Elektronen reagieren verzögert auf Licht

Optische Attosekundenblitze fangen die Bewegung von Elektronen im Atom ein. © Christian Hackenberger
Physikern ist das bisher Unmögliche gelungen: Sie haben so kurze Laserblitze erzeugt, dass sie sogar die Reaktion von Elektronen auf Licht damit messen können. Ihre Attosekunden-Pulse sind die kürzesten je im sichtbaren Bereich erzeugten. Mit ihrer Hilfe haben die Forscher erstmals nachgewiesen, dass Elektronen auf die Zufuhr von Energie mit einer Verzögerung reagieren. Dieser Anregungsprozess galt bisher als zu schnell um gemessen zu werden, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.

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Es ist eine fundamentale Wechselwirkung von Licht und Materie: Wenn energiereiches Licht auf ein Atom fällt, reagieren dessen Elektronen darauf und springen auf ein höheres Energieniveau – sie werden angeregt. Dieser Prozess bildet die Grundlage für eine Vielzahl von Technologen, von der Fluoreszenzmikroskopie über Röntgenbeugungen bis hin zum Laser. Auch die optische Datenverarbeitung.

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Glauben : Wo ist Gott? – Kreationismus

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Wenn es um den Sinn des Lebens geht, stehen sich Religion und Wissenschaft meist als Widersacher gegenüber. Völlig zu Unrecht, findet Martin Nowak, Professor für Evolutionsbiologie in Harvard. Ein Gespräch über sein Vertrauen in Gott und in die Naturgesetze.

Interview: Andreas Lebert und Christian Schwägerl|ZEIT ONLINE

Charles Darwin hat Theologie studiert und sollte auf Wunsch seines Vaters Geistlicher werden. Doch nach seiner epochalen Forschungsreise wuchsen Darwins Zweifel an der christlichen Lehre, er bezeichnete sich später als Agnostiker. Viele prominente Evolutionsbiologen unserer Zeit distanzieren sich viel deutlicher vom Glauben als Darwin. Nicht so Martin Nowak, einer der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Wir treffen den Harvard-Professor in seinem Geburtsort Klosterneuburg bei Wien, wo er zu Besuch ist. Dort ist in den vergangenen Jahren das österreichische Institute of Science and Technology entstanden, ein Ort der Spitzenforschung, für den Nowak als Berater wirkt. Auf den Fluren laufen einem dort Ameisenforscher, Immunexperten, Robotiker und Physiker über den Weg. Nur in einem Raum geht es an diesem Nachmittag nicht um Spitzenforschung, sondern um ein Glaubensbekenntnis.

ZEIT Wissen: Herr Nowak, was macht Ihnen Angst?

Martin Nowak: Was mir Angst macht, ist, dass wir Menschen die Möglichkeit haben, Böses zu tun.

ZEIT Wissen: Lässt das Böse in der Welt Sie an Gott zweifeln?

Nowak: Augustinus zufolge ist die Natur Gottes, dass er das Gute auch aus dem Bösen erschaffen kann. Das Böse hat nicht die gleiche Existenz wie das Gute.

ZEIT Wissen: Sie sind Professor für Biologie und Mathematik an der Universität Harvard und leiten ein Programm für Evolutionsbiologie. Zugleich sind Sie gläubiger Katholik. Passt das zusammen?

Nowak: Sehr gut. Es gibt keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und christlicher Weltanschauung.

ZEIT Wissen: Das sehen oder sahen viele Ihrer sehr bekannten Kollegen in der Biologie anders, von denen einige große Namen behaupten, Wissenschaft und Glauben seien komplett inkompatibel.

Nowak: Aber die Argumente, die dabei vorgebracht werden, sind nicht wissenschaftlich, sondern subjektive Weltanschauungen. Sie liefern keinen Beweis, ob es Gott gibt oder nicht. Die Existenz Gottes kann man nicht wissenschaftlich prüfen. Jetzt zu sagen, ich interpretiere die wissenschaftlichen Beobachtungen, als ob sie zeigen würden, dass es Gott nicht gibt, das ist nicht wissenschaftlich. Das ist selbst eine Art von Religion. Eine Religion des Atheismus. Diese Haltung ist unter Biologen aus irgendeinem Grund häufiger verbreitet als unter Mathematikern und Physikern.

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Das Gender-Paradoxon 2016 von U. Kutschera vor der Auslieferung

Bild: RDF
Da in den letzten Wochen immer wieder Anfragen bzgl. des Fachbuchs „U. Kutschera: Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin“ eingegangen sind, folgt hier die gewünschte Information.

Von Ulrich Kutschera|Richard Dawkins-Foundation

Entgegen der ersten Ankündigung hat die Monographie, als Ergänzungsband zum UTB-Lehrbuch „Evolutionsbiologie“ Die Gott-lose Evolution und ihre Antriebskräfte, ca. 445 Druckseiten mit 75 Originalabbildungen und wird daher zum Preis von 24,90 € Ende Februar erhältlich sein. Obwohl im UTB-Standardwerk der Mensch, von der ersten bis letzten Druckseite, immer wieder als Biospezies behandelt wird, konnten dort aus Platzgründen zahlreiche humanbiologische Aspekte nicht berücksichtigt werden (vorgegebene Seitenzahl durch den Verlag). Daher folgen im „Gender-Paradoxon“ mehrere Kapitel, z. B. zur „Frau als primärem Geschlecht“, zu dem „neuen evolutionsbiologischen Menschenbild (Ganzkörper-XY- bzw. -XX-Modell)“ sowie ausführliche Darlegungen zur „Homosexualität bei Tieren, Pflanzen und Menschen“. Während im UTB-Lehrbuch der Kreationismus ausführlich thematisiert und als Pseudowissenschaft widerlegt worden ist, sind im Ergänzungsband, neben biowissenschaftlichen Abhandlungen zu „Sex und Gender“, die Thesen der Gender-Ideologen ausführlich dargelegt und ad absurdum geführt. Grundlegende Begriffe, wie z. B. „Heteronormalität“, „Biophobie“, „homoerotische Handlungen“, „Moneyismus“ (als Synonym für die Gender-Irrlehre) werden eingeführt.

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Türkisches Religionsamt: Augenbrauenzupfen ist Sünde

Kein Haar zu viel: Emine Erdoğan im Gespräch mit ihrem Mann, dem türkischen Präsidenten. (Foto: AFP)
  • Das staatliche Religionsamt der Türkei erklärt die Entfernung von Haaren an Augen und Oberlippe von Frauen zu einer Sünde.
  • Allerdings zeigen sich auch Frau und Tochter des konservativen Präsidenten Erdoğan mit gezupften Brauen.

Von Deniz Aykanat|Süddeutsche.de

Türkische Politiker und Geistliche sparen seit jeher nicht mit wertvollen Ratschlägen für die Frauen in ihrem Land. Kopftuch rauf. Kopftuch runter. Werdet Ärztinnen und Pilotinnen. Nein, bleibt daheim bei Kindern und Küche. Oder nehmen wir eine konkretere Handlungsanweisung des türkischen Vize-Ministerpräsidenten Bülent Arınç: Der forderte, dass Frauen gefälligst nicht so viel lachen sollten. Zumal in der Öffentlichkeit und womöglich auch noch laut. Wie ordinär, geht gar nicht!

Falls die Türkin nicht schon längst an einer Persönlichkeitsstörung leidet, dann ist das nur ihrem über Jahrzehnte eingeübten Stoizismus zu verdanken. Und ihrem Humor. Unter dem Hashtag #direnkahkaha (übersetzt in etwa: beharrlich hahahaha) lachten sich Türkinnen erst recht kaputt über Arınç.

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Nadelbäume machen Klimabilanz zunichte

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Europas Wälder sind in den letzten 150 Jahren zwar größer geworden, doch es wurden viele Nadelbäume gepflanzt. Sie halten die Wärme besser am Boden.

Von Roland Knauer|DER TAGESSPIEGEL

Wälder gelten als wirksames Mittel gegen den Klimawandel, denn sie binden große Mengen Kohlenstoff im Holz – so weit, so einleuchtend. Doch auch die Art der Forstwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle. Werden andere Bäume gepflanzt, kann der Klimaschutzeffekt zunichte gemacht werden. Davon berichten Forscher um Kim Naudts vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement in Paris und vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg im Fachblatt „Science“.

Sie haben die Entwicklung der europäischen Wälder seit 1750 genauer analysiert. Damals wurden massenhaft Bäume gefällt. Holz war ein unersetzlicher Rohstoff für Gebäude und Möbel und das wichtigste Brennmaterial. Obendrein brauchte die wachsende Bevölkerung für ihre Ernährung mehr Ackerflächen. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, verlor Europa in den ersten hundert Jahren dieses Zeitraums mit 190 000 Quadratkilometern eine Waldfläche, die mehr als der halben Größe Deutschlands entspricht.

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Arabisch als Pflichtfach: Tausend und eine Umnachtung

© dpa Wäre es sinnvoll, Arabisch bis zum Abitur verpflichtend zu unterrichten?
Die Flüchtlingsdebatte treibt die buntesten Blüten. Aber wie kommt ein Universitätspräsident auf die Idee, alle Schüler müssten jetzt Arabisch lernen? Ganz einfach: Der Mann glaubt an Zauberei.

Von Jürgen Kaube|Frankfurter Allgemeine

Thomas Strothotte, der Präsident der „Kühne Logistics University“ in Hamburg, hat einen Vorschlag zur wechselseitigen Integration von Deutschen und Flüchtlingen gemacht: Nicht nur sollten jetzt alle Flüchtlingskinder aus dem Nahen Osten Deutsch lernen, sondern auch alle deutschsprachigen Schüler Arabisch. Bis zum Abitur solle Arabisch verpflichtend werden. Schon im Kindergarten könne „geradezu spielend“ damit begonnen werden. Später soll die Klassensprache Englisch sein, mit der Begründung, das könnten weder die Deutschen noch die Flüchtlinge, weswegen sie unter diesen Umständen „auf Augenhöhe“ begännen. In all dem liege die Anerkennung, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. Wären statt des Englischen das Deutsche und das Arabische sogar gleichberechtigte Unterrichtssprachen, würden die Kinder sich als künftige Partner der Wandlungsprozesse im Nahen Osten empfehlen.

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Islamische Feministinnen kämpfen um Anerkennung

Feminismus © Pete @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Islamischer Feminismus ist für viele ein Widerspruch. Nicht-Muslime betrachten den Islam oft als unterdrückerische Religion, Muslime sehen im Feminismus meist ein westliches, antiislamisches Konzept. Beides Irrtümer, sagen muslimische Feministinnen.

Von Sophie Elmentahler|MiGAZIN

„Es ist wichtig, dass wir nicht nur einen muslimischen Feminismus vertreten, sondern einen islamischen,“ sagt die islamische Theologin Anse Tamara Gray aus den USA. Auf der Konferenz „Islamischer Feminismus – Internationale Annährungen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am Mittwochabend in Berlin hielt sie den Eröffnungsvortrag. Gray will den Feminismus im Islam auf eine theologische Basis stellen und nicht nur als Muslimin feministische Positionen vertreten. Man könne sich prinzipiell fragen, ob Feminismus und eine Religion wie der Islam überhaupt kompatibel seien, sagt sie. „Wenn wir uns aber darauf einigen, dass Feminismus bedeutet, für die Ermächtigung und Gleichberechtigung aller Frauen einzutreten“, dann gebe es keinen Grund, einen islamischen Zugang auszuschließen.

Theologinnen, die die islamischen Quellen wie Koran und Hadith feministisch interpretieren, gehen davon aus, dass die meisten gängigen Praktiken und Interpretationen patriarchal verzerrt sind, also die Schriften in einem Frauen benachteiligenden Sinne auslegen. „Die erste und fundamentale Erkenntnis, die man aus dem Studium der religiösen Quellen ziehen kann, ist, dass der Prophet Mohammed Frauen als gleichwertige Gläubige und Personen angesehen hat“, sagt Gray. Das sei für die damalige Zeit geradezu radikal gewesen. Vieles, was heutigen muslimischen Frauen oft abgesprochen werde – wie das Recht auf Bildung, eigenes Geld zu verdienen oder politisch aktiv zu sein – sei aus den religiösen Quellen klar abzuleiten. Allerdings gebe es viele Hindernisse bei der Durchsetzung solcher Rechte. Neben Problemen wie Armut und Krieg in vielen islamischen Ländern seien das vor allem kulturelle Gepflogenheiten, Unkenntnis und die Angst vor Verwestlichung.

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MRT-Kontrastmittel bleibt im Gehirn

Patient bei einer Untersuchung im Magnetresonanz-Tomografen (MRT) © Fuse/ thinkstock
Forscher warnen: Das in Kontrastmitteln enthaltene Metall Gadolinium kann nach einer Magnetresonanz-Tomografie (MRT) im Gehirn zurückbleiben. Offenbar löst sich das giftige Seltenerd-Metall von seiner Trägersubstanz und lagert sich dann im Hirngewebe ab, wie erste Berichte zeigen. Noch ist nicht bekannt, ob dies zu Gesundheitsschäden führt, Mediziner raten aber vor Mehrfach-Untersuchungen mit Kontrastmitteln ab.

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Das Seltenerd-Metall Gadolinium ist magnetisch und eignet sich deshalb gut als Kontrastmittel für Kernspin-Untersuchungen. Es wird in die Vene gespritzt, verteilt sich und macht dann im Körper sonst schwer erkennbare Organstrukturen und -funktionen sichtbar. Der Nachteil: Durch den starken Einsatz des Gadoliniums in der Medizin gelangt es in Gewässer wie den Rhein und reichert sich dort in Wasserorganismen an. Auch im Trinkwasser wurde es bereits nachgewiesen.

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Rapide Steigerung evangelischer Kirchenaustritte

Bild: tilly
Bild: tilly
Die neusten Daten zeigen: 2014 kehrten 270.000 Protestanten ihrer Kirche den Rücken, das sind 52,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

kath.net

Die Zahl der Austritte aus den evangelischen Landeskirchen hat einen neuen Höchststand seit 1995 erreicht. Das geht aus der neuen EKD-Statistik hervor, die in Hannover veröffentlicht wurde. 270.003 Protestanten verließen demnach 2014 ihre Kirche. Das waren 52,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Als Hauptursache für den Aderlass nennen die Kirchen den neu geregelten Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Seit dem 1. Januar 2015 behalten Geldinstitute und Versicherungen diese Beträge automatisch ein. Die Ankündigung des Verfahrens hatte 2014 erhebliche Irritationen ausgelöst und die Kirchenaustritte stark ansteigen lassen. Selbstkritisch räumten die Kirchen ein, dass sie die neue Regelung nicht ausreichend kommuniziert hätten. Die höchsten Austrittsquoten haben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) mit jeweils 1,7 Prozent der Mitglieder sowie die evangelischen Kirchen in Bremen und Mitteldeutschland (jeweils 1,6 Prozent). Die prozentual wenigsten Austritte verzeichneten die Evangelisch-reformierte Kirche (0,6 Prozent) sowie die Landeskirchen in Kurhessen-Waldeck, Lippe, Westfalen (jeweils 0,8 Prozent) und Schaumburg-Lippe (0,9 Prozent). Die Zahl der Kircheneintritte innerhalb der EKD ging 2014 deutlich zurück: Sie sank um 11,9 Prozent auf 44.151.

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Vogelspinne bekommt den Namen von Johnny Cash

Aphonopelma johnnycashi – diese neuentdeckte Vogelspinne ist nach Johnny Cash benannt © Chris Hamilton
Country-Sänger als Spinnenpate: Künftig wird eine große, schwarze Vogelspinne den Namen des berühmten Sängers Johnny Cash tragen: Aphonopelma johnnycashi. Denn sie erinnert nicht nur in ihrer Farbe an den “Man in Black”, Forscher entdeckten sie zudem ganz in der Nähe des Folsom Gefängnisses in Kalifornien – und dieses hat der Sänger in einem Lied verewigt. Die neue Vogelspinne ist dabei nur eine von insgesamt 14 neuentdeckten Vogelspinnen-Arten.

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Wer glaubt, neue Arten lassen sich nur in entlegenen Gebieten entdecken, der irrt. Zwar stoßen Biologen natürlich auch im tiefsten Regenwald oder in der Tiefsee auf unbekannte Tiere und Pflanzen, aber selbst vor unserer Haustür entpuppen sich manche Wesen plötzlich als neue Art.

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Tödlicher Kampf zwischen Orang-Utan-Weibchen

Das Orang-Utan Weicbehn Sidony starb nach einem Kampf mit ihrer Artgenossin Kondor und deren “Schläger” © Anna Marzec
Überraschend brutal: Im Regenwald Indonesiens haben sich zwei wilde Orang-Utan-Weibchen einen tödlichen Kampf geliefert. Unterstützt von ihrem männlichen “Bodyguard” biss und schlug eine Äffin ihre Artgenossin so lange, bis diese schwerverletzt am Boden lag. Ein solcher Gewaltausbruch zwischen Weibchen wurde bei diesen Menschenaffen noch nie zuvor beobachtet, wie die Biologen berichten. Auch das “Anheuern” eines männlichen Helfers sei extrem außergewöhnlich.

scinexx

Menschenaffen können durchaus aggressiv werden. Davon zeugen Schimpansen, die Rivalen attackieren, gemeinsam Jagd auf andere Affen machen oder gegen konkurrierende Trupps vorgehen. Sogar eine nervende Kameradrohne wurde schon von einer Zoo-Schimpansin attackiert.

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“In göttlichem Auftrag”: Mann gesteht Mord an niederländischer Ex-Ministerin

Els Borst, 2002. Bild: wikimedia.org/PD

2014 wurde die frühere Gesundheitsministerin der Niederlande Els Borst tot aufgefunden. Nun hat ein Mann gestanden, die 81-Jährige erstochen zu haben – weil sie die aktive Sterbehilfe legalisierte.

SpON

Ein Mann hat den Mord an der früheren niederländischen Gesundheitsministerin Els Borst 2014 gestanden. Er habe einen “göttlichen Auftrag” erhalten sie zu töten, da sie für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden verantwortlich gewesen sei, begründete der Mann vor dem Strafgericht in Rotterdam seine Tat.
Die damals 81-jährige linksliberale Politikerin war im Februar 2014 in ihrem Haus bei Rotterdam mit Dutzenden Messerstichen getötet worden. Die Tat hatte große Bestürzung in den Niederlanden ausgelöst.
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Missionswerk missio fordert Ende der Mädchenbeschneidung

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Das Internationale Katholische Missionswerk missio hat ein Ende der Genitalverstümmelung von Mädchen gefordert. Die Beschneidung verletze das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, erklärte missio-Präsident Klaus Krämer zum internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar. “Wir dürfen nicht nachlassen im Kampf gegen diese grausame Praxis.”

evangelisch.de

Gesetzliche Verbote reichten nicht aus, vielmehr müsse es eine Bewusstseinsänderung der Bevölkerung geben, betonte Krämer am Donnerstag. Er warb für Aufklärungsprogramme in den betroffenen rund 30 Staaten Afrikas und des Mittleren Ostens. Das Aachener Missionswerk hat den Angaben zufolge in den vergangenen drei Jahren solche Projekte in Kenia und Tansania mit 164.000 Euro gefördert.

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Moralische Versager und wissenschaftliche Dilettanten

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Bischof Fürst (DBK-Bioethikkommission) warnt vor Genmanipulationen an menschlichen Embryonen, dies verändere gezielt Keimzellen des betreffenden Menschen sowie Genstruktur nachfolgender Generationen – „Verbrauchende Embryonenforschung“

kath.net

Vor „gravierendsten ethischen Probleme“ warnt Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) in der DBK-Stellungnahme zur Genehmigung an eine britische Forschergruppe, künftig das Erbgut von Embryonen verändern zu dürfen. Fürst äußerte sich in seiner Funktion als der Vorsitzende der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz. Zum einen seien „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“ „aus Sicht der katholischen Kirche moralisch nicht erlaubt“, „sie verändern gezielt nicht nur die Keimzellen des betreffenden Menschen, sondern auch die Genstruktur nachfolgender Generationen“. Außerdem ist vorgesehen, „dass die genetisch manipulierten Embryonen nach wenigen Tagen vernichtet und nicht in die Gebärmutter einer Frau eingepflanzt werden dürfen. Dies veranschaulicht deutlich, dass es sich hier um verbrauchende Embryonenforschung und damit um die Tötung menschlichen Lebens handelt. Auch der künftige Anwendungsbereich, die In-vitro-Fertilisation, hat die Selektion und Verwerfung menschlicher Embryonen zur Folge.“

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Mediziner: “Viele Studien sind nicht reproduzierbar”

foto: apa / barbara gindl Systemische Reviews, die mehrere Studien zusammenfassen, hält John P. A. Ioannidis zwar für eine gute Idee, bei Medikamenten würden sie aber oft Marketingzwecken dienen.
Die Anreizstrukturen in der medizinischen Forschung stellen sich mitunter der Wahrheitssuche entgegen, sagt der Stanford-Wissenschafter John Ioannidis.

Von Julia Grillmayr|derStandard.at

Studien, die nicht reproduzierbar sind, und Forschung, die nicht dem Wohl der Patienten dient, sondern den Profit der Medikamentenhersteller erhöhen soll – egal, ob eine Behandlung wirksam ist, oder nicht: Derlei Kritik ist medizinische Forschung, die von Pharmakonzernen gesponsert ist, oft ausgesetzt. 2005 prangerte der US-amerikanische Mediziner John P. A. Ioannidis mit dem Aufsatz “Warum die meisten der publizierten Forschungsergebnisse falsch sind” die selektive und manipulierende Publikationspraxis in der Wissenschaft an. Bei einem Besuch in Wien sprach er über aktuelle Probleme in den Strukturen der medizinischen Forschung.

STANDARD: Vor zehn Jahren sorgten Sie mit dem Aufsatz über manipulierende Publikationen in der Medizin für Aufsehen. Hat sich die Situation seither verbessert?

Ioannidis: Es hat sich vieles verbessert. Es gab damals etwa noch keine Registrierung klinischer Studien und auch keine Kultur, diese Studien zu wiederholen und zu vergleichen. Aber wenn ich jetzt zufällig ein wissenschaftliches Paper herauspicke, weiß ich nicht, ob die Wahrscheinlichkeit, dass es korrekt ist, heute größer wäre als 2005. Der Grund dafür ist, dass heute viel mehr geforscht und publiziert wird – vieles darunter hat sich deutlich verbessert, anderes nicht. Es gibt also noch immer viele Studien, die nicht reproduzierbar sind.

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Neuer Antisemitismus: Der deutsche Hafen ist nicht mehr sicher

Neues Leben. Die Synagoge in der Rykestraße in Prenzlauer Berg wurde 2007 wieder eingeweiht. – Foto: picture-alliance/ dpa
Nach dem Ende der Sowjetunion kamen viele Juden nach Deutschland. Nun schwindet die Erinnerung an den Holocaust. Und mit den muslimischen Migranten wächst der Antisemitismus – auch auf deutscher Seite.

Von Sonja Margolina|DER TAGESSPIEGEL

Vor 25 Jahren hat die deutsche Regierung beschlossen, Juden und Menschen mit jüdischen Vorfahren aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion als Kontingentflüchtlinge im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion nach Deutschland einreisen zu lassen. Dieses Refugium zeigt heute Risse. Angesichts der anhaltenden Fluchtwelle aus arabischen Staaten und des damit importierten Antisemitismus fühlen sich Juden nicht mehr sicher. Manche machen sich Gedanken über eine Auswanderung, diesmal aus Deutschland.

Deutschland war nicht das einzige Land, das nach dem Ende des Kalten Krieges Juden offenstand. Sie konnten mühelos nach Israel, aber auch in die USA ziehen, die sie seit den 70er Jahren bevorzugt aufnahmen. Die Vorstellung, dass Juden nun ins „Land der Täter“ zurückkehren wollten, sorgte in Israel und in den zionistischen Organisationen weltweit für Empörung.

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Theodor Lessing: “Alle Geschichte ist Lüge”

“Der Mensch ist mehr als sein Zahn”, sagt einer der Kritiker des historischen Anspruchs der Evolutionsbiologen. (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)
Im 2014 gegründeten Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte hocken keine Historiker zwischen Bücherregalen, sondern Genetiker im Labor. Mit Hilfe der Evolutionsbiologie soll Geschichte neu geschrieben werden. Klassischen Historikern gefällt das gar nicht – das wurde bei einer Tagung in Darmstadt deutlich.

Von Ludger Fittkau|Deutschlandradio Kultur

Die Historiker fühlen sich von Genetikern und Evolutionsbiologen herausgefordert. Denn seit zwei Jahren gibt es in Jena das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. Dort leitet Wolfgang Haak eine Forschungsgruppe mit dem Namen “Molekulare Anthropologie”. Haak erläuterte diesen Forschungsansatz auf dem Darmstädter Podium den skeptischen Geschichtswissenschaftlern am Beispiel von Genanalysen, die sein Team aus Jahrtausende alten menschlichen Überresten gewann. Es geht um Ähnlichkeiten und Unterschiede im Erbgut der Jäger und Sammler gegenüber den ersten Ackerbauern:

“Es hat sich da herausgestellt basierend auf den genetischen Analysen, dass die Jäger und Sammler sich ganz deutlich von den Früh-Bauern unterscheiden in ihrer genetischen Zusammensetzung. Die Jäger und Sammler haben eine genetische Komponente, die ist sehr homogen, egal wo wir schauen in Europa. Die spanischen Jäger und Sammler sehen so aus wie die südskandinavischen. Eine Probe, die wir aus Luxemburg hatten, sieht sehr ähnlich aus wie die aus Russland.”

“Der Mensch ist mehr als sein Zahn”

Die Früh-Bauern wiederum hätten teilweise andere Gene, lauten die Laborergebnisse der Jenaer Evolutions-Biologen. Nur: Was sagt uns das konkret über die Ereignisse dieser historischen Epoche oder gar die Entwicklung der gesamten Menschheitsgeschichte? Die Historiker auf dem Darmstädter Podium warnten vor biologischen Determinismus.Jörg Feuchter, Mittelalter-Historiker der Berliner Humboldt-Uni:

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„Eine Schande für die Religion“ – Jesidinnen schildern ihre IS-Gefangenschaft

Bild: dtj
Die Titel sind schlicht, die Geschichten erschütternd: Junge Frauen veröffentlichen Bücher über ihre Zeit als Gefangene der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Sie können auch als Weckruf für Europa gelesen werden.

DTJ Online

Seit zwei Jahren haben die Jesiden im Nahen Osten traurige Bekanntheit erlangt. Immer wieder werden Angehörige der Minderheit von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hingerichtet und entführt; laut Schätzungen des Zentralrats der Jesiden in Deutschland wurden bis Ende des vergangenen Jahres 5.000 Frauen versklavt. Mehrere neue Bücher machen einige Einzelschicksale hinter den Schlagzeilen nun greifbar.

Jungen würden als Kindersoldaten ausgebildet, Mädchen „misshandelt, vergewaltigt, entmenschlicht“, so beschreibt es der Psychologe Jan İlhan Kızılhan (im Bild mit jesidischen Flüchtlingen im Nordirak) im Interview des Europa-Verlags. Er behandelt hunderte Betroffener, darunter eine Jesidin, die unter dem Pseudonym Shirin das Buch „Ich bleibe eine Tochter des Lichts“ veröffentlicht hat. Das Land Baden-Württemberg sorgt für die psychosoziale Betreuung von insgesamt 1.000 misshandelten Frauen. „Wieso können Menschen anderen Menschen so etwas antun?“, habe Shirin ihn immer wieder gefragt, sagt Kızılhan. „Sie schaute in meine Augen, als wartete sie auf eine Antwort. Ich hatte keine.“

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AfD-Redeverbot auf Katholikentag – öffentliches Geld wird aber genommen

AfD-Vorsitzende Frauke Petry: Jetzt wettert sie auch gegen die katholische Kirche. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
“Diskussionsunfähig: Frauke Petry verurteilt die katholische Kirche. Zuvor wurde bekannt, dass keine AfD-Politiker auf dem Leipziger Katholikentag im Mai reden sollen.

Augsburger Allgemeine

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat scharf kritisiert, dass Politiker ihrer Partei beim 100. Katholikentag Ende Mai in Leipzig nicht zu Wort kommen sollen. Auf MDR INFO warf sie der katholischen Kirche eine «Unkultur des Nicht-Miteinander-Redens» vor.

“Die islamische Welt lebt in völliger Sünde”

Analphabetismus, wenig Bildung: Die muslimische Welt sei in einem schlimmen Zustand, klagt ein einflussreicher Prediger aus Tunesien. Er zieht deshalb erstaunliche Schlussfolgerungen.

DIE WELT

In Tunesien ist Abdelfattah Mourou ein einflussreicher Mann: Der Rechtsanwalt ist Mitgründer der islamistischen Partei Ennahdha und Vizepräsident des Parlaments in Tunis. Der 67-Jährige ist aber auch ein Islamgelehrter, und in dieser Funktion hielt er am 1. Januar dieses Jahres als Gast in einer amerikanischen Moschee eine erstaunliche Predigt.

Die muslimische Gemeinschaft sei in einem erschreckenden Zustand, sagte Mourou im islamischen Zentrum von Paterson im US-Bundesstaat New Jersey. Er rief die amerikanischen Muslime dazu auf, als Vorbilder für einen modernen Islam zu dienen und der Religion “neue Hoffnung” einzuimpfen.

In seiner Predigt, die von der unabhängigen Organisation The Middle East Media Research Institute (MEMRI) auf Video aufgezeichnet und aus dem Arabischen übersetzt wurde, nahm Mourou Bezug auf das “goldene Zeitalter” des Islams im frühen Mittelalter, in dem die Wissenschaften unter der Herrschaft der Kalifen florierten. “Sieben Jahrhunderte lang lieferte der Islam der Menschheit Wissen und Weisheit”, sagte Mourou. “Wo sind das Wissen und die Weisheit der Muslime heute geblieben?”

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de omnibus dubitandum

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