Archiv der Kategorie: Bildung

Auf der Suche nach letzten Antworten

Rolf Heilmann Auch Physiker kochen nur mit Wasser  Verlag: Herbig, München 2015 ISBN: 9783776627572 20,00 €

Rolf Heilmann
Auch Physiker kochen nur mit Wasser
Verlag: Herbig, München 2015
ISBN: 9783776627572
20,00 €

“Wo die Wissenschaft an ihre Grenzen gerät” – der Untertitel trifft den Inhalt des Buchs sehr gut. Autor Bernd Heilmann verficht darin den Standpunkt, die Physik sei nicht der Weisheit letzter Schluss. Was in seinem Fall einiges Gewicht hat, denn Heilmann ist selbst Physiker, entwickelte Lasersysteme für Satelliten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und lehrt heute Physik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.


Von Frank Schubert|Spektrum.de

Auf die Frage, warum Gegenstände nach unten fallen, würden die meisten physikalisch korrekt mit der Gravitationskraft antworten, führt Heilmann beispielhaft an. Doch schon bei der simplen Nachfrage, warum es die Schwerkraft denn gebe, müsse auch ein gestandener Physiker die Segel streichen. Im Prinzip, schreibt der Autor, können alle Warum-Frageketten von Naturwissenschaftlern nicht abschließend beantwortet werden. Schon nach zwei- oder dreimaligem Nachhaken stießen wir an die Grenzen des Verstehbaren.

Gleichgültig gegenüber dem Unfassbaren

Eine Gewissheit über die ersten beziehungsweise letzten Ursachen könne die Naturwissenschaft nicht geben, betont der Physiker. Uns bleibe, über die Welt zu staunen, doch das hätten wir weitgehend verlernt. So nähmen wir ziemlich unbekümmert hin, dass wir auf einer riesigen rotierenden Kugel leben, die durchs leere All rast. Eigentlich sei das ungeheuerlich, doch man habe uns beigebracht, nicht weiter darüber nachzudenken.

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Leaving the Body Behind: A History

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Bild: Camille Flammarion, 1888; Color : Hugo Heikenwaelder, 1998, wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0/ bearb.: bb

Over the past week, Motherboard has tackled the question of whether or not the human body is becoming obsolete from a variety of angles, from immortality to killer robots. The very fact that we are able to realistically pose this question is itself a meaningful sign of the times, indicating that we may  finally be on the threshold of abandoning the natural human body.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

As I wrote earlier this week, the pursuit of a better body has been going on for at least 40,000 years, and has manifested itself in everything from zoomorphic religious sculptures to the incredible capabilities of modern prosthetics.

Still, even this long and storied history pales in comparison to the quest to abandon our meatbag bodies completely. In fact, achieving total incorporeality is arguably the most persistent preoccupation of our species, whether it takes the form of belief in a spirit-based afterlife, an out-of-body experience, or in the brave new world of the 21st century, uploading our brains into a digital format.

It’s impossible to pin down exactly where this obsession with immateriality originated or why it is such a powerful cross-cultural force. But speculatively speaking, the smart money is that it has something to do with the epic bummer that is mortality.

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Südafrika: Wenn der Mob wütet

„Mit großer Scham und tiefer Trauer“: Die Polizei in Durban treibt Einwanderer und fremdenfeindliche Provokateure mit Tränengas auseinander. ©AFP

Im südafrikanischen Durban hat es fremdenfeindliche Übergriffe gegeben, es wurde getötet und geplündert. Tausende Ausländer sind geflohen.


Von Thomas Scheen|Frankfurter Allgemeine

Was sie noch besitzt, trägt sie am Leib: eine graue Bluse und einen weißen Sommerrock. Der Rest ist gestohlen worden. Die Möbel, der Kühlschrank, der kleine Fernseher. „Nicht einmal meine Handtasche habe ich retten können“, sagt Magdalena Dube. Die junge Frau ist buchstäblich um ihr Leben gelaufen, als der Mob in den Durbaner Wohnblock einfiel, in dem sie ein kleines Appartement bewohnt. „Die haben gesagt: Verschwinde, oder wir bringen dich um!“, erzählt Magdalena. „Da bin ich losgerannt.“

Magdalena Dube ist 25 Jahre alt und gebürtig aus Zimbabwe. Sie hat zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. Das Mädchen ist fünf Jahre alt, der Junge 14 Monate. Die beiden leben bei den Großeltern in Zimbabwe. Magdalena sorgt mit ihrem Job in Südafrika dafür, dass daheim Brot auf den Tisch kommt. Das ist jetzt vorbei. Magdalena Dube ist eines der geschätzt 7000 Opfer der jüngsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika. Seit einer Woche tobt in der Hafenstadt Durban der Mob, seit der König der Zulus, Goodwill Zwelithini, alle Ausländer aufgefordert hat, „ihre Koffer zu packen und zu gehen“. Mindestens fünf Menschen kamen seither ums Leben, darunter ein 14 Jahre alter Junge aus Äthiopien, der mit einer Machete erschlagen wurde. Die Ausschreitungen haben inzwischen die Wirtschaftsmetropole Johannesburg erreicht, wo bei früheren rassistischen Auseinandersetzungen im Jahr 2008 mehr als 60 Menschen getötet wurden. Damals ordnete die Regierung den ersten Einsatz der Armee im Innern seit dem Ende der Apartheid 1994 an, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen.

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Impfgegner: Ihr Motzer da draußen

Image: Katie Schwartz

Image: Katie Schwartz

Muss man immer noch über Feminismus diskutieren? Und über den Sinn von Impfungen? Oder zeigen diese Debatten bloß, dass eine demokratische Gesellschaft nur so intelligent ist wie ihre dümmsten Mitglieder?


Von Sibylle Berg|SpON

In der “Welt” diskutieren Mitarbeiter in Serie über den Feminismus, ein Wort, das ich auch nicht mehr lesen oder hören kann, ohne dass mir die Knie einschlafen. Als ob man seit 50 Jahren darüber redete, ob LehrerInnen Kinder schlagen dürfen oder nicht. Irgendwann müssen gesellschaftliche Probleme in einer demokratischen Welt die Phase der Diskussion verlassen und politisch zu Gesetzen werden, anders scheint mitunter keine Entwicklung möglich. Das Impfen, Sie erinnern sich? Rückkehr zu Masern, Mumps und Keuchhusten, es ist ja auch sonst nichts los. Ich wagte im Freundeskreis, den ich nicht besitze, jüngst die These, dass es westlichen Eltern bald gelingen würde, in eben den westlichen Ländern auch die Kinderlähmung wieder einzuführen. Zum Wohle aller. Ich komme noch aus einem Jahrhundert (zwei Kriege habe ich erlebt), als Kinder mit Geh-Schienen im öffentlichen Raum normal waren. Es lehrte uns Kindern Demut. Vielleicht scheint das Impf-KritikerInnen erstrebenswert.

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Die Jagd nach neuen Elementarteilchen

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN

Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN

Der weltgrößte Beschleuniger am Cern in Genf jagt wieder nach neuen Elementarteilchen. Dieses Mal ist es eine Art Partnersuche. Denn Physiker gehen davon aus, dass jedes Standardteilchen ein Pendant besitzt. Das würde vieles erklären – auch die mysteriöse dunkle Materie im Universum.


Von Frank Grotelüschen|Berliner Zeitung

Der 4. Juli 2012 zählt zu den Sternstunden der Physik. Damals gab Cern-Direktor Rolf Heuer bekannt, der Large Hadron Collider (LHC) in Genf habe das ersehnte Higgs-Teilchen gefunden. Doch damit ist die Mission des weltweit größten Beschleunigers noch nicht beendet. Nach einem zweijährigen Umbau läuft der 27-Kilometer-Ring nun mit nahezu doppelter Energie wieder an. Den Wissenschaftlern soll er erneut Glücksmomente bescheren – wenn er eine höchst exotische, bislang unentdeckte Teilchengattung aufspürt: Susy-Teilchen könnten erklären, was hinter der rätselhaften dunklen Materie steckt, und warum die Milchstraße überhaupt zusammenhält.

Mit der Higgs-Entdeckung war das derzeitige Theoriegebäude der Physik, das Standardmodell, komplett. In diesem Puzzle bildete das Higgs den letzten noch fehlenden Baustein, denn es hilft den anderen Elementarteilchen dabei, zu ihrer Masse zu kommen. Damit hatte der LHC eines seiner beiden Ziele erreicht. Noch dazu erhielten Peter Higgs und François Englert, die den Higgs-Mechanismus in den 60er-Jahren ersonnen hatten, im Jahr 2013 den Nobelpreis für Physik. Das andere Ziel des LHC steht noch aus: der Vorstoß zu einer neuen, bislang hypothetischen Physik. Denn das Standardmodell ist nicht perfekt. Insbesondere vermag es nicht zu erklären, was hinter der ominösen dunklen Materie steckt, die es überall im Kosmos zu geben scheint, und die ganz offenbar die Galaxien zusammenhält wie ein unsichtbarer Klebstoff.

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Braune Esoterik: Von Dethlefsen bis Osho

Sektenführer Bhagwan grüsst seine Anhänger (1984). Foto: Keystone

Letzte Woche schrieb ein Kommentator in diesem Blog zum Thema «Religiöse Fanatiker destabilisieren die Welt», Kriege und das Töten seien «gerechtfertigt, wenn damit die göttliche Ordnung (Ethik) wieder hergestellt wird».


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Ein Satz, der aufhorchen lässt. Ein Satz, der unverkennbar von einem Esoteriker stammt. Ein Satz auch, der die Geisteshaltung vieler spiritueller Sucher ausdrückt. Eine Aussage, die zeigt, was gern kaschiert wird oder vergessen geht: Manche Ideen der modernen Esoterik haben eine braune Schlagseite, und radikale Anhänger pflegen ein faschistoides Gedankengut.

Verhängnisvoll dabei ist, dass Esoterik in der breiten Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird. Die moderne Spiritualität gilt als sanfte Diszplin und Gegenkonzept zu unserer techniklastigen Umwelt und dem unmenschlichen Wirtschaftssystem. Esoterik als sanfte Alternative zur Welt der gnadenlosen Verdinglichung. Dass sich unter dem Mäntelchen einer modernen Spiritualität eine radikale Ideologie versteckt, erfährt nur, wer sich nicht blenden lässt.

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“Die Demonstranten fabulieren über Sexualpraktiken”

Themenbild.

Themenbild.

Der Streit um die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” im baden-württembergischen Bildungsplan tobt weiter. Inzwischen sorgt zusätzlich ein “Aktionsplan für Akzeptanz” für Aufregung, der teilweise drastische Schritte vorsieht, um die Gesellschaft für die Anliegen Homosexueller und Transsexueller zu gewinnen. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wirbt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) dafür, jeden Menschen zu akzeptieren, der eine andere sexuelle Orientierung hat.


evangelisch.de

Herr Minister, fünf Demonstrationen hat es in Stuttgart gegen den Bildungsplan Ihres Ministeriums mit seiner Werbung für die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” gegeben. Sie fühlen sich von den Kritikern missverstanden. Warum?

Andreas Stoch: Die Kritiker beziehen sich immer noch auf ein altes internes Arbeitspapier, das noch nicht einmal den Status eines Bildungsplanentwurfs hatte. Dieses Papier hat den irrtümlichen Eindruck erweckt, es überakzentuiere das Thema sexuelle Vielfalt. Das bedauere ich im Nachhinein. Das Vorhaben an sich halte ich aber für richtig.

Warum ist dann die Kritik daran falsch?

Stoch: Weil auf den Demonstrationen immer von einer Übersexualisierung geredet und über Pornografie und Sexualpraktiken fabuliert wird. Bei Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt geht es aber gar nicht um den Sexualkundeunterricht. Schüler sollen lernen, dass in unserer Gesellschaft kein Platz ist für Ausgrenzung und Diskriminierung – weder aufgrund ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit noch aufgrund der sexuellen Orientierung eines Menschen. Das hat nichts damit zu tun, ob und wie Menschen ihre Sexualität dann ausleben.

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Die Evolution wiederholt sich doch

Evo-Devo oder: Der gelenkte ZufallWieso suchen seit 250 Millionen Jahren immer wieder Landbewohner den Weg zurück ins Meer, und warum ähneln sie sich am Ende so sehr? Die Antwort auf diese Rätsel, behauptet eine aktuelle Studie, sei auch aktuell von Relevanz.


Von Frank Patalong|SpON

Die Evolution, wird oft behauptet, verläuft immer anders. Tatsächlich findet sie neue Lösungen, wenn das gebraucht wird. Doch gar nicht einmal so selten wählt sie auch bewährte Pfade, wenn sich das anbietet, wie eine aktuelle, im Fachblatt “Science” veröffentlichte Studie eindrucksvoll zeigt: Diese sogenannte konvergente Evolution, ist häufiger, als man vermutet. Entwicklungen laufen dabei unabhängig voneinander ab, finden aber mehr oder minder identischen Lösungen.

So wie beim Myoglobin, das mit Lungen atmendenden Wirbeltieren lange Aufenthalte unter Wasser erlaubt: Es bindet Sauerstoff und gibt ihn sukzessive an das Muskelgewebe ab.

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Ayaan Hirsi Ali: 5 Thesen für eine islamische Reformation

Ayaan Hirsi Ali ist in ihrem Buch vom Kommen einer baldigen Reformation im Islam überzeugt Foto: The Aspen Institute / Knaus Verlag | CC BY-NC-ND 3.0

Ayaan Hirsi Ali glaubt an eine Reformation im Islam. In ihrem neuen Buch beschreibt sie, wo sich die Religion verändern muss, damit diese im 21. Jahrhundert ankommt.

Von Lydia Ullrich|pro Medienmagazin

„Der Islam befindet sich an einem Scheideweg“, schreibt die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in ihrem neuen Buch. Mit „Reformiert euch! Warum sich der Islam ändern muss“ möchte sie sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime zum Nachdenken bringen und eine öffentliche Debatte über die Zukunft des Islams anstoßen.

Sie weiß, worüber sie schreibt. Hirsi Ali wurde 1969 in Somalia geboren, schloss sich mit 16 Jahren in Kenia der Muslimbruderschaft an und lebte als radikale Muslimin. Dennoch floh sie vor einer arrangierten Ehe in die Niederlande, wo sie Asyl erhielt und später die Staatsbürgerschaft. Dort hörte sie auf, den Islam zu praktizieren und gab ihn schließlich komplett auf.

Während ihres Studiums der Politikwissenschaften lernte sie eine kritische, westliche Denkweise kennen. Um so schockierter stellte Hirsi Ali fest, dass diese kritische Auseinandersetzung offenbar nicht auf das Glaubenssystem des Islams angewendet wird, schreibt sie. Sie hinterfragt die Ansichten von westlichen Liberalen, welche die Probleme der islamischen Welt in wirtschaftlichen und politischen Bereichen sehen, nicht aber in der Religion.

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How Octopuses Move So Weirdly

Octopus vulgaris, the same kind as used in the study. Image: Morton Brekkevold/flickr

With their bulbous, squishy heads and eight super-bendy arms, octopuses are really radical-looking invertebrates. They also have a mouth attached to the centre point of their arms, and a killer underwater crawl. But what lets the octopus move so fluidly, when it’s got no backbone to keep everything together?


By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

It’s a question that’s intrigued scientists from the ​Octopus Group at The Hebrew University of Jerusalem. Set on solving the mystery through a frame-by-frame analysis of a video capturing an octopus in motion, they recently​ published their find​ings in the journal Current Biology.

“Octopuses use unique locomotion strategies that are different from those found in other animals,” said Binyamin Hochner of The Hebrew University of Jerusalem in a press statement. He pointed out that this was thanks to an evolution in their soft molluscan bodies, which enabled an “efficient locomotion control” even though they had no “rigid skeleton.”

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Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel “Wir alle sind Deutschland” über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

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„Der Austausch von Informationen zwischen Medizin und Veterinärmedizin ist nicht ausreichend institutionalisiert”

Infektionsmedizinische Fragen sind in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei standen häufig zoonotische Erreger, die zwischen Tieren und Menschen in beide Richtungen übertragen werden können, im Vordergrund. Die Arbeitsgruppe Zoonosen und Infektionsforschung der TMF ­– Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung hat dazu bereits im vergangenen Jahr ein Positionspapier vorgelegt, das für einen One-Health-Ansatz in der Infektionsforschung wirbt.


aerzteblatt.de

5 Fragen an Prof. Dr. med. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

DÄ: Was besagt One Health in der Infektionsforschung?
Straube: Der One-Health-Ansatz bedeutet, dass Veterinär- und Humanmedizin sowie auch Landwirtschaft interdisziplinär zusammenarbeiten und Strukturen entwickeln, um auf Probleme zu reagieren, die in einer gemeinsamen Umwelt begründet sind. Das betrifft Ernährung und insbesondere Infektionen. Man darf nicht vergessen, dass etwa 60 Prozent der Infektionen Zoonosen sind. Influenza beispielsweise ist eine klassische Zoonose, ein etwa durch Salmonellen oder Campylobacter verursachter  Durchfall ebenso – das sind häufige Ereignisse.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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Axel Meyer: Charles Darwin war noch nie so aktuell

meyer_evoRund 120 Besucher lockte Axel Meyer ins Café Vogelhaus. Die Aussagen des bekannten Evolutionsbiologen polarisierten.


Von Selma Badawi|Südkurier

Er will, dass Wissenschaft endlich ausgesprochen wird. Dass politische Debatten mit Forschungserkenntnissen untermauert werden. Er ist der Meinung: „Es ist immer besser zu wissen, als nicht zu wissen.“ Evolutionsbiologe Axel Meyer sorgte bei „Ausgesprochen: Wissenschaft“ für ein komplett gefülltes Voglhaus. In der 47. Auflage der Veranstaltungsreihe von Uni, HTWG und SÜDKURIER teilte der Professor an der Universität Konstanz seine strikten Ansichten mit dem Publikum. Im Gespräch mit Jörg-Peter Rau machte er seinen Standpunkt in bioethischen Fragen klar und gab den Zuhörern einen Einblick in die bahnbrechenden Möglichkeiten, die die Wissenschaft uns in Zukunft eröffnen kann.

Auf sein im Juni erscheinendes Buch „Adams Apfel und Evas Erbe“, das sich mit der Macht der Gene beschäftigt, nahm Meyer immer wieder Bezug. So manche Antwort, die er dem Lokalchef des SÜDKURIER gab, löste ein Raunen in den Besucherreihen aus. Hin und wieder begleiteten auch ein schockierter Ausruf und ein kritisches Kopfschütteln die Unterhaltung.

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Skurril: Higgs-Daten als Heavy Metal-Song

Teilchenspuren als Gitarren-Riffs: Ein Physiker des CERN hat seine eigene Version der Daten zur Entdeckung des Higgs-Bosons ins Netz gestellt. Er setzte dafür die im Teilchenbeschleuniger registrierten Massenwerte bestimmter Detektorkanäle in Noten um und machte daraus Musik. Wie das klingt, spielt er in diesem Video gemeinsam mit einem Kollegen vor.


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Die Idee, physikalische Daten und speziell die Detektor-Daten der Higgs-Entdeckung in ‘Musik umzusetzen ist nicht neu: Schon im Oktober 2014 hatten Physiker des CERN auf dieser Basis das Stück LHC Chamber Music komponiert und als Video veröffentlicht. Für dieses diente ein Diagramm aus dem ATLAS-Detektor als Grundlage.

CMS-Diagramme als Gitarren-Melodien

In der Version von Piotr Traczyk von der CMS-Kollaboration am CERN geht es nun allerdings weit weniger klassisch zu. Aber auch er nutzt Daten, die ursprünglich am 4. Juli 2012 bei der Bekanntgabe der Higgs-Entdeckung vorgestellt wurden: Die im Detektor CMS ermittelten Häufigkeiten bestimmter Zerfallsprodukte im sogenannten Gamma-Gamma und 4-Lepton-Kanal. Den einzelnen Werten ordnet er Noten aus der chromatischen Tonleiter zu, leere Stellen ergeben Pausen. “Der Rhythmus und die harmonische Struktur lassen sich so aus den Daten ableiten”, erklärt Traczyk.

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The Earth Has An Eerie Hum, And Now We Know What’s Causing It

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA

Erde vom Mond ausgesehen. Bild: NASA

Scientists have long known that Earth produces an eerie low-frequency hum that’s inaudible to humans but detectable with seismic instruments. But as for what’s causing this “microseismic” activity, scientists have never been sure.


By Jacqueline Howard|The Huffington Post

Until now.

A new study published online Feb. 10, 2015 in the journal Geophysical Research Letters indicates that the hum is largely due to ocean waves that cause our planet to vibrate subtly — or “ring,” as the researchers put it.

We have made a big step in explaining this,” Dr. Fabrice Ardhuin, a senior research scientist at the National Center for Scientific Research in Brest, France and the study’s lead author, said in a written statement. “Now we know where this ringing comes from and the next question is: what can we do with it.”

Catching the culprit. With the help of computer models of the ocean, winds, and seafloor, the scientists were able to pinpoint the exact kind of ocean waves that cause the hum and how, Live Science reported.

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Kirchenlieder in Klasse: Eltern bei VwGH abgeblitzt

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Beschwerdeführer wollen nun zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte


derStandard.at

Jene Eltern, die sich über das Singen von religiösen Liedern zur Erstkommunionsvorbereitung im “normalen” Unterricht an einer Volksschule beschwert hatten, sind vor dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH) abgeblitzt, bestätigte das Höchstgericht. Zuvor hatten bereits das Bundesverwaltungsgericht und der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Beschwerde abgelehnt.

In der Volksschule im Bezirk Tulln fand die Erstkommunionsvorbereitung zum Teil im Musikunterricht statt. Dagegen hatten sich Eltern einer konfessionslosen Tochter gewehrt und waren – trotz gegenteiliger Meinung des Leiters der Rechtsabteilung, der daraufhin versetzt wurde – zunächst beim Landesschulrat als auch später beim Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Letzteres hatte die Beschwerde “mangels eines zulässigen Anfechtungsgegenstandes als unzulässig zurückgewiesen”. Der VfGH lehnte die Behandlung der Beschwerde ab, da von ihr “die Klärung einer verfassungsrechtlichen Frage nicht zu erwarten ist”.

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Religiotie:Kinder brauchen Religion

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Was brauchen Kinder, um glücklich aufzuwachsen und zu starken, konflikt- und liebesfähigen Erwachsenen zu werden? Brauchen sie Religion?


evangelisch.de

Die einen meinen, Kinder benötigen neben Nahrung, Unterkunft und Kleidung vor allem Zeit, verlässliche Beziehungen und klare Grenzen. Anderen steht das Bedürfnis nach Bewegung, Bildung, Liebe und Zuneigung vor Augen. Danach, ob Kinder auch religiöse Erziehung und Antworten auf die Frage, was denn dem Leben Sinn gibt, brauchen, wird nicht oft gefragt. Religiöse Erziehung und gar die Bibel rangieren selten an vorderster Stelle, wenn es um Kindererziehung geht.

‘Mein Kind soll das später selbst entscheiden’, sagen viele Eltern. Aber mit dieser vorgeblichen Neutralität treffen Eltern bereits eine wichtige Vor-Entscheidung: Wo Religion und Glaube nicht vorkommen, wird vermittelt, dass diese Dimensionen des Lebens unwichtig sind. “Wie soll jemand entscheiden, ob ihm der Glaube schmeckt, wenn er ihn nie vorher gekostet hat?”, fragt der Theologe und Erziehungswissenschaftler Fulbert Steffensky.

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Pressefreiheit: Spott über Gott?

Scheren im Kopf? Journalisten und Experten aus verschiedenen Ländern und Kulturen diskutierten über Gefährdungen der Pressefreiheit in Zeiten des Terrors Foto: pro/Schramm

Meinungsfreiheit ist ein universelles Menschenrecht. Aber wo liegen ihre Grenzen? Sollte man wirklich alles sagen, was juristisch erlaubt ist? Darüber haben am Dienstag Journalisten und Experten aus verschiedenen Ländern und Kulturen in Berlin diskutiert.


pro Medienmagazin

Millionen Menschen gingen Anfang Januar in Europa aus Solidarität mit den Opfern des Terroranschlags auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris auf die Straßen. Das blutige Massaker galt vielen als Angriff auf die universellen Rechte der Presse- und Meinungsfreiheit. Zeitgleich demonstrierten in anderen Teilen der Welt viele Menschen gegen eine vermeintlich nicht hinnehmbare Verunglimpfung ihres Glaubens durch Karikaturen wie die von Charlie Hebdo.

Nach dem Pariser Terroranschlag stellt sich die Frage, ob man alles sagen und schreiben sollte, was juristisch erlaubt ist. Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit? Antworten auf diese Fragen suchten die Gäste einer Podiumsdiskussion mit dem Titel: „Spott über Gott. Gefährdung der Pressefreiheit in Zeiten des Terrors“, zu der die Friedrich-Naumann-Stiftung, Reporter ohne Grenzen (ROG) und Die Welt am Dienstagabend ins Axel-Springer-Haus in Berlin eingeladen hatten.

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Knochenfresser-Wurm(Osedax) ist älter als gedacht

Osedax-Würmer an einem Walknochen © Nick Higgs

Der bizarre Osedax-Wurm existierte schon in der Kreidezeit – und damit lange bevor es seine heutige Leibspeise gab: die Knochen von toten Walen. Das belegen nun Fraßspuren dieses Wurms in 100 Millionen Jahre alten Knochen eines Meeressauriers. Damit ist Osedax nicht nur älter als bisher angenommen, die Funde zeigen auch, dass die Würmer ihren Speiseplan flexibel anpassten, wie Forscher im Fachmagazin “Biology Letters” berichten.


scinexx

Die erst 2004 entdeckten Osedax-Würmer sind reichlich bizarr: Sie besitzen weder Augen, Mund noch Darm und auch ihre Fortpflanzung ist ziemlich seltsam. Lebensraum und Leibspeise zugleich sind für sie die Knochen vergammelter Walkadaver, die auf den Grund des Meeres hinabgesunken sind. Dort ragt ihr Kopfende mit den Kiemenanhängen aus den Knochen heraus, ihr wurzelartig verzweigtes Hinterende ist dagegen tief im Inneren des Knochens verankert. Symbiotische Bakterien helfen ihnen dabei, die organischen Bestandteile des Knochenmaterials herauszulösen und zu verdauen.

Doch seit wann es diese eigentümlichen Würmer gibt, blieb bisher unklar. Zwar stammen die ältesten fossilen Belege aus 30 Millionen Jahre alten Knochen eines Urzeitwals. Genetische Analysen sprechen aber dafür, dass Osedax sich schon viel früher entwickelt haben könnte – entweder vor rund 45 Millionen Jahren oder sogar schon vor 125 Millionen Jahren. Wann genau, blieb bisher unklar.

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