Türkei Regierung streicht Evolutionsunterricht

Angeblich zu kontrovers und zu kompliziert: Das türkische Bildungsministerium will offenbar die Evolutionslehre aus dem Stundenplan der Schüler streichen.

SpON

Evolution soll an türkischen Schulen künftig nicht mehr unterrichtet werden, wie ein hochrangiger Vertreter des Bildungsministeriums mitteilte. Der Beamte Alpaslan Durmus sagte, Evolution sei umstritten, kontrovers und zu kompliziert. „Wir glauben, dass dieses Unterrichtsfach das Verständnis der Schüler übersteigt“, so Durmus in einem Video, das auf der Homepage des Bildungsministeriums veröffentlicht wurde.

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EKD könnte ‚Sprachpanscher des Jahres 2017‘ werden

Bild: orf.at
Bei der Wahl zum „Sprachpanscher“ des Jahres 2017 steht die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ganz oben auf der Kandidatenliste des „Verein Deutsche Sprache“ (VDS). Das teilte der VDS am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit.

religion.ORF.at

Der VDS, nach eigenen Angaben Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein, hat nach seinen Statuten zum Zweck „die deutsche Sprache als eigenständige Kultursprache zu erhalten und zu fördern.“ Der Verein „widersetzt sich insbesondere der fortschreitenden Anglisierung des Deutschen und der Verdrängung der deutschen Sprache aus immer mehr Bereichen des modernen Lebens.“ Der Verein wird unter anderem von Sprachwissenschaftlern kritisiert, da er fremdenfeindliche Tendenzen verstärken könnte.

„godspot“ im Visier der Sprachwächter

Die Nominierung der EKD zum „Sprachpanscher“ des Jahres 2017 begründete der VDS damit, dass sie im Lutherjahr das sprachschöpferische Erbe ihres Gründers mit „godspots“ (kostenlosem WLAN in vielen Kirchen) lächerlich gemacht habe.

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‘Devastating’ survey shows huge loss of Israel support among Jewish college students

Fern Oppenheim, the co-founder of Brand Israel Group, presents a recent report, ‚Sounding the Alarm: The American-Israeli Relationship,‘ June 20, 2017. (Amanda Borschel-Dan/Times of Israel)
Brand Israel Group raises the alarm on a widening gap in the US between older supporters and the increasingly pro-Palestinian next generation.

By Amanda Borschel-Dan | The Times of Israel

More than a decade ago, a diverse focus group of Americans was asked to describe a typical Italian house. Words like “lush, food, cooking, maternal, welcoming” quickly rolled of the tongue. The same group was asked about an Israeli home and a very different vibe was described: “concrete, strict, ultra-religious, middle-aged ultra-Orthodox men.”

This 2005 focus group was commissioned to explore the underlying image of Israel in the American psyche. The unanimous perception was a conflict-driven country filled with religious fundamentalists.

Not exactly a country they were keen on visiting — or supporting.

The loose consortium of volunteer marketing and advertising executives who commissioned the study now falls under the Brand Israel Group (BIG) rubric. While each member of this heterogeneous Mad Men coalition had his or her own reasons for wishing to change Americans’ innate view of Israel, for Fern Oppenheim, co-founder of Brand Israel Group, her tipping point came after the September 11, 2001, World Trade Center attacks.

The child of Holocaust survivors, Oppenheim said she awoke from her sense of Jewish security that day. “I never thought I’d smell smoke living in New York,” she said in Jerusalem this week.

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Warum Schimpansen an der Grenze patrouillieren

Symbolbild: Ein Schimpanse. – (c) AFP (GUILLAUME SOUVANT)
Sie sind soziale Primaten wie wir – aber worauf baut ihre Moral? Und kennen sie Mitgefühl?

Die Presse.com

Wie hilfsbereit sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich? Und wenn sie einander helfen, tun sie’s aus Mitgefühl oder aus Berechnung? Das ist schon bei Menschen nicht leicht zu entscheiden, im Fall der Schimpansen sind die Wissenschaftler uneins. Vor allem Forscher um Michael Tomasello – bekannt für Arbeiten über Spiegelneuronen – neigen dazu, den Schimpansen die Empathie abzusprechen: 2016 erklärten sie in Nature Communications (20. 12.), dass die Affen ihresgleichen weder helfen noch schaden wollen, das sei ihnen schlicht egal.

Aber offenbar merken sie sich, wenn ihnen ein Artgenosse geholfen hat – und belohnen die Hilfe später. Das zeigten die Forscher um Tomasello, indem sie die Schimpansen vor die Wahl stellten, sich selbst und einen Kollegen oder nur sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Sie entschieden sich für die altruistische Variante, auch wenn sie ihnen einen Nachteil brachte, wenn dieser Kollege ihnen davor geholfen hatte.

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Salafismus und die „Gier nach Reinheit“

Manchmal vermag es Glauben in den Wahn zu leiten: Salafismus gilt als eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islams. Im Bild: Gläubige bei einer Predigt im einer Moschee in Beirut. (Foto: dpa)
Jeans-Verbot, willkürliche Koran-Auslegung und die Lehre vom „wahren Islam“. Das Buch „Die Salafisten“ erläutert trittsicher ein religiöses Phänomen.

Von Simon Wolfgang Fuchs | Süddeutsche.de

Deutschland ist längst ein begriffliches Einwanderungsland. Arabisch-islamische Ausdrücke wie Dschihadist, Salafist oder Wahhabit haben sich erstaunlich mühelos in den Duden integriert. Die dahinterliegenden Konzepte zu benennen oder gar auseinanderzuhalten, fällt jedoch selbst Spezialisten schwer. Es ist daher ein Glück für die deutschsprachige Öffentlichkeit, dass sich Rüdiger Lohlker, Professor für Islamwissenschaften an der Universität Wien, in seinem neuen Buch „Die Salafisten“ als trittsicherer Erläuterer dieses religiösen Phänomens erweist. Mit seiner klaren Meinung hält der Autor dabei nie hinter dem Berg. Für ihn ist der Salafismus in all seinen Spielarten bedenklich, da er einem friedlichen Zusammenleben und respektvollen Miteinander entgegenwirkt.

Lohlker geht es darum, die salafistische Selbstsicht als einzig authentische Version des Islam konsequent zu hinterfragen. Er unterstreicht die Verwandtschaft des Salafismus mit anderen modernen religiösen Bewegungen wie dem Pietismus, die in ähnlicher Weise die Rolle der Gemeinschaft betonen und den direkten, unverstellten Zugang zu den Textquellen suchen.

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Schüler schwänzt Moscheebesuch – Eltern kommen vor Gericht

Die Eltern eines Schülers aus Rendsburg lehnten es ab, dass ihr Sohn eine Moschee besucht Quelle: pa/dpa/Carsten Rehder
Eine Schulklasse macht einen Ausflug in eine Moschee, ein Kind nimmt nicht teil. Die Eltern des Jungen fürchten eine „religiöse Indoktrination“. Die Staatsanwaltschaft will den Fall nun vor Gericht verhandeln.

DIE WELT

Wegen der Weigerung eines Schülers aus Rendsburg in Schleswig-Holstein, eine Moschee zu betreten, wird es zu einem Gerichtsprozess kommen. Im August soll ein Verfahren gegen die Eltern des 13-Jährigen eröffnet werden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Itzehoe der „SHZ“ aus Flensburg. Der Junge war am 14. Juni 2016 dem Schulausflug seiner Erdkunde-Klasse aus weltanschaulichen Gründen ferngeblieben.

Wegen des „Schulschwänzens“ sollten seine Eltern Bußgelder von jeweils 150 Euro bezahlen. Weil sie dagegen Widerspruch eingelegt hatten, prüfte die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit. Dort wurde jetzt entschieden, dass es zum Prozess vor dem Amtsgericht kommt. Mehrere Medien hatten über den Vorfall berichtet.

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Die Angst der Wissenschaft vor Trump

Aus Sorge um die Freiheit der Forschung demonstrieren Wissenschaftler weltweit, wie hier in Amsterdam, gegen den US-Präsidenten Donald Trump. (Foto: imago/Paulo Amorim)
Forscher fürchten Zensur und Eingriffe der US-Regierung. Eine engagierte Professorin aus Pennsylvania versucht nun, sensible Daten in Sicherheit zu bringen – bevor es zu spät ist.

Von Roman Deininger | Süddeutsche.de

Man werde übrigens zu dritt sein beim Gespräch, sagt Bethany Wiggin, „aber keine Sorge“, der Überraschungsgast werde einem gefallen. „Er ist sehr kompetent bei unserem Thema.“ Das Thema ist Wissenschaft und Politik, oder präziser: die Angst der amerikanischen Forscher vor dem Präsidenten Donald Trump.

Wiggin, Mitte vierzig, blonde Haare, Jeansjacke, ziemlich cool für eine Professorin, eilt über den Campus der University of Pennsylvania: „Ben wartet auf uns.“ In einem schattigen Eck bleibt sie vor einer Bronzestatue stehen, die lebensgroße Skulptur eines Mannes, der lesend auf einer Parkbank lümmelt: „Darf ich vorstellen: der ehrenwerte Benjamin Franklin.“

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Feige Universitäts-Oberhäupter „gegrillt“ für lahme Verteidigung der Wissenschaft

Hermann Hauser, Bild. RDF
Hermann Hauser: „Leute, die alternative Fakten anerkennen, sind sehr lautstark, also müssen wir Feuer mit Feuer bekämpfen, aufstehen und sagen, dass sie falsch liegen und dumm sind.“

Von Ellie Bothwell | Richard-Dawkins-Foundation

Der Pate des „Silicon Fen“ in Cambridge nannte Europas Universitäts-Oberhäupter „Feiglinge“; aus seiner Sicht haben sie dabei versagt, in einer „postfaktischen“ Gesellschaft für die Wissenschaft einzustehen.

Hermann Hauser, ein Unternehmer, der Acorn Computers und die Beteiligungskapital-Firma Amadeus Capital Partners mitgegründet hatte, sagte Times Higher Education, es würde höchste Zeit, dass wir als Europäer Stellung beziehen gegen Kräfte, die sich in ihre nationalen Kämmerchen zurückziehen.

„Wir müssen einstehen für Wissenschaft und gegen Pseudowissenschaft“ sagte er.

Kürzlich tadelte der in Österreich geborene Innovator den Präsidenten der École Polytechnique, Jacques Biot, für seine sehr sachte Antwort auf die Frage, wie Frankreich vom politischen Klima in den Vereinigten Staaten profitieren könne.

Während der Fragerunde nach seiner Grundsatzrede beim „THE Innovation & Impact Summit“ in Hongkong sagte Professor Biot, er wolle die antiwissenschaftliche Rhetorik in den USA nicht in einen wettbewerblichen Vorteil für seine Institution und die französische Hochschulbildung verwandeln.

Er sprach einen Tag nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, sein Land würde vom Pariser Übereinkommen zurücktreten; er sprach im Gefolge des Aufrufs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an amerikanische Klimawandel-Forscher, nach Frankreich zu kommen.

Dr. Hauser antwortete: „Ich denke, Sie sind tatsächlich ein wenig feige. Hier haben wir den Fall, dass ein Führer der Welt ein Klimawandelleugner ist, und ich glaube, es ziemt sich für uns, für den Rest der Welt einzustehen und zu sagen ’nun, wenn eure Nation (die USA) nicht versteht, wie wichtig es ist, das Festland zu schützen, dann kommt nach Europa, wir werden dafür eintreten‘.“

Später, als THE fragte, ob viele europäische Universitäts-Oberhäupter Feiglinge seien, sagte Dr. Hauser: „Ja, aus guten historischen Gründen“ und fügte hinzu „besonders Deutschland ist ein Feigling“.

Er sagte, das Land leide noch unter der Tatsache, dass es vor dem und während des zweiten Weltkrieges versuchte, „sehr dominant zu werden“.

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Wie viel NSDAP steckt in der AfD?

© ULLSTEIN; DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM/S. AHLERS Alternative für Deutschland: Ein Wahlplakat der Nationalsozialisten zur Reichtstagswahl 1932
1932 steigt die NSDAP in freien Wahlen von einer rechtsextremen Splitterpartei zur stärksten Kraft auf. Waren die Nationalsozialisten – was Mitglieder und Wähler betrifft – wirklich Ausdruck eines „Extremismus der Mitte“?

Von Jürgen W. Falter | Frankfurter Allgemeine

Es ist richtig: Adolf Hitler ist nicht durch Wahlen an die Macht gekommen. Aber ohne die rasanten Wahlerfolge der NSDAP, die ihren Stimmenanteil von 2,6 Prozent im Jahr 1928 auf 37,4 Prozent im Juli beziehungsweise 33,1 Prozent im November 1932 steigern konnte, hätte Reichspräsident Hindenburg den Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nicht am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Keiner anderen deutschen Partei zuvor oder danach ist es in so kurzer Zeit gelungen, von einer unbedeutenden Splitterpartei zu der mit Abstand stärksten Parlamentspartei aufzusteigen.

Obwohl die AfD sicherlich nicht mit den Nationalsozialisten gleichgesetzt werden kann und sie zumindest anfänglich eine demokratisch orientierte, fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehende Partei war, können Vergleiche der Wählerschaft beider Parteien doch unter verschiedenen Gesichtspunkten erkenntnisfördernd sein. Unterschiede, möglicherweise aber auch Gemeinsamkeiten werden erkennbar.

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Kugelpackung: Keplers Vermutung endgültig bewiesen

Johannes Kepler erkannte zwar die Lösung, konnte aber nicht beweisen, dass sie auch für alle denkbaren Möglichkeiten gilt. © historisch
Nach 400 Jahren endlich formell bewiesen: Wie sich Kugeln am dichtesten packen lassen, beschrieb der Astronom Johannes Kepler schon im Jahr 1611. Doch den vollständigen formellen Beweis dafür, dass seine Vermutung auch für alle denkbaren Kugelmengen und Raumgrößen gilt, lieferten Mathematiker erst 1998. Dieser Beweis war jedoch so komplex, dass menschliche Gutachter an ihre Grenze stießen. Erst jetzt haben Computerprogramme die Gültigkeit dieses Beweises bestätigt.

scinexx

Die Keplersche Vermutung ist ein Klassiker der Geometrie: Es geht um die Frage, wie sich Kugeln am dichtesten in einem begrenzten Raum stapeln lassen – beispielsweise Orangen in einer Kiste. Intuitiv ist die Lösung einfach – und auch einfach auszuprobieren: Am wenigsten Raum nehmen die Kugeln ein, wenn sie pyramidenförmig – und damit beispielsweise kubisch-flächenzentriert oder hexagonal – gestapelt werden: Jede Kugel liegt in den Lücken der darunterliegenden Schicht.

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Humanistentag – „Kirchentag“ für Ungläubige

Frank Lüdecke, Bild: BR.de
Beim Deutschen Humanistentag 2017 werden in Nürnberg in den nächsten Tagen mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Philosophische Reden, Diskussionsrunden und Kultur stehen auf dem Programm.

BR.de

Eine Art Kirchentag will der Humanistentag sein, allerdings für Menschen, die sich gerade nicht als religiös bezeichnen. Und das sind nach Angaben des Humanistenverbandes immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung.

Diskussionsrunden und Musik

40 Veranstaltungen stehen bis zum Sonntag in Nürnberg rund um die Meistersingerhalle auf dem Programm. Dabei sind philosophische Reden, Diskussionsrunden sowie Film und Musik. Inhaltlich geht es um ethische Fragen wie Sterbebegleitung, Verschwörungstheorien oder die Suche nach dem Glück.

Prominente Redner zu Gast

Zu Gast sind prominente Redner wie die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Comiczeichner Ralf König und der ehemalige Bundesrichter in Karlsruhe, Thomas Fischer. Obwohl sich die Veranstaltung explizit an Atheisten richtet, sind auch religiöse Menschen willkommen.

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BILD gegen Arte

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
Wie dumm Zensur im Online-Zeitalter ist. Zum Streit über die Ausstrahlung des Dokumentar-Films: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wie dumm Zensur im Online-Zeitalter ist, zeigt sich wieder einmal am Beispiel des Dokumentarfilms „Auserwählt und ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“. Ausgerechnet die Bildzeitung kann sich als aufklärerisches Medium gerieren, indem es den Film für 24 Stunden online stellt (auch auf YouTube).

Der WDR hatte die Dokumentation in Auftrag gegeben und redaktionell betreut, die Erstaustrahlung war bei Arte vorgesehen. Beide Sender wollen den Film aber nicht zeigen. Dass Bild als Medium der Aufklärung daherkommt und der linksliberale Sender Arte als Zensor, hat sich letzterer aber auch selber zuzuschreiben. Das wird auch noch bei der kurzen Reaktion auf die Veröffentlichung deutlich. So heißt es dort:

ARTE hat zur Kenntnis genommen, dass Bild.de die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“ in eigener Verantwortung online gestellt hat. Auch wenn diese Vorgehensweise befremdlich ist, hat ARTE keinen Einwand, dass die Öffentlichkeit sich ein eigenes Urteil über den Film bilden kann.

Pressestatement ARTE

Warum ist es befremdlich, dass die Bildzeitung dafür gesorgt hat, dass sich die Öffentlichkeit und nicht nur einige Prorammverantwortliche selber eine Meinung von der Qualität der Dokumentation bilden kann? Wenn die Arte-Verantwortlichen sagen, dass sie die Doku auch zukünftig nicht senden wollen, weil das ursprüngliche Konzept verändert wurde, bestätigen sie nur die Vorurteile von einer linksliberalen Elite, die schon mal die gemeine Bevölkerung vor zu viel eigener Urteilskraft bewahren will.

Schon in der letzten Woche war Arte verstärkt unter Druck geraten, weil es die Ausstrahlung der Dokumentation verweigert hat.

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Jupiter ist der älteste Planet

© NASA/FUSE/ Lynette Cook
Die Präsenz des Proto-Jupiter in der Urwolke beeinflusste auch die Bildung der inneren Gesteinsplaneten.
Methusalem des Sonnensystems: Forscher haben erstmals das Alter des Planeten Jupiter bestimmt – und Überraschendes entdeckt. Denn der Kern des Gasriesen entstand schon eine Million Jahre nach Bildung des Sonnensystems. Darauf deuten Isotopenanalysen von Meteoriten hin. Die Existenz des Jupiter riss damals eine Lücke in die Urwolke und könnte auch die Bildung großer Supererden im inneren Sonnensystem verhindert haben.

scinexx

Der Jupiter ist der unangefochtene „König“ unseres Sonnensystems: Kein anderer Planet ist so groß und massereich wie er, keiner rotiert so schnell oder besitzt so mächtige Stürme. Wahrscheinlich war es sogar erst seine Präsenz, die das Sonnensystem zu dem machte, was es heute ist. Forscher vermuten, dass die Entstehung des Jupiter und seine Wanderung die Materieverteilung in der Urwolke entscheidend beeinflusste – und so dafür sorgte, dass im inneren Sonnensystem nur kleine, erdähnliche Planeten entstanden.

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„Hoch problematische Theologie“ – Experten: Salafismus-Prävention reicht nicht

„Ich finde es verdächtig, dass Vereine, die seit Jahren sagen, Terror hat nichts mit Religion zu tun, heute sagen, gebt uns Geld, wir machen Deradikalisierung“, sagt Ahmad Mansour. (Foto: picture alliance / Maurizio Gamby
Wie kann dem radikalen Islam in Deutschland Einhalt geboten werden? Aktuelle Werkzeuge sind nach Ansicht von Experten nicht ausreichend. Radikale salafistische Ideen könnten sich frei verbreiten.

n-tv

Islamismus-Experten sehen bei den Strategien gegen die Verbreitung der salafististischen Ideologie in Deutschland noch große Defizite. „Islamischer Religionsunterricht an der Schule ist nicht per se Prävention“, gab die Leiterin der Beratungsstelle Hayat für Deradikalisierung, Claudia Dantschke zu bedenken. „Wir haben Universitäten, die hoch problematische Theologie betreiben“, warnte ihr Kollege, der Psychologe und Buchautor („Generation Allah“) Ahmad Mansour.

Mit Blick auf die Islam-Verbände sagte er: „Ich finde es verdächtig, dass Vereine, die seit Jahren sagen, Terror hat nichts mit Religion zu tun, heute sagen, gebt uns Geld, wir machen Deradikalisierung.“ Hier seien Qualitätskontrollen nötig. Der islamische Prediger-„Mainstream“ sei zu stark von „Angstpädagogik und Buchstabenglaube“ geprägt, kritisierte Mansour.

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„Ein altes Interesse an Philosophie ist neu entfacht“

Der Philosoph und Autor Stefan Gosepath (imago )
Politik und Fake News, Sex und Luther, Kunstmarkt und Kapitalismus sind Themen der phil.Cologne, die immer mehr Besucher anlocken. Nach den Worten des Philosophen Stefan Gosepath ist seine Disziplin von der eigenen Renaissance selbst überrascht. Er sagte im Dlf, deutsche Philosophen verließen gerade ihren Elfenbeinturm und stießen auf neue öffentliche Räume.

Stefan Gosepath im Gespräch mit Maja Ellmenreich | Deutschlandfunk

Die Fragen der Philosophie – etwa nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Lebenszielen – habe es in der Gesellschaft schon immer gegeben; allein das Angebot habe bislang gefehlt, sagte der Philosoph Stefan Gosepath im Deutschlandfunk. Dieser Markt werde jetzt mit Festivals und Zeitschriften stärker bedient. „Wir wollen alle hoffen, dass das nicht ein Hype ist, der ganz schnell wieder vorbei ist, weil es ein Überangebot gibt.“

„Charakteristisch für diese Fragen ist auch, dass es nicht die eine einfache Antwort gibt, die man irgendwo im Lexikon nachschlagen kann und dann ist die Frage beantwortet, sondern die Fragen stellen sich immer wieder und verlangen immer wieder neue situative Antworten.“ Wobei es aus Sicht Gosepaths keine Antwort gibt, „die die Frage ruhig stellt“. Dieses Wechselspiel sei vielmehr endlos.

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Integrationsgesetz in Kraft: „Burkaverbot“ gilt ab 1. Oktober in Österreich

Symbolbild: Burka – (c) Clemens Fabry (Presse)
Das neue Gesetz wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es enthält ein Integrationsjahr für anerkannte Flüchtlinge, ein Vollverschleierungsverbot in der Öffentlichkeit, Koran-Verteilungsaktionen werden erschwert.

Die Presse.com

Mit der Unterzeichnung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist das von SPÖ und ÖVP beschlossene Integrationspaket am Freitag in Kraft getreten. Neben einem Integrationsjahr für anerkannte Flüchtlinge enthält es ein Vollverschleierungsverbot in der Öffentlichkeit sowie eine Erschwernis für Koran-Verteilungsaktionen.

Im Rahmen des Pakets gibt es ab September ein standardisiertes Integrationsprogramm, das in der Regel zwölf Monate dauern soll. Bei entsprechenden Vorkenntnissen können einzelne Module auch übersprungen werden. Voraussetzung sind Grundkenntnisse der deutschen Sprache auf A1-Niveau und Arbeitsfähigkeit. Vorrangig geht es darum, die Betroffenen fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Neben Deutsch- und Wertekursen sind ein Kompetenzclearing, Bewerbungs- und Arbeitstrainings sowie Arbeitsvorbereitungsmaßnahmen vorgesehen.

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„Die Tibeter müssen sich von den alten Klischees lösen“

Der Dalai Lama im Mittelpunkt, rechts von ihm die US-Demokratin Nancy Pelosi zu Besuch in Dharamsala (AFP / Lobsang Wangyal)
Die „Tibet-Lüge“ hat der Journalist Oliver Schulz sein Buch genannt. „Der Zugang zu Tibet ist von vornerein von Missverständnissen geprägt gewesen“, sagte er im Dlf. Das halte bis heute an. Der Westen, aber auch der Dalai Lama seien gefangen in der großen Erzählung von Gewaltlosigkeit und Sanftmut.

Oliver Schulz im Gespräch mit Susanne Fritz | Deutschlandfunk

Susanne Fritz: Herr Schulz, Sie haben ein Buch über Tibet geschrieben mit dem Titel „Die Tibet-Lüge“, darin räumen Sie tüchtig auf mit dem Bild, das viele Menschen über Tibet haben. Worin bestehen die gängigen Klischees im Westen?

Schulz: Die gängigsten Klischees, was Tibet angeht, sind, dass es im alten Tibet soziale Gerechtigkeit gegeben hätte. Pazifismus ist ein gängiges Klischee, es wird davon ausgegangen, dass es eine nach außen hin friedliche Staatsform gewesen ist. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Standard-Klischee, was Tibet betrifft und ebenso wird im Westen davon ausgegangen, es hätte eine ökologisch gesinnte Gesellschaft gegeben.

Fritz: Woher stammen all diese Klischees, die wir im Westen von Tibet haben?

Schulz: Der Zugang zu Tibet ist von vornerein von Missverständnissen geprägt gewesen, wenn man so will. Die ersten, die nach Tibet kamen, waren die Jesuiten im 16. Jahrhundert. Sie sind damals davon ausgegangen, dass sie verstreute Christengemeinden dort finden würden. Auf diese folgten dann – vor allem wichtig, was die Verklärung angeht – die Literaten des 20. Jahrhunderts, die dort so etwas wie ein Paradies auf Erden verorteten. Der Begriff des Shangri-La ist in dieser Zeit entstanden. Es gab die Theosophen, das ist eine neo-religiöse Organisation gewesen, die ebenfalls im 20. Jahrhundert Tibet für sich entdeckte und das Land sozusagen als ein Hort universeller Weisheit darstellte. Dann folgten weitere: die Vertreter des New Age, Philosophen wie C.G. Jung und so weiter. Das setzt sich bis in die Gegenwart fort.

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Weißer Zwerg bestätigt Einstein

Die Masse eines Weißen Zwergs verzerrt das Licht eines Hintergrundsterns – seine Position erscheint verschoben. Diesen Linseneffekt sagte schon Einstein voraus. © NASA, ESA, and A. Feild (STScI)
Nach gut 100 Jahren endlich gelungen: Einstein sagte voraus, dass die Gravitation eines Sterns die Raumzeit krümmt – und so das Licht eines Hintergrundsterns verzerrren kann. Jetzt haben Astronomen diesen Gravitationslinseneffekt erstmals bei einem fremden Stern verfolgt – bisher war dies nur bei unserer Sonne oder ganzen Galaxien gelungen. Ein Weißer Zwerg schob sich so vor einen fernen Hintergrundstern, dass ein halb verdeckter Hintergrundstern scheinbar seine Position veränderte.

scinexx

Schon vor gut 100 Jahren postulierte Albert Einstein in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, dass die Gravitation sogar auf das Licht wirkt. Den Beweis für diesen Effekt lieferte am 26. Mai 1919 eine Sonnenfinsternis, bei der Astronomen gezielt Sterne hinter der Sonne anvisierten, um die scheinbare Positionsverschiebung durch den Linseneffekt einzufangen. Dies gelang und Einsteins Relativitätstheorie war damit bestätigt.

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Zentralrat der Juden in Deutschland fordert Freigabe von Antisemitismus-Film

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. dpa/Horst Ossinger
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die TV-Sender Arte, WDR und ZDF aufgefordert, einen unter Verschluss gehaltenen Film über Antisemitismus freizugeben.

FOCUS ONLINE

Er maße sich nicht an, die Dokumentation der Autoren Joachim Schröder und Sophie Hafner journalistisch zu beurteilen, schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster an den Arte-Präsidenten und SWR-Intendanten Peter Boudgoust.

Warum formale Gründe aber die Ausstrahlung verhinderten, erschließe sich ihm nicht. Er bat die Sender darum, die Entscheidung zu überdenken. Die „Jüdische Allgemeine“ hatte am Mittwoch über den Brief berichtet.

Schuster: Film ist höchst relevant

In dem Film wird der Judenhass unter anderem in Deutschland, Frankreich, im Gazastreifen und im Westjordanland nachgezeichnet – auch der von Muslimen. Der WDR hatte die redaktionelle Verantwortung für den Film.

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Gedankenaustausch mit Harald Lesch zu Physik und Gott

Ein Gespräch zwischen dem Astrophysiker Professor Dr. Harald Lesch, München, und Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang über Grenzfragen naturwissenschaftlicher Forschung ist Auftakt zur neuen Video-Reihe „Akademiegespräche“ der Evangelischen Akademie im Rheinland.

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