Gott, was soll das?

Mahnend erheben Atheisten den Finger. Foto: Ketzerstammtisch
Wer ohne Religion ist, fühlt sich oft nicht richtig gehört. Im sehr katholischen Münster treffen sich deshalb Atheisten und Konfessionslose zum Austausch. Ein Besuch beim sogenannten „Ketzer-Stammtisch“.
 

Von Harald Biskup | Frankfurter Rundschau

Hell und trotzdem irgendwie schwer rufen Ludgerus, Andreas und Maria, die drei „Werktags-Glocken“ des nahen Doms, zur Abendmesse. Lange schwingt das Ausläuten nach. „Gehen wir lieber rein“, schlägt die studierte katholische Theologin Daniela Wakonigg vor, „irgendwo bimmelt es immer.“ Gleich wird sich hier im Café Malik am Schlossplatz, das mit seinem Namen sowohl die Erinnerung an den gleichnamigen einstigen linken Verlag hochhält als auch an die Schriftstellerin Else Lasker-Schüler, eine Runde versammeln, die im nach wie vor sehr katholisch geprägten Münster einzigartig ist. Die Wirtin hat eine gemütliche Ecke reserviert, wie alle zwei Monate freitags, wenn der „Ketzer-Stammtisch“ tagt.

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Wer von Turboradikalisierung redet, hat null Ahnung

Foto: AFP/Getty Images Muslime beim Freitagsgebet in der Sehitlik-Koschee in Berlin-Neukölln
Der alltägliche, traditionelle Islam birgt viele Keimlinge in sich, aus denen im passenden Gewächshaus eine extreme Interpretation aufblühen kann. Das betrifft den IS, aber auch die AKP und Hamas.

Von Ahmad Mansour | DIE WELT

Es ist nur wenige Tage her, da war ich in Bonn eingeladen zu einer Diskussion mit dem Großmufti von Ägypten. Es ging um Toleranz und Frieden, ein interkultureller Dialog, all das Schöne und Gute, das wir uns als Demokraten wünschen.

Tatsächlich hat der Großmufti in seinen Beiträgen viel über die große Toleranz des Islam und das friedliche Miteinander gesprochen, über die Akzeptanz der anderen und die Freundlichkeit der Frommen.

Im Anschluss an die Diskussion wollte ich gern ein gemeinsames Bild mit dem Großmufti machen. Aber er und seine Berater verweigerten sich. Ihre Erklärung: Mit einem israelischen Staatsbürger, also mit mir, einem arabischen Israeli, wolle der Großmufti nicht auf dasselbe Bild.

Das war wieder eine der Situationen, in denen ich, sprachlos und traurig, die Doppelmoral meiner Glaubensbrüder erlebe. Wir sprechen beide Arabisch, wir gehören derselben Religion an, wir waren beide bereit, miteinander zu debattieren, gute und versöhnliche Worte auf dem Podium zu sprechen, Worte, die das Publikum im Saal hören sollte und wollte. Und dann das.

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Terror: Wie sich die konservativen Islamverbände wegducken

Zentralmoschee der türkisch-islamischen Union Ditib in Köln / picture alliance
Die größte Gefahr geht nach Ansicht des Freiburger Islamwissenschaftlers Abdel-Hakim Ourghi nicht von polizeibekannten Salafisten aus, sondern von den konservativen muslimischen Dachverbänden. Sie seien noch „meilenweit“ von einem aufgeklärten Islam entfernt. Ourghi fordert drastische Maßnahmen.

Von ABDEL-HAKIM OURGHI | Cicero

Vor einigen Jahren sagte der heutige Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Gewiss prägen solche ideologischen Sätze das kollektive Gedächtnis und bestimmen den Umgang der türkischstämmigen Menschen mit Nichtmuslimen. Solche Sätze sind nicht nur sinnstiftend, sondern bilden sogar eine Barriere für die Integration der türkischstämmigen Menschen. Und sie sind auch die Ebnung eines Wegs für die Parallelgesellschaft, besonders wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der türkischen Moscheen, wie etwa die der Ditib, von diesem finanziellen und ideologischen Einfluss abhängig sind.

Der türkische Islam wird immer islamistischer und nationalistischer. Er bildet sogar die Basis für einen „Ghetto-Glauben“ in die Parallelgesellschaft. Es ist auch kein Wunder, dass ein Drittel aller deutschen Gotteskrieger in Syrien und im Irak türkischstämmig ist. Aus Dinslaken-Lohberg ist eine Gruppe von 22 Jugendlichen geschlossen in den „Heiligen Krieg“ gezogen. Auch die Ditib-Jugendlichen posierten mit dem Finger als Siegeszeichen des IS im Netz. Auf der Internet-Seite der Ditib-Gemeinde in Melsungen sind im Jahre 2015 antisemitische Hetzparolen übelster Sorte gegen die Juden aufgetaucht.

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Der IS ist das Kalifat plus Twitter

Bernard-Henri Lévy in der Universität Tel Aviv. Photo by Itzik Edri. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Fünf Irrtümer im Umgang mit dem Dschihadismus: Der berühmte französische Starphilosoph Bernard-Henri Levy warnt in einem Essay für die Kleine Zeitung vor einer Politik der Beschwichtigung.

Kleine Zeitung

1.Psychopath oder Terrorist? Als ob es die Wahl gäbe. Als ob nicht alle Terroristen immer auch Psychopathen sind. Als ob die Handlanger der Nazis in den 20er- und 30er-Jahren, die SA-Wachposten, die die Juden und die Demokraten verfolgt haben, als ob die SS-Bestien, die mit der ideologischen Erziehung der deutschen Massen beauftragt worden waren, nie etwas anderes gewesen sind als mit Orden behangene, brutale Psychopathen. Mohamed Lahouaiej-Bouhlel, der Mörder im Lastwagen, der 84 Menschenleben auf dem Gewissen hat, war Terrorist und Psychopath. Er war labil, geistig verwirrt, und er war ein Mitglied der Armee des Verbrechens, die den Aufruf des IS befolgt hat: Nämlich einen Lastwagen wie „einen Rasenmäher zu verwenden“ (das sind die Formulierungen, die in der Propagandaschrift auftauchen), die „am dichtesten besiedelten Plätze“ aufzusuchen, um dann ein „Maximum an Geschwindigkeit aufzunehmen, ohne die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren“, auf diese Weise das „Blutbad zu maximieren“ und sich auch „Handfeuerwaffen zuzulegen“, um, „sobald der Lastwagen nicht mehr weiterfahren kann“, die Überlebenden zu töten. Dem kann man nicht widersprechen. Das sind die zwei Gesichter der Barbarei.

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RDF Talk – Interview mit Gad Saad

Bild: RDF
Gad Saad ist ein kanadischer Wissenschaftler, der sich mit evolutionärer Verhaltens- und Konsumforschung beschäftigt. Er arbeitet an der Concordia University in Montreal und ist Inhaber des Lehrstuhls für „Evolutionary Behavioral Sciences and Darwinian Consumption“.

Das Interview führte Jörg Elbe | Richard Dawkins-Foundation

Er ist Autor mehrerer Bücher über Konsumverhalten. Zudem betreibt er einen Youtube Kanal, eine Facebook Seite und einen Blog über Psychologie (Links am Ende des Interviews).

Zunächst vielen Dank für die Gelegenheit dieses Interview mit Ihnen führen zu können. Fangen wir mit ein paar Fragen zu Ihrem Lebenslauf an. Sie wurden in Beirut in eine jüdische Familie geboren. Wie hat Ihre jüdische Identität Sie geformt und wie wurden Sie Atheist?

Es begann als ich 5 oder 6 Jahre alt war und die Synagoge im Libanon besuchte. Und üblicherweise fragte ich meinen Vater: „Warum müssen wir dieses oder jenes tun? Warum müssen wir jetzt aufstehen? Warum müssen wir uns jetzt hinsetzen?“ Und ich erhielt als Antwort nur ein abfälliges: „Tu es einfach! Befolge einfach die Regeln!“ Vielleicht begann sich mein intellektueller Verstand damals schon zu entwickeln und  mir gefielen diese Antworten einfach nicht. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, etwas einfach nur zu tun, weil jemand anderer wollte, dass ich es tat. Und so wurde ich schon in jungen Jahren misstrauisch gegenüber Religionen.

Als ich den Bürgerkrieg im Libanon miterlebt habe, sah ich das ganze Ausmaß des religiösen Hasses. Besonders den Hass gegen Juden. Wir mussten den Libanon verlassen, anderenfalls wäre es uns nicht gut ergangen. So habe ich mich schon sehr früh in meinem Leben auf eine irdische Weise als sehr jüdisch empfunden. Auf dieselbe Weise, auf die man auch Bayern München oder Borussia Dortmund liebt – auf eine sehr irdische Weise. Dies sind reale Anknüpfungspunkte, anhand derer wir uns als Mitglieder einer Gemeinschaft definieren und uns von der jeweils anderen Gruppe abgrenzen. So gesehen bin ich sehr jüdisch. Ich bin Teil einer Abstammungslinie einer langen Geschichte und eines Volkes. Aber von den religiösen Elementen des Judentums habe ich mich schon früh im Leben abgewandt. Es ist eine kulturelle Identität. Natürlich muss man vom Prinzip her als Jude bestimmte religiöse Narrative glauben. Aber wie Sie vielleicht wissen, waren die berühmtesten Juden der Geschichte alle sehr jüdisch und dennoch sehr atheistisch. Dies verwirrt viele Menschen, weil sie nicht begreifen, dass das Judentum eine äußert facettenreiche Identität ist. Und nur eine dieser Facetten besteht aus dem Befolgen religiöser Vorschriften. Ich esse gern Schweinefleisch – und das macht mich nicht weniger jüdisch. Aber dennoch bleibt es ein kulturelles Tabu, Schweinefleisch zu essen. Und in diesem Sinne gehöre ich einerseits zu dieser Gruppe, obwohl ich andererseits ihre religiösen Grundsätze ablehne.

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Säkularen Bürgern wird eine angemessene Teilhabe verwehrt

Bild: glaeserne-waende.de
Der Staat hat kein Problem mit den unterschiedlichsten Religionen. Sie dürfen in ihrer Ausprägung sogar antiemanzipatorisch sein. Frauenfeindlich allemal. Er hat eher ein Problem mit säkularen Lebensentwürfen. Du wirst als Humanist, der sich an den Werten der Aufklärung orientiert, zwar respektiert, eine angemessene Teilhabe allerdings bleibt einem verwehrt. Siehe: weltanschaulicher Unterricht, Mitgliedschaft in Fernsehbeiräten, etc. Dem Staat ist der Vorwurf zu machen, dass er ungleich behandelt.

Michael Hans Höntsch, Mitglied des niedersächsischen Landtags | Hannover

glaeserne-wende.de

Linke und Muslime: Wir sind nicht eure Kuscheltiere

muslim

Das linksliberale Spektrum tut sich schwer mit kritischen Muslimen. Es erklärt sich zum Beschützer konservativer Muslime und macht sie so zu Opfern.

Von Ahmad Mansour | taz.de

Anonym will die Frau bleiben, die mir neulich schrieb, die Mitarbeiterin eines Jugendamts. Sie war ratlos. Ihrem Amt sind Fälle bekannt, in welchen Familien „mit Migrationshintergrund“ Gewalt zur „traditionellen Erziehung“ gehört. Da haben kleine Mädchen und Jungen blaue Flecken, werden mit Drohungen eingeschüchtert und zum „Gehorsam“ erzogen. Doch die Mitarbeiter im Jugendamt sollen „kultursensibel“ mit Eltern und Kindern umgehen, und auch dann nicht unbedingt einschreiten, wo das rein rechtlich notwendig wäre. Ihr Brief sagte, zusammengefasst: „Das geht doch eigentlich nicht, oder?“ Als würde sie von mir ein Okay für etwas wollen, was menschlich und gesetzlich glasklar ist: Einschreiten, selbstverständlich, egal, woher jemand kommt.

Was die Mitarbeiterin dieses Amts geschrieben hat, ist nicht ungewöhnlich. Hunderte solcher Briefen bekomme allein ich. LehrerInnen und SozialarbeiterInnen schildern, in welchem Dilemma sie sich befinden: Sollen sie Rücksicht nehmen auf Tradi­tio­nen? Respekt vor autoritären Vätern haben? Die Ehre von Mädchen – und deren Familien – achten, die nicht am Schwimmunterricht teilnehmen sollen? Es sind liebe Menschen, die da schreiben – und völlig hilflose.

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Schwimmen – Das hat mit #Religion nichts zu tun! Oder doch?

Badebekleidung 1893. Bild: wikimedia.org/Wilhelm Dreesen/PD

Verwundertes Augenreiben: Für Frauen und Männer getrenntes Schwimmen im öffentlichen Schwimmbad. Das kenne ich doch, das habe ich doch schon mal gehört. Und ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend

Von Angela Klassmann | fraupolitik

Mein erzkatholischer Großvater verbot uns als jugendlichen Mädchen und Jungen, gemeinsam in unserem Schwimmbad zu schwimmen. Bikini? Hatte bei uns lebenslanges Hausverbot. Ganz im Sinne einer erzkatholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte mitsamt Vertreibung aus dem Paradies. Es war ja nun mal eine durch diese Geschichte belegte Tatsache: Die Frau, die Verführerin! Der arme Adam fiel doch nur ahnungslos auf die böse Eva herein. Schuld war und ist immer die Frau. Steht doch so schon in der Bibel, im christlichen Alten Testament. Diese Geschichte musste bei uns zu Hause immer herhalten, wenn es um das Benehmen und die Bekleidung von Frauen und Mädchen ging. Das Christentum hat die Texte des Alten Testaments übrigens vom Judentum. Auch der Islam verweist auf diese alten jüdischen Texte.

Wie habe ich aufgeatmet, als ich endlich verstand, dass dies nur Geschichten sind, die von Menschen im Kontext einer lang vergangenen Zeit als Zeugnisse ihrer Glaubenserfahrungen erzählt wurden. Geschichten, die seit mehr als zweitausend Jahren von Männern im Interesse des eigenen Machterhalts gedeutet und von Generationen von Frauen ungeprüft weiter getragen und vorgelebt wurden. Ob deshalb heute fundamentalistische evangelische und katholische Gruppen die Klagen fundamentalistischer islamischer Gemeinden mit Interesse beobachten? Gruppen, die religiöse Partikular-Interessen in Deutschland durchsetzen wollen? Hoffen Sie auf juristische und politische Entscheidungen, die Religionsfreiheit einzelner religiöser Gruppen wieder über den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte setzen? Hoffen Sie darauf, dass auch sie dadurch wieder mehr Einfluss auf den Staat ausüben können?

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„Das Leben des Brian“ und eine Verfassungsbeschwerde

Jeder ein Kreuz.
Jeder ein Kreuz.
„Religionsfrei im Revier“: Entgegen einem Gerichtsentscheid zeigt die Gruppe die Satire „Das Leben des Brian” der englischen Komikergruppe Monty Python jeden Karfreitag.

kath.net

Die Initiative „Religionsfrei im Revier“ (Bochum) hat beim Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde gegen das Feiertagsgesetz in Nordrhein-Westfalen eingereicht. Die Gruppe unter der Leitung von Martin Budich zeigt seit 2013 am Karfreitag in Bochum die Satire „Das Leben des Brian” der englischen Komikergruppe Monty Python. Der Film verulkt das Leben und Sterben Jesu Christi und darf laut einem Gerichtsentscheid an dem Tag nicht öffentlich gezeigt werden. Weil die Initiative es trotzdem tat, wurden gegen sie Bußgelder verhängt. „Religionsfrei im Revier“ will nach eigenen Angaben nun erreichen, dass „diese staatliche Bevormundung mit kirchlichen Normen beendet wird“. Der pluralistische Geist des Grundgesetzes verbiete es, alle Menschen an einem Feiertag zu zwingen, auf jede Form von kollektiver Unterhaltung zu verzichten. Die „Verbindlichmachung religiöser Normen“ sei ein Zeichen fundamentalistischer Staaten. Ein freiheitlicher Staat habe aber die Aufgabe, den Einzelnen vor der „Übergriffigkeit von Religionsgesellschaften“ zu schützen.

Wortklaubereien reichen nicht – Gottesbezug hat in unserer Verfassung nichts zu suchen

Bild: RDF
Einzelne Abgeordneter aller Fraktionen des Schleswig-Holsteinischen Landtags wollen folgenden Gottesbezug in die Landesverfassung aufnehmen: „Die Verfassung schöpft aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas und aus den Werten, die sich aus dem Glauben an Gott oder aus anderen Quellen ergeben.“

Von Patrick Breyer | RDF

Der Fraktionsvorsitzende der PIRATEN, Dr. Patrick Breyer, erklärt dazu:

„Mit immer neuen Wortklaubereien versucht Herr Dr. Stegner zu verschleiern, dass er gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der Schleswig-Holsteiner[1] unsere Verfassung auf eine religiöse Grundlage stellen will. Die Menschenrechte als bisher gemeinsames Wertefundament in der Verfassung[2] sollen abgelöst werden durch einen religiösen Glauben. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas im 21. Jahrhundert noch möglich ist.

Der Glaube an einen Gott ist und bleibt eine höchstpersönliche Entscheidung, die in einer Verfassung nichts zu suchen hat. Die eindeutige Trennung von Staat und Religion ist der Grundstein für unsere weltoffene und vielfältige Gesellschaft. Schleswig-Holsteins jahrzehntelange Verfassungstradition weltanschaulicher Neutralität darf nicht durch einen ‚Gottesstaat light‘ ersetzt werden!

Unsere Verfassung unverändert zu erhalten ist auch das eindeutige Mehrheitsvotum der vielen Experten, die der Landtag angehört hat, darunter der Professor einer theologischen Fakultät, Islamwissenschaftler, die Alevitische Gemeinde Kiel und der ehemalige Landesrabbiner.[3]

Generell sind wir PIRATEN der Überzeugung, dass der Landtag den Bürgern Verfassungsänderungen nicht überstülpen sollte. Änderungen an dem für alle gültigen ‚Gesellschaftsvertrag‘ sollten stattdessen zur Volksabstimmung vorgelegt werden.

Die Freiheit des Mandats ist für uns PIRATEN selbstverständlich.“

Der heutige Vorstoß stammt von einzelnen Abgeordneten aller Fraktionen, darunter auch Wolfgang Dudda von den PIRATEN. Der Landtag wird in zwei Wochen über zurzeit drei Vorschläge zur Aufnahme eines Gottesbezugs in die Schleswig-Holsteinische Landesverfassung abstimmen. Die Abstimmung erfolgt in Reaktion auf eine von Religionsgemeinschaften unterstützte Volksinitiative zur Einfügung eines Gottesbezugs.

[1] NDR-Umfrage

SHZ-Umfrage

[2] Bisherige Präambel (angenommen mit nur drei Gegenstimmen):

[3] Stellungnahmen der Sachverständigen

Ruprecht Polenz: Dodo des Monats Juni 2016

Dodo des Monats Juni 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juni 2016
©HFR

polenzDeutschland streitet über Kopftücher, Hidschabs, Niqabs, Burkas und Politik, die vermeint um des Hausfriedenswillen reaktionäre, rückwärtsgewandte Weltsichten gut gewaschen, getrocknet und gebügelt unter das Wahlvolk zu bringen. Es gibt genug Politiker die öffentlich verkünden religiöser Fundamentalismus habe nichts mit Religion zu tun, Terror noch weniger. Einig ist man hier mit den Aposteln und Pfaffen der nahöstlichen Mythologie, Christentum genannt. Terror habe nichts mit Religion zu tun. Das ist schlichtweg gelogen. Die jeweilige Religion, ob nun das Christentum, der Islam, das Judentum, Hinduismus, Buddhismus, liefert die normative und deskriptive Grundlage jedweden Terrors. Der Wahrheitsanspruch ist exklusiv. Wer nicht der eigenen Religion zugehörig ist, ist Dreck, minderwertig.

Eine Meldung auf der Online-Plattform The Scotsman.com, dass die schottische Polizei den Hidschab als Teil der Uniform schottischer Polizistinnen einführen will veranlasste CDU-Politiker Ruprecht Polenz zu der Aussage: „Wird Zeit, dass die deutsche Polizei das auch macht.“

Die islamische Kopfbedeckung verhüllt nicht das Gesicht, alles andere aber schon und es gibt Varianten, da ist aus dem Hidschab ein Niqab geworden, nur noch die Augen der betroffenen Person sind zu sehen.

Ruprecht Polenz, 300 Jahre Aufklärung für die Tonne. Ein Vertreter derjenigen Kreise, die religiösen Fundamentalismus in Deutschland salongfähig machen wollen. In der Hoffnung, dass die eigenen kruden rückwärtsgewandten Weltsichten niemanden mehr interessieren.

Was sagt das Tragen des Hidschabs aus:

Zu den Maßnahmen, die der islamische Hidschāb üblicherweise einschließt, gehören:

  • die Zugänglichkeit der Frau nur für diejenigen Männer, die in einem die Heirat ausschließenden Verwandtschaftsverhältnis (Mahram-Verhältnis) zu ihr stehen,
  • die Verhüllung der Frau vor allen Männern, die nicht in einem Mahram-Verhältnis zu ihr stehen,
  • der Rückzug der Frau in das Frauengemach im Haus bei Besuch von Männern, die zu diesem Kreis zählen,
  • die Verhüllung der Frau beim Ausgang auf der Straße und in der Öffentlichkeit.

Überhaupt kein Problem für einen toleranten modernen Menschen. Frauen die derartige Mode tragen wollen nicht kommunizieren, man kann sie also ignorieren. Burkaträgerinnen, manche erinnern an laufende Mülltüten, schon gar nicht, macht man einen Bogen darum. Das ist Toleranz. Die Kleidervorschriften religiöser Befindlichkeiten interessieren nicht. Man muss sie nicht verbieten, sie haben aber bei der Polizei, den Gerichten usw. nicht zu suchen. Traumtänzer wie Polenz, die sich irrlichternd durch den Zoo Gottes bewegen versuchen anderes zu vermitteln.

Stellen wir uns folgenden Sachverhalt vor. Ein Nomade, Sohn der arabischen Wüsten, gemeinhin als Tuareg bekannt, gelingt es in Deutschland Richter zu werden. Das Problem, bei den Tuareg sind die Männer verschleiert, die Frauen nicht. Dann sitzt also unser Tuareg-Richter vor uns und wir sehen nur seine Augen. Da kann man aufstehen und gehen, Kommunikation ist etwas anderes, durch den Gesichtschleier ist er zu dem noch akustisch gedämpft.

Statt sich darüber Gedanken zu machen ob die Polizei in Deutschland den Hidschab einführen sollte, könnte man überlegen, inwieweit die Trägerinnen überhaupt eindeutig zu identifizieren sind. Es gibt ja so etwas wie Vermummungsverbote.

All das ficht Ruprecht Polenz nicht an.

Bild: FB, Screenshot: bb
Bild: FB, Screenshot: bb

Es geht nicht um Bilder im Kopf, es geht um eine freie Gesellschaft, die für ihre Freiheiten einen heftigen Preis zu zahlen hatte. Es geht darum, dass arabische Mythologie um einen Schafhirten, dem es gelungen ist seine Traumbilder in materielle Gewalt umzusetzen nichts in einer aufgeklärten Gesellschaft zu suchen hat. Wer ja zum Hidschab, Niqab, Burka im öffentlichen Dienst sagt, sagt ja zur Gesellschafts-und Normenordnung des Islam. Brauchen wir nicht, wir haben eine gesellschaftliche Ordnung die durch Geschichte, Traditionen, Kultur geprägt ist. Die offen ist für anderes, für Weiterentwicklung und nicht Rückschritt in die Normenwelt der Wüste.
Wir brauchen keine Politiker die ihren persönlichen Glauben einhegen und den Begriff der Religionsfreiheit als Waffe gegen andere einsetzen. Religionsfreiheit ist kein Ehrschutz für irgendeine abrahamitische Mythologie.

Glaubt was ihr wollt, verschont diejenigen, die nichts mit Euren Weltsichten zu tun haben.

Wer wie ein Gespenst in der Öffentlichkeit aufreten will soll das tun, mit Gespenstern kann man nicht kommunizieren.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Richards Twitter Ecke (32)

Bild: RDF
Mehr als 30.000 Tweets, über eine 1,4 Millionen Follower, Richard Dawkins nutzt Twitter mit viel Elan. An dieser Stelle möchten wir regelmäßig einige seiner interessanten, und auch teilweise provokanten, Tweets präsentieren.

Richard Dawkins-Foundation

Die deutsche Übersetzung liefern wir gleich dazu, da ein Tweet häufig nicht in der prägnanten Kürze des Originals ins Deutsche übertragbar wäre, um auf der Twitter Seite der RDF Deutschland getweetet zu werden.

I’m collecting reasons people give for their vote. Here’s one to get the ball rolling: I voted Leave because “It’s nice to have a change.”
Richard Dawkins (@RichardDawkins) 1.  Juli 2016

Ich sammle Gründe, die Leute für ihre Wahl angeben. Hier ist einer, um den Stein ins Rollen zu bringen: Ich habe für den Austritt gestimmt, weil “es schön wäre, wenn sich etwas ändert.“
— Richard Dawkins (@RichardDawkins) 1.  Juli 2016

Hier geht’s zum Originalartikel…

Die Beschneidung von Knaben ist kein Männlichkeitsritual, sondern ein Verbrechen

beschneidung

Wir Menschen haben die auffällige Begabung, uns selbst zu überschätzen. Wir glauben an unsere Fähigkeit, vernünftig zu denken und zu handeln und schütteln gern den Kopf über die anderen, die unverständliche Ideen verbreiten oder unvernünftig reagieren.

Von Hugo Stamm | Sektenblog – watson.ch

In Wirklichkeit deponieren wir unser Hirn nur allzu oft im Kühlschrank. Dies zeigt sich vor allem beim Umgang mit Bräuchen, Traditionen, Glaubenssystemen oder Dogmen. Wir übernehmen, was uns mit der Muttermilch eingegeben und als unumstössliche gesellschaftliche Normen verkauft wurde.

Die Beschneidung von Knaben ist ein solcher Brauch. Es ist nicht nur ein Brauch, sondern auch eine Unsitte. Eigentlich ein Verbrechen.

Ein Tabuthema

Doch weil der unsinnige Brauch oft auch eine religiöse Komponente hat, ist er ein Tabuthema. Deshalb wird die Beschneidung selten hinterfragt und kritiklos akzeptiert.

Die Knabenbeschneidung wurde schon im Altertum praktiziert und hatte rituellen Charakter. Im Christentum geht sie auf Abraham zurück. Vom Urvater der Buchreligionen etablierte sie sich im Christentum, Judentum und im Islam.

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Wahl Dodo des Monats Juni 2016

Dodo des Monats Juni 2016 ©HFR
Dodo des Monats Juni 2016
©HFR

Die Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages war im Monat Juni das entscheidende Ereignis. Die Höflinge von Gnaden des Sultans Erdogan kamen aus ihren Schlupflöchern und offenbarten ihre Unkenntnis demokratischer Gepflogenheiten. Weinerlich jammernd, dümmliche, machohafte Racheglüste bis hin zu Morddrohungen gegen Paramentarier, wurden medial offenkundig.
Die Protokolle der Weisen von Zion, gefälschtes Machwerk, erlangten wieder Bedeutung, in der Alternative für Deutschland sitzen Antisemiten alten Stils. Solcherart Idiotie war schwer vorstellbar.
Die Wahl ist bis zum 07.07.2016, 18:00 Uhr befristet. Die Laudatio, für den Gewinner, wird am folgenden tag, hier auf dem Blog, veröffentlicht werden.
Viel Spaß!

  1.  Thomas de Maizière, „hat Schwierigkeiten mit Statistik.“
  2.  DITIB, Erdogans Hofschranzen mit Demokratie-Defiziten.“
  3.  Joachim Gauck, „braucht Reformation in seinem Denken.“
  4.  Michael Diener, „Vorsitzender der Alliierten Homophoben.“
  5.  Ruprecht Polenz, „möchte den Hijab für Polizistinnen.“
  6.  Bodo Ramelow, „missioniert in Schweden.“
  7.  Winfried Kretschmann, „erbricht den Islam in Deutschland.“
  8.  Christian Tsalos, „Wüstenreligion mit technischen Fortschritt.“
  9.  Rainer Rupp, „unterentwickelte Kapitalismuskritik mit Donald Trump.“
  10. Timo Al-Farooq, „geballte Religiotie gegen den Atheismus.“
  11. Papst Franz, „Die Kirche ist eine Braut, see a doctor.“
  12. Wolfgang Gedeon, „hält Die Protokolle der Weisen von Zion für echt.“
  13. Kerim Uca, „Islamist mit pathologischen Frauenbild.“
  14. true fruits GmbH, „rassistische Grundeinstellung.
  15. Duisburger Integrationsrat, „vielleicht in Diyarbakir integrieren.“
  16. Christian Schmidt, „Minister mit hochpolitischen Gotteswahn.“

„Wahl Dodo des Monats Juni 2016“ weiterlesen

Humanisten feierten die Sonnenwende

Klaus Hofmann von der Isenburger Humanistischen Gemeinschaft. Bild: FNP
Die Humanistische Gemeinschaft Neu-Isenburg – vormals Freireligiöse Gemeinde – hatte ihre Mitglieder zur Sonnwendfeier in ihre Räume in der Ludwigstraße 68 eingeladen. Anlässlich der Umbenennung der Freireligiösen Landesgemeinschaft Hessen in „Freie Humanisten Hessen“ hatte auch die Gemeinde in Neu-Isenburg ihren Namen geändert.

Frankfurter Neue Presse

Diese Änderung hatte die ehemalige Neu-Isenburger Gemeindevorsteherin Ortrun Lenz, die auch Mitglied im Vorstand der Landesgemeinschaft war, mit angeregt. „Ich bete nichts und niemanden an, ich glaube an kein Leben nach dem Tode, empfinde mein Dasein als einmaliges Ereignis“, verwies Ortrun Lenz auf das störende „Freireligiös“ im Namen, das mit der Namensänderung nun wegfiel.

Während die Gemeinde zu ihrer Entstehungszeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine „christliche Splittergruppe“ gewesen ist, verbindet sie heute nichts mehr mit dem Christentum. Doch noch immer ist der Gemeinschaft eine humanistische Orientierung wichtig. Hier geht es ihr in erster Linie um Toleranz, Kunst und Kultur, die einzigartige Diesseitigkeit des Lebens und den verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und den Mitlebewesen. Klaus Hofmann, Vorsteher der Humanistischen Gemeinschaft Neu-Isenburg und Vizepräsident der Landesgemeinschaft Hessen betonte: „Für uns steht dies mehr unter Weltanschauung als unter einer religiösen Ausrichtung.“

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Bedrohliche Atheisten und katholische Aliens

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Religionssoziologe Detlef Pollack, Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, sprach mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg über das Image von Atheisten und darüber, wie sie es verbessern können.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

Detlef Pollack ist Professor für Religionssoziologie und Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der Universität Münster. Der studierte evangelische Theologe versteht sich hinsichtlich seiner soziologischen Forschungen als methodologischer Agnostiker.

hpd: Herr Pollack, bei der Vorstellung Ihrer jüngsten Umfrage zum Thema „Fundamentalismus, Gewaltakzeptanz, Religiosität“ war unter anderem zu erfahren, dass 49 Prozent der Menschen in Westdeutschland den Islam als Bedrohung wahrnehmen. Was angesichts der aktuellen medialen Debatten wenig verwunderlich ist. Ziemlich überraschend fand ich allerdings, dass der Atheismus in Westdeutschland auf Platz Zwei des Bedrohungs-Rankings steht. 36 Prozent der Menschen in Westdeutschland nehmen den Atheismus als Bedrohung wahr, in Ostdeutschland sind es 16 Prozent. Woher stammen diese Zahlen?

Prof. Detlef Pollack: Aus dem Religionsmonitor 2012 der Bertelsmann Stiftung. Darin wurde –nach Ost und West differenziert – gefragt, inwieweit verschiedene Religionsgemeinschaften und eben auch Atheisten als Bedrohung oder Bereicherung empfunden werden. 49 Prozent Ostdeutschen empfinden den Atheismus übrigens auch als Bereicherung – allerdings nur 34 Prozent der Westdeutschen. Das Christentum hat da ein deutlich besseres Image. Das bewerten 76 Prozent in Westdeutschland und 64 Prozent in Ostdeutschland als Bereicherung.

Das finde ich sehr interessant, weil es darauf hinweist, dass es selbst im Osten Deutschlands, wo die Konfessionslosen ja 75 Prozent stellen, eine latente kulturelle Prägung durch das Christentum gibt.

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Morddrohungen gegen „Charlie Hebdo“

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Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hat erneut Morddrohungen erhalten und Anzeige erstattet. Die Mitteilungen seien „sehr bedrohlich“, so die Pariser Staatsanwaltschaft.

Frankfurter Rundschau

Wegen neuer Morddrohungen gegen die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hat die Pariser Staatsanwaltschaft nach einem Bericht der Zeitung „Le Parisien“ ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Es habe als „sehr bedrohlich“ eingestufte Mitteilungen an die französische Satirezeitschrift gegeben, berichtete das Blatt unter Berufung auf Ermittler. Die Leitung von „Charlie Hebdo“ kommentierte die Informationen nicht, von Seiten der Staatsanwaltschaft in Paris gab es dazu am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme.

Die Drohungen sollen auf der Facebook-Seite von „Charlie Hebdo“ sowie in einem Brief an die Redaktion formuliert worden sein. Die Redaktionsleitung habe deswegen Anzeige erstattet.

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Frankreich: Wir müssen mehr Widerstand leisten

© dpa Damals sagten alle „Je suis Charlie“: Eine Demonstration nach den islamistischen Anschlägen im Januar 2015 in Paris.
Französische Intellektuelle rufen zum Widerstand gegen den radikalen Islam auf. Sie sind der Überzeugung: Staat und Gesellschaft müssen mehr tun, nicht nur in Frankreich.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

Französische Intellektuelle haben einen Aufruf gegen den Islamismus verfasst, sie rufen zu mehr kulturellem Widerstand auf. Der Anlass des Aufrufs sind die Prozesse, die in Kanada gegen die Essayistin Djemila Benhabib geführt werden. Diese kritisiert, dass eine private muslimische Schule in Montreal, die Kinder im Grundschulalter aufnimmt und vom kanadischen Staat finanziell unterstützt wird, das Kopftuch für obligatorisch erklärt. Nun wird sie von der Schule verklagt. Djemila Benhabib stand bereits 2012 vor Gericht, weil ihr eine muslimische Mutter vorwarf, die Fotos ihrer Kinder veröffentlicht zu haben: Die Bilder stammten von einem Koran-Rezitations-Wettbewerb in einer Moschee, die als Zentrum der Muslimbrüder gilt.

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UN-Berichterstatter Bielefeldt: Keine Religions- ohne Meinungsfreiheit

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Der UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit Heiner Bielefeldt sieht einen engen Zusammenhang von Meinungs- und Religionsfreiheit.

kathpress

Wer autoritär ein Verbot von Religionskritik fordere, stelle das Menschenrecht der Religionsfreiheit auf den Kopf, schreibt der deutsche Menschenrechtsexperte in einem Gastbeitrag für die Juli-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“. Er sehe derzeit insbesondere im Islam das „Missverständnis“, Religionen könnten als solche gegen als verletzend empfundene Karikaturen oder jede Kritik geschützt werden. Derzeit „mehrten sich die Anzeichen“, so Bielefeldt weiter, dass muslimische Organisationen, aber auch Russland versuchen wollten, den Kampf gegen Religionskritik und Blasphemie in die Gremien der Vereinten Nationen zu tragen.

Aus der Religionsfreiheit als Freiheitsrecht der Menschen in den vielfältigen Fragen religiösen Glaubens und religiöser Praxis dürfe kein autoritativer „Ehrschutz“ für bestimmte Religionen werden. Strafrechtlich bewehrte Blasphemieverbote schränkten nicht nur die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig ein, sondern bedrohten typischerweise auch religiöse Minderheiten, warnt Bielefeldt. Dies lasse sich an Beispielen aus aller Welt demonstrieren. Religionsfreiheit sei überdies „kein Privileg der Frommen“. Es komme letztlich auch Religionskritikern, Dissidenten und Skeptikern zugute.

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Is Facebook deleting Atheist Pages? Yes – thanks to harassment campaigns by some Muslim Groups

Image Credit: inquisitr.com
Facebook has been deleting some atheist pages, leading to heavy criticism of the social media giant and energizing atheists in the North Africa and Middle East region to rally against censorship, the News Hub is reporting.

By Aaron Homer | INQUISITR.com

In February 2016, Facebook deleted 10 Arabic-language Facebook groups devoted to atheism, and this was followed by the closure of six more atheist Facebook groups in April. The closure leaves approximately 100,000 members of those groups in the heavily-Muslim North Africa and the Middle East without a place to commune with one another on the social media giant.

Interestingly, Facebook has closed the groups not because of interference from any governments in the region, but because of managed campaigns by Islamist groups to convince the social media giant to censor the pages on the basis that they violate so-called “community standards.”

Facebook generally doesn’t police its content for violations of the so-called “community standards,” which, of course, will vary from place to place and culture to culture. Instead, the company relies on user-generated reports of violations. Theoretically, if a post or group gets enough reports of violations, the social media giant will shut the offending content down and delete it.

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