„Man wird einem anderen Islam begegnen“

Grafik: TP
Es ist auch im Marxismus common sense einen konträren Standpunkt moralisch zu verwerfen, während eine dialektische Kritik sie insofern richtig stellt, indem sie verzerrten Positionen korrigiert und die richtigen Einsichten vertieft, erweitert, verallgemeinert und die sie in einen systematischen Zusammenhang stellt und sie integriert

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

So bei Aristoteles, Hegel und Marx selber. Ein Gespräch mit dem Philosophen Thomas Metscher zu seinem Buch „Integrativer Marxismus“.

Herr Metscher, Karl Marx hat in seine Methode und sein System Erkenntnisse aus der Philosophie von Aristoteles bis Hegel und aus der klassischen bürgerlichen Ökonomie von Adam Smith bis David Ricardo integriert und gleichzeitig diese Denker auch grundlegend kritisiert. Marx war also integrativer Marxist. Warum sind diese Ansätze im 20. Jahrhundert nicht weiter geführt worden?
Thomas Metscher: Was Sie zu Marx, seiner Methode und seinem System sagen, entspricht sehr genau meiner eigenen Einsicht und Überzeugung. Man könnte zu den von Ihnen Genannten eher noch weitere Namen hinzufügen, denkt man nur an seine Dissertation über die frühen Materialisten und seine lebenslange Beschäftigung mit Literatur. Ich erinnere hier allein an das große Werk von S.S. Prawer, Karl Marx und die Weltliteratur.

Marx‘ Konzept war fraglos integrativ, gerade auch in methodischer Hinsicht (ich erinnere an seinen Umgang mit dem alten Materialismus und dem Idealismus in den Feuerbach-Thesen), ohne dass er das Wort dafür gebrauchte – aber die Terminologie ist hier ohne Bedeutung. Er verfuhr integrativ der Sache nach. Gleiches gilt für Engels, Lenin, Labriola, Gramsci, Luxemburg, Brecht, Weiss, Lukács, Bloch, Ngugi – man nenne die Namen. Das integrative Denken, so lässt es sich mit einem Worte sagen, bildet die Hauptlinie des marxistischen Konzepts. Dieses war zudem von Beginn an internationalistisch orientiert – ohne die kulturellen Besonderheiten des Demokratisch-Nationalen drüber zu vergessen, wie es heute geschieht.

In diesen Zusammenhang gehört auch Lenins Konzept der Zwei Kulturen, die Einsicht, dass in der gesamten Geschichte der Klassengesellschaft der herrschenden Kultur eine Kultur der Beherrschten gegenüber steht (zumindest Elemente einer solchen Kultur), die sich als plebejisch, demokratisch, sozialistisch charakterisieren lassen. Es ist ein Konzept, von dem auch auf der Seite der Linken kaum Gebrauch gemacht wird.

Sicher stehen in Konzepten integrativer Kultur nicht immer die gleichen Personen im Kernbereich – mit der Ausnahme wohl der Klassiker erster Ordnung. Hier sind kulturelle und historische Differenzen ins Spiel zu bringen. Sie haben nicht zuletzt damit zu tun, dass der Marxismus plural ist, was freilich nicht dasselbe ist wie integrativ. Plural bezieht sich auf Unterschiede, integrativ auf Gemeinsamkeiten. So gibt es Formen des pluralen Marxismus, die sich von anderen abgrenzen, gerade auch von Formen bürgerlichen Denkens, im Charakter des Integrativen liegt, dass dieser das Gemeinsame sucht – auch und gerade im Pluralen der theoretischen und praktischen Formen.

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A Disproof of God’s Existence

Image credit: skeptic.com
The traditional definition of God credits him with three attributes: moral perfection, omniscience, and omnipotence. These are supposed to be logically independent, with none entailing the others. But that is not obviously correct: How is moral perfection possible without omniscience and omnipotence? How is it possible to be omnipotent without also being omniscient?

By Colin McGinn | skeptic.com

Isn’t omniscience a type of omnipotence—a power to see and know everything? In fact, can’t we simply define God in terms of omnipotence, since his other attributes flow from this? If God is omnipotent he must be morally perfect, since he has the power to be morally perfect, and why would he not exercise that power? And if he is omnipotent he must be omniscient, since omniscience is an epistemic power. At the least he has the power to be both morally perfect and all knowing, given that he is all powerful. Thus omnipotence seems to be basic in the definition of God. God differs from lesser beings precisely in having powers they do not have—moral powers, epistemic powers, and other powers (causing earthquakes, healings, etc.). God is replete with power, overflowing with it, by no means lacking in it. Any power there is, he has.

God essentially lacks certain powers as a condition of being who he is.

But is that right? Does God have every power? He has the power to create and destroy universes, but does he have the power to sneeze or digest food or pick his nose? Those powers require possession of a body with a certain anatomy, but God has no such body, being disembodied. Does he have the power to decay or split or emit radiation? How could he have these powers given his immaterial nature? Does he have the power to come down with a cold or be bed-ridden or have the runs? Surely not: God has the powers that are proper to his divine nature, not any old powers that things of other natures have—animals, plants, atoms. God essentially lacks certain powers as a condition of being who he is. He has the powers of a god not of a worm or cactus plant. Everything must lack something in order to be something, i.e., to have a determinate nature.

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Staatsrechtler Dreier fordert Trennung von Staat und Kirche: Religiöse Feiertage nur für Gläubige

Bild: Leipziger Blatt
Der Würzburger Staatsrechtler Horst Dreier hat sich für eine klarere Trennung von Staat und Kirche in Deutschland ausgesprochen. Auf vielen Feldern sei eine Zusammenarbeit historisch gewachsen. Eine „Flurbereinigung“ könne nicht schaden.

DOMRADIO.DE

Dreier äußerte sich in einem Streitgespräch mit der Tübinger Theologin Johanna Rahner im „Stern“ (Donnerstag). Der Autor des Buches „Staat ohne Gott“ plädierte für das Modell eines säkularen Staats, der sich mit keiner Religion oder Weltanschauung identifiziere, auch nicht mit der christlichen.

Staat ohne Gott heiße aber nicht Welt ohne Gott, betonte der protestantische Christ. Die Kirche dürfe sich selbstverständlich „kraftvoll einmischen und überall ihre Stimme erheben, vor allem wenn es um Ziele und Forderungen geht, die sich aus ihrer Glaubensüberzeugung ableiten lassen.“

Dreier: Änderungen bei Feiertagen sinnvoll

Dreier forderte unter anderem eine Abschaffung der Dotationen, das sind jährliche Zahlungen des Staats an die Kirchen. Der Auftrag zu einem solchen finanziellen Schnitt stehe schon in der Weimarer Reichsverfassung und seit 1949 auch im Grundgesetz.

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„Staat diskriminiert die Haltung von Millionen Menschen“ – Stiftung will weniger Macht der Kirchen

Im Düsseldorfer Landgericht wurden die Kreuze bereits 2010 abgehängt. Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung fordert eine klare Trennung von Staat und Kirche ©Udo Ungar, Martin Gerten / DPA Picture Alliance
Eine strikte Trennung von Staat und Kirche – das fordert die Giordano-Bruno-Stiftung. Im stern-Interview erklärt der Vorstandssprecher, warum er einen weltanschaulich neutralen Staat für unverzichtbar hält – für Gläubige wie Nichtgläubige.

Daniel Wüstenberg | stern.de

Michael Schmidt-Salomon ist in diesen Tagen viel auf der Autobahn unterwegs: Berlin, Rostock, Schwerin und Hannover hießen die bisherigen Stationen. Es folgen bis Ende Mai Bremen, Köln, Karlsruhe, München und rund 20 weitere Städte. Jetzt ist aber erst einmal Hamburg dran. Am Jungfernstieg im Zentrum der Hansestadt sitzt er nun im Oberdeck eines roten Doppeldeckers. „Kirchenstaat? Nein Danke“, steht in großen Buchstaben auf der Außenwand – das Gefährt ist ein Hingucker.

Die Giordano-Bruno-Stiftung, deren Vorstandssprecher der 51-jährige Autor und Philosoph ist, will Aufmerksamkeit. Sie tourt während ihrer „Sakulären Buskampagne 2019“ noch bis Ende Mai durch ganz Deutschland, um für ihre Ziele zu werben: „Die konsequente Trennung von Staat und Kirche sowie die strikte Beachtung des Verfassungsgebotes der weltanschaulichen Neutralität des Staates.“ (Hier geht’s zur Homepage der Kampagne mit den Terminen der Deutschland-Tour.)

stern: Herr Schmidt-Salomon, was haben Sie gegen die Kirche?

Michael Schmidt-Salomon: Unsere Kampagne richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Kirche. Wir werben für einen weltanschaulich neutralen Staat. Dafür können auch gläubige Menschen eintreten. Aus unserer Sicht wird ein weltanschaulich neutraler Staat mit Blick auf die Zukunft immer wichtiger.

Was bringt Sie zu diesem Schluss?

Wir erleben eine Pluralisierung und eine Säkularisierung unserer Gesellschaft. In diesem Umfeld muss der Staat als unparteiischer Schiedsrichter auf dem Spielfeld der Religionen und Weltanschauungen auftreten. Denn nur dann kann er glaubwürdig Regeln, die für alle gelten, durchsetzen. Zurzeit werden zum Beispiel Muslimen Rechte verwehrt, die Protestanten und Katholiken gewährt werden. Das ist ein großes Problem.

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Jared Diamond — Upheaval: Turning Points for Nations in Crisis

For this special edition of the Science Salon Podcast Dr. Shermer brought a camera crew to Jared Diamond’s home in Los Angeles for an especially intimate portrait of the man and his theories. You won’t want to miss this conversation, one of the best we’ve yet recorded, with one of the most interesting minds of our time, perhaps of all time.

SKEPTIC

In a dazzling comparative study, Diamond shows us how seven countries have survived defining upheavals in the recent past — from US Commodore Perry’s arrival in Japan to the Soviet invasion of Finland to Pinochet’s regime in Chile — through a process of painful self-appraisal and adaptation, and he identifies patterns in the way that these distinct nations recovered from calamity. Looking ahead to the future, he investigates whether the United States, and the world, are squandering their natural advantages, on a path towards political conflict and decline. Or can we still learn from the lessons of the past?

Adding a psychological dimension to the awe-inspiring grasp of history, geography, economics, and anthropology that marks all Diamond’s work, Upheaval reveals how both nations and individuals can become more resilient. The result is a book that is epic, urgent, and groundbreaking.

Warum Europa eine Festung ist

Jan Assmann. APA/ROLAND SCHLAGER
Traumata des Monotheismus und die Festung Europa. Der deutsche Kulturwissenschaftler Jan Assmann spannt einen historischen Bogen von Moses bis in die politische Gegenwart: Europa, so Assmanns These, habe seine friedensstiftenden Wurzeln vergessen.

Interview: Maria Scholl | science.ORF.at

APA: Sie haben gestern in Wien eine Vorlesung über die Moses-Figur im Denken Freuds und Schönbergs gehalten. Die beiden beschäftigten sich mit Moses in einer Zeit, in der der Antisemitismus in Europa radikal zunahm. Was bezweckten sie damit?

Jan Assmann: Bei beiden ist es eine Sache der Selbstanalyse – sie wollten sich über ihr Judentum klar werden. Während aber Schönberg Zionist war und eine ziemlich nationalistische Vorstellung verfolgte, lagen Freud politische Ziele völlig fern. Er wollte seine Theorie vom Vatermord und vom Monotheismus als Zwangsneurose darlegen. Dabei macht er Mose zum Ägypter – das macht man nicht leichten Herzens. Er war sich natürlich im Klaren darüber, dass das aus jüdischer Sicht eine unglaubliche Häresie ist. Aber er war einfach von seiner Theorie so überzeugt, dass er der Versuchung nicht widerstehen konnte.

Sie haben sich mit Freud und seinem „Der Mann Mose und die monotheistische Religion“ schon mehrfach auseinandergesetzt. Was hat er Ihnen über Mose beigebracht?

Meine Begegnung mit Freud datiert ins Jahr 1987. Er hat mir über Mose nichts beigebracht. Aber er hat mich mit der Frage konfrontiert, welche historischen Erfahrungen hinter der Entwicklung des Monotheismus stehen. Seine Antwort ist der Vatermord in der Urhorde. Meine Antwort sind die zeitgenössischen Erfahrungen ab dem achten vorchristlichen Jahrhundert, die absolut traumatisch waren. Vor allem, was die Vorherrschaft Roms betrifft. Diese Traumata haben sich in das Judentum, und darüber später in das Christentum und den Islam tief eingeprägt. Das Rom-Trauma liegt in der DNA des Monotheismus.

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Humboldts 250. Geburtsjahr – „Die Natur muss gefühlt werden“

Quelle: AP
2019 feiert der weltberühmte Naturforscher Alexander von Humboldt seinen 250. Geburtstag. Er war seiner Zeit weit voraus und warnte schon damals vor der zerstörerischen Menschheit.

Von Andrea Wulf | ZDF.de

Es wird in diesem Juniläumsjahr Veranstaltungen und Konferenzen in Deutschland geben, genauso wie in Südamerika und den USA – aber nichts Vergleichbares zu den Feierlichkeiten anlässlich der Hundertjahrfeier von Humboldts Geburtstag, am 14. September 1869. Schon damals war der Forscher ein Weltstar: Es gab Partys in Europa, Afrika und Australien, genauso wie in Nord- und Südamerika. 80.000 Bewunderer kamen allein in Humboldts Geburtsstadt Berlin zusammen und 25.000 Menschen marschierten damals durch die Straßen von Manhattan.

Humboldt war ein Visionär, der sowohl Wissenschaftler beeinflusste, als auch Künstler, Dichter und Politiker. Charles Darwin erklärte, dass Humboldt der Grund war, weshalb er überhaupt an Bord des Forschungsschiffs Beagle gegangen war. Goethe erklärte, dass ein paar Tage mit Humboldt so lehrreich waren, „als hätte ich Jahre verlebt“ und Thomas Jefferson sprach von ihm als „dem größten Gelehrten seines Zeitalters“. Nach Humboldt sind heute mehr Plätze, Pflanzen und Tiere benannt als nach irgendjemand sonst – vom Humboldtstrom zu den Humboldtpinguinen. Sogar eine Region auf dem Mond trägt seinen Namen.

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Schmidt-Salomon: „Der Staat braucht keine religiösen Dogmen“

Michael Schmidt-Salomon Quelle: Udo UngarDiplom-Designer
Die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung kämpft für eine strikte Trennung von Staat und Kirche. Finanziell seien diese noch immer eng verflochten, moniert ihr Sprecher Michael Schmidt-Salomon.

Von Simon Benne | Hannoversche Allgemeine

Herr Schmidt-Salomon, derzeit tingeln Sie mit einem Bus durch Deutschland, um im Rahmen einer großangelegten Kampagne Menschen zum Atheismus zu bekehren. Woher rührt der missionarische Eifer?

Es ist keine atheistische Kampagne. Wir sind nicht gegen Religion, sondern für einen weltanschaulich neutralen Staat. Dafür können sich auch gläubige Menschen einsetzen. Schon 1919 wurde in der Weimarer Reichsverfassung die Trennung von Staat und Kirche verankert. Doch bis heute sind beide finanziell eng verflochten. Der Staat zahlt zum Beispiel der Gehälter von Bischöfen. Hundert Jahre Verfassungsbruch sind genug!

Auch jemand, der selbst nie ins Schwimmbad geht, finanziert als Steuerzahler den Bau von Bädern mit. Was ist an der Bischofsbesoldung so schlimm?

Das ist eine ganz andere Frage. Laut Bundesverfassungsgericht kann nur ein Staat, der keine Religionsgemeinschaft privilegiert, Heimstatt aller Bürger sein.

Sie beklagen auf ihrer Website eine „verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen“. Welche dunklen Mächte diskriminieren Sie denn? Leben wir nicht in einem freien Land?

Unsere Gesetze sind von der Wiege bis zur Bahre von religiösen Normen mitbestimmt. Vom Embryonenschutz bis zum Friedhofszwang. Ein weltanschaulich neutraler Staat darf sich jedoch nicht von religiösen Dogmen leiten lassen. Doch es gibt Zwangsberatungen vor Abtreibungen, und Sterbehilferegelungen, die sich an kirchlichen Normen ausrichten.

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Alle 40 Sekunden tötet sich ein Mensch: Suizid hat viele Gesichter

Mann hält Hände vor sein Gesicht © Corinne Mercier/CIRIC (KNA)
Fast jeder weiß von einem Menschen, der sich das Leben genommen oder es versucht hat. Oft wird das Thema tabuisiert. Was bedeutet überhaupt Suizid und wie wird er moralisch-religiös bewertet?

DOMRADIO.DE

Alle 40 Sekunden nimmt sich weltweit ein Mensch das Leben. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Suizid damit zu den größten Herausforderungen der Gegenwart. In Deutschland sterben jährlich rund 10.000 Menschen durch Suizid – etwa doppelt so viele wie durch Verkehrsunfälle, HIV/Aids oder Drogen zusammen.

Mit Verzweiflung und Einsamkeit verbundene Lebenskrisen, psychische Krankheiten oder Leid können Suizidgedanken fördern. Ganz oben in der Risikoliste stehen laut Deutscher Gesellschaft für Suizidprävention Männer, Senioren und junge Frauen mit Migrationshintergrund. Rund 70 Prozent der Selbsttötungen werden hierzulande von Männern ausgeführt. Das durchschnittliche Alter eines Suizid-Toten liegt bei 57 Jahren.

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Has Popular Feminism Failed Us All?

“Empowered: Popular Feminism and Popular Misogyny” A book by Sarah Banet-Weiser
In May 2014, I went to a “Sexism Workshop” at the Centre for Feminist Research at Goldsmiths, a college in the University of London system. “Sexism,” the organizers explained, “is a problem with a name. Sexism is the name that feminists have used to explain how social inequalities between men and women are reinforced or upheld through norms, values, and attitudes.”

Fran Bigman | truthdig

The Centre’s then-director, Sara Ahmed, a self-proclaimed “feminist killjoy,” and her colleagues pulled together the event because they thought that while more feminist activists and journalists were writing about sexism, academics were not talking about it enough. The Everyday Sexism Project, a website started in 2012 by Laura Bates to encourage people to share their experiences with sexism, drew over 100,000 entries in 13 languages in the first three years of its existence. Yet, in the organizers’ words, “although critiques of sexism as structural to disciplines were central to early feminist work in the academy, if anything the concern with sexism, or the use of the language of sexism, seems to have receded.”

In her talk at the workshop, the cultural theorist Angela McRobbie, a professor at Goldsmiths, expressed concern about young women who conform to traditional standards of femininity by waxing their bikini area or threading their eyebrows while insisting, “I’m doing it for me!” To her, these women were suffering from a false consciousness, duped into colluding — enthusiastically! — in their own subjugation. This was not a new idea for McRobbie. In her 2008 book, “The Aftermath of Feminism,” she writes:

The successful young woman must now get herself endlessly and repetitively done up […] to conceal the competition she now poses because only by these tactics of re-assurance can she be sure that she will remain sexually desirable. […] And in any case patriarchy and hegemonic masculinities have removed themselves from the scene and are now replaced by the cultural horizon of judgement provided by the fashion and beauty system […] which requires constant self-judgement and self-beratement, against a horizon of rigid cultural norms. This makes it look as though women are “doing it for themselves.”

As McRobbie spoke, a woman in her 20s wearing a white shirt with a rainbow-pony design jumped to her feet and furiously shouted, “When I get my eyebrows done, I am doing it for me!” To McRobbie, the young woman was being fooled by the patriarchy. To the young woman, McRobbie was, as Sarah Banet-Weiser puts it in “Empowered: Popular Feminism and Popular Misogyny,” “a finger-wagging ‘bad mom’ feminist that doesn’t understand the younger generation.” To me, they both had a point. Intergenerational feminism is tricky, and we need books that do more than criticize — we need books that forge new connections and suggest new paths. Unfortunately, “Empowered” is too long on critique and too light on fresh ideas.

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Richard Dawkins unterstützt die Säkulare Buskampagne 2019

Bild: RDF
Das Motto 2019: Schlussmachen Jetzt!

Richard-Dawkins-Foundation

Ende 2008 wurde in Großbritannien die „Atheist Bus Campaign“ von der Journalistin Ariane Sherine ins Leben gerufen. Dabei wurden auf Londoner Bussen Werbeflächen gemietet, auf denen das Motto der Kampagne verbreitet wurde:

There´s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.

Dieser Slogan ergab sich als Reaktion auf die Werbung evangelikaler Vereinigungen in Großbritannien, deren „frohen“ Botschaften als Werbung auf Bussen zu sehen war.

Die Aktion wurde von Richard Dawkins unterstützt. Auch dadurch konnten genug Spenden zur Finanzierung der Werbeflächen gesammelt werden.

Die britische Kampagne inspirierte im Frühjahr 2009 die erste deutsche Säkulare Buskampagne, die u. a. von Carsten Frerk und Philip Möller organisiert wurde. Der Slogan folgte dabei dem britischen Vorbild und lautete:

Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.

Da die Verkehrsbetriebe verschiedenen deutscher Großstädte wie Berlin, München, Köln und Bremen die Vermietung von Werbeflächen teils mit dem Hinweis auf die weltanschauliche Neutralität ablehnten (wiewohl religiöse Werbung scheinbar kein Problem war), entschloss man sich, einen Bus zu mieten und eine Tour durch Deutschland zu planen. So reiste dieser Bus ab dem 30. Mai 2009 drei Wochen lang durch Deutschland und machte in 24 Städten halt. Durch die Weigerung der Verkehrsbetriebe erlangte die Kampagne eine hohe Aufmerksamkeit in den Medien und der Bevölkerung.

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Die Kirche stirbt – haltet sie nicht künstlich am Leben!

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Bis zum Jahr 2060 werden die beiden Großkirchen in Deutschland gegenüber heute ihre Mitgliedszahlen halbieren. Das sagt eine aktuelle Prognose von Forschern der Universität Freiburg. Der Staat jedoch bedenkt die Kirchen weiterhin großzügig mit Geldern. Er sollte damit aufhören. Auch um das Sterben der Kirchen nicht länger herauszuzögern.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

Dass die beiden christlichen Großkirchen in Deutschland im Sterben liegen, darüber lässt die jüngst veröffentlichte Prognose vom „Forschungszentrum Generationenverträge“ an der Universität Freiburg wenig Zweifel aufkommen: Nachdem die Kirchen in Deutschland bereits in den letzten Jahrzehnten mitgliedertechnisch massiv ausgeblutet sind, werden bis zum Jahr 2060 die Kirchenmitgliedszahlen voraussichtlich um weitere 49 Prozent sinken – und mit ihnen die Kirchensteuereinnahmen. Grund hierfür sei, so die Forscher, zum einen die demografische Entwicklung – es sterben wesentlich mehr alte Kirchenmitglieder als junge per Taufe aufgenommen werden – vor allem aber die Tatsache, dass die Kirche junge Erwachsene einfach nicht an sich binden kann. Sie treten aus. Missbrauchs- und Finanzskandale beschleunigen diesen Trend.

Die Kirche in Deutschland stirbt also. Doch sie will es nicht wahrhaben. Die Verleugnungsphase. Eine verständliche Reaktion. Wer blickt dem eigenen Untergang schon gern ins Auge? Warum sollte sie auch? Schließlich spürt sie den Schmerz ihres Vergehens dank der staatlichen Palliativversorgung mit hohen Dosen an Finanzmitteln kaum. Ganz zu schweigen vom Mitspracherecht, das die Politik der Kirche in vielen Bereichen einräumt. Kein Wunder, dass sie sich deshalb selbst für unverzichtbar hält und davon überzeugt ist, dass nicht sein kann, was nicht sein darf: nämlich, dass sie aufhört zu sein.

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Religionskritik als Rassismus?

Von einem Anstieg des „antimuslimischen Rassismus“ war jüngst in einem Report die Rede. Doch Rassismus und Religion haben nichts miteinander zu tun

Nikolaus Dimmel, Roland Fürst | derStandard.at

Wer definiert den „antimuslimischen Rassismus“, fragen Universitätsprofessor Nikolaus Dimmel und Fachhochschulprofessor Roland Fürst im Gastkommentar, in dem sie auch die Qualität der Daten hinterfragen.

Eine selbsternannte „Dokumentations- und Beratungsstelle Islamfeindlichkeit & antimuslimischer Rassismus“ dokumentiert als eingetragener Verein einen Anstieg des „antimuslimischen Rassismus“ von 2017 auf 2018 um 74 Prozent. Berichtet wird von verbalen Angriffen, Diskriminierung und „Hate-Crimes“. Völlig unkritisch werden diese Informationen von den Medien übernommen und die wachsende Islamophobie prononciert in die Schlagzeilen gehievt. Derlei journalistische Unprofessionalität erstaunt aus drei Gründen.

Offene Fragen

Zum ersten stellt sich die Frage nach der Qualität der Daten, da der „antimuslimische Rassismus-Report“ seine methodischen Grundlagen nicht offenlegt. Aus dem Report geht hervor, dass Betroffene in eine Art Datenbank selber Vorfälle eintragen. Diese Vorfälle werden nicht trianguliert: Weder wird den Beschuldigten Raum für Erwiderung gegeben, noch werden Dritte eingebunden. Eine objektivierte Ermittlung findet nicht statt, Informationen werden schlichtweg nicht überprüft. Bereits aus diesem Grund darf man die dramatisch vorgetragenen Erkenntnisse nicht kommentarlos übernehmen. Vielmehr stellen sich einige Fragen, die es zu beantworten gilt:

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Unglaube als Asylgrund? Die Säkulare Flüchtlingshilfe in Bayern

Bild, BR24
Kann das Nicht-Glauben an Gott ein Asylgrund sein? Der Bund für Geistesfreiheit sagt ja und hat in München eine Zweigstelle der „Säkularen Flüchtlingshilfe“ gegründet. Diese richtet sich mit ihren Angeboten hauptsächlich an atheistische Flüchtlinge.

Antje Dechert | BR24

Säkulare Flüchtlinge aus Ländern wie Saudi-Arabien, Iran oder Mauretanien fliehen weder vor Krieg, noch vor wirtschaftlichem Elend. Sie fliehen, weil sie in ihren Heimatländern wegen Apostasie – dem „Abfall vom Glauben“ – verfolgt werden. Anders als Christen, Jesiden oder Juden gelten sie in Deutschland aber nicht als religiös Verfolgte, weil sie keiner Religion angehören.

Hilfe für Flüchtlinge, die wegen Apostasie verfolgt werden

Der Bund für Geistesfreiheit beteiligt sich daher in München an der „Säkularen Flüchtlingshilfe“. Diese richtet sich mit ihren Hilfsangeboten hauptsächlich an säkulare und atheistische Flüchtlinge aus muslimischen Ländern, in deren Heimat Apostasie zum Verfolgungsgrund wird.

Eine säkulare Flüchtlingshilfe sei notwendig, so der Bund für Geistesfreiheit, da in normalen Flüchtlingsunterkünften atheistische Flüchtlinge von religiösen Muslimen häufig bedroht und angegriffen würden.

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Axel Meyer zum International Honorary-Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt

Prof. Axel Meyer, PH.D., Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Bild: ebenda
Julia Wandt Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Konstanz

Der Konstanzer Evolutionsbiologe zählt zu den weltweit führenden Experten auf seinem Gebiet

Der Konstanzer Evolutionsbiologe Prof. Axel Meyer, Ph.D., ist in die American Academy of Arts and Sciences gewählt worden. Insgesamt sind rund 200 neue Mitglieder für das Jahr 2019 aufgenommen worden, darunter 42 internationale Ehrenmitglieder aus 23 Ländern. Die American Academy of Arts and Sciences würdigt damit die herausragenden Leistungen von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Die feierliche Einführung der neuen Mitglieder findet im Oktober 2019 in Cambridge, Massachusetts, statt.

„Mit der Wahl der Mitglieder setzt sich die Akademie für die Ideale von Forschung und Wissenschaft, Kreativität und Fantasie, intellektuellem Austausch und zivilem Diskurs sowie der unermüdlichen Suche nach Wissen in all seinen Formen ein“, sagte David W. Oxtoby, Präsident der American Academy of Arts and Sciences. Unter den in diesem Jahr neu gewählten Mitgliedern befinden sich auch die ehemalige First Lady Michelle Obama und der Autor Jonathan Franzen. Weitere bekannte Persönlichkeiten unter den lebenden Mitgliedern sind Daniel Barenboim, Bill Gates, Toni Morrison, Anne-Sophie Mutter, Martin Scorsese, Denzel Washington und Barack Obama.

Als unabhängiges Forschungsorgan engagiert sich die Amerikanische Akademie für multidisziplinäre Forschung, die Experten aus verschiedenen Bereichen und Berufen einbezieht, um pragmatische Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden. Die Akademie wurde 1780 von John Adams, John Hancock und anderen gegründet. Sie taten es in der Überzeugung, dass sich außergewöhnliche Menschen für die Förderung des Gemeinwohls einsetzen sollten.

Im 18. Jahrhundert wurde beispielsweise Benjamin Franklin zum Mitglied gewählt, im 19. Jahrhundert gehörte Charles Darwin zu den neuen Mitgliedern, im 20. Jahrhundert waren es Albert Einstein, Margaret Mead, Milton Friedman und Martin Luther King, Jr. Die Preisträger kommen bis heute aus immer vielfältigeren Bereichen. Schwerpunkte sind Kunst, Demokratie, Bildung, globale Angelegenheiten und Wissenschaft.

Axel Meyer zählt zu den weltweit führenden und meistzitierten Experten auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie. Er hat in Marburg, Kiel, Miami, Berkeley und Harvard studiert und wurde im Alter von 28 Jahren zum Assistenzprofessor an der State University in New York berufen und dort mit 33 Jahren Associate Professor mit Tenure-Track. Er erhielt Rufe von weltweit führenden Universitäten, bevor er den Ruf auf die Professur in Konstanz als Nachfolger von Hubert Markl im Alter von 36 Jahren annahm.

Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und ist Mitglied mehrerer Akademien – so erhielt er die Carus-Medaille der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (2009), den Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2000) und ein Guggenheim Fellowship (1996).

Den EMBO-Preis der European Molecular Biology Organisation für Kommunikation in den Lebenswissenschaften erhielt er für seine Bemühungen um die verständliche öffentliche Vermittlung komplexer wissenschaftlicher Inhalte (2007). Das Magazin Cicero führt ihn in seiner Liste der 500 wichtigsten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum seit 2007.

Faktenübersicht:
• Prof. Axel Meyer, Ph.D., in die American Academy of Arts and Sciences gewählt
• Rund 200 neue Mitglieder für das Jahr 2019, darunter 42 internationale Ehrenmitglieder aus 23 Ländern
• American Academy of Arts and Sciences im Jahr 1780 gegründet.

 

Dr. Michael Shermer — “Are the Miracles of Jesus Unbelievable?” Debate Postmortem

In this AMA special Dr. Shermer conducts a postmortem on his debate with the evangelical Christian theologian Luuk van de Weghe, with Windmill Ministries, before an audience of about 400 people, the vast majority of which were evangelicals.

Skeptic „Science Salon“

Dr. Shermer argues in the affirmative to the debate proposition that the miracles of Jesus are unbelievable. In this postmortem Dr. Shermer elaborates on his notes for the debate, suggesting ways to think about miracles from a scientific or naturalistic perspective.

Geschlechtspopulismus

Grafik: TP
Warum die Männer-Frauen-Quotierung den maroden Parlamentarismus nicht modernisiert, sondern nur restauriert

Thomas Moser | TELEPOLIS

Eine Bemerkung vorweg: Ich bin ein Überzeugungsunterlasser. Die Mitarbeit in einer Partei, das Streben gar nach einem Sitz in einem Parlament kommt für mich nicht in Frage. Zu viel Anpassungsverlangen, zu viel Taktiererei, zu viel Kompromisse, zu viele Erniedrigungen, zu wenig Politik, zu wenig Einfluss, zu wenige Möglichkeiten, zu wenig Wirkung, zu viel Zeitverschwendung. Ich kann jeden verstehen, der kein Interesse an parlamentarischer Arbeit aufbringt.

Nun wurde eine Innovation ausgerufen. Die Parlamente in Deutschland sollten nach Männern und Frauen quotiert werden, eine Geschlechterparität müsse her. Frauen hätten vor 100 Jahren zwar das Wahlrecht errungen, das aktive und passive, aber doch säßen im Deutschen Bundestag zum Beispiel nur 30 Prozent Frauen. Das müsse sich ändern.

Als erstes hat der Landtag von Brandenburg ein Paritätsgesetz verabschiedet. Bei den übernächsten Wahlen 2024 sind nur noch Parteien zugelassen, deren Listen abwechselnd mit Frauen und Männern bestückt sind. Damit werde garantiert, dass die Hälfte der Mandate an Frauen geht. Andere Parlamente sollen nachziehen, auch der Bundestag.

Fangen wir mit den Kuriositäten eines solchen Gesetzes an. Ausgerechnet in einem Moment, als ein drittes Geschlecht offiziell anerkannt wird, findet dieses Geschlecht bei der Geschlechterquotierung keine Berücksichtigung. Dann sorgt das Gesetz dafür, dass vor allem mehr AfD-Frauen und andere konservative Frauen in Zukunft im Parlament sitzen. Nebenbei würde dadurch das tatsächliche, männerlastige Bild dieser Parteien verfälscht werden. Dafür müssen, drittens, im Bundestag ausgerechnet einige Linke- und Grüne-Frauen zuhause bleiben, weil diese Parteien dort bisher einen Frauenüberhang haben (Linke 54% Frauen, Grüne 58%). In Zukunft soll bei ihnen pari pari gelten. Am Skurrilsten ist aber, dass mit dem Frauen-Quotierungsgesetz die Frauenpartei gekillt wird. Da sie fortan ihre Liste zur Hälfte mit Männern besetzen müsste, wäre sie für Parlamentswahlen gesperrt. Beugt sie sich dem Gesetz, ist sie keine Frauenpartei mehr.

Ob konkurrierende Parteien – im Brandenburger Fall SPD, Linke, Grüne – in dieser Art und Weise in die inneren Verhältnisse und die Programmatik anderer Parteien eingreifen und sie majorisieren dürfen, ist in der Tat parteien- und verfassungsrechtlich fragwürdig. Sieht man einmal davon ab, dass es auch eine Entmündigung der WählerInnen darstellt.

Das Gesetz ist aber auch ein Einstieg in eine fatale Entwicklung, denn nach der ersten Bedingung – Frauenquotierung – kann schnell die nächste kommen: beispielsweise die „Klimaziele“ einzuhalten, die „Schuldenbremse“ zu akzeptieren, oder – von rechts – sich zur „deutschen Nation“ zu bekennen. Man kann darin sogar eine weitere (Selbst-)Entmachtung der Parlamente erblicken. Der Streit um politische Meinungen und Konzepte würde aus dem Entscheidungsraum herausgehalten und schon im Vorfeld selektiert werden. Die Eingriffe könnten, wenn sich die einfachen Mehrheitsverhältnisse ändern, auf die Urheber selber zurückfallen.

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Drewermann: Wiedereintritt in Kirche unter keinen Umständen denkbar

Bild: © KNA: Katharina Ebel
„Er tut mir leid“: Eugen Drewermann hegt nach eigenen Worten keinen Groll gegen Benedikt XVI. Ein Wiedereintritt in die katholische Kirche sei für ihn jedoch unter keinen Umständen denkbar, so der Theologe.

katholisch.de

Der Theologe Eugen Drewermann sieht für sich keinen Weg mehr zurück in die katholische Kirche. Ein Wiedereintritt sei unter keinen Umständen denkbar, sagte Drewermann dem „Badischen Tagblatt“ (Samstag). „Jesus hat nicht einmal das Christentum gegründet und ganz sicher keine Kirche“, erklärte er.

Gegen Joseph Ratzinger, der vor seiner Zeit als Papst Benedikt XVI. (2005-2013) die vatikanische Glaubenskongregation geleitet hatte, hegt Drewermann nach eigenen Worten keinen Groll. „Er tut mir leid“, sagte der Publizist, dem 1991 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen worden war und der kurz darauf vom Priesteramt suspendiert wurde. Ratzinger stecke in der „Theologie eines Dogmatikers, aus der er nicht herauskommt – mit Zwang und Unfreiheit, Monopolisierung des Wahrheitsanspruchs Roms“.

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So viele Deutsche glauben an die Auferstehung Jesu

democraticunderground.com

Christus ist leibhaftig von den Toten auferstanden: Der Glaube daran ist der Grund, warum hunderte Millionen Christen am kommenden Sonntag Ostern feiern. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie es um den Auferstehungsglauben der Deutschen bestellt ist.

katholisch.de

Jesus ist leibhaftig von den Toten auferstanden: Etwa jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) stimmt dieser Aussage zu. Das hat eine Umfrage des Erfurter Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ ergeben. Demnach lehnen 42 Prozent den Auferstehungsglauben ab. 28 Prozent antworteten mit „weiß nicht“, elf Prozent machten keine Angabe. Für die Erhebung wurden rund 2.000 Personen ab 18 Jahren befragt.

Am meisten Zustimmung findet der Glaube an die leibhaftige Auferstehung unter freikirchlichen Christen: 55 Prozent aus dieser Gruppe glauben an diese These. Deutlich geringer ist der Anteil unter römisch-katholischen (28 Prozent) und evangelischen Befragten (23 Prozent).

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Glaubenssache

Crosses on Hillside © Getty Images
Was kommt dabei heraus, wenn sich Kant, Feuerbach und Marx über Gott unterhalten? Ein fiktives Gespräch über Religion, die Verherrlichung des Leidens und das österliche Versprechen der Erlösung.

Von Markus Tiedemann | Frankfurter Rundschau

Kant zitiert Goethes Osterspaziergang, Feuerbach begeistert sich für den Begriff der „religiösen Arschkriecherei“ und Marx beklagt die Betäubung der Massen – ein philosophischer Chat über Gott und die Welt: Die folgende Unterhaltung wurde in dieser Woche von den Smartphone-Providern der genannten Herren mitgeschnitten.

Kant: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick. . .“

Feuerbach: Lieber Freund, dass gerade Sie den Osterspaziergang zitieren. Immerhin waren Sie bereits vier Jahre tot, als Goethe seinen Faust veröffentlichte. Zudem hat der große Dichter behauptet, kein Organ für die Philosophie zu haben.

Kant: Und wenn schon. Es steckt einiges in seinen Texten, das uns Philosophen gefallen sollte. Dies gilt auch für den Osterspaziergang. Ich darf erneut zitieren: „Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht/Sind sie alle ans Licht gebracht.“ Wenn das nicht nach Aufklärung klingt!

Marx: Schon möglich, aber zu wenig ist seit damals erreicht worden. Heute, über zweihundert Jahre später, prägen die Religionen noch immer den Alltag. An diesem Wochenende läuft die Propagandamaschine mal wieder auf Hochtouren. Von der einen Kanzel wird die Selbstaufopferung verherrlicht, von der nächsten wird zum Warten auf ein himmlisches Jenseits gepredigt.

Kant: Das ist wahr, verehrter Kollege. Noch immer leben wir nicht in einem aufgeklärten Zeitalter, sondern bestenfalls in einem Zeitalter der Aufklärung. Allerdings sollten wir die Fortschritte nicht übersehen. Heute werden keine Hexen mehr verbrannt und das geistig verwirrte Gretchen würde nicht hingerichtet werden, sondern käme in eine psychiatrische Einrichtung. Rettung kommt nicht aus dem Jenseits, sondern aus der Medizin.

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