Erdogans Schläger sollen nicht nach Hamburg kommen

Trump-Gegner, PKK-Anhänger, Linksextremisten: Vor dem G-20-Gipfel warnen Verfassungsschützer vor Straßenschlachten zwischen radikalen Gruppierungen. Auch türkische Security-Leute könnten gefährlich werden.

Von Manuel Bewarder, Florian Flade, Martin Lutz | DIE WELT

Die Gegner des G-20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg machen seit Wochen mobil. Mit Brandanschlägen auf Bahnanlagen haben sie erklärtermaßen die heiße Phase gestartet. Für die altehrwürdige Handelsstadt kündigen sie „anarchistische Tage“ an.

Gleich zu Beginn könnten sie am Airport in Fuhlsbüttel Hunderte mit Helium gefüllte Ballons und auch Drohnen aufsteigen lassen, um die Anreise von Staatsgästen zu blockieren – damit rechnet die Polizei.

„Das ist wahrscheinlich, um möglicherweise die Ankunft von Delegationen auf dem Flughafen zu stören“, warnt eine interne Lagebeurteilung. Staats- und Regierungschefs wie Merkel, Erdogan, Trump und Putin kommen zum Treffen der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Hamburg wird zum Magneten für die militante Szene aus ganz Europa.

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Das «Kalifat» ist am Ende, der IS nicht

Mosul, die irakische Hauptstadt des IS, steht kurz vor dem Fall. (Bild: Maya Alleruzzo / Keystone)
Das vor drei Jahren ausgerufene islamistische «Kalifat» steht mit den Schlachten um Mosul und Rakka vor dem Zusammenbruch. Als ordinäre Terrororganisation kann der IS aber noch lange überleben.

Von Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Eingeständnis des Scheiterns. Wenn der Islamische Staat mit der Al-Nuri-Moschee in Mosul eines seiner wichtigsten Machtsymbole in die Luft sprengt, hat er nicht mehr viel zu verlieren. Es ist jener Ort, an dem das «Kalifat» seinen Anfang nahm: Hier stieg der IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi im Sommer 2014 auf die Kanzel und phantasierte von der jihadistischen Weltherrschaft. Es ist, genau drei Jahre später, aber auch der Ort des Niedergangs des IS. Die noch verbliebenen Kämpfer der Terrormiliz wollten ihren Gegnern den Triumph nicht gönnen und zerstörten das mehr als 800 Jahre alte Gebäude. Lieber sollte das geschichtsträchtige Minarett brennen, als dass die irakische Flagge darüber wehen würde. Heilig war den Barbaren ohnehin nie etwas, höchstens der Akt der angeblich gottgefälligen Zerstörung selber.

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Gay-Pride-Parade wegen „Gefährdung öffentlicher Ordnung“ verboten

APA/AFP/OZAN KOSE
Die für Sonntag geplante Demonstration für die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) wäre der Istanbuler Provinzbehörde zufolge auch nicht angemeldet gewesen.

Die Presse.com

Die Istanbuler Provinzbehörde hat die für Sonntag am berühmten Taksim-Platz angekündigte Gay-Pride-Parade verboten. Die Verwaltung teilte am Samstag auf ihrer Internetseite mit, die Demonstration für die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) könne nicht stattfinden, weil sie „die Sicherheit von Touristen und die öffentliche Ordnung“ gefährde.

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ZDF-Doku über Lilli Jahn – Dichtung und Wahrheit

Hoffnungsvoll. Was Lilli Jahn aus Köln an ihren späteren Mann Ernst schreibt, strahlt vom Glauben an eine Liebe, die alle…FOTO: ZDF UND PRIVAT
Mein verwundetes Herz: Eine ZDF-Doku über Lilli Jahn erinnert an schlimmsten Antisemitismus während der NS-Zeit.

Von Nikolaus von Festenberg | DER TAGESSPIEGEL

Damit eine Tragödie wie die der in Auschwitz ermordeten jüdischen Ärztin und fünffachen Mutter Lilli Jahn zur besten Sendezeit im Fernsehen um 20 Uhr 15 Uhr zu sehen wäre, müsste nach Stand der Dinge Einschneidendes passieren: die Verwandlung eines historischen Stoffes in ein das Geschehen nachspielendes TV-Movie. Das ist allerdings immer eine Auslieferung historischer Wahrheit, und sei die Nachinszenierung auch noch so gut.

Der Zeitgeist der Gegenwart würde sein Gestaltungsrecht einfordern, als durchschaute das Heute das Gestern. Fragen müssten um der Drehbuchform willen beantwortet werden, die sich nicht beantworten lassen. Das Interessanteste entfiele – die Rätsel, die Widersprüche im Leiden, das heute naiv erscheinende Hoffen auf Rettung.

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UN-Sondergesandter: G20 könnten Friedensprozess in Syrien helfen

UN-Posten in Syrien, Golan Höhen. Bild: RF
Nach sechs Jahren „dieses Kriegshorrors“ könne er zwar „nur schwerlich optimistisch sein“, räumte der UN-Sondergesandte ein. Beide Seiten seien noch immer nicht bereit, direkt miteinander zu reden.

evangelisch.de

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, erhofft sich vom bevorstehenden Treffen der Supermächte auf dem G20-Gipfel in Hamburg „einen Schub“ für den Friedensprozess in Syrien. „Dass sich die USA und Russland verständigen, ist essenziell dafür, dass es in Syrien irgendwann Frieden gibt“, sagte de Mistura dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). Das Gipfeltreffen der führenden Industrie- und Schwellenländer findet am 7. und 8. Juli in Hamburg statt. Die nächste Runde der Friedensgespräche sei für den 10. Juli geplant.

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UN: Hunderte Zivilisten bei Sturm auf Mossul getötet

Zwei Humvees der irakischen Armee fahren durch das umkämpfte Mossul. (Foto: dpa)
  • Bei Kämpfen in Mossul sollen viele hundert Zivilisten getötet worden sein.
  • Die Vereinten Nationen werfen dem „IS“ vor, die Bewohner als lebende Schutzschilde zu benutzen.
  • Irakische Soldaten versuchen, die eingeschlossenen Zivilisten zu befreien.

Süddeutsche.de

Während der Offensive irakischer Truppen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Altstadt Mossuls sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen Hunderte Zivilisten getötet oder verletzt worden. Es gäbe Berichte, wonach Tausende bis Zehntausende Einwohner als lebende Schutzschilde missbraucht würden, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande. Hunderte Unbeteiligte, darunter Kinder, seien erschossen worden.

Irakische Truppen hatten vergangene Woche mit der Offensive auf die dicht besiedelte Altstadt Mossuls begonnen. Das Zentrum ist das letzte Gebiet der Stadt, das noch fest in den Händen des IS ist.

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Märchenstunde mit DiTiB-Landeschef: Terror kennt keine Religion

Yilmaz Yildiz, Foto: Harald Kaster
Der Bundesvorstand des türkischen Moscheeverbands Ditib hat in der vergangenen Woche seinen Mitgliedern empfohlen, nicht in Köln an einem Friedensmarsch von Muslimen gegen islamistischen Terror teilzunehmen. Auch deswegen sieht sich Ditib Kritik aus vielen Teilen der Gesellschaft ausgesetzt. Ein Gespräch mit Yilmaz Yildiz, Chef des rheinland-pfälzischen Ditib-Landesverbands.

Interview Friedrich Roeingh, Reinhard Breidenbach, Dominic Schreiner | Allgemeine Zeitung

Herr Yildiz, hat Ditib in Bezug auf Köln einen Fehler gemacht?

Sie hat dezidiert begründet, warum sie an der Demo nicht teilnehmen wird. Wie jedoch weiter damit verfahren wurde, zeigt, dass keine Gelegenheit ausgelassen wird, die Ditib zu skandalisieren. Zum anderen hat uns enorm gestört, dass der Begriff Terror mit dem Begriff Islam beziehungsweise Islamismus verbunden worden ist. Diese Art von Gleichstellung hat viele Muslime gestört. Terror ist überall Terror.

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Hagia Sophia: ‚Eine inakzeptable Provokation aller Christen‘

Hagia Sophia. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Arild Vågen
Koranlesung und islamisches Gebet in der Hagia Sophia in Istanbul- Griechenland kritisiert, dass die Türkei versuche, das Weltkulturerbe der Hagia Sophia „stufenweise in eine Moschee“ zu verwandeln.

kath.net

Griechenland kritisiert, dass die Türkei versuche, das Weltkulturerbe der Hagia Sophia „stufenweise in eine Moschee“ zu verwandeln. Nach Angaben der „Welt/N24“ strahlte das staatliche türkische Fernsehen TRT-Diyanet Mitte der Woche zum Ramadan eine Sendung mit Koranlesungen aus der Hagia Sophia aus. Bereits im Vorjahr hatte es eine ähnliche Sendung gegeben. Das Außenministerium in Athen reagierte prompt und erklärte, dass man die Lesung des Koran und das Gebet in der Hagia Sophia verurteile. Dies sei eine „inakzeptable Provokation aller Christen“.

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Historiker Götz Aly: „Es fing alles ganz provisorisch an“

foto: picturedesk / akg-images Die Todesrampe im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, gebaut erst im Mai 1944. Die meisten ungarischen Deportierten wurden ohne Registrierung direkt von hier ins Gas geschickt.
Ohne die Unterstützung der europäischen Länder hätte der Holocaust in dieser Form nicht stattgefunden, sagt Historiker Aly. Und ohne das Motiv des Neids sei der Antisemitismus nicht zu verstehen

Interview Lisa Mayr | derStandard.at

STANDARD: Welche Rolle spielte die aktive und die passive Unterstützung durch Regierungen, Institutionen und die Bevölkerung vieler europäischer Länder bei der Realisierung des Holocaust?

Götz Aly: Viele Menschen stellen sich den Holocaust heute als eine von Berlin aus gesteuerte Vernichtungswalze vor, die über Europa gerollt ist. Das stimmt so nicht. Länder wie Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Frankreich, Belgien und Griechenland haben auf unterschiedliche Weise zur Vernichtung der Juden beigetragen. Nehmen wir Ungarn: Von dort wurden in zehn Wochen 423.000 Juden nach Auschwitz deportiert, mithilfe von 20.000 ungarischen Gendarmen. Bis zur slowakischen Grenze war da kein einziger Deutscher dabei.

STANDARD: War der Antisemitismus in den europäischen Ländern von Anfang an Bestandteil des deutschen Masterplans?

Aly: Nehmen wir das Ghetto Lódz: Da saßen an die 160.000 Leute. Die Deutschen sagten: Wir bringen erst einmal 100.000 „arbeitsunfähige“ Menschen, Alte und Kinder aus dem Ghetto um. Dann sehen wir ja, ob es Widerstand aus der christlichen Bevölkerung gibt. Das stand zu diesem Zeitpunkt keineswegs fest. Oder das Vernichtungslager Belzec im heutigen Ostpolen: Es wurde mit einer Tageskapazität von 500 gebaut. Die hat man nach wenigen Monaten auf 2000 erweitert, weil man gemerkt hat, dass es läuft. Ähnlich in Auschwitz: Wir alle kennen heute die Bilder der berühmten Todesrampe. Sie wurde im Mai 1944 für die Ungarn-Transporte gebaut. Es fing alles ganz provisorisch an, diese „perfekten“ Anlagen entstanden erst, als man merkte, dass „es geht“.

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Bosnien-Herzegowina – Einfallstor für den IS

Die Moschee im Herzen Sarajevos wurde für rund 10 Millionen US-Dollar von Saudi-Arabien errichtet / picture allianc
Bosnien-Herzegowina ist ein Land mit verschiedenen Religionen. Die größte Gruppe stellen dabei die Muslime. Deren offiziellen Vertreter aber haben längst die Kontrolle über die Fundamentalisten in manchen Regionen verloren

Deutsche Welle | Cicero

Hunderte bosnische Islamisten haben sich nach Syrien aufgemacht, um für den IS zu kämpfen. Mit den Verlusten des IS kommen immer mehr zurück und bestimmen das Klima in Bosnien. Seit 2013 ist Bosniern die Reise nach Syrien oder in den Irak verboten.

zum Video

Abu Dhabi warnt Katar vor „endgültiger Scheidung“

Eine Reihe arabischer Staaten boykottieren Katar. – APA/AFP/FAYEZ NURELDINE
Vier arabische Staaten legen dem Emirat 13 Bedingungen vor, etwa die Schließung des Fernsehsenders Al-Jazeera. Doha hat zehn Tage Zeit, die Forderungen zu erfüllen.

Die Presse.com

In der Katar-Krise haben vier arabische Staaten ihre Bedingungen für ein Ende ihres Boykotts übermittelt. Innerhalb von zehn Tagen müsse das Emirat 13 Forderungen erfüllen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Vertreter der Ländergruppe aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain. Unter anderem müsse die Regierung in Doha den Fernsehsender Al-Jazeera schließen und ihre Verbindungen zum Iran einschränken, dem Erzfeind der Boykott-Staaten. Nach der Frist ist das Verhandlungsangebot offenbar hinfällig. Katar nahm zunächst nicht Stellung.

Die arabischen Länder verlangen den Informationen zufolge von der Regierung Katars zudem, ihre Beziehungen zu Extremistenorganisationen wie der Muslimbruderschaft, dem Islamischen Staat, Al-Kaida und der Hisbollah abzubrechen.

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Bundesregierung weist Diyanet-Kritik an liberaler Moschee zurück

Screenshot Da Al-Ifta, Diyanet bb.
Die Kritik der türkischen Religionsbehörde Diyanet an der kürzlich in Berlin gegründeten liberalen Moschee hat zu scharfen Reaktionen in Deutschland geführt.

evangelisch.de

Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, wandte sich am Freitag in Berlin „in aller Klarheit“ gegen Äußerungen, „die ganz offensichtlich darauf abzielen, Menschen in Deutschland das Recht zur freien Ausübung ihrer Religion abzusprechen und das Recht auf freie Meinungsäußerung einzuschränken“. Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums drückte „Befremden“ über die Stellungnahmen aus dem Ausland aus. Äußerungen, die geeignet seien, den Frieden innerhalb Deutschlands zu gefährden, könne man nicht hinnehmen, sagte er.

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Türkei Regierung streicht Evolutionsunterricht

Angeblich zu kontrovers und zu kompliziert: Das türkische Bildungsministerium will offenbar die Evolutionslehre aus dem Stundenplan der Schüler streichen.

SpON

Evolution soll an türkischen Schulen künftig nicht mehr unterrichtet werden, wie ein hochrangiger Vertreter des Bildungsministeriums mitteilte. Der Beamte Alpaslan Durmus sagte, Evolution sei umstritten, kontrovers und zu kompliziert. „Wir glauben, dass dieses Unterrichtsfach das Verständnis der Schüler übersteigt“, so Durmus in einem Video, das auf der Homepage des Bildungsministeriums veröffentlicht wurde.

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Antisemitismus mit Ansage

© DPA „Zensur auf Arte“, titelte die „Le Monde“ zum Beschluss des Senders, die Dokumentation über Antisemitismus nicht zu zeigen.
Dass die Antisemitismus-Doku nun in Frankreich gezeigt wurde, war überfällig. Doch dass sich Arte nicht zu einer eigenen Bearbeitung durchringen konnte, ist eine Bankrotterklärung.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Die Anstrengungen von Luc Rosenzweig und eines guten Teils der deutschen Presse haben sich bezahlt gemacht“, freute sich das Magazin „Causeur“ auf seiner Homepage ein paar Stunden vor der Ausstrahlung. Auf drei Seiten hatte der langjährige Deutschland-Korrespondent von „Le Monde“ in der Monatszeitschrift über den Film „Auserwählt und ausgegrenzt“ berichtet, unter dem Titel: „Zensur auf Arte“. Dass der europäische Kultursender den Dokumentarfilm klammheimlich aus dem Programm genommen hatte, war in Paris zuvor offensichtlich niemandem aufgefallen.

Man kann das mit dem ursprünglichen Sendedatum nach dem ersten Durchgang der Präsidentenwahl erklären. Man muss aber auch die Frage nach dem französischen Umgang mit dem „neuen“ Antisemitismus in Zeiten der Terrors – der zunächst ausschließlich jüdische Tote gefordert hatte – und der Islamisierung in den Banlieues stellen.

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Bundesanwaltschaft, BKA und LKA sabotieren NSU-Ausschuss

Bild: heise.de/tp
Sicherheitsbehörden behandeln Landtag von Baden-Württemberg wie rechtlosen Bittsteller – Immer noch wird ermittelt – nur was genau?

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

NSU-Aufklärung 2017 live – dabei geht es weniger um die Taten und Täter, als um diejenigen, die aufklären sollten und nicht wollen.

Die Ermittlungsbehörden Bundesanwaltschaft (BAW), Bundeskriminalamt (BKA) und Landeskriminalamt von Baden-Württemberg (LKA) behindern fortgesetzt die Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) des Landes. Das reicht bis zu Demütigungen. Doch der Ausschuss hat sich das selber zuzuschreiben. Er unterwirft sich seit zweieinhalb Jahren der Exekutive und deren Regeln. Die jüngste Sitzung lieferte dazu gleich drei Beispiele. Sie zeigen nebenbei, dass wir uns nach wie vor mitten im Skandal befinden und die Sicherheitsbehörden Teil davon sind.

Thema des Baden-Württemberg-Ausschusses ist der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter vom April 2007 in Heilbronn – der letzte der zehn Morde, die dem NSU zugeschrieben werden. Die BAW behauptet, die Täter seien allein Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen. Haltbar ist das nicht. Dennoch stützt der Ausschuss in Stuttgart die Sicht der Karlsruher Behörde. Er meint aber, es müsse Unterstützer gegeben haben. Die sucht er seit Monaten in Neonazi-Kreisen des Landes.

Nach wie vor gibt es eine Reihe von offenen Spuren im Fall Heilbronn, die einen anderen Tatablauf nahelegen. Eine wurde jüngst von dem ARD-Magazin Report Mainz und vom Stern veröffentlicht. Danach waren am Tattag, dem 25. April 2007, bis kurz vor dem Anschlag auf die zwei Polizeibeamten um 14 Uhr Handys von zwei Islamisten am Tatort Theresienwiese eingeloggt.

Der U-Ausschuss in Stuttgart weiß das seit Dezember 2015, doch erst aufgrund der aktuellen Berichterstattung wurde er jetzt aktiv. Vom Generalbundesanwalt (GBA) erbat er Ermittlungen zu den Handynummern. Der lehnte postwendend ab, wie der PUA-Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) öffentlich mitteilte: Laut GBA gebe es keine Hinweise auf Verbindungen zu islamistischen Kreisen. Das sei eine bloße Vermutung und nicht durch Tatsachen gestützt.

Die obersten Ermittler der Bundesrepublik verteidigen ihre Zwei-Täter-Theorie ohne Rücksicht auf Widersprüche und andere Erkenntnisse. Beispiel eins der Aufklärungsblockade seitens der Behörden.

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Zerstörte Kulturdenkmäler – im Namen der Religion

Palmyra: Ein russischer Soldat entfernt Minen, die IS-Milizen in der historischen Stätte gelegt haben. Quelle: dpa
Der Schaden ist mit Geld nicht zu bezahlen: Religiöse Fanatiker zerstören immer wieder bedeutenden Zeugnisse längst vergangener Kulturen. Ein trauriger Überblick.

Märkische Allgemeine

 Die Bilder gingen um die Welt: Im März 2001 zerstörten die radikalislamistischen Taliban die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt. Im Tal von Bamiyan sprengten sie die 53 beziehungsweise 35 Meter hohen Kulturdenkmäler, die aus dem 6. Jahrhundert stammen. Nicht das einzige Beispiel für Kulturvandalismus im Namen der Religion. Eine Übersicht:

Palmyra: Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zertrümmert in der syrischen Oasenstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, 2015 unter anderem den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel, Turmgräber sowie den Triumphbogen und Teile des römischen Theaters. Der IS hatte Palmyra erstmals im Mai 2015 eingenommen und viele einzigartige Denkmäler gesprengt. Im März 2016 haben syrische Truppen mit Hilfe der russischen Luftwaffe die Stadt zurückerobert – bis der IS im Dezember 2016 wieder die Oberhand gewann.

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Warum der Staatstrojaner so umstritten ist

Der Staatstrojaner ist eine Schadsoftware, mit der Ermittler Geräte von Verdächtigen infizieren. (Foto: Matthias Ferdinand Döring)
  • Die Große Koalition hat ohne nennenswerten Widerstand ein neues Überwachungsgesetz durchgesetzt.
  • Der Staatstrojaner ist umstritten, weil er Ermittlern weitreichende Zugriffsmöglichkeiten gibt und auch normale Nutzer gefährdet.
  • Kritiker sagen voraus, dass sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Gesetz wird beschäftigen müssen.

Von Hakan Tanriverdi | Süddeutsche.de

Vor exakt einem halben Jahr ließ sich erahnen, dass die Bundesregierung auf Heimlichkeit setzen würde. Am 23. Dezember 2016, einen Tag vor Weihnachten, bekam ein Sprecher des Innenministeriums in der Bundespressekonferenz zwei Fragen gestellt.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte zuvor gesagt, dass die Behörden auch Dienste wie Whatsapp überwachen können sollen, so wie das aktuell bereits bei SMS möglich ist. Der fragende Journalist wollte wissen: „Können Sie einen zeitlichen Rahmen dafür nennen, bis wann diese Angleichung vollzogen werden wird und welches parlamentarische Vorgehen dafür noch nötig ist?“

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Fatwa gegen liberale Moschee in Berlin

Bild: HP Dar Al-Ifta, Screenshot: bb
Weil eine Frau die Hauptrolle spielt, gibt es gegen eine Berliner Moschee eine Fatwa, die potenziell zum Tode verurteilt. Ein Kommentar

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Folgendes Szenario: Eine evangelische Kirche in Berlin stellt einer Gruppe von Muslimen, die sich als liberale Reform-Muslime verstehen, einen Raum zur Verfügung. Diese Gruppe möchte der Welt zeigen, dass ein anderer Islam, ein zeitgemäßer Islam, möglich ist. Und lädt die Welt ein, daran teilzuhaben, diesen zu entwickeln.

Egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft, gläubig oder nicht, welchen Glaubens, homo-, hetero oder a-sexuell, alt oder jung, konservativ oder links. Mit und ohne Kopftuch. Im Grunde geht es um Spiritualität, unabhängig von Anbetung eines bestimmten Gottes. Wobei der Grundkonsens, dass es einen gibt, schon gegeben ist. Aber selbst das darf angezweifelt werden. Zumindest in der Theorie, es gab ja noch nicht viel Gelegenheit, diese Offenheit in der Praxis zu testen.

In diesem Raum spielt eine Frau die Hauptrolle. Als Imamin. Also als Vorbeterin, als Priesterin sozusagen. Das wäre auch für die katholische Kirche eine Sensation und würde in Rom vermutlich keine Begeisterungsstürme auslösen.

Gut, wir haben also diesen Raum mit dieser Frau als Vorbeterin. Das bringt nicht nur hiesige, angeblich so moderate und an Integration interessierte Muslime und Islamverbände auf die Palme, die ihr im Sekunden-Takt Hassmails schicken. Was namhafte Vertreter dieser Verbände äußerst unterhaltsam finden und auf Popcorn nur verzichten, weil grad Ramadan ist.

Die muslimische Zusammenkunft sorgt in der islamischen Welt für Aufruhr. Eine hohe sunnitische Instanz schaltet sich ein, die Fatwa-Behörde Dar al-Ifta.

Die Moscheegründung „sei ein Angriff auf den Islam“, lautet ihr Urteil. Dar al-Ifta ist quasi das jüngste Gericht. Und das meine ich ganz ohne Witz, denn die Fatwa kommt einem Todesurteil gleich. Das ist quasi wie die Fatwa gegen Rushdie.

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Wikileaks Docs Show How the CIA Allegedly Infected Offline Computers

Cherries / Shutterstock
Hacking air-gapped machines—computers that are not connected to the internet, so theoretically less vulnerable—is always pretty interesting. On Wednesday, Wikileaks published a series of alleged CIA documents that supposedly show how the intelligence agency’s malware was designed to infect these sort of targets.

By Joseph Cox | MOTHERBOARD

Naturally, the documents indicate how the CIA has continued to develop its own hacking tools, allegedly targeting devices from smart TVs to internet routers.

According to one of the documents, „Brutal Kangaroo is a tool suite for targeting closed networks by air gap jumping using thumbdrives.“ The 11 files allegedly come from the CIA’s Engineering Development Group, and appear to date from 2012 to 2016.

In short, a CIA operator first remotely installs a piece of malware on a system connected to the internet, the „primary host.“ Then, an unwitting user inserts a USB drive into that system, and the malware infects the drive. The user then, hopefully, plugs that infected USB into an air-gapped computer unavailable to the CIA. The malware does whatever it has been configured to carry out, and sends any data back to the CIA once it is plugged into the primary host again.

Once the malware has infected a target, Brutal Kangaroo sets up its own „custom covert network“ within the air-gapped computers, and can collect files, survey the victim machines, launch its own executables, and more, according to one of the documents. The malware can also delete a predetermined list of files, one of the documents adds.

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AfD-Brandenburg möchte deutsche Gebärmütter staatlich pflegen

Bild. Shahak Shapira/Twitter

„Wer nicht unserer Meinungs ist, geht ins Gas.“ So nachzulesen in einem geleakten Chat-Protokoll der AfD. „Deutschland den Deutschen.“ Die Nachfahren zentralasiatischer Horden, die nach Westen fluteten, wollen den Deutschen zu alter Größe verhelfen. Was früher der Versailler Vertrag sind den heutigen Nazis, Rechtspopulisten und SA-Rekruten die Flüchtlinge, die sich daraus ergebenden Überfremdungsgefühle, die „Lügenpresse“, die „BRD-GmbH“, Merkel und ihre Eliten.
Die Fraktion der Alternative für Deutschland des Landes Brandenburg sieht für sie Stammes-Deutschen die Apokalypse am Horizont aufgehen. Die Gebärfreundigkeit brandenburgischer Frauen ist kritikwürdig. So stellt die AfD im Landtag einen Antrag:

Die Geburtenziffer für Brandenburg lag im Jahr 2015 bei 1,53 Geburten. Auch wenn in Brandenburg eine leichte Steigerung der Geburtenrate in den letzten Jahren zu verzeichnen ist, wird in der vom Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg und dem Landesamt für Bauen und Verkehr vorgelegten Bevölkerungsprognose (2011-2030) langfristig gesehen ein Rückgang der Bevölkerung erwartet. So rechnen die Statistiker für 2030 mit einem
signifikanten Geburtendefizit, ausgehend von rund 33.000 erwarteten Gestorbenen und um die 10.000 prognostizierten Lebendgeburten. Antrag AfD-Fraktion/Drucksache6/6819

Das Überleben des Deutschen im Land Brandenburg ist nicht gesichert, daher fabuliert die Fraktion weiter:

Der Landtag möge beschließen:
Die Landesregierung wird aufgefordert, noch in der laufenden Legislaturperiode einen Zukunftsplan zur Steigerung der Geburtenrate in Brandenburg vorzulegen, um für eine Zunahme deutscher Familien mit wenigstens zwei Kindern zu sorgen sowie die Rahmenbedingungen
zu verbessern bzw. zu schaffen. Zu beachten sind insbesondere die strukturschwachen Regionen, die Steigerung des Betreuungsangebots für Kinder sowie Maßnahmen gegen eine weitere Abwanderung junger Brandenburger. Sie sollen ermutigt werden, eine Familie zu gründen, denn Kinder dürfen nie ein Armutsrisiko darstellen.ebenda

Man muss ja nun nicht die Gebärfreudigkeit der Menschen regeln wollen, schon gar nicht expressis verbis deutscher Menschen, um sie zur Familiengründung anzureizen. Bleibt die Frage, wie die AfD  diesen Prozess der Anhebung von Gebärfreudigkeit ausgestalten will. Bekommen die über den Durchschnitt geborenen Jungs ein passendes Tweedjacket von Gauland, die Mädels einen Strampler, entworfen von der Herzogin von Oldenburg? Letztere sollte überhaupt erst einmal anfangen Nachwuchs zu zeugen.

Gehen Experten davon aus, dass das Land Brandenburg, ohne Zuwanderung, keine Bestandsgröße mehr darstellt bekommt die Stammespartei der Deutschen kalte Füße. Die Erhöhung der Geburtenzahl „arischer“ Kinder gab es in Deutschland schon einmal. Der Lebensborn e.V., ein von der SS getragener, staatlicher Verein hatte sich genau das zum Ziel gesetzt. Grundlage war die nationalsozialistische Rassenhygiene.
War es damals die Rettung der „nordischen Rasse“, wegen angeblicher Geburtendefizite und der drohende Untergang des Deutschtums, so unterliegt der Antrag der AfD-Fraktion des Landes Brandenburg genau dem Duktus nationalsozialistischer Rassenideologie. Die Beantwortung der Frage, was mit Geburten passiert, die nicht „deutsch“ sind, verkneift man sich vorerst. Nur deutsche Familien sind erbbiologisch und rassisch wertvoll.