der bisher als der erste Werkzeugmacher galt. Wer allerdings diese primitiven Faustkeile schuf, ist bisher ein Rätsel, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Bisher galt der Homo habilis, der “geschickte Mensch”, als der erste Werkzeugmacher unter unseren Vorfahren. Denn die bisher ältesten Steinklingen und Faustkeile stammen aus der Zeit vor rund 2,3 bis 2,6 Millionen Jahren und wurden zusammen mit Homo habilis Fossilien in der Olduvai-Schlucht in Tansania gefunden. Frühere Vormenschen, so glaubte man, hätten noch nicht die erforderliche mentale Kapazität und Auge-Hand-Koordination besessen, um gezielt verschiedenen Werkzeuge herzustellen.

Zufallsfund beim Umweg

“Man ging davon aus, dass nur unsere direkten Vorfahren den kognitiven Sprung machten und lernten, Steine so gegeneinander zu schlagen, dass scharfe Klingen entstanden”, erklären Sonia Harmand von der Stony Brook University in New York und ihre Kollegen. “Dies galt als das Fundament für unseren evolutionären Erfolg.” Andererseits aber erforderten die Olduwan-Werkzeuge bereits ziemlich viel Übung und Geschick – ein Indiz dafür, dass sie vielleicht doch nicht die ersten Versuche unserer Vorfahren mit dieser Technologie darstellen.

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Evolution: Neuer Stammbaum der Schlangen berechnet

Nachts auf der Jagd nach grosser Beute: So stellen sich Evolutionsbiologen der Yale-Universität die Urschlange vor. (Bild: Julius Csotonyi)

Winzige Hinterbeine und nachts auf Jagd nach grosser Beute – so stellen sich Forscher die Urschlange vor. Sie soll vor etwa 128 Millionen Jahren in warmen Waldgebieten gelebt haben.


Neue Zürcher Zeitung

Schlangen sind vermutlich doch an Land und nicht im Wasser entstanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Yale-Universität in New Haven im US-Gliedstaat Connecticut. Der Urahn heutiger Schlangen war demnach ein nächtlicher Jäger in Waldgebieten, der relativ grosse Beute verschlang und winzige Hinterbeine hatte.

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschafter die Gene, die Anatomie oder Fossilien von 73 lebenden und ausgestorbenen Schlangen- und Echsenarten. Aus den erhobenen Daten erstellten sie dann einen Stammbaum. Das Team um Allison Hsiang veröffentlichte die Studie im Online-Journal «BMC Evolutionary Biology».

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Armin Nassehi:Was ist “links” und was ist “rechts”?

Der deutsche Soziologe Armin Nassehi. (dpa / picture alliance / Erwin Elsner)

Seit der Französischen Revolution wird das politische und soziale Leben in den Kategorien von “rechts” und “links” sortiert. Das ist zu unterkomplex, meint der Soziologe Armin Nassehi in seinem Werk “Die letzte Stunde der Wahrheit”. Um die immer unübersichtlichere Gegenwart zu ordnen und zu verändern, brauche es eine kollektiv gesellschaftliche Empathie.


Von Felix Klopotek|Deutschlandfunk

Wissen Sie, was rechts ist? Oder links? Was für Fragen! Sofort fallen einem die Gewissheiten ein, die man diesen politischen Schlagworten zuordnet. Links – das ist pazifistisch, hedonistisch, wachstumskritisch, radikaldemokratisch. Und rechts? Das muss ja dann das Gegenteil sein.

Aber wer genauer hinschaut, dem zerbröseln die Gewissheiten: Es gibt linke Bellizisten, linke Asketen und Moralisten, Linke, die wirtschaftliches Wachstum als unabdingbar für die gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums ansehen, und es gibt auch Linke, die überhaupt keine Demokraten sind, sondern Anhänger einer Diktatur – in dem Fall einer der Ausgebeuteten und Subalternen über ihre früheren Ausbeuter.

Das Spiel, Gewissheiten zu zersetzen, funktioniert auch bei rechten Positionen. Es dürfte schwer sein, ja eigentlich unmöglich, “rechts” und “links” autonom aus sich heraus zu bestimmen. Was ein Linker ist, wissen wir, wenn ein Rechter auftaucht. Und umgekehrt. Die Unterscheidungen, die die Begriffe rechts und links intendieren, sind nur als relative, aufeinander bezogene, kontextabhängige denkbar. Und diese Unterscheidungen, das ist die These, die der Münchner Soziologieprofessor Armin Nassehi in seinem Buch “Die letzte Stunde der Wahrheit” vertritt, verlieren zunehmend ihre Orientierungskraft. Weil die gesellschaftlichen Kontexte zu komplex für diese Unterscheidung geworden sind. Oder in seinen Worten:

“Dass etwas rechts oder links sei, konservativ oder progressiv, enthält immer weniger Informationswerte. (…) Es hängt damit zusammen, dass die gewohnten Beschreibungschiffren, mit denen sich unsere Gesellschaft öffentlich selbst beschreibt, offenbar nicht mehr das treffen, worum es geht (…).”

Natürlich verschwinden linke und rechte Gesellschaftsbeschreibungen nicht einfach, denn:

“Das ganze Arsenal moderner Komplexitäten verlangt nach Erzählbarkeiten, nach Vereinfachungen, nach Komplexitätsreduktionen.”

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Demenz: Schützt Bildung das Gehirn?

Training schafft geistige Reserven im Gehirn © thinkstock

Schon länger ist bekannt, dass ein trainiertes Gehirn besser vor den Folgen einer Demenz geschützt ist. Jetzt bestätigt dies auch eine Studie für die frontotemporale Demenz, die vor allem 50- bis 60-Jährige trifft: Patienten mit hoch qualifizierten Berufen überlebten nach der Diagnose um bis zu drei Jahre länger als Menschen mit weniger qualifizierter Tätigkeit. Dies bestätige, dass Bildung und mentale Stimulation eine Art “geistige Reserve” des Gehirns fördern, so die Forscher im Fachmagazin “Neurology”.


scinexx

An der frontotemporalen Demenz (FTD leiden in Deutschland etwa drei bis neun Prozent der rund 1,4 Millionen Demenzkranken – das entspricht etwa 42.000 Menschen. Im Unterschied zu Alzheimer beginnt diese Krankheit bereits im Alter von 50 bis 60 Jahren, sie kann aber sogar schon bei 20-Jährigen auftreten. Das Tückische an ihr: Weil vor allem Nervenzellen im Stirnhirn und in den Schläfenlappen zerstört werden, beginnt die Krankheit mit Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens. Oft wird sie daher zunächst mit einer psychischen Krankheit verwechselt.

Eine Therapie gibt es gegen die frontotemporale Demenz bisher nicht, die bei Alzheimer eingesetzten Medikamente wirken gegen diese Demenzform nicht. In der Regel schreitet die Krankheit relativ schnell fort, so dass die Betroffenen schon nach wenigen Jahren zum Pflegefall werden und dann sterben.

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Umweltbundesamt kapituliert vor Chemtrail-Verschwörern

chemtrailsEin Facebook-Post des Umweltbundesamtes sorgt derzeit über Dessau-Roßlau hinaus für Furore – vor allem bei Chemtrail-Verschwörern, die nicht an Kondensstreifen am Himmel glauben. Die Behörde zieht nun die Reißleine.


Berliner Zeitung

Das Umweltbundesamt in Dessau kapituliert vor Chemtrail-Verschwörern und wird sich auf seiner Facebook-Seite nicht mehr mit deren Theorien und Thesen auseinander setzen. „Als steuerfinanzierte Behörde wäre es unangemessen, sich weiterhin mit dieser Art Fiktion zu befassen. Das wäre gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern mit ernsthaftem Interesse am Umweltschutz und sachlichen Dialog nicht fair und auch nicht vermittelbar“, schrieb die Social-Media-Abteilung der Bundesbehörde am Freitag gegen 23 Uhr. Zuvor war ein Facebook-Beitrag zu „Chemtrails“ mit vielen hundert Beiträgen verschwunden.

„Es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen technischen Defekt“, heißt es in einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes. „Durch uns erfolgte keine Löschung des Beitrags, auch wollten wir die kontrovers geführte Diskussion zum Thema nicht beenden. Wir haben bereits Kontakt zu Facebook aufgenommen und hoffen sehr, dass sich die Ursache schnell aufklären wird.“

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Jetzt bestecht mich doch endlich!

Foto: KURIER / Franz Gruber

Diese Wissenschaftler, die sind doch alle gekauft! Nur ich nicht. Langsam reicht es.


Von Florian Aigner|futurezone.at

Der Wissenschaft sollte man kein Wort glauben, sie ist nämlich fest in der Hand mächtiger Lobbys. Immer wieder erklärt man mir das – in Internetforen, in Mails, in wütenden Diskussionen.

Wissenschaftler und Skeptiker wie ich wollen übernatürlichen und paranormalen Behauptungen wissenschaftliche Zahlen und Fakten entgegensetzen. Dabei weiß man doch, dass Zahlen und Fakten mit der Wissenschaft in engem Kontakt stehen und daher in einer Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und dem Paranormalen nicht als unparteiische Schiedsrichter gelten können.

Kritisiere ich Heilsteine und Homöopathie, dann wirft man mir vor, von der Pharmalobby gekauft worden zu sein. Wenn ich anzweifle, dass man ein Perpetuum Mobile bauen kann, das Energie aus dem Nichts saugt und damit ein Auto antreibt, dann gelte ich als bezahlter Handlanger der Erdöllobby. Und nachdem ich mich als Physiker auch mit Atomen beschäftigt habe, muss ich sicher auch von der Atomlobby gekauft worden sein.

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Why Males Exist

Tribolium castaneum, the flour beetle used in the experiment. Image: Public Domain/Wikimedia

Males: who needs them? It’s a valid question—the existence of the male sex is a real scientific inquiry.


By Victoria Turk|MOTHERBOARD

On a survival-of-the-species level, males are basically only needed to provide sperm. In light of that, sex seems like a pretty inefficient way of reproducing in comparison to asexual reproduction. Half the offspring produced are also incapable of directly bearing future generations, and parents have to dilute their genes for the pleasure. Not to mention the hassle of finding a suitable mate in the first place.

So why has evolution allowed two-parent reproduction to persist when it seems so inefficient? Why is sex still a thing? Why don’t we just have females who can reproduce by themselves?

In a paper in Nature, biologists suggest a solution to the mystery: the existence of males and of sex allows for sexual selection, which helps keep a species healthy so it doesn’t go extinct. They tested their hypothesis in populations of beetles.

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Riesenkrater auf dem Seegrund

“Crazy Crater” im Querschnitt: Durch den schlammgefüllten Schlot unter dem Krater steigt Wasser auf. © ETH Zürich / Reusch et al.

Unerwarteter Fund: Auf dem Grund des Neuenburgersees in der Schweiz befinden sich mehrere riesige Krater. Ihr Ursprung ist nicht etwa vulkanisch, sondern es handelt sich um riesige Wasserquellen, wie ein Team von Geologen nun herausgefunden hat. Die überraschenden Krater gehören zu den größten derartigen Unterwasserstrukturen der Welt, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift “Geophysical Research Letters”.


scinexx

Eine Routinefahrt auf dem Neuenburgersee in der Schweiz brachte für Anna Reusch von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und ihre Kollegen eine im wahrsten Sinne riesige Überraschung. Bei Sonar-Messungen von ihrem Forschungsboot aus zeichnete sich auf dem Kontrollbildschirm plötzlich eine ungewöhnliche Kontur ab: Kreisrund, mit einem Durchmesser von 160 Metern. Genauere Auswertung der Daten zeigte, dass es sich um einen zehn Meter tiefen Krater am Grund des Sees handelt.

“Crazy Crater” mit 160 Metern Durchmesser

Ursprünglich hatten die Geologen im Sediment des Sees nach Hinweisen auf vergangene Erdbeben gesucht. Doch der Überraschungsfund ließ diese Suche in den Hintergrund treten – denn es blieb nicht bei einem einzigen Krater. “Die Krater waren so interessant, dass wir dieses Phänomen unbedingt genauer untersuchen wollten”, sagt Reusch. Insgesamt vier dieser Strukturen machten die Forscher im Neuenburgersee ausfindig.

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Historiker: “Wir sind mehr der Antike verpflichtet als dem Christentum”

foto: reuters / yannis behrakis Die Akropolis in Athen: “Von diesem griechischen Erbe zehrt und lebt unser Republikanismus”, sagt der deutsche Althistoriker Egon Flaig: “Und solange wir an ihm festhalten, kann die Religion nicht das Fundament unserer politischen Ordnung sein.

Europa und Griechenland? Krise! Dabei verbindet sie mehr, als viele ahnen, sagt Egon Flaig


Interview | Lisa Nimmervoll|derStandard.at

STANDARD: Sie fordern in Ihrem Buch “Gegen den Strom”, die EU, die Sie für “ein Meisterwerk technokratischer Bankrotteure” halten, “muss aufgelöst werden”. Warum und was kommt danach?

Flaig: Die EU ist kein demokratisches Gebilde – es gibt kein europäisches Parlament, keine gleichen Wahlen. Die EU ist nicht entstanden als politische Union aus dem gemeinsamen Willen der Völker, sondern aus einer Wirtschaftsgemeinschaft. Das war ein schwerwiegender Konstruktionsfehler, denn eine Wirtschaftsgemeinschaft verbindet die Menschen als Wirtschaftssubjekte, und als solche sind sie tendenziell Konkurrenten: Sie sind zufrieden, solange die ökonomische Gemeinschaft Gewinne abwirft; sie werden unzufrieden, wenn es nicht mehr so gut läuft und wenn plötzlich von Lastenausgleich die Rede ist. Und sie werden zu Feinden, wenn nicht Gewinne, sondern Verluste umverteilt werden sollen. Genau das bekommen wir jetzt zu sehen. Richtig wäre gewesen, ein Vereinigtes Europa als politische Gemeinschaft zu gründen. In der steht man füreinander ein, weil man zusammengehören will. Das tut man nicht in einer Wirtschaftsgemeinschaft. Zusammengehörigkeit fällt in die politische Dimension.

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Peter Singer spricht behinderten Babys Lebensrecht ab

Foto: RICHARD PERRY/Redux/laif/NYTNS Umstritten ist Singer wegen seiner These, dass schwerst behinderte Babys bis zum 28. Tag nach der Geburt getötet werden dürften, weil sie keine Selbstwahrnehmung hätten und daher keine “Personen” seien

Seit Jahren setzt sich Philosoph Peter Singer für Tierrechte ein. Mit behinderten Babys hat er weniger Mitleid: Die dürften getötet werden. In Berlin gibt es Proteste gegen seinen geplanten Auftritt.


DIE WELT

Der geplante Auftritt des umstrittenen australischen Philosophen Peter Singer in Deutschland sorgt für Ärger. Bundestagspolitiker von Union, den Grünen und der Linken fordern laut “Bild am Sonntag” eine Absage der Veranstaltung.

Der Philosoph und Bioethiker soll am 26. Mai in der Berliner Urania vom “Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e.V.” ausgezeichnet werden. Die Laudatio hält Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung. Singer hatte 2011 bereits den Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung erhalten.

Umstritten ist Singer wegen seiner These, dass schwerst behinderte Babys bis zum 28. Tag nach der Geburt getötet werden dürften, weil sie keine Selbstwahrnehmung hätten und daher keine “Personen” seien.

Menschenrechte für Affen

In Berlin soll Peter Singer einen Tierschutz-Preis erhalten: Seit Jahren setzt er sich unter anderem für Menschenrechte für Menschenaffen ein.

Behindertenverbände und Politiker protestieren gegen den Auftritt. Der Behindertenbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Uwe Schummer, sagte der Zeitung: “Hier wird einem Mann ein Podium geboten, der behinderten Menschen – insbesondere Säuglingen – das Lebensrecht abspricht. Das geht gar nicht.”

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Duke professor: Blacks riot because they’re lazier than Asians and have ‘strange’ un-American names

Duke University Professor Jerry Hough (WTVD/screen grab)

A North Carolina professor said over the weekend that he was suspended after he was caught writing in the New York Times comment section that there was a link between the Baltimore riots and “strange” names that black people had instead of having traditional white names.


By David Edwards|Raw Story

According to WTVD, Duke University Professor Jerry Hough responded to a New York Times editorial titled “How Racism Doomed Baltimore” by suggesting that the author’s attitude was what was “wrong” with the black community.

“[T]he blacks get symbolic recognition in an utterly incompetent mayor who handled this so badly from beginning to end that her resignation would be demanded if she were white,” he wrote. “The blacks get awful editorials like this that tell them to feel sorry for themselves.”

Hough noted that “the Asians” faced discrimination throughout U.S. history: “They didn’t feel sorry for themselves, but worked doubly hard.”

“I am a professor at Duke University,” he admitted. “Every Asian student has a very simple old American first name that symbolizes their desire for integration. Virtually every black has a strange new name that symbolizes their lack of desire for integration.”

Hough added that blacks made the problem worse by refusing to date white people.

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Proteste gegen Deutschland-Auftritt von Philosoph Peter Singer

Peter Singer im März 2009, Bild. wikimedia.org/CC BY 3.0

Viele Politiker empören sich über eine Veranstaltung mit dem Philosophen. Singers Personendefinition, dass der menschliche Vernunftgebrauch Grundlage des Personenbegriffs sei, führt zu abstrusen Haltungen und Forderungen.


kath.net

Der geplante Auftritt des umstrittenen australischen Philosophen Peter Singer in Deutschland sorgt für Ärger. Bundestagspolitiker von Union, den Grünen und der Linken fordern laut «Bild am Sonntag» eine Absage der Veranstaltung.

Der Philosoph und Bioethiker soll am 26. Mai in der Berliner Urania vom «Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung e.V.» ausgezeichnet werden. Die Laudatio hält Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung. Singer hatte 2011 bereits den Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung erhalten.

Umstritten ist Singer wegen seiner These, dass schwerst behinderte Babys bis zum 28. Tag nach der Geburt getötet werden dürften, weil sie keine Selbstwahrnehmung hätten und daher keine «Personen» seien.

In Berlin soll Singer einen Tierschutz-Preis erhalten: Seit Jahren setzt er sich unter anderem für Menschenrechte für Menschenaffen ein. Behindertenverbände und Politiker protestieren gegen den Auftritt. Der Behindertenbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Uwe Schummer, sagte der Zeitung: «Hier wird einem Mann ein Podium geboten, der behinderten Menschen – insbesondere Säuglingen – das Lebensrecht abspricht. Das geht gar nicht.» Die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen, Corinna Rüffer, forderte einen «Aufstand der Anständigen»: «Dass jemand, der die Tötung behinderter Säuglinge legalisieren will, ausgerechnet in Deutschland zum wiederholten Mal einen Preis bekommt, treibt mich vor Wut auf die Palme. Ich hoffe, dass sich dagegen nicht nur Menschen mit Behinderungen und ihre Verbände wenden.»

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