Shoppen am Schabbat

Einige Läden in Tel Aviv dürfen auch am Ruhetag geöffnet bleiben

Von Sabine Brandes | Jüdische Allgemeine

In der Aroma-Filiale mit Blick aufs Meer herrscht Hochbetrieb. Hungrig vom Shoppen und Schlendern, stehen die Leute Schlange, um eine Mittagspause einzulegen. Neben den Tischen sind die zahllosen Tüten mit den Logos weltweit bekannter Marken nicht zu übersehen. Es ist Schabbat – doch hier, im Namal, einer der beliebtesten Einkaufsmeilen von Tel Aviv, gibt es keinen Ruhetag.

Vergangene Woche hatte das Oberste Gericht nach dreijährigem Rechtsstreit entschieden, dass rund 160 Kioske und Minimärkte sowie drei große Unterhaltungs- und Einkaufskomplexe in Tel Aviv auch am Schabbat geöffnet sein dürfen. Es ist ein wegweisendes Urteil. Denn neben der Detail-Entscheidung erklärten die Richter, dass die Stadtverwaltung auch weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen die Erlaubnis zur Öffnung am Schabbat geben darf.

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Berlin – Warum in Mitte plötzlich eine neue Kirche steht

Foto: Wilms, Berliner Zeitung
Verwundert reiben sich Passanten die Augen: Der Rosa-Luxemburg-Platz sieht plötzlich so anders aus. Und tatsächlich, da hat jemand in Windeseile eine Kirche gebaut! Keine Attrappe für eine Aufführung der dortigen Volksbühne, sondern ein echtes Gebäude. So eine Kirche in der Größe einer überdimensionierten Datsche, wie man sie etwa in Norwegen besichtigen kann – aus Holz, aber voll gottesdiensttauglich. Die Frage ist nur: Was soll das alles?

Berliner Zeitung

Einen ersten Hinweis gibt die Tatsache, dass die Kirche schief steht und halb im Erdboden zu versinken scheint. In etwa, als würde das ganze Bauwerk gen Hölle rutschen. Und in der Tat hat sich hier keine echte Kirchengemeinde eingerichtet, sondern eine Truppe kirchenkritischer Kunst-Aktivisten. Rechtzeitig zum Kunst-Spektakel Gallery Weekend (28. bis 30. April) hat die freie Opernkompanie Novoflot des Berliner Regisseurs Sven Holm die kuriose Aktion gestartet. Motto: „Wo Gott eine Kapelle baut, da baut der Teufel eine Kirche daneben.“

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Ein Ausflug in die Sprachwelt der Islamverteidiger

Islam-Apologeten-Deutsch oder „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Insbesondere nach islamistisch motivierten Terroranschlägen werden in Fernsehsendungen oder Zeitungsinterviews Musliminnen und Muslime immer wieder mit dem Gewaltpotenzial des Islam konfrontiert. Häufig werden dabei vom Moderator respektive vom Interviewer Gewaltpassagen aus dem Koran zitiert und der muslimische Studiogast respektive Interviewpartner haben dann zum Ganzen Stellung zu nehmen. Ich persönlich habe Mühe mit solchen Konfrontationen, weil sie für mich Ausdruck einer Art von Sippenhaft darstellen. Aus meiner Sicht besteht nämlich kein besonderer Grund dafür, weshalb ein Muslim aufgrund solcher Taten persönlich herausgefordert werden und sich erklären müsste. Wenn ein muslimischer Studiogast sich über eine solche Frage angegriffen fühlt, bin ich auch auf seiner Seite, insbesondere dann, wenn er sich dahingehend äußert, dass solche Taten mit dem individuellen Islam, den er, seine Familie, seine Bekannten und Freunde praktizieren, nichts zu tun hätten. Wenn ein Muslim Gewalt ablehnt und dies auch im Zusammenhang mit dem Islam, den er offenbar anders erlebt, ist dies meines Erachtens völlig zulässig. Es wäre absurd und vor allem extrem kontraproduktiv von ihm zu erwarten, dass er aufgrund der Gewaltpassagen im Koran ebenfalls gewalttätig sein sollte, insbesondere wenn er es offenbar nicht ist.

Leider ist es jedoch so, dass die allermeisten Muslime, die in Interviews oder Talkshows mit solchen Fragen konfrontiert werden, nicht sich selbst respektive ihre individuelle Sicht des Islam verteidigen, sondern vielmehr den Islam selbst, den sie dann als den „wahren Islam“ bezeichnen und dabei Positionen einnehmen, die nicht haltbar sind. Genau in solchen Augenblicken verwandeln sich diese Muslime von bloßen Gläubigen zu Islamapologeten, d.h. zu Verteidigern des Islam, wobei sie immer wieder Dinge aussprechen, die sich in etwa wie folgt anhören:

„Sie verstehen das ganz falsch! Zum einen kann man den Koran nur auf Arabisch wirklich verstehen! Zum anderen reißen Sie den Koran völlig aus dem Zusammenhang! Im wahren Islam ist so etwas verboten! Im Koran heißt es nämlich „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit“. Der Islam ist eine Religion des Friedens!“

Damit keine Missverständnisse aufkommen, möchte ich mich an dieser Stelle wiederholen: Ich habe soeben nicht etwa ein real existierendes Zitat einer bestimmten Person wiedergegeben, wobei ich natürlich nicht ausschließen kann, dass genau diese Worte exakt in dieser Reihenfolge auch schon ausgesprochen wurden. Möglich ist dies durchaus. Das Zitat ist nämlich eine willkürliche Collage von Sätzen aus dem Vokabular der Islamapologeten, die ich schon unzählige Male gehört habe. Mich würde es jedenfalls erstaunen, wenn die Leser noch nie solche Sätze vernommen hätten. Im Nachfolgenden werde ich diese – so wie ich annehme – allseits bekannten apologetischen Floskeln Stück für Stück auseinandernehmen und kritisch interpretieren, wobei ich annehme, dass vieles, was der Leser dabei erfahren wird, ihm bisher in dieser Form unbekannt sein wird.

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Die Top 10 der merkwürdigsten Dinge, die Menschen glauben

Bild: Pixabay.com
Michael Shermers „Hitliste“ abstruser Vorstellungen, die weit verbreitet sind. Im ersten Teil Platz 6 bis 10.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Seit der Veröffentlichung meines Buches „Warum Menschen merkwürdige Sachen glauben“ (1997) wurde ich gefragt, was in meiner Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert professionellen Skeptizismusses die abstrusesten Dinge seien, die Menschen glauben. Ich dachte, es wäre lustig und instruktiv eine Top 10 Liste zusammenzustellen. Natürlich sind die Kriterien, was „merkwürdig” ist zwangsläufig subjektiv, aber im Allgemeinen spreche ich über Dinge, die von den meisten Experten als unwahr abgetan werden, die aber dennoch in unserem kollektiven kulturellen Bewusstsein Fuß fassen konnten. Außerdem ziehe ich die allgemeinen Auswirkungen der Behauptungen auf die Gesellschaft in Betracht. Die Überzeugung, dass die Erde flach oder hohl ist, mag merkwürdig sein, aber es ist nichts über das die Allgemeinheit großartig nachdenkt. Im Gegensatz dazu scheinen die folgenden zehn Hirngespinste die Gedanken der Menschen nahezu anzuziehen.

#10. URALTE AUSSERIRDISCHE

Die Überzeugung, dass Außerirdische seit Jahrtausenden die Erde besuchen, wurde zur Massenbewegung, als Erich von Däniken 1968 sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ veröffentlichte, das ein internationaler Bestseller wurde. Verlage lieben solche Goldesel und Verkäufe im zweistelligen Millionenbereich sorgten für zahlreiche Folgebücher, wie „Aussaat und Kosmos“, „Die Götter waren Astronauten“ und natürlich, gerade rechtzeitig zur Weltuntergangs Hysterie vom 21. Dezember 2012, „Götterdämmerung – Die Rückkehr der Außerirdischen“. Auf diese Rückkehr warten die Erdlinge noch heute.

Das jüngste Ventil für den Glauben, das antike Völker nicht in der Lage gewesen sein können, solche unglaublichen Leistungen wie das pyramidenförmige Aufeinanderstellen von zugeschnittenen Steinen zu vollbringen, ist der History Channel, oder genauer H2, dem bezeichnenderweise der Sauerstoff (O) des Originals fehlt. Dessen Serie „Ancient Aliens – Unerklärliche Phänomene“ präsentiert vom blauäuigen, volltourpierten Weltverbesserer Giorgio Tsoukalos, dessen Leitthema sich am besten in einem Poster mit seinem trotteligen Gesichtsausdruck und dem Ausspruch wiederfindet: „Ich sage nicht, dass es Außerirdische sind… aber es sind Außerirdische.”

Der Grund, dass es dieses Thema in die Top Ten geschafft hat, ist dessen Allgegenwart (77% der Amerikaner glauben, dass es Zeichen dafür gibt, dass Aliens zu irgendeiner Zeit die Erde besucht haben) und die Exemplarität für den logischen Trugschluss, den man als argumentum ad ignorantiam, bzw. Argument aus Unwissenheit kennt. Die unlogische Argumentation geht wie folgt: Wenn es keine zufriedenstellende irdische Erklärung für die ägyptischen Pyramiden oder beliebige andere antike Landmarken – wie die Nazca Linien Perus oder die Statuen der Osterinseln – gibt, so muss die extraterrestrische Theorie, dass sie von fremden Wesen geschaffen wurden, wahr sein.

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Die Top 10 der merkwürdigsten Dinge, die Menschen glauben#

Bild: Pixabay.com
Michael Shermers „Hitliste“ abstruser Vorstellungen, die weit verbreitet sind. Im zweiten Teil Platz 1 bis 5.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Seit der Veröffentlichung meines Buches „Warum Menschen merkwürdige Sachen glauben“ (1997) wurde ich gefragt, was in meiner Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert professionellen Skeptizismusses die abstrusesten Dinge seien, die Menschen glauben. Ich dachte, es wäre lustig und instruktiv eine Top 10 Liste zusammenzustellen. Natürlich sind die Kriterien, was „merkwürdig” ist zwangsläufig subjektiv, aber im Allgemeinen spreche ich über Dinge, die von den meisten Experten als unwahr abgetan werden, die aber dennoch in unserem kollektiven kulturellen Bewusstsein Fuß fassen konnten. Außerdem ziehe ich die allgemeinen Auswirkungen der Behauptungen auf die Gesellschaft in Betracht. Die Überzeugung, dass die Erde flach oder hohl ist, mag merkwürdig sein, aber es ist nichts über das die Allgemeinheit großartig nachdenkt. Im Gegensatz dazu scheinen die folgenden zehn Hirngespinste die Gedanken der Menschen nahezu anzuziehen.

 

#5. JFK VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Kevin Costner hatte auf Anhieb Recht, als er in dem 1988 erschienenen Film Annies Männer Susan Sarandons Charakter erklärte: „Ich glaube Lee Harvey Oswald hat allein gehandelt“ (neben anderen Wahrheiten wie „Viele Ballaststoffe, guter Scotch, der richtige Zeitpunkt, Softcore Pornos, die Weihnachtsgeschenke am Morgen statt am Heiligen Abend zu öffnen” und höchst einprägsam, „Ich bin Anhänger von langen, langsamen, tiefen, sanften, nassen Küssen, die drei Tage andauern”). Im Gegensatz zu Costners 1991er Film JFK, in dem er unvergesslich immer und immer wiederholte „hinten und links”, um klar zu machen, dass es mehrere Schützen – mindestens drei Teams – gab, versteckt im Dealey Plaza, in Position im Dal-Tex Gebäude, auf der von Rasen bedeckten Anhöhe, hinter dem Zaun, auf der Autobahnbrücke… die Möglichkeiten werden nur durch die Vorstellungskraft beschränkt.

Diese Theorie schafft es auf die Liste, weil sie sich im Laufe des letzten halben Jahrhunderts zur Mutter aller Verschwörungstheorien entwickelt hat (vielleicht mittlerweile von der nächsten auf der Liste abgelöst) und bemerkenswerte Verbreitung in der Öffentlichkeit genießt. Eine 2009 von CBS News durchgeführte Umfrage zum Beispiel ergab, dass 60-80% der Amerikaner glauben, dass Präsident Kennedy das Opfer eines Mord Komplotts wurde.

Auch wenn die Verschwörungstheorien große Unterstützung haben, so sind sie doch alle falsch. Oswald handelte allein. Wenn Gerald Posners vernichtendes Enthüllungsbuch „Case Closed“ es Ihnen nicht klarmacht (für mich tat es das), Vincent Bugliosis gigantisches „Reclaiming History“ zerstört auf 1648 Seiten (oder in der „Kurzfassung“ „Four Days in November“ mit schlanken 688 Seiten) jede einzelne Behauptung, die für die Verschwörung sprechen. Betrachten wir nur ein paar der vielen Fakten, die nicht gerade für die Anhänger der Verschwörung sprechen:

Verschwörungstheoretiker machen viel Aufhebens um die Tatsache, dass Oswald gerade erst einen Job in einem Gebäude auf JFKs Route gefunden hatte, was darauf hindeute, dass er dort von Verschwörern eingeschleust wurde. Tatsächlich hat Gerald Posner die zeitliche Abfolge aber minutiös zurückverfolgt, bis zu dem Zeitpunkt an dem im Weißen Haus die Entscheidung fiel, dass Kennedy überhaupt nach Dallas reisen sollte, was weit nach der Einstellung Oswalds war. Es war reiner Zufall.

Oswalds Carcano Repetiergewehr – mitsamt seinen Fingerabdrücken – wurde im sechsten Stock des Texas Schulmittel-Lagerhauses, in dem er auch angestellt war, gefunden, in einem Scharfschützennest, das er aus Kartons, ebenfalls mit seinen Fingerabdrücken, gebaut hatte.

Drei dort gefundene Hülsen entsprechen den, laut Aussagen von 81% der Zeugenaussagen des Dealey Plaza berichteten, drei Schüssen.

Tests mit diesem Gewehrtyp ergaben, dass drei Schuss in der Zeit die Oswald hatte, möglich sind.

Das Carcano war die gleiche Waffe, die Oswald im März 1963 im Versandhandel kaufte.

Mitarbeiter sahen Oswald im sechsten Stock des Gebäudes kurz bevor JFKs Autokorso eintraf und sahen ihn auch kurze Zeit später, nach dem Attentat, das Gebäude verlassen.

Oswald ging nach Hause und holte seine Pistole, machte sich wieder auf den Weg und wurde kurze Zeit später von J.D. Tippet, einem Streifenpolizisten der Dallas Police gestoppt. Ihn erschoss Oswald mit vier Kugeln, was von zahlreichen Augenzeugen belegt ist. Er floh vom Tatort in ein nahegelegenes Theater ohne Eintritt zu zahlen. Die Polizei wurde gerufen und Oswald wurde gestellt. Er zog seinen Revolver und versuchte auf einen Polizisten zu schießen, hatte jedoch Ladehemmung und wurde verhaftet, was er mit den Worten „Nun, dann ist jetzt alles vorbei.“ quittierte.

Und so ist es. Vorbei ist’s mit all den JFK Verschwörungstheorien. Oswald handelte allein. Punkt.

#4. 9/11 VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

War 9/11 ein „Inside Job”? Soll heißen, hat die Bush Administration die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon am 11, September 2001 fingiert? Nein.

Viele Leute denken, es wäre möglich, oder das Präsident Bush und seine Berater zumindest im Vorfeld der Angriffe von diesen wussten und sie geschehen ließen, um die amerikanische Öffentlichkeit für einen Krieg gegen den Irak zu einen. Um einen Job zu beenden, den Bushs Vater begonnen, aber nicht zu Ende gebracht hatte und die Interessen am irakischen Öl und an den Verbündeten im Mittleren Osten zu wahren. Genauso wie ich niemals geglaubt hätte, dass es die Holocaust-Leugnung irgendwie in die allgemeine Medienlandschaft schaffen würde, konnte ich mir nie vorstellen, dass 9/11 Leugnung irgendwie medial auf die Beine kommen würde. Aber jetzt kommt es nicht nur auf die Beine, sondern trägt sogar 7-Meilenstiefel und daher haben wir uns beim Skeptic Magazin entschlossen, eine vollständige Widerlegung aller 9/11 Verschwörungsthemen zu veröffentlichen.

Der Glaube, dass eine Handvoll ungeklärter Anomalien eine gängige Theorie unterminieren kann, ist das Herzstück jedes Verschwörungsdenkens und ist leicht durch die Anmerkung zu widerlegen, dass Glaube und Theorien nicht auf einzelnen Fakten beruhen, sondern auf einer Ansammlung von Beweisen aus verschiedensten Untersuchungen. Alle „Beweise“ für eine 9/11 Verschwörungstheorie fallen in diese Rubrik von Trugschlüssen. Im Gegensatz dazu sind die Beweise für eine echte Verschwörung durch Osama bin Laden und Al-Qaida überwältigend. Zum Beispiel:

Der Angriff auf die Armeeunterkünfte im Libanon von einer radikalen Hisbollah Fraktion 1983.

Der Bombenangriff auf das World Trade Center 1993.

Der Versuch, 12 von den Philippinen in Richtung USA gestartete Flugzeuge zu sprengen 1995.

Die Bombenanschläge auf die US Botschaft in Kenia und Tansania 1995, die 12 Amerikaner und 200 Kenianer und Tansanier töteten.

Die Angriffe auf den Khobar Tower in Saudi Arabien 1996, bei denen 19 amerikanische Militärangehörige starben.

Der versuchte Anschlag auf den Los Angeles International Flughafen durch Ahmed Ressam 1999.

Der Selbstmordanschlag 2000 mit einem Boot auf die U.S.S. Cole, bei dem 17 Seeleute getötet und weitere 39 verletzt wurden.

Die ausführlich dokumentierten Beweise, dass Osama bin Laden ein führender Finanzier und Führer Al-Qaidas war.

Die 1996 durch Bin Laden erklärte Fatwa, die den Jihad gegen die Vereinigten Staaten ausrief.

Die 1998 erlassene Fatwa, die seine Anhänger dazu aufrief „Amerikaner und ihre Verbündete zu töten – Zivilisten und Soldaten ist die persönliche Pflicht jedes Muslims der dazu in der Lage ist, in allen Ländern in denen es möglich ist.“

Nimmt man diese Beweise und die Tatsache, dass Osama bin Laden und Al-Qaida sich offiziell zu den Angriffen vom 9. September bekannt haben, sollten wir ihnen hier auch Glauben schenken.

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So nicht, Frau Roth, so nicht, Herr Özdemir!

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP Quelle: picture alliance / Soeren Stache
Mit einer schon fast exhibitionistisch zur Schau gestellten Kopflosigkeit wickeln sich die Grünen als ernst zu nehmende Kraft langsam selbst ab. Das sieht man exemplarisch an der Türkei-Debatte.

Von Wolfgang Kubicki | DIE WELT

Das Verfassungsreferendum in der Türkei vom vergangenen Sonntag hat nicht nur für die Europäische Union schwerwiegende Fragen aufgeworfen. Das Resultat vom 16. April stellte auch ernste Fragen an die Integrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Denn diese Abstimmungsergebnisse zeigten vor allem für das größte türkische Land neben der Türkei ein vergleichsweise hohes Maß an Zustimmung für die Erdogan’schen Autokratiereformen.

In Stuttgart stimmten 66,26 Prozent, in Düsseldorf 69,58 und Essen – als trauriger Spitzenreiter – 75,89 Prozent für die demokratiefeindlichen Pläne am Bosporus. Im Schnitt waren dies fast zwei Drittel der Wähler. Wer diese Werte nicht zumindest im Ansatz als Ausdruck einer integrationspolitischen Unebenheit versteht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, bewusst wegzuschauen.

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Abdel-Samad: ‚Integration der muslimischen Türken in Deutschland ist gescheitert‘

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Islamkritiker Abdel-Samad: In Deutschland hätten sich nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken für Erdogan ausgesprochen, „sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen“.

kath.net

Das Ja zur umstrittenen Verfassungsreform in der Türkei ist auch ein Zeichen, dass die Integration der in Deutschland lebenden muslimischen Türken gescheitert ist. Davon schreibt der Publizist und Islamkritiker Abdel-Samad auf seiner Facebook-Seite, wie idea berichtet. Im Gegensatz zur Türkei seien die in Deutschland lebenden Türken nicht gespalten, schreibt Abdel-Samad. Nur 36 Prozent der Deutschtürken hätten gegen das Gesetz gestimmt. Wenn man bedenke, dass neben einigen assyrischen Christen rund 25 Prozent der hier lebenden Türken kurdische Aleviten seien, die das Gesetz aus existenziellen Gründen ablehnten, dann liege die Zustimmungsquote für die „Einführung der Diktatur“ schon bei über 90 Prozent: „Propaganda“ für das Ja zur Erdogan „in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsenden Kopftuch-Muslimas, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei.“

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Somuncu über AKP-Anhänger: „Sie würden nicht eine Woche in der Türkei leben können“

Der türkischstämmige Kabarettist Serdar Somuncu versucht zu verstehen, warum so viele Deutschtürken für das Referendum gestimmt haben Quelle: pa/dpa/Karlheinz Schindler/dpa-ZB
Serdar Somuncu hat die Deutschtürken, die für Erdogans Referendum gestimmt haben, scharf kritisiert. Leute, die den Türken vorschrieben, sich einer Diktatur unterzuordnen, haben ihren „Platz hier verloren“.

DIE WELT

Mit scharfen Worten hat Kabarettist Serdar Somuncu die Türken in Deutschland kritisiert, die beim Verfassungsreferendum mit „Ja“ gestimmt haben.

„Viele von denen, die hierzulande die AKP bei dem Referendum unterstützt haben, würden wahrscheinlich nicht einmal eine Woche in der Türkei leben können, weil ihnen dann elementare Freiheiten fehlen würden“, sagte Somuncu in der Sendung Stern-TV.

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Der Treuebruch der Linken

Sarah Haider. Bild: RDF
Ein Gespräch mit der ex-Muslima Sarah Haider

Von Jeffrey Tayler | Richard-Dawkins-Foundation

Was widerfährt im Amerika des 21. Jahrhunderts einer jungen Frau, die erwacht ist und von einer glaubensbasierten Ideologie Abschied genommen hat, die folgendes vertritt:

Frauen sind Menschen zweiter Klasse. Sie haben sich ihren Ehemännern unterzuordnen, auch gewalttätigen Ehemännern. Sie werden zugunsten ihres Partners teilweise enterbt. Steinigung von Ehebrechern (und speziell Ehebrecherinnen angesichts der frauenfeindlichen Launen der Beweis-Bewertung im Zusammenhang mit jener Ideologie). Gefangene Frauen werden zu Sex-Sklavinnen gemacht. Beschwerliche Kleidervorschriften. Weibliche Genitalverstümmelung wird gutgeheißen.

Erntet sie Beifall dafür, für ihre Rechte als Frau einzustehen? Tragen Progressive Lobreden vor, die ihre Tapferkeit besingen und ihre Weitsicht preisen? Wird sie mit Hilfsangeboten überschwemmt?

Fühlt sie, vielleicht zum ersten Male im Leben, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sie vorbehaltlos als eine der Ihren willkommen heißen, jenes einzige Land der Welt, das zumindest gemäß seinen Gründungsdokumenten auf Redefreiheit, Unabhängigkeit und dem Streben nach Glück aufbaut?

Nicht unbedingt. Ist die Ideologie der Islam (und das ist sie) und die Frau eine ex-Muslima (auch das ist sie), muss sie sich stählen angesichts Morddrohungen, eines Hagels von Beschimpfungen von ihren einstigen Glaubensgenossen und hinterlistigen Verrats von jenen, die sich progressiv geben. Sie muss sich wappnen, um in unserem derzeitigen politischen Sumpf Versuche abzuwehren, sie mit ihren unbequemen Ansichten zum Schweigen zu bringen. Unerhörter noch – wenn die Frau versucht, anderen zu helfen, die um die herrliche säkulare Freiheit ringen, die sie selbst für sich erlangt hat, wächst sie zu einer Gefahr für das ganze Gebäude aus Heuchelei, Feigheit und unbelegtem Geschwätz, das eine Perspektive der Linken auf den Islam als „Religion des Friedens“ bildet, die nur von ein paar „verwirrten Bösewichten“ verzerrt wird. Kurz, im heutigen Amerika wird solch eine tapfere Frau keinen Zufluchtsort finden, sondern bildlich gesprochen vielmehr Horden mit Mistgabeln gegenüberstehen, begierig, sie aufzuspießen für das Verlassen ihrer Religion und die Verleumdung ihresgleichen. Mit Donald Trumps Aufstieg zur Präsidentschaft wird ihre Lage prekärer denn je.

Eine solche Frau ist Sarah Haider, geboren in Pakistan, vor Vollendung des achten Lebensjahres in die USA ausgewandert, Mitbegründerin und Direktorin der Beratungsstelle EXMNA, „Ex-Muslims of North America“. EXMNA, so die Website, „tritt ein für die Akzeptanz religiöser Meinungsverschiedenheiten, fördert säkulare Werte und strebt an, Diskriminierung von Menschen zu mindern, die den Islam verlassen“. Die Organisation stellt ihren Mitgliedern eine Auswahl von Leistungen (zeitweise Zuflucht, Beratung) zur Verfügung, in achtzehn über den Kontinent verteilten Ortsverbänden, und bietet ein Podium, von dem aus ex-Muslime in YouTube-Videos ihre persönlichen Geschichten von glaubensfreier Aufklärung erzählen können.

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Wenn der türkische Pass erst weg ist, hören auch die Albträume auf

Moritz Rinke (mit ausgebreiteten Armen) und sein Sohn in Berlin. (Foto: privat)
Warum der Schriftsteller Moritz Rinke versuchte, noch vor dem Referendum in der Türkei den zweiten Pass seines Sohnes loszuwerden. Und wie er dabei scheiterte.

Von Moritz Rinke | Süddeutsche.de

Seit Wochen habe ich Albträume. Keine Ungeheuer, keine Kannibalen, auch kein freier Fall in die Tiefe, sondern eine Passkontrolle in der Türkei mit anschließender Verhaftung meines zweijährigen Sohnes, der danach in Isolationshaft verwahrt und vom türkischen Staatspräsidenten, noch vor Anklage des Gerichts, als Putschist, als Fethullah-Gülen-Anhänger oder als PKK-Mitglied oder kurdischer Spion vorverurteilt wird.

Mein Sohn hat einen deutschen und einen türkischen Pass. Mein Sohn lebt in Deutschland, hat einen Schriftsteller als Vater, der schon den einen oder anderen kritischen Text über die türkische Regierung verfasst hat. Mein Sohn hat eine türkische Mutter, die nachweislich nicht die Regierungspartei wählt, im Gegenteil, sie demonstriert gegen sie. Mein Sohn hat Großeltern in Antalya und einen Cousin in Ankara. Und seine regierungskritische Mutter will unbedingt am 16. April, am Tag des Referendums, in die Türkei reisen, der Cousin feiert seinen fünften Geburtstag, und gegen die Zusammenführung türkischer Familien ist kein Kraut gewachsen. Nicht mal dieses schreckliche Referendum.

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„Die Partei“: Bewusste Provokation – Je Suis Brian

Nico Wehnemann (r.) und seine Parteikollegen wollen mit ihrem Stand vor dem Dom ein Zeichen setzen. Foto: Andreas Arnold
Bei einer Mahnwache von „Die Partei“ vor dem Dom wird der Film „Das Leben des Brian“ gezeigt. Kroatische Katholiken sind verärgert.

Von Steven Miksch | Frankfurter Rundschau

Als die Prozession der kroatischen katholischen Gemeinde in den Kaiserdom einzieht, positionieren sich die Mitglieder der Partei „Die Partei“ in ihrem Blickfeld und halten Blätter mit der Aufschrift „Je suis Brian“ (Ich bin Brian) nach oben. Hinter ihnen pfeifen ein paar Schaulustige das bekannte Lied „Always look on the bright side of life“ aus dem Film „Das Leben des Brian“. Es gibt ein paar böse Blicke, manche Kroaten schütteln den Kopf.

„Die Partei“ hatte am Karfreitag zu einer Mahnwache am Dom aufgerufen. An ihrem aufgebauten Stand schenken sie Glühwein aus, verteilen Kekse und zeigen eben jenen Film von Monty Python – eine Satire über die Kreuzigung Jesus. „Ja, wir provozieren“, sagt Nico Wehnemann, Frankfurter Stadtverordneter von „Die Partei“. Er sehe sich dabei in einer Reihe mit Martin Luther, der ja auch provoziert habe. Durchaus passend im Jubiläumsjahr der Reformation, findet Wehnemann.

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Atheisten verspotten Christen mit „Heidenspaß-Partys“

Ausnahmen vom Tanzverbot sind nach dem Gerichtsentscheid möglich, wenn eine Veranstaltung Ausdruck einer Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist. Foto: picture-alliance/dpa
Atheisten in Bayern veranstalten am Karfreitag – an diesem Tag gedenken Christen der Kreuzigung Jesu – „Heidenspaß-Partys“ mit Tanz in München und Regensburg.

idea.de

Im Freistaat gilt zwar ein Tanzverbot an „stillen Tagen“ – darunter Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag –, aber das Bundesverfassungsgericht hatte im November entschieden, dass es in Bayern insbesondere am Karfreitag Ausnahmen von der Pflicht zur Stille geben muss. Das Gericht gab damit einer Beschwerde des „Bundes für Geistesfreiheit München“ statt. Ausnahmen vom Tanzverbot sind demnach möglich, wenn eine Veranstaltung Ausdruck einer Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist.

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Why I Published Cartoons of Muhammad and Don’t Regret It

Image: Church and State
Almost a decade has passed since I commissioned drawings of the Prophet Muhammad to run in Jyllands-Posten. But despite countless op-eds and even a book that laid out my motivation for publishing the drawings, confusion and bizarre conspiracy theories continue to cause controversy about that fateful decision.

By Flemming Rose | Church and State

In 2006, for example, a Syrian television series portrayed me as a Ukrainian Jew with close ties to neoconservative circles in the U.S. My purpose for publishing cartoons of the Prophet Muhammad, according to the show, was to stir up conflict between the Muslim world and the West.

The echo of those cartoons still reverberates in different parts of the world. The recent attacks on cartoonists and artists in France and Denmark are just the two most recent examples.

A few days ago, a Guardian commenter wondered: “I’d like to ask Flemming Rose why he commissioned the infamous cartoons. What news story was he seeking to illustrate, or what political statement was he seeking to make?”

Well, I wasn’t making any political statement. Back in 2005, I was trying to cover a story about self-censorship and fear among writers, artists, museums, publishers, comedians and other people in cultural life in Denmark and Western Europe. A children’s writer had made headlines when he claimed that he had difficulties finding an illustrator for a book about the life of the Prophet Muhammad; the reason, he said, was fear. That was the starting point for a debate about self-censorship in dealing with Islam. Several other examples followed. In one example, a Danish comedian admitted he was afraid of mocking Islam the same way he did with Christianity. In another, two imams called on the Danish government to pass laws criminalizing criticism of Islam.

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Von Kurt Westergaard

Österreich: Karfreitag vorerst kein Feiertag für alle

Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Ist die Tatsache, dass der Karfreitag nur für Mitglieder der Evangelischen Kirchen ein Feiertag ist, eine Diskriminierung der übrigen Arbeitnehmer? Der OGH gibt diese Frage an den EuGH weiter.

Die Presse.com

Die Frage, ob der Karfreitag in Österreich zum arbeitsfreien Feiertag für alle Arbeitnehmer wird, muss vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklärt werden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) gibt den Fall weiter, wie am Montag bekannt gegeben wurde. Konkret geht es um den Fall eines konfessionslosen Wiener Angestellten. Er hatte geklagt, weil er am Karfreitag im Gegensatz zu Angehörigen von Religionsgemeinschaften arbeiten muss, und kein Feiertagsentgelt bekommt. Das Oberlandesgerichts Wien sah im vergangenen Sommer einen Verstoß gegen die EU-Gleichbehandlungsrichtline, nun muss der Oberste Gerichtshof entscheiden.

Der OGH ersuche nun „den EuGH um Klarstellung, ob die Sonderstellung der Angehörigen der evangelischen Kirche, für die auch der Karfreitag ein Feiertag ist, eine Diskriminierung der übrigen Arbeitnehmer aus Gründen der Religion darstellt und daher gegen die Grundrechtecharta der Europäischen Union verstößt“, hieß es am Montag in einer Aussendung des OGH.

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Gnadenlose Gottheit

Heinz-Werner Kubitza:
Der Glaubenswahn
Verlag: Tectum, Marburg 2017
ISBN: 9783828838499
19,95 €

Heinz-Werner Kubitza, Beiratsmitglied der humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung und bekannter Religionskritiker, zieht in seinem neuen Buch ein düsteres Fazit der biblischen Überlieferung. Er hinterfragt das Wesen von JHWH, dem Gott Israels, und geht auf dessen Rolle im Alten Testament ein.

Von Julia Schulz | Spektrum.de

Die biblischen Texte, belegt Kubitza, stellen JHWH vielfach als einen Gott des Kriegs und der Gewalt dar, mit ausländerfeindlichen, rachsüchtigen und gnadenlosen Zügen. Als einen, der Freude an Zerstörung hat und massenhaft mordet. Zudem prüft der Autor die Bibel auf ihre literarischen Qualitäten und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Seine polarisierenden Thesen belegt Kubitza stets mit Bibelzitaten. „Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein, ich kehre nicht um, bis sie vernichtet sind. Ich schlage sie nieder; sie können sich nicht mehr erheben, sie fallen und liegen unter meinen Füßen.“ (Ps 18,38-39) etwa ist nur eine von vielen Textstellen – und längst nicht die expliziteste –, die die mythische Aggressivität des Gottes belegen. Als Grund dafür vermutet Kubitza unter anderem, dass im frühen Israel ein Konflikt zwischen Poly- und Monotheisten tobte und Priester wie Gelehrte dabei versuchten, JHWH zum Hauptgott in einer ursprünglich polytheistischen Götterwelt zu erheben.

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«Moderne Gesellschaften brauchen keine Religion mehr»

Der Religionssoziologe Jörg Stolz glaubt, dass es Gott dann nicht mehr gibt, wenn niemand mehr glaubt, dass es ihn gibt. Dieser Tag könnte dereinst kommen.

Interview von Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Herr Stolz, interessieren Sie sich als Religionssoziologe auch für Nichtreligiöse, für Agnostiker, für Atheistinnen?

Natürlich. Momentan untersuche ich nichtreligiöse Personen, die sich in Gruppen organisieren wie etwa die Freidenker und die Skeptiker, aber auch gewöhnliche religiös Indifferente.

Wieso interessieren Sie diese Leute?

Das Phänomen der Nichtreligiosität sagt uns etwas über die Religiosität, und die Gründe, warum jemand nicht gläubig ist, geben Aufschluss, warum jemand glaubt.

Wie charakterisieren Sie die Gruppe der Nichtreligiösen?

Der prototypische Nichtreligiöse ist ein gut gebildeter, politisch links stehender, jüngerer Städter, der Neurowissenschaften studiert und mit dem Velo und einer Freitag-Tasche durch die Stadt fährt.

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Postfaktisch in Sachen Palästina

Screenshot „Even though my land is burning“. Bild: heise.de/tp
Der israelische Filmemacher Dror Dayan über die Ein-Staaten-Lösung, politischen Widerstand der Israelis und Antisemitismus

Von Emran Feroz | TELEPOLIS

In diesen Tagen hört man kaum etwas zur Lage in Israel und Palästina. Und wenn, dann ist die Berichterstattung – vor allem in Deutschland – mehr als nur einseitig. Dabei gibt es zahlreiche Menschen, die die Mainstream-Narrative des Konflikts regelmäßig herausfordern und zu durchbrechen versuchen. Einer von ihnen ist der israelische Filmemacher Dror Dayan, der seit einigen Jahren in Berlin lebt. Dessen jüngster Film „Even Though My Land is Burning“ macht sehr deutlich, dass Israelis und Palästinenser in der Lage sind, gemeinsam für eine friedliche Zukunft zu kämpfen.

Hatten Sie persönliche Gründe für den Dreh Ihres Films?
Dror Dayan: Ich hatte einige Gründe. Während meines Filmstudiums in Deutschland fiel mir immer wieder auf, dass deutsche Filmstudenten ungern politische Themen in ihren Projekten behandeln. Selbst „deutsche“ Themen blieben meistens unangetastet. Nach einigen Jahren traf ich die Entscheidung, einen Film zu drehen, der tatsächliche Probleme behandelt.
Der Hauptgrund war allerdings die Art und Weise wie der politische Kampf der Palästinenser in Deutschland negiert und diffamiert wird. Antizionismus wird etwa in vielen Kreisen, auch in vielen linken, als etwas Negatives betrachtet. Mit meinem Film wollte ich den Zuschauern deutlich machen, dass man gegen Zionismus sein kann und dass das nichts mit der eigenen Konfession oder Ethnie zu tun hat.

Muslime in Frankreich: In der Rolle der Entrechteten

© AFP Freitagsgebet: Gläubige in der Moschee im französischen Cherbourg-Octeville.
Im Westen nichts Neues: Der französische Philosoph Pascal Bruckner fragt, was an dem Vorwurf dran ist, in Frankreich grassiere Islamophobie. Er erkennt darin den Versuch, Kritik an der Religion zu unterdrücken.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

Dass der Rassismus ein schlimmes Übel ist und es in Frankreich durchaus einen Rassismus gegen die islamische Bevölkerung gibt, weiß Pascal Bruckner zur Genüge. Er ist auch keineswegs bestrebt, ihn zu verniedlichen. Doch sein Augenmerk richtet er auf den „imaginären Rassismus“, den die Islamisten dem Westen und dem laizistischen Frankreich im Besonderen unterstellten. Bruckner zielt damit auf den Vorwurf der „Islamophobie“, mit dem sich in seinen Augen weite Teile der Linken identifizieren und dabei die muslimischen Einwanderer zu den neuen Entrechteten und Unterdrückten des Systems verklären.

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Wir brauchen eine neue Partei – „Die Europäer“

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Es ist noch gerade noch vorstellbar, dass der Brexit sich eines Tages als eine gute Sache herausstellt. Ich bezweifle es ernsthaft, bin aber nicht zu einem Urteil befähigt. Das genau ist mein Punkt. Ich war für das Referendum nicht qualifiziert.

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Genauso wenig wie Sie, es sei denn, Sie haben einen Doktortitel in Ökonomie oder sind Experte auf einem relevanten Gebiet, etwa Geschichtswissenschaft. Es ist grotesk, wie David Cameron unsere Zukunft verspielte mit dem armselig beschränkten Ziel, den zu Ukip neigenden Flügel seiner Partei zum Schweigen zu bringen, und sie in die Hände eines Gesindels ignoranter Wähler legte, wie ich einer bin.

Ich wählte – unter Protest, denn man hätte mich niemals dazu einladen sollen, aber ich wählte. Getreu dem Grundsatz der Vorsorge wußte ich genug, um zu begreifen, dass eine solch signifikante, komplexe und verwickelte Änderung wie der Brexit hieße, einen tollpatschigen Elefanten durch Hunderte, über Jahrzehnte hinweg sorgfältig ausgestattete Porzellanläden zu jagen: Finanzielle Vereinbarungen, Partnerschaften der verarbeitenden Industrie, internationale Stipendien, Forschungszuschüsse, kulturelle und bildungserzieherische Beziehungen.

Ich stimmte für „Remain“, den Verbleib in der Union; unkundig der Details, konnte ich doch sehen, dass die Argumente für „Leave“, den Ausstieg, von Bauchgefühl geleitet waren, emotional und oftmals ausgesprochen xenophob. Und ich konnte die Argumente der Remainers als in erster Linie rational und evidenzbasiert erkennen. Sie wurden als „Projekt Angst“ verspottet, als Panikmache und Pessimismus, aber Angst kann rational sein. Die Angst eines von einem Eisbären Verfolgten unterscheidet sich fundamental von der Angst eines anderen, der meint, ein Gespenst gesehen zu haben. Die Kunst ist, berechtigte Angst von irrationaler Angst zu unterscheiden. Jene, die „Projekt Angst“ verachteten, machten nicht die geringsten Anstalten eines Versuchs.

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Rundfunk Berlin-Brandenburg: Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet umfassend und multimedial vom 36. Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg (24. bis 28. Mai 2017).Pressemitteilung des rbb

10 Jahre Zwangsmission finden ein Ende. Es reicht, Übersättigung gebiert Ekel. Der evangelische Kirchentag, einer kleinen religiösen Minderheit in Berlin, soll der Abschluss sein. Frau Käßmann will in Rente gehen, wir wünschen ihr einen angenehmen Lebensabend, verbunden mit der Hoffnung, nie wieder etwas von ihr hören oder lesen zu müssen. Der immer greinende, moralinsaure Bescheidwisser Huber reicht der Stadt völlig.

Gegen aufkommende Übelkeit, oder andere Peinlichkeiten kann man sich einen Lutherbonbon gönnen, der fette Pfaffe lässt sich wohl ganz gut weglutschen.

Und schon an dem süß-sauren Zuckerklumpen kann man erkennen das Marketing alles ist. Pfäffinnen und Pfaffen müssen nicht um Geld betteln, fremdes Geld, Politiker jedweder Coleur geben reichlich und gern aus dem Staatssäckel. Millionen kommen zusammen, ob nun in Brandenburg die Landesregierung, der Berliner Senat oder in Sachsen-Anhalt. Anders-und Ungläubige finanzieren die Pfaffensause. Peinliche Scham kennt man nicht, Anspruchsdenken aus alten Zeiten und so untersetzt der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Christensausse in Berlin und Brandenburg. Dank der üppig fließenden Rundfunkbeiträge kann man aus den vollen schöpfen. Multimedial ist man dabei, Dokumentaionen wurden produziert, Reportagen, Programmplanungen. Hassprediger Luther gibt den Hintergrund. Die Pfaffen, allen voran die EKD, also die Hauptabteilung Protestantismus beim Bundeskanzlerinnenamt, erhofft sich eine Rendite für die Investitionen. Mach Geld mit anderer Leute Geld. Man hofft natürlich auch Missionieren zu können, die eine oder andere abtrünnige Seele in Schafsherde eingliedern zu können.

Der Religionsspiegel der Stadt Berlin spricht von 16,1% Hauptabteilungschristen hinzu kämen rd. 2,9% Freikirchler, Bibelfundis u.a.  Die Reformationsparty ist eine von Oben verordnete Lustparty. Die mediale Aufmerksamkeit entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Der Widerspruch ist signifikant, wird aber von Politik und Christen-Bonzen gekonnt überspielt. Der Volksmund nennt das dann Fake News und weiß, hier wird er verarscht, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen, hier der RBB, voran. Staatskirchenrundfunk, die rechtlich fixierten Normen sind geduldig, die Praxis eine andere. Vielleicht bräuchte es eine neue Reformation, eine Reformation die mit der unsäglichen Verflechtung von Politik und Kirchen Schluss macht und die weltanschaulich-religiöse Neutralität des Staates gewährleistet.

Die Protestanten sind, was Luther betrifft, mit sich im Reinen. Im Programm des RBB vermisse ich doch eine öffentliche Lesung aus der Luther-Schrift „Von den Juden und ihren Lügen.“ Das wäre eine ehrliche Grundlage um sich mit dem Fettwanst auseinandersetzen zu können.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Es finden sich noch viel mehr andere Zitate Luthers, Sexismus, Obrigkeitswahn und natürlich sein Judenhass.
Der RBB hilft eine feine Wolke guten Eindrucks zu verbreiten, die Lüge manifestiert sich medial. Aber schon der Thesenanschlag Luthers ist eine Lüge.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.