Archiv der Kategorie: Freidenker

Religionskritik: Dröhnendes Schweigen

Screenshot: foxnews.com

Früher war Religionskritik die vornehmste aller marxistischen Tugenden. Doch zum Glaubensterror des islamischen Fundamentalismus hat die westliche Linke nichts zu sagen.


Von Volker Weiß|ZEIT ONLINE

Im November 2014 wagte der amerikanische Filmemacher Ami Horowitz ein Experiment. Eine IS-Fahne schwingend, stellte er sich auf den Campus in Berkeley, dem Initiationsort der US-Linken. Dazu rief er, der IS wolle den Frieden und verteidige sich nur gegen die Aggression des Westens. Von den Studenten kamen freundliches Winken und Zuspruch: “Thumbs up!” Nur einmal wurde Kritik laut – die Bitte, auf dem Campus nicht zu rauchen. Kurz darauf wiederholte er den Versuch mit einer israelischen Flagge, die Parolen entsprechend angepasst: Israel wolle den Frieden und verteidige sich nur gegen Angriffe. Er erntete beeindruckende Aggressionen.

Sicher, Horowitz ist ein profilierter Polemiker, seine Arbeiten laufen auf dem Neocon-Sender Fox News. Als künstlerisches Vorbild hat er sich Michael Moore gewählt, was ihn nicht gerade zur Objektivität verpflichtet. Er wird das Material für seine Zwecke geschnitten haben, dennoch bleiben die Reaktionen der Studenten authentisch. Schlimmer noch: Sie waren zu erwarten.

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Soziale Konstruktion: Die Gendertheorie ist ein kollektiver Irrtum

Menschen sind eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordenbar picture alliance

Die Gendertheorie geht davon aus, dass Geschlechter keine natürliche Arten, sondern soziale Konstruktionen sind. Doch Geschlechter sind ebenso wenig eine soziale Konstruktion wie die Methode ihrer Bestimmung, auch wenn diese wissenschaftshistorisch gewachsen ist.


Von Alexander Grau|Cicero

Die Theorie von der sozialen Konstruktion ist eine der erfolgreichsten Denkansätze des letzten Jahrhunderts. Und einer der folgenreichsten. Denn es gibt kaum etwas, was nicht in dem Verdacht steht (oder gestellt wurde), eine soziale Konstruktion zu sein: Krankheit, Behinderung, Autorenschaft, Quarks, Homosexualität, die Realität an sich.

Der populärste und wirkungsmächtigste Bereich des sozialen Konstruktivismus ist allerdings das Geschlecht. Stichwort: Gendertheorie. Die geht davon aus, dass Geschlechter keine natürlichen Arten sind, sondern soziale Konstruktionen.

Doch lassen wir den Daueraufreger Gendertheorie zunächst beiseite und widmen uns der Theorie dahinter: Dass die Welt um uns herum entweder gar nicht oder ganz anders ist, als wir sie wahrnehmen, hat der eine oder andere Philosoph schon immer vermutet. Allerdings gingen diese Skeptiker (oder auch Antirealisten) stets davon aus, dass die Ursache für die fehlerhafte Weltwahrnehmung in unseren Sinnen liegt, unserer Vernunft oder unserem Denkvermögen – wir würden heute von Kognition sprechen.

Dieser kognitive Konstruktivismus geht von der Erkenntnisleistung des Einzelnen aus. Kollektivirrtümer – etwa, dass die Welt aus einzelnen Dingen besteht – sind aus dieser Sicht das Produkt fehlerhafter individueller Erkenntnisvermögen.

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Das Recht zur Beleidigung verteidigen

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Es ist fast zehn Jahre her, dass eine dänische Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlichte und damit eine Welle von muslimischen Protesten auf der ganzen Welt auslöste.


Von Ayaan Hirsi Ali|The Huffington Post

Ebenso wurde die Kluft in Europa sichtbar zwischen jenen, die an freie Meinungsäußerung glauben und jenen, die um des lieben Friedens Willen religiöse Fanatiker beschwichtigen. Ziemlich genau zu dieser Zeit kam ich nach Berlin, um das Recht zur Beleidigung zu verteidigen. Leider ist dieses Recht heute weniger sicher als 2005.

Man denke nur an das Massaker an den Charlie Hebdo-Mitarbeitern in Paris am 7. Januar und die brutale Erschießung von Menschen im jüdischen Feinkostgeschäft am selben Tag. Und dann sind da die befremdlichen Kommentare des amerikanischen Karikaturisten Garry Trudeau in einer Rede vor zehn Tagen, in welcher er „die Absolutisten der Redefreiheit” dafür verdammte, dass sie nicht „Urteilsvermögen und gesunden Menschenverstand” benutzten.

Durch das Veröffentlichen von „geschmacklosen und vulgären Zeichnungen, die eher an Graffiti als Karikaturen erinnern”, so Traudeau, „sei Charlie im Bereich der Volksverhetzung gelandet”. Er kritisierte sogar die französischen Behörden dafür, dass sie Muslime verhaftet hätten, die „unüberlegterweise von der Redefreiheit Gebrauch gemacht und die Attacken gutgeheißen hätten”. Hätte er lieber gesehen, dass Stéphane Charbonnier, der Herausgeber von Charlie Hebdo, verhaftet wird?

Rufmord mit System

Ich bin ein Absolutist der Redefreiheit. Es ist vielleicht die größte Tragödie der westlichen Zivilisation heute, dass Redefreiheit nicht mehr selbstverständlich ist. Sie ist ein Privileg jener mit bewaffnetem Sicherheitspersonal.

Jenen, die die Debatte über den Islam – jene Dinge, die explizit im Namen Mohammeds und gemäß den Anweisungen des Korans geschehen – verstummen lassen wollen, wird nicht nur körperlicher Mord angedroht, sondern auch Rufmord mit System.

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Another Compilation of Richard Dawkins’ Best Arguments and Comebacks

dawkins

By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Here’s another compilation of Richard Dawkins‘ best arguments and comebacks.

“Let’s Kick Islam and Christianity out of Africa” — interview with activist Jd Otit

Image: brighterbrains.org

Brighter Brains Institute is interested in secularizing Africa because we believe this would tremendously benefit the continent intellectually, socially, and economically. BBI has two African atheists on our Active Fellow / Board (Leo Igwe and Bwambale Robert Musubaho) and we’ve launched BiZoHa – the world’s first atheist orphanage.


Brighter Brains Institute

We recently discovered an activist who shares our POV on Facebook. The administrator of World Atheists: Lets Kick Islam and Christianity out of Africa agreed to an interview that we’ve posted below:

BBI: What is your background?

Jd Otit: I am originally from Nigeria. I now live in Manchester, United Kingdom. I am a legal practitioner. Besides Nigeria, I have also been to Benin, Ghana, Libya, Tunisia and Morocco.

BBI: Why do you think it is important to kick Christianity and Islam out of Africa?

Jd Otit: Africa definitely would be a great place without foreign religion. We might not be able to eradicate the worship of African deities by Africans, however, the worship of African Gods is less problematic than the evils and atrocities associated with these two foreign doctrines Islam and Christianity.

Africa will fare better as one people. Islam and Christianity has divided us; it has torn the fabric of brotherhood that held us together; we see ourselves as Muslims or Christians; we do not recognize what bound us together anymore – our color, our Africaness, our common adversities as a people – we rejoice at the peril of Muslims or Christians because we do not think any more as “African” but rather we label ourselves according to some Middle Eastern idiocy introduced to us through slavery.

My experience of religious Africa is of people who are stupidly passive and numb due to faith and expectations of a greater reward in some paradise. African people have left the fight to “god” – Jewish and Arab Gods are now their escape route, due to fear and cowardice.

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Mehrwertsteuerbegünstigter Tugendterrorismus

Bild: blogs.faz.net

 

„Fangen Sie schon wieder an? Ist doch Politik,hat doch mit Gewissen nichts zu tun.
Grundgesetz, ja Grundgesetz, ja Grundgesetz, Sie berufen sich hier pausenlos aufs Grundgesetz
sagen Sie mal, sind Sie eigentlich Kommunist?“

Franz Josef Degenhardt, Befragung eines Kriegsdienstverweigerers

Von Despina Castiglione|Blogs.FAZ.net

Sehen Sie, ich bin ganz sicher keine Kommunistin. Ich habe vielmehr mittlerweile eine vehemente Ablehnung gegenüber Ismen aller Art entwickelt. Kommunismus, Feminismus, Katholizismus: Alles nichts für mich, das sind Denkkorsette, und das möchte ich nicht. Die zwicken und lassen einen nicht frei atmen, das kann nicht wirklich gesund sein. Ich schaue mir das alles gerne an, ich bin ja relativ weltoffen, und manches mag auch zutreffend sein, da lerne ich dann gerne hinzu. Ich lasse mich mit Freude eines Besseren belehren. Hat jemand gute Argumente und muss ich nach Würdigung der Tatsachen anerkennen, dass ich mit meiner Behauptung im Unrecht war, ist das vielleicht nicht unbedingt ruhmreich. Dafür aber meist lehrreich. Manche Leute lernen halt gern, andere haben gern recht. Die gerne recht haben sind nach meiner Erfahrung tendenziell die mit den Ismen. Sobald ein Ismus sich an ein Wort hängt, ist es eigentlich dahin. Weil Ismen aus Worten und Ideen Ideologien machen. Und mit Ideologien habe ich grundsätzlich so meine Probleme.

Kommen Sie mir jetzt nicht mit Humanismus. Denken Sie doch mal an den „realen Humanismus“ und seine Errungenschaften in der früheren DDR, dann wird klar, was ich meine, wenn ich sage: Ismen tun auch der besten Idee keinen Gefallen. Und trotzdem habe ich heute beim Frühstück dieses Lied von Franz-Josef Degenhardt angehört. Nicht, weil ich an der Stelle weltanschaulich verklärt wäre, sondern weil ich die süffisant-boshafte Art mag, mit der es ihm singend gelingt, die Abseitigkeit der Argumentation des sich in der komfortablen Position des nicht-betroffen-Seins des den Kriegsdienstverweigerer befragenden Kammervorsitzenden aufzuzeigen. Man kennt eine solche Diskussionskultur heutzutage auch noch: von radikalfeministischen Veranstaltungen und der CSU beispielsweise.

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6 reasons religion may do more harm than good

jesus_schaukelMost British people think religion causes more harm than good according to a survey commissioned by the Huffington Post. Surprisingly, even among those who describe themselves as “very religious” 20 percent say that religion is harmful to society.


By Valerie Tarico|Alternet/Salon

For that we can probably thank the internet, which broadcasts everything from Isis beheadings, to stories about Catholic hospitals denying care to miscarrying women, to lists ofwild and weird religious beliefs, to articles about psychological harms from Bible-believing Christianity.

In 2010, sociologist Phil Zuckerman published Society Without God: What the Least Religious Nations Can Tell Us About Contentment. Zuckerman lined up evidence that the least religious societies also tend to be the most peaceful, prosperous and equitable, with public policies that help people to flourish while decreasing both desperation and economic gluttony.

We can debate whether prosperity and peace lead people to be less religious or vice versa. Indeed evidence supports the view that religion thrives on existential anxiety. But even if this is the case, there’s good reason to suspect that the connection between religion and malfunctioning societies goes both ways. Here are six ways religions make peaceful prosperity harder to achieve.

1.  Religion promotes tribalism. Infidel, heathen, heretic. Religion divides insiders from outsiders. Rather than assuming good intentions, adherents often are taught to treat outsiders with suspicion. “Be ye not unequally yoked with unbelievers,” says the Christian Bible. “They wish that you disbelieve as they disbelieve, and then you would be equal; therefore take not to yourselves friends of them,” says the Koran (Sura 4:91).

At best, teachings like these discourage or even forbid the kinds of friendship and intermarriage that help clans and tribes become part of a larger whole. At worst, outsiders are seen as enemies of God and goodness, potential agents of Satan, lacking in morality and not to be trusted. Believers might huddle together, anticipating martyrdom. When simmering tensions erupt, societies fracture along sectarian fault lines.

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Wenn “Besorgte Eltern” zur realen Bedrohung werden

Bild: blog.aidshilfe.de

Die bundesweit agierende Initiative „Besorgte Eltern“ protestiert gegen den modernen Sexualkundeunterricht an Schulen und entpuppt sich als homosexuellenfeindliche und antifeministische Bewegung. In Kassel formiert sich nun eine Gegenkundgebung, angeführt von der AIDS-Hilfe Kassel.


Von Axel Schock|Deutsche Aidshilfe

„Werbung für sexuelle Vielfalt? Nein Danke“ und „Finger weg von unseren Kindern“ ist auf ihren Transparenten und Demoplakaten zu lesen. In mittlerweile monatlichem Turnus ruft die Bewegung „Besorgte Eltern“ seit 2014 zu Protestaktionen auf, quer durch die Republik. Allein in diesem Jahr sind bislang 13 solcher Demonstrationen angekündigt, so unter anderem am 25. April in der documenta-Stadt. Doch es formiert sich Widerstand. Unter dem Motto „Für Vielfalt und ein buntes Miteinander in Kassel“ hat ein breites Bündnis vom AStA der Universität, von pro familia und Parteien wie Die Linke, SPD und Bündnis 90/die Grünen bis zum CSD e. V. zu einer Gegenkundgebung aufgerufen.

Die Federführung dazu hat die Aidshilfe Kassel. Der 21-jährige Tarek Shukrallah, Projektkoordinator für Schwule, Bisexuelle und andere MSM in der AIDS-Hilfe Marburg e.V., beteiligt sich auch an den Mobilisierungen. Was die Bewegung „Besorgte Eltern“ antreibt und weshalb dem Aufruf der AIDS-Hilfe Kassel e.V. Folge geleistet werden sollte, den Homohassern Einhalt zu bieten, erklärt er im Gespräch mit magazin.hiv.

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Pfaffenangst: Europa wird vom Atheismus bedroht

Die atheistische Bedrohung

Die atheistische Bedrohung

Papst Franziskus fordert bei einem Treffen mit Rabbinern Juden und Christen auf, den “Sinn für Religion” lebendig zu halten – und kündigt Besuch des Grabtuchs in Turin an


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Petersplatz eine “schnelle und entschiedene” Reaktion der internationalen Gemeinschaft gefordert. Die ertrunkenen Flüchtlinge seien “Hungrige, Verfolgte, Verletzte, Ausgebeutete und Kriegsopfer auf der Suche nach einem besseren Leben und nach Glück”, es seien “Männer und Frauen wie wir”. Einen Tag zuvor hatte er beim ersten offiziellen Besuch des neuen italienischen Präsidenten Sergio Mattarella darauf hingewiesen, dass Italien mehr Unterstützung bei der Aufnahme der Flüchtline benötige und allgemein eine “konkrete Solidarität” notwendig sei. Er forderte einen größeren Einsatz Europas und der Welt für die Flüchtlinge.

In einer kurzen Rede zu dieser Gelegenheit bekannte sich Franziskus zur Trennung von Staat und Kirche, wünschte sich aber ein gutes Verhältnis. Ein Treffen mit einem Politiker scheint sich hier schon sehr von einem solchen mit anderen Geistlichen zu unterscheiden. Am Montag empfing Franziskus im Vatikan europäische Rabbiner. Dabei verurteilte er mit Blick auf die Anschläge in Paris und Kopenhagen gegen Juden “jede Form von Antisemitismus” und forderte dazu auf, “dem hebräischen Volk seine Solidarität zu zeigen”. Mit Hinweis auf die Befreiung des KZs Auschwitz vor 70 Jahren und die Shoa müssten auch jetzt, “überall Hass- und Gewalttaten gegen Christen und Angehörige anderer Religionen verurteilt werden”.

Offenbar sieht Franziskus nicht nur Hass und Gewalt gegen Anhänger von Religionen, sondern in Europa die Religion selbst bedroht. Anders als die Rechtspopulisten warnt er aber nicht vor dem Untergang des Abendlandes durch eine angebliche Islamisierung, die europäischen Gesellschaften seien vielmehr zunehmend durch den “Säkularismus” und der “Drohung des Atheismus” bedroht, also durch eine Abkehr vom Glauben oder, was es auch bedeuten könnte, durch einen weiteren Fortschritt der Aufklärung. Mehr denn je sei es wichtig, die “geistige und religiöse Dimension des menschlichen Lebens herauszustellen”.

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Schluss mit der Betroffenheit!

Bild aus einem Video von UNHCR.

Stilles Gedenken, eine Blume in den Wellen, Trauer-Smileys – die Tragödie im Mittelmeer hat uns aufgewühlt. Was für ein verlogenes Schauspiel.


Von Selma Mahlknecht|TELEPOLIS

Als im November 2014 die italienische Seenotrettungs-Operation “Mare Nostrum” durch das Programm “Triton” ersetzt wurde, gab es keinen Zweifel: Es würde Tote geben. Viele Tote.

Entsprechend kritisch fielen die Kommentare von Menschenrechtsorganisationen aus, Zeitungsartikel nahmen Stellung. Umsonst. “Mare Nostrum” wurde versenkt, praktischerweise in der Wintersaison, die von Natur aus ruhiger ist. Im Alltagslärm der üblichen Sensationen, Katastrophen und Katzenvideos geriet das Flüchtlingsdrama in den Hintergrund.

Und jetzt das: innerhalb einer Woche hunderte Tote.

Das Geschrei ist groß. Wie konnte das geschehen?

Plötzlich haben es alle sehr eilig mit Beteuerungen, Mahnungen, Appelle an Menschenwürde, Menschenrechte, Menschenfreundlichkeit. Plötzlich sind alle dagegen. Also: gegen das Sterben. Und dafür. Dass “endlich was passiert”.

Dabei ist lediglich eingetreten, was vorhergesagt worden war. Wir sind sehenden Auges in dieses Desaster hineingegangen. “Hineingeschlittert” ist da niemand, es war kein “Unfall”, keine “widrigen Umstände” waren hier am Werk. Was im Mittelmeer geschehen ist, ist wortwörtlich der europäischen Willkür geschuldet. Wir haben es bewusst und damit letztlich billigend in Kauf genommen. Und mit “wir” meine ich alle, die nicht vehement gegen diese angekündigte Tragödie eingetreten sind. Ich meine die Höhen der von jeglicher Menschlichkeit losgelösten Politik, ich meine die Niederungen des gemeinen Bürgers. Ich meine Sie und mich. Wir haben es kommen sehen. Jeder, der etwas anderes behauptet, lügt. Wir haben es kommen sehen und wir haben nichts unternommen. Gewiss: Ausschließlich noble und nachvollziehbare Beweggründe haben uns am einzig Richtigen gehindert.

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Whistleblower und investigative Journalisten bald im Abseits?

foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz) Wikileaks ist überall - und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.

foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz)
Wikileaks ist überall – und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.

Eine neue EU-Richtlinie will Geschäftsgeheimnisse besser schützen, könnte aber Aufdeckern von Missständen das Leben schwer machen


Von Brigitte Zarzer|TELEPOLIS

In Zeiten der Globalisierung und technischen Vernetzung wird der effiziente Schutz von Geschäftsgeheimnissen für Unternehmen immer wichtiger. Eine geplante EU-Regelung will hier der Wirtschaft helfen und unterschiedliche Länderregelungen harmonisieren. NGOs, Journalisten und Gewerkschaftsvertreter warnen allerdings: Aufgrund der Richtlinie könnten bedenkliche Praktiken von Unternehmen künftig unentdeckt bleiben, zumal bei Weitergabe und Veröffentlichung von Informationen mit kaum abschätzbaren rechtlichen Folgen zu rechnen wäre.

Es gebe einige “ernsthafte Bedrohungen für die Arbeit von Journalisten und Gewerkschaftsvertretern”, kritisierte Mogens Blicher Bjerregard von der Europäischen Journalistenföderation (EFJ) die geplante EU-Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Diese soll in den nächsten Monaten dem EU-Ministerrat nochmals vorgelegt und dann vom EU-Parlament beschlossen werden. Neben der EFJ haben auch zahlreiche andere Journalistenorganisationen, NGOs und Gewerkschaftsvertreter Protest eingelegt.

Journalisten fürchten aufgrund verschiedener Passagen und Formulierungen, dass sie künftig jede Information vorab von Juristen prüfen lassen müssten, bevor sie überhaupt eine Enthüllungsgeschichte veröffentlichen könnten.

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Neil deGrasse Tyson: Politicians Denying Science Is ‘Beginning Of The End Of An Informed Democracy’

CREDIT: National Geographic Channels/Scott Gries

What will you be doing on Monday, 4/20, at 11 p.m.?
Perhaps watching the premiere of acclaimed astrophysicist and author Neil deGrasse Tyson’s new show StarTalk. Tyson, who may be best known for hosting the reboot of Carl Sagan’s Cosmos series in 2014, will now be appearing weekly on the National Geographic Channel in what may be the first late-night science talk show.


By Ari Phillips|CLIMATEPROGRESS

Along with a trusty cast of comedians and science-minded folks like Bill Nye, Tyson hopes the adaptation of his popular podcast to a broadcast format will make getting a regular dose of science as pain-free as possible. He thinks that by embedding it between pop culture discussions and entertaining asides, the science will go down easy, and even leave you wanting more. And he’s right.

The first episode features an interview with George Takei, who requires no introduction to any Star Trek fans: he played Hikaru Sulu, helmsman of the USS Enterprise. Takei has also become known for his activism surrounding human rights. Other guests this season include President Jimmy Carter, director Christopher Nolan, evolutionary biologist Richard Dawkins, astronaut Chris Hadfield, and Ariana Huffington.

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Die ganze Erbärmlichkeit des Christentums

jesus_love_noLiebe Afrikaner, Europa und die ganze “zivilisierte”, christliche Welt braucht Euch nicht. Wir brauchen Eure Bodenschätze, Seltene Erden, Metalle, Öl, Diamanten, Gold, aber Euch brauchen wir nicht. Es ist ein tödliches Missverständnis, dass Ihr der Meinung seit, Euer Lebensglück läge im Norden, über den kleinen Teich, gemeinhin bekannt als Mittelmeer.
Selbst wenn die Förderung aller Reichtümer Eurer Länder, die Grundlagen des Lebens zerstören. Die Korruption, religiöser Wahnsinn Euch flüchten lassen.

Die christlichen Werte der ach so christlichen Welt sind beliebig. Man redet über Lebens-und Sterbehilfe, weil man befürchtet die Kontrolle über den Pöbel zu verlieren, und begründet dies gut-christlich. Ihr könnt nicht ernsthaft meinen Teilhabe in der Zivilisation zu erlangen. Das ist anmaßend, Ihr seit eine ernsthafte Bedrohung der westlichen Sozialsysteme und im göttlichen Schöpfungsplan des Christentums ist kein Platz für Euch.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Präambel:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.

Beseelt und verantwortlich gilt nicht für Euch. Die Würde des Menschen ist durch das Christentum jederzeit verletz-und antastbar. Es ist eine Frage der Prioritäten und nicht eine Frage der Menschlichkeit. Die gut bestellten Zivilisationen des Westens haben Angst vor Euch, Ihr seid Reichtum-schmälernd.

Immer dann, wenn die Menschlichkeit im Mittelmeer ersäuft erschrecken die Routinen, die Schlagzeilen und die Empörung der Politiker. Nicht zu vergessen die Schlagwortgeber aus den Kirchen, völlig nebensächlich ob nun evangelisch oder katholisch, geheuchelte Barmherzigkeit, die begrenzte Sicht christlicher Menschen, egoistisch allemal. Geheuchelte Betroffenheit, Tote als Abschreckung, das hat System und wird, weil man die Deutungshoheit in Sachen christlicher Nächstenliebe besitzt, beliebig verwendet. Solange der zivilisatorische Gradmesser Christentum mehr Geld für das Töten von Menschen ausgibt, als für Bildung, wirtschaftlicher Hilfe, Aufbau funktionierender Sozialsysteme, Beseitigung von lokaler Korruption, solange wird weiter Ersoffen und die Tränen der religiösen Politiker sind heimliche Freudentränen.

Ihr seid keine willkommene Ware. Mietet Euch ein Containerschiff, produziert Frachtpapiere und ihr werdet von den Seekriegsschiffen der Christenheit in die Häfen Eurer Träume geleitet. Ware ist willkommen, Menschen nicht.

Isaac Asimov: “Kreativität braucht Isolation”

(Rowena Morrill / Wikipedia / GNU FDL)

In einem bisher unveröffentlichten Essay von 1959 beschreibt der berühmte Science-Fiction-Autor Isaac Asimov, wie sich Kreativität anregen lässt.


Von Issac Asimov|Technology Review

1959 wurde der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov von seinem Freund Arthur Obermayer als externer Berater zu einem Projekt der US-Regierung eingeladen. Es ging darum, kreative Konzepte für ein Raketenabwehrsystem zu entwickeln. Asimov kam zu einigen Sitzungen, entschied sich dann aber gegen eine Mitarbeit, weil er keinen Zugriff auf geheime Informationen haben wollte – das hätte seine Redefreiheit eingeschränkt. Vor seinem Abschied schrieb er als einzigen offiziellen Beitrag diese Abhandlung. Sie blieb unveröffentlicht, bis Obermayer sie vor Kurzem beim Aufräumen alter Akten wiederentdeckte.

Worin auch immer der Prozess der Kreativität genau bestehen mag, er ist in allen Bereichen im Wesentlichen derselbe. Ob also eine neue Kunstform, ein neues Gerät oder ein neues wissenschaftliches Prinzip erschaffen wird, immer sind ähnliche Faktoren im Spiel.

Um das Phänomen zu verstehen, kann man sich anschauen, wie die großen Ideen der Vergangenheit entstanden sind. Leider aber ist den Erschaffenden selbst niemals klar, mit welcher Methode sie vorgegangen sind.

Was aber, wenn zwei Personen gleichzeitig und unabhängig voneinander auf dieselbe bahnbrechende Idee kommen? Ihre Gemeinsamkeiten könnten sehr erhellend sein. Nehmen wir die Theorie der Evolution durch natürliche Selektion, unabhängig voneinander erdacht von Charles Darwin und Alfred Wallace.

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“Ex Machina”: Das Ding aus einer allzu nahen Welt

ex-machina

foto: upi Künstliche Intelligenz auf zaghafter Entdeckungsreise: In Alex Garlands cleverem Science-Fiction-Drama “Ex Machina” ist der vernunftbegabte Roboter Ava (Alicia Vikander) die neueste Errungenschaft eines Technologiekonzernchefs

“Ex Machina” ist ein kluger und kompakter Science-Fiction-Film über Menschen, die sich mit künstlichen Intelligenzen messen. Ein Gespräch mit dem Science-Fiction-Autor Alex Garland, der erstmals auch Regie geführt hat.


Gespräch|Dominik Kamalzadeh|derStandard.at

Mit dem wachsenden Optimismus, demnächst über avancierte Formen künstlicher Intelligenz zu verfügen, werden auch die Warnrufe lauter. Der Physiker Stephen Hawking meinte Ende vergangenen Jahres gar, A. I. könnte das Ende der Menschen einläuten – die Wesen würden beginnen, sich selbst zu reproduzieren. Auch wenn er dies später wieder etwas relativierte: Die Vorstellung, eine Technologie könnte sich über ihre Schöpfer erheben, ist nicht aus der Welt zu schaffen.

Der britische Science-Fiction-Autor Alex Garland, der mit seinem Aussteigerroman The Beach (1996 verfilmt mit Leonardo DiCaprio) mit 26 Jahren zum Star seines Genres wurde, schätzt diese Ängste im Gespräch mit dem STANDARD gelassener ein. Hawking sei unglaublich intelligent, doch “wir sollten uns nicht vor Technologien fürchten, sondern vielmehr vor uns selbst. Menschen sind immer zu noch schrecklicheren Dingen fähig.”

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Leaving the Body Behind: A History

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Bild: Camille Flammarion, 1888; Color : Hugo Heikenwaelder, 1998, wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0/ bearb.: bb

Over the past week, Motherboard has tackled the question of whether or not the human body is becoming obsolete from a variety of angles, from immortality to killer robots. The very fact that we are able to realistically pose this question is itself a meaningful sign of the times, indicating that we may  finally be on the threshold of abandoning the natural human body.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

As I wrote earlier this week, the pursuit of a better body has been going on for at least 40,000 years, and has manifested itself in everything from zoomorphic religious sculptures to the incredible capabilities of modern prosthetics.

Still, even this long and storied history pales in comparison to the quest to abandon our meatbag bodies completely. In fact, achieving total incorporeality is arguably the most persistent preoccupation of our species, whether it takes the form of belief in a spirit-based afterlife, an out-of-body experience, or in the brave new world of the 21st century, uploading our brains into a digital format.

It’s impossible to pin down exactly where this obsession with immateriality originated or why it is such a powerful cross-cultural force. But speculatively speaking, the smart money is that it has something to do with the epic bummer that is mortality.

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Justizminister Austria: Schutz religiöser Lehren “muss unbedingt bleiben”

Wolfgang Brandstetter , © APA/Hans Klaus Techt

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat sich am Freitag “absolut gegen die ersatzlose Streichung” des Gesetzes gegen die Herabwürdigung religiöser Lehren gewandt. Anlass war eine Veranstaltung der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten über Blasphemie. Sie fand unter starkem Polizeischutz im Bischöflichen Sommerrefektorium der Landeshauptstadt statt.


kathweb

Zuletzt lösten die Ereignisse um die französische Satire-Zeitschrift “Charlie Hebdo” eine hitzige Debatte aus. In Österreich wird derzeit über die Berechtigung des Paragrafen 188 StGB (Strafgesetzbuch), der den Tatbestand der Herabwürdigung religiöser Lehren zum Inhalt hat, debattiert.

Brandstetter, der per Videoschaltung zu Wort kam, betonte, das Thema sei hochaktuell und brisant. Einer ersatzlosen Streichung des Paragrafen 188 könne er “absolut nichts abgewinnen”. Das Grundrecht auf Freiheit der Kunst verbiete zwar einen Eingriff in den Kunstbereich, sei aber kein Freibrief für Straftaten und das Hinwegsetzen über einfache Gesetze.

Der Minister appellierte, dass es ein Mindestmaß an Toleranz brauche. Darauf würden ja auch Künstler pochen. Wenn religiöse Gefühle verletzt werden, könne das nicht so einfach hingenommen werden.

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Impfgegner: Ihr Motzer da draußen

Image: Katie Schwartz

Image: Katie Schwartz

Muss man immer noch über Feminismus diskutieren? Und über den Sinn von Impfungen? Oder zeigen diese Debatten bloß, dass eine demokratische Gesellschaft nur so intelligent ist wie ihre dümmsten Mitglieder?


Von Sibylle Berg|SpON

In der “Welt” diskutieren Mitarbeiter in Serie über den Feminismus, ein Wort, das ich auch nicht mehr lesen oder hören kann, ohne dass mir die Knie einschlafen. Als ob man seit 50 Jahren darüber redete, ob LehrerInnen Kinder schlagen dürfen oder nicht. Irgendwann müssen gesellschaftliche Probleme in einer demokratischen Welt die Phase der Diskussion verlassen und politisch zu Gesetzen werden, anders scheint mitunter keine Entwicklung möglich. Das Impfen, Sie erinnern sich? Rückkehr zu Masern, Mumps und Keuchhusten, es ist ja auch sonst nichts los. Ich wagte im Freundeskreis, den ich nicht besitze, jüngst die These, dass es westlichen Eltern bald gelingen würde, in eben den westlichen Ländern auch die Kinderlähmung wieder einzuführen. Zum Wohle aller. Ich komme noch aus einem Jahrhundert (zwei Kriege habe ich erlebt), als Kinder mit Geh-Schienen im öffentlichen Raum normal waren. Es lehrte uns Kindern Demut. Vielleicht scheint das Impf-KritikerInnen erstrebenswert.

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Braune Esoterik: Von Dethlefsen bis Osho

Sektenführer Bhagwan grüsst seine Anhänger (1984). Foto: Keystone

Letzte Woche schrieb ein Kommentator in diesem Blog zum Thema «Religiöse Fanatiker destabilisieren die Welt», Kriege und das Töten seien «gerechtfertigt, wenn damit die göttliche Ordnung (Ethik) wieder hergestellt wird».


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Ein Satz, der aufhorchen lässt. Ein Satz, der unverkennbar von einem Esoteriker stammt. Ein Satz auch, der die Geisteshaltung vieler spiritueller Sucher ausdrückt. Eine Aussage, die zeigt, was gern kaschiert wird oder vergessen geht: Manche Ideen der modernen Esoterik haben eine braune Schlagseite, und radikale Anhänger pflegen ein faschistoides Gedankengut.

Verhängnisvoll dabei ist, dass Esoterik in der breiten Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird. Die moderne Spiritualität gilt als sanfte Diszplin und Gegenkonzept zu unserer techniklastigen Umwelt und dem unmenschlichen Wirtschaftssystem. Esoterik als sanfte Alternative zur Welt der gnadenlosen Verdinglichung. Dass sich unter dem Mäntelchen einer modernen Spiritualität eine radikale Ideologie versteckt, erfährt nur, wer sich nicht blenden lässt.

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Gottlose Schweizer? «Glaube muss nichts mit Religion zu tun haben»

Bild: 20min.ch/infografiken

Zwei Drittel der Schweizer – und damit mehr denn je – bezeichnen sich als nicht religiös. Die Umfrageergebnisse lösten unter den Lesern eine rege Debatte aus.


20minuten.ch

Gemäss einer Erhebung des internationalen Meinungsumfrageinstituts WIN/Gallup geben nur noch 38 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an, religiös zu sein. Die restliche Bevölkerung bezeichnet sich entweder als nicht religiös (46 Prozent), als atheistisch (12 Prozent) oder macht keine Angaben (4 Prozent).

Drei Jahre zuvor waren noch 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung religiös. Im Jahr 2005 gar 71 Prozent. Die deutliche Abnahme löste unter den Leserinnen und Lesern eine rege Debatte aus. In über 500 Kommentaren tauschten sie sich über die Vor- und Nachteile einer Abwendung von der Religion aus und diskutierten die Gründe für den Rückgang.

«Ein Grund ist die Faulheit der Priester»

Viele Kommentierende möchten klarstellen, dass sie sich zwar als nicht religiös, aber dennoch als gläubig bezeichnen. So auch Leser «Religionslos»: «Glaube hat nicht zwangsweise mit Religion zu tun. Man kann auch gläubig sein, ohne in die Kirche zu gehen.»

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