Vollverschleierte Schülerin darf weiter am Unterricht teilnehmen

Eine Zehntklässlerin aus Belm bei Osnabrück darf vorerst weiter mit einem Gesichtsschleier am Unterricht teilnehmen. Obwohl das Verwaltungsgericht Osnabrück in einem anderen Fall die Vollverschleierung untersagt hatte, will die Landesschulbehörde zunächst versuchen, die Oberschülerin durch Gespräche zum Verzicht auf den Niqab zu bewegen. In der Vergangenheit hätten die Verantwortlichen in Niedersachsen bereits in drei anderen Fällen durch Gespräche darauf hinwirken können, dass die Vollverschleierung abgelegt worden sei, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag in Hannover.

evangelisch.de

Offene Kommunikation

Nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kommt das Mädchen bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 vollverschleiert zur Schule – der Niqab hält lediglich die Augen frei. Die Schule habe dies allerdings erst Ende August der Landesschulbehörde gemeldet, nachdem das Verwaltungsgericht Osnabrück sein Urteil zu der Abendgymnasiastin gefällt hatte. Die Schule und die Schulbehörde hatten in diesem Verfahren argumentiert, mit einem Niqab sei im Klassenraum keine offene Kommunikation mehr gewährleistet.

Bisherige Versuche, die Schülerin aus Belm und ihre Mutter zum Ablegen der Vollverschleierung zu bewegen, seien fehlgeschlagen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Die Schule wollte sich am Freitag nicht zu dem Fall äußern.

Spektakuläre Kometen-Landung geglückt: Esa beendet „Rosetta“-Mission

 Eines der letzten Bilder der Mission: Der Komet
Eines der letzten Bilder der Mission: Der Komet „Tschuri“ im Abstand von etwa sechs Kilometer aus fotografiert. (Foto: dpa)
  • Die Kometenmission um die Raumsonde Rosetta ist beendet.
  • Die Sonde ist wie geplant auf dem Kometen Tschuri aufgeprallt.
  • Die gewonnenen Daten werden Forscher noch Jahre beschäftigen.

Süddeutsche.de

Nach zwölf Jahren im All ist die Raumsonde Rosetta wie geplant auf den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri, geprallt. Damit hat die Europäische Raumfahrtagentur Esa am Freitag ihre historische Weltraummission zu einem Kometen abgeschlossen. Die Mission mit der Sonde Rosetta sei ein für alle Mal beendet, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, im Kontrollzentrum Darmstadt: „Sie bleibt in der Kälte für immer und ewig.“

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Bundestrojaner für Smartphones und Tablets

 Für den Smartphone-Trojaner und andere
Für den Smartphone-Trojaner und andere „operative IT-Systeme“ fallen zusätzliche Kosten von rund 50 Millionen Euro an. (Foto: dpa)
  • Das Bundeskriminalamt will den Einsatz des Bundestrojaners auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets ausweiten.
  • Kritiker haben weiterhin Bedenken gegen den Einsatz des Staatstrojaners. Auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Vorbehalte.
  • Für den Smartphone-Trojaner und andere „operative IT-Systeme“ fallen zusätzliche Kosten von rund 50 Millionen Euro an.

Von Reiko Pinkert, Jan Lukas Strozyk, Hans Leyendecker | Süddeutsche.de

Das Bundeskriminalamt (BKA) will den Einsatz des Bundestrojaners auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets ausweiten. Das geht aus Haushaltsunterlagen des Bundestages hervor, die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR einsehen konnten. Die neue Überwachungssoftware soll unbemerkt auf Handys von Verdächtigen installiert werden können.

Ermittler sollen dann alle Eingaben auf den Geräten nachverfolgen können. Damit sollen vor allem die neuartigen Verschlüsselungen umgangen werden, die von den deutschen Behörden bislang nicht geknackt werden können.

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„Ansteckende Verantwortlichkeit“: Weltweites Experiment zu Folgen der Überwachung

Bundespolizei erprobt mobile Körperkameras, die Gewalttäter abschrecken sollen. Bild: Bundespolizei
Bundespolizei erprobt mobile Körperkameras, die Gewalttäter abschrecken sollen. Bild: Bundespolizei
Bei der Aufrüstung der Polizei mit BodyCams lässt sich beobachten, wie das Wissen um Beobachtung das Verhalten beeinflusst

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Derzeit findet ein weltweites Experiment mit der Überwachungstechnik von Kameras statt, die Polizisten mit sich führen. Die Polizisten sind damit, ebenso wie die Menschen, die mit ihnen zu tun haben, unter Dauerbeobachtung von Dritten bzw. diese können die audiovisuellen Aufzeichnungen nachträglich ansehen. Da die Polizisten unter Befehl stehen, die Kameras anzuschalten, findet in der Regel keine Selektion statt, was das Experiment dahingehend interessant machen, welche Folgen die dauerhafte Beobachtung des Verhaltens hat, wenn alle Beteiligten sich bewusst sind, dass ihr Verhalten gewissermaßen neutral dokumentiert wird.

BodyCams für Polizisten wurden und werden eingeführt, um Beweismaterial zu sammeln – mit dem erwarteten Nebeneffekt der „Abschreckung“ oder Befriedung, dass sich sowohl Polizisten wie Personen, mit denen sie zu tun haben, regelkonformer und weniger aggressiv verhalten sollen, weil sie anhand der Aufnahmen belangt werden können.

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Niedersachsen: Achtklässlerin kommt seit drei Jahren mit Nikab zur Schule

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans
Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Seit Jahren sehen Mitschüler und Lehrer nur die Augen der Achtklässlerin: Obgleich eine Vollverschleierung im Unterricht verboten ist, hat eine Schule im niedersächsischen Belm erst jetzt die Behörden eingeschaltet. Warum?

SpON

Häufig hat die Johannes-Vinke-Schule in Belm bei Osnabrück, Niedersachsen, versucht, die Schülerin und ihre Mutter umzustimmen – ohne Erfolg. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“) berichtet, kommt die heutige Achtklässlerin bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 mit einem Nikab zur Schule. Dieser Schleier lässt nur einen schmalen Sehschlitz frei.

Nun hat die Schule die Behörden eingeschaltet: Laut „NOZ“ meldete die Schulleiterin der Belmer Oberschule den Fall Ende August 2016 an die Landesschulbehörde. Kurz zuvor hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück entschieden, dass ein Abendgymnasium eine Nikab-tragende Schülerin abweisend darf. Schule und Schulbehörde argumentierten, mit Nikab sei im Klassenraum keine offene Kommunikation mehr gewährleistet.

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„Wer bestimmt darüber, wie Frauen zu sein haben?“

Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. Bild: Peter Bisping/DGB
Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. Bild: Peter Bisping/DGB

Hamburgs DGB-Chefin Katja Karger über Schwesigs Gesetz zur Lohngleichheit und warum Männer von dem Trip herunter müssen, die Normen vorgeben zu müssen

Von Manuel Schumann | TELEPOLIS

Frau Karger, Unternehmen sollen künftig schon bei Stellenausschreibungen das vorgesehene Mindestgehalt angeben müssen. Die Kritiker des Gesetzentwurfs sagen, das führe dazu, dass die Wettbewerber sehr viel mehr über die Gehaltsstrukturen einer Firma erführen als bisher.

Katja Karger: Ich verstehe nicht, weshalb die Firmen das als Gefahr sehen!

Das schade speziell kleinen Unternehmen, weil diese oft nicht so gut zahlen könnten wie die großen Konzerne, heißt es; Bewerber würden somit abgeschreckt, bevor es zum Vorstellungsgespräch kommt.

Katja Karger: (lacht) Mir kommen die Tränen. Diejenigen Arbeitgeber, die so etwas allen Ernstes als Argument nennen, sollten einfach noch einmal nachdenken, welche Folgen Transparenz hat. Sie würden schnell erkennen, dass es nicht Gefahr, sondern eine echte Chance wäre für Ihr Unternehmen.

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Die plötzliche Merkel-Begeisterung der Katholiken irritiert

Ziemlich beste Freunde: Reinhard Kardinal Marx (r.) lobt die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: pa/dpa
Ziemlich beste Freunde: Reinhard Kardinal Marx (r.) lobt die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: pa/dpa
Gerade noch wurde die geschiedene Protestantin im Kanzleramt vielfach kritisiert. Jetzt erhält sie von der katholischen Kirche Applaus für ihre Flüchtlingspolitik. Eine solche Nähe ist befremdlich.

Von Robin Alexander | DIE WELT

Der deutsche König Heinrich musste im Jahr 1071 noch barfuß nach Canossa laufen, um vom Papst empfangen zu werden. Seitdem hat sich das Verhältnis zwischen Staat und Kirche deutlich entspannt.

Als Angela Merkel jüngst voll bekleidet zum St.-Michaels-Empfang in die katholische Akademie im Regierungsviertel pilgerte, bekam sie guten Wein gereicht. Berauschender aber für sie war das Interview, das der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, am Vortag in der „taz“ hatte.

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Afghanistan: US-Drohnenangriff tötet 15 Zivilisten

US-Drohne. Bild: DoD
US-Drohne. Bild: DoD
Der Angriff war ursprünglich gegen IS-Mitglieder gerichtet, traf aber Zivilsten in einem Privathaus. Die UNO fordert eine unabhängige Ermittlung.

Die Presse.com

In Afghanistan sind bei einem internationalen Drohnenangriff auf Extremisten nach UNO-Angaben 15 Zivilisten getötet und weitere 13 verletzt worden. Das teilte die UNAMA-Mission in der Nacht auf Freitag in Kabul mit.

Der Luftangriff im Achin-Bezirk der ostafghanischen Provinz Nangarhar fand nach unterschiedlichen Angaben Dienstag oder Mittwochfrüh statt. Laut UNO war er gegen Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gerichtet, traf aber Zivilisten in einem Privathaus. Die Menschen hätten sich dort zusammengefunden, um die Heimkehr eines Stammesälteren von der Pilgerfahrt nach Mekka zu feiern. Sie hätten offenbar geschlafen, als die Drohne ihre Raketen abfeuerte.

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Apostel Oster: ‚Ja, natürlich gibt es die Hölle‘

FB-Page, Screenshot:bb
FB-Page, Screenshot:bb
Passauer Bischof: „Viele Menschen fragen mich: Herr Bischof, wie wollen Sie die jungen Leute wieder in die Kirche bringen? Ich will sie gar nicht in die Kirche bringen, nur damit ich eine volle Kirche habe. Ich will, dass sie dem Herrn begegnen“.

kath.net

„Ja, natürlich gibt es die Hölle. Sie ist weniger ein Ort als ein Zustand der absoluten Entfernung von Gott.“ Dies erklärte der Passauer Bischof Stefan Oster (Foto) in einem Interview mit der Kirchenzeitung des Bistums Hildesheim. Der vor kurzem zum Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenenz ernannte Oster erinnerte dann in diesem Zusammenhang an Jesus, der vom Feuer gesprochen hatte. „Gott ist das Feuer der Liebe. Die Liebe Gottes berührt und verwandelt mich – wenn ich zulasse, davon berührt zu werden. Wenn ich mich nicht davon berühren lasse, sondern mich verweigere, kommt mir irgendwann das Feuer der Liebe Gottes gleichsam von außen entgegen.“ Gott nehme die Freiheit des Menschen so ernst, dass man durchaus sagen könne, dass man mit ihm nichts mehr zu haben möchte. „Dann sagt Gott irgendwann: Okay, dein Wille geschehe! Du wolltest das so. Dann bin ich im Zustand der absoluten Verlorenheit.“

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Burkaverbot in der Schweiz: Als würde Afghanistan die Wehntaler Tracht verbieten

Frauen in London mit Niqabs. Bild: PaoloNapolitano/CC-BY-SA-3.0
Frauen in London mit Niqabs. Bild: PaoloNapolitano/CC-BY-SA-3.0
Mit knapper Mehrheit hat sich der Schweizer Nationalrat für ein Verbot von Burka, Niqab und Co. ausgesprochen

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Das afghanische Parlament hat sich am Dienstag für ein Verbot der Wehntaler Tracht ausgesprochen. Mit knapper Mehrheit votierten die Abgeordneten des Unterhauses Wolesi Dschirga dafür, das Tragen des schweizerischen Schleiers zukünftig in der Öffentlichkeit zu verbieten. Parlamentssprecher Mohammad Younis Qanooni sagte, die Tracht „symbolisiert die fehlende Integrationsbereitschaft von Menschen, die aus Aargau zu uns an den Hindukusch“ kommen und sei „mit dem paschtunischen Menschenbild nicht zu vereinen“. Damit kommt das afghanische Parlament einer Forderung nach, die zuerst die schweizkritischen Taliban erhoben hatten.

Die Meldung ist natürlich Quatsch. So wenig die Wehntaler Tracht auch mit der islamischen Grundordnung Afghanistans gemein hat, so sicher ist auch, dass niemand in Afghanistan auf die Idee käme, sie zu verbieten. Der einfache Grund: In Afghanistan trägt niemand das schwarz-blaue Kleid mit Fächer-Mütze. Ganz anders verhält es sich in der Schweiz. Dort trägt zwar auch niemand die afghanische Burka, verboten werden soll sie dennoch. Hier die echte Meldung:

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Sam Harris: Can we build AI without losing control over it?

 

Scared of superintelligent AI? You should be, says neuroscientist and philosopher Sam Harris — and not just in some theoretical way. We’re going to build superhuman machines, says Harris, but we haven’t yet grappled with the problems associated with creating something that may treat us the way we treat ants.

TED.com

Saudi-Arabien droht Amerika

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Saudi-Arabien droht Amerika mit ernsten Konsequenzen. Grund ist ein neues Gesetz, das den Hinterbliebenen des Anschlag vom 11. September eine Klage gegen Saudi-Arabien ermöglicht.

Frankfurter Allgemeine

Saudi-Arabien hat ein neues amerikanisches Gesetz für Klagen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 scharf verurteilt. Es sei ein Grund für große Besorgnis, teilte das Außenministerium in Riad am Donnerstag mit. Ohne Änderungen drohten ernste Konsequenzen. Der Kongress hatte am Mittwoch mit großer Mehrheit ein Veto von Präsident Barack Obama überstimmt und ein Gesetz verabschiedet, mit der Angehörige der Anschlagsopfer den Golfstaat auf Entschädigung verklagen können. Hintergrund ist, dass 15 der 19 Attentäter aus dem Königreich kamen.

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Brandenburgs Landtag lehnt Burka-Verbot ab

Kein Verbot für Burka und Nikab in Brandenburg. Quelle: dpa
Kein Verbot für Burka und Nikab in Brandenburg. Quelle: dpa
Über die Vollverschleierung von Frauen entzünden sich in weiten Teilen Europas große Debatten. Nun hat die AfD das Thema auch in den Potsdamer Landtag gebracht – doch der Gesetzesentwurf ist am Donnerstag abgeschmettert worden.

Märkische Allgemeine

Der Brandenburger Landtag hat einen Vorstoß der AfD für ein Verbot von Burka und Nikab abgeschmettert. Nach einer hitzigen Debatte um Religionsfreiheit und Frauenrechte lehnten die Abgeordneten einen entsprechenden Gesetzentwurf am Donnerstag ab.

Die AfD hatte dafür argumentiert, dass eine große Mehrheit der Deutschen laut Umfragen ein Verbot der Vollverschleierung befürworte. Viele muslimische Frauen würden unter dem Zwang der Vollvermummung leiden, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der AfD, Birgit Bessin. Zudem habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt.

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„Rosetta“ auf Kollisionskurs mit Komet

Philae. ©ESA/ATG medialab
Philae. ©ESA/ATG medialab
Die Geschichte der Raumsonde „Rosetta“ und ihres Begleiters „Philae“ entwickelte sich zu einem Weltraum-Thriller. Nun findet die Mission ein spektakuläres Ende.

Von Tanja Banner | Frankfurter Rundschau

Wenn die Esa-Raumsonde „Rosetta“ am Freitag direkt auf den Kometen „67P/Tschurjumow-Gerasimenko“ zusteuert und schließlich auf der Oberfläche des Himmelskörpers zerschellt, dann tut sie etwas, wofür sie eigentlich nicht gebaut wurde. Die Sonde wird gezielt auf Kollisionskurs mit dem Kometen gebracht, den sie seit August 2014 umkreist. Das wird sie nicht überleben, denn dieses Ende der Mission war eigentlich nicht geplant. „Rosetta war absolut nicht dafür gemacht, Schwerkraft auszuhalten“, erklärt die Esa-Ingenieurin Armelle Hubault. „Sie ist als Satellit in der Umlaufbahn eines Kometen angelegt, ein kleines, sehr schwaches Gestell.“

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Große Zweifel an spektakulärem Islamisten-Interview

 Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat ein Interview mit einem angeblichen Al-Nusra-Kommandeur veröffentlicht.

Von Alfred Hackensberger | DIE WELT

  • Doch es gibt Zweifel an der Echtheit. Manche glauben, er habe sich in die Irre führen lassen.
  • Vor allem der IS-Experte Hassan Hassan führt Punkte an, die Zweifel an der Authentizität des Gesprächspartners nähren.

Der Geländewagen rollt im Schritttempo über eine staubige Piste den Abhang hinunter. Vorneweg marschiert ein bewaffneter Soldat in Militäruniform. „Wir sollten hier nicht runterfahren“, sagt der Mann hinter dem Steuer. „Wenn sie irgendetwas Schlimmes vorhaben, sitzen wir fest. Wir können uns nicht wehren.“ So beginnt ein Video, das Jürgen Todenhöfer von seiner 13-tägigen Syrienreise im September durch die vom Regime kontrollierten Gebiete mitbrachte.

Die Situation in einem Steinbruch bei Aleppo wirkt tatsächlich gefährlich. Der ehemalige CDU-Politiker lässt sich davon nicht abhalten, sein Interview mit Abu al-Ezz zu führen, einem Kommandeur der al-Qaida nahen Nusra-Front. Es sollte sein „schwierigstes“ Gespräch überhaupt im Syrien-Krieg werden, wie Todenhöfer im Internet danach schrieb.

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Carolin Kebekus: „Ich werde vor keinem Thema zurückschrecken“

Bild:kebekus.youtube
Bild:kebekus.youtube
Ihre Lästerzunge ist weithin gefürchtet: Bei ihren Auftritten nimmt Carolin Kebekus kein Blatt vor den Mund. Sie macht sich über peinliche Anmachsprüche genauso hemmungslos lustig wie über Helene Fischer oder die Kirche. Mit ihren frechen und respektlosen Späßen eckt die 36-Jährige oft an, 2013 kam es zum Eklat, nachdem der WDR einen kirchenkritischen Rap aus ihrer Sendung geschnitten hatte. Jetzt macht die Komikerin den Sprung ins ARD-Hauptprogramm: Ihre monatliche Personalityshow „PussyTerror TV“, die seit 2015 im WDR läuft, ist ab 29.9. im Ersten zu sehen.

Interview Cornelia Wystrichowski | evangelisch.de

Frau Kebekus, vor drei Jahren bekamen Sie mit der katholischen Pius-Bruderschaft und dem WDR Riesenärger, weil Sie in einem satirischen Beitrag an einem Kruzifix geleckt hatten. Trotzdem schaffen Sie es jetzt mit der Sendung „PussyTerror TV“ ins Erste. Empfinden Sie eine späte Genugtuung?

Carolin Kebekus: Natürlich denke ich mir, dass es ein langer und steiniger Weg bis hierhin war. Aber ich denke nicht: „Geil, jetzt habe ich es denen allen gezeigt.“ Ich habe mit allen Beteiligten von damals lange und viel über die Sache geredet, und das Ding ist für mich tatsächlich erledigt.

Ihr Kollege Jan Böhmermann hat mit seinem Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan neulich ebenfalls die Grenzen der Kunstfreiheit kennengelernt und sich damit erheblichen Ärger eingehandelt…

Kebekus: Es ging ihm darum, diese Grenze zu zeigen, und das hat er geschafft, würde ich sagen. Aber das, was er an Konsequenzen gespürt hat, dass die Kanzlerin ihn verleugnet und dem Löwen zum Fraß vorgeworfen hat, fand ich als Künstler in Deutschland sehr erschreckend.

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Die biologische Uhr tickt – unabhängig vom Lebensstil

Proteinuhr
Proteinuhr

Wer genetisch Pech hat, stirbt noch früher, wenn die Hypothese einer epigenetischen Uhr zutrifft

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist ein schwerer Schlag für die Anti-Aging-Community, die davon ausgeht, dass sich die Lebenszeit durch gesundes Leben und Einhalten bestimmter Regeln verlängern lässt. Wie auch zunehmend in Bezug auf Krankheiten und überhaupt den Lebenserfolg, soll jeder selbst verantwortlich dafür sein, wie lange und wie gesund er lebt. Der Körper ist eine Maschine, die gut gepflegt und ausgelastet werden muss.

Die puritanisch getragene Hoffnung, mit Sport, Diät und anderen Mitteln, die Zeit, Geld und Beharrlichkeit erfordern, das Leben verlängern zu können, ist besonders ausgeprägt in Kalifornien, wo auch der Transhumanismus entstanden ist. Just in Kalifornien, an der University of California, Los Angeles, haben nun Forscher herausgefunden, dass der Lebensstil zumindest bei einer Bevölkerungsgruppe nicht viel zur Lebenserwartung beiträgt, es also möglicherweise nicht so wichtig ist, ob man sich hedonistisch dem Faulenzen und der Völlerei hingibt oder seinem Körper nur bestimmte Lebensmittel einflößt und ihn möglichst viel und anstrengend in Bewegung hält.

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Türkei verbietet kurdischsprachigen Kindersender

Seit Ewigkeiten auch im ORF ausgestrahlte Kindersendungen wie Biene Maja halten die türkischen Behörden Kurdisch synchonisiert nun nach dem Militärputsch als Gefahr für die nationale Sicherheit. / Bild: imago/United Archives
Seit Ewigkeiten auch im ORF ausgestrahlte Kindersendungen wie Biene Maja halten die türkischen Behörden Kurdisch synchonisiert nun nach dem Militärputsch als Gefahr für die nationale Sicherheit. / Bild: imago/United Archives
Dass Biene Maja & Co. auf Kurdisch gezeigt werden, gilt in der Türkei nach dem Putschversuch vom Juli jäh als Gefahr für die nationale Sicherheit.

Die Presse.com

Nach der Schließung Dutzender Medien per Notstandsdekret seit dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli haben die türkischen Behörden nun die Ausstrahlung von zahlreichen vor allem pro-kurdischen Fernsehprogrammen gestoppt. Auf Antrag des Rundfunk-und Fernsehrates RTÜK habe der Satelliten- und Kabelanbieter „Türksat“ zwölf Fernseh- und elf Radiosender aus dem Programm gestrichen, meldete am Donnerstag die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

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How 1.5 Millions Connected Cameras Were Hijacked to Make an Unprecedented Botnet

Six surveillance cameras overlooking a gas station next to the Autobahn A9/Germany. Image: wikipedia.org/CC-BY-3.0
Six surveillance cameras overlooking a gas station next to the Autobahn A9/Germany. Image: wikipedia.org/CC-BY-3.0
Last week, hackers forced a well-known security journalist to take down his site after hitting him for more than two days with an unprecedented flood of traffic.

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

That cyberattack was powered by something the internet had never seen before: an army made of more than one million hacked Internet of Things devices.

The hackers, whose identity is still unknown at this point, used not one, but two networks—commonly referred to as “botnets” in hacking lingo—made of around 980,000 and 500,000 hacked devices, mostly internet-connected cameras, according to Level 3 Communications, one of the world’s largest internet backbone providers. The attackers used all those cameras and other unsecured online devices to connect to the journalists’ website, pummeling the site with requests in an attempt to make it collapse.

These botnets were allegedly behind the staggering and crippling distributed denial of service attack (DDoS) to KrebsOnSecurity.com, the website of the independent journalist Brian Krebs, who has a long history of exposing DDoS-wielding cybercriminals. The digital assault surpassed 660 Gbps of traffic, making it one of the largest recorded in history in terms of volume.

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Warum fünf Tech-Giganten gemeinsam künstliche Intelligenz erforschen

brain

Ethische Richtlinien für Roboter und Algorithmen – dieses Ziel scheint Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft so wichtig, dass sie dafür ihre Rivalität vergessen.

Von Adrian Kreye | Süddeutsche.de

Fünf Giganten der digitalen Industrie haben am vergangenen Mittwoch angekündigt, dass sie ihre Forschungen zur Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) bündeln wollen. Alphabet/Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft haben dafür die „Partnership on Artificial Intelligence to Benefit People and Society“ gegründet, auf deutsch in etwa eine Partnerschaft, damit künstliche Intelligenz den Menschen und der Gesellschaft zum Nutzen dient.

Man könnte nun eine Weltverschwörung des Silicon Valley vermuten. Immerhin handelt es sich hier um die fünf Konzerne, die international die größten Datenbanken und damit das Gros der globalen Datensätze besitzen. In Wahrheit ist die Gründung jedoch ein historischer Schritt, denn die Partnerschaft für künstliche Intelligenz soll vor allem garantieren, dass die Konzerne gemeinsame ethische Richtlinien für die Entwicklung künstlicher Intelligenz finden.

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