Die religiöse Praxis des Schächtens

AP/PETER DEJONG
Hitzigen Diskussionen über das Schächten, das rituelle Schlachten von Tieren, sind in den vergangenen Monaten gleich in mehreren Ländern Europas entbrannt. In Österreich wurde im Sommer über eine Eindämmung des Schächtens – aus Tierschutzgründen, wie es hieß – debattiert, in Italien liegen derzeit zwei konkrete Gesetzesvorschläge zu einem kompletten Verbot dieser religiösen Praxis auf dem Tisch. Auch in Belgien hat das Schächten die Gerichte beschäftigt, was eine strengere Regelung zur Folge hatte.

Ö1

Halal Fleisch ist gefragt auf einem Markt im 15. Wiener Bezirk. Verschiedene Stücke vom Rind und vom Kalb, Hühnerfüße und Lammköpfe werden hier feilgeboten, für 2 Euro pro Stück. Für die Suppe eignen sich die gut, sagt der Fleischer, die Zunge sei auch sehr zu empfehlen.

Nach Angaben der Islamischen Glaubensgemeinschaft sind sechs österreichische Schlacht-Betriebe halal-zertifiziert. Es gebe durchaus kleinere Betriebe, in denen Muslime für Muslime schächten, so Enis Buzar, Halal-Beauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich. Doch meistens sei es so, dass Schlachthöfe, die schächten, auch sozusagen normal schlachten. In diesen Großbetrieben werde meist maschinell rituell geschlachtet.

weiterlesen

Wirbel um Ditib

Ein Abgeordneter hinterfragt die finanzielle Unterstützung des Moscheeverbands Ditib in den Kommunen im Kreis Offenbach.

Von Annette Schlegl | Frankfurter Rundschau

In Hessen gibt es Vorbehalte gegen den Moscheeverband Ditib. Das Kultusministerium befürchtet zu viel Nähe zu Erdogan und hegt Zweifel an der Unabhängigkeit der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft. Landtagsabgeordneter Hartmut Honka (CDU) hat sich deshalb aktuell bei den Bürgermeistern in seinem Wahlkreis erkundigt, ob und wie Ditib-Moscheen und -Vereine finanziell unterstützt werden. Doch vor allem Dieter Zimmer, SPD-Bürgermeister in Honkas Heimatgemeinde Dreieich, bricht im Gespräch mit der FR eine Lanze für die türkisch-islamische Gemeinde in seiner Stadt.

weiterlesen

Irgendwann wird der grösste Medienclown zum Präsidenten

Der Medienwissenschafter Neil Postman hat vor mehr als dreissig Jahren den Aufstieg eines Donald Trump prophezeit und das Unterhaltungsspektakel vorausgesehen, das heute Wirklichkeit ist. Eine Würdigung.

Bernhard Pörksen | Neue Zürcher Zeitung

Donald Trump zuzuschauen, ihn anzusehen, wie er seine Regierung unter dem Gelächter des Publikums vor der Uno als eine der erfolgreichsten aller Zeiten lobt, Journalisten als Feinde des amerikanischen Volkes verhöhnt oder mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un den angeblich absolut perfekten Deal aushandelt oder mal eben mit der Schlagkraft seiner Atomraketen prahlt, ist ein bisschen wie Kartoffelchips essen. Es wird einem garantiert schlecht, aber man kann doch nicht aufhören. Und es stellt sich stets die Frage: Wie ist der Mann nur ins Oval Office gekommen? Und warum ist er immer noch da? Vermag ihm kein Skandal zu schaden, keine Blamage etwas anzuhaben?

weiterlesen

Anonyme Facebook-Werbekampagne soll UK-Abgeordnete zu Brexit-Ablehnung nötigen

(Bild: dpa, Tobias Hase/Symbolbild)
Eine Facebook-Kampagne soll mit massenhaften E-Mails Einfluss auf Parlamentsabgeordnete genommen haben, damit diese die Brexit-Verhandlungen torpedieren.

Von Tilman Wittenhorst | heise online

In Großbritannien soll eine anonyme Werbekampagne auf Facebook Wähler dazu aufgefordert haben, dem für sie zuständigen Parlamentsabgeordneten eine vorformulierte E-Mail zu schicken, in der dieser dazu gedrängt wird, den von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Brexit-Deal zu torpedieren. Die Online-Werbung sei auf die jeweiligen Wahlkreise zugeschnitten und habe nach Schätzungen womöglich bis zu 10 Millionen Menschen erreicht, berichtet der Guardian.

Diese auch als Micro-Targeting bekannte gezielte Werbung war von der Londoner Agentur 89up entdeckt worden. Der Link führe zu einer für den Wahlkreis des Besuchers individualisierten Webseite mit Namen und Bild des jeweiligen Abgeordneten. Ein weiterer Klick dort öffne das Mail-Programm mit einer vorformulierten E-Mail an den Politiker.

weiterlesen

Mehr als 500’000 Menschen demonstrieren in London für ein zweites Brexit-Referendum

Ein Anti-Brexit-Demonstrant an der Kundgebung in London vom 20. Oktober 2018. (Yui Mok / AP)

Es war einer der grössten Protestzüge in London seit Jahren: Mehr als eine halbe Million Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag in der britischen Hauptstadt gegen den Brexit demonstriert. Bürgermeister Sadiq Khan, ein Labour-Politiker, sprach von einem «historischen Moment» der Demokratie.

Neue Zürcher Zeitung

Aufgerufen zu dem Marsch hatte die Kampagne «People’s Vote», die ein zweites Referendum zum EU-Austritt durchsetzen will. Nach ihrem Willen sollen die Briten das Recht bekommen, über ein finales Abkommen abzustimmen.

Der Protestzug führte durch das Zentrum Londons bis zum Parlament. Die Veranstalter hatten rund 100’000 Teilnehmer erwartet, die Zahl wurde aber weit übertroffen. Offizielle Behördenzahlen gab es zunächst nicht. Es könnte sich Medienberichten zufolge um die grösste Demonstration seit 15 Jahren in der Hauptstadt handeln.

weiterlesen

Red Dwarf Star’s Mighty ‚Hazflare‘ Could Be Bad News for Alien Life

Artist’s illustration of a flaring red dwarf stripping away the atmosphere of an orbiting planet. Credit: D. Player (STScl)/NASA/ESA
Another red dwarf has been caught firing off a superpowerful flare, further bolstering the notion that life might have a hard time taking root around these small, dim stars.

By Mike Wall | SPACE.com

NASA’s Hubble Space Telescope spied the superflare coming from a red dwarf called J02365, which lies about 130 light-years from Earth, a new study reports. The outburst featured about 10^32 ergs of energy in the far-ultraviolet realm of the electromagnetic spectrum, making it more powerful than any of our own sun’s recorded flares, study team members said.

„When I realized the sheer amount of light the superflare emitted, I sat looking at my computer screen for quite some time just thinking, ‚Whoa,'“ study lead author Parke Loyd, a postdoctoral researcher in the School of Earth and Space Exploration at Arizona State University, said in a statement. [The Sun’s Wrath: Worst Solar Storms in History]

Loyd and his colleagues dubbed this monster the „Hazflare,“ after the name of the Hubble observing program that detected it. That program is HAZMAT, short for „Habitable Zones and M Dwarf Activity across Time.“

HAZMAT is surveying red dwarfs, which are also known as M dwarfs, of three different ages: young (about 40 million years old), medium (about 650 million years) and old (several billion years). The goal is to better understand the habitability of the planets that circle red dwarfs.

read more

EU-Bericht: Illegale Migration offenbar unterschätzt

In Deutschland leben offenbar mehr illegale Migranten als bisher angenommen. „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden“, heißt es in einem internen Bericht der Brüsseler EU-Kommission, aus dem die Tageszeitung „Welt“ (Samstag) zitiert.

evangelisch.de

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Zeitung, die vorliegenden Daten sowie polizeiliche Erkenntnisse ließen darauf schließen, „dass illegale Migration nach Deutschland zum Teil auch im sogenannten Dunkelfeld erfolgt“. Allerdings seien belastbare Aussagen über die Größenordnung „seriös nicht möglich“.

Im Bericht der EU-Kommission heißt es laut „Welt“, Deutschland erfahre kontinuierlich einen hohen Zugang von irregulären Migranten, wobei täglich 460 Personen erstmalig einen Asylantrag in Deutschland stellten. Hauptherkunftsländer seien dabei Syrien, der Irak, Nigeria, Afghanistan, die Türkei und der Iran.

weiterlesen

Tollwut: Alle neun Minuten stirbt ein Mensch einen unvorstellbar qualvollen Tod

Eine wichtige Massnahme gegen die Tollwut: die Impfung von Hunden. (Keystone)
Eine neue Strategie soll die Tollwut weltweit bis 2030 eliminieren. Ein Augenschein in Madagaskar zeigt, wie schwierig das sein dürfte.

Hermann Feldmeier | Neue Zürcher Zeitung

Es ist früh am Morgen. Auf dem Campus des Pasteur-Instituts in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, schaut die Sonne über dem haushohen Bambushain hervor. Vor dem Tollwut-Ambulatorium, einem Backsteingebäude aus den 1950er Jahren, hat sich bereits eine Menschenschlange gebildet. Die erste Patientin ist eine Frau mittleren Alters mit dunklen Ringen unter den Augen. Ihre Kleidung ist abgetragen, die nackten Füsse stecken in Sandalen aus dem Gummi alter Autoreifen. Sie stammt aus dem Nordwesten des Landes und war drei Tage mit dem Sammeltaxi unterwegs, um ins Ambulatorium zu gelangen.

weiterlesen

New Yorks Chefanklägerin hat Missbrauchsskandal im Visier

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Barbara Underwood leitet als erste Frau die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft – und die Missbrauchsermittlungen gegen die katholische Kirche. Zum Ende ihrer Amtszeit im November könnte eine weitere Premiere folgen.

DOMRADIO.DE

Die acht Diözesen im US-Bundesstaat New York finden in Generalstaatsanwältin Barbara Underwood eine erfahrene Juristin ohne politische Ambitionen, aber mit klaren Positionen. Die als Klassenbeste an der jesuitischen „Georgetown Law School“ in Washington ausgebildete US-Amerikanerin (74) setzt sich seit langem für die Rechte von Frauen ein, fördert die Karriere von Kolleginnen und gilt als Verfechterin der Straffreiheit von Abtreibungen. Seit Mai und noch bis November leitet sie die Behörde.

Im Frühjahr twitterte Underwood zum Grundsatzurteil „Roe versus Wade“, sie habe schon in jungen Jahren gelernt, wie wichtig diese Entscheidung aus dem Jahr 1973 für die Selbstbestimmung von Frauen sei. „Eine Frau, die nicht das Recht hat, über ihren eigenen Körper zu bestimmen, ist nicht wirklich gleich. Sie ist nicht wirklich frei.“ Damit steht die New Yorker Chefanklägerin bei einem zentralen Thema der katholischen Kirche auf der anderen Seite. Dennoch gilt sie als besonnen, zugänglich und sucht nicht das Rampenlicht.

weiterlesen

Kriminalität: Mit Epigenetik Gewaltverbrechern auf der Spur

Gewalttätige Menschen wachsen meist unter gewalttätigen Umständen auf. Doch auch die Genetik kann eine Rolle spielen. Denn traumatische Erlebnisse können weitervererbt werden – und sich in Gewalt äußern.

Deutsche Welle

Er war ein ungewolltes Kind. Seine Eltern nutzten seinen Vornamen nicht, sondern sprachen ihn mit Schimpfwörtern an. Zur Maßregelung wurde er als kleiner Junge auf heiße Herdplatten gesetzt oder musste im Winter draußen schlafen. Später trank er, prügelte sich und landete mehrmals im Gefängnis.

Dort traf er mit Anfang 40 auf die Psychologin Rita Demmerling, die damals im geschlossenen Vollzug mit Gewaltverbrechern arbeitete. Heute ist sie Gefängnispsychologin im offenen Vollzug der JVA Bielefeld-Senne und erzählt von dem Mann, dessen Biografie beispielhaft für viele Gewaltverbrecher ist.

weiterlesen

Vatikan: Gläubigenschwund belastet Missionsaufgaben der Kirche – jammern auf hohem Niveau

In Europa und Nordamerika spenden nach Angaben des Vatikans immer weniger für die Missionstätigkeit der Kirche. Dies entwickele sich parallel zu den schwindenden Gottesdienstbesuchern. Der Vatikan bezeichnet den Rückgang auch als finanziell belastend.

DOMRADIO.DE

Der Gläubigenschwund in der katholischen Kirche belastet auch die Finanzierung ihrer Missionstätigkeit. Die Spendeneinnahmen entwickelten sich parallel zur Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs, sagte Kurienerzbischof Giampietro Dal Toso am Freitag im Vatikan. Der Vertreter der vatikanischen Missionskongregation äußerte sich anlässlich des katholischen Weltmissionssonntags, der am kommenden Sonntag begangen wird. Bei dem Aktionstag gehe es nicht in erster Linie um Geld, sondern um Gebet und die Schärfung eines „missionarischen Bewusstseins“, so Dal Toso.

weiterlesen

Bach: Das Geheimnis seiner Hände

Der Musiker und Komponist Johann Sebastian Bach besaß ungewöhnlich große Hände © historisch
Handfeste Größe: Johann Sebastian Bach war nicht nur ein begnadeter Komponist, sondern auch ein virtuoser Musiker an Orgel und Cembalo. Das Geheimnis seiner Virtuosität könnte nun ein deutscher Forscher gelüftet haben: Eine Vermessung von Bachs Skelett enthüllt, dass er außergewöhnlich große Hände besaß. Dies könnte es ihm erleichtert haben, selbst große Tonabstände auf der Klaviatur zu greifen – und erklärt zeitgenössische Kommentare über seine „gigantische Faust“.

scinexx

Johann Sebastian Bach war der herausragende Komponist der Barockzeit und nach Ansicht vieler einer der genialsten Komponisten überhaupt. Bis heute werden seine Werke gespielt und bewundert. Doch der 1685 in Eisenach geborene Kantor und Komponist galt zu seiner Zeit auch als virtuoser und ausdauernder Musiker. „Seine Faust war unermüdet und hielt tagelanges Orgelspiel aus“, schrieb der Organist Christian Friedrich Daniel Schubart damals bewundernd. „Seine Faust war gigantisch.“ Sogar eine Duodezim – den Abstand von zwölf weißen Tasten auf dem Klavier – soll Bach problemlos gegriffen haben.

weiterlesen

Starautor Martin Amis: «Religion vergiftet alles. Sie verleiht ein Mandat, im Namen Gottes oder Allahs alle möglichen Dinge zu begehen»

Martin Amis ist kein Autor, der sich dem Zeitgeist andient. (Bild: Murdo Macleod / Polaris / Laif)
Martin Amis, einer der wichtigsten zeitgenössischen britischen Autoren, ist kein Freund der Religion, dafür von eindeutigen Worten. Im Gespräch verrät er, wie man gegen Klischees kämpft, warum man nicht der Selbstgerechtigkeit erliegen sollte und was man von einer blutig endenden Abendgala über Terrorismus lernen kann.

Tobias Sedlmaier | Neue Zürcher Zeitung

Martin Amis, vor dreissig Jahren schrieben Sie in einem Ihrer nun auf Deutsch vorliegenden Essays, dass es «nichts auf der Welt gäbe, worüber man sich mehr Sorgen machen müsse, als einen atomaren Schlagabtausch». Gilt das immer noch?

Nein, wir sind vom kontrollierten Atomzeitalter in die Ära des unberechenbaren Terrorismus eingetreten. Heute sind am meisten die unkontrollierbaren Waffen der Renegaten zu fürchten. Der marxistische Historiker Eric Hobsbawm hat das Zeitalter der nuklearen Bedrohung einmal einen «Wettbewerb der Albträume» genannt. Dieser Krieg fand bis auf wenige Ausnahmen in unseren Köpfen statt.

weiterlesen

USA: Tornado-Alley verschiebt sich

Tornados werden im Südosten der USA häufiger, in der klassischen Tornado-Alley dagegen nimmt ihre Häufigkeit ab. © NOAA/OAR/ERL, National Severe Storms Laboratory
Verlagerung nach Osten: Die berüchtigte Tornado-Alley in den USA verändert offenbar ihre Lage. Wie US-Forscher herausfanden, hat die Tornado-Häufigkeit in dieser Region in den letzten 40 Jahren deutlich abgenommen. Dafür jedoch wächst das Tornado-Risiko in weiter östlich liegenden Bundesstaaten. Ob hinter dieser Ostwärts-Wanderung der Klimawandel steckt, ist noch unklar. Die Wissenschaftler halten es aber für durchaus wahrscheinlich.

scinexx

Die „Tornado-Alley“ zieht sich von Texas über den Mittleren Westen bis nach South Dakota im Norden. In der Hauptsaison von März bis Mai können in diesem Gebiet bis zu 800 Tornados auftreten. Der Grund: In diesem Gebiet trifft die feucht-heiße Luft aus dem Golf von Mexiko mit Kaltluft aus dem Norden aufeinander. An der Luftmassengrenze stürzt kalte Luft in einem Strudel hinunter, während an ihrem Rand warme Luft in die Höhe gesaugt wird – das Rezept für einen Tornado.

weiterlesen

Papst vs. Bannon

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Mächtige Fraktionen innerhalb des katholischen Klerus kämpfen um den künftigen Kurs der Kirche. Papst unter Beschuss reaktionärer Kräfte

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Anfangs schien es einer jener unzähligen Pädophilie- und Sexskandale zu sein, die den Klerus der katholischen Kirche immer wieder erschüttern. Theodore McCarrick, der ehemalige Erzbischof von Washington, habe dem Papst seinen „Rücktritt aus dem Kardinalskollegium angeboten“, meldeten katholische MedienEnde Juli 2018. McCarrick hat das Erzbistum Washington 2001 bis 2006 geleitet. Zwischen 1970 und 1990 soll er angehende Priesteramtskandidaten zu sexuellen Handlungen verführt und mindestens zwei Minderjährige sexuell missbraucht haben. Der Papst nahm das Gesuch McCarricks an.

Doch diesmal findet sich auch das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Franziskus, im Fokus der Anschuldigungen – die mitten aus der katholischen Kirche lanciert werden. Mitte August 2018 veröffentlichte der konservative Erzbischof Carlo Maria Viganò, ehemals der Topdiplomat des Vatikans in den USA, einen umfassenden Brandbrief, der die unzähligen, derzeit ans Licht kommt Pädophilen- und Sexskandale mit dem liberalen kirchenpolitischen Kurs der derzeitigen Pontifex in Zusammenhang brachte. In dem öffentlichen Brief beschuldigte Viganò eine „homosexuelle Strömung“ in der Kirche, die für die unzähligen Missbrauchsfälle Minderjähriger durch den katholischen Klerus verantwortlich sei.

weiterlesen

Anwalt: Woelki reklamierte Fehler im Berufungsverfahren Negel

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Neuer Aspekt im Streit um die Besetzung des Bonner Dogmatik-Lehrstuhls: Kardinal Woelki habe vor zwei Jahren das NRW-Wissenschaftsministerium auf mögliche Fehler bei der Bestenauslese und im Berufungsverfahren aufmerksam gemacht.

DOMRADIO.DE

Das sagte der Freiburger Jurist Thomas Würtenberger am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Einwände des Kölner Erzbischofs gegen die Ernennung von Joachim Negel hätten sich nicht auf dessen Lehre oder Lebenswandel bezogen – anders als bei der Erteilung eines „Nihil obstat“ (Unbedenklichkeitserklärung) möglich.

Rechtliche Beratung

Der Wissenschaftler und Anwalt hatte nach eigenen Angaben im Fall Negel das Erzbistum Köln hochschulrechtlich beraten. Er habe sich mit der Rechtmäßigkeit von Berufungsverfahren befasst, vor allem unter welchen Voraussetzungen Fehler vorliegen – etwa wenn die Begründung nicht oder unvollständig erfolgt sei oder von gesetzlichen Vorgaben abgewichen werde.

weiterlesen

Bundestagsmehrheit unterstützt Religionsfreiheit für alle Religionen

Bild: © dpa/Wolfram Steinberg
Religionsfreiheit gilt für alle – dafür stimmte die große Mehrheit der Bundestagsfraktionen. AfD und Grüne scheiterten mit Anträgen: Die einen wollten bevorzugt eine Religion in den Fokus nehmen, die anderen den Blick ins Inland lenken.

katholisch.de

Die große Mehrheit der Fraktionen im Bundestag hat sich zur Religionsfreiheit bekannt. In einer Debatte über mehrere Anträge warben Vertreter von Union, SPD, FDP, Linken und Grünen am Freitag dafür, gemeinsam in Deutschland und weltweit für Glaubensfreiheit einzutreten. Vertreter der AfD legten den Fokus dagegen vor allem auf die Verfolgung von Christen.

Der Bundestag nahm einen Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD an. Darin wird Religions- und Weltanschauungsfreiheit als „zentrales Menschenrecht“ benannt.

weiterlesen

Stephen Hawking’s Final Book Says There’s ‚No Possibility‘ of God in Our Universe

In a new book that was published posthumously, Stephen Hawking, who died in March, wrote that it is impossible for God to exist in our universe. Credit: Frederick M. Brown/Getty Images
From his desk at Cambridge University and beyond, Stephen Hawking sent his mind spiraling into the deepest depths of black holes, radiating across the endless cosmos and swirling back billions of years to witness time’s first breath.

By Brandon Specktor | SPACE.com

He viewed creation as a scientist, and when he was called to discuss creation’s biggest puzzles — Where do we come from? What is our purpose? Are we alone? — he answered as a scientist, often to the chagrin of religious critics.

In Stephen Hawking’s final book „Brief Answers to Big Questions,“ published Tuesday (Oct. 16) by Bantam Books, the  professor begins a series of 10 intergalactic essays by addressing life’s oldest and most religiously fraught question of all: Is there a God? [Big Bang to Civilization: 10 Amazing Origin Events]

Hawking’s answer — compiled from decades of prior interviews, essays and speeches with the help of his family, colleagues and the Steven Hawking Estate — should come as no surprise to readers who have followed his work, er, religiously.

„I think the universe was spontaneously created out of nothing, according to the laws of science,“ Hawking, who died in March, wrote. „If you accept, as I do, that the laws of nature are fixed, then it doesn’t take long to ask: What role is there for God?“

read more

Vom Reformer zum Mordverdächtigen: Dem saudischen Kronprinzen laufen die Gäste davon

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (Zweiter von rechts) an der letztjährigen Future Investment Initiative in Riad. Er wird flankiert von Christine Lagarde, der Direktorin des Internationalen Währungsfonds, und Masayoshi Son, dem CEO der Softbank-Gruppe. (Bild: Hamad I Mohammed / Reuters)
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman inszenierte sich als Modernisierer. Das Bild ist nach dem mutmasslichen Mord an Jamal Khashoggi zerstört. Die Absenzenliste an einer prestigeträchtigen Investorenkonferenz wird immer länger.

Samuel Misteli | Neue Zürcher Zeitung

Es war ein glanzvoller Anlass, den der saudische Public Investment Fund Ende Oktober 2017 in Riad ausrichtete. Gäste aus über 90 Ländern schritten über einen roten Teppich ins Hotel Ritz Carlton, in der Lobby warteten Roboter, die unter Kronleuchtern mit den Besuchern plauderten. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der dem Staatsfonds vorsteht, stellte den Entwurf für Neom vor, eine futuristische Stadt, in der High-Tech-Jobs geschaffen werden sollen. 500 Milliarden Dollar würde das Projekt kosten. «Nur Träumer sind willkommen», liess der Kronprinz sein Publikum wissen.

Die Konferenz war ein Höhepunkt des PR-Feuerwerks, das Salman 2017 zündete. Die saudische Regierung präsentierte sich als innovative Wirtschaftsmacht, die auf futuristische Technologien statt auf Erdöl setzen würde. Und Mohammed bin Salman, der neue starke Mann, war das jugendliche Gesicht der Reformbegeisterung, die das ultrakonservative Königreich augenscheinlich erfasst hatte.

weiterlesen