Gereimtes und Ungereimtes in Ankara

© AFP Angeklagt: Mutmaßliche Putschisten auf dem Weg zum Prozess
Seit dem gescheiterten Staatsstreich in der Türkei wurden Tausende Verdächtige verhaftet. Doch die Prozesse gegen die mutmaßlichen Putschisten werfen viele Fragen auf.

Von Michael Martens | Frankfurter Allgemeine

Geheimdienste gehören für gewöhnlich nicht zu jenen Behörden, die ihr Tun oder Lassen durch Presseerklärungen dokumentieren. Der türkische Geheimdienst MITbildet da keine Ausnahme, weshalb es einige Aufmerksamkeit erregte, als die Organisation sich Anfang April mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit wandte. Der islamische Theologe Adil Öksüz, hieß es darin, habe weder für den türkischen Geheimdienst gearbeitet noch sei er dessen Informant gewesen. Anderslautende Behauptungen ordnete der Geheimdienst einem „psychologischen Krieg“ gegen die Türkei zu, der von „ausländischen Mächten und Terrororganisationen“ geführt werde.

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Kirchensteuer: Steuerschuldig, bis die Unschuld bewiesen ist

Kirchensteuer-Rasterfahndung: Solche Fragenbögen verschicken die Kirchensteuerstellen bei den Finanzämtern in Berlin zehntausendfach. Foto: © A. Platzek
Wie die Evangelische Kirche versucht, Konfessionsfreie zur Kasse zu bitten – ein Erfahrungsbericht

Von Barbro Walker | Gläserne Wände

Im Frühjahr dieses Jahres bin ich berufsbedingt nach Berlin umgezogen und erhielt nun – nach fünf Monaten am Wohnort – zu meiner Überraschung ein Schreiben von der „Kirchensteuerstelle beim Finanzamt Treptow-Köpenick“, die behauptet, dass meine Kirchenmitgliedschaft „ungeklärt“ sei. Ich bin vor 16 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ich wurde gebeten, umgehend hierzu Angaben in einem beigefügten Bogen zu machen. Der Bogen enthielt allerlei sehr persönliche Fragen (wie etwa wann und wo ich getauft wurde) und darüber hinaus wurden Angaben abgefragt, die wohl kaum von einem mittelalten Erwachsenen gemacht werden können (etwa wie meine genaue Anschrift zum Zeitpunkt meiner Geburt lautete). Insgesamt stellte der Bogen mehr als 20 Fragen, zu denen auch Details zu meinem Kirchenaustritt (wann, wo, zuständige Behörde) gehören. Ich wurde gebeten, meinen Kirchenaustritt nachzuweisen, indem ich die Austrittbescheinigung der Behörde, die mir (vor Jahrzenten) meinen Austritt bescheinigt hat, beizufügen. Selbstredend musste ich befürchten, das entsprechende Dokument nicht mehr zu haben. Ich wusste nicht mal mehr mit Sicherheit zu sagen, welchen Wohnort ich zum Zeitpunkt meines gewollten und ganz bewusst gewählten Austrittes hatte. Ich sollte nun aber bitte binnen zwei Wochen antworten.

Meiner verärgerten Rückfrage bei der „Kirchensteuerstelle“ des Finanzamtes wurde mit entspannter Nachdrücklichkeit begegnet. Ich brauche nur das beantworten, was ich auch wisse und man wolle mir ja keine Kirchenmitgliedschaft unterstellen. Die Verärgerung über den Fragebogen kenne man schon; das sei sogar schon in der Presse diskutiert worden.

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Pinguine beim Tauchen ausspioniert

Geheimes Unterwasserleben: Biologen haben erstmals Eselspinguine beim Tauchen belauscht und beobachtet. Auf Kopf und Rücken der Vögel montierte Miniatur-Kameras dienten ihnen dabei als Spionage-Werkzeug. Sie enthüllten, wie Pinguingruppen unter Wasser kommunizieren und gemeinsam nach Futter suchen. Warum die Vögel jedoch gruppenweise jagen, ist bisher rätselhaft. Und über die Bedeutung der Tauchrufe können die Biologen bisher ebenfalls nur spekulieren.

scinexx

Eselspinguine sind gesellig und ziemlich kommunikativ – zumindest an Land. Während der Paarungszeit lassen die bis zu 90 Zentimeter großen Vögel fast ständig ihre lauten, trompetenartigen Balzrufe ertönen. Zum Repertoire gehören aber auch grunzende Warnlaute, kurze Kontaktrufe und das helle Piepen der Küken. In den großen Kolonien, die die Eselspinguine zur Brutzeit an den Küsten des Südpolarmeeres bilden, sind ihre lautstarken Rufe kaum zu überhören.

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Moschee-Gründerin kämpft für Kopftuchverbot

Themenbild
In Berlin ist ein neuer Kopftuchstreit vor Gericht gelandet. Grund ist das Neutralitätsgesetz, das religiöse Symbole an Berliner Schulen weitgehend verbietet. Moschee-Gründerin und Anwältin Seyran Ateş vertritt das Land Berlin. Das Mandat sorgt in sozialen Medien für Belustigung.

MiGAZIN

Das Land Berlin will endgültig die grundlegende Verfassungsmäßigkeit seines Neutralitätsgesetzes prüfen lassen. Anlass ist ein neuer Kopftuchstreit, der vor Gericht landete. Für diesen Fall hat sich das Land Berlin – als beklagte Seite – prominente Unterstützung geholt und lässt sich von der renommierten Anwältin, Frauenrechtlerin und Gründerin einer liberalen Moschee in der Bundeshauptstadt, Seyran Ateş, vertreten.

Ateş kündigte an, notfalls durch alle Instanzen zu gehen: „Wir wollen eine Grundsatzentscheidung zum Neutralitätsgesetz“, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst. Dazu sei unter Umständen auch der Gang zum Bundesverfassungsgericht und bis zum Europäischen Gerichtshof geplant, betonte Ateş.

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Trumps Debattenbeitrag: ein Schweineblut-Tweet

Bild: WilliamPriceJr./FB
  • Als Reaktion auf den Anschlag in Barcelona lobt US-Präsident Trump, wie General Pershing mit Terroristen umgegangen sei.
  • Er verweist damit auf eine Legende, nach der Pershing Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit in Schweineblut getauchten Kugeln hatte erschießen lassen.
  • Historiker haben diese Geschichte allerdings längst widerlegt.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche.de

Nach dem tödlichen Anschlag von Charlottesville hatte US-Präsident Donald Trump eine klare Verurteilung der Tat und ihrer Hintergründe vermieden. Im Zuge des Terrorangriffs von Barcelona ist dies anders. „Die Vereinigten Staaten verurteilen die Terrorattacke“, twittert er kurz nach der Tat. „Bleibt stark und hart, wir lieben Euch!“ Keine Stunde später aber entfacht er mit einem weiteren Tweet eine neue Kontroverse: „Schaut euch an, was der amerikanische General Pershing mit Terroristen getan hat, wenn sie gefangen wurden. Es gab keinen radikalen islamischen Terror für die nächsten 35 Jahre!“

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Tunesien: Präsident gegen islamische Dogmatiker

Frauen in Tunis, 2012. Bild: Peter van der Sluijs / CC BY-SA 3.0
„Das widerspricht der Scharia“: Essebsi kündigt neue Gesetze für die Gleichstellung der Frauen an

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Aus Nordafrika kommen oft finstere Nachrichten. In der deutschen Öffentlichkeit konzentriert sich, so der Eindruck, der Blick auf die islamistische Gefahr, auf Gefährder und das Bild, das vom Ausdruck „Nafri“ gerahmt wird. Das gilt auch für Tunesien und hat seine Gründe. Das Land stellte in der Reaktion auf den Aufstand von 2011 einen gewaltigen Block an Dschihadisten, die nach Syrien in Kampf zogen, die Zahlen rangieren zwischen 6.000 und über 10.000.

In Deutschland wuchs das Misstrauen gegen Zuwanderer aus Tunesien im Zusammenhang mit der Debatte über „nordafrikanische Intensivtäter“. Bei Berichten über den „Gewaltimport aus Nordafrika“, wie z.B. vom Bayernkurier, werden Tunesier in erster Reihe genannt. Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 durch den islamistischen Extremisten Anis Amri, der tunesischer Staatsbürger war, verstärkte das schlechte Bild und das Misstrauen.

Es gab eine Anfangseuphorie über die Aufstände in Tunesien, die Ende 2010 begannen und zur Absetzung des Autokraten Ben Ali führten. Das Land wurde als progressive Ausnahme in einer rückwärtsgewandten Welt bezeichnet. Allerdings kam es wegen der erschreckend fahrlässigen bzw. gewollt islamistenfreundlichen Politik der neuen Regierungspartei Ennahda gegenüber Hasspredigern, radikalen Aufwieglern und Salafisten (siehe Tunesien: Gefahr durch Dschihadisten) zu einer Ernüchterung, um es gelinde zu sagen.

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Wie in Österreich nicht zugelassene Medikamente in Spitäler kommen

foto: corn Vor einer Transplantation körpereigener Stammzellen wird Krebspatienten hochdosiert Melphalan verabreicht.

Das Wiener Hanuschspital hatte ein nicht zugelassenes Krebsmedikament angefordert – wegen Engpässen, von denen die Ages aber nichts weiß

Von Gudrun Springer | derStandard.at

Spitälern wurde ein in Österreich nicht zugelassenes Krebsmedikament geliefert, am Mittwoch wurde bekannt, dass die Firma Koanaa Healthcare deshalb angezeigt wurde. Das Hanuschspital hatte dessen Arzneimittel mit dem Wirkstoff Melphalan wegen Engpässen beim Original angefordert. Die Ages Medizinmarktaufsicht wusste weder davon etwas, noch weiß sie aktuell von Engpässen.

Frage: Warum ist aktuell vom Verdacht der Medikamentenfälschung die Rede, wenn es sich bei dem in Indien hergestellten Melphalan Koanaa nach bisherigen Erkenntnissen um ein wirksames Mittel handeln dürfte?

Antwort: Von Medikamentenfälschung werde auch gesprochen, wenn „falsche Informationen in der Produktinformation gegeben sind“ und ein Medikament „nicht gemäß der gesetzlichen Bestimmungen in den Verkehr gebracht wurde“, erklärt Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der Ages Medizinmarktaufsicht. Im aktuellen Fall soll Spitälern laut Ages ein in Indien hergestelltes Produkt, das in Österreich nicht zugelassen ist, in einer Packung mit österreichischer Aufmachung verkauft worden sein. Es wurde vom Markt zurückgerufen, die Firma angezeigt. Laut Ages lag keine Importbewilligung für das Arzneimittel vor, das bei Krebserkrankungen des blutbildenden Systems vor einer Transplantation körpereigener Stammzellen in flüssiger Form verabreicht wird. Die Herstellerfirma Koanaa Healthcare mit Sitz in Fischamend gab am Donnerstag mit Verweis auf das nun laufende Verfahren an, nun keine näheren Auskünfte dazu mehr zu geben. Laut Medizinmarktaufsicht liegen aktuell keine Hinweise auf eine Gefährdung von Patienten vor.

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Bewährungsstrafe für kirchlichen Mitarbeiter wegen Missbrauchs

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein ehrenamtlicher kirchlicher Mitarbeiter ist vom Landgericht Frankfurt am Main wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

evangelisch.de

Das milde Urteil begründeten die Richter zum einen damit, dass der heute 37-jährige Angeklagte die Tat eingeräumt hatte. Zum anderen sah die Kammer zwischen Täter und Opfer eine „Liebesbeziehung“, wie der Pressesprecher des Landgerichts, Werner Gröschel, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag erklärte.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, im März und April 2015 Geschlechtsverkehr mit der damals 13-jährigen Konfirmandin gehabt zu haben. Die beiden hatten nach Angaben des Gerichts zufolge mindestens drei Mal einvernehmlichen Geschlechtsverkehr in der damaligen Frankfurter Wohnung des Angeklagten.

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Levitator zum Selberbauen

Der Selbstbau-Levitator in Aktion: Sein Ultraschall-Feld hält kleine Objekte bis zu zwei Stunden in der Schwebe. © Asier Marzo/ University of Bristol
Schweben wie von Geisterhand: Jeder kann nun selbst Objekte mittels Ultraschall zum Schweben bringen – ein akustischer Levitator zum Selberbauen macht es möglich. Dafür haben Forscher die normalerweise teure und hochsensible Technik so vereinfacht, dass ein paar günstige Elektronik-Bauteile und ein Gerüst aus dem 3D-Drucker ausreichen. Der Selbstbau-Levitator kann immerhin Wassertropfen, kleine Styroporbröckchen und andere kleine Objekte bis zu zwei Stunden in der Schwebe halten – ideal für Schule und Hobbyforscher.

scinexx

Schallwellen erzeugen nicht nur Geräusche, sie können auch Objekte zum Schweben bringen. Mit dieser akustischen Levitation haben Forscher bereits Wassertropfen in der Luft gehalten, schwebende Styropor-Bröckchen manipuliert und sogar eine Art Traktorstrahl auf Ultraschall-Basis konstruiert.

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Aufgehoben: Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen

© FRANK RÖTH Beschlossen: Das Verwaltungsgericht Frankfurt hatte die Abschiebung von Haikel S. untersagt
Haikel S. ist nach Einschätzung von Ermittlern hochgefährlich. Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen ihn jetzt jedoch aufgehoben. Wie es weiter geht, ist noch unklar.

Frankfurter Allgemeine

Der Haftbefehl gegen den terrorverdächtigen Tunesier Haikel S. ist aufgehoben. Der dringende Tatverdacht gegen den 36 Jahre alten Mann habe sich nicht erhärtet, berichtete seine Anwältin, Seda Basay-Yildiz, am Donnerstag. „Er kommt aber noch nicht unmittelbar auf freien Fuß“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Badle, in Frankfurt. Die Ausländerbehörde stelle einen Antrag auf Erlass eines Abschiebehaftbefehls. Über diesen werde das Amtsgericht Frankfurt entscheiden. Er rechne mit einer Entscheidung am Freitag.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte die Untersuchungshaft des vor einem halben Jahr bei einer Terror-Razzia festgenommenen Mannes überprüft. Die Sicherheitsbehörden werfen dem Tunesier vor, für die Terrormiliz IS in Deutschland einen Anschlag vorbereitet zu haben.

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Weiter Zulauf für die Gebetsgruppe im Weißen Haus – merkt man

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Mittlerweile nehmen ein Dutzend Regierungsmitglieder regelmäßig teil. Sie seien engagiert, gebildet und interessiert, sagt Ralph Dollinger von ‚Cabinet Ministries’, der das wöchentliche Treffen leitet.

kath.net

Die wöchentliche Bibelstunde, die er für Mitglieder der US-Regierung halte, sei die beste, die er je geleitet habe, sagt Ralph Drollinger, der Gründer und Vorsitzender von „Capitol Ministries“. Die Gebetsgruppe hat vor einigen Monaten begonnen.

Die teilnehmenden Kabinettsmitglieder seien engagiert, selbst sehr gebildet, aber interessiert und offen für neue Einsichten. Mittlerweile nimmt ungefähr ein Dutzend Personen an den wöchentlichen Treffen teil.

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KSK-Eliteeinheit: Ermittlungen nach Hitlergruß und Schweinskopfwerfen

Bundeswehrsoldaten der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) trainieren den Häuserkampf und eine Geiselbefreiung.FOTO: KAY NIETFELD/DPA
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Feier der Elitetruppe KSK, auf der Soldaten den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Auch die Bunderwehr will den Fall untersuchen.

DER TAGESSPIEGEL

Die Staatsanwaltschaft Tübingen leitet Ermittlungen wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen beim Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr ein. Das sagte deren Leiter Michael Pfohl am Donnerstag, nachdem ein Rechercheteam mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender darüber berichtet hatte. Zunächst müsse ermittelt werden, wo sich die Vorfälle ereignet haben, um die Zuständigkeit zu klären. Er habe erst durch den Medienbericht von den Vorfällen erfahren.

Auch die Bundeswehr hat interne Ermittlungen eingeleitet. „Nach dem bisherigen Erkenntnisstand haben sich die Vorwürfe verfassungsfeindlicher Äußerungen in Wort, Bild oder Tat aber nicht bestätigt“, sagte ein Sprecher des Heeres der dpa. Bei der Abschiedsfeier für einen Kompaniechef der Elitetruppe KSK am 27. April 2017 soll nach den Recherchen für Sendungen von ARD, ZDF, Radio Bremen und NDR zufolge unter anderem ein Schweinskopfwerfen veranstaltet worden sein.

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Neuroscientists Hack Itching, Exposing a Mysterious Neural Circuit

Shutterstock/Ingrid Prats
A key to understanding why scratching an itch feels so good.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

Scratching an itch doesn’t take a whole lot of brain horsepower. It’s not automated in the same sense that breathing and heart beating are, but when it comes to everyday itch-scratching it might as well be. The brain registers itching—via the same pathways that transport sensations like temperature and pain from the skin—and it naturally responds by deploying fingernails. The itch is scratched, and that feels good.

Actually, scratching an itch feels more than good. As someone that suffers from chronic eczema and spends a disproportionate amount of time in contact with poison oak, I’m something of a connoisseur of scratching and its unique, fleeting gratification. I’m a lot like a dog, if we’re being honest. I love a good scratch.

There’s more to itch scratching than one might imagine, at least from a neuroscientific perspective. It’s only been in recent years that we’ve started to isolate and identify that actual neural circuitry responsible for itching. The first identification of a nerve in the skin—any nerve—responsible for the itch sensation came in 1997. Now, researchers from the Chinese Academy of Sciences have successfully identified a neural circuit in the brain that’s thought to service this elusive sensation—a major advance. Their work is described this week in Science.

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Reichtum und Christentum: Durch das Nadelöhr in den Himmel

Bild: tilly
Wie das frühe Christentum es mit dem Reichtum hielt, wie Rom unterging und wie die Kirche aufstieg: Der Historiker Peter Brown führt es in einem meisterlichen neuen Werk vor Augen.

Von Stefan Rebenich | Neue Zürcher Zeitung

Wer kennt Jesu Wort aus dem Matthäusevangelium nicht? «Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben.» Der reiche Jüngling, dem diese Aufforderung galt, wollte aber von seinem Besitz nicht lassen und wandte sich ab. Jesus erklärte daraufhin seinen Jüngern: «Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.»

Peter Brown hat dem schwierigen Verhältnis von christlichem Glauben und irdischem Reichtum sein neuestes Buch gewidmet. Einmal mehr schreibt der grosse irische Historiker, der in Oxford, London, Berkeley und Princeton geforscht hat, ein faszinierendes Kapitel der Geschichte der Spätantike. Die englische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel «Through the Eye of a Needle. Wealth, the Fall of Rome, and the Making of Christianity in the West, 350–550 AD».

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Australische Rechts-Politikerin kommt mit Burka ins Parlament

Ein muslimischer Senator bezeichnete sie als „Schande“. – AAP/Mick Tsikas/via REUTER
Die Politikerin will damit ihre Forderung unterstreichen, das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten. Im Parlament löste der Auftritt Proteste aus.

Die Presse.com

Die Vorsitzende von Australiens Rechtsaußen-Partei One Nation, Pauline Hanson, ist am Donnerstag vollverschleiert mit einer Burka im Parlament erschienen. Die 63-Jährige hatte Körper und Gesicht ganz mit einem schwarzen Schleier verhüllt, wie ihn Frauen in konservativen islamischen Ländern tragen.

Hanson wollte damit ihrer Forderung Nachdruck verleihen, das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten. Bei den anderen Parteien löste der Auftritt Proteste aus. Australiens konservativer Justizminister George Brandis warf der Rechtspopulistin vor, Zwietracht zu säen. „Ich würde sehr, sehr vorsichtig damit sein, die religiösen Gefühle von anderen Australiern zu beleidigen.“ Zugleich versicherte er: „Wir werden die Burka nicht verbieten.“

Fremdenfeindlichkeit in Polen: Feindbild Islam

Während auch in Polen offener Antisemitismus tabubelastet ist, gilt das für Islamophobie nicht. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Terroristen, Gewalttäter, Sexualverbrecher – immer öfter werden Muslime in Polen öffentlich verunglimpft und grundlos mit Straftaten in Verbindung gebracht. Die pauschale Herabwürdigung von Muslimen ist mittlerweile Alltag in Polen. Dazu trägt auch die Regierungspartei PiS bei.

Von Jan Pallokat | Deutschlandfunk

Sprechchöre gegen Araber im Warschauer Stadtzentrum bei einem Aufmarsch der Allpolnischen Jugend, dem wohl ältesten Rechtsaußen-Verband des Landes mit etwa 5000 Mitgliedern. Dass Polens Rechtsradikale jenseits des traditionellen Antisemitismus einen neuen Hauptfeind gefunden haben, zeigen auch Untersuchungen des Warschauer Zentrums zur Erforschung von Vorurteilen. Psychologin Karolina Hansen erklärt: „Was sich in den letzten Jahren verschlimmert hat, ist der Gebrauch von Hasssprache mit Blick auf Muslime und Flüchtlinge. Obwohl insbesondere letztere in Polen gar nicht vorhanden sind, sind die Leute sehr voreingenommen. Sie wollen keine Flüchtlinge aufnehmen und auch keinen Kontakt mit ihnen.“

Übergriffe nehmen zu

Ähnliches berichtet auch der Verein „Nie wieder“, der Übergriffe gegen Minderheiten dokumentiert. Er spricht von einem „explosionsartigen“ Anstieg von Aggressionen gegen die, die der Norm dessen nicht entsprechen, was angeblich einen „richtigen“ Polen ausmacht.

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Porno im Beichstuhl in niederländischer Kirche gedreht – keine Strafe für Darsteller

In einer niederländischen Kirche wurde ein Porno gedreht – bisher hat das jedoch keine rechtlichen Konsequenzen.Foto: imago stock&people / imago/Christian Ohde
  • Ein Porno erzürnte Gläubige in den Niederlanden: der Sexfilm wurde in einem Beichtstuhl gedreht
  • Der Priester der betroffenen Kirche reichte Beschwerde ein
  • Diese wurde nun von der Staatsanwaltschaft abgewehrt – mit einer logischen Begründung

DERWESTEN

Tilburg.  Es ist Blasphemie, aber keine Straftat: Die Staatsanwaltschaft hat die Beschwerde einer Kirche in der niederländischen Stadt Tilburg abgewiesen, nachdem zwei Pornodarsteller dort beim Sex im Beichtstuhl gefilmt wurden. Das Video erregte in den Niederlanden Anfang des Jahres Aufsehen, nachdem es auf einer bekannten Pornoseite veröffentlicht wurde.

Ein offizieller Sprecher erklärte, der Pornofilm sei zwar anstößig – in den Niederlanden gebe es jedoch kein Gesetz mehr gegen Blasphemie.

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Klaus Lederer findet Festival-Boykott „widerlich“

Plakate für das „Pop-Kultur“-Festival – nun boykottieren arabische Band das FestivalFOTO: PROMO
Weil die israelische Botschaft als Partner dabei ist, sagen Bands aus Syrien, Ägypten und Tunesien für das Berliner Festival „Pop-Kultur“ ab.

Von Ken Münster | DER TAGESSPIEGEL

Das Berliner Pop-Kultur-Festival, das am 23. August in der Kulturbrauerei startet, erlebt im Vorfeld einen politischen Skandal. Vier arabische Acts haben ihre Teilnahme abgesagt und damit auf einen Boykott-Aufruf des dreitägigen Events reagiert. Als Begründung wird die Tatsache angegeben, dass die israelische Botschaft Reisekosten von israelischen Musikern bezuschusst. Nach der Absage des syrischen Rappers Abu Hajar, der tunesischen Sängerin Emel Mathlouthi, des syrischen DJs Hello Psychaleppo und der ägyptischen Gruppe Islam Gipsy & EEK steht das Festival mit mehr als 70 Veranstaltungen nun gänzlich ohne Bands aus dem arabischen Raum da.

Das Festival selbst äußerte sich bedauernd und erstaunlich zurückhaltend. Gegenüber dem Tagesspiegel hieß es, man wolle sich für eine längere Stellungnahme erst intern absprechen. Auf der Pop-Kultur- Website findet sich ein kurzes Statement, darin wird betont, dass Partner und Geldgeber keinerlei Einfluss auf die Ausgestaltung des Festivals haben.

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Krebsmittel gepanscht – Tausende Betroffene unwissend

Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Über Jahre hinweg soll ein Bottroper Apotheker Krebsmedikamente unterdosiert und Tausende Patienten gefährdet haben. Jetzt wurde bekannt, dass die Mittel in sechs Bundesländer geliefert wurden. Viele der Betroffenen sind nicht informiert.

DIE WELT

Es gibt schon unzählige Horrorvorstellungen, Ängste und Unsicherheiten, mit denen Menschen, die Krebs haben, jeden Tag leben müssen. Wird der Krebs sich ausbreiten, werden die Therapien anschlagen, wie werde ich die Nebenwirkungen verkraften und vor allem: Werde ich überleben? Für Tausende kommt nun noch die unerträgliche Vorstellung hinzu, dass vielleicht lebensrettende Medikamente nicht korrekt hergestellt worden sind.

Jahrelang soll der Bottroper Apotheker Peter S., so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, Chemotherapien und Antikörper-Infusionen zu niedrig dosiert oder sogar ganz ohne Wirkstoff – mit Kochsalzlösung oder Glukose versetzt – verschickt haben. Bei den Krankenkassen habe er die volle Dosis abgerechnet. Seine „Alte Apotheke“ mit rund 90 Angestellten ist eine von rund 300 sogenannten Onkologie-Schwerpunktapotheken. Solche Apotheken verfügen über sterile Labore und versorgen Patienten individuell mit krebshemmenden Medikamenten. Die Mitarbeiter müssen speziell geschult sein.

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TRAPPIST-1 ist fast doppelt so alt wie die Sonne

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Uralter Zwerg: Der nahe Zwergstern TRAPPIST-1 und seine sieben Erdzwillinge sind schon überraschend alt. Neuen Analysen nach könnte das nahe Planetensystem mehr als sieben Milliarden Jahre alt sein, vielleicht sogar doppelt so alt wie unsere Sonne. Spannend ist dies für die Frage, ob es Leben auf diesen Exoplaneten gibt. Denn das hohe Alter macht dies in mancher Hinsicht wahrscheinlicher, in anderer dagegen nicht, wie die Astronomen erklären.

scinexx

Vielversprechende Nachbarn: Anfang 2017 entdeckten Astronomen gleich sieben erdähnliche Planeten um den 40 Lichtjahre von uns entfernten Zwergstern TRAPPIST-1. Zwar umkreisen diese sieben Exoplaneten ihren Stern sehr eng, weil dieser aber ein sehr kühler Zwerg ist, liegen mindestens drei der Erdzwillinge in der habitablen Zone.

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