Bullshistic: Bedford-Strohm – Kirchliche Feiertage sind Chance für Gesellschaft

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat dazu aufgerufen, kirchliche Feiertage als Chance für die sich wandelnde Gesellschaft zu begreifen.

evangelisch.de

Die kirchlichen Feiertage gehörten „zu den fundamentalen Beiträgen des Christentums zur Kultur unserer Gesellschaft“, erklärte der Theologe am Mittwoch in Hannover. Sie seien kein Überbleibsel einer vergangenen Epoche, sondern dienten in ihrer humanisierenden Funktion auch heute noch der Gesellschaft im Ganzen.

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Hunde: „Kuschelhormon“-Gen macht zutraulicher

Dieser Golden Retriever wendet sich hilfesuchend an seine Besitzerin. Bei diesem Verhalten spielt auch das Kuschelhormon Oxytocin eine wichtige Rolle. © Mia Persson
„Hilf mir!“: Ob und wie schnell ein Hund sich hilfesuchend an seinen Besitzer wendet, hängt auch vom „Kuschelhormon“ Oxytocin ab – und von einer Genvariante in seinem Erbgut. Sie bestimmt, ob das Hormon seine Hinwendung zum Menschen verstärkt oder nicht, wie ein Experiment enthüllt. Dies könnte erklären, warum bestimmte Hunderassen zutraulicher sind als andere. Es belegt zudem, dass die Hunde uns auch in diesem Aspekt sehr ähnlich sind.

scinexx

Hunde sind echte Menschenkenner – kein anderes Tier hat sich im Laufe der Domestikation so stark auf uns eingestellt. Sie folgen unseren Blicken, erkennen unsere Stimmung an unserer Tonlage und am Lächeln und können sich sogar in uns hineinversetzen.

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HVD: Bundesverband verabschiedet neues Selbstverständnis

Bild: HVD
Die IX. Bundesdelegiertenversammlung des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) hat am Wochenende ein neues Präsidium gewählt.

HVD Bundesvorstand

Florian Zimmermann ist damit sechster Präsident des HVD-Bundesverbandes. Im Bundesverbandspräsidium war er bisher für Internationales, Flüchtlingspolitik und kleine Landesverbände zuständig.

Mehr als 60 Delegierte aus zwölf Bundesländern versammelten sich am vergangenen Samstag in Berlin, um über die Ergebnisse der Arbeit des Dachverbandes in den letzten Jahren und Schwerpunkte für die kommenden Monate zu beraten.

Frieder Otto Wolf begrüßte in seinem Resümee, dass die in den früheren Jahren entwickelte Wahrnehmung des HVD-Bundesverbandes in der allgemeinen Öffentlichkeit, gegenüber politischen Institutionen, seitens der Medien und auch bei anderen relevanten Stellen weiter ausgebaut und erhalten werden konnte.

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Kulturelle Identität: Von Burka bis Schächten

„Die religionspolitische Lage ist kompliziert, es brechen viele schwer zu entscheidende normative Fragen auf.“ – ein ausblutendes Schaf bei einer Schächtung (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)
Religiöse Riten, Symbole und Traditionen sind immer wieder Gegenstand der politischen und rechtlichen Auseinandersetzung. Die Debatten rund um die Burka oder den Sonntagsschutz bewegen viele Deutsche. Aber wie reagieren Religionspolitiker und Parteiprogramme auf religiöse Alltagskonflikte?

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandfunk

Ein ganzes Kapitel ihres Wahlprogramms widmet die AfD dem Islam. Auf zwei Seiten werden Begriffe aneinandergereiht wie Scharia, Parallelgesellschaften, Polygamie, Minarett und Muezzin-Ruf, Burka und Niqab. Die übrigen Parteien bringe das in eine komplizierte Lage, analysiert Ulrich Willems, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Münster. Deshalb würden sie die Religion aus dem Wahlkampf eher heraushalten.

„Da ist mein Eindruck, dass dieses Thema eine deutlich geringere Rolle gespielt hat als ich erwartet hätte. Das hat damit zu tun, dass die anderen Parteien wissen, dass je stärker dieses Thema des Islams auf die Wahlkampf-Agenda gerät, dass tendenziell am ehesten davon die AfD profitiert.“

Ein sachlicher Diskurs ist vonnöten

Dass die Parteien Fragen des religiösen Alltags, von Kultur und Identität umgehen, hält Willems für die falsche Strategie. Denn dabei gehe es nicht allein um den Islam, sondern insgesamt um das Zusammenleben von Kirchenmitgliedern, Konfessionslosen und religiösen Minderheiten in einer zunehmend pluralen Gesellschaft. Wo unterschiedliche Wertvorstellungen aufeinanderprallen, seien Konflikte programmiert. Deshalb plädiert der Politologe für einen grundlegenden, sachlichen Diskurs über strittige Themen.

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Die Rechte der Frauen sind genauso schutzbedürftig wie die der Flüchtlinge

Der Bahnhofsvorplatz in Köln, an dem es an Silvester 2015 zum Fanal für die Probleme der Flüchtlingspolitik kam: den massenhaften Übergriffen von Migranten gegen Frauen. (Foto: imago/Future Image)
Sexuelle Übergriffe durch Zuwanderer verunsichern die Frauen in Deutschland. Diese Unsicherheit muss dringend ernst genommen werden.

Von Ulrike Heidenreich | Süddeutsche.de

Viele, sehr viele Frauen waren es, die im Sommer 2015 an den Gleisen des Münchner Hauptbahnhofes standen. Als dort jeden Tag Tausende Flüchtlingeankamen, klatschten sie Beifall. Sie taten dies, um die Menschen willkommen zu heißen und um ihnen die Angst zu nehmen. Es war dort eine Stimmung, die anrührte, es war Gänsehaut und Glück, es war so viel Hoffnung und Hilfsbereitschaft. Die Stimmung ist umgeschlagen, schon seit einiger Zeit. Wenn Frauen heute einer größeren Gruppe von männlichen Geflüchteten begegnen, ist da immer wieder dieses Gefühl der Bedrohung.

Die Frauen haben die Kriminalitätsstatistik über Vergewaltigungen durch Flüchtlinge im Kopf – und damit auch die Angst. Vielen Frauen ist mulmig. Sie fürchten, durch ihr Auftreten falsche Signale auszusenden. Das kann nicht sein. Die Freiheit, sich so zu kleiden und so zu bewegen, wie man möchte, ist unverhandelbar. Selbst die Gutwilligsten tun sich keinen Gefallen, den Bruch in der Willkommenskultur auszublenden. Man muss die Fakten nüchtern benennen, ohne Dämonisierung einerseits und Verklärungen andererseits.

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Mexiko-Beben: Einstürzendes Kirchendach erschlägt Täufling

Opferzahl nach schwerem Erdbeben am Dienstag bereits bei 248 – Dutzende historische Kirchengebäude beschädigt – Mexikanische Bischofskonferenz ruft zur landesweiten Solidarität auf

kath.net

Bei einem schweren Erdbeben in Mexiko sind nach Regierungsangaben mindestens 248 Menschen ums Leben gekommen, darunter etliche in einstürzenden Kirchen. Allein im Bundesstaat Puebla nahe dem Epizentrum des Bebens mit der Stärke 7,1 auf der Richterskala starben laut Informationen der dortigen Erzdiözese vom Dienstagabend (Ortszeit) elf Menschen in Gotteshäusern. 30 Kirchen Pueblas sind beschädigt, Dutzende weitere in anderen Regionen des Landes. An der Kathedrale von Mexiko-Stadt fiel in Folge der Erdstöße eine Statue der Außenfassade sowie das Kuppelkreuz zu Boden, berichtete das Portal „El Universal“.

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„Die Sprache der Stammzellen verstehen lernen“

Markus Hengstschläger im Labor. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Ein Team der MedUni Wien um Markus Hengstschläger hat einen Weg geöffnet, der die Nutzung der Zellen zu therapeutischen Zwecken ebnen könnte. Er greift in die Signale ein, mit denen Stammzellen mit anderen Zellen kommunizieren.

Von Jürgen Langenbach | Die Presse.com

Schon 20 Jahre alt ist die jüngste große Hoffnung der Biomedizin, die der Embryonalen Stammzellen (ES). Das sind undifferenzierte Zellen mit Totipotenz, d. h. sie können sich in jeden Zelltyp entwickeln, den des Herzens, den des Gehirns etc. Deshalb kann man theoretisch aus ihnen jedes Gewebe ziehen, gar jedes Organ, und das dann für Transplantationszwecke verwenden. Darauf setzt man seit 1997, damals identifizierte man ES, die man länger schon an Tieren kannte, auch am Menschen.

Aber die Mühen der Ebene ziehen sich. Das lag zunächst daran, dass man zur Produktion von ES Embryos erst herstellen und dann zerstören muss, die ethischen Bedenken waren groß, die technischen Hürden hoch. 2005 kam der vermeintliche Durchbruch, aber er war eine Fälschung durch den Südkoreaner Hwang, das warf das Feld zurück. 2006 endlich fand sich ein Königsweg, der auf Embryos verzichtet und stattdessen erwachsene Körperzellen – etwa die der Haut – zu Zellen verjüngt, die den ES höchst ähnlich sind und iPS heißen: induzierte pluripotente Stammzellen. Schließlich suchte man ES-ähnliche Zellen auch anderswo, Markus Hengstschläger (MedUni Wien) etwa wurde in Fruchtwasser fündig.

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Evangelischer Kunstdienst: Goebbels willige Helfer

Marc Chagall, 1912, Still-life (Nature morte), oil on canvas, private collection. Bild: wikimedia.org/PD-US
Wie die Nazis zu „entarteter Kunst“ standen, ist bekannt. Dass sie sie aber für die Kriegskasse verkaufen wollten, wissen schon weniger Menschen. Und dass ein christlicher Verein dabei eine Rolle spielte, ist kaum bekannt. Eine ungeheuerliche Geschichte.

Von Thomas Klatt | evangelisch.de

„Nicht völkisch genug“ – dieses Urteil fällten die Nationalsozialisten über Künstler wie Käthe Kollwitz, Otto Dix, Marc Chagall und noch viele mehr. Doch nur ein Bruchteil der annähernd 20.000 konfiszierten Werke wurde in der berühmten Wanderausstellung als „Entartete Kunst“ gezeigt. Der allergrößte Teil sollte gegen Devisen verkauft werden. Kaum bekannt ist jedoch, dass ein kleiner christlicher Verein dabei eine nicht unerhebliche Rolle spielte.

Dabei sind die Wurzeln des Evangelischen Kunstdienstes alles andere als nationalsozialistisch geprägt. Der ehemalige Generalstabsoffizier und Domprediger an der Domkirche zu Dresden, Arndt von Kirchbach, suchte nach dem Zusammenbruch der kaiserlichen Monarchie Orientierung und Halt in einer neuen liturgischen Bewegung. Hinzu kam der Chemnitzer Buchhändler Gotthold Schneider, der bereits Kontakte zu Otto Dix, Ernst Barlach, Emil Nolde oder Walter Gropius unterhielt. Es fanden erste „Künstlernachmittage“ statt. Später stieß der Dresdner Kunsthistoriker Oskar Beyer dazu. Die Lösung des „religiösen Kunstproblems“ sei in der Schaffung eines „Ortes der Freiheit“ zu suchen, ohne die vorhandenen theologisch-dogmatischen Schranken der verfassten Kirchen, schrieb Beyer. Am 6. Februar 1928 wurde die „freie Arbeitsgemeinschaft für evangelische Gestaltung“ gegründet, der spätere Evangelische Kunstdienst. Eine Suborganisation, die mit ihrer Kirche stets verbunden blieb.

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U. Kutschera: Pseudowissenschaft bei Spektrum.de?

In den 1990er Jahren war das populäre US-Journal Scientific American eine zentrale Info-Quelle für populäre Darstellungen größerer biowissenschaftlicher Zusammenhänge.

Von Ulrich Kutschera | Richard-Dawkins-Foundation

So gibt es aus dieser Zeit noch heute lesenswerte Beiträge zur Abstammung des Menschen, der Evolution der Landwirbeltiere oder dem Sozialverhalten von Ameisen. Nach der Etablierung von Spektrum der Wissenschaft im Januar 1993, einem deutschen Ableger des anerkannten US-Magazins, konnte man sich ebenso sachkundig und kompetent Jahrzehnte lang informieren. Diese Ära geht leider mit der Vereinnahmung von Spektrum d. W. durch Moneyistische Gender-Ideologen (m/w) zu Ende.

Ich erinnere mich noch an ein Editorial, erschienen Anfang 2016, in welchem sich die Herausgeber gewundert hatten, dass bei einigen Ingenieur-Studiengängen der Männeranteil bei über 90 % und jener der Damenwelt unter 10 % liegt. Das kann und darf doch nicht sein, irgendetwas ist hier in der Erziehung falsch gelaufen, war der verärgerte Tenor aus dem Herausgeber-Stab. Ich hatte damals höflich darauf hingewiesen, dass es empirische Studien gibt, die belegen, dass dieser Gender-Gap im Wesentlichen biologisch ist. Auf diesen gut gemeinten Ratschlag erfolgte keine verwertbare Antwort. Als dann der respektable Autor und Wissenschaftsjournalist H. Rehm mein Fachbuch Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen (Berlin, 2016), nach heftigen Widerständen seitens der Redaktion bei Spektrum d. W. besprechen durfte (Rezension „Gefährliche Ideologie“ vom 24.06.2016), hätte man vermuten können, dass ein Umdenken in Richtung Vernunft, d. h. biologischem Sachverstand, eintreten würde. Leider war das jedoch nicht der Fall.

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Einwanderungspolitik: Neue alternative Fakten aus dem Weißen Haus

US-Präsident Trump vor seiner Rede vor der UN-Generalversammlung, auf der er Nordkorea die völlige Vernichtung androhte. Bild: United Nations
Um die Aufnahme von Flüchtlingen zurückzufahren, soll das Weiße Haus in Berichte über die Kosten von Flüchtlingen eingegriffen haben, weil sie den Staatskassen mehr eingebracht als gekostet haben

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

US-Präsident Donald Trump will nicht nur eine Mauer bauen, um Migranten daran zu hintern, aus Mexiko in die USA zu gelangen, er wollte nicht nur die Aufnahme, sondern auch die Einreise von Flüchtlingen aus bestimmten muslimischen Ländern stoppen und die Zahl der Flüchtlinge, die insgesamt aufgenommen werden, auf maximal 50.000 senken. 2016 waren 85.000 aufgenommen worden, davon gerade einmal etwas mehr als 12.000 aus Syrien, Obama hatte 110.000 angestrebt. Dazu soll die Green Card, mit der eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erfolgt, nur noch nach strengeren Kriterien mittels eines Punktesystems vergeben werden, auch hier soll die Zahl auf dann jährlich 500.000 gesenkt werden.

Trump erklärte, es sei die „bedeutendste Reform unseres Einwanderungssystems in einem halben Jahrhundert“. Bislang erhalten Green Cards, die auch für Jobs vergeben werden können, vor allem Ausländer, die Familienmitglieder in den USA haben, sie werden auch verlost. Hauptargument von Trump ist, dass die Zuwanderer den US-Bürgern Arbeitsplätze wegnehmen oder dass sie dem Steuerzahler zu viel kosten, weil sie zu gering qualifiziert sind. Mit dem Punktesystem sollen die Einwanderungswilligen, wie das viele konservative und rechte Parteien fordern, nach den Anforderungen des heimischen Marktes selektiert werden. Auch wer finanziell gut gestellt ist, soll kommen dürfen.

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Missbrauch: Stift Klosterneuburg weist Vertuschungsvorwurf zurück

Verantwortliche hätten nach Bekanntwerden der Vorwürfe innerhalb von sechs Tagen reagiert und den beschuldigten Chorherren suspendiert – Auf Wunsch der Mutter keine Anzeige erstattet

kath.net

Das Stift Klosterneuburg hat am Dienstag den medial aufgekommenen Vorwurf der Vertuschung eines Missbrauchsvorfalles aus dem Jahr 1993 zurückgewiesen. Die damals Verantwortlichen hätten nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort gehandelt und sich nichts zuschulden kommen lassen, so die Grundaussage der Stellungnahme des Stifts. „Jeglicher Missbrauch, und erst recht der von Kindern oder Jugendlichen, ist nicht zu entschuldigen und gehört geahndet“, so der heutige Propst des Stiftes, Generalabt Bernhard Backovsky, wörtlich.

Das Nachrichtenmagazin „profil“ hatte in seiner Montag erschienenen Ausgabe darüber berichtet, dass sich ein Augustiner-Chorherr des Stifts 1991 an einem minderjährigen Ministranten vergangen hatte. Laut dem Stift fand dieser Vorfall allerdings nicht 1991 sondern 1993 statt, wie eigene Recherchen ergeben hätten.

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Die „Null“ ist viel älter als gedacht

Blick auf eine Seite des rund 1.700 Jahre alten Bakshali-Manuskripts. In ihm stehen Punkte für die Null. © University of Oxford Bodleian Library
Ein Symbol für das Nichts: Die Idee der Null als eigenständiger Zahl ist weit älter als bisher gedacht. Denn indische Mathematiker nutzten schon vor gut 1.700 Jahren einen Punkt als Nullsymbol – 500 Jahre früher als bisher angenommen. Den Beleg dafür liefert eine neue Radiokarbondatierung des ältesten bekannten Lehrwerks der indischen Mathematik, des Bakshali-Manuskrips. Aus den in ihm verwendeten Null-Punkten entwickelte sich später unser rundes Nullsymbol.

scinexx

Sie ist für uns heute selbstverständlicher Teil des Zahlenraums – und in der Informatik ist sie sogar unverzichtbar: die Null. Sie kennzeichnet einerseits eine leere Menge, anderseits aber bestimmt ihre Position den Wert einer Zahl. Doch längst nicht in allen frühen Kulturen gab es schon eine solche „Leerstelle“: Zwar nutzen die Babylonierbereits eine Art Platzhalter in ihrer Mathematik, aber weder die Griechen und Römer noch die Chinesen kannten eine Null.

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Rechtspopulismus: De Maizière versteht die Ostdeutschen nicht

FOTO: MATTHIAS BALK DPA
Der Minister macht die „Veränderungsmüdigkeit“ der Ostdeutschen für den dortigen Erfolg der Rechtspopulisten verantwortlich. Wer so argumentiert, hat wenig verstanden.

Von Antje Sirleschtov | DER TAGESSPIEGEL

Als Gitta Schüßler vor 13 Jahren für die NPD in den sächsischen Landtag einzog, fragten sich viele erschrocken, wie es passieren konnte, dass sich eine 40 Jahre alte Mutter mehrerer Kinder, Buchhändlerin zumal, in einer rechtsradikalen Partei engagiert. Für Schüßler lag die Antwort auf der Hand: Nach der Wende schlossen in ihrer Heimat erst die Betriebe, dann die Grundschulen und zum Schluss ließ man die wenigen Lehrer mit russlanddeutschen Zuzüglern, die kaum Deutsch sprachen, allein. In dieses politisch-gesellschaftliche Vakuum sprang die Frau hinein.

Wenn an diesem Sonntag die Wahllokale geschlossen sind, werden wohl in Ostdeutschland viele Wähler ihre Stimme wieder einer radikalen Partei, diesmal der rechtspopulistischen AfD, gegeben und damit maßgeblich dafür gesorgt haben, dass diese in den Bundestag einziehen kann. Und wieder wird die Frage auftauchen: Warum tun die Ossis das bloß?

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„Pepe der Frosch“: Urheberrecht soll Rechtsextremen ihr Symbol nehmen

Bild: heise.de
Mit den Mitteln des Urheberrechts will der US-Comicautor Matt Furie seinen Frosch Pepe aus den Händen der extremen Rechten zurückerlangen. Nach einem ersten juristischen Erfolg fordert er die auf, die Figur aufzugeben. Sonst werde geklagt.

Von Martin Holland | heise.online

Der Erfinder der Comicfigur „Pepe der Frosch“ nutzt mit steigendem Erfolg das Urheberrecht, um gegen den Missbrauch der Figur durch Rechtsextreme nicht nur im Internet vorzugehen. Wie Motherboard berichtet, wurden Matt Furie und seine Anwälte dabei durch einen juristischen Erfolg angespornt, dank dem ein islamophobes Kinderbuch mit dem Frosch aus dem Handel genommen werden musste. Dessen Verfasser musste die damit erzielten – allerdings nicht sehr hohen – Einnahmen außerdem an CAIR, die größte muslimische Bürgerrechtsorganisation der USA spenden. Furie sei es ernst damit, Pepe aus den Fängen der rechtsradikalen Bewegung zu befreien, sagten seine Anwälte.

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„Barzani hat einen Staatsstreich durchgeführt“

Im Traum vom eigenen Staat sind sich die meisten Kurden einig, doch um den Weg dorthin wird noch gestritten. – APA/AFP/SAFIN HAMED
Birzo Majeed von der Oppositionspartei Gorran fordert bessere Vorbereitung des Unabhängigkeitsreferendums. Die Unabhängigkeit sei der „Traum der kurdischen Nation“.

Von Wieland Schneider | Die Presse.com

Die Presse: Ihre Partei Gorran ist äußerst skeptisch bezüglich des Unabhängigkeitsreferendums für Kurdistan am 25. September. Warum? Sind Sie gegen einen Kurdenstaat?

Birzo Majeed: Ganz im Gegenteil: Die Unabhängigkeit ist der Traum der kurdischen Nation. Das kurdische Volk musste in der Vergangenheit viele Kämpfe führen. Wir haben für unsere Rechte gestritten und alle Regime im Irak haben uns unsere Rechte verwehrt. Die Unabhängigkeit Kurdistans ist unser Traum. Aber dieser wichtige Prozess muss auf dem richtigen Weg durchgeführt werden.

Was meinen Sie damit?

Die Demokratische Partei Kurdistans (PDK) von Massud Barzani hat zusammen mit der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) diesen Prozess illegal gestartet. Sie benutzen dieses Referendum nur für ihre eigenen politischen Interessen. Wir als Gorran-Bewegung wollen, dass das alles mit einem ordentlichen Zeitplan durchgeführt wird. Wir brauchen erst Einigkeit in der kurdischen Gesellschaft und zwischen den kurdischen Parteien. Und dann brauchen wir dafür ein Gesetz, das vom legitimen kurdischen Parlament erlassen wird.

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Evolutionstheorie: Große Wissenslücken, erhöhte Zweifel

„Es gibt durchaus viele Menschen, die ganz, ganz viel wissen über Evolution und das sehr gut beschreiben können, aber trotzdem nicht davon ausgehen, dass es wirklich stattgefunden hat“, sagte die Biologiedidaktikerin Anna Beniermann im Dlf (picture alliance / dpa / Marijan Murat)
Die Wissenslücken bei der Evolutionstheorie und die Ablehnung ihr gegenüber seien viel höher als angenommen, auch bei angehenden Biologie-Lehrern, sagte die Biologiedidaktikerin Anna Beniermann im Dlf. Um dem entgegenzuwirken, müsse schon in der Grundschule der Unterricht beginnen.

Anna Beniermann im Gespräch mit Manfred Götzke | Deutschlandfunk

Manfred Götzke: Ob und wie die Evolutionstheorie bei uns in Deutschland akzeptiert und gekannt wird, darüber forscht die Biologiedidaktikerin Anna Beniermann von der Universität Gießen. Sie stellt dazu gerade ihre Doktorarbeit fertig, hallo!

Anna Beniermann: Hallo, guten Tag!

Götzke: Frau Beniermann, erst mal ganz allgemein gefragt: Wird die Evolutionstheorie in Deutschland im Großen und Ganzen akzeptiert?

Beniermann: Ja, insgesamt schon. Es gibt natürlich da auch einige Menschen, die die Evolution ablehnen, das ist aber sehr unterschiedlich, je nachdem welche Personengruppen man sich anschaut. Aber insgesamt ergibt sich ein sehr viel besseres Bild als in der Türkei oder in den USA.

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Flüchtlinge krimineller als gedacht?

Die Zahlen, die der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vorgelegt hat, werden auch außerhalb Bayerns diskutiert.FOTO: ALEXANDER HEINL/DPA
Die Daten aus dem bayrischen Innenministerium zur Kriminalitätsentwicklung sind missverständlich und sollen genauer aufgeschlüsselt werden.

DER TAGESSPIEGEL

Vor einer Woche hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung in Bayern vorgestellt. Seither werden die von ihm präsentierten Daten auch über Bayern hinaus diskutiert und analysiert. Laut Herrmann stieg die Zahl der Vergewaltigungsfälle im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2016 deutlich an. Das bayerische Innenministerium veröffentlichte eine entsprechende Pressemitteilung. Darin heißt es, die Zahl der durch Zuwanderer begangenen Vergewaltigungsdelikte sei erheblich – um 60 Fälle und damit um 90,9 Prozent – angestiegen. Doch auch insgesamt verzeichnete der Freistaat mit 685 Sexualdelikten 222 mehr als 2016. Das entspricht einem Anstieg um 47,9 Prozent. Der Grund für die allgemeine Zunahme der Delikte liegt vor allem darin begründet, dass das Sexualstrafrecht verschärft wurde und nun mehr Übergriffe als strafbar gelten als vor der Gesetzesveränderung.

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Welche Rolle spielte der Vatikan beim Verschwinden dieses Mädchens?

Emanuela Orlandi verschwand am 22. Juni 1983 spurlos. (Foto: dpa)
  • Im Fall um das mysteriöse Verschwinden eines Mädchens in Italien vor mehr als 30 Jahren macht ein neu aufgetauchtes Dokument Schlagzeilen.
  • Demnach soll der Vatikan jahrelang Geld ausgegeben haben, um sie in einem Internat zu verstecken.
  • Die Echtheit des Dokuments wird aber angezweifelt.

Von Oliver Meiler | Süddeutsche.de

Alle Schatten sind wieder da, das ganze Mysterium um ein verschwundenes Mädchen, wie hingeweht aus einer fernen Zeit. Die italienischen Zeitungen verhandeln in diesen Tagen in langen Berichten und Analysen das Rätsel um Emanuela Orlandi, Tochter eines vatikanischen Angestellten, die an einem Sommertag 1983 einfach verschwand. Mitten in Rom, für immer, spurlos. Von allen Kriminalfällen der jüngeren italienischen Vergangenheit ist der Fall Orlandi ein besonders seltsamer. Zu reden gibt nun ein neues, fünfseitiges Dokument, das angeblich jahrelang in einem Safe im Vatikan versteckt gewesen war und jetzt plötzlich auftauchte. Wenn stimmt, was darin steht, dann wirft es ungeheuerliche Fragen auf. Stimmt es nicht, ist das fast genauso bedenklich.

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Trump droht mit totaler Vernichtung Nord-und Südkoreas

Donald Trump bei seiner ersten UNO-Vollversammlung in New York. – APA/AFP/JEWEL SAMAD
Der US-Präsident droht vor der UN-Vollversammlung damit, Nordkorea „völlig zu zerstören“, wenn Pjöngjang nicht nachgebe. Die Ziele der UNO stünden nicht in Konflikt mit seinem Motto „America First“.

Die Presse.com

Es war der erwartete Rundumschlag, den US-Donald Trump bei der UNO-Vollversammlung in New York austeilte. In der Außenpolitik werde er sich konsequent am Eigeninteresse der USA orientieren: „So lange ich dieses Amt bekleide, werde ich die Interessen Amerikas vor allen anderen verteidigen“, sagte Trump. Im Konflikt um das nordkoreanische Raketenprogramm drohte er mit dem massiven Einsatz des US-Militärs. Die USA würden das asiatische Land „völlig zerstören“, wenn Pjöngjang nicht nachgebe. Die nordkoreanische Regierung verurteilte er als „verkommenes Regime“.

„Die Denuklearisierung ist der einzige gangbare Weg“, sagte Trump. „Die USA sind ein Land von großer Stärke und Geduld“, sagte Trump. Wenn die USA aber gezwungen würden, müssten sie Nordkorea zerstören. „Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg“, sagte der US-Präsident in Bezug auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong-Un.

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EKD-Beauftragter findet, dass religionskritische Kunst bereichernd sein kann

Martin Kippenberger(Frosch), Deborah Sengl(Huhn) u.Bernard Arnault(PissChrist) Montage: bb

Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, betrachtet religionskritische Kunst im öffentlichen Raum als einen guten Anstoß für Diskussionen.

evangelisch.de

„Oft stellt sich heraus, dass solche Werke große Bereicherungen sind“, sagte Claussen am Dienstag in einem epd-Gespräch zum Karlsruher „Genesis-Projekt“. Evangelische Christen hätten gelernt, gelassen mit vermeintlichen Blasphemien umzugehen. Es sei besser, neugierig zu sein, statt sich zu früh aufzuregen.

In Karlsruhe wird derzeit darüber diskutiert, dass der Künstler Markus Lüpertz die neue U-Bahn mit Reliefs der Schöpfungsgeschichte verzieren will. Kritiker sehen dies als einen Eingriff in den öffentlichen Raum. Bislang ist allerdings unklar, wie die Reliefs aussehen sollen, und ob das Werk nicht sogar antichristlich ausfallen wird.

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