Archiv der Kategorie: Freidenker

Poet der Medizin ist tot

(Luigi Novi / Wikimedia Commons)

Anlässlich des Todes von Oliver Sacks bringen wir nochmal die Rezension seiner bewegenden und spannenden Autobiografie “On the move: Mein Leben”, die Ende Mai erschienen ist.

Von Veronika Szentpetery|Technology Review

Der britische Neurologe und gefeierte Buchautor Oliver Sacks ist am Sonntag in New York an Krebs gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. In seinen Büchern beschrieb er verständlich und mitfühlend Fallbeispiele für neurologische Krankheiten. Patienten waren für ihm nie bloße Diagnosen, sondern Lehrer, die die Medizin voranbrachten.”Es ist kein Zufall, dass viele der Eigenschaften, die Oliver Sacks zu einem brillanten Schriftsteller gemacht haben, ihn auch zu einem hervorragenden Arzt machten: seine scharfsinnige Beobachtungsgabe und Hingabe für Details, ein tiefes Mitgefühl und intuitives Verständnis für die endlosen Rätsel des menschlichen Gehirns und für die vertrackten Verbindungen zwischen Körper und Geist“, schreibt die New York Times. Die Süddeutsche Zeitung sekundiert: „Mit den Fallgeschichten, die witzig und einfach geschrieben sind, stellt Sacks die eigene Normalität immer wieder infrage. ‚Eine winzige Hirnverletzung, und wir geraten in eine andere Welt’, erklärte er einst.”

“Sie sind eine Gefahr für das Labor. Warum kümmern Sie sich nicht um Patienten – da werden Sie weniger Schaden anrichten.” Das Urteil seiner Vorgesetzten klingt zynisch, sollte sich für den Jung-Neurologen Oliver Sacks aber als goldrichtig erweisen. Gerade hat der schusselige Forscher sein Notizbuch auf der Stadtautobahn verloren, weil er es nicht ordentlich auf dem Motorradgepäckträger befestigt hatte. Darüber hinaus sind ihm auch Proben des Nervenbaustoffs Myelin im Labor abhandengekommen.

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Im Osten rangiert der Glaube unter ‚ferner liefen‘

Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, sorge dich nicht, erfreu dich an deinem Leben
Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, sorge dich nicht, erfreu dich an deinem Leben
Soziologin: Die meisten Konfessionslosen sind „voll distanzierte Atheisten“.

kath.net

Das östliche Bundesgebiet gilt als eines der am stärksten verweltlichten Gebiete der Welt. Der Anteil der Konfessionslosen an den rund 14 Millionen Einwohnern nähert sich der 80-Prozent-Marke. Die meisten sind bereits in der zweiten Generation konfessionslos.

Etwa 58 Prozent von ihnen können als „voll distanzierte Atheisten“ gekennzeichnet werden; sie lehnen jegliche Religion als irrational ab. Etwa ein Viertel (23 Prozent) gelten als „normale Konfessionslose“. Ihnen ist jede Form von Religion fremd; sie halten die Beschäftigung mit Glaubensfragen für überflüssig. Das berichtet die Referentin für empirische Kirchen- und Religionssoziologie im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens (Hannover).

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Wife of Raif Badawi: ‘All of this has taught me to be stronger’

Ensaf Haidar at her temporary home in Quebec Photo: Alexi Hobbs
In 2013, the Saudi blogger Raif Badawi was sentenced to 1,000 lashes and 10 years in jail. His wife Ensaf talks about the effect it has had on their family

By Jane Mulkerrins|The Telegraph

On an unremarkable residential street in the suburbs of Sherbrooke, southern Quebec, Ensaf Haidar has made a home for herself and her three children in a small third-floor apartment. It is comfortable and functional, with a tiny outdoor terrace, just large enough for a table and chairs, and is furnished simply with an Ikea sofa, sideboard and tables. It is a little soulless, perhaps, but it is a sanctuary, in every sense of the word, for the family.

To the right of the television, on which an Arabic station is showing a cooking programme, a shelving unit holds the family’s goldfish, Lelu, in its bowl, above two shelves of rather less usual ornaments, including two silver medals in cases, a blue glass courage award from the Geneva Summit of Human Rights, and a badge bearing the logo, i am raif.

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Vorboten einer neuzeitlichen Völkerwanderung

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Allmählich dämmert es auch den eifrigsten Verfechtern eines kurzen Prozesses mit „Asylbetrügern“ und „Wirtschaftsflüchtlingen“, dass es nicht damit getan ist, Ressentiments gegen Menschen in Not zu schüren. Denn was wir gerade beobachten können, ist nichts weniger als der Vorabend einer neuzeitlichen Völkerwanderung.

Von PETER VONNAHME|HINTERGRUND.de

Die Hunderttausende, die in unsere Städte und Dörfer strömen, sind nur die Vorhut. Viele Millionen stehen bereit, ihnen nachzufolgen. Der deutsche Innenminister musste deshalb die Jahresprognose für die in Deutschland ankommenden Asylbewerber kurzerhand von 450 000 auf 800 000 nahezu verdoppeln.

Die europäische Geschichte ist reich an Beispielen für solche Menschenströme mit ihren unvermeidlichen Dammbrüchen. Wir tun gut daran, uns mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass diesen Zug nichts aufhalten wird, weder das Dampfgeplauder der Stammtische, noch die Militanz der Pegidaaktivisten und auch nicht die zum Ritual verkommenen Wir-haben-alles-im-Griff-Parolen der Politiker und deren Claqueuren in dienstbeflissenen Medien. Wenn der CSU-Vorsitzende Seehofer beim Politischen Aschermittwoch mit heiserer Stimme tönt, dass er sich „bis zur letzten Patrone … gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme“ sträuben werde, klingt das unerschrocken und heldenhaft. Es hat jedoch die gleiche Verlässlichkeit wie die Ankündigung eines durch Alkoholgenuss enthemmten Sprücheklopfers auf dem Marktplatz, er könne den bevorstehenden Sonnenuntergang aufhalten. Tatsache ist nämlich, dass es nichts mehr zum Aufhalten gibt. Denn die Zuwanderung ist seit Längerem im Verlauf und wir sind ohnmächtige Zeugen derselben. Es wird kein Zurück in die Beschaulichkeit der letzten Jahrzehnte geben.

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Stoßkraft der Reformation

Heinrich Heine: Die Reformation war nicht nur ein Bruch mit der katholischen Kirche, sie ermöglichte selbständiges Denken und wissenschaftliche Forschung. Ölgemälde von Émile Delpérée (1850–1896): »Luther 1521 in Worms« aus dem Jahr 1878 Foto: Archiv/public domain
»Der Gedanke geht der That voraus, wie der Blitz dem Donner.« Diesen Kernsatz plazierte Heinrich Heine wirkungsbewusst an den Schluss seines vor nunmehr 180 Jahren geschriebenen Pamphlets »Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland«.

Von Martin Hundt|jW

Dabei steht die in Hegel gipfelnde klassische deutsche Philosophie für den Gedanken, eine künftige gründliche gesellschaftliche Revolution für die Tat: »Der Gedanke geht der That voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig, und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wisst: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. (…) Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte. Jetzt ist es freilich ziemlich still (…)«. Dennoch meinte Heine: Kant sei ein weit größerer Revolutionär als Robespierre gewesen.

Seinen ob solcher revolutionären Prophezeiungen gewiss schockierten Zeitgenossen – und ganz sicher nicht nur ihnen – leitete Heine auf rund 100 Seiten aus der Geschichte der deutschen Literatur (in der er Lessing besonders hervorhob) und vor allem aus der Geschichte der europäischen Philosophie (Spinoza!) mit tiefer Sachkenntnis ab: Es sei gerade die Reformation gewesen, die eine geistige Entwicklung in Bewegung setzte, gipfelnd in der klassischen deutschen Philosophie Kants, Fichtes und Hegels, die unerhörte Potentiale in sich berge.

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Wem hat GOTT das Land Kanaan versprochen?

Bild. wikimedia.org/PD
An der Spitze der zionistisch-jüdischen Argumente für die Berechtigung des jüdischen Volkes auf Palästina/Israel steht das Argument, dass „Gott“ dieses Land dem jüdischen Volk versprochen habe.

Von Abraham Melzer|DER SEMIT

Man muss demnach an „Gott“ glauben, um das zu akzeptieren, und es spielt für die fanatischen Zionisten keine Rolle, dass der Zionismus eigentlich eine säkulare Bewegung war, dass Theodor Herzl, der Begründer der zionistischen Bewegung, von „Gott“ keine Ahnung hatte und von der Bibel und den jüdischen Gesetzen noch weniger. Es spielt auch keine Rolle, dass die meisten Israelis gar nicht religiös und erst Recht nicht orthodox sind, obwohl das Land von einer orthodox-religiösen Mafia regiert wird, die sich bei vielen Angelegenheiten des Alltags und ganz besonders beim Anspruch auf das Land, auf die Bibel und die Halacha beruft, und auf einen Gott, den bis heute noch kein Mensch gesehen hat. 

Aber selbst wenn wir dieser Argumentation folgen und bereit wären, einen Gott zu akzeptieren, den wir nicht anerkennen und an dessen Lehre wir nicht glauben, sollten wir einmal die Geschichte des „Versprechens“, wie sie in der Bibel geschildert wird – und auf die sich der orthodoxe Zionismus beruft und damit dem jüdischen Volk, und gleichzeitig der gesamten Menschheit, eine nachhaltige Gehirnwäsche verpasst hat – überprüfen.

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Christian Morgenstern: „Windgespräch“

© F.A.Z., akg-images
Seine „Galgenlieder“ gehören zum Witzigsten, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Dieses Gedicht aus Christian Morgensterns Nachlass zielt auf die Absurdität des Reisens.
 

Von Jochen Jung|Frankfurter Allgemeine

Christian Morgenstern war ein inniger Follower von Rudolf Steiner und hat viel Lyrisches und Aphoristisches geschrieben, worin dies zum Ausdruck kommt. Berühmt wurde er freilich durch seine „Galgenlieder“, die neben dem Werk Wilhelm Buschs sicher das Umwerfendste sind, was die deutsche Literatur an Humoristischem hervorgebracht hat.

Eines der vielen Gedichte, die Morgensterns Frau Margareta aus dem Nachlass herausgegeben hat (in diesem Fall in der kleinen Sammlung „Die Schallmühle“) ist dieses Gespräch zweier Reisender. Morgenstern selber war viel unterwegs: zum einen Teil wegen Rudolf Steiner, dem er zu seinen zahlreichen Vorträgen folgte, mehr aber noch wegen der Tuberkulose, die ihn seit seiner Jugend quälte, und die er an zahllosen Kurorten loszuwerden hoffte – vergebens, er starb daran.

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„Recht auf Faulheit“: Warum sind wir so rastlos?

Im Sessel seiner Großmutter: Stephan Lessenich in seinem Münchner Büro Foto: Stuttgarter Zeitung.de
Der Soziologe Stephan Lessenich hat in München den Lehrstuhl von Ulrich Beck übernommen. Wie sein berühmter Vorgänger ist er überzeugt, dass sich die Soziologie mit Alltagsthemen befassen muss. Dazu gehört auch das „Recht auf Faulheit“.

Von Ulrike Frenkel|Stuttgarter Nachrichten.de

Eigentlich seltsam: noch sind vielerorts die Sommerferien im Gange, aber statt Freude zu spüren oder gar Jubelschreie zu vernehmen, werden auf vielen Medienkanälen Tipps verbreitet, wie man mit der freien Zeit klarkommen kann. Warum ist das so? „Wir brauchen inzwischen in allen Lebenslagen Ratgeber. Was die Urlaubszeit angeht, gibt es offensichtlich so hohe Erwartungen an das Entspannen, dass auch das noch unter ein Leistungspostulat gestellt wird. Man muss jetzt richtig entspannen, in kürzerer Zeit, schnell und genau die Seele baumeln lassen“, antwortet der Soziologe Stephan Lessenich. 2014 verfasste er für den Laika-Verlag das Vorwort zu einer Neuauflage von Paul Lafargues Streitschrift „Das Recht auf Faulheit“, eine Provokation nicht nur zur Entstehungszeit vor 130 Jahren, sondern auch noch heute.

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Funke NSU: Der NSU-Terror ist nicht vorbei

Hajo Funke mit seinem Zwischenbericht vor dem NSU-Untersuchungsausschusses am 27. Mai 2013 in Erfurt. Foto: imago stock&people
“Es kommt alles raus”, schreibt der Berliner Politologe Hajo Funke in seinem Buch über den NSU-Prozess. Der Wissenschaftler warnt: Das Staatsversagen darf nicht weitergehen.

Von Pitt von Bebenburg|Frankfurter Rundschau

Die rassistische Verbrechensserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) ist längst nicht aufgearbeitet. Der Zschäpe-Prozess, Untersuchungsausschüsse und Recherchen von Journalisten liefern zwar Puzzleteile. Aber dadurch erscheint die Rolle des Staates und der Behörden, die eigentlich für Sicherheit zuständig sein sollten, in einem immer undurchsichtigeren Licht.

Der emeritierte Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke bleibt trotzdem Optimist. „Es kommt alles raus“, schreibt er in seinem neuen Buch „Staatsaffäre NSU“. Voraussetzung dafür sei allerdings ein „gesellschaftlicher Aufbruch“, der Druck von unten.

Dieser Aufbruch müsse nicht nur zur besseren Kontrolle des Verfassungsschutzes und zur Abschaffung der V-Leute in ihrer heutigen Form führen. Es gehe auch darum, wachsam zu sein gegenüber den Gefahren des Rechtsterrorismus. „Es gab und gibt eine im Untergrund agierende gewalttätige Naziszene – einen realen ,Nationalsozialistischen Untergrund‘, der weiter existiert“, warnt Funke.

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Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende nicht verbieten, sondern stärken

Suizidbeihilfe: Humanistischer Verband Deutschlands begrüßt wissenschaftliches Rechtsgutachten zu den bisher vorliegenden Gesetzentwürfen.

Presseerklärung Humanistischer Verband Deutschlands

„Suizidbeihilfe muss wie bisher straffrei bleiben. Die Bundestagsabgeordneten sollten den Willen der Bevölkerungsmehrheit endlich ernst zunehmen beginnen, anstatt das Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende durch dilettantische Gesetze zu untergraben.“ Dies sagte der Vizepräsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands und Sprecher zum Thema Autonomie am Lebensende, Erwin Kress, am Mittwochvormittag mit Blick auf ein aktuelles Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags. Die von der Bundestagsabgeordneten Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen) in Auftrag gegebene Expertise weist auf verfassungsrechtlich bedenkliche Mängel in drei der vier bisher vorgelegten Gesetzentwürfen hin. Die Initiative der Abgeordneten Keul bezeichnete Erwin Kress als „weisen und umsichtigen Schritt, der die laufenden Diskussionen konstruktiv und im Interesse des Selbstbestimmungsrechts der Menschen in Deutschland voranbringt.“

Das nun vorgelegte Rechtsgutachten äußert deutliche verfassungsrechtliche Zweifel an drei der vorgelegten Gesetzentwürfe. Zwei der Gesetzentwürfe entsprechen der Expertise zufolge nicht dem Bestimmtheitsgebot des Grundgesetzes. Gegenüber dem von den Abgeordneten Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) und Petra Sitte (DIE LINKE) vorgelegten Gesetzentwurf äußert das Gutachten „verfassungsrechtliche Bedenken im Hinblick auf die Bundesgesetzgebungskompetenz.“ Der Bundestag könne ärztliche Berufsordnungen, die von Landesärztekammern erlassen wurden und eine ärztliche Suizidassistenz verbieten, nicht aufheben. Ein neben den Gesetzentwürfen von Katja Keul, Brigitte Zypries (SPD) und anderen Bundestagsabgeordneten ebenfalls eingebrachter Antrag plädiert hingegen dafür, keine neuen Straftatbestände zu schaffen.

Erwin Kress sagte dazu: „Das Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes bestätigt, was wir seit langem und wiederholt kritisiert haben: Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten will bei diesem Thema mit dem Kopf durch die Wand. Deshalb erwarte ich, dass das Gutachten dazu beiträgt, nun endlich die dringend nötige Ordnung in diese Debatte zu bringen.“ Kress betonte, dass auch die sogenannte geschäftsmäßige und organisierte Suizidbeihilfe straffrei bleiben müsse, wenn die Politik der Komplexität möglicher Lebenslagen der von Sterbewünschen betroffenen Menschen wirklich gerecht werden wolle. „Aus humanistischer Perspektive vertretbar ist lediglich ein Verbot von Werbung für solche Dienstleistungen sowie kommerziell geprägte, d.h. profitorientierte, Sterbehilfe. Keinesfalls dürfen schlecht durchdachte Regelungen vom Gesetzgeber verabschiedet werden, die dann anschließend in einem mühsamen und langwierigen Verfahren vom Bundesverfassungsgericht korrigiert werden müssen“, so Kress weiter. Die Entstehung von Unsicherheiten bei Betroffenen, Angehörigen oder Ärzten, die die vermeidbare Verlängerung von menschlichem Leiden zur Folge haben, sei nicht akzeptabel.

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Hawking stellt neue Theorie zu schwarzen Löchern vor: “Es gibt einen Weg hinaus“

Stephen Hawking
Stephen Hawking

Physiker Stephen Hawking hat seine neue Theorie zu schwarzen Löcher vorgestellt. Diese stellt die gängige Meinung in Frage. Hawking hält es für möglich, dass Materie aus einem schwarzen Loch auch wieder austreten kann.

FOCUS ONLINE

In einem Vortrag an der „Königlich Technischen Hochschule“ in Stockholm hat Wissenschaftler Stephen Hawking über seine neue Theorie zu schwarzen Löchern gesprochen, das berichtet die britische Zeitung „Telegraph“.

Der Wissenschaftler sagte demnach: „Wenn Sie glauben, dass Sie in einem schwarzen Loch sind, geben Sie nicht auf, es gibt einen Weg hinaus.“

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How is Your Atheist/Christian Relationship Going?

Image: Friendly Atheist
An interesting thread appeared on Ask Reddit yesterday. Christians who date atheists (and vice versa) were asked about their situations: How did they meet? How’s it going? Etc.

By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Some of the highlights:

I met my soon to be fiancée when doing a internship, we clicked immediately. It wasn’t after a month or two of being official, that I discovered that she was christian. For her it was not a big deal and neither it was for me. We agree on every religious aspect of raising potential children etcetera. Sometime I go to church just because she very much appreciates it.

Overall I would not change one single thing.

I’m an atheist married to a Christian. We met through mutual friends. Religion doesn’t really come up much in our day-to-day. We did get in a fight recently over evolution. She said she didn’t believe in it. After arguing awhile I determined that she just doesn’t want to believe that humans come from evolution, though she believes in evolution otherwise. The argument was never really resolved, but it’s not the kind of thing I’d break up our marriage over. I think she’s wrong, but I can accept her in spite of it. Our marriage is great otherwise.

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Kindergarten: „Christliche Erziehung erfolgt in jedem Fall“

Bild: Partei der Humanisten
Jeanny Passauer, Beirätin der Partei der Humanisten, verteidigt in einem offenen Brief das Recht ihrer Kinder, nicht zu einer religiösen Indoktrinierung gezwungen zu werden. Ihr staatlicher, konfessionsfreier Kindergarten gibt an, die Kinder in jedem Fall christlich zu erziehen. Die Landesverfassung definiert Ehrfurcht vor Gott als oberstes Ziel der Erziehung.


Von Jeanny Passauer|Partei der Humanisten

Guten Tag!

Ich bin Mutter einer schulpflichtigen Tochter und zweier Söhne im Kindergartenalter. Meine Kinder besuchen konfessionsfreie, städtische Einrichtungen einer kleinen Stadt im westlichen NRW.

Ich bin erschüttert darüber, dass meinen Kindern „christliche Werte“ aufgezwungen werden sollen. Im beschreibenden Text der Kindergärten steht: „Eine christliche Erziehung erfolgt in jedem Fall.“ Auch unser Landesschulgesetz erdreistet sich, nach wie vor und aller Kritik zum Trotz in § 2 die „Ehrfurcht vor Gott“ als Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen zu definieren (basierend auf § 7 der Landesverfassung).

In Artikel 4 unseres Grundgesetzes (Sie wissen schon, das Gesetz, welches über allen anderen Gesetzen steht und meine Freiheitsrechte garantiert) sind unsere Freiheitsrechte sehr genau geregelt. Zur Erinnerung:

„(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

Wie Sie Absatz 1 entnehmen können, ist unsere auf empirisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende humanistische Weltanschauung zu respektieren.

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“Die Türkei bekämpft den IS nicht”

# Cemil Bayik betont, die PKK sei nicht im Krieg mit der Türkei Foto: Zagros
Cemil Bayik gilt hinter Abdullah Öcalan als Nummer zwei der kurdischen PKK. Er wirft der Türkei vor, die Terrormiliz Islamischer Staat nicht zu bekämpfen. Für Erdogan hat er eine Warnung parat.


Von Deniz Yücel|DIE WELT

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) fordert im Konflikt mit der Türkei internationale Vermittler. Die USA könnten diese Rolle übernehmen, sagte Cemil Bayik der “Welt am Sonntag”.

Bayik gilt hinter dem inhaftierten Abdullah Öcalan als Nummer zwei der Organisation und ist offiziell Kovorsitzender der PKK-Dachorganisation Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK). Er lebt in den Kandil-Bergen im Nordirak, wo die türkische Luftwaffe seit Mitte Juli Stellungen der PKK bombardiert und wo ihn der Korrespondent der Zeitung zum Interview traf.

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A Mauritanian Blogger is Facing the Death Penalty for an Unintentional Slight Against Allah

Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir. Image: Friendly Atheist

Ensaf Haidar, the wife of punished Saudi Arabian blogger Raif Badawi, has a heartbreaking story in The Independent about Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir, a writer who’s facing the death penalty for apostasy:

By Hemant Mehta|Friendly Atheist

During December 2013, a young Mauritanian blogger called Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir wrote a blog where he defended the rights of his people in Mauritania, who are used and exploited based on their history when they were slaves.

In the article he referred to the double standards used by the prophet Muhammad himself when he dealt with the Jews and the Arabs. He said that the prophet killed the Jews but forgave the Arabs because they are his blood. In his blog, he tried to show how religion plays a role in the social hierarchy and discrimination between social classes.

The authorities arrested Mohamed Cheikh on 2 January 2014 and he appeared in court in December, which sentenced him to death on the same day.

Without action, Cheikh could be killed any day now. But it’s not too late yet.

We don’t need another reminder of how awful it is to live under Islamic rule, but these stories need a larger audience. Read the full piece here and consider sharing it.

Sexismus-Vorwürfe: WDR löscht Plasberg-Talk aus Mediathek

Bild: youtube. Screengrab: bb
Bild: youtube. Screengrab: bb
Nach Beschwerden von Frauenverbänden hat der WDR eine Folge der Talkshow “Hart aber fair” aus der Mediathek gelöscht. Tatsächlich ging es in der Sendung nicht immer sachlich zu.


SpON

Sendung verpasst? Bei der ARD normalerweise kein Problem. Die Mediathek des Senderverbunds hält viele Sendungen auch lange nach der ursprünglichen Ausstrahlung online abrufbereit – aber nicht alle. Nach harscher Kritik und Beschwerden von mehreren Frauenverbänden hat der WDR nun eine Folge der Talkshow “Hart aber fair” aus dem Onlineangebot entfernt.

Unter dem Titel “Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?” war in der Sendung vom 2. März 2015 über das Thema Gleichstellung diskutiert worden. Nicht immer ging es dabei sachlich zu. So sagte der FDP-Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki beispielsweise zu Grünen-Fraktionschef Hofreiter: “Sie sehen ja schon gendermäßig aus.”

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Religionen zivilisieren sich nicht von selbst

Carlin_Religion

Westliche Beobachter rufen den Islam gern zu einer Reformation auf. Damit soll sich die Religion von ihrem mittelalterlichen Weltbild entfernen und sich selbst einen Modernisierungsschub geben. Doch das kann gar nicht gelingen


Von Alexander Grau|Cicero

Der Islam braucht eine Reformation. Da sind sich die meisten westlichen Beobachter einig – und ein paar säkulare mohammedanische dazu. Erstarrt in einem mittelalterlichen Weltbild, gefangen in einer archaischen Ethik und einzementiert in überkommenen sozialen Strukturen braucht der Islam – so die beliebte Diagnose und Empfehlung – dringend eine Art zweiten Luther, jemanden, der die mittelalterlichen Fesseln sprengt und den islamischen Gesellschaften intellektuell den Weg in die Moderne ebnet.

Schön gedacht und aus protestantischer Perspektive auch schmeichelhaft. Doch bedauerlicherweise beruht die Hoffnung auf eine islamische Reformation auf falschen Grundannahmen. Das fatale Ergebnis: Das Erstarken des islamischen Fundamentalismus und seine Erfolge in den letzten Jahrzehnten werden grundlegend missverstanden. Daran wiederum knüpfen sich falsche Hoffnung und naive Erwartungen.

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Moses Mendelssohn: Vom Talmudschüler zum jüdischen Aufklärer

Moses Mendelssohn (1771, Porträt von Anton Graff, Kunstbesitz der Universität Leipzig) PD
Moses Mendelssohn (1771, Porträt von Anton Graff, Kunstbesitz der Universität Leipzig) PD

Moses Mendelssohn (1729-1786) gilt als Vater der Haskala, der jüdischen Aufklärung. Und weil mit ihm eine Reformbewegung im Judentum einsetzte, bezeichnete man ihn auch als “jüdischen Luther”. Doch zu einer Reformation im deutschen Judentum kam es erst in den Generationen nach ihm.

Von Thomas Klatt|Deutschlandfunk

“Mendelssohn hat vor allen anderen eine große soziale Bedeutung. Er war der Reformator der deutschen Israeliten und seiner Glaubensgenossen. Er stürzte das Ansehen des Talmudismus. Er begründete den reinen Mosaismus.”

Der Potsdamer Philosoph Christoph Schulte zitiert Heinrich Heine. Für den jüdischen Dichter aus Düsseldorf war der jüdische Philosoph aus Dessau, Moses Mendelssohn, der Reformator, ja der Luther des deutschen Judentums.

“Wie Luther das Papsttum, so stürzte Mendelssohn den Talmud und zwar in derselben Weise, in der er ähnlich die Tradition verwarf, die Bibel für die Quelle der Religion erklärte und den wichtigsten Teil derselben übersetzte. Er zerstörte hierdurch den jüdischen wie Luther den christlichen Katholizismus.”

Moses Mendelssohn – der jüdische Luther also! So verführerisch einfach diese Formel auch zu sein scheint, so falsch ist sie. Denn der große Aufklärer wollte sein Judentum gar nicht reformieren. Der Judaist Roland Tasch.

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Kermani: Außer in Westeuropa kein Rückzug der Religion

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Die Religionen spielen nach Ansicht des deutsch-iranischen Orientalisten und Schriftstellers Navid Kermani weiter eine wichtige Rolle. Die Vorstellung, dass sie auf dem Rückzug seien, habe nur “für einen schmalen Streifen zwischen Skandinavien und Nordspanien” gegolten, sagte Kermani in einem Interview für aktuelle Ausgabe der deutschen Wochenzeitung “Die Zeit”.


kathweb

Heute spüre der Mensch möglicherweise seltener, dass es Dinge gebe, auf die er keinen Einfluss habe, räumte der Schriftsteller ein. “Und doch gibt es sie, erlebt sie jeder von uns, dem ein Kind geboren wird oder der seinen Vater, seine Mutter sterben sieht.”

Eindringlich warb Kermani dafür, in aktuellen Debatten zwischen Glaube und Fundamentalismus zu unterscheiden. “Natürlich bringt es mich oft genug um den Verstand, was im Nahen Osten passiert.” Gleichzeitig nannte der Autor es “lächerlich” zu behaupten, dass Terror und Religion in diesen und anderen Fällen nichts miteinander zu tun hätten.

Es gelte jedoch zu differenzieren, betonte Kermani. So hätten auch die deutschen Emigranten nach 1933 angesichts der Barbarei durch die Nationalsozialisten die deutsche Kultur nicht pauschal abgeschrieben, aber parallel dazu eben dort nach den Wurzeln für Gewalt und Terror gesucht.

Die Auffassung, wonach Bildung allein vor Allmachtsphantasien schütze, wies Kermani zurück. Die Wortführer des Fundamentalismus seien stets die Studierten. “Die Elenden geben allenfalls den Mob, der aufgestachelt wird oder heute im Syrien und im Irak zum Kanonenfutter wird.”

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Should We Ban Global Military Forces From Weaponizing An A.I.?

Image Gizmag/SeriousWonder
Image Gizmag/SeriousWonder
Near the end of last month a group of artificial intelligence (A.I.) researchers, scientists, and so on, signed an open-letter, calling for the ban of A.I. weaponry to be used in war zones. 


By B.J. Murphy|Serious Wonder

This letter was published on the Future of Life Institute website and since caused a bit of controversy on both ends of the spectrum. On the one hand, a lot of people are clearly siding with the open-letter, advocating a ban. On the other hand, there are those who find the idea of a ban as being nonsensical.

One author, writing for the Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), has openly opposed the open-letter, essentially calling it a fundamentally flawed belief that we can somehow ban people from weaponizing an A.I.

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