How to Improve Political Forecasts

Image: NAUTILUS
With a better understanding of probability, we won’t be misled.

By Aubrey Clayton | NAUTILUS

The 2020 Democratic candidates are out of the gate and the pollsters have the call! Bernie Sanders is leading by two lengths with Kamala Harris and Elizabeth Warren right behind, but Cory Booker and Beto O’Rourke are coming on fast! The political horse-race season is upon us and I bet I know what you are thinking: “Stop!”

Every election we complain about horse-race coverage and every election we stay glued to it all the same. The problem with this kind of coverage is not that it’s unimportant. Who’s leading a particular race and by how much can matter a great deal to someone trying to decide which candidate to volunteer time or money to, or even whether it’s worth learning the policy positions of a fringe candidate with no chance of winning. The problem is the well-documented incentive for the media to make every race seem closer than it is, what Erika Fry in the Columbia Journalism Review called “rooting for the race.”

Those who simply want to know how the candidates stack up and who seek a more objective, quantitatively rigorous alternative to punditry have in recent years turned to such data journalism sources as Nate Silver’s FiveThirtyEight. But even they are feeling burned by 2016. Silver, who scored on both Obama victories, had Trump as a distant longshot in the primary and Clinton as a 71 percent favorite to make the winner’s circle in the general. Data-centered political coverage, as a whole, took a serious blow.

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Frankreich: Wen repräsentieren die Gelbwesten?

Bild (Acte IX, 12. Januar): Pascal Maga/ CC BY 2.0
Acte 18 und der „Marsch des Jahrhunderts“ für das Klima: Die Bösen und die Guten

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Luft bei den Gilets jaunes ist nicht raus. Außer Atem waren die Amerikaner gestern auf den Champs-Elysées. „It’s wild“, wurde einer von ihnen in einer Reportage zitiert.

Auf der Prachtstraße war Krieg („c’était la guerre“), weswegen er gleich dahin sei, sagt ein Franzose mit einer Gelbweste, den Le Monde-Reporter später dort treffen, wo sich die Bösen mit den Guten vermischen: die Demonstranten für ein besseres Weltklima und die Verfechter einer anderen politischen und sozialen Ordnung Frankreichs.

Die Fröhlichen

450.000 sind gestern am 16. März zum großen Protesttag zusammengekommen. Es waren aber nicht nur die Gelben Westen allein, sondern auch die Klimaschützer, die am Samstag mit dem Marche du siècle (wörtlich „Jahrhundertmarsch“) fortsetzten, was sich am Freitag weltweit in Bewegung gesetzt hatte (Schulstreiks: Die Jugend will Taten sehen). Konvergenz war gestern ein Schlagwort, das von größeren Teilen der Gelbwesten und vor allem von ihren verbliebenen Unterstützern in den Medien hochgehalten wurde.

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Bundestag beschließt Reform: Wahlrecht soll inklusiv werden

Bild: bb
Mehr als 80.000 Menschen stehen unter Vollbetreuung – auch sie dürfen künftig wählen. Der Bundestag hat dafür nach langer Debatte eine Änderung des Wahlgesetzes beschlossen.

tagesschau.de

Menschen, die in allen Angelegenheiten betreut werden, sollen nicht länger pauschal von Wahlen ausgeschlossen werden. Nach monatelangem Ringen verabschiedete der Bundestag einen Antrag der Koalitionsfraktionen, eine entsprechende Reform des Bundes- und des Europawahlrechts zu erarbeiten. Danach sollen die im Bundeswahlgesetz und im Europawahlgesetz bestehenden Wahlrechtsausschlüsse aufgehoben werden.

Bundestag uneins über Umsetzung des inklusiven Wahlrechts

Grundsätzlich bestand großes Einvernehmen im Bundestag, dass Änderungen notwendig seien. Allerdings gingen die Vorstellungen auseinander, wie das geschehen soll. Dies spiegelte sich im Abstimmungsergebnis wider. Der Antrag der Koalitionsfraktionen kam auf 345 von 585 abgegebenen Stimmen. Dagegen votierte niemand, die anderen 240 Abgeordneten enthielten sich.

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„In God We Trust“: Evangelikale wollen Bibelkurse an US-Schulen

Senator Dennis Kruse glaubt an die Erschaffung der Welt, so wie sie in der Bibel beschrieben ist. Und der Republikaner aus Indiana will seinen Glauben flächendeckend in die Klassenzimmer tragen. Der bibeltreue Senator ist in seinem Missionsdrang unermüdlich.

Frankfurter Rundschau

Seit der Jahrtausendwende hat er sechs Gesetzesvorlagen in den Kongress eingebracht, um seine religiösen Überzeugungen auch an öffentlichen Schulen zu verbreiten. Erfolg hatte er damit bislang nicht. Auch 2013 nicht, als er versuchte, in Indiana das morgendliche Schulgebet wieder einzuführen. Das ist nicht der einzige Vorstoß, der an der in der Verfassung vorgeschriebenen Trennung von Staat und Religion kratzt.

Kruse schöpft neuerdings Mut aus den Fortschritten, die konservative Evangelikale in anderen Bundesstaaten machen. Im zurückliegenden Jahr beschlossen mehrere Bundesstaaten sogenannte „In God we Trust“-Gesetze, darunter Alaska, Kentucky, Missouri und South Carolina. Weitere Bundesstaaten planen ähnliches.

Obwohl die US-Verfassung die Bevorzugung einer bestimmten Religion durch den Staat verbietet, erlauben diese Staaten nun ausdrücklich die Anbringung des Gottesbekenntnisses an öffentlichen Gebäuden und Fahrzeugen.

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Berlin: Erzapostel kritisiert Frauentag als Feiertag

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat die Einführung des Internationalen Frauentags als gesetzlichen Feiertag in der deutschen Hauptstadt kritisiert APA/EPA/Arno Burgi
Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat die Einführung des Internationalen Frauentags als gesetzlichen Feiertag in der deutschen Hauptstadt kritisiert.

religion.ORF.at

„Ich habe noch nie erlebt, dass erst feststeht, dass es einen neuen staatlichen Feiertag geben wird, und man erst danach überlegt, was man an diesem Tag denn eigentlich feiern oder bedenken will“, sagte Koch am Wochenende im Sender rbb.

Vorzug für Reformationsfest oder 9. November

Er kritisierte, dass die Meinung der Bevölkerung zum neuen Feiertag nicht berücksichtigt worden sei. Die meisten Berliner hätten sich in Umfragen „für das Reformationsfest oder den 9. November mit seinen so bedeutsamen und für uns alle wichtigen Erinnerungsinhalten“ als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen.

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Nach Anklageerhebung: Netanjahu will von der Anklagebank aus regieren

Benjamin Netanjahu. Foto: Matty Stern / U.S. Embassy Tel Aviv/ CC BY 2.0
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will „noch viele Jahre“ im Amt bleiben und sucht dafür den Schulterschluss mit Rechtsextremisten

Oliver Eberhardt | TELEPOLIS

Als zum ersten Mal ein israelischer Regierungschef wegen polizeilicher Ermittlungen zurücktrat, ging es nur um gut 10.000 US-Dollar: 1977 fanden Journalisten heraus, dass der damalige Premierminister Jitzhak Rabin und seine Ehefrau Leah Rabin ein Bankkonto in den USA besaßen; damals war das in Israel illegal. Doch obwohl die Vorschrift damals schon umstritten war, obwohl das Geld unzweifelhaft aus dem Einkommen stammte, das Rabin vor seiner Amtszeit als Botschafter in den USA erzielt hatte, trat er zurück.

Die Vorwürfe, die die Generalstaatsanwaltschaft fast 43 Jahre später gegen seinen Nachfolger Benjamin Netanjahu erhebt, wiegen um einiges schwerer: Jahrelang sollen Netanjahu, seine Frau und sein Sohn Ja’ir von Milliardären teure Geschenke gefordert und erhalten haben.

Mit dem Verleger der landesweit größten Tageszeitung, Jedioth Ahronoth, soll er eine genehmere Berichterstattung abgesprochen haben; die Gegenleistung: Steuervergünstigungen, Hilfe bei einem Visaantrag für die USA und, im Fall von Jedioth Ahronoth, ein Gesetz, das die Verbreitung von Gratiszeitungen einschränkt.

Dafür soll Netanjahu nun angeklagt werden, so hat es Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit entschieden. Es folgt nun ein Vorverfahren, in dem geklärt wird, ob die Beweise ausreichend sind; falls ja, wird das Hauptverfahren eröffnet.

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Kalifornien: Schutz des Beichtgeheimnisses soll fallen

Bild: Wiki Commons/Andreas Praefcke

Fälle von Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung von Kindern mussten bisher nicht gemeldet werden, wenn ein Priester sie im Rahmen der Beichte erfahren hat. Diese Ausnahme soll nun aufgehoben werden.

kath.net

Das Parlament des US-Bundesstaates Kalifornien muss sich mit einer Gesetzesvorlage befassen, die katholische Priester dazu verpflichten will, in Fällen des Missbrauchs oder der Vernachlässigung von Kindern das Beichtgeheimnis zu brechen.

Priester sind wie alle Geistlichen in Kalifornien bereits jetzt gesetzlich dazu verpflichtet, über alle Fälle von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung von Kindern den Behörden zu melden. Für Vorfälle, von denen sie während der Beichte erfahren, gibt es bis jetzt eine Ausnahme. Diese soll nun aufgehoben werden.

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Politischer Islam: Was gehört zu Deutschland?

Der CDU-Politiker Carsten Linnemann hat zusammen mit Winfried Bausback (CSU) ein Buch zum politischen Islam in Deutschland herausgegeben (pa/dpa/Kappeler)
Der politische Islam will die Gesellschaft nach religiösen Vorstellungen umgestalten. Nicht das Volk soll Souverän sein, sondern Gott. Dazu erscheint ein Buch mit Essays namhafter Experten, herausgegeben vom CDU-Politiker Carsten Linnemann. Fazit: Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland.

Von Marie Wildermann | Deutschlandfunk

Dass Wirtschaftspolitiker sich mit dem Islam beschäftigen, ist eher ungewöhnlich. Carsten Linnemann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU und zuständig für Wirtschaftspolitik, wurde schon als Student mit dem politischen Islam konfrontiert.

„Ich hab eine Zeit in Riad gelebt, hab dort zu meinem Promotionsprojekt gearbeitet und geforscht, aber natürlich durch das Leben in Riad hab ich mitbekommen, wie es zwei Schlangen gab bei MacDonalds, die eine Schlange für Frauen, die andere für Männer, wie Zeitschriften, Zeitungen aus Deutschland geschwärzt wurden, nur, weil eine Frau ein T-Shirt anhatte. Wo ich gemerkt habe, hier gibt es ein anderes Verständnis von einem Staat. Es ist eben nicht der freiheitliche Staat, den wir kennen, mit Meinungsfreiheit, mit Gleichberechtigung von Frau und Mann, Pressefreiheit. Und dadurch bin ich sensibilisiert worden. Und in den letzten Jahren verstärkt von Unternehmern, die sich auch Sorgen machen um den Zusammenhalt dieses Landes.“

Wenn er Unternehmen besuche, werde er fast immer auf Probleme mit der Integration angesprochen.

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Wahlkampf-Affäre: AfD legt Bundestag falsche Spenderliste vor

Machen schwere Zeiten durch: Die AfD-Führung um Alice Weidel (l.) und Alexander Gauland. Foto: Getty Images
Die AfD hat in der Affäre um dubiose Wahlkampfspenden offenbar erneut geschummelt. Nach gemeinsamen Recherchen von „Spiegel“ und „Report Mainz“ soll die Partei dem Bundestag eine zumindest teilweise falsche Spenderliste übermittelt haben.

Kölner Stadt-Anzeiger

Konkret geht es dabei um Spenden aus dem Jahr 2017. Die heutige Fraktionschefin Alice Weidel hatte insgesamt rund 130.000 Euro an Spendengeldern für den Wahlkampf eingenommen. Das Geld wurde von einer Schweizer Pharmafirma überwiesen. Diese habe aber nur als Absendeadresse gedient.

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Der bisherige Rechtsstaat kann nicht alle Einwanderer integrieren. Das kann nur eine anspruchsvollere Idee von Staatsbürgerschaft

Die Einwanderungswelle der vergangenen Jahre stellt Europa vor grosse Herausforderungen. Flüchtlinge und Migranten wollen in Gesellschaften integriert sein – ein Prozess, der nicht beliebig zu beschleunigen ist. Entscheidend für den Erfolg ist nicht die Frage nach der Kultur, sondern der Geist der Gesetze.

Leander Scholz |Neue Zürcher Zeitung

Sie kamen aus Italien oder Spanien, aus Griechenland oder der Türkei, später auch aus Portugal und Tunesien. Als sie sich aufmachten, war die Bezeichnung Gastarbeiter noch nicht gebräuchlich. Nicht nur in Deutschland und Frankreich, auch in der Schweiz und in den meisten nordeuropäischen Ländern gab es einen Mangel an Arbeitskräften. Anfang der siebziger Jahre, als sich der Aufschwung abschwächte, liess die Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer nach. Viele gingen wieder zurück. Viele blieben aber auch. Das Wort Gastarbeiter passte nun nicht mehr. Ein Gast kommt und geht wieder. Aus ausländischen Arbeitskräften aber wurden Einwanderer, auch wenn sie häufig alles andere als gastlich behandelt wurden.

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Nach Notstandserklärung: US-Bischöfe kritisieren Trump

Bild: Trump/Facebook
Donald Trump macht ernst: Um an zusätzliches Geld für den Bau einer Mauer zu Mexiko zu kommen, hat der US-Präsident den nationalen Notstand ausgerufen. Die Bischöfe zeigen sich über dieses Vorgehen besorgt – und berufen sich auf Papst Franziskus.

katholisch.de

Die US-amerikanischen Bischöfe haben den jüngsten Schritt von Präsident Donald Trump zum Bau einer Mauer an der Südgrenze des Landes verurteilt. In einer Erklärung äußerten sich die Bischöfe tief besorgt über die Tatsache, dass Trump am Freitag dazu den nationalen Notstand ausgerufen hatte. Dies laufe der klaren Absicht des Kongresses zuwider, die Mittel für den Ausbau der Grenzanlagen zwischen Mexiko und den USA zu beschränken.

„Die Mauer ist in erster Linie ein Symbol für Spaltung und Feindseligkeit zwischen zwei befreundeten Ländern“, heißt es in der Erklärung der Bischöfe. Sie verweisen dabei auf Papst Franziskus, der betont habe, dass es in der Welt Brücken anstatt Mauern brauche.

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Gelbwesten: Kreisel ohne Ausgang?

Archivbild vom 29. Dezember 2018: Versammlung vor dem Ratshaus in Belfort. Foto: Thomas Bresson / CC BY 4.0
Beim gestrigen Acte XIV bestätigen sich Grenzen der Mobilisierung für die Demonstrationen. Ein antisemitischer Zwischenfall wirft ein hässliches Licht auf Teilnehmer der Proteste

Thomas Pany | TELEPOLIS

Vor genau drei Monaten, am 17.November 2018, kam es zum ersten Protest der Gilets jaunes (Gelbwesten). Niemand hatte damals vorausgesehen, welche Dimension die „Kreiselverkehr-Blockaden“ annehmen würden. Mittlerweile ist „La France périphérique“ ein politisches Schlüsselwort geworden, das für einen neuen Blick auf die Schichten steht, die als Verlierer der Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte gelten.

Eindruck der Stagnation

Welche neue politische Form sich aus den Gelben Westen entwickeln würde, war ziemlich bald die Frage, als sich zeigte, welche politische Wucht die Gilets jaunes in der französischen Öffentlichkeit erhielten. Unter den Organisatoren der Bewegung wurde sehr darauf geachtet, Distanz zu bekannten, etablierten politischen Akteuren, Parteien und Gewerkschaften, wahren. Die Dauerfrage, wohin sich die Protestbewegung bewegt, stellt sich nach dem gestrigen Acte XIV weiterhin – mit einem deutlich stärkeren Eindruck der Stagnation.

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«Gelbwesten» protestieren wieder in Frankreich

In Paris demonstrierten die «Gelbwesten» auch an diesem Wochenende wieder gegen die Mitte-Regierung. (Bild: Sameer Al-Doumy / Imago)
Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der «Gelbwesten»-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert.

Neue Zürcher Zeitung

In der Hauptstadt verlief der Protest zunächst überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein. Teilnehmerzahlen gab es zunächst nicht.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder «Gelbwesten»-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Strassburg. Auch hier blieb die Lage Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend «Gelbwesten» einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

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Studie über Konservatismus: Ohne Inhalte regiert es sich besser

Neun Jahre nach der „Wende“: die Outsiderin Angela Merkel, damals Bundesfrauenministerin, und der föderale Insider Helmut Kohl 1991 auf dem CDU-Parteitag. Bild: dpa
Defizite, die vielleicht ja doch ein Vorteil sind: Thomas Biebricher sorgt sich um den Zustand des deutschen Konservatismus und wirft einen Blick auf die Ära Kohl. Eine wunderbar lesbare Studie.

Von Philip Manow | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was macht eigentlich …? Wer so fragt, liefert mit der Frage auch immer schon eine „Lange nichts mehr gehört von“-Diagnose mit. Konservative sollten sich also sorgen, wenn man sich so um sie sorgt wie Thomas Biebricher in „Geistig-moralische Wende. Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus“. Und richtig, was sich schon im Titel ankündigt, formt sich dann nach gut dreihundert Seiten einerseits Debattenrekonstruktion, andererseits nacherzählter politischer Ereignisgeschichte seit 1982, dem Geburtsjahr ebenjener titelgebenden geistig-moralischen Wende, auch in den Schlussfolgerungen zu einem insgesamt eher ernüchternden Bild: „bedenklicher Zustand“, „mit Händen zu greifende Verflachung“, „weitgehende Austrocknung der substantiellen Sinnreservoire“, „Entsubstanzialisierung“. Und so weiter.

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Spanischer Kardinal warnt vor Gender-Ideologie

Kardinales Themenbild.
Die spanische Regierung wolle die Gender-Ideologie auf diktatorische Weise dem Bildungswesen des Landes aufzwingen, sagte Kardinal Cañizares.

kath.net

Kardinal Antonio Cañizares Llovera hat die Gender-Ideologie als „die gröte Bedrohung für die Menschheit“ bezeichnet.

Cañizares wandte sich bei einer Protestveranstaltung für die Freiheit des Schulwesens gegen die von der Provinz Valencia erlassenen Gesetze zum „Schutz für LGBTQ-Personen“. Er bezeichnete die se als Anschlag auf die Freiheit. Die Gesetze würden die Gender-Ideologie auf diktatorische Weise allen Bereichen der Bildung aufzwingen. Das reiche bis in die Familien hinein, sagte der Erzbischof von Valencia.

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Staatliche Anerkennung von Religionsgemeinschaften: ein Auslaufmodell?

Das Minarett der Mahmud-Moschee in Zürich. (Bild: Alessandro Della Bella / Keystone)
In der Referendumsdemokratie erfolgt die rechtliche Anerkennung erst dann, wenn eine Religionsgemeinschaft als gesellschaftlich integriert wahrgenommen wird.

René Pahud de Mortanges | Neue Zürcher Zeitung

Mit der öffentlichrechtlichen Anerkennung spricht ein Kanton einer Kirche gesellschaftliche Relevanz zu, gewährt ihr eine Reihe von Rechten und unterwirft sie staatlichen Organisationsvorschriften. Angesichts der rapiden Säkularisierung der Gesellschaft stellt sich die Frage, ob dieses in den 1960er Jahren für die damaligen Volkskirchen entwickelte Rechtsinstitut noch seine Berechtigung hat. Ist es nicht Zeit für eine strikte Trennung von Staat und Kirche, so wie dies etwa der Präsident der Freidenker-Vereinigung fordert? Kommt hinzu, dass sich die Ausdehnung des Anerkennungsrechts auf andere Religionsgemeinschaften als schwierig gestaltet. Zwar konnten in den letzten Jahrzehnten in sechs Kantonen jüdische Gemeinschaften anerkannt werden. Die Angst vor «Sekten» ebenso wie die hitzige Islamdebatte hat aber mancherorts zu politischer Stagnation in diesem Bereich geführt. Das System der staatlichen Anerkennung steht vor grossen Herausforderungen, zu denen auch gelegentliche Infragestellungen aus gewissen Kreisen der römisch-katholischen Kirche gehören.

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Genfer Staatsangestellte dürfen kein Kopftuch, keine Kippa und kein Kreuz mehr tragen

Der Kanton Genf präzisiert den Umgang mit den verschiedenen Religionsgemeinschaften. Parlamentariern und staatlichen Mitarbeitern ist das Tragen von religiösen Symbolen nunmehr verboten. Das letzte Wort zum neuen Laizitätsgesetz sprechen aber die Gerichte.

Antonio Fumagalli |Neue Zürcher Zeitung

Der Kanton Genf ist in religiöser Hinsicht schon seit über einem Jahrhundert der radikalste Kanton der Schweiz. Das Prinzip der Laizität – also der Trennung zwischen Kirche und Staat – wurde schon 1907 festgehalten und nur gerade Neuenburg folgte dem Beispiel 1941, wenn auch aus anderen Beweggründen. Die Verfassungsänderung von 2012 bestätigte die Genfer Laizität.

Auf Bestreben von Staatsrat Pierre Maudet (fdp.) präzisierte in der Folge eine Arbeitsgruppe den Verfassungsgrundsatz. Das daraus entstandene Laizitätsgesetz fand im Parlament eine komfortable Mehrheit, nicht weniger als vier verschiedene Gruppierungen ergriffen jedoch das Referendum – vergeblich. Am Sonntag nahmen 55,05 Prozent der Stimmbevölkerung das neue Gesetz an.

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Evangelische Kirche lehnt Gespräche mit AfD ab: Persönlich ja, offiziell nein

IC-Lok mit Leitwort des Kirchentages 2019 in Dortmund © Oliver Lang (DEKT)
Dass der evangelische Kirchentag keine AfD-Funktionäre auf Podien will, findet der Berliner Bischof Dröge problematisch. Ein Ausschluss nütze der Partei, die sich so als Opfer darstellen könne. Offizielle Gespräche lehnt er aber ab.

DOMRADIO.DE

Der Berliner Bischof Markus Dröge bedauert, dass der evangelische Kirchentag keine AfD-Funktionäre auf Podien einladen will. „Das halte ich für sachlich problematisch“, sagte das geistliche Oberhaupt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dem Evangelischen Pressedienst (epd): Ein prinzipieller Ausschluss nütze der Partei, weil sie sich dann als Opfer darstellen könne.

Das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages hatte im vergangenen Jahr beschlossen, AfD-Parteivertreter nicht zur Mitwirkung auf Podien einzuladen. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker betonte seither mehrfach, der Kirchentag werde sich aber mit den Positionen der AfD und den Ursachen für das Aufkommen der Partei auseinandersetzen.

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Wahlkampf in der Türkei: AKP im Abwärtstrend

Grafik: TP
Kommunalwahlen: Umfragen prognostizieren einen Anstieg der HDP

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Die Partei des türkischen Präsidenten, AKP, ist im Abwärtstrend. Jüngste Umfragen des Instituts Rawest prognostizieren einen deutlichen Anstieg der HDP in den drei größten Städten mit kurdischer Mehrheitsbevölkerung im Osten der Türkei, trotz der Wahlkampfbehinderungen.

Demnach könnte die HDP in Van auf 57,3% kommen (im Vergleich 2014: 53,1%). Die AKP verliert hingegen laut der Umfrage und sackt 38,5% ab (im Vergleich 2014: 41,2%). In Mardin könnte sich der HDP-Anteil von 52,2% auf 58,2% steigern, während die AKP von 37,4% im Jahr 2014 auf 35,4% abfällt. In Diyarbakir könnte die HDP laut der Umfrage von 55,1% im Jahr 2014 auf 62,3% kommen, die AKP aber fällt von 35% auf 32,8%.

Umfragen in der Türkei sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da die Unabhängigkeit der Institute nicht überprüfbar ist.

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„Keinen Cent mehr für die Kirche“: Bürgermeister ist sauer auf Erzdiözese

Bild: tilly
Der Odelzhausener Bürgermeister Trinkl wirft der Erzdiözese vor, ihn bei jedem Projekt im Stich gelassen zu haben.

Von Horst Kramer |Süddeutsche Zeitung

Bürgermeister Markus Trinkl (parteilos) ist der Kragen geplatzt: So zornig haben die Odelzhausener Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ihren 35-jährigen Bürgermeister noch nie erlebt, zumindest nicht in einer öffentlichen Sitzung. Ärger gehört für einen Rathauschef schon fast zum Alltag. Ungewöhnlich war indes der Adressat seines Wutausbruchs: die Katholische Kirche. „Das Verhalten des Ordinariats ist indiskutabel“, rief Markus Trinkl in die Runde. „Ich bin von der katholischen Kirche maßlos enttäuscht. Deswegen sollte die Kirche keinen weiteren Cent Unterstützung erhalten.“

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