Archiv der Kategorie: Radikalismus

Raif Badawi: “Auf wundersame Weise 50 Peitschenhiebe überlebt”

Bild: Center for Inquiry

Bild: Center for Inquiry

  • Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals nach seiner Verhaftung öffentlich geäußert.
  • In einem Brief, der in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel veröffentlicht wird, schreibt Badawi, er habe die ersten 50 Peitschenhiebe “auf wundersame Weise überlebt”.
  • Ein Buch Badawis kommt am 1. April in den Buchhandel. Darin sind auch die Blogeinträge zu lesen, wegen der Badawi veruteilt wurde. Er setzt sich für eine säkulare saudische Gesellschaft ein.


Von Christoph Meyer|Süddeutsche.de

Badawi äußert sich in Brief zur Prügelstrafe

Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals seit seiner Verhaftung im Jahr 2012 zu Wort gemeldet. Dem Magazin Spiegel zufolge konnte er einen Brief aus dem Gefängnis schreiben, der in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift abgedruckt wird.

Darin schreibt der zu 1000 Peitschenhieben verurteilte Blogger, er habe die ersten 50 Hiebe auf “wundersame Weise überlebt”.

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Wilders: “Lasst Jihadisten gehen – aber nicht zurückkehren”

Wilders und Strache / Bild: APA/EPA/HELMUT FOHRINGER

Dem niederländischen Rechtspopulisten ist es lieber, wenn Jihadisten ihre Verbrechen im Ausland begehen. Für FPÖ-Chef Strache sind die “Teufelskrieger” tickende Zeitbomben.


Die Presse

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders diskutieren heute Abend in der Wiener Hofburg das Thema “Europas Bedrohung durch die Islamisierung”. Schon vorab ließ Wilders, der zu den prominentesten und umstrittensten Islamkritikern Europas zählt, mit einem ungewöhnlichen Lösungsvorschlag für das Problem ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak aufhorchen: Er verstehe nicht, warum westliche Regierungen dies Menschen an der Ausreise hinderten.

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“Boko Haram zeigt Scheitern des postkolonialen Staats”

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Islamwissenschafter Lohlker ortet ein massives Versäumnis der nigerianischen Regierung im Kampf gegen die Islamisten


Interview Judith Moser|derStandard.at

Der Feldzug der IS-Terrormiliz im Irak und in Syrien steht medial im Mittelpunkt. Islamistische Strömungen in Afrika sind hingegen meist nur Randthema. derStandard.at sprach anlässlich der Wahlen in Nigeria mit dem Islamwissenschafter Rüdiger Lohlker über die Ursprünge und Rolle der radikalislamischen Organisation Boko Haram.

derStandard.at: Boko Haram erlangte in Europa spätestens mit der Massenentführung von rund 300 Schülerinnen in Chibok im April 2014 traurige Bekanntheit. Zuletzt sollen diese Woche wieder rund 500 Frauen und Mädchen entführt worden sein. Die Gruppierung existiert jedoch schon bedeutend länger. Welche Faktoren haben zur Entstehung Boko Harams beigetragen?

Lohlker: Letztendlich geht Boko Haram auf die Kolonialzeit zurück, die die Bedingungen für die Attraktivität einer solchen Gruppierung geschaffen hat. Die Briten haben gewisse Regionen wie Nordkamerun oder den Nordosten von Nigeria vernachlässigt. In diesen Regionen gibt es nach wie vor großen Nachholbedarf in der Entwicklung, was in Perspektivlosigkeit resultiert. Natürlich kann man sagen, dass bereits in den 1960er-Jahren Radikalisierungstendenzen unter nigerianischen Muslimen festzustellen waren. Ich bin jedoch etwas bescheidener und sage, dass diese Tendenzen in Nigeria erst in den 1980ern durch transnationale Entwicklungen und das Scheitern der nationalen nigerianischen Politik verstärkt worden sind. Ohne massive Fehler der nigerianischen Regierung wäre Boko Haram vielleicht eine Sekte geblieben und nicht zu dem geworden, was es heute ist. Boko Haram ist für mich Ausdruck des Scheiterns des postkolonialen Staates.

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Ukraine: als Kampffeld erwünscht

Der ukrainische Präsident Poroschenko am Mittwoch beim Empfang der ersten Lieferung von Humvees, also noch von so genannten “nichttödlichen” Waffen. Bild: president.gov.ua

Mit satter Mehrheit von Demokraten wie Republikanern hat das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten dazu aufgerufen, an die ukrainische Regierung auch “tödliche Waffen” zu liefern. Die US-amerikanischen Oberkommandierenden der NATO verlangen längst danach; im Terrain der westlichen Nachbarn der Ukraine und Russlands baut das transatlantische Bündnis eine zweite Front auf. Das Minsker Abkommen Nr. 2 wird dabei kaum ernst genommen.


Von Arno Klönne|TELEPOLIS

In der US-amerikanischen politischen Klasse dominiert der Drang, beim “hybriden” Krieg um die Ukraine die militärische Komponente zu stärken und so auch die geopolitische Konfrontation mit Russland zu verschärfen. Mit einem “großen” oder gar atomaren militärischen Konflikt zwischen Moskau und Washington wird offenbar nicht kalkuliert, wohl aber mit einer Fortdauer der Gewalt in der Ukraine und weiteren Sanktionen gegen die russische Ökonomie. Dass so Differenzen zwischen der US-amerikanischen Russlandpolitik und der etlicher EU-Staaten, vor allem auch der Bundesrepublik, sich verfestigen, beunruhigt die Supermacht nicht; einen Dämpfer für europäische Eigenwilligkeiten hat sie offenbar einkalkuliert. Weshalb denken US-Politiker so?

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Tauhid Germany: De Maizère verbietet Dschihadistengruppe

Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Foto: REUTERS

Sie gehören zu einer Islamisten-Gruppe, die schon 2012 verboten worden war. Doch im Internet und mit Flugblättern warben sie weiter für den “Heiligen Krieg” in Syrien und im Irak. Jetzt schreiten die Sicherheitsbehörden erneut ein und verbieten die Vereinigung “Tauhid Germany”.


Frankfurter Rundschau

Die Bundesregierung hat im Kampf gegen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die militant-dschihadistische Vereinigung «Tauhid Germany» verboten. Seit 6.00 Uhr würden bei Razzien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein 26 Objekte durchsucht, insgesamt gehe es um knapp 30 Verdächtige, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag in Berlin. Unter den Verdächtigen seien auch Dschihadisten, die sich in Syrien und im Irak aufgehalten hätten. Bei der Aktion seien knapp 500 Polizisten im Einsatz, darunter Spezialkräfte.

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Islamistisches Magazin “Adımlar” Explosion in Istanbuler Zeitschriftenredaktion

Man unterstellt dem dem CIA oder Mossad die Bombe. FB-Seite des Magazins. Schreenshot: bb

Man unterstellt dem CIA oder Mossad die Bombe. FB-Seite des Magazins. Schreenshot: bb

  • Ein Mensch stirbt und drei werden verletzt als die Redaktionsräume einer Zeitschrift in Istanbul explodieren.
  • Die betroffene Zeitschrift Adımlar steht Medienberichten zufolge islamistischen Kreisen in der Türkei nahe.
  • Die Polizei hält einen Bombenanschlag für möglich.


Süddeutsche.de

Polizei hält Bombenanschlag für möglich

Durch eine Explosion in den Räumen eines türkischen Magazins mit Verbindungen zu einer radikalislamischen Gruppierung ist ein Mensch getötet worden. Drei weitere Menschen seien bei dem Vorfall in der Metropole Istanbul verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Die Ursache der Detonation war demnach unklar. Die Polizei schließe aber ein Gasleck aus und halte einen Bombenanschlag für möglich, hieß es. Der Energieversorger hatte Medienberichten zufolge erklärt, die betroffene Wohnung habe keinen Gasanschluss gehabt.

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Saudi-Arabien: 60 Prozent der geplanten Ehen werden aufgrund “genetischer Inkompatibilität” abgebrochen

King Fahd Road in Riad. Bild: BroiadArrow/CC-BY-3.0

Seit 2004 ist ein vorehelicher Gen- und Gesundheitstest in der fundamentalistischen Monarchie verpflichtend


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Saudi-Arabien hat ein doppeltes Gesicht. Die autoritäre Monarchie mit einer extrem fundamentalistischen, patriarchalischen Religion, die archaische Verhaltensweisen vorschreibt und sanktioniert, rüstet gleichzeitig mit moderner Technik auf. Dass die Benutzung von Hightech aus dem Westen mit dem radikalen Islamismus harmoniert, führt auch der Islamische Staat vor, dessen Ideologie dem wahabitischen Islam Saudi-Arabiens gleicht.

In Saudi-Arabien wurden 2004 verpflichtende Gen- und Gesundheitstests vor der Heirat eingeführt. Jährlich nehmen an dem Programm “Gesunde Heirat” 270.000 bis 300.000 Menschen teil. 2014 trennten sich aufgrund festgestellter “genetischer Inkompatibilitäten” 165.000 heiratswillige Menschen nach Angaben von Medien. 60 Prozent der Teilnehmer trennen sich nach dem Test durchschnittlich von ihrem Heiratspartner, weil angeblich großes Risiko für Erbkrankheiten bei möglichen Kindern besteht.

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Cognitive psychologist explains why Bill Maher is one of our best weapons against ISIS

Bill Maher live at The Orpheum Theatre in Memphis, Tennessee (Matt McClenahan/Flickr)

What makes young people give up their lives and join ISIS? Over the past week, we’ve seen reports of troubling new examples of the Islamic State’s hold on some people, who leave from various parts of Europe and even the United States to become volunteers for the brutal war zone in Syria and Iraq. Repeatedly, these stories express the frustration experts feel trying to understand what motivates recruits, some of whom are well off or have college degrees. Why are they giving up their lives in the West for one of the most dangerous places on Earth?


By Tony Ortega|Raw Story

Hungry for answers, we went looking for someone who could explain the situation and stumbled on the work of Glasgow University cognitive psychologist Gijsbert Stoet. His explanation for how ISIS appealed to some young people cut through the confusion, and we were intrigued that he said we’re not going to stem that tide until we start getting more serious about questioning religious ideas in the public sphere. Wanting more detail, we gave him a call, telling him that we hadn’t seen anyone else give such a concise, convincing explanation of who was joining ISIS and why.

“I noticed that commentators said they just didn’t know what was going on, they were struggling. But I realized there was no psychological analysis of it. And I thought somebody really needs to do that,” he said.

He noticed that news articles cited experts who talked about deteriorating social conditions and young recruits being blinded by an ignorance of what was really happening in the Middle East. In other words, that these young people, with desperate lives back home, were being “lured into” a situation they knew little about. But Stoet noticed, like we did, that the news stories themselves didn’t back this up at all.

“People often say that these kids are ‘vulnerable,’ or ‘naive.’ But if you look at the kind of personality you need to have to make this dramatic step, the kids who go there, they are not unintelligent, and they are often doing well in school. I suspect that they know where they’re going, they know they are taking risks. They are not so naive.”

Stoet said it was obvious to him that ISIS recruits shared three things in common.

– They were devout Muslims.

– They were at an age when they tended to be going through an identity crisis.

– They were “sensation-seekers,” the kind of personality that seeks risky behavior.

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Phil Robertson, ‘Duck Dynasty’ Star, Delivers Speech About Atheist Family Getting Raped And Killed

NATIONAL HARBOR, MD – FEBRUARY 27: Phil Robertson of A&E’s Duck Dynasty (Photo by Kris Connor/Getty Images) | Kris Connor via Getty Images

Phil Robertson of “Duck Dynasty” fame hasn’t gone anywhere, and now he’s delivered a tirade against atheists.
Robertson was the keynote speaker at the Vero Beach Prayer Breakfast in Florida, where hundreds of attendees paid up to $100 a plate to hear him speak.


By Chris Jancelewicz|Huffington Post Canada

The “Duck Dynasty” dad posited a gruesome hypothetical situation in which an atheist family’s home is broken into.

The story is meant to illustrate the importance of following God’s laws, and here is Robertson’s take on it:

“I’ll make a bet with you. Two guys break into an atheist’s home. He has a little atheist wife and two little atheist daughters. Two guys break into his home and tie him up in a chair and gag him. And then they take his two daughters in front of him and rape both of them and then shoot them and they take his wife and then decapitate her head off in front of him. And then they can look at him and say, ‘Isn’t it great that I don’t have to worry about being judged? Isn’t it great that there’s nothing wrong with this? There’s no right or wrong, now is it dude?’

Then you take a sharp knife and take his manhood and hold it in front of him and say, ‘Wouldn’t it be something if this [sic] was something wrong with this? But you’re the one who says there is no God, there’s no right, there’s no wrong, so we’re just having fun. We’re sick in the head, have a nice day.’

If it happened to them, they probably would say, ‘Something about this just ain’t right.'”

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Der Krieg gegen Persien führte zum Sieg des Islam

Der oströmische Kaiser Justinian I. (um 482–565, hier in der Mitte seiner Hofleute und Generäle) konnte noch einmal weite Teile des Imperiums unter seiner Herrschaft vereinen Foto: picture-alliance / Helga Lade Fo

Nach dem Untergang des Römischen Reichs versuchten drei Herrscher, ein ähnlich mächtiges Imperium zu errichten. Der britische Historiker Peter Heather erklärt, warum zwei von ihnen scheiterten.


Von Berthold Seewald|DIE WELT

Der 21. März des Jahres 630 war ein großer Tag für die allerchristlichen Nachfahren der Caesaren. Kaiser Herakleios konnte das Heilige Kreuz, die wichtigste Reliquie der Christenheit, wieder in der Stadt aufstellen, in der Jesus einst den Tod gefunden hatte. Denn Jerusalem war wieder befreit von den Truppen des iranischen Großkönigs Chosrau II., der bis vor die Tore Konstantinopels vorgedrungen war.

Nach beinahe 60 Jahren Krieg hatte Byzanz scheinbar endgültig über den ewigen Feind im Osten, die Sassaniden, triumphiert. Der ganze Orient, vom Kaukasus über den Euphrat bis zum ersten Nilkatarakt, war wieder unter der Herrschaft vereint. (Ost-)Rom schien so mächtig zu sein, wie es zur Zeit des Augustus gewesen war.

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Jeder kann überall angegriffen werden oder selbst zuschlagen

In dem Buch “The Futur of Violence” wird die angeblich neue (Un)Sicherheitslage vorgestellt, die durch bereits vorhandene technische Möglichkeiten am Entstehen ist.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Man erinnert sich an die Panik 2001, als nach den Selbstmordanschlägen mit den zu Waffen verwandelten Passagierflugzeugen Briefe bei Medienvertretern auftauchten, die Anthraxpulver enthielten. Es war der wohl spektakulärste Angriff mit biologischen Waffen. Ziel war es vermutlich gar nicht, möglichst viele Menschen zu töten, sondern vor allem Aufsehen zu erregen. Es starben 5 Menschen. Nicht sicher ist, ob der Täter tatsächlich gefunden wurde. Der Verdächtige hat sich vermutlich selbst getötet.

Aber man muss sich nur vorstellen, was möglich wäre, wenn Angreifer keine Briefe auf dem Postweg verschicken, sondern viele kleine Drohnen verwenden würden, um das Anthrax über große Flächen einer belebten Großstadt zu verteilen. Die Mittel wären einfach verfügbar, schreiben Benjamin Wittes und Gabriela Blum in ihrem gerade erschienen Buch “The Future of Violence: Robots and Germs, Hackers and Drones—Confronting a New Age of Threat”, in dem sie vorstellen, was mit der jetzt oder künftig praktisch allen Menschen verfügbaren Technik angerichtet werden könnte. Es droht eine Welle an Gewalt über die Gesellschaften hereinzubrechen, die auch von einzelnen Menschen ausgehen kann, die sich bislang als Selbstmordattentäter einspannen ließen oder als Amokläufer mit Schusswaffen bis zum eigenen Tod möglichst viele Menschen mit sich reißen wollten. Die neuen Bedrohungen seien nicht nur möglich, sie sind letztlich unvermeidbar.

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Seit 1980 wurden über tausend katholische Missionare getötet

Pappa B16: Wachsam gegenüber den Missbrauch von Religion2014 kamen nachweislich mindestens 26 kirchliche Mitarbeiter gewaltsam um das Leben (nur bestätigte Fälle wurden berücksichtigt): 17 Priester, 1 Ordensmann, 6 Ordensschwestern, 1 Laie.


kath.net

Allein im vergangenen Jahr (2014) kamen 26 kirchliche Mitarbeiter ums Leben: 17 Priester, 1 Ordensmann, 6 Ordensschwestern, 1 Laie. Dabei sind solche Fälle nicht berücksichtigt, die bisher nicht bestätigt wurden. In den Jahren von 2001-2014 wurden 343 Missionare ermordet. Wie aus den Statistiken des Fidesdienstes hervorgeht, wurden in Jahren von 1980-1989 115 Missionare ermordet. In der Zeit von 1990-2000 kamen 604 Missionare gewaltsam ums Leben. Diese Zeitspanne beinhaltet auch die Opfer des Genozids in Ruanda (1994), bei dem 248 kirchliche Mitarbeiter ums Leben kamen.

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Staatsanwaltschaft ermittelt wieder zum Tod eines NSU-Zeugen

Polizeiabsperrung © unwiederbringlichbegangenes @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Ermittlungen zum Tod des NSU-Zeugen Florian H. wurden wiederaufgenommen. Er verbrannte 2013 in einem Auto in Stuttgart. Die Ermittler gingen bisher von Selbstmord aus. Neuere Erkenntnisse ziehen diese These aber immer stärker in Zweifel.


MiGAZIN

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Ermittlungen zum Tod des NSU-Zeugen Florian H. wiederaufgenommen. Wie das baden-württembergische Justizministerium am Montag mitteilte, haben aktuelle Erkenntnisse des NSU-Untersuchungsausschusses dazu geführt, das im April 2014 eingestellte Verfahren wiederaufzunehmen. Mehr Details gab das Ministerium nicht bekannt.

Der 21-jährige Florian H. aus Eppingen bei Heilbronn verbrannte am 16. September 2013 in einem Auto in Stuttgart – genau an dem Tag, als er bei der Polizei über Neonazistrukturen aussagen sollte. Seine Eltern gehen von Mord aus, die Polizei von Selbstmord aus Liebeskummer. Diese offizielle These war umstritten, wurde zuletzt weiter angezweifelt. Ein neuer Zeuge, ein Fahrschullehrer, berichtete dem MiGAZIN von seiner zufälligen Beobachtung am Tatort.

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Verfassungsrichter: Verbot deutscher NPD auf dünnem Eis

justiz_gross

Höchstgericht fordert vor Verbot der Partei bis zum 15. Mai glaubhafte Belege für den Abzug von V-Leuten aus der Partei


derStandard.at

Die Innenminister der deutschen Bundesländer haben bei ihrem Versuch, die rechtsextreme NPD vom Verfassungsgericht in Karlsruhe verbieten zu lassen, einen herben Rückschlag erlitten. Das Gericht machte deutlich, dass es sich derzeit nicht genug darüber informiert fühlt, ob V-Leute tatsächlich aus der Führungsebene der NPD abgezogen worden sind. Bis 15. Mai müssen die Länder entsprechende Beweise vorlegen.

Einen Antrag auf Verbot der NPD hat der Bundesrat am 3. Dezember 2013 in Karlsruhe eingereicht. Die Länder wollen vor Gericht nachweisen, dass die NPD einem rassistischen Weltbild anhängt, anderen Völkern die Menschenwürde und weitere Grundrechte abspricht und die freiheitlich-demokratische Grundordnung überwinden will.

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Deutsches Gericht verbietet muslimische Feier am Karfreitag

Jeder ein Kreuz.

Jeder ein Kreuz.

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat eine muslimische Beschneidungsfeier am Karfreitag in Köln untersagt. Es bestätigte damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Köln und eine Verfügung der Stadt Köln. Die in Köln geplante Feier mit mindestens 400 Gästen in einer Gaststätte sehe neben Koranlesungen Musik, Tanz und ein Festessen vor und habe damit auch unterhaltenden Charakter, heißt es im am Dienstag in Münster veröffentlichten OVG-Beschluss. Deshalb sei die Feier nach dem Landesfeiertagsgesetz nicht zulässig. Dieses schütze den christlichen Karfreitag als stillen Feiertag und Tag der Trauer. Ähnliche Gesetze gelten in zahlreichen anderen deutschen Bundesländern.


kathweb

Wie schon das Verwaltungsgericht, so verneinte auch das Oberverwaltungsgericht die Frage, ob sich in dem Fall ein Konflikt mit der Freiheit der Religionsausübung ergebe. Die Richter wiesen darauf hin, dass Beschneidungsfeiern im islamischen Kulturkreis nicht an einen Kalendertag gebunden seien und deshalb nicht gerade am Karfreitag stattfinden müssten. Überdies erfolge die eigentliche Beschneidung oft vor dem Fest. Die Vermietung der Gaststätte erfolge aus gewerblichen und nicht aus religiösen Gründen. Der Beschluss des 4. Senats des OVG ist nach den Angaben unanfechtbar.

Der “Vater des Todesengels”: Ein Schiiten-Rambo gegen den IS

Bild. Abu Azrael/Facebook

Bild. Abu Azrael/Facebook

Ein irakischer Schiit und Elitesoldat macht im Krieg gegen den “Islamischen Staat” im Nordirak derzeit große mediale Karriere. “Abu Azrael”, wie man ihn nennt, symbolisiert aber auch die wachsende Macht des Iran.


Von Wolfgang Greber|Die Presse

“Sag: Der Engel des Todes, der über euch eingesetzt ist, wird euch (wenn eure Frist abgelaufen ist) abberufen. Hierauf werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht werden.”

(Koran Sure 32, Vers 11)

Er ist mittelgroß, sehr muskulös und breitschultrig. Sein Kopf ist glattrasiert, das Gesicht mit den dunkelgrünen, tiefliegenden Augen unter buschigen Augenbrauen markant eckig und von einem dichten, ja wuscheligen schwarzen Bart umrahmt.

Man sieht ihn mit Militärgewand und Stiefeln. In Wüstengegenden, zerschossenen Gassen, auf Panzern, in Geländewagen. Umgürtet mit Patronentaschen, mit Sturmgewehren amerikanischen Typs, russischen RPG-Panzerfäusten, arabischen Krummsäbeln, mit Messern, gegen das jenes von Crocodile Dundee mittelgroß wirkt. Einmal sogar mit einer enorm großen Schusswaffe, die auffällig dem schweren, panzerbrechenden Scharfschützengewehr “HS. 50″ der österreichischen Firma Steyr Mannlicher ähnelt. (Am Ende dieser Geschichte finden Sie eine Diashow.)

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Utah führt Hinrichtung durch Erschießen wieder ein

Auf diesem Stuhl wurde im Jahr 2010 vorerst zum letzten Mal in Utah ein zum Tode Verurteilter durch Erschießen hingerichtet. Die Einschußlöcher sind an der Rückwand noch zu erkennen

In Amerika gehen die Medikamente für Giftspritzen aus. Der US-Bundesstaat Utah führt deshalb wieder die Hinrichtung durch Erschießen ein. Gegner halten die Methode für grausam und unmenschlich.


stern.de

Der US-Bundesstaat Utah führt offiziell das Erschießen als Hinrichtungsmethode wieder ein. Gouverneur Gary Herbert unterzeichnete am Montag ein entsprechendes Gesetz, dem der Senat des Bundesstaats zuvor zugestimmt hatte. Die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando ist aber nur dann möglich, wenn die nötigen Medikamente für eine Giftinjektion nicht beschafft werden können. Zuletzt hatte es in mehreren Bundesstaaten Engpässe bei den dafür nötigen Mitteln gegeben.

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Lüneburg: Sie wollte Christin werden: Jeside tötet seine Frau und ihre Freundin

Polizisten am Eingang der Wohnung, in der ein Jeside seine Ehefrau und deren Freundin ermordete dpa

In Lüneburg hat ein Jeside seine Ehefrau und deren Freundin mit einem Küchenmesser erstochen. Hinter der Tat steckt ein religiöser Hintergrund. Offenbar wollte seine Frau zum Christentum übertreten. Ermittler gehen davon aus, dass der Täter die Freundin extra einlud, um sie zu töten: Er sah in ihr die Drahtzieherin für den Wunsch der Frau zu konvertieren.


FOCUS ONLINE

Seine Frau wollte ihn verlassen und zum christlichen Glauben übertreten: Deswegen soll ein Jeside in Lüneburg die 32-Jährige und ihre Freundin erstochen haben. Zu diesem Ergebnis kam die Staatsanwaltschaft Lüneburg bei ihren Ermittlungen, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte.

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Dodo Bonelli: Natürlich kann auch ein religiöser Mensch psychische Probleme haben

Raphael_M_Bonelli

Sie fragen, Psychiater Raphael Bonelli beantwortet auf kath.net Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Religion – Sie schreiben, der Psychiater antwortet. Heute Frage 2 über religiöse Menschen und psychische Probleme


kath.net

Sie suchen Antworten auf Lebensfragen. Seit vielen Jahren berät Psychiater Prof. Dr. Raphael Bonelli Menschen in Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Religion. Ab sofort können Sie ihm eine Frage via Email stellen. In regelmäßigen Abständen wird der Wiener Mediziner vielleicht auch Ihre Frage beantworten. Die Fragen werden diskret behandelt und anonymisiert auf http://www.kath.net veröffentlicht. Schreiben Sie noch heute in möglichst kurzer Form Ihre Frage an bonelli@kath.net Schon morgen könnten Sie darauf eine Antwort bekommen.

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Why Should Atheists Have to Show Respect For Religion?

batman_atheistA commitment to ecumenicalism all too often leads to intolerance and hostility toward atheists.


By Greta Christina|Alternet

“Can’t we all just get along?”

Among progressive and moderate religious believers, ecumenicalism is a big deal. For many of these believers, being respectful of religious beliefs that are different from theirs is a central guiding principle. In this view, different religions are seen as a beautifully varied tapestry of faith: each strand with its own truths, each with its own unique perspective on God and its own unique way of worshipping him. Her. It. Them. Whatever. Respecting other people’s religious beliefs is a cornerstone of this worldview… to the point where criticizing or even questioning anyone else’s religious belief is seen as rude and offensive at best, bigoted and intolerant at worst.

And this ecumenical approach to religion drives many atheists up a tree.

Including me.

Why?

Don’t atheists want a world where everyone’s right to their own religious views — including no religious views — is universally acknowledged? Don’t we want a world with no religious wars or hatreds? Don’t we want a world where a diversity of perspectives on religion is accepted and even embraced? Why would atheists have any objections at all to the principles of religious ecumenicalism?

Oh, let’s see. Where shall I begin?

Well, for starters: It’s bullshit.

Progressive and moderate religious believers absolutely have objections to religious beliefs that are different from theirs. Serious, passionate objections. They object to the Religious Right; they object to Al Qaeda. They object to right-wing fundamentalists preaching homophobic hatred, to Muslim extremists executing women for adultery, to the Catholic Church trying to stop condom distribution in AIDS-riddled Africa, to religious extremists all over the Middle East trying to bomb each other back to the Stone Age. Etc., etc., etc. Even when they share the same nominal faith as these believers, they are clearly appalled at the connection: they fervently reject being seen as having anything in common with them, and often go to great lengths to distance themselves from them.

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