Atheismus: Die Ächtung der Ungläubigen

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Nicht zu glauben, ungläubig zu sein, war lange Zeit nicht nur in Europa eine Todsünde. Auch heute noch kann Atheismus in 13 islamisch geprägten Ländern mit dem Tod bestraft werden. Dabei ist der Unglaube vermutlich genauso alt wie der Glaube selbst, wie antike Texte zeigen. Und manchmal war er sogar der Karriere förderlich.

Von Eva-Maria Götz-Laufenberg | Deutschlandfunk

Atheismus gibt es, seitdem es Religion gibt, meint die Heidelberger Historikerin Susan Richter. Zahlreiche Quellen, die belegen, dass Menschen die Existenz einer transzendentalen Macht anzweifeln, finden sich bereits in der Antike. Und auch da stand der Unglauben schon unter Strafe. Das gilt insbesondere für die Zeit der Spätantike und des frühen Christentums.

„Etwa der Codex Justinianus hat im Jahr 529 bereits strafrechtliche Maßnahmen katalogisiert, wie mit einem „Apostaten“, also einem der sich gegen Gott stellt, und von Gott abwendet, umzugehen ist, nämlich damit, dass ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen ist, und dass er kein Testament aufstellen darf, nicht zuletzt, um seine Ideen nicht zu vererben.“

Die Begründung für die Verfolgung atheistischer Vorstellungen liegt auf der Hand: Religionen waren immer mit Werten verbunden und diejenigen, die die Existenz eines Gottes leugneten, standen unter dem Verdacht, damit auch den moralischen Verhaltenskodex von Staat und Gesellschaft infrage zu stellen. Sie wurden zur Bedrohung.

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Gegen Kopftuch, Kreuz, Kippa & Co. im öffentlichen Dienst

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Dass ich als Naturwissenschaftler zur Debatte über das Kopftuch beitrage, finde ich eigentlich selbst befremdlich. Aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass langfristig nur die Äquidistanz des Staates zu den Religionen – unter gleichzeitiger Gewährleistung von deren Freiheit – den Frieden im Land erhalten kann.

Von Kurt Kotrschal | Die Presse.com

Nur so gedeiht jenes liberal-aufgeklärte Klima, in dem sich Wissenschaften und Künste entfalten können. Das war ja auch in der Vergangenheit so. Wo die Religionen friedlich zusammenlebten, blühten Kultur und Geist. Goldrichtig ist deshalb die Ansage von Heinz Fassmann von der Uni Wien, dem Leiter des Integrationsbeirats, über ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst.

Goldrichtig allerdings nur dann, wenn sie als Verbot jeglicher religiöser Insignien gemeint war – also auch von Kreuz und Kippa. Als Staatsbürger will ich nicht mit Beamten, Polizisten, Richtern oder Lehrern jeglicher Art zu tun haben, die mir durch Zurschaustellung ihrer Religion deutlich zu verstehen geben, dass sie einer religiösen Ideologie mehr verpflichtet sein könnten als dem staatstragenden Geist der Aufklärung.

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Gysi hält Kanzelrede in Leipzig: „Keine Moral ohne die Kirchen“

Gregor Gysi. Bild: FB
Gregor Gysi. Bild: FB

„Krieg und Frieden“ im Zeichen des Reformationsjubiläum: Zu dem Thema hat der Politiker Gregor Gysi am Sonntag in der Michaeliskirche in Leipzig referiert. Im domradio.de-Interview erklärt der Atheist, warum Religion für uns so wichtig ist.

domradio.de

domradio.de: Ihr Thema in der Michaeliskirche war „Krieg und Frieden“. Da denkt man im Moment schnell an islamistischen Terrorismus. Wo sehen Sie in dem Zusammenhang die Rolle von Religion?

Gregor Gysi (Mitglied des Bundestags, Die Linke, Vorsitzender der Europäischen Linken): Ich habe versucht zu erklären, weshalb Religion und Kirchen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Ich habe – obwohl ich selbst nicht an Gott glaube – versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen. Die Linke konnte das mal, aber seit dem Scheitern des Staatssozialismus kann sie zwar Moralnormen aufstellen, die sind dann nur nicht allgemeinverbindlich. Der Kapitalismus ist auf Konkurrenz aus, das heißt, für den einen ist es besser, wenn der andere pleitegeht; auch das hat alles wenig mit Moral zu tun. Wenn wir also die Kirchen und die Religionsgemeinschaften nicht hätten, gäbe es keine verbindliche Moral. Über dieses Bild kann man sich dann auch dem Thema „Frieden und Krieg“ nähern. Dazu habe ich den Römerbrief aus Kapitel 12 ausgesucht und die Verse 17 bis 21 vorgelesen.

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0.0% of Icelanders 25 years or younger believe God created the world, poll reveals

Iceland seems to be on its way to becoming an even more secular nation. Image: Church and State
Iceland seems to be on its way to becoming an even more secular nation. Image: Church and State
Iceland seems to be on its way to becoming an even more secular nation, according to a new poll. Less than half of Icelanders claim they are religious and more than 40% of young Icelanders identify as atheist. Remarkably the poll failed to find young Icelanders who accept the creation story of the Bible.

Staff Church and State

93.9% of Icelanders younger than 25 believed the world was created in the big bang, 6.1% either had no opinion or thought it had come into existence through some other means and 0.0% believed it had been created by God.

The poll, which was conducted by the polling firm Maskína on behalf of Siðmennt, The Icelandic Ethical Humanist Association, an association of Icelandic atheists, found that 46.4% of Icelanders identify as religious, which is the lowest figure to date.

Younger people and inhabitants of Reykjavík are least religious
Older people are far more likely to profess religious beliefs and to identify as Christian than those who are younger. 80.6% of those older than 55 identified as Christian and only 11.8% said they were atheists. At the same time 40.5% of people who were 25 years or younger said they were atheists, and only 42% said they were Christian. Traditional Christian beliefs also seem more common outside of Reykjavík, where 77-90% of people identified as Christian and 7.1-18 were atheists, compared to 56.2% of people in Reykjavík who identified as Christian and 31.4% as atheist.

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Dass Jesus gelebt habe, ist nicht mit letzter Sicherheit zu sagen

Richard David Precht (2012), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/ Jens Komossa
Richard David Precht (2012), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/ Jens Komossa
Er ist ein attraktiver Mann, er kann sehr gut reden, und er versteht es, das Philosophieren als Genuss des Wissens und des Denkens zu vermitteln: Richard David Precht (52), Bestseller-Autor („Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“) und Moderator der interessanten ZDF-Philosophiesendung „Precht“.

Von Stefan Meetschen | Die Tagespost

Nun liegt der erste Band einer auf insgesamt drei Bände angelegten Philosophiegeschichte Prechts vor und eigentlich könnte man diesen ersten Band sehr loben. Von der Antike bis zum Mittelalter, von Thales von Miles bis Meister Eckhart, von Platon und Aristoteles bis zu Augustinus und Thomas von Aquin – leicht verständlich, unterhaltsam und chronologisch führt Precht den Leser durch die verschiedenen Bezirke der Wahrheitssuche. Scharfsinnig und ohne falschen Respekt vor den Unzulänglichkeiten der Geistesgrößen des Abendlandes.

Beispiel Aristoteles: „Bei aller Hochachtung vor Aristoteles können wir eines nicht übersehen. Seine gesamte politische Philosophie ist auf dem Grundsatz aufgebaut, dass der tugendhafte Bürger nicht arbeitet.“ Schlimmer noch: „Arbeiten zu müssen bedeutet für Aristoteles, von der Tugend ausgeschlossen zu sein. Damit fallen Frauen und Sklaven durch den Rost… Für Aristoteles sind Frauen und Sklaven kognitive Mängelwesen.“ Precht folgert: „Aristoteles bescheinigt Frauen und Sklaven nicht nur eine unveränderliche Natur, sondern er zieht daraus auch politische Schlüsse. Dabei weiß er als Logiker eigentlich genau, dass man politische Spielregeln nicht lückenlos aus der Natur des Menschen ableiten kann.“

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Asyl ist kein Gruppenrecht

© Fotolia / Traumbild
© Fotolia / Traumbild
Nach den Angaben des UNHCR gab es 2015 58 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Im Jahr 2016 ist die Zahl sprunghaft auf 65 Millionen angestiegen. In der ersten Oktoberwoche 2016 hat Amnesty International einen Anklagebericht gegen «reiche Länder» veröffentlicht, die nicht bereit sind, diese Flüchtlinge unbegrenzt aufzunehmen. Meine Reaktion darauf ist: Das ist der reine Wahnsinn.

Von Bassam Tibi | The European

Die grosse Völkerwanderung

Die EU hat für die Flüchtlingskrise ausser frommen Sprüchen keine Strategie zu bieten. Mit Gesinnungsterror wird jede freie Diskussion über das Thema unterdrückt.

Seit Beginn dieses Jahrhunderts und extrem seit der sogenannten Flüchtlingskrise von 2015/2016 befindet sich Westeuropa vor einer existenziellen Herausforderung durch eine demografische Explosion. Diese findet ausserhalb der europäischen Grenzen statt, trifft Europa aber ins Knochenmark dadurch, dass sie in sein Territorium eindringt. Die Bevölkerung der Region des Nahen Ostens und Nordafrikas hat sich in den wenigen vergangenen Jahrzehnten beinahe verdoppelt. Diese demografische Explosion wird unglücklicherweise von wirtschaftlicher Stagnation aller Länder der Region sowie durch einen politischen Rückfall in mittelalterlich-despotische Herrschaftsstrukturen begleitet. Die verzweifelten Nahost-Muslime suchen nach einem «Outlet» und glauben, dies in Europa zu finden; sie kommen zu Millionen und Europa ist auf diese demografische Lawine nicht vorbereitet.

In dieser Atmosphäre fand der Arabische Frühling statt und bot einen Hoffnungsschimmer für Freiheit, Demokratie und Entwicklung. Statt­dessen erfolgte Staatszerfall, woraus innere Kriege in Libyen, Syrien, Irak und Jemen resultierten, deren Ende nicht in Sicht ist. In den nächsten Jahren werden weitere nahöstliche Staaten folgen, vorrangig die Türkei und möglicherweise Ägypten und Algerien. Zur Globalisierung unserer Zeit gehört der Missstand, dass andere Staaten die Zeche für diese Fehlentwicklung im Nahen Osten zu zahlen haben, konkret ist hier Westeuropa angesprochen.

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Staatspreis für das Kopftuch? In Absurdistan

Religionsfreiheit ist eben nicht die Wahlfreiheit zwischen Mitgliedschaften in verschiedenen Gottsucherbanden, sondern in erster Linie die Freiheit von Religion. Eine Replik auf Farid Hafez

Von Nikolaus Dimmel, Roland Fürst | derStandard.at

Die über weite Strecken seltsame Suada Farid Hafez‘ („Ein Staatspreis für das Kopftuch“, STANDARD, 9. Jänner) bringt es herausragend auf den Punkt: Zwischen Islam und Islamismus besteht kein Unterschied.

Groteskes Szenario

Er führt uns ein groteskes Szenario vor: Für ihn gibt es christliche und nichtchristliche Religionen als Player im Spiel um den Stellenwert der Religion im öffentlichen Raum. Zu viel Pro-Erdogan-Propaganda scheint dabei seinen Blick zu trüben, denn ein Drittel der Europäer sind unreligiös. Gerade noch 25 Prozent der Österreicher sind kirchentreu. 44 Prozent sind gottlos. Sogar 25 Prozent der Muslime sind säkular.

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Evokids-Projekt: Ein Geschenk für Erdogan


Die türkische Regierung führt seit Jahren einen beispiellosen Propagandafeldzug gegen die Evolutionstheorie. Sie sorgte dafür, dass der kreationistische „Atlas der Schöpfung“ von Harun Yahya eine Auflage von mehreren Millionen Exemplaren erreichte und an viele Schulen des Landes verteilt wurde, und ließ Internetfilter entwickeln, mit denen Webseiten zur Evolutionstheorie nicht mehr aufgerufen werden konnten. Vergeblich haben türkische Wissenschaftler vor den Folgen dieser Wissenschaftsfeindlichkeit gewarnt. Um sie zu unterstützen und türkischsprachigen Kindern einen Einblick in die faszinierende Welt der Evolution zu geben, hat das Evokids-Projekt heute eine türkische Fassung des Lehrfilms „Big Family – Die phantastische Reise in die Vergangenheit“ veröffentlicht.

Pressemitteilung GBS

Die deutsche Originalfassung des Films, der auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Anne-Barbara Kindler beruht, ist Teil der Evokids-Lehrmaterialien für den Evolutionsunterricht an Grundschulen. Nach Anfragen aus dem Ausland hat das Evokids-Team bereits im vergangenen Jahr eine englischsprachige Synchronfassung des Films erstellt. „Mit der englischen Fassung wollten wir ein Gegengewicht zu den Propagandamaterialien US-amerikanischer Kreationisten schaffen“, erklärt der Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon, einer der Leiter des Evokids-Projekts. „Diese Materialien hatten nicht nur in den USA durchschlagenden Erfolg, weshalb die US-Amerikaner keine Hemmungen hatten, mit Mike Pence einen bekennenden Kreationisten zum Vizepräsidenten zu wählen. Sie hatten auch immensen Einfluss auf die islamische Welt, insbesondere auf die Türkei. Deshalb haben wir beschlossen, nach der englischen auch eine türkischsprachige Fassung des Evokids-Films zu produzieren. Es ist ein besonderes Geschenk für den türkischen Präsidenten Erdogan. Allerdings ist davon auszugehen, dass er sich darüber nicht allzu sehr freuen wird. Denn seine Macht beruht nicht zuletzt auf dem Bildungsnotstand, der insbesondere in den ländlichen Regionen der Türkei vorherrscht.“

Nach der türkischen Fassung des „Big Family“-Films denkt das Evokids-Team über weitere fremdsprachige Versionen nach. „Es gab bereits einige Anfragen zu einer arabischen Übersetzung. Und nachdem Vladimir Putin eine bekennende Kreationistin zur Bildungsministerin ernannt hat, fassen wir auch eine russische Version ins Auge. Tatsächlich wächst derzeit der Bedarf an Lehrmaterialien zur Evolution weltweit, da der Kreationismus in vielen Ländern auf dem Vormarsch ist. Es ist bemerkenswert und erschreckend zugleich, wie einträchtig sich die antiliberalen Kräfte rund um den Globus hinter der Fahne des Kreationismus versammeln. So unterschiedlich die politischen Konzepte von Erdogan, Putin und Pence auch sind, so wollen sie doch gleichermaßen eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz der Evolutionstheorie verhindern. Offenkundig spüren diese Leute sehr deutlich, dass ihre autoritäre Berufung auf ‚ewig gültige Werte‘ – ob nun türkisch-islamischer, russisch-orthodoxer oder amerikanisch-evangelikaler Ausrichtung – schnell an Durchschlagskraft verliert, sobald den Menschen die basale Erkenntnis Charles Darwins bewusst wird, dass das einzig Beständige in der Welt der Wandel ist.“

Weitere Informationen: https://evokids.de/content/geschenk-fuer-erdogan

Pressekontakt:

(c) Elke Held, presse(AT)giordano-bruno-stiftung.de

Für das Recht auf die falsche Meinung

Charlie Hebdo wurde zum Synonym des Kampfes für Meinungsfreiheit / picture alliance
Charlie Hebdo wurde zum Synonym des Kampfes für Meinungsfreiheit / picture alliance
Schöne Aussicht. „Charlie Hebdo“ erscheint zwar mittlerweile auch in deutscher Sprache, doch die Meinungsfreiheit bleibt hierzulande in der Defensive. Hoffnung macht, dass viele Menschen sich nicht mehr von der Regierung vorschreiben lassen wollen, was sie zu denken haben

Von MATTHIAS HEITMANN | Cicero

Auch zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo ist die Meinungsfreiheit in großer Gefahr. Jedoch kommt diese Gefahr nicht von außen und auch nicht aus den Moscheen, sie kommt aus den politischen Institutionen und dem derzeitigen politischen Denken in der westlichen Welt. Terroristen können zwar Menschen umbringen und Gebäude in die Luft sprengen – Gesetze ändern und Rechte beschneiden können sie nicht, das müssen die Attackierten und Verängstigten schon selbst tun. Leider geht diese Terror-Rechnung immer wieder auf, wie auch nach dem 7. Januar 2015.

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Stephen Hawking: Der Popstar der Physik

 In der Folge
In der Folge „Die Stadt der primitiven Langweiler“ hat Stephen Hawking einen Gastauftritt bei den „Simpsons“ (Foto: Die Simpsons, Fox / ProSieben, 10. Staffel)
Stephen Hawking wird am Sonntag 75. Er ist der größte Star der Wissenschaft, selbst zur Legofigur hat er es gebracht. Das kann man gut finden – oder bedenklich.

Von Christian Weber | Süddeutsche.de

Viele Wissenschaftler haben schon den Nobelpreis erhalten, aber nur einer hat es bis zur Lego-Figur gebracht: Im Internet finden sich Anleitungen, wie man aus 122 Plastiksteinchen einen waschechten Stephen Hawking samt Rollstuhl bastelt. Womit wir beim Thema wäre: Der britische theoretische Physiker Stephen Hawking, der an diesem Sonntag 75 Jahre alt wird, hat zwar vor vielen Jahren wichtige Beiträge zur Theorie der schwarzen Löcher geliefert, aber er ist keiner der ganz Großen der Physik, nicht zu vergleichen mit Einstein, Planck, Heisenberg. Oder kennen Sie Freeman Dyson?

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Günther Jauch: Dodo des Monats Dezember 2016

Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR
Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR

jauch_guentherIm Bundesland Brandenburg, mit seinen rund 2,4 Millionen Einwohnern, sind 80% der Bevölkerung keinem religiösen Bekenntnis zu zuordnen. Eine wichtige Zahl, da mithin der Rest von 20% der überwiegenden Mehrheit des Landes sagt, wo es lang geht. Kulminiert kommt dies im Wiederaufbau, der im 2. Weltkrieg zerstörten und in den 60iger Jahren gesprengten Garnisonskirche von Potsdam zum Ausdruck. Anhand der Zahlen kann man sehr schnell den Bedarf an Kirchen im Lande einschätzen, wenn auch 20% religiöse Mitbürger sind, so sagt die Menge nichts darüber aus, inwieweit überhaupt noch Kirchgänger regelmäßig ihre Tempel aufsuchen. Ein Bedarf an einer Kirche besteht nicht. Die Protestanten sehen sich eher mit der Tatsache konfrontiert mittelfristig überhaupt keine Kirchen mehr zu benötigen. Was den religiösen Popanz des Landes natürlich nicht davon abhält diese eine Kirche, diesen Hort von Preußens Glanz und Gloria, an ihrem ehemaligen Platz, zumindest Turmweise wieder aufzubauen.
Das Bemühen um die Kirche zeigte Höhen und Tiefen, ein Oberstleutnant a.D. der Bundeswehr, der vom Bundesverteidigungsminister als rechtsextrem eingestuft wurde folgten 2004 Persönlichkeiten dem Ruf aus Potsdam die Kirche wieder aufzubauen. Schirmherren der Wiederaufbau-Initiative sind der ehemalige Bischof Wolfgang Huber, Ministerpräsident a. D. Matthias Platzeck und Innenminister a. D. Jörg Schönbohm. Mittlerweile hat man sogar eine Pfarrstelle eingerichtet. Wie gesagt, die Prominenz will, das Volk, der große Lümmel, will nicht. Und wie zu Ulbrichts Zeiten wird von Oben bestimmt freiheitlich-demokratisch-despotisch.
Durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurde 2013 die Garnisonkirche Potsdam als national bedeutendes Kulturdenkmal eingestuft und in Aussicht gestellt, den Wiederaufbau in den nächsten Jahren mit 12 Millionen Euro zu fördern.
Es gäbe ja noch andere, national bedeutende Kulturdenkmäler, z.B. all die Synagogen, die man in der Nazizeit dem Erdboden gleichgemacht hat. Aber es gibt ja nicht mehr genug Juden in Deutschland und damit auch keinen Willen sich kulturell zu betätigen. Das Dumme daran, im Land Brandenburg gibt es auch kaum noch Christen, die als Begründung für einen Wiederaufbau der Kirche herhalten könnten. Es bleibt, ein kleiner Christenklüngel schafft sich einen Tempel, in dem man sich dann selbst feiern kann, umgewidmet als Friedenskirche, die die Garnisonskirche nie war. Auch wenn Zivilisten zur Gemeinde der Kirche gehörten war sie immer eine Kirche des preußischen Militärs. Geklaute, eroberte Insignien preußisch-deutscher Siege auf den Schlachtfeldern Europas wurden dort aufbewahrt. Als man sie, wie im Rahmen des Versailler Vertrages an Frankreich zurückgeben sollte, verschwanden sie bis heute.

Leute wie Günther Jauch, mit ihren üppigen Spenden bringen den Christentempel voran und sorgen dafür, dass die Steuergelder des Bundes, nichts anderes ist diese Förderung letztendlich, fließen können. Das Hanseatengeschlecht der Jauchs war immer ein willfähriger Erfüllungsgehilfe der Macht. Mit 1,5 Millionen Euro will Günther Jauch die Aussichtsplattform finanziert wissen. Die Potsdamer wollen diese Kirche nicht, Jauch schon, als Spender erfüllt er sich so seinen Traum von der Günther-Jauch-Aussichtsplattform der Garnisonskirche zu Postdam, dort wo der Handschlag des Ersatzkaisers Hindenburg die Hölle von der Leine ließ, die letztlich zur Zerstörung des Tempels führte. Die Garnisonskirche zu Potsdam ist Täterkirche, da kann Dröge noch lange am Image putzen und Huber die Welt beschwurbeln.
Vielleicht kommt der Tag, an dem man die Standarten von Einheiten der deutschen Wehrmacht wieder in der Kirche ausgestellt werden können. Die Zeichen sehen gut aus, deutsche Panzer sind wieder an den Grenzen des russischen Großreiches zu sehen. Die Pfaffen und ihre weltlichen Lakaien werden auch das segnen und viele Worte dafür finden warum es ist, wie es ist.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo, oder wäre ein Sieg Heil angebrachter?

Der Hass auf die Meinungsfreiheit – 2. Jahrestag des Anschlags auf Charlie Hebdo

Bild: DIE KOLUMNISTEN
Bild: DIE KOLUMNISTEN
Der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo vor zwei Jahren war einer der traurigen Höhepunkte einer ganzen Serie weltweiter massiver Angriffe auf das Recht auf freie Meinungsäußerung. Angriffe, die muslimische Extremisten im Namen des Propheten Mohammed geführt haben und nach wie vor führen.

Von Nina Scholz | DIE KOLUMNISTEN

Heute ist der traurige zweite Jahrestag des Anschlags auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ in Paris.

Im Kugelhagel muslimischer Terroristen vor und in den Redaktionsräumen der berühmten linken Satirezeitschrift starben zwölf Menschen, darunter die Hälfte der Redaktionsmitglieder. Ein weiterer Attentäter erschoss in den folgenden zwei Tagen eine Polizistin auf der Straße und vier Menschen in einem koscheren Supermarkt.

In den ersten Tagen nach den Anschlägen von Paris waren fast alle Charlie. Schock und Trauer bestimmten die veröffentlichten Meinungen. Doch schon bald begannen die ersten zu relativieren, Täter und Opfer zu vertauschen und zu mutmaßen, ob Charlie Hebdo nicht vielleicht zu weit gegangen sei.
Zu weit womit? Wie weit darf man gehen, ohne die eigene Ermordung zu provozieren? Und: Waren die erschossenen Menschen im jüdischen Supermarkt in Paris auch zu weit gegangen?,

fragten mein Mitautor Heiko Heinisch und ich vor einem Jahr in unserem Buch „Charlie versus Mohammed. Plädoyer für die Meinungsfreiheit“.

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Köln, die Nafris und ein Tweet

Bild:DIE KOLUMNISTEN
Bild:DIE KOLUMNISTEN
Der massive Polizeieinsatz der Kölner Polizei an Silvester sorgte für Sicherheit. Ein Tweet der Polizei sorgte für Fragen. Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes sorgte für einen Shitstorm. Warum eigentlich?

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Vor einem Jahr schrieb ich zu den bis dahin bekannten Silvesterereignissen in Köln

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte im Hinblick auf die Silvestervorfälle in Köln: »Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen.« Doch genau das tut er.

Auch ich, der ich des Rassismus wohl wenig verdächtig bin, wies damals bereits auf die seit langem bekannte Trickdiebszene hin und darauf, dass diese – jedenfalls im Bereich des Kölner Doms – seit Jahren überwiegend aus „nordafrikanischen“ Männern bestehe. Früher waren da mal die Klau-Kids aus Rumänien führend.

Dass die überwiegend aus „nordafrikanischen“ Männern besteht, konnte jeder, also wirklich jeder, seit Jahren wissen. Die konnte auch jeder im Hauptbahnhof, im Umfeld des Bahnhofs und auf der Treppe an der Philharmonie beobachten, wenn er sich da mal ein Stündchen aufgehalten hat. Das ist nichts wirklich Neues.

Dieses Jahr war alles anders. Riesiges Polizeiaufgebot. Keine besonderen Vorkommnisse, jedenfalls sehr viel weniger Sexualstraftaten und Diebstähle. Hat die Polizei diesmal alles richtig gemacht? Nicht ganz.

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Karikaturisten im Visier von Autokraten und Fanatikern: Ein Verein bietet Schutz

charlie_hebdoDer Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ vor zwei Jahren war ein Angriff auf die Meinungsfreiheit. Ein Gut, dass Karikaturisten mit ihren Bleistiftstrichen täglich verteidigen. Der Verein „Cartooning for Peace“ hilft bedrohten Zeichnern, nicht nur in Frankreich.

Von Hanna Gieffers | greenpeace magazine

Sie stehen immer öfter in der Schusslinie – Karikaturisten. Spätestens seit dem Terroranschlag auf das französische Magazin „Charlie Hebdo“ Anfang Januar vor zwei Jahren, bei dem unter anderem die Zeichner Charb, Cabu, Honoré, Tignous und Wolinski starben. In anderen Ländern wie Syrien oder der Türkei behindern autokratische Regierungen die Pressefreiheit, ihnen sind Karikaturisten ein Dorn im Auge. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, haben der bekannteste Karikaturist Frankreichs Plantu und der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan schon vor zehn Jahren den Verein „Cartooning for Peace“ gegründet.

Der Zusammenschluss soll Zeichner unterstützen, vernetzen und schützen. „Künstler haben alle Rechte, sich auszudrücken und das mitzuteilen, was sie sagen möchten“, sagte Plantu während einer Konferenz von „Cartooning for Peace“ kurz nach dem Attentat auf „Charlie Hebdo“. Für ihn ist die Meinungsfreiheit eine äußerst fragile und deshalb schützenswerte Errungenschaft – gerade auch, um Überheblichkeit und Machtmissbrauch anzuprangern. Karikaturisten machen im besten Fall mit Humor sichtbar, was einige eben nicht sehen wollen. So entfalten ihre Zeichnungen eine Kraft, die Machthaber, Politiker oder Parteien angreifbarer machen kann. Diese Kraft zu stärken, ist das Ziel von „Cartooning for Peace“.

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„Charlie Hebdo“ bringt zwei Jahre nach Anschlag Sonderheft heraus

„Charlie Hebdo“ / Bild: APA/AFP/ERIC FEFERBERG
„2017 – Endlich Licht am Ende des Tunnels“, heißt es über einer Karikatur eines Bärtigen mit Gewehr.

Die Presse.com

Die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ bringt zum zweiten Jahrestag des Anschlags auf ihre Redaktion erneut eine Sonderausgabe mit sarkastischer Titelseite heraus. Auf einer Karikatur schaut ein Mann in den Lauf eines Gewehrs, mit dem ein grimmig dreinblickender Bärtiger in langem Gewand zielt. Dazu die Überschrift: „2017 – Endlich Licht am Ende des Tunnels“.

Das Sonderheft kommt am Mittwoch in den Handel, drei Tage vor dem zweiten Jahrestag des Anschlags auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion. Zwei Islamisten hatten am 7. Jänner 2015 die Redaktionsräume der für ihre Mohammed-Karikaturen bekannten Satirezeitung in Paris gestürmt und mit Schnellfeuergewehren das Feuer eröffnet.

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Das Center for Inquiry und die Richard Dawkins Foundation sind fusioniert

Bild: RDF
Bild: RDF
Anfang 2016 sind das US-amerikanische Center for Inquiry und die britische Richard Dawkins Foundation for Reason & Science eine Partnerschaft eingegangen, um Menschen, Programme und Ressourcen dieser beiden außergewöhnlichen Organisationen zu bündeln, damit wir unserem gemeinsamen Auftrag für Vernunft, Wissenschaft und Säkularismus besser dienen können.

Richard-Dawkins-Foundation

Das ganze Jahr über haben das CFI und die RDF leidenschaftlich darauf hingearbeitet, die Übertritte der Religion in die Politik zu bekämpfen, pseudowissenschaftliche Geldverschwendung zu entblößen, die Meinungsfreiheit weltweit zu unterstützen und für Säkularisten, Skeptiker, Humanisten und andere Nichtgläubige starke Gemeinschaften zu pflegen. Während all dieser Zeit wurden im Hintergrund die letzten Arbeiten beendet, um dieser Partnerschaft eine offizielle Form zu geben, was ein komplizierter Prozess war, der eine erhebliche Menge Zeit und Aufwand kostete.

Heute geben wir voller Stolz bekannt, dass das Center for Inquiry und die Richard Dawkins Foundation for Reason & Science am 31. Dezember 2016 offiziell – und staatlich anerkannt – zu einer einzigen Institution verschmelzen.

Wie wir im Januar 2016 bekanntgaben, wird die Richard Dawkins Foundation for Reason & Science nun eine Abteilung des neuen Center for Inquiry werden, die, so aktiv wie zuvor, Programme wie Openly Secular und das Teachers Institute for Evolutionary Science (TIES) einbringen wird. Das CFI bringt seine Gründungsprogramme mit, nämlich das Committee for Skeptical Inquiry und den Council for Secular Humanism, sowie das Office of Public Policy, CFI On Campus, African Americans for Humanism und sein großes Netzwerk örtlicher Zweigstellen.

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Vor 200 Jahren wurde in Hamburg das Liberale Judentum begründet

Neuer Tempel in der Poolstraße 1844, Hamburg. Bild: wikimedia.org/PD
Neuer Tempel in der Poolstraße 1844, Hamburg. Bild: wikimedia.org/PD
Sie stritten für die Gleichberechtigung der Frau, eine kulturelle Öffnung der Gemeinden und Predigten in deutscher Sprache

Von Thomas Morell | DIE WELT

Vor 200 Jahren, im Dezember 1817, gründeten 65 jüdische Hausväter den Hamburger Tempelverein. Er gilt als Wurzel des Liberalen Judentums, zu dem sich heute etwa 1,7 der weltweit 14 Millionen Juden zugehörig fühlen. Besonders weit verbreitet ist es in den USA. International werde das Jubiläum in den jüdischen Gemeinden Beachtung finden, sagt Andreas Brämer, Vizedirektor des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden. „Die Welt blickt auf Hamburg.“ Die Hansestadt will das Jubiläumsjahr mit einem Senatsempfang, einer Konferenz und Konzerten begehen.

Wesentliche Merkmale des Liberalen Judentums sind die Gleichberechtigung der Frauen, Predigten in deutscher Sprache und der Einsatz von Musikinstrumenten. Statt auf die strenge Befolgung der Gebote wird mehr Wert auf ethisches Handeln und den Dialog mit der nichtjüdischen Gesellschaft gelegt. Anhänger waren in Hamburg vor allem Mitglieder der bürgerlichen Oberschicht. Die Gründer hofften vor allem auf eine Wiederbelebung des Judentums. Statt von einer Synagoge sprachen sie von ihrem „Tempel“.

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The Top 10 Scientific Discoveries that Renewed Our Faith in Humanity This Year

On each of the three NASA Mars rovers, there’s a tiny inscription written on the sun dial. It details the mission and what us mere Earthlings hoped to achieve by sending our robots to the planet next door. The last line reads: “To those who visit here, we wish a safe journey and the joy of discovery.“

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

I never knew this about the rovers until I heard it from Bill Nye (who helped design the sundials on which the inscription is written) when I heard him speak at SXSW Eco this year. Nye told the audience that it brings him hope to think of an astronaut one day reading that message on Mars. “She or he will walk up to this thing and feel that joy of discovery,” Nye said. “That’s what science is all about: the joy of discovery.”

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Wahl Dodo des Monats Dezember 2016

Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR
Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR

Der Monat Dezember ganz im Zeichen kultischer Verehrung, während die meisten wohl eine säkulare Form des Weihnachtsfestes durchführen sind in Politik und Kirchen die Seligkeitsbeteuerungen eines paganen Festes konjunkturbedingt. Der eine Kult feiert die Geburt seines Gottes, ganze 12 Götter beanspruchen den 25. Dezember als ihren Geburtstag, der andere Kult fährt mit einem Truck über einen Weihnachtsmarkt in Kirchennähe, tötet und verletzt Menschen. Religiöses Normallevel. Andere Gläubige zünden anderen Gläubigen die Tempel und Kirchen an und töten sich gegenseitig. Die Hochzeit der Märtyrer. Gott liebt die Seinen, tot. Politik bemüht sich in diesem irrationalen Wahn um religiöse Haltung, wer anderes erwartet lebt auf dem falschen Planeten. Die heiligen Bücher der verschiedenen Kulte, Kompendien von Fake News, über Jahrhunderte gesammelt und aufbewahrt. Religiöse Wahrheit entpuppt sich einmal mehr als eine göttliche Hure, die ihren Anhängern ein sattes Gefühl von Befriedigung übermittelt.
Der Müll des Monats hier versammelt.
Die Wahl ist bis zum 07. Januar 2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier, gewürdigt werden.
Viel Spaß!

  1.  Alexander Gauland, „mag Zigeuner essen, wahrscheinlich rare.“
  2.  Rainer Maria Woelki, „möchte gebärmütterliches Mitbestimmungsrecht.“
  3.  Karl Jüsten, „sollte mehr beten und sich weniger um Politik kümmern, dort dilettiert er nur.“
  4.  Hassan Dyck, „sterbende Wandelnde, die sich auch so benehmen.“
  5.  Beatrix Mayrhofer, „religiöse Demenz.“
  6.  Johann Hinrich Claussen, „möchte die Gesellschaft in missionarische Haftung nehmen.
  7.  Jean-Claude Juncker, „Wirres über Religion.“
  8.  Monika Grütters, „noch mehr Staatsknete für Judenhasser-Party.“
  9.  Winfried Kretschmann, „Pseudo-Grüner in katholischer Schwärze.“
  10.  Ludwig Spaenle, „klerikal-faschistischer Kniefall.“
  11.  Manuela Schwesig, „Politik wie die Weihnachtsbotschaft.“
  12.  Franz-Josef Overbeck, „asozial sind immer die Anderen.“
  13.  Ekkeart Vetter, „meinte dass Evangelikale nicht recht sein können.“
  14.  Günther Jauch, „will die Garnisonskirche in Potsdam um jeden Preis.“
  15.  Joachim Herrmann, „Karfreitag bleibt in Bayern streng reglementiert, auf Teufel komm raus.“
  16.  Aiman Mazyek, „niemand muss müssen.“
  17.  Volker Kauder, „Fraktionspfaffe mit Hintergedanken.“
  18.  Peter Stuhlmacher, „möchte wieder Juden missionieren.“

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Atheismus in Schweden: Der freie Wille wird nicht beerdigt

Die meisten Schweden sind zwar noch Mitglied der lutherischen Kirche, doch Religion betrachten viele als Privatangelegenheit. Im Bild: die Jakobskirche in Stockholm. (Bild: Laif)
Die meisten Schweden sind zwar noch Mitglied der lutherischen Kirche, doch Religion betrachten viele als Privatangelegenheit. Im Bild: die Jakobskirche in Stockholm. (Bild: Laif)
In keinem Land gibt es so viele Atheisten wie in Schweden. In Borlänge wird nun der erste nicht religiöse Friedhof eröffnet.

Von Sereina Capatt | Neue Zürcher Zeitung

Auf dem Grabstein wird sein Name stehen: Rashid Abdul Majid. Weder ein Halbmond noch ein Kreuz soll davon ablenken. Majid, ein 87-jähriger Syrer, lebt seit über sechzehn Jahren in Schweden. Wenn er gestorben ist, will er hier beerdigt werden, auf dem weltweit ersten Friedhof ohne religiöse Symbole in Borlänge. Als Atheist bezeichnet sich Majid nicht, er wolle lediglich «kein Sklave der Religion» sein.

Die gottlosen Schweden

Damit ist er nicht alleine. Gemäss einer Umfrage des Gallup-Instituts von 2015 bezeichnen sich 78 Prozent der Schweden als nicht religiös oder atheistisch. Mit diesem Wert steht das Land an der Spitze aller westlichen Staaten. Entsprechend naheliegend war es aus Sicht von Josef Erdem, den Schweden eine nicht religiöse Beerdigung und letzte Ruhestätte zu bieten.

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