Archiv der Kategorie: Bildung

Sekten-Info NRW: «Geistheiler werden immer dreister und gefährlicher»

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Sekten-Info NRW bietet Hilfe für Betroffene und Angehörige an, die im Konflikt mit Glaubensgemeinschaften stehen. Falsche Geistheiler beispielsweise hielten Patienten von wichtigen Arztbesuchen ab, warnen die Experten.


Westfälische Nachrichten

Nach den Erfahrungen von Sektenexperten sind in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen Opfer falscher Versprechungen von Geistheilern geworden. Mit dem Erfolg der Esoterikwelle seien auch die Methoden der Wunderheiler dreister geworden, sagte die Leiterin von Sekten-Info NRW in Essen, Sabine Riede. Die Beratungsstelle stellt heute ihren Jahresbericht 2014 mit aktuellen Fällen vor.

Nach den Worten von Riede behaupten beispielsweise Esoterik-Heiler ohne medizinische Ausbildung, bei Krankheiten helfen zu können und halten so Patienten von einem wichtigen Arztbesuch ab. Die Zeugen Jehovas und Scientology seien immer noch gefährlich, warnte die Expertin. Die Anzahl an Beratungsfällen habe sich zwar nicht groß verändert, es gebe es aber inzwischen mehr Menschen, die aus solchen Gruppierungen ausstiegen.

Über die Schwierigkeit, Ethik naturwissenschaftlich zu begründen

Gemälde «Moses und die Zehn Gebote» von Philippe de Champaigne (1648). Foto: Wikimedia

In diesem Blog wurde die Religion als Basis für eine Ethik schon oft kritisiert. Dabei haben diese Kritiken unterschiedliche Stossrichtungen: dass Religion zwar eine Ethik biete, diese aber selber ethisch fragwürdig sei; dass sich religiöse Personen nicht an die eigene Ethik hielten; oder dass, weil Religion erkenntnismässig unhaltbar sei, auch jede darauf basierende Ethik zwangsläufig unhaltbar sein müsse.


Von Marcel Mertz|Hugo Stamm-Blog

Diese dritte Kritik soll im Folgenden der Ausgangspunkt dieser Abhandlung darstellen. Als Alternative zu einer religiösen Ethik wird im Blog oft ein Naturalismus angeboten: die Auffassung, dass es nur natürliche, keine übernatürlichen Dinge gibt (sog. ontologische Annahme), dass vor allem die Naturwissenschaften, wenigstens die empirischen Wissenschaften, diejenigen Instanzen sind, die bestimmen können, was es wie gibt (sog. erkenntnistheoretische Annahme) und dass es einen gangbaren Weg von empirischer Erkenntnis zu normativer Begründung gibt – also der Begründung von dem, was wir tun sollen, woran wir uns halten oder orientieren sollen usw. (sog. methodologische Annahme).

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Mars-Rover Curiosity findet “brauchbaren” Stickstoff

Aus Einzelbildern zusammengesetztes “Selfie” von Curiosity auf dem Mars. Die kleinen grauen Punkte unten links sind Probebohrungen im Marsboden. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Weiterer Lebensbaustein auf dem roten Planeten: Curiosity hat eine für Lebewesen nutzbare Form von Stickstoff auf dem Mars gefunden. Nitrate kommen im Gestein und im Staub des Mars offenbar großflächig verteilt vor. Der Fund stützt zwar die Annahme, dass der Mars in der Vergangenheit ein lebensfreundlicher Planet war – allerdings stammen die Stickstoffverbindungen höchstwahrscheinlich nicht aus biologischen Prozessen, erläutern Wissenschaftler in den “Proceedings of the National Academy”.


scinexx

Stickstoff ist ein entscheidendes Element für alle bekannten Lebewesen: Er dient als einer der Grundbausteine für größere Moleküle wie DNA und RNA, in denen unsere gesamte genetische Information gespeichert ist. Stickstoff ist außerdem Teil des Rückgrats der Proteine, die von Muskeln bis Haaren unseren Körper bilden und fast alle biochemischen Reaktionen darin regulieren.

Auf der Erde kommt Stickstoff reichlich in der Atmosphäre vor, und auch auf dem Mars ist das gasförmige Element häufig. Allerdings gibt es bei diesem Stickstoff für Lebewesen ein Problem: Im molekularen Stickstoff (N2) sind zwei Atome so stabil miteinander verbunden, dass sie kaum mit anderen Molekülen reagieren. Für biochemische Prozesse ist N2 damit praktisch unbrauchbar. Der Stickstoff muss erst in nutzbare Formen überführt werden.

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Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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Mit Kippa, immer und überall?

»Die Kippa auf dem Kopf signalisiert: Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken.« Rabbiner Avichai Apel, ©Thinkstock

Ja, als Ausdruck des Stolzes – meint Rabbiner Apel. Nein, sie ist nur Symbol – findet Rabbiner Rothschild


Jüdische Allgemeine

PRO
Wenn ich auf den Straßen von Dortmund unterwegs bin und dabei wie gewöhnlich meine Kippa trage, werde ich oft von Nichtjuden angehalten. Sie grüßen mich auf Hebräisch mit »Schalom«, und sie alle vermitteln mir die gleiche Botschaft: »Fürchtet euch nicht – es gibt keinen Grund, sich zu verstecken!« Und wenn ich andere Juden treffe, dann gibt meine Kippa ihnen sofort einen Grund zum Stolz, zur Freude und zur Identifikation mit ihrem eigenen Judentum.

In der Vergangenheit gab es Juden in Deutschland, die sich das Motto zu eigen machten: »Sei Jude in deinem eigenen Haus, aber wenn du das Haus verlässt, sei ein Deutscher.« Im Deutschland des 21. Jahrhunderts hat diese Einstellung ihre Gültigkeit verloren. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu leben und das auch öffentlich zu zeigen, auf welche Art und Weise er es möchte, solange er das Recht jedes Mitbürgers achtet, seinen Glauben zu praktizieren, und keinen Druck oder Zwang auf andere ausübt.

In der heutigen Zeit ist die Kippa zu einem Symbol für das jüdische Volk geworden, zu einem Erkennungszeichen unter Juden. An der Art der Kippa können wir erkennen, zu welcher jüdischen Gruppierung ein Mensch gehört oder gehören möchte.

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Menschliche Intelligenz ist “kein Zufall”

intelligent_designWar die Entstehung von menschlichem Leben auf der Erde blanker Zufall oder etwas, das passieren musste? Darüber sind sich Evolutionsbiologen bis heute nicht einig. Der britische Forscher Simon Conway Morris glaubt nicht an eine zufällige Entwicklung von Intelligenz – und hält es für wahrscheinlich, dass sie sich auf anderen Planeten wiederholt hat.


Interview: Theresa Aigner|science.ORF.at

Warum haben wir dann aber noch keinerlei Beweise für die Existenz von außerirdischem Leben? Diese Fragen diskutiert der Paläobiologe von der Universität Cambridge heute an der Akademie der Wissenschaften in Wien – und vorab in einem science.ORF.at-Interview.

science.ORF.at: Die Entwicklung von intelligentem Leben auf der Erde war in Ihren Augen kein Produkt verschiedener Zufälle, sondern etwas, das passieren musste. Warum?

Simon Conway Morris: Das Leben auf der Erde hat sehr unterschiedliche Formen. Wir haben Bäume, Giraffen und Blauwale sowie tausende andere Pflanzen, Tiere und Pilze. Wenn man all das ein bisschen genauer betrachtet, zeigen sich immer wieder die gleichen biologischen Arrangements. Das nennt man “konvergente Evolution”.

Ein bekanntes Beispiel ist die Ähnlichkeit zwischen einem menschlichen Auge und dem eines Oktopus. Sie haben evolutionär zwar ganz unterschiedliche Ursprünge, dennoch sind sie sich sehr ähnlich. Konvergente Evolution bedeutet, dass sich Nervensysteme, Intelligenz oder die Fähigkeit Werkzeuge zu bauen, immer wieder an unterschiedlichen Stellen unabhängig voneinander entwickelt haben.

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Kulturkampf auf dem Campus: Istanbuls Studenten bekämpfen die Rüpel vom IS

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die Türkei hat ein IS-Problem, das merken auch die Studenten in Istanbul. Als erstmals Islamisten auf ihrem Campus aufmarschierten, wehrten sich Studentin Sena, 22, und ihre Mitstudenten heftig. Doch ihre Angst wird immer größer.


Von Christopher Piltz|SpON

Sena Özcanli, 22 Jahre alt, Studentin der Arbeitsökonomie, ist eine zierliche Frau mit blasser Haut und dunklem Pagenschnitt. Sie ist klug und aufgeweckt und sah die Männer als eine der Ersten kommen. Sie hörte deren Kampfgeschrei, sah die geballten Fäuste, die Stöcke, die geschwungen wurden.

Özcanli wusste, dass es nun auch um die Freiheit ging. Darum, sagen zu dürfen, was man denkt. Also rief sie “Verschwindet aus unserer Universität”, warf Flaschen und stellte sich den Angreifern mutig entgegen. Der Islamisten-Mob warf Tische um, schlug zu, verletzte etliche von Özcanlis Kommilitonen, die nicht weichen wollten.

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US-Preis für Meinungsfreiheit an “Charlie Hebdo”-Redaktion

charlie_hebdo_2Die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt, hieß es von der Direktorin des Schriftstellerverbandes PEN.


Die Presse

Die US-Sektion des Schriftstellerverbandes PEN zeichnet die französische Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” mit einem Preis für Meinungsfreiheit aus. Der Essayist und Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret werde die Auszeichnung bei einer Gala am 5. Mai in New York stellvertretend für die Redaktion annehmen, teilte das PEN American Center am Mittwoch mit.

PEN-Direktorin Suzanne Nossel erklärte, die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt.

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“Beautiful Mind” John Nash erhält Abelpreis

John Forbes Nash, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Bekannt wurde er der Öffentlichkeit durch den Film “A Beautiful Mind”, nun erhält Nash gemeinsam mit Louis Nirenberg einen der prestigeträchtigsten Mathematikpreise.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Die Mathematiker John Forbes Nash von der Princeton University und Louis Nirenberg vom Courant Institute of Mathematical Sciences der New York University werden in diesem Jahr mit dem Abelpreis geehrt. Das gab jetzt die Norwegische Akademie der Wissenschaften bekannt. Die prestigeträchtige Auszeichnung – mitunter auch als der “Mathematik-Nobelpreis” bezeichnet – ist mit rund 700 000 Euro dotiert und gilt neben der Fields-Medaille als höchste Auszeichnung im Bereich der Mathematik.

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Cognitive psychologist explains why Bill Maher is one of our best weapons against ISIS

Bill Maher live at The Orpheum Theatre in Memphis, Tennessee (Matt McClenahan/Flickr)

What makes young people give up their lives and join ISIS? Over the past week, we’ve seen reports of troubling new examples of the Islamic State’s hold on some people, who leave from various parts of Europe and even the United States to become volunteers for the brutal war zone in Syria and Iraq. Repeatedly, these stories express the frustration experts feel trying to understand what motivates recruits, some of whom are well off or have college degrees. Why are they giving up their lives in the West for one of the most dangerous places on Earth?


By Tony Ortega|Raw Story

Hungry for answers, we went looking for someone who could explain the situation and stumbled on the work of Glasgow University cognitive psychologist Gijsbert Stoet. His explanation for how ISIS appealed to some young people cut through the confusion, and we were intrigued that he said we’re not going to stem that tide until we start getting more serious about questioning religious ideas in the public sphere. Wanting more detail, we gave him a call, telling him that we hadn’t seen anyone else give such a concise, convincing explanation of who was joining ISIS and why.

“I noticed that commentators said they just didn’t know what was going on, they were struggling. But I realized there was no psychological analysis of it. And I thought somebody really needs to do that,” he said.

He noticed that news articles cited experts who talked about deteriorating social conditions and young recruits being blinded by an ignorance of what was really happening in the Middle East. In other words, that these young people, with desperate lives back home, were being “lured into” a situation they knew little about. But Stoet noticed, like we did, that the news stories themselves didn’t back this up at all.

“People often say that these kids are ‘vulnerable,’ or ‘naive.’ But if you look at the kind of personality you need to have to make this dramatic step, the kids who go there, they are not unintelligent, and they are often doing well in school. I suspect that they know where they’re going, they know they are taking risks. They are not so naive.”

Stoet said it was obvious to him that ISIS recruits shared three things in common.

– They were devout Muslims.

– They were at an age when they tended to be going through an identity crisis.

– They were “sensation-seekers,” the kind of personality that seeks risky behavior.

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Wissenschaft: Künstliche Hand mit Feingefühl

Ingenieurin Filomena Simone mit dem Prototyp der künstlichen Hand mit Muskeln aus Formgedächtnis-Draht. © Oliver Dietze

Nach dem Vorbild der Natur: Intelligente Drähte als Muskeln verleihen einer künstlichen Hand ein außerordentliches Feingefühl. Mit der von deutschen Ingenieuren entwickelten Technik sollen sowohl flexible und leichte Roboterhände als auch neuartige Prothesen möglich sein. Da die sogenannten Formgedächtnis-Drähte auch selbst wie Sensoren funktionieren, kann die künstliche Hand äußerst präzise Bewegungen ausführen.


scinexx

Die menschliche Hand ist das perfekte Werkzeug: Sie ist außerordentlich beweglich, vielseitig und anpassungsfähig. Das vollkommene Zusammenspiel von Muskeln, Bändern, Sehnen, Knochen und Nerven weckt unter Wissenschaftlern seit langem den Wunsch, ein flexibles Werkzeug nach diesem Vorbild zu schaffen. Künstliche Hände, wie etwa die von Robotern in Fertigungsstraßen, benötigen aber derzeit noch viel Technik im Hintergrung: Sie sind abhängig von Gerätschaften wie Elektromotoren oder Druckluft, sie sind oft schwer, laut und teuer. Außerdem sind sie oft vergleichsweise unflexibel, nur auf wenige Bewegungsabläufe zugeschnitten.

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Infolge einer Abtreibung stirbt alle elf Minuten eine Frau

Jedes Jahr sterben 47.000 Frauen weltweit an den Folgen einer Abtreibung. Das ergibt im Schnitt alle elf Minuten ein ausgelöschtes Leben. Dabei wären fast alle diese Tode vermeidbar.


Von Kathrin Witsch|Huffington Post

Diese Schätzung hat das “Guttmacher Institute” veröffentlicht, eine Non-Profit-Organisation, deren Daten auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet werden. Demnach gab es 2008 (das sind die neuesten verfügbaren Angaben) etwa 44 Millionen Abtreibungen weltweit, die meisten davon in Entwicklungsländern.

Abtreibung als Straftat

Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung. Fast alle Industrieländer haben zwischen 1950 und 1985 aus Gründen der Menschenrechte und Sicherheit ihre Abtreibungsgesetze liberalisiert. Da wirkt umso tragischer, dass die meisten Frauen nach einer Abtreibung in jenen Ländern sterben, wo es aufgrund der strikten Gesetzeslage keine andere Möglichkeit als eine illegale Abtreibung gibt, in Brasilien, Afghanistan, Chile und Nigeria etwa.

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„Pornos in der Schule gehen gar nicht“

Pornos in der Schule zu zeigen, ist in Deutschland strafbar Foto: Chepko Danil Chepko@yandex.ru

Schüler sollten im Unterricht Pornos schauen, empfiehlt ein dänischer Sexualwissenschaftler. Im deutschen Sexualkundeunterricht gibt es zwar Doktorspielchen, aber Pornos sind strafbar.


pro Medienmagazin

Ein Großteil der Teenager hat schon einmal pornografische Darstellungen auf Bildern und in Filmen gesehen. Warum also nicht Pornos in der Schule anschauen und sie so zu „kritischen Konsumenten“ erziehen? Das jedenfalls ist der Vorschlag des dänischen Sexualwissenschaftlers Christian Graugaard von der Universität Aalborg. Schüler sollten auf diese Weise lernen, wie sich die echte Sexualität von den unrealistischen Erwartungen in harten Pornos unterscheide, meldete die dänische Zeitung The Local. Schüler sollten lernen, dass ihr Sexleben nichts mit dem zu tun habe, was sie in Pornos sehen. Würden die Jugendlichen versuchen, das nachzumachen, könnte dies zu großen Enttäuschungen führen, begründet Graugaard seinen Vorschlag.

„Pornos in der Schule, das geht gar nicht“, sagte Birgit Braml von der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten zu pro. Es ist rechtlich nicht erlaubt, Minderjährigen pornografische Inhalte zu zeigen, erklärte sie. „Das entspricht nicht den Regeln des Jugendmedienschutzes.“ Zudem führe es auch aus pädagogischer Sicht nicht zum Ziel. „Ich kann nicht Kinder mit Pornografie konfrontieren und sie hinterher fragen, wie es ihnen geht. Das kann sie verstören oder sogar traumatisieren.“

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Liberalismus ist Humanismus

Bild. The European/Gemeinfrei

Der Liberalismus ist die einzige politische Philosophie, die den individuellen Bedürfnissen des Menschen entspricht. Der Liberalismus will die freie Entfaltung des Menschen: Liberalismus ist daher auch Humanismus.


Von Hasso Mansfeld|The European

Die heute so selbstverständlichen Errungenschaften der Aufklärung sind vor allem Errungenschaften des Liberalismus. Das liberale Bürgertum hat die Willkürherrschaft des Absolutismus überwunden und so die Grundlagen einer modernen, freien Gesellschaft gelegt. Die rigorose Trennung von Kirche und Staat, die Entwicklung eines für jeden zugänglichen Bildungssystems, und die Durchsetzung eines gesunden Egoismus, der es dem Menschen erst erlaubt, frei von Gängelung, selbstbewusst „Ich“ zu sagen, wurden von Liberalen erkämpft. Der Verfassungsstaat und die freie Marktwirtschaft sind Ergebnisse liberalen Denkens und Handelns.

Der Liberalismus vertraut dem Individuum

Liberalismus ist konkret, nicht abstrakt. Seine Grundsätze erschließen sich jedem. Ausgehend von der Kant’schen Erkenntniskritik, die es verbietet, moralisch Bindendes aus Transzendentalem oder aus Tradition abzuleiten, macht Liberalismus den einzelnen Menschen zum Maß aller Dinge: „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

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Riad Sattouf: Der Araber, der für “Charlie Hebdo” zeichnete

Und alle möchten ihn knuddeln, was auch eine subtile Form des Terrors ist: Riad Sattouf Foto: Knaus Verlag

Riad Sattouf ist in Frankreich ein Star. Sein Comic “Der Araber von morgen” ist dort bereits vor dem Anschlag vom 7. Januar erschienen. Es zeichnet das Bild einer gnadenlos rückständigen Gesellschaft.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Ich möchte niemand zu nahe treten, keinen verletzen und auch nicht generalisieren, wenn ich behaupte, dass Kritik und vor allem Selbstkritik nicht zu den wesentlichen Tugenden der arabisch-islamischen Kultur gehören. Muslime scheinen, wie ihre Reaktionen auf “islamkritische” Texte und Karikaturen zeigen, eher zum Beleidigtsein zu neigen als Angehörige anderer Kulturen und Konfessionen.

An allem, was in der arabisch-islamischen Welt schiefläuft – Armut, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit –, sind immer die anderen schuld, der Kolonialismus, der Kapitalismus, der Zionismus – und nie diejenigen, die in diesen Ländern das Sagen haben.

Natürlich gibt es auch kritische und selbstkritische Nach- und Vordenker, die im Zeichen des Halbmonds aufgewachsen sind. Ayaan Hirsi Ali und Salman Rushdie, Ibn Warraq und Najem Wali, Taslima Nasrin und Hamed Abdel-Samad, der über sich selbst sagt, er sei “vom Glauben zum Wissen konvertiert”. Aber sie leben und arbeiten alle im Exil.

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As It Turns Out, We Really Are All Starstuff

image: io9: Hubble image of the Crab Nebula supernova remnant captured with the Wide Field and Planetary Camera 2. Credit: NASA, ESA, J. Hester and A. Loll (Arizona State University)

“The nitrogen in our DNA, the calcium in our teeth, the iron in our blood, the carbon in our apple pies were made in the interiors of collapsing stars,” Carl Sagan famously said in his 1980 series Cosmos. “We are made of starstuff.”


By Jason Mayor|io9

And even today, observations with NASA’s airborne SOFIA observatory are supporting this statement. Measurements taken of the dusty leftovers from an ancient supernova located near the center our galaxy – aka SNR Sagittarius A East – show enough “starstuff” to build our entire planet many thousands of times over.

“Our observations reveal a particular cloud produced by a supernova explosion 10,000 years ago contains enough dust to make 7,000 Earths,” said research leader Ryan Lau of Cornell University in Ithaca, New York – the same school, by the way, where Carl Sagan taught astronomy and space science.

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Kirche begrüßt Vorschlag zum Werteunterricht in Luxemburg

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Die katholische Kirche in Luxemburg hat einen Vorschlag der Regierung für den geplanten Werteunterricht begrüßt. Es sei gut, dass in dem Papier auf das Erbe jüdischer und christlicher Religionen sowie des philosophischen Humanismus verwiesen werde, heißt es in der am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme der Kirche. Der Bezug zur Geschichte und Kultur sei unabdingbar.


kathweb

Die Kirche begrüßte zudem einen “schülerzentrierten und lebensweltlichen Ansatz des künftigen Faches” sowie die Wissensvermittlung aus dem Bereich der Religionen. Schüler bräuchten “eine Einführung in die lebendigen Denk- und Lebenswelten der Religionen, die sowohl ihre lebensfördernden als auch ihre gefährlichen Potenziale darstellt”, heißt es.

Die luxemburgische Regierung hatte am Montag ein Rahmenpapier zum neuen Schulfach “Leben und Gesellschaft”, dem sogenannten Werteunterricht, vorgestellt. Dieser soll zukünftig den Religionsunterricht ersetzen.

Luxemburg will in den kommenden 20 Jahren eine schrittweise Trennung von Staat und Kirche vornehmen und damit das Staat-Kirchen-Verhältnis in dem traditionell katholischen Großherzogtum neu regeln.

Ägypterin verkleidet sich 43 Jahre lang als Mann

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi überreicht Sisa Abu Daooh die Auszeichnung. (Foto: AFP)

  • Eine verwitwete Ägypterin hat sich jahrzehntelang als Mann verkleidet, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können – dafür wurde die 64-jährige Sisa Abu Daooh nun von Präsident Abdel Fattah al-Sisi mit einem Orden geehrt.
  • Die Frau nahm die mit 50 000 ägyptischen Pfund (6000 Euro) dotierte Auszeichnung als “vorbildliche, arbeitende Mutter” im Präsidentenpalast in Kairo entgegen. Dabei trug sie ihre Arbeitskleidung: ein Männergewand und einen Turban.


Süddeutsche.de

Sisa Abu Daooh war im sechsten Monat schwanger als ihr Mann starb. Ihre Familie drängte die junge Frau, schnellstmöglich wieder zu heiraten. Doch die junge Mutter traf eine mutige Entscheidung: Sie zog statt der Nikab den Turban an und verkleidete sich nach der Geburt ihrer Tochter als Mann, um in Luxor arbeiten und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

“Wenn eine Frau auf ihre Weiblichkeit verzichtet, ist das hart”, sagte Sisa Abu Daooh, “Aber ich hätte alles für meine Tochter getan. Und es war der einzige Weg, um Geld zu verdienen. Was hätte ich denn sonst machen können? Ich kann weder lesen noch schreiben. Meine Familie hat mich nicht zur Schule geschickt. Dieser war also der einzige Weg.”

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Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku “Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler” von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: “Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?” wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk “Hart aber fair” diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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… Wir könnten uns unterwerfen … ChristInnen zur blockupy-Berichterstattung

Foto: redpicture

Wir dokumentieren hier eine Erklärung von Christinnen zu der Diskussion um die blockupy-Proteste am 18.03. in Frankfurt:


Institut für Theologie und Politik

Es liegt in der Logik einer Mediengesellschaft, dass nur das zum Ereignis wird, was auch ereignisträchtige Bilder hervorbringt. Wir, Christinnen und Christen, die zur Teilnahme an den blockupy-Protesten aufgerufen haben, sehen uns einer Flut von Bildern konfrontiert, die die Proteste von blockupy zu „Gewaltexzessen“ und „bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen“ hochstilisieren. Kaum ein Bild von der bunten Demonstration mit fast zwanzigtausend Menschen, kaum ein Bild von der entschiedenen und gewaltfreien Blockade, an der einige von uns von Anfang bis Ende beteiligt waren. Kaum eine Meldung, dass blockupy wirklich europäischer Ausdruck eines Widerstands gegen die Verarmungspolitik war und dass blockupy sein Ziel, die geplante, schamlose Eröffnungsfeier des 1,3 Milliarden teuren EZB-Gebäudes zu verhindern, erreicht hat.

Aber akzeptieren wir einen Moment die Logik dieser „Gesellschaft des Spektakels“ und halten die Bilder für die ganze Wirklichkeit.

Was wäre dann zu diesen „Gewaltexzessen“ und „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ zu sagen? Wir könnten uns unterwerfen und Abbitte leisten, auch wenn wir diese Taten gar nicht zu verantworten hätten. Wir könnten uns den Regeln dieser Demokratie, die an einem seidenen Faden hängt, unterwerfen und die Gewalt der Polizei von 2013 vergessen, als über 800 DemonstrantInnen einen halben Tag lang festgehalten wurden, faktisch eine erlaubte Demonstration von der Polizei verhindert wurde. Vergessen, dass Grüne in Frankfurt die Unterstützung der Proteste mit dem Argument verweigert haben, dann müsse man ja auch Pegida unterstützen, die uns also als Reaktionäre und Nazis diffamieren wollten.

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