Archiv der Kategorie: Radikalismus

Radikale Koranauslegung und islamistisches Gedankengut

IS-Schulbuch. Bild: Ankawa/heise.de

Die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert den von Saudi-Arabien, Katar und der AKP finanzierten Schulunterricht in türkischen Flüchtlingslagern

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

In der Türkei leben derzeit knapp zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien – viele davon in Lagern in der Nähe der Grenze. Die Kinder in solchen Lagern besuchen meistens keine regulären Schulen, sondern einen Unterricht, der zum großen Teil von Gruppen organisiert wird, die das Geld dafür vor allem aus Katar, Saudi-Arabien und von der türkischen AKP erhalten. Das wirkt sich der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zufolge negativ aus, weil die Schüler schon in jungen Jahren mit Intoleranz indoktriniert werden.

GfBV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido, ein syrisch-kurdischer Historiker, der seit 1990 in Deutschland lebt, kritisiert unter anderem eine “radikale Koranauslegung” und ” islamistisches Gedankengut”, das die Kinder “belaste”, weil sie daraus kein “friedliches Miteinander im Umgang mit Nicht-Muslimen und Nicht-Sunniten” lernten. Bei einem Türkeibesuch im Januar und Februar führten besorgte kurdische Flüchtlinge aus Syrien Dr. Sido unter anderem vor, dass ihren Kinder in der Flüchtlingsschule Lieder wie das antisemitische “Khaybar, Khaybar, oh ihr Juden, die Armee Mohammeds wird zurückkommen” beigebracht werden.

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Suhl: Krawallermittlungen auf versuchten Totschlag ausgedehnt

brennender_koranIn der Nacht vom 19. auf den 20. August kam es in der thüringischen Stadt Suhl zu schweren Ausschreitungen, bei denen 17 Menschen verletzt und eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber sowie zahlreiche Autos verwüstet wurden (vgl. Suhl: Verletzte und Sachschäden in Erstaufnahmeeinrichtung). Die Krawalle begannen, als sich ein afghanischer Asylbewerber, der Seiten aus einem Koran gerissen hatte, vor syrischen Asylbewerbern, die ihn attackierten, in die Wachstube des Sicherheitsdiensts flüchtete.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Die Angreifer zogen sich darauf hin nicht zurück, sondern versuchten, die Tür der Wachstube einzutreten, worauf hin der Sicherheitsdienst Tränengas versprühte und die Polizei alarmierte. Als diese eintraf, wurde sie von den Angreifern umzingelt und unter Allahu-Akbar-Rufen mit Steinen beworfen, weshalb der Einsatzleiter Verstärkung aus der Landeshauptstadt Erfurt und sogar aus Bayern anfordern musste. Am Ende waren 125 Beamte, neun Notärzte und 90 Sanitäter im Einsatz. Inzwischen gesperrte Videoaufnahmen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zeigen, wie der Mob auch andere Asylbewerber und Reporter mit Eisenstangen und Messern attackiert. Mehrere Brandstiftungen konnte die Feuerwehr relativ schnell unter Kontrolle bringen.

Am Freitag nach den Krawallen gab die Landespolizeiinspektion Suhl bekannt, dass die für die Stadt zuständige Staatsanwaltschaft Meiningen (unter anderem anhand privater Videoaufnahmen) “prüft, welche Tatverdächtigen in welchem Umfang die Tatbestände des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung und der Sachbeschädigung erfüllt haben”. Der thüringische Integrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) hatte davor anhand der Tatschilderungen nicht von Landfriedensbruch, sondern von “versuchter Lynchjustiz” gesprochen.

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Es gibt ein West-Bundesland, in dem Ausländerhass so schlimm ist wie in Sachsen

Natürlich: Die Zahlen sind erschreckend. In keinem anderen Bundesland gab es in diesem Jahr mehr Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Die AfD hat dort bei der Europawahl 2014 knapp acht Prozent der Stimmen bekommen. Und gleichzeitig fachen Politiker mit billigem Populismus das Rassismus-Problem noch weiter an.

Von Sebastian Christ|Huffington Post

Dumpfe, fremdenfeindliche Ressentiments sind hier seit Jahrzehnten verbreitet. Gerade auf dem Land. Dabei leben dort viele Regionen vom Tourismus – ein bisweilen genauso tragischer wie kurioser Umstand.

Wer jetzt auf seiner inneren Deutschlandkarte mit dem Finger nach Osten reist, liegt falsch. Es geht hier nicht etwa um Sachsen. Sondern um den Freistaat Bayern.

Sachsen ist nicht das einzige Problem

Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem. Viele Menschen im Westen wünschten sich das vielleicht, weil der Gedanke so verdammt praktisch ist. Frei nach dem Motto: Was ich nicht seh’, das tut mir nicht weh. Die „Zeit“ trieb diese absolut kurzsichtige Debatte auf die Spitze, als einer ihrer Redakteure jüngst den Rausschmiss Sachsens aus Deutschland forderte.

Klappe auf. Sachsen rein. Problem gelöst.

Aber so einfach ist es nicht.

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Arbeitskreis: EKD soll an Opfer der Hexenverfolgung erinnern

Die Hexenprobe. Zeichnung von G. Franz aus "Germania" von 1878 (public domain)
Die Hexenprobe. Zeichnung von G. Franz aus “Germania” von 1878 (public domain)

Der Arbeitskreis Hexenprozesse hat die evangelische Kirche aufgefordert, bei den Feiern zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 mit einem Gedenkgottesdienst an die Opfer der Hexenverfolgung zu erinnern.

evangelisch.de

Einen Brief mit mehr als 1.000 Unterschriften für diese Forderung schickte der Arbeitskreis jetzt an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), wie der Vorsitzende Hartmut Hegeler am Montag in Unna mitteilte. “Die dunklen Seiten von Martin Luther dürfen nicht verschwiegen werden”, heißt es in dem Schreiben an den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann.

Luther befürwortete die Hexenverfolgung und sprach etwa in einer Predigt von einem “überaus gerechten Gesetz”. Dabei berief er sich auf das 2. Buch Mose, wo es heißt: “Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.” Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider bezeichnete Luthers Haltung zur Hexenverfolgung, wie auch seine judenfeindlichen Schriften, bei einem Vortrag im Jahr 2013 in Braunschweig als “dunkle Schatten” der Reformation.

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VICE News-Journalisten in der Türkei inhaftiert, NGOs verlangen Freilassung

erdogan-sultan

Globale Menschenrechtsorganisationen haben die Türkei dazu aufgerufen, vier Journalisten freizulassen, die für VICE News arbeiten und die seit dem 28.08.2015 ohne offizielle Anklage festgehalten werden.

Vice.com News

Die türkischen Behörden nahmen die britischen Journalisten Jake Hanrahan und Philip Pendlebury in Gewahrsam, während sie mit zwei anderen Kollegen—einem Producer und einem Fahrer—aus der Stadt Diyarbakır im Südosten der Türkei berichteten.

Sicherheitskräfte gaben zunächst an, die Journalisten würden festgehalten, weil sie ohne behördliche Genehmigung gefilmt hätten, doch inzwischen hat man ihnen vorgeworfen, sie würden den Islamischen Staat (IS) unterstützen. Es wird erwartet, dass die Journalisten heute vor Gericht erscheinen.

Türkische Behörden beschlagnahmten außerdem Filmausrüstung, die den Journalisten gehörte, und durchsuchten ihre Hotelzimmer.

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Zehn Mitglieder der Terrorgruppe Boko Haram im Tschad hingerichtet

boko_haram

Im Tschad sind am Samstag zehn mutmaßliche Mitglieder der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram hingerichtet worden.

evangelisch.de

Das berichtete der französische Auslandssender RFI am Sonntag unter Berufung auf den Innenminister des Sahelstaats. Die Hingerichteten waren am Freitag von einem Gericht schuldig gesprochen worden, für zwei Terroranschläge in Tschads Hauptstadt N’Djamena verantwortlich zu sein. Bei den Selbstmordattentaten auf eine Schule und ein Polizeiquartier waren im Juni mindestens 38 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

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Das Neonazi-Netz hinter den Flüchtlingsangriffen

Foto: DW Aktionen gegen Flüchtlinge in Deutschland: Die Einfärbung der Städte und Kreise steht für den Stimmanteil für die Partei NPD bei der Bundestagswahl 2013

Die NPD triumphiert. Sie nutzt die Verunsicherung in der Nähe von Flüchtlingsheimen. Besonders gelingt das dort, wo Rechte kommunal verankert sind. Ein Plan, der in ganz Deutschland aufgehen könnte.

Von Uwe Müller, Timo Stukenberg, Olaf Sundermeyer|DIE WELT

Besser hätte es nicht laufen können, jedenfalls aus Sicht der Rechtsextremisten. Da war die Kanzlerin ins sächsische Heidenau gereist, um vor Ort klare Kante zu zeigen. Doch statt Beifall zu ernten, stieß Angela Merkel auf eine Wut, die sie bei ihren Auftritten noch nie erlebt hatte: “Blöde Schlampe”, “Volksverräterin”, schallte es ihr entgegen. Damit hatte niemand gerechnet. Aber war es wirklich Zufall, dass sich hier, in einer kleinen, 16.000-Seelen-Gemeinde nahe Dresden, rassistische Hetze gegen die Kanzlerin Bahn brach?

Aus Sicht von Jens Baur keinesfalls. Am Tag nach den rechtsextremen Pöbeleien gegen Merkel tönt der sächsische Landesvorsitzende der NPD, die Katastrophe von Heidenau sei ein “voller Erfolg” für seine Partei. Immer wieder hatten er und seine Leute in jüngster Zeit Proteste und Demonstrationen gegen den massenhaften Zustrom von Flüchtlingen organisiert, zuletzt in Dresden und Riesa. Bislang jedoch konnte man nur die ohnehin bekannten Sympathisanten mobilisieren. “Das hat sich nun geändert”, sagt Baur zufrieden. “Jetzt schließen sich Leute aus dem bürgerlichen Lager an.”

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Europa auf dem Weg zum Überwachungsstaat

Foto: Etienne Laurent/dpa Frankreich drängt auf mehr Überwachung in der Europäischen Union – auch an Bahnhöfen. In Frankreich herrscht zurzeit die höchste Terrorwarnstufe. Hier patrouillieren Soldaten am Gare du Nord in Paris.
Nach dem versuchten Thalys-Attentat drängen einige Länder auf mehr Überwachung. Europas Freiheit ist in Gefahr, meint unsere Brüssel-Korrespondentin.
 

Von Mirjam Moll|DER TAGESSPIEGEL

Das höchste Gut Europas ist bedroht. Wann immer ein mutmaßlicher Terrorist, wie im Falle des vereitelten Attentats in einem Thalys-Schnellzug am vergangenen Wochenende, uns aus dem Gefühl der Sicherheit reißt, bringt er auch unsere Freiheit in Gefahr.

Das Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt in Paris hat zu neuen Abhörgesetzen in Frankreich geführt. An diesem Wochenende berieten die Innen- und Verkehrsminister einiger EU-Staaten, die EU-Kommission sowie die Schweiz über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in internationalen Zügen. Und obwohl sie sich über das Ausmaß nötiger Überwachung nicht einig wurden, wird sich das Netz weiterer Kontrollen und Datenerhebungen wohl weiter verdichten.

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Anschlag auf Flüchtlingsheim: Haftbefehle wegen versuchten Mordes

justiz_grossNach dem Brandanschlag auf ein Asylbewerberwohnheim in Salzhemmendorf in Niedersachsen hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei Männer und eine Frau erlassen.

evangelisch.de

Den drei mutmaßlichen Tätern werde gemeinschaftlich versuchter Mord in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung vorgeworfen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker, am Samstagabend.

In der Nacht zum Freitag war ein brennender Molotow-Cocktail durch ein geschlossenes Fenster in ein früheres Schulgebäude in Salzhemmendorf geworfen worden, das als Flüchtlingsunterkunft dient. Eine Frau aus Simbabwe und ihre drei Kinder, die in der Wohnung lebten, hielten sich in einem Nebenraum auf und blieben unverletzt. Salzhemmendorf hat knapp 9.400 Einwohner und liegt zwischen Hildesheim und Hameln.

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Die Bezwinger eines Attentäters sind Christen – Gott sei Dank

Bild: gentside.com
Im Zug stoppten drei US-Amerikaner einen bewaffneten Angreifer.

kath.net

Die US-Amerikaner, die einen Attentäter in einem französischen Hochgeschwindigkeitszug überwältigt haben, sind Christen. Alek Skarlatos (22), Spencer Stone (23) und Anthony Sadler (23) waren am 21. August von Brüssel nach Paris unterwegs, als der Marrokaner Ayoub al-Khazzani (25) mit einem Sturmgewehr das Feuer auf Fahrgäste eröffnete.

Die drei Männer stürzten sich auf den Schützen und entrissen ihm das Gewehr, nachdem er einen Mitreisenden verletzt hatte. Dem Marrokaner gelang es, eine Handfeuerwaffe zu ziehen und auf Stone zu richten, aber als er abdrücken wollte, klemmte der Abzug. Im folgenden Handgemenge verletzte der Attentäter Stone mit einem Teppichmesser. Schließlich bezwangen die US-Amerikaner den Angreifer und hielten ihn mit Hilfe eines 62-jährigen Briten in Gewahrsam, bis er im französischen Arras festgenommen wurde.

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Neue Belege für das NPD-Verbot

Screenshot von der Seite der NPD Aachen heise.de
Bundesländer haben weitere Belege für das NPD-Verbot eingereicht. Angesichts des Kampfes gegen die “Asylflut” zeigen sich Partei und Anhängerschaft wieder radikaler
 

Von Michael Klarmann|TELEPOLIS

Die NPD steckt in einer Zwickmühle: Angesichts der Lage in Deutschland und der “Asylflut” wittern die rechtsextreme Szene und die NPD als deren wichtigster parlamentarischer Arm Morgenluft, dank der Radikalisierung rückt zudem der heiß ersehnte Straßenkampf im Stile der SA gegen das “Scheißsystem” und dem “Multikultiwahn” der Demokraten näher; zugleich schwebt das Damoklesschwert des Verbotsverfahrens über der rechtsextremistischen Partei und die neuerlichen Entwicklungen liefern den Verbotsbefürwortern viele neue Belege. Solche wurden nun nachgereicht.

Der Bundesrat hat beim Bundesverfassungsgericht diese vor Monaten nachgeforderten, neuen Beweisunterlagen im NPD-Verbotsverfahren eingereicht. Mit dem 140 Seiten umfassenden Schriftsatz solle unter anderem belegt werden, dass die NPD seit der ersten Materialsammlung für das nunmehr zweite Verbotsverfahren sich weiter radikalisiert hat. Angesichts der aktuellen, sehr aggressiven Stimmung wird dargelegt, dass auch die NPD oder deren Anhänger hetzerisch, aggressiv und radikal gegen Asylbewerber vorgehen. So spreche die NPD Flüchtlingen die Menschenwürde ab, schüchtere sie ein und wende Gewalt an, heißt es.

Beispiele sind nach den neuen Unterlagen auch die Vorfälle in Dresden im Juli und im sächsischen Heidenau im August. Anschläge auf Asylbewerberheime seien eine konsequente Umsetzung der NPD-Ideologie, “eine ausschließlich rassisch definierte Volksgemeinschaft” zu verwirklichen. In bestimmten Gegenden im Osten Deutschlands beeinträchtige die NPD demokratische Prozesse. Die Partei schaffe eine Atmosphäre der Angst und halte politisch Andersdenkende durch Drohungen davon ab, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Außerdem schüchtere sie ethnische und religiöse Minderheiten ein, heißt es in dem Schriftsatz.

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Iran soll Unterstützung für Hamas und Hisbollah einstellen

Bild: Flickr.com/Image Editor/CC-BY
Bild: Flickr.com/Image Editor/CC-BY
US-Außenminister Kerry: “Wir werden genau hinschauen.” Auch auf den IS im Gazastreifen?

Von Oliver Eberhardt|TELEPOLIS

Auf den Straßen Teherans ist die Stimmung in diesen Wochen gelöst: Mit Begeisterung, in freudiger Erwartung sprechen die Menschen vom Atomabkommen, und noch viel mehr als das, von dem, was man sich davon erwartet.

Denn in Teheran sprechen ausländische und einheimische Manager über gigantische Deals; dabei kann man dem anderen noch nicht einmal so ohne weiteres Geld überweisen. Geld, das außerdem nicht da ist: Die Infrastruktur ist marode, die Wirtschaft am Ende. Wie es in der Staatskasse aussieht, darüber schweigt die Regierung.

Viel lieber spricht man über den Erfolg: Die Mitglieder der Verhandlungsdelegation werden im Narrativ des offiziellen Iran zu Helden hochstilisiert, die es geschafft haben, das Atomprogramm, wenn auch in Grenzen, aufrecht erhalten zu können.

Zeitdruck auf dem Deal durch möglichen Führungswechsel in Iran

Die Atomverhandlungen seien zuletzt auch ein Rennen gegen die Zeit gewesen, so ein amerikanischer Diplomat aus dem Umfeld der Verhandlungen: Vieles deutet darauf hin, dass der 76jährige Khamenei schwer erkrankt ist; ein Führungswechsel steht bevor. Und im Ausland befürchtet man, dass dem ein langer Machtkampf voraus gehen könnte: Schon jetzt stehen die Hoffnungsvollen Schlange.

Hätte sich das Ganze hingezogen, wäre man mit großer Wahrscheinlichkeit in eine Situation geraten, in der sich durch den Führungswechsel im Iran alles geändert hätte; gleichzeitig hätten auch die Befürworter eines harten Kurses gegen den Westen zunehmend die Oberhand gewonnen.

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Indien: Bruder lief mit verheirateter Frau davon: Schwestern sollen zur Strafe vergewaltigt werden

Rupa wurde als 15-Jährige Opfer eines Säureanschlags: Heute entwirft sie Mode. Bild: Rahul Saharan Rupa wurde als 15-Jährige Opfer eines Säureanschlags: Heute entwirft sie Mode bearb.:bb
Rupa wurde als 15-Jährige Opfer eines Säureanschlags: Heute entwirft sie Mode. Bild: Rahul Saharan
bearb.:bb

Weil ihr Bruder mit einer verheirateten Frau aus einer anderen Kaste weglief, müssen seine Schwestern für ihn büßen. Nach einem indischen Urteil sollen sie vergewaltigt und öffentlich gedemütigt werden. Sie sind geflüchtet und haben eine Petition gestartet. Die ganze Welt ist über das Urteil schockiert.

FOCUS ONLINE

Zwei indische Schwestern sollten vergewaltigt werden und dann mit geschwärzten Gesichtern durch die Straßen geführt und öffentlich zur Schau gestellt werden, wie der “Telegraph” berichtet. Warum? Weil ihr älterer Bruder mit einer verheirateten Frau aus einer höheren Kaste geflüchtet war. Für das Paar hatte es keine andere Möglichkeit gegeben, ihre Liebe auszuleben.

Wife of Raif Badawi: ‘All of this has taught me to be stronger’

Ensaf Haidar at her temporary home in Quebec Photo: Alexi Hobbs
In 2013, the Saudi blogger Raif Badawi was sentenced to 1,000 lashes and 10 years in jail. His wife Ensaf talks about the effect it has had on their family

By Jane Mulkerrins|The Telegraph

On an unremarkable residential street in the suburbs of Sherbrooke, southern Quebec, Ensaf Haidar has made a home for herself and her three children in a small third-floor apartment. It is comfortable and functional, with a tiny outdoor terrace, just large enough for a table and chairs, and is furnished simply with an Ikea sofa, sideboard and tables. It is a little soulless, perhaps, but it is a sanctuary, in every sense of the word, for the family.

To the right of the television, on which an Arabic station is showing a cooking programme, a shelving unit holds the family’s goldfish, Lelu, in its bowl, above two shelves of rather less usual ornaments, including two silver medals in cases, a blue glass courage award from the Geneva Summit of Human Rights, and a badge bearing the logo, i am raif.

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Wem hat GOTT das Land Kanaan versprochen?

Bild. wikimedia.org/PD
An der Spitze der zionistisch-jüdischen Argumente für die Berechtigung des jüdischen Volkes auf Palästina/Israel steht das Argument, dass „Gott“ dieses Land dem jüdischen Volk versprochen habe.

Von Abraham Melzer|DER SEMIT

Man muss demnach an „Gott“ glauben, um das zu akzeptieren, und es spielt für die fanatischen Zionisten keine Rolle, dass der Zionismus eigentlich eine säkulare Bewegung war, dass Theodor Herzl, der Begründer der zionistischen Bewegung, von „Gott“ keine Ahnung hatte und von der Bibel und den jüdischen Gesetzen noch weniger. Es spielt auch keine Rolle, dass die meisten Israelis gar nicht religiös und erst Recht nicht orthodox sind, obwohl das Land von einer orthodox-religiösen Mafia regiert wird, die sich bei vielen Angelegenheiten des Alltags und ganz besonders beim Anspruch auf das Land, auf die Bibel und die Halacha beruft, und auf einen Gott, den bis heute noch kein Mensch gesehen hat. 

Aber selbst wenn wir dieser Argumentation folgen und bereit wären, einen Gott zu akzeptieren, den wir nicht anerkennen und an dessen Lehre wir nicht glauben, sollten wir einmal die Geschichte des „Versprechens“, wie sie in der Bibel geschildert wird – und auf die sich der orthodoxe Zionismus beruft und damit dem jüdischen Volk, und gleichzeitig der gesamten Menschheit, eine nachhaltige Gehirnwäsche verpasst hat – überprüfen.

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Rechtsextremismus: Hass aus der Parallelwelt

Pfiffe, Pfui- und Buh-Rufe: Die Kanzlerin wurde am Mittwoch in Heidenau mit Rufen wie “Volksverräterin” empfangen. (Foto: Arno Burgi/dpa)
  • Es gibt eine Form der Gewalt, der Übergriffe, der Bedrohung, die in keiner Polizeistatistik vorkommt.
  • Vor allem Politiker mit Migrationshintergrund bekommen immer wieder Droh-Mails vom rechten Mob.
  • Wissenschaftlern zufolge nimmt die Gewaltbereitschaft aus dem rechten Spektrum zu.

Von Hans Leyendecker, Nico Fried, Christoph Hickmann|Süddeutsche.de

Die Bundesregierung lädt am Wochenende die Bürger wieder mal zum Tag der offenen Tür ein. Mehr als 100 000 Besucher werden erwartet. Bürger fragen – Politiker antworten. Seit Jahren ist die Veranstaltung ein großer Erfolg.

Aber da gibt es auch die anderen, die gar keine Fragen mehr haben, sondern nur Feindschaft und Hass zeigen. Die Wutbürger, die rechtsextremistischen Kader, oder Gruppen wie die obskure “Deutsche Widerstandsbewegung” (DWB). Aus diesem Dunstkreis stammen oft die Kriminellen, die Flüchtlingsunterkünfte attackieren. Im ersten Halbjahr verzeichnete das Bundesinnenministerium 173 Straftaten rechter Täter gegen Asylheime.

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Aufspießen oder Pfahl durch die Brust

physiologus.de/PD

Langsam und qualvoll starb der Gerichtete durch das Gewicht seines eigenen Körpers: Das Pfählen war eine grausame Todesstrafe. Doch es hat eine lange Tradition. In der Antike diente der Pfahl zum Aufspießen. In Mittelalter und Neuzeit hatte er offenbar einen anderen Zweck.

Von Marita Genesis|FOCUS ONLINE

  • Das Pfählen als Todesstrafe hat eine lange Tradition.
  • Gepfählte starben oft durch das eigene Körpergewicht, das sie zu Boden zog.
  • Im Mittelalter wurden Verurteilte gefesselt in einer Grube gelegt und anschließend gepfählt.

Die ältesten Hinweise auf die Strafe des Pfählens sind bereits im Codex Hammurapi (1728-1686 vor Christus) oder im ägyptischen Strafrecht des Königs Merenptha (1215-1209 vor Christus) zu finden. Letzterer beschreibt in einem Text das Pfählen von Feinden. Die dazugehörige Hieroglyphe und spätere Beschreibungen zeigen, dass die Henker den Delinquenten auf einem Pfahl festbanden. Der Bauch lag auf der Pfahlspitze.

Schließlich führte das eigene Körpergewicht dazu, dass der Pfahl sich langsam durch den Körper bohrte und so einen qualvollen langwierigen Tod herbeiführte. Die Strafe wurde öffentlich vollzogen. Neben der Demonstration von Macht sollte die Vorführung des Todeskampfs den damaligen Menschen die Lust auf Straftaten gründlich verderben.

Erdoğan und AKP im Umfragetief wegen Kurdenkriegs

erdogan-sultan

Absolute Mehrheit würde verfehlt werden – Kurdenpartei HDP gewinnt an Zuspruch

derStandard.at

Die in der Türkei weiterhin regierende konservativ-islamische AKP sieht einer unsicheren Neuwahl am 1. November entgegen, wie mehrere Umfragen diese Woche zeigten. Drei von vier Wählerbefragungen ergaben, dass die AKP derzeit keine Chance hat, die Regierungsmehrheit zurückzugewinnen, die sie bei den Parlamentswahlen im vergangenen Juni verloren hatte.

Dem Institut Metropoll zufolge hat das Ansehen von Staatschef Tayyip Erdoğan einen Tiefstand erreicht: Nur 38,5 Prozent der Wähler vertrauen demnach dem autoritär regierenden Präsidenten; 71 Prozent waren es im Dezember 2011, als Erdoğan noch Premier war und eine dritte Parlamentswahl in Folge gewonnen hatte.

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Fahimi: Rechtsradikale gehen zum Terrorismus über

In einer ehemaligen Schule sind die Flüchtlinge untergebracht – Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Im sächsischen Aue hat eine Unterkunft für Flüchtlinge gebrannt. In der Nacht wurde zudem in Salzhemmendorf bei Hameln ein Brandanschlag verübt. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi verurteilte die Tat.

DER TAGESSPIEGEL

In Sachsen hat eine Unterkunft für Flüchtlinge gebrannt. Wie zunächst die “Freie Presse” berichtet hatte, geriet in Aue der Dachstuhl des Hauses in Flammen. 70 Menschen wurden evakuiert. Ein 21-jähriger Bewohner wurde zunächst der Tat verdächtigt, der Verdacht ließ sich jedoch nicht erhärten. Der Mann kam am Nachmittag wieder auf freien Fuß, berichtet die “Freie Presse”. Auf dem Gelände soll es zum vierten Mal innerhalb von vier Tagen gebrannt haben. So hatten unter anderem Unbekannte bereits in der Nacht auf dem Gelände einen Müllcontainer angezündet, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa.

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Die SS-Morde von Poppenhausen – deutsche Schaulust

Gedenkstätte Buchenwald lenkt mit neuer Ausstellung den Blick auch auf NS-Verbrechen außerhalb des Konzentrationslagers

Von Thomas Bickelhaupt|evangelisch.de

Dem Buch mit dem roten Einband ist sein brisanter Inhalt nicht anzusehen: «Chronik der Pfarrei Autenhausen von 1914 an» steht auf dem Buchdeckel, an dem die Jahrzehnte sichtlich ihre Spuren hinterlassen haben. Im Frühjahr 2016 wird die Kirchenchronik als Leihgabe des Erzbistums Bamberg in die neue Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald kommen. Ein langer Eintrag vom Mai 1942 macht das Buch zu einem Dokument des Nazi-Terrors.

Dabei geht es nicht um das kleine fränkische Dorf Autenhausen bei Coburg, sondern um das Geschehen wenige Kilometer entfernt. Dort, auf Thüringer Seite, im Wald zwischen Poppenhausen und Einöd, wurden am 11. Mai 1942 im Auftrag der Gestapo 19 polnische KZ-Häftlinge und ein Zwangsarbeiter öffentlich gehenkt. Hunderte Menschen aus der Region kamen, um den nationalsozialistischen Willkürakt als grausames Massenspektakel zu erleben.

An den Schaugerüsten aufgehängt

«Ich fuhr hin, um zu versuchen, ob nicht irgendein priesterlicher Beistand möglich ist», schrieb der Pfarrer von Autenhausen in die Chronik. Ein Polizist habe ihm allerdings bereits unterwegs angekündigt, für eine Genehmigung bestünde wenig Aussicht. Der Weg zum Ort der Exekution sei «die reinste Wallfahrt» gewesen – mit geschätzten 500 bis 700 Schaulustigen, darunter auch Frauen und Mädchen. «Die ersten hängen schon!», hätten ihm einige «roh und gefühllos» zugerufen.

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