Archiv der Kategorie: Freidenker

US-Preis für Meinungsfreiheit an “Charlie Hebdo”-Redaktion

charlie_hebdo_2Die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt, hieß es von der Direktorin des Schriftstellerverbandes PEN.


Die Presse

Die US-Sektion des Schriftstellerverbandes PEN zeichnet die französische Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” mit einem Preis für Meinungsfreiheit aus. Der Essayist und Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret werde die Auszeichnung bei einer Gala am 5. Mai in New York stellvertretend für die Redaktion annehmen, teilte das PEN American Center am Mittwoch mit.

PEN-Direktorin Suzanne Nossel erklärte, die Redaktion der Satirezeitschrift habe “den ultimativen Preis” für die Ausübung ihrer Meinungsfreiheit bezahlt.

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CNN Thinks Atheists Are the Devil

Photo Illustration by Emil Lendof/The Daily Beast

The network aired a program about nonbelievers that wrongly suggested they not only are a unified group, but the most hated one in the country.


By Vlad Chituc|The Daily Beast

Tuesday night, CNN’s Kyra Phillips spent an hour looking at atheists in America. She followed a nonreligious student at the University of North Georgia who had friction with his religious parents, and she interviewed Richard Dawkins (who seems to be softening with age, if only slightly). Phillips visited a pastor who left his church to start an atheist congregation, and she spoke to another pastor who had lost his faith but still preached every Sunday—he had “a very dark secret,” Phillips narrated with melodrama: “He’s an atheist.”

Accordingly, the preacher’s face was blacked out and his voice masked.

One couldn’t help walking away from the program with the sense that atheists are a roughly unified group. They might have a lot of different labels, but they’re alike in what matters. Phillips spoke with Greg Epstein, a humanist chaplain at Harvard and author of the New York Times bestselling book, Good Without God, and when she asked him about all the different labels nonbelievers tend to use—atheists, humanists, agnostics, skeptics, freethinkers, and so on—Epstein replied, “It’s all one community.” Epstein and I tend to ideologically align more so than not, but here we disagree.

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Riad Sattouf: Der Araber, der für “Charlie Hebdo” zeichnete

Und alle möchten ihn knuddeln, was auch eine subtile Form des Terrors ist: Riad Sattouf Foto: Knaus Verlag

Riad Sattouf ist in Frankreich ein Star. Sein Comic “Der Araber von morgen” ist dort bereits vor dem Anschlag vom 7. Januar erschienen. Es zeichnet das Bild einer gnadenlos rückständigen Gesellschaft.


Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Ich möchte niemand zu nahe treten, keinen verletzen und auch nicht generalisieren, wenn ich behaupte, dass Kritik und vor allem Selbstkritik nicht zu den wesentlichen Tugenden der arabisch-islamischen Kultur gehören. Muslime scheinen, wie ihre Reaktionen auf “islamkritische” Texte und Karikaturen zeigen, eher zum Beleidigtsein zu neigen als Angehörige anderer Kulturen und Konfessionen.

An allem, was in der arabisch-islamischen Welt schiefläuft – Armut, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit –, sind immer die anderen schuld, der Kolonialismus, der Kapitalismus, der Zionismus – und nie diejenigen, die in diesen Ländern das Sagen haben.

Natürlich gibt es auch kritische und selbstkritische Nach- und Vordenker, die im Zeichen des Halbmonds aufgewachsen sind. Ayaan Hirsi Ali und Salman Rushdie, Ibn Warraq und Najem Wali, Taslima Nasrin und Hamed Abdel-Samad, der über sich selbst sagt, er sei “vom Glauben zum Wissen konvertiert”. Aber sie leben und arbeiten alle im Exil.

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Kirche begrüßt Vorschlag zum Werteunterricht in Luxemburg

Themenbild.Bild: katholisches.info

Themenbild.Bild: katholisches.info

Die katholische Kirche in Luxemburg hat einen Vorschlag der Regierung für den geplanten Werteunterricht begrüßt. Es sei gut, dass in dem Papier auf das Erbe jüdischer und christlicher Religionen sowie des philosophischen Humanismus verwiesen werde, heißt es in der am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme der Kirche. Der Bezug zur Geschichte und Kultur sei unabdingbar.


kathweb

Die Kirche begrüßte zudem einen “schülerzentrierten und lebensweltlichen Ansatz des künftigen Faches” sowie die Wissensvermittlung aus dem Bereich der Religionen. Schüler bräuchten “eine Einführung in die lebendigen Denk- und Lebenswelten der Religionen, die sowohl ihre lebensfördernden als auch ihre gefährlichen Potenziale darstellt”, heißt es.

Die luxemburgische Regierung hatte am Montag ein Rahmenpapier zum neuen Schulfach “Leben und Gesellschaft”, dem sogenannten Werteunterricht, vorgestellt. Dieser soll zukünftig den Religionsunterricht ersetzen.

Luxemburg will in den kommenden 20 Jahren eine schrittweise Trennung von Staat und Kirche vornehmen und damit das Staat-Kirchen-Verhältnis in dem traditionell katholischen Großherzogtum neu regeln.

Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku “Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler” von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: “Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?” wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk “Hart aber fair” diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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Israel: “Weint nicht, wenn eure Kinder demnächst sterben”

Screengrab Times of Israel

Screengrab Times of Israel

Benjamin Netanjahus deutlicher Wahlsieg hat nicht nur Medien wie Meinungsforscher überrumpelt, er hat auch das Volk gespalten. Der Wahlkampf geht einfach weiter – mit Hetzkampagnen und Beleidigungen.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Auch knapp eine Woche nach den Wahlen haben viele in Israel sich noch immer nicht von Benjamin Netanjahus überraschendem Wahlsieg erholt. Bis zur letzten Minute waren Meinungsforscher, Journalisten und viele Politiker des gesamten politischen Spektrums sich sicher, dass dem Land ein Regierungswechsel bevorsteht. Wählerbefragungen sprachen am Wahlabend noch von einem Kopf an Kopf rennen. Das echte Wahlergebnis strafte sie alle Lügen: Netanjahu hatte haushoch gewonnen.

Doch viele Israelis sprechen nicht mehr von einem politischen, sondern einem gesellschaftlichen Kampf: dem jahrzehntealtem Ringen zwischen Aschkenasim, also Juden, deren Vorfahren aus Europa oder Nordamerika stammen, und Misrahim, deren Vorfahren aus arabischen Staaten nach Israel einwanderten. Während Aschkenasim als die alte Elite gelten, die wirtschaftlich gut situiert ist, in den Chefetagen großer Konzerne, der akademischen Welt und den Medien das Sagen hat und links wählt, gelten die Misrahim als Underdogs, die mit ihrer Stimme für rechte Parteien für ihre Gleichberechtigung kämpfen.

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“Wir sind Kirche”: Frohbotschaft statt Drohbotschaft

Themenbild

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Die Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche” setzt sich für einen Wandel der katholischen Kirche ein. Bis heute erkennt diese aber die Bewegung nicht an. Nun steht die Bundesversammlung in Freiburg an.


Von Gerhard Kiefer|Badische Zeitung

Das Markenzeichen “Wir sind…” leiht sich “Wir sind Kirche” von einem erfolgreichen historischen Vorbild. Denn “Wir sind das Volk”, skandierten vor gut einem Vierteljahrhundert immer mehr DDR-Bürger, die auch damit die SED-Diktatur zum Einsturz brachten. Die Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche” pocht zwar nicht auch auf Umsturz, sehr wohl aber auf ebenfalls tiefgreifenden Wandel. Die Pfarrer sollen heiraten, Frauen Priesterinnen werden dürfen. “Wir sind Kirche” kämpft für echte Ökumene und für Mitsprache bei der Besetzung der Bischofsstühle. Vor allem aber: das Evangelium dürfe nicht länger als Drohbotschaft gepredigt, sondern es müsse als Frohbotschaft vermittelt werden.

“Die haben uns gerade noch gefehlt”, mögen zumindest die Konservativen oder gar Reaktionären unter den 27 deutschen Bischöfen geseufzt haben, als sich die aus Österreich kommende, inzwischen in mehr als 40 Ländern präsente Kirchenvolksbewegung vor 20 Jahren auch in Deutschland etablierte. Denn dieser Teil des Episkopats tut sich schon mit dem “Zentralkomitee der deutschen Katholiken” (ZdK) erkennbar schwer. Weil auch dieses sich eine glaubwürdige katholische Kirche der Zukunft vorstellt wie “Wir sind Kirche”. Auch wenn es sich moderater und kompatibler gibt und sich in einer speziellen Kontaktgruppe sogar mit den Bischöfen trifft. Derzeit ist hingegen kaum vorstellbar, dass sich eine Bischöfe-Delegation auch mit Christian Weisner und dessen Vorstandsteam von “Wir sind Kirche” an einen Tisch setzt.

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Why Should Atheists Have to Show Respect For Religion?

batman_atheistA commitment to ecumenicalism all too often leads to intolerance and hostility toward atheists.


By Greta Christina|Alternet

“Can’t we all just get along?”

Among progressive and moderate religious believers, ecumenicalism is a big deal. For many of these believers, being respectful of religious beliefs that are different from theirs is a central guiding principle. In this view, different religions are seen as a beautifully varied tapestry of faith: each strand with its own truths, each with its own unique perspective on God and its own unique way of worshipping him. Her. It. Them. Whatever. Respecting other people’s religious beliefs is a cornerstone of this worldview… to the point where criticizing or even questioning anyone else’s religious belief is seen as rude and offensive at best, bigoted and intolerant at worst.

And this ecumenical approach to religion drives many atheists up a tree.

Including me.

Why?

Don’t atheists want a world where everyone’s right to their own religious views — including no religious views — is universally acknowledged? Don’t we want a world with no religious wars or hatreds? Don’t we want a world where a diversity of perspectives on religion is accepted and even embraced? Why would atheists have any objections at all to the principles of religious ecumenicalism?

Oh, let’s see. Where shall I begin?

Well, for starters: It’s bullshit.

Progressive and moderate religious believers absolutely have objections to religious beliefs that are different from theirs. Serious, passionate objections. They object to the Religious Right; they object to Al Qaeda. They object to right-wing fundamentalists preaching homophobic hatred, to Muslim extremists executing women for adultery, to the Catholic Church trying to stop condom distribution in AIDS-riddled Africa, to religious extremists all over the Middle East trying to bomb each other back to the Stone Age. Etc., etc., etc. Even when they share the same nominal faith as these believers, they are clearly appalled at the connection: they fervently reject being seen as having anything in common with them, and often go to great lengths to distance themselves from them.

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Seelsorger ermutigt zu Abschiedsritualen auch für Menschen ohne Konfession

Bild. wikimedia.org/CC-BY- 2.5 Generic

Der Potsdamer Krankenhausseelsorger Johannes Albrecht ermutigt zu Abschiedsritualen auch für konfessionslose Menschen.


evangelisch.de

Dies betreffe Sterbende, Angehörige sowie Beschäftigte etwa in Krankenhäusern und in Hospizen gleichermaßen, sagte der evangelische Theologe am Samstagabend bei einem Fachkongress in Bremen. Das Bedürfnis, Abschied zu nehmen, sei nicht an eine Konfession gebunden, sondern sei ein spirituelles Grundbedürfnis des Menschen. “Rituale geben Halt und Orientierung, sie wirken emotional und geben so Geborgenheit”, erläuterte Albrecht.

Abschiedsrituale seien Teil des Trauerweges, fügte der Seelsorger hinzu. In einem Workshop im Rahmen des 9. Bremer Kongresses für Palliativmedizin schlug er vor, beispielsweise statt einer kirchlichen Aussegnung eine Abschiedsfeier zu organisieren. Statt Psalmen könnten spirituelle Gedichte, statt einem Gebet ein “Wort an das Leben” gesprochen werden.

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Udo Pollmer: Der Veganerfresser

Udo Pollmer, Bild: zdf.de

Früher war Udo Pollmer der Feind der Agrarindustrie, weil er Bücher über Hormonfleisch und Pestizid-Gemüse schrieb. Jetzt warnt er mit giftigem Humor vor Veganismus – und macht sich Greenpeace und Co zu Gegnern. Wer ist dieser Mann?


Von Jan Grossarth|Frankfurter Allgemeine

Als Udo Pollmer ein junger Mann war mit langem Bart, langen Haaren und antiautoritärem Herzen, machte ihn ein spontaner Erfolg zum Publizisten. Sein erstes Buch wurde zum Bestseller, Pollmer berühmt. Das war 1982. Pollmer und seine Koautorin und Lebensgefährtin Eva Kapfelsperger hatten sich etwas getraut: „Iß und stirb“ war der harte Titel ihres aufklärerischen Buchs über Hormone im Fleisch, Pestizide im Gemüse und andere Schrecken der industrialisierten Ernährungswirklichkeit. Die Industrie war sofort gegen Pollmer. „Nach dem Buch hätte ich als Lebensmittelchemiker keinen Job bekommen“, sagt er. Die Bürger aber applaudierten ihm damals.

So einfach ist es heute nicht mehr. Kürzlich erhielt er Morddrohungen. Denn sein neues Buch ist eine Warnung vor dem Veganismus. Das Essen ohne Fleisch, Milch, Eier und Honig ist im Trend; teils aus Gründen der Gesundheit oder Tierliebe, teils auch aus politischen Gründen. Der alte Pollmer schmeckt manchem jungen Veganer nicht. Udo Pollmer lässt sich von bösen Texten auf Facebook und im E-Mail-Postfach aber nicht beirren. Er kontert mit Sätzen wie diesen: „Wir sind Säugetiere, das heißt, wir werden in anderen Säugetieren eher das finden, was unser Körper braucht, als in einer Staude am Wegesrand. Wenn Mütter sagen: Mein Kind bekommt weder Milch noch Fleisch, sondern Rohkost und Smoothies, dann frage ich mich, ob das Kind wohl von einer Gurke abstammt. Dann sind rohe Gurken sicher ein vollwertiges Lebensmittel.“

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CNN Will Air a Special on Atheists This Tuesday

Image: Friendly Atheist

Since a lot of you may be interested, CNN will be airing a special on atheists Tuesday night: “Atheists: Inside the World of Non-believers.”


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The clip on their website shows interviews with American Atheists’ Dave Silverman, pastor-turned-atheist Jerry DeWitt, and Richard Dawkins. That alone suggests they’ll focus on how atheists are “coming out” now more than ever before and how difficult that can be in some instances.

If anything noteworthy happens on the special, we’ll cover it here.

Kardinal Caffarra: Homo-Aktion eine „Beleidigung von Christus am Kreuz von diabolischer Perfidie“

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Der Erzbischof von Bologna, Kardinal Carlo Caffarra verurteilte auf das Schärfste die Aktion der örtlichen Homo-Organisation Arcigay. Die Veranstalter sprachen von einem „häretischen und abergläubischen“ Abend mit einer „Enttaufungsstelle“.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Cassero nennt sich die Arcigay-Ortsgruppe im roten Bologna. Die jüngste Initiative der Homo-Organisation nannte sich „Venerdì credici“, ein „häretischer und abergläubischer“ Abend, für die mit Plakaten, Handzetteln und im Internet mit Fotos geworben wurde, auf denen drei Männer zu sehen sind, die wie Christus und die beiden Schächer gekleidet sind, aber homosexuelle Handlungen mimen und dazu ein Kreuz mißbrauchen. Eine Wiedergabe der Bild ist unmöglich. Für den Bericht wurde das „harmloseste“ ausgwählt.

An einem „sbattezza point“ (Enttaufungsstelle) konnten sich Besucher der Veranstaltung „enttaufen“ lassen.

Blasphemische Fotos landen beim Staatsanwalt

Gegen diese gotteslästerliche Darstellung erhoben viele Protest, darunter die rechten Oppositionsparteien, aber auch der katholische Flügel der regierenden Demokratischen Partei (PD). Anstoß erregte vor allem, daß die Homo-Organisation von der Stadtregierung unter Bürgermeister Virginio Merola mit öffentlichen Geldern für „kulturelle“ Veranstaltungen gefördert wird.

Die Homo-Verbände zeigten Null Sensibilität und Verständnis, geschweigedenn Rücksichtnahme für die verletzten religiösen Gefühle der Christen. Franco Grillini, dem Vorsitzenden von Gaynet fielen auf Facebook zu den Protesten nur weitere Beleidigungen und Verspottungen ein: „Hände weg vom Cassero! Die Religionspolizei unserer Ayatollahs rennt zur Staatsanwaltschaft wegen einer banalen Satire gegen die religiöse Unterdrückung“. Grillini weiter: „Vor einem Monat waren alle Charlie Hebdo, heute sind alle Al-Baghdadi!“

Erst nach heftiger Kritik kam von den Verantwortlichen des Cassero eine halbherzige Entschuldigung, die wenig Einsicht erkennen läßt: „Einige Personen fühlten sich durch jene Fotos beleidigt: aus Respekt für diese Personen – und nicht für eine Ideologie oder ein Gebot – entschuldigen wir uns. Wer hingegen Sanktionen fordert, indem er eine Gelegenheit ausnützt, um das Cassero zu treffen, das sind die wirklichen Blasphemiker.“

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Joumana Haddad über arabische Tabus: „Das Hauptproblem ist die Religion“

Carlin_Religion

Die drei monotheistischen Religionen Islam, Christentum und Judentum stehen der Geichberechtigung im Wege.

Die Autorin Joumana Haddad hält nicht viel von Tabus. Ein Gespräch über sexuelle Freiheit, einen libanesischen Pornostar und wie sie zur Mörderin wurde.


Das Interview führte Juliane Metzker|taz.de

taz: Frau Haddad, im Januar wurde die Libanesin Mia Khalifa zur beliebtesten Pornodarstellerin der Internetplattform Pornhub gewählt. Fanden Sie das gut?

Joumana Haddad: Solange sie ihrem Beruf aus freien Stücken nachgeht, kann ich ihr nur applaudieren und sage: „Bravo!“ Aber ich sehe die Pornoindustrie durchaus kritisch, in der immer noch überwiegend Männer das Sagen haben und Frauen benutzen. Ich hoffe, dass das bei Mia Khalifa nicht der Fall ist.

Mia Khalifa bekam nach ihrer Nominierung viel Kritik und sogar Morddrohungen – vor allem aus dem Libanon. Was ist der Grund für diese Reaktionen?

Diese Reaktionen kenne ich. Ich selbst wurde für meine Arbeit hier schon schlimm beschimpft. Man nannte mich „Schlampe“, „Hure“ und drohte mir mit dem Tod. Aber auf das Echo muss man sich einstellen. Die Menschen hier haben Angst vor dem, was sie sind, und davor, ihre sexuelle Freiheit einzufordern. Sie haben eine sehr ungesunde Beziehung zu ihrem Körper und ihrer Sexualität.

 

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Brit Mila: »Amputation der Vorhaut« – Volker Becks kognitive Dissonanzen

Eine junge Familie nach der Brit Mila ihres Neugeborenen. © flash90

Beschneidungsgegner demonstrieren am Jahrestag des Kölner Urteils


Von André Anchuelo|Jüdische Allgemeine

Für den 7. Mai rufen verschiedene Gruppen anlässlich eines »Welttags der genitalen Selbstbestimmung« zu einer Demonstration in Köln auf. An diesem Tag jährt sich die Verkündung eines Urteils des Kölner Landgerichts zum dritten Mal. Es stufte damals in zweiter Instanz die Zirkumzision eines kleinen Jungen als Körperverletzung ein, welche durch eine religiöse Motivation und den Wunsch der Eltern nicht gerechtfertigt werde.

Nach einer breiten öffentlichen Debatte über die aus dem Urteil entstandene Rechtsunsicherheit verabschiedete der Bundestag im Dezember 2012 mit großer Mehrheit eine gesetzliche Regelung, die unter anderem eine umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten, eine qualifizierte Schmerzbehandlung sowie eine fachgerechte Durchführung des Eingriffs vorsieht.

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Arabic Billboard Goes Up in Memphis to Promote Atheist Conference

Image: Friendly Atheist

American Atheists has its annual convention this Easter weekend in Memphis, Tennessee. They’ve already purchased a couple of billboards to advertise the gathering, leading to controversy after the initial billboards were rejected for including the words “Easter” and “church.”


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

But their latest billboard, aimed at ex-Muslims (who can read Arabic), should receive a whole different kind of reaction:

The billboard features a young girl wearing “bunny ears” with accompanying text reading, “An atheist convention featuring Ayaan Hirsi Ali on Easter weekend? Looks like we’re skipping mosque again!” and with details about the convention. A similar billboard in English was on display from March 3-10 in Memphis.

“Memphis has a thriving Muslim community, and in such communities closeted atheists can feel completely alone,” said American Atheists President David Silverman. “Our message is that you are not alone, and you don’t have to pretend anymore. Atheism is the fastest growing religious demographic in America and we throw fun, welcoming conventions; the largest of which is coming to your city in just two weeks.”

In case you’re wondering how this billboard made it past the advertising company despite including the words “Easter” and “church,” AA says they went through a different company for this campaign. (Also, you have to figure Christians won’t raise a fuss over something they don’t know how to read.)

And given that Ayaan Hirsi Ali is the headliner, the ex-Muslim interest could be very high.

It’s not the first time AA has purchased a billboard written in Arabic, by the way. They did it in Patterson, New Jersey in 2012 to promote the Reason Rally and their conference:

Image. Friendly Atheist

 

Merkel erwache! Israel vor Gericht

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse war Israel Gastland. Bei dem ganzen Tamtam gerät leicht in Vergessenheit, dass hier ein Besatzerstaat bejubelt wird, der seit 48 Jahren einem anderen Volk die Freiheit und die Existenzgrundlage entzieht und es einem rassistischen Besatzungsregime unterworfen hat.


Von Ludwig Watzal|BETWEEN THE LINES
Organisiert wurde dieser Event von der israelischen Botschaft und Bertelsmann! In zwei Jahren wird des 50. Jahrestages der israelischen Besatzung Palästinas gedacht. Wird es dann auch ein so gut organisiertes und orchestriertes Tamtam à la Leipziger Buchmesse geben? Vielleicht dann anlässlich der Frankfurter Buchmesse?

In den Staatsmedien wurden auf der Buchmesse die üblichen Autoren und Schriftsteller bejubelt, die die grausame Besatzung feuilletonistisch relativieren und das bilaterale Verhältnis traktieren. Von Büchern, die tatsächlich relevant sind und sich mit der brutalen Realität vor Ort, der zionistischen rassistischen Ideologie und den israelischen Besatzungsverbrechen auseinandersetzen, hört man in den Verlautbarungen jedoch nichts. Dazu gehören u. a. “Die Hölle von Gaza” (Leika Verlag), “Die Krise des Zionismus und die Ein-Staat-Lösung (ProMedia Verlag) und “Merkel erwache! Israel vor Gericht” (Zambon Verlag).

Abraham Melzer, Chefredakteur der Online-Zeitschrift “Der Semit”, hat einen besonders provokanten Buchtitel mit “Merkel erwache!” gewählt, der zwangsläufig Assoziationen zu “Deutschland erwache” weckt; auch der Untertitel “Essays eines antizionisitischen Juden” lässt Unkonventionelles über Israel erwarten. In seinem Vorwort hat der israelische Historiker Moshe Zuckermann diese Assoziation ins rechte Licht gerückt.

“Wenn die Beziehung Deutschlands zu Israel (und Israels zu Deutschland) letztlich durch die nazistische Vergangenheit Deutschlands kodiert ist, diese Vergangenheit aber mittlerweile zur schändlichst fetischisierten Ideologie geronnen ist, so kann man sich dieser verfestigten Kodierung einzig durch Umwendung des Kodierten aus sich heraus entwinden. Nur so lässt sich die Aufhebung dessen, was sich ideologisch zur falschen Handlungsgrundlage verhärtet hat, bewerkstelligen. Die Ironie des Titels mag dies leisten.”

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Die Rückkehr der Religion

Thinkstock

Der Staat darf muslimischen Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern nicht länger und pauschal verbieten, hat das Bundesverfassungsgericht nun entschieden. Für ein entsprechendes Verbot müssen konkrete Gründe vorliegen. Ein solcher Grund wäre zum Beispiel eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben an bestimmten Schulen. Damit revidiert das Gericht ein eigenes Urteil aus dem Jahr 2003. 


Von Sevim Dağdelen|Huffington Post

Die Bundesländer Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Saarland führten seinerzeit nach dem Richterspruch ein Kopftuchverbot für ihre Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen ein. Konsequent wäre es gewesen, alle religiösen Symbole zu verbannen, doch fünf der acht Bundesländer haben Ausnahmen für christliche Symbole festgeschrieben.

Die Gesetze richteten sich damit ausschließlich gegen Muslime. Das ist aus meiner Sicht nicht nur ein klarer Widerspruch zur religiösen Neutralitätspflicht der Schulen, sondern diskriminierend. Insofern ist das aktuelle Urteil des Verfassungsgerichts zu begrüßen.

In anderer Hinsicht aber nicht: Das aktuelle Urteil entfernt die Bundesrepublik weiter von der strikten Trennung von Staat und Religion. Als Politikerin der Linken vertrete ich die Auffassung, dass religiöse Symbole – egal welcher Religion – nicht in Gerichte, Parlamente, Rathäuser, staatliche Krankenhäuser, Kindestagesstätten, Schulen oder Behörden gehören.

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“Charlie Hebdo”-Opfer: “Asterix”-Zeichnung bringt 150.000 Euro

Symbol: Asterix / Bild: EPA

Die Original-Zeichnung stammt aus dem 1971 erschienenen Band “Die Lorbeeren des Cäsar”.


Die Presse

Eine Original-Zeichnung aus dem 1971 erschienenen “Asterix”-Band “Die Lorbeeren des Cäsar” hat bei einer Christie’s-Auktion in Paris 150.000 Euro eingebracht. Der Erlös geht an die Familien der Opfer des “Charlie Hebdo”-Attentats. Asterix-Erfinder Albert Uderzo wird die Zeichnung zudem extra für den Käufer mit einer Widmung versehen.

Schon zwei Tage nach dem Anschlag auf “Charlie Hebdo” vom 7. Jänner hatte sich Uderzo mit der Satirezeitung solidarisiert. Er zeichnete Asterix, wie dieser einen Feind aus seinen spitzen Lederpantoffeln schlägt. Dazu schreit der kleine Gallier: “Ich bin auch ein Charlie” – eine Abwandlung des weltweit genutzten Solidaritätsspruchs “Ich bin Charlie”.

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Lars Vilks: Mohammed-Karikaturist mit Preis für Meinungsfreiheit geehrt

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law

An seinen Mohammed-Zeichnungen stören sich Terroristen – jetzt wurde Lars Vilks für seine Arbeit ausgezeichnet. Der 68-Jährige soll zuletzt Ziel eines der beiden Anschläge von Kopenhagen gewesen sein.


stern.de

Genau einen Monat nach den Terroranschlägen in Kopenhagen hat der Mohammed-Karikaturist Lars Vilks einen Preis für Meinungsfreiheit bekommen. Die Auszeichnung nahm der schwedische Künstler am Samstag im dänischen Parlamentsgebäude Christiansborg entgegen. “Das fühlt sich sehr gut an”, bedankte sich Vilks unter großem Applaus bei der dänischen “Trykkefrihedsselskab” (“Pressefreiheits-Gesellschaft”).

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Tierrechtsbewegung: Moralische Fundamentalisten bedrohen die Wissenschaft

Ohne Tierversuche wären viele gravierende Fortschritte in der Medizin unmöglich gewesen.picture alliance

In Tübingen muss sich ein Labor des Max-Planck-Instituts den Vorwürfen und Beleidigungen von Tierrechtsaktivisten stellen. Die Kampagne zeugt von Hass, Gewaltbereitschaft und vor allem Desinformationen. Doch auch die Zivilgesellschaft läuft eher mit, als dass sie Widerstand leistet


Von Alexander Grau|Cicero

Er ist die am schnellsten wachsende Glaubensüberzeugung unserer Zeit: der Fundamentalismus.

Für jede Region und jede Kultur hat er etwas Passendes im Angebot. Militante Abtreibungsgegner und Evangelikale in den USA, Pfingstkirchler in Südamerika, Salafisten in europäischen Großstädten. Und für den neuheidnischen Westeuropäer gibt es fanatische Nichtraucherorganisationen, dogmatische Naturschutzverbände und eifernde Veganerinitiativen.

In Deutschland ist eine weitere Konfession des Fundamentalismus durchaus beliebt: die Tierrechtsbewegung. Der Tierrechtsbewegung geht es nicht um Tierschutz. Tierschutz ist aus Sicht der Tierrechtsbewegten Tierdiskriminierung. Oder wie es in diesem Milieu heißt: Speziesismus.

Wie diese Tierrechtsbewegung tickt, kann man seit September letzten Jahres in Tübingen beobachten. Dort werden seit Monaten Wissenschaftler eines renommierten Forschungsinstitutes bedroht, Mitarbeiter wurden beschimpft und beleidigt, und das Institut muss von einem Wachdienst geschützt werden. Was war passiert?

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