Ditib: Bei den Ermittlungen wegen Spionage läuft erheblich viel schief

Dezember 2016: Die regierende AKP überreicht ihre vorgeschlagenen Verfassungsänderungen dem Parlamentssprecher İsmail Kahraman (AKP). Foto: Yildiz Yazicioglu / gemeinfrei
Seltsame Schlampereien, Wahlhilfe und die Aussicht auf ein „Nein“ bei der Volksabstimmung über das Präsidialsystem

Von Jeder Dangeleit | TELEPOLIS

Ab Montag können die türkischen Staatsbürger in Deutschland für oder gegen das Referendum abstimmen. Für ein „evet“ (dt.:ja) machen die UETD und der islamische Dachverband mobil. Indessen reißt die Kette der eigenartigen Nachrichten über den islamischen Dachverband Ditib und die Spionageaffäre nicht ab (vgl. Ditib-Spitzelaffäre: Wie viel Spielraum gibt die Bundesregierung?).

Nun stellt sich heraus, dass die Bundesanwaltschaft wertvolle Informationen gelöscht hat, die zur Aufklärung der Spionagevorwürfe wichtig gewesen wären. Volker Beck, Bundestagsabgeordneter der Grünen, informierte am 18. Februar per Mail und Fax den Generalbundesanwalt, dass sich gerade der Diyanet-Abteilungsleiter für Auslandsbeziehungen, Halife Keskin, in Köln aufhalte.

Diyanet ist die türkische Religionsbehörde, die den Imamen von Ditib den Auftrag gegeben haben soll, in deutschen Moscheen zu spitzeln. Am 5. September 2016 verschickte die Religionsbehörde eine Verordnung, in der angewiesen wurde: dass „Bedienstete der Diyanet im Ausland dazu verpflichtet sind, über Aktivitäten von Gruppen wie der Gülen-Bewegung, der PKK und dem ‚Islamischen Staat‘, die als terroristisch bewertet werden, zu berichten“.

Knapp 50 Berichte sollen so über Diyanet an den Untersuchungsausschuss des türkischen Parlaments, der sich mit dem Putsch befasst, weitergeleitet worden sein. Aus insgesamt 38 Ländern wurden Spitzelberichte nach Ankara gesandt. Mittlerweile wurden Ermittlungen wegen Spionageverdacht eingeleitet. Der hochrangige Diyanet-Vertreter Keskin hätte zu den Vorwürfen befragt werden können, wenn die Ermittlungsbehörden rechtzeitig gehandelt hätten.

Doch die Hinweise wurden nicht weitergeleitet, Keskin konnte unbehelligt wieder ausreisen, weil die Mails von Volker Beck „am Morgen des Montags, des 20. Februar 2017, um 7.04 Uhr vom Mailkonto der Poststelle der Generalbundesanwaltschaft gelöscht wurden, bevor das zuständige Ermittlungsreferat Kenntnis davon nehmen konnte“.

Ebenso konnte der Eingang des Fax „trotz intensiver Recherchen beim Generalbundesanwalt nicht festgestellt werden“, berichtete der parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Christian Lange auf Anfrage von Beck.

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Deutsche und türkische Dienste arbeiten zusammen

Trotz politischer Differenzen: Deutsche und türkische Geheimdienste arbeiten nach wie vor zusammen. Foto: Henning Kaiser (dpa)
Die Geheimdienste Deutschlands und der Türkei arbeiten trotz diverser Nazi-Vergleiche nach wie vor zusammen. Die Türkei ist laut Maaßen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die PKK.

Frankfurter Rundschau

Trotz der jüngsten Nazi-Vergleiche und Anfeindungen der türkischen Regierung in Richtung Deutschland arbeiten die Geheimdienste beider Staaten im Anti-Terror-Kampf noch eng zusammen. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, sagte der „Welt am Sonntag“:“Die Dienste dort sind wichtige Partner mit Blick auf Syrien und den Irak sowie Reisebewegungen europäischer Islamisten in diese Region und zurück.“

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Britisches Parlament bezweifelt Putsch-Vorwürfe gegen Gülen

Der Auswärtige Ausschuss des britischen Parlaments bezweifelt die Putsch-Vorwürfe der türkischen Regierung gegen die Bewegung des im US-Exil lebenden türkischen Predigers Fethullah Gülen. Das geht aus einem Bericht hervor, der am Samstag veröffentlicht wurde.

derStandard.at

Die Darstellung der Gülen-Anhänger als alleinige Urheber des Putschversuchs im Juli 2016 durch die türkische Regierung sei „nicht durch öffentlich zugängliche Nachweise belegt“, heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig könne aber auch das Gegenteil nicht bewiesen werden.

Darstellung Ankara akzeptiert

Die Hinweise auf eine Putsch-Beteiligung von Gülen-Anhängern beruhten meist auf Einzelberichten oder anscheinenden Beweisen, die oft auf Geständnisse oder Informanten zurückgingen.

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Luftangriffe der Anti-IS-Koalition fordern Dutzende Todesopfer in Mossul

Aufräumarbeiten in Mossul: Bewohner bergen Tote aus den Trümmern. (Foto: dpa)
  • Luftangriffe der US-geführten Koalition im Irak haben zahlreiche Todesopfer zur Folge.
  • Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten in Mossul, eine der letzten Hochburgen des „Islamischen Staats“.
  • Die irakischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben die Rückeroberung der Stadt wegen der hohen Zahl ziviler Opfer unterbrochen.

Süddeutsche.de

Bei Luftangriffen auf den Westen der irakischen Stadt Mossul sind in den vergangenen Tagen laut Behördenvertretern Dutzende Zivilisten getötet worden.Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben bislang nicht überprüft werden. Zahlreiche Opfer lägen unter Trümmern begraben, sagte der Vorsitzende des Provinzrates von Ninive, Baschkar al-Kiki, ohne genaue Zahlen zu nennen.

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Kriegsverbrecher im Visier deutscher Fahnder: Puzzle des Grauens

Straße in der vom Krieg zerstörten Stadt Aleppo in Syrien © Hassan Ammar/AP/DPA
In Syrien und den vom IS besetzten Gebieten wird weitgehend ungesühnt gemordet, gefoltert und vergewaltigt. Aber eines Tages sollen sich die Täter verantworten müssen – auch mithilfe der deutschen Justiz.

stern.de

Aria L. soll für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er im syrischen Bürgerkrieg vor den abgeschlagenen und aufgespießten Köpfen von Soldaten für Fotos posierte. Abdelkarim E. ist zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er mit anderen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Norden Syriens den Leichnam eines Soldaten verstümmelte und dabei alles mit dem Handy filmte.

Beide Urteile aus dem Jahr 2016 sind noch nicht rechtskräftig. Aber besonders macht sie schon jetzt, dass sie in Frankfurt gesprochen wurden und die Männer für ihre Taten in Deutschland büßen sollen. Sie sind die ersten beiden Kriegsverbrecher aus der Konfliktregion im Nahen Osten, denen in der Bundesrepublik der Prozess gemacht wurde.

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Vereinte Nationen werfen Israel Siedlungsbau vor

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Israel hat keine Schritte unternommen, den Siedlungsbau in Palästinensergebieten zu stoppen, kritisiert der Sondergesandte der Vereinten Nationen. Es missachtet damit eine Resolution des Sicherheitsrates.

Frankfurter Allgemeine

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow, hat Israel vorgeworfen, die Forderung des Sicherheitsrats nach einem Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten zu ignorieren. Seit Verabschiedung der Resolution vor drei Monaten habe die israelische Regierung „keine Schritte“ unternommen, um der Forderung nachzukommen, sagte Mladenow am Freitag in einem ersten Bericht an den Sicherheitsrat seit dem Votum.

Als besorgniserregend bezeichnete der Gesandte die jüngsten Pläne Israels, die „illegalen“ Siedlungsaktivitäten deutlich auszubauen. Gleichzeitig kritisierte er aber auch die palästinensische Gewalt gegen Israel.

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Brisante Studie: Amerikas Arbeiterklasse kollabiert

© AP Die Lebenserwartung weißer amerikanische Arbeiter geht zurück.
Die Lebenserwartung der Weißen in den Vereinigten Staaten, die höchstens einen Schulabschluss haben, ist dramatisch gesunken. Das Phänomen hat einen Namen: „Tod aus Hoffnungslosigkeit.“

Von Winand von Petersdorff | Frankfurter Allgemeine

Die Lebenserwartung der Weißen in den Vereinigten Staaten, die höchstens einen Schulabschluss haben, ist dramatisch gesunken. Das geht aus einer jetzt aktualisierten Studie des Forscherehepaars Anne Case und Angus Deaton hervor.

Die Weißen sterben demzufolge überproportional häufig an Ursachen, die Experten unter der Rubrik „Tod aus Hoffnungslosigkeit“ zusammenfassen. Zu dieser Kategorie gehören Selbstmord, Drogentod nach Überdosis oder an Krankheiten, die Alkoholmissbrauch folgen. Case und Deaton zufolge sinkt die Lebenserwartung der Gruppe seit dem Jahr 1999. Das ist eine dramatische Entwicklung angesichts der Tatsache, dass in nahezu allen Industrieländern über fast alle Bevölkerungsgruppen hinweg die Lebenserwartung stetig steigt.

„Leute bringen sich um, entweder langsam mit Alkohol und Drogen oder schnell mit einem Gewehr“, sagte die Princeton-Ökonomin Case in einem Radiointerview. Für die Altersgruppe zwischen 50 und 55 Jahren haben sich die Selbstmordraten seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

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Elf Personen entblößen sich vor ehemaligem KZ Auschwitz

Archivbild: Die historische Aufschrift im KZ Auschwitz – APA / dpa / Ulrich Haessler
Elf Frauen und Männer schlachteten am Eingang zzum ehemaligen KZ ein Schaf, entblößten sich, ketteten sich aneinander und filmten die Aktion mit einer Drohne. Sie alle wurden festgenommen.

Die Presse.com

Am Eingang zum früheren Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz haben sich am Freitag elf Frauen und Männer entblößt und aneinandergekettet, nachdem sie ein Schaf geschlachtet hatten. Wie das Museum des Lagers mitteilte, wurden alle Teilnehmer der Aktion festgenommen, unter ihnen auch ein Deutscher.

Laut einem örtlichen Fernsehsender filmten die Teilnehmer ihr Vorgehen mit Hilfe einer Drohne. Vertreter der Gedenkstätte und der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert.

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Saudischer Blogger Badawi: Nach Peitschenhieben nun 250.000 Euro Geldstrafe

Ensaf Haidar wurde wegen ihres Einsatzes für ihren Mann Raif Badawi schon mit mehreren Menschenrechtspreisen ausgezeichnet © DPA
Seit fast fünf Jahren sitzt der saudische Blogger Raif Badawi inzwischen in Haft. Nun ist klar, dass er auch die Geldstrafe aus seinem Urteil zahlen muss: rund 250.000 Euro. Wie es Badawi geht und welche Folgen die Strafe hat, sagt seine Frau Ensaf Haidar im stern-Interview.

stern.de

Montagmorgen begann mit einem Schock für Ensaf Haidar, Frau des in Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers Raif Badawi. Sie erfuhr, dass ihr Mann tatsächlich die Strafe von einer Million Saudi-Riyal bezahlen muss – umgerechnet fast 250.000 Euro. Die Geldstrafe war Teil seiner Verurteilung, wurde bislang aber noch nicht vollzogen. Nun hat Saudi-Arabien diesen Teil des Urteils gegen Badawi bestätigt, schreibt Haidar in einer Mail an den stern. „Raif war sehr aufgewühlt von dieser Nachricht und hat sich geweigert, das Papier zu unterschreiben, mit dem ihm diese Entscheidung mitgeteilt wurde.“ Dem stern beantwortet Ensaf Haidar per Mail Fragen zur Situation ihres Mannes.

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The US Is Bombing Syria So Much That Watchdogs Can’t Keep Up

Image: MOTHERBOARD
The sheer number of US Coalition airstrikes is diverting civilian casualty counters away from investigating Russian bombings.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

Allegations of civilian casualties as a result of United States coalition airstrikes in Iraq and Syria have swelled so much since January that airstrike watchdog Airwars can’t keep track. Unable to keep up with the number of bombings by both Russia and the United States coalition, the organization announced today that it no longer has the resources to carry out its typical investigations of Russian airstrikes, and is devoting its resources to the US-led coalition bombing campaign only.

Airwars, a civilian casualty monitor established by journalists in 2014, is now concentrating all of its detailed investigatory work, relied upon by NGOs, peace campaigners, and the media, on „an unprecedented number“ of alleged Coalition civilian casualty events.

For a small team, operating on an annual budget of less than $200,000, there just aren’t enough resources to continue the detailed assessment of alleged Russian actions in Syria, project leader Chris Woods told Motherboard over the phone today.

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Ehemaliger Innenminister verhinderte Durchsuchung beim Verfassungsschutz

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein auf dem Weg in Zeugenstand. Foto: Boris Roessler (dpa)
Der damalige hessische Innenminister Rhein stoppte im November 2011 eine unangekündigte Ermittlung zum NSU beim Verfassungsschutz Hessen. Im NSU-Ausschuss in Wiesbaden verteidigt er jetzt sein Vorgehen.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Der frühere hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) hat im November 2011 eine unangemeldete Durchsuchung des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) durch Mitarbeiter des Generalbundesanwalts (GBA) verhindert. Das hat Rhein am Freitag als Zeuge des hessischen NSU-Untersuchungsausschusses berichtet – und seine Haltung verteidigt.

Es sei „eine Frage der Höflichkeit und des mitteleuropäischen Umgangs“ unter Behörden, dass der Wunsch nach Akteneinsicht vorher angekündigt werde, sagte er in Wiesbaden. Anderenfalls müsse ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss vorliegen, was nicht der Fall gewesen sei. „Ich habe Wert darauf gelegt, dass das LfV nicht behandelt wird wie ein Beschuldigter in einem Strafverfahren“, sagte Rhein. Er beteuerte aber: „Es gibt keine Geheimnisse, schon gar nicht für den GBA.“

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Panzer-Deal mit Erdogan bringt Bundesregierung in Bedrängnis

Türkische Panzer bei einer Militärparade Quelle: picture alliance / AA
Die Türkei will ihre Panzerflotte mit Technologien von Rheinmetall besser schützen. Der Auftrag wäre einer der größten Umsatzbringer des Düsseldorfer Konzerns. Jetzt muss Berlin entscheiden, ob der Deal zustande kommt.

Von Gerhard Hegmann | DIE WELT

Die Türkei manövriert Deutschland in eine Schlüsselentscheidung über den Schutz der Soldaten Erdogans. Weil die türkische Armee zehn Leopard-Panzer im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) verloren hat, möchte sie jetzt „eine Teilmenge“ ihrer Leopard-Flotte mit einem besonderen, von Rheinmetall entwickelten Aktiv-Schutz ausrüsten.

Dabei werden anfliegende Panzerfäuste oder andere Lenkwaffen durch einen Gegentreffer abgewehrt. Diesem Geschäft müsste aber der Bund zustimmen. „Der Schutz von Soldaten ist doch nicht verwerflich“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger bei der Bilanzvorlage.

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Nach Identitären-Aktion: Türkei wirft Wien „Sicherheitslücke“ vor

foto: apa/hochmuth Die türkische Botschaft in Wien wurde Ziel einer rechtsextremen Aktion – und macht heimischen Behörden nun Vorwürfe.
Rechtsextreme entrollten Plakat auf Fassade der türkischen Botschaft, Militärpolizei bemerkte Vorgang zu spät

Von Fabian Schmid | derStandard.at

Eine Aktion der rechtsextremen Identitären Bewegung bei der türkischen Botschaft in Wien sorgt nun für weitere diplomatische Verstimmung zwischen Österreich und der Türkei. Den Extremisten war es am Mittwoch gelungen, auf das Dach der Botschaft zu gelangen und an der Fassade ein Plakat mit der Aufschrift „Erdoğan – Hol deine Türken ham“ zu entrollen. Während dieser Aktion stand die Botschaft unter dem Objektschutz der Militärpolizei, die der Wiener Polizei bei der Bewachung von gefährdeten Einrichtungen assistiert.

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Reichsbürger von Kärnten nach Slowenien abgeschoben

Gegen den 57-jährigen Deutschen besteht ein Aufenthaltsverbot in Österreich. Laut Polizei ist er Mitglied einer „staatsfeindlichen Organisation“.

Die Presse.com

Ein 57-jähriger deutscher Staatsverweigerer ist in der Nacht auf Donnerstag von der Kärntner Polizei nach Slowenien abgeschoben worden. Der Mann war bei einer Verkehrskontrolle in Villach überprüft worden – dabei wurde festgestellt, dass gegen ihn ein Aufenthaltsverbot und ein Festnahme-Auftrag des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl besteht, teilte die Polizei mit.

Grund für das Aufenthaltsverbot ist die Mitgliedschaft des Mannes in einer „staatsfeindlichen Organisation“, heißt es von der Polizei. Wie es in solchen Fällen üblich ist, wurde der Mann ins nächstgelegene EU-Ausland abgeschoben, im aktuellen Fall über den Wurzenpass nach Slowenien. Der 57-Jährige leistete gegen die Abschiebung keinen Widerstand. Will er nach Deutschland, so darf er wegen des bestehenden, unbefristeten Aufenthaltsverbotes das österreichische Staatsgebiet auf seinem Weg nicht mehr betreten. Dem Vernehmen nach soll der Mann Amtsträger in Kärnten schriftlich bedroht haben.

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Hessen: Innenminister verbietet Almadinah Islamischen Kulturverein

Hessens Innenminister Peter Beuth. Foto: imago
Das hessische Innenministerium hat den Almadinah Islamischen Kulturverein verboten. Damit darf erstmals im Land ein salafistisch ausgerichteter Verein nicht mehr tätig werden.

Frankfurter Rundschau

Nach Hinweisen auf Hasspredigten in der Kasseler Medina Moschee hat das hessische Innenministerium erstmals einen salafistischen Verein verboten. Der Almadinah Islamische Kulturverein verstoße gegen die Völkerverständigung und gefährde die verfassungsmäßige Ordnung, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. «Mit dem Vereinsverbot entziehen wir der dschihadistisch-salafistischen Szene in Kassel einen zentralen Radikalisierungsraum.»

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Saudischem Blogger Badawi droht Haftverlängerung

Beleidigung des Islam“: 1000 Stockhiebe und zehn Jahre Haft für Blogger Raif Badawi Bild: AP, Change.org
Dem saudi- arabischen Blogger Raif Badawi droht eine Verlängerung seiner Haft, wenn er seine Geldstrafe von einer Million Saudischer Riyal – umgerechnet inzwischen knapp 250.000 Euro – nicht zahlen kann, berichtete das deutsche Magazin „Die Zeit“ am Mittwoch in einer Vorabmeldung. „Ein Gefängnismitarbeiter sagte ihm, dass sein Arrest ausgeweitet werden könnte, sollte er den Betrag nicht aufbringen können“, erzählt eine Vertraute der Familie.

Kronen Zeitung

Badawi sitzt seit knapp fünf Jahren in Haft. Ein Gericht in Saudi- Arabien hatte ihn wegen „Beleidigung des Islam“ unter anderem zu zehn Jahren Gefängnis, 1000 Peitschenhieben und der Geldstrafe verurteilt. Als er im Jänner 2015 die ersten 50 Schläge bekam, filmte jemand die Folter heimlich mit. So erfuhren Menschen überall auf der Welt von seinem Schicksal. Nach internationalen Protesten wurde die Prügelstrafe ausgesetzt, offiziell wegen Badawis schlechter Gesundheit.

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Brandenburg: Rechtsextreme Kriminalität weiter gestiegen

Brandenburg © MiG
Drei von vier politisch motivierten Straftaten gehen in Brandenburg auf das Konto von Rechtsextremisten. Landesinnenminister Schröter spricht von Radikalisierung an den Rändern der Gesellschaft.

MiGAZIN

In Brandenburg ist die Zahl politisch motivierter Straftaten im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent gestiegen. Unter den insgesamt 2.163 erfassten Fällen waren 1.664 Straftaten mit rechtsextremem und rassistischem Hintergrund sowie 244 Straftaten aus der linken Szene, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch in Potsdam. Das Flüchtlingsthema habe dabei „wie ein Katalysator in der rechten Szene“ gewirkt.

Die Entwicklung sei Anlass zu „großer Besorgnis“, sagte Schröter. Es zeichne sich eine „gewisse Radikalisierung an den Rändern der Gesellschaft“ ab. 2015 wurden von der Polizei insgesamt 1.972 Fälle politischer Kriminalität erfasst, darunter 1.581 rechts motivierte und 223 links motivierte Delikte.

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Neonazis als Kinderschänder

Vor der eigenen Tür kehren: Auf Wahlplakaten hat die NPD – wie hier in Görlitz – die Höchststrafe für Kinderschänder gefordert. Foto: dpa
Die Polizei führt in Hessen 37 Rechtsextremisten als Beschuldigte wegen Kindesmissbrauchs. Im Fall einer versuchten Kindesentführung gibt es keinen Bezug zu der rechten Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Neonazis fordern häufig „Todesstrafe für Kinderschänder“, die rechtsextreme NPD hat dies sogar in Landtagen beantragt. Tatsächlich gibt es aber eine nicht unbeträchtliche Zahl von Rechtsextremen, die selbst von der Polizei als „Kinderschänder“ erfasst sind. Das geht jetzt aus Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) auf eine Anfrage der Linken im Landtag hervor.

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Yücels Haftbedingungen beschäftigen die Bundesregierung

Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der „Welt“, ist seit mehr als drei Wochen inhaftiert Quelle: picture alliance / ZB
Deniz Yücel wird im türkischen Gefängnis schlechter behandelt als andere Journalisten. Er sitzt seit 25 Tagen in einer Einzelzelle. Der „Welt“-Korrespondent scheint einen Sonderfall darzustellen.

DIE WELT

„Durch das Fenster sehe ich nur eine sechs Meter hohe Mauer. Den Himmel sehe ich nur durch den Stacheldraht auf der Mauer“ – so diktierte es Deniz Yücel vor etwas mehr als zwei Wochen der türkischen Parlamentsabgeordneten Safak Pavey, als sie ihn in der Haft besuchte.

Und er ließ seine Freunde und Unterstützer wissen: „Hier im Gefängnis Silivri bin ich in einer Einzelzelle untergebracht. Das ist sehr verstörend. Ich werde gut behandelt. Aber das Alleinsein ist schon fast eine Art Folter.“ Es war Yücels sechster Tag in der Untersuchungshaft. An diesem Mittwoch dauert dieser quälende Zustand schon 24 Tage an. Je länger die Einsamkeit anhält, desto leidvoller wird sie. Und es scheint, als könne oder wolle niemand erklären, warum es so ist und wie lange es so bleiben wird.

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Londoner Polizei geht von Einzeltäter aus

Bei dem Anschlag wurden insgesamt fünf Menschen getötet, darunter auch der Täter, und mindestens 40 verletzt. (Foto: Jack Taylor)
  • Scotland Yard erklärt, dass sie die Identität des Angreifers kenne.
  • Er soll allein gehandelt haben.
  • Bei den Opfern des Anschlags handelt es sich um den Polizisten, einen 48-jährigen Familienvater, sowie drei Passanten.

Süddeutsche.de

Nach dem Anschlag mit mindestens fünf Toten und etwa 40 Verletzten am britischen Parlament in London laufen die Ermittlungen zum Motiv des Attentäters auf Hochtouren. Der Täter hatte zunächst Menschen auf der Westminster-Brücke nahe dem Parlament mit einem Auto umgefahren. Anschließend verletzte er einen Polizisten mit einem Messer tödlich, bevor er selbst erschossen wurde.

Scotland Yard erklärte, dass die Identität des Attentäters geklärt sei. „Wir gehen davon aus, dass er vom internationalen Terrorismus inspiriert wurde“, sagte ein Polizeisprecher am späten Mittwochabend.

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