Tariq Ali: Heiligsprechung von Mutter Teresa „lächerlich“

Bild: theaustralian.com.au
Der Atheist Tariq Ali drehte 1994 die umstrittene Dokumentation „Hell’s Angel“ über Mutter Teresa. Papst Franziskus würde der Film „die Augen öffnen“.

Die Presse.com

Der britisch-pakistanische Autor und Filmemacher Tariq Ali (72) findet die bevorstehende Heiligsprechung von Mutter Teresa am 4. September „lächerlich“. „Die meisten Heiligsprechungen sind lächerlich, aber diese hier ist auch dumm“, sagt Ali in einem Email-Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Dieser Papst (Franziskus), der normalerweise sehr intelligent ist, muss die wahren Taten dieser albanischen Schwester kennen“, sagt der Autor und verweist auf den Film „Hell’s Angel“ („Höllenengel“) über Mutter Teresa, den er 1994 mit seinem 2001 verstorbenen Kollegen Christopher Hitchens drehte.

In der umstrittenen Dokumentation prangern die beiden mangelhafte medizinische und soziale Betreuung in Mutter Teresas Heimen für Arme und Sterbende in der indischen Stadt Kolkata (dem früheren Kalkutta) an, wo die viel gepriesene Wohltäterin einen „Todes- und Leidenskult“ geschaffen habe. „Ich hoffe zumindest, dass der Papst sich „Hell’s Angel“ ansieht, wenn auch nur heimlich auf YouTube. Das könnte ihm die Augen öffnen“, meint Ali.

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Simbabwe: Mugabe warnt vor Umsturzversuch wie im Arabischen Frühling

Robert Mugabe 2008, Bild: wikimedia.org/PD
Nach erneuten Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei am Freitag hat Simbabwes Machthaber Robert Mugabe die Opposition gewarnt, es werde keinen Umsturz wie im Arabischen Frühling geben.

Neue Zürcher Zeitung

«Sie verbrennen Reifen auf den Strassen, um an die Macht zu gelangen», sagte Mugabe am Freitag in einer Fernsehansprache. «Sie denken, dass das, was im Arabischen Frühling geschehen ist, auch in diesem Land geschehen wird, doch ich sage ihnen, dies wird nicht passieren.» Er wolle «Frieden im Land», sagte der Präsident und warf ausländischen Mächten vor, hinter den Protesten zu stecken.

Zuvor hatte die Polizei in Harare Tränengas und Schlagstöcke gegen eine gerichtlich genehmigte Grosskundgebung der Opposition eingesetzt. Wie ein AFP-Reporter berichtete, setzten sich Demonstranten mit Steinwürfen zur Wehr.

Andere steckten Reifen in Brand und rissen ein Strassenschild mit dem Namen Mugabes herunter. Die Polizei verfolgte die Demonstranten und bedrohte Journalisten, die über die Kundgebung berichten wollten.

Das Burkini-Urteil bringt Frankreich keinen Religionsfrieden

burkiniDer Rest der Welt reibt sich verwundert die Augen. Was machen die Franzosen da bloß? Wochenlang streiten sie über Badekleidung. Die Frage, ob der Burkini am Strand zu dulden ist oder nicht, entzweit die Nation.

Von Axel Veiel | Berliner Zeitung

Selbst innerhalb der Regierung gehen die Meinungen auseinander, ob der Ganzkörperschwimmanzug für Musliminnen als Ausdruck radikal-islamischen Machtstrebens zu ächten oder aber zu hinzunehmen ist, weil er strenggläubigen Musliminnen die Teilnahme am Strandleben ermöglicht.

Gewiss, Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hat am Freitag ein überfälliges Machtwort gesprochen. Die Richter haben klargestellt, dass das schlichte Tragen eines weite Teile des Körpers bedeckenden Badeanzugs die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht bedroht.

Richard Dawkins über die Unwahrscheinlichkeit Gottes

Bild: RDF
Wie entstand die Komplexität und Vielfalt des Lebens? Warum erweckt es den Anschein von Design? Auf diese und andere Fragen gibt Richard Dawkins Antworten.

Von Richard Dawkins | Richard Dawkins-Foundation

Vieles von dem, was Menschen tun, tun sie im Namen Gottes. Iren sprengen sich in seinem Namen gegenseitig in die Luft. Araber sprengen sich in seinem Namen selbst in die Luft. Imame und Ayatollahs unterdrücken in seinem Namen Frauen. Jüdische Schächter schneiden in seinem Namen lebenden Tieren die Kehle durch. Die religiösen Errungenschaften der Vergangenheit – blutige Kreuzzüge, folternde Inquisitionen, massenmordende Konquistadoren, Kultur-zerstörende Missionare, rechtlich durchgesetzter Widerstand gegen jedes neue Stück wissenschaftlicher Wahrheit bis zum letzten Augenblick – sind sogar noch beeindruckender. Und wozu war all das gut? Ich denke, es wird immer klarer, dass die Antwort lautet: Für absolut gar nichts. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass irgendein Gott jemals existiert hat und gute Gründe für die Annahme, dass Götter nicht existieren und nie existiert haben. Es war alles eine riesige Zeitverschwendung und eine riesige Verschwendung von Menschenleben. Es wäre ein Witz kosmischen Ausmaßes, wenn es nicht so tragisch wäre.

Warum glauben Menschen an Gott? Für die meisten Menschen ist der Grund noch immer eine Variante des alten Arguments vom Design. Wir sehen um uns herum die Schönheit und Komplexität der Welt – der aerodynamische Flügelschlag einer Schwalbe, die Zartheit der Blumen und der Schmetterlinge, die sie bestäuben; durch ein Mikroskop beobachten wir das Gewimmel des Lebens in jedem Tropfen und Tümpel Wasser, durch ein Teleskop machen wir die Baumkrone eines gigantischen Mammutbaums aus. Wir denken über die elektronische Komplexität und die optische Perfektion unserer Augen nach, mit denen wir das alles sehen. Haben wir auch nur die geringste Vorstellungskraft, löst all dies bei uns ein Empfinden der Ehrfurcht und der Andacht aus. Uns fällt die offenkundige Ähnlichkeit lebender Organe mit den sorgfältig geplanten Entwürfen menschlicher Ingenieure ins Auge.

Die Uhrmacher-Analogie des Priesters William Paley aus dem 18. Jahrhundert ist der berühmteste Ausdruck dieses Arguments für die Existenz Gottes. Selbst, wenn man nicht wüsste, was eine Uhr ist, müsste einen der offensichtliche Design-Charakter ihrer Zahnräder und Federn zu der Schlussfolgerung nötigen, „dass die Uhr einen Uhrmacher gehabt haben muss; dass es zu einer bestimmten Zeit an dem einen oder anderen Ort einen Handwerker oder mehrere Handwerker gegeben haben muss, dass der Macher die Uhr zu dem Zweck entwickelte, zu dem sie uns heute dient; dass er ihren Aufbau verstanden hat und dass er ihre Bestimmung festlegte.“ Falls dies schon auf eine simple Uhr zutrifft, wie viel wahrer muss es dann für das Auge, das Ohr, für die Lunge, für das Ellbogengelenk, für das Gehirn sein? Diese schönen, komplexen, verzwickten und offensichtlich zu einem Zweck gebauten Strukturen müssen ihren eigenen Designer, ihren eigenen Uhrmacher gehabt haben – Gott.

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Valls will „tödlichen, rückschrittlichen“ Islam zurückweisen

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Frankreichs Regierungschef will auch nach der Schlappe vor Gericht den Kampf gegen den Burkini fortsetzen. Für ihn stelle dieser „die Zustimmung zum politischen Islam im öffentlichen Raum“ dar.
 

DIE WELT

Frankreichs Premierminister Manuel Valls will sich trotz der Aufhebung des Burkiniverbots durch das Verwaltungsgericht weiter für Kleidervorschriften an Stränden stark machen. Er stelle keineswegs individuelle Freiheiten in Frage, wenn er einen Badeanzug für Frauen ablehne, der nur Hände, Füße und Gesicht freilässt, versicherte Valls auf seiner Facebookseite. Vielmehr gehe es darum, den „tödlichen, rückschrittlichen Islam“ zurückzuweisen.

Assumons le débat sur le burkini

Le Conseil d’Etat s’est prononcé sur l’arrêté du maire de Villeneuve-Loubet interdisant les tenues qui manifestent, de manière ostensible, une appartenance religieuse. Il a jugé que la mairie n’avait pas établi le risque de trouble à l’ordre public et qu’elle avait par conséquent excédé ses pouvoirs.
Toute décision d’interdiction doit effectivement établir le risque d’atteinte à l’ordre public et être appliquée avec discernement – j’ai déjà eu l’occasion de le dire à plusieurs reprises. Mais, comme vient de le rappeler le ministre de l’Intérieur, le Conseil d’Etat « ne prive pas les maires de ce pouvoir ; il en rappelle à nouveau les conditions de son exercice, dans un cadre juridique conforme aux principes constitutionnels. »
Cependant, cette ordonnance du Conseil d’Etat n’épuise pas le débat qui s’est ouvert dans notre société sur la question du burkini. Ce débat n’est pas anodin. C’est un débat de fond, qui vient après d’autres : il y a trente ans, la question du foulard dans les écoles, puis la loi de 2004 sur le port de signes religieux, et celle de 2010 sur le voile intégral dans l’espace public.
Facebook

Valls betonte, die Burkini-Debatte habe grundlegende Bedeutung für die Trennung von Staat und Religion in Frankreich. Der Burkini sei „die Zustimmung zum politischen Islam im öffentlichen Raum“.

Etwa 30 Kommunen hatten Burkinis mit der Begründung verboten, diese gefährdeten die öffentliche Ordnung, weil sie andere Badegäste ängstigten.

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Französisches Verwaltungsgericht zieht Burkini-Farce den Stecker

burkiniDas französische Verwaltungsgericht hat die Burkini-Farce erstmal beendet. Ob das Sommertheater mit dem Richterspruch tatsächlich beendet ist, bleibt offen, aber die wichtigste Frage ist geklärt: Die Verordnungen der Orte, die diese Badebekleidung an ihren Stränden verbieten, verstoßen gegen fundamentale Freiheitsrechte.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Richter des Conseil d’Etat entschieden lediglich über eine der kommunalen Verordnungen, nämlich in Villeneuve-Loubet an der französischen Riviera. Da die Entscheidung grundsätzlich ist, getroffen von der höchsten dafür zuständigen Instanz in Frankreich, gilt sie maßgeblich bei den Strandverordnungen der anderen Gemeinden.

Der strittige Beschluss ist eine schwere und nachweislich illegale Beeinträchtigung fundamentaler Freiheiten wie die freie Bewegung (i.O. la liberté d’aller et venir), die Gewissensfreiheit und die persönliche Freiheit.

Das Urteil hatte eine vorgängige Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza zum Anlass. Dieses Gericht hatte die kommunale Verordnung in Villeneuve-Loubet zum Verbot bestimmter Badebekleidung an den Stränden bestätigt. Gegen die Verordnung geklagt hatten zwei Verbände, die Liga der Menschenrechte (LDH) und das Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich (CCIF).

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Türkei: Machtkampf islamistischer Fraktionen

Bis hierher und nicht weiter? – Plakat für eine Demonstration gegen den Putschversuch am Taksim-Platz. (Bild: Thanassis Stavrakis/Keystone)
Der versuchte Militärputsch und Erdogans flächendeckenden Repressionsmassnahmen als Reaktion zeigen: Die Gesellschaft in der Türkei trennen tiefe Gräben, die politische Landschaft ist von Misstrauen und Hass geprägt.

Von Hüseyin I. Cicek | Neue Zürcher Zeitung

Der gescheiterte Putsch in der Türkei vom Juli dieses Jahres und die Folgen zeigen deutlich, dass die islamistische Szene in der türkischen Republik zutiefst gespalten ist. Die gemeinsame Macht- und Interessenpolitik verschiedener islamistischer Gruppen der letzten Jahre verblasst im Angesicht der Hobbesschen Vorgehensweise der AKP. Im politischen Zentrum steht derzeit der Kampf jeder gegen jeden.

Trotz politisch und gesellschaftlich schwer zu vereinbarenden Ordnungsmodellen haben sich in der Türkei Kemalisten und Islamisten immer wieder auf Grundlage eines gemeinsamen Feindes vereint. Kommunisten waren es im Kalten Krieg. Von den 1990er bis Anfang der 2000er Jahre war es der Kampf unter anderem gegen regionale Despoten und internationalen Terrorismus.

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„Für Bank-Überfälle ist der Niqab ziemlich unpraktisch“

Leyla Aysha Yildiz, Bild: heise.de
Frauenrechtlerin, Ex-Bezirksbürgermeister, migrationspolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Verkehrsstaatssekretärin, Wolfgang Bosbach, Promi-Luder, Terror-Experte, Vorsitzender der Senioren-Union, Bundespräsident, Chef der Polizeigewerkschaft… In der Debatte um ein Verbot islamischer Gesichtsschleier hat sich in den letzten Wochen so ziemlich jeder mit Meinung zum Thema zu Wort gemeldet. Nur eine Gruppe wird in der Debatte um Musliminnen mit Gesichtsschleier kaum gehört: Musliminnen mit Gesichtsschleier. Wir haben mit der 25-jährigen Leyla Aysha Yildiz aus Frankfurt am Main gesprochen.

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Seit Wochen wird in Deutschland über ein Verbot islamischer Gesichtsschleier diskutiert. Die Befürworter eines Verbots argumentieren unter anderem mit Terrorabwehr und innerer Sicherheit. Sind Sie gefährlich?

Leyla Aysha Yildiz: Nein. Ich glaube auch nicht, dass sich jemand ein Niqab überziehen würde, um eine Bank auszurauben. Jeder, der schon einmal einen Niqab getragen hat, weiß, dass es ein ziemlich unpraktisches Kleidungsstück ist, um damit Überfälle zu begehen. Wie viele Anschläge wurden denn bisher im Niqab begangen? Ich denke, wir Niqab-Trägerinnen müssen im Alltag mehr Angst vor euch haben als ihr vor uns.

Wie hat sich Ihr Alltag seit Beginn der Burka-Debatte verändert?

Leyla Aysha Yildiz: Seit der Burka-Diskussion ist es definitiv schlimmer geworden. Angegriffen wurde ich zum Glück noch nie. Aber ich höre immer wieder von Schwestern, die Opfer von Übergriffen wurden. Hin und wieder bekomme ich hasserfüllte Blicke, werde beschimpft und beleidigt oder es kommen dumme Sprüche.

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GOTT sieht alles – De Maiziére noch nicht

auge-gottesBundesinnenminister De Maiziére will Gesichtserkennungsprogramme einsetzen, um die Sicherheit zu erhöhen. Eine weitere Stufe der Überwachung und ein gefährliches Spiel, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Die Behörden müssen technisch können, was ihnen rechtlich erlaubt ist

meint Bundesinnenminister De Maiziére. Da ist was dran. Was nutzt die schönste rechtliche Ermächtigung, wenn man sie nicht ausüben kann? Was nutzt es, wenn man z.B. Schießen darf, aber keine Munition bekommt? Oder Flinten, die das Ziel nicht treffen? Oder einfach zu wenig Polizisten hat, um die Domplatte räumen zu können?

Aber so meinte der das wohl gar nicht. Der Innenminister arbeitet langsam aber stetig an der Steigerung der inneren Sicherheit. Immer sicherer soll das Land werden. Mit immer neuen Mitteln, immer neuen Ideen, immer neuen Gesetzen.

Seine neueste Idee ist die Nutzung einer automatischen Gesichtserkennung.

Das Lichtbild und Gesichtserkennungssysteme sollen perspektivisch mit einer vergleichbaren Zuverlässigkeit wie der Fingerabdruck zur Identifizierung einer Person beitragen,

steht im Maßnahmenkatalog des Innenministeriums. Per Videokamera und Gesichtserkennungssoftware sollen einzelne Personen aus großen Menschenmassen zuverlässig herausgefiltert werden. Im Idealfall natürlich Terroristen oder Gefährder, aber im Prinzip kann man mit so einer Software jeden suchen lassen. Auch Taschendiebe oder politische Gegner. Oder die eigene Frau und deren Lover.

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Kurden fühlen sich von den USA verraten – Wiederholung der Geschichte

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Die Kurden fühlen sich einmal mehr von den USA verraten – und die Araber sagen, nicht ohne Schadenfreude, die Kurden seien selbst schuld, wenn sie den USA vertraut haben.

Von Grudrun Harrer | derStandard.at

Das ist, vereinfacht zusammengefasst, die Gefühlslage in der Region, nachdem die USA den syrischen Kurdenmilizen YPG beziehungsweise deren politischem Arm PYD am Mittwoch und Donnerstag klar gemacht haben, dass sie sich auf das Gebiet östlich des Euphrats zurückzuziehen haben – wie es auch der türkische Wille und das Ziel der türkischen Invasion ist, die seit Mittwoch läuft.

Das heißt, die YPG müssen Manbij verlassen, das sie, als Teil der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), in langen verlustreichen Kämpfen vom „Islamischen Staat“ (IS) eingenommen haben. Dagegen regte sich Widerstand nicht nur bei den YPG selbst, sondern auch bei anderen Teilen der SDF, der eine christliche und arabische Milizen angehören.

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Antijudaismus – Die dunklen Flecken in Bachs Lebenswerk

Bach bezog sich in seinen Passionen auf Luther, der die Vertreibung und Vernichtung der Juden forderte / picture alliance
Johann Sebastian Bach war bekennender Anhänger Luthers und dessen haarsträubendem Antijudaismus. Im Nationalsozialismus dienten einige seiner Werke als Hymnen für die „Entjudung der deutschen Kultur“. Eine Ausstellung setzt sich nun damit auseinander

Von RAINER BALCEROWIAK | Cicero

Das Lutherjahr 2017 wirft seine Schatten voraus. Und natürlich sind die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags in Wittenberg, der als Geburtsstunde der Reformation und des Protestantismus gilt, nicht ohne eine Betrachtung des Schaffens von Johann Sebastian Bach (1685-1750) denkbar. Denn der wohl bedeutendste Komponist des Barockzeitalters hat sozusagen den Soundtrack zum Protestantismus geschrieben, wenn auch erst rund 200 Jahre später.

„Luther, Bach und die Juden“ lautet daher der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 6. November im Bachhaus Eisenach gezeigt wird, dem Geburtsort des Komponisten. Anhand von Bildern, Texten und anderen Exponaten aus fünf Jahrhunderten wird dort das Spannungsfeld zwischen Protestantismus, Bachs Werk und dessen Rezeptionsgeschichte umfassend beleuchtet.

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Indien: Hindus stoppen christlichen Kirchenbau

Fünf Symbole stehen auf dem Friedhof Gerliswil, Gemeinde Emmen, für die Weltreligionen Judentum, Christentum, Hinduismus, Islam und Buddhismus, von links (picture alliance/dpa/Keystone/Urs Fueller)
Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh haben gut tausende Hindus den Bau einer Kirche verhindert.
 

Deutschlandfunk

Sie hätten durch den Bau einer Mauer den Zugang zum Rohbau versperrt, berichtet der asiatische katholische Pressedienst „Ucanews“. Die Hindu-Aktivisten hätten die Unterstützung der Polizei und der Behörden, wird ein Gemeindemitglied zitiert. Christen würden bedroht und aufgefordert, zum Hinduismus überzutreten. Im Bundesstaat Chhattisgarh stellen Christen eine Minderheit von weniger als einem Prozent der Bevölkerung dar.

Dem Bericht zufolge gehören die Aktivisten der „Hindutva“-Bewegung an, die ein Indien unter hinduistischer Vorherrschaft anstrebt. Als ihr politischer Arm gilt die seit 2014 regierende BJP.

Moscheen: „Wir fordern Strukturen im Islam heraus“

Viele Frauen fühlen sich in den traditionellen Moscheen fremd. Foto: imago
In Dänemark ruft zum ersten Mal eine Imamin das Freitagsgebet aus – in einer Frauenmoschee in der Kopenhagener Fußgängerzone. Noch sind weibliche Imame eine Rarität.

Von Thomas Bochert | Frankfurter Rundschau

Zum ersten mal ruft in Skandinavien eine Imamin zum Freitagsgebet. „Wir fordern patriarchalische Strukturen im Islam heraus, wie es sie auch in anderen großen Religionen gibt,“ sagt Sherhin Khankan, Mitbegründerin der Kopenhagener Frauenmoschee, vor der Premiere dieser Woche. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung der „Mariam Moské“ hält ihre dänische Mit-Imamin Saliha Marie Fetteh die erste Predigt. Eingeladen sind nur Frauen. Khankan zu den Motiven: „In den traditionellen Moscheen habe ich mich immer fremd gefühlt. Wir Frauen stehen abgetrennt auf einem Balkon herum und sind nur Zuschauer. Viele kommen gar nicht, weil man in eine von Männern beherrschte Welt eintritt. Sie haben das Wort, leiten das Gebet und stehen im Fokus. Wir schaffen jetzt eine Moschee nach den Prämissen der Frau.“

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Tote nach Krebstherapie: Heilpraktiker durfte experimentellen Wirkstoff verwenden

Drei Krebspatienten sind kurz nach einer Behandlung beim Heilpraktiker gestorben. Laut Staatsanwaltschaft ist noch unklar, ob es an einem experimentellen Wirkstoff gelegen hat.

SpON

Die Heilpraktiker-Praxis an der deutsch-niederländischen Grenze war für schwer krebskranke Patienten wohl der letzte Strohhalm: Die meisten galten als austherapiert, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Mönchengladbach. „In einer solchen Situation braucht man nicht sehr viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass man bereit ist, sich auch experimentellen Dingen zu nähern, nach jedem Strohhalm zu greifen, der verspricht, dass man noch ein bisschen länger leben darf.“

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Toleranz kommt niemals ohne Grenzen aus

Donald Trump als Wahlkämpfer: Sein Leitmotiv ist Angst vor Fremdheit und Veränderung Foto: Getty Images/Getty Images North America
Unbeschränkte Freiheit zerstört sich am Ende selbst. Wir erleben derzeit einen Gezeitenwechsel von Duldsamkeit zu Unduldsamkeit. Irgendwann wird der Ernstfall der Toleranz eintreten.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Lange schon ist in deutschen Landen nicht mehr so viel Toleranz gepredigt worden wie in den letzten Jahren und das aus guten Gründen. Und lange schon ist die Predigt nicht mehr auf so gemischte Gefühle gestoßen wie heute.

Mit der Toleranz aber geht es wie mit der Demokratie, vor deren Exzess der altgriechische Philosoph Platon in einem lehrreichen Diskurs die Athener warnte: Unbegrenzte Freiheit zerstört sich am Ende selbst. Wie aber unbegrenzte Toleranz sich ausnimmt, möchte man lieber nicht im realen Experiment herausfinden. Platons Demokratiefantasie endet in der Ordnungsdiktatur.

Wer würde nicht, wenn er denn könnte, heute und morgen und alle Tage Lessings „Nathan den Weisen“ nachahmen und nach der berühmten „Ringparabel“ leben wollen? Christentum, Judentum und Islam in friedlichem Wettbewerb um Gegenwartsdeutung und Zukunftserwartung?

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Gutachten: Manipulationen bei Dieselabgasen seit 2010 bekannt

Bild: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Deutsche Experten erheben schwere Vorwürfe gegen die Politik und die Autoindustrie. Das betreffe „Dieselfahrzeuge aller Hersteller“, so die Gutachter.

Die Presse.com

Manipulationen der Autohersteller bei Dieselabgasen sind laut Experten schon jahrelang bekannt. Ein vom Deutschen Bundestag beauftragter Gutachter sei zu dem Schluss gekommen, dass spätestens eine Studie im Jahr 2010 auf das Problem aufmerksam gemacht habe, berichten „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagsausgabe), NDR und WDR.

Motoren seien so manipuliert worden, dass die Grenzwerte bei Tests gerade noch eingehalten werden. Das betreffe „Dieselfahrzeuge aller Hersteller“.

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The Language of Aliens Will Always Be Indecipherable

Image: ESO
Image: ESO
There’s about 170 billion galaxies in the observable universe—and as the technology of our telescopes improves, humans will probably discover as many as a trillion galaxies. Galaxies, like our own, can contain 200 billion or more planets and stars. Inevitably, some of those celestial worlds are capable of bringing forth and nurturing intelligent life. In fact, to some top astronomers, the question is not whether aliens exist, but how many millions of different intelligent extraterrestrial species exist.

By Istvan Zoltan | MOTHERBOARD

With so many possible advanced life forms out there, the obvious question is: Why haven’t humans made contact with them yet? This famous conundrum is called the Fermi Paradox.

There are at least a dozen cogent answers to the Fermi Paradox, but only a few delve into the communication of extraterrestrial civilizations—something which must exist in some form for us to even know about them. And none of the answers about communication adequately discuss what happens to alien language in an accelerating intelligence explosion, which is what must happen for them to be advanced enough to make contact with us.

We will never have more than a few seconds to understand or even notice our millions of neighbors.

Modern day humans—and presumably other advanced intelligent species—are generally in a state of exponential technological and evolutionary growth. That growth may not perfectly reflect Moore’s Law (where microprocessor speeds double approximately every 24 months), but it’s probably somewhere in the ballpark.

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Burkiniverbot und Grundrechte: Was ist akzeptabel? Und für wen?

Baywatch Cannes: Wer hat hier zu viel an? Foto: dpa
Frankreich diskutiert darüber, ob ein Verbot des Burkinis verhältnismäßig ist. Die Regierung beruft sich auf das Prinzip einer strikten Laizität.

Von Rudolf Balmer | taz.de

Mit dem Burkini-Verbot an mehreren französischen Stränden eskaliert eine alte Polemik. Begonnen hatte diese 1989 mit dem Verbot des Kopftuchs und aller anderen „ostentativen“ Zeichen religiöser Konfessionen in staatlichen Schulen. Im Jahr 2010 nahm sie mit dem gesetzlichen Verbot von Nikab oder Burka in der Öffentlichkeit an Schärfe zu.

Frankreich beruft sich auf eine strikte, seit 1905 geltende Trennung von Religion und Staat. Diese Laizität garantiert einerseits die Neutralität der Republik gegenüber allen Konfessionen und die Glaubensfreiheit, umgekehrt verbietet sie jede religiöse Einmischung.

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Enteignungen wie im Osmanischen Reich

Verwandte und Freunde von Häftlingen vor dem Hochsicherheitsgefängnis von Silivri (80 Kilometer westlich von Istanbul): Bei Razzien in 18 Städten waren zuvor Geschäftsleute festgenommen worden, denen Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen werden. (Foto: AP)
Festnahmen, Pfändungen, Willkür: Die Wut der Regierung von Präsident Erdoğan trifft nun auch Geschäftsleute. Und zwar genau diejenigen, die vor Kurzem noch bejubelt wurden.
 

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

„Als mir klar wurde, dass ich auf Anordnung von ganz oben verhaftet werden sollte, war meine Angst wie weggeblasen. In diesem Moment begriff ich, dass ich nichts verbrochen hatte.“ So beschreibt die Schriftstellerin Aslı Erdoğan am fünften Tag ihrer Einzelhaft ihre Gefühle.

Die Zeitung Cumhuriyet hatte ihrem Anwalt Fragen mitgegeben. Diese Antwort gibt jedoch nicht wieder, wie es ihr körperlich geht. Sie hat große Gesundheitsprobleme.

„Fünf Tage lang wurde mir meine Medizin verwehrt. Ich habe Diabetes, muss eine strenge Diät einhalten und kann nur Joghurt essen. Ich durfte nicht an die frische Luft“, so Aslı: „Ich werde so misshandelt, dass ich dauerhafte körperliche Schäden davontragen werde. Mein Bett war voller Urin. Wäre ich nicht aus voller Überzeugung hartnäckig, könnte ich das hier nicht überleben.“

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CSU fordert von Zuwanderern «Nähe des Kulturkreises»

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«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.»

kath.net

Die CSU fordert, Nähe zur deutschen Kultur als Kriterium für Fachkräftezuwanderung einzuführen – eventuell aber auch für geduldete Asylbewerber. So heißt es in dem Entwurf des Grundsatzprogramms, der der «Welt» (Freitag) vorliegt: «Neben der beruflichen Qualifikation und dem Bedarf unserer Wirtschaft soll künftig auch die Nähe des Kulturkreises stärker bei der Auswahl der Zuwanderer beachtet werden.» Die «Nähe des Kulturkreises» versteht der Leiter der Grundsatzkommission, der Landtagsabgeordnete Markus Blume, dabei als Voraussetzung für eine gelungene Integration.
«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.» Für Asylbewerber gelte dies nicht, schränkt Blume ein. «Hier gilt zunächst der Asylrechtsgrundsatz unseres Grundgesetzes.» Allerdings: Bei der Frage der Duldung könne dies sehr wohl eine Rolle spielen.

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