Achtbeinige Genies

Nicht identifizierte Springspinnenart (Eventuell eine nicht ausgewachsene Thiodina sylvana). Bild: USGS / CC-BY-2.0
Oktopoden und Spinnen faszinieren mit hoher Intelligenz, die aus völlig andersartigen Gehirnen entsteht

Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Ob es an den Beinen liegt? Vermutlich nicht. Aber ein unbefangener Beobachter – etwa von einem fremden Planeten -, der ergründen wollte, welche Tiere besonders intelligent sind und warum, könnte allerlei Korrelationen aufstellen und zum Ergebnis kommen, dass, sobald man das Reich der Wirbeltiere verlässt, die Intelligenz ihr Maximum bei acht Beinen erreicht: Oktopoden und Spinnen.

Tatsächlich wird das wohl Zufall sein. Ein anderer Zusammenhang ist schlüssiger. Vegetarier müssen jetzt ganz tapfer sein, aber es ist so: Schaut man sich im Tierreich um, dann sind die Jäger meist heller als die Pflanzen- (und Plankton-)fresser. Zahnwale übertreffen die Bartenwale (von Seekühen ganz zu schweigen), Wölfe die Schafe, Würfelquallen die Ohrenquallen, Raben die Hühner. Das liegt einfach an den unterschiedlichen Anforderungen der Nahrungsgewinnung. Eine grüne Weide braucht man nicht zu umzingeln, Krill muss man nicht austricksen, an einen reifen Apfel muss man sich nicht anpirschen, und es ist auch nicht nötig, aufzupassen, dass der Grünkohl einen nicht sieht. Es ist die Jagd, die Strategiebildung, Vorausschau und Perspektivwechsel fordert.

Doch es sind die Achtbeiner unter den Jägern, die am meisten faszinieren. Sie gleichen Aliens, die mitten unter uns leben; unabhängig evolvierte Intelligenzen, deren letzter gemeinsamer Vorfahr mit uns vor rund 560 Millionen Jahren lebte – oder noch früher – und so einfach strukturiert war, dass ein Regenwurm im Vergleich dazu wie Einstein wirkt. Aus ein paar über den Körper verteilten Nervenbahnen und einem Augenfleck entstand mehrfach ein leistungsstarkes Gehirn, das seine Umwelt mit mehreren Sinnen erfassen, lernen, Pläne schmieden und erinnern kann.

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Menschheitsgeschichte: Es gibt keine Rassen

Die vielerorts verbreitete helle Hautfarbe gibt es in Europa erst seit vier- bis fünftausend Jahren (Imago)
„Rasse“ – dieser Begriff hat viel Leid über die Menschheit gebracht. Die Idee, dass Menschen unterschiedlich viel wert sein sollten, je nach Herkunft und Hautfarbe. Doch es ist bewiesen, dass so etwas wie „Rasse“ gar nicht existiert: Die Menschen auf der Erde sind genetisch betrachtet fast gleich.

Von Dagmar Röhrlich | Deutschlandfunk

Der Begriff „Rasse“, wie wir ihn heute verstehen, entwickelte sich in der Zeit, als Europäer die Erde „entdeckten“, fremde Kontinente und Kulturen. Im 18. Jahrhundert, mit dem Entstehen der modernen Wissenschaften, begannen Philosophen und Naturforscher in ihrem Bestreben, die Welt zu ordnen und zu erklären, äußerlichen Unterschieden Wertungen beizumessen:

„Europäer – weiß, sanguinisch, muskulös

Amerikaner – rot, cholerisch, aufrecht

Asiaten – gelb, melancholisch, steif

Afrikaner – schwarz, phlegmatisch, schlaff

Carl von Linné, Systema Naturae, Zehnte Auflage, 1758“

Diese Auffassung von „Rasse“, die in der Aufklärung entstand, bildete das geistige Fundament, auf dem sich der Kolonialismus entfalten konnte, der Imperialismus und später die völkischen Rassenideologien des 19. und 20. Jahrhunderts und der Holocaust.

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How to Improve Political Forecasts

Image: NAUTILUS
With a better understanding of probability, we won’t be misled.

By Aubrey Clayton | NAUTILUS

The 2020 Democratic candidates are out of the gate and the pollsters have the call! Bernie Sanders is leading by two lengths with Kamala Harris and Elizabeth Warren right behind, but Cory Booker and Beto O’Rourke are coming on fast! The political horse-race season is upon us and I bet I know what you are thinking: “Stop!”

Every election we complain about horse-race coverage and every election we stay glued to it all the same. The problem with this kind of coverage is not that it’s unimportant. Who’s leading a particular race and by how much can matter a great deal to someone trying to decide which candidate to volunteer time or money to, or even whether it’s worth learning the policy positions of a fringe candidate with no chance of winning. The problem is the well-documented incentive for the media to make every race seem closer than it is, what Erika Fry in the Columbia Journalism Review called “rooting for the race.”

Those who simply want to know how the candidates stack up and who seek a more objective, quantitatively rigorous alternative to punditry have in recent years turned to such data journalism sources as Nate Silver’s FiveThirtyEight. But even they are feeling burned by 2016. Silver, who scored on both Obama victories, had Trump as a distant longshot in the primary and Clinton as a 71 percent favorite to make the winner’s circle in the general. Data-centered political coverage, as a whole, took a serious blow.

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Der Gutbürgerschreck

Atemlosigkeit, Sprunghaftigkeit, Unterhaltsamkeit: Slavoj Žižek. (Foto: imago stock&people)
  • Der Philosoph Slavoj Žižek wird 70.
  • Er ist ein hyperaktiver, oft hypernervöser und immer humorvoller Kritiker der selbstgerechten linksliberalen Eliten des Westens.
  • Passt seine Paradaerolle als Gutbürgerschreck noch in eine Zeit, in der das Böse leider längst nicht mehr nur auf der guten Seite steht?

Von Jens-Christian Rabe | Süddeutsche Zeitung

Die obligatorische Frage, was er an seinem 70. Geburtstag am 21. März tun wird, hat Slavoj Žižek vor einigen Wochen schon selbst in seiner Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beantwortet. Er wird natürlich nicht feiern, weil ihn in seinem Alter Geburtstage zu sehr an den Tod erinnerten. Vielmehr wird er den ganzen Tag an einem neuen Hegel-Buch arbeiten, das im kommenden Jahr anlässlich von dessen 250. Geburtstag erscheinen soll: „Ich werde versuchen, gar nicht als Person zu existieren, sondern als ein Werkzeug der Verwirklichung dieses Buches.“ Typisch Žižek. Aus dem Text spricht ein ziemlich unphilosophischer Trotz dem Tod gegenüber. Für weisen Gleichmut gibt es die langweiligen Philosophen.

Žižek fürchtet den Tod nicht als den, der ihm sein Leben nimmt, sondern als den, der ihm seine Arbeit nimmt. Das ist der ultimative Horror der hypernervösen Ideologiekritikmaschine namens Slavoj Žižek, weshalb er im wesentlichen Teil der Kolumne konsequenterweise auch nicht über den sentimentalen Geburtstagskram schreibt, sondern über die Bande seines aktuellen Lieblingswitzes lieber ein Werkzeug der Verwirklichung von Ideologiekritik ist.

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Schon Platon wusste: Wer viel aufschreibt, wird vergesslich. Und ohne Rede scheitert das Denken. Damit hat er selbst im digitalen Zeitalter recht

Bei Platon zeigt sich selbst der Pharao noch schriftkritisch: Die Hieroglyphen seien blosse Gedankenstütze. (Bild: Christophel Fine Art / Getty)
In der Bildung herrscht eine übertriebene Digitalisierungseuphorie. Dabei droht vergessen zu gehen, worauf kritisches Denken fusst.

Christoph Riedweg | Neue Zürcher Zeitung

Landauf, landab herrscht Begeisterung über die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Schulen. Mit massiven Investitionen in zusätzliche Computer, Laptops und bessere WLAN-Verbindungen, in Lernplattformen, Schulserver und interaktive Tafeln verbindet sich die Erwartung eines Quantensprungs in der Unterrichtsqualität.

Dass die Digitalisierung auch im Bildungsbereich zu grossen Veränderungen führt, steht ausser Frage. Angesichts des weithin unkritischen Enthusiasmus kann es freilich nicht schaden, auf die Stimme eines bis heute einflussreichen antiken Philosophen zu hören, der sich im Zusammenhang mit dem damals akuten Medienwandel, dem Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit, eindringlich mit den Chancen und Risiken des neuen Mediums auseinandergesetzt hat.

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«Es gibt gezielte Angriffe auf die Geisteswissenschaften», sagt Geschichtsprofessor Caspar Hirschi

Caspar Hirschi, Geschichtsprofessor an der Hochschule St. Gallen.
Einst bildeten Studienfächer wie Philosophie, Geschichte und Germanistik das Rückgrat der universitären Bildung. Heute haben sie an Bedeutung verloren.

Von Anja Burri | NZZamSonntag

Herr Hirschi, auch in der Schweiz verzeichnen gewisse Fächer der Geisteswissenschaften einen deutlichen Rückgang der Studierendenzahlen. Die Zahl der Geschichtsstudenten zum Beispiel ging in knapp 15 Jahren um 40 Prozent zurück. Ist das klassische Phil-I-Studium bedroht?

Caspar Hirschi: Die Zahlen sind besorgniserregend. Betroffen ist nicht nur Geschichte, sondern auch Germanistik, Englisch oder Philosophie. Der Trend geht vom Qualitativen zum Quantitativen, von den textbasierten zu den datenbasierten Wissenschaften. Das sieht man auch daran, dass innerhalb der Geisteswissenschaften vor allem ein Fach seit über 20 Jahren jedes Jahr mehr Studierende verzeichnet: die Psychologie.

Was ist da eigentlich passiert?

Es gibt verschiedene Faktoren. In den USA begann die Trendumkehr in dem Jahr, in dem die Finanzkrise ausbrach. Wie üblich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wählten junge Menschen Studienfächer mit klarem Berufsprofil wie Jus, Medizin oder Informatik. 2007 war aber auch das Jahr, in dem das iPhone eingeführt wurde. Es steht für einen viel fundamentaleren Wandel, der zuerst die junge Generation erfasste und kaum mehr umzukehren ist: den Rückzug der Buchkultur. Die Liebe zu Büchern, der Lesehunger, die Lust an der Interpretation und Diskussion langer Texte ist die wichtigste Voraussetzung für ein geisteswissenschaftliches Studium. Diese Liebe im Gymnasium zu wecken, ist im Zeitalter des Smartphones viel schwieriger geworden.

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Jede neunte Schule ohne Leiter – klarer Trend zum Besseren: Politik redet von Schulschwänzen

Jede neunte Schule in Nordrhein-Westfalen hat keinen regulären Leiter. An den 4964 Schulen des Landes fehlen 535 Leiter. Das teilte das Schulministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Erstmals seit Jahren zeichnet sich allerdings eine deutliche Verbesserung ab: In den Vorjahren war jede siebte Schule in NRW von Schulleitermangel betroffen.

Süddeutsche Zeitung

Auch die Lehrergewerkschaft Bildung und Erziehung (VBE) lobte die Entwicklung. „Jede Schule ohne Leiter ist eine zu viel“, sagte Landeschef Stefan Behlau. „Wir sehen aber, dass Verbesserungen – vor allem bei der Besoldung – greifen.“

Bereits Anfang 2017 war die Besoldung der Grund- und Hauptschulrektoren auf A 14 erhöht worden. Ein Jahr später war dann die Bezahlung der Konrektoren ebenfalls auf A 13 mit Zulage angehoben worden. Auch die Leitungszeit – mindestens neun Wochenstunden an allen Schulformen – ist schrittweise erhöht worden.

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Wikipedia and the Wisdom of Polarized Crowds

Image: NAUTILUS
A lesson in how to break out of filter bubbles.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

In 2013, James Evans, a University of Chicago sociologist and computational scientist, launched a study to see if science forged a bridge across the political divide. Did conservatives and liberals at least agree on biology and physics and economics? Short answer: No. “We found more polarization than we expected,” Evans told me recently. People were even more polarized over science than sports teams. At the outset, Evans said, “I was hoping to find that science was like a Switzerland. When we have problems, we can appeal to science as a neutral arbiter to produce a solution, or pathway to a solution. That wasn’t the case at all.”

Evans started his study on Amazon. You know the heading that says, “Customers who bought this item also bought”? Evans and his colleagues analyzed the top 100 items in this list for two “seed” books: Barack Obama’s Dreams from My Father and Mitt Romney’s No Apology. They repeated this process for each book in the top-100 list until they ran out of new titles. “The resulting ‘snowball sample,’ ” Evans and company wrote in their 2017 Nature Human Behaviour paper, “contained virtually all books in the largest strongly connected component in Amazon’s directed co-purchase network,” or 1,303,504 unique titles.

After performing a co-purchase network analysis—the sort used to study co-citation and co-author networks—on this dataset, the scholars concluded that political ideology guided people to science books. With some curious results. Liberal readers preferred basic science (physics, astronomy, zoology), while conservatives went for applied and commercial science (criminology, medicine, geophysics).

“It seems like conservatives are happy to draw on science associated with economic growth—that’s what they want from science,” Evans said. “Science is more like Star Trek for liberals: traveling through worlds, searching for new meanings, searching for yourself.” Science turned out to be “a huge example of confirmation bias,” Evans said. “You expect something to be true, you want it to be true, you read books that affirm and confirm those truths.”

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Does Light Experience Time? And Other Riddles

This visualization shows a jet blasting from a black hole near the speed of light. When objects reach near lightspeed, time behaves very strangely.
We really don’t understand time yet

By Paul Sutter | SPACE.com

We don’t understand the concept of time much at all.

Everyone experiences time — literally every day — but rigorous and comprehensive understanding of the topic is … lacking. Then again, we do know some things, especially when we look at time through the lens of special and general relativity. Einstein’s work taught us many things: that space and time are connected, that you can never travel faster than light, that our universe has a finite age and that different observers experience different lengths of time.

All these revelations lead to some interesting questions. It’s time (pun intended) for a roundup.

How old is the universe?

Our universe is 13.77 billion years old, according to our current best estimates, which are very good, thank you very much. But when special relativity is invoked, we also understand that everyone measures time differently, depending on their speed. We, on Earth, whizzing around the sun, with the sun spinning around the Milky Way, and the Milky Way blasting through the intergalactic vacuum, should have a different perspective on the flow of time than someone else on a different planet around a different sun in a different galaxy. That said, how can we possibly pin down a „real“ age of the universe?

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1,3 Milliarden Volt in einer Gewitterwolke – Elektrische Energie in Gewitter ist zehnmal höher als gedacht

Bei einem heftigen Gewitter haben Forscher für die elektrische Spannung in der wolke 1,3 Milliarden Volt ermittelt – zehnmal mehr als je zuvor gemessen. © mdesigner125/ iStock
Extrem geladen: Gewitterwolken erzeugen mehr elektrische Energie als gedacht. Bei einem besonders heftigen Gewitter haben Forscher jetzt Spannungswerte von 1,3 Milliarden Volt ermittelt – das ist zehnmal mehr als bisher durch Ballonmessungen nachgewiesen. Die elektrische Leistung erreichte sogar zwei Gigawatt – das ist der erste Nachweis so hoher Energien in einer Gewitterwolke. Diese enormen Energien könnten erklären, warum einige Gewitter sogar Gammastrahlen und Antimaterie produzieren.

scinexx

In einer Gewitterwolke entstehen mit der Zeit starke Ladungsunterschiede, die sich in Donner und Blitzen entladen. Diese können Stromstärken von mehreren zehntausend Ampere erreichen und in Sekundenbruchteilen die umgebende Luft bis auf 30.000 Grad aufheizen. Doch die enormen Energien des Gewitters setzen auch Reaktionen in Gang, die weit exotischere Folgen haben: Es werden energiereiche Gammastrahlen und sogar Antimaterie in Form von Positronen produziert.

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Weird ‚Hypervelocity Star‘ Booted Out of Milky Way’s Disk

Scientists have re-created the trajectory of a massive „hyperfast star,“ finding that the object was ejected from the Milky Way disk, not the galactic center as previously believed. (Image: © Kohei Hattori)
The monster black hole at the Milky Way’s heart isn’t the only celestial beast capable of booting stars out of the galaxy, a new study suggests.

By Mike Wall | SPACE.com

Astronomers traced the trajectory of a huge „hypervelocity star“ backward through time. They found that the star, known as LAMOST-HVS1, got its speed kick in the Milky Way’s disk, not near the galactic core where the supermassive black hole lurks, as had previously been suspected, a new study reports.

„This discovery dramatically changes our view on the origin of fast-moving stars,“ study co-author Monica Valluri, an astronomy professor at the University of Michigan, said in a statement.

„The fact that the trajectory of this massive, fast-moving star originates in the disk rather that at the galactic center indicates that the very extreme environments needed to eject fast-moving stars can arise in places other than around supermassive black holes,“ Valluri added.

Hypervelocity stars zoom through space at speeds exceeding 1 million mph (1.6 million km/h) — more than twice as fast as their „normal“ cousins. These speedsters are pretty rare; astronomers first spotted one in 2005 and have cataloged fewer than 30 since then.

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Betriebe kämpfen gegen Analphabetismus

Paketzentrum 44 Prozent der Unternehmen, die Geringqualifizierte beschäftigen, haben diesen zuletzt Programme zur „Grundbildung“ angeboten. (Foto: obs)
Viele Unternehmen helfen Mitarbeitern bei Schreib-oder Leseschwächen – deutlich stärker als noch vor wenigen Jahren. Doch sie brauchen mehr Hilfe vom Staat.

Barbara Gillmann | Handelsblatt

Die Digitalisierung schraubt die Anforderungen auch für Ungelernte immer mehr in die Höhe: Arbeiter in der Logistik oder in Reinigungsbetrieben könnten schon bald vor der Situation stehen, nicht mehr länger nur Pakete umzuladen oder zu putzen, sondern ihre Arbeit auch auf Displays zu dokumentieren.

„Das können aber viele Helfer gar nicht, weil sie große Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben“, warnt der Bildungsexperte des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Axel Plünnecke.

Das Problem ist größer als gemeinhin bekannt: Nach der einzigen Studie dazu gibt es in Deutschland mehr als sieben Millionen erwachsene sogenannte funktionale Analphabeten, die also nicht richtig lesen oder schreiben können. 57 Prozent davon arbeiten trotzdem, wenn auch oft prekär.

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Surprise! Dust Ring Discovered in Mercury’s Orbit

Artist’s illustration showing several dust rings circling the sun, formed by the gravitational tugs of orbiting planets. Recently, scientists discovered a dust ring at Mercury’s orbit and concluded that Venus‘ ring likely originates from a group of as-yet-undiscovered co-orbital asteroids. (Image: © Mary Pat Hrybyk-Keith/NASA’s Goddard Space Flight Center)
Two dusty discoveries may shake up our understanding of the inner solar system.

By Mike Wall | SPACE.com

Mercury shares its supertight orbit with a big ring of wandering dust, a recent study suggests. And a cloud of as-yet-undiscovered asteroids likely gave rise to a similar halo in Venus‘ neighborhood, another new paper concludes.

„It’s not every day you get to discover something new in the inner solar system,“ Marc Kuchner, a co-author of the Venus study and an astrophysicist at NASA’s Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, said in a statement. „This is right in our neighborhood.“

A ring very close to the sun

Both Earth and Venus have collected co-orbiting dust rings, as the planets have shepherded the particles with powerful gravitational tugs. Mercury’s path, however, was thought to be free of such a feature.

„People thought that Mercury, unlike Earth or Venus, is too small and too close to the sun to capture a dust ring,“ Guillermo Stenborg, a solar scientist at the Naval Research Laboratory in Washington, D.C., said in the same statement. „They expected that the solar wind and magnetic forces from the sun would blow any excess dust at Mercury’s orbit away.“

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Dr. Frans de Waal — When Animals Weep (and laugh, love, fight, are afraid, get angry, seek revenge, and other human-like emotions)

Based on his latest book — Mama’s Last Hug: Animal Emotions and What They Tell Us about Ourselves — the legendary biologist and primatologist Frans de Waal continues his empirical and theoretical work on animal societies, politics, intelligence, sentience, consciousness and, now, feelings and emotions.

SCIENCE SALON # 57 | Skeptic

In this conversation Dr. de Waal and Dr. Shermer discuss:

  • the difference between feelings and emotions
  • the problem of “other minds” (how do we know what other people, much less animals, are thinking and feeling?)
  • why it took a century since Darwin’s book on the evolution of animal and human emotions before scientists took up the mantle
  • the push back from social scientists that Paul Ekman and other scientists, including de Waal, got for suggesting emotions evolved
  • A.I. and emotions (can we program feelings into robots?)
  • the six different emotions and why there are very probably more
  • the nature/nurture debate in the study of emotions
  • primate politics in U.S. elections: a biologist analyzes the Trump-Clinton debate #2
  • is Trump an alpha male or a bully?
  • the difference between sentience and consciousness
  • animal rights and the future of factory farming.

Das Rätsel der 21. Aminosäure – Selenocystein hat als einzige essenzielle Aminosäure keinen eigenen DNA-Code

Warum gibt es für die Aminosäure Selenocystein keinen eigenen Basencode? Und weshalb ist sie im Organismenreich so lückenhaft verstreut? © Svisio/ thinkstock
Mysteriöser Lebensbaustein: Nach gängiger Lehrmeinung sind 20 Aminosäuren unverzichtbar – doch es gibt noch eine 21., das Selenocystein. Sie wird von fast allen Wirbeltieren und vielen weiteren Lebewesen benötigt und produziert. Merkwürdig nur: Für sie existiert im Erbgut der Organismen kein eigener DNA-Code. Warum das so ist, ist bislang rätselhaft. Jetzt haben Genanalysen bei Pilzen neue Einblicke in die mögliche Evolution dieser 21. Aminosäure geliefert.

scinexx

In unserem Erbgut sind die Bauanleitungen für Aminosäuren jeweils als Basencode aus drei „Buchstaben“ codiert. Insgesamt existieren 61 solcher Codons für 20 verschiedene Aminosäuren, dazu drei Stoppcodons, die an passender Stelle das Ablesen des Codes abbrechen. Lange galten deshalb nur diese 20 Aminosäuren als essenziell – für das Funktionieren des Stoffwechsels unverzichtbar.

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Eine Reise zum Ursprung der Philosophie

Staunen wie die Kleinen (picture alliance / imageBROKER / Tommy Seiter)
Am Anfang der Philosophie steht das Staunen. Die Literaturwissenschaftlerin Nicola Gess hat diesem Motor des Denkens eine Poetik gewidmet. Darin zeigt sie, dass am Ursprung der Philosophie auch ein subversives Potential schlummert.

Von Etienne Roeder | Deutschlandfunk Kultur

Der Atem des Publikums stockt, wenn im Zirkus die Akrobaten in schwindelerregender Höhe ihre Kunststücke vorführen. Ob Luftakrobaten, Zauberer oder Kuriositäten wie Schlangenmenschen – sie alle versetzen den Betrachter in pures Staunen. Es ist ein Staunen, gepaart mit Bewunderung über die Ausweitung des Möglichen. Nicola Gess erkundet in ihrem Buch über das Staunen dessen Relevanz für die Gegenwartskultur.

So wie Christopher Nolan in seinem Science-Fiction-Epos „Interstellar“ sein Publikum über die Möglichkeit der intergalaktischen Reise staunen lässt, ließen die Automaten oder auch Zauberer im 18. Jahrhundert ihr Publikum wie Kinder staunen. Damals wurde jedoch unterschieden zwischen einem kindlichen und einem erwachsenen Staunen. Die Literaturwissenschaftlerin Nicola Gess erzählt:

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SXSW 2019: Genetisch veränderte Menschen – Forschung fürchtet sich vor „Frankenstein“-Moment

Amy Webb. Viele Besucher in Austin wollten die Zukunftsforscherin der New Yorker Stern School of Business sehen. (Foto: Getty Images)
Künstliche Intelligenz, Gentechnik und Big Data revolutionieren Forschung und Medizin. Die Innovationen wecken Hoffnungen, schüren aber auch Ängste.

Sebastian Matthes, Britta Weddeling | Handelsblatt

Wenn auf einem der Panels bei der Digitalkonferenz South by Southwest (SXSW) im texanischen Austin das Schlagwort Crispr angekündigt wird, dann ist der Saal bis auf den letzten Platz besetzt, und viele Interessierte warten vor den Türen vergeblich auf Einlass. Die molekulare Maschine Crispr spürt bestimmte Abschnitte im menschlichen Genom auf und „schneidet“ sie heraus. So können Fehler im DNA-Code im Prinzip so einfach korrigiert werden wie der Tippfehler in einem Textdokument.

Schwere genetisch bedingte Erkrankungen wie einige Krebsarten oder Sichelzellenanämie könnten bald der Vergangenheit angehören, hofft Fyodor Urnov, einer der führenden Crispr-Wissenschaftler weltweit. Er leitet die Forschung des Innovative Genomics Institute (IGI) der Universität Berkeley. „Die Ära von Crispr ist das Ende der genetischen Krankheiten“, prophezeit Urnov.

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Gigantic Galaxy Clusters Sing a Spooky Song into the Cosmos

NASA’s Hubble Space Telescope captured this stunning view of the galaxy cluster RXC J0142.9+4438 on Aug. 13, 2018, using the observatory’s Advanced Camera for Surveys and Wide Field Camera 3. (Image: © ESA/Hubble & NASA, RELICS)
The galaxy cluster in question, known as RXC J0142.9+4438, contains thousands of galaxies held together by gravity. In addition, each galaxy is home to countless stars — some of which shine brightly in the foreground of the Hubble image. 

By Samantha Mathewson | SPACE.com

„Compact galaxies and a few foreground stars create brief tones, while elongated spiral galaxies produce longer notes that can change pitch,“ according to System Sounds.

The largest grouping of galaxies lies near the center of the image and produces sound in the midfrequency range, which can be heard about halfway through the video.

Conversely, objects captured near the bottom of the image produce lower notes, and those near the top produce higher notes, according to the statement.

The photo was taken Aug. 13, 2018, using Hubble’s Advanced Camera for Surveys and Wide Field Camera 3. When a massive object, such as a galaxy cluster, falls between an observer (like the Hubble telescope) and a more distant target in the background, the intervening object creates a so-called gravitational lens that magnifies the observer’s view.

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Masse der Milchstraße bestimmt – Unsere Heimatgalaxie wiegt 1,5 Billionen Sonnenmassen

Die im Außenbereich der Milchstraße verteilten Kugelsternhaufen haben Astronomen dabei geholfen, die Masse unserer Galaxie genauer zu bestimmen. © NASA, ESA and A. Feild (STScI)
Eine Galaxie auf der „Waage“: Astronomen ist die bisher genaueste Bestimmung der Milchstraßen-Masse gelungen. Demnach umfasst unsere Heimgalaxie rund 1,5 Billionen Sonnenmassen – rund 90 Prozent davon sind Dunkle Materie. Möglich wurde die neue Messung durch eine Kombination von Daten der Weltraumteleskope Hubble und Gaia. Das Wissen um die Masse der Milchstraße ist wichtig für die Kenntnis unserer komischen Nachbarschaft, aber auch für grundlegende Fragen der Kosmologie.

scinexx

Die Milchstraße ist unsere kosmische Heimat, trotzdem ist sie noch lange nicht komplett erforscht. Sogar ihre genaue Masse ist bis heute unbekannt. Bisherige Schätzungen lagen mit Werten zwischen 500 Milliarden und drei Billionen Sonnenmassen weit auseinander. Das Problem: Die Masse unserer Galaxie umfasst nicht nur Sterne und andere sichtbare Objekte. Stattdessen macht den Löwenanteil von 90 Prozent eine unsichtbare Komponente aus – die Dunkle Materie. „Wir können die Dunkle Materie aber nicht direkt messen“, erklärt Laura Watkins vom Space Telescope Science Institute in Baltimore.

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Masernausbruch an Schule: Ohne Impfschutz kein Unterricht

Schüler einer Gesamtschule in Hildesheim, die keinen Impfpass dabei hatten, durften am Freitag nicht am Unterricht teilnehmen. (Foto: dpa)
  • Nach einem Masernausbruch an einer Gesamtschule in Niedersachsen greifen die Behörden zu drastischen Maßnahmen.
  • Schätzungen zufolge wurde am Freitag jeder fünfte Schüler vom Unterricht ausgeschlossen, weil er keine Impfung nachweisen konnte.
  • Seit Jahresbeginn sind in dem Bundesland mehr Menschen an Masern erkrankt als im gesamten Vorjahr.

Süddeutsche Zeitung

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben am Freitag viele Schüler einer Gesamtschule in Hildesheim wieder nach Hause geschickt, weil sie keinen Impfschutz gegen Masern nachweisen konnten. So soll nach einem Masernausbruch an der Gesamtschule verhindert werden, dass sich weitere Kinder anstecken. Der NDR berichtet von Schätzungen, dass jeder fünfte der 600 Schüler davon betroffen sei. Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Impfpässe vergessen oder waren nicht geimpft.

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