Archiv der Kategorie: Bildung

Elementarteilchenphysik: Pionen und die starke Wechselwirkung

Das Experiment am CERN: Die Nickelscheibe befindet sich im Zentrum des blauen Stahlzylinders. Vier Detektormodule vermessen mit höchster Präzision die Ablenkung der Pionen. Foto: TU München

Das Verständnis der sogenannten starken Wechselwirkung ist für die Modelle über den grundsätzlichen Aufbau der Materie von großer Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielen dabei Pionen. Neue Messungen am Genfer CERN zeigten jetzt, dass sich diese Teilchen tatsächlich so verhalten, wie von der Theorie vorausgesagt – im Gegensatz zu früheren experimentellen Ergebnissen.


Pressemitteilung der Technischen Universität München
astronews.com

Pionen genannte Kernteilchen tragen wesentlich zur sogenannten starken Wechselwirkung bei. Sie ist die Kraft, die Atomkerne zusammenhält und für die Masse der uns umgebenden Materie verantwortlich ist. Erstmals ist es Physikern nun gelungen, die Verformbarkeit von Pionen exakt zu bestimmen. Das Ergebnis stimmt gut mit den theoretischen Vorhersagen überein und revidiert frühere Messungen, deren Ergebnisse nicht mit dem Standardmodell der Physik vereinbar waren.

Die gesamte sichtbare Materie im Universum besteht aus winzigen Elementarteilchen, aus Quarks und Elektronen. Die Bausteine der Atomkerne wiederum, die Protonen und Neutronen, sind aus drei Quarks aufgebaut. Ein Gold-Atomkern etwa besteht aus 79 Protonen und 118 Neutronen. Sie tauschen so genannte Pionen aus, wodurch der Atomkern zusammenhält.

Pionen bestehen aus einem Quark und einem Antiquark, welche wiederum von der starken Wechselwirkung fest aneinander gebunden werden. Das Ausmaß, in dem diese beiden Bestandteile voneinander entfernt werden können, ist daher ein direktes Maß für die Stärke der Bindungskraft zwischen den Quarks und damit für die starke Wechselwirkung.

Um die Verformbarkeit der geladenen Pionen – Physiker sprechen auch von ihrer Polarisierbarkeit – zu messen, schossen die Wissenschaftler des COMPASS-Experiments am Forschungszentrum CERN in Genf einen Pionen-Strahl auf eine Nickelscheibe. Die Pionen näherten sich den Nickel-Atomkernen dabei auf Distanzen von im Mittel nur zwei Kernradien und erfuhren dabei das sehr starke elektrische Feld des Nickelkerns.

Dieses elektrische Feld verursacht eine Polarisierung der Pionen und ändert ihre Flugbahn unter Aussendung von Photonen, also Lichtteilchen. Aus der Messung der Photonen und der Ablenkungen der Pionen für eine große Anzahl von 63.000 Pionen konnten die Wissenschaftler die Polarisierbarkeit der Teilchen bestimmen. Das Ergebnis zeigt, dass die Pionen nur zu weit weniger als ein Tausendstel ihres Volumens deformierbar sind.

“Das Experiment ist – trotz der hohen Teilchenenergien am CERN – eine große Herausforderung”, unterstreicht Professor Stephan Paul von der Technischen Universität München (TUM), der auch Koordinator des Exzellenzclusters Universe ist. “Der Effekt der Pion-Polarisierbarkeit ist winzig. Dies macht die Stärke der inneren Kräfte besonders deutlich.”

Erste in den 1980er Jahren durchgeführte Messungen hatten Ergebnisse geliefert, die im Widerspruch zu den theoretischen Vorhersagen standen und die Physiker vor große Rätsel gestellt. “Die Theorie der starken Wechselwirkung ist einer der Grundpfeiler unseres Verständnisses der Natur auf der Ebene der Elementarteilchen”, meint TUM-Wissenschaftler Dr. Jan Friedrich, der auch Mitglied des Exzellenzclusters Universe ist und der die Datenanalyse der COMPASS-Kollaboration leitete. “Daher ist die gute Übereinstimmung dieses Ergebnisses mit der Theorie von großer Bedeutung.”

Das COMPASS-Experiment wird seit 2002 am Super Proton Synchrotron (SPS) betrieben, dem zweitgrößten Beschleunigerring am CERN. Zur Kollaboration gehören rund 220 Physiker aus 13 Ländern. In Deutschland sind die Universitäten in Bielefeld, Bochum, Bonn, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Mainz und München beteiligt sowie die Technische Universität München, bei der die Verantwortung für die Datenanalyse lag.

The Robot Revolution Is Here

Building a robot has been one of humanity’s longest-standing dreams. Mechanical helper beings appear in the stories of ancient civilizations the world over, from Greece to China to Israel. On the flip side, the thought of robots running amok is one of our most enduring collective nightmares, a la Terminator and The Matrix. Living with robots in real life has been a completely different, far less dramatic story.


By Invention Factory|MOTHERBOARD

Most robots today—from the Roombas that vacuum our floors to those that assemble Tesla electric cars—go about their business without fuss or fanfare, and without much interaction with us ordinary humans. Things are about change though, as more consumer-focused companies from Google to Intel enter the robot race. GE’s new online video series Invention Factory explores what’s happening on the frontiers of robots research.

Before we get into that, it’s worth noting how far robots have already come in such a short time. Only in the past 50 years or so have robots gone from fantasy to practical reality, as big companies increasingly put purpose-specific robots to work assembling cars, solar panels, food, cooking appliances, and countless other products.

Most of these industrial bots are very expensive and usually confined to one spot on the factory floor, chugging away all day at tasks that human laborers find repetitive and physically demanding. They’re also typically impersonal looking—just a big arm or set of automated tools. As a consequence, many of us who don’t work in heavy industry scarcely think about the robots that make our modern lives possible, not even the ones that make us pancakes.

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Brief an den Impf-Skeptiker: Du bist nicht alternativ oder modern, sondern dumm

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Man kann der modernen Medizin skeptisch gegenüberstehen und ihre Möglichkeiten zurückweisen. Das sollte man aber nicht für Menschen tun, die einem anvertraut sind. Oder lassen Sie Ihr Kind etwa ohne Helm Radfahren?
  • Hysterie überlagert Fürsorge.
  • Ablehnung nicht wissenschaftlich begründet.
  • Impfungen für alle statt einer Impfpflicht.


Von Martina Fietz|FOCUS ONLINE

Lieber Impf-Skeptiker,

Du bist gerade Mutter oder Vater geworden, lebst also in einer Zeit zwischen Glück und Erschöpfung. Oder Deine Kinder sind schon älter und Du kennst bereits das Auf und Ab zwischen dem normalen Alltags-Wahnsinn und dem Ausnahmezustand bei Schnupfen, Fieber und Bauchweh. Egal, ob Du Dich entscheiden musst, ein Baby zu impfen oder ein Kleinkind: Lasst Dich nicht verunsichern von notorischen Fortschrittsverweigerern. Impfschutz ist wichtig. Impfschutz ist richtig.

Wir erleben doch gerade, dass angeblich ungefährliche Kinderkrankheiten wie Masern todbringend sein können. Wer will das für seine Tochter oder seinen Sohn? Wir leben in einer hoch entwickelten Gesellschaft mit modernster Medizin. Warum sollten wir denen, die uns am meisten am Herzen liegen, nicht allen Schutz bieten, den sie bekommen können?

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Gigant des jungen Kosmos entdeckt

Ein Quasar – das durch ein aktives, supermassereiches Schwarzes Loch hell leuchtende Zentrum einer Galaxie © ESO / Kornmesser

Astronomen haben das größte Schwarze Loch und die hellste Strahlenquelle des frühen Universums entdeckt. Der Quasar leuchtet 420 Billionen Mal so hell wie die Sonne, sein Schwarzes Loch dieses Quasars ist 4.000 Mal massereicher als das in unserer Milchstraße. Wie so massereiche Objekte relativ kurz nach dem Urknall entstehen konnten, ist bisher unklar, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


scinexx

Quasare – quasistellare Objekte – sind aktive Galaxien, in deren Zentrum ein supermassereiches Schwarze Loch Materie verschluckt und dabei enorme Mengen Strahlung aussendet. Dass es solche kosmischen Leuchtbarken schon im frühen Universum gab, belegen die rund 40 bisher entdeckten sehr alten Quasare. Durch die Ausdehnung des Universums hat ihr Licht eine Rotverschiebung von mehr als 6, sie liegen mehr als 12 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Um noch mehr solcher Quasare zu finden, haben Xue-Bing Wu von der Universität Peking und seine Kollegen Daten des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) und des WISE-Satelliten der NASA mit Hilfe neuer Auswertungsmethoden durchsucht.

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Kampf gegen den Extremismus”Da wird mir noch zu viel geredet”

An eine der Hauswände in Vorra ist ein Hakenkreuz geschmiert worden. (Daniel Karmann, picture-alliance/dpa)

Rechtsradikale oder Islamisten – für viele Extremisten ist Gewalt kein Tabu. Die Bundesregierung will mit einem neuen Programm gegensteuern. Nach Ansicht des Extremismusforschers Dirk Borstel sollte man dabei die Betroffenen möglichst konkret ansprechen.


Dirk Borstel im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke|Deutschlandradio Kultur

Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Islamismus, Salafismus – es gibt eine ganze Reihe von -ismen, die leider oft auch mit Gewalt gegen andere Menschen verbunden sind. Mit dem Programm „Demokratie leben” will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) der Gewaltbereitschaft nun entgegen treten und Anti-Gewalt-Initiativen mit entsprechenden Geldern unterstützen.

Dirk Borstel, Extremismusforscher von der Fachhochschule Dortmund, hält ein solches Programm für sinnvoll, weil viele Initiativen sonst überhaupt kein Geld hätten: “Bis ins Jahr 2000 hinein haben auch wirklich gute Initiativen um jeden Pfennig, um jede D-Mark damals noch kämpfen müssen. Von daher sind diese Programme für mich schon unerlässlich”, sagte Borstel am Mittwoch Deutschlandradio Kultur. In den 90er Jahren habe es beim Bund und in den Ländern, bis auf Brandenburg, fast keine Projekte gegeben, die die Zivilgesellschaft gefördert haben. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass zentrale Themenstellungen wie „Demokratieschutz” eine „gesellschaftliche und politische Daueraufgabe” seien, führte der Extremismusexperte weiter aus.

Demokratieschutz – ein weites Feld

Dass es heute eine solche Vielfalt unterschiedlicher Initiativen gebe, so Borstel, sei politischen Programmen zu verdanken, wie es jetzt wieder von der SPD auf den Weg gebracht werden soll. Ob Rassismus, Antisemitismus oder die Ablehnung von Homosexualität – das Feld sei weit gesteckt:

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Schweden: Von Negerfinken und Lappenmeisen

Hottentottenente. Bild: Guérin Nicolas/CC-BY-3.0

Der schwedische Orinthologieverein hatte sich sieben Jahre lang die Mühe gemacht, allen Vögeln der Welt, das heißt 10.709 Arten, schwedische Namen zu geben oder deren Namen zu überdenken. Teils wurden neue Namen kreiert, alte verändert.


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

Einige alte Bezeichnungen kamen auf den politischen Prüfstand. Rassistisch klingende Namen wurden aussortiert. So kam “Negerfink” auf den Index, die “Hottentottenente”, die auf Deutsch ebenso heißt, wurde aus dem Sprachgebrauch gebannt, ebenso erging es dem südamerikanischen “Zigeunervogel”, der nun den indianischen Namen “Hoatzin” bekam, und dem “Kaffernsegler”, der nun zum “Weißbürzelsegler” getauft wurde.

“In Südafrika ist das Wort Kaffer verboten, da es dort als Hetze gegen eine Volksgruppe interpretiert wird”, erklärt Erling Jyler, Chef des Taxonomie-Ausschusses.

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Die Medien haben Pegida groß gemacht

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Die Medien tragen eine Mitschuld am zeitweisen Erfolg von Pegida und seinen Ablegern. Zu diesem Ergebnis kommen Experten auf der Suche nach den Ursachen für das Anschwellen der Islamfeindlichkeit und rechtspopulistischer Strömungen in Deutschland.


pro Medienmagazin

Die islamfeindliche Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) scheint ihren Zenit bereits überschritten zu haben. Beim letzten „Abendspaziergang“ in Dresden am vergangenen Montag versammelten sich etwa 5.000 Demonstranten. Auf ihrem Höhepunkt konnte Pegida im Januar noch bis zu 25.000 Anhänger mobilisieren. Auch in anderen Städten zählten Beobachter zuletzt nicht mehr als einige Hundert Teilnehmer.

Der relative Bedeutungsverlust von Pegida darf aber nicht dazu verleiten, das Thema jetzt auszublenden, sagte Ralf Melzer, Leiter des Arbeitsbereiches Rechtsextremismus der Friedrich-Ebert-Stiftung. Vielmehr müsse darüber diskutiert werden, ob die Islamfeindlichkeit der Pegida-Anhänger nicht Treibstoff einer neuen rechtspopulistischen Bewegung in Deutschland ist. Ausdruck dieses Rechtspopulismus‘ seien etwa auch die Erfolge der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Aus diesem Grund hatte die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung am Dienstagabend Experten zu einer Podiumsdiskussion nach Berlin eingeladen.

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The Celebrity Atheist and Skeptics List

Source: “Brad Pitt June 2014 (cropped)” by Foreign and Commonwealth Office – http://www.flickr.com/photos/fo

Thou Are Not Alone, For We Are Plentiful


By Nevets|hub-Pages

This is for those skeptics and non-believers who feel alone in their lack of faith. We see religion coming at us from all ends every day, from television, to films, to literature, to the vast majority of our fellow man (and woman). But would it surprise you that some of the most influential artists of our time and our past were non-believers just as ourselves? It’s quite true. And below I’ve compiled a list of some of the most well-known of these individuals.

While I’ve not listed every outspoken celebrity atheist and agnostic, I have listed some of my personal favorites — along with others who I thought may interest others. These people range from Brad Pitt, to Charlie Chaplin, to Virginia Woolf and the Mythbusters. Along with each name I’ve also added quotes by the individual in question, where they speak of their lack of belief; sometimes with hope, sometimes with inspiration, sometimes with wit, and many times with utter hilarity.

I hope others enjoy this list as much as I have and find that they truly are not alone, weird, or bad for believing (or not believing) in the way that they do. Be proud of your lack of faith… you’re in good company.

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Wegen Erdogan-Gedicht: Miss Türkei droht der Knast

erdogan-sultanWegen Verunglimpfung des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in einem auf Instagram veröffentlichte Gedicht drohen einer ehemaligen türkischen Schönheitskönigin bis zu zwei Jahre Haft. In dem Text ging es um Bestechung.


FOCUS ONLINE

Die Staatsanwaltschaft werfe dem Model Merve Büyüksarac vor, im vergangenen August ein beleidigendes Gedicht im Fotodienst “Instagram” veröffentlicht zu haben, berichtete die Zeitung “Hürriyet” am Mittwoch.

In dem im Internet zugänglichen Text mit dem Titel “Ustanin Siiri” (“Das Gedicht des Meisters”) geht es um Bestechung. Im Dezember 2013 war gegen Vertraute des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt worden. Unter Verdacht geriet auch Erdogans Sohn Bilal Erdogan, der in dem Gedicht namentlich erwähnt wird.

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Töten legitim? Islam-Lehrer darf wieder unterrichten

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der Grazer Lehrer hatte nach den Attentaten in Paris vor Schülern gemeint, es sei in Ordnung, jemandem wehzutun, der Allah beleidige.


Die Presse

Jener Grazer Islam-Lehrer, der im Jänner nach umstrittenen Aussagen vom Dienst frei gestellt worden war, darf wieder unterrichten. Die Justiz hat die Ermittlungen eingestellt, da er die Worte – wenn überhaupt – lediglich vor ein paar Schülern geäußert hatte. Es fehle strafrechtlich schlichtweg an der nötigen Publizität. Seitens des Landesschulrats will man “ein Auge auf die Situation” haben.

Der Lehrer an einer Neuen Mittelschule soll nach den Attentaten in Paris die Taten verteidigt haben. Demnach sei es in Ordnung, jemandem wehzutun, der Allah beleidige.

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Neue “Charlie Hebdo”-Ausgabe: Le Pen hetzt Köter

Die neue “Charlie Hebdo”-Ausgabe vom 25. Februar dpa

Eineinhalb Monate nach dem Terroranschlag auf “Charlie Hebdo” bringt das französische Satiremagazin eine neue Ausgabe. Das Heft erscheint mit 2,5 Millionen Exemplaren. Auch nach Deutschland wird geliefert.


FOCUS ONLINE

  • Neue Ausgabe sieben Wochen nach Terroranschlag
  • Geplant sind 2,5 Millionen Exemplare
  • 15.000 Hefte nach Deutschland geliefert

Das französische Satiremagazin “Charlie Hebdo” ist nach einer Pause von eineinhalb Monaten mit einer neuen Ausgabe wieder im Verkauf. Genau sieben Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion mit zwölf Toten lag das frisch gedruckte Heft am Mittwochmorgen an den Kiosken.

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Holocaust leugnen: Verbot aufheben?

Der Autor des weltbekannten Comics „Maus“ plädiert dafür, das Verbot der Holocaust-Leugnung abzuschaffen – und findet Unterstützer Foto: Chris Anthony Diaz | CC-BY / Pantheon Books

In Deutschland ist das Leugnen des Holocaust unter Strafe gestellt. Der jüdische Cartoonist Art Spiegelman plädiert dafür, den entsprechenden Paragraphen abzuschaffen. Der Journalist Alan Posener unterstützt ihn in einem Beitrag in der Tageszeitung Die Welt.


pro Medienmagazin

Der Zeichner Art Spiegelman wurde weltberühmt durch seinen Comic-Roman „Maus“, in dem er die Erfahrungen seiner Eltern in Nazi-Deutschland und den Konzentrationslagern verarbeitete. Für das Buch erhielt der Amerikaner 1992 den Pulitzer-Preis. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sagte der Sohn polnisch-jüdischer Eltern Anfang des Jahres, man sollte das Verbot der Holocaust-Leugnung abschaffen. „Das Problem ist, dass Verbieten nicht unbedingt hilft. Die Meinungen wandern dann nur ab in den Untergrund und finden andere Ausdrucksformen“, so Spiegelman.

Im Paragraph 130 des deutschen Strafgesetzbuches steht im Absatz 3: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung (…) in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“ Spiegelman plädiert dafür, den Paragraphen abzuschaffen. „Die Antwort auf etwas Dummes sollte immer etwas Kluges sein. Obwohl ich eigentlich kein Optimist bin, glaube ich, dass sich das Wahre am Ende durchsetzt, wenn man alle Ansichten zulässt.“ Im Falle von Holocaust-Leugnern würde es zwar „sehr schmerzhaft“ sein, sagte der Künstler in der Zeit, Ausgabe 5/2015. In seinem Herzen schimpfe er auf die Nazis. „Aber wenn man Holocaust-Leugnung unter Strafe stellt, verschwindet diese Haltung ja nicht. Es gibt immer noch die gleichen verrückten Faschisten, die nur darauf warten, endlich sagen zu dürfen: Damals wurden nur acht Leute umgebracht, und die Öfen waren zum Brotbacken!“

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Right-wing Christians’ hostility to science destroys lives

Duggar family (TLC)

When a pilot program in Colorado offered teens state-of-the-art long acting contraceptives—IUD’s and implants—teen births plummeted by 40%, along with a drop in abortions. The program saved the state 42.5 million dollars in a single year, over five times what it cost. But rather than extending or expanding the program, some Colorado Republicans are trying to kill it—even if this stacks the odds against Colorado families. Why? Because they insist, wrongly, that IUD’s work by killing embryos, which they believe are sacred. This claim, which is based in bad faith and scientific ignorance, undermines fiscal prudence and flourishing families.


By Valerie Tarico|Raw Story/Alternet

Excellent Family Planning Transforms Family Life

Research from around the world shows that children and families are more likely to thrive when women are able to delay, space, and limit childbearing. The benefits are enormous: healthier moms and babies, less infant mortality and special needs, more family prosperity, higher education, less domestic conflict and abuse—even lower crime rates. Whole communities gain as women (and men!) become more productive, creating a virtuous economic cycle. Public budgets become easier to balance, and more revenues can be invested into infrastructure instead of basic needs.

Despite mountains of evidence showing that family planning empowers family flourishing, early and unwanted pregnancy has been a tough pattern to change, even in the United States. Until very recently, half of U.S. pregnancies were unintended, with over a third of those ending in abortion. For single women under the age of 30, 70 percent of pregnancies are unintended. For teens that’s more than 80 percent. This pattern has many causes, but part of the problem is antiquated family planning technologies that are highly prone to human error. In any given year, 1 out of 11 couples relying on the Pill will end up with a surprise pregnancy. For couples relying on condoms alone, this rises to 1 out of 6!

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Archaeopteryx’ Urvogel-Thron wackelt

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Der Status des Archaeopteryx als Urvogel gerät ins Wanken. Davon unbenommen bleibt seine Schlüsselrolle beim Übergang von Dinosauriern zu Vögeln.


By Ewen Callawey|Spektrum.de

Mit Merkmalen von Dinosauriern und Vögeln galt der Archaeopteryx bisher als Urvogel schlechthin. Diesen Kultstatus machen ihm nun Rivalen mit ganz ähnlichen Merkmalen streitig. Noch thront er aber über allem, und bei der Jahresversammlung 2014 der Society of Vertebrate Paleontology in Berlin schmückte sein Bild sogar die Biergläser.

Die etwas simple Vorstellung von einem einzigen Urvogel musste inzwischen zwar der Theorie von einem keineswegs geradlinigen Übergang der Dinosaurier zu den Vögeln weichen. Doch dank neuer Funde und verbesserter Methoden bleibt die Bedeutung des Archaeopteryx ungebrochen. “Die Archaeopteryx-Forschung schöpft gerade wieder neuen Atem”, sagt der Paläobiologe Martin Kundrat von der schwedischen Universität Uppsala, der an der Organisation des Symposiums im November beteiligt war.

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Zwingen Sie Ihre religiösen Ansichten nicht Ihren Kindern auf

dawkins

Letzte Woche wurde in der Islington Gazette berichtet, dass der lokale Regierungsrat des Londoner Stadtteil Islington Schweinefleisch-Produkte aus dem Essen der Grundschule verbannt hat.


Von Richard Dawkins|RDF

Das Gerücht eines völligen Verbots wurde seitdem bestritten, und die Wahrheit ist unklar. Es gäbe in der Tat ein gutes Argument für ein Verbot, aus humanitären Gründen. Es gibt nach wie vor überzeugende Beweise dafür, dass Schweine ein Level von Intelligenz und Bewusstsein haben, welches mit unseren geliebten Haustieren vergleichbar ist. Aber solche humanen Überlegungen wurden hier nicht aufgeführt. „Durch den Verzicht auf Schweinefleisch auf der Speisekarte in unseren Schulen können wir Kosten senken und Lebensmittelabfälle reduzieren, um das Budget für das Schulessen unter finanziell schwierigen Umständen maximal zu verwerten“, wurde Stadtrat Joe Caluori, exekutives Mitglied des Rates für Kinder und Familien, in der Gazette zitiert.

Der eigentliche Grund wurde von einem anderen Sprecher des Rates verdeutlicht, wie in der Gazette zitiert und in der The Independent, eine von Großbritanniens renommiertesten nationalen Zeitungen wiedergegeben wurde: „Kleine Kinder, einige nicht älter als vier Jahre alt, mit verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen können nicht wissen, welche Lebensmittel Schweinefleisch enthalten oder nicht die Bedeutung erkennen, dies aufgrund ihrer Kultur oder ihres Glaubens zu meiden.“

Was auch immer wahr oder falsch an dem ursprünglichen Bericht über das Verbot ist, es steht etwas in diesem Zitat, was heraus sticht und einem ins Auge springt. „Ihr“ Glaube? Der „Glaube“ von vierjährigen Kindern? Kam es den Sprechern nicht in den Sinn, dass Kinder, die zu jung sind, die Bedeutung „ihres“ Glaubens zu erkennen, auch zu jung sein könnten um denselben Glauben ursprünglich zu besitzen? Wie kann der „Glaube“ für ein vierjährigen Kindes „wichtig“ sein, wenn es nicht einmal weiß, was sein Glaube ist?

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Haben Sie was zur Geschichte des Kreationismus?

Themenbild. meduniwien.ac.at

Seit 2012 gibt es ihn, diesen Hort für die Neue Rechte. Die »Bibliothek des Konservatismus« am Zoologischen Garten zieht AfDler genauso an wie Geschichtsklitterer.


ND

Die politische Mitte scheint sich in Deutschland in den letzten ein oder zwei Jahren noch einmal spürbar nach rechts verschoben zu haben. Marsch für das Leben, Pegida, Alternative für Deutschland – an gleich mehreren Fronten hat die politische Rechte merklich an Boden gewonnen. All das ist kein Zufall, es sind vielmehr erste Früchte einer bewussten Einflussnahme vonseiten der sogenannten Neuen Rechten.

Ein bedeutender Knotenpunkt im Netzwerk der Neuen Rechten in Deutschland, der bislang bei Weitem nicht die kritische Aufmerksamkeit bekommen hat, die er verdient hätte, ist die Bibliothek des Konservatismus nahe dem Bahnhof Zoo in Berlin-Charlottenburg. Seit November 2011 steht dort in der Fasanenstraße 4 der geneigten Öffentlichkeit eine beträchtliche Auswahl vor allem alt- und neurechter Schriften zur Verfügung. Wichtiger jedoch als das literarische Angebot ist die Bedeutung der Räumlichkeiten der Bibliothek als Veranstaltungsort.

Anfang des Monats zum Beispiel luden dort AfD und deren Jugendorganisation Junge Alternative (JA) zu einer Diskussionsveranstaltung. Im November sprach der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) über Konservatismus. Am 26. März soll der Saarbrücker Jurist Björn Schumacher über den alliierten »Luftkrieg als Tribunal« dozieren – ein Thema, über das er bereits 2008 im rechten Ares Verlag aus Österreich ein Buch veröffentlicht hat.

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Hat sich Klimawandelleugner von der Industrie bezahlen lassen?

klimawandelEin Wissenschaftler gerät unter Beschuss: Seine Studien, die einer gefährlichen menschengemachten Erwärmung widersprechen, sollen heimlich von der Industrie bezahlt worden sein.


SpON

Der Klimaforscher Willie Soon soll heimlich hohe Geldbeträge von der Industrie bekommen haben. Das berichtet die “New York Times” (“NYT”) unter Berufung auf Greenpeace: Der Umweltorganisation lägen Dokumente vor, die entsprechende Forschungsverträge Soons aufführten.

Denen zufolge habe der US-amerikanische Wissenschaftler die Zuwendungen entgegen seiner wissenschaftlichen Pflicht verschwiegen, schreibt die “NYT”. Als “Leistungen” (“deliverables”) würde Soon seine Studien in den Verträgen bezeichnen.

Seine Arbeiten sind bekannt, weil sie einem gefährlichen menschengemachten Klimawandel widersprechen. Sogenannte Klimaskeptiker laden Soon gerne als Kronzeugen zu Vorträgen.

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„Humanismus muss über aggressive atheistische Ablehnung hinausgehen“

Philip Kitcher, Bild: college.unc.edu

In den vergangenen Jahren gab es keinen Mangel an Büchern, die gegen Religionen argumentierten, doch nur wenige, die sich positiven Alternativen widmeten. Mit seinem Buch „Life after faith“ – Leben nach dem Glauben – versucht nun auch der britische Wissenschaftsphilosoph Philip Kitcher, diese Lücke zu schließen.


diesseits.de

Samira Shackle, freie Journalistin und Redakteurin beim Magazin New Humanist, sprach mit Philip Kitcher, der derzeit an der US-amerikanischen Columbia University lehrt, über sein Ende vergangenen Oktober erschienenes Buch Life after Faith – The Case for Secular Humanism.

Ihr Buch handelt davon säkularen Humanismus als „positive Position“ darzustellen. Denken Sie denn, dass er oft negativ ist? Und wenn ja, auf welche Weise?

Philipp Kitcher: Ich möchte säkularen Humanismus von Atheismus unterscheiden. Atheismus ist einfach nur eine negative Position: er besteht darin, die Existenz von Gott (oder von Göttern) zu bestreiten. Viele Atheisten, insbesondere die „neuen Atheisten“ (von denen Richard Dawkins der prominenteste ist) konzentrieren sich auf die Anhäufung von Argumenten für die Nicht-Existenz von übernatürlichen Wesen. Sie glauben (korrekterweise), dass es für Menschen eine schlechte Sache ist, an falsche Doktrinen zu glauben – und engagieren sich folglich in einem Kreuzzug, um eine bestimmte Art falschen Glaubens vom Antlitz der Erde zu tilgen.

Ich sehe säkularen Humanismus als eine positive Perspektive auf das Leben, eine die es Menschen ermöglicht, volle und sehr lohnenswerte Leben ohne Religion zu leben. Also muss säkularer Humanismus in zwei Dimensionen über Atheismus hinausgehen. Zuerst muss er diejenigen Religionen befragen, die sich keinen Gottheiten verpflichten oder die ihre zentralen Doktrinen nicht als wörtliche Wahrheiten begreifen. Zweitens kann er nicht damit aufhören, wenn doktrinäre Glaubensvorstellungen beiseite geräumt worden sind, sondern muss etwas anbieten, um das zu ersetzen, was viele Menschen in religiösem Leben und religiöser Praxis finden: Anleitung, Hilfe und Trost.

Lügen zu glauben ist normalerweise schlecht. Trotz können Menschen schlechte Dinge passieren. Sie hilflos und verletzlich zu belassen, wird nicht ihr Los verbessern. Daher muss säkularer Humanismus über die schroffe – und oft aggressive – atheistische Verneinung hinausgehen.

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Der Schwarze Tod kam aus Asien – mehrfach

Spätmittealterliche Darstellung des Schwarzen Todes © historisch

Tödliche Fernwirkung: Das Klima in Asien war schuld an den immer wiederkehrenden Pest-Epidemien in Europa. Immer dann, wenn dort die Nagetiere – und ihre Flöhe – dank günstigem Klima florierten, kam es 15 Jahre später in Europa zu einem Pestausbruch. Kamelkarawanen dienten dem Pesterreger dabei als “Taxi”, um die gut 4.000 Kilometer nach Westen zu überwinden, wie Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” beichten.


scinexx

Die Pest war über Jahrhunderte als der Schwarze Tod in Europa gefürchtet. Immer wieder lösten Ratten und ihre Flöhe als Überträger neue Epidemien aus. Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis stammt ursprünglich aus Asien, über die Seidenstraße gelangte es im frühen 14. Jahrhundert nach Europa. Dort etablierte er sich dauerhaft in den hiesigen Rattenpopulationen – so dachte man jedenfalls bisher.

Freispruch für Europas Ratten

Boris Schmid von der Universität Oslo und seine Kollegen machten sich deshalb auf die Suche nach den Auslösern der alten Pest-Epidemien. Sie analysierten dafür Daten von mehr als 7.700 historischen Pestausbrüchen und glichen sie mit Klimadaten aus Baumringen aus dieser Zeit ab. Ihre Hypothese: Immer dann, wenn ein günstiges Klima herrschte und sich die Nagetiere erst massenhaft vermehrten, dann aber ihre Population zusammenbrach, folgte ein Pestausbruch. Denn die Rattenflöhe gingen dann aus Mangel an Wirten vermehrt auf den Menschen über.

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Happy Birthday to the ‘Greatest Public Health Experiment in History’

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

Credit: Wellcome Library, London/CC BY 4.0

At its mid-1900s peak, the polio virus typically made its move during the warm summer months, spreading mostly via feces, but sometimes spit and snot. It was known as a disease of children, like the measles or mumps, and it infected whole towns at a time. Ninety percent of those infected wind up with zero symptoms, another few percent will experience mild, general symptoms of viral infection, and the rest will suffer lifelong disability or death.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

The polio worst-case is rare as a percentage, but the pre-vaccine omnipresence of the infection—epidemics were common, especially in the first-world—made paralytic polio not so much a rarity. It was a terrifying everyday reality, a public health crisis with a brutal signature of deformity and death. In 1952, there were 21,000 paralytic cases.

The historian William O’Neil wrote that, “Paralytic poliomyelitis (its formal name) was, if not the most serious, easily the most frightening public health problem of the postwar era.” Every year the situation seemed to get worse, and paralytic polio eventually became the number one killer of children among communicable diseases.

The virus mostly haunts the digestive system, multiplying in the intestines and, later, the bloodstream and lymph nodes. In around one percent of cases, it makes the jump into the nervous system, spreading via nervous fibers into the meninges tissues surrounding the brain and, possibly, into the brain itself. This advanced progression is usually considered to be dumb luck and, unlike the neutrotropic rabies virus, entering the brain offers the poliovirus no particular advantage.

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