Archiv der Kategorie: Freidenker

Esoterischer Budenzauber bei Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk bei einer Lesung aus seinem Buch Du mußt dein Leben ändern. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Über esoterischen Budenzauber bei Peter Sloterdijk und seinem ehemaligen Assistenten Marc Jongen, heute Hausphilosoph der AfD

Von Rudolf Walther | taz.de

Die Bankenkrise und das schäbige Feilschen über den Umgang mit Flüchtlingen in den EU-Staaten und der Türkei haben nicht nur die EU in eine Krise gestürzt, sondern auch die AfD gestärkt. Nebenfolgen bei konservativen Intellektuellen blieben nicht aus. Als Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski in den Kampfblättern Cicero und der Zürcher Weltwoche im Januar großspurig und unbedarft über „Souveränitätsverzicht“ und einen „territorialen Imperativ“ zur Abdichtung des Landes gegen Flüchtende improvisierten, kanzelte Herfried Münkler die Beiträge der beiden im Februar als „Dahergerede“ ab und bezeichnete dieses als „Abdankungserklärung“.

Die Debatte bekam Schwung, als im April mehrere Zeitungen berichteten, dass Sloterdijk als Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung (HfG) Marc Jongen zu seinem Assistenten gemacht und zum Dr. phil. promoviert hatte. Zusammen bestritten diese 2003 bis 2013 Seminare. Nebenberuflich ist Jongen der Hausphilosoph der AfD, entwirft für diese im Moment ein „Avantgarde-konservatives Manifest“ und ist stellvertretender Sprecher des AfD-Landesverbands Baden-Württemberg mit Aspirationen auf ein Bundestagsmandat 2017.

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Jung, feministisch und islamisch

Muslimische Studentin während des Galaabend im Auswärtigen Amt Berlin zugunsten des Studiengangs „European Studies“. (picture alliance / Andreas Keuchel)
Islamischer Feminismus – ist das widersinnig? Keinesfalls, meinen einige Musliminnen. Die jungen Frauen wollen – ähnlich wie feministische Christinnen – ihre Religion neu interpretieren, diesmal frauenfreundlich.

Deutschlandradio Kultur

Plötzlich sind sie da. Manchmal mit Kopftuch, manchmal ohne, aber immer mit lauter Stimme, unüberseh- und unüberhörbar. Junge Frauen, die sich als Musliminnen und Feministinnen verstehen. Frauen wie die Poetry-Slammerin Faten El-Dabbas vom Künsterkollektiv I-Slam:

„Mein Kleidungsstil missfällt ihnen, mein Name löst Chaos bei ihnen aus, wer ich wirklich bin, kümmert sie nicht… muss das alles sein, dass ich meine Finger verbrenne, wenn ich meine Hand reich.“

Die älteren Feministinnen vom Schlage einer Alice Schwarzer reiben sich verwundert die Augen. Der Islam ist für sie eine zutiefst patriarchalische, ja frauenverachtende Religion. Feminismus und Islam schließen sich ihrer Ansicht nach gegenseitig aus. Nur eine Frau, die das Kopftuch ablege und sich vom Islam abwende, könne sich wahrhaft befreien – so die reine feministische Lehre.

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Homöopathie: Schluss mit dem Hokuspokus

Ab Donnerstag treffen sich in Bremen über 500 Ärzte zum 165. Homöopathie-Kongress. Dass Mediziner im 21. Jahrhundert noch immer solchen Aberglauben pflegen ist ein Skandal, meint Fabian Schmidt in seinem Kommentar.
 

Von Fabian Schmidt | Deutsche Welle

Die Homöopathie ist eine obskure Irrlehre. Vermeintliche Heilungserfolge erklärt sie mit einem mystisch-magischen „Gedächtnis des Wassers“, mit „Energie“ und „Schwingungen.“ Dieser Hokuspokus ist um nichts wissenschaftlicher als die Geisterbeschwörungen der Santeria-Vodoo-Priester in Haiti.

Homöopathie ist durch die moderne Medizin eindeutig widerlegt. Damit gehört diese Ideologie allerhöchstens noch ins Gruselkabinett medizinhistorischer Forschung. Am besten legt man sie ganz hinten im letzten Regal ab – weit versteckt hinter den verstaubten, in Alkohol eingelegten Exponaten aus der pathologischen Sammlung von Rudolf Virchow. Denn dessen Grusel-Fundstücke sind immerhin noch ein Teil echter wissenschaftlicher Forschung gewesen und haben vor über einem Jahrhundert den Grundstein gelegt für die heutige moderne Medizin.

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Towel Day: Don’t panic

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Auch der Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis erwähnt den Alkohol. Da steht, der beste Drink, den es gibt, ist der Pangalaktische Donnergurgler.
Da steht, die Wirkung eines Pangalaktischen Donnergurglers ist so, als werde einem mit einem riesigen Goldbarren, der in Zitronenscheiben gehüllt ist, das Gehirn aus dem Kopf gedroschen.

(Per Anhalter durch die Galaxis)

Douglas Adams

Spaghettimonsterkirchentag in Leipzig

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Vom 25. bis zum 29. Mai findet in Leipzig der 100. deutsche Katholikentag statt. Dabei werden mindestens 30.000 Besucher erwartet, die an Gottesdiensten und Veranstaltungen wie Speakers Corner – Say Something Nice, Fürbitte 2.0 – Werden Sie Ihre Sorgen und Wünsche los und Gebet XXL – Nehmen Sie Platz teilnehmen.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Das kostet insgesamt 9,9 Millionen Euro, die nur zu einem knappen Drittel aus Beiträgen, Merchandise-Vekäufen und Spenden hereingewirtschaftet werden. Der Rest kommt von der Kirche und dem Staat. Die deutschen Bistümer zahlen mit 2,1 Millionen aber deutlich weniger dazu als die öffentliche Hand, die die Veranstaltung mit 500.000 Euro Bundes-, 3.000.000 Euro Landes- und 1.000.000 Stadtmitteln unterstützt.

Mit diesem städtischen Millionenzuschuss sind nicht alle Leipziger einverstanden. Die Piratenpartei-Stadträtin Ute Gabelmann hat deshalb eine Gegenveranstaltung organisiert. Die soll den Kirchentag nicht stören, aber Aufmerksamkeit erzeugen – mit einer Open-Air-Nudelmesse der Religionsparodie Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters, die am Sonntag um 11 Uhr 30 Uhr parallel zum katholischen Kirchentagsabschlussgottesdienstes auf dem Augustusplatz an der Ecke Radisson-Hotel stattfindet.

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Das bessere Argument sticht – wieso beim Glauben nicht?

Wettbewerb der religiösen Interpretationen täte not: Panorama von Jerusalem. Bild: Keystone
Der Philosoph Carlos Fraenkel erprobte sein atheistisches Weltbild mit gläubigen Studenten. Dabei stiess er an die Grenzen rationaler Argumentation.

Von Guido Kalberer | Basler Zeitung

Wenn man sich unter Gleichgesinnten bewegt, versteht sich vieles von selbst. Wir brauchen uns mit Begründungen, wieso wir uns so und nicht anders verhalten, nicht besonders anzustrengen. Bloss: Auf diese Weise erfahren wir wenig über die Bedingungen und Voraussetzungen, die unser Denken und Handeln prägen – und damit auch über uns selbst.

Mehr über die impliziten «ungeprüften» Voraussetzungen seiner Weltsicht wollte Carlos Fraenkel in Erfahrung bringen, als er sich aufmachte, in fünf verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten philosophische Workshops mit Studentinnen und Studenten abzuhalten. Zwischen 2006 und 2011 unterrichtete der deutsch-brasilianische Philosoph nicht nur an der palästinensischen Al-Quds-Universität in Ostjerusalem und an der islamischen Universität im indonesischen Makassar, er diskutierte auch mit chassidischen Juden in New York und mit afrobrasilianischen Schülern in Salvador da Bahia. Schliesslich traf er sich mit Angehörigen des indigenen Volkes der Mohawk in Nordamerika.

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Pathos der Nüchternheit

Willy Hochkeppel hat die seltene Gabe, philosophische Sachverhalte klar und präzise darzustellen und einzuordnen – mit dem Pathos der Nüchternheit. Sein neues Buch enthält „Philosophische Traktate abseits des Geläufigen“.

Von Julian Nida-Rümelin | Süddeutsche.de

Der Wissenschaftsjournalismus ist in Deutschland nicht in bester Verfassung. Es gibt einige Wissenschaftler, die gute, allgemein lesbare Bücher und gelegentlich auch Zeitungsartikel verfassen, und es gibt einige wenige Journalisten, die von der Wissenschaft, über die sie schreiben, profunde Kenntnis haben. Aber die Wissenschaftsjournalistik als Ganze ist in Deutschland, etwa auch im Vergleich zu den USA, schwach ausgeprägt.

Wie andere wissenschaftliche Disziplinen hat auch die zeitgenössische Philosophie Spezial-Disziplinen ausgeprägt, die selbst von Fachleuten kaum noch überschaut werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich unterschiedliche Methoden gegenüberstehen, die sich in der Auffassung, was gute Philosophie ausmacht, fundamental unterscheiden. Eine Philosophie, die nahe an den Kulturwissenschaften angesiedelt ist, hat es leichter, in den Feuilletons Beachtung zu finden. Sie ist aber oft im Fach selbst eher randständig. So entsteht ein verzerrtes Bild in der Öffentlichkeit, für das zum Beispiel Peter Sloterdijk als Repräsentant der deutschen Philosophie gilt, während er mit seinen Schriften im philosophischen Fach so gut wie keine Rolle spielt.

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Richard David Precht: „Wir haben keinen Anspruch auf Frieden“

Der 51-jährige Richard David Precht. FOTO: Andreas Endermann
Seine Bücher erreichen ein Millionenpublikum und wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Jetzt wird Richard David Precht auf der vierten Phil.Cologne gleich dreimal zu erleben sein. Wir sprachen mit dem Philosophen über die Globalisierung, Demokratie und die Suche nach Schuldigen in Krisenzeiten.
 

Von Lothar Schröder | RP ONLINE

Was können wir von den alten griechischen Philosophen heute lernen?

Precht Na ja, es gibt einiges, was heute frappierend aktuell ist. Dazu gehört die Tugendethik des Aristoteles. Nach unserem ethischen Verständnis scheint es nicht mehr auf uns selbst anzukommen, da es ja für alles Gesetze gibt und alles durch Institutionen geregelt wird. Die Moral ist eine Sache des Staates und nicht mehr der persönlich Lebensführung. Dazu gehören aber auch ökonomische Überlegungen. Nach Platon und Aristoteles sollte die Wirtschaft so konstruiert sein, dass sie möglichst nicht auf quantitatives Wachstum angewiesen ist. Das ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was wir heute unter Wirtschaft verstehen. Das griechische Ideal war es, einen ökonomischen Kreislauf zu schaffen, der sich selbst genügt. Dazu gehörte auch, die Geldwirtschaft einzudämmen. Angesichts einer aus den Fugen geratenen Finanzwirtschaft ist das ein Aspekt, den wir heute wieder diskutieren.

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Recep Tayyip Erdoğan: Dodo des Monats April 2016

Dodo des Monats April 2016 ©HFR
Dodo des Monats April 2016
©HFR

erdoganDer „Irre vom Bosporus“ hat das Rennen um die kotztürenblaue Dronte des Monats April gewonnen.  Ausgestattet mit einem schon pathologisch zu nennenden Verfolgungswahn kennt Erdogan nur zwei Typen von Menschen, seine Anhänger und seine Feinde, letztere natürlich alles Terrorristen.  Die Paranoia hat System und ist nicht erst seit ein paar Wochen signifikant erkennbar. Rund 2.000 Klagen wegen Beleidigung seiner Person lassen überdies noch an der Zurechnungsfähigkeit des selbsternannten Sultans zweifeln. Osmanen-Kult, der Islam sowohl als Religion, wie auch als politisches Programm und türkisch-islamische Identität sind die Eckpunkte seines Weltbildes.

Unter Kemal Atatürk, der bekanntlich die Reste des Osmanischen Reiches zur türkischen Republik formte, wäre Erdogan schon lange füsiliert worden.  Noch braucht er Atatürk als Aushängeschild und Etikett seiner Politik, möglich dass Erdogan selbst eines Tages mit dem Namen „Attacktürk“ in die Geschichte eingehen wird.

Skandale gab es zu jeder Zeit, als Ministerpräsident und nun als Präsident, der sich zum Despoten gemausert hat. Demokratie, Menschenrechte gelten nur aus pragmatischen Gründen, sie werden gebraucht um unter dem Deckmatel der Legalität einen islamischen Gottesstaat zu etablieren.

Die EU schaut zu, hilflos, beschwichtigend kriechen die Granden europäischer Politik Erdogan in den Arsch. Der lässt sie dort wohlgefällig zappeln. Presse-und Meinungsfreiheit, im europäischen Bündniss immer dann mantra-artig beschworen wenn es gilt gegen die Widersacher der Politik des Westens einen Shitstorm zu organisieren. Andere sind böse, Erdogan gestaltet mit der europäischen Hilflosigkeit seinen islamischen Gottesstaat.  Er schlachtet die Kurden ab, verbündet sich mit dem  Abschaum  des Islamischen Staates,  liefert Waffen, lässt Gotteskrieger in seinen Krankenhäusern behandeln und ermöglicht den Tourismus der Dschihadisten.
Die Würde des Menschen soll ein universelles Recht sein, unantastbar gar. Sie wird aber immer wieder zur Verhandlungsmasse gemacht, wenn es gilt eigene Interesse durchzusetzen. Die Europäische Union ist hier ein Vorreiter des Pragmatismus. Argumentativ wird die Menschenwürde von allen beschworen, mit Erdogan ist sie 6 Milliarden Euro wert, um zu verhindern, dass das Kriegselend des Mittleren Osten über europäische Grenzen kriecht. Das Ersaufen im Mittelmeer nicht eingerechnet.  EU-Beitritt, nicht mit Erdogan, die Türkei unter seiner Knute wird andere Wege einschlagen, die Europäische Union eine Kuh, die sich vortrefflich melken lässt.

Erdogan Größenwahn gipfelte in der Aussage:

„Eroberung heißt Mekka. Eroberung heißt Sultan Saladin, heißt, in Jerusalem wieder die Fahne des Islams wehen zu lassen.“

Die Welt vom 31. Mai 2015

Spätestens hier muss auch dem letzten Europa-Politiker klar geworden sein, im Oberstübchen des türkischen Präsidenten geht einiges gewaltig durcheinander, kompetente, professionelle Hilfe angeraten.

Erdogan formt einen islamischen Fundamentalismus in der Türkei, seine Anhänger werden fanatisiert und schießen auch schon mal auf einen erklärten Feind Erdogans.

Deutsche Satiresendungen, die sich Erdogan als Ziel auserkoren haben werden zum Ziel präsidialer Politik.  Diplomatisches Einschreiten, Anzeigen und ein desaströses Verhalten der Bundesregierung mit der Kanzlerin voran, bestärken  den kranken Mann noch in seinem Wahn.  Das ZDF macht sich freiwillig und ohne Not zum Büttel der Politik der Bundesregierung. Strafanzeigen, im dreistelligen Bereich gegen Jan Böhmermann zeigen, im dreistelligen Bereich wird Satire nicht verstanden.  Bildungsdefizite im dreistelligen Bereich, zu kompliziert, verflachtes Gehirn. Entrüstung vorprogammiert.  Da kann man von Glück sagen, dass die Entrüsteten nicht gleich das ZDF angezündet  und die Mitarbeiter zerhackt haben.  Es gibt genügend Beispiele, wo man ein paar Zeichungen zum Anlass nahm um einen dschihadistischen Shitstorm mit Toten und Verletzten vom Zaune zu brechen.

Beim nächsten Besuch Erdogans in Deutschland empfiehlt sich die fachärtztliche Untersuchung auf Zurechnungsfähigkeit, öffentliche Auftritte wären nur unter dieser Voraussetzung möglich.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Verschleierte Unterordnung – Kopftuchbitches und mehr

Haare können sexy sein. Manche mögen sie am ganzen Körper, andere bevorzugen das Haupthaar, möglichst lang und gepflegt und mit Vorliebe auf dem Kopf einer Frau.

Von Güner Yasemin Balci | taz.de

Die erotische Wirkung schönen Haars hat eine lange Geschichte. Als aufreizende weibliche Körperzonen nennen die meisten Menschen aber Busen, Po, Schenkel und Lippen weit vor der Frisur. Viele Muslime scheinen da anders zu ticken, denn die Verhüllung von Frauen nimmt bisweilen bizarre Formen an: Mit knall­engen Hosen, die Brüste gepresst in farbenfrohe Stretchklamotten, auf hohen Schuhen und mit einem Make-up, das mehr Kunst als Schminke ist, prägen die unter Jugendlichen so genannten Kopftuchbitches mit ihren schrillen Outfits das Straßenbild fast wie früher die Punks.

Ich kenne nicht wenige Männer, die diese Kombination – oben Tuch, drunter Sexbombe – aufreizender finden als jede Nackte. Signalisiert die Trägerin mit dem Kontrast doch: Ich will, aber ich darf nicht. Gepaart mit dem Idealbild einer Jungfrau ist das Ganze an erotischer Aufladung kaum zu überbieten.

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Interview mit Eric Allen Bell

Eric Allen Bell auf Facebook.
Eric Allen Bell ist ein US Blogger, Filmemacher und Medienberater, der in New York lebt. Durch seine Arbeit an einer Dokumentation über Islamophobie wandelte er sich 2012 von einem liberalen Islamverteidiger zu einem der schärfsten Islamkritiker. In unseren Interview erzählt er uns, wie es dazu kam und welche Konsequenzen diese Entscheidung nach sich zog.

Richard Dawkins-Foundation

Eric Allen Bell: Ich wuchs in den 70ern und 80ern im südlichen Kalifornien auf, wo die Ansichten der Gegenkultur der 60er Jahre immer noch stark in unserer Kultur verankert war. Ich glaubte, dass alles, was das Establishment repräsentierte, fehlgeleitet und möglicherweise böse war. Ich glaubte, dass die Welt in ein neues Zeitalter eintritt, in dem wir lernen würden zu teilen, miteinander auszukommen und unsere Differenzen zu akzeptieren. Viele Jahre später wurde ich von der Realität eingeholt.

Dann erfuhr ich gewissermaßen eine innere Revolution. Gewisse Geschehnisse brachten mich dazu, wirklich alles zu hinterfragen. Es war wie ein Gestaltwechsel. So wie, wenn man das Bild eines Hasen vor sich sieht und sicher ist, dass es ein Hase ist. Aber dann bemerkst du, dass es das Bild einer Ente ist und du kannst nicht an den Punkt zurück, wo du einen Hasen gesehen hast. Ungefähr so war es. Aber das Bild vom Hasen und der Ente ist sowohl ein Hase, wie auch eine Ente. In meinem Fall ging ich dazu über die Welt so zu sehen wie sie ist, statt sie zu sehen, wie ich sie gern hätte.

Heute habe ich mehr Fragen als Antworten. Als ich für Michael Moore, Daily Kos und andere progressive Medien schrieb, dachte ich, alle Antworten zu kennen. Aber wie sich herausstellte, ist ein intelligenter Geist auch ein hinterfragender Geist. Und wenn jemand davon überzeugt ist, dass er eh alles besser weiß, gibt es nur noch wenig Spielraum, in dem die Intelligenz wachsen oder gar lebendig bleiben kann.

Nachdem ich in den letzten Jahren über 100 Morddrohungen von frommen Muslimen bekommen habe, kann ich nicht länger glauben, dass alle Menschen im Kern gut sind, oder dass wir alle gleich sind und dass Toleranz die Antwort ist.

Stattdessen sehe ich bei der Entscheidung, welches das beste politische System wäre, die Natur als meine Richtschnur an. Daher bevorzuge ich so wenig erzwungene Kooperation wie möglich und vertraue auf den Prozess der natürlichen Auslese, wenn es um den wirtschaftlichen Wettbewerb geht.

Nichtsdestoweniger habe ich Mitgefühl und bevorzuge Kooperation, ich will nur nicht, dass sie mir aufgezwungen wird.

Die Vereinigten Staaten wurden auf Freiheit begründet, auch wenn einige unserer Führer dies vergessen haben. Freiheit bedeutet, dass man sein eigener Herr ist. Und Islam bedeutet Unterwerfung. Und als ich die Wahrheit über den Islam herausfand, öffnete mir dies die Augen bei so vielen anderen Dingen – die Lügen, die ich mir selbst eingeredet hatte, die Lügen, die unserer Führer verbreiten, die Lügen, die von den Medien verbreitet werden und die Lügen, die dafür sorgen, dass die zivilisierte Welt sich auflöst, während wir uns immer mehr einschränken, aus Sorge, ja zur niemanden zu beleidigen.

In der Rückschau muss ich feststellen, dass ich mich der schlimmsten Art von Rassismus schuldig gemacht hatte und dies ist der Rassismus der verringerten Erwartungen. Ich war auf einem selbstgerechten Kreuzzug, auf dem ich die Gewalttaten der Araber rechtfertigte und die Schuld dafür bei Amerika und den anderen westlichen Nationen sah. Für mich ist jetzt klar, dass die „Weiße Schuld“ viel damit zu tun hatte. „Weiße Schuld“ ist etwas, dass die staatlichen Schulen und die amerikanischen Medien uns sehr erfolgreich eingepflanzt haben. Aber wenn man etwas so lange mit sich herumträgt, ist es schwierig zu sehen, was direkt vor einem liegt.

Dann kam der 11. September 2001

Was war ihre ursprüngliche Meinung über den Islam?

Mein Interesse am Islam wurde durch Rumi, die Poesie des mystischen Sufismus, geweckt. Von da an studierte ich den Sufismus. Allerdings war dies eher die kalifornische Variante des Sufismus, die eine universalistische Perspektive auf andere Religionen hatte und die den Propheten Mohammed nicht diskutierte. Hier traf ich das erste Mal auf die verzerrende Sichtweise, mit der ich den Islam später betrachten sollte. Ich dachte, weil man es mir so beigebracht hatte, dass „Allah“ in Wirklichkeit „alles“ bedeutet, weil Gott unendlich ist. Also müsste der Ausspruch „Allahu Akbar!“ (Allah ist groß!) tatsächlich bedeuten, dass einfach alles groß ist. Ich besuchte sogar einige Moscheen, um das „Salāt“ (das fünfmalige islamische Gebet) näher kennenzulernen.

Meine Sufismus-Lehrmeister sagten, dass der Mainstream-Islam seine mystische Strömung verloren hat, die ursprünglich im Islam angelegt war und sich dadurch in etwas sehr wörtliches verwandelt hat. Der Grund, den sie dafür angaben war, dass diejenigen, die in bestimmten Regionen der Erde nach weltlicher Macht strebten, den Islam pervertiert hatten, um damit die Menschen zu kontrollieren. Allerdings hatte ich damals weder den Koran, noch die Hadithe oder die Biographie Mohammeds gelesen.

Dann kam der 11. September 2001, der für mich allem auch nur entfernt Islamischen einen schlechten Beigeschmack hinzufügte. Ich las den Koran in einem Stück, kurz bevor sich mein Weg und der meiner Sufismus-Lehrer für immer trennten. Ich ging mit mehreren Lesezeichen im Koran zu einem Sufismus-Imam und sprach ihn auf die gewalttätigen Passagen an. Seine Erklärung war, dass diese Verse im arabischen Originaltext äußerst schön seien, aber sie ihre ursprüngliche Bedeutung verloren hätten, weil weiße Kolonialherren Koranübersetzungen in Auftrag gegeben hätten, mit dem Ziel, sie plump und wild klingen zu lassen, um damit die Araber kleinzuhalten. Dies klang für mich alles andere als richtig. Aber ich hatte das Interesse am Islam verloren und kam für weitere 10 Jahre nicht mehr auf das Thema zurück, bis ich mir vornahm, eine Dokumentation über „Islamophobie“ im Bible Belt Amerikas zu drehen.

Rückblickend wird mir klar, dass die Sufismus-Organisation eine Vorfront war, die den Islam mittels bewusster Täuschung verbreiten wollte. Der islamische Begriff dafür lautet Taqiyya und als eine Art Hippy auf einer spirituellen Reise bin ich voll darauf hereingefallen.

Im Stadtrat regte sich Widerstand gegen den Bau einer Megamoschee

Wie dachten sie ursprünglich über die sogenannten Islamophoben?

Ich hatte niemals ein Problem mit Leuten, die den Islam ablehnen oder die keine Moschee in ihrer Stadt haben wollen. Ich war allerdings dagegen, die Gerichte anzurufen, um einen Moscheebau zu verhindern oder wenn man Leute nur dafür hasst, dass sie Muslime sind. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Ich war in einer kleinen Stadt in Tennessee, mitten im Herzen des Bible Belt. Wie genau ich dort gelandet bin, kann ich aus Zeitgründen nicht erläutern. Jedenfalls habe ich noch nie zuvor so viele Kirchen auf einmal gesehen. Das Gericht in der Stadt hat eine Bibel in einer Glasvitrine, direkt an den Treppenstufen. Und der Stadtrat beginnt jede Sitzung mit einem Gebet an Jesus.

In den Sitzungen des Stadtrats regte sich erstmals Widerstand gegen den Bau einer Megamoschee in ihrer Stadt. Davon habe ich durch das Radio erfahren. Die Einspieler in diesem Beitrag lauteten ungefähr: „Es gibt nur einen Gott und sein Sohn heißt Jesus Christus und ich will keine Moschee in meiner Stadt haben.“ Die Sendung brachte einen Bibelfanatiker nach dem anderen, der gegen den Islam wetterte, aber völlig ohne Begründung, abgesehen davon, dass der Islam nun mal nicht das Christentum ist.

Der Widerstand gegen den Bau einer 5000 m² Moschee kam in dieser Stadt fast ausschließlich von Evangelikalen. Und soweit ich es beurteilen kann, war ihre vorrangige Motivation, ihren Heimvorteil zu bewahren.

So lernte ich also die sogenannten Islamophoben kennen. Für mich waren sie wirklich Leute mit einer irrationalen Angst vor dem Islam. Deshalb hatte ich kein Problem mit dieser Definition oder Bezeichnung. Und ich entschloss mich, eine Dokumentation über diesen Kampf der Zivilisationen, der Ideen und Kulturen in dieser kleinen Universitätsstadt zu machen.

Ich dachte dabei, dass der Kampf über dieses Grundstück und wofür „Gott“ es vorgesehen hat, als ein Mikrokosmos, der die Weltereignisse widerspiegelt, gesehen werden könnte. Ich hatte gehofft, dass meine Dokumentation Licht darauf werfen würde, warum Zivilisationen sich überhaupt bekämpfen. Allerdings hatte ich den Gedanken verinnerlicht, dass wir nur lernen müssten, unsere Unterschiede zu akzeptieren und so eine bessere Welt errichten könnten. Der Weg, auf dem ich mich befand, war wirklich mit guten Absichten gepflastert.

Aber es gab noch ein weiteres Puzzleteil. Auf der anderen Seite in diesem Streit waren viele junge Collegestudenten, die sich zusammengeschlossen hatten, um das Islamische Zentrum im Namen der Religionsfreiheit zu unterstützen. Dies waren keine Muslime. Ich fand bald heraus, dass sie Teil einer sozialistischen Organisation waren, die sich am Campus radikalisiert hatten. Es gab einen Professor, der die Gelegenheit beim Schopf ergriff und diese Jugendlichen nicht nur dafür gewinnen wollte, die Moschee zu unterstützen, sondern ihnen gleichzeitig auch Karl Marx nahebringen wollte.

Einige Zeit danach, als sich der Staub gelegt hatte, traf ich den konservativen Schriftsteller David Horowitz. Er war der erste, der mich darauf aufmerksam machte, dass es eine unselige Allianz zwischen Linksextremismus und Islam gibt. Er hat mir sehr dabei geholfen, dies im globalen Maßstab zu erkennen.

David Horowitz fragte mich, ob ich einen Artikel für das von ihm herausgegebene Front Page Magazin schreiben wolle. Er wollte, dass ich die Geschichte erzähle, wie ich eine Dokumentation, die die sogenannte „Islamophobie“ aufs Korn nimmt, machte, und dann erkläre wie viel mich mein Sinneswandel kostete, nämlich in Bezug auf meine Finanzierung, mein Renommee und so viele meiner Freunde und Kollegen.

Also schrieb ich 2012 einen Artikel unter dem Titel „Der hohe Preis, die Wahrheit über den Islam zu sagen“ und auf einmal veränderte sich alles. Die sogenannten „Islamophoben“ waren auf einmal meine Kollegen. Ich wurde in viele konservative Radiosendungen eingeladen, über mich wurde in vielen Magazinen geschrieben und es  wurde auch für eine Fernsehsendung angefragt. Ich schrieb weitere Artikel für das Front Page Magazin und viele Counter-Dschihad-Blogs und bin seitdem voll Eifer bei dieser Bewegung dabei.

Nach dem islamischen Terroranschlag von San Bernardino in Kalifornien hatte meine Facebookseite auf einmal eine Reichweite von über 9 Millionen und erreichte auch Menschen, die mich vorher als Angstmacher abgelehnt hatten.

Eine Taxifahrt veränderte für immer mein Leben

Wie hat sich ihre Meinung über den Islam geändert? Gab es einen Wendepunkt?

Ja, es gab ganz eindeutig einen Wendepunkt. Ich hatte bereits 300 Stunden für meine Dokumentation über den Widerstand gegen den Moscheebau abgedreht. Ich hatte daraus eine kleine 25-Minuten-Version geschnitten, mit der ich in Hollywood meine Finanzierung für den Abschluss des Projekts sichern wollte, aus dem, wie wir hofften, ein abendfüllender Film werden sollte. Meine Beiträge, die ich für Michael Moores Website schrieb, gewannen an Lesern hinzu und es gab ein breites Interesse an meiner Dokumentation, die auch auf dem Sundance Film Festival gezeigt werden sollte. Mittlerweile hatte ich bereits 90 Minuten zusammengeschnitten. Der Filmverleih war bereits fest eingeplant.

Dann nahm ich ein Taxi und die Fahrt veränderte für immer mein Leben. Der sogenannte Arabische Frühling war in vollem Gange und es sah ganz danach aus, als ob Mubarak stürzen würde. Mein Taxifahrer war Ägypter. Ich fragte ihn, ob er aufgeregt sei, denn Mubarak besaß immerhin 70 Mrd. $, während sein Volk nicht einmal genug zu Essen hatte. Er war ein Tyrann. Es war doch eindeutig richtig, dass die Ägypter seinen Rücktritt verlangten.

Der Taxifahrer antwortete, dass zwar alles stimme und Mubarak ein böser Kerl sei. Aber dann erzählte er mir, dass er koptischer Christ war und befürchtete, dass die Muslime nach dem Sturz Mubaraks zu viel Macht an sich reißen könnten und anfangen würden, Christen zu verfolgen, zu ermorden und zu vergewaltigen. Er machte sich große Sorgen um seine Eltern und seine Schwester und konnte sie nicht am Telefon erreichen.

Dieser Mann befand sich nicht im Wahlkampf. Er wollte kein Buch verkaufen und er war auch kein Moderator in einer rechtsgerichteten Talkshow. Er war nur ein ganz normaler Kerl aus Ägpyten, der keinen Grund hatte, die Wahrheit zu verdrehen. Er wollte mich nicht zu seiner Religion bekehren. Er hatte einfach nur Angst. Er hatte richtige Angst.

Als ich die Angst in den Augen dieses Mannes sah, begann ich mich zu fragen, ob ich die ganze Angelegenheit wirklich gründlich genug durchdacht hatte. Die Art wie er mich anschaute, wenn er über seine Schwestern redete und wie er sie nicht am Telefon erreichen konnte, verfolgte mich.

In den kommenden Tagen, in denen ich sah, wie viele islamische Länder ihre Führer abschüttelten, musste ich immer wieder an diesen Taxifahrer denken. Und an seine Eltern und seine Schwestern. Und als aus den Tagen erst Wochen und dann Monate wurden, sah ich den islamischen Mob auf der Straße, der Christen und andere Ungläubige terrorisierte und die Scharia einführen wollte. Die Häuser koptischer Christen wurden niedergebrannt. Einige wurden sogar gekreuzigt. Mädchen wurden vergewaltigt, während Ägypten eine Art neuen Mubarak wählte. Nur hatte er diesmal einen Bart und einen Koran. Das ägyptische Volk wählte mit der Unterstützung Barack Obamas die Muslimbruderschaft in die Regierung, also genau die Organisation, die weltweit so viele islamische Terrorgruppen hervorgebracht hatte.

Ich fragte mich: Wenn der Islam die Religion des Friedens ist, warum sind die Extremisten dann nicht extrem friedlich?

Ich erinnere mich, dass ich einige Monate zuvor Frank Gaffney von der Organisation „Center for Security Policy“ interviewt hatte. Er hatte mir damals ein sehr dickes Buch überreicht. Ich habe das alles noch auf Film. Das Buch hieß „Scharia – Die Bedrohung für Amerika.“ Ich musste noch über die Gegenseite recherchieren, um die “Islamophoben” als Hassprediger darzustellen. Ich musste verstehen, was diese Leute sagten und ich musste in der Lage sein, sie zu widerlegen. Also fing ich mit Robert Spencer an und las sein Buch „Die Wahrheit über Mohammed“.

Ich wollte wirklich, dass Robert Spencer falsch liegt. Aber alles was er über Mohammed sagte, stimmte mit dem, was ich islamischen Schriften entnahm, überein. Mohammed hatte wirklich gesagt, dass er durch Terror siegreich geworden war. Er hatte wirklich ein sechsjähriges Mädchen geheiratet und die Ehe mit ihr vollzogen, als sie gerade einmal neun Jahre alt war. Mohammed hatte wirklich seine Frau Safiye „geheiratet“ nachdem er zuvor alle Männer ihres Stammes und alle Männer ihrer Familie getötet hatte. Er hatte die Frauen als Sexsklaven genommen, ihre Väter gefoltert und sie in der Nacht vergewaltigt. Mohammed hat seine Kritiker wirklich hinrichten lassen und einen ganzen Stamm der Juden geköpft. Mohammed hatte Juden tatsächlich als Affen und Schweine bezeichnet. All das las ich im Koran, den Hadithen und der Sira (Biographie Mohammeds) – Robert Spencer hatte sich beim Quellenmaterial rein auf islamische Schriften beschränkt.

Dann las ich das Werk von Dr. Bill Warners, der genau gezählt hatte, wie oft der Koran sagt, dass Mohammed der Idealtypus eines Mannes sei und dass seine Anhänger, die Muslime, es ihm gleichtun sollen.

Zuletzt las ich Frank Gaffney dickes Buch, das unter anderem klar zeigte, dass seit dem 11. September 2001 in alarmierender Rate neue Moscheen in ganz Amerika errichtet wurden. In der 1.400-jährigen Geschichte des Islam war es Brauch, nach der Einnahme eines Landes Siegesmoscheen zu bauen. Und die Moscheebauten in Amerika hatten sich seit dem Angriff nahezu verdoppelt. Eine erschreckend hohe Anzahl dieser Moscheen erhielten ihre Geldmittel von ausländischen Regierungen, die den USA gegenüber feindselig eingestellt waren. Und in vielen dieser Moscheen wurden Verrat und Volksverhetzung gelehrt.

Ich las die Statistik des Pew Forums von 2011 über das, was die Mehrheit der Muslime glaubt, und war alarmiert, als ich begriff wie akzeptiert Selbstmordattentate waren, wie viel Unterstützung es für al-Qaida, Hamas, Hisbollah gab und wie viele amerikanische Muslime der Meinung waren, dass es in Ordnung sei, unschuldige Zivilisten zu töten, zumindest zeitweise.

Ich mailte an den Imam der Moschee, die ich verteidigt hatte und fragte ihn, ob es die Mehrheitsmeinung im Islam sei, dass auf Apostasie, also Glaubensabfall, die Todesstrafe stehe. Und er sagte ja!

Ich las danach Wafa Sultan, Brigitte Gabriel, Bruce Bawer, Ali Sina und weitere. Und das Bild wurde immer deutlicher.

Konnte ich wirklich den Film machen, den ich machen wollte?

Damals erfuhr ich vom Prozess gegen die „Holy Land Foundation“. Dies war der größte Ermittlungserfolg des FBI gegen eine islamische Wohltätigkeitsorganisation, die Millionen Dollar an die Hamas weiterleitete. Während des Prozesses kam ein Dokument ans Tageslicht, das einen Plan erläuterte, wie die Muslimbruderschaft sich in einem zivilisatorischen Dschihad betätigen sollte. Mit der Hilfe ihrer Vorfeldorganisationen, inklusive des „Council on American Islamic Relations“ (CAIR), hatte die Muslimbruderschaft geplant, unsere Kultur, unsere Universitäten und unsere Medien zu infiltrieren, oder um es mit ihren Worten zu sagen: „Den Westen mit seinen eigenen Mitteln zu vernichten.“

Ein hochrangiger CAIR-Vertreter sagte sogar, dass der Islam die bestimmende Moral in diesem Land sei, obwohl diese Organisation ein nicht angeklagter Mitverschwörer im “Holy Land Foundation“ Prozess war . Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten CAIR als Terrororganisation eingestuft. Aber in Amerika werden sie ins Weiße Haus eingeladen. Mein Kopf drehte sich.

Währenddessen wollten die Iraner ihre Regierung stürzen, doch Obama schaute bloß weg. Aber als die Ägypter die Muslimbruderschaft aus der Regierung drängen wollten, stellte Obama klar, dass er sie im Amt belassen wollte. Die ganze Situation wurde mit jedem Moment seltsamer und unheimlicher.

Und dann waren da noch dieser Taxifahrer und mein Gewissen. Konnte ich wirklich den Film machen, den ich machen wollte? Also traf ich mich noch einmal mit den Unterstützern meines Films, um eine andere Richtung der Geschichte vorzuschlagen. Und das lief gar nicht gut.

Ich erzählte ihnen, dass ich ernsthaft besorgt war, dass wir völlig falsch liegen. Ich sagte, dass ich glaube, dass die Gegner der Moschee sich nicht sehr geschickt ausdrückten, aber dass sie im Prinzip recht hatten. Sie lagen falsch, was Jesus als den einzigen Erlöser und die kommende Endzeit angeht, aber sie hatten dennoch recht, was die islamische Bedrohung anging.

Interview mit Eric Allen Bell weiterlesen

„Die 33. Hochzeit der Donia Nour: „Bitterböse Groteske gegen den Islamismus

Hazem Ilmis Sci-Fi-Groteske stellt viele kritische Fragen an den Islam (imago/Xinhua)
Großägypten im Jahr 2048: Islamisten sind an der Macht, es gilt eine Neo-Scharia, das Ministerium für Sleepvertising sendet Botschaften direkt in die Gehirne. Gegen diese totalitäre Herrschaft begehrt die junge Donia Nour auf. Orwell arabisch.

Von Dina Netz | Deutschlandradio Kultur

Großägypten im Jahr 2048 ist dreigeteilt: Im Norden leben die Reichen, in der Mitte – klar – die Mittelschicht, im Süden die Armen. Das hat der weise Herrscher, der „Nizam“, so geregelt, um die Konflikte zwischen den Bevölkerungsschichten zu beenden.

Das Zusammenleben regelt die Neo-Scharia, eine Art islamistische Koran-Auslegung, die die Menschen in der Mitte und im Süden quasi entmündigt und die Wohlhabenden zum Konsumieren antreibt. Hazem Ilmis Vision von Großägypten im Jahr 2048 ist eine bitterböse Groteske, die die Pläne der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ mit den finsteren Auswüchsen des Kapitalismus kreuzt.

Werbebotschaften direkt ins Gehirn

Ein muslimisches „1984“ nach Orwell: Das Ministerium für Sleepvertising sendet den Bürgern Werbebotschaften direkt in die schlafenden Gehirne. Die Menschen werden bewertet nach der Zahl ihrer Gebete, die ein elektronischer Rosenkranz übermittelt. Jeder, der sich kritisch äußert, wird verbannt.

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Und geheiligt werde die Willkür

Bild: RDF
Gender-Ideologen machen den Fehler, dass sie „Mann“ und „Frau“ rein kulturell verstehen. Zunächst einmal unterscheiden sich Männer und Frauen jedoch biologisch. Kulturelle Studien sind legitim, müssen aber von biologischen Grundlagen ausgehen.

Von Andreas Müller | Richard Dawkins-Foundation

Es gibt auch Frauen mit XY-Chromosomen. Das teilte man mir vor kurzem mit. Und ich Naivling meinte, Männer hätten XY-Chromosomen und Frauen XX-Chromosomen. Das Phänomen der XY-Frauen erklärt sich allerdings durch eine partielle oder komplette Testosteronblockade, zum Beispiel bei Fehlen des TDF-Proteins. Mit anderen Worten ist das nicht normal. Eine biologische Fehlfunktion führt zu diesem seltenen Phänomen der XY-Frauen. Das ist kein Vorwurf an die XY-Frauen oder an XX-Männer, es ist einfach so. Und dieses „die Dinge sind, wie sie sind“, die wissenschaftlich erkundbaren Tatsachen der Realität, drohen der politischen Korrektheit und dem Relativismus geopfert zu werden.

Es ist sinnvoll, „männlich“ und „weiblich“ biologisch zu definieren und voneinander abzugrenzen. Bereits Charles Darwin setzte sich in seinem „Ursprung der Arten“ mit dem Problem der zahlreichen Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle in der Natur auseinander. Er schrieb, es sei manchmal schwierig, Arten eindeutig voneinander zu unterscheiden. Manche Forscher betrachteten eine Lebensform als Art, andere nur als Rasse. Und trotz der Grenz-, Übergangs- und Ausnahmefälle leugnen Biologen nicht, dass es Arten gibt.

Doch genau das ist die Tendenz unseres Zeitgeistes. An die Stelle der Unterscheidung – wozu klar definierte Begriffe dienen – tritt die Gleichmacherei. Letzten Endes sind dann aber nicht alle Menschen gleich, sondern alles ist gleich. Und somit ist alles nichts Bestimmtes. Ist es ein Mann? Ist es eine Frau? Warum nicht etwas dazwischen, warum nicht beides zugleich? Letztlich ist dann alles im Grunde nichts.

„An die Stelle der Unterscheidung tritt die Gleichmacherei.“

Die Kritiker meiner Artikel über Transgender sehen sich dem Problem ausgesetzt, dass sie im Namen der heiligen politischen Korrektheit, des gesegneten Relativismus, in die Richtung argumentieren: Es gibt keine Geschlechter. Wenn sie nämlich einräumen, dass es voneinander abgrenzbare Geschlechter gibt, dann kann sich nicht jeder einfach als „Frau“ oder „Mann“ definieren, weil er sich besser dabei fühlt. Schließlich müssen ihrer Weltanschauung zufolge auch biologische Frauen „eigentlich“ Männer sein dürfen und andersherum.

„Alles fließt“, wie Heraklit es ausdrückte. Mit anderen Worten gibt es keine Kontinuität und somit keine Attribute und somit keine Entitäten und somit – gibt es gar nichts. Ein Mann ist demzufolge nicht von Natur aus ein Mann, weil er natürliche männliche Eigenschaften einfach ablegen oder sie wegoperieren lassen kann. Und gibt es keine männlichen Eigenschaften, so gibt es auch keine Männer – wodurch sollen sich diese ohne Eigenschaften schließlich auszeichnen? Und wir können uns jede Diskussion über das gar nichts, was übrigbleibt, ersparen, alleine schon deshalb, weil wir dieser Logik zufolge selbst auch nicht existieren. Oder gibt es etwa doch Frauen und Männer?

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Religion und Demokratie: Gebt uns die Hand!

Bild: Reuters
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Sich die Hand zu reichen ist eine Geste der Versöhnung. Des Respekts, vor allem zwischen den Geschlechtern. Überkommene religiöse Vorstellungen sollten da nicht dazwischen funken.

Von Sibylle Berg | SpON

Neues aus der Schweiz, meinem Nabel der Welt. Zentrum politischer Schönheit und Eleganz. Vor einigen Wochen kam es da zu einem Schüttelgate. Zwei Schüler verweigerten es, ihrer Lehrerin die Hand zu geben. Macht man normalerweise so, in Schweizer Schulen, aber eben nicht, wenn man bescheuert ist. Die Empörung im Land war groß, wurde irrational, mischte sich mit der Angst vor dem Islam, der Zuwanderung und na ja, sie wissen schon, was man im Moment so alles befürchtet.

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Wahl Dodo des Monats April 2016

Dodo des Monats April 2016 ©HFR
Dodo des Monats April 2016
©HFR

Die Mediale Aufmerksamkeit im Monat April konzentrierte sich in aller Gänze auf Jan Böhmermann, der nun mit der Ermächtigung durch die Bundesregierung, strafrechtlich wegen Majestätsbeleidigung zur Verantwortung gezogen werden kann. Der „Irre vom Bosporus“ darf nun ganz öffentlich in Deutschland seinen paranoiden Gelüsten nachgehen. Aber auch Kirchtürme, Minarette, MIssion unter Muslimen und religiöse Parallelwelten spielten im Zirkus der öffentliche Meinung eine Rolle. Von extrem bis banal ist alles vertreten.
Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2016, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden.
Viel Spaß!

Hier sind die Kandidaten:

  1.  Frauke Petry, „weiß die Architektur von Minaretten nicht zu schätzen.“
  2.  Volker Kauder, „will Moscheen überwachen lassen, seine christlichen Extremisten spart er aus.“
  3. Bono, „singt weniger, dafür mehr Religiotie.“
  4. Rainer Maria Woelki, „mag spitze Phallussymbole.“
  5. Aiman Mazyek, „braucht Fremd-Imame für seinen Glauben.“
  6. Christian Troll, „möchte unter Flüchtlingen christlich trollen.“
  7. Joachim Gauck, „möchte gekrönt werden.“
  8. Alexander Kissler, „katholisch demagogische Weltsichten.“
  9. Eckart von Hirschhausen, „die Einfachheit der Bibel im Medizin-Studium vermisst.“
  10. Bernd Lucke, „mit Vulgärsprache mediale Aufmerksamkeit.“
  11. Wolfgang Thierse, „beschwört den Religionsfrieden.“
  12. Dr. Georg Rüter, „mag dezente Hinrichtungswerkzeuge.“
  13. Andreas Kersten, „Kondome vom Bibel-Apotheker.“
  14. Ulrich Parzany, “ weiß dass die Apostel nicht schwul waren.“
  15. Gert Pickel, „Religionsphobie unter den neuen Atheisten.“
  16. Nabil Arab, „mit dem Islam kam die Befreiung der Frauen.
  17. Recep Tayyip Erdoğan, „gelebte Paranoia.“

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Darwins Streiter

Darwin statt Kreuz. Die Bücher von Richard Dawkins (75) kreisen um die Ideen des Begründers der Evolutionstheorie.Foto: Aus dem Buch
Biologe, Autor und Atheist: Der streitbare und umstrittene Richard Dawkins hat seine Memoiren vorgelegt.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

1976 brachte ein junger Wissenschaftler von der Universität Oxford die Welt der Biologie in Unordnung. Seine Name: Richard Dawkins. Mit seinem ersten Buch, dem er den provokanten Titel „Das egoistische Gen“ gab, löste der 35-Jährige ein bis heute nachhallendes geistiges Beben aus. Und bis heute ist Dawkins jemand, der keine lauwarmen Reaktionen zulässt. Man kann ihn lieben oder hassen, ist für oder gegen ihn – gleichgültig lässt er kaum jemanden. „Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich ein Langweiler bin“, hat Dawkins dazu mit dem ihm eigenen Sarkasmus bemerkt. Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag ist nun seine Autobiografie unter dem Titel „Die Poesie der Naturwissenschaften“ auf Deutsch erschienen.

„Das egoistische Gen“ ist eigentlich eine Abrechnung mit der Idee der Gruppenselektion. Also der Vorstellung, dass die Ebene der Gruppe eine wichtige Bühne ist, auf der sich die Evolution, die Entwicklung der Lebewesen, abspielt. Die natürliche Auslese (Selektion), der Motor der Evolution, begünstigt demnach Gruppen von Organismen. Der Einzelne tritt hinter dem Kollektiv zurück.

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If You Care About the Earth, Vote for the Least Religious Presidential Candidate

Photo: Rhona Wise/Getty Images. prep.: bb
Photo: Rhona Wise/Getty Images. prep.: bb
Earth Day came and went last week. And like years before, promises were made by governments and politicians to be better stewards of our planet. Just about any sane person realizes global warming is real and the damage humans have done to Planet Earth is substantial.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

Most people believe a major step in the right direction to heal Earth’s environmental crisis is to reduce humanity’s carbon footprint and be more green—something being addressed in the recently signed Paris Agreement. While I applaud the collaborative effort and good intentions of the treaty, it’s inadequate and doomed to failure. It’s like bringing a water gun to a war zone. Nothing short of a mass-extinction event for humans can stop and reverse the environmental damage done or occurring to the planet. Billions of people around the developing world want the standard of life we have in America, and they’re not going to stop for anything until they achieve that.

I don’t know if the major US presidential candidates—like Donald Trump, Ted Cruz, or Hillary Clinton—are aware of this conundrum. And even if they were, the real question is: Can their politics, ethics, and religious beliefs handle it? Because sending out Christmas cards on recycled paper and giving tax incentives for electric cars is not going to pull us out of the toxic mess we’ve created on Earth. There’s only one realistic hope to save the planet—and it comes from an unlikely place: technology. Radical technology. I’m talking CRISPR gene editing, transhumanism, and nanobots in every biological nook of the world. This will not be Kansas, anymore. And our current politicians will be freaked out by it.

The bright green future rests with disruptive tech. Consider this, for example: Twelve years ago, I used to work as a director at nonprofit wildlife organization WildiAid. In Cambodia, I went on undercover missions and helped bust and jail poachers who were causing wildlife—like tigers, Sun bears, and the Asian rhino—to go extinct. We did good work, but poaching is a nearly $20 billion business, and there’s just no way a nonprofit organization (or even a dozen of them) could stop the demand for illegal wildlife, not when population growth in Asia is skyrocketing and poverty-stricken locals can sell a tiger for over $10,000.

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Hunderte Strafanzeigen gegen Böhmermann

Screenshot: youtube
Screenshot: youtube
Mehrere hundert Menschen haben bei der Mainzer Staatsanwaltschaft offenbar Strafanzeige gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann gestellt. Auch deswegen könne es noch keinen Zeitpunkt für eine Entscheidung in dem Beleidigungsverfahren geben.
 

Frankfurter Allgemeine

Bei der Staatsanwaltschaft in Mainz sind viele hundert Strafanzeigen gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann eingegangen. „Die Strafanzeigen bewegen sich geschätzt im oberen dreistelligen Bereich“, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller der „Rheinischen Post“. Der Zeitpunkt für eine Entscheidung in dem Beleidigungsverfahren lasse sich noch nicht prognostizieren. Die Staatsanwaltschaft will zuvor auch Böhmermann selbst hören.

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Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen

HumanismMitte April berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Tag für Tag“ von einem französischen Projekt namens „Slam unterm Halbmond“, bei dem muslimische Jugendliche der Pariser Banlieues zu Rappern und Dichtern werden sollen. „Mit diesem Workshop reagieren wir auf ein Problem, das wir in den meisten Banlieues antreffen: Hier wachsen Kinder aus muslimischen Familien auf, die praktisch nichts über die philosophischen Grundlagen des Islams wissen. Sie gehen selten in die Moschee. Die Schule jedoch vermittelt kein Wissen über den Islam. Diese Lücke wollen wir füllen. Außerdem sollen sich die Jugendlichen persönlich ausdrücken, und zwar in einer Form, die sie mögen, nämlich Rap und Slam.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Nun ist gegen Rap und Slam als Ausdrucksformen nichts einzuwenden, aber warum müssen die Jugendlichen das im Zusammenhang mit ihrer Religion erfahren – und was geht dies den laizistischen französischen Staat an, dass er diese Art der Selbstfindung zum Nachhilfeunterricht in Koranfragen umdeklariert? Kaum zu glauben, dass in christlichen Gegenden Frankreichs oder Deutschlands Jugendliche aufwachsen, die noch nie von den philosophischen Lehren der frühen Kirchenväter Augustinus oder Benedikt von Nursia gehört haben und in einem Streitgespräch über die Thesen eines Thomas von Aquin jämmerlich versagen würden. Welche philosophischen Grundlagen müssen eigentlich Atheisten auf Verlangen aufsagen, um ihre Eignung als Bürger Frankreichs unter Beweis zu stellen? Es ist absurd.

Warum nicht die Religion einfach mal beiseite lassen?

Das christlich/abendländische Wissensfundament in Frankreich oder auch Deutschland ist im Durchschnitt nicht dicker als eine Hostie, warum wird dort nicht mit ordentlich Staatskohle Abhilfe geschaffen? Die Sektiererei in den Banlieues, ihre Absonderung vom Rest der französischen Gesellschaft wird durch die Betonung des genuin muslimischen nur noch verstärkt. Man belästigt die Jugendlichen mit ausgewählten Aspekten ihrer Religion, anstatt sie zu ermuntern, diese Religion einfach mal beiseite zu lassen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wer nun glaubt, das sei ein französisches Problem, der schaue auf die Arbeit der Islam-Verbände in Deutschland, ihre Forderungen und ihre Wortmeldungen. Sylvie Forestier von „Slam unterm Halbmond“ beklagt, dass es „Immer mehr private Koranschulen“ gäbe und „…Frankreich Stellen und Geld für Sozialarbeiter, Erzieher und Vereine zusammenstreiche“. Privates Engagement und private Finanzierung ist in Frankreich für alle anderen Religionen eine Selbstverständlichkeit. Was ist anders am Islam, dass man ihn staatlich anleiten und in die richtige Richtung drücken muss?

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