Vorurteile werden erst hergestellt

Chris Buck, „Let’s talk about race“, 2017. Foto: Chris Buck
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“ und denkt über die Gründe der Ausgrenzung nach.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Es ist eine gar nicht so große Ausstellung und ihre zentrale Botschaft hat man schnell verstanden. Sie steht schon im Untertitel: „Die Erfindung von Menschenrassen“. Rassen sind also nicht einfach da. Sie werden geschaffen. Sie werden gezüchtet. Wer einen Wachhund möchte, der kann sich Hunde kaufen, die exakt dafür gezüchtet wurden. Wer ein Schoßhündchen möchte, kann es haben. Seit Tausenden von Jahren werden Hunde nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen gezüchtet. Mal mit großem, mal mit weniger großem Erfolg.

Die Idee, dass das bei Menschen nicht viel anders sein könnte, liegt nahe. Schließlich gibt es sehr unterschiedliche Menschentypen. Es gibt die großen Schlanken, es gibt Pykniker und es gibt die Athleten. Es gibt die Glatthaarigen und die Kraushaarigen, die Langnasen und die mit den flachen Gesichtern. Es gibt Weiße und Schwarze. Und es gibt die „natürliche Zuchtwahl“. Jedenfalls sah das Charles Darwin so. Er erklärte: „Die Erhaltung günstiger individueller Verschiedenheiten und Abänderungen und die Zerstörung jener, welche nachteilig sind, ist es, was ich natürliche Zuchtwahl nenne oder Überleben des Passendsten.“

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Einsteins kosmologische Konstante

Abb. 1: Die Erde verformt den Raum lokal. Andere Massen werden damit vom geraden Weg abgelenkt. Bild: TP
Vor hundert Jahren veröffentlichte Albert Einstein seine fundamental neue Gravitationstheorie allerdings unter der Bezeichnung „Allgemeine Relativitätstheorie“. Das Neue dieser Theorie im Vergleich mit Newton war, dass die Bewegung von sich anziehenden Massen als ungestörte Inertialbewegung im gekrümmten Raum beschrieben werden konnte.

Raúl Rojas | TELEPOLIS

Die übliche Visualisierung der einsteinschen Theorie ist in Abb. 1 wiedergegeben. Das Raumzeitgewebe um die Erde krümmt sich durch die Gravitation, so dass z.B. ein Ball, welcher anfänglich in diesem Gravitationsfeld geradeaus „abrollt“, sofort abgelenkt wird. Statt wie bei Newton eine Fernwirkung zwischen Massen zu postulieren, wird gegenseitige Anziehung als ungestörte Bewegung in einem lokalen Raum verstanden, der jetzt einer gewissen Krümmung unterliegt. Beispielsweise beugen sich Lichtstrahlen, die keine Ruhemasse besitzen, der Krümmung des Raumes folgend. Das ist in der klassischen Theorie nicht so ohne Weiteres verständlich.

Allerdings war Einstein über die kosmologischen Konsequenzen der neuen Theorie besorgt. Es reiche nicht, wenn man erklären könne, wie Raum und Zeit sich in der Umgebung von Himmelskörpern verhalten. Man müsse auch an die Unendlichkeit des Raumes denken und sich die Grenzbedingungen vorstellen. Eine Welt, in der nur die Anziehung der Gravitation am Werk ist, kann nicht statisch sein und läuft Gefahr in sich zu kollabieren. Einstein dachte jedoch, das Universum bestünde seit ewigen Zeiten und würde für immer existieren.

Im Jahr 1917 veröffentlichte Einstein die Arbeit „Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie“. Dort bespricht er zunächst die Newtonsche Theorie, um dann zur eigenen überzugehen. Wir können hier die Einstein-Gleichung nicht im Detail begründen, aber für unsere Zwecke reicht es zu wissen, dass diese die Form hat:

Geometrie der Raum-Zeit = Verteilung von Energie und Materie

Der Physiker John Wheeler hat die Einstein-Gleichung so beschrieben: „Der Raum sagt der Materie, wie diese sich zu bewegen hat, die Materie sagt dem Raum, wie sich dieser zu krümmen hat.“ Raum und Zeit sollte man also nicht von Materie und Energie getrennt denken.

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Quantenmessung

Bild: SPEA-2014
Wenn ein makroskopischer Messprozess unter denselben Bedingungen wiederholt wird, stellt sich immer dasselbe Ergebnis ein.

Von Johannes Heinle | Richard-Dawkins-Foundation

Die Anfangsbedingungen determinieren also den Messzustand.

Der Zustand Z1 eines (isolierten) Makrosystems determiniert Z2.

Bei einem mikroskopischen Messprozess kann es hingegen vorkommen, dass wiederholte Messungen unter exakt denselben Bedingungen zu verschiedenen Messergebnissen führen. Diese Abweichungen lassen sich nicht durch praktische Ungenauigkeiten der Messapparate oder eine theoretische Unvollständigkeit der Quantenmechanik begründen. Vielmehr lässt sich für jedes mögliche Messergebnis nur eine Wahrscheinlichkeit in Form der Wellenfunktion angeben. Der endgültige Messzustand kann prinzipiell nur durch den Messprozess erkannt und nicht aus den Anfangsbedingungen abgeleitet werden.

Der Zustand Z1 eines Mikrosystems determiniert nicht Z2

Die Interpretationen der Quantenmechanik beschäftigen sich mit den ontologischen und philosophischen Konsequenzen u.a. aus dieser empirischen Erkenntnisgrenze. Die Kopenhagener Deutung geht davon aus, dass das Messergebnis erst durch den Messvorgang bestimmt wird. Der Aufenthaltsort eines Elektrons ist zum Beispiel vor der Messung verschwommen und durch die Wellenfunktion repräsentiert. Erst mit der Messung kollabiert diese Wellenfunktion und der Aufenthaltsort wird festgelegt. Die Übertragung dieser Deutung auf die für uns mit unseren Sinnen unmittelbar zugängliche Welt, hat zu solch markanten Sprüchen wie „Existiert der Mond auch dann, wenn keiner hinsieht?“ oder Schrödingers berühmten Katze geführt.

Das seltsame an dieser Interpretation ist, dass Teilcheneigenschaften nach ihr bis zu dem Messvorgang keinen konkreten Wert haben sollen. Dieser Wert sei also nicht nur epistemologisch nicht feststellbar, sondern ontologisch unbestimmt. Meiner Meinung nach entsteht diese Seltsamkeit aber nur dadurch, dass man behauptet, das Teilchen hätte vor der Messung eine bestimmte Eigenschaft, und nur dessen Wert läge nicht fest. Wenn man aber den Aufenthaltsort oder den Spin nicht als eine Eigenschaft des Teilchens, sondern der Wechselwirkung des Teilchens ansieht, verschwindet die ganze Verwirrung. Das Teilchen erhält die Eigenschaft Spin mitsamt seinem Wert erst im Moment der Wechselwirkung. Das bedeutet jedoch nicht, es gäbe keine festen Regeln, bei welchen Wechselwirkungen welche Eigenschaften entstehen, deren Werte gemessen werden können.

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Dumm und nichts gelernt

Bildungschancen sind in Deutschland extrem ungerecht verteilt (Foto: )
In Deutschland entscheidet noch immer die Herkunft über den Bildungserfolg. Kinder ohne ehrgeizige Eltern haben es schwer. Das ließe sich leicht ändern.

Von Catherine Hoffmann | Süddeutsche Zeitung

Noch hat niemand ein Unterrichtskonzept erfunden, das in der Lage wäre, die Klassengesellschaft aus den Angeln zu heben. Aber Chancengleichheit in der Bildung, die sollte möglich sein in Deutschland. Es sollte möglich sein, dass alle Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten gleiche Chancen haben, durch Bildung in die Mitte der Gesellschaft aufzusteigen; dass Kinder und Jugendliche mehr wissen, als sie heute wissen, dass ihre Fähigkeiten und Begabungen nicht, wie es noch viel zu oft geschieht, unentdeckt und unentwickelt bleiben; mit einem Wort, dass jeder kann, was er kann – auch Kinder, deren Eltern nicht mit Geduld und sanftem Druck für schulischen Erfolg sorgen, deren Eltern ungebildet oder arm sind oder einfach nur schlecht Deutsch sprechen.

Doch alle Reformen, Bildungsausschüsse, Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz, alle innovativen Ansätze und neuen didaktischen Designs haben dieses Ziel nicht erreicht, sie haben den langen Jammer der Schule nur verlängert. Und so gilt heute, was schon vor 30 Jahren zu beklagen war: Kinder aus sozial schwachen oder Migrantenfamilien haben es in Deutschland erheblich schwerer als in den meisten anderen Ländern. Ihnen fehlt nicht nur die Unterstützung durch die Familie, ihnen mangelt es auch in der Schule an individueller Förderung, um zum Beispiel die Sprachkenntnisse zu verbessern.

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Ethik: Alternativen zum konfessionellen Religionsunterricht

Sollte Ethikunterricht bundesweit von Grundschule bis Oberstufe angeboten werden? (Dpa /Zentralbild)
Knapp jeder fünfte Schüler bräuchte Ethikunterricht, bekommt ihn aber nicht. So stellt sich die Lage zumindest in Baden-Württemberg gerade dar. Die Schüler, um die es geht, sind konfessionslos. Es ist die größte weltanschauliche Gruppe in Deutschland.

Moderation: Markus Dichmann | Deutschlandfunk

Oft verzichten die Familien dieser Kinder, sie in einen wie auch immer gearteten Religionsunterricht zu schicken. Konsequenz: Unterrichtsausfall für einen erheblichen Teil der Schülerschaft und die Frage, in welchem anderen Fach Werte, Normen und moralische Erziehung stattfinden könnten? Auf diesen Bedarf reagiert Baden-Württemberg jetzt und dehnt den Ethikunterricht auf die Klassen 5 bis 7 aus. Die Problematik stellt sich allerdings auch in anderen Bundesländern, wobei jedes andere Wege geht. In Berlin zum Beispiel ist Ethik ab Klasse 7 Pflichtfach, Religion hingegen nur ein freiwilliges Wahlfach. Ein Modell, das viele Deutsche übrigens befürworten. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprechen sich 69 Prozent der Befragten für einen neuen, gemeinsamen Werteunterricht aus.

Live beim DLF

Ramadan: Muslimische Kinder verweigern Schul-Prüfungen

Präsident des Deutschen Lehrerverbandes klagt: In immer mehr Schulen gibt es Probleme bei Schülern wegen des Fastenmonats Ramadan

kath.net

Muslimische Eltern möchten, dass während des Ramadans mehr Rücksicht auf die Schüler genommen wird und keine Prüfungen stattfinden. Darüber klagt der Deutsche Lehrerverband, weil sich immer mehr muslimische Schüler strikt an die Einhaltung des Fastenmonats halten. „Sehr viele Schüler nehmen das Fasten inzwischen sehr ernst“, so Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger, der feststellt, dass seitens der muslimischen Elternschaft teils starker Druck auf die Schulleitungen ausgeübt werde, in dem Fastenmonat keine Leistungsprüfungen oder schulischen Exkursionen anzusetzen.

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RDF Talk – Hamed Abdel-Samad: Integration

Vortrag von Hamed Abdel-Samad am 9. Mai 2018 im „Haus der Wissenschaft“ in Bremen.

Richard-Dawkins-Foundation

Der ägyptische Politikwissenschaftler und Historiker Hamed Abdel-Samad ist einer der international wichtigsten Kritiker des politischen Islam. In Deutschland gehört er zu den gefragtesten Islamexperten in Presse, Funk und Fernsehen. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a. die Bücher: „Abschied vom Himmel“ (2009), „Der Untergang der islamischen Welt“ (2010), „Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“ (2011), „Der Islamische Faschismus“ (2014), „Mohamed“ (2015) und „Ist der Islam noch zu retten?“ (2017). Hamed Abdel-Samad ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.

Über das Buch:
https://www.droemer-knaur.de/buch/9558029/integration

Der Autor:
https://www.droemer-knaur.de/autoren/6896619/hamed-abdel-samad

Islam-Institut an HU: CDU-Abgeordneter Dregger bezeichnet Beirat als Missgebilde

Der CDU-Abgeordnete Burkard Dregger (Archivbild). Foto: imago/Christian Ditsch
Das geplante Islam-Institut an der Humboldt-Universität (HU) bringt den CDU-Abgeordneten Burghard Dregger auf die Palme. Unverantwortlich findet er, dass der Senat und die Uni derzeit einen Beirat mit nur drei muslimischen Verbänden – dazu noch ausschließlich traditionell-konservativen – konstituieren.

Von Julia Haak | Berliner Zeitung

„Das bringt mich richtig in Zorn“, sagt Dregger. Über den Beirat, der über die Berufung von Professoren und Lehrinhalte mitbestimmen soll, ist schon viel gestritten worden. Auch die Grünen-Abgeordnete Bettina Jarasch hält das Gremium für falsch aufgestellt. Aber der Prozess ist wohl nicht mehr aufzuhalten.

Hohe Erwartungen

An der Humboldt-Uni sollen ab 2019 Religionslehrer und Imame ausgebildet werden. Es lasten viel Druck und hohe Erwartungen auf diesem Vorhaben. Eine staatliche Ausbildungsstätte für islamische Religionslehrer und Theologen soll ein Schritt auf dem Weg zu einem europäischen Islam sein, der sich unabhängig macht von den Herkunftsländern und sich kritisch mit der Religion auseinandersetzt. Deshalb wird es das Islam-Institut auf jeden Fall geben.

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TU München: Wissenschaft im Dienst der Nazis

17 Hochschullehrer verloren aus rassistischen oder politischen Gründen ihre Arbeit. Eine Ausstellung stellt sie und ihre Schicksale vor. (Foto: Jens Weber)
Eine Sonderausstellung im NS-Dokumentationszentrum zeigt, wie tief Forscher an der Technischen Hochschule in die Verbrechen verstrickt waren – und wie sehr der Krieg zum Teil von Professoren verherrlicht wurde.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche Zeitung

Was Heinz Henseler erforscht hat, klingt erst einmal wenig verdächtig. Der Mann war Professor für Tierzucht an der Technischen Hochschule (TH) München, der heutigen Technischen Universität (TU), und was kann an Milchkühen schon problematisch sein, an Schweinen, Schafen, Hunden und Hühnern? Und doch zeigt sich gerade an Heinz Henseler beispielhaft, wie sehr die TH vom Ungeist der Nazis erfasst und wie tief sie in deren Verbrechen verstrickt gewesen ist.

Henseler leitete von 1940 an ein neues „Kolonialwissenschaftliches Seminar“. Das hatte freilich nichts zu tun mit kulturhistorischen Studien etwa über die Viehzucht in Namibia oder einer anderen früheren deutschen Kolonie. Es ging um die Kolonien von morgen, um den Krieg und die Eroberung von sogenanntem Lebensraum im Osten. Kolonialwissenschaftler sollten erforschen, wie sich Landschaften in Polen und Russland zum deutschen Siedlungsgebiet „germanisieren“ ließen.

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Black Hole Traffic Accidents May Produce Monster Mergers

A snapshot of a simulation showing the binary black hole formed in the heart of a dense cluster of stars. Credit: Northwestern Visualization/Carl Rodriguez
New research reveals that some black hole collisions may cascade, with the dense objects crashing into one another to create even more-massive black holes. This runaway growth may happen within groups of stars known a globular clusters.

By Nola Taylor Redd | SPACE.com

We think these clusters formed with hundreds to thousands of black holes that rapidly sank down in the center,“ Carl Rodriguez, a theoretical astrophysicist at the Massachusetts Institute of Technology, said in a statement. Working with an international team of scientists, Rodriguez modeled how black hole collisions should function according to Albert Einstein’s theory of general relativity. The researchers found that black holes initially created by stars within globular clusters should grow more to be than 50 times as massive as Earth’s sun if they collide with other black holes.

„These kinds of clusters are essentially factories for black hole binaries, where you’ve got so many black holes hanging out in a small region of space that two black holes could merge and produce a more massive black hole. Then, that new black hole can find another companion and merge again.“ [No Escape: Dive into a Black Hole (Infographic)]

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Vatikan zensiert Schweizer Schulmagazin

© Bild: katholisch.de
Kuriose Geschichte aus der Schweiz: Mehrere Lehrer besuchten den Vatikan, um im schuleigenen Magazin darüber zu berichten. Doch da hatten sie die Rechnung wohl ohne die vatikanische Pressestelle gemacht.

katholisch.de

Verwunderung im Schweizer Kanton Aargau: Die Pressestelle des Vatikans hat einen geplanten Artikel im Magazin der Kreisschule Regio Laufenburg zensiert. „Wir durften nicht alles so schreiben, wie wir wollten; durch die Zensur konnten wir nicht das hinüberbringen, was wir ursprünglich wollten“, erklärte Schulleiter Siegbert Jäckle am Mittwoch dem SRF. Die vatikanische Medienstelle habe gefordert, den Artikel über einen Besuch im Kirchenstaat vor der Veröffentlichung gegenlesen zu können. Danach sei aber vom ursprünglichen Text nur noch wenig übrig geblieben. Was genau zensiert wurde, verrät Jäckle er nicht.

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Ausbruch aus uralten Klimazyklen

Klima von der Stange. In Eisbohrkernen erkennt Joseph Kipfstuhl vom Alfred-Wegener-Institut Klimageschichte.Foto: Marc Steinmetz / VISUM
Warm und kalt wechseln sich schon immer ab, sagen Klima-Skeptiker. Nur was derzeit passiert, geht weit darüber hinaus.

Von Otto Wöhrbach | DER TAGESSPIEGEL

Die Mehrheit der Wissenschaftler ist sich sicher: Der durch den Menschen verursachte Kohlendioxid-Ausstoß hat einen globalen Wandel des Erdklimas eingeleitet. Doch eine kleine, aber aktive Gruppe von Klimawandel-Skeptikern schürt den Zweifel daran. Eines ihrer Standard-Argumente lautet: Auch schon lange bevor Menschen auf der Erde lebten, habe sich das globale Klima immer wieder geändert. Aber keine der bisherigen Erwärmungen sei verursacht worden von einem Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre. In Wahrheit sei es sogar immer genau umgekehrt gewesen: Zuerst sei es jeweils wärmer geworden. Und erst als Folge davon habe auch der Gehalt von Kohlendioxid in der Luft zugenommen. Das stimmt sogar – aber nur im Hinblick auf die jüngere vorindustrielle Klimavergangenheit. Und auch das ist nur die halbe Wahrheit.

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Where Is the Center of the Universe?

The universe is incredibly vast, but where exactly is the center? It turns out there is none. Credit: Shutterstock
Looking up at a clear night sky, you see stars in every direction. It almost feels as if you’re at the center of the cosmos. But are you? And if not, where is the center of the universe?

By Marcus Woo | SPACE.com

he universe, in fact, has no center. Ever since the Big Bang 13.7 billion years ago, the universe has been expanding. But despite its name, the Big Bang wasn’t an explosion that burst outward from a central point of detonation. The universe started out extremely compact and tiny. Then every point in the universe expanded equally, and that continues today. And so, without any point of origin, the universe has no center. [Big Bang to Civilization: 10 Amazing Origin Events]

One way to think about this is to imagine a two-dimensional ant that lives on the surface of a perfectly spherical balloon. From the ant’s point of view, everywhere on the surface looks the same. There is no center on the sphere’s surface, nor is there an edge.

If you inflate the balloon, the ant will see its two-dimensional universe expand. Draw dots on the surface, and they will move away from one another, just like the galaxies in our real universe do.

For the ant in this two-dimensional universe, any third dimension that extends perpendicular to the balloon’s surface – like traveling into the center of the balloon  – has no physical meaning.

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Platz für neue Physik wird enger

Die Schwache Kernkraft bewirkt unter anderem die Umwandlung von Protonen in Neutronen – Prozesse, die beim radioaktiven Zerfall auftreten. © Podbregar
Beruhigend und enttäuschend zugleich: Physiker haben die Wirkung der Schwachen Kernkraft beim Proton so genau wie nie zuvor gemessen – in der Hoffnung, Indizien für eine „neue“ Physik jenseits des Standardmodells zu finden. Doch ihr Ergebnis stimmt sehr gut mit dem Standardmodell überein, wie sie im Fachmagazin „Nature“ berichten. Das schränkt die Existenz exotischer Teilchen oder gar einer fünften Grundkraft weiter ein.

scinexx

Von den vier Grundkräften der Natur manifestieren sich zwei in für uns direkt messbarer und sogar spürbarer Form: der Elektromagnetismus und die Gravitation. Die Starke Kernkraft dagegen wirkt nur im Atommaßstab, sie hält die Quarks im Inneren der Atombausteine zusammen.

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What’s the Most Massive Object in the Universe?

A galaxy pileup of 14 merging galaxies known as SPT2349 is currently the biggest known object in the universe. Credit: NRAO/AUI/NSF; S. Dagnello
There’s nothing like staring up at the night sky to make you feel small.
But when looking out into the cosmos, you might also wonder: What is the most massive known object in the universe?

By Adam Mann | SPACE.com

In some ways, the question depends on what is meant by the word „object.“ Astronomers have spotted structures like the Hercules-Corona Borealis Great Wall ­— a colossal filament of gas, dust and dark matter containing billions of galaxies that stretches for about 10 billion light-years in length — which could contend for the title of biggest object ever. But classifying this assembly as a unique object is problematic because it’s hard to figure out exactly where it begins and ends.

„Object“ actually has a clear definition in physics or astrophysics, said Scott Chapman, an astrophysicist at Dalhousie University in Halifax, in the Canadian province of Nova Scotia. „That’s something bound together by its own self-gravity,“ he said, such as a planet, star or the stars orbiting within a single galaxy.

With this in mind, it’s a bit easier to figure out what’s in the running for the most massive thing in the universe. The award could go to different entities depending on the scale being considered, but each prizewinner has provided scientists insights into the limits of size and mass in the cosmos. [Big Bang to Civilization: 10 Amazing Origin Events]

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Ärzte warnen vor Ramadan-Fasten für muslimische Kinder

Manche muslimische Kinder brechen während des Ramadans in der Schule zusammen Quelle: picture-alliance/ ZB/ Johannes Eisele
Während des Ramadans lastet auf muslimischen Kindern und Jugendlichen der Druck, tagsüber nichts essen und trinken zu dürfen. Viele kommen todmüde in die Schule, andere brechen zusammen. Kinderärzte schlagen nun Alarm.

DIE WELT

Kurz vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan richten Mediziner einen Appell an muslimische Eltern. Diese sollten ihren Kindern erklären, „dass Fasten für sie ungesund ist“, heißt es in einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. „Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder und Jugendlichen ausreichend trinken. Auch tagsüber!“, so die ärztliche Empfehlung. Statt eines Trinkverzichts sollten die Eltern den Ramadan dazu nutzen, die Getränke ihrer Kinder von Limo, Fruchtsaft, Eistee und Cola auf gesundes Wasser umzustellen.

Der Ramadan beginnt in diesem Jahr am 16. Mai und endet am 14. Juni. Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang ist Muslimen Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Mit dem Iftar, dem gemeinsamen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. Das Fastengebot gilt für alle Muslime ab der Religionsmündigkeit, was dem Alter von etwa 14 Jahren entspricht.

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Höhlensystem unter Nottingham: Spuk im Bierkeller

Mortimers Hole unter der Burg von Nottingham. (Foto: Robert Harding/imago)
Das englische Nottingham ist von einem rätselhaften Höhlensystem durchzogen. Hinein kommt man durch die Gasträume von uralten Pubs.

Von Oliver Abraham | Süddeutsche Zeitung

Das Geheimnis um Rosie. Um ihrer Geschichte auf die Spur zu kommen, muss man hinabsteigen in die Unterwelt von Nottingham. Jason Weston öffnet eine unscheinbare Tür in der Wandverkleidung seines uralten Gasthauses. Ein geheimer Gang. Die Stufen führen immer weiter hinunter. Tief unter das Pub. In eine andere Zeit.

Das „Ye Olde Salutation Inn“ am Maid-Marian-Way gehört zu den wohl ältesten Public Houses Englands, erstmals erwähnt wurde es um 1240. Das Auge gewöhnt sich rasch an das Zwielicht unter dem Pub. Der Lärm der Stadt und die Gesprächskulisse in der Gaststube sind längst verstummt. Fünf, vielleicht sechs Meter unter der Kneipe sind wir erst – und doch schon in einer anderen Welt.

Der Weg teilt sich: Geradeaus endet er in einem Loch. „Das war die Booby Trap, eine Falle, drei Meter tief“, sagt Jason Weston und leuchtet mit seiner Taschenlampe hinein.

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Die Verschwörungs-Nervensägen

Themenbild.
Als ich zur Uni ging, liefen sie in jeder Kiffer-WG. Die Rede ist von den „Zeitgeist“-Filmen. Wie Dan-Brown-Romane galoppieren die auf Dokumentation getrimmten YouTube-Videos durch die Weltgeschichte. Wir erfahren, wie eine kleine Elite seit den Anfängen der menschlichen Zivilisation die Geschicke der Welt lenkt. Nur der Übergang zu einer computergesteuerten „ressourcenbasierten Wirtschaft“ kann unser Schicksal (als mit Mikrochips versehene Sklaven einer neuen „Weltregierung“) noch abwenden.

Kolja Zydatiss | Achgut.com

Der erste der drei abendfüllenden Filme erschien 2007, der letzte 2011. In einer Welt, die von der globalen Finanzkrise verunsichert war, trafen die obskuren Machwerke des Amerikaners Peter Joseph Merola einen Nerv. Hunderte Millionen Menschen schauten sie sich im Netz an. Es entstand sogar eine „Zeitgeist-Bewegung“, die zeitweise über 400.000 Anhänger hatte.

Die „Zeitgeist“-Filme verbreiten Verschwörungstheorien. Die Definition dieses Begriffs ist nicht ganz einfach, denn selbstverständlich gibt es unzählige echte Verschwörungen und Komplotte, mit denen sich zum Beispiel der investigative Journalismus auseinandersetzt. Für den britischen Soziologen Frank Furedi unterscheiden sich Verschwörungstheorien von solcherlei legitimen Untersuchungen durch ihren umfassenden Versuch der Weltdeutung. Alles hängt demnach mit allem zusammen. Grundlegend für Verschwörungstheorien ist eine „Ideologie des Bösen“, die unerwartete Ereignisse und Unglücke als Produkt des Wirkens böswilliger Mächte präsentiert, die hinter den Kulissen des Sichtbaren die Fäden ziehen.

Conspirituality

Traditionelle Protestformen haben laut „Zeitgeist“-Macher Merola keinen Effekt auf die globale Elite. Anstatt das „System“ politisch zu bekämpfen, sollten sich seine Anhänger für Wissen, Frieden, Einheit und Mitgefühl einsetzen. Die Forderung eines „neuen Bewusstseins“ oder „spirituellen Erwachens“ ist ein zentraler Topos esoterischen Denkens. Sie weist die „Zeitgeist“-Filme als ein Beispiel von „Conspirituality“ aus.

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Neutralität ist wichtiger als der Glaube

Themenbild
Das Berliner Arbeitsgericht weist die Klage einer Lehrerin ab. Das Verbot religiöser Symbole in staatlichen Einrichtungen sei verfassungskonform.

Susanne Memarnia | taz.de

Eine Berliner Lehrerin mit Kopftuch hat keinen Anspruch darauf, an einer Grundschule beschäftigt zu werden. Das entschied das Berliner Arbeitsgericht am Mittwoch. Die Entscheidung des Gerichts war mit Spannung erwartet worden, entsprechend viel Presse war vor Ort. Denn hinter diesem Rechtsstreit steht die Frage, ob das Berliner Neutralitätsgesetz, welches das Tragen religiöser Symbole und Kleidung für Polizisten und Justizangestellte bis auf Ausnahmen verbietet, verfassungskonform ist. Das Gericht hat dies bejaht.

„Das Neutralitätsgesetz ist Ausdruck des Souveräns, um bestimmte Konfliktlagen zu lösen“, indem staatliche Einrichtungen neutral gestaltet würden, begründete der vorsitzende Richter Arne Boyer das Urteil. Es sei richtig, dass im Gerichtssaal kein Kreuz hinge. Ebenso richtig sei es, dass Lehrerinnen ohne Kopftuch unterrichteten. „Diesen Ansatz unterstützt die entscheidende Kammer und bittet um Respekt.“

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Two Nova Documentaries Will Explore Humanity’s Biggest Questions About the Universe

Scientists are eager to explore Jupiter’s moon Europa (left) and Saturn’s moon Enceladus (right) because the ice worlds show promising signs of subsurface oceans that could harbor life. Credit: WGBH
For centuries, humans have wondered, Are we alone? and What is the universe made of? Scientists will tackle these exact questions in two documentaries, part of the new, six-episode PBS series „Nova Wonders.“

By Harrison Tasoff | SPACE.com

„Nova Wonders: Are We Alone?“, premiering tonight (May 9) at 9 p.m. EDT/8 p.m. CDT invites viewers to join scientists in a variety of different disciplines as they all look to solve this fundamental question. The show’s hosts explore what different fields of science have to say about the likelihood of life elsewhere in the universe.

„The thing I want people to walk away with is this really interesting tension between two truths. …. We’re at once really unique and special, but also the universe is so big, and we could be 1 of billions,“ Jane Teeling, producer of the episode, told Space.com. [Are We Alone? Scientists Discuss the Search for Life and Odds of E.T.]

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