Gladbeck: Muezzin bedroht nicht die christlich-abendländische Kultur

muezzinrufIn Gladbeck (bei Essen) wird ab dem 20. April einmal täglich vom Minarett einer Moschee der Gebetsruf eines Muezzin zu hören sein


kath.net

Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) teilte dies in einer Pressekonferenz mit dem Vereinsvorsitzenden der Moschee, Nadir Kahraman, mit. Sie gehört zum Dachverband Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Die beiden großen Kirchen wurden vorab nicht darüber informiert, sondern erfuhren es aus den Lokalmedien. Dieses Vorgehen stößt beim Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck – Bottrop – Dorsten, Dietmar Chudaska (Gladbeck), zwar auf Kritik. Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, begrüßt er aber die städtische Entscheidung, da jeder das Recht auf freie Religionsausübung habe. Chudaska: „Wir leben in einem Rechtsstaat, und die Stadt hat formal korrekt nach einem Prüfverfahren die Genehmigung erteilt. Ich hätte mich aber gefreut, wenn vor dem Ratsbeschluss eine öffentliche Debatte geführt worden wäre. Das ist eine vertane Chance, um diese Debatte zu versachlichen.“

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„La Rose et le Réséda“

Louis Aragon, Bild: wikimedia.org/PD

Dabei hätte doch alles so einfach sein können: Ein Religionsunterricht auf der einen Seite, ein Moralkurs auf der anderen, und jeder wäre nach seiner Fasson selig geworden. Doch die Regierung hat sich in ihrem Koalitionsabkommen auf einen gemeinsamen Werteunterricht geeinigt.


Von Marc Thill|Luxemburger Wort

Wer weiß, vielleicht ist dies auch die bessere Idee. Denn das Aufteilen der Schüler in zwei Lager, auf der einen Seite die mit Religion, auf der anderen die ohne, ist vor allem im jungen Schulalter eine doch sonderbare Lösung. Man zeigt damit den Kindern sehr früh, dass es die einen und die anderen gibt, man differenziert also ganz bewusst, obwohl man sich insgeheim mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft wünscht.

Mit dem gemeinsamen Werteunterricht – wobei die Betonung auf gemeinsam liegt – werden die Kinder zunächst einmal lernen, was uns in einer multikulturellen Gesellschaft eint und nicht was uns entzweit. Das ist richtig und auch gut so.

Die Regierung hat Anfang des Jahres ein Abkommen mit den Glaubensgemeinschaften abgeschlossen und auch bereits die Ausarbeitung des neuen Schulfachs „Leben und Gesellschaft“ in Angriff genommen.

Da sich nun ansatzweise abzeichnet, wie dieser gemeinsame Werteunterricht abgehalten werden soll, beginnt es aber ganz plötzlich zu haken. Warum nur? Zu wenig Philosophie und vor allem zu viel Religion, bemängeln laizistische Vereinigungen. Sie sprechen von Kuhhandel und Etikettenschwindel.

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Kardinal vergleicht Homosexuelle mit Mördern, die nur nett tun

Raymond Leo Kardinal Burke , Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

In einem Interview vergleicht Kardinal Raymond Burke gläubige Homosexuelle mit Mördern, die nett tun, um die anderen Gläubigen hinters Licht zu führen. Und so die Todsünde hoffähig machen.


Von Dr. David Berger|Huffington Post

Der US-amerikanische Cardinal Raymond Burke gilt derzeit als die große Hoffnungsfigur der extrem konservativen und traditionalistischen Katholiken weltweit. Bezüglich moralischer und auch liturgischer Fragen ist er der entscheidende Gegenspieler von Papst Franziskus. Vergangenen November wurde der Kardinal daher wohl vom Papst zum Kardinalpatron des Malteserordens ernannt und so von Rom weg-befördert.

Sein neuer Job in dem kleinen europäischen Staat hat ihn jedoch nicht zum Schweigen gebracht, sondern führt dazu, dass er jetzt seine teilweise menschenverachtenden Thesen umso offener und radikaler ausspricht.

Homosexuelle tolerieren? Auf keinen Fall!

In einem Interview mit der konservativen Internetseite LifeSiteNews hat er sich nun zu den Versuchen, die kirchliche Sexualmoral zu modernisieren, geäußert. Auf die Frage des Journalisten, ob man nicht Homosexuelle, die als gläubige Katholiken und gute Christen leben, akzeptieren könne, antwortete Burke:

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Theorie der starken Wechselwirkung bestätigt

Nur weil das Neutron ein ganz klein wenig schwerer ist als das Proton, haben Atomkerne genau die Eigenschaften, die unsere Welt und letztlich unsere Existenz ermöglichen. © Bergische Universität Wuppertal

Entscheidender Unterschied: Wäre das Proton nicht ein wenig schwerer als das Neutron, würde unser Universum völlig anders aussehen. Wie diese winzige Massendifferenz zustande kommt, haben Forscher nun erstmals genau berechnet. Das Ergebnis bestätigt die Theorie der starken Wechselwirkung und zeigt, wie fein abgestimmt unser Universum bis in seine kleinsten Bausteine ist, so die Physiker im Fachmagazin “Science”.


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Die Existenz und Stabilität von Atomen hängt ganz entscheidend davon ab, dass Neutronen etwas schwerer sind als Protonen. Die experimentell ermittelten Massen unterscheiden sich nur um etwa 1,4 Promille. Würde die Differenz nur ein wenig davon abweichen, so ergäbe sich ein völlig anderes Universum mit zu vielen Neutronen, zu wenig Wasserstoff oder einem Mangel an schweren Elementen.

Quark-Bewegungen und Ladungseffekte

Der Grund für die winzigen Unterschiede liegt in den Quarks, den Bausteinen der Protonen und Neutronen: Protonen bestehen aus zwei sogenannten Up-Quarks und einem Down-Quark, während Neutronen nur ein Up-Quark, dafür aber zwei Down-Quarks enthalten. Vor allem die Bewegung dieser Quarks sorgt gemäß Einsteins Formel E=mc2 für verschiedene Massen. Unklar war aber bisher, inwieweit dieser winzige Unterschied durch Wechselwirkungen mit der Ladung des Protons wieder ausgeglichen wird.

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«Pille danach»: Rasantes Ansteigen des Verkaufs nach Rezeptfreigabe

pille_danachDer Hersteller HRA Pharma sieht laut Branchendienst in Deutschland ein hohes Wachstumspotenzial von bis zu 2,4 Millionen Packungen pro Jahr. Davon sei man mit zuletzt 400.000 Packungen im Jahr noch sehr weit entfernt, so HRA-Deutschlandchef Czort.


kath.net

Nach der Entlassung aus der Rezeptpflicht verzeichnet der Verkauf der «Pille danach» ein rasantes Wachstum. Wie der Branchendienst «Apotheke adhoc» am Samstag in Berlin unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen IMS Health berichtete, wurden allein in den ersten zwei Wochen fast ein Drittel mehr Packungen als im Vorjahreszeitraum abgegeben.

Demnach wurden in der 12. Kalenderwoche 13.500 Packungen der «Pille danach» in den Apotheken verkauft. Hochgerechnet auf den ganzen Monat entspricht das 54.000 Packungen.

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Dodo Laun wünscht “bessere Gesprächskultur”

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Gegen Kritik an seiner Person hat sich der Salzburger Weihbischof Andreas Laun (72) in einem Interview mit der Tageszeitung “Kurier” (Sonntag) gewandt. Er vermisse die gute Gesprächskultur, wenn er den Eindruck habe, oft nur deshalb gefragt zu werden, “weil man Streit sucht”, erklärte Laun, der vor 20 Jahren zum Bischof geweiht wurde. Auch bei den polarisierenden Themen vertrete er statt seiner Privatmeinung “das, was die Kirche sagt. Und die Kirche ist nicht politisch korrekt”, so Laun.


kathweb

Viele würden eine “katholische Antwort” nicht hören wollen, doch betrachte er es als “Sünde”, würde er zu manchen Zeitströmungen schweigen, betonte Laun. Er verwies hier etwa auf die “Sexualisierung von Kindern in den Schulen” sowie auf die Abtreibung, die “für die Kirche Mord, in der EU ein Menschenrecht” sei. Er selbst wäre heute “wahrscheinlich abgetrieben” worden, bemerkte der Bischof – “weil ich mit einer Hasenscharte und einem Wolfsrachen geboren bin”.

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Bananenrepublik Bavaria

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Ein Bericht des Rechnungshofes von 2013 zeigt das subtile Zusammenspiel zwischen dem Finanzminister und einem damals noch einflussreichen CSU-Abgeordneten: Bei der Verlagerung zweier Behörden von München an die Donau wurden alle Regeln des Haushaltsrechts grob missachtet.


Von Stefan Mayr|Süddeutsche.de

Auf den ersten Blick klingt alles wunderbar. 57 Arbeitsplätze will der Freistaat Bayern von München nach Höchstädt an der Donau verlagern. Die Bewertungsstellen der Finanzämter München-Stadt und München-Land sollen künftig in der schwäbische Kleinstadt untergebracht werden. Hierfür hat der Freistaat ein Gebäude des ehemaligen Krankenhauses für exakt zwei Euro erworben. Dieses soll für etwa 18 Millionen Euro saniert werden – und hier beginnt der große Ärger. Der Oberste Rechnungshof (ORH) hat den Kauf der Immobilie geprüft und eine umfassende Liste an Beschwerden zusammengetragen. Der Süddeutschen Zeitung liegt der Prüfbericht des ORH vor – er fällt vernichtend aus: “Die Planungen gehen am tatsächlichen Bedarf vorbei”, stellt der ORH fest, das Finanzministerium habe “die haushaltsrechtlichen Vorgaben ignoriert.”

Der ORH hat seinen Prüfbericht dem Finanzministerium bereits Ende 2013 vorgelegt – mit der Bitte um Stellungnahme. Heute sind 15 Monate vergangen, doch Söders Haus hat bis heute noch nicht geantwortet. Warum? Finanzminister Markus Söder (CSU) will sich auf Anfrage der SZ jedenfalls nicht zu diesem Thema äußern.

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Dementenwohngruppen als Alternative zum Pflegeheim

Foto: Georg Eichinger / WG-Qualitaet.de /heise.de

Wer demente Familienagehörige pflegt, lebt mit dem steigenden Risiko, über kurz oder lang selbst zum Pflegefall zu werden. Selbst hohe Belastbarkeit und ein stabiles Nervenkostüm halten der Beanspruchung durch den kranken Familienangehörigen auf Dauer nicht stand.


Von Christoph Jehle|TELEPOLIS

Kommt dann zur psychischen Beeinträchtigung noch ein körperliches Handicap (wie etwa eine Oberschenkelhalsfraktur) dazu, lässt sich eine 24/7-Rundumbetreuung praktisch nicht mehr vermeiden. Für die Angehörigen ist dies jedoch jenseits von Mehrgenerationen-Großfamilien auf dem Lande heute nicht mehr zu leisten. Auch wenn der Verbleib in der gewohnten Umgebung wünschenswert ist, so ist dies in der Regel auf die Dauer nicht zu realisieren.

Meist wird in solchen Fällen (und leider vielfach erst dann, wenn sich die Überforderung der Angehörigen – auch für Dritte erkennbar – manifestiert hat) eine Übersiedlung in ein Pflegeheim erwogen. Dort hofft man, dass die Angehörigen von qualifizierten Kräften gepflegt werden – nur um später oft feststellen zu müssen, dass auch die Fachkräfte in den Pflegeheimen mit der Betreuung Dementer durchaus ihre Probleme haben.

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Die Botschaft vom Kreuz: Keine Wellness-Religion

Nein Danke. Brauchen wir nicht.  Image. Godless Atheists/FB

Nein Danke. Brauchen wir nicht.
Image. Godless Atheists/FB

Das Kreuz Christi ist Provokation und spaltet die Christen in zwei Lager, schreibt FAS-Autor Christian Feldmann. Dabei werde das wichtigste allzu oft vergessen: Jesu Auferstehung. „Er lebt bis heute“, ist Feldmann überzeugt.


pro Medienmagazin

Die Hinrichtung Jesu sei unfassbar grausam gewesen, erklärt der Autor in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Ausführlich beschreibt Feldmann, wie sich der Tod Jesu vollzogen hat und welche Qualen dieser am Kreuz ausstand. Als „teuflische Quälerei“ bezeichnet er den Kreuzestod. Es gebe kaum eine Art, qualvoller zu sterben. Der Tod durch Kreuzigung habe in der Antike als erniedrigendste aller Todesstrafen gegolten. Unzählige Verbrecher starben auf die gleiche Weise wie Jesus. „Warum hat man diesen Gekreuzigten nicht vergessen – und mit ihm das Kreuz, das nicht nur Höhepunkt grausamer Strafjustiz markiert, sondern zu den Ursymbolen der Menschheitskultur gehört?“, fragt Feldmann.

Der Autor findet eine Antwort in der „ambivalenten Botschaft“, die Jesu Tod vermittle und die bis heute provoziere. Einerseits drücke Jesu Opfer eine „menschenfreundliche Tradition von Solidarität zwischen Schöpfer und Geschöpf und von stellvertretendem Leiden“ aus. Andererseits lasse der Kreuzestod auch „das fragwürdige Bild eines rachsüchtigen, unbarmherzigen, auf Sühne und Strafe sinnenden Gottes“ aufkommen.

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GOP’s Carly Fiorina: Economy is suffering because workers are ‘watching porn all day long’

Carly Fiorina speaks to Fox News (screen grab)

Former Hewlett Packard CEO Carly Fiorina, who is expected to announce a campaign for president, said over the weekend that she could improve the economy by cutting federal worker pay because they were “watching porn all day long.”


By David Edwards|Raw Story

In a Sunday interview with Fox News host Chris Wallace, Fiorina said that there was a “higher than 90 percent” chance that she would become a Republican presidential candidate.

The former HP CEO explained that she would make a formidable candidate “because I understand technology: a transformational tool, because I understand bureaucracies, how they work and how you need to change them. And our government is a huge bureaucracy.”

According to Fiorina, the United States was “destroying more businesses than we are creating” for the first time in U.S. history under President Barack Obama’s administration.

“Washington, D.C. has become a vast and unaccountable bureaucracy. It’s been growing for 40 years,” she opined. “We have no idea how our money is spent.”

Fiorina said that she had two prong plan for boosting the economy by reforming the federal government.

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“Menschen wie Waren auf einem Tisch ausgelegt”

Die Professorin Eva Illouz im Studio am Mikrofon. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Die Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Im Deutschlandfunk erläutert sie, warum Soziologie die Profession des Fremden an sich sei – und warum Gefühle in die Geschäftswelt und Maximierung in die Liebe Einzug halten.


Eva Illouz im Gespräch mit Torsten Teichmann|Deutschlandfunk

Torsten Teichmann: Am Mikrofon heute Torsten Teichmann, heute aus Israel, genauer gesagt aus Jaffa, einer Jahrhunderte alten arabischen Stadt am Mittelmeer, die heute ein Teil von Tel Aviv ist.

Mir gegenüber sitzt Eva Illouz, sie ist Professorin für Soziologie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Herzlich willkommen!

Eva Illouz: Good morning!

Teichmann: Eva Illouz ist in Marokko geboren, 1971 zog die Familie nach Frankreich, nach Sarcelles, einem Vorort im Norden von Paris. Sie hat in Paris und Jerusalem studiert; Soziologie, Kommunikation und Literatur, in den USA promoviert.

Eva Illouz forscht auf einem Gebiet der Emotionen, also der Beziehung zwischen Gefühlen, Wirtschaft und Kommunikation in der modernen Gesellschaft. Zur Arbeit gehören Vorlesungen, zum Beispiel am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main 2004, Forschung am Wissenschaftskolleg in Berlin und Gastprofessuren, zum Beispiel in Princeton, in den USA.

In Deutschland ist zuletzt ihr Buch “Warum Liebe weh tut” erschienen, das war 2011. Und in diesem Jahr gibt der Suhrkamp-Verlag eine Sammlung von Kolumnen und Essays heraus, das sind dann auch Texte zur gegenwärtigen Politik.

  • Eva Illouz, Sie wurden in Marokko, in eine jüdische Familie geboren. Und als Sie zehn Jahre alt waren, beschloss Ihre Familie, nach Frankreich zu gehen. Warum entschieden sich Ihre Eltern 1971 für Frankreich?

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A Compilation of Neil deGrasse Tyson’s Best Arguments and Comebacks

Here’s a compilation of Neil deGrasse Tyson‘s best arguments and comebacks. (I could watch this all day.)


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Image: Friendly Atheist

Wie Pegida gegen den Koran kämpfen will

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida will Rechtspopulisten aus ganz Europa auf ihre Kundgebungen in Sachsen holen – und mit einem Förderverein ihre Aktivitäten auf dauerhafte sichere finanzielle Grundlage stellen.


Von Matthias Meisner und Lars Radau|DER TAGESSPIEGEL

Für Pegida war es ein Vorgeschmack. auf den Gastauftritt des niederländischen Islam-Hassers Geert Wilders am 13. April in Dresden. Am vergangenen Freitag war der Rechtspopulist Gast bei der einer Veranstaltung der rechtspopulistischen FPÖ in der Wiener Hofburg – und die Dresdner Anti-Islam-Bewegung war ganz begeistert.

“Wir werden diesem mutigen Mann an der Spitze des europäischen Widerstands gegen die Islamisierung unsere volle Unterstützung zeigen und seinen Mut honorieren”, schrieb Pegida auf ihrer Facebook-Seite mit Blick auf die Dresdner Kundgebung am Montag nach Ostern, zu der Zehntausende mobilisiert werden sollen. Und zitierte aus der Wilders-Rede: “Der Islam wurde an den Toren Wiens besiegt. … Unsere deutliche Botschaft an den Islam ist: Wir werden den Islam besiegen!”

Nach Wien eingeladen hatte das Freiheitliche Bildungsinstitut und der FPÖ-Bundesobmann Heinz-Christian Strache.

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ISIS-Rückkehrer: »Ich hatte falsche Freunde«

Bild: oe24.at

Der 16-jährige Wiener Oliver N. floh von seinem Einsatz für die ISIS-Terroristen zurück nach Wien.


Von Iris Brüggler|oe24.at

Noch liegt Oliver N. (16) in der Sonderkrankenanstalt der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Vergangene Woche ist der Wiener von seinem Einsatz bei den ISIS-Terroristen in Syrien zurück nach Österreich geflohen. ÖSTERREICH am SONNTAG wollte wissen, wie Oliver N. jetzt über seinen ISIS-Einsatz denkt und bat dessen Anwalt, Werner Tomanek, Fragen an Oliver N. zu übermitteln. Das sagt der ISIS-Aussteiger:

ÖSTERREICH: Wie froh sind Sie darüber, wieder in Österreich zu sein?
Oliver N.: Ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe, wieder nach Österreich zurückzukehren und dass der ganze Spuk endlich vorbei ist.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen?
Oliver N.: Obwohl ich jetzt inhaftiert bin, geht es mir deutlich besser als in den letzten Monaten, insbesondere seit ich bei einem Bombentreffer schwer verletzt worden bin.

ÖSTERREICH: Bereuen Sie, dass Sie für die ISIS gekämpft haben?
Oliver N.: Ich habe niemals für die ISIS gekämpft, ich habe auch keine Kampfausbildung erhalten. Ich war ­lediglich drei Tage als Rettungsfahrer im Kampfgebiet eingesetzt.

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“Essen ist einverleibtes Wissen”

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bis auf wenige Ausnahmen haben die Philosophen eine Grundvoraussetzung ihres Denkens nicht mitreflektiert: die Ernährung. Sobald man diese mit auf die philosophische Rechnung setzt, entschlüsseln sich auch die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse, meint Harald Lemke, der dazu ein Buch geschrieben hat.


Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Herr Lemke, Ihr neues Buch trägt den Untertitel “Philosophische Erkundungen”. Warum ist Essen denn ein philosophisches Thema?

Harald Lemke: Warum sollte es kein philosophisches Thema sein? Wenn man sich die Philosophiegeschichte ansieht, haben sich die Philosophen über wirklich alle möglichen Dinge Gedanken gemacht. Es stellt sich doch eher die Frage, wie es sein kann, dass man sich Philosoph nennen darf, ohne über das Essen nachzudenken.

Was ist Philosophie und was ihre genuinen Themen? Üblicherweise wird zwischen theoretischer und praktischer Philosophie unterschieden. Die theoretische Philosophie versteht sich als das Streben nach der Wahrheit, nach Erkenntnis und Wissen. Und ich denke, Essen ist einverleibtes Wissen. In allem, was wir essen, steckt sehr viel Wissen. Wir essen Wissen und sogar Unwissen. Dieser Zusammenhang macht das Essen zu einem zutiefst philosophischen Erkenntnisbereich.

Darüber hinaus beschäftigt sich praktische Philosophie um das gute Leben und eine der alltäglichsten Lebensaktivitäten des Menschen ist nun mal das Essen. So ist der Schritt zum Nachdenken über gutes Essen eigentlich zwingend. Ihre Frage ist aber auch berechtigt und zeigt ein großes Dilemma auf, denn aus der Philosophie heraus zu fragen, welche philosophische Relevanz das Essen besitzt, sagt auch einiges über das jeweilige Philosophieren aus. Es zeigt sich, dass sich die Philosophie bislang einer zentralen Thematik ihrer selbst verweigert hat.

“Selbst unter den gastrosophischen Vordenkern hat keiner das Essen zu einer eigenen philosophischen Theorie ausgearbeitet”

Geht es bei Aristoteles, Hegel, Schopenhauer wirklich nie auch um das Essen?

Harald Lemke: Die Beantwortung dieser Frage ist komplex, denn innerhalb des Kanons der philosophischen Meisterdenker vollzieht sich eine gegenläufige Bewegung. Es gibt einesteils von Platon bis Hegel eine Auseinandersetzung, die negativ verläuft. Bei Platon, Seneca und Augustin dreht sich viel um Essen, bei Kant vergleichsweise auch, Hegel drängt das Essen in seinem idealistischen System in den Kontext des Verdauungsprozesses ab, der aber bei ihm ein hochspekulativer Vorgang ist, weil durch den Stoffwechsel aus Materie tatsächlich menschlicher Geist wird und damit letztlich der Weltgeist samt Vernunft in die Welt kommt, was Hegel irgendwie erklären muss. Dieser rätselhafte und fundamentale Vorgang macht aber letztendlich nur eine Fußnote seines Systems aus.

Es gibt also (im großen Bogen betrachtet) eine negative und abwertende Beschäftigung mit dem Essen. In der Gegenwart feiert dieser platonische Kältestrom weiter seine Triumphe: Bei Habermas und Foucault beispielsweise kommt Essen überhaupt nicht vor. Ist es aber wirklich philosophischer, über Kommunikation nachzudenken oder über Sexualität zu reden? Dennoch gibt es auch einen kleinen Wärmestrom, der mit Epikur beginnt und über Rousseau, Marx, Nietzsche und Feuerbach verläuft. Das sind namhafte Philosophen, die sich der Thematik zuwenden. Doch selbst unter diesen gastrosophischen Vordenkern hat keiner das Essen zu einer eigenen philosophischen Theorie ausgearbeitet.

“Essen ist ein komplexer, kultureller Vorgang”

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Wenn deutsche Schulmädchen ins IS-Beuteschema passen

Diese Frauen mit Gewehren in einem IS-Propagandavideo gehören angeblich der Al-Chansaa-Brigade an. Al-Chansaa bedeutet “Gazelle”. Es ist eine IS-Kampfeinheit, die nur aus Dschihadistinnen besteht Foto: dpa

Die Terrortruppe IS wirbt offensiv um junge Frauen und Mädchen – auch in Deutschland. Im Internet kursieren “Reiseführer”. Mit Erfolg. Mehr als 70 Frauen sind bereits in die Kampfgebiete gereist.


DIE WELT

Die junge Frau veränderte sich schnell. Sie ging auf einmal oft in die Moschee, las Bücher über den Islam, fing an, sich zu verschleiern. Sie begann, die Eltern zu kritisieren für deren liberalen Lebensstil, suchte im Internet nach neuen Vorbildern und tauchte tief in die salafistische Szene ein. In einer Facebook-Gruppe lernte die Muslimin zwei andere junge Frauen kennen, die ihr vom Leben im Islamischen Staat vorschwärmten und ihr einflüsterten, auch sie müsse diesen Weg gehen. Ein paar Wochen später verschwand sie aus ihrem Elternhaus in Deutschland – Richtung Syrien.

“Die junge Frau hat ins ‘Beuteschema’ gepasst. Die IS-Propaganda hat sie angesprochen”, sagt Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bei seinem Team landete der Fall der jungen Muslimin.

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Vorstand Diefenbach: AfD ist gescheitert

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Beatrix Diefenbach gehörte dem Bundesvorstand an, ihr Ehemann Herbert Frohnhofen dem Landesvorstand in Hessen. Nun sind beide aus der AfD ausgetreten. Sie werfen der Partei unter anderem Rechtsbruch vor.


Von Justus Bender|Frankfurter Allgemeine

Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Beatrix Diefenbach und ihr Ehemann, Hessens stellvertretender Landesvorsitzender Herbert Frohnhofen, haben ihren sofortigen Rücktritt und ihre Austritt aus der AfD erklärt. In einer E-Mail an den Bundesvorstand, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, begründete Diefenbach ihre Entscheidung mit der Entwicklung der Partei in den vergangenen Monaten. „Wir können das Klima und den Missklang, der sich durch sämtliche Ebenen zieht, nicht länger mittragen. … Unsere einst so hehre Vision und unser gemeinsames Projekt sehe ich als gescheitert an“, schrieb Diefenbach.

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Religiöse Toleranz im Alten Ägypten

Die Symbole Halbmond, Menora und Kreuz schmücken im Bode-Museum in Berlin eine Wand auf dem Weg zur Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil”. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Es geht auch friedlich: Die Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben am Nil” im Berliner Bode-Museum zeigt das alltägliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen. In Ägypten ging es bis zum Mittelalter dabei erstaunlich tolerant zu.


Von Rocco Thiede|Deutschlandradio Kultur

Abraham, der Urvater und Archetypus für den Glauben an den einen Gott ist Titelgeber der Ausstellung “Ein Gott” im Berliner Bode-Museum. Er ist das Bindeglied zwischen Judentum, Christentum und Islam. Friederike Seyfried leitet seit 2009 als Direktorin das Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Ägyptologin ist eine der Kuratorinnen des über fünf Jahre geplanten Ausstellungsvorhabens. Frau Seyfried erläutert, wie es zur Ausstellungsidee “Ein Gott –Abrahams Erben am Nil: Juden, Christen und Muslime in Ägypten von der Antike bis zum Mittelalter kam:

Das Christentum in Ägypten existiert nicht ohne den Islam und beide existieren nicht ohne das Judentum. Da die Geschichte der drei Offenbarungsreligionen am Nil eine der längsten gemeinsamen Geschichten hat, haben wir uns überlegt, wir wollen eine Ausstellung machen, aber zu allen drei Religionen.”

Der Titel der Ausstellung “Ein Gott – Abrahams Erben” ist ganz bewusst gewählt und Programm. Das unterstreicht auch Friederike Seyfried:

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Bullshistic zu Rudolf Steiner

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (Bild: public domain)

Rudolf Steiner (1861 – 1925), der Mann im schwarzen Kaiserrock, der Mann hinter dem Spiegel. Jedem scheint er etwas anderes gewesen zu sein. Seine Anhänger riefen ihn als Lichtgestalt aus, Künstler wie Wassily Kandinsky oder Franz Kafka umschwirrten ihn wie die Motten das Licht. Oder war sein Charisma nichts anderes als das hohle Pathos eines Hochstaplers, wie Erich Mühsam meinte?


Von Manuel Gogos|Deutschlandfunk

An die 5000 Vorträge hat der manische Redner gehalten, überall in Europa. Vor Bauern, die ihn fragen warum die Kartoffeln nicht mehr schmecken; vor Pädagogen, die die Macht der Erziehung fürchten; vor Ärzten, die wieder richtige Heiler sein wollen.

Während Steiners Anthroposophie auch über 150 Jahre nach seiner Geburt weiterhin des Okkultismus verdächtigt wird, werden die “Früchte” ihrer praktischen Anwendung immer mehr in unseren Alltag aufgenommen: in der Bewegung der Waldorf-Schulen, in deren Refugien immer mehr Eltern ihre Kinder in Sicherheit zu bringen suchen; im Bio-Kult, der uns ein Stück “heile Welt” zurückgibt; oder in der Hinwendung zu alternativen Heilverfahren, um den Tatorten der Schulmedizin zu entkommen.

Steiner bleibt zukunftsträchtig. Woher hatte er diese Weitsicht? War er tatsächlich ein Hellseher? Und kann, wie Steiner behauptete, jeder zum Hellseher werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Lange Nacht als kritische  Annäherung an Rudolf Steiner und sein Lebens- und Menschenbild.

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Italien weist Imam wegen islamistischer Propaganda aus

Der italienische Innenminister Angelino Alfano begründete die Ausweisung des Imam APA/EPA/GIUSEPPE LAMI

Der Imam einer Moschee in der toskanischen Stadt Lucca ist wegen fundamentalistischer Propaganda aus Italien ausgewiesen worden. Der Beschluss sei aus Sicherheitsgründen gefasst worden.


religion.ORF.at

Der Marokkaner habe eine Gefahr für die öffentliche Ordnung dargestellt, teilte der italienische Innenminister Angelino Alfano am Samstag mit.

Beweise für Propaganda gefunden

Der Marokkaner sei in Lucca festgenommen und nach Rom gebracht worden, wo er in ein Flugzeug in Richtung Marokko eingestiegen sei. „Wir haben unbestreitbare Beweise gefunden, dass der Imam fundamentalistische Propaganda betrieb. In unserem Land darf niemand zum Hass aufhetzen“, berichtete Alfano.

Nach dem Anschlag in Tunis, bei dem 21 Menschen, darunter vier Italiener, ums Leben gekommen sind, hat Italien die Anti-Terrorismusvorkehrungen drastisch verschärft. In den letzten Wochen habe Italien aus Sicherheitsgründen 26 Ausländer aus Italien ausgewiesen.