Archiv der Kategorie: Radikalismus

DIA-Dokument: Das Märchen vom US-Masterplan für den “Islamischen Staat”

Bild: nationalreview.com

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Haben die USA den Aufstieg des “Islamischen Staats” gefördert? Ein Papier des US-Militärgeheimdienstes DIA soll das beweisen. Doch das Dokument belegt vor allem Heuchelei und Versagen der US-Regierung.


Von Christoph Sydow|SpON

Das Geheimdokument ist nur sieben Seiten lang, davon sind drei Blätter fast völlig weiß, weil zensiert. Doch die übrigen Zeilen sollen dafür sorgen, dass der Aufstieg der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) in einem neuen Licht erscheint. Das Dokument aus dem Jahr 2012 belegt angeblich, dass die USA den Aufstieg der Dschihadisten förderten. Davon sind zumindest Kritiker der US-Regierung überzeugt. Doch bei genauerer Betrachtung lässt sich diese Schlussfolgerung nicht halten.

Das Papier, um das es geht, wurde in der vergangenen Woche von der konservativen Organisation Judicial Watch veröffentlicht. Die Gruppe steht den Republikanern nahe und hatte erfolgreich auf die Herausgabe von Regierungsunterlagen zum tödlichen Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi 2012 geklagt. Unter den Dokumenten, die daraufhin von der Regierung herausgegeben wurden, ist auch ein Bericht der Defense Intelligence Agency (DIA). Die DIA ist die Dachorganisation der Nachrichtendienste der vier Teilstreitkräfte im US-Militär.

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“Folterwerkzeuge dürfen in der EU noch immer beworben werden”

Elektrische Schlagstöcke. Bild: igfm

Amnesty-Experte Marczynski über Folter in Europa und wie ein bestehendes EU-Handelsverbot mit Folterwerkzeugen umgangen wird


Interview Bianca Blei|derStandard.at

Im Jahr 2006 führte die Europäische Union die weltweit erste Handelsregulierung für Gegenstände ein, die keinen Zweck außer der Hinrichtung, der Folter oder ähnlichen Misshandlungen von Menschen haben. Eine Reihe von Dingen wie elektrische Fußfesseln, elektrische Schlagstöcke und Netzbetten landeten auf der Liste von verbotenen Gütern, die in die EU weder ein- noch ausgeführt werden dürfen.

Ein Bericht von Amnesty International zeigt allerdings, dass europäische Unternehmen immer noch in den Handel mit solchen Gütern involviert sind. Am Donnerstag begann im EU-Parlament eine Debatte über eine Verschärfung der Richtlinie. Amnesty-Experte Marek Marczynski über Schlupflöcher in der aktuellen Bestimmung, wie Firmen die Regulierung umgehen und wo Folter noch immer stattfindet.

STANDARD: Wenn man von Folter spricht, dann ist das etwas sehr Mittelalterliches. Wie gängig sind solche Praktiken in der heutigen Zeit noch?

Marczynski: Klar ist, dass Folter unter internationalem Recht streng verboten ist. Das gilt für alle Staaten dieser Welt. Da gibt es einen sehr hohen gesetzlichen Standard. Realität ist aber, dass laut unserem Bericht aus dem vergangenen Jahr 82 Prozent der Länder weltweit in irgendeiner Weise und in einem gewissen Grad foltern.

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Islamischer Staat: Flitterwochen im Kalifat

Bild: nationalreview.com

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Der “Islamische Staat” soll von einer Idee zu einem realen Land werden. Dazu schafft die Miliz in Syrien neue Fakten und lockt mögliche Bürger aus aller Welt an. Ihre wichtigsten Köder: Sex und Geld.


Von Raniah Salloum|SpON

Seine Zukünftige hatte Abu Bilal al-Homsi online kennengelernt. Monatelang chatteten die beiden. Dem 28-jährigen Syrer gefiel die 24-jährige Tunesierin: Intelligent, gebildet, religiös konservativ. Genau wie er. Dazu teilten beide denselben Traum: ein Leben im “Islamischen Staat” (IS).

Auch die junge Frau fand den studierten Informatiker offenbar sympathisch. Als er um ihre Hand anhielt, willigte sie ein. Sie reiste über die Türkei zusammen mit anderen Frauen nach Syrien. Ihr Verlobter ließ seine Heimat Homs hinter sich und zog in die IS-Hochburg Rakka. Dort trafen sich die beiden zum ersten Mal.

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Leitmedien berichten über Homorechte statt über gekreuzigte Kinder!

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Wo, meine Damen und Herren vom „Spiegel“, bleibt Ihr Aufschrei über das Leid der Massakrierten? Der Kulturkampf gegen das Christentum und gegen die Kirche ist Ihnen wohl wichtiger als die grauenvoll Getöteten.


Von Michael Schneider-Flagmeyer|kath.net

Die mörderischen Horden des IS zerstören auch wesentliche Kulturgüter der Menschheit. Jetzt ist wohl das Weltkulturerbe Palmyra an der Reihe. Die Aufregung und Empörung darüber ist in den deutschen Feuilletons groß. Aber die Empörung über die bestialische Ermordung von Abertausenden Christen, Jesiden, Kurden und nicht willfährigen Muslimen spielt in unseren Leitmedien kaum eine Rolle. Man hat sich wohl damit abgefunden, dass der ganze Westen zuschaut und vor allem die Amerikaner, Briten und Franzosen die eine besondere Verantwortung im Irak und auch in Syrien haben, letztere aufgrund ihrer ehemaligen Kolonialpolitik mit ihrer willkürlichen Grenzziehung. Das Ganze zeigt, was den Verantwortlichen in Politik und Medien in der westlichen Welt der Mensch als Geschöpf Gottes noch wert ist. Dieselben hier genannten Verantwortlichen überbieten sich aber, bei jeder Gelegenheit über Mitmenschlichkeit, Menschenrechte und Antidiskriminierung zu schwadronieren.

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Konvertiten und Islamismus: “Das sind die 150-Prozentigen”

A fighter of the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) holds an ISIL flag and a weapon on a street in the city of Mosul, June 23, 2014. U.S. Secretary of State John Kerry held crisis talks with leaders of Iraq's autonomous Kurdish region on Tuesday urging them to stand with Baghdad in the face of a Sunni insurgent onslaught that threatens to dismember the country. Picture taken June 23, 2014. REUTERS/Stringer (IRAQ - Tags: CIVIL UNREST POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY) - RTR3VIB1

A fighter of the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) holds an ISIL flag and a weapon on a street in the city of Mosul, June 23, 2014.

Der 23-jährige mutmaßliche IS-Kämpfer aus Freiburg ist ein weiteres Beispiel für die Islamisierung junger Männer hierzulande: Vom Konvertiten zum Radikalen innerhalb kurzer Zeit.


Von Biggi Hoffmann|SWR Fernsehen

Der junge Mann, der möglicherweise aus Baden stammt, soll sich im Irak selbst in die Luft gesprengt und Dutzende mit in den Tod gerissen haben. Der 23-Jährige ist offenbar ein Konvertit, der sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen im vergangenen Jahr radikalisiert habe – ein typischer Verlauf bei vielen radikalen Islamisten, wie ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt erläutert: “Immer wieder gibt es diese Biographien von jungen Leuten, die sich von dieser Ideologie so sehr angezogen fühlen, dass sie in eine Art Sog geraten, verstärkt durch Propaganda, Videos und Botschaften, die sie im Internet finden.” In relativ kurzer Zeit seien sie dazu entschlossen, alles hinter sich zu lassen: “Sie meinen, sie müssten nun selbst kämpfen, und sie sind auch dazu bereit ihr Leben zu geben.”

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Antijudaismus: Das Märchen vom christlich-jüdischen Abendland

“do warden die iuden…mit gepürlicher peen des tods gestraft”: Pogrome in einer Darstellung der Schedel’schen Weltchronik aus dem Jahr 1493 Foto: commons.wikimedia.org

Eine Studie von David Nirenberg zeigt: Das Christentum war stets vom Kampf gegen die “Judaisierung” des Abendlandes geprägt. Dürfen wir unsere Kultur überhaupt noch “christlich-jüdisch” nennen?


Von Alan Posener|DIE WELT

Als Hannah Arendt 1933 aus Deutschland floh, widmete die Schülerin Martin Heideggers ihren ersten Essay dem Antisemitismus. Wie in ihrer späteren Arbeit über den Totalitarismus kritisierte die jüdische Denkerin die Vorstellung, der Antisemitismus sei etwas völlig Irrationales. Die Juden müssten sich fragen, warum sie von den Nazis als “Sündenböcke” auserwählt wurden. Ihre “Verhaftung” für die Ideologie, der sie zum Opfer fielen, lag – so Arendt – in den “speziellen Funktionen”, die sie im Kapitalismus ausübten: “Alle ökonomischen Statistiken beweisen, dass die deutschen Juden nicht zum deutschen Volk gehörten, höchstens zu seiner Bourgeoisie.”

Nun, die Statistiken, die Arendt heranzog, waren oft den Werken nationalsozialistischer Ökonomen entnommen. Aber selbst wenn es stimmte, wovon auch Theodor Adorno und Max Horkheimer bei ihren Erklärungsversuchen für den Antisemitismus ausgingen, dass Juden vor allem in der “Zirkulationssphäre” des Kapitals tätig waren: Wieso wurden nur sie zu Sündenböcken, und nicht die “Bourgeoisie” oder das “Finanzkapital” insgesamt?

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Experten: Religionen werden im Nahen Osten für Kriege missbraucht

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Mit Glaubenskonflikten werden im Nahen Osten Experten zufolge immer wieder wirtschaftliche und politische Kriegsgründe verschleiert.


evangelisch.de

“Die Religionen werden benutzt, um die Kriege dort zu legitimieren”, sagte der langjährige Nahost-Korrespondent Jörg Armbruster am Mittwochabend in Hannover. “Menschen lassen sich durch Glaubenskonflikte einfach leichter gegeneinander aufwiegeln als durch politische Einflusszonen und wirtschaftliche Interessen”, sagte der frühere Leiter des ARD-Studios Kairo. Er sprach bei einer Podiumsdiskussion der evangelischen Hanns-Lilje-Stiftung über die Christenverfolgung in der Region.

So werde etwa der innerislamische Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten bei den Konflikten im Irak, in Syrien und im Jemen vorgeschoben. Tatsächlich gehe es bei all diesen Kämpfen jedoch um den machtpolitischen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, erläuterte Armbruster. Beide Regionalmächte konkurrierten um die Kontrolle wichtiger Öltransport-Routen wie die Straße von Hormus und um die geopolitische Vormachtstellung im gesamten Nahen Osten.

Folter der Hamas: An den Füßen aufgehängt und mit Säure überschüttet

Die Hamas läuft schwer bewaffnet durch Gaza-Stadt Foto: AP

Viele Palästinenser starben im Krieg 2014 nicht bei israelischen Angriffen, sondern durch die Folter der Hamas. Das zeigt ein Bericht von Amnesty International. Die Islamisten herrschen immer brutaler.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Atta Nadschars Leiche schien ungewöhnlich schwer. Sein Bruder, der im August 2014 ins Schifa-Krankenhaus in Gaza gerufen worden war, um den Toten abzuholen, wunderte sich: “Es war, als ob man Fleisch in eine Tüte gesteckt hätte, ohne Knochen.” Später fand der Mann heraus, weshalb die Leiche sich so eigenartig anfühlte: “Alle Knochen waren zertrümmert. Sie hatten sie im Gefängnis gebrochen”, zitiert ihn ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI).

Seit 2009 saß der geistig gestörte ehemalige Polizist eine 15 Jahre lange Haftstrafe wegen “Kollaboration” mit Israel ab. Am 22. August genügte das der radikal-islamischen Hamas nicht mehr. Nach dem Tod dreier ihrer Anführer durch einen israelischen Luftangriff sann sie auf Rache. Mitten im 50 Tage langen Krieg gegen Israel zerrten Mitglieder ihres Sicherheitsdiensts Nadschar aus seiner Zelle, folterten und ermordeten ihn. “Seine Leiche war mit etwa 30 Kugeln durchlöchert. Seine Arme und Beine waren gebrochen, er hatte Messerspuren rund um den Hals”, berichtet Nadschars Bruder im rund 40 Seiten langen Report, der die Schreckensherrschaft der Islamisten dokumentiert.

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China zieht rote Linie für einen Krieg mit den USA

Satellitenaufnahme vom Atoll Mischief 2001 – noch unverbaut. Bild: Nasa

In einem Weißbuch für militärische Strategie schaltet China von Verteidigung auf “aktive Verteidigung” um und spricht von “Neo-Interventionsimus”


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Letzte Woche ist ein US-Spionageflugzeug, in das man auch ein CNN-Team für eine “embedded” Berichterstattung eingeladen hat, provozierend nahe über die drei Atolle Fiery Cross, Subi und Mischief der Spratley-Inseln im Südchinesischen Meer geflogen und hat dabei wiederholte Warnungen des chinesischen Militärs missachtet. China beansprucht die um ein Riff künstlich aufgebauten Inseln 1000 km vor seiner Küste seit Ende des Zweiten Weltkriegs für sich und richtet sie als vorgelagerte Militärstützpunkte ein. Gestern ist das Weißbuch über die Militärstrategie der Volksarmee erschienen. Darin wird deutlich gemacht, dass China nun aggressiver seine Ansprüche auf dem chinesischen Meergebiet und auch in internationalen Gewässern vertreten will. Man will aber nicht in ein nukleares Wettrüsten einsteigen, wünscht keine Militarisierung des Weltraums, werde aber dort die eigenen Interessen schützen, und will die Cyberwar-Kapazitäten ausbauen. Die Strategie wird umgestellt von Verteidigung auf eine “aktive Verteidigung” (“We will not attack unless we are attacked, but we will surely counterattack if attacked.”). Das ist eine Warnung an die USA und ihre Verbündeten.

In dem CNN-Bericht über den Flug, der China provozieren wollte, weil die USA die Ansprüche nicht anerkennen und dagegen diejenigen der Philippinen und Taiwans unterstützen will, wird der ehemalige stellvertretende CIA-Direktor Michael Morell zitiert, der aus der Konfrontation ableitet, dass ein hohes Risiko eines Kriegs zwischen den USA und China bestehe. Während die USA ähnlich wie in Europa Russland in Asien China einzudämmen versuchen, u.a. ebenfalls mit einem Raketenabwehrsystem (Konflikt zwischen USA und China könnte sich weiter zuspitzen), und die militärischen Beziehungen und Stützpunkte in den Nachbarländern Südkorea und Japan ausgebaut haben aber auch mit den Philippinen und Vietnam militärisch enger kooperieren.

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Dieser Dschihadist arbeitete als V-Mann

Irfan Peci schlug am Berliner S-Bahnhof Friedrichstraße im Sommer 2010 einen US-Soldaten zusammen – und konnte entkommen.© Bert Heinzlmeier/Picture Alliance

Irfan Peci war Chef eines Propagandaarms der al-Qaida, arbeitete später auch als V-Mann. Jetzt erhebt er in einem Buch schwere Vorwürfe gegen den deutschen Verfassungsschutz.


stern.de

Die Vorwürfe sind klar formuliert und keine Kleinigkeiten. Deutschlands Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), soll eine Straftat vertuscht haben. Zudem soll das BfV Terror-Unterstützer mit Geld ausgestattet haben. So steht es in dem neuen Buch “Der Dschihadist”, das der deutsche Staatsbürger Irfan Peci aus Weiden in der Oberpfalz geschrieben hat. Peci ist ein ehemaliger Islamist. Und er arbeitete er als V-Mann deutscher Sicherheitsbehörden. stern und das ZDF berichten exklusiv über die Vorwürfe gegen den Verfassungsschutz.

Irfan Peci war Deutschland-Chef der Globalen Islamischen Medienfront, die im deutschsprachigen Raum mit Terrorbotschaften und Drohvideos im Internet Propaganda für al-Qaida gemacht hat. 2009 wurde er vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als V-Mann angeworben. Peci war einer der wichtigsten und bestbezahlten Quellen in der deutschen Islamistenszene.

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Amnesty International wirft Hamas “brutale Kampagne” vor

Hamas-Kämpfer hätten mindestens 23 Palästinenser hingerichtet und Dutzende weitere gefoltert, schreibt AI. – Foto: dpa

Während des Gazakrieges töteten vermummte Hamas-Kämpfer zahlreiche Palästinenser, die für Israel spioniert haben sollen. Amnesty International (AI) sieht darin ein System: Die Hamas wollte in Gaza ihre Gegner ausschalten.


DER TAGESSPIEGEL

In den Wirren des Gaza-Kriegs im vergangenen Sommer hat die im Gazastreifen herrschende Hamas nach Angaben von Amnesty International (AI) dutzende Palästinenser hingerichtet oder gefoltert. Die radikalislamische Organisation habe den Konflikt “für eine schamlose Abrechnung” mit ihren Gegnern ausgenutzt, kritisiert die Menschenrechtsorganisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Die israelische Luftwaffe flog derweil Angriffe auf mehrere Ziele im Gazastreifen.

Die Hamas habe den Krieg mit Israel genutzt, um Gegner zu beseitigen

Die Hamas habe den Konflikt mit Israel genutzt, um sich ihrer Gegner im Gazastreifen zu entledigen, heißt es in dem AI-Bericht. Sie habe mindestens 23 Palästinenser hingerichtet und Dutzende weitere gefoltert. Die Hamas habe “eine brutale Kampagne mit Entführungen, Folter und Verbrechen gegen Palästinenser” geführt, denen Zusammenarbeit mit Israel zur Last gelegt worden sei.

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Wir brauchen neutrale Stellen, an die sich Bevölkerung und Polizisten wenden können

Prof. Rafael Behr, Dekan des Fachhochschulbereichs der Akademie der Polizei Hamburg © Polizei Hamburg

Ein Polizist misshandelt Flüchtlinge. Polizeikollegen wissen davon, aber keiner traut sich etwas zu sagen. Ein Ehrenkodex kann die Ursache sein, aber nicht nur das, erklärt Kriminologie-Professor und Polizeiausbilder Rafael Behr im Gespräch mit dem MiGAZIN.


Von Ananda Rani Bräunig|MiGAZIN

MiGAZIN: Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass ein Polizist seine Macht missbraucht und einen Flüchtling derart demütigt?

Prof. Rafael Behr: Es müssen verschiedene Faktoren zusammen kommen. Zum einen die Situation, in der ein starkes Machtgefälle zwischen Polizei und Klient besteht. Zum anderen der Umstand, dass die Polizei oft an der Grenze zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit arbeitet. Die Polizeiforschung macht immer wieder die Erfahrung, dass in bestimmten Situationen und unter bestimmten Umständen die Diskriminierungs-Wahrscheinlichkeit höher ist als sonst. Zum Beispiel, wenn junge Männer, die in der Organisation nicht allzu weit nach oben gekommen sind, einen einsilbigen Arbeitsalltag haben, zum Beispiel Asylbewerber kontrollieren müssen oder illegal Einreisende kontrollieren. Dann ergibt sich ein Handlungsfeld, in dem es wahrscheinlicher ist, dass einer der Polizisten seine Macht missbrauchen kann. Wenn hinzu kommt, dass es innerhalb der Gruppe einen Ehrenkodex gibt, dass also nichts, was in der Gruppe geschieht, nach außen dringen darf, dann hindert das andere daran, Zivilcourage zu zeigen. Das ist eine gefährliche Mischung. Wenn in der Gruppe eine Atmosphäre der Hörigkeit entsteht, und auch eine starke Dominanz von aggressiver Männlichkeit, dann haben wir ein Problem.

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Pietistische Mission nannte Juden zur NS-Zeit einen “Fluch”

Bild: wikimedia.org

Die evangelikale Liebenzeller Mission hatte laut neuen Forschungsergebnissen während des Nationalsozialismus einen rassistischen Umgang mit Juden, selbst wenn sie zum Christentum übergetreten waren.


evangelisch.de

So heißt es in einer 1934 veröffentlichten Stellungnahme der Missionsleitung, die Juden seien “für die anderen Völker der Erde ein Fluch”. Der evangelische Pfarrer und Dozent Helmuth Egelkraut legte am Dienstag im baden-württembergischen Bad Liebenzell das Ergebnis seiner Recherchen vor, die er im Auftrag der Liebenzeller Mission in den vergangenen zweieinhalb Jahren über die Geschichte des Werks unternommen hatte.

Egelkraut zufolge war die Mission stark einem preußischen und patriotischen Denken verhaftet. Deshalb habe sie die Machtübernahme Hitlers begrüßt. Gleichzeitig heißt es in der Stellungnahme der damaligen Leitung, man habe “Mäckerer” und “kritische Stimmen in unseren Versammlungen” gegen die Hitler-Regierung nicht geduldet.

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Bangladeshi Government Bans Group That Killed Atheist Bloggers, but It’s Not Enough

image: Friendly Atheist

This is the first real sign of justice we’ve seen in Bangladesh following the brutal killings of atheist writers Dr. Avijit Roy, Washiqur Rahman, and Ananta Bijoy Das.


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The government is banning the extremist group allegedly responsible for these killings:

The Home Ministry’s move to outlaw the Ansarullah Bangla Team (ABT) comes almost a week after police asked the government to ban the group, suspecting it of being behind the deaths of three bloggers this year.

Police had also earlier charged ABT members with the 2013 murder of blogger Ahmed Rajib Haider.

“The (junior home minister) today signed a government order, outlawing the militant organisation Ansarullah Bangla Team,” Sharif Mahmud, a ministry spokesman, told AFP.

That may not be enough to protect the lives of other critics of religion. It’s not like Islamic extremists are neatly quarantined in a single group, after all. The ideology is poisonous, pervasive, and spreading.

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Islam-Kritiker spricht vor vollem Haus

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Warum der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad zwischen Moslems und Islam unterscheidet und welche interessanten Thesen er bei seinem Vortrag im Überlinger Augustinum ausführte.


Von Sylvia Floetemeyer|Südkurier

Islamismus habe mit dem Islam sehr wohl etwas zu tun. Das führte der Politologe und Auto r Hamed Abdel-Samad in einem Vortrag aus, den er im Wohnstift Augustinum in Überlingen hielt. „Ich bin dafür, dass man zwischen Islam und Muslimen unterscheidet“, sagte Abdel-Samad im ausverkauften Theatersaal. „Muslime sind Teil Deutschlands und jeder, der sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, verdient Respekt und hat Rechte und Pflichten wie jeder andere.“ Hingegen hatte Abdel-Samad Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisierte, als sie nach den Pariser Anschlägen bekräftigte, der Islam gehöre zu Deutschland. Von solchen Aussagen profitierten nur Islamisten, denn sie sie seien ein Freibrief dafür, dass man weiter „unkritisch mit dem Koran umgehen“ könne. Dieser beinhalte Dinge wie Körperstrafen und mangelnde Frauenrechte, die zum Islam, aber nicht zu Deutschland gehörten. Auch die Todesstrafe für Abtrünnige gehört dazu, was Abdel-Samad selbst erlebt: Nach einem Vortrag in Ägypten, wo Abdel-Samad 1972 als Sohn eines Imams auf die Welt kam, riefen Islam-Gelehrte 2013 zu seiner Ermordung auf. Abdel-Samad hatte Islamismus mit Faschismus verglichen. Anhänger dieser Gelehrten verfolgen Abdel-Samad auch in Deutschland. Derzeit wohnt er im Ausland. Im Augustinum saßen zu seinem Schutz zwei Polizeibeamte in Zivil. Eigentlich hatte Augustinum-Kulturreferentin Olivia Schnepf, die den Auftritt gemeinsam mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee organisierte, auch die Autorin und SPD-Politikerin Lale Akgün eingeladen, die aber aufgrund des Bahnstreiks nicht anreisen konnte.

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Bundespolizei wusste von Übergriffen auf Flüchtlinge

Polizei © Marco_Broscheit @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Scheinbar wusste die Bundespolizeidirektion schon seit Monaten über mögliche Misshandlungen in der Hannoveraner Bahnhofswache. Aber erst nach dem öffentlichen Bekanntwerden wurde eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Der Staatsanwaltschaft sind die Medienberichte dennoch ein Dorn im Auge.


MiGAZIN

Bei der Bundespolizeidirektion Hannover war offenbar schon seit Monaten bekannt, dass sich in der Bahnhofswache verdächtige Vorfälle häuften. Vorgesetzte aus der betroffenen Wache hätten die Direktion gebeten, ein Ermittlungsteam mit der Aufklärung zu beauftragen, berichtet das Magazin Der Spiegel unter Berufung auf Polizeikreise.

Es sei darauf hin jedoch nichts geschehen. Anfang Mai erstatteten zwei Polizisten bei der Staatsanwaltschaft Hannover Anzeige gegen einen Kollegen aus dieser Dienstgruppe. Der Bundespolizist soll zwei Migranten in Polizeigewahrsam misshandelt und einem Kollegen eine Waffe an den Kopf gehalten haben.

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Wie muslimische Karikaturisten den IS bekämpfen

Karikatur von Osama Hajjaj

Muslime hätten keinen Humor, Satire sei ihnen fremd. So ein weit verbreitetes Klischee. Dass das nicht stimmt, zeigen die vielen arabischen Karikaturisten, die sich bissig gegen den sogenannten Islamischen Staat richten. Humor ist ihre ultimative Waffe gegen den Terror


Von Katharina Pfannkuch|Cicero

Terroristen, Kämpfer, Dschihadisten – von Begriffen wie diesen für Mitglieder des sogenannten Islamischen Staates (IS) hält Osama Hajjaj nichts. Für den Jordanier sind die Anhänger der Terrorgruppe, die auf realen und virtuellen Schlachtfeldern für den selbsternannten Kalifen Abu Bakr Al-Baghdadi zu Felde ziehen, nur eins: „Feiglinge“. Ein Wort, aus dem Verachtung spricht. Für die Zerstörungswut des IS, für seine Vereinnahmung islamischer Symbole und für seine Brutalität.

Doch Hajjaj wäre nicht der, der er ist, wenn er dem IS nur mit Worten begegnen würde: Der 41-jährige Karikaturist macht den IS immer wieder zum Thema seiner Zeichnungen. „Ich will diese Leute bloßstellen“, erklärt Hajjaj, „und klar machen, dass der IS nicht den Islam repräsentiert.”

Dafür greift er zu einfachen, aber wirkungsvollen Bildern: Da knien fünf Geiseln mit gebeugtem Haupt vor vermummten, ganz in Schwarz gekleideten IS-Anhängern. Vier von ihnen halten Messer in den Händen, einer verliest einen Text. Es ist das mittlerweile auf zynische Weise klassisch anmutende Szenario der Hinrichtungsvideos, die der IS unermüdlich veröffentlicht. Die Körper der knienden Geiseln jedoch bilden in arabischer Schrift das Wort „Islam“. Nicht nur die Vereinnahmung der Religion wird hier sichtbar, Hajjaj stellt auch die muslimischen Opfer des IS in den Fokus, die in der medialen Öffentlichkeit oft untergehen.

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Vom Linksterroristen zum deutschen Gesicht al-Qaidas

Foto: Thomas Rabsch/laif . Bernhard Falk in der Kölner Abubakr-Moschee. Am Ärmel seines Militärparkas ist ein Aufnäher mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis zu sehen

Früher beging Bernhard Falk linksextreme Anschläge, heute betreut er islamistische Straftäter. Mit Blick auf mögliche Terrorakte in Deutschland sagt der Al-Qaida-Anhänger: “Unschuldige gibt es nicht.”


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Der Islamist isst Käsespätzle mit Beilagensalat und trinkt Wasser dazu. Sein Gegenüber nippt an einem Glas Bier und spießt Currywurst auf seine Gabel, an einem Restauranttisch im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Alkohol und Schweinefleisch: Beides ist für gläubige Muslime “haram”, also verboten. Aber das stört den Islamisten nicht. “Ich weiß ja, wen ich hier treffe”, sagt der Mann mit dem dichten, grauen Bart. Dabei ist die Verbreitung des Glaubens zu seiner Mission geworden, seit er zur Lehre Allahs übergetreten ist.

Der Mann nennt sich Muntasir bi-llah, besser bekannt ist er aber unter seinem Geburtsnamen Bernhard Falk. Am Ärmel seines Militärparkas ist ein Aufnäher, darauf eingestickt die Schahada, das muslimische Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Gesandter. Auch Bernhard Falk begreift sich als Vorkämpfer für die gute Sache. Er hat nur über die Jahre seine Meinung geändert, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Der heute 48-Jährige war früher Mitglied der linksextremen Antiimperialistischen Zellen (AIZ), die mehrere Bombenanschläge in der Bundesrepublik verübten. Falk saß wegen vierfachen Mordversuchs 13 Jahre lang im Gefängnis. Noch bevor er seine Haft antrat, konvertierte er zum Islam.

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Waldrapp in Palmyra: IS-Einmarsch bedroht auch seltene Vogelart

Waldrapp-Jungvogel (Geronticus eremita). Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0

Angesichts der vielen Gräueltaten der Terrormiliz ist es nur eine Randnotiz, für Naturschützer dürfte es dennoch eine traurige Nachricht sein: Die Eroberung der Oasenstadt Palmyra durch den IS könnte auch das Ende der letzten Waldrappe Syriens bedeuten.


SpON

Der “Islamische Staat” (IS) hat vor wenigen Tagen Palmyra besetzt. Meldungen zufolge werden Anhänger von Dikator Assad systematisch aufgespürt und ermordet.

Den Ruinen der antiken Oasenstadt, die zum Weltkulturerbe zählen, droht die Zerstörung.

Ein Bericht der britischen BBC zeigt also bei weitem nicht das drängendste Problem in der besetzten syrischen Stadt auf, es ist jedoch ein weiteres Beispiel für die Zerstörung, die der IS über Syrien bringt.

Die letzten Waldrappe Syriens brüteten nahe Palmyra. Drei Vögel wurden laut dem Bericht in Gefangenschaft gehalten. Nachdem ihre Betreuer wegen der Kämpfe geflohen sind, weiß man nicht, was aus ihnen geworden ist. Wo sich ein bestimmtes Waldrapp-Weibchen aufhält, ist auch unbekannt: Es geht um den einzigen Vogel, der die Reiseroute vom Brutquartier in Syrien zum Winterquartier in Äthiopien zuverlässig kennt und daher enorm wichtig ist, um die Zugvogel-Population zu erhalten.

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Spirituell: Rechte Esoterik

© Bild: Corbis

Rechte und Rechtsextreme hatten immer ein besonderes Naheverhältnis zur Esoterik


Von Daniel Steinlechner|NEWS.at

Heinz-Christian Strache vertraut einer Mystikerin und einem Schamanen, wie News berichtete. Der FPÖ-Chef ist mit seinem Interesse an Esoterik nicht allein. Sie ist weit verbreitet und ein Milliardengeschäft. Allein in Deutschland werden die Umsätze auf mehr als 25 Milliarden Euro geschätzt. Esoterik ist ursprünglich ein griechisches Wort und bedeutet „dem inneren Bereich zugehörig“. Es bezeichnete philosophische Lehren, die nur einem eingeweihten Kreis an Personen zugänglich sind. Heute versteht man Esoterik hingegen als Sammelbegriff für diverse Lehren, die abseits der anerkannten Religionsgemeinschaften stehen und oft auch miteinander verbunden werden. Vom Geisterglaube über Schutzengel-Talismane bis zum Hellsehen oder dem Kartenlesen umfasst es einen breiten Bereich an spirituellen Angeboten. Politisch war die Esoterik bei den Rechten immer besonders stark verankert.

Esoterik bietet einen Halt in einer Welt die raschen Veränderungen ausgesetzt ist. Lösungsmöglichkeiten die bei der Persönlichkeit ansetzen und durch einfach zu befolgende Rituale, Magie oder Kuren Heilung und Glück versprechen. Seit Beginn der modernen Wissenschaft gibt es eine esoterische Gegenwissenschaft. Die Esoterik bietet Antworten auf Fragen die die Wissenschaft stellt und scheinbar nicht beantworten kann. Einfache Antworten auf komplizierte und unsichere Lebenslagen. In diesen befinden sich Politiker besonders häufig. Wenig verwunderlich, dass seit der Antike Politiker aller politischen Fraktionen Halt in der Esoterik fanden. So unterschiedliche Politiker wie Stalin und der ehemalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt sollen beispielsweise die Dienste von Wahrsager in Anspruch genommen haben.

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