Die Heuchelei in der deutschen Türkeipolitik

Bild: heise.de/tp
Solange der türkische Geheimdienst türkische und kurdische Linke bespitzelte, gab es keine Empörung

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Heute scheint es, wenn es um das deutsch-türkische Verhältnis geht, in Deutschland keine politischen Differenzen mehr zu geben. Erdogans Spitzel endlich ausweisen fordert Sevim Dagdelen von den Linken. Über Twitter beschwört sie die ganz große Koalition gegen Erdogan. Sahra Wagenknecht (Linke) und Norbert Lammert CDU) überbieten sich in Verbalinjurien gegen den autoritären türkischen Präsidenten und warnen vor den Folgen eines erfolgreichen Referendums.

Das ist natürlich folgenlose Rhetorik, die unter Umständen noch dem Erdogan-Lager nutzt, wenn es darauf verweisen kann, dass ihn eine ganz große Koalition in Deutschland weghaben will. Dabei hätte eine Linke, die ihren Namen verdient und nicht immer die deutsche Souveränität mal gegen die USA und seit Monaten besonders vehement gegen die Erdogan-Türkei verteidigen will, genügend Gründe, die staatliche Heuchelei in der deutschen Türkeipolitik in den Mittelpunkt zu rücken.

Da wurden erst kürzlich gegen kurdische Verbände die Daumenschrauben angezogen. Sie machen sich jetzt schon strafbar, wenn sie Konterfeis von Öcalan und Symbole von syrischen Kurdenorganisationen tragen, die eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Islamisten spielen.

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Gelähmter Mann isst und trinkt – dank Elektroden in Gehirn und Arm

Zum ersten Mal seit zehn Jahren konnte Bill Kochevar dank der Neuroprothese weitgehend selbstständig essen und trinken © Russell Lee/Case Western Reserve University/AP
Vor zehn Jahren stürzte Bill Kochevar mit seinem Fahrrad so schwer, dass er seitdem fast vollständig gelähmt war. Nun kann der 56-Jährige wieder eine Gabel benutzen und am Kaffee nippen – mithilfe seiner Gedanken.

stern.de

Wissenschaftler in den USA haben einen Durchbruch bei der Behandlung eines Patienten mit schwersten Lähmungen vermeldet: Experten an der Western Reserve University in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio konnten einem fast vollständig gelähmten Mann dabei helfen, seinen rechten Arm zu steuern und zu kontrollieren.

Es handele sich um eine medizinische „Premiere“, bei der die Wirbelsäulenverletzung mit einer speziellen Neuroprothese überbrückt werde, erklärten die Forscher im Fachmagazin „The Lancet“. „Unseres Wissens ist es das erste Mal weltweit, dass ein Mensch mit schweren und chronischen Lähmungen durch unmittelbare Gehirntätigkeit seinen Arm und seine Hand bewegt, um zielgerichtete Bewegungen auszuführen“, sagte Hauptautor Bolu Ajiboye.

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Katholische Verbände: Christentum elementarer Teil der Leidkultur

AKV-Präsident Kukacka: Symbolik des Kreuzes auch in der säkularisierten Gesellschaft „tief verankert“ – Kreuz spiegelt grundlegende, soziale und kulturelle Wurzeln der Gesellschaft und ihrer Rechts- und Werteordnung wider

kath.net

Für Kreuze im öffentlichen Raum hat sich einmal mehr die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) ausgesprochen. Das Christentum sei ein elementarer Teil der Leitkultur Europas und mache einen wichtigen Teil der europäischen Identität aus, so AKV-Präsident Helmut Kukacka in einer Aussendung am Dienstag: „Diese Leitkultur ist geprägt von christlich-jüdischen Traditionen und Wertevorstellungen, den Werten der Aufklärung sowie unserer Geschichte und Kultur.“ Die AKV trete dafür ein, „dass dieses Erbe des Kontinents auch in Zukunft erhalten bleibt“, so Kukacka unter Verweis auf eine entsprechen Resolution der jüngsten AKV-Generalversammlung.

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Staatsfeinde auf 69 Seiten

Die SPD-Politikerin Michelle Müntefering ist seit Jahren Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe. (Foto: picture alliance / dpa)
  • Ein Dossier des türkischen Geheimdiensts zeigt: Für Ankara stehen Hunderte Menschen in Deutschland der „Fetullahistischen Terrororganisation“ nahe.
  • Auf den Listen der angeblichen Staatsfeinde steht auch der Name der SPD-Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering.
  • In dem Dossier wird behauptet, dass die Gülen-Bewegung seit 1990 in Deutschland aktiv sei und eine „verwurzelte Organisierung“ besitze.

Von Hans Leyendecker, Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Als die SPD-Politikerin Michelle Müntefering, 36, ihrem Mann Franz, der mal Parteichef, Minister und Vizekanzler war, sagte, dass sie sich jetzt im Bundestag auch um Außenpolitik kümmere, gab der ihr einen Ratschlag: „Dann musst du die New York Times abonnieren und distinguiert gucken.“

Inzwischen weiß die SPD-Abgeordnete aus dem Ruhrgebiet, die 2013 immerhin 48,6 Prozent der Erststimmen in ihrem Wahlkreis bekommen hatte, dass es in diesem Bereich der Politik oft gar nicht vornehm zugeht. Manchmal richtig dreckig sogar.

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„Heiliger Zorn“ – CDU-Politiker Heiner Geißler rügt die Kirchen

Heiner Geißler auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Heike Huslage-Koch
Der CDU-Politiker Heiner Geißler (87) hat die beiden großen Kirchen gerügt. „Mich packt der heilige Zorn, wenn ich an die offizielle evangelische und katholische Theologie denke“, sagte der frühere Bundesminister und Jesuitenschüler der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.

evangelisch.de

Die katholische Kirche könne „sich noch nicht einmal auf ein gemeinsames Abendmahl einigen. Die politische Dimension des Christentums steht während der gesamten Reformationsfeierlichkeiten im Hintergrund. Das ist absurd, ein groteskes Missverständnis des Evangeliums.“ Er selbst habe mit den Jahren angefangen, „an Gott zu zweifeln“.

Geißler beklagte zudem eine unzureichende geistige Führung in den Kirchen. Diese müssten „Widerstand leisten gegen die Mächtigen dieser Erde. In der Welt des Kapitalismus, der Investmentbanker, einer gigantischen Finanzindustrie mit ihren gesellschaftlichen Leitbildern Egoismus, Gier, Geiz, Erfolg, Dividende, Konsum, Rang und Titel ist Jesus eine totale Provokation und die Verkörperung von Menschlichkeit und Barmherzigkeit“, mahnt der Autor und Redner: „Stattdessen preisen die Kirchen Gott und blasen die Posaune von den Türmen ihrer leeren Kirchen.“

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Journalisten kritisieren hohe Kosten für Flüge mit dem Papst

Bild: tilly
Plätze im Flugzeug des Papstes kosten erheblich mehr als vergleichbare normale Flüge. 30 Journalisten wichtiger Medien haben einen Protestbrief an die vatikanischen Verantwortlichen geschrieben.

kath.net

Etwa 30 Journalisten der bedeutendsten internationalen Nachrichtenmedien haben in einem Brief ihre „Überraschung“ über die hohen Kosten für den Flug mit der Maschine des Papstes von Rom nach Fatima und zurück zum Ausdruck gebracht. Das berichtet die Nachrichtenseite Breitbart.com.

Der Flug soll € 1.738 in der Economy-Klasse kosten, eine Summe, die in keinem Verhältnis zum Marktpreis stünde, schreiben die Redakteure in dem Brief, der an Unterstaatssekretär Angelo Becciu, an Msgr. Mauricio Rueda Beltz, den Organisator der päpstlichen Reisen und an Greg Burke, den Pressesprecher des Heiligen Stuhls, gerichtet ist. Der gleiche Flug würde bei Online-Buchung nur € 232 kosten.

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How Trump’s Climate Takedown Will Fail

Image: MOTHERBOARD
To undo the Clean Power Plan, the EPA will have to undergo the same years-long process it took to craft it to begin with

By Grennan Milliken | MOTHERBOARD

President Donald Trump signed a sweeping executive order on Tuesday aimed at dismantling the legislative architecture President Obama put in place to protect the environment. But it will take much more than his blessing to make it happen.

The majority of Trump’s demands would take years to complete and are likely to face fierce opposition from environmentalists and blue states alike. What’s more, they will most likely dissolve into legal disputes.

The order instructs EPA administrator Scott Pruitt to begin the lengthy process of deconstructing the Clean Power Plan, an Obama-era rule designed to lower carbon emissions from coal-fired power plants 32 percent by 2030.

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500. Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass zur Debatte über moderne Religionspolitik

Bild: HVD

Berlin: Am Montagabend sprach HVD-Präsident Frieder Otto Wolf im Französischen Dom mit Margot Käßmann, EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer und dem Politologen und Autor Erik Flügge über die Frage: „Reformation feiern – wieso?“

HVD-Bundesvorstand

An den Reformationsfeiern unter staatlicher Beteiligung gab und gibt es auch Kritik. Was feiert der Staat 2017? Und was feiert die Kirche? Ist die Reformation überhaupt ein Grund zu feiern, woran wird eigentlich erinnert und gedacht? Soll der Staat sich an diesem Jubiläum beteiligen oder ist das allein eine religiöse Angelegenheit? Wie entwickelt sich das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft, wenn auf der einen Seite die Mitgliederzahlen sinken, andererseits die Kirche in vielen zivilgesellschaftlichen Feldern immer mehr als Partner an Bedeutung gewinnen, sei es in sozialen Fragen, bei der Begleitung von Geflüchteten oder in der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus?

Frieder Otto Wolf kritisierte in der Podiumsdiskussion im Französischen Dom auf dem Gendarmenmarkt die staatlichen Zuschüsse für das Reformationsjubiläum und die vorhergehende „Lutherdekade“. Diese seien einseitig verteilt worden und hätten so allein der „protestantischen Kirche Gelegenheit gegeben, ihre Version der Reformation zu vermitteln“, sagte Wolf. Er sprach sich ebenfalls gegen Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kirchentage aus, sofern Förderungen für vergleichbare Ereignisse anderer religiöser oder weltanschaulicher Gruppen nicht zur Verfügung stehen. Für den in diesem Jahr in Nürnberg durchgeführten Humanistentag wurde keine finanzielle Unterstützung durch das Land oder die Kommune gewährt.

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RBB: Facebook löscht «Fussilet»-Auftritt nicht

FB-Seite von Fussilet 33. Svreenshot vom 29.03.17 bb
Facebook weigert sich dem RBB zufolge seit Wochen, den Internetauftritt des verbotenen Moschee-Vereins «Fussilet 33» zu löschen.

n-tv

In dem Verein war der Attentäter vom Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, Anis Amri, häufig verkehrt. Die Berliner Innenverwaltung hatte das soziale Netzwerk aufgefordert, den Auftritt des Vereins zu löschen, nachdem er verboten worden war. Dass das bis heute nicht geschehen sei, sei inakzeptabel, sagte ein Sprecher der Behörde dem Sender.

Facebook erlaubt Werbung von Holocaust-Leugner Honsik

foto: apa/hochmuth Gerd Honsik 2010 bei seinem Prozess wegen Wiederbetätigung.
Inhalte des wegen Wiederbetätigung verurteilten Neonazis werden Nutzern in ihre Timeline gespült

derStandard.at

Er betreibt laut dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) seit Jahrzehnten „rassistische und antisemitische Propaganda sowie die Leugnung oder Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen“: Der wegen Wiederbetätigung verurteilte Gerd Honsik gilt als Vordenker in „zentralen Gruppierungen der österreichischen Neonaziszene“. Jetzt darf er frei auf Facebook Werbung für seine neuen Ergüsse machen. Wie „orf.at“ berichtet, werden Facebook-Usern seit einigen Wochen Werbeanzeigen für das „Radio Honsik“ in die Timeline gespült.

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Mexiko: Freispruch, weil der Vergewaltiger keinen Spaß hatte

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Skandalöses Urteil in Mexiko: Weil der Angeklagte in einem Vergewaltigungsprozess seine Tat angeblich nicht genossen hat, ist er von einem Richter freigesprochen worden.

SpON

Nach einer Silvesterparty soll Diego Cruz gemeinsam mit drei weiteren Schülern einer Eliteschule eine Klassenkameradin sexuell missbraucht haben. Vor einem mexikanischen Gericht war er angeklagt, das Mädchen an den Brüsten berührt und sie mit den Fingern penetriert zu haben.

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Zentralrat der Juden: „Die AfD bereitet uns wirklich Sorgen“

© dpa Gegen den Willen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry feierte der rechtsradikale Flügel auf dem Parteitag in Sachsen Erfolge.
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland warnt „eindringlich“ vor der AfD. Mit deren Wahlerfolg sei der „Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Frankfurter Allgemeine

Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, hat nachdrücklich vor der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gewarnt. Es habe schon immer rechte Gruppierungen wie etwa die Republikaner oder „Pro NRW“ gegeben, „aber zum ersten Mal haben wir mit der AfD eine Partei, die uns wirklich Sorgen bereitet“, sagte er am Dienstagabend in Bonn. Anders als diese Parteien kämen die Wähler der AfD nicht von irgendwelchen Rändern, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. „Der berühmte Satz ’Der Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen’, ist aus unserer Sicht wahr“, sagte Lehrer vor Oberstufenschülern des Bonner Beethoven-Gymnasiums.

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Katholisches Krankenhaus in Kritik

Bild: tilly
Das Berliner Franziskus-Krankenhaus steht wegen seiner Personalpolitik in der Kritik. Der Sender rbb wirft der Klinik unter Verweis auf eine Recherche am Dienstag vor, arbeitsvertragliche Richtlinien der Caritas umgangen sowie langjährige Mitarbeiter entlassen und teils durch Niedriglöhner ersetzt zu haben.

Radio Vatikan

Der katholische Elisabeth-Vinzenz-Verbund (EVV) wies als Träger des Krankenhauses die Vorwürfe zurück. Er erklärte, aufgrund der negativen Bilanzen des Krankenhauses seit 2013 seien umfassende Sparmaßnahmen notwendig gewesen. Dazu habe auch die betriebsbedingte Kündigung von 34 Beschäftigten in Dienstleistungsbereichen des Krankenhauses gehört. Ihnen seien aber „bei Interesse und Eignung Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des EVV oder in eigenen Dienstleistungsgesellschaften mit marktüblichen Tarifstrukturen und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften angeboten“ worden. Der EVV erklärte zudem, die Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich zwängen alle Krankenhausträger dazu, „patientenferne Dienstleistungen“ auszulagern. 

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Deutsche Bischöfe gegen ‚Ehe für alle‘: Verfassungsrechtliche Bedenken

Logo Deutsche Bischofskonferenz

DBK-Familienbischof Koch sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Die deutschen Bischöfe sprechen sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus.“

kath.net

„Die deutschen Bischöfe sprechen sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus. Sie teilen die verfassungsrechtlichen Bedenken, die gegen eine einfachgesetzliche Einführung einer Ehe für alle vorgetragen werden.“ Dies stellte der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, wörtlich gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ fest. Er erinnerte daran, dass die deutschen Bischöfe in ihren Stellungnahmen zu eingetragenen Lebenspartnerschaften stets deren Unterschied zu den Ehen betont hatten. „Anders als die Ehe kann die eingetragene Lebenspartnerschaft aus sich heraus keine Kinder hervorbringen.“

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Fukushima: Atommüllproblem eskaliert, Robotererkundung wieder gescheitert

Verladen kontaminierter Erde. Bild: Umweltministerium
Recycling-Idee: Das Umweltministerium will mit der kontaminierten Erde aus den evakuierten Gebieten, die sich auftürmt, Parks schaffen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Um die 400 Tonnen Wasser fließen durch das havarierte AKW Fukushima, um die Kernschmelze zu kühlen, dabei ist aber auch Grundwasser. Das radioaktive Wasser wird, soweit es geht, dekontaminiert, was aber nicht vollständig möglich ist und Tritium zurückbleibt, weswegen es in riesigen Tanks aufgesammelt wird.

Fast eine Million Tonnen radioaktiv belastetes Wasser wird derzeit in 1000 Tanks gesammelt. Jedes Jahr kommen 150.000 Tonnen dazu. Ungeklärt ist, was damit gemacht werden soll. Es wurden verschiedene Vorschläge diskutiert, aber eine Entscheidung kam nicht darüber nicht zustande, ob das Wasser einfach ins Meer geschüttet werden soll, ob man es verbuddelt oder verdampfen lässt. Zudem fließt kontaminiertes Wasser auch weiterhin ins Meer, bislang ist die Mauer aus künstlichem Eis, die 30 Meter in die Tiefe reicht und das verhindern soll, noch nicht ganz fertiggestellt. In Japan darf Wasser, das bis zu 60.000 Becquerel pro Liter belastet ist, in die Umwelt gelangen.

Aber das Wasser ist nicht der einzige belastete Abfall, da durch die Filterung radioaktiv belasteter Schlamm zurückbleibt. Was mit diesem geschieht, ist auch nicht entschieden. Man überlegt, ihn mit Zement zu vermischen, womit er aber auch nicht beseitigt wäre. Und dann gibt es da noch die Schutzkleidung für die Arbeiter am AKW. Um sie vor der Strahlung zu schützen, erhalten sie jeden Tag einen neuen Schutzanzug, neue Schuhe, Handschuhe und Gesichtsmasken, die benutzten wandern in den Müll. Der muss auch wieder eingesammelt und aufbewahrt werden. Mittlerweile müssen bereits fast 65.000 Kubikmeter der Schutzkleidung in Containern gelagert werden. Das sind auch wieder 1000 Container, die sie auch dem Gelände ansammeln. Tepco überlegt, die abgelegte Schutzkleidung zu verbrennen.

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Staub aus Asien düngt Sierra Nevada

Trotz karger Böden gedeihen in der Sierra Nevada riesenhafte Mammutbäume. © Pixabay
Weitgereister Dünger: Die Böden in der Sierra Nevada in Kalifornien sind vergleichsweise karg – dennoch gedeihen hier erstaunlich viele Pflanzen, darunter sogar riesenhafte Mammutbäume. Wie das sein kann, haben Forscher nun herausgefunden. Demnach bringen Winde unter anderem nährstoffreichen Staub aus der Wüste Gobi in die Region. Dank dieser Nährstoff-Dusche sind die Pflanzen trotz des armen Untergrunds gut versorgt.

scinexx

Funktionstüchtige Wurzeln sind für Pflanzen überlebenswichtig. Mit ihnen nehmen sie nicht nur Wasser aus dem Boden auf, sondern auch wertvolle Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff. Diese Stoffe erfüllen essenzielle Aufgaben für den Stoffwechsel der Pflanzen. Ohne eine ausreichende Versorgung damit können Bäume, Büsche und Blumen nicht optimal gedeihen. Sie werden krank und sterben.

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Somuncu: „Erdogan riskiert einen Bürgerkrieg in Deutschland“

„Erdogan geht an Limit, er provoziert, dass die Situation eskaliert“: Serder Somuncu kritisiert den türkischen Präsidenten scharf © Yasin Bulbul/Presidential Press Service, Pool Photo via AP/Karlheinz Schindler
Serdar Somuncu kritisiert den türkischen Präsidenten scharf: Erdogan gehe ans Limit und riskiere so einen Bürgerkrieg in Deutschland, sagte der deutsch-türkische Satiriker dem stern. Auch vor Kollegenschelte scheut Somuncu nicht zurück.

stern.de

Der deutschtürkische Comedy-Star Serdar Somuncu wirft dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor, er riskiere einen Bürgerkrieg in Deutschland: „Stellen Sie sich vor, es stirbt nur ein Türke in Deutschland, ein AKP-Anhänger oder ein Nicht-AKP-Anhänger in einem innertürkischen Zwist. Wir hätten in einer Woche Krieg“, sagte Somuncu dem stern.  Erdogan gehe ans Limit. Er provoziere, dass die Situation eskaliert.

Somuncu kam im Alter von einem Jahr nach Deutschland. Für ihn sind die Deutschen noch immer unberechenbar. „Ich weiß nie: Mögen die jetzt Flüchtlinge oder nicht?“, so Somuncu im stern-Gespräch. „Sind die türkenfreundlich oder türkenfeindlich? Wenn die heute sagen: ‚Wir sind alle für Integration‘ – kann sein, dass die morgen Sarrazin wieder gut finden.“

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Wegducken hilft nicht gegen orientalische Despotie

Keine Freunde: Angela Merkel und Recep Tayyib Erdogan / picture alliance
Das Verhalten der deutschen Regierung angesichts der maßlosen Wuteruptionen Erdogans grenzt an politische Selbstverleugnung. Dass die Türkei in dieser Situation weiter mit europäischen Geldern subventioniert wird, ist geradezu ein Hohn

Von Klaus Strohmeyer | Cicero

Polizisten und Geheimagenten arbeiten mitunter „undercover“, im Geheimen, mit verdeckter Identität. Es scheint, das passt recht gut auf die politische Situation des sich im Augenblick in mehreren Konflikten politisch wegduckenden Deutschland. Von der deutschen Regierung wird dieses Verstecken der eigenen Identität zurzeit als alternativlose diplomatische Strategie ausgegeben. Vor allem im Konflikt mit der Türkei. Aber ist sie wirklich alternativlos?

Von vielen deutschen Bürgern wird diese Art politischer Klugheit, „Deeskalierung“ genannt, wohl eher als Opportunismus oder Konfliktscheue empfunden. Sie fühlen sich nicht angemessen repräsentiert, manche sogar im Stich gelassen. Müsste Regierungspolitik nicht darauf ausgerichtet sein, das Entstehen kollektiver Komplexe, unkontrollierbaren Groll und nagende Ohnmacht in der „Volksseele“ möglichst schon im Keim unschädlich zu machen?

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Humboldt-Uni bringt Islamische Theologie auf den Weg

Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Berlin ist ein Zentrum des Islam: 300.000 Muslime leben hier, es gibt rund 80 Gemeinden und 5.000 Kinder besuchen islamischen Religionsunterricht in der Schule. Was bislang fehlt ist eine akademische Ausbildung für Imame und Lehrer.

MiGAZIN

Die Weichen sind gestellt: Nach jahrelangen Diskussionen über eine fehlende universitäre Ausbildung islamischer Geistlicher in Berlin hat die Humboldt-Universität (HU) jetzt den Gründungsbeauftragten für ein Institut für Islamische Theologie benannt. Am Montag präsentierten Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und HU-Präsidentin Sabine Kunst den Historiker Michael Borgolte, der von 1991 bis 2006 Geschichte des Mittelalters an der Hochschule lehrte.

Der emeritierte Mediävist soll in den kommenden Monaten unter anderem die bereits bestehende Arbeitsgruppe zur Etablierung des Instituts, die Ausschreibung von vier geplanten Professuren sowie die Besetzung des Beirates koordinieren. Außerdem muss die „institutionelle Einbindung“ geklärt werden, also welcher Fakultät das Institut angegliedert wird.

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„Die größte und dichteste Echokammer ist der Journalismus“

Bild: heise.de/tp
Fragwürdige Auswahl und Gewichtung von Nachrichten, ein Festhängen an einmal aufgegriffenen Narrativen, eine Berichterstattung, die aus einem Einheitsbrei besteht: Im Telepolis-Forum zum Interview Es geht um ein verzweifeltes Rückzugsgefecht der klassischen Massenmedien mit dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz haben sich viele Leser zu Wort gemeldet und eine differenzierte Medienkritik geübt.

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Wie angekündigt hat Telepolis einige der Fragen, Gedanken und Anmerkungen der Leser aufgegriffen und diese in einer zweiten Interviewrunde dem Professor für Medienwissenschaft an der Technischen Universität Berlin gestellt.

Bolz knüpft direkt an die ausgewählten Anmerkungen der Leser an und stellt fest: „Es ist auch mein Eindruck, dass sich viele Leitmedien regierungsnah gerieren, bis hin zur Propaganda.“ Auch zukünftig wird Telepolis immer wieder bei Interviews die Sicht der Foristen aufgreifen und im Nachgang die Interviewpartner bitten, auf die ein oder Frage der Leser einzugehen. In einer Zeit, in der sich so manches Medium vor seinen Leser fürchtet, Foren schließt und versucht, die Meinung der Foristen abzuwerten oder zu ignorieren, soll in diesem Format gezeigt werden: Es geht auch anders.

Die Zeit, die die Leser sich nehmen, um im Forum ihre Sicht der Dinge mitzuteilen, soll nicht verloren sein. Oft genug verdienen es ihre Gedanken, weiter Gehör zu finden. Eine Möglichkeit ist, die Gedanken der Leser zu einer journalistischen Frage eines Interviews aufzuwerten und diese, zumindest holzschnittartig, mit in die journalistische Arbeit einfließen zu lassen. Telepolis erhofft sich so eine gehobene und inhaltstarke Debattenkultur in den Foren.

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