Der Todeskampf des türkischen Schulsystems

 Indoktrinierung statt Freiheit - bald in allen Klassenzimmern? Eine Mittelschule in der Provinz Van, im äußersten Osten der Türkei. (Foto: Alamy/mauritius images)
Indoktrinierung statt Freiheit – bald in allen Klassenzimmern? Eine Mittelschule in der Provinz Van, im äußersten Osten der Türkei. (Foto: Alamy/mauritius images)
Schulen werden islamisiert, die Evolutionslehre wird aus den Lehrplänen gestrichen: Die säkulare Türkei gehört der Vergangenheit an.

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

Diese Tage sind lange her, fast vergessen. Es war in den späten Sechzigerjahren. In einem Gymnasium in Eskişehir, einer anatolischen Industriestadt, habe ich mit einem Schulfreund Zeit außerhalb der Klasse verbracht, ohne unsere Mitschüler. Mein Freund hieß Haluk, glaube ich – ein stiller, bedachter Junge.

Es war noch die „alte Türkei“, die beharrlich daran arbeitete, ein säkulares Leitbild in der Gesellschaft zu verankern, ganz im Sinne des Gründers der Republik, Mustafa Kemal Atatürk. In den Grundschulen wurde Religion nicht unterrichtet. Später durfte man selbst wählen, ob man den Religionsunterricht besuchen möchte.

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Atheismus: Die Ächtung der Ungläubigen

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Nicht zu glauben, ungläubig zu sein, war lange Zeit nicht nur in Europa eine Todsünde. Auch heute noch kann Atheismus in 13 islamisch geprägten Ländern mit dem Tod bestraft werden. Dabei ist der Unglaube vermutlich genauso alt wie der Glaube selbst, wie antike Texte zeigen. Und manchmal war er sogar der Karriere förderlich.

Von Eva-Maria Götz-Laufenberg | Deutschlandfunk

Atheismus gibt es, seitdem es Religion gibt, meint die Heidelberger Historikerin Susan Richter. Zahlreiche Quellen, die belegen, dass Menschen die Existenz einer transzendentalen Macht anzweifeln, finden sich bereits in der Antike. Und auch da stand der Unglauben schon unter Strafe. Das gilt insbesondere für die Zeit der Spätantike und des frühen Christentums.

„Etwa der Codex Justinianus hat im Jahr 529 bereits strafrechtliche Maßnahmen katalogisiert, wie mit einem „Apostaten“, also einem der sich gegen Gott stellt, und von Gott abwendet, umzugehen ist, nämlich damit, dass ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen ist, und dass er kein Testament aufstellen darf, nicht zuletzt, um seine Ideen nicht zu vererben.“

Die Begründung für die Verfolgung atheistischer Vorstellungen liegt auf der Hand: Religionen waren immer mit Werten verbunden und diejenigen, die die Existenz eines Gottes leugneten, standen unter dem Verdacht, damit auch den moralischen Verhaltenskodex von Staat und Gesellschaft infrage zu stellen. Sie wurden zur Bedrohung.

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Judenbücherstreit: „Verbrennt nicht, was ihr nicht kennt …“

Reuchlin und Pfefferkorn läuten die Reformation durch einen Kampf um das Schrifttum der Juden ein (Tobias Felber / dpa)
Reuchlin und Pfefferkorn läuten die Reformation durch einen Kampf um das Schrifttum der Juden ein (Tobias Felber / dpa)
Anfang des 16. Jahrhunderts, wenige Jahre vor Luther kam es zu einem Intellektuellen-Disput: der sogenannte Judenbücherstreit. Johannes Pfefferkorn, vom Juden- zum Christentum konvertiert, forderte, jüdische Schriften sollten verbrannt werden. Der Hebraist Johannes Reuchlin konterte. Flugschriften entstanden – und das neue Medium Buchdruck erstmals offensiv genutzt.

Von Kirsten Serup-Bilfeldt | Deutschlandfunk

Ein geselliger Abend unter Freunden. Im Schein unzähliger Kerzen schimmern Pokale mit Wein, tragen Diener Schüsseln mit Braten und Körbe mit Früchten und Gebäck herein. Schließlich will man dem deutschen Gast den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen.

Reuchlins Interesse an der hebräischen Sprache wird geweckt

An diesem Herbstabend des Jahres 1490 hat sich im gastlichen Haus des Philosophen Pico della Mirandola in Florenz eine kleine Schar illustrer Gäste eingefunden. Unter ihnen der Grieche Elia Del Medigo, der in Florenz Philosophie lehrt und ein Deutscher – der Doktor Johannes Reuchlin aus Tübingen. Für den ist diese italienische „Bildungsreise“ die Erfüllung eines langgehegten Wunsches.

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Zum Affen gemacht: Wie eine atheistische Stiftung Stimmung gegen Muslime macht

Themenbild.
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Die Mehrheit der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens lehnt die Evolutionstheorie ab. Das zumindest behauptet die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung. Doch die Studie, die das beweisen soll, genügt selbst keinen wissenschaftlichen Standards.

Von Fabian Köhler | IslamiQ

Wächst an unseren Universitäten eine Generation muslimischer Kreationisten im Lehrergewand heran? Lehren muslimische Pädagogen demnächst, die Entstehung des Menschen durch Lehm und Rippe anstatt durch Mutation und Selektion? Lernen unsere Kinder im Biologieunterricht bald die koranische Schöpfungsgeschichte anstatt der Mendelschen Gesetze?

Diesen Eindruck kann bekommen, wer dieser Tage auf islamfeindlichen Seiten in Sozialen Netzwerken unterwegs ist. Auslöser ist eine Meldung der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung (GBS). „Mehrheit der muslimischen Lehramtsstudenten bestreitet die Evolution“, schrieb diese vergangene Woche auf ihrer Website und viele Medien schrieben ab. Einer Befragung unter Lehramtsstudenten zufolge sollen 60 Prozent der zukünftigen Lehrer muslimischen Glaubens bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist“. Sogar 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten würden die  Evolutionstheorie gleich ganz ablehnen.

Von einer „bildungspolitischen Katastrophe“ spricht der Vorsitzende der GBS Michael Schmidt-Salomon auf der Website der Stiftung: Wer die Evolutionstheorie ablehne, habe „keinen universitären Abschluss verdient“, schreibt der Philosoph dort und fordert, muslimische Lehramtsstudenten nicht weiter „auf wehrlose Kinder loszulassen“. [https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/muslime-evolution].

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Warum sich „weibliche Gene“ stärker mischen

Hamletbarsche sind Zwitter und können zugleich Vater und Mutter ihrer Nachkommen sein. Die Gene ihrer Eizellen werden dabei stärker durchmischt als die ihrer Spermien. (Bild: © O. Puebla)
Hamletbarsche sind Zwitter und können zugleich Vater und Mutter ihrer Nachkommen sein. Die Gene ihrer Eizellen werden dabei stärker durchmischt als die ihrer Spermien. (Bild: © O. Puebla)

Ein Hamletbarsch kann Vater und Mutter seiner Nachkommen sein – eine Eigenschaft, die Forschern hilft aufzuklären, warum Gene in einem Geschlecht – meistens dem weiblichen – oft stärker rekombiniert werden. Demnach halten diese unterschiedlichen Rekombinationsraten besonders egoistische Gene im Zaum. Die Rekombination ist eine wichtige Triebfeder der Evolution.

Von Dr. Kerstin Mehnert, Dr. Harald Rösch | LABOR PRAXIS

Ob Pflanze oder Tier – beim Übergang von einer Generation zur nächsten werden die Gene neu gemischt, bevor sie auf Ei- und Samenzellen verteilt werden. In der Regel werden die Gene in den Keimzellen des Elternteils mit unterschiedlichen Geschlechtschromosomen, meistens also dem männlichen Organismus, jedoch weniger oder gar nicht gemischt. Forscher des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön haben zusammen mit Kollegen vom Helmholtz Zentrum für Meeresforschung in Kiel, der Universität Kiel und dem Smithsonian Tropical Institute in Panama eine mögliche Ursache für dieses Phänomen gefunden. Dazu analysierten sie die Rekombinationsraten eines ungewöhnlichen Modellorganismus: des aus der Karibik stammenden Schwarzen Hamletbarsches Hypoplectrus nigricans.

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Naturforschung: 200 Jahre Senckenberg

Präparator Christian Kopp 1934 mit einem Elchkopf. Foto: Senckenberg
Präparator Christian Kopp 1934 mit einem Elchkopf. Foto: Senckenberg
Konzerte, Partys, Wettbewerbe, Ausstellungen – mit großem Programm geht die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in ihr Jubiläumsjahr. Von der Stadt gibt es dazu ein symbolisches Präsent: Die U-Bahnstation Bockenheimer Warte erhält zusätzlich den Namen Senckenberg.

Von Thomas Stillbauer | Frankfurter Rundschau

Im kommenden November jährt sich zum 200. Mal der Gründungstag. Was bis dahin geplant ist, und auch, was die Wissenschaftler schon erreicht haben, darüber gaben sie am Montag Auskunft im Naturmuseum.

Ein würdiger Auftakt braucht einen würdigen Ehrengast. Zum offiziellen Start ins Senckenberg-Jubiläumsjahr sind am Montag gleich zwei gekommen: Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) – und Johann Christian Senckenberg höchstpersönlich. Na gut, fast persönlich. Der Uni-Dozent und Biologe Helmut Wicht, erfahrener Senckenberg-Mime, ist wieder mal ins Kostüm aus der Zeit des großen Naturwissenschaftlers, Stifters und Namenspatrons (1707–1772) geschlüpft.

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Zwischen Pragmatismus und Verhüllungspflicht

© dpa Im Wasser ist für alle Platz: Szene aus dem Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding
© dpa Im Wasser ist für alle Platz: Szene aus dem Sommerbad Humboldthain im Berliner Bezirk Wedding
Auch muslimische Mädchen müssen beim Schwimmunterricht mitmachen: Das hat ein europäisches Gericht entschieden. Bei den alltäglichen Konflikten hilft das Urteil nicht.

Von Daniela Gassmann, Michaela Schwinn | Frankfurter Allgemeine

Frau Posenenske hat den Burkini noch nie gesehen. Die Schwimmlehrerin aus Frankfurt weiß nicht einmal, wo der überhaupt ist. Keine einzige ihrer Schülerinnen wollte ihn bisher tragen. Dabei hat der Förderverein der Schule den Burkini extra bestellt, um zu zeigen: Wenn muslimische Familien ihre Töchter vor Blicken schützen wollen, dann haben wir Verständnis, dann gehen wir einen Schritt auf sie zu. Der Burkini gilt schließlich in letzter Zeit als der Kompromiss bei Integrationskonflikten schlechthin.

Einer, für den der Ganzkörper-Badeanzug keine Lösung ist, geriet am vergangenen Dienstag in die Schlagzeilen: der türkischstämmige Schweizer Aziz O. Seine Töchter, beide im Grundschulalter, hatten einst zum gemischten Schwimmunterricht gehen sollen. Sie könnten Burkini tragen, bot die Schule in Basel an. O. und seine Frau lehnten ab, sie verboten den Mädchen, zusammen mit Jungen zu schwimmen. Umgerechnet ungefähr 1000 Euro sollten sie als Bußgeld zahlen, entschied die Schulbehörde. Schließlich gelte beim Schwimmunterricht die Schulpflicht.

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What the Heck Is This Giant Bow-Shaped Structure in Venus’s Skies?

Image: ©Planet-C/nakamura.masato@me.com
Image: ©Planet-C/nakamura.masato@me.com
It’s no secret that Venus, Earth’s nearest planetary neighbor, has a penchant for mysterious behavior. But the emergence of a colossal bow-shaped structure in the planet’s upper atmosphere, captured by the Japanese Akatsuki orbiter, is pretty weird even for Venus.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Stretching across 10,000 kilometers (6,214 miles), the phenomenon was spotted by the Akatsuki no sooner than it inserted itself into orbit at the planet, on December 7, 2015. The spacecraft monitored the structure until December 12, but then had to shift focus to calibrating its orbit, attitude, and telecommunication equipment. By the time it reopened its eyes to the planet on January 15, 2016, the bow shape was gone. Classic Venus.

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Fish Are Having a Real Hard Time in Space

Fish traveling aboard the International Space Station in 2014 experienced a near-immediate reduction in bone density upon encountering the microgravity environment of orbit. This is according to research published recently in Scientific Reports by a team of biologists at Tokyo Institute of Technology who conducted remote imaging experiments on newly-hatched medaka fish launched into space.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

The general findings are concerning but not all that surprising. The dramatic effects of microgravity on bone density have been observed in human astronauts aboard the ISS, where bone deterioration begins after about 20 days in orbit in a process resembling the sort of osteoporosis more often associated with old age. The mechanisms behind this, however, are still being explored, both for the sake of long-term space travel and for treating osteoporosis here on Earth’s surface. And so we have medaka fish, whose process of skeletogenesis is similar to our own.

„Under microgravity, there are several changes in the animal body, such as fluid shift, increase in blood pressure, and dizziness,“ Akira Kudo, the study’s lead author, and colleagues explain. „In particular, bone mineral density is decreased under microgravity; but it is unclear how osteoblasts or osteoclasts respond early in orbit.“

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Die Grenzen der Religionsfreiheit

Eine Schülerin trägt zum Prinzessin-Elsa-Ranzen ein Kopftuch – in den meisten Schulen mittlerweile keine Seltenheit. FOTO: dpa
Eine Schülerin trägt zum Prinzessin-Elsa-Ranzen ein Kopftuch – in den meisten Schulen mittlerweile keine Seltenheit. FOTO: dpa
Welche religiösen Rechte haben muslimische Schüler? Eine heikle Frage, auf die es viele Antworten gibt. Schon deshalb, weil mit ihr das hohe Gut der Gedankenfreiheit und staatlichen Neutralität berührt wird. Eine Analyse.

Von Philipp Jacobs, Lothar Schröder | RP ONLINE

„Die Schule ist ein Raum religiöser wie weltanschaulicher Freiheit.“ NRW-Schulgesetz, § 2, Abs. 7

Auch wenn es die Rechtsprechung wohl gerne so hätte – gerade in der Schule ist es nicht immer leicht mit der Freiheit. Denn es gibt nicht die eine. Freiheiten können miteinander oder mit Grundgesetzen zusammenstoßen. Eine muslimische Schülerin mag mit ihrem Ganzkörperschleier, dem Nikab, zwar ihre religiöse Freiheit ausleben, doch kollidiert diese mit dem Schulfrieden.

Das Bayerische Verwaltungsgericht urteilte 2014 in solch einem Einzelfall: Die offene Kommunikation im Unterricht beruhe nicht nur auf dem gesprochenen Wort, sondern sei auch auf nonverbale Elemente, wie Mimik, Gestik und die übrige Körpersprache angewiesen. Bei gesichtsverhüllender Verschleierung einer Schülerin werde eine nonverbale Kommunikation im Wesentlichen unterbunden. Der Religionsfreiheit im Unterricht stand in dieser konkreten Frage die ungestörte Durchführung des staatlichen Bildungsauftrags entgegen.

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Evolutionstheorie: Studie sieht Akzeptanz besonders unter muslimisch geprägten Lehramtstudenten schwinden

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter
Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Rund 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland lehnen die Evolutionstheorie ab, fast 60 Prozent bestreiten, dass der heutige Mensch aus affenartigen Vorfahren hervorgegangen ist.

News4teachers

Die Daten, die die „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) auf ihrer Website veröffentlicht hat, belegen nach Ansicht des Philosophen und Vorstandssprechers der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon eine „bildungspolitische Katastrophe“. Wer religiös so voreingenommen sei, dass er nicht einmal die „hunderttausendfach belegte Tatsache der Evolution“ akzeptieren könne, habe keinen universitären Abschluss verdient.

In der Debatte um das Kopftuch in der Schule argumentierten Verteidiger des Kopftuchs, es komme nicht darauf an, was eine Person auf ihrem Kopf habe, sondern was sie in ihrem Kopf habe. Nimmt man dieses Argument ernst, stimmen die Daten bedenklich, die der Biologiedidaktiker Dittmar Graf in Deutschland und in der Türkei erhob und für die „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) anhand der Religionszugehörigkeiten neu analysierte.

Denn Graf fand in seinen Studien heraus, dass nicht nur 94 Prozent der Lehramtsstudenten in der Türkei, sondern fast 70 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten in Deutschland die Evolutionstheorie ablehnten. Nur 41 Prozent der muslimischen Lehramtsstudenten an deutschen Universitäten stimmten der Aussage zu, die Evolutionstheorie sei eine wissenschaftlich anerkannte Theorie – konfessionsfreie Studenten waren mit dieser Aussage immerhin zu 84 Prozent einverstanden, Katholiken und Protestanten zu 80 bzw. 81 Prozent. Nur bei den freikirchlich organisierten Lehramtsstudenten war der Anteil derer, die der Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Grundlage zubilligten, mit 44 Prozent ähnlich gering ausgeprägt.

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Scientists’ New Role in Trump’s America: The Resistance

Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
A coalition of university professors and scientists around the United States have taken on a new role in recent weeks: Defenders of facts and truth against the impending antiscience Trump administration.

By Jason Koebler | MOTHERBOARD

As we reported soon after the election, scientists and professors who rely on government climate science to do their research are frantically downloading terabytes of publicly available data based on the fear that much of it could become difficult to access under Trump’s presidency.

Last we checked in with a handful of these researchers, they were rushing to organize archive-a-thons, identify potentially vulnerable sites, and were figuring out how to best work together to preserve as much data as possible before Trump’s inauguration. Now, a week from the start of the administration, members of the movement are beginning to reckon with their new status as resistance members.

“It’s something I’ve been asked about and thought about a lot lately,” Bethany Wiggin, director of the Penn Program in Environmental Humanities, told me. “Man, if believing in facts is an act of resistance well then, so be it.”

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Amasia wird der nächste Superkontinent unserer Erde

 Die Kontinente schieben sich zusammen, ein neuer Megakontinent entsteht nahe des Nordpols Quelle: Infografik Die Welt/ZGB grafik
Die Kontinente schieben sich zusammen, ein neuer Megakontinent entsteht nahe des Nordpols Quelle: Infografik Die Welt/ZGB grafik
Die Karibik wird als Erstes verschwinden: Verschiedene Forschergruppen habe errechnet, dass ein neuer Superkontinent entsteht. Wie einst Pangaea wird er Platten neu verbinden. Doch woanders als gedacht.

Von Cornelia Karin Hendrich | DIE WELT

Auf der Erde wird es in ferner Zukunft einen Superkontinent geben. Das legen Forschungsergebnisse nahe, die mithilfe leistungsstarker Computerprogramme die Bewegungen der Erdplatten hochrechneten.

Und das wird voraussichtlich passieren: Südamerika wird Richtung Nordamerika wandern, das Karibische Meer verschwindet. Dann wird sich Amerika über dem Nordpol mit Asien zusammenschieben. Afrika und Australien bewegen sich ebenfalls nach Norden und alle gemeinsam bilden dann den neuen Megakontinent – genannt Amasia. Ganz im Norden würden dann Alaska und Sibirien miteinander verbunden sein.

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Innenministerium distanziert sich von Ditib

Ditib-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh. Foto: -ani- / CC BY-SA 3.0
Ditib-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh. Foto: -ani- / CC BY-SA 3.0
BMI-Sprecher Neymanns ist für kritische Prüfung des islamischen Dachverbandes mit engen Verbindungen zur türkischen Regierung

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die politischen Beziehungen zwischen der Bundesregierung und der türkischen Regierung sind weiter Belastungsproben ausgesetzt. Aktuell sorgen neue Erkenntnisse über den türkischen Verband Ditib, dem die meisten türkischen Moscheen angehören und der islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen anbietet, für Unruhe auf allen Ebenen – von Bezirks- und Kreisverwaltungen bis hin zum Innenministerium.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI), Harald Neymanns, nahm im Deutschlandfunk Stellung zu den in jüngster Zeit verstärkt erhobenen Vorwürfen, Ditib sei ein direkter Ableger des türkischen Religionsamtes Diyanet. Der politische Einfluss des türkischen Staates auf die Ditib nehme derzeit stark zu, konstatierte Neymanns gegenüber dem Sender. Es stelle sich daher die Frage, ob Ditib religiös selbstbestimmt sei.

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Warum werden Frauen früh unfruchtbar?

 Orca mit Nachwuchs. (Foto: AFP)
Orca mit Nachwuchs. (Foto: AFP)
Aus Sicht der Evolution ist es wenig sinnvoll, dass Frauen nur bis zur Hälfte ihres Lebens Kinder bekommen können. Ein Blick auf Killerwale aber zeigt: Die Menopause bewahrt sie vor Konflikten.

Von Kai Kupferschmidt | Süddeutsche.de

Für die meisten Menschen sind Großmütter ein Geschenk des Himmels, doch für Biologen sind sie ein Problem: Warum werden Frauen schon mit 50 Jahren unfruchtbar, wenn sie doch noch Jahrzehnte weiterleben? Im Wettlauf der Gene hat derjenige einen Vorsprung, der die meisten Kopien ins Rennen schickt.

Da scheint die beste Strategie für Weibchen klar zu sein: Nachfahren zeugen bis zum Lebensende. Die meisten Tiere machen das, doch nicht der Mensch. Warum? Nun glauben Wissenschaftler herausgefunden zu haben, woher die Güte der Großmütter stammt – ausgerechnet durch eine Studie an Killerwalen.

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Plattentektonik: Indien war doch nicht isoliert

Am Ende der Kreidezeit war Indien noch dabei, auf Asien zuzudriften. Wie isoliert der Subkontinent dabei war, ist strittig. © Stebner et al. /PLoS ONE, CC-by-sa 4.0
Am Ende der Kreidezeit war Indien noch dabei, auf Asien zuzudriften. Wie isoliert der Subkontinent dabei war, ist strittig. © Stebner et al. /PLoS ONE, CC-by-sa 4.0
Gängige Theorie widerlegt? Indien war während seiner Drift nach Norden offenbar weniger isoliert als gedacht. Denn in indischem Bernstein haben Forscher 54 Millionen Jahre alte Mücken entdeckt, die damals auch in Europa und Asien vorkamen. Das spricht dafür, dass es während der Drift Indiens sehr wohl einen Faunenaustausch zwischen Indien und den anderen Landmassen gab, so die Forscher im Fachmagazin „PloS ONE“.

scinexx

Der indische Subkontinent hat bereits eine lange Reise hinter sich: Noch vor rund 130 Millionen Jahren bildete Indien mit der Antarktis und Australien einen Teil des Südkontinents Gondwana. Dann brach Indien zusammen mit Madagaskar und den Seychellen davon ab und begann, nach Norden zu driften. Vor rund 80 Millionen Jahren trennten sich auch die beiden Inseln ab und Indien driftete im Turbotempo auf Asien zu.

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Das genetische Totenbuch

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Die natürliche Auslese stattet jedes Lebewesen mit den Genen aus, die seinen Vorfahren – einer wortwörtlich ununterbrochenen Abstammungslinie von ihnen – in ihrer jeweiligen Umwelt das Überleben ermöglichte. Zu dem Grad, wie seine gegenwärtige Umwelt derjenigen seiner Vorfahren ähnelt, ist ein modernes Tier für das Überleben und für die Weitergabe seiner Gene gut gerüstet. Die „Adaptionen“ eines Tieres, seine anatomischen Details, Instinkte und seine interne Biochemie, sind eine Serie von Schlüsseln, die genau in die Schlösser der Umwelt seiner Vorfahren passen.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Hat man einen Schlüssel, kann man das Schloss nachbauen, in das er passt. Geht man von einem bestimmten Tier aus, sollte man in der Lage sein, die Umwelt zu rekonstruieren, in der die Vorfahren jenes Tieres überlebten. Ein Zoologe mit dem entsprechenden Fachwissen kann anhand eines ihm vormals unbekannten Tieres einige der Schlösser nachbauen, die man mit den passenden Schlüsseln öffnen kann. Viele von diesen sind offensichtlich. Füße mit Schwimmhäuten verweisen auf ein Leben am oder im Wasser. Tiere mit einem Tarnmuster und einer Tarnfarbe auf dem Fell tragen wortwörtlich ein Bild der Umwelt auf ihrem Rücken, in der ihre Vorfahren einst Raubtieren entwischt sind.

Die meisten Schlüssel, mit denen ein Tier ausgestattet ist, sind allerdings nicht offensichtlich. Viele sind tief in der zellulären Chemie vergraben. Alle von ihnen sind auf eine noch schwerer identifizierbare Weise auch in ihrem Genom verborgen. Könnten wir nur das Genom auf eine angemessene Weise lesen, so wäre es eine Art Negativbild-Abdruck uralter Welten, eine Beschreibung der uralten Umwelt der Spezies: das genetische Totenbuch.

„Könnten wir nur das Genom auf eine angemessene Weise lesen, so wäre es eine Beschreibung der uralten Umwelt der Spezies: das genetische Totenbuch.“

Natürlich werden die Inhalte des Buches die zeitlich näher an der Gegenwart liegenden Umweltbedingungen der Vorfahren bevorzugt behandeln. Das Buch des Kamel-Genoms beschreibt die vergangenen Jahrtausende, als die Vorfahren des Kamels durch Wüsten wanderten. Es muss darin aber auch Beschreibungen der Meere des devonischen Zeitalters geben, bevor die weit entfernten Vorfahren des Säugetiers einst auf das Land gekrochen sind. Das genetische Buch einer Riesenschildkröte beschreibt den Lebensraum seiner jüngsten Vorfahren auf den Galapagos-Inseln am lebhaftesten; und daraufhin die Zeit davor auf dem südamerikanischen Festland, wo ihr kleinerer Vorfahre gediehen ist. Wir wissen aber auch, dass sich alle modernen Landschildkröten einst aus Meeresschildkröten entwickelt haben und darum wird das genetische Buch der Galapagos-Schildkröte etwas ältere Meeresszenen beschreiben. Diese älteren Meeresschildkröten stammten allerdings selbst von noch viel älteren Landschildkröten aus dem Trias-Zeitalter ab. Und wie alle Landwirbeltiere stammen diese Trias-Schildkörten von Fischen ab. Das genetische Buch der Galapagos-Riesenschildkröte ist ein verwirrendes Palimpsest aus Wasser, das von Land bedeckt ist, auf dem Wasser liegt, das von Land bedeckt ist.

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Die Milchstraße ist ein Sternendieb

In den Außenbereichen der MIlchstraße gibt es noch unzählige, bisher nicht entdeckte
In den Außenbereichen der MIlchstraße gibt es noch unzählige, bisher nicht entdeckte „geklaute“ Sterne. © NASA/JPL-Caltech/ ESO/R. Hurt
Kosmische Raubzüge: Im Außenbereich unserer Milchstraße haben Astronomen Sterne entdeckt, die ursprünglich zu benachbarten Galaxien gehörten. Bei nahen Passagen dieser Zwerggalaxien muss die größere Schwerkraft der Milchstraße diese Sterne eingefangen haben. Mindestens fünf dieser „geklauten“ Sterne stammen von der Sagittarius-Zwerggalaxie, weitere sechs von noch unbestimmten Nachbargalaxien.

scinexx

Unsere Milchstraße schwebt nicht allein im All: Sie ist von unzähligen, oft nur wenige tausend Sterne umfassenden Zwerggalaxien umgeben. Erst kürzlich haben Astronomen zudem erste dunkle Begleiter entdeckt – Galaxien, die fast nur aus Dunkler Materie bestehen.

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Bacteria Use Electrical Zaps to Recruit Others to Their Slime Colonies

Image: lmnop88a/Flickr
Image: lmnop88a/Flickr
Bacterial colonies have the ability to communicate with each other over relatively long distances via a series of electrical zaps—and can actually use these signals to recruit other bugs to their massive slime “cities,” San Diego researchers say.

By Bryson Masse | MOTHERBOARD

Figuring out how these tiny creatures exchange information could be key in understanding our own microbiomes, and give us new ways to deal with the impending antibiotic resistance crisis. Beyond that, it’s another interesting window into bacterial life.

In a similar fashion to neurons, colonies called “biofilms” use potassium ion channels to regulate social interactions between bacteria in these massive groupings, and those nearby. This includes resolving conflicts, as this same team of researchers has previously shown.

Biofilms form when microorganisms collect on a surface, like a scummy rock or the bathtub you keep meaning to clean. They can be gatherings of one or more species of bacteria or other microbes, and are generally referred to even by researchers by their colloquial name: slime.

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Evokids-Projekt: Ein Geschenk für Erdogan


Die türkische Regierung führt seit Jahren einen beispiellosen Propagandafeldzug gegen die Evolutionstheorie. Sie sorgte dafür, dass der kreationistische „Atlas der Schöpfung“ von Harun Yahya eine Auflage von mehreren Millionen Exemplaren erreichte und an viele Schulen des Landes verteilt wurde, und ließ Internetfilter entwickeln, mit denen Webseiten zur Evolutionstheorie nicht mehr aufgerufen werden konnten. Vergeblich haben türkische Wissenschaftler vor den Folgen dieser Wissenschaftsfeindlichkeit gewarnt. Um sie zu unterstützen und türkischsprachigen Kindern einen Einblick in die faszinierende Welt der Evolution zu geben, hat das Evokids-Projekt heute eine türkische Fassung des Lehrfilms „Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit“ veröffentlicht.

Pressemitteilung GBS

Die deutsche Originalfassung des Films, der auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Anne-Barbara Kindler beruht, ist Teil der Evokids-Lehrmaterialien für den Evolutionsunterricht an Grundschulen. Nach Anfragen aus dem Ausland hat das Evokids-Team bereits im vergangenen Jahr eine englischsprachige Synchronfassung des Films erstellt. „Mit der englischen Fassung wollten wir ein Gegengewicht zu den Propagandamaterialien US-amerikanischer Kreationisten schaffen“, erklärt der Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon, einer der Leiter des Evokids-Projekts. „Diese Materialien hatten nicht nur in den USA durchschlagenden Erfolg, weshalb die US-Amerikaner keine Hemmungen hatten, mit Mike Pence einen bekennenden Kreationisten zum Vizepräsidenten zu wählen. Sie hatten auch immensen Einfluss auf die islamische Welt, insbesondere auf die Türkei. Deshalb haben wir beschlossen, nach der englischen auch eine türkischsprachige Fassung des Evokids-Films zu produzieren. Es ist ein besonderes Geschenk für den türkischen Präsidenten Erdogan. Allerdings ist davon auszugehen, dass er sich darüber nicht allzu sehr freuen wird. Denn seine Macht beruht nicht zuletzt auf dem Bildungsnotstand, der insbesondere in den ländlichen Regionen der Türkei vorherrscht.“

Nach der türkischen Fassung des „Big Family“-Films denkt das Evokids-Team über weitere fremdsprachige Versionen nach. „Es gab bereits einige Anfragen zu einer arabischen Übersetzung. Und nachdem Vladimir Putin eine bekennende Kreationistin zur Bildungsministerin ernannt hat, fassen wir auch eine russische Version ins Auge. Tatsächlich wächst derzeit der Bedarf an Lehrmaterialien zur Evolution weltweit, da der Kreationismus in vielen Ländern auf dem Vormarsch ist. Es ist bemerkenswert und erschreckend zugleich, wie einträchtig sich die antiliberalen Kräfte rund um den Globus hinter der Fahne des Kreationismus versammeln. So unterschiedlich die politischen Konzepte von Erdogan, Putin und Pence auch sind, so wollen sie doch gleichermaßen eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz der Evolutionstheorie verhindern. Offenkundig spüren diese Leute sehr deutlich, dass ihre autoritäre Berufung auf ‚ewig gültige Werte‘ – ob nun türkisch-islamischer, russisch-orthodoxer oder amerikanisch-evangelikaler Ausrichtung – schnell an Durchschlagskraft verliert, sobald den Menschen die basale Erkenntnis Charles Darwins bewusst wird, dass das einzig Beständige in der Welt der Wandel ist.“

Weitere Informationen: https://evokids.de/content/geschenk-fuer-erdogan

Pressekontakt:

(c) Elke Held, presse(AT)giordano-bruno-stiftung.de