Archiv der Kategorie: Bildung

Pubertät: Hyperaktiver Totalumbau im Gehirn

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Neurologe Uhlhaas: “Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Jugendlicher in allen Kontexten adäquat verhält”


Von Walter Müller|derStandard.at

“Jetzt räum endlich deine Sachen weg, es müffelt ja schon in deinem Zimmer. Und außerdem: Solange du nicht Mathe lernst, kannst du dir die Party am Wochenende abschminken.” Die Appelle der Eltern sind deutlich – verfehlen aber das Ziel. Sie gehen beim einen Ohr hinein und, ohne irgendwo dazwischen in der grauen Masse hängenzubleiben, beim anderen wieder hinaus. Nach einigen Minuten der Stille meldet sich der sechszehnjährige Sprössling: “Was habt ihr gesagt?” Er war nicht da, irgendwo, aber nicht im Hier und Jetzt der Eltern.

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Heute Abend: Himmlisches Rendezvous

Venus und Jupiter stehen heute Abend nur ein Drittel Grad auseinander – wie ein heller Doppelstern. © Sky and Telescop
Heute Abend lohnt ein Blick an den Himmel: Über dem Westhorizont stehen Venus und Jupiter so eng zusammen, dass sie fast zu verschmelzen scheinen. Die beiden hellsten Himmelsobjekte nach Sonne und Mond sind bei diesem Rendezvous nicht zu übersehen. Auch in den nächsten Tagen werden die beiden Planeten noch eng beisammen am Abendhimmel leuchten, sie entfernern sich dabei aber allmählich wieder voneinander.

scinexx

Der Gasriese Jupiter und unser nächster Nachbarplanet, die Venus, sind schon unter normalen Umständen die hellsten Lichter am Nachthimmel – nach dem Mond. Schon seit einigen Wochen bewegen sich diese beiden hellen Planeten am Himmel langsam aufeinander zu. Blickt man abends nach Westen, stehen sie dort kurz nach Sonnenuntergang nebeneinander über dem Horizont.

Helles Doppellicht am Westhorizont

Heute Abend nun kommt es zur engsten Begegnung der beiden Planeten: Venus und Jupiter sind dann nur noch ein Drittel Grad voneinander getrennt. Sie erscheinen als hellleuchtender Doppelstern über dem Westhorizont. “Jeder, der eine Weile lang nicht in den Abendhimmel geschaut hat, wird überrascht sein, wie dramatisch diese Paarung ist”, sagt Kelly Beatty vom Magazin Sky and Telescope.

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Dozentin darf Studenten nicht zum Gendern zwingen

Der Verkehrswesenstudent Sebastian Zidek hat durchgesetzt, dass er seine Prüfungs- und Seminararbeiten an der Technischen Universität Berlin nicht mit Binnen-Is, Sternchen oder Unterstrichen in Personenbezeichnungen versehen muss.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

TU Berlin. Foto: Pressestelle / Ulrich Dahl

Stein des Anstoßes waren die Richtlinien des Seminars “Einführung in das Verkehrswesen”, in denen es hieß, eine “gendersensible Sprache” werde “in einer wissenschaftlichen Arbeit erwartet”. Begründet wurde die Forderung am Ende des Absatzes lediglich mit dem Verweis “BMFSFJ 2012″. Zideks wissenschaftliche Neugier ließ ihn diese Behauptung nicht einfach schlucken. Stattdessen schrieb er auf den Rat des Portals ScienceFiles hin die Dozentin an und verlangte weitere Erläuterungen dazu .

Die Dozentin schrieb ihm zurück, das Gendern sei “eine Vorgabe seitens der TU Berlin”, deren Nichtberücksichtigung einen Punktabzug zur Folge habe. Außerdem habe es sich “inzwischen als gesellschaftlicher Konsens auch in wissenschaftlichen Ausarbeitungen niedergeschlagen”. Und wenn er sich entschließe, eine Prüfung oder Seminararbeit stattdessen nur auf Wissenschaftlichkeit und Lesbarkeit hin auszurichten und dafür eine schlechtere Note bekomme, dann werde ihm “alles diskutieren” nichts helfen.

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Zeitung: Antisemitische Passage im “dtv-Atlas Weltgeschichte”

Der “dtv-Atlas Weltgeschichte” muss wegen einer rassistischen und antisemitischen Passage überarbeitet werden.


evangelisch.de

Wie das “Hamburger Abendblatt” in seiner Samstagsausgabe berichtet, hat der Deutsche Taschenbuch Verlag eingeräumt, dass ein seit 1966 in 42 Auflagen gedruckter Absatz “peinlich und rassistisch” sei. In der für November 2015 geplanten Neuauflage werde der Passus korrigiert, kündigte das Lektorat des Verlages an. Darin ist in Zusammenhang mit der rechtlichen Gleichstellung von Juden im 19. und 20. Jahrhundert von deren “Wirtsvölkern” die Rede.

“Wirtsvölker” ist einer von vielen ursprünglich aus der Biologie stammenden Begriffe, die von Nationalsozialisten und anderen Rassisten für ihre antisemitische Ideologie missbraucht wurden. Biologen sprechen von “Wirtsvölkern”, wenn Parasiten zum Beispiel Bienen befallen. Nazi-Ideologen wandten den Terminus auf Juden an, die “parasitär” und “auf Kosten des (deutschen) Wirtsvolkes” leben würden.

Greg Graffin: Darwin und Kriege statt Punkrock

Bad Religion

Mit „Population Wars“ veröffentlicht Bad Religion-Frontmann Greg Graffin am 15. September diesen Jahres sein erstes Buch. In dem untersucht er, wie die Evolutionstheorie von Charles Darwin in den letzten Jahrzehnten als Begründung für Kriege herangezogen und so verhindert wurde, dass sich die Menschheit um dringendere Probleme kümmert. Das Buch, das auf 2500 Exemplare limitiert ist, umfasst außerdem eine Single mit vier Akustik-Songs.


Rockszene.de

Dass der Sänger einer Punkrockband ein Buch über die Evolutionstheorie Darwins ein Buch schreibt, wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas sonderbar. Bei genauerer Betrachtung ist es dies aber ganz und gar nicht, schließlich ist Greg Graffin nicht nur Frontmann von Bad Religion sondern auch promovierter Evolutionsbiologe.

Zusammen mit „Population Wars“ veröffentlicht Graffin eine Single, die vier Akustik-Songs von Bad Religion enthält. Diese vier Songs sind jene, die den 50-Jährigen während des Schreibens seines Buches am meisten inspiriert haben.

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Kann es eine Moral ohne Gott geben?

Die Annahme, dass Ungläubige keine moralischen Prinzipien entwickeln können, ist ganz einfach falsch.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Lieber Fanatiker,

viele Menschen befürchten, dass ohne einen Glauben, ohne göttliche Gebote ein moralischer Verfall einsetzen würde. Dahinter steht die Überzeugung, dass Ungläubige keine moralischen Prinzipien entwickeln können.

Diese Annahme ist ganz einfach falsch. Viele angesehene Moralphilosophen waren erklärte Atheisten. In jedem Fall wurden ethische Theorien formuliert, die gänzlich ohne Gott funktionieren.

Aristoteles meinte, dass der höchste Wert im menschlichen Leben das Glück sei. Alles was wir tun, tun wir, um glücklich zu werden. Vollkommenes Glück bedeutet, keine weiteren Bedürfnisse mehr zu haben. Daher ist das Glück das Endziel allen menschlichen Strebens. Zur Erreichung des Glücks sind zwei Prinzipien zu beachten.

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Die Gender-Ideologie spaltet das Land

Gegner des grün-roten Bildungsplans demonstrieren auf dem Schillerplatz in Stuttgart (Archivbild Oktober 2014) ©DPA
Die grün-rote Regierung im „Ländle“ wollte mit ihrem Bildungsplan Minderheiten politische Zugeständnisse machen – und hat damit genau jene Kulturkampfstimmung erzeugt, die Ministerpräsident Kretschmann immer vermeiden wollte.


Von Rüdiger Soldt|Frankfurter Allgemeine

Vor zwei Jahren ließ der sozialdemokratische Wirtschaftsminister Nils Schmid auf dem Neuen Schloss in Stuttgart die Regenbogenfahne der Schwulenbewegung hissen. Es sollte ein symbolischer Akt sein und zeigen, dass sich die Verhältnisse in Baden-Württemberg geändert haben.

Ein früherer CDU-Ministerpräsident hatte den Christopher Street Day als „abstoßend“ bezeichnet. SPD und Grüne wollten es besser machen. Es blieb nicht beim Hissen der Fahne: Im Bildungsplan soll das Thema „sexuelle Vielfalt“ Teil des Querschnittsthemas „Toleranz“ werden. Ein Aktionsplan soll helfen, die Diskriminierung sexueller Minderheiten abzubauen.

Am Wochenende hat ein Bündnis mehrerer, größtenteils christlicher Familienorganisationen mehr als 2500 Bürger auf die Straße gebracht. Sie demonstrierten für den Erhalt der Ehe und gegen eine allumfassende Anwendung der Gender-Theorie; sie fürchten eine „Sexualisierung“ und „Pornographisierung“ des Unterrichts. Diese Befürchtungen sind übertrieben.

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Folter und die Herrschaft des Rechts

Am 26. Juni finden weltweit Aktionen von Amnesty International gegen die Folter statt. Amnesty klagt an, dass der Albtraum Folter weltweit für unzählige Menschen Realität sei. Allein in den letzten 5 Jahren sei in 141 Ländern gefoltert und misshandelt worden: “Trotz absolutem Verbot foltern Regierungen im Verborgenen oder liefern Menschen in Länder aus, wo in Folter droht.”


Von Wolfgang Nešković|TELEPOLIS

Wolfgang Nešković. Foto: Katja Julia Fischer.

Der im Dezember des letzten Jahres veröffentlichte Bericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats über CIA-Foltermethoden an Gefangenen, die des Terrorismus verdächtigt wurden, beweist, dass auch die USA zu den “Schurkenstaaten” zählen, die sich barbarischer Foltermethoden bedient haben, um Aussagen zu erpressen.

Der römische Rechtsgelehrte Ulpian wusste schon im 3. Jahrhundert, dass “Aussagen, die man auf diese Weise erhält, schwach und gefährlich und der Wahrheitsfindung abträglich sind. Denn die meisten Menschen verachten, sei es aufgrund ihres Widerstandsvermögens, sei es aufgrund der Heftigkeit ihrer Folterung, das Leiden so sehr, dass es gänzlich unmöglich ist, Ihnen die Wahrheit abzupressen. Andere sind so wenig in der Lage, Schmerzen zu ertragen, dass sie lieber lügen, als sich dem Verhör auszusetzen.”

Der Folterreport des Geheimdienstausschusses belegt die Richtigkeit dieser Einschätzung: Er kommt zu dem Schluss, dass die Foltermethoden “kein wirksames Mittel” gewesen seien, “um geheimdienstliche Informationen zu gewinnen oder die Inhaftierten zur Kooperation zu bewegen” und dass sich die Rechtfertigung der CIA für die Anwendung dieser Methoden auf “unzutreffende Behauptungen über ihre Wirksamkeit” gestützt habe.

Der Bericht des US-Senats über hat weltweit für Empörung und Entsetzen gesorgt. Er offenbart schockierende Grausamkeiten. Der Report zeigt, zu welchen moralischen Schandtaten und gravierenden Rechtsbrüchen die USA im Kampf gegen Terrorismus bereit waren. Die USA, die Präsident Ronald Reagan einst “eine leuchtende Stadt auf einem Hügel” genannt hatte, versinken im Sumpf ihrer eigenen moralischen und politischen Ansprüche.

Ist das die “westliche Wertegemeinschaft”, von der insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder fabuliert, wenn sie zum Beispiel gegenüber Russland den moralischen Zeigefinger erhebt? Wo bleibt die so oft von Frau Merkel in diesem Zusammenhang beschworene “Herrschaft des Rechts”, wenn die USA in ihrem Kampf gegen den Terrorismus ungerügt und ungerührt das Recht ignorieren, indem sie Menschenrechte und das Völkerrecht verletzen?

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Astronomen finden Planet mit Kometenschweif

Es sieht aus wie ein Komet, ist aber ein Exoplanet – Gliese 436b (Illustration) © Ehrenreich, Bourrier/ Universität Genf, Gracia Berná/ Universität Bern
Ein Schweif wie ein Komet: Astronomen haben erstmals einen Exoplaneten beobachtet, der einen gewaltige Wolke aus Wasserstoffgas hinter sich her zieht. Sie entsteht, weil die harte Strahlung des nahen Sterns Atome aus der Gashülle des Planeten Gliese 436b wegreißt. Diese Entdeckung stützt die Theorie, nach der auch manche Gesteinsplaneten früher eine dichte Gashülle besaßen, berichten die Forscher im Fachmagazin “Nature”.


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Der Exoplanet Gliese 436b gehört zu den heißen Neptunen: Er ist etwa genauso groß wie sein Namensvetter im Sonnensystem, aber statt eisiger Kälte herrschen auf ihm Temperaturen von rund 800 Kelvin, wie Messungen ergaben. Der Grund dafür ist simpel: Gliese 436b kreist in einer Umlaufbahn, die seinem Stern extrem nahe ist. Er streift während seines nur 2,64 Tage langen Umlaufs sogar die Hülle dieses kühlen Roten Zwergs.

Tausend Tonnen Gas pro Sekunde

Dass das nicht ohne Folgen bleibt, haben nun David Ehrenreich vom Observatorium der Universität Genf und seine Kollegen festgestellt. Als sie mit Hilfe des Hubbble-Weltraumteleskops das UV-Lichtspektrum von Stern und Exoplanet genauer analysierten, fanden sie Überraschendes: Der Planet zieht eine gewaltige Wolke aus Wasserstoffatomen hinter sich her. Wandert Gliese 436b vor seiner Sonne vorbei, bedeckt dieser Schweif 56 Prozent der sichtbaren Sternenoberfläche.

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Älteste Schildkröte der Welt in Deutschland entdeckt

So könnte die Ur-Schildkröte Pappochelys vor 240 Millionen Jahren ausgesehen haben © SMNS/ R. Schoch
Sensationsfund in Baden-Württemberg: Bei Grabungen nahe Vellberg haben Paläontologen das Fossil einer 240 Millionen Jahre alten Ur-Schildkröte entdeckt. Das Tier besaß noch keinen vollständigen Panzer, seine Rippen waren aber schon verbreitert. Der neue Fund bildet damit ein perfektes Bindeglied zwischen den frühen Echsen und den Schildkröten, es ist ein echtes Missing Link, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


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Heutige Schildkröten sind klar an ihrem typischen Panzer zu erkennen: Die Rippen von Brust und Rücken sind zu zwei starren Platten verschmolzen, die den Körper des Reptils komplett bedecken. Doch wann dieser Panzer entstand und aus welchen Reptilien sich die Schildkröten entwickelten, war lange strittig – auch weil es nur wenige Fossilien von möglichen Übergangsformen gab. Meist vermutete man den Schildkröten-Urahn unter primitiven Reptilien, den sogenannten Anapsiden. Diese trugen im Gegensatz zu Krokodilen oder Schlangen in ihrem Schädel keine zusätzlichen Öffnungen hinter den Augen.

Unvollständiger Panzer und zwei Schädelfenster

Der neue Fund wirft nun ein anderes Licht auf die Wurzeln der Schildkröten. Denn in Vellberg ausgegrabenen Fossilien gehören einer 240 Millionen Jahre alten Ur-Schildkröte, deren Panzer noch nicht vollständig geschlossen war – und deren Schädel gut erhalten ist. “So ein herausragendes Fossil findet man, wenn überhaupt, nur einmal im Leben”, sagt Rainer Schoch vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. “Das geologische Alter der Ur-Schildkröte passt genau in die zeitliche Lücke, in der man solche Übergangsformen erwartet hatte.”

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„Breaking the Silence“ Israel: „Hier geht es um Pluralismus“

17. Juni 2015: Ein israelischer Soldat neben seinem Panzer. Foto: REUTERS
Der Streit über die Kölner „Breaking the Silence“-Schau: Kerstin Müller von der Böll-Stiftung in Tel Aviv wirft im FR-Interview Kölns OB „abgrundtiefe Naivität“ vor. Scharf rügt sie die israelische NGO-Politik.


Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Frau Müller, haben die zeitweilige Absage der „Breaking the Silence“-Ausstellung und die dann folgende Verschiebung durch den Kölner OB die Menschen in Israel interessiert?

Auf jeden Fall. Es gab eine Reihe von Presseberichten, und besonders das Friedensspektrum der Gesellschaft, das sich im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzt, war erschüttert, dass sich die Stadt Köln dem Druck der neuen Rechtsregierung in Jerusalem gebeugt hat. Die Botschaft in Berlin vertritt deren Interessen.

Hinter „Breaking the Silence“, so der Vorwurf nicht nur aus Israel, stehe eine Splittergruppe der radikalen Linken, die in Israel selbst kaum Rückhalt habe.

Radikal? Das ist absurd. Radikal sind Teile der jetzigen Regierung, die dezidiert gegen eine Zwei-Staaten-Lösung sind, die das Westjordanland annektieren wollen und eine Umsiedlung der arabischen Bevölkerung planen. Das sind extremistische Positionen. Hingegen ist der Gründer von „Breaking the Silence“ ein glühender Verfechter der Zwei-Staaten-Lösung, der die Linie der internationalen Staatengemeinschaft voll unterstützt. Natürlich ist „Breaking the Silence“ der Regierung in Jerusalem nicht „genehm“, vor allem weil sie immer wieder kritische Debatten über das Vorgehen der israelischen Armee, etwa während der Gazakriege, anstößt – sie ist ganz gewiss einseitig, aber nicht propagandistisch.

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DARPA: We Are Engineering the Organisms That Will Terraform Mars

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Terraformed Mars, artist’s conception. Image: Daein Ballard/Wikimedia Commons
It’s no secret that the Defense Advanced Research Projects Agency is investing heavily in genetic engineering and synthetic biology. Whether that excites or terrifies you depends on how you feel about the military engineering totally new life forms. If you’re in the excitement camp, however, here’s a nugget for you: DARPA believes that it’s on the way to creating organisms capable of terraforming Mars into a planet that looks more like Earth.


By Jason Koebler|MOTHERBOARD

The goal of terraforming Mars would be to warm up and potentially thicken its atmosphere by growing green, photosynthesizing plants, bacteria, and algae on the barren Martian surface. It’s a goal that even perpetual techno-optimists like Elon Musk think isn’t going to happen anytime soon, but it’s a goal that DARPA apparently already has its eyes on.

“For the first time, we have the technological toolkit to transform not just hostile places here on Earth, but to go into space not just to visit, but to stay,” Alicia Jackson, deputy director of DARPA’s new Biological Technologies Office said Monday at a DARPA-hosted biotech conference. As she said this, Jackson was pointing at an artist’s rendering of a terraformed Mars.

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MIT Physicist Proposes New “Meaning of Life”

MIT physicist Jeremy England claims that life may not be so mysterious after all, despite the fact it is apparently derived from non-living matter. In a new paper, England explains how simple physical laws make complex life more likely than not.


By Orion Jones|BigThink

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Fluoreszenz-mikroskopische Aufnahme eines Multi-Spezies-Biofilms auf rostfreiem Stahl (Public domain)

In other words, it would be more surprising to find no life in the universe than a buzzing place like planet Earth.

What does all matter—rocks, plants, animals, and humans—have in common? We all absorb and dissipate energy. While a rock absorbs a small amount of energy before releasing what it doesn’t use back into the universe, life takes in more energy and releases less. This makes life better at redistributing energy, and the process of converting and dissipating energy is simply a fundamental characteristic of the universe.

According to England, the second law of thermodynamics gives life its meaning. The law states that entropy, i.e. decay, will continuously increase. Imagine a hot cup of coffee sitting at room temperature. Eventually, the cup of coffee will reach room temperature and stay there: its energy will have dissipated. Now imagine molecules swimming in a warm primordial ocean. England claims that matter will slowly but inevitably reorganize itself into forms that better dissipate the warm oceanic energy.

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Der SWR und der Aufschrei der gequälten Christen-Psyche

Über Teilnehmer und Positionen der Stuttgarter „Demo für alle“ wurde im Nachrichtenformat „Landesschau Baden-Württemberg“ des SWR ein meinungslastiger und irreführender Beitrag gesendet.


kath.net

Themenbild.
Themenbild.

Die Landesschau Baden-Württemberg des SWR brachte am 21. Juni 2015 den Beitrag „Rechtsextreme auf Stuttgarter Demo“. Die Landesschau ist eigentlich ein Nachrichtenformat. Dieser Beitrag ist aber sehr meinungslastig. Redakteur Christian Susanka erzeugt durch Manipulationen eine ganz bestimmte Stimmung. Der Zuschauer wird einseitig und tendenziös informiert.

Die inhaltliche Position der Demonstranten stellt Christian Susanka gleich zu Beginn falsch dar: Die Demo richte sich gegen die Gleichstellung von Homo- und Transsexuellen. Tatsächlich wurde aber für den Erhalt von Ehe und Familie und den Schutz der Kinder vor Sexualisierung und Gender-Ideologie demonstriert.

Über die tatsächlichen inhaltlichen Thesen und Forderungen der Demo-Veranstalter wird der Zuschauer genauso wenig informiert wie über den Wortlaut der Reden und Grußworte. Zum Beispiel darüber, dass mehrfach gesagt wurde, dass niemand etwas gegen Homosexuelle habe – sehr wohl aber gegen die Indoktrination durch den Bildungsplan.

Stattdessen zeichnet der Redakteur ein möglichst negatives Bild der Teilnehmer an der DEMO FÜR ALLE, indem er gezielt einzelne Teilnehmer herausstellt, die anscheinend den „Identitären“ angehören. Diese werden als repräsentativ für alle Demonstrationsteilnehmer dargestellt, obwohl die Masse der Demonstranten aus Eltern, Großeltern und Familien mit Kindern bestand.

Dass auch Geistliche teilnahmen, sogar ein Bischof ein Grußwort schickte, wird unterschlagen, ebenso die Teilnahme und die Reden von CDU-Politikern. Diese Informationen hätten einen angemesseneren Eindruck vom Charakter und der Seriosität des Anliegens der DEMO FÜR ALLE erzeugt.

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Stephen Gaghan und Disney planen Abenteuerfilm über Charles Darwin

Von Syriana bis Gold – Stephen Gaghan fügt seinen Filmen gern eine Prise Abenteuer hinzu. Und wessen Leben war wohl abenteuerlicher als das von Charles Darwin?


kino-zeit.de

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB
Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Wie Deadline berichtet, schloss der Regisseur und Drehbuchautor kürzlich einen Deal mit Disney ab: gemeinsam will man einen Abenteuerfilm auf die große Leinwand bringen, der sich mit dem Erdenker der Evolutionstheorie auseinandersetzt. Gaghan soll dazu das Drehbuch verfassen und schließlich auch Regie führen. Plot-Details lassen des frühen Stadium des Projekts wegen natürlich noch auf sich warten. Zum Thema könnte aber beispielsweise die fünfjährige Reise auf der HMS Beagle werden, die Darwin 1831 zu Beginn seiner Karriere unternahm. Damals sollte die Küste Südamerikas kartografiert werden und seine Entdeckungen sollten maßgeblich seine späteren Theorien beeinflussen.

Raumsonde “Rosetta” soll auf Kometen landen

© ESA/Rosetta/NavCam CC BY-SA
© ESA/Rosetta/NavCam
CC BY-SA
Im November 2014 setzte “Rosetta” das Mini-Labor “Philae” auf einem Kometen ab – nächstes Jahr soll die Sonde selbst auf dem Himmelskörper landen. Die Raumfahrtagentur Esa hat die Mission um weitere neun Monate verlängert.


stern.de

Die europäische Raumfahrtagentur Esa verlängert ihre Mission zur Erkundung des Kometen “Tschuri”. Die Sonde “Rosetta” soll den Brocken im All jetzt bis Ende September 2016 begleiten – also neun Monate länger als geplant. Nach insgesamt zwölf Jahren im Universum soll sie zum Ende der Mission schließlich auf dem Kometen abgesetzt werden, teilte die Esa am Dienstag in Paris mit.

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Genetik: Der fünfte DNA-Baustein

DNA, image: Mirny et al/MIT
DNA, image: Mirny et al/MIT
Das Erbgut besteht offenbar aus mehr als nur den vier bekannten Bausteinen, die mit A, C, G und T abgekürzt werden: Ein weiteres Molekül kontrolliert womöglich die Aktivität von Zellen. Ist es auch für Krankheiten verantwortlich?


Von Hanno Charisius|Süddeutsche.de

In jedem Bio-Lehrbuch steht, dass der Erbgut-Code des Lebens aus vier Bausteinen besteht, die mit den Buchstaben A, C, G und T angekürzt werden. Britische Molekulargenetiker sind der Meinung, dass dieses Alphabet des Lebens erweitert werden sollte.

Sie haben entdeckt, dass ein molekularer Baustein nicht nur kurzzeitig als Zwischenprodukt in Zellen auftaucht und dann wieder verschwindet, sondern stabil in den Erbgutstrang eingebaut wird. Die biologische Funktion dieses 5fC genannten Bausteins können die Forscher zwar noch nicht erklären, räumen sie im Fachblatt Nature Chemical Biology ein. Sie vermuten jedoch, dass sie einem bislang unbekannten Regulationsmechanismus auf der Spur sind. Das grundlegende Konstruktionsprinzip des Erbmoleküls DNA wird dadurch nicht infrage gestellt, bis auf weiteres müssen die Lehrbücher also nicht umgeschrieben werden.

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Antijudaismus: Über Jahrhunderte ausgeprägtes Denken

Das viel zitierte christlich-jüdische Erbe, gibt es das überhaupt? Der amerikanische Historiker David Nirenberg zeigt nun, wie tief verwurzelt in der Geschichte des Abendlandes die Ablehnung des Judentums ist – und wie sie die europäische Geistesgeschichte grundlegend geprägt hat.


Von Bettina Marx|Deutschlandfunk

Bild: bb
Bild: bb

Detailreich und umfassend beschreibt der amerikanische Historiker David Nirenberg die Geistesgeschichte des christlich-jüdischen Antagonismus, der antijüdischen Feindschaft und des Hasses. Sein Buch ist keine Ereignisgeschichte, keine Aufzählung von Fakten, Daten und Zahlen und keine Beschreibung von Pogromen und Völkermord. Dem Mediävisten aus Chicago geht es vielmehr um die “Geschichte des Nachdenkens über das Jüdischsein”. Auf fast 600 Seiten untersucht er, wie die Denker, Theologen und Philosophen mit dem Judentum, beziehungsweise mit dem, was man als Judentum verstanden hat, umgegangen sind. Dabei stößt er auf eine Matrix des Denkens, die sich sehr früh entwickelt und über die Jahrhunderte ausgeprägt hat. Sie hat in die Juden und das Judentum alles hineinprojiziert, wogegen sich die Mehrheitsgesellschaft abgrenzen wollte.

In seiner Einleitung schreibt der Autor: “Mein Buch wird den Antijudaismus als Maske behandeln, das heißt, als pädagogische Furcht, die einigen Schlüsselkonzepten und -fragen in der Geschichte des Denkens bleibende Form gibt. Zugleich wird es aber auf den ständigen Wandel hinter der Maske deuten – auf die unaufhörliche Transformation dieser Konzepte und Fragen und der Vorstellungen vom Judentum, durch die sie so oft artikuliert wurden.”

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Astronomen entdecken “dunkle Galaxien”

Einige der neu entdeckten dunklen Galaxien (grün) im Coma-Cluster © NAOJ
Unsichtbarer Hüter: Astronomen haben mehr als 800 Exemplare der rätselhaften dunklen Galaxien entdeckt. Diese enthalten kaum Sterne und Gas, sind aber trotzdem massereich. Die Forscher vermuten daher, dass sie bis zu 99 Prozent aus Dunkler Materie bestehen. Dies könnte auch erklären, warum diese dunklen Galaxien trotz der starken Gezeitenkräfte im Inneren des Coma-Galaxienhaufens noch existieren.


scinexx

Dass es sie gibt, haben Astronomen erst im letzten Jahr entdeckt: 2014 stießen sie erstmals auf Galaxien, die völlig anders sind als die bisher bekannten. Denn diese “dunklen Galaxien” sind zwar normalgroß und massereich, aber enthalten extrem wenig Sterne oder Gas. So sind viele von ihnen etwa so groß wie die Milchstraße, sie besitzen aber nur ein Tausendstel ihrer Sternenpopulation.

Massereich, aber sternenarm

Jetzt haben Astronomen mit Hilfe des Subaru Teleskops auf Hawaii weitere 854 dieser dunklen Galaxien im Coma-Cluster entdeckt. Dieser Galaxienhaufen liegt gut 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und enthält vorwiegend elliptische Galaxien. Zwischen diesen helleren Sternenansammlungen beobachteten die Forscher nun zahlreiche sehr viel lichtschwächere, eher verwaschen wirkende Galaxienflecken.

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Anthropologie: Sein Urururopa war Neandertaler!

In der „Knochenhöhle“ in Rumänien gefunden: der Unterkiefer eines Homo sapiens. / Bild: (c) Svante Pääbo
Die DNA-Analyse eines 40.000 Jahre alten Unterkiefers zeugt davon, dass sich die beiden damals in Europa lebenden Menschenarten vermischten.


Von Thomas Kramar|Die Presse

Eine nahe Verwandtschaft zwischen diesem hässlichen, starken, plumpen Tiermenschen und dem Menschengeschlecht“ sei „ausgeschlossen“, schrieb H. G. Wells 1921 in „The Grisly Folk“ über den Neandertaler: „Unseren Vorvätern muss er erschreckend vorgekommen sein, als sie auf ihn stießen.“ Dieses Bild des dem Homo sapiens am nächsten verwandten Vormenschen hat sich in der Wissenschaft lange gehalten: Noch 1999 betitelte „Die Presse“ einen Artikel über Neandertaler mit „Die ganz alten Europäer sind längst ausgestorben“.

Das war damals Mainstream, die meisten Anthropologen bestanden darauf, dass der Homo neanderthalensis eine eigene Art sei, die sich in Europa aus dem – vor circa einer Million Jahren aus Afrika eingewanderten – Homo erectus entwickelt habe und vor circa 40.000 Jahren vom frisch aus Afrika gekommenen Homo sapiens verdrängt bzw. ausgerottet worden sei. Das impliziert, dass sich die beiden nicht miteinander vermischt hätten. Denn genau das ist die Definition einer Art: Sie besteht aus Individuen, die miteinander Kinder bekommen können. Wobei die Kinder selbst wieder fruchtbar sein müssen: So sieht man Pferde und Esel als verschiedene Arten, denn ihre Mischlinge – Mulis bzw. Maulesel – sind unfruchtbar.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts begann sich das Bild von den Neandertalern als haarige Bestien zu wandeln, es häuften sich die Indizien dafür, dass die Neandertaler uns nicht so unähnlich waren. Sie konnten so gut jagen wie Homo sapiens, sie bastelten Schmuck, zumindest in manchen Regionen bestatteten sie ihre Toten. Es gab offenbar auch kulturellen Austausch.

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