Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert

Bild: tagesschau.de
Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert. Die Begründung: Armutsbekämpfung. Bis heute warten sie auf Entschädigung.

Von Matthias Ebert | tagesschau.de

Die Krankenschwestern kamen in Begleitung von Polizisten und schlugen die Tür von Rute Zuñigas Lehmhütte auf. Kurz darauf saß die Quechua-Frau aus einem Andental bei Cusco im örtlichen Gesundheitszentrum. Im Behandlungszimmer erklärten ihr die Ärzte, dass Zuñiga jetzt zwangssterilisiert werde – während ringsherum miserable hygienische Bedingungen herrschten.

Hände und Beine festgebunden

Als sich die damals 28-Jährige wehrte, band man ihr Hände und Beine fest, bevor die Operation losging. Weil die Betäubung offenbar nicht stark genug war, spürte Zuñiga, wie am Ende ihre Wunde zusammengenäht wurde.

All das passierte am 10. Februar 1999 – ein Datum, welches Zuñiga nie mehr vergessen wird. Die Bäuerin hatte bereits vier Kinder und ihr Mann gibt ehrlich zu, dass er heute froh ist, dass die arme Familie durch den Zwangseingriff nicht noch kinderreicher wurde. Doch für Zuñiga ist das Leben seitdem nicht mehr dasselbe.

weiterlesen

Debatte um „Geisterwähler“: Türkei streicht 90.000 Namen aus Wählerlisten

In der Türkei wird bald gewählt. – REUTERS
Die Opposition behauptete vor den Kommunalwahlen, es gebe Tausende „Geisterwähler“. Nun hat die Wahlbehörde mehr als 90.000 Namen aus den Listen gestrichen.

Die Presse

Nach heftigen Debatten über sogenannte Geisterwähler hat die türkische Wahlbehörde mehr als 90.000 Namen aus den Listen gestrichen, mit denen sich Bürger für die Kommunalwahlen im März registrieren lassen konnten. Auf den Listen seien bisher 91.093 Wähler gefunden worden, die nicht am angegebenen Wohnort gemeldet waren, sagte der Chef der Behörde, Sadi Güven, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag in der Hauptstadt Ankara.

weiterlesen

Spahn will Therapien gegen Homosexualität verbieten

Jens Spahn (rechts) mit seinem Partner Daniel Funke. – APA/AFP/DPA/GREGOR FISCHER
Jens Spahn will sogenannte Kornversionstherapien verbieten. Der Politiker geht mit seiner Homosexualität offen um: „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Die Presse

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der „tageszeitung“ aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Justizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der „taz“. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

weiterlesen

Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert?

Der Gaskanister im Bett. Screenshot
Für die USA waren die Bilder der Weißhelme Beweis genug zur Bombardierung, ein investigativer US-Journalist hat sich bemüht, den Nebel des Krieges und der Propaganda vorurteilslos zu durchdringen.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Passend zur Münchener Sicherheitskonferenz, wo die Veranstalter wie jedes Jahr einen drohenden Zusammenbruch, dieses Mal der „liberalen Weltordnung“, beschwören, ist auf Intercept der Bericht von James Harkin, Direktor des Centre for Investigative Journalism und Mitglied des Shorenstein Center der Harvard University, erschienen, der sich noch einmal den angeblichen Giftgasangriff auf das syrische Duma (Douma) im April 2018 vorgenommen hat (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta).

Er war bereits Anfang Juli 2018 nach Duma gereist, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Seine Reportage ist Pflichtlektüre, auch wenn man letztlich zu anderen Schlüssen kommen mag. Klar ist auf jeden Fall, dass viele Menschen umkamen, letztlich ist es egal, ob sie Opfer einer chemischen Waffe oder einer normalen Bombe wurden.

weiterlesen

Welcome back, Frau Scharia-Polizei

Themenbild.
Die IS-Anhängerin Fatima M. verbüßte im Irak eine Haftstrafe und kehrt nun zurück. Allem Anschein nach in ein salafistisches Milieu

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Vor wenigen Tagen kehrte Fatima M. aus der irakischen Gefangenschaft nach Deutschland zurück. Die tschetschenisch-stämmige Frau lebte mit ihrem Mann Magomed A. und zwei Söhnen (damals 4 und 8 Jahre alt) im nordrhein-westfälischen Detmold, bevor sie 2015 mit ihrer Familie nach Syrien ausreiste.

Laut Tagesschau ging die Reise weiter in den Irak, dort schlossen sie sich dem IS an und ließen sich in „einer einst christlichen Kleinstadt nahe Mossul nieder. Ihr Ehemann sei wenige Monate nach der Ankunft dort bei Gefechten ums Leben gekommen.“
Mitglied der Sittenpolizei

Fatima M. soll im Juli 2017 gemeinsam mit anderen IS-Frauen, darunter weitere Deutsche, in einem Tunnelsystem in Mossul entdeckt worden sein. Ihnen wurde vorgeworfen, zu den berüchtigten al-Ahansar-Brigaden gehört zu haben, einer weiblichen Sittenpolizei des IS, und auf Einhaltung der Vollverschleierung geachtet und bei Zuwiderhandlung die betreffenden Frauen ausgepeitscht und gefoltert zu haben.

weiterlesen

Missbrauchte Nonne: „Das kann ich niemals jemandem erzählen“

Bild: tagesschau.de
Kommende Woche lädt der Papst Bischöfe nach Rom ein. Dabei soll es um den Missbrauch in der Kirche gehen. Auch Doris Reisinger wird da sein. Sie wurde als Ordensschwester von einem Priester vergewaltigt.

Von Sebastian Kisters | tagesschau.de

Kurz nachdem sie vergewaltigt wurde, denkt die Ordensschwester Doris Reisinger: „Das kann ich niemals jemandem erzählen. Und das ist das Wichtigste, dass niemals jemand davon erfährt. Sonst würden Menschen an der Kirche zweifeln.“

Reisinger war als 19-Jährige einer Ordensgemeinschaft in Rom beigetreten. Gott – das war für sie immer Trost und Zuversicht. Der Schritt in die Gemeinschaft war für sie also logisch. Was folgte war verstörend. Und schließlich zerstörerisch.

weiterlesen

Volker Beck: Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaften – „Kein Stein bliebe auf dem anderen“

Volker Beck fordert „aktivere Religionspolitik“ © Wilhei (Pixabay)
Falls die großen Islamverbände in Deutschland als Religionsgemeinschaften anerkannt werden, sieht der Grünen-Politiker Volker Beck eine Gefahr für das deutsche Religionsverfassungsrecht. Er sprach von „politisierten religiösen Vereinen“.

DOMRADIO.DE

Zur Begründung verwies der Ex-Bundestagsabgeordnete, der heute am „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ der Ruhr-Universität Bochum lehrt, am Mittwoch bei einer Tagung des Deutschen Richterbunds in Berlin auf eine Steuerung der Verbände aus der Türkei. Wenn „politisierte religiöse Vereine in die Rechte von Religionsgemeinschaften“ einrückten, seien die Fundamente „des bewährten deutschen Religionsverfassungsrechts“ bedroht. „Dann ginge die ordnende Kraft unseres Religionsverfassungsrechts verloren, und kein Stein bliebe da auf dem anderen“, fügte er hinzu.

Beck bezog sich auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im vergangenen Dezember in einem seit über 20 Jahren laufenden Rechtsstreit zum islamischen Religionsunterricht an Schulen in Nordrhein-Westfalen.

weiterlesen

Napoleon und die Kirchen – der Papst und die Revolution: Pius salbt den Kaiser

Krönung von Napoleon Bonaparte in Anwesenheit von Papst Pius VII. © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Der Papst als Verräter? Als Pius VII. Napoleon bei der Kaiserkrönung salbte, waren die Monarchisten empört – segnete das Kirchenoberhaupt damit doch die Französische Revolution. Doch Pius war alles andere als willfährig.

DOMRADIO.DE

Frankreich feiert in diesem Jahr den 250. Geburtstag von Napoleon Bonaparte. Der Feldherr und Kaiser, der am 15. August 1769 im korsischen Ajaccio zur Welt kam, hat Europas Landkarte umgekrempelt. Auch für Katholizismus und Kirche war seine Herrschaft ein Wendepunkt.

„Ich sterbe in der apostolischen und römischen Religion, in deren Schoß ich vor mehr als 50 Jahren geboren wurde.“ So heißt es im Testament, das Napoleon 1821 kurz vor seinem Tod am 15. Mai in der Verbannung auf St. Helena diktierte. Zuvor hatte er von zwei italienischen Patres die Sterbesakramente erhalten.

weiterlesen

One Minute to Midnight

The Official CTBTO Photostream / Flickr
Late last month, the Bulletin of the Atomic Scientists unveiled its “Doomsday Clock” for the 26th time since its creation in 1947, declaring that the hands on the clock would remain where they had been at the last setting, in 2018.

Scott Ritter | truthdig

Rachel Bronson, the bulletin’s president, described the environment in which the bulletin assesses the threats faced by the world today (which have expanded beyond nuclear to include climate change and cyber) as the “new abnormal,” and noted that no one should take comfort from the fact that the hands of the clock have not moved.

“This new abnormal,” Bronson wrote in her statement explaining the decision, “is a pernicious and dangerous departure from the time when the United States sought a leadership role in designing and supporting global agreements that advanced a safer and healthier planet. The new abnormal describes a moment in which fact is becoming indistinguishable from fiction, undermining our very abilities to develop and apply solutions to the big problems of our time.”

read more

Syrische Ex-Geheimdienstler in Deutschland wegen Folter festgenommen

In syrischen Foltergefängnissen verschwanden zahlreiche Oppositionelle. Nun könnten sich zwei Ex-Geheimdienstmänner für Gräueltaten in Deutschland verantworten müssen.

Neue Zürcher Zeitung

Wegen massenhafter Folterungen und körperlicher Misshandlungen von Oppositionellen durch den syrischen Geheimdienst hat der deutsche Generalbundesanwalt einen früheren Abteilungsleiter und einen von dessen Untergebenen festnehmen lassen.

Es geht um den Verdacht von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie die oberste deutsche Anklagebehörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Die beiden 56 und 42 Jahre alten Syrer wurden den Angaben zufolge am Dienstag in Berlin und Rheinland-Pfalz gefasst und befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft.

weiterlesen

Kosslicks Volkspädagogik für die AfD endet als traurige Farce

Berlinale-Chef Dieter Kosslick Quelle: REUTERS
Berlinale-Chef Kosslick wollte das Filmfestival und den Holocaust aus Selbstgerechtigkeit missbrauchen: Er lud AfDler ein – die ihrerseits eine Selbstinszenierung planten, aber von Vermummten attackiert wurden. Was für eine unappetitliche Chose.

Von Alan Posener | DIE WELT

Berlinale-Chef Dieter Kosslick lud alle AfD-Mitglieder ein, auf seine Kosten den Film „Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto“ zu besuchen. „Und wenn sie dann noch sagen, das ist ein Fliegenschiss, dann muss ich sagen, sollte vielleicht jemand anderes einschreiten als die Filmemacher.“

„An wen haben Sie da gedacht?“, fragte ich Kosslick. „Und an was für ein ‚Einschreiten‘?“ Seine schriftliche Antwort: „Ist doch klar: Jetzt sind die Staatsanwälte und Strafgerichte zuständig.“ Meint Kosslick, für die Verweigerung politischer Umerziehung sei die Justiz verantwortlich?

weiterlesen

Das Anthropozän beginnt mit der Eroberung Amerikas

Darstellung von De Bry in Brevísima von De las Casas. Bild: public domain
Die Kleine Eiszeit ist nach einer Studie Folge der europäischen Invasion, durch die 90 Prozent der Indianer starben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Eroberung Amerikas durch die europäischen Invasoren mit ihrer überlegenen Waffentechnik, ihrer Skrupellosigkeit und vermeintlichen rassischen Überlegenheit der christlich-abendländischen Tradition war ein regelrechter Völkermord. Die Indianer wurden vertrieben, getötet, versklavt und malträtiert, viele starben an Hunger und vor allem auch an den Seuchen, die die Eroberer wie Pocken oder Masern mit ins Land brachten. Mit der Eroberung blieb von der Bevölkerung der präkolumbianischen Zeit nur noch ein Bruchteil übrig.

Geografen des University College London und der University of Leeds sind nun einer interessanten Verbindung nachgegangen und versuchen zu zeigen, dass das Massensterben der amerikanischen Bevölkerung ein Auslöser der Kleinen Eiszeit gewesen sein könnte, die vom 16. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhunderts anhielt. Das wäre auch ein Beleg dafür, dass die Menschen schon vor dem Anthropozän das Klima beeinflusst haben. Allerdings gibt es Hinweise, dass die Kleine Eiszeit früher begonnen hat, vielleicht bereits im 13. Jahrhundert. Allerdings nahm die Kälte im 16. und 17. Jahrhundert zu.

weiterlesen

Die „entjudete“ Bibel: Interview mit Religionswissenschaftler Dirk Schuster zur Schaffung einer „entjudeten Bibel“ in der NS-Zeit

Propaganda der „Deutschen Christen“ in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Es ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland: Im Jahr 1939 gründeten elf evangelische Landeskirchen im thüringischen Eisenach das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“. Ihm gehörten rund 200 Kirchenvertreter, Wissenschaftler und Pfarrer an. Der Potsdamer Religionswissenschaftler Dirk Schuster hat sich in seiner Promotion mit dem protestantischen „Entjudungsinstitut“ beschäftigt. Bei einem Vortrag im Jüdischen Museum Augsburg am Donnerstag (14. Februar) spricht er über das Selbstverständnis des Instituts und über das Buch „Die Botschaft Gottes“ – eine „entjudete“ Bibel, die das Institut 1940 veröffentlichte.

evangelisch.de

Herr Schuster, wenn Jesus in der „entjudeten Bibel“ nicht mehr Jude war – was war er dann?

Dirk Schuster: Er wurde zum Arier gemacht. Die entjudete Bibel wurde begleitet von zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Mit teils skurrilen Beweisführungen zeigte man darin, dass Jesus nicht-jüdisch sei. So wurde etwa behauptet, dass Galilea eine der möglichen Ursprungsregionen der Arier war. Die Juden seien erst 150 vor Christus dort gesiedelt und hätten die Bevölkerung zwangsjudaisiert. Dass Jesus‘ Eltern Juden waren, sei daher nur einem Konfessionswechsel geschuldet. Aus rassischer Perspektive betrachtet seien sie Arier gewesen – und damit auch Jesus. In diesem Sinne wurde die Bibel umgeschrieben. Das Alte Testament ließ man weg, ebenso jene Teile im Neuen Testament, die nicht zur Lehre vom „arischen Christentum“ passten. Nur Berichte, in denen die Juden schlecht wegkamen, blieben drin.

weiterlesen

Strafantrag wegen Läuten von Nazi-Glocken: Justiz eingeschaltet

Themenbild. Hitlerglocke Herxheim am Berg. Bild: screengrab Youtube.
Es gibt nun ein juristisches Nachspiel: Wegen sogenannter Nazi-Glocken in Thüringen ist gegen die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und ihre Landesbischöfin Ilse Junkermann eine Strafanzeige gestellt worden.

DOMRADIO.DE

Wie die Staatsanwaltschaft Erfurt am Dienstag auf Anfrage bestätigte, ging die Anzeige dort ein. „Es wird nun geprüft, ob Ermittlungen aufgenommen werden“, erklärte Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen.

In dem Strafantrag des Klägers, der auf den 2. Februar datiert ist und der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, wird der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) vorgeworfen, mit der Bewahrung und Weiternutzung von sechs Kirchenglocken mit nationalsozialischen Symbolen und Inschriften in „fünf standortverschwiegenen Kirchen in Thüringen“ gegen das Strafgesetzbuch zu verstoßen.

weiterlesen

Katalanische Separatisten vor Gericht – der Vorwurf der Rebellion ist absurd

Die zwölf Angeklagten: Die meisten gehörten der katalanischen Regionalregierung an und wurden Ende Oktober 2017 von der Zentralregierung abgesetzt. (Bild: EPA)
Das Verfahren gegen die katalanischen Separatistenführer findet nicht abgeschottet im Gerichtssaal statt, sondern mitten in der Öffentlichkeit.

Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

Der am Dienstag beginnende Prozess gegen die Anführer der spanischen Separatisten in Madrid ist unter verschiedenen Aspekten ein politischer Prozess. Verhandelt wird eine politische Straftat: die Durchführung des illegalen Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien vom 1. Oktober 2017.

Sie wurde begangen, weil die politischen Instanzen keine politische Lösung für ein politisches Problem zustande brachten. Die Katalonien-Frage ist weiterhin ungelöst, sie kann auch nicht durch die Richter entschieden werden. Der juristische Prozess wird den politischen Prozess beeinflussen – und umgekehrt.

weiterlesen

USA: Imam darf bei Hinrichtung nicht dabei sein

Bild: © picture alliance/AP Photo/Pat Sullivan
Ein zum Tode Verurteilter in den USA durfe nicht von einem Imam begleitet werden – das kritisieren die Bischöfe des Landes. Sie nennen das Vorgehen des Staates „verstörend“ und verweisen auf Papst Franziskus.

katholisch.de

Die katholischen Bischöfe in den USA kritisieren, dass ein Todeskandidat im Bundesstaat Alabama bei seiner Hinrichtung nicht von einem Imam begleitet werden durfte. Laut einem Bericht des Magazins „Crux“ vom Montag argumentierte das Gefängnis, es sei ein Sicherheitsrisiko, wenn ein Externer bei der Hinrichtung im Raum sei. Christlichen Geistlichen wird die Anwesenheit in der Exekutionskammer jedoch in der Regel erlaubt.

weiterlesen

Niedersachsen lehnt Ditib-Seelsorger in Gefängnissen weiter ab: Staatlich beeinflusst

Ein Imam betet in einer Moschee © Axel Heimken (dpa)
Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza hat ihre Entscheidung bekräftigt, keine Imame des türkischen Moscheeverbandes Ditib mehr als Seelsorger in niedersächsischen Gefängnissen zuzulassen.

DOMRADIO.DE

Diese Imame würden „von der türkischen Regierung bezahlt und haben eine Berichtspflicht in die Türkei“, sagte Havliza der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Das bedeute, dass die Imame berichten könnten, was sie in den Gefängnissen mitbekämen, woraus sich wiederum eine Gefährdung etwa für kurdische Gefangene oder mögliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen ergeben könnten.

„Unsere Gefängnisse, unsere Beamten, unsere Verantwortung“

Der Ditib als Verband gelinge es nicht, sich von staatlichen Einflüssen aus der Türkei zu lösen und allein hier in Deutschland verortet zu sein, sagte Havliza weiter.

weiterlesen

Ich will, wo Es ist: Versuch einer kleinen Psychopathologie der Neuen Deutschen Rechten

Grafik: TP
Wie krank sind Rechtspopulisten und Rechtsextremisten? Versuch einer kleinen Psychopathologie der Neuen Deutschen Rechten

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Die ersten Gerüchte über Chemnitz, gestreut in den rechten Wahnräumen des Netzes, waren eindeutig sexuell konnotiert: Eine deutsche Frau sei von dunkelhäutigen Ausländern sexuell belästigt worden, die drei Deutsche töteten, als diese versuchten, die bedrängte Frau zu schützen. Die erste rechtsextreme Gewaltwelle, die sich spontan in Chemnitz am 26. August 2018 entlud, wurde gerade durch diese Gerüchte von einer versuchten Vergewaltigung durch Flüchtlinge angefacht.

Und dies ist ein immer wiederkehrendes Motiv der paranoiden rechten Gewaltphantasien, die einen regelrechten „Genozid“ am „deutschen Volk“ halluzinieren. Immer wieder erfinden Rechte schlicht sexuelle Übergriffe, wie etwa die angebliche Gruppenvergewaltigung einer Verkäuferin durch Flüchtlinge in Zwickau. In Görlitz wiederum hielten sich tagelang Gerüchte um Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Ausländer auf dem Gelände des dortigen Klinikums.

Auch in Chemnitz gab es im Vorfeld der Geschehnisse Ende August Gerüchte über Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Ausländer. Die in der Neuen Rechten allgegenwärtige, sexualisierte Angst vor dem Völkermord an den Deutschen, vor der „Umvolkung“ Deutschlands, sie ist eingebettet in einen hysterischen Opferwahn, der inzwischen bizarre Ausmaße angenommen hat.

weiterlesen

School shooters usually show these signs of distress long before they open fire: study

Image: AlterNet
Two years before he lined his schoolmates up against a classroom wall and executed them one by one, the student, who would become the gunman, tried to show his English teacher something important.

The Conversation | AlterNet

He had quietly slid up his sleeves to reveal the cut marks running down his arms. The teacher panicked. A novice educator at the time, she had never been coached or trained in what to do in these situations, what to say or how to help. So she passed the student off to another teacher, who then filed a form with the principal’s office. She felt fairly certain nothing else came of it.

“He was asking for help,” the teacher said in reflecting on the encounter during a recent interview. “If I’d had some training to help him, a five-step sheet to follow, say this, say that, maybe I could have made a difference?”

The story is one of dozens that we have collected over the past two years in our effort toward studying the life histories of mass shooters. It typifies what we believe is one of the biggest challenges that schools face when it comes to averting school shootings – and that is recognizing and acting upon warning signs that school shooters almost always give well before they open fire.

read more

Türkei: Neue Fragen zum Ablauf des Putschversuchs 2016

Bild: FB
Das Protokoll eines Staatsanwaltes aus der Putschnacht bestärkt den Verdacht einer Inszenierung

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Kritiker des türkischen Präsidenten Erdogan vermuteten schon kurz nach dem Putschversuch im Juli 2016, dass es sich um eine Inszenierung handeln könnte, die den Startschuss zur Eliminierung der Opposition in einem vorher nicht dagewesenen Ausmaß gab.

Erdogan beschuldigte den im amerikanischen Exil lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen, den Putsch vorbereitet zu haben. Einst waren Erdogan und Gülen beste Freunde – bis Gülen 2013 bewirkte, dass die türkische Justiz umfassende Korruptionsermittlungen zu Politikern und Geschäftsleuten aus dem Umfeld des damaligen Regierungschefs einleitete. Schon damals warf Erdogan dem Prediger einen Putschversuch vor.

Er ließ tausende Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die angeblich zur Gülen-Bewegung gehörten, entlassen oder versetzen. Bei dem erneuten Putschversuch 2016 nutzte Erdogan die Gunst der Stunde, nicht nur gegen die Gülen-Bewegung vorzugehen, sondern gegen die komplette Opposition, allen voran gegen die demokratische Partei HDP. Kritiker brachten den Putschversuch immer wieder mit den darauf folgenden parlamentarischen Aktivitäten in Verbindung, die Erdogans alleinige Macht mittels eines Referendums festschrieb.

weiterlesen