Archiv der Kategorie: Radikalismus

Bischof: In Syrien ereignet sich ein zweiter Genozid

Al-Hasake,Syrien, Innestadt. Bild: wikimedia.org/PD

Vorwurf an westliche Politiker: Untätigkeit angesichts eines Völkermordes in Syrien.


kath.net

Der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Jerusalem und Jordanien, Bischof Severios Malke Mourad, hat westlichen Politikern Untätigkeit beim Schutz der syrischen Christen vorgeworfen. 100 Jahre nach dem Genozid an armenischen und assyrischen Christen im ottomanischen Reich werde in Syrien ein zweiter Genozid an syrischen Christen verübt, sagte der aus Nordsyrien stammende Geistliche, dessen Geschwister in der umkämpften Region Al-Hasake leben, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Jerusalem.

Nach seinen Informationen seien bei den jüngsten Angriffen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) auf nordsyrische christliche Dörfer zwischen drei- und vierhundert Christen entführt worden. Insbesondere das christliche Dorf Tell Tamer sei wegen seiner Grenznähe von strategischer Bedeutung für die IS-Terroristen, da es ihnen die Waffenzufuhr über die Türkei ermögliche. Auch im Irak seien die syrischen Christen von der Vertreibung und Verfolgung durch die Islamisten betroffen.

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Wie nah war der Verfassungsschutz den NSU-Mördern?

Bild: Deutsch Türkische Nachrichten

Die Aufklärung des NSU-Mordes in einem Kasseler Internetcafé 2006 könnte viele offene Fragen zur Terrorserie beantworten. Bisher unveröffentlichte Dokumente bringen Hessens Verfassungsschutz in Not.


Von Stefan Aust, Per Hinrichs, Dirk Laabs|DIE WELT

Es kommt nicht oft vor, dass Polizisten einen Verfassungsschützer abhören. Doch genau das taten Ermittler der Kasseler Mordkommission Ende April 2006 über Monate. Ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen stand unter Mordverdacht. Am 6. April 2006 hatte sich der Beamte Andreas Temme in einem Internetcafé in Kassel aufgehalten, als dort der Besitzer Halit Yozgat mit zwei Kopfschüssen ermordet wurde.

Es war der neunte Mord der Serie, die dem NSU, dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, zugeschrieben wird. Trotz eines laufenden Strafprozesses in München und mehrerer parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sind die Hintergründe der Anschläge bis heute nicht vollständig geklärt.

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Dänemark nach dem Terror

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law

Letzte Woche wurde unter großer Anteilnahme Finn Nørgaard begraben, der Filmemacher, der am 14. Februar von dem palästinensischstämmigen Attentäter Omar Abdel Hamid El-Hussein in dem Kopenhager Kulturzentrum Krudttønden erschossen wurde (Kopenhagen: Anschlag auf Meinungsfreiheitskonferenz [3. Update]).


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

Nach der Trauerphase wendet sich Dänemark nun der Sicherheitspolitik zu. Sowohl die rechte “Dänische Volkspartei” wächst an Popularität wie die sozialdemokratische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt. Doch Mängel an den Sicherheitsvorkehrungen vor Krudttønden könnten zum großen Thema werden.

Ein 970 Millionen dänische Kronen (rund 130 Millionen Euro) teures Maßnahmenpacket gegen den Terror hat die Regierung bereits entworfen. Von der Summe sollen 450 Millionen Kronen für das Aufspüren und Analysieren von möglichen terroristischen Bedrohungen aus dem Ausland ausgegeben werden. Auch würden jüdische Einrichtungen und Menschen besser geschützt, der vermutliche Täter erschoss einen Wachmann vor einer Synagoge.

Noch im Januar, vor dem Anschlag, wurden hauptsächlich vorbeugende Maßnahmen von fast allen Parteien verabschiedet, die auf allein 8,1 Millionen Euro veranschlagt worden waren (PegidaDK – nicht weit weg vom “Mainstream”). Für Diskussionsstoff sorgen noch die 150 aus Dänemark ausgereisten Personen, die für den Islamischen Staat in Syrien und Irak kämpfen: Was soll bei ihrer Rückkehr mit ihnen geschehen?

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USA in Afghanistan: 3426 Dollar für ein Menschenleben

Für Kinder, die in Afghanistan bei einer US-Operation sterben, zahlen die Vereinigten Staaten den Hinterbliebenen in der Regel weniger Entschädigung als für einen getöteten Erwachsenen. (Foto: Reuters)

  • Die US-Regierung hat für den Tod von Zivilisten in Afghanistan im Schnitt 3426 Dollar Entschädigung gezahlt. Das zeigt eine Recherche der Website The Intercept.
  • Sachschäden wurden teilweise höher entschädigt als der Verlust von Menschenleben.
  • Wie und auf welcher Grundlage Entschädigungs- und sogenannte “Kondolenzzahlungen” entrichtet wurden, ist kaum erfassbar.
  • Einen Leitfaden für Entschädigungszahlungen hat das US-Verteidigungsministerium bis heute nicht umgesetzt.


Von Matthias Fiedler|Süddeutsche.de

1799 Dollar für acht getötete Schafe

20 000 Dollar für ein abgebranntes Haus; 14 756 Dollar für einen zerstörten Lastwagen; 1799 Dollar für acht getötete Schafe. Aber was ist den USA im Afghanistan-Krieg ein Menschenleben wert? Im Schnitt etwa 3426 Dollar. So viel zahlten die Vereinigten Staaten den Hinterbliebenen, deren Angehörige im Gefecht versehentlich getötet worden. Das geht aus Recherchen der Website The Intercept hervor, die die Daten unter dem sogenannten “Freedom of Information Act” von der US-Regierung verlangt hat.

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Ägypten: Chef der Muslimbrüder zu lebenslanger Haft verurteilt

muslimbrotherhoodMohammed Badie, Anführer der Muslimbrüder, und 13 weitere Mitglieder der Organisation wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie sollen für den Tod von Demonstranten in Kairo verantwortlich sein.


stern.de

Ein Strafgericht in Kairo hat den Chef der Muslimbrüder, Mohammed Badie, sowie 13 weitere führende Mitglieder der Organisation zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Es bestätigte zugleich die Todesurteile gegen vier weitere Islamisten. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten Ende Juni 2013 in Kairo für den Tod von Demonstranten verantwortlich waren. Damals kam es kurz vor dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu Protesten vor dem Hauptquartier der Muslimbrüder. Nach offiziellen Angaben starben neun Menschen.

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Islam-Experte: Dschihadisten wollen ganze Welt unterwerfen – Blitzmerker

brennender_koranTroll über eine „vormoderne“ Koraninterpretation, wonach der „Heilige Krieg“ gegen „Ungläubige“ ein “zum Wohl der ganzen Welt gebotener revolutionärer Befreiungsprozess“ sei.


kath.net

Die ganze Welt unterwerfen wollen radikale Islamisten nach Ansicht des katholischen Islam-Experten Christian Troll. “Der Dschihad stellt einen im Koran und im Leben des Propheten unübersehbaren Auftrag dar“, betont der Jesuitenpater, der bis 2005 der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Muslimen angehört hat, im Interview mit der im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erscheinenden Neuen Bildpost und der Katholischen SonntagsZeitung. Terrororganisationen wie der „Islamische Staat“ oder Boko Haram stünden ganz in der Tradition einer „vormodernen“ Koraninterpretation, wonach der „Heilige Krieg“ gegen „Ungläubige“ ein “zum Wohl der ganzen Welt gebotener revolutionärer Befreiungsprozess“ sei.

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Öcalan ruft PKK zum Abrüsten gegen die Türkei auf

TURKEY PRO PKK PROTEST / Bild: APA/EPA/SEDAT SUNA

Der bewaffnete Kampf soll durch eine demokratische Politik abgelöst werden, fordert der inhaftierte PKK-Chef.


Die Presse

Der inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat die Organisation zum Abrüsten im Konflikt mit der Türkei aufgefordert. “Ich appelliere an die PKK, im Frühjahr einen außerordentlichen Kongress zu halten”, verlas der türkische Abgeordnete Sirri Sureyya Onder von der pro-kurdischen Partei HDP am Samstag aus einem Brief Öcalans. Dabei solle eine “strategische und historische Entscheidung” getroffen werden, den bewaffneten Kampf aufzugeben und ihn durch eine demokratische Politik zu ersetzen.

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Prominente Unterstützung für Evangelikale: Mit Plastik-Embryonen gegen Werteverfall

Lässt sich von evangelikalen Führungskräften inspirieren: Thomas de Maizière. Bild: dpa

Im CCH findet der “Kongress christlicher Führungskräfte” statt. Innenminister Thomas de Maizière und Bürgermeister Olaf Scholz waren dabei.


Von Andreas Speit|taz.de

Großer Applaus für Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Congress Centrum Hamburg. Auf dem „Kongress christlicher Führungskräfte“, dessen Schirmherr Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ist, macht der CDU-Politiker am Freitag überdeutlich, wie bedeutend das „C“ für ihn ist.

„Meine politische Überzeugung und mein Handeln sind vom christlichen Menschenbild geleitet“, sagt er auf der Bühne, an deren Hintergrund das Kongressmotto hängt: „Mit Werten in Führung gehen.“

Von Donnerstag bis Samstag würden an die 3.200 Besucher erwartet, sagt Matthias Pankau, Pressesprecher des Kongresses, der vor allem von der Evangelischen Nachrichtenagentur „Idea e. V.“ ausgerichtet wird. Seit 1970 berichtet der Verein mit Sitz in Wetzlar überwiegend über die evangelikale Bewegung.

„Bei allen Diskussionen um Pegida und die islamistischen Extremisten“, sagt de Maizière, „glaube ich nicht, dass davon eine Gefahr für das Christentum ausgeht.“ Die Gefahr gehe eher vom Christentum selbst aus – wenn es nicht offen gelebt würde. Christliches Profil sollte im Alltag gezeigt werden. „Es gibt aber keine direkte Ableitung aus der Bibel für die Politik.“

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Die lange Tradition US-amerikanischer Folter und westliche Werte

Aufgenommen 1901 auf den Philippinen. Bild: DOD/heise.de

Die Kulturwissenschaftlerin Katrin Dauenhauer hat über Folter in US-amerikanischen militärischen Einsätzen promoviert. Im Fokus ihrer Forschungsarbeit liegt der inneramerikanische Diskurs zwischen den Jahren 1899 und 2008 anhand des Philippinisch-Amerikanischen Krieges (PAK), des Vietnamkrieges und des Krieges gegen den Irak. Mit dieser Langfristperspektive werden einige Mythen in den Folterdebatten deutlich und können künftig dekonstruiert werden.


Von Sascha Pommrenke|TELEPOLIS

Wie sind Sie zu dem Thema Folter und des Diskurses darüber gekommen?

Katrin Dauenhauer: 2004 wurden die Bilder von Abu Ghraib veröffentlicht und für mich war neben der offensichtlichen Grenzüberschreitung, die diese Bilder zeigten, auch ihr Aufbau, die Selbstinszenierung der Täter, die erzwungene Inszenierung der Gefangenen interessant. Abu Ghraib war deshalb wichtig, weil es politisch und kulturell von Bedeutung war. Die durch Abu Ghraib ausgelöste Folterdebatte in den USA rückte auch das Waterboarding in den Fokus der Öffentlichkeit. Ich bin dann über die Frage, ob es Waterboarding schon vorher gab, auf den PAK gestoßen und auch auf Vietnam.

Waterboarding steht wie keine andere Foltermethode für die “Auswüchse” des “War on Terror”. Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um “Fehlentwicklungen” nach dem 11. September. Vielmehr hat dieses Vorgehen eine traurige Tradition.

Katrin Dauenhauer: Ja, in der Tat gab es das Waterboarding schon früher, auch wenn es während des PAK und während des Vietnamkrieges nicht unter dem Begriff “Waterboarding” bekannt war. Während des PAK wurde die Methode “water cure”, Wasserheilung, genannt. In der wissenschaftlichen Literatur wird darauf hingewiesen, dass die US-Amerikaner die Methode von den Spaniern, also der Vorgängerkolonialmacht, übernommen haben.

Während des Vietnamkrieges wurde die Methode des Waterboarding ebenfalls eingesetzt, hier wird sie mit dem Begriff “water torture” beschrieben. Meine Recherchen gingen hier von einem Bild in der Washington Post aus. Allerdings gab es während des Vietnamkrieges keine vergleichbar ausgedehnte Debatte zur Wasserfolter wie während des PAK und des Irak-Krieges. Ich habe mir das letztlich so erklärt, dass die Brutalität des Krieges an sich diskutiert wurde und so die Wasserfolter als nur eine Ausprägung dieser Brutalität in den Hintergrund trat. Zum Beispiel wurde das Massaker von My Lai sehr ausführlich diskutiert.

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Bullshistic: Kreationist Lennox über Atheismus

John Lennox: „Die Medien wollen, dass wir uns alle zum Atheismus bekennen“ Foto: pro/Zacharias

Jeder Mensch will etwas anbeten. Die Frage ist nur, was. Das hat der Mathematik-Professor John Lennox am Samstag in Hamburg erklärt. Sein Vortrag beendete den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte.


pro Medienmagazin

Der in Oxford lehrende Lennox erklärte: „Man kann ohne absolute Werte nicht leben.“ Deshalb suchten auch Nichtchristen nach Dingen, die sie anbeten könnten. „Aber unser absoluter Wert ist Gott“, sagte Lennox zu den Zuhörern im Hamburger Kongresszentrum. „Den Glauben benutzen wir jeden Tag“, sagte er. Auch Atheisten glaubten, nämlich an die Nichtexistenz Gottes: „Sie sehen aber nicht ein, dass ihre Weltanschauung genauso ein Glaubenssystem ist.“

Christen fühlten sich in Zeiten eines wachsenden Atheismus zunehmend eingeschüchtert. „Glaube, das ist heute Privatsache und darf im öffentlichen Raum nicht erwähnt werden.“ Atheismus hingegen gelte nicht als Privatsache. Es koste etwas, heute offen über die eigenen christlichen Überzeugungen zu sprechen. „Die Medien wollen, dass wir uns alle zum Atheismus bekennen“, sagte Lennox. Christen rief er zum Bekenntnis auf: „Auf Gott vertrauen und das Gehirn benutzen – das ist christlich.“ Der Atheismus ist für ihn „ein Märchen für diejenigen, die vor dem Licht Angst haben“.

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Religion und Krieg: “Kriegstreibende Aussagen verurteilen”

religion_warDer Religionswissenschaftler Hartmut Zinser untersucht in seiner neuen Studie die Kriegspotenziale der Religionen. Er fordert eine Entpolitisierung der Religion und spricht sich dafür aus, dass die Glaubensrichtungen mit ihrer Geschichte selbst ins Gericht gehen und kriegstreibende Aussagen verurteilen.


Hartmund Zinser im Gespräch mit Andreas Main|Deutschlandradio Kultur

Andreas Main: Hartmut Zinser, Sie sprechen von einem “Kriegspotenzial der Religionen”. Was macht Religionen potenziell zu Kriegstreibern?

Hartmut Zinser: Religionen geben Antwort auf die Frage, wie soll sich leben, was darf ich tun, was darf ich nicht tun und was kann ich erhoffen. Die Antworten unterscheiden sich. Damit entstehen Differenzen. Ferner – Religionen bilden moralische und solidarische Gemeinschaften mit bestimmten Regeln wie etwa: “Du sollst nicht töten!”, “Du sollst nicht lügen!”, “Du sollst nicht rauben und stehlen!”. Aber diese Regeln gelten in der Regel nur für die Religionsgemeinschaft selbst. Nur wenige Religionen haben daraus universale Lehren gemacht. Dadurch wird ein Innen und Außen bestimmt – nämlich die, die zur Religion dazugehören und solche, die nicht dazugehören. Für die, die nicht dazugehören, gelten die moralischen Einschränkungen nicht, so dass man über auch durchaus mal herfallen kann, einen Kopf kürzer schlagen kann oder sie ausrauben kann. Und das haben leider auch alle Religionen gemacht. Oder genauer sollte ich sagen: Das haben Kriegsführer mit allen Religionen gemacht und mit Unterstützung aller Religionen.

Main: Es gibt also das Wir – und es gibt die anderen. Welche Religionen haben das größte Kriegspotenzial, welche sind am wenigsten bellizistisch?

Zinser: Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich eigentlich auch gar nicht richtig beantworten kann. Christentum und Buddhismus lehren grundsätzlich Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit, haben aber im langen Verlauf ihrer Geschichte Kriege nicht vermeiden können – und zwar in unterschiedlicher Form. Zunächst, sie behaupten immer, sie verteidigen sich. Dann gab es Missionskriege – nicht so selten, wie man das sich wünschen würde. Zumindest wurde von den staatlichen Instanzen, den Königen, verlangt, dass sie die Mission schützen sollten. Denn die Menschen sollten erdulden müssen, dass sie missioniert werden. Dann gab es aber auch – und da wird es nun richtig verheerend – die Kreuzzüge, die Sie schon genannt haben, in denen die Beteiligung am Krieg, das Morden und Töten – und ich sage es ganz bestimmt und so prononciert – zu einer religiösen Handlung wurde, mit der man Ablass und das ewige Leben und Himmelreich erwirbt. Andere Religionen, wie zum Beispiel die antiken römischen und griechischen Religionen kannten Kriegsgötter, unter deren Schutz der Krieg gestellt war. Athene in Griechenland und Mars in Rom und viele andere mehr, oder Murugan in Indien. Und sie haben also kein ausgebildetes Kriegsrecht entfaltet, sondern Kriege wurden als Normalität betrachtet. Er gehörte einfach zum Leben dazu, und man musste sich damit einrichten und hat sich damit eingerichtet. Dann gibt es noch Religionen, die durchaus Beschränkungen haben für das Kriegführen – wie der Islam, zugleich aber doch eine umfangreiche Lehre über das Töten im Krieg entfaltet und entwickelt haben. Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wenn es durch die Geschichte geht, sind diese Lehren auch immer wieder in allen Religionen angewandt worden. Es ist dann nur eine Frage der Situation und der Zeit, wann und ob eine Gruppe meint, jetzt zu den Waffen greifen zu müssen und religiös rechtfertigt, dass sie Krieg führen darf und kann.

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So lockt die IS-Werberin junge Frauen nach Syrien

Aqsa Mahmood aus Glasgow wurde an Privatschulen ausgebildet. Foto:handout

Sie wuchs in einem wohlhabenden Elternhaus auf. Doch mit 19 Jahren brach Aqsa Mahmood ihr Studium ab, um in den Dschihad zu ziehen. Aus Syrien lockt sie nun offenbar weitere Teenager zum IS.


DIE WELT

Jeder zehnte europäische Dschihadist ist weiblich. Meist reisen junge Frauen nach Syrien oder in den Irak, um als Ehefrauen den Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat zu unterstützen. Was sie dort erwartet, darauf bereitet sie die englischsprachige IS-Propagandistin Aqsa Mahmood vor.

Mahmood, Tochter einer pakistanisch-stämmigen Familie, kommt aus einem wohlhabenden Vorort von Glasgow. Ausgebildet an Privatschulen, brach sie im November 2013 ihr Studium ab, um nach Syrien zu reisen. In Aleppo soll die damals 19-Jährige einen sunnitischen Extremisten geheiratet haben.

So schnell wie möglich heiraten

Über Twitter und vor allem auf ihrem Blog bei Tumblr, den sie unter dem Namen Umm Layth führt, beschreibt sie das Leben einer Frau für den IS. Der letzte Eintrag aus dem Januar widmet sich dem Thema Witwen. Wie lange muss ich warten, bis ich wieder heiraten darf? Wie muss ich mich als Witwe kleiden? “Am wichtigsten ist, dass Du Deine Rechte als Muslima kennst. Lebe nicht in Unwissenheit, Schwester”, schreibt sie dort.

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Kauder: Auf der Grundlage des Islam werden Menschen zu Terroristen

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender: Der Satz “Die Terroristen haben mit dem Islam nichts zu tun” ist schlicht und ergreifend falsch


kath.net

Mit deutlichen Worten hat sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, gegen eine pauschale Trennung von Islam und Terrorismus ausgesprochen. Der Satz „Die Terroristen haben mit dem Islam nichts zu tun, ist schlicht und ergreifend falsch“, sagte Kauder auf dem Kongress Christlicher Führungskräfte. Das Treffen unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ findet vom 26. bis 28. Februar mit mehr als 3.000 Teilnehmern in Hamburg statt. Der evangelische Politiker betonte, dass man nicht alle Muslime in die Nähe von Terroristen rücken dürfe. 99 Prozent der Muslime in Deutschland lebten ihren Glauben friedlich. Für Extremisten gelte aber: „Auf der Grundlage des Islam werden Menschen zu Terroristen.“

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“Jihadi John”: Mohammed Emwasi – “kalt, sadistisch und gnadenlos”

“Dschihadi John” erschien in mehreren IS-Enthauptungsvideos und fiel durch seinen britischen Akzent auf. Foto: dpa

Die Identität des IS-Mörders “Jihadi John” steht wohl fest: Er soll der Londoner Uni-Absolvent Mohammed Emwasi sein. Er war längst auf dem Radar der Sicherheitsbehörden – dennoch konnte er ausreisen.


Von Thomas Kielinger|DIE WELT

Die Identität eines der kaltblütigsten Mörder in den Rängen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht offenbar fest: Es handelt sich um den in Kuwait geborenen Briten namens Mohammed Emwasi aus West-London. Das meldete die US-Zeitung “The Washington Post”. Monatelange Bemühungen britischer und amerikanischer Geheimdienste, den Mörder mehrerer westlicher Geiseln zu identifizieren, die der als “Jihadi John” bekannte Mann vor laufenden Videokameras enthauptete, haben damit ihren ersten Durchbruch erzielt.

Das Internationale Zentrum für Radikalisierungsstudien am Londoner King’s College hält das für plausibel. Es sei anzunehmen, dass die Angaben zur Identität “korrekt” seien, teilte die Forschungseinrichtung mit.

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Bangladesch: Religionskritischer US-Blogger mit Machete totgeschlagen

Experten der Spurensicherung untersuchen den Tatort auf dem Uni-Campus der Hauptstadt Dhaka© Munir Uz Zaman/AFP

Er hatte Bücher zu Atheismus und Homosexualität verfasst und in Bangladesch einen islamkritischen Blog gegründet: Der in den USA lebende Blogger Abhijit Roy ist in Dhaka brutal ermordet worden.


stern.de

Ein prominenter atheistischer Schriftsteller und Blogger ist in Bangladesch von Unbekannten ermordet worden. Der 40 Jahre alte Abhijit Roy sei bei der Rückkehr von einer Buchmesse in Dhaka auf dem Uni-Campus der Hauptstadt mit Macheten angegriffen worden und habe tödliche Kopfverletzungen erlitten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Seine Ehefrau Rafida Ahmed sei bei dem Angriff schwer verletzt worden und habe einen Finger verloren.

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IS-Terroristen zertrümmern antike Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Die IS-Terroristen haben im Norden des Iraks einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit zerstört. Darunter ist eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2600 Jahre alt ist. Ein Internetvideo der Extremisten zeigt, wie IS-Anhänger im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive bedeutende Bildwerke aus der Antike zertrümmern.


derStandard.at

Experten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei vielen der zerstörten Stücke um Originale handelt. Die Türhüterfigur sei eine “Ikone der altorientalischen Bildkunst”, sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, am Donnerstag. “Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.” Die Figur ist laut Experten Teil des assyrischen Nergal-Tores aus dem siebenten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Es gehörte zur Befestigung von Ninive, dem Zentrum des assyrischen Reiches.

Schmuggel

Bis zu hundert syrische Kunstwerke soll die IS-Terrormiliz “The Times” zufolge nach Großbritannien geschmuggelt haben, um damit neue Gelder zu lukrieren. Kriminalisten und Archäologen warnen davor, dass die geraubten Gegenstände, darunter Gold- und Silbermünzen sowie Tonwaren, in London verkauft werden.

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Dodo Lütz im Gotteswahn – unverständlich für Atheisten

Manfred_Lütz

Der Psychiater und Buchautor Manfred Lütz hat Christen dazu aufgefordert, verständlich über ihren Glauben zu sprechen. Sein Vortrag bildete am Donnerstag den Auftakt zum Kongress christlicher Führungskräfte in Hamburg.


pro Medienmagazin

Buchautor Manfred Lütz erklärte: „Hinter den großen Debatten, die wir in unserer Gesellschaft führen, steht immer die Frage: Gibt es Gott?“ Als Beispiele nannte er den aktuellen Streit um Sterbehilfe. Das öffentliche Gespräch über Gott sei deshalb notwendig. Christen müssten in der Lage sein, Rechenschaft über die Hoffnung abzulegen, die in ihnen lebe. „Wir müssen unseren Glauben wieder kennen und auch bekennen – und zwar in einer Sprache, die Menschen verstehen können“, sagte er und kritisierte Geistliche, „die mit Fachchinesisch auf die Kanzel steigen“. Weiter sagte er: „Ich bin der Meinung, alles, was man sagen muss, kann man auch in verständlichen Worten sagen.“ Theologische Fachsprache sei in Predigten unangebracht. „Christen müssen heute so reden, dass der atheistische Nachbar das versteht.“

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Frankreich: Zwischen Dschihad und Front National

Tatort Friedhof: geschändete Gräber vergangene Woche im elsässischen Sarre-Union ©dpa

Der islamistische und der rechtsextreme Hass verunsichern die jüdische Gemeinschaft


Von Nina Schönmeier|Jüdische Allgemeine

Sie schrien »Heil Hitler« und spuckten auf jüdische Symbole. Vier Wochen nach dem Terroranschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris verwüsteten fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren 250 Gräber auf dem jüdischen Friedhof in der elsässischen Ortschaft Sarre-Union. Die Tat war kein dummer Jungenstreich, und die Jugendlichen wählten den Friedhof nicht zufällig aus. Dies bestätigt der ermittelnde Staatsanwalt Philippe Vanier: »Auch wenn die Betroffenen die antisemitische Motivation ihrer Tat zunächst bestritten, tritt sie klar zutage.«

Niemand randaliere »zufällig« auf einem jüdischen Friedhof – »und schon gar nicht, wenn man die Gegend kennt, weil man in der Nähe wohnt«, sagt Pierre Levy, der Regionalvorsitzende des Rates jüdischer Einrichtungen in Frankreich (CRIF). Jacques Wolff, einer der wenigen Juden in Sarre-Union, ist entsetzt von der Tat: »Vandalismus hat es hier schon mehrmals gegeben, aber es ist das erste Mal, dass so viele Gräber umgestürzt und zerstört wurden.« Er merkt an, dass die Täter auch einen Gedenkstein für die Opfer der Schoa zerstört haben. »Ich bin sehr betroffen, mein Vater kam in Auschwitz ums Leben.«

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A top Shariah lawyer’s stunning response to the question: ‘Is there such a thing as moderate Islam?’

Auspeitschen, Bild. zukunftskinder.org

We sat down with a leading Shariah lawyer from Iran, Daniel Akbari, to discuss his illuminating new book ”Honor Killing: A Professional’s Guide to Sexual Relations and Ghayra Violence from the Islamic Sources, in which he seeks to awaken Americans to the generally antithetical nature of Islam to Judeo-Christian society, and specifically Shariah-dictated domestic violence towards women — up to and including so-called honor killings — and how we in the West can prevent such atrocities.


By Benjamin Weingarten|THE BLAZE

During the extensive interview, which you can skip to here, we had a chance to ask him a series of questions on the nature of Islam, its goals, tactics, how Western Muslims become jihadists, and all manner of other topics.

But it was in response to a question on whether there is such a thing as moderate Islam that Mr. Akbari, a man who studied at the seat of Shia religious learning at the Tehran University School of Law, and specialized in criminal and family law before leaving Iran, gave perhaps his most stunning response of all, stating:

What Erdogan, the Prime Minister of Turkey says is actually perfect and totally Islamic because Islam is Islam. We don’t have such a thing like — “radical Islam extremism” — many things that are said in Islam like beheading, like stoning, like flogging — they are not extremism acts, those are pure Islam.

…The second thing is, this is not “extremism,” this is “fundamentalism.” People who believe in [the] Koran understand it and practice it and take it serious.

About moderate Muslims, we have to…make a distinction between those people who come from Islamic backgrounds, come from [the] Middle East, their names are ‘Mohammed’…they might not believe in [the] Koran at all. They might just be atheists. They just come from that region.

Who are moderate Muslims in reality according to Akbari?

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Der Kampf der Christen gegen den IS

Bild: (c) REUTERS (STRINGER)

Im Nordosten des Landes haben die IS-Extremisten hunderte Christen verschleppt. Doch die assyrischen Christen der Region leisten in eigenen Kampfgruppen Widerstand.


Von Wieland Schneider|Die Presse

Das ganze Ausmaß der Katastrophe wurde erst nach und nach klar. Zunächst hieß es, etwa 90 Christen aus Nordsyrien seien von den Extremisten des sogenannten Islamischen Staates (IS) verschleppt worden. Am Donnerstag sprach dann Ablahd Kourieh, politischer Vertreter der assyrischen Christen, sogar von 350 bis 400 entführten Personen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters verlangte Kourieh Luftangriffe der von den USA geführten Anti-IS-Koalition, um den Vormarsch der Jihadisten zu stoppen. Am Donnerstagnachmittag stiegen dann die ersten Kampfflugzeuge auf, um in der Region Stellungen des IS zu bombardieren.

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