Archiv der Kategorie: Demokratie

Satire darf Alles: “Fuck the Women and Children”

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Beginnen wir mit einem ziemlich guten Witz, um uns für die Wartezeit zwischen Teil Eins und Teil Zwei zu entschädigen:


Von Tom Appleton|TELEPOLIS

Ein Schiffsunglück. Der Dampfer versinkt. Der Kapitän und die Mannschaft drängen in die Rettungsboote.

Ein Pfarrer an Bord fragt den Kapitän:

“What about the women and children?”

Der Kapitän antwortet:

“Fuck the women and children!”

Sagt der Pfarrer:

“Yeah. But will there be time?”

Sie verstehen, der Witz dreht sich um die Doppelbedeutung des Ausdrucks “fuck the women and children”. Einerseits heißt das: “Scheiß’ auf die Frauen und Kinder”. Andererseits: “Fickt die Frauen und Kinder”. Und der Pfarrer — wir vermuten, ein Katholik, aber jeder andere würde die Witzfunktion ebensogut erfüllen — denkt hier natürlich an die päderastische Variante, und deswegen fragt er: “Schön und gut, aber werden wir noch genug Zeit haben dafür?”

Das ist doch ein eminent zeitgenössischer Witz, denn vor zehn oder 20 Jahren gab es bereits weltweit die Tatsache der kinderbetätschelnden Übergriffe in katholischen Werksbetrieben, aber kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, einen Pfarrer routinemäßig als Kinderschänder darzustellen. Das ist heute anders.

Aber wie ist das mit dem versinkenden Schiff — mit den Kindern, die hier ebenso routinemäßig den Wellen des Meeres geopfert werden? Das ist ein Element des Witzes, das soo neu ist, dass man es als zeitgenössische Zutat noch nicht einmal erkennt. Man glaubt, es sei ein Witz aus dem 19ten Jahrhundert. Oder aus dem frühen 20sten. Dampfer, Rettungsboote, Kapitän, Pfarrer. Schon das Personal wirkt veraltet.

Der Witz hat gewissermaßen noch keine moderne Form gefunden, um seinen Inhalt zu transportieren.

Und wenn er so anfinge: Ein afrikanischer Schlepperkahn mit 700 Menschen an Bord versinkt vor Lampedusa …

Dann könnte man den Rest der Geschichte nicht mehr weiter erzählen, weil dann der Witz schon im ersten Teil gestorben wäre.

Man könnte auch keinen Witz erzählen, der mit einer Zugankunft im KZ Theresienstadt beginnt. Das Orchester spielt Wagner. Aber die völlig verschmutzten Reisenden wollen zunächst einmal duschen. — Nein, das verbietet sich.

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FDP-Vize Suding attackiert Vatikan wegen Homo-Ehe: “Völlig absurd und weltfremd”

dpa

Keine Frage, dem Vatikan missfiel das Ergebnis der irischen Volksabstimmung über die Homo-Ehe. “Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien, sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen”, zitierte Radio Vatikan Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin.


Von Jan David Sutthoff|The Huffington Post

Ein Zitat, dass man so nicht stehen lassen kann. Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding übt heftige Kritik: “Die Äußerungen aus dem Vatikan sind völlig absurd und zeugen von Weltfremdheit”, sagte Suding der Huffington Post.

“Christliche Werte wie Fürsorge, Vertrauen, Respekt und Partnerschaft sind keine Frage der sexuellen Orientierung. Es bleibt zu hoffen, dass die katholische Kirche nach dem Referendum in Irland umdenkt und sich der gesellschaftlichen Realität öffnet.“

“Solche Prozesse brauchen Zeit”

Das ist ein großer Wunsch. Grünen-Chef Cem Özdemir hat im HuffPost-Interview gesagt: “Solche Prozesse brauchen in einer Institution mit 2000 Jahren Geschichte eben leider Zeit.”

Das ist eine sehr diplomatische Bewertung der Dinge. Aber im Kern ist sie leider wahr.

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Thüringen will Grundgesetz für Homo-Ehe ändern

Bild: bpb.de

Bild: bpb.de

Thüringen macht sich auf Bundesebene für die Homo-Ehe stark.


evangelisch.de

“Die Ehe muss für alle geöffnet werden”, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der in Weimar erscheinenden “Thüringischen Landeszeitung” (Mittwochsausgabe). Die rot-rot-grüne Landesregierung werde deshalb eine Bundesratsinitiative zur Grundgesetzänderung erarbeiten. “Wir brauchen keine halben Lösungen, sondern eine klare Regelung im Grundgesetz”, betonte der Ministerpräsident.

Als Ziel der Thüringer Initiative nannte Ramelow eine Beschleunigung der Debatte. “Die Gesellschaft ist längst weiter als die Politik”, stellte er fest. Mit der angestrebten Änderung im Grundgesetz solle eine vollständige Gleichstellung von Lesben und Schwulen bei der Eheschließung erreicht werden. Die Diskussion um dieses Thema ist neu entflammt, nachdem am vergangenen Freitag im katholisch geprägten Irland knapp zwei Drittel der Bevölkerung für die Einführung der Homo-Ehe gestimmt hatten.

W00t: Deutsche Bischofskonferenz gegen Einführung der «Homo-Ehe»

Logo Deutsche Bischofskonferenz

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DBK-Sprecher Kopp: Der Verzicht auf das Merkmal der «Verschiedengeschlechtlichkeit der Ehepartner» könne dazu beitragen, das «bisherige Eheverständnis um eine wesentliche Dimension zu verkürzen».


kath.net

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben Forderungen nach einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zurückgewiesen. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn, die Forderung nach einer Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaften gehe zu weit. Das Rechtsinstitut der Ehe umfasse nicht nur die Partnerschaft zwischen Frau und Mann allein, sondern auch das Elternpaar, das Sorge und Verantwortung für Kinder trägt. «Daher gehört es auch zur Grundstruktur des verfassungsrechtlichen Eheverständnisses, dass die Ehe von einer Frau und einem Mann eingegangen wird. Denn Ehe und Familie sind wesenhaft miteinander verknüpft.» Der Verzicht auf das Merkmal der «Verschiedengeschlechtlichkeit der Ehepartner» könne dazu beitragen, das «bisherige Eheverständnis um eine wesentliche Dimension zu verkürzen».

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Irlands Ja zur Homo-Ehe beschäftigt den Vatikan

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen können nicht länger von der katholischen Kirche ignoriert werden, fordert der sizilianische Bischof del Vallo.


Die Presse

Das Ergebnis beim Referendum in Irland fiel eindeutig zu Gunsten der Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe aus. Dieses Ja hat Signalwirkung und scheint jetzt auch bis in den Vatikan zu reichen. Nicht öffentlich, sondern hinter verschlossenen Türen wurde im Vatikan der Rat der Bischofssynode einberufen, um die Familiensynode im kommenden Oktober vorzubereiten.

Dabei sollen Bischöfe aus aller Welt die bislang für die katholische Kirche heiklen Themen wie das Umgehen mit Homosexuellen und mit Geschiedenen in der katholischen Kirche diskutieren. Bei diesen Beratungen wird auch Papst Franziskus dabei sein, berichtete Radio Vatikan.

Viele Gläubige vor allem in Europa erhoffen sich von Franziskus eine Öffnung der Kirche in Familienfragen. Der Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen ist unter ihm immerhin zu einem Thema geworden, das diskutiert wird. “Wenn jemand schwul ist und er den Herrn sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, das zu verurteilen”, hatte der Argentinier 2013 gesagt.

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Kirche in Irland zieht nach Referendum zu “Homo-Ehe” erste Bilanz

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Das Ja zur “Homo-Ehe” in Irland lässt nach den Worten des Erzbischofs von Dublin, Diarmuid Martin, einen “substanziellen Riss zwischen der katholischen Kirche und der Gesellschaft” erkennen. Den deutlichen Ausgang des Referendums zur rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe bewertete Martin am Sonntag im Interview der Internetplattform “Vatican Insider” als Zeichen für eine “Kulturrevolution”.


kathweb

Die Iren stimmten mit einer Mehrheit von knapp 62 Prozent für einen Verfassungszusatz wonach “Ehe zwischen zwei Personen unabhängig von ihrem Geschlecht” geschlossen wird. Die Gegner räumten bereits kurz nach Beginn der Stimmenauszählung ihre Niederlage ein. Die Regierung in Dublin hat nun den Auftrag, die Verfassung des katholisch geprägten Landes entsprechend zu ändern. Damit ist weltweit erstmals durch einen Volksentscheid die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe eingeleitet.

Irlands Premierminister, der Katholik Enda Kenny, sprach in einer ersten Reaktion von einer “Pioniertat”. Die hohe Wahlbeteiligung zeige, wie wichtig solche politischen Veränderungen seien, so der Chef der christdemokratisch orientierten “Fine Gael”-Partei. Von den 3,2 Millionen stimmberechtigten Iren machten rund 65 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Der frühere Chef der mitregierenden Labour-Partei, Eamon Gilmore, sprach von einem “nationalen Akt der Inklusion”, der selbst homosexuelle Gesundheitsminister Leo Varadkar von einer “sozialen Revolution”.

Martin: Jugendpastoral prüfen

Irlands katholische Kirche, in den zurückliegenden Jahren durch die Aufdeckung zahlreicher Missbrauchsfälle in ihrem Ansehen geschwächt, hatte sich bis zuletzt gegen das Ansinnen des Referendums gestemmt. Dem Resultat sei zu entnehmen, dass nicht nur sehr viele junge Menschen mit Ja gestimmt hätten, sondern auch viele noch kirchlich gebundene Iren, hob Erzbischof Martin hervor. Welche genauen Konsequenzen die Kirche aus diesem Ergebnis ziehen müsse, stehe noch nicht fest; sicher gelte es, die Jugendpastoral auf den Prüfstein zu stellen.

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Sachsen: Die Linke fordert Gender-Unterricht an Schulen

Bild: FB

Bild: FB

Die Fraktion Die Linke im sächsischen Landtag fordert eine „Modernisierung“ des Sexualkundeunterrichts an Schulen. So sollten Schüler künftig verstärkt über die „Vielförmigkeit sexuellen Lebens“ und die „Pluralisierung der Lebensstile“ aufgeklärt werden, heißt es in einem Antrag an die Staatsregierung.


kath.net

Damit wolle man einer bloßen Einteilung der Menschen in Männer und Frauen sowie einer Diskriminierung anderer Geschlechtsidentitäten entgegenwirken.

Die geschlechtliche Identität könne sich je nach Lebenslage ändern, heißt es in dem Papier. Sie könne mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmen, „sie muss es jedoch nicht“. Die Vorgaben im „Orientierungsplan für die Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen“ aus dem Jahr 2006 entsprächen nicht mehr „dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnis und der Praxis tatsächlicher Gleichstellung“.

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Europa rutscht in die Post-Demokratie ab

Frans Timmermanns, erster Vizepräsident der EU-Kommission, verspricht “bessere Rechtsetzung” – Foto: dpa

EU-Kommissar Frans Timmermans will künftig nicht gewählte Technokraten entscheiden lassen, ob und wie das Parlament Gesetze ändern darf. Dabei braucht Europa mehr Demokratie, nicht weniger.


Von Harald Schumann|DER TAGESSPIEGEL

Der Plan kommt ganz harmlos daher. Die „Rechtsetzung“ in Europa solle „besser“ werden, erklärt Frans Timmermans, Vizechef der EU-Kommission. Darum solle es künftig „mehr Transparenz und Kontrolle“ geben, wenn die EU neue Gesetze beschließe, verspricht der Kommissar. Und dafür sollten sich auch das EU-Parlament und der Rat der EU-Regierungen vertraglich verpflichten, alle Gesetzesänderungen noch vor jeder Abstimmung einer „rigorosen“ Prüfung zu unterwerfen, fordert Timmermans und legte jetzt einen entsprechenden Vertragsentwurf vor.

Das klingt plausibel – und ist doch grob irreführend. Denn die wohlklingenden Worte verbergen in Orwell’scher Manier eine gegenteilige Absicht: Der Kommissar und sein Chef, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, wollen die europäische Gesetzgebung dem Einfluss durch Bürger und Parlamente entziehen und stattdessen ungewählte Technokraten darüber urteilen lassen, was reguliert werden soll und was nicht.

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“Der Schlüssel zum NSU liegt in Heilbronn”

Themenbild. netz-gege-nazis.de

Peter Ohlendorf, Jahrgang 1952, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete dann lange Jahre für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Heute produziert er in Freiburg mit einer eigenen Firma Dokumentarfilme. 2012 hatte sein Aufsehen erregender Enthüllungsfilm “Blut muss fließen. Undercover unter Nazis” über die europäische Szene der Nazi-Konzerte auf der Berlinale Premiere. 2014 startete er das NSU-Rechercheprojekt “Heilbronn-Komplex”.


Von Ralf Hutter|TELEPOLIS

Ende März starb im Kreis Karlsruhe eine ehemalige Zeugin des NSU-Untersuchungsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg. Sie war eine Vertraute eines noch wichtigeren Zeugen gewesen, der 2013 kurz vor seiner wohl endgültig brisanten Aussage zum NSU in seinem Auto verbrannte. Die Frau starb angeblich überraschend an einem Blutgerinnsel, das sich nach einem leichten Motorradunfall gebildet haben soll. Haben Sie Zweifel an der offiziellen Version?

Peter Ohlendorf: Grundsätzlich sollten wir als Journalisten und Journalistinnen Zweifel haben – gerade in dem Kontext. Gerade in Baden-Württemberg ist die Aufarbeitung des NSU leider überhaupt nicht so betrieben worden, wie es nötig gewesen wäre. Der Innenminister setzte eine “Ermittlungsgruppe Umfeld” ein – es ist schon seltsam, dass gerade die Behörden, die vieles nicht so ermittelt haben, wie es hätte sein sollen, aufgefordert wurden, sich selbst noch mal zu untersuchen, um festzustellen, ob etwas falsch gelaufen ist. Der Untersuchungsausschuss ließ sehr lange auf sich warten, was – und das ist nett formuliert – peinlich ist.

Es zeigt sich, dass es super wichtig ist, dass andere hineingucken. Der Untersuchungsausschuss tut das nun und wir von der journalistischen Seite sind dazu aufgerufen, da mit aller Skepsis ranzugehen – und natürlich auch mit kühlem Kopf. Ich bin ein absoluter Gegner von Verschwörungstheorien. Wir müssen gucken, wo wir Fakten ans Tageslicht bringen können – und da muss man sich schon fragen: Wie viele Zeugen sterben eigentlich noch auf schwer erklärbare Weise weg? Im neuesten Fall müssen wir die Obduktionsergebnisse abwarten, aber auch mit langem Atem drumherum recherchieren.

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Wie das katholische Irland sich revolutioniert

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  • Irland ist das erste Land der Welt, dass die Homo-Ehe per Volksabstimmung einführt.
  • Das Ergebnis zeigt: Das katholische Land hat sich rasant gewandelt.
  • Die Gründe sind vielfältig: junge Einwohner, Skandale der Kirche – und die schwere Finanzkrise.


Von Björn Finke|Süddeutsche.de

Es ist nicht nur eine Volksabstimmung, es ist eine soziale Revolution. Sagt der irische Gesundheitsminister Leo Varadkar. Und tatsächlich ist es revolutionär, was die 4,5 Millionen Iren nun vollbracht haben. Die Insel-Republik hat die Ehe zwischen Homosexuellen der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt – und das als weltweit erstes Land mit einem Referendum und nicht bloß per Parlamentsbeschluss. Die große Mehrheit der Bürger stimmte dafür, in die Verfassung hineinzuschreiben, dass eine Ehe “zwischen zwei Personen unabhängig von ihrem Geschlecht” geschlossen wird.

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Obama: Palestinians have right to be free in their land

U.S. President Barack Obama delivers remarks in celebration of Jewish American Heritage Month at Adas Israel Congregation, May 22, 2015 in Washington, DC. (Chip Somodevilla/Getty Images/AFP)

Jewish values compel two-state solution, president says, hailing contribution of American Jews, denouncing rise of anti-Semitism, defending Iran nuke deal


By Ilan Ben Zion and Rebecca Shimoni Stoil|The Times of Israel

President Barack Obama on Friday called for the establishment of a free Palestinian state alongside Israel, saying it was necessary for the preservation of Israeli democracy and security, and integral to Jewish values.

Wearing a white kippah, Obama spoke to a crowd of about 1,000 at Washington DC’s Adas Israel Congregation, one of the largest in the capital, marking Jewish American Heritage Month.

He touted his pro-Israel policies and close ties with Jewish advisors, wishing the audience a “slightly early Shabbat Shalom” and peppering his speech with Hebrew terms such as “tikkun olam” — repairing the world. He said his personal philosophy was inspired by Jewish values and the Israeli pioneer spirit, and “forcefully” objected to claims that his disagreements with the Israeli government over some policies belied a lack of support for the Jewish state.

Obama was greeted by ringing applause when he affirmed a vision of “Israel and Palestine living side by side in peace and security.”

“Just as Israelis built a state in their homeland, Palestinians have a right to be a free people in their land as well,” he said.

“That’s not easy,” he went on. “The Palestinians are not the easiest of partners. The neighborhood is dangerous and we cannot expect Israel to take existential risks with their security, and so any deal that takes place has to take into account the genuine dangers of terrorism and hostility.”

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Erstmals Referendum in Europa: Mehrheit der Iren stimmt für die Homo-Ehe

cartoon-herzDas Land ist erzkatholisch, die Chancen des Referendums wurden skeptisch gesehen. Jetzt ist die Freude umso größer: Ganz klar hat sich die Bevölkerung Irlands für die Legalisierung der Homo-Ehe ausgesprochen. Die Gegner räumen bereits ihre Niederlage ein.


SpON

“Die Boxen mit den Stimmzetteln sind geöffnet, es ist ein Ja”, jubelt der für Gleichstellung zuständige irische Staatssekretär Aodhán Ó Ríordáin im Kurznachrichtendienst Twitter.

Er sei heute so stolz, Ire zu sein, schreibt er. Der Tweet ist mit einer pinkfarbenen Blümchentapete hinterlegt. “Ich glaube, die Abstimmung ist gewonnen”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters in der Wahlzentrale in Dublin.Die Iren haben über die Einführung der Homo-Ehe abgestimmt, politischen Beobachtern beider Seiten zufolge dürften die Befürworter deutlich siegen. Regierungsvertreter rechneten am Samstagvormittag mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 65 Prozent. Vor allem junge Wähler waren teilweise aus dem Ausland in ihre irische Heimat zurückgereist, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

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Religiotie: ‚Homo-Ehe’ könnte Religionsfreiheit zerstören

cartoon-herzDie Einführung der ‚Homo-Ehe’ in Irland würde die Definition von Ehe verändern. Müssten Anhänger des kirchlichen Eheverständnisses mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, fragt Erzbischof Martin.


kath.net

Ein „Ja“ der Iren bei der kommenden Volksabstimmung über die „Homo-Ehe“ werde die Bedeutung von Ehe in der irischen Verfassung ändern und die religiöse Freiheit zerstören. Davon ist Eamon Martin, der Erzbischof von Armagh und Primas von Irland, überzeugt.

Wenn die irische Gesellschaft „eine ‚neue Orthodoxie’ der ‚geschlechts-neutralen’ Ehe“ einführen wolle, werde es zunehmend schwierig, die kirchliche Lehre von der Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau öffentlich zu vertreten, schreibt der Erzbischof in einer Erklärung, die auf der Internetseite der Irischen Katholischen Bischofskonferenz veröffentlicht worden ist.
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Nebraska stimmt für Abschaffung der Todesstrafe

Pete Ricketts hat als Gouverneur von Nebraska sein Veto gegen die Abschaffung der Todesstrafe angekündigt. (Foto: AP)

Das Parlament im US-Bundesstaat Nebraska hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, keine Straftäter mehr hinzurichten. Der republikanische Gouverneur kündigt sein Veto gegen das Gesetz an. Es könnte jedoch bedeutungslos sein.


Süddeutsche.de

Das Parlament im US-Bundesstaat Nebraska hat beschlossen, die Todesstrafe abzuschaffen. Die Abgeordneten votierten am Mittwoch mit 32 zu 15 Stimmen für ein entsprechendes Gesetz. Das teilte das Parlament mit in der Hauptstadt Lincoln mit. Die Todesstrafe soll in Nebraska nun durch lebenslange Haft ersetzt werden.

Das angekündigte Veto des republikanischen Gouverneurs Pete Ricketts wäre bedeutungslos, sollte es das Parlament wieder außer Kraft setzen. Dazu sind nur 30 Stimmen nötig, also zwei weniger als bei der jetzigen Abstimmung.

Nebraska wäre der 19. US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abgeschafft hat. Elf weitere Staaten verzichten zudem auf Hinrichtungen, ohne das Gesetz offiziell außer Kraft gesetzt zu haben.

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US-Geheimdienst gibt Bin-Laden-Dokumente frei

Bin Laden am 07.Oktober 2001. Interview mit dem Sender al-Jazeera. Bild: aim.org

Angst vor Entdeckung und tiefe Risse innerhalb des Terrornetzwerk: Dokumente des US-Geheimdienstes aus Bin Ladens Versteck in Pakistan geben Einblick in das Leben des Al-Qaida-Gründers im Untergrund.


DIE WELT

Bis zum Schluss wollte er die USA mit einer neuen, groß angelegten Attacke aus der muslimischen Welt vertreiben: Vier Jahre nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden haben die US-Geheimdienste mehr als hundert Dokumente freigegeben, die überraschende Einblicke in seinen Gemütszustand und seine Ziele gewähren und tiefe Risse in dem Terrornetzwerk zeigen.

Die in Bin Ladens pakistanischem Versteck gefundenen Dokumente wurden am Mittwoch für die Öffentlichkeit freigegeben. Der Fokus der Al-Qaida-Aktivitäten “sollte darauf liegen, die US-Bevölkerung und ihre Vertreter zu ermorden und zu bekämpfen”, heißt es in einem Dokument, das die Nachrichtenagentur AFP vorab einsehen konnte.

Die einzige Möglichkeit, die US-Außenpolitik zu beeinflussen, seien Angriffe, schreibt er an anderer Stelle. Dadurch sollten die USA gezwungen werden, “die Muslime in Ruhe zu lassen”. Die US-Spezialeinheit Navy Seals hatte bei ihrem Zugriff in Abbottabad am 2. Mai 2011 Tausende Dokumente gefunden.

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Erneut Diskussion um Gottesbezug in Landesverfassung

Der schleswig-holsteinische Landtag mit Sitz in Kiel hatte zuletzt im Herbst 2014 darüber diskutiert, ob ein Gottesbezug in die Verfassung des Landes aufgenommen werden soll Foto: N-LANGE | CC BY-SA 3.0

In Schleswig-Holstein werden sich die Parlamentarier erneut mit dem Gottesbezug in der Verfassung ihres Landes auseinandersetzen müssen. Die Befürworter stehen vor einem Etappenziel.


pro Medienmagazin

Im Herbst 2014 hatte der schleswig-holsteinische Landtag darüber diskutiert, ob ein Gottesbezug, etwa in Anlehnung an die Formulierung des Grundgesetzes „in Verantwortung vor Gott und den Menschen“ in die Verfassung des Landes aufgenommen werden soll. Die Mehrheit der Abgeordneten wollte dem Vorschlag nicht zustimmen. Gegen das Votum der Parlamentarier ist unabhängig von Herkunft und Religion in der Bevölkerung Protest entstanden. Anfang März hatte eine Initiative unter dem Namen „Für Gott in Schleswig-Holstein“ eine Kampagne gestartet, die sich für einen Gottesbezug in der Landesverfassung einsetzt. Sie begann damit, für die Unterstützung ihres Anliegens Unterschriften zu sammeln. Nun hat die Initiative nach Angaben von jesus.de unter Berufung auf einen Bericht von „Welle Nord“ (NDR) vom Dienstag nur wenige Wochen nach dem Start bereits mehr als 19.500 Unterschriften gesammelt. Insgesamt 20.000 Unterzeichner sind notwendig, damit sich der Landtag in Schleswig-Holstein erneut mit dem Thema befassen muss.

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Politischer Protest: Lammert sagt Treffen mit Ägyptens Staatschef ab

Themenbild

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“Verfolgung, Massenverhaftungen und eine unfassbare Anzahl von Todesurteilen”: Parlamentspräsident Norbert Lammert hat die Lage in Ägypten angeprangert – und aus Protest ein Treffen mit Staatschef al-Sisi gestrichen.


SpON

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat wegen der Menschenrechtslage in Ägypten ein Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi abgesagt. Lammert habe seine Entscheidung in einem Schreiben an den ägyptischen Botschafter in Berlin mit der Entwicklung in dem arabischen Land begründet, hieß es in einer Mitteilung des Bundestags. Demnach war das Treffen für Anfang Juni im Deutschen Bundestag geplant.

Der CDU-Politiker kombinierte seine Absage mit scharfer Kritik an der politischen Lage in Ägypten: “Statt der seit langem erwarteten Terminierung von Parlamentswahlen erleben wir seit Monaten eine systematische Verfolgung oppositioneller Gruppen mit Massenverhaftungen, Verurteilungen zu langjährigen Haftstrafen und einer unfassbaren Anzahl von Todesurteilen, darunter der ehemalige Parlamentspräsident Katatni”, schrieb der Präsident des deutschen Bundestags demnach.

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Letzte Fotos der Potsdamer Garnisonkirche übergeben

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Fotografien von der Ruine der Potsdamer Garnisonkirche wenige Tage vor ihrem Abriss im Juni 1968 sind am Montag der Stiftung Garnisonkirche übergeben worden. Es handele sich um die letzten Farbfotos, die von dem Kirchenbau gemacht wurden, teilte die Stiftung in Potsdam mit. Aufgenommen hat sie der evangelische Gemeindepfarrer Dietmar Saretz im Mai 1968. 70 Fotos, die zeigten, wie die Garnisonkirche das Stadtbild bereicherte.


evangelisch.de

Der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) nahm als Kuratoriumsmitglied der Stiftung die Bilder in der Nagelkreuzkapelle entgegen. Sie sind jetzt auf der Internetseite der Stiftung zu sehen. Saretz, der bis 1980 Gemeindepfarrer der Potsdamer Friedenskirche war, sprach sich dabei für den Wiederaufbau der Garnisonkirche aus. Es würde damit nicht nur eine Lücke im Stadtbild Potsdams und im Bewusstsein der Potsdamer geschlossen werden, sondern es wäre auch ein Zeichen für Frieden und Versöhnung.

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Der Islam ist ein Teil der CDU

Cemile Giousouf machte eine steile Karriere in der CDU – trotz oder wegen ihres Migrationshintergrundes? picture alliance

Neu im Bundestag, erste Muslimin in der Unionsfraktion, jetzt mehr gefragt denn je. Cemile Giousouf will einen neuen deutschen Islam


Von Werner Sonne|Cicero

Sie ist auf dem Weg, die Vorzeigetürkin ihrer Partei zu werden, dabei ist sie eigentlich Griechin, den Pass hat sie neben dem deutschen bis heute. Geboren ist sie jedoch in Leverkusen-Schlebusch, Tochter von Eltern, die zur türkischen Minderheit in Griechenland gehörten. Und jetzt, in den Tagen nach dem Charlie-Hebdo-Massaker, hat sie viel zu tun: Gespräch mit Christen, Juden und Muslimen im Bundestag, Teilnahme an der Islam-Konferenz, Gesicht zeigen bei der Mahnwache der muslimischen Verbände am Brandenburger Tor.

Kein Zweifel, die CDU-Politikerin Cemile Giousouf ist gefragt. Spricht man mit Parteifreunden, dann merkt man schnell, wie froh sie gerade jetzt sind, die 36 Jahre junge Frau gefördert zu haben.

„Ich war’s“, sagt Christoph Purps und outet sich als der Mann, der seiner Partei eine Premiere beschert hat: die erste muslimische Bundestagsabgeordnete der CDU. Er ist der CDU-Kreisvorsitzende im westfälischen Hagen. Jeder Dritte hat dort ausländische Wurzeln, jedes zweite Kind einen Migrationshintergrund. Als die Bundestagswahl 2013 anstand, fehlte den Christdemokraten ein Kandidat für Berlin.

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Ajelet Schaked ist Israels umstrittenste Politikerin

Die neue israelische Justizministern Ajelet Schaked Foto: Getty Images

Israels neue Justizministerin Ajelet Schaked ist wohl derzeit die meist diskutierte, kontroverseste Politikerin im Land. Mit ihr wird es sobald keine friedliche Lösung mit den Palästinensern geben.


Von Sandra Keil|DIE WELT

Eigentlich ist es reiner Zufall, dass Ajelet Schaked im israelischen Kabinett sitzt. Parteifreund Naftali Bennett, Chef der Regierungspartei Jüdisches Haus, wollte einer Koalition mit dem Likud des israelischen Premierministers Benjamin Nethanjahu nur dann zustimmen, wenn der Schaked zu seiner neuen Justizministerin mache. Diese erpresserische Bedingung stieß erst auf Unmut, doch am Ende willigte Netanjahu ein – er hatte keine Wahl.

In Deutschland noch relativ unbekannt, machte sich Ajelet Schaked einen Namen in Israel. Man wird vermutlich noch vieles von ihr in den nächsten Jahren hören. 2010 gründete sie zusammen mit Bennett die außerparlamentarische Bewegung Mein Israel. Schon zwei Jahre später kandidierte die Israelin für Bennetts Siedlerpartei das Jüdische Haus.

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