Archiv der Kategorie: Bildung

Gauhar Besmil: Leiterin eines Berliner Flüchtlingsheims – “Religion ist Privatsache”

Die Afghanin Gauhar Besmil leitet ein Heim für Asylbewerber in Berlin. Sie toleriert keine Gewalt und keine Prediger im Haus. Die 61-jährige Muslimin sagt: “Religion ist Privatsache.”

SpON

Gauhar Besmil, 61, leitet als Angestellte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Awo-Refugium in Berlin-Charlottenburg. Die zweifache Mutter kam vor mehr als 40 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland und besitzt auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

“Ich leite seit März die kleinste Erstaufnahme in Berlin, ein umgebautes Hostel am Kaiserdamm in Charlottenburg. Wir verfügen über 34 Zimmer, in die wir in der Regel höchstens drei Betten stellen. Jeder Raum hat eine Nasszelle, Badewanne, WC, Waschbecken. Es herrscht eine gute Atmosphäre, ich merke das daran, dass viele Menschen entspannt wirken und oft lächeln. Auch wenn sie zum Teil Schreckliches durchgemacht haben.

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Wiki-Vandalen gegen die Wissenschaft

Wischopedia (CC-by-nc-sa von Elias Schwedtfeger /flicker)
Wischopedia (CC-by-nc-sa von Elias Schwedtfeger /flicker)
In der Online-Enzyklopädie sind Artikel zu politisch umstrittenen wissenschaftlichen Theorien besonders häufig Änderungen unterworfen. Maschinelles Lernen hilft, Vandalismus von seriösen Bearbeitungen zu unterscheiden.

Von Philipp Hummel|Spektrum.de

Als am 15. Januar 2001 die Online-Enzyklopädie Wikipedia entstand, war Gene E. Likens bereits im Rentenalter. In seiner beruflichen Laufbahn waren dem Ökologen bahnbrechende Entdeckungen zum sauren Regen gelungen. Er gehörte zu einer Gruppe von Forschern, die als erste das Umweltphänomen in Nordamerika nachwiesen. Likens hatte maßgeblich dazu beigetragen, die Hypothese von der Versauerung des Regens durch Luftverschmutzung zu einer anerkannten wissenschaftlichen Theorie auszubauen – entgegen der Skepsis vieler Kritiker.

Wikipedia wurde geschaffen, um mit Hilfe des Internets das Wissen über Theorien wie der des sauren Regens jedem Menschen auf der Welt leicht zugänglich machen. Doch bald merkte Likens, dass seine Arbeit auch in der neuen digitalen Welt Feinde hat.

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“Mein Kampf” in Weimar: Wie man mit Giftmüll umgeht

Die Schauspieler Matthias Hageböck (links) und Volkan Türeli vom Berliner Theaterkollektiv Rimini Protokoll während der Fotoprobe zu “Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2”. (Foto: dpa)
Adolf Hitlers Hetzschrift “Mein Kampf” auf einer Theaterbühne – das könnte schiefgehen. Tut es aber nicht. Die Aufführung in Weimar reduziert einen Fetisch auf einen Alltagsgegenstand.

Von Jens Bisky|Süddeutsche.de

Adolf Hitlers Hetzschrift auf der Theaterbühne – funktioniert das?

Das funktioniert sehr gut, weil das Theaterkollektiv Rimini Protokoll nicht Hitler und “Mein Kampf” ins Zentrum der Aufführung stellt. Sondern sechs Menschen von heute und ihre Erfahrungen mit der Hetzschrift, deren ersten Band Hitler während der Haft in Landsberg schrieb. Sie berichten in kurzen Dialogen von ihren Recherchen und Erlebnissen, die zunächst oft kurios wirken.

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Streik der christlichen Schulen in Israel dauert an

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Seit drei Tagen streiken die christlichen Schulen in Israel, und ein Ende ist nicht in Sicht. “Solange keine Lösung erreicht ist, werden die 47 Schulen geschlossen bleiben”, sagte Pater Abdel Masih Fahim, Direktor des Büros für Christliche Schulen, am Donnerstag dem epd

evangelisch.de

Mit dem Streik protestieren die Schulen gegen drastische Kürzungen der staatlichen Zuwendungen. “Wir erhalten nur noch 34 Prozent dessen, was uns zusteht”, kritisiert Fahim.

Rund 33.000 Schüler sind betroffen, christliche wie auch muslimische. Der Streik wird begleitet von Demonstrationen, an diesem Freitag in Haifa. Bei einer Audienz für Israels Präsident Reuven Rivlin forderte Papst Franziskus am Donnerstag im Vatikan “eine angemessene Lösung” für das Problem.

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„Affen haben ein Recht auf sich selbst“

Karsten Brensing, Bild: greenpeace magazine

Ein Orang-Utan hat am Montag versucht, aus dem Duisburger Zoo auszubrechen – und wurde erschossen. Im Interview spricht der Verhaltensforscher Karsten Brensing über die Legitimität der Zoohaltung von Menschenaffen.

Interview Julia Huber|greenpeace magazine

Der Orang-Utan „Nias“ hat am Montag einen Fluchtversuch aus dem Duisburger Zoo mit dem Leben bezahlt. Er schlüpfte durch ein Oberlicht des Affengeheges, traf auf einen Artgenossen, lief durch den Zoo und versuchte, über den Außenzaun nach draußen zu klettern. Um zu verhindern, dass der panische Affe auf eine nahegelegene Straße läuft, wurde er von einem Zoomitarbeiter erschossen. Ein Betäubungsschuss hätte den Orang-Utan nicht stoppen können, erklärte die Zooleitung, da die Wirkung erst nach zehn Minuten eingesetzt hätte. Wie konnte es so weit kommen?

Der Meeresbiologe, Verhaltensforscher und Autor Dr. Karsten Brensing kämpft seit Jahren dafür, dass intelligente Tiere wie Menschenaffen gerecht behandelt werden.

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Physicists Discover “Hidden Chaos” Lurking Everywhere

 Nicolas Desprez (Wikimedia/Creative Commons)
Nicolas Desprez (Wikimedia/Creative Commons)
It appears that the standard tools used to identify chaotic signatures might be missing lots of hidden chaos — especially in systems that seem like they’re not chaotic at all.

By Jennifer Ouellette|GIZMODO

Chaos theory is famously associated with so-called “strange attractors,” marked by a telltale butterfly-wing shape (see above). But according to a new paper by two University of Maryland mathematicians, sometimes chaos looks more like “a strange repeller,” or something else entirely.

“Scientists talk a lot about chaos and they don’t agree exactly on the [mathematical] definition,” Brian Hunt, one of the co-authors, told Gizmodo. So when the journal Chaos asked him and his UMD collaborator, Edward Ott, to write something for its 25th anniversary, he jumped at the chance to to come with a broader definition of chaos — a kind of universal signature, if you will — that would provide a handy mathematical tool for ferreting out where chaos might be hiding in previously unsuspected areas.

When scientists talk about something being “chaotic,” they don’t mean it in the colloquial sense of being completely random. They mean that the system is so incredibly sensitive to early initial conditions that, as it evolves over time, it does so in unpredictable ways, obscuring the underlying rules of order. The classic example is the “butterfly effect”: a buttery flaps its wings in Brazil and causes a tornado in Texas. This is in sharp contrast to a simple linear system – say, the swinging pendulum on a grandfather clock — where if you know a few key variables at any given point in time, it’s a fairly trivial matter to predict how the system will behave. Tell me what’s happening now, and I can use the laws of physics to tell you what will happen next, or what happened before. Those kinds of system are deemed “deterministic.”

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Saturn: Ring-Sonderling gibt Rätsel auf

Die Ringe des Saturn in voller Pracht © NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute
Seltsame Abweichungen: Einer der Hauptringe des Saturn verhält sich überraschend anders als der Rest. Teile des A-Rings kühlten im Planetenschatten langsamer ab, wie Daten der Raumsonde Cassini belegen. Das deutet daraufhin, dass die eisigen Ringpartikel hier kompakter, größer und erheblich jünger sind als im Rest der Saturnringe. Warum, ist bisher unklar. Möglicherweise aber zerbrach hier erst vor wenigen Millionen Jahren ein Mond.

scinexx

Man könnte meinen, die Ringe des Saturn wären inzwischen so gut untersucht, dass kaum mehr Überraschungen zu erwarten sind. Doch der Ringplanet belehrt uns immer wieder eines Besseren. So entdeckten Forscher 2009 den dünnen, aber gigantischen Phoebe-Ring um den Saturn und überraschend weit aus der Ringebene herausragende Buckel bei den bereits bekannten Ringen. 2014 zeigten sich zudem auffallende Turbulenzen am Außenrand des A-Rings, die auf die Geburt eines neuen Minimondes hindeuten könnten.

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New law implies thermodynamic time runs backwards inside black holes

The new area law states that the area of a future holographic screen (the solid blue line in [a]) is always increasing in one direction, while the area of a past holographic screen (the solid blue line in [b.]) is always increasing in a different direction. Credit: Bousso and Engelhardt. ©2015 American Physical Society
Black holes are known to have many strange properties, such as that they allow nothing—not even light—to escape after falling in. A lesser known but equally bizarre property is that black holes appear to “know” what happens in the future in order to form in the first place. However, this strange property arises from the way in which black holes are defined, which has motivated some physicists to explore alternative definitions.

By Lisa Zyga|PHYS.ORG

In a new paper published in Physical Review Letters, Raphael Bousso, a professor at the University of California, Berkeley, and Lawrence Berkeley National Laboratory, and Netta Engelhardt, a graduate student at the University of California, Santa Barbara, have reported a new area law in general relativity that is based on an interpretation of black holes as curved geometric objects called “holographic screens.”

“The so-called teleology of the black hole event horizon is an artifact of the way in which physicists define an event horizon: the event horizon is defined with respect to infinite future elapsed time, so by definition it ‘knows’ about the entire fate of the universe,” Engelhardt told Phys.org. “In general relativity, the black hole event horizon cannot be observed by any physical observer in finite time, and there isn’t a sense in which the black hole as an entity knows about future infinity. It is simply a convenient way of describing black holes.”

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Seepferdchen-Väter: Mehr als “ein bisschen schwanger”

Ein neugeborenes Dickbauchseepferdchen verlässt die Bruttasche seines Vaters. © Rudie Kuiter, Aquatic Photographics
Rollentausch im Tierreich: Männliche Seepferdchen übernehmen die Schwangerschaft in noch größerem Ausmaß als gedacht. Sie tragen den Nachwuchs nicht nur in ihrer Bauchtasche herum, sondern versorgen ihn dort auch mit Nährstoffen. Selbst auf genetischer Ebene ähnelt diese Seepferdchen-Schwangerschaft derjenigen des Menschen, berichten Wissenschaftler. Dies bietet hervorragende Einblicke darin, wie sich die Schwangerschaft im Tierreich entwickelt hat.

scinexx

Seepferdchen sind einzigartig im Tierreich: Bei ihnen ziehen die Männchen nicht nur die Jungen auf, sie übernehmen auch gewissermaßen die Schwangerschaft. Nachdem sie bei der Paarung die Eier des Weibchens befruchtet haben, tragen sie diese in einer Bauchtasche mit sich und brüten sie aus. Nach einer Tragezeit von 24 Tagen verlassen die Embryos schließlich die Bruttasche.

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3,7 Millionen für Teilchenforscher sollen Physik revolutionieren

Bild aus der Bauzeit des LHC. ©CERN
Bild aus der Bauzeit des LHC.
©CERN
Freude bei den Forschern des II. Physikalischen Instituts der Universität Göttingen: Sie erhalten für die Arbeit 3,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

HNA

Das Geld soll dabei helfen, über die Datenauswertung von Experimenten am Teilchenbeschleuniger CERN in Genf revolutionäre Ergebnisse für die Physik zu erreichen. Und die Göttinger Forscher rechnen schon jetzt mit bahnbrechenden Resultaten: „Mit einem qualitativen Durchbruch in der Higgs-Physik und damit in unserem Verständnis der Natur“, wie Prof. Stan Lai sagt, der kürzlich nach Göttingen berufen wurde.

Das Geld kommt rechtzeitig, denn am CERN in Genf wurde nach langer Pause der Large Hadron Colliders (LHC) wieder gestartet. Die Göttinger Physiker sind an dem europäischen Teilchenbeschleuniger beteiligt, forschen dort.

Das BMBF fördert die Einrichtung eines neuen bundesweiten Forschungsschwerpunktes. Wissenschaftler des II. Physikalischen Instituts der werden auch dafür mit etwa 3,7 Millionen Euro unterstützt – in den Göttinger Arbeitsgruppen der Professoren Stan Lai, Arnulf Quadt, Ariane Frey und Steffen Schumann.

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Algen formten Schneeball-Erde

Weiße Murmel: Vor rund 700 Millionen Jahren glich die Erde einem Schneeball – die Entsteheung eukaryotischer Algen könnte ein Grund dafür gewesen sein. © iStock / MihailUlianikov
Unerwartete Mittäter: Einzellige Algen könnten mitverantwortlich für eine der Schneeball-Epochen der Erde sein. Sie kühlten die Erde ab, indem sie viel mehr Wolken entstehen ließen, vermuten deutsche Wissenschaftler. Die Wolken reflektierten wärmendes Sonnenlicht ins All, bis die Erde fast vollständig vereiste, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Geoscience” beschreiben. Der Mechanismus funktioniere auch heute noch – aber eine weitere Schneeball-Erde sei in unserer Zeit unmöglich.

scinexx

Die Erde hat sich in ihrer Vergangenheit bereits mehrmals in einen Schneeball verwandelt: Während der Zeit des Cryogeniums vor 720 bis 636 Millionen Jahren war sie kein blauer, sondern ein weißer Planet. Die Ozeane gefroren teilweise zu Eis, die Landmassen verschwanden unter Schneedecken, und selbst in Äquatornähe herrschte Winter.

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Riesiger Urzeit-Seeskorpion entdeckt

So könnte der Seeskorpion Pentecopterus decorahensis ausgesehen haben. © Patrick Lynch/ Yale University
Gigant der Urmeere: Paläontologen haben in den USA die Fossilien eines riesigen, 460 Millionen Jahre alten Seeskorpions entdeckt. Das räuberische Gliedertier wurde bis zu 1,70 Meter lang und trug vier mit spitzen Klauen besetzte Fangarme am Vorderkörper. Die zuvor unbekannte Art ist der älteste jemals gefundene Seeskorpion und der größte Vertreter dieser Tiergruppe im Ordovizium, wie die Forscher im Fachmagazin ” BMC Evolutionary Biology” berichten.

scinexx

Die ersten Herrscher der urzeitlichen Meere waren große, räuberische Gliedertiere. Schon vor gut 500 Millionen Jahren bevölkerten die bis zu 1,209 Meter großen Anomalocariden die Ozeane, urzeitliche Krebsvorfahren siebten Plankton aus dem Wasser und auch der älteste Vorfahre der Spinnentiere jagte damals bereits nach Beute.

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Ken Follet: „Ich glaube nicht an einen Gott“

Ken Follet hält ein Leben nach dem Tod für wenig wahrscheinlich. Bild. Cicero
Wie würde der britische Schriftsteller Ken Follet seine letzten 24 Stunden verbringen? Obwohl er nicht religiös ist, stünde ein Besuch in der Kathedrale Westminster Abbey als Erstes auf dem Programm

Von Ken Follet|Cicero

Das ist also das Ende: ein sehr friedlicher Gedanke. Ich habe all diese Sachen gemacht, hatte meinen Spaß. Und nun laufen langsam meine letzten 24 Stunden ab. Für mich ist der Tod nicht Furcht einflößend, nicht traurig, vorausgesetzt, er kommt nicht zu früh. Solange das Alter angemessen ist, bleibt der Tod in meiner Vorstellung sanft und still.

Meine Eltern haben mich damals streng religiös erzogen. Als Kind glaubt man alles, was die Eltern erzählen. Doch als Teenager fängt man an, sie zu hinterfragen. Das tat ich und lehnte die ganze Sache ab. Ich bin heute nicht religiös. Ich glaube nicht an einen Gott und nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich genieße lieber die Momente des Lebens.

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Es gibt ein West-Bundesland, in dem Ausländerhass so schlimm ist wie in Sachsen

Natürlich: Die Zahlen sind erschreckend. In keinem anderen Bundesland gab es in diesem Jahr mehr Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Die AfD hat dort bei der Europawahl 2014 knapp acht Prozent der Stimmen bekommen. Und gleichzeitig fachen Politiker mit billigem Populismus das Rassismus-Problem noch weiter an.

Von Sebastian Christ|Huffington Post

Dumpfe, fremdenfeindliche Ressentiments sind hier seit Jahrzehnten verbreitet. Gerade auf dem Land. Dabei leben dort viele Regionen vom Tourismus – ein bisweilen genauso tragischer wie kurioser Umstand.

Wer jetzt auf seiner inneren Deutschlandkarte mit dem Finger nach Osten reist, liegt falsch. Es geht hier nicht etwa um Sachsen. Sondern um den Freistaat Bayern.

Sachsen ist nicht das einzige Problem

Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem. Viele Menschen im Westen wünschten sich das vielleicht, weil der Gedanke so verdammt praktisch ist. Frei nach dem Motto: Was ich nicht seh’, das tut mir nicht weh. Die „Zeit“ trieb diese absolut kurzsichtige Debatte auf die Spitze, als einer ihrer Redakteure jüngst den Rausschmiss Sachsens aus Deutschland forderte.

Klappe auf. Sachsen rein. Problem gelöst.

Aber so einfach ist es nicht.

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Christliche Schulen in Israel bleiben geschlossen

Bild: phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr

Christliche Schulen in Israel bleiben bis auf weiteres geschlossen. Das ist das Ergebnis eines Treffens des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin mit Vertretern des Büros für christliche Schulen vom 24. August. Ein Sprecher des Büros nannte die Verhandlungen einen positiven Schritt, es müsse jedoch weitere Gespräche geben. Rivlin lobte die pädagogischen Leistungen der 47 christlichen Schulen.

kath.net

Anlass für das Treffen war die finanzielle Krise, in der sich die Schulen befinden. Am 27. Mai hatten sie gegen eine diskriminierende Politik der Regierung demonstriert. Da sie nicht als öffentliche Schulen gelten, werden sie nur teilweise vom Bildungsministerium unterstützt. Ihr Budget wurde 2014 um 45 Prozent gekürzt. Dies belastet vor allem arme, meist arabische Familien, da das Schulgeld erhöht werden musste. Etwa jeder zweite der 30.000 Schüler an den christlichen Schulen in Israel kommt aus einer christlichen Familie. Von den rund 8,3 Millionen Einwohnern Israels sind etwa 75 Prozent Juden, 17,5 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, 1,6 Prozent Drusen und 3,9 Prozent Anhänger keiner oder anderer Religionen.

Poet der Medizin ist tot

(Luigi Novi / Wikimedia Commons)

Anlässlich des Todes von Oliver Sacks bringen wir nochmal die Rezension seiner bewegenden und spannenden Autobiografie “On the move: Mein Leben”, die Ende Mai erschienen ist.

Von Veronika Szentpetery|Technology Review

Der britische Neurologe und gefeierte Buchautor Oliver Sacks ist am Sonntag in New York an Krebs gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. In seinen Büchern beschrieb er verständlich und mitfühlend Fallbeispiele für neurologische Krankheiten. Patienten waren für ihm nie bloße Diagnosen, sondern Lehrer, die die Medizin voranbrachten.”Es ist kein Zufall, dass viele der Eigenschaften, die Oliver Sacks zu einem brillanten Schriftsteller gemacht haben, ihn auch zu einem hervorragenden Arzt machten: seine scharfsinnige Beobachtungsgabe und Hingabe für Details, ein tiefes Mitgefühl und intuitives Verständnis für die endlosen Rätsel des menschlichen Gehirns und für die vertrackten Verbindungen zwischen Körper und Geist“, schreibt die New York Times. Die Süddeutsche Zeitung sekundiert: „Mit den Fallgeschichten, die witzig und einfach geschrieben sind, stellt Sacks die eigene Normalität immer wieder infrage. ‚Eine winzige Hirnverletzung, und wir geraten in eine andere Welt’, erklärte er einst.”

“Sie sind eine Gefahr für das Labor. Warum kümmern Sie sich nicht um Patienten – da werden Sie weniger Schaden anrichten.” Das Urteil seiner Vorgesetzten klingt zynisch, sollte sich für den Jung-Neurologen Oliver Sacks aber als goldrichtig erweisen. Gerade hat der schusselige Forscher sein Notizbuch auf der Stadtautobahn verloren, weil er es nicht ordentlich auf dem Motorradgepäckträger befestigt hatte. Darüber hinaus sind ihm auch Proben des Nervenbaustoffs Myelin im Labor abhandengekommen.

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The Moon Is Going to Look Insane on September 27

Image: NASA Goddard/YouTube
Image: NASA Goddard/YouTube
Skywatchers have been treated to a lot of spectacular celestial shows this year, from a total solar eclipse to an unusually radiant Perseids shower.

By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

Bu on the night of September 27, a rare astronomical event known as a Supermoon Lunar Eclipse is set to overshadow them all. This confluence of a total lunar eclipse with a supermoon—like the one that graced the skies this past weekend—only occurs about once every few decades. According to this handy NASA explainer, the last one appeared in 1982.

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Gut 1.500 Minerale warten noch auf Entdeckung

Rhodochrosit ist ein ziemlich häufiges Karbonatmineral. © Robert Downs
Einzigartiger Reichtum: Forscher schätzen, dass es auf der Erde noch mindestens 1.500 unentdeckte Minerale gibt. Und das, obwohl schon rund 5.000 Mineralvarianten bekannt sind. Aber nicht nur das: Die mineralogische Vielfalt unseres Planeten könnte sogar einzigartig im Universum sein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieser Bestand woanders vorkommt, ist verschwindend gering, wie die Wissenschaftler ausrechneten.

scinexx

Den Mineralreichtum unseres Planeten gab es nicht von Anfang an: Als unser Sonnensystem entstand, kreisten im Staub der Urwolke wahrscheinlich nur rund ein Dutzend verschiedener Minerale. Erst im Laufe der Erdgeschichte sorgten geologische Prozesse wie Vulkanismus und Plattentektonik, aber auch Wechselwirkungen von Wasser und Gestein dafür, dass sich die Elemente zu immer neuen kristallinen Verbindungen kombinierten.

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TV-Comedian John Oliver und das Geschäft mit Gott

Der amerikanische TV-Comedian John Oliver, jetzt Gründer einer eigenen Kirche. (Foto: Süddeutsche.de )
Der US-Komiker rechnet mit Fernsehpredigern ab. Dazu gründet er sogar eine eigene Kirche.

Von Felicitas Wilke|Süddeutsche.de

Zuerst landete ein Brief mit einem Ein-Dollar-Schein in John Olivers Post. Er solle ihn für eine Nacht in seine Bibel legen, hieß es darin, und zurückschicken. Mit 37 weiteren Dollar. Zur Belohnung werde er bald einen weiteren Dollarschein erhalten, und zwar einen gesegneten. Sieben Monate, 26 Briefe und 319 Dollar später sitzt der Satiriker Oliver in einem New Yorker TV-Studio und rechnet in seiner Show “Last Week Tonight” mit den Methoden amerikanischer Fernsehprediger ab. Dabei schreckt er nicht vor Selbstversuchen zurück.

Schon seit Jahrzehnten flimmern Abbilder von Männern und Frauen über US-Bildschirme, die das Wort Gottes predigen. Vor allem aber werben sie um Spenden leichtgläubiger Zuschauer.

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Spitzbergen: Die nördlichste Kirche der Welt

Die Svalbard Kirke am Rande von Longyearbyen auf Spitzbergen (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
In Longyearbyen auf Spitzbergen hat sich eine verschworene Gemeinschaft aus Seeleuten, Wissenschaftlern, Minenarbeitern, Verwaltungsangestellten und Künstlern aus aller Herren Länder zusammengefunden. Hier steht auch die nördlichste Kirche der Welt, sie ist offen für alle christlichen Konfessionen.
 

Von Harald Brandt|Deutschlandfunk

78°13’32” Nord. Longyearbyen, Spitzbergen. Die Norweger nennen die Inselgruppe in der nördlichen Barentssee Svalbard, “kühle Küste”.

In der kleinen Kirche im ältesten Ortsteil von Longyearbyen hat Pfarrer Leif Magne Helgesen gerade ein Kind getauft und zum Abschluss des Gottesdiensts singt er mit den beiden anderen Mitgliedern des Svalbard Kirkes Trio ein Lied. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindesaal, der sich wie ein gemütliches Wohnzimmer direkt an den Kirchenraum anschließt. Die Kirche ist immer offen, auch wer um drei Uhr morgens hier beten, meditieren oder einfach nur in Ruhe am Kamin sitzen und ein Buch lesen will, kann das tun.

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