Schlagwort-Archive: Politik

Prominente gegen Fremdenhass: “Rassismus hat hier keinen Platz”

In einer Solidaritätsaktion haben sich 100 prominente Deutsche aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirchen, Kultur und Sport gegen Flüchtlingshass gewandt.

evangelisch.de

Daran beteiligten sich auf Initiative der Zeitung “Bild am Sonntag” alle Minister der Bundesregierung, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsführer und Schriftsteller.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Deutschland ist ein starkes und mitfühlendes Land. Nicht die Hetzer sind Deutschland, sondern all die Menschen, die mit Herz und Verstand helfen.” Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Deutschland ein weltoffenes Land: “Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einer Region, die durch Zuwanderung entstanden und gewachsen ist.”

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Leipziger Pfarrer Wolff sieht in Rechtsextremismus Politikversagen

Themenbild. Bild: Twitter @Rene_Wappler
Themenbild. Bild: Twitter @Rene_Wappler
Der ehemaliger Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff, führt rechtsextremes Gedankengut in Sachsen auf ein langjähriges Versagen vor allem der Politik zurück.

evangelisch.de

Die Akzeptanz des Rechtsstaates und der sozialen Demokratie lasse sehr zu wünschen übrig, sagte Wolff am Dienstag im Deutschlandradio Kultur: “Das, was wir jetzt mit Erschrecken sehen, Tag für Tag, das ist keine Eintagsfliege – das ist die Folge von langjährigem Versagen auf vielen Ebenen.” Dass Rechtsradikale Sachsen über zwei Jahrzehnte zum Aufmarschgebiet erklärt hätten, sei nicht zur Kenntnis genommen oder verniedlicht worden.

Jetzt müssten sich alle gesellschaftlichen Kräfte fragen, wie dem gegenzusteuern sei, sagte Wolff. Mit “straffen Parolen”, wie sie Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) am Montag in Heidenau geäußert habe, sei es nicht getan. Gabriel hatte harte Konsequenzen bis hin zu Gefängnisstrafen für die an Krawallen Beteiligten gefordert. Es gehe aber nicht darum, Leute wegzusperren, sondern darum, “dass wir rechtes Gedankengut offen debattieren und offenlegen, was sich eigentlich dahinter verbirgt und welche gefährlichen Folgen das hat”, sagte Wolff.

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Wieviel radioaktives Material liegt gerade wo in Deutschland?

Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Deutschland gilt als eines der weltweit größten Atomkraftausstiegsländer. Trotzdem wachsen die atomaren Müllberge bei uns weiter an.


Von Valerie Höhne|MOTHERBOARD

Rund 8.200 Tonnen hochradioaktiver Atommüll und noch einmal in etwa die 20-fache Menge an schwach- und mittelradioaktivem Müll warten derzeit darauf, in ein Endlager gebracht zu werden, das noch immer nicht gefunden ist.

Doch nicht nur Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte aus Kernkraftwerken und Anlagen zur Urananreicherung lagern an verschiedenen Standorten in Deutschland—auch Atomwaffen sind noch immer bei uns stationiert.

Die Zukunftsprognose des Bundesumweltministeriums ist ebenfalls beunruhigend: Bis 2080 werden weitere 17.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls erwartet. Es scheint, als stünden wir vor einem unlösbaren Problem.

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Zweiter Weltkrieg: Mediziner auf Raubzug

Aufladen von Raubgut am Peter-Museum in Narwa (Estland) im Februar 1944. Mitarbeiter vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg bei der Arbeit. Foto: Bundesarchiv, Nr.: 1977–031–08
Die Rolle der Mediziner beim Kunst- und Kulturraub der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg


Von Gutsul, Nazarii; Kleinmanns, Jan; Schmidt, Mathias|aerzteblatt.de

Als Ende des Jahres 2013 die Medien die verwundene Geschichte der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt und dessen Vater Hildebrand aufdeckten, wurde schlagartig deutlich, dass die Geschichte der im Zweiten Weltkrieg geraubten oder unter fragwürdigen Umständen erworbenen Sammlungen noch keineswegs hinreichend erforscht ist. Das volle Ausmaß der Verschiebungen aller nur erdenklichen Kunst- und Kulturgüter und deren bis heute teils ungeklärter Verbleib beschäftigen noch immer ganze Heerscharen von Provenienzforschern.

Fest steht zwar, dass im Zusammenhang mit dem Kulturraub auch Ärzte und medizinisches Personal eine Rolle gespielt haben, allerdings sind die personellen Begebenheiten innerhalb der damit beauftragten Kommandos und die Aufgaben der dort arbeitenden Mediziner bisher kaum oder gar nicht erforscht. Unter der Führung des Freiherrn Eberhard von Künsberg plünderte das SS-Sonderkommando Künsberg im Auftrag des Auswärtigen Amtes und im Auftrag des Parteiideologen Alfred Rosenberg plünderte der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ die Bestände von kulturellen, diplomatischen, wissenschaftlichen und politischen Einrichtungen in den besetzten Gebieten (1, 4–6). Offiziell lautete ihr Auftrag auf dem Papier, die Zielobjekte „sicherzustellen“, zu „retten“ oder vor „Zerstörung zu bewahren“ (7). Jedoch interpretierte besonders das SK Künsberg diese Aufgabe nicht im Sinne der Einlagerung schützenswerter Kulturgüter in sicheren Verstecken, sondern in deren Raub und Abtransport nach Deutschland.

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Viele Tierrechtler haben keine Ahnung

Bild. The Huffington Post/Facebook
Der grausame Tod des Löwen Cecil hat eine Weltweite Bestürzung hervorgerufen , eine Anteilname deren Ausmaße einer Königlichen Beerdigung nahe kommt. Politik, Medien und Bürger im In-und-Ausland forderten Bestrafung für diesen frevelhaften Akt. Tierrechtsorganisationen wetterten sogar mit der Todesstrafe.


Von Pietro Bento|The Huffington Post

Betrachtet man die Sache allerdings etwas nüchterner, wird durch diesen Presserummel aber auch deutlich, das bis vor diesem Ereignis viele keine Ahnung hatten, dass alle 15 Minuten ein Elefant von Wilderern erschossen wird, letztes Jahr wurden mehr als 1.250 Nashörner erlegt, 800 Tiere davon in Naturschutzreservaten die sogar vom Militär bewacht werden!

Großwildjagd ist ein riesiges Geschäft und ein Elite-Hobby für alle die, die nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld, für alle die, die gerne einmal Gott spielen wollen und sich daran ergötzen. Traurig ist auch, dass bis letzte Woche die meisten nicht mal wussten, dass Simbabwe in Afrika liegt.

Betrachtet man allerdings auch die andere Seite, stellt man fest, das der Tod dieses einen Löwen, der in „Freiheit” leben durfte, sogar Fluglinien umdenken lässt und diese nun keine Jagdtrophäen mehr transportieren wollen.

Das Problem heutzutage ist, dass die Öffentlichkeit oder jemand der sich irgendwie engagieren bzw. Tieren helfen will, schon am Anfang an einem gefährlichen Scheideweg stehen und eine grundsätzliche Entscheidung treffen müssen. Denn worin unterscheidet sich ein Tierschützer und der moderne/neumodische Tierrechtler?

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Deutschland: Mehrheit will weniger religiösen Einfluss auf die Politik

Bild:YouGov.de
Zwei Drittel der Deutschen finden, Religion sollte einen kleineren Einfluss auf die Politik haben als derzeit. Auch bei Katholiken und Protestanten gibt es dafür eine Mehrheit.


Von Matthias Schmidt|YouGov.de

Eine Staatskirche gibt es in Deutschland seit beinahe 100 Jahren nicht mehr. Allerdings treibt der Staat zum Beispiel für die beiden großen Kirchen die Kirchensteuer ein. Und Bischöfe und Kardinäle haben bis heute viel Einfluss – auch politisch. Zudem haben die beiden Unionsparteien das „christlich“ zumindest in ihrem Namen – wenn auch in den Augen Vieler zu Unrecht.

Aber ohnehin wollen die meisten Deutschen nicht, dass Religion einen zu großen Einfluss auf die Politik ausübt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach sagen knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent), der Einfluss von Religion auf die Politik sollte kleiner sein als derzeit, nur 4 Prozent wünschen sich einen größeren religiösen Einfluss. Jeder Sechste (17 Prozent) sagt, das gegenwärtige Verhältnis zwischen Religion und Politik sei gerade richtig.

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Missbrauchsopfer bekommen eigene Stimme

Fünf Jahre ist es her, dass eine Welle von publik gewordenen Missbrauchsfällen die Bundesrepublik erschütterte. Bisher haben Staatsanwaltschaft und Politiker die Aufarbeitung übernommen. Nun hat ein Betroffenenrat die Arbeit aufgenommen – mit ehemaligen Opfern, die neue Fälle verhindern wollen.


ZDF heute

Bild: WAZ
Bild: WAZ

Sie möchte ihren Worten Gewicht verleihen. Immer wieder legt sie die Hand auf ihr Herz, während sie redet: “Wenn man über sexuellen Missbrauch spricht und nicht gehört wird, dann hilft das Sprechen nicht, dann verletzt es und erschwert die Verarbeitung”, sagt Catharina Beuster.

Die 31 Jahre alte Studentin ist Mitglied im Betroffenenrat, der den unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs unterstützt. Es gehe ihr darum, Erwachsene für das Thema zu sensibilisieren, sagt Beuster. “Sie müssen Verantwortung übernehmen für die Strukturen, in denen Kinder leben – Lebensbedingungen so gestalten, dass Missbrauch verhindert wird.”

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Fastenbrechen: Gehört der Ramadan zu Deutschland?

Ein Empfang zum Ramadan in Berlin: Angela Merkel hält eine Rede. | © AP Photo/Steffi Loos/dpa
Deutschlands Politiker gefallen sich darin, mit Muslimen während des Ramadan das Fastenbrechen zu feiern. Das ist gut so, meint Raoul Löbbert, Religion braucht Gastfreundschaft. Volker Resing hält dagegen: Die Politik darf den Glauben nicht für ihre Zwecke instrumentalisieren.


Von Raoul Löbbert und Volker Resing|ZEIT ONLINE

Pro

Warum macht sie das? Wieso feiert Angela Merkel bei einem Empfang in Berlin mit Muslimen das Fastenbrechen im Ramadan? Merkel fastet nicht. Sie ist keine Muslima. Der religiöse Brauch dient ihr offensichtlich nur als Mittel zum Zweck. Zwar will sie ein Bekenntnis ablegen, allerdings ein politisches und kein religiöses: “Der Islam gehört unzweifelhaft zu Deutschland.” Mit diesem Satz wird sie kurz darauf in den deutschen Medien zitiert. Da kann man leicht behaupten, Merkel instrumentalisiere den Ramadan und die ihm zugrunde liegende Spiritualität für ihr Ideal eines bunten, toleranten und multireligiösen Deutschland. Aber wird dadurch auch das religiöse Gefühl der Fastenden marginalisiert? Eher nicht. Niemand hat die Muslime schließlich an den Stühlen festgebunden, die mit Deutschlands Politikern in den Ramadan-Wochen nach Sonnenuntergang tafelten in der Öffentlichkeit. Meist waren die Muslime über so viel Instrumentalisierung sogar hocherfreut. Es sei denn, ihnen wurde wie beim Fastenbrechen im NRW-Landtag Fleisch vorgesetzt, das nicht “halal” war. Dann war die Empörung kurz, aber heftig.

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Italien: „Große Koalition“ der Mafia regierte Rom

Bild: (c) EPA (Giuseppe Giglia)
Jahrzehntelang haben sich Mafia und Politik auf Kosten der italienischen Hauptstadt bereichert: „Beherrscht“ wurde Rom von einem ungleichen Duo, einem rechtsextremen Ex-Terroristen und einem Sozialdemokraten.


Von Paul Kreiner|Die Presse

Starke tausend Seiten soll der Bericht umfassen. Zwischen zwei Verhaftungswellen – die erste im Dezember 2014, die zweite sechs Monate später – haben ihn drei Spezialisten des Innenministeriums erstellt. Nun ist das Werk fertig, bis Oktober muss die Regierung entscheiden. Leitfrage: Ist Rom tatsächlich derart von der Mafia durchseucht, sind dort so viele amtliche Gesetzesbrüche begangen worden, dass Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung entlassen werden müssen und Rom einen Regierungskommissar als Zwangsverwalter braucht?

Für den Ruf der Ewigen Stadt sieht es desaströs aus: Auf die gut 40 Verhaftungen vor einem halben Jahr folgten jetzt 44 weitere. Betroffen sind Kommunalpolitiker sowie politisch verstrickte Unternehmer. Hatten die Fahnder im Dezember das vordem undurchdringliche, rechte oder rechtsextreme Unterholz des früheren Bürgermeisters Gianni Alemanno (2008–13) gelichtet, so trafen sie nun die regierenden Sozialdemokraten. Mirko Coratti zum Beispiel, Ex-Präsident des Gemeinderats, sitzt in Untersuchungshaft, genauso wie der Assessor für Wohnungsbau, Daniele Ozzimo, und – noch schlimmer für die Partei von Premier Matteo Renzi: Aufgedeckt wurde ein Geflecht von persönlichen Interessen, Bestechung, Selbstbedienung und Betrug.

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Politikwissenschafter: “Christliches Abendland gibt es nicht”

Politikwissenschafter Ulrich Willems über das Verhältnis von Politik und Religion, die romantische Wurzel des christlichen Abendlands, säkularen Fundamentalismus und den Streit um Kopftuch, Schächten und Beschneidung.


Interview Lisa Nimmervoll|derStandard.at

foto: lukas friesenbichler Sichtbare Zeichen religiöser Identität – exemplarisch ein christlicher Rosenkranz, eine islamische Gebetskette, die Misbaha genannt wird, und ein jüdischer Gebetsschal, der Tallit heißt.

STANDARD: Es taucht immer wieder in der Politik auf: das Abendland, das christliche zumal. In Österreich plakatierte die FPÖ im Wahlkampf “Abendland in Christenhand”. In Deutschland marschieren “Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” (Pegida). Aber gibt oder gab es dieses christliche Abendland überhaupt je in der insinuierten Form?

Willems: Ein christliches Abendland im Sinne eines homogenen christlichen Raumes, wie es in diesen Slogans anklingt, gab und gibt es nicht. Das lateinische Christentum hat zwar seit dem frühen Mittelalter West- und Mitteleuropa kulturell und politisch geprägt, aber Europa wurde immer auch durch den politischen, ökonomischen und kulturellen Austausch mit anderen Räumen und Traditionen geprägt, und im Inneren ist Europa nicht durch Homogenität, sondern durch Konkurrenz, Konflikt und Koexistenz unterschiedlicher religiöser Traditionen gekennzeichnet.

STANDARD: In welcher Form?

Willems: Das gilt für das Nebeneinander von christlichen und heidnischen Formen der Religiosität nach der Christianisierung Europas. Es gilt auch für das Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen in vielen Teilen des mittelalterlichen Europa, für die konfessionelle Pluralität nach der Reformation und für das Neben- und Gegeneinander von religiösen und säkularen Kräften seit dem 19. Jahrhundert. Wenn Europa heute durch etwas charakterisiert ist, dann sicher nicht durch eine christlich-abendländische Identität, sondern durch das nicht immer einfache Aushalten von Vielfalt und die Suche nach Möglichkeiten friedlicher Koexistenz.

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Vatikan präsentiert Umwelt-Enzyklika

laudato_siDer Papst kritisiert das kapitalistische Wirtschaftssystem und seine Folgen mit den Worten “unermessliche Mülldeponie” und “unverantwortlicher Missbrauch”. Die Politik habe in Umweltfragen versagt.


evangelisch.de

In seiner mit Spannung erwarteten Umwelt-Enzyklika geht Papst Franziskus mit scharfen Worten das kapitalistische Wirtschaftssystem an. Durch den “unverantwortlichen Gebrauch und Missbrauch” der Natur durch den Menschen habe es vor allem für die Armen in den Entwicklungsländern negative Folgen, schreibt Franziskus in dem Lehrschreiben, das am Donnerstag in Rom vorgestellt wurde. Ein weiteres Thema der Enzyklika ist die Forderung, allen Menschen den Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen.

Das knapp 220-seitige Rundschreiben ist die zweite Enzyklika des seit März 2013 amtierenden Franziskus und die erste, die ein Papst dem Thema Umwelt widmet. Sie trägt den Titel “Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus”. Das italienische Nachrichtenmagazin “L’Espresso” hatte bereits zu Wochenbeginn einen Entwurf des Schreibens veröffentlicht. Nach Angaben des Vatikans handelte es sich dabei jedoch nicht um die aktuelle Version.

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Militärseelsorge: Bundeswehr sucht ersten Imam für muslimische Soldaten

Es wird geschätzt, dass es etwa 1600 Muslime in der Bundeswehr gibt. (Foto: Flickr/by ResoluteSupportMedia CC BY 2.0)
Muslimische Soldaten in der Bundeswehr können wohl schon bald auf einen eigenen Imam zurückgreifen. Wie das Verteidigungsministerium gegenüber den Medien bestätigte, suche die Bundeswehr gerade in der Tat einen Militärseelsorger muslimischen Glaubens. Forderungen nach einem solchen Schritt gibt es bereits seit Jahren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Bereits seit 2011 existiert das Arbeitspapier des Zentrums für Innere Führung mit dem Titel „Deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens in der Bundeswehr“. Jetzt bestätigte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der Bild, dass tatsächlich ein Imam gesucht werde.

Geschuldet sei dieser Schritt der offenbar wachsenden Zahl an Muslimen in Uniform, berichtet hierzu die türkische Zeitung Sabah. „Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich der Islam in Deutschland inzwischen als drittgrößte Religion etabliert hat, stellt sich die Frage, ob für unsere Soldaten muslimischen Glaubens eine eigene Militärseelsorge möglich ist“, zitiert das Blatt einen Sprecher der Bundeswehr. Auch deshalb sei zum 1. Mai am Zentrum „Innere Führung“ in Koblenz eine „Zentrale Ansprechstelle für Soldatinnen und Soldaten anderer Glaubensrichtungen„ eingerichtet worden.

Bereits seit den 1960er Jahren kümmern sich die katholische und die evangelische Kirche um die deutschen Soldaten. Mittlerweile wird geschätzt, dass jeder fünfte Bundeswehrangehörige einen Migrationshintergrund besitzt. Die Militärseelsorge sei Teil kirchlicher Arbeit und werde im Auftrag und unter Aufsicht der Evangelischen und Katholischen Militärseelsorge ausgeübt, so das Domradio. Gesetzliche Grundlagen seien Artikel 4 des Grundgesetzes, aus dem sich auch für Soldaten das Grundrecht auf freie Religionsausübung ableite, sowie die im Soldatengesetz festgeschriebenen Regelungen.

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Parlamente machtlos: Spionage ist Qualitätskontrolle der Geheimdienste

Alle spionieren, das ist Teil der modernen Politik. (Foto: Flickr/ James, I think your cover’s blown! by Ludovic Bertron CC BY 20)
Frankreich hält sich in der aktuellen Spionage-Affäre mit Deutschland auffällig zurück. Ein Grund dafür könnte sein, dass das Land selbst seit Jahren Industrie-Spionage in Deutschland und in den USA betreibt. Die wechselseitige Bespitzelung ist längst Alltag im Verhältnis der Verbündeten. Die mächtigen Geheimdienste sehen darin eine Art Qualitätskontrolle. Die nationalen Parlamente sind ahnungslos.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die französische Regierung schweigt beredt zur Spionage-Affäre mit Deutschland. Dabei hätte Paris allen Grund zur Empörung: Deutsche Nachrichtendienste haben im Auftrag der Amerikaner die französische Regierung im großen Stil ausspioniert – ein Verhalten, das Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor kurzem als ein Ding der Unmöglichkeit bezeichnet hat. Doch aus dem Elysée-Palast ist bisher kein Anruf bei der befreundeten Bundeskanzlerin eingegangen – obwohl diese nun auch in Deutschland direkt unter Beschuss gerät.

Ein Grund für die äußerst vornehme Zurückhaltung der Regierung in Paris könnte sein, dass man in Paris über die „Enthüllungen“ gar nicht überrascht ist: Denn französische Nachrichtendienste selbst spionieren schon seit Jahren deutsche und US-amerikanische Unternehmen aus.

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Kirchen fordern Seenotrettung

Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm fordern Seenotrettung und sichere Zugänge Foto: Wolfgang Roucka (Erzbischöfliches Ordinariat München)/pro | CC BY-SA 3.0
Mehr als 1.000 Flüchtlinge sind binnen einer Woche im Mittelmeer ertrunken. Die Kirchen verlangen, dass die Politik handelt.


pro Medienmagazin

Binnen einer Wochen sind Medienberichten zufolge mehr als 1.000 Menschen bei dem Versuch, mit Booten über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen, ums Leben gekommen. Nachdem bereits ein Boot mit rund 400 Menschen an Bord gekentert war, ist in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste gesunken und hat verschiedenen Angaben zufolge zwischen 700 und 950 Menschen in den Tod gerissen. Nur 28 Menschen konnten von einem Frachtschiff aufgenommen und gerettet werden. Zu dem Flüchtlingsdrama haben am Montag der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ihr Bedauern ausgedrückt. In einer gemeinsamen Presserklärung heißt es: „Über das erneute Bootsunglück sind wir zutiefst erschüttert.“ An das vielfache Sterben vor den Küsten Europas dürfe man sich nicht gewöhnen. „Das ist ein humanitärer Skandal!“, erklärten Marx und Bedford-Strohm. Die Kirchenoberhäupter halten einen „entschlossenen Kampf gegen gewissenlose Schleuser“ für notwendig. „Wir brauchen sofort eine Seenotrettungsmission in europäischer Verantwortung“, forderten die Kirchenvertreter in der Pressemeldung und verwiesen dabei auf die Arbeit der italienischen Operation „Mare Nostrum“, die ein Jahr lang „Vorbildliches geleistet“ habe.

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Wissenschaftsbetrieb: Sind Hautfarbe und die Religion doch entscheidend?

scienceIm Wissenschaftsbetrieb aber auch in der Politik zumindest scheint man darauf nicht verzichten zu wollen


Von Peter Nowak|TELEPOLIS

Die Forschungsgruppe Black Knowledges an der Universität Bremen löste sich vor einigen Wochen auf und verband diesen Schritt mit einer gravierenden Selbstkritik: Mit dem Ziel gegründet, “Forschung und Debatten über weiße Versklaverei und anti-Blackness innerhalb der Wissenschaft sowie der Gesellschaft als ganzer voranzutreiben” sei sie eher “ein Teil des Problems des Rassismus …” statt ein Teil sein der Lösung“ geworden.

Als letzten Akt bekannte sich die Forschungsgruppe am Ende noch mal zur antirassistischen Diversität in der Einstellungspolitik und im Bereich der Nachwuchsförderung sowie natürlich für die Weiterführung der Debatte.

Diese doch sehr zahmen Reformforderungen stehen im merkwürdigen Gegensatz zur wortgewaltigen Selbstkritik. Wieso ist man eher Teil des Problems als der Lösung, wenn man antirassistische Diversität fordert. Tatsächlich geht auch aus dem Papier nicht hervor, welche Probleme eigentlich vorlagen und warum sie so gravierend wurden, dass man sich auflöste. Noch im Sommer 2014 ging die Forschungsgruppe viel souveräner mit der Kritik um. In einer Stellungnahme hieß es, dass in der Gruppe weiße Mehrheitsdeutsche vertreten seien und man die Kritik an der Zusammensetzung und wissenschaftlichen Ausrichtung der Gruppe dankend zum Anlass nehme, weiter über die Problematiken und Herausforderungen von Forschung im Kontext der Black (Diaspora) Studies nachzudenken.

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Moral als Handlungsmaßstab gefährlich

Der erhobene Zeigefinger – schlecht für die Kommunikation zwischen Konfliktparteien (dpa / Tim Brakemeier)
Auf die Moral zu pochen, verbaue Kompromisse zwischen Konfliktparteien, legt Thilo Hagendorff in “Sozialkritik und soziale Steuerung” dar. Der Soziologe empfiehlt stattdessen, sich konkrete Handlungsstrategien zu überlegen, um tatsächlich etwas zu verändern.


Von Florian Felix Weyh|Deutschlandradio Kultur

Es findet sich kaum ein Satz bei Adorno, welcher nicht eindeutig moralisch codiert wäre da werden selbst die Pantoffeln, in welche man schlupfen kann, zum Denkmal des Hasses gegen das sich Bücken oder der Fund eines Dinosaurierskeletts zur Kollektivprojektion des totalitären Staates.”

Starke Worte eines jungen Rebellen. Starke Worte? Ja. Aber rebellisch ist der junge Mann irgendwie nicht so richtig:

O-Ton: “Ich meine, dass man nicht davon ausgehen kann, man könne Gesellschaften oder große Systeme im Ganzen irgendwie revolutionieren und diese komplett auf andere Füße stellen.”

Das aber meinten die Altvorderen durchaus noch. Die Soziologie und die in der Philosophie angesiedelte Frankfurter Schule fungierten nachgerade als universitäre Heimathäfen für Veränderungswünsche aller Couleur. An den Lehrstühlen und in den Seminaren wurde Gesellschafts- und Sozialkritik vorgedacht, die dann irgendwie und von irgendjemandem im politischen Raum verwirklicht werden sollte. Als das nach den rauschhaften Revoluzzer-Jahren von 1968 nicht mehr so recht klappte, schlugen die beteiligten Akademiker nach Beobachtung des Tübinger Nachwuchssoziologen Thilo Hagendorff eine ziemlich bequeme Richtung ein, die der Selbstreferenzialität nämlich.

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‘Under the Dome’ Umweltdoku: Chinas Zensur macht Smog-Filmerin mundtot

Chai Jing, Bild:shanghaiist.com
Millionen Chinesen haben die Smog-Doku “Unter der Glocke” der Journalistin Chai Jing gesehen. Nun ist der Film aus dem Verkehr gezogen, die Debatte darüber beendet. Ein Lehrstück über Politik, Öffentlichkeit und Zensur in China.


Von Bernhard Zand|SpON

Am Samstagmorgen um 10.02 Uhr stellt die Journalistin Chai Jing, 39, einen Film ins Internet. Es ist der 28. Februar, drei Tage vor Beginn der Jahrestagung von Chinas Scheinparlament, dem Nationalen Volkskongress. Chais Film, “Qiong Ding Zhi Xia” (“Unter der Glocke”) ist eine Reportage über den Smog und die Frage, wo er herkommt.

Sie berichtet über Chinas mächtige Öl-, Stahl- und Kohle-Konzerne und die Unfähigkeit der Politik, ihnen Einhalt zu gebieten. Es ist eine Klage über Chinas Luftverpestung, vorgetragen von einer jungen Frau, die in Peking lebt und sich Sorgen um ihr Baby macht.

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Vorläufige Einigung bei Kirchenasyl

Kirchen dürfen Flüchtlingen und Asylsuchenden wie bislang Zuflucht gewähren Foto: flickr | Noborder network/Sara Prestianni | CC BY 2.0
Vertreter von Kirche und Politik haben sich am Freitag in der Frage des Kirchenasyls verständigt. Demnach dürfen Kirchen vorerst bis zum Herbst Asylsuchenden wie bislang Zuflucht gewähren.


pro Medienmagazin

Kirchen dürfen nun bis Herbst 2015 wie bislang Flüchtlinge und Asylsuchende aufnehmen, wenn sie befürchten, dass diesen Menschen bei einer Abschiebung Menschenrechtsverletzungen drohen. Darauf haben sich die beiden großen Kirchen in Deutschland und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach einem Spitzentreffen geeinigt. Die Tradition des Kirchenasyls „an sich“ wird seitens der Politik nicht in Frage gestellt.

In der Zeit bis zum Herbst wollen die Kirchen und das BAMF nun eine neue Zusammenarbeit bei Kirchenasylfällen erproben, teilten beide Kirchen mit. Dabei sollen Kirchenvertreter die Möglichkeit bekommen, Einzelfälle erneut vom Bundesamt überprüfen zu lassen, vorzugsweise noch bevor die betroffenen Personen in das Kirchenasyl aufgenommen werden. Für die Kommunikation sollen zentrale Ansprechpartner sowohl auf Seiten der Kirchen wie auch des BAMF benannt werden.

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Öffentliche Religion – religiöse Öffentlichkeit

Bild: KAS
Selten wird Religion in öffentlichen Räumen jenseits von Kirchenmauern und Äußerungen ihrer Repräsentanten so sichtbar wie in Kunst und Kultur. Dabei erkennen sie in ihrer Sensibilität für Brüche, Verborgenes und Unausgesprochnes oft Veränderungen in der Gesellschaft, bevor sich diese öffentliche manifestieren. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Auseinandersetzungen von Politik und Wissenschaft mit Religion. Stellungnahmen zu diesen Befunden finden Sie im vorliegenden Band.


Von Karlies Abmeier, Michael Borchard|Konrad-Adenauer-Stiftung

Öffentliche Religion(pdf)

Laizismus: Religion von Japan bis zum Libanon

napoleon_religionIn Deutschland haben die Kirchen immer noch großen Einfluss. Wie sieht es in anderen Ländern mit dem Verhältnis von Staat und Religion aus?


ZEIT ONLINE

Ich lebe seit vielen Jahren in Italien. Die Katholische Kirche mischt sich hier indirekt noch immer stark in politische Belange ein. Viele Abgeordnete definieren sich explizit als katholisch, weshalb sich zum Beispiel noch keine parlamentarischen Mehrheiten für eingetragene Lebensgemeinschaften oder Homo-Ehen gefunden haben, auch wenn die Bevölkerung mehrheitlich dafür ist. Dabei ist es außer in Einzelfällen nicht einmal so, dass die Kirche eine klare Abstimmungsempfehlung abgäbe, aber die Abgeordneten wissen eben, dass bestimmte Vorschläge von der Kirche nicht gutgeheißen werden, und stimmen folglich dagegen. Aber nicht nur auf der Ebene der Gesetzgebung kann einem der Katholizismus das Leben schwer machen. In einigen Regionen ist es zum Beispiel ein großes Problem, dass viele Frauenärzte aus Gewissensgründen keine Abtreibungen vornehmen und auch die Pille nicht verschreiben. Da wird das gesetzlich verbriefte Recht auf Abtreibung in einigen Fällen de facto außer Kraft gesetzt, weil die Verweigerer nahezu 100 Prozent der Ärzte stellen. Oder man findet zwar einen Arzt, der die Abtreibung vornimmt, aber keine Krankenschwester, die in den Stunden danach dazu bereit ist, mal nach dem Rechten zu gucken.
Gesine Althaus 

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