Archiv der Kategorie: Radikalismus

Facebook: Eine Freundschaftsanfrage vom Islamischen Staat

Facebook Welt 2010

Facebook Welt 2010

Ein paar unbedachte Facebook-Likes, etwas Pech beim Algorithmus – und schon können junge Menschen in die Fänge der Terrororganisation IS geraten. Die automatischen Empfehlungsmaschinen der sozialen Medien vernetzen Nutzer mit Anwerbern des Dschihadismus


Von Cathleen Berger, Lea Gimpel|Cicero

Kurz vor Weihnachten war es soweit: Tunesien, das Land, in dem der Arabische Frühling 2010 begonnen hatte, wählte einen neuen Präsidenten. Was nach den Protesten im Iran 2009 als die nächste Twitterrevolution in den ausländischen Medien hochgejubelt wurde, fand mit der Wahl von Präsident Béji Caïd Essebsi ein gutes Ende. Damit hat Tunesien auch die letzte Stufe der Demokratisierung erfolgreich genommen, lobten Medien hierzulande.

Seitdem haben Proteste wie im Gezi Park in Istanbul oder die Regenschirm-Revolution von Hongkong das Bild der sozialen Medien gestärkt: Sie erscheinen als Treiber von Freiheit und selbstorganisierter Demokratie – auch gegen den Willen der jeweiligen Regierung.

Doch die Rolle der sozialen Medien ist widersprüchlicher denn je. Weder können sie aus sich heraus mehr Demokratie schaffen, wie begeisterte Technikenthusiasten anführen. Noch sind sie ein Spiegelbild unserer realen Welt, wie Unternehmen wie Facebook und Twitter gerne behaupten. Ganz im Gegenteil: Sie sind darauf programmiert, unsere Aufmerksamkeit nach bestimmten Mustern zu steuern. Sie führen ein verdecktes Eigenleben.

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Fernsehen verzichtet auf Schock-Bilder von IS

ZDFChef des „heute-journals”: Wir machen uns nicht zu Werkzeugen von Terroristen – Einerseits dürfe man „das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“


kath.net

ZDF-Nachrichtensendung „heute-journal“ verzichtet darauf, noch drastischere Bilder von den Gräueltaten der Terrororganisationen „Islamischer Staat“ (IS) und „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) zu zeigen. „Die grausamen Bilder des Terrors sind Instrumente in den Händen von IS und Boko Haram, mit denen sie ihre Macht über die Herzen und Köpfe der Menschen absolut machen wollen“, sagte der Chef des heute-journals, Claus Kleber (Mainz), der Programmzeitschrift „HÖRZU“ (Hamburg). Journalisten begäben sich auf eine schwierige Gratwanderung: „Wir dürfen das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“ Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von „HÖRZU“ zufolge finden es 70 Prozent gut, wenn die Nachrichtenredaktionen auf Schockfotos verzichten und bei der Bildauswahl genau vorgehen. Gleichwohl sind 28 Prozent der Meinung, dass aus Informationsgründen noch mehr drastische Fotos und Videos gezeigt werden sollten.

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Türkei sperrt Internetseite von Atheistenverband

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

Die Türkische Nationalversammlung “Der Souverän ist ausnahmslos das Volk” (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG

“Beleidigung religiöser Werte” als Grund


DIE WELT

Ein Gericht in der Türkei hat den Zugang zur Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes des Landes wegen einer angeblichen “Beleidigung religiöser Werte” sperren lassen. Die Website des Verbandes könne zu einer “Störung der öffentlichen Ordnung” beitragen, argumentierte das Gericht in der Hauptstadt Ankara, wie die Atheisten-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Der Verband nannte die Entscheidung “undemokratisch und illegal”.

Irak: “Befreiung vom IS geht auch ohne US-Unterstützung”

Auschnitt aus einem Video zur Offensive vom irakischen Militär (ISF). heise.de

Zwei Drittel der 30.000 Soldaten, die von der irakischen Regierung mobilisiert wurden, um Tikrit der Kontrolle des IS zu entreißen, stellen schiitische Milizen, werden Angaben aus Führungskreisen der Milizen wiedergegeben. Auch US-Generalstabschef General Dempsey bestätigt dies und sieht in der starken Beteiligung schiitischer Milizen Positives für die Anti-IS-Kampagne, solange sie eine “glaubwürdige Vorstellung” abgeben. Zum Problem würde das erst, wenn sich dadurch die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten weiter aufschaukeln würden.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dempsey machte diese Angaben vor einem Senatsauschuss. Ganz sicher wollte er dort keine schlechte Figur abgeben. Tatsächlich gibt es nämlich schon ein paar Aspekte der Tikrit-Offensive, die von der amerikanischen Regierung und dem Militärkommando wahrscheinlich nicht so positiv gesehen werden. Sollten sich die schiitischen Verbände bei Kampf gegen den IS auszeichnen, so hätte dies wahrscheinlich Beschränkungen des amerikanischen Einflusses im Irak zugunsten des Einflusses aus Teheran zur Folge.

Mehrere Quellen wiesen in den letzten Tagen darauf hin, dass Qasim Suleimani, ein iranischer Kommandeur für Spezialeinsätze außerhalb des Landes, an der Offensive mitwirkt; als beteiligte schiitische Milizen werden u.a. aufgezählt die Badr-Brigade, die Hisbullah-Brigaden, Asaib al Haq, Milizen von Muqtada as-Sadr und die Kata’ib Sayyid al-Shuhada. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich allesamt bislang nicht gerade als Freunde der USA verstanden haben, sondern als entschiedene Gegner. Manche ihrer Führer stehen auf US-Terrorlisten und manche kämpfen auch in Syrien, aufseiten Baschar al-Assad.

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In den Händen von Gurus und Sekten

„Die Psychotricks der Gurus: Glauben, Glück, Gehirnwäsche?“ war am Dienstag Thema bei Sandra Maischberger im Ersten Foto: WDR/Max Kohr

Um Sekten, Gurus und wie sie ihre Anhänger manipulieren, ging es in der Talkrunde von „Menschen bei Maischberger“ am Dienstag. Auch nach enttäuschenden Erfahrungen mit Sekten könne der Mensch die Sinnsuche nicht aufgeben, berichten Betroffene.


pro Medienmagazin

Eine der Gäste war das ehemalige Model und Playmate Gitta Saxx. Sie kam über ihren Freundeskreis zu einem Guru, der sich selber als Reiki-Meister ausgab. Mittels Energien durch Handauflegen sollten ihre Schmerzen behandelt werden. Heute sagt sie, dass sie vergleichsweise seltener krank sei als in dem damaligen Zeitraum. Auch verlangte Saxx‘ Guru immer höher werdende „Spenden“, damit er ihr Schutz geben könne und Blockaden löse. Erst als sie ihre Wohnung verlor, wachte sie auf, und ihr wurde klar, dass sie die Verantwortung für sich abgegeben hatte und löste sich vom Guru.

In der Sekte aufgewachsen

Ebenfalls eingeladen waren Judith Mühlmacher und Sascha Erdmann, die beide in einer Sekte aufgewachsen sind. Judith Mühlbacher kam durch ihre Eltern mit zwei Jahren in eine Sekte, die sich die „Neuoffenbarer“ nennt. In dieser wird gelehrt, dass die Bibel über die Jahrhunderte verfälscht wurde. Deswegen ist ein neuer Prophet im 19. Jahrhundert erschienen, der diese Gemeinschaft gründete und die Bibel neuinterpretiert. Jesus wird darin als alleiniger und nicht dreieiniger Gott angesehen. Obwohl Mühlbacher immer wieder gesagt bekam, dass alle außerhalb der Gemeinschaft zu dem Reich Satans gehören und deswegen sterben werden, trat sie mit 22 Jahren aus. „Das ist die erste eigene Entscheidung für mich und meine Bedürfnisse gewesen.“

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Jesus’s House Identified, Except That Whether He Was Born There, Or Ever Lived There, Is “Impossible To Say”

Image. Friendly Atheist

Exciting stuff from FOX News:

Archaeologists working in Nazareth — Jesus’ hometown — in modern-day Israel have identified a house dating to the first century that was regarded as the place where Jesus was brought up by Mary and Joseph.


By Terry Firma|Friendly Atheist

I had to read that confusing, equivocating sentence a few times — in context — to understand what it means. Follow along:

[The house] was first uncovered in the 1880s, by nuns at the Sisters of Nazareth convent, but it wasn’t until 2006 that archaeologists led by Ken Dark, a professor at the University of Reading in the United Kingdom, dated the house to the first century, and identified it as the place where people, who lived centuries after Jesus’ time, believed Jesus was brought up.

Whether Jesus actually lived in the house in real life is unknown, but Dark says that it is possible.

“Was this the house where Jesus grew up? It is impossible to say on archaeological grounds,” Dark wrote in an article published in the magazine Biblical Archaeology Review. “On the other hand, there is no good archaeological reason why such an identification should be discounted.”

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BBC-Pseudodokumentation verärgert EU-Gegner

Protest gegen die Politik der EU, verkörpert durch Kanzlerin Merkel und Frankreichs früheren Präsidenten Sarkozy. Szene aus „The Great European Disaster Movie“. Screenshot: Tsp

Wenn Europa kollabiert: Die BBC-Produktion „The Great European Disaster Movie“ empört Europa-Gegner. Sie werfen dem Sender Parteilichkeit in EU-Fragen vor.


Von Matthias Thibaut|DER TAGESPIEGEL

Angela Merkel tritt als Präsidentin des Europäischen Rats zurück. Frankreichs Präsidentin Marine Le Pen ruft den Notstand aus. In Rom werden Demonstranten erschossen. Spanien hat Gibraltar isoliert und der IS steht vor den Toren Wiens. Und dann lässt der Premier von „Großengland“, Nigel Farage, auch noch Millionen von EU-Migranten deportieren.

Alles Teil einer „fiktiven Dokumentation“, in der sich die BBC den Niedergang der EU in nicht allzu ferner Zukunft ausmalt. „The Great European Disaster Movie“ endet damit, dass ein Flugzeug in Glasgow landen muss, das durch das kollabierte Europa irrt. Darin sitzen ein Professor und ein junges Mädchen.

Der Professor muss dem Mädchen erklären, was Europa einmal gewesen ist.

„Von sachlicher Argumentation so weit entfernt wie nur denkbar“, schimpfte der Kritiker des euroskeptischen „Daily Telegraph“ über den „Mischmasch von Fakten, Fiktionen und wilden Spekulationen“ und das „herablassendste Stück Fernsehen seit Langem“. Aber Kontroversen löste der Film nicht etwa aus, weil er schlicht langweilig war, sondern weil EU-Skeptiker in ihm einen weiteren Beweis für die Parteilichkeit der BBC in EU-Fragen sahen.

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Anklage will Todesstrafe für Mord an muslimischen Studenten in USA

Craig Hicks, Bild: huffpost.com

Im Fall der Erschießung von drei muslimischen Studenten im US-Bundesstaat North Carolina will die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den Schützen fordern. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Durham habe ein entsprechendes Dokument aufgesetzt, berichtete die in Durham erscheinende Zeitung “Herald-Sun” am Montag. Die örtliche Polizei sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, der Beschuldigte Craig Hicks kooperiere mit den Ermittlern.


DIE WELT

Libyen: “Islamischer Staat” erobert zwei Ölfelder

Symbolbild: Ölfeld in Libyen / Bild: REUTERS

Die Bewacher der Ölfelder Al-Bahi und Al-Mabruk waren unzureichend bewaffnet. Die Felder sind seit Wochen außer Betrieb.


Die Presse

Militante Islamisten haben in Libyen die Kontrolle über zwei Ölfelder übernommen. Nach Angaben eines Sprechers des Sicherheitsdienstes für die Ölindustrie des Landes eroberten extremistische Gruppen am Dienstag die Felder Al-Bahi und Al-Mabruk im Zentrum des Landes. Sie rückten demnach anschließend auf das Ölfeld Al-Dahra vor.

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Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung

Eines der Opfer – zwar erstochen, aber schon vorher dem Tode nah. Foto: Pete CC-BY-3.0

Der französische Autor und Profi-Provokateur Michel Houellebecq meinte in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» dass der Humanismus und die Aufklärung tot seien. Im Angesicht von Islamismus und Nationalismus, die immer bestimmender werden, keine absurde Idee. Nur, wer ist der Mörder?


Von Patrick Etschmayer|news.ch

Die Mordopfer wurden gemeuchelt und sie liegen mit mehreren Messerstichen im Rücken auf dem Boden. Die Frage ist – wer war der Täter? Waren es die jubelnden Islamisten, die dort drüben gerade darüber streiten, ob sie von ihnen entführte Christen enthaupten oder verbrennen sollen? Oder waren es die besorgten national gesinnten Bürger dort hinten, von denen sich einige nach dem Marsch zum Schutz des Abendlandes vor dem Islamismus mit Brandsätzen zu einem Flüchtlingsheim aufmachen? Oder sind es jene populistischen Politiker, welche, obwohl selbst mit fetten Bankkontos ausgestattet, das Übel für alles immer ennet der Grenze verorten, egal in welchem Land sie auch sein mögen und dies von jedem erreichbaren Podest, Balkon oder von jeder Bühne in die Welt hinaus krakeelen? Oder sind es gar jene ultra-konservativen, klandestinen und tief-katholischen Vereinigungen, welche die Wiedererrichtung von Monarchien anstreben?

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Mumbai: Wer Rindfleisch isst, geht ins Gefängnis

Steak ist im Hinduismus sowieso tabu, ab sofort ist es aber auch illegal. Im Bundesstaat Maharashtra in Indien wurde ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.© colourbox.de

Bedenkenlos ein Steak zu essen, kann im Bundesstaat Maharashtra in Indien zu verherrenden Folgen führen: Dort ist es verboten Rindfleisch zu essen. Wer es dennoch wagt, dem droht Gefängnis.


stern.de

Wer in der indischen Metropole Mumbai künftig in einen Rindfleisch-Burger oder Steak beißt, kann ab sofort mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Das neue Rindfleischverbot im Bundesstaat Maharashtra sei eines der striktesten in ganz Indien, berichteten lokale Medien am Dienstag. Für Hindus nimmt die Kuh einen ganz besonderen Stellenwert ein. Da sie Milch spendet, wird sie oft auch “Mutter” genannt.

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Netanyahu’s war must be stopped now: The real story behind his speech to Congress

Benjamin Netanyahu (Credit: Reuters/Nir Elias)

While the media covers politics and personalities, a much more dangerous game around Iran unfolds off-stage


By Michael Lerner|Salon

The media has focused attention on the rude way that Israeli Prime Minister Netanyahu made his appearance in the U.S. this week, as though the real issue is hurt feelings between him and President Obama. This is a mistake that misleads many into thinking that the problem is about respect for our president or concern that Netanyahu is using this trip to promote his election chances in Israel, where “standing up to Obama” might enhance his electoral chances when the Israeli public chooses a new Knesset in two weeks. Watch as the media’s next angle becomes a sigh of relief when Netanyahu makes apologetic sounds about that rift.

The real story is far more worrisome.  Netanyahu is here to push the U.S. toward another Middle East war in which the U.S. would be the proxy for what Netanyahu (mistakenly) thinks is Israeli interests. And Americans are going to have to stand up and say “NO” both to Netanyahu and to the militarists in both parties who are all too happy to generate another war, this time against Iran.  If Netanyahu succeeds, it will be a disaster for all Americans, and an even greater disaster for American Jews.

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Nigerianischer Musiker: Boko Haram ist Reaktion auf die Eliten

boko_haram

Nach Einschätzung des nigerianischen Musikers Keziah Jones ist sein Heimatland “kaum gefährlicher als New York, wenn man weiß, was man tun und lassen sollte”. Die Terrororganisation Boko Haram sei “eine Reaktion auf die Eliten an der Macht”, sagte Jones der “Süddeutschen Zeitung” (Dienstag). Die Miliz sei zunächst ein lokales Problem gewesen und habe sich erst durch das brutale Vorgehen der nigerianischen Armee radikalisiert.


kathweb

Ein weiteres Problem sei die Ungleichheit zwischen Norden und Süden im Land. Der Norden, wo Boko Haram die Zivilbevölkerung terrorisiert, sei arm, im Süden hätten sich dagegen Wohlstand, freie Presse und Meinungsfreiheit etabliert, so der Künstler. Viele Menschen hätten jedoch ein einseitiges Bild von einem ländlichen, gefährlichen Leben in Nigeria. “Aber das stimmt nicht. Nigeria ist städtisch geprägt, ein riesiges Land und sehr jung”, sagte Jones.

Von der Präsidentschaftswahlen am 28. März erhoffe er sich keine Veränderung, sagte der Musiker weiter. “Ich glaube nicht an nigerianische Parteien.” Er hoffe aber, dass die Zivilgesellschaft stärker werden und gegen Strukturprobleme vorgehen werde.

Zuletzt waren bei Bombenanschlägen im Norden Nigerias in der vergangenen Woche 27 Menschen gestorben. Seit 2009 terrorisiert die Gruppe den Nordosten Nigerias. Sie will dort und in angrenzenden Gebieten der Nachbarländer einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen. Ihrem Terrorfeldzug sind laut Schätzungen schon mehr als 13.000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 1,5 Millionen sind geflohen.

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Amerikaner schult Christen für den Kampf gegen den IS

In Syrien und im Irak kämpfen mittlerweile auch assyrische christliche Milizen (Symbolbild) Foto: Jayel Aheram | CC BY 3.0

Der Amerikaner Matthew VanDyke bildet Christen im Irak für den Kampf gegen den IS aus. Damit befindet er sich in einer Grauzone. Christen aus Amerika finanzieren die Ausbildung.


pro Medienmagazin

Der 35-jährige Amerikaner Matthew VanDyke hat bereits gemeinsam mit Rebellen in Syrien und Libyen gekämpft. Nun ist er erneut in Erscheinung getreten, berichtet die Tageszeitung Die Welt. VanDykes privates Militärunternehmen Sons of Liberty International (SOLI) hat christliche Freiwillige für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ausgebildet. Laut dem Magazin USA Today hat eine brutale Ermordung von zwei US-Bürgern VanDyke dazu bewegt, sich am Kampf gegen den IS zu engagieren. Sein Unternehmen soll bereits einige hundert Freiwillige ausgebildet haben, die sich als „Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene“ (Nineveh Plain Protection Units, kurz NPU) versteht.

Ninive ist eine Region im Nordirak. Assyrische Christen und andere Minderheiten sehen dieses Gebiet als ihre Heimat an. Diese wollen sie verteidigen und nicht dem IS überlassen. Erst vergangene Woche hatte der IS mehr als 220 assyrische Christen in Syrien verschleppt. Inzwischen wurden 19 der verschleppten Christen gegen Lösegeld wieder frei gelassen.

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Hindu-Politikerin: Muslimische Schauspieler vermitteln nicht die richtigen Werte

Schauspieler Schah Rukh Khan in einer Filmszene. Bild: ORF.at

Sadhvi Prachi von der hindu-nationalistischen BJP hat Hindus zum Boykott von Filmen mit muslimischen Schauspielern aufgerufen, da sie nicht die „richtigen“ Werte vermitteln würden.


religion.ORF.at

Eine Politikerin der indischen Regierungspartei hat Hindus zum Boykott von Filmen mit muslimischen Schauspielern aufgerufen. Sadhvi Prachi von der hindu-nationalistischen BJP sprach nach Medienberichten von den drei Bollywood-Superstars Schah Rukh Khan, Salman Khan und Aamir Khan. Die BJP ist eine hindu-nationalistische Partei, die gezielt die fast 80 Prozent Hindus in Indien anspricht. Viele Muslime, Christen, Sikhs, Jains oder Buddhisten fühlen sich derzeit benachteiligt oder bedroht. Die andere alte große Partei Indiens, die Kongresspartei, betrieb oft eine ähnliche Klientelpolitik.

Prachi: Khan-Filme unterstützen „Liebes-Dschihad“

„Unsere Kinder bekommen von den Khan-Filmen nicht die richtigen Werte vermittelt. Die unterstützen den Liebes-Dschihad“, sagte Prachi nach Angaben der indischen Zeitung „Hindustan Times“ vom Montag. Damit wird unterstellt, Muslime verführten gezielt hinduistische Mädchen und zwängen sie, zum Islam zu konvertieren. Auf die Aussagen folgte ein Sturm der Entrüstung.

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Malediven: “Nach diesem Interview werde ich mehr Todesdrohungen bekommen”

Der ehemalige politische Häftling Mohamed Nasheed gelangte 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des Inselstaats Malediven. Bild: stern.de

Mohammed Nasheed wurde gefoltert, war Präsident der Malediven, wurde zum Klimakämpfer. Nun ließen ihn seine Gegner verhaften. Dem stern gab er eines seiner letzten Interviews vor dem Gefängnis.


Von Marc Goergen|stern.de

Die Malediven gelten als der Inbegriff des friedlichen Paradieses – tatsächlich aber werden die Atolle im Indischen Ozean autoritär regiert. Mohammed Nasheed war einmal die Hoffnung der Demokratie auf den Malediven. 2008, bei den ersten freien Wahlen im Land, wurde er zum Präsidenten gewählt. Schnell galt er wegen seines Charismas, seines jugendlichen Auftretens und wegen seines Kampfes gegen den Klimawandel als “Unterwasser-Obama”. Im 2012 aber wurde Nasheed aus dem Amt geputscht. Seitdem kämpft er aus der Opposition heraus gegen das Regime.

Dabei wurde er immer wieder bedroht, von Islamisten wie auch aus der Regierungs heraus. Vor wenigen Tagen ist Nasheed wieder verhaftet worden. Er wird beschuldigt, im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Im Falle seiner Verurteilung drohen dem 47-Jährigen mehr als zehn Jahre Gefängnis. Nasheeds oppositionelle Maledivische Demokratische Partei (MDP) und Anwälte nannten die am Sonntag erfolgte Festnahme des Politikers “politisch motiviert” und “vollkommen willkürlich”.

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Nach Löschung von Accounts: Islamischer Staat bedroht Twitter-Gründer

Sreenshot techcrunch

Sreenshot techcrunch

Die Terrorgruppe “Islamischer Staat” bedroht Twitter-Gründer Jack Dorsey. Der Kurznachrichtendienst will den Fall nun selbst untersuchen.


SpON

Der Onlinedienst Twitter hat nach eigenen Angaben Drohungen erhalten, weil er Nutzerkonten mit Verbindungen zur Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) blockiert hat. “Unser Sicherheitsteam untersucht gemeinsam mit den Strafverfolgungsbehörden den Wahrheitsgehalt dieser Drohungen”, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Im Internet war zuvor ein Bild aufgetaucht, das Twitter-Gründer Jack Dorsey im Visier eines Fadenkreuzes zeigt. In einer Botschaft auf Arabisch wird Dorsey mit Rache für die Sperrung von Nutzerkonten gedroht.

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Antisemitismus an Schulen: Jude als Schimpfwort

Bild: bb

Bild: bb

Das Wort Jude gilt mittlerweile in vielen deutschen Schulen als Schimpfwort. Immer mehr jüdische Jugendliche werden deshalb von ihren Eltern von den staatlichen Schulen abgemeldet und besuchen jüdische Einrichtungen.


Von Heike Schmoll|Frankfurter Allgemeine

Das Wort „Jude“ wird mittlerweile auf vielen deutschen Schulhöfen als Schimpfwort verwendet. Manchmal geht das Hetzen gegen jüdische Mitschüler vor allem durch arabische Kinder so weit, dass die Betroffenen die Regelschule verlassen und auf eine jüdische Einrichtung wechseln. Ein jüdischer Jugendlicher aus Berlin berichtet, die verbalen Entgleisungen seiner Mitschüler seien so unerträglich geworden, dass seine Eltern ihn von der staatlichen Schule abgemeldet und bei der jüdischen Oberschule angemeldet hätten.

Aus Anlass des jüdischen Jugendkongresses, der am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, haben sich junge jüdische Erwachsene Gedanken über wachsende antisemitische Tendenzen in der deutschen Gesellschaft und ihre eigene Zukunft gemacht. Manche denken an Auswanderung, die meisten aber wollen bleiben, weil antisemitische Rädelsführer sonst erreicht hätten, was sie wollen.

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Gesellschaftskonformes Sterben – alles andere ist asozial

Foto: Getty Images/Rubberball Das deutsche Recht hat kein Verständnis für Menschen, die ihre Angehörigen aus Mitleid aus einem würdelosen Dasein ohne Bewusstsein befreien.

Ein junger Mann tötet seine Mutter. Sieben Jahre lang lebte sie im Koma – ohne Chance, je ins Leben zurückzukehren. Die Tat, die aus Liebe geschah, brachte den Sohn ins Gefängnis.


Von Martina Rosenberg|DIE WELT

Erst wenn sich eine Tür geschlossen hat, öffnet sich die nächste. Der Weg zum Besucherraum führt durch mehrere Schleusen. Uniformierte Wachleuten beobachten jeden Schritt. Ich befinde mich in einem hochmodernen Gefängnis mit Schwerstkriminellen im Norden Deutschlands. Es ist beklemmender, als ich dachte.

Ich besuche einen jungen Mann, 26 Jahre alt, der im Juni 2012 zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Er hat seine Mutter getötet, und ich will wissen, wie es dazu kam.

Nun sitzt er vor mir. Eine Frage, geht mir seit Monaten durch den Kopf: Was muss passieren, dass ein Sohn seine Mutter tötet, die er liebt? Wer war noch daran beteiligt? Oder ist er für die Tat allein verantwortlich?

Ja, es gäbe da etwas, was er bereue, etwas, was er in all den Jahren nicht getan habe: Viel zu lange hätte er mit seinem Entschluss gewartet. Mehr sagt er zunächst nicht. Distanziert und zurückhaltend sitzt Jan mir gegenüber.

Wie viele Jahre waren es denn?, will ich wissen. Sieben!

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Untersuchungsbericht über Ferguson: Justizministerium kritisiert Rassismus bei der Polizei

Robert Cohen/St. Louis Post-Dispatch/AP Photo
PHOTO: Tactical officers line up Monday, Aug. 11, 2014, in Ferguson, Mo

Die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Teenager in Ferguson lösten heftige Proteste aus. Die Justizbehörde untersuchte daraufhin die Arbeit der Polizei in der Stadt. Jetzt wurden erste Ergebnisse bekannt.


SpON

Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Polizei in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri habe seit Jahren vor allem schwarze Autofahrer angehalten – und dadurch zu einer Atmosphäre der rassistischen Feindseligkeit beigetragen. Dies habe letzten Endes zu den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown geführt. Das legt ein Bericht des US-Justizministeirums nahe, über den die “New York Times” (“NYT”) berichtet.

Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere Quellen, die über die Ergebnisse des Berichts unterrichtet worden sein sollen. Offiziell wird das Papier wohl erst im Lauf dieser Woche veröffentlicht.

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