Charlie-Hebdo-Anschlag: Einbruch der Gewalt

„Den Mann, der ich vor dem Anschlag war, gibt es nicht mehr“: Philippe Lançon Bild: Annette Hauschild
Der französische Journalist und Schriftsteller Philippe Lançon hat am 7. Januar 2015 in Paris das Attentat auf „Charlie Hebdo“ überlebt. Und er hat um sein Leben geschrieben: „Der Fetzen“ heißt sein beeindruckendes Buch.

Von Julia Encke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Heldin dieses Buchs, das kein Roman und doch ergreifender, dichter und literarischer ist als so viele der neuen Romane dieses Frühjahrs, ist eine Frau. Chloé heißt sie oder, wie Philippe Lançon, dessen Leben von ihr abhängt, sie besitzergreifend nennt: „meine Chirurgin“. Eine energische junge Ärztin, ironisch, fast heiter inmitten des Desasters; eine „unvollkommene Fee“, die Emphase und Sentimentalität verabscheut und ihr Leben im OP verbringt.

Es ist der 6. Januar 2017 gegen zehn Uhr. Philippe Lançon sitzt Chloé im Sprechzimmer der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Pariser Salpêtrière gegenüber. Er kennt sie kaum, doch hat sie in seinem Leben eine übertriebene Bedeutung angenommen. Draußen ist ungefähr das gleiche Wetter wie damals vor zwei Jahren, grau und frisch, als er nach dem Attentat auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Krankenwagen hierhergebracht wurde. Philippe Lançon hat überlebt. In den Sekunden nach dem Attentat, während er zwischen den toten Freunden und Kollegen lag, war es ihm gelungen, sein Handy aus der Jackentasche zu holen, das Passwort einzugeben und sich durch die Kontaktliste bis zu dem Namen seiner Mutter zu scrollen, die unter „Madre“ gespeichert war, als er sein Gesicht auf dem Display entdeckte.

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Der Gutbürgerschreck

Atemlosigkeit, Sprunghaftigkeit, Unterhaltsamkeit: Slavoj Žižek. (Foto: imago stock&people)
  • Der Philosoph Slavoj Žižek wird 70.
  • Er ist ein hyperaktiver, oft hypernervöser und immer humorvoller Kritiker der selbstgerechten linksliberalen Eliten des Westens.
  • Passt seine Paradaerolle als Gutbürgerschreck noch in eine Zeit, in der das Böse leider längst nicht mehr nur auf der guten Seite steht?

Von Jens-Christian Rabe | Süddeutsche Zeitung

Die obligatorische Frage, was er an seinem 70. Geburtstag am 21. März tun wird, hat Slavoj Žižek vor einigen Wochen schon selbst in seiner Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beantwortet. Er wird natürlich nicht feiern, weil ihn in seinem Alter Geburtstage zu sehr an den Tod erinnerten. Vielmehr wird er den ganzen Tag an einem neuen Hegel-Buch arbeiten, das im kommenden Jahr anlässlich von dessen 250. Geburtstag erscheinen soll: „Ich werde versuchen, gar nicht als Person zu existieren, sondern als ein Werkzeug der Verwirklichung dieses Buches.“ Typisch Žižek. Aus dem Text spricht ein ziemlich unphilosophischer Trotz dem Tod gegenüber. Für weisen Gleichmut gibt es die langweiligen Philosophen.

Žižek fürchtet den Tod nicht als den, der ihm sein Leben nimmt, sondern als den, der ihm seine Arbeit nimmt. Das ist der ultimative Horror der hypernervösen Ideologiekritikmaschine namens Slavoj Žižek, weshalb er im wesentlichen Teil der Kolumne konsequenterweise auch nicht über den sentimentalen Geburtstagskram schreibt, sondern über die Bande seines aktuellen Lieblingswitzes lieber ein Werkzeug der Verwirklichung von Ideologiekritik ist.

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„Things did take a weird-ass turn around 2016“

Iron Sky 2: The Coming Race. Bild: © Splendid Film / Tomi Tuuliranta
Timo Vuorensola, film director of „Iron Sky“, about his new film „The Coming Race“, Donald Trump and reptiloids

Markus Kompa | TELEPOLIS

Mr Vuorensola, in your movie Iron Sky you had offered the grotesque dystopia that Americans had made a kind of Sarah Palin president. Now Earth has an even more unusual POTUS. How reliable is your information about Nazis on the moon?

Timo Vuorensola: Things did take a weird-ass turn around 2016 and we felt that the real world upped the ante in regards of crazyness. After 2016, it’s been more challenging to write films like Iron Sky, because nearly every day the real world over-Iron Skyifies itself and things become weirder and weirder.

Thus, with „Iron Sky: The Coming Race“ we wanted to take a big enough leap forward to make sure our film still has some ammunition left when it hits the theatres. Thus, we have hollow Earth, dinosaurs and lizard Hitler among many other things. Those, we hope, won’t start coming true in the following 6-7 years from now, like it did actually happen with the first Iron Sky. Every morning you wake up and read of yet another thing that we already had in our movie back in 2012, now coming true.

Current President Donald J. Trump has plagiarized parts of Iron Sky’s material during the election campaign and has now even launched a Space Force, also sketched by you. Will you defend yourself legally against this unfriendly act?

Timo Vuorensola: I think Trump has already enough legal troubles, we don’t want to add any more to his plate. I mean, he is, in the end, our best marketing strategy.

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Liberale Moschee in Berlin: Wo Frauen neben Männern beten

In Berlin-Moabit hat sich 2017 eine liberale Moscheegemeinde gebildet. (Foto: imago/ZUMA Press)
Beide Geschlechter beten gemeinsam, Frauen können vorbeten und predigen. Was in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin normal ist, provoziert viele streng konservative Muslime. Die kleine Gemeinde kämpft für eine andere Art, muslimisch zu sein.

Von Sonja Gurris | ntv

Wer die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit besuchen will, muss erst einmal das Gelände der Johanniskirche durchqueren. Denn in einem Nebengebäude der evangelischen Kirche liegt in der dritten Etage der helle muslimische Gebetsraum. Ein großer, weißer Teppich und ein Dutzend ausgerollte grün-weiß gemusterte Gebetsteppiche liegen auf dem Boden. Bunte Fensterkacheln tauchen den Raum in ein angenehmes Licht. Auf einer kleinen Stufe am Rand liegen viele Kissen, auf denen sich Gäste niederlassen können.

An diesem Mittag kommen nur wenige Männer und Frauen zum gemeinsamen traditionellen Freitagsgebet zusammen. Das liege auch an der Uhrzeit, sagt Imamin Manaar, schließlich müssten viele um 14 Uhr noch arbeiten.

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Venus im Schaltkreis

VNS matrix, screenshot: bb
Was macht der Feminismus in der virtuellen Welt des Cyberspace? Eine Ausstellung in Zürich zeigt bizarr markierte Geschlechtsöffnungen und führt ein ins Östrogen-Hacking

Von Hans-Joachim Müller | DIE WELT

Zumindest zwei Grundannahmen sollte man akzeptieren, im Zürcher Migros Museum für Gegenwartskunst und der Ausstellung zum „Post-Cyber-Feminism“. Achtung, jetzt nur keinen Sternchenfehler machen. Erstens: Die Künstler*innen gehören in der Mehrheit der sogenannten „Post-Internet-Ära“ an. Was meint, dass ihnen von Geburt an keine andere als die digital aufgerüstete Welt zu Füßen oder zu Händen lag.

Woraus folge, dass man von einer „menschlichen Doppelexistenz im Realen wie im Virtuellen“ auszugehen habe und „unsere Realität als computermedial erzeugter Sinnhorizont definiert“ werden müsse. Das kann man so stehen lassen.

Man könnte allerdings auch mit der gebotenen Bescheidenheit einwenden, dass unsere Avatare wunderhübsche poetische Geschöpfe sind, die vielleicht doch nicht mehr intellektuelle und emotionale Zuwendung verdienen als unsere Haustiere. Jedenfalls entspräche es nicht gleich einer Verkennung des Sinnhorizonts, wenn man noch eine Weile auf der ontologischen Differenz zwischen dem Virtuellen und dem Realen bestünde.

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‘Jesus didn’t come to make us rich’ — and Trump’s popularity among evangelicals exposes them for what they really are: Chris Hedges

Image: RawStory
America is a country beset by junk politics. This is one of the main reasons Donald Trump is president. Junk politics is many things. It is an obsession with the “horse race” of campaigns and elections, rather than a substantive discussion of the real issues that affect the lives of the average American and the country as a whole.

Chauncey Devega | RawStory

Junk politics is a form heavily defined by spectacle, distraction, superficiality and novelty. It is not a space for serious, sustained, and in depth discussion of serious matters of public concern. Junk politics is personality-driven and its preferred mode of communication is short slogans and sound bites.Twitter offers a pre-eminent example of how literacy has been gutted by that platform’s arbitrary limit of 280 characters or less. Junk politics is lived through and enabled by the fact that many Americans lack basic civil literacy and have lost faith in the state’s ability to protect their basic rights and ensure opportunities for upward economic mobility — or even basic economic stability. If the American Dream is dead, junk politics struck one of the lethal blows.

Economic precariousness, societal instability and personal loneliness are byproducts of an American society where junk politics rule. They are also preconditions for how junk politics has thrived in the Age of Trump.

In this wide-ranging conversation, I spoke with Chris Hedges about America’s junk politics. He is the author of numerous award winning and bestselling books including “Empire of Illusion: The End of Literacy and the Triumph of Spectacle,” “Death of a Liberal Class,” “War Is a Force That Gives Us Meaning,” “American Fascists: The Christian Right and the War on America” and “Days of Destruction, Days of Revolt.”

Hedges has also written for the New York Times, the Christian Science Monitor and NPR. He is currently a contributing writer for the political commentary and news analysis website Truthdig. His newest book is “America: The Farewell Tour.”

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„Der Klassenbegriff ist planmäßig zerstört worden“

Grafik: TP
Bernd Stegemann über die Aufstehen-Bewegung, über Ausgrenzung, Doppelmoral und das Fehlen einer linken Erzählung, „die die soziale Frage ins Zentrum stellt“

Paul Schreyer | TELEPOLIS

Herr Stegemann, Sie sind seit 20 Jahren Dramaturg am Theater, außerdem Professor an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, Autor von politischen Sachbüchern und seit 2018 auch Vorsitzender des Trägervereins der Aufstehen-Bewegung. Zunächst: Wie ist zur Zeit der Stand bei „Aufstehen“? Wie geht es weiter nach dem Rückzug von Sahra Wagenknecht aus der Spitze der Sammlungsbewegung?

Bernd Stegemann: Wagenknecht zieht sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem organisatorischen Tagesgeschäft von Aufstehen zurück, so wie sie auch nicht mehr als Fraktionsvorsitzende der Linkspartei kandidieren wird. Sie hat Aufstehen gegründet und wird auch weiterhin Teil der Bewegung bleiben, die sie nach Maßgabe ihrer Kräfte solidarisch unterstützt.

Wie geht es nun weiter?

Bernd Stegemann: Brecht würde sagen, damit sind wir endgültig in den „Mühen der Ebene“ angekommen. Nach der großen Anfangseuphorie, wo wir wirklich überrascht und sehr erfreut waren, haben sich viele Detailprobleme aufgetürmt, überwiegend organisatorischer Natur, die wir jetzt versuchen müssen zu lösen. Und das ist natürlich sehr schwer bei einer Bewegung, die nur aus Ehrenamtlichen und Freiwilligen besteht. Vom Programmieren der Webseite bis zur Verwaltung der Daten, der Finanzen und so weiter ist das ein Wust an Arbeit, der momentan noch keine entsprechende Organisationsstruktur gefunden hat, um sie wirklich zu bewältigen.

Gibt es in diesem Jahr größere Aktionen?

Bernd Stegemann: Ja, die gibt es laufend. Ende Februar fand ein großes Aktionscamp in Dortmund statt. Am 14. März gibt es eine große Veranstaltung in Hamburg, wo Sahra Wagenknecht auftritt, außerdem in Leipzig, es gibt in Berlin ein großes Treffen der dortigen Gruppen im April. Aufstehen lebt in über 200 lokalen Gruppen, die sich alle regelmäßig treffen. Auf der konkreten Ebene läuft es eigentlich verblüffend gut, auf der Ebene der Gesamtorganisation schleppt’s.

Innsbrucker Theologe: Atheisten argumentieren häufig unter Niveau

Öffentliche Wortmeldungen von Atheisten und Naturwissenschaftlern zu Fragen von Religion, Kirche oder Theologie können zu einem wahren Ärgernis werden, wenn sie unter Niveau bleiben.

kathpress

Das stellt der Innsbrucker Theologe Prof. Jozef Niewiadomski in einem Gastbeitrag in der aktuellen Ausgabe der „Tiroler Tageszeitung“ (TT, Mittwoch) fest. „Als Wissenschafter und Theologe kann ich nur noch beten, dass auch die Atheisten lernen, rational und niveauvoll zu argumentieren.“ Anlass der Wortmeldung Niewiadomskis war ein Interview mit der Biochemikerin und bekennenden Atheistin Renée Schroeder am 8. März, dem Weltfrauentag, ebenfalls in der TT. Darin hatte Schroeder u.a. die These aufgestellt, Gott sei „eine Erfindung der Männer“ und Frauen in der Kirche unterdrückt.

Die Aussagen Schroeders seien „ein besonders krasses Beispiel“ für eine Tendenz im öffentlichen Diskurs, Fragen von Religion und Glaube auf einem geradezu kindlichen Niveau abzuhandeln und Gläubige Menschen damit zugleich zu infantilisieren, kritisierte Niewiadomski. Schroeders Aussagen würden daher die Frage aufwerfen, was es eigentlich bedeutet, „dass ausgewiesene Wissenschafter die Grenze ihres Faches radikal überschreiten und mit ihren Stellungnahmen den Eindruck erwecken, als würden sie wissenschaftlich begründete Ansichten zum Besten geben?“

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HVD startet Kampagne „EINE_R VON UNS“

Derzeit kann man überall im Berliner Stadtbild humanistische Botschaften wie diese entdecken. Foto: © HVD Berlin-Brandenburg
Mit Postkarten, Plakaten, Aufklebern und Kinospots will der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Berlin-Brandenburg auf sich aufmerksam machen und für seine Ideen werben.

hpd.de

Seit Ende Februar kann man humanistische Botschaften überall im Berliner Stadtbild finden. Der HVD Berlin-Brandenburg will seine religionsfreie Weltanschauung und Praxis konkret und greifbar machen: „Wir zeigen Gesichter und damit Menschen, die sich in ihrem Alltag für eine menschlichere Gesellschaft stark machen und eine_r von uns sind“, heißt es im Begleitheft zur Kampagne. Diese Gesichter sind männlich und weiblich, alt und jung, queer und kulturell vielfältig. Sie sind so bunt wie die Gesellschaft, für die der HVD eintritt und der er Unterstützung, Rat und Hilfe bieten möchte. „Wir vermitteln unsere Werte, brechen sie auf Alltagshandlungen herunter und schaffen so Anknüpfungspunkte für Interessierte und Gleichgesinnte.“

Die „humanistischen Gesichter“ findet man in Videoportraits, die das Herzstück von EINE_R VON UNS ausmachen. Seit vergangener Woche laufen die Spots auch in verschiedenen Kinos in Berlin und Brandenburg. Auch Plakate mit den humanistischen Botschafterinnen und Botschaftern werden das ganze Jahr über in der Hauptstadt geklebt. Außerdem wird der HVD bis Ende des Monats mit knapp 200.000 „Edgar-Freecards“ in Cafés, Restaurants und Kneipen präsent sein. Dort kann sie jeder aus den Aufstellern kostenlos mitnehmen. Darauf stehen Zitate aus den Videoportraits wie „Es ist scheißegal, wen du liebst“, „Ich bin meine eigene Lebensexpertin“ oder „Gott hilft nicht“. Aufkleber mit Slogans wie „Jeder hat das Recht, frei von Religion zu sein“ gibt es ebenfalls, die öffentlich ausgelegt werden und die man hier bestellen kann.

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Niko Alm: Neue Karfreitagsregelung – ein gelungener Abbau religiöser Privilegien

Die neue Lösung überwindet ungerechtfertigte Bevorzugung und ist weltanschaulich neutral. Die Empörung der Kritiker ist freilich entlarvend

Niko Alm | derStandard.de

Fast jeder freut sich über einen arbeitsfreien Tag, sogar Unternehmer und Geschäftsführer. Doch persönliche Vorteile sind keine Grundlagen für politische Entscheidungen. Und so kann man sich für sich selbst einen neuen Feiertag wünschen, aber den Weg dorthin für politisch nicht richtig halten.

Der Karfreitag war in Österreich in der Zweiten Republik immer ein Werktag für fast alle Berufstätigen. Nur für Protestanten und Altkatholiken wurde im Generalkollektivvertrag eine Ausnahme geschaffen. Sie konnten an dem Tag beten gehen, ohne dafür einen Urlaubstag zu verbrauchen. Die notwendige Arbeit musste gegebenenfalls von anderen Kollegen im Unternehmen geleistet werden. Ora et non labora.

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Humanistischer Salon Nürnberg: Säkulare und christliche Humanisten vereinigt euch?

Das Podium: Michael Bammessel, Helmut Fink, Peter Henkel (v. l. n. r.) Foto: @ Karin Becker
Der bayerische Diakonie-Präsident Michael Bammessel und der religionskritische Autor Peter Henkel rangen im Humanistischen Salon Nürnberg Mitte Februar um ihr Selbstverständnis als Humanisten. Dabei traten vor allem die Reibungsflächen zwischen christlichem und säkularem Humanismus hervor.

Von Brynja Adam-Radmanic | hpd.de

Auch der fünfte Termin der aktuellen Staffel des Humanistischen Salons Nürnberg lockte wieder knapp 60 Interessierte ins Café PARKS – zu Klavier-Livemusik von Claus Gebert, einem Sonntagsbrunch-Buffet und einer prominent besetzten Debatte über weltanschauliche Grenzen hinweg, die von Helmut Fink moderiert wurde.

Bei der Veranstaltung unter dem Titel „Säkularer Humanismus heute – Wie viel Religionskritik brauchen wir?“, zu der Kortizes am 17. Februar 2019 geladen hatte, standen sich keine Hardliner gegenüber. Im Gegenteil. Sowohl Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayerns, als auch Peter Henkel, Journalist und Religionskritiker, positionierten sich bewusst in Opposition zu fundamentaleren Ansichten in den eigenen Reihen.

So war dem religionskritischen Henkel wichtig zu betonen, dass gesellschaftliche Vielfalt und Freiheit zwar gegen kirchliche Kräfte erkämpft sei, aber durchaus ja auch im Inneren der Kirchen. Und dass Religion positive Aspekte hat, die es unabhängig von ihr zu erhalten gelte.

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„Initiative Säkularer Islam“ stellt sich vor

Der Saal der Ibn Rushd-Goethe-Moschee war bis auf den letzten Platz gefüllt (Soeren Stache/dpa)
Wenn es politisch um den Islam geht, stammen die Wortführer meist aus Verbänden wie DITIB oder dem Zentralrat der Muslime. Das will die „Initiative Säkularer Islam“ jetzt ändern. Ihrer Meinung nach sei ein Spektrum der Muslime in Deutschland in der Öffentlichkeit kaum repräsentiert: säkulare Muslime.

Von Sebastian Engelbrecht | Deutschlandfunk

Der Gemeindesaal der liberalen Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin ist bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz gefüllt. 200 Menschen drängen sich in einem schmucklosen 60er-Jahre-Zweckbau, um zu erleben, wie sich die „Initiative Säkularer Islam“ vorstellt. Und das an einem Sonntagabend. Sprecher der Initiative ist Ali Ertan Toprak, CDU-Mitglied und Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland.

„Wir verstehen Musliminnen und Muslime als Bürgerinnen einer demokratischen Gesellschaft, die die Rechte und Pflichten aller anderen Bürgerinnen teilen. Wir sprechen uns für eine Verbesserung der bürgerlichen Teilhabe von Muslimen, aber gegen Sonderrechte für Musliminnen und Muslime aus, und das im Grundgesetz garantierte Recht auf die Freiheit des Bekenntnisses und auf ungestörte Religionsausübung beinhaltet unserer Ansicht nach nicht das Recht, religiöse Normen im öffentlichen Raum durchzusetzen.“

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21. Jahrhundert: Das hinduistische Indien streitet über Menstruationsblut, Sperma und vaginalem Ejakulat

Europäische Medien berichteten über die 620 Kilometer lange #WomenWall nahezu gar nicht Foto: imago/Hindustan Times
In Indien demonstrieren fünf Millionen Frauen, da sie den Sabarimala-Tempel nicht betreten dürfen. Die westliche Berichterstattung ist stereotyp.

Mithu Sanyal | taz.de

Was sind fünf Millionen Inderinnen in einer Reihe? Nein, kein rassistischer Witz, sondern eine Demonstration. Protest like a pro! Also berichteten die europäischen Medien über die 620 Kilometer lange #WomenWall quer durch den indischen Bundesstaat Kerala im Vergleich zum #WomensMarch in Washington … nahezu gar nicht.

So weit, so wenig überraschend. Was sind schon fünf Millionen Inder*innen im Vergleich zu 0,5 Millionen Amerikaner*innen? Ich wusste nicht einmal, ob ich lachen oder vor Wut heulen sollte, dass so viele Medien dieses monumentale Ereignis schlicht ignorierten. Wenn nämlich doch darüber geschrieben wurde, dann als eine Version von: „Was wollen die Inderinnen? In den Tempel gehen. Warum dürfen sie nicht? Weil im Hinduismus Frauen während ihrer Periode als unrein gelten.“

Ey, wir sind über eine Milliarde! Glaubt ihr tatsächlich, wir hätten erst jetzt bemerkt, dass aus der Hälfte von uns in regelmäßigen Abständen Blut rausläuft, und würden daraus schließen, dann wäre wohl der Teufel in sie hineingefahren? Falsch, das ist der Film „Der Exorzist“ und nicht „Der Hinduismus“.

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Fantastische Tierwesen: Der Biologe Axel Meyer zur Evolution

Prof. Axel Meyer, PH.D., Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz.
Bild: ebenda
Der Evolutionsbiologe Axel Meyer forscht zur fantastischen Artenvielfalt und ihren Entwicklungen. Doch: Ergeben die auch immer einen Sinn?

Kathrin Gemein | WAZ

Axel Meyer ist Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz und beschäftigt sich in seiner Forschung mit evolutionären Prozessen der Artenbildung und der genomischen Basis von Anpassungen. Kathrin Gemein sprach mit ihm über außergewöhnliche Lebewesen, wie sich solche Eigenschaften genetisch entwickelt haben und ob die Evolution denn eigentlich immer Sinn ergibt.

In der Schule haben die meisten gelernt, dass Evolution bedeutet, dass Veränderungen durch zufällige Mutationen des Erbmaterials entstehen – und sich von denen die stärksten durchsetzen.

In den Grundzügen ist das natürlich so richtig. Ich glaube, was oft unterschätzt wird, ist die tatsächliche Rolle des Zufalls. Es gibt ein Phänomen, das ich „eingefrorene Zufälle“ nenne – wie zum Beispiel der Umstand, dass wir fünf Finger haben. Von unseren Fischvorfahren gab es welche mit fünf, welche mit sieben und welche mit zwölf Fingern – überlebt haben durch Zufall eben die, die mit fünf Fingern im Devon ans Land gekrabbelt sind. Und seitdem haben nahezu alle Frösche und Salamander, Vögel und Säugetiere fünf Finger, manchmal weniger, aber nie mehr. Dabei kann man sich vorstellen, dass zum Beispiel Konzertpianisten oder Olympiaschwimmer mit mehr Fingern einen Vorteil hätten (lacht).

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Laizistisches Bündnis fordert Beendigung von Staatsleistungen

Bild: tilly
2019 ist ein Jahr der Erinnerungen: an die Weimarer Verfassung bzw. Reichsverfassung (WRV), die am 14. August 1919 in Kraft trat und die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland von 1919 bis 1933 begründete. Die sogenannten Religionsartikel der WRV (136,137,138, 139,141) wurden 1948 in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland inkorporiert, das am 23. Mai 1949 feierlich in Bonn nach der Schlusssitzung des Parlamentarischen Rates verkündet wurde. In Art 138 (1) steht der Satz: „Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst.

Dr. Reinhard Hempelmann | EZW

Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.“ Staatsleistungen – Entschädigungszahlungen für die Enteignung kirchlicher Güter zu Beginn des 19. Jahrhunderts – haben demnach eine klare Rechtsgrundlage. Richtig ist jedoch auch, dass es einen Verfassungsauftrag zu ihrer Ablösung gibt. Er wurde nach 100 Jahren WRV und nach 70 Jahren GG noch nicht umgesetzt.

Nicht die Ablösung, sondern eine sofortige Beendigung der Staatsleistungen wird gegenwärtig von einem laizistischen Bündnis vehement gefordert. Dem Bündnis gehören verschiedene Organisationen an: die Bürgerrechtsbewegung Humanistische Union, das 2017 gegründete und der Giordano-Bruno-Stiftung nahestehende Institut für Weltanschauungsrecht (ifw), der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IKBA), in dem sich nichtreligiöse Menschen zusammengeschlossen haben, um eine „konsequente Trennung von Staat und Kirche“ durchzusetzen, die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), die das Leitbild eines evolutionären Humanismus und die Vision einer religionsfreien Gesellschaft vertritt, der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO), dem eine ganze Reihe religions- und kirchenkritischer Organisationen angehört und der in seinen politischen Forderungen einen säkularistischen Staat fordert. Die Humanistische Union stellt als Bürgerrechtsbewegung in der Aufzählung eher die Ausnahme dar, da sie sich einem laizistischen Verständnis der Zuordnung von Religion und Politik verpflichtet sieht, jedoch nicht den Anspruch erhebt, eine atheistisch-humanistische Weltanschauung zu vertreten.

Aus dem Parteienspektrum des Bundestages gehören dem Bündnis die Jungen Liberalen, die Linksjugend (’solid), die Bundesarbeitsgemeinschaft der säkularen Grünen und die Säkularen Sozis an. Weitere regionale Gruppen haben sich dem Bündnis angeschlossen: u. a. die Säkularen Humanisten – GBS Rhein-Neckar e.V., der Bund für Geistesfreiheit, München, die Giordano-Bruno-Stiftung, Regionalgruppe München, das Säkulare Forum Hamburg, die LAG Laizismus – DIE LINKE, Hessen, die Gruppe Religionsfrei im Revier (RiR) und das Säkulare Netzwerk NRW. Eine Unterstützung durch weitere Organisationen wird ausdrücklich gewünscht. Die genannten Organisationen haben sehr geringe Mitgliedszahlen, spielen in öffentlichen Diskursen jedoch eine bedeutsame Rolle. Ihre inhaltlichen Forderungen lauten: Der Deutsche Bundestag soll ein Ablösegesetz verabschieden (1.), ebenso ein Ablösegrundsätzegesetz (2.). Die Länder sollen die Staatsleistungen ohne Zahlung weiterer Entschädigungssummen einstellen (3.). Die evangelische und katholische Kirche sollen auf weitere Staatsleistungen verzichten (4.).

Von kirchlichen Repräsentantinnen und Repräsentanten wird eine Ablösung der Staatsleistungen keineswegs abgelehnt. Ein Bundesgesetz müsste den Ablösefaktor vorgeben. Bezogen auf die jährlich gezahlten Staatsleistungen (ca. 500 Millionen Euro) ist von einem Faktor zwischen ca. fünf und ca. fünfzehn die Rede. Die Forderung, Art. 138 umzusetzen, hat Plausibilität. Das laizistische Bündnis will aber keineswegs nur dies. Es will einen laizistischen Staat. Das religionsfreundliche Modell der WRV und des GG soll gerade nicht fortgesetzt werden. Die Erinnerung an den Verfassungsauftrag dient einem religionspolitischen Systemwechsel. Die in der Weimarer Verfassung geforderte Ablösung wird als längst erfolgt betrachtet. Das religionsfreundliche Modell des Verfassungsrechts in Deutschland wird grundsätzlich infrage gestellt: kein Körperschaftsstatus für religiöse Gemeinschaften, kein Einzug der Kirchensteuer durch Finanzämter, kein Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, keine theologischen Fakultäten an Universitäten, keine Lehrstühle für islamische Theologie …

Im Jahr der Erinnerung an die WRV und das GG sollte nicht nur über Staatsleistungen nachgedacht werden. Zentrale religionspolitische Zukunftsfragen sind zu beantworten. Warum und inwiefern ist die grundgesetzlich eröffnete Möglichkeit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Staat und Religion auch in Zeiten weltanschaulicher Pluralisierungsprozesse zukunftsfähig? Im Unterschied zu Ländern mit laizistischer Ordnung gewährt und fördert der deutsche Staat die Eigenständigkeit und zivilgesellschaftliche Rolle von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften nach dem „Prinzip der respektvollen Nicht-Identifikation“ (Heiner Bielefeldt).

Die in WRV ausgesprochen Orientierungen zum Staat-Kirche-Verhältnis und ihre Rezeption im GG können auch angesichts unverkennbarer Prozesse eines zunehmenden religiös- weltanschaulichen Pluralismus eine ausgleichende und dem öffentlichen Frieden dienende Wirkung entfalten. Die grundlegenden Perspektiven der WRV und des GG sind m. E. pluralismusfähig. Es war ein Akt der Weisheit, dass im Verfassungstext kein Staat-Kirche-Verhältnis formuliert und festgelegt wurde, sondern ein Verhältnis des Staates zu den Religionsgesellschaften. Die grundgesetzlich eröffnete Möglichkeit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Staat und Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gilt für alle. Denn der säkulare Rechtsstaat identifiziert sich nicht mit einer bestimmten Religion, sondern ist Heimstatt für alle und gibt den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften „den gleichen weltlichen Boden der freien Entfaltung“. (Martin Heckel)

BA§TA Bündnis altrechtliche Staatsleistungen abschaffen

Gedankenverbrechen und Bestrafung

By LeonV – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34934403
Ein Jahr der Ausgrenzung und Rechtsstreite an einer kanadischen Universität

Von Lindsay Shepherd | RDF

Ende 2017 befand ich mich im Zentrum einer Kontroverse an der Wilfrid Laurier University (Waterloo, Kanada), wo ich als M.A. Student (Master of Arts) und Lehrassistent (TA) im Fachbereich Kommunikationswissenschaften tätig war. In dem Kurs, für den ich als TA arbeitete, spielte ich einen Teil einer Podiumsdiskussion, die im öffentlichen Fernsehen von Ontario ausgestrahlt wurde, vor. Wie viele Leser wissen, beinhaltete dieses Material Jordan Peterson, Professor an der University of Toronto, der gegen die Verwendung alternativer Geschlechterpronomen argumentierte, sowie die Argumente des Sexualdiversitätspädagogen Nicholas Matte, der zu dessen Gebrauch ermutigte.

Weil ich entschied, mich nicht von Petersons Ansichten zu distanzieren, bevor ich das Video zeigte, wurde ich in daraufhin vor einen Disziplinarausschuss zitiert. Der Betreuer des betreffenden Kurses, Nathan Rambukkana, sowie der Koordinator meines M.A.-Programms, Herbert Pimlott (manchmal auch bekannt als „Hillary X Plimsoll“), und die Managerin für geschlechtsspezifische Gewalt und Prävention von sexuellen Übergriffen, Adria Joel, beschuldigten mich, gegen das Gesetz zu verstoßen, indem ich ein Video mit Peterson im Klassenzimmer gezeigt, sowie Trans-Personen bedroht und angriffen habe, wodurch eine toxische Umgebung geschaffen wurde. All das ist bekannt, weil ich das ganze Treffen aufgezeichnet habe.

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Personhood & Abortion Rights: How Science Might Inform this Contentious Issue

Image: Skeptic
Although it has been 45 years since Roe v. Wade was decided by the Supreme Court of the United States (SCOTUS), abortion continues to be a highly controversial and polarizing issue within the body politic.

By Gary Whittenberger | Skeptic

At the two ends of the continuum are the radical pro-life and radical pro-choice advocates. The radical pro-life position is that from the moment of conception the human organism is a person that should have full human rights, including the right to life, and these rights should be fiercely protected by the state. On the other side, the radical pro-choice position is that the pregnant woman already has full human rights, including the right to bodily autonomy, and that she can freely decide to end her pregnancy at any time she wishes for any reason at all. Many pro-lifers view the zygote—the one-celled human organism resulting from fertilization—as sacred, and believe that causing the death of the zygote, embryo, or fetus, either directly or indirectly, is murder. By contrast, the pro-choicers believe that the organism becomes a person only after it leaves the womb and becomes disconnected from the life support of the mother. The main purpose of this essay is to articulate a third position that falls between these two extremes. Call it the “pro-person” position. Although it leans more towards the pro-choice stance, it has a much stronger philosophical and scientific foundation.

Most of us would agree that all persons should be assigned the full spectrum of human rights, e.g. rights to life, bodily autonomy, property, etc. But what is a person anyway? When does the human organism developing inside a woman become a person? Traditionally, the answer was left to theologians and religious leaders. The prevailing view during the time of Aristotle was that the human soul entered the forming body at 40 days in male embryos and at 90 days in female embryos.

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Napoleon und die Kirchen – der Papst und die Revolution: Pius salbt den Kaiser

Krönung von Napoleon Bonaparte in Anwesenheit von Papst Pius VII. © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Der Papst als Verräter? Als Pius VII. Napoleon bei der Kaiserkrönung salbte, waren die Monarchisten empört – segnete das Kirchenoberhaupt damit doch die Französische Revolution. Doch Pius war alles andere als willfährig.

DOMRADIO.DE

Frankreich feiert in diesem Jahr den 250. Geburtstag von Napoleon Bonaparte. Der Feldherr und Kaiser, der am 15. August 1769 im korsischen Ajaccio zur Welt kam, hat Europas Landkarte umgekrempelt. Auch für Katholizismus und Kirche war seine Herrschaft ein Wendepunkt.

„Ich sterbe in der apostolischen und römischen Religion, in deren Schoß ich vor mehr als 50 Jahren geboren wurde.“ So heißt es im Testament, das Napoleon 1821 kurz vor seinem Tod am 15. Mai in der Verbannung auf St. Helena diktierte. Zuvor hatte er von zwei italienischen Patres die Sterbesakramente erhalten.

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Wer ist wir?

Der französische Philosoph Tristan Garcia fragt nach den Grundlagen eines politischen Subjekts. (Bild: Basso Cannarsa / Opale / Bridgeman)
Philosophie «Wir» ist die politische Kategorie schlechthin. Tristan Garcia geht ihm auf den Grund.

Von Nina Fargahi | NZZamSonntag

Wir sprechen stets im Namen eines «Wir». Egal, worüber wir sprechen – über Rassismus, Sexismus, Feminismus, über Tierrechte oder über «den» Islam. Dieses «Wir» ist die politische Kategorie schlechthin. Doch wer ist «wir»? Was passiert, wenn wir «wir» sagen? Und wie hat sich diese Identitätsbildung in den letzten zwei Jahrhunderten entwickelt?

Um diese Fragen zu beantworten, lässt der französische Philosoph Tristan Garcia in seinem neuen Buch «Wir» keinen Stein auf dem anderen. Wie könne es sein, dass «wir Feministinnen», die zeitlebens für die Wahlfreiheit, gegen das Patriarchat und für das Recht, Hosen zu tragen, nun beschuldigt werden, unfreiheitlich zu handeln, weil wir muslimischen Frauen nicht das Recht zugestehen würden, ihr Gesicht zu verschleiern?, fragt er.

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