Säugetiere: Erfolg durch Schrumpfen?

Rekonstruktion des Säugetier-Vorläufers Morganucodon – er war nur vier bis sechs Zentimeter groß. © Bob Nicholls/ Paleocreations.com
Rätselhafter Umbau: Die Evolution unserer frühen Säugetier-Vorfahren könnte erst durch eine Miniaturisierung möglich geworden sein. Denn nur die geringe Körpergröße verringerte die Kaubelastung ihrer Kiefer genügend, um diese quasi „im laufenden Betrieb“ umzubauen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Aus dem vielteiligen Reptilienkiefer wurden so vor rund 200 Millionen Jahren die Gehörknöchelchen und der nur noch einteilige Säugetier-Unterkiefer.

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Vor rund 200 Millionen Jahren bahnte sich eine umwälzende Veränderung bei den Vorläufern der ersten Säugetiere an: Die Knochen ihrer bis zu siebenteiligen Reptilien-Unterkiefer verlagerten sich und verschmolzen. Im Laufe von rund 100 Millionen Jahren entstanden so der typische Unterkiefer und die Gehörknöchelchen der Säugetiere. Dabei bildete sich ein neues Kiefergelenk, das alte Reptiliengelenk verschwand und ein Teil der alten Kieferknochen wurden zu Hammer, Amboss und Steigbügel – zu den entscheidenden Komponenten unseres Gehörs.

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Unsere Sonne ist gewandert

Die Sonne ist nicht in ihrer heutigen Bahn um das galaktische Zentrum entstanden, sondern ein wenig weiter innen.NASA/JPL-Caltech/ ESO/R. Hurt
Stellare Drift: Die meisten Sterne in unserer Milchstraße leuchten heute weit von ihrem Geburtsort entfernt – sie sind gewandert. Jetzt haben Astronomen eine Methode entwickelt, mit der sich diese Wanderungen rekonstruieren lassen. Sie zeigt, dass unsere Sonne einst näher am galaktischen Zentrum kreiste – sie hat sich um rund 2.000 Lichtjahre nach außen bewegt. Andere Sterne in ihrer Nachbarschaft haben allerdings viel weitere Reisen hinter sich.

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Unsere Milchstraße ist ein ziemlich dynamischer Ort: Sie saugt Gasströme von benachbarten Zwerggalaxien ab und klaut ihnen sogar Sterne. Andere Himmelskörper wurden dafür von ihr „verstoßen“. Und bis heute Sterne wächst unsere Galaxie durch die Bildung neuer Sterne – um 500 Meter pro Sekunde dehnt sie sich aus. Vor rund zehn Milliarden Jahren erlebte die Milchstraße zudem eine gewaltige Kollision, wie Forscher vor Kurzem herausfanden.

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Berliner Uni: Abstimmung über katholisches Institut

© Bild: Fotolia.com/lumen-digita
Die geplante Errichtung eines Instituts für Katholische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität kommt voran. Am Dienstag soll der Akademische Senat der Hochschule über das Projekt abstimmen.

katholisch.de

Die gelante Errichtung eines Instituts für Katholische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität (HU) kommt voran. Am Dienstag stimmt der Akademische Senat der HU über das Projekt ab; dessen Einverständnis gilt als sicher. Dem Senat gehören Vertreter von Forschung und Lehre, Hochschulmitarbeitern sowie Studierenden an. Falls das Gremium die Einrichtung empfiehlt, entscheidet abschließend das HU-Kuratorium über den Aufbau. Dem Aufsichtsgremium gehören Vertreter von Politik und Gesellschaft an, unter ihnen von Amts wegen der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD).

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The Strange Similarity of Neuron and Galaxy Networks

Photo Collage by Francesco Izzo
Your life’s memories could, in principle, be stored in the universe’s structure.

By Franco Vazza & Alberto Feletti | NAUTILUS

Christof Koch, a leading researcher on consciousness and the human brain, has famously called the brain “the most complex object in the known universe.” It’s not hard to see why this might be true. With a hundred billion neurons and a hundred trillion connections, the brain is a dizzyingly complex object.

But there are plenty of other complicated objects in the universe. For example, galaxies can group into enormous structures (called clusters, superclusters, and filaments) that stretch for hundreds of millions of light-years. The boundary between these structures and neighboring stretches of empty space called cosmic voids can be extremely complex.1 Gravity accelerates matter at these boundaries to speeds of thousands of kilometers per second, creating shock waves and turbulence in intergalactic gases. We have predicted that the void-filament boundary is one of the most complex volumes of the universe, as measured by the number of bits of information it takes to describe it.

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Ig-Nobelpreise 2018 verliehen

Der Ig-Nobelpreis soll erst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregen © Improbable Research
Erst lachen, dann nachdenken: Gestern Abend wurden die diesjährigen Ig-Nobelpreise verliehen – die Auszeichnung für skurrile, lustige, aber dennoch seriöse Forschung. Preise gab es unter anderem für Studien zum Achterbahnfahren gegen Nierensteine, Voodoo gegen tyrannische Chefs und Spucke als Reinigungsmittel. Ebenfalls preiswürdig war für die Jury die Erkenntnis, dass sich der Kannibalismus für unsere Vorfahren zumindest in puncto Nahrhaftigkeit nicht lohnte.

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Sie bringen Menschen erst zum Lachen, dann zum Nachdenken: Jedes Jahr im September werden in den USA die Ig-Nobelpreise verliehen. Mit ihnen werden Forschende ausgezeichnet, die sich der ungewöhnlichen, skurrilen und auch lustigen Seiten der Wissenschaft angenommen haben – aber mit durchaus seriösen Methoden und dem Ziel eines realen Wissensgewinns. Verliehen wird der Preis an der Harvard University in einer Zeremonie, bei der echte Nobelpreisträger die Preise übergeben.

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Judenfeindlichkeit findet sich in allen Bundesländern

Bild: bb
Judenfeindlichkeit ist nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, kein rein ostdeutsches Phänomen. Man finde Antisemitismus in allen deutschen Bundesländern, auch in Bayern, sagte Schuster am Freitag dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Jüdische Allgemeine

Als Beispiel nannte er den Fall einer Abiturientin in Nürnberg. Diese habe im Unterricht zu hören bekommen, dass die Gründung des Staates Israel eine willkürliche Entscheidung gewesen sei.

Schulen

Um gegen die Anfeindung von Juden stärker vorzugehen, müsse man bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen, sagte Schuster. So dürfe man das Judentum in den Schulen nicht nur »als Opferrolle des Nationalsozialismus darstellen«, sondern müsse auch darauf hinweisen, wie lange Juden in Deutschland schon ihre Beiträge zum wissenschaftlichen und kulturellen Leben leisten.

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Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam

Die Linke ist es, die immer mehr Bürger nach „rechts“ treibt, weil sie bei der Linken nicht mehr finden, was einst zum linken Selbstverständnis gehörte.
In Österreich hat zuletzt die Lehrerin Susanne Wiesinger eine Debatte über den fahrlässigen Umgang mit dem Islam in Schulen losgetreten. Ein neues Buch aus Deutschland beleuchtet die Hintergründe.

Samuel Schirmbeck | derStandard.de

Die deutsche Linke und der Islam, das ist eine monströse Geschichte. Denn es ist die Begegnung zweier Seelenlagen, jede von ihnen voller Schuldgefühle. Das linke Schuldgefühl kommt aus der Hölle der deutschen Vergangenheit. Das islamische Schuldgefühl kommt aus dem allmächtigen Himmel, in dessen Dienst die muslimische Welt ihre Zukunft verpasst. Das linke Schuldgefühl entlastet sich durch maximale Toleranz. Das islamische Schuldgefühl besänftigt sich durch maximale Intoleranz. Beide Schuldgefühle erzeugen ein Monstrum an Irrationalität auf deutschem Boden.

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Große Männer nerven eher

thierry ehrmann, flickr.com, CC BY 2.0
Gott ist überwunden. Aber der Glaube an das Erhabene und „große Männer“ bleibt uns treu – wohin wir auch gehen, wo hinein wir auch blättern. Zum Beispiel in diesen neu aufgelegten Atheismus-Dialog von Diderot.

Von Klaus Ungerer | hpd.de

Vom Glauben an eine Monogottheit ist uns, nachdem diese zerplatzt ist, der Glaube an das Erhabene geblieben. Wie eine Hintergrundstrahlung zieht sich die Vorstellung davon durch unsere Verrichtungen: Selbst wenn es keinen Gott gibt, sagt uns unsere Sehnsucht, so muss es doch irgendwie etwas Herausgehobenes, zu Verehrendes geben. Wenn es schon nichts Übernatürliches gibt, gebt uns doch wenigstens etwas Über-Alltägliches. Wir wollen Gefühle, so groß wie Kinoleinwände, wollen an das Magische in den Künsten glauben, wir schnitzen uns, je nach Bedarf, „große Männer“ zurecht in Politik, Kultur, Medien und Historie, die unser Bedürfnis nach Heiligenverehrung stillen, der ein uneingestandener Transzendenzwunsch innewohnt: Da kauft man dem indischen Kaufmannssohn Gandhi gern seine Selbstinszenierung als Jesus 2.0 ab, traktiert einander unter Gebildeten mit Luhmann- oder Derrida-Zitaten, um mal in die Aura eines Bildungspriesters einzutauchen. Da werden literarische Autoren zu ihren politischen Meinungen gefragt als wären sie Auguren mit tieferem Durchblick – obwohl sie doch auch nur ein Zeitungsleser voller Vorurteile sind, ganz wie du und ich, nur eben verquaster.

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Arizona Asked a Young Earth Creationist to Review Evolution Teaching Standards

Image: NASA
A Young Earth Creationist who says he was called by God to “teach from the Biblical creation perspective” is part of a team in charge of reviewing Arizona’s science standards for teaching evolution. To the surprise of absolutely no one, it’s not going well.

By David G. McAfee | Friendly Atheist

Joseph Kezele, the president of the Arizona Origin Science Association, was appointed by State Superintendent Diane Douglass to serve on the committee last month. They are working to revise curriculum for science — and things were already dire when we first reported on the science standards back in May.

Now it has been confirmed by the Phoenix New Times that Kezele, who makes Creationist videos and teaches biology at a Christian school in Phoenix, is part of a small group who review and amends the new standards.

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USA: Prügelstrafe an Schulen erlaubt

Foto: pixabay.com / Public Domain
Was sich für Mitteleuropäer wie ein schlechter Witz anhört, ist in den USA Routine: In 19 US-Bundesstaaten ist die Prügelstrafe in Schulen noch erlaubt. Nun bittet eine Schule in Georgia die Eltern um Erlaubnis, ihre Kinder „züchtigen“ zu dürfen.

von Frank Nicolai | hpd.de

Die Georgia School for Innovation and the Classics (GSIC) hat vor Kurzem ein Formular an die Eltern ihrer Schüler verschickt. Darin bittet die Schule um die Erlaubnis, die Kinder bei Fehlverhalten körperlich zu züchtigen.

Die Ausbildung an der GSIC im kleinen Städtchen Hephzibah beginnt im Kindergartenalter und geht bis zur neunten Klasse. Gegenüber dem Lokalsender WRDW TV sagte der Schulleiter, Jody Boulineau, „An dieser Schule nehmen wir Disziplin sehr ernst.“

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In Turkey, Darwin is being removed from textbooks

A copy of Darwin’s „Origin of Species“ in front of a stone bust of Charles Darwin at London’s Natural History Museum. Soon, references to the pioneering biologist and his theory of evolution will be removed from Turkish textbooks (SHAUN CURRY/AFP/Getty Image
Science education is being attacked in several countries at the same time, including right here in the good ol‘ U. S. of A.

By Brandon A. Weber | big think

The latest? The country of Turkey has banned the teaching of evolution and even the mention of natural selection and Charles Darwin from the biology textbooks of secondary school children. The law was passed to make such changes soon after an attempted political coup in 2016. Since that move, the country’s government has moved toward a much more authoritarian model—one that regards religious fundamentalism above science and schools. Erdogan’s government is also creating a massive refugee crisis as those who do not wish to live under sharia law escape the country, mainly to Greece.

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Warum Hitler bis heute die Erziehung von Kindern beeinflusst

Adolf Hitler auf dem Predigtstuhl, Bad Reichenhall, Mutter mit Tochter © imago
Für eine Generation aus Mitläufern forderten die Nazis von Müttern, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu ignorieren. An den zerrütteten Beziehungen leiden noch die Enkel.

Von Anne Kratzer | ZEIT ONLINE

Sie wolle ihre Kinder ja lieben – doch irgendwie schaffe sie es einfach nicht. Renate Flens kommt mit einer Depression in die Praxis der Psychotherapeutin Katharina Weiß. Die Expertin vermutet schon bald, dass hinter den Problemen ihrer Patientin im Grunde die Frustration steckt, Menschen nicht nah an sich heranlassen zu können.

Nach einer ausgiebigen Spurensuche in Flens‘ Vergangenheit glauben die beiden Frauen schließlich, eine Schuldige dafür gefunden zu haben: die Ärztin Johanna Haarer, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Ratgebern erklärte, wie man Kinder für den Führer erzieht. Dabei ist Renate Flens, die in Wirklichkeit anders heißt, gerade einmal in den 1960ern – also erst nach dem Krieg geboren worden. Doch Haarers Bücher waren Bestseller.

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Der Naturalismus – ein Phänomen des Zeitgeistes?

Foto: Pixabay.com / geralt
Oder: Hat die Wissenschaft Gott begraben? – Besprechung des Buches „Welt ohne Gott“

Von Martin Neukamm | Richard-Dawkins-Foundation

WIDENMEYER nähert sich über die Frage, was modern ist, der Diskussion über den ontologischen Naturalismus, wonach es im Kosmos überall „mit rechten Dingen“ zugeht. Wir Menschen, so der Autor, richteten uns gewöhnlich nach einem herrschenden Trend oder nach der vermuteten Mehrheitsmeinung aus. Die Ursachen für unsere Haltungen seien weitgehend unabhängig von der Intelligenz, womit der Autor impliziert, dass das Moderne oft das Ergebnis unreflektierter Entscheidungen, der soziale Konsens Folge einer gewissen Beliebigkeit des Zeitgeistes sei.

WIDENMEYER ist erkennbar bemüht, auch den Naturalismus, auf den sich die Realwissenschaften stützen, als das Ergebnis eines unreflektierten Konsenses darzustellen, sieht in dessen Akzeptanz sogar Gefährdungspotenziale, da er ihn als Grundlage „totalitäre[r] Systeme der Zeitgeschichte“ wie den Nationalsozialismus und Marxismus ausgemacht haben will (ebd., 11). Und er sieht die Gefahr, dass bei der Akzeptanz des Naturalismus…

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Sexualität und Identität in der Schule

Aufklärung hilft. Doch fehlt in dem Band etwa eine Auseinandersetzung mit religiösen Argumenten.Foto: imago/7aktuell
Eine Broschüre soll Lehrkräften helfen, LGBTI-Themen zu behandeln. Doch für die Wortwahl erntet die Bundeszentrale für politische Bildung auch Kritik.

Von Inga Barthels | DER TAGESSPIEGEL

Gerade in der Teenagerzeit ist es grundsätzlich schwierig, anders zu sein – sei es in Bezug auf Religionszugehörigkeit, das Einkommen der Eltern oder die sexuelle Orientierung. Dementsprechend ist Diskriminierung an Schulen ein verbreitetes Problem. Eine Berliner Studie des Psychologen Ulrich Klocke hat ergeben, dass 83 Prozent aller männlichen befragten Schüler in der 6. Klasse schon einmal mitbekommen haben, wie „schwul“ oder „Schwuchtel“ als Schimpfwort genutzt wird. Diese Vorurteile können unter anderem damit bekämpft werden, dass das Thema LGBTI fächerübergreifend thematisiert und so nach und nach normalisiert wird.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat jetzt im Rahmen ihrer „Themen und Materialien“-Reihe eine Informationsbroschüre zu „Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten“ herausgebracht. Die Publikation richtet sich an Unterrichtende und bietet Methoden und vielfältige Materialien, mit denen queere Lebensweisen im Unterricht behandelt werden können. Es gehe darum, die politische Mündigkeit der Kinder und Jugendlichen zu fördern, erklärt Susanne Offen, wissenschaftliche Leiterin und Herausgeberin des Bandes, anlässlich der Präsentation am Montag bei einem Fachgespräch. Mit dabei sind auch Vertreterinnen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ein Berliner Lehrer sowie der Präsident der Bundeszentrale, Thomas Krüger. Letzterer betont, man wolle hinsichtlich der LGBTI-Thematik „keine Weltrevolution entfachen“, sondern schlicht gesellschaftlichen und pädagogischen Herausforderungen die Stirn bieten.

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Denken statt Glauben – Wissenschaftlerinnen empfehlen Großbritannien Religionsunterricht zu reformieren

Themenbild.

Der britische Religionsunterricht sollte grundsätzlich überholt werden. Dieser Meinung sind zumindest Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich zwei Jahre lang für eine Studie mit dem Thema beschäftigt haben.

Phil Göbel | bento

Die staatliche „Commission on religious Education“, die die Studie durchgeführt hat, empfiehlt sogar, das Fach umzubennen. Das berichtet der „Guardian„.

Was soll am Religionsunterricht geändert werden?

Wie die Kommission festgestellt hat, ist eine grundsätzliche Neuausrichtung des Religionsunterrichtes nötig, um die „stark angestiegene Diversität der Welt“ darzustellen. Deshalb sollte das Fach neben religiösen auch andere Schwerpunkte haben.

Folgende Themen sollen im Unterricht aufgenommen werden:

  • Atheismus (Das Nichtglauben an einen Gott)
  • Agnostizismus (Weltanschauung, bei der die Existenz eines Gottes nicht rational erklärt werden kann und deshalb weder bejaht, noch verneint werden kann.) (Duden)
  • Säkularismus (Weltanschauung, bei der Kirche und Staat voneinander getrennt sind)

Laut der Empfehlung sollte das Fach auch umbenannt werden. Die Autoren schlagen den Titel „Religion und Weltanschauungen“ vor. Ziel soll es sein, junge Menschen mit Respekt und Empathie für unterschiedliche Glaubensrichtungen und Standpunkte auszustatten, so die Autoren.

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Islam-Institut: Veto der Studentenvertreter abgewiesen

Vor dem Haupteingang der HU in Berlin, die bald um ein Institut reicher ist. Bild: dpa
Dem umstrittenen Islam-Institut an der Humboldt-Universität steht nichts mehr im Weg. Der Einspruch der Studentenvertreter laufe ins Leere, beschied das Berliner Verwaltungsgericht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Aussichtsreich war ihr Griff nach dem rettenden Strohhalm nicht: Auf gerichtlichem Weg hofften Studentenvertreter der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), das Institut für Islamische Theologie, dessen konservativ-reaktionäre Ausrichtung sie kritisierten, noch stoppen zu können, nachdem ihr „suspensives Gruppenveto“ im Akademischen Senat der HU übergangen worden sei.

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Ist Pluto doch ein Planet?

Ein Herz für Pluto: Die Entscheidung, ihm den Planetenstatus abzuerkennen, sorgt bis heute für Kritik.© NASA/ JHUAPL/ SwRI
Streit um Pluto: Nach Ansicht einiger Astronomen ist Pluto zu Unrecht vom Planeten zum bloßen Zwergplaneten herabgestuft worden. Denn das Kriterium für seinen Ausschluss sei historisch und astronomisch fragwürdig, argumentieren sie. Demnach hat kein Planet seinen Orbit komplett von anderen Objekten freigeräumt und selbst die Erde wäre an Plutos Position dazu nicht fähig, so die Forscher. Eine Entscheidung auf Basis des Umfelds statt der intrinsischen Eigenschaften eines Objekts sei daher unsinnig.

scinexx

Das Jahr 2006 brachte eine denkwürdige Änderung unseres Bilds vom Sonnensystem. Denn Pluto, der seit Jahrzehnten als neunter Planet eingestufte Außenposten unseres Sonnensystems, verlor seinen Planetenstatus. Die Internationale Astronomische Union (IAU) änderte ihre Kriterien für Planeten dergestalt, dass dazu nur noch Himmelskörper gehören, die ein Gestirn umkreisen, durch ihre eigene Schwerkraft abgerundet sind und die ihren Orbit von anderen Objekten freigefegt haben.

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Schöner denken mit Kant und Hegel

Georg Wilhelm Friedrich Hegel prägt weiterhin die deutsche Philosophie. (Bild: Imago)
Ohne die alten Haudegen geht in der zeitgenössischen Philosophie nicht viel. Das zeigt ein internationaler Kongress in Basel. Doch worin genau besteht die Aktualität der deutschen Meisterdenker?

Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Was machen eigentlich die Philosophen? Sie lesen Hegel, Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831). Und Kant, Immanuel Kant (1724–1804). Und Fichte und Schelling. Sie kultivieren ihre Meisterdenker, als ob intellektuell seit zweihundert Jahren nicht mehr viel passiert wäre. Gehen die Philosophen also wie die Theologen vor, die ihre kanonischen Texte sogar seit zweitausend Jahren auslegen? Nein. Die Philosophen verbleiben mit ihren Idolen, selbst wenn sie ihnen schier Übermenschliches zutrauen, im Reich von Vernunft und Wissenschaft, während für die Theologen die Bibel letztlich mehr als Menschenwerk ist, da sie von Göttlichem kündet.

Vor allem aber debattieren die Philosophen kontrovers über ihren Kanon. Ernsthafte junge Männer vorwiegend deutscher Herkunft bringen mit beträchtlichem Scharfsinn und rhetorischer Gewandtheit Argumente vor, prüfen sie, lehnen sie ab oder nehmen sie auf. Aus dem Gedächtnis rezitieren sie Kant- und Hegel-Passagen. Jeder Satz muss sitzen, keine Äusserung ohne Begründung. Der Philosoph kommt zum Punkt, und falls nicht, weisen ihn seine Mitphilosophen freundlich, aber bestimmt darauf hin, worauf er ins Grübeln gerät. Die Philosophen sind sogar imstande, über einen von einem Asiaten in unverständlichem Deutsch abgelesenen Vortrag zu diskutieren, Cassirer herbeiziehend.

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Zufall oder Zwang: Der Streit um das Wesen der Evolution

Dem Einschlag eines Asteroiden wird nicht nur die Verantwortung für das Ende der Dinosaurier zugeschrieben, er formte auch den 180 Kilometer weiten Chicxulub-Krater (imago / Leemage)
Es ist eine der größten Fragen der Biologie: Ist das Auftreten des Menschen ein unwahrscheinlicher Zufall in der Evolution? Oder musste es auf die eine oder andere Weise zwangsläufig auf die Entwicklung der menschlichen Spezies hinauslaufen?

Von Dagmar Röhrlich | Deutschlandfunk

Harry Whittington war fassungslos. Der Cambridge-Forscher hatte 1972 in einem Vortrag ein Fossil aus einer berühmten Fundstätte in den kanadischen Rocky Mountains vorgestellt, den Burgess-Shales. Die Schiefer sind mehr als 500 Millionen Jahre alt und stammen aus der Zeit der Kambrischen Explosion. Damals tauchten große Tiere scheinbar aus dem Nichts auf. Und eines war Opabinia, dessen Rekonstruktion das Publikum gerade mit einem Lachkrampf bedacht hatte. Denn Opabinia hatte fünf Augen auf dem Kopf und einen Rüssel mit Greifzange an der Spitze.

„Als in den 70er- und 80er-Jahren die ersten Rekonstruktionen der Fossilien aus den Burgess-Shales vorgestellt wurden, schienen die Körperpläne der Tiere vollkommen anders zu sein als alles, was wir kennen.“

Die Tiere erschienen fremdartig, erinnert sich Simon Conway Morris von der University of Cambridge. Und auch er war der Überzeugung, dass es von ihnen keinerlei Nachfahren gebe. Und dieser Gedanke war der Grundstein für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, die bis heute nachhallt:

„Stephen Jay Gould hat aus dieser Überzeugung dann die berühmte Frage entwickelt: Wenn wir zur Lebenswelt der Burgess Shales zurückkehrten und von da an das Band des Lebens neu abspielen könnten: Würde es sich zu den Formen entwickeln, die wir heute sehen? Würde es Menschen geben? Für ihn – und damals auch für mich – lautete die Antwort: Nein. Der Mensch wäre sozusagen ein Unfall in der Geschichte.“

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Biodiversität: Parallele Evolution bei Buntbarschen

Amphilophus citrinellus, eine der sieben untersuchten Buntbarsch-Arten (Bild: Claudius Kratochwil)
Allein in der Familie der Buntbarsche gibt es halb so viele Arten wie in der Klasse der Säugetiere insgesamt. Biologische Vielfalt ist im Tierreich sehr unterschiedlich verteilt. Aber warum? Dieser Frage geht der Evolutionsbiologe Axel Meyer mit seiner Arbeitsgruppe bei Buntbarschen in mehreren Kraterseen Nicaraguas nach.

Gespräch Lennart Pyritz | Deutschlandfunk Kultur

Lennart Pyritz: Nicht nur das Leben, auch die Forschung selbst hat sich seit den 1980er Jahren weiter entwickelt. Und damit auch die wissenschaftliche Diskussion, inwieweit die Evolution vorhersagbar ist. Inzwischen haben Studien im Freiland und im Labor neue Einblicke in die Fragen eröffnet, die Simon Conway Morris und Stephen Jay Gould einst aufgeworfen haben. Einer, der selbst in der freien Natur dazu forscht, ist der Biologe Axel Meyer von der Universität Konstanz. Ich habe ihn vor der Sendung gesprochen und zuerst gefragt, auf welcher Seite er steht: Simon Conway Morris und funktionale Zwänge, die die Evolution prägen, oder Stephen Jay Gould und der Zufall?

Axel Meyer: Das ist nicht ganz einfach. Ich glaube, dass unsere eigene Forschung eher auf der Seite von Simon Conway Morris ist, aber die bezieht sich auf kürzere evolutionäre Zeiträume von ein paar Millionen Jahren. Aber ich glaube, dass ich von meiner Einschätzung der Situation eher auf der Stephen-Jay-Gould-Seite bin, dass es also viele eingefrorene Zufälle gibt und dass Dinge mal im Kambrium eingefroren sind, und seitdem spielt die Evolution wie ein Bastler damit rum.

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