A Pathway to Objective Morality: Why the Case for Scientific Humanism is Rational

In response to my January, 2019 column (“Stein’s Law and Science’s Mission: The Case for Scientific Humanism”), California State University historian Richard Weikart, who is also a Senior Fellow of the Discovery Institute’s Center for Science and Culture (an Intelligent Design creationism advocacy organization), has written a critique in which he claims “Michael Shermer once again confuses science with atheism, and inexplicably claims that science can support humanism.”

By Michael Shermer | Skeptic.com

He says that I try “to rewrite history by insisting that science is built on atheist assumptions.” Even though I never mention atheism, in the following passage from my column Weikart says “scientific naturalism as defined here is atheism.” Judge for yourself:

Modern science arose in the 16th and 17th centuries following the Scientific Revolution and the adoption of scientific naturalism, or the belief that the world is governed by natural laws and forces that are knowable, that all phenomena are part of nature and can be explained by natural causes, and that human cognitive, social, and moral phenomena are no less a part of that comprehensible world.

Atheism is simply the lack of belief in a God. Full stop. It is not a worldview, paradigm, or ideology. Most atheists, of course, embrace scientific naturalism as I’ve defined it, but so do many modern theists such as the renowned geneticist and Director of the National Institutes of Health, Francis Collins, whom Weikart says would not accept “this atheistic definition of science.” On the contrary, I know Dr. Collins and include our dialogue on this very topic in my book The Believing Brain (2011, Henry Holt) in which he reiterates his rejection of Intelligent Design creationism (his book The Language of God is one of the best refutations of all forms of creationism) and affirms his commitment to scientific naturalism without an underlying atheist assumption. On the evolution of the moral sense, for example, Collins told me “that wouldn’t rule out that God planned it, since for a theistic evolutionist like myself, evolution was God’s awesome plan for all creation. If God’s plan could give rise to toenails and temporal lobes, why not also a moral sense?” As Collins defined it in a 2006 article in Nature titled “Building Bridges”, theistic evolution is the position that “evolution is real, but that it was set in motion by God.”

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Ernst Haeckel als Erzieher

Zeichnung von E. Haeckel
Biologiedidaktiker der Uni Jena geben Reprint der Dodel-Schrift „Ernst Haeckel als Erzieher“ mit heraus

Stephan Laudien Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ernst Haeckel (1834-1919) zählt zu den bedeutendsten Gelehrten, die die Universität Jena hervorbrachte. Insbesondere seine Beschreibungen und Darstellungen von Radiolarien und Quallen machten ihn weit über die Saalestadt hinaus bekannt. Hinzu kam sein vehementes Eintreten für die von Charles Darwin entwickelten Evolutionstheorien.

Der „deutsche Darwin“, dessen 100. Todestag im nächsten Jahr ansteht, setzte auch Maßstäbe in der Lehre: Sage und schreibe 96 Semester lang stand Haeckel vor seinen Studenten am Pult. Ein Zeitgenosse Haeckels, Arnold Dodel, gab 1906 die Schrift „Ernst Haeckel als Erzieher“ heraus. Jetzt erscheint ein Reprint dieses Buches, angereichert durch ein Vorwort und einen Kommentar von Wissenschaftlern der Universität Jena.

„Dodel beschreibt Ernst Haeckel als innovativ, mutig, humoristisch, liebevoll und kompetent“, sagt Dr. Karl Porges. Der Biologiedidaktiker von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) nennt zudem die ausgeprägte Fehlerkultur Haeckels, die den Beifall Dodels fand. Der kritische Umgang mit dem eigenen Werk werde beispielsweise sichtbar an den zahlreichen verbesserten Neuauflagen der Werke Haeckels.

Prof. Dr. Uwe Hoßfeld, der Leiter der AG Biologiedidaktik, ergänzt: „Das sind Attribute, die bis heute einen guten Pädagogen auszeichnen!“ Schon deshalb könne Arnold Dodels Schrift von 1906 als durchaus noch zeitgemäß angesehen werden. Dodels lange vergessene Schrift werfe zudem ein Schlaglicht auf den Menschen Ernst Haeckel, der sonst meist hinter dem Gelehrten verschwinde. Dabei, so Karl Porges, schilderte Arnold Dodel Haeckel kaum aus eigenem Erleben. „Arnold Dodel und Ernst Haeckel waren Kollegen und sie stimmten in vielen Ansichten überein.“ So gehörte Dodel zu den Erstunterzeichnern der Gründung des Deutschen Monistenbundes in Jena 1906, die Haeckel initiiert hatte.

Der Schweizer Botaniker Arnold Dodel (1843-1908) stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Der Sohn eines Bauern wurde zunächst Lehrer, studierte danach und lehrte schließlich Botanik in Zürich. Seinen Beruf als Lehrer habe er nie aus den Augen verloren, sagt Dr. Porges. Auch hier lohne ein Blick nach Jena, gehörte die Stadt an der Saale doch zu den Hochburgen pädagogischer Reformbestrebungen.

Das Buch „Ernst Haeckel als Erzieher“ erscheint zur Ausstellung „100 Jahre Ernst Haeckel. Meilensteine der Evolutionsforschung“, die im Museum für Naturkunde Gera (Nicolaiberg 3) noch bis zum 2. Juni 2019 zu sehen ist. Es kann über das Museum bestellt werden, Telefon 0365 / 52003, E-Mail museum.fuer.naturkunde[at]gera.de. Museumsdirektor Dr. Thomas Hoppe war ebenfalls an der Herausgabe beteiligt.


Bibliographische Angaben:
Arnold Dodel: „Ernst Haeckel als Erzieher“, Reprint der Ausgabe von 1906, Gera 2018, 66 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-00-061230-5.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

apl. Prof. Dr. Uwe Hoßfeld
Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3 (Bienenhaus), 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949491
E-Mail: uwe.hossfeld[at]uni-jena.de

Alan Poseners Waldorf-Propaganda im Deutschlandfunk Kultur

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Rudolf Steiner (Bild: public domain)
Der Deutschandfunk Kultur lädt den Journalisten Alan Posener (Die Welt, Axel Springer SE) zum Gespräch ein, um den 100. Geburtstag der Waldorfschule zu feiern. Was dieser dabei sagte, entsetzte hpd-Autor Andreas Lichte.

Von Andreas Lichte | hpd.de

„Hat Posener das wirklich gesagt?“, frage ich mich. Ich kann es nicht fassen und versuche eine Inhaltsangabe – frei, aus dem Gedächtnis –, es geht ja um „Schule“, und das ist doch eine gute Übung, Prüfung …:

  • Bildung sollte privatisiert werden,
  • weil Waldorfschulen besser als öffentliche Schulen sind:
  • Waldorfschulen fördern das Individuum,
  • deswegen waren sie im Nationalsozialismus verboten.

Boah! Was für ein Blödsinn! Aber meine Inhaltsangabe ist korrekt, wie ich beim Vergleich mit Deutschlandfunk Kultur „Der Mensch im Mittelpunkt“ feststelle. Ich höre mir den Beitrag auch noch einmal an: „Dieser Individualismus (der Waldorfschulen) rekurriert auf das humboldtsche Bildungsideal“, schwärmt Posener im O-Ton.

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Austria: Ethik als Ersatz für Religion ab 2020

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
Schüler freuen sich, andere wollen größere Reform.

Die Presse.com

Ein echter Mehrwert – oder nicht genug: Dass Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) jetzt verpflichtenden Ethikunterricht für Schüler umsetzen will, die keinen Religionsunterricht besuchen, wird unterschiedlich aufgenommen.

Schon vor vier Wochen hatte Faßmann angekündigt, das Vorhaben anzugehen – möglicherweise noch für das kommende Schuljahr, also ab September. Im „Kurier“ spricht der Minister nun davon, dass der Ethikunterricht ab 2020 umgesetzt werden soll – zunächst für Oberstufenschüler, dann sukzessive für die jüngeren Schüler bis zur Volksschule.

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Evolution’s Gravity: A Paean to Natural Selection

Image: NAUTILUS
Physicists speak of four fundamental forces that govern the interactions among the bits of matter that make up our universe.

By Michael McCullough | NAUTILUS

The strongest of these four forces, aptly known as the Strong Force, is so powerful that it can keep an atom’s positively charged protons from ripping the atom’s nucleus apart as their mutually repellent positive charges push them in opposite directions. The second fundamental force, electromagnetism, is 137 times weaker than the strong force, but its ability to cause bits of matter with opposing electrical charges to attract each other, and to cause bits of matter with like charges to avoid each other, is what gives unique three-dimensional structure to atoms, molecules, and even the proteins that form the building blocks of our body’s cells. At only one-millionth the strength of the strong force, the third fundamental force—the so-called weak force—changes quarks from one bizarre “flavor” to another and gives rise to nuclear fusion reactions.

The weak force deserves a better name: It’s actually the fourth force—gravity—that’s the weakling of the bunch. At only 6/1,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000 the strength of the strong force, the influence of gravity on the interactions of protons, quarks, and other subatomic particles amounts to, well, about as close to zero as you can get. When I use the refrigerator magnet that holds up my kid’s school photo to lift the ring of keys on the kitchen table, the magnet easily overcomes the gravitational pull of the entire planet. At Subatomic Beach, gravity is the scrawny guy who’s always getting sand kicked in his face.

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Über die Liebe in Bildung und Wissenschaft

©mauritius images/Frank-Fleischmann
Um im Wissenschaftsbetrieb zu bestehen, braucht man Disziplin, etwas Genie und Durchhaltevermögen. Ist das alles? Nein, das Entscheidende fehlt.

Von Felix Grigat | Forschung & Lehre

Es gab Zeiten, da hat man sich im Denken, der Wissenschaft und an den Universitäten mehr als heute zugetraut, viel mehr. Eigentlich so ziemlich alles. Trivialitäten standen nicht zur Debatte. Ein ganz Verwegener wollte gleich die „Wahrheit, wie sie ohne Hülle an und für sich selbst ist“ erkennen. Und das heiße, „die Darstellung Gottes (…) wie er in seinem ewigen Wesen vor der Erschaffung der Natur und eines endlichen Geistes ist.“ (Hegel) Also die Gedanken Gottes vor der Schöpfung denken – dagegen kommt selbst das Großexperiment CERN nur mit Mühe an.

Wie aber konnte es zu solcher Maßlosigkeit im Denken kommen? Die Antwort ist vergleichsweise einfach: Man hatte sich verliebt, und zwar nicht in irgendwen oder irgendetwas, sondern ins Absolute. Und wer sich solchermaßen verliebt, neigt eben zu Übertreibungen. Man wollte nichts weniger als „das Ganze“ verstehen (C.F. von Weizsäcker), wissen „What is it all about?“ (A.N. Whitehead). Die antike und europäische Denk- und Wissenschaftsgeschichte begann also nicht mit einem Plan, einer Struktur oder Organisation. Man hat auch keine Exzellenzinitiative gestartet.

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Kommunen sind die großen Gewinner: „Katholische Kirche kritisiert Kita-Reform in NRW“- wer denn sonst

Bild: © Serhiy Kobyakov/Fotolia.com
Die Kirche ist der größte freie Träger von Kitas im Land. Ursprünglich sollten genau diese Träger durch Reformen der Landesregierung entlastet werden. Doch passiert ist etwas anderes. Und das sorgt für Verwirrung.

katholisch.de

Trotz Kita-Reform in Nordrhein-Westfalen befürchtet die katholische Kirche einen Rückgang von Kindertagesstätten in freier Trägerschaft. „Ursprünglich hatten die freien Träger entlastet werden sollen – jetzt sind die Kommunen die großen Gewinner“, sagte der Leiter des Katholischen Büros bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, am Sonntag dem Internetportal http://www.Kirche-und-Leben.de aus Münster.

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Der begnadete Wissenschafts-Erzähler

Der amerikanische Wissenschaftsautor Carl Zimmer schreibt fesselnde Bücher über Evolution, Genetik und Hirnforschung. Er selbst hat keine Ausbildung in Naturwissenschaften.

Nik Walter | Basler Zeitung

Den grössten Schrecken seines Lebens erlebte Carl Zimmer in der Praxis einer genetischen Beratung in New York. Seine Frau war schwanger, und die beiden liessen sich über mögliche genetische Risiken für das Ungeborene orientieren. Es war 2001, kurz nachdem das menschliche Genom entschlüsselt worden war, in einer Zeit also, in der es noch keine routinemässigen Gentests gab. Die Beraterin befragte das Paar nach Krankheiten in der Verwandtschaft. Zimmer, einer der erfolgreichsten Wissenschaftsautoren der USA, der selber viel über Genetik und Evolution schreibt, hatte nur vage Vorstellungen davon, als es ihm plötzlich dämmerte: «Ich hatte eigentlich keine Ahnung, was ich an mein Kind weitergebe. Und da ist mir zum ersten Mal die Bedeutung von Vererbung so richtig eingefahren», sagte Zimmer bei unserem Treffen im Dezember in der Lounge eines Zürcher Hotels.

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Integrationsprojekt „Shalom Rollberg“: Wie sich Juden in Berlin für muslimische Kinder engagieren

Der gebürtige Franzose Gilles Duhem ist Geschäftsführer des Vereins Morus14, wo das Projekt „Shalom Rollberg“ zu Hause ist. Hier auf einem Archivbild als Quartiersmanager mit Jugendlichen in Berlin-Neukölln von 2007. (imago stock&people / Christian Thiel)
Englisch, Kunst oder Kung-Fu: Im Berlin-Neuköllner Integrationsprojekt „Shalom Rollberg“ betreuen Israelis ehrenamtlich vorwiegend muslimische Kinder und Jugendliche. Neben der Förderung der Kids geht es auch darum, Vorurteile abzubauen.

Von Kemal Hür | Deutschlandfunk Kultur

Neun Mädchen und zwei Jungen singen Karaoke. Der Gesang ist dabei Mittel zum Zweck. Die Schüler und Schülerinnen sitzen zusammen und lernen spielerisch Englisch. Isra Mansour ist eine von ihnen, ein Kopftuch bedeckt ihre Haare. Sie ist 15 Jahre alt. Beim anschließenden Vokabelspiel meldet sie sich permanent, korrigiert sogar die anderen.

Sie ist die Beste im Kurs. Inzwischen, doch vor zwei Jahren war das ganz anders. Ihre Schulnoten in Englisch waren nicht die besten. Nachhilfe sollte das ändern. Doch als sie erfuhr, dass sie einen jüdischen Nachhilfelehrer bekommt, habe sie zunächst nicht gewusst, was sie erwarte, erzählt die Schülerin mit einem Lächeln:

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Faschismus: Das Partygesicht des Sozialdarwinismus

Eine Demonstration von Rechtsextremen in Madrid, November 2018 © Oscar del Pozo/AFP/Getty Images
Der US-amerikanische Philosoph Jason Stanley hat einen kurzen, erhellenden Band über den Faschismus geschrieben. Ein entschlossenes Buch zur rechten Zeit

Rezension von Jan Süselbeck | ZEIT ONLINE

Wer angesichts des Zulaufs rechter Parteien in Europa und in Übersee das Wort Faschismus fallen lässt, bekommt oft abwiegelnde Antworten. Man könnte den Sermon, den dieses Reizwort auslöst, in etwa so zusammenfassen: Viele Gesellschaftskritiker machten es sich damit einfach zu leicht. Die Faschisten seien für sie immer die anderen. Überhaupt, Faschismus. Sei der wahre Faschismus nicht längst besiegt, ein bizarres Phänomen des 20. Jahrhunderts, assoziiert mit Schreihälsen in Fantasieuniform? Sei es nicht blindwütiger Alarmismus und eine beispiellose Überreaktion, die Krisen unserer heutigen Demokratien gleich als Faschismus zu bezeichnen? Vor allem aber: Komme es nicht einer Verharmlosung des Holocaust gleich, den heutigen Populismus mit Faschismus gleichzusetzen? Sollten wir nicht erst einmal versuchen, in Ruhe miteinander zu reden?

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Ist der Intelligenzquotient ein pseudowissenschaftlicher Schwindel? Nassim Taleb geht auf Konfrontation mit Steven Pinker und anderen Helden des Dark Web

Auf Twitter zettelt der libanesisch-amerikanische Philosoph Nassim Nicholas Taleb eine Debatte an, die es in sich hat. Sie ist nicht nur rau und roh, sondern auch substanziell.

Marc Neumann | Neue Zürcher Zeitung

Wenn Nassim Nicholas Taleb vom Leder zieht, kracht es – wie eben gerade: Auf Twitter feuerte er in einem Paper auf Medium.com Salve um Salve auf die psychometrische Intelligenzforschung ab. Ein pseudowissenschaftlicher Schwindel sei der Intelligenzquotient, IQ-Messungen seien lediglich für einige willkürlich isolierte mentale Fähigkeiten, und erst noch nur im künstlichen Testumfeld, aussagefähig.

In der realen Welt taugen IQ-Zahlen wenig, schreibt Taleb. Bestenfalls erhielten Intelligenztests begrenzte Gültigkeit, wenn man IQ als «Funktionärs-Quotient» oder «Verkaufsperson-Quotient» verstehe. Weswegen diese noch am relativ erfolgreichsten zur Rekrutierung von Angestellten im Militär oder bei grossen Unternehmen eingesetzt würden.

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Einem supermassereichen Schwarzen Loch „aufs Maul geschaut“

Röntgenstrahlung eines zerrissenen Sterns verrät die Rotation des Schwarzen Lochs. © NASA/CXC/M. Weiss
Verräterische Röntgenblitze: Astronomen haben einem supermassereichen Schwarzen Loch „aufs Maul geschaut“ – und Spannendes entdeckt. Wiederkehrende Röntgenblitze verrieten ihnen nicht nur, dass der Massegigant gerade einen Stern verschluckte. Der Takt der Strahlenblitze ermöglichte es auch, die Rotationsgeschwindigkeit des Schwarzen Lochs zu bestimmen. Überraschend jedoch: Knapp außerhalb des Ereignishorizonts versteckt sich offenbar ein mitrotierender Weißer Zwerg.

scinexx

Sie sind die Giganten des Kosmos: Im Zentrum der meisten Galaxien liegen supermassereiche Schwarze Löcher – auch im Herzen unserer Milchstraße. Sie können die millionenfache Masse der Sonne in sich vereinen und prägen durch ihre Schwerkraftwirkung die galaktische Umgebung. Doch die meisten dieser unsichtbaren Riesen sind kaum aktiv und machen sich nur dann durch starke Strahlenausbrüche bemerkbar, wenn ihnen eine Gaswolke oder ein Stern zu nahe kommt und sie diesen verschlingen.

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Islamunterricht auf der Kippe

© Monika Müller, FR Ditib-Gemeinde in Hanau (Symbolbild).
Das Land Hessen bereitet sich auf ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Moscheeverband Ditib vor.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Der Islamunterricht in Hessen steht möglicherweise zur Disposition. Die neue Landesregierung soll zügig entscheiden, ob er fortgesetzt oder durch Islamkunde ersetzt wird. Das wäre kein bekenntnisorientierter Glaubensunterricht mehr, sondern ein informativer Kurs. Die derzeitige Form solle aber auf jeden Fall bis zum Ende des Schuljahres fortgesetzt werden, heißt es aus dem Kultusministerium.

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Millionen Sterne aus Kristall

Wenn Weiße Zwerge genügend abgekühlt sind, kristallisiert ihr Inneres aus – sie werden zu kosmischen Kristallkugeln. © University of Warwick/Mark Garlick
Kosmische Kristallkugeln: In unserer Milchstraße könnte es Millionen von Weißen Zwergen geben, die komplett aus kristallisiertem Material bestehen. Diese Sternenreste haben sich soweit abgekühlt, dass Kohlenstoff und Sauerstoff in ihrem Inneren erstarrt sind. Belege für diesen schon länger postulierten Phasenübergang haben Astronomen nun bei der Durchmusterung von 15.000 weißen Zwergen in unserer Galaxie entdeckt, wie sie im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Weiße Zwerge sind die Überreste von massearmen Sternen wie unserer Sonne. Wenn diese Sterne ihren Fusionsbrennstoff verbraucht haben, werden sie erst zum Roten Riesen und schleudern dann in mehreren Explosionen ihre äußere Hülle von sich. Übrig bleibt der Sternenkern, in dem Kohlenstoff- und Sauerstoffionen zu einem Plasma extrem hoher Dichte komprimiert sind. Solange die Weißen Zwerge noch jung und heiß sind, liegt dieses Plasma als eine Art Flüssigkeit vor.

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Schulverweigerer aus Hessen scheitern in Straßburg

© afp, FR Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.
Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof weist die Klage hessischer Eltern ab, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken, sondern zu Hause unterrichten. Deutsche Behörden hatten die vier Kinder vorübergehend im Heim untergebracht.

Frankfurter Rundschau

Deutsche Gerichte dürfen in Fällen von Schulverweigerung den Eltern das Sorgerecht zumindest teilweise entziehen und die Kinder befristet in einem Heim unterbringen lassen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg am Donnerstag im Fall von Eltern aus dem südhessischen Ober-Ramstadt entschieden. Soweit keine milderen Mittel mehr griffen, seien diese Maßnahmen bei einer Kindeswohlgefährdung zulässig und stellten keine Verletzung des Menschenrechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens dar, befand das Gericht. (AZ: 18 925 /15)

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God, Heaven, and Evil: A Renewed Defense of Atheism

credit: Skeptic.com
After EgyptAir Flight 804 crashed on May 19, 2016, I asked the same question that many others undoubtedly asked as well: How could God let this happen? Of course, this plane crash is just one relatively small tragedy in the whole scheme of things.

By Ken Levy | Skeptic

When we add in all of the other tragedies—all the violence, pain, suffering, and premature death that occur on this planet—the same question becomes correspondingly more difficult to answer.

This is the problem of evil, an argument that is typically used in support of atheism. If God were omnibenevolent, He would want to minimize such evils as violence, pain, suffering, and premature death; if God were omniscient, He would know everything that is happening in the universe; and if God were omnipotent, He would be able to act on His omnibenevolence and omniscience to prevent most or all evil from occurring. Yet all of this evil still occurs. Therefore God—an omniscient, omnipotent, and omnibenevolent being—probably does not exist. If a higher intelligence exists at all, it probably lacks at least one of these three qualities.

Theists, or believers, generally respond to this argument by proposing two reasons to believe that God’s existence is perfectly compatible with all of the evil that we observe and experience:

  1. Despite His omnipotence, God simply could not have created a world that lacked evil. If there is to be good, there must also be evil. The existence of evil makes good possible.
  2. Evil contributes to a much greater or higher good. For example, suffering builds moral character or brings victims much closer to God or to each other.

Believers always have at least these fallback answers at their disposal to allay any theological doubts. But the very fact that these two hypotheses can be applied no matter the kind or degree of evil in question should make us suspicious. Quite simply, they prove too much. They commit theists to the incredible position that God’s existence should not be doubted even if the degree of evil in the world far outweighs the good. Atheists are right to respond to this theistic “spin”: if God exists no matter how much evil there is, then what good is He in the first place? Better, it would seem, to have much less evil and no God than much more evil and God.

Believers typically supplement (2) above with the “free will defense”: God preferred to create a world in which humans have free will and therefore the capacity to perform evil acts rather than a world in which they lack free will. He preferred this world, a world in which humans are free to do wrong, because it is far more valuable, both in itself and to humans themselves, than a world in which they are forced always to be good. Humans who consciously make the choice to follow God’s commands—notably the moral laws embodied in the believer’s holy text, such as the Ten Commandments—experience and exhibit a much more profound knowledge of, and love for, God than humans who follow them out of either primitive fear or blind compulsion, or don’t follow them at all.

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„Der monotheistische Gottesglaube ist die Grundform des Ideologischen“

Bild:TP
Im Zuge der Zunahme und Verschärfung der gesellschaftlichen und sozialen Widersprüche im Kapitalismus kommt es zu einer Renaissance religiös-irrationaler Bewegungen und Elemente, die nach dem Zeitalter der Aufklärung bereits als ad acta gelegt galten.

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Hartmut Krauss zeigt in seinem Buch Die Marxsche Theorie und ihre Bedeutung für eine herrschaftskritische Gesellschafts- und Subjektwissenschaft, wie diese Phänomene mit Rückgriff auf Marx grundlegend erklärt und dementsprechend kritisiert werden können.

Herr Krauss, wie zentral waren für Marx Ideologie- und Religionskritik?

Hartmut Krauss: Marx sagt selbst unter dem Eindruck von Feuerbachs „Wesen des Christentums“, dass die Kritik der Religion die Voraussetzung aller Kritik ist. Dabei ist natürlich mitbedacht, dass das Religiöse und insbesondere der monotheistische Gottesglaube die Grundform des Ideologischen im Sinne falschen Bewusstseins darstellt (religiöse Selbstentfremdung) und zugleich als zentrale Legitimationsinstanz vormoderner Herrschaftsverhältnisse wirkt. Insofern fallen Religions- und Ideologiekritik zusammen. Marx verdeutlicht diesen grundlegenden Sachverhalt anhand der „sozialen Prinzipien des Christentums“:

„Die sozialen Prinzipien des Christentums haben die antike Sklaverei gerechtfertigt, die mittelalterliche Leibeigenschaft verherrlicht und verstehen sich ebenfalls im Notfall dazu, die Unterdrückung des Proletariats, wenn auch mit etwas jämmerlicher Miene, zu verteidigen. Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Notwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse und haben für die letztere nur den frommen Wunsch, die erstere möge wohltätig sein.“

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Beim Urknall könnte mit dem Universum auch ein Antiuniversum entstanden sein

Bild: L. Boyle/Perimeter Institute for Theoretical Physics
Kanadische Physiker stellen ein kosmologisches Modell vor, das die CPT-Symmetrie wahrt und erklärt, warum es in unserem Universum sehr viel mehr Materie als Antimaterie gibt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mit dem Urknall, dem Big Bang, beginnt alles, zumindest der Kosmos, den wir kennen. Der Urknall ereignete sich irgendwann vor 13,7 Milliarden Jahren, was davor war und ob es etwas davor gegen hat, ist eine Frage der Spekulation (Hubble und die Expansion des Universums). Mit dem Urknall sind Zeit, Raum und Materie sowie Antimaterie entstanden, indem sich das irrwitzig kleine und heiße Universum mit irrwitziger Geschwindigkeit in der Phase der Inflation ausdehnte, auch heute noch expandiert das Universum unaufhaltsam weiter.

Ein Paradox ist jedoch, dass es im Universum weitaus mehr Materie als Antimaterie gibt, obgleich sie eigentlich zu gleichen Teilen nach dem Urknall vorhanden gewesen sein müssten. Es muss mithin die angenommene CP-Invarianz, wonach in einem physikalisches System sich nichts ändert, wenn alle Teilchen durch ihre Antiteilchen ersetzt und gleichzeitig alle Raumkoordinaten gespiegelt werden, verletzt (CP-Verletzung) werden, um das Ungleichgewicht zu erklären (Antimaterie: Mehr als nur Anti).

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Es ist Unsinn, über Gott zu reden

Bild: Foto: Wittgenstein Archive Cambridge, dpa
Abenteuerlich, wie vor 100 Jahren ein Buch in die Welt kam, das das Denken revolutionieren sollte. Und dabei wird etwas Wesentliches in ihm meist übersehen! Ludwig Wittgensteins „Tractatus“ bleibt faszinierend

Von Wolfgang Schütz | Augsburger Allgemeine

Es gibt nicht wenige Sätze in diesem dünnen Buch, die legendär geworden sind. Darunter der letzte: „7 Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Denn gemeint ist damit ja Wesentliches von dem, was die Philosophie bis dahin über 2000 Jahre hinweg beschäftigt hat: die Moral, der Sinne des Lebens, Gott … Und zuvor schon: „5.6 Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt …“ Oder: „5.632 Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern es ist eine Grenze der Welt.“

Gedanken wie in Marmor gemeißelt sind das, präsentiert wie Verordnungen. Mit einem Zahlensystem im Aufbau geordnet und in der Hierarchie gegliedert – wie ein mathematischer Beweis. Oder das Gesetzbuch.

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250 Jahre Alexander von Humboldt: Leitfigur einer neuen Weltbetrachtung

Humboldt hatte gewaltigen Einfluss auf Dichter und Wissenschaftler in den USA. Seine Büste steht heute am Central Park. Foto: Alamy Stock Photo
Eine Wissenschaft, die mit den Menschen kommuniziert

Von Rüdiger Schaper | DER TAGESSPIEGEL

Humboldt bringt Natur- und Geisteswissenschaft auf exemplarische Weise zusammen. Das entwickelt heute eine starke Anziehungskraft. Es inspiriert Künstler ebenso wie Wissenschaftler. Die Dschungel- und Hightech-Fotografien von Thomas Struth haben etwas Humboldtisches. Es geht ihm, wie er im ersten Band des „Kosmos“ schreibt, um die „tiefere Einsicht in das Wirken der physischen Kräfte“ – und darum, wie sie zusammenhängen. Schließlich: „Alles ist Wechselwirkung“. Er verbindet Emotion und Analyse.

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