Archiv der Kategorie: Freidenker

Verbot organisierter Sterbehilfe wird aus allen Fraktionen unterstützt

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Hinter dem geplanten Gruppenantrag für ein Verbot organisierter Suizidbeihilfe stehen inzwischen Vertreter aus allen Fraktionen des Bundestages.


evangelisch.de

Die SPD-Abgeordnete Kerstin Griese sagte am Dienstagabend in Berlin, sie rechne mit einem mehrheitsfähigem Vorschlag. Zusammen mit anderen Abgeordneten tritt sie für ein Verbot einer auf Wiederholung angelegten, sogenannten geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe durch Organisationen und Einzelpersonen ein. Griese zufolge wird derzeit intensiv an dem Antrag gearbeitet. Sie rechnet damit, dass er Ende Mai oder Anfang Juni vorgestellt wird.

Griese und ihre Fraktionskollegin Eva Högl kooperieren dabei nach ihren Angaben eng mit der Gruppe um Michael Brand (CDU) in der Union sowie Elisabeth Scharfenberg und Harald Terpe von den Grünen. Alle drei Gruppen hatten – damals noch durch Parteigrenzen getrennt – Positionspapiere vorgelegt, deren Inhalte sich weitgehend gleichen. Auch Parlamentarier der Linksfraktion unterstützten diese Position, sagte Griese. Sie äußerte sich am Dienstagabend bei einer Diskussion der Katholischen Akademie und der Juristen-Vereinigung Lebensrecht.

weiterlesen

Universitäre Dummheit: “Auch der Unglaube ist nur ein Glaube”

batman_atheist

“Auch der Unglaube ist nur ein Glaube”: Diesen programmatischen Titel trägt ein Symposion an der Universität Wien, das sich dem vielschichtigen Werk des deutschen Literaten und Büchner-Preisträgers Arnold Stadler aus theologischer, literaturwissenschaftlicher und kunstgeschichtlicher Perspektive nähert. Dabei gehe es auch um die “Frage nach der humanen Relevanz des Gottesthemas angesichts der Verletzlichkeit und Hinfälligkeit des Menschen”, heißt es in einer Ankündigung der veranstaltenden Katholisch-Theologischen Fakultät. Stadler selbst wird am 11. Mai um 19 Uhr im Kleinen Festsaal im Hauptgebäude der Uni Wien den Festvortrag zum Tagungstitel halten und dabei auch “Bemerkungen zur (a)religiösen Signatur der Zeit” machen.


kathweb

Auch der Organisator des Symposions, der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück, wies in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung “Der Sonntag” darauf hin, dass das Wort “Gott” in der Literatur lange tabu war. Schriftsteller wie Arnold Stadler, der selbst Theologie in München und Rom sowie Germanistik studierte, würden sich dagegen “zur Wehr setzen”. Freilich würden gute Autoren abseits jeglicher “frommen Selbstgewissheit” die Vokabel “Gott” sparsam oder gar nicht verwenden, so Tück. “Es reichen Andeutungen.”

Die Bücher Stadlers würden Verständigungspotenziale zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden in einer weithin säkularisierten Gesellschaft aufdecken, heißt es in der Ankündigung des Symposions. Das “neu möglich gewordene Gespräch zwischen Religion und Literatur” solle dabei aufgenommen und vertieft werden. Jan-Heiner Tück: “Arnold Stadlers Werk richtet sich gegen einen allzu gewissen Zweifel, der alles, nur nicht sich selbst, infrage stellt.” Ein irritationsfreier Atheismus reduziere die Wirklichkeit auf das Sichtbare, Überprüfbare und Machbare und biete somit letztlich nur eine begrenzte Perspektive.

weiterlesen

Arm dran: “Pro Bahn” schlägt W.Huber als Moderator im Tarifkonflikt vor

Quelle:dradio.de

Quelle:dradio.de

Der Fahrgastverband “Pro Bahn” hat vorgeschlagen, durch eine “Moderation” neue Bewegung in den Tarifkonflikt bei der Bahn zu bringen.


evangelisch.de

Als Moderator sei der früher Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Berliner Altbischof Wolfgang Huber, vorstellbar, sagte der Sprecher des Fahrgastverbandes, Karl-Peter Naumann, der “Rheinischen Post” (Dienstagsausgabe) in Düsseldorf. Gefunden werden müsse “jemand mit Charisma, der nicht vom Fach ist, der zuhören kann und einfache Fragen stellt”. Huber war von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der EKD.

Naumann hob den Unterschied zu einer Schlichtung hervor, bei der es am Ende einen Schlichterspruch gebe: “Bei einer Moderation geht es erst mal darum, die Fähigkeit, miteinander zu sprechen, herzustellen.” Am Montag begann der achte Streik der Lokführergewerkschaft GDL im laufenden Tarifkonflikt. Nach dem Güterverkehr wird seit Dienstag erneut auch der Personenverkehr bestreikt. “Das Verständnis bei den Fahrgästen für die GDL nimmt dramatisch ab”, sagte der “Pro Bahn”-Sprecher.

Frankreich: Denkmal Johannes Paul II. muss weg

Papst Johannes Paul II. im Heiligen Jahr 2000. Bild: Ökumenisches Heiligenlexikon

Das Verwaltungsgericht von Rennes in Frankreich mag Johannes Paul II. nicht.
Im vergangenen Februar entschied das Verwaltungsgericht von Grenoble, daß eine Marienstatue am Genfer See entfernt werden müsse, weil sie gegen die „Trennung von Staat und Kirche“ verstoße und damit die „Laizität verletzt“. Nun verlangt das Verwaltungsgericht von Rennes die Entfernung einer Statue von Papst Johannes Paul II. und eines Kreuzes, das die Statue überragt.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Das Denkmal für das katholische Kirchenoberhaupt, das von 1978-2005 regierte, wurde 2006 in der 9.000 Einwohner zählenden bretonischen Gemeinde Ploërmel errichtet.

„Freidenker“-Verein zog gegen Denkmal vor Gericht

Die Fédération nationale de la Libre Pensée (Nationaler Freidenkerbund), die bereits gegen die Marienstatue von Publier vor Gericht gezogen war, kämpft auch gegen das Papstdenkmal von Ploërmel. Die militant kirchenfeindliche Vereinigung bekam erneut recht. Das Verwaltungsgericht von Rennes fällte ein Urteil: Die Statue von Johannes Paul II. und das Kreuz widersprechen dem Artikel 28 des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat von 1905.

Grundlage des Urteils sind 4.500 Euro, die von der Gemeindeverwaltung von Ploërmel beigesteuert wurden. Das Denkmal wurde privat finanziert. Die Gemeinde gab jedoch die genannte Summe für die Errichtung des Fundaments aus. In Summe nur ein kleiner Teil, doch ausreichend für die Richter, um ihr Urteil zu fällen. Es wurden öffentliche Gelder für einen religiösen Zweck ausgegeben, was inakzeptabel sei. Die genaue Urteilsbegründung liegt allerdings noch nicht vor.

weiterlesen

Jean Ziegler: „Papst sollte die Reichtümer der Kirche den Armen geben“

Bild bearb. BB

Bild bearb. BB

Jean Ziegler, wortgewandter Schweizer Globalisierungskritiker, ruft dazu auf, die Ungerechtigkeit der Welt nicht länger hinzunehmen.


Von Markus Schramek|Tiroler Tageszeitung Online

Jean Ziegler ist eine schillernde Figur und Stachel im Fleisch der Mächtigen. Der 81-jährige Schweizer hat sich als Gegner der Globalisierung einen Namen gemacht. Er prangert die Ausbeutung armer Länder durch Großkonzerne und willfährige Politiker an. Die TT hat den Vielbeschäftigten telefonisch in seiner Heimatstadt Genf erreicht. Dort sitzt er auf gepackten Koffern. Demnächst ist Ziegler wieder für die UNO in New York in Sachen Menschenrechte aktiv.

Herr Ziegler, in Ihrem neuen Buch rufen Sie dazu auf, die Welt zu ändern. Überfordern Sie Ihre Leser damit nicht?

Jean Ziegler: Ich glaube nicht. Wir haben es alle in der Hand, mit den Mitteln, die uns die Verfassung einräumt, die Welt radikal zu ändern. Wir leben in einer Weltdiktatur der multinationalen Konzerne. Die 500 größten von ihnen verfügen über fast 53 Prozent aller Reichtümer, die in einem Jahr produziert werden. Das heißt, einige wenige leben auf Kosten von vielen Armen in den 122 Entwicklungsländern.

weiterlesen

Terror und Pegida: Gebt uns ein Feindbild!

Bild: Reuters

Bild: Reuters

Mit den Anschlägen von Paris ist der islamistische Terror endgültig im Bewusstsein der Europäer angekommen. Dabei kosteten die Attentate von Madrid (2004) und London (2005) mit 191 bzw. 52 Todesopfern weit mehr Menschen das Leben als die Morde vom 7. Januar 2015. Allerdings weisen Letztere zwei Spezifika auf: Zum einen richteten sie sich anders als die Bahn- oder U-Bahn-Anschläge oder auch als Nine Eleven nicht gegen eine völlig undefinierte Menge aus Angehörigen aller Nationen und Religionen.


Von Albrecht von Lucke|Blätter für deutsche und internationale Politik

Die Mörder von Paris töteten nicht wahllos, sondern gezielt: die „Gotteslästerer“ von „Charlie Hebdo“, Juden und Polizisten.[1] Damit entlarvt sich der fanatische Islamismus als die derzeit wohl radikalste Form dessen, was die Bielefelder Schule um Wilhelm Heitmeyer als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ bezeichnet.[2]

Hinzu kommt ein Zweites: Anders als in den Nuller-Jahren treffen die Anschläge heute, in Folge der zahlreichen Krisen, auf hochgradig verunsicherte und gespaltene europäische Gesellschaften. Exemplarisch dafür ist die Lage in Frankreich. Während in Paris Millionen Menschen aus der Mittelschicht mit „Je suis Charlie“-Plakaten auf die Straße gingen, hielten sich die marginalisierten Muslime der Banlieues von den Demonstrationen ebenso fern wie der immer stärker werdende rechtsradikale Front National.

Deutschland ist von dieser (auch kolonialgeschichtlich) bedingten Erosion der Gesellschaft um Einiges entfernt. Umso mehr muss es beunruhigen, wie sehr sich auch hier mehr und mehr eine Spaltung des Landes abzeichnet – in jene, die die westliche, parlamentarische Demokratie und ihre offene Gesellschaft bejahen, und solche, die sie zunehmend ablehnen. Bei Letzteren kommt es zu einem erstaunlichen Zusammenspiel zwischen Islamisten und ihren radikalen Kritikern vom Schlage Pegidas. Damit wird deutlich: Als bloß soziales Problem sind beide Phänomene nicht hinreichend zu erklären.

weiterlesen

Irish Government Formally Responds to Open Letter to Eliminate Blasphemy Law

Taoiseach Enda Kenny (left) with British Deputy Prime Minister Nick Clegg

For years now, atheists in Ireland have led the charge to repeal the nation’s outdated and unnecessary blasphemy law. As it stands, Article 40.6.1 of the Irish Constitution includes this passage:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The publication or utterance of blasphemous, seditious, or indecent matter is an offence which shall be punishable in accordance with law.

It’s obvious why this law — especially the “blasphemous” mention — has no basis in a free society. It threatens freedom of speech and puts religious sentiments on a pedestal.

Earlier this year, Taoiseach Enda Kenny (above) said that his government would not put the issue to voters this year:

The Government agreed last year that a referendum should be held, following the recommendation of the Constitutional Convention that the blasphemy clause should be removed.

However, the Cabinet decision was only that “the referendum will take place at an appropriate date to be decided by Government, after the necessary further consultations have been completed and the required legislation has been prepared”.

As it stands, voters will already be deciding later this month whether to legalize same-sex marriage and lower the age to run for President from 35 to 21. I guess the government believes the people can’t handle thinking about blasphemy when they’re already straining over the other issues.

read more

Physik für echte Männer

Martin Apolin Physik für echte Männer Illustrationen: Mandy Fischer Verlag: Ecowin, Salzburg 2015 ISBN: 9783711000705 22,90 €

Martin Apolin
Physik für echte Männer
Illustrationen: Mandy Fischer
Verlag: Ecowin, Salzburg 2015
ISBN: 9783711000705
22,90 €

Wenn im Physikunterricht von “Fliehkraft” oder “Massenschwerpunkt” die Rede ist, schalten viele Schüler ab. Fragt man stattdessen “Wie fährt man mit einem Rad durch einen Looping?” oder “Wie kann man Besteck schweben lassen?”, dürften die meisten aufhorchen.


Von Maria Lubs|Spektrum.de

Genau das tut Physiklehrer Martin Apolin im vorliegenden Werk. Er nimmt seine Leser mit in ein imaginäres Klassenzimmer und rollt den Stoff einmal ganz anders auf als sonst. Unlängst machte er schon mit seinem Buch “Mach das! Die ultimative Physik des Abnehmens” (2014) auf sich aufmerksam.

Apolin interessiert sich für Star Trek, Autos, elektrische und mechanische Basteleien. Entsprechend hat er die Themen des vorliegenden Bands zusammengestellt. Da erfährt man etwa, wie man Mobiltelefone ohne Steckdose aufladen kann, was eine Teebeutelrakete ist und wie Laserpistole und Lichtschwert funktionieren. Heraus kommt “Physik für echte Männer” oder auch, je nach Perspektive, für neugierige Kindsköpfe (was “echte Frauen” einschließt).

weiterlesen

Die Verklärung der Arbeit durch Religion und Staat

Fleiß war gestern – heute engagiert man sich. picture alliance

Auch Arbeit und Freizeit unterliegen einem kulturellen Wandel. Die Grenzen verschieben sich, Arbeit wird total. Plädoyer für eine Rückbesinnung zu echter freier Zeit


Von Alexander Grau|Cicero

Zur Arbeit hat der Deutsche ja ein ziemlich zwiespältiges Verhältnis. Einerseits gilt sie hierzulande immer noch als etwas nahezu Heiliges, als etwas, dass aus einem Menschen erst einen Menschen macht, dass seinem Leben Sinn und Inhalt verleiht. Nicht wenige sind geradezu stolz darauf, bis 22 Uhr im Büro zu sitzen und eine 70 Stundenwoche zu haben. Mindestens.

Andererseits: Nichts ist den Deutschen so wichtig wie ihre Freizeit, also die freie, die arbeitsfreie Zeit. Gelungene Freizeitgestaltung, ausgedehnte Fernreisen, zeitaufwendige Hobbys genießen ein enormes Sozialprestige. Und glaubt man den Selbstdarstellungen beim Partysmalltalk oder an den Nachbartischen im Café, so scheint Arbeit für viele Landsleute lediglich ein Intermezzo zu sein, das den Thailandurlaub von der Brasilienreise und dem Trip in die USA trennt.

Fleiß, Sauberkeit und Ordnung

Dennoch gilt Fleiß, neben Sauberkeit und Ordnung, immer noch als deutsche Kardinaltugend – nicht nur im Ausland. Allerdings unterliegt auch das Arbeitsethos einem kulturellen Wandel. Und deshalb ist der postmoderne deutsche Mitarbeiter nicht mehr fleißig im altväterlichen Sinne, sondern „bringt sich ein“ und ist „engagiert“.

weiterlesen

Das große Töten

Lauro Martines Blutiges Zeitalter  Verlag: Theiss, Stuttgart 2015 ISBN: 9783806230185 29,95 €

Lauro Martines
Blutiges Zeitalter
Verlag: Theiss, Stuttgart 2015
ISBN: 9783806230185
29,95 €

Die Ära vom ausgehenden 15. bis zum beginnenden 18. Jahrhundert gilt als Epoche bahnbrechender Erfindungen und Entdeckungen, die das Weltbild revolutionierten und geistige Strömungen wie Humanismus und Aufklärung hervorbrachten.


Von Theodor Kissel|Spektrum.de

Doch die sozialen Verwerfungen, der religiöse Fanatismus und die machiavellistische Machtpolitik dieser Umbruchszeit boten zugleich einen fruchtbaren Nährboden für endlose, todbringende Konflikte.

Lauro Martines beleuchtet diese “Welt aus Eisen und Blut”. Der Neuzeithistoriker, vormals am Lehrstuhl für Europäische Geschichte der University of California Los Angeles tätig, erzählt von Tätern und Opfern militärischen Wütens, von Konfessionskriegen, von Gewaltkonflikten aufgrund sozialer Missstände und von verzehrenden Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss. Viele davon blieben regional begrenzt, andere weiteten sich auf ganz Europa aus, etwa der Kampf zwischen Katholiken und Protestanten, der im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) gipfelte. Der Autor breitet das grausame Panorama militärischer Gewalt in thematisch gegliederten Kapiteln aus: “Hölle in den Dörfern”, “Geplünderte Städte”, “Belagerungen”, “Plündergut und Beute”, “Waffen und Fürsten”, “Pöbel und Adlige: Soldaten”, “Töten für Gott”.

weiterlesen

Israel ist an allem Schuld

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Buch „Israel ist an allem schuld“ tatsächlich von zwei mitteleuropäischen, deutschen Publizisten geschrieben worden ist. Ich vermute vielmehr es handelt sich um eine ähnliche geheime Operation des israelischen Hasbara-Ministeriums, wie 1969 das Erscheinen des Buches „Die Geschichte des PG 2633930 Kiesinger“ war.


Von Abraham Melzer|DER SEMIT

Als Autorin outete sich damals Beate Klarsfeld, die sich einen Namen gemacht hat, als sie den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger im Bundestag geohrfeigt hatte. In Wirklichkeit ist das Buch aber in Ost-Berlin bei der Stasi geschrieben und mit Dokumenten aus dem Stasiarchiv angereichert worden. Selbst ich, als ich 1969 das Buch im Melzer Verlag veröffentlicht habe, konnte nicht wissen, woher das Manuskript stammt, zumal Beate Klarsfeld es mir persönlich übergeben hatte. Ich habe es erst 20 Jahre später, nach der Wende erfahren.

Da ich aufgrund dieser Erfahrung weiß, dass so etwas möglich ist, kann ich mir auch vorstellen, dass das Buch von Esther Schapira und Georg M. Hafner in der deutschen Abteilung des riesigen Propaganda-Ministeriums in Jerusalem geschrieben wurde. Die beiden Autoren, die  schon öfters bewiesen haben, dass sie, wie es Rafael Seligmann kürzlich in der “Jüdischen Allgemeine” ausgedrückt hat, „ohne Wenn und Aber hinter Israel“ stehen, meinten wohl, sie seien das dem Judenstaat schuldig. Schapira als Halbjüdin, Tochter eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter, fühlte sich offensichtlich verpflichtet, päpstlicher zu sein als der Papst, und Hafner, als nichtjüdischer Philosemit, wollte auch zeigen, dass er für jede Schandtat zu haben ist, wenn es darum geht, Israel zu unterstützen. 

Das Buch strotzt vor zionistischer Propaganda, falschen Mythen, verlogenen Märchen und echten Lügen. Die Lügen und die grobe Propaganda sind das einzig Wahre in diesem Buch. Die Propaganda ist von der ersten bis zur letzten Seite so dick aufgetragen, wie es nur unsensible Sayanim machen können, die blind und taub sind und von ihrer Mission, Israel zu retten, fanatisch, naiv und infantil überzeugt sind.

weiterlesen

Atheist mom gets death threats over school Bible complaints — but Christians claim they’re the victims

Skeptical woman (Shutterstock)

An Oklahoma woman said she plans to move after receiving threats from other parents because her complaints ended a public school Bible giveaway.


By Travis Gettys|Raw Story

The woman contacted the American Humanist Association last month after her son told her his third-grade teacher surprised students at Woodrow Wilson Elementary School by handing out the Bible in class, reported the Friendly Atheist blog.

The boy said teacher Erica Mackey placed the Bibles on her desk, and he felt pressured to walk up and take one after most of his classmates did.

His mother, identified only as Lea, contacted the atheist organization’s legal representatives, who notified Duncan Public Schools that the passive distribution violated the separation of church and state.

A Satanic Temple chapter asked permission to distribute materials, and the school district said it would end Bible handouts for elementary students.

read more

Allein unter Antisemiten

Mit dem Jüdischsein offen umgehen: für Lehrerinnen und Lehrer an Schulen hierzulande keine Selbstverständlichkeit. (picture-alliance / dpa / Britta Pedersen)

Antijüdische Beleidigungen: An Schulen mit hohem Migrantenanteil gehören sie zum Umgangston. Viele Lehrer hören bei den Beschimpfungen weg, doch einige der Pädagogen können sie nicht einfach ignorieren – weil sie jüdisch sind.


Von Jens Rosbach|Deutschlandradio Kultur

Typische Entgleisungen von türkisch- und arabischstämmigen Schülern in einem Berliner Problemkiez:

“Also ich, ich kann überhaupt keine Juden leiden; egal, ob sie nett sind oder nicht nett sind; die sind einfach dreckig irgendwie.” / “Ihnen gehört Marlboro, diese ganzen Zigaretten. Ihnen gehört McDonalds, den Juden gehört fast alles.” / “Wenn ein Jude unsere Schule betritt, er wird dann, glaub ich, kaputtgeschlagen oder so; ich würde ihn auch kaputtschlagen. (Lacht) Juden sind Schwänze!” / “Ganz ehrlich – ich fick alle Juden! (Lachen)”

Pädagogen wissen: In Schulen mit einem hohem Migrantenanteil ist das Wort “Jude” mittlerweile ein gängiges Schimpfwort. Das bekommt auch Jael, eine jüdische Lehrerin aus Norddeutschland, täglich zu hören. Die 43-Jährige, die anonym bleiben möchte, unterrichtet an einer Gesamtschule:

weiterlesen

USA: “Die Cops treten auf wie eine Besatzungsarmee”

Die Polizei versucht, in Baltimore für Ruhe zu sorgen, doch viele sehen sie und ihr Verhalten gegenüber Afroamerikanern als Wurzel des Übels. (Foto: AFP)

Alice Goffman lebte sechs Jahre als Weiße in einem Schwarzen-Viertel in Philadelphia. Dort erlebte sie, wie die Polizei die Menschen täglich drangsaliert. Nun schreibt sie dagegen an – und freut sich auch über Republikaner als Verbündete.


Von Matthias Kolb|Süddeutsche.de

SZ: Wie kam es dazu, dass Sie als Studentin in ein Schwarzen-Viertel in Philadelphia gezogen sind?

Alice Goffman: Ich habe 2002 begonnen, einer 15-jährigen Afroamerikanerin Nachhilfe zu geben. Ich mochte Aishas Familie und als mein Mietvertrag endete, schlug die Familie vor, eine Wohnung in ihrem Viertel zu mieten. Ich war eine der wenigen Weißen in dieser Gegend, 98 Prozent der Bewohner sind schwarz. Nachdem ich Aishas Cousin Reggie und desse Freunde kennengelernt hatte, beschloss ich, meine Abschlussarbeit in Soziologie über deren Alltag zu schreiben.

Was war damals für Sie die größte Herausforderung?

Es hat lange gedauert, bis ich die Sprache und kulturellen Codes von Reggie und seinen Freunden Mike und Chuck verstanden habe. Neu war auch die Dauerpräsenz der Polizei. Ich musste alles vergessen, was ich zuvor über Polizei und Strafverfolgung wusste. Ich bin in einem weißen, ziemlich reichen Viertel in Philadelphia aufgewachsen. Dort sah ich die Polizei selten. Wenn ich sie bemerkt habe, dann dachte ich: “Aha, da sind Polizisten. Bei Problemen kommen sie und helfen mir.” In Schwarzen-Vierteln treten die Cops hingegen wie eine Besatzungsarmee auf.

weiterlesen

Ken Follett: Bibel wunderschön, aber unwahr

Ken Follett, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Bestseller-Autor glaubt nicht an Leben nach dem Tod


Cicero

Trotz einer streng religiösen Erziehung glaubt der Schriftsteller Ken Follett weder an Gott noch an ein Leben nach dem Tod.  „Ich genieße lieber die Momente des Lebens“, sagte der 66 Jahre alte Brite dem Magazin Cicero (Maiausgabe).

Mit zwölf Jahren habe er im Zuge seiner religiösen Erziehung die gesamte Bibel gelesen. „Ich kenne die Bibel also ziemlich genau. Ich denke zwar, dass nichts von dem wahr ist, aber es ist hervorragend geschrieben.” Die Sätze darin seien wunderschön und majestätisch.

Die Lehren Jesu gefallen dem Schriftsteller trotzdem. Auch die Bauten des Christentums üben eine Anziehungskraft auf Follett aus, der mit 130 Millionen verkauften Büchern zu den erfolgreichsten Schriftstellern zählt. Am letzten Tag seines Lebens wolle er noch einmal in eine Kathedrale, sagte er Cicero. “In London wird es Westminster Abbey sein.”

Medien und Masse: „handfeste Beziehungskrise“

Medienschelte bei einer Pegida-Demonstration in Frankfurt Foto: Opposition 24| flickr | CC BY 2.0

Das derzeitige Verhältnis von Bürgern und Presse trägt Züge einer „handfesten Beziehungkrise“. Das hat Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen am Mittwoch in Berlin erklärt. Blogger Stefan Niggemeier sprach sich gegen Fundamentalkritik à la „Lügenpresse“ aus.


pro Medienmagazin

„Wir erleben eine Krise, angetrieben von wechselseitigen Kränkungen“, beschrieb Pörksen das derzeitige Verhältnis von Medienkonsumenten und Journalisten. Verschiedene Journalistenverbände hatten anlässlich des Tages der Pressfreiheit am Sonntag zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, die sich mit einer lauter werdenden Medienkritik beschäftigen sollte. Lügenpresse, Shitstorm, Internettrolle und tätliche Angriffe – von all dem berichteten betroffene Journalisten an diesem Abend. Pörksen versuchte, diese neue Medienkritik analytisch zu betrachten: Die Deutungshoheit medialer Machtzentren schwinde, weil in Zeiten des Internets jeder Bürger Sender sein könne.

„Aus der Jauchegrube der Verschwörungstheorie“

In einer solchen Öffentlichkeit sei es normal, dass mediale Berichterstattung kritisch begleitet werde, etwa beim Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff oder den Äußerungen eines Thilo Sarrazin. Auch im Fall der medialen Aufarbeitung des Germanwings-Unglücks sei das sichtbar geworden. Im Internet formierten sich Zweifler der Berichte zum Hergang des Absturzes, zudem kritisierten viele die Art der Berichterstattung darüber. Medienverdrossene erhielten in der digitalen Welt erstmals eine breite eigene Plattform und förderten zum Teil auch Gedankengut aus der „Jauchegrube der Verschwörungstheorie“. Als Beispiele für Verschwörungstheoretiker nannte er Autoren wie Eva Herman oder Udo Ulfkotte. Die „vernetzten Vielen“, also Blogger oder Wiki-Betreiber, seien zu einer fünften Gewalt geworden.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats April 2015

Dodo des Monats April 2015

Dodo des Monats April 2015

Der Monat April fing ja gleich mit österlicher Jesus-Besoffenheit, masochistisches Ertragen der Todesstunde am Kreuz, und der Eiersuche, nein nicht die von Jesus natürlich, statt. Immerhin kann die imaginäre Person der Menschheitsgeschichte von sich behaupten existent wie ein Einhorn zu sein. Die existieren auch nur in den Köpfen mancher Menschen.
Flüchtlingsdebatte, Sterbehilfe, aus humanistischer Sicht sind Abgründe erkennbar. Pfaffen meinen Politik machen zu können, Verantwortung wollen sie aber nicht übernehmen, dass macht das Scheitern von praktischer Politik so angenehm, der Politiker scheitert, der Pfaffe lehnt sich zurück, verantwortungslos bis zum sedierten Sterben. Eloquente Großmäuligkeit.

Hier sind die Kandidaten:

  1. Daniel Böcking, “liebt Gott mehr als die BLIND-Zeitung. In der Liebesdarstellung hat er Schwächen.”
  2. Gesche Joost, “will mehr Religions-Spam im Internet.
  3. Bodo Ramelow, “will Christi Himmelfahrt als stillen Feiertag.”
  4. Peter Hahne, “mit unmenschlichem Willen für die Verdummung seiner Anhänger.”
  5. Josef Haslinger, “ hält nicht viel von Meinungsfreiheit.”
  6. Regierung Österreich, “Feigenblatt des Wahhabismus in Europa.”
  7. Hedwig von Beverfoerde, “Gott im Kopf, kein Platz für Humor.”
  8. Papst Franz, “die kirchliche Form der Ehe von Gott gewollt.”
  9. Thomas de Maiziére, “bigotte Flüchtlingspolitik.”
  10. Frank-Walter Steinmeier, “groteskes über den Holocaust.”
  11. Heinrich Mussinghoff, “will Beihilfe zum organisierten Suizid kriminalisieren.”
  12. Katrin Göring-Eckardt, “protestantische Arroganz bis zum get no.”
  13. Gerhard Ludwig Müller, “ und schon spricht man vom Fetozid.”
  14. Heinrich Bedford-Strohm, “im Gotteswahn.”
  15. Margot Käßmann, ” warnt vor der Verrohung der Gesellschaft.”
  16. Bundeskriminalamt, “bildet die Folterknechte der ägyptischen Polizei aus.”
  17. Robert Spaemann, “schwadroniert über Sterbehilfe, Euthanasie.”
  18. Wolfgang Brandstetter, “will unbedingt religiöse Lehren schützen.”
  19. Gerd Müller, “will mit abendländischen Werten religiöse Konflikte bekämpfen.”
  20. Joachim Herrmann, “Datenspeicherung zur Bekämpfung von Pädophilen-Netzwerke, nicht gegen den Terror.”
  21. Guido Wolf, “empfiehlt sich als Kanzlerkandidat, kennt den homophoben Schöpfungsplan seines Gottes.”

Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2015, 18:00 Uhr, befristet. Der Gewinner wird hier, am 08. Mai, gewürdigt werden. Viel Spaß.

Weiterlesen

Malala Shooting: 10 Jailed For Life Over Attack

Malala was shot by militants for promoting education for girls

A court in Pakistan sentences a group of men to 25 years each for the attack on a schoolgirl who went on to win a Nobel prize.


skyNEWS

A court in Pakistan has jailed 10 people over the attack on schoolgirl Malala Yousafzai, who was shot in the head in 2012.

Taliban militants had claimed responsibility for storming her school bus as she travelled home in Swat, northwest of the capital Islamabad.

The men are the first to be convicted over the attack.

Each was handed 25 years in jail for their part in the attack on the youngster, who was targeted for campaigning against Taliban efforts to deny girls an education.

The youngster, then 15, was seriously wounded and airlifted to Britain for treatment. Two other schoolgirls were wounded.

read more

Konfirmation, Jugendweihe oder Segensfeier?

Bild. kartenwerkstatt

Während die Konfirmation im Westen Deutschlands bei evangelischen Jugendlichen nach wie vor beliebt ist, kann sie sich in den östlichen Bundesländern kaum durchsetzen. Hier sucht die Kirche nach neuen Formen, um den Übergang zum Erwachsenwerden religiös zu begleiten. Eine Form ist die “Segensfeier” oder auch “Feier zur Lebenswende”.


Von Karin Vorländer|evangelisch.de

Trotz Gemeindeferne und “Gottesdienstabstinenz” vieler evangelischer Kirchenmitglieder ist das Interesse an der Konfirmation stabil. Laut einer Studie der EKD aus dem Jahr 2009 (neuere Zahlen gibt es zurzeit nicht, d.Red.) lassen sich bundesweit mehr als 90 Prozent der evangelischen Jugendlichen im Alter von etwa 14 Jahren konfirmieren. Mit jährlich rund 250.000 teilnehmenden Jugendlichen ist das etwa ein Drittel aller Jugendlichen eines Jahrgangs. Ab der Konfirmation können die Jugendlichen Taufpaten werden, mit vollendetem 14. Lebensjahr das aktive Wahlrecht in der Kirche ausüben und spätestens jetzt sind sie in ihrer Gemeinde zum Abendmahl zugelassen.

In den östlichen Bundesländern allerdings nehmen nur etwa 14 Prozent der Jugendlichen an der Konfirmation teil. Gerade einmal 4.000 Jugendliche werden in diesem Jahr in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zwischen Palmsonntag und Pfingstsonntag konfirmiert. “Bei uns haben die meisten Menschen schon in der dritten Generation keinen Kontakt zur Kirche. Nur noch 13-25 Prozent aller Kinder sind überhaupt noch getauft”, erklärt Stefan Brüne, Referent für schulbezogene Kinder- und Jugendarbeit der EKM.

weiterlesen