Archiv der Kategorie: Bildung

CERN-Chef: “Extra-Dimensionen wären eine Möglichkeit”

Nachdem das Higgs-Boson endeckt ist, nehmen die Forscher des Kernforschungszentrums CERN in Genf die nächsten Ziele ins Visier. Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer im Interview.


Von Markus Keßler|futurezone.at

Künstlerische Darstellung eines Schwarzen Lochs aus der “Nähe” Bild: NASA, ESA, STScI-RCC14-41a

Die Entdeckung des Higgs-Bosons war eines der großen Ziele, die Europäische Organisation für Kernforschung mit dem Large Hadron Collider (LHC) erreichen wollte. Nachdem diese Aufgabe erfolgreich bewältigt und das Standardmodell der Elementarteilchenphysik vervollständigt ist, wenden sich die Physiker am Teilchenbeschleuniger in der Schweiz jetzt neuen Herausforderungen zu und suchen nach einer “neuen Physik”. Die futurezone hat den CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer am Rande einer Hochenergiephysikkonferenz in Wien zum Kurzinterview getroffen.

futurezone: Die Supersymmetrie (SUSY), die schwerere Partner für Elementarteilchen postuliert, ist ein Kandidat für eine Erweiterung des Standardmodells. Nach den bisherigen LHC-Ergebnissen gibt es keine Hinweise auf die massereicheren Partnerteilchen. Gibt es vielleicht keine neue Physik mehr zu entdecken?
Rolf-Dieter Heuer: Es gibt mehrere SUSY-Modelle. Die einfachsten davon sind mittlerweile in Schwierigkeiten, es gibt aber noch vielversprechende Kandidaten. Wir wollen zwar immer elegante Theorien, aber das heißt nicht, dass SUSY nicht existiert.

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Magnetfeld: Trigger für Umpolung gefunden?

Feldlinien des Erdmagnetfelds im Modell © Gary Glatzmaier/ Los Alamos National Laboratory
Störstelle im Erdmagnetfeld: Unter Südafrika könnte ein entscheidender Störfaktor für das irdische Magnetfeld liegen. Denn dort gibt es eine geologische Anomalie, die immer wieder für eine Abschwächung der magnetischen Feldstärken sorgt, wie Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten. Diese Störzone könnte sogar der Auslöser für die periodischen Umpolungen des Erdmagnetfelds sein.


scinexx

Aus Nord wird Süd und umgekehrt: Schon mehrfach in der Erdgeschichte hat sich die Polung des Erdmagnetfelds komplett umgekehrt. In dieser Umbruchsphase ist das irdische Magnetfeld zeitweilig sehr schwach und chaotisch, es können sich vorübergehend Regionen abweichender Polung und sogar zusätzliche Pole bilden. Die letzte große Polumkehr liegt knapp 800.000 Jahre zurück und eine weitere könnte sich bereits anbahnen.

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Egoismus kann tödlich für eine Population sein

Gemeinsam sind wir stark – dieser Ansatz gilt auch in der Evolution. Denn wenn einzelne Mitglieder einer kleinen Populationen kooperieren und so die Ressourcen in ihrem Lebensraum effizienter Ausnutzen, können sie das Überleben der ganzen Population sichern. Im Gegensatz dazu kann Eigennutz tödlich sein und zum Aussterben einer Population führen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem man diese Zusammenhänge genauer als bisher simulieren kann.


Max-Planck-Gesellchaft

Das Modell basiert auf der sogenannten Spieltheorie. Mit ihr kann zum Beispiel untersucht werden, wie sich Menschen verhalten, wenn ihnen ein Gewinn winkt. In einem solchen Szenario können meist unterschiedliche Strategien gewählt werden: man maximiert den eigenen Gewinn auf Kosten aller Mitspieler, oder man erhöht den Gewinn aller Spieler, indem man kooperiert, gibt dadurch aber die Chance auf den eigenen Maximalgewinn auf.

Auch in der Natur gibt es solche Strategien, bei der sich ein bestimmtes Merkmal durchsetzt, das zwar für ein Individuum einen Nachteil bringen kann, für die gesamte Gruppe aber vorteilhaft ist. Die Dynamik solcher Strategien können dementsprechend mit der Evolutionären Spieltheorie beschrieben werden.

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Warum die Deutschen mit der Vielfalt fremdeln

Die Deutschen entsandten keine Schiffe, um die Welt zu entdecken. Sie erlebten nicht, wie bereichernd Ein­flüsse aus Übersee sind. Kein Wunder, dass ihre Identität starre, ja weltabgewandte Züge hat. Dabei ist die deutsche Seele kosmopolitischer, als viele glauben


Von Anjana Shrivastava|Cicero

Die fehlende Kolonialisierungserfahrung habe aus Deutschland eine kulturelle Insel gemacht, sagt Anjana Shrivastava Illustration für Cicero: Martin Haake

Zu Beginn der neunziger Jahre, als in Berlin die letzten Reste der Mauer geschliffen und in alle Welt verscherbelt worden waren, als Philosophen über das Ende der Geschichte sinnierten und Politiker eine neue globale Ordnung absteckten, erschien in der Zeitschrift The New Yorker ein erhellender Cartoon. Ein Wanderer stieg einen Berg hinauf, um dort einen weisen Einsiedler über die Zukunft zu befragen. Als er wieder herunterkam, machte er ein frustriertes Gesicht. „What did he say?“, fragten seine Freunde. „Er hat viel erzählt“, antwortete der Wanderer: „But it was all in German“ – es war alles auf Deutsch.

Der Cartoonist ahnte damals zweierlei. Erstens: Die Deutschen werden bald wieder sehr wichtig sein. Und zweitens: Sie haben Probleme, sich anderen mitzuteilen. Wollen sie das überhaupt? „Die deutsche Innerlichkeit will ihren Schlafrock und ihre Ruh“, ätzte der Brandenburger Dichter Gottfried Benn im Jahre 1930 über seine Landsleute. Die Weltabgewandtheit zählt zu den dominierenden nationalen Wesensarten.

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T. rex besaß Zähne wie Steakmesser

Furchteinflößendes Gebiss: Tyrannosaurus rex © David Monniaux/ CC-by-sa 3.0
Von wegen schwacher Biss: Tyrannosaurus rex und andere Raubsaurier konnten problemlos selbst Knochen kacken. Denn ihre Zahnspitzen besaßen eine eingekerbte, besonders scharfe und stabile Schneide. Wie scharfe Steakmesser erleichterte diese den Urzeit-Räubern das Durchtrennen von Fleisch und Knochen. Das ermöglichte es ihnen, selbst große Beute zu erlegen, wie Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” berichten.


scinexx

Der gewaltige Tyrannosaurus rex ist geradezu eine Ikone der Dinosaurier-Ära und gilt als größter Fleischfresser der Kreidezeit. Wie effektiv er aber jagte, ist umstritten. So bescheinigen einige Forscher dem T. rex sogar den stärksten Biss im Tierreich, während andere davon ausgehen, dass die Beißkraft des Urzeitriesen gerade einmal ausreichte, um Jungtiere und Aas zu fressen.

Kirstin Brink von der University of Toronto Missisauga und ihre Kollegen haben nun Beißkraft und Beutefang des T. rex und einiger seiner Zeitgenossen auf andere Weise untersucht: Sie analysierten die Struktur der Zähne dieser Urzeit-Räuber mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops und speziellen Röntgenstrahlen. Dazu fertigten sie Dünnschnitt-Präparate der Zähne von acht verschiedenen Raubsaurier-Arten an, darunter Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus und dem sehr frühen Raubsaurier Coelophysis.

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Indien: Ordensfrau wegen Schleier von Uni-Test ausgeschlossen

In Indien ist einer Ordensfrau die Teilnahme an einem Zulassungstest für das Medizinstudium verweigert worden, weil sie ihren Schleier und ihr Kreuz nicht ablegen wollte.


kath.net

Nadrenda Modi.
Nadrenda Modi.

In Indien ist einer Ordensfrau die Teilnahme an einem Zulassungstest für das Medizinstudium verweigert worden, weil sie ihren Schleier und ihr Kreuz nicht ablegen wollte. Der Vorsitzende der katholischen Indischen Bischofskonferenz mit Sitz im südindischen Thiruvananthapuram, Kardinal Baselios Cleemis, verlangte daraufhin eine Debatte über Kultfreiheit in einer multireligiösen Gesellschaft, wie der asiatische katholische Pressedienst Ucanews (Montag) in Bangkok berichtete.

Anlass war eine landesweite Eignungsprüfung, die wegen zahlreicher Betrugsfälle hatte wiederholt werden müssen. Um zu verhindern, dass erneut unerlaubte Hilfsmittel eingeschmuggelt werden, hatte das Oberste Gericht für die rund 600.000 Kandidaten eine strikte Kleiderordnung erlassen. Davon betroffen waren auch islamische Kopfschleier. Laut Ucanews klagten zwei muslimische Studentinnen erfolglos gegen die Vorschrift.

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Pluto: Fließende Gletscher und organische Wolken

Wirbelförmige Muster im exotischen Eis des Pluto deuten auf fließende Gletscher hin. © NASA/JHUAPL/SwRI
Pluto liefert weitere Überraschungen: Neueste Daten der Raumsonde New Horizons enthüllen, dass es auf dem Zwergplaneten fließende Gletscher gibt. Exotisches Eis aus Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid strömt im Inneren der herzförmigen Ebene umher – und wird möglicherweise sogar bis in die Polregionen transportiert. Überraschend auch: Die Atmosphäre des Pluto enthält einen rötlichen Nebel aus Kohlenwasserstoffen.


scinexx

Nach Aufnahmen eines Eisgebirges, einer Ebene mit Eisschollen und einer erstaunlich jungen, aktiven Oberfläche hat die NASA-Raumsonde New Horizons nun weitere erstaunliche Daten von ihrem Vorbeiflug am Pluto geliefert. Im westlichen Teil der herzförmigen Tombaugh-Ebene enthüllten die Bilder Hinweise auf strömende Gletscher und weiter im Süden ein weiteres Gebirge.

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Scientists Have Created a Self-Contained Laser in a Cell

Pig skin illuminated by cellular lasers. Credit: Matjaž Humar and Seok Hyun Yun
Pig skin illuminated by cellular lasers. Credit: Matjaž Humar and Seok Hyun Yun
Modern medicine is overflowing with futuristic concepts, but even so, the notion of embedding lasers into living cells is a whole new level of mind-boggling. But cellular microlasers are very much a reality, according to a paper published today in Nature Photonics, written by physicists Matjaž Humar and Seok-Hyun Yun of the Wellman Center for Photomedicine.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

Yun was part of the team that introduced the first “living laser” back in 2011, which was created by hacking a cell with bioluminescent DNA, placing it between two mirrors, and blasting it with pulses of light. With this new paper, he and Humar have taken the technology a step farther by creating a self-contained cellular laser.

Lipid droplets in yellow, cell nuclei in blue. Credit: Matjaž Humar and Seok Hyun Yun

Instead of inducing cells to lase with external mirrors, this time the team has implanted “mirrors” in the form of oil droplets and polystyrene beads inside cells. These droplets are tiny, measuring less than the width of a human hair, and they are packed with different dye colors and configurations. When excited by outside sources of light, they can be induced to shine over a number of different wavelengths, like a laser light show inside a living organism.

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There Was Nothing Wrong with Richard Dawkins’ Tweet That “Islam Needs a Feminist Revolution”

[Note from Hemant: There was an overwhelming response to a recent post on this site about a tweet made by Richard Dawkins, including strong disagreements within our writing team. For that reason, we’re posting some additional thoughts on the matter so the conversation can go beyond the comment threads.]

By Bo Gardiner|Friendly Atheist

I’ve disagreed with Richard Dawkins before on his insensitivity to women, feminism, and majority privilege. Some of it he’s apologized for, so I’d like to think we’re starting to be heard. I know all too well from environmental campaigns the importance of acknowledging our successes.

And thus, I part with my fellow Friendly Atheist contributor Lauren Nelson in her recent post, which struck out scathingly at Dawkins for the following single tweet:

There is nothing wrong with those words.  The question deserves answers, not attacks.

Lauren wrote:

It’s not unusual for renowned atheist Richard Dawkins to rub people of faith the wrong way. It’s not unheard of for him to get on the bad side of feminists. But it’s not every day that he pisses off the intersection of the two groups. But this week, with a series of tweets, that’s exactly what Dawkins did.

He started the hullabaloo off with this humdinger:  “Islam needs a feminist revolution. It will be hard. What can we do to help?”

When I first saw her headline — “Richard Dawkins Fails Spectacularly on Feminism and Islam” — I sighed and thought “Oh dear, what has he said now?” But when I arrived at his tweet, I kept scanning, looking for the bad part. I couldn’t believe it when I realized that was it.

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Religion auf dem Rückzug

Carlin_Religion

In muslimischen Ländern scheinen religiöse Extremisten die Szene zunehmend zu dominieren. Der Islam-Experte Olivier Roy konstatiert dennoch auch dort eine Ausdifferenzierung der Glaubenslandschaft.


Von Olivier Roy|Neue Zürcher Zeitung

Wir Europäer leben in säkularen – und nicht in prä- oder postsäkularen – Gesellschaften. Weltweit hat sich die Säkularisierung durchgesetzt, sogar in muslimischen Ländern. In einer Zeit, da wir vom Aufstieg des «Islamischen Staats» in Atem gehalten werden, mag diese Behauptung paradox klingen: Um sie zu erklären, muss der Wandel im Verhältnis zwischen Kultur und Religion und insbesondere die «Dekulturierung» der Religion beleuchtet werden.

Was ist Säkularisierung?

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Säkularisierung zu definieren. Als soziales Phänomen ist sie nicht ein abstrakter Prozess; es geht immer um die Säkularisierung einer bestimmten Religion, deren Natur sich im Verlauf der Säkularisierung wandelt. Gängige Definitionen der Säkularisierung umfassen in der Regel drei Elemente: erstens die Trennung von Staat und Religion, von Politik und Konfession, die aber nicht notwendigerweise auch eine Säkularisierung der Gesellschaft zur Folge hat. Amerika ist hiefür ein gutes Beispiel: Obwohl Kirche und Staat klar getrennt sind, ist ein grosser Teil der Bevölkerung immer noch religiös.

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Bekennende Muslimin unterrichtete evangelische Religion

Eltern von Sechstklässlern beschwerten sich, dass die Frau keine Christin sei und keine Lehrerlaubnis und noch keine abgeschlossene Ausbildung besessen habe. Obendrein habe sie im Unterricht den Islam behandelt.


kath.net

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info

Im mittelhessischen Gießen hat eine bekennende Muslimin für einen erkrankten Lehrer sechs Wochen lang evangelischen Religionsunterricht erteilt. Durch einen anonymen Elternbrief wurde der Fall, der sich an der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) im Schuljahr 2014 ereignete, erst jetzt bekannt. Die Eltern von Schülern einer sechsten Klasse beschweren sich darin, dass die Frau keine Christin sei und keine Lehrerlaubnis besessen habe. Sie habe auch über keine abgeschlossene Ausbildung verfügt. Obendrein habe sie im Unterricht den Islam behandelt. Wie dazu Schulleiter Frank Reuber der Gießener Allgemeinen Zeitung erläuterte, konnte das Staatliche Schulamt keinen Vertretungslehrer zur Verfügung stellen. Deshalb habe man die Studentin, die inzwischen als Referendarin an der Schule tätig ist, gebeten, die Fächer Deutsch und Religion zu übernehmen. Beim Fach Religion habe es sich um reinen Vertretungsunterricht gehandelt, bei dem Materialien von Fachkollegen eingesetzt wurden.

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Italiens Bischöfe rügen Schul-Entscheidung des Höchstgerichts

Kritik an Aufhebung der Steuerbefreiung: Niemand investiert in Italien mehr in Bildung, und wer dies tut, wie etwa katholische Privatschulen, wird dafür nun auch noch bestraft


kathweb

Bild: tilly
Bild: tilly

Die Italienische Bischofskonferenz (CEI) hat ein Urteil des obersten Gerichts zur Aufhebung der Steuerbefreiung für katholische Schulen kritisiert. Es handele sich um eine “ideologische” Entscheidung sagte der CEI-Generalsekretär, Bischof Nunzio Galantino, laut Medienberichten vom Sonntag. Niemand investiere heute in Italien mehr in Bildung, und wer dies tue, wie etwa Privatschulen, werde dafür nun auch noch bestraft, so Galantino im Interview der Tageszeitung “La Repubblica”.

Das Kassationsgericht in Rom hatte in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung zwei katholischen Schulen im norditalienischen Livorno zur Nachzahlung der Grundsteuer verurteilt. Die Entscheidung könnte landesweit Signalwirkung haben. Betroffen sind grundsätzlich alle 13.000 Privatschulen, von denen die meisten in katholischer Trägerschaft sind. Der Verband katholischer Schulen in Italien (Fidae) hatte das Urteil ebenfalls kritisiert. Er fürchtet die Schließung von Schulen. Die italienische Regierung kündigte unterdessen eine Klärung der Rechtslage an.

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Ohne Gläubige keine Religion

Stéphane Charbonnier bevorzugte, «stehend zu sterben anstatt auf Knien zu leben». Foto: AFP, Getty Images
Kurz vor seiner Ermordung hat Stéphane Charbonnier, der Chefredaktor der Satirezeitung «Charlie Hebdo», einen «Brief an die Heuchler» verfasst.


Von Guido Kalberer|Tages Anzeiger

Auch das ist Ironie des Schicksals: Am 7. Januar 2015, als Stéphane Charbonnier von islamistischen Terroristen in Paris getötet wurde, erschien in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Charlie Hebdo» eine Karikatur mit der Überschrift «Noch keine Attentate in Frankreich». Die gezeichnete Antwort eines bewaffneten Islamisten lautete: «Warten Sie ab. Man hat bis Ende Januar Zeit, seine Festtagsgrüsse auszurichten.» Es war die letzte Zeichnung von Charb, der das satirische Magazin seit 2009 als Chefredaktor und Herausgeber geleitet hatte. Bei dem Attentat starb ein Dutzend kritische Geister, die mit spitzer Feder und scharfer Zunge das Zeitgeschehen kommentiert hatten.

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Chefs der Odenwaldschule lehnen Rettung ab

  • Einige Eltern wollen die Odenwaldschule unter neuem Namen wiedereröffnen.
  • Geschäftsführung und Schulleitung lehnen die Pläne ab, ebenso wie die Missbrauchsopfer.
  • Das Internat hatte nach einem Missbrauchsskandal Insolvenz angemeldet.


Von Tanjev Schultz|Süddeutsche.de

Bild: süddeutsche.de

Beharrlich versuchen ein paar Eltern, die Odenwaldschule unter neuem Namen wiederaufleben zu lassen. Aber so einfach ist das nicht. Die Querelen an dem vom Missbrauchsskandal erschütterten Internat, das einen Insolvenzantrag gestellt hat, gehen immer weiter. Die bisherige Internatsleiterin und der Geschäftsführer, Sonya Mayoufi und Marcus Halfen-Kieper, gehen jetzt auf Distanz zu den Plänen – und kündigen. Sie wählen klare Worte: “Mangelnde Offenheit, unterschiedliche Eigeninteressen – leider auch Unterstellungen und Diffamierungen – prägen das Miteinander.” So steht es in einem aktuellen Schreiben der beiden an Mitarbeiter und Eltern, das der SZ vorliegt.

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CDU-Politiker fordert Einschränkung der Sexualkunde an Schulen

Guido Wolf, CDU-Politiker aus Baden-Württemberg, fordert eine Einschränkung des Sexualkundeunterrichts an Schulen.


Von Marie Zahout|The Huffington Post

Was sind seine Argumente? Der “Bild”-Zeitung sagte Wolf: „Sex muss nicht bei jeder Gelegenheit öffentlich diskutiert werden. Es ist eine Frage des Respekts voreinander, höchstpersönliche Dinge wie Sexualität wieder mehr ins Private zu verlagern.“

Er verlangt eine Begrenzung des Themas in Lehrplänen. Der CDU-Politiker kritisierte, dass Sex bereits im Grundschul-Unterricht immer öfter Thema sei. In einigen Bundesländer, gebe es sogar „‚Sexkoffer’ mit Spielzeug – und das schon in der Grundschule“, sagte Wolf der “Bild”.

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Wie der Pavianhintern die Sexualtheorien Darwins inspirierte

Entspannt lässt sich ein Pavian im Tierpark Hellabrunn in München von einem Artgenossen entlausen. (picture-alliance / dpa / Frank Leonhardt )
Für den Evolutionsforscher Charles Darwin war die Haut des Menschen ein riesiges Sexualorgan. Ausgangspunkt für diese Theorie seien die pinken Affenhintern der Paviane gewesen, sagt der Literaturwissenschaftler Winfried Menninghaus.


Winfried Menninghaus im Gespräch mit Gesa Ufer|Deutschlandradio Kultur

“Darwin hat sich gefragt: Warum ist der Mensch der einzige größere Primat, ohne Fell?” – so Winfried Menninghaus, Leiter des Max-Planck-Instituts in Frankfurt am Main im Deutschlandradio Kultur. “Und das ist tatsächlich ein Skandal in der Naturgeschichte.” Schließlich gebe nur es wenige andere Lebewesen, die dieses Merkmal der nackten Haut teilten. Der britische Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) sei der Frage nachgegangen, welche Vorläufer es gegeben habe.

Unser Körper als riesiges Sexualorgan

Seine “phantastische witzige Idee”, die Darwin damals kaum zu äußern gewagt habe, war es, die stark hervorgehobenen, nackten analen-genitalen Stellen der Affen zur Erklärung hinzuzuziehen. “Denken Sie an den Pavian, denken Sie an diese sehr indezente Ästhetik”, sagte Menninghaus.

“Darwin dachte in der Tat, die nackte Haut war der Sitz der sexuellen Attraktivität und wir Menschen waren so verrückt, dass wir davon immer mehr haben wollten.”

Deshalb habe der Mensch immer mehr Nacktheit gewählt, bis der ganze Körper auf einmal nackt gewesen sei. Zu dieser Hypothese von Darwin gehöre, dass “unser ganzer Körper ein riesiges Sexualorgan” sei wie diese “pinken Affenhinterteile.”

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Schweiz: Weiter Streit um Islamzentrum an Universität Fribourg

Im Schweizer Kanton Fribourg (Freiburg im Üechtland) ist eine Volksinitiative eingereicht worden, die sich gegen die Eröffnung des “Zentrums für Islam und Gesellschaft” an der örtlichen Universität richtet. Die von der Schweizer Volkspartei (SVP) getragene Initiative verlangt ein Gesetz, das die Errichtung des Zentrums sowie “jegliche staatliche Imam-Ausbildung” verhindert.


kathweb

Die Universität in Fribourg. Bild. suedostschweiz.ch

Insgesamt seien 9.133 Unterschriften für die Initiative eingereicht worden, teilte die zuständige Freiburger Staatskanzlei am Freitag mit. Innerhalb von 90 Tagen wird nun geprüft, ob die notwendigen 6.000 gültigen Unterschriften zustande gekommen sind. Dann würde entweder ein entsprechendes Gesetz ausgearbeitet oder eine Abstimmung über den Gesetzesvorschlag durchgeführt werden müssen.

Die Rektorin der Universität Fribourg, Astrid Epiney, hatte bereits im Juni vor einer Einmischung der Parteien in den Lehrbetrieb der Hochschule gewarnt Es sei nicht sachdienlich, wenn eine Partei der Hochschule vorschreiben wolle, was sie forschen soll, sagte sie in einem Zeitungsinterview. “Wir müssen schauen, dass wir unsere Autonomie bewahren und damit unsere Rolle als unabhängige Institution spielen.” Gleichzeitig müsse die Universität sich dafür einsetzen, mögliche Missverständnisse bezüglich des Islamzentrums zu beseitigen, das wissenschaftliche Studien betreibt und Studenten ausbildet.

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Die 58 Millionen Dollar Klage gegen Richard Dawkins

dawkins

Momentan läuft eine Klage gegen Richard Dawkins. Der Kläger, Karl L. Dahlstrom, fordert 58 Millionen US$ von ihm.
2013 schrieb Dahlstrom ein Buch The Organized Universe. In diesem Buch bietet der Autor den “wissenschaftlichen” Beweis, dass es sich bei der Evolutiontheorie um einen Hoax handelt. Zur Überraschung aller, die Experten sind vom Beweis nicht überzeugt.

Man muss Dawkins nicht mögen, seine Art und Weise manche Diskussionen zu führen, Fakt ist, in den letzten Jahrzehnten hat er überzeugend für die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie geworben und diese einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Sein rocking the boat gegen institutionalisierten Glauben, Leugner der Evolutionstheorie, Kreationisten, intelligente Designer sind konkret benannt worden. Und hier liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer.

1989 schrieb Dawkins in der New York Times
“It is absolutely safe to say that if you meet somebody who claims not to believe in evolution, that person is ignorant, stupid or insane (or wicked, but I’d rather not consider that).”

Dahlstrom ist davon überzeugt, dass das “somebody” auf ihn zielt und fühlt sich daher von Dawkins persönlich angegriffen. Zur Erinnerung, Dawkins schrieb das 1989, Dahlstrom sein Buch 2013.

In der Klageschrift, Juni 2015 schreibt Dahlstrom

… Plaintiff Karl L. Dahlstrom not only does not believe in Evolution, but he is the only individual on earth in the history of man that has scientifically disproven Evolution. This makes Karl L. Dahlstrom the number one candidate for Richard Dawkins attack, even though Karl L. Dahlstrom, i.e., the “somebody”, could not be ignorant, stupid, or insane or wicked as scientifically proven by the book, The Organized Universe by Karl L. Dahlstrom with C. Phillip Clegg. Thus, the allegations or accusations/statement that Karl L. Dahlstrom, i.e. “somebody”, who does not believe in Evolution is ignorant, stupid, or insane or wicked is totally incorrect and false with results being a tort or worse against the Plaintiff Karl L. Dahlstrom. Richard Dawkins has caused millions of persons to be prejudiced and biased against Karl L. Dahlstrom and injured his reputation and subjected him to hatred, contempt, ridicule and financial injury from persons not exposed to the truth about Darwinian Evolution and the position Plaintiff Karl L. Dahlstrom has taken on this issue.

Lächerlich ist die höfliche Umschreibung für, in diesem Fall, gerichtsanhängige Idiotie.
Für aktuelle Verluste, Schäden fordert er von Dawkins 8 Millionen US-Dollar. Weitere 50 Millionen als Schadensersatz.
Darüber hinaus wille er eine öffentliche Entschuldigung, und eine Vernichtung aller Veröffentlichungen die dieses Statement enthalten.

Dawkins Antwort, über seine Anwälte:
The statement here, that someone who does not believe in evolution is ignorant, stupid, insane, or wicked, is the equivalent of a financial advisor writing that anyone who buys a car instead of leasing is an idiot. It is hyperbole meant to make a point. It does not rise to a level beyond what is decent and tolerable in a civilized society.”

Ein Auszug, der an Deutlichkeit nicht zu übertreffen ist.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Dawkins ein,”wenn die Evolutionstheorie widerlegt werden sollte, dann wird diese Widerlegung von Experten kommen und nicht von Idioten.”(sinngemäß)

via Friendly Atheist

Urschlange mit vier Beinen entdeckt

Die Hinterbeine der neuentdeckten Urschlange Tetrapodophis amplectus © Dave Martill/ University of Portsmouth
Fangzähne und Stummelbeinchen: In Brasilien haben Forscher erstmals einen Schlangen-Urahn entdeckt, der noch vier Beine besitzt. Das mehr als 100 Millionen Jahre Fossil nutzte diese kurzen Stummel nicht zum Laufen, sondern wahrscheinlich zum Greifen. Ein im Bauch der Urschlange konserviertes Beutetier belegt, dass sie bereits Wirbeltiere jagte und fraß. Die Anatomie des Fossils spricht zudem gegen die Annahme, dass Schlagen einst im Wasser entstanden, wie die Forscher im Fachmagazin “Science” berichten.


scinexx

Schlangen gehören heute zu den artenreichsten Landwirbeltieren – und zu den erfolgreichsten. Denn es gibt kaum einen Lebensraum, den die beinlosen Reptilien nicht für sich erobert haben. “Sie bewohnen Wüsten und Regenwälder, Gebirge und Ozeane”, erklären David Martill von der University of Portsmouth und seine Kollegen. “Trotz ihrer fehlenden Gliedmaßen haben sie eine außergewöhnliche Bandbreite an Bewegungsmethoden entwickelt: Sie kriechen, graben, klettern, schwimmen und gleiten sogar durch die Luft.”

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Mikroben 2.500 Meter unter dem Meeresgrund

Mikroben aus rund 2.000 Metern Tiefe unter dem Elektronenmikroskop © Hiroyuki Imachi/ JAMSTEC
Leben im Keller der Erde: Noch in fast 2.500 Metern Tiefe unter dem Meeresgrund gibt es lebende Mikroben. Das belegen Proben, die Forscher bei der tiefsten Meeresbohrung der Welt entnommen haben. Bei den Mikroben dieser tiefen Biosphäre handelt es nicht um typische Meeresbewohner, sondern um Bakterien, die sonst in Waldböden vorkommen. Sie gelangten wahrscheinlich in die Tiefe, als ihr Wald einst im Meer versank, wie Forscher im Fachmagazin “Science” berichten.


scinexx

Das Leben macht auch vor der steinernen Tiefe der Erdkruste nicht halt – im Gegenteil. Bohrungen haben lebende Bakterien und Archaeen schon aus Basaltgestein hunderte Meter tief unter dem Meeresgrund zutage gefördert. Eine andere Bohrung fand sogar noch Leben in 1.922 Metern Tiefe. Forscher schätzen, dass diese tiefe Biosphäre vermutlich sogar das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde bilden könnte.

Aber wie weit reicht diese Biosphäre in die Tiefe? Um das herauszufinden, hat ein internationales Forscherteam an Bord des japanischen Bohrschiffs Chikyu das bisher tiefste Loch in den Meeresboden gebohrt. 2012 gelang es ihnen, vor der japanischen Küste bis zu 2.466 Meter tief in den Meeresboden vorzudringen und Proben zu gewinnen.

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