CRISPR als Stammzellproduzent

Die Genschere taugt auch als Stammzellproduzent. © Wildpixel/ thinkstock
Verblüffend einfach: Die Genschere CRISPR kann aus normalen Hautzellen pluripotente Stammzellen machen – und das durch Veränderung an nur einem Gen, wie ein Experiment jetzt belegt. Die subtile Genmanipulation setzt eine Kettenreaktion in Gang, die die Zellen in den Embryonalzustand zurückversetzt – und sie so zu potenziellen Alleskönnern für die Medizin macht.

scinexx

Pluripotente Stammzellen können sich zu jedem Zelltyp des Körpers entwickeln. Das macht sie für die Medizin besonders interessant. Denn bisher unheilbare Krankheiten könnten mithilfe dieser Zellen vielleicht doch eines Tages geheilt werden. Wissenschaftler forschen zum Beispiel daran, ob sich das abgestorbene Hirngewebe bei Parkinson-Kranken durch umgewandelte Stammzellen ersetzen lässt. Oder ob Blinde dank aus den Alleskönnern gewonnener Netzhaut womöglich zu neuer Sehkraft gelangen.

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Türkei rückt in Syrien vor – mit deutschen Panzern?

Türkische Soldaten bereiten am Sonntag nahe der syrischen Grenze ihre Panzer auf die Offensive gegen die Kurden vor. ©AFP
Am Samstag hat die Türkei ihren zweiten Feldzug im Norden Syriens begonnen. Bei ihrer Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG sollen auch Leopard-2-Panzer im Einsatz sein. Die Bundesregierung hält sich bedeckt, doch die Kritik wächst.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die türkischen Streitkräfte setzen bei ihrer Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG in der nordsyrischen Region Afrin offenbar auch deutsche Panzer ein. Ein Rüstungsexperte aus der Bundeswehr bestätigte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin am Montag, dass Bilder von der Militäroperation Panzer vom Typ Leopard 2 A4 aus deutscher Produktion zeigten. Die Bundesregierung wollte die Berichte am Montag nicht bestätigen.

„Außer den Bildern aus den Medien, die Sie alle kennen, haben wir keine eigenen Erkenntnisse über den Einsatz von Leopard-Panzern“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Holger Neumann. Entsprechende Fotos wurden unter anderem von der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verbreitet. Die Türkei hatte Leopard-2-Panzer bereits im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien eingesetzt.

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Klimawandel und immer mehr Migration

Das untergehende Dorf Shishmaref auf der Insel Sarichef im Norden Alaskas. Foto: Shishmaref- Erin / CC BY 2.0
Neue Forschungen gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2100 zu einer Verdreifachung der Klimaflüchtlinge kommen könnte, die Zuflucht in Europa suchen

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Seit Jahren erstellen Experten immer wieder Projektionen mit anschließenden heftigen Debatten darüber, wie viele Menschen durch Naturkatastrophen, Dürre oder steigendem Meeresspiegel ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg in andere Regionen machen werden. Einig ist sich die große Mehrheit der Wissenschaftler, dass der globale Klimawandel stattfindet und weltweit zunehmend Menschen in die Migration treibt.

Schwierig wird es bereits bei der Definition, was ein „Klimaflüchtling“ eigentlich ist, der Duden definiert ihn als „Person, die ihre Heimat verlassen hat oder verlassen musste, um den dort herrschenden, insbesondere durch Klimawandel verursachten ungünstigen Umweltbedingungen zu entgehen.“

Deswegen sprechen viele Experten (und auch Wikipedia) lieber von „Umweltflüchtlingen“. Aber selbst dieser Begriff ist etwas schief, denn eigentlich handelt es sich gar nicht um Flüchtlinge – zumindest nicht nach der Definition der Genfer Flüchtlingskonvention, denn die umfasst nur die Person(en), die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt“ (vgl. „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“).

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Todesurteil gegen deutsche Islamistin ist für Berlin ein Dilemma

Im Juli 2017 werden drei Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft in Mossul verhaftet. Sie hatten sich dem IS angeschlossen. Die Deutsch-Marokkanerin Lamia K. wurde nun zum Tode verurteilt. Quelle: WELT/Katharina Kuhnert
Im Irak soll eine Islamistin aus Deutschland hingerichtet werden. Sie hatte sich angeblich der Terrormiliz IS angeschlossen. Das Todesurteil könnte einen diplomatischen Eklat auslösen.

Von Florian Flade | DIE WELT

Als Lamia K. noch in Deutschland war, schwärmte sie am heimischen Computer in der Wohnung in Mannheim vom Kalifat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die gebürtige Marokkanerin veröffentlichte Facebook-Einträge voller Lob für die Terrorkämpfer, übersetzte und veröffentliche wohl sogar Reden der IS-Anführer aus dem Arabischen. Über das Internet lernte sie dann irgendwann auch einen Islamisten kennen, der tatsächlich in Syrien gekämpft hat. Er soll sie überzeugt haben, sich den Dschihadisten anzuschließen.

Heute sitzt Lamia K. in einem Gefängnis in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Am vergangenen Donnerstag hat das zentrale Strafgericht die 50-jährige Deutsche zum Tode verurteilt. Sie soll eine Anhängerin der Terrormiliz IS sein und war nach Überzeugung der Richter auch an Angriffen auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt. Nun soll die Mannheimerin durch Erhängen am Galgen sterben.

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Spermien sollen Krebs bekämpfen

foto: getty images/istockphoto.com Aus gewöhnlichen Spermien entwickelten Forscher „Roboter-Spermien“, die gezielt zu Krebszellen gesteuert werden können. Dort werden dann die Wirkstoffe freigesetzt.
Forscher arbeiten daran, Spermien als Wirkstofftransporter von Krebsmedikamenten einzusetzen. Damit soll Gebärmutterhalskrebs besser behandelt werden können

derStandard.at

Von bösartigen Neuerkrankungen des Gebärmutterhalses, dem sogenannten Zervixkarzinom, waren in Österreich im Jahr 2015 insgesamt 395 Frauen betroffen. Der Statistik Austria zufolge sind das zwei Prozent aller weiblichen Krebsneuerkrankungen.

Forscher der Technischen Universität Chemnitz und des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden haben nun eine neue Methode zur Behandlung der Erkrankung entwickelt. Konkret ist es im Laborversuch in der Petrischale gelungen, Rinder-Spermien als Träger für Wirkstoffe gegen Krebs gezielt einzusetzen. Bislang handelt es sich zwar noch um Grundlagenforschung, dennoch sind die Wissenschafter überzeugt, dass sich daraus ein vielversprechender Ansatz zur Bekämpfung von Krebszellen in der Gebärmutter beziehungsweise im Gebärmutterhals entwickeln lässt.

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Unruhen und Boykott beim Besuch von Vizepräsident Pence in Jerusalem

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in Netanjahus Residenz in Jerusalem empfangen. Pence wird auch vor dem israelischen Parlament in Jerusalem sprechen.

Neue Zürcher Zeitung

Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem getroffen. Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in Netanjahus Residenz empfangen. Sein Besuch steht unter dem Eindruck der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Palästinenser hatten mit Unruhen auf den Schritt reagiert. Sie wollen Pence während seines zweitägigen Aufenthalts nicht treffen.

Palästinenser verbrannten am Sonntagabend aus Protest vor der Geburtskirche in Bethlehem Bilder von Trump und Pence. Die israelische Polizei stellt sich nach Angaben der Nachrichtenseite «ynet» auf weitere Unruhen ein. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat für Dienstag zu einem Generalstreik aufgerufen.

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Moraltheologe: Verhütungsmittel unter Umständen sogar geboten

Im Sinne von ‚Amoris laetitia’ seien die konkreten Umstände zu berücksichtigen. Falls die natürliche Empfängnisregelung nicht möglich sei, könne die Anwendung von Verhütungsmitteln die verantwortliche Entscheidung sein.

kath.net

Ein Ehepaar kann aus verantworteter Elternschaft verpflichtet sein, künstliche Verhütungsmittel zu verwenden. Das sagte der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi bei einem Vortrag an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Chiodi lehrt Moraltheologie an der katholischen Fakultät der Universität Mailand. Im Juni 2017 wurde er an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen. kath.net hat hier berichtet: Weitere fragwürdige Berufungen an Päpstliche Akademie für das Leben.

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Mit dem «Shutdown» in den USA verhärten sich die Fronten

Die Freiheitsstatue ist für Touristen geschlossen, aber das ist nur ein Symptom eines tieferen Problems. (Bild: Mark Lennihan / AP Photo)
Beim «Shutdown» in Washington geht es nicht nur um die Zuteilung finanzieller Mittel. Im Zentrum steht ein Thema, das in Trumps Amerika zu einer Schlüsselfrage geworden ist – die Einwanderung.

Von Peter Winkler | Neue Zürcher Zeitung

Im Wissen darum, dass sich die teilweise Schliessung der Staatsverwaltung («Shutdown») in den USA erst am Montag mit voller Wucht auf Hunderttausende von Bundesangestellten auswirkt, haben sich die politischen Kontrahenten in Washington am Wochenende darauf konzentriert, sich in möglichst günstige Ausgangsstellungen zu bringen. Dabei geht es vor allem um die Frage: An wem bleibt der «Shutdown» hängen, beziehungsweise: Wem schadet er mehr? Die Blicke sind dabei weit in die Zukunft, auf die Zwischenwahlen für den Kongress im Herbst und auch schon auf die Präsidentenwahlen von 2020, gerichtet.

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Das geheime Archiv mitten in Rom

Palazzo del Sant’Ufficio Rom, Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre. Bild: wikipedia.org/CC BY 2.0 – Jim McIntosh
Alles, was im Vatikan mit geheimen Dokumenten zu tun hat, bleibt meist hinter hohen Mauern verborgen. Die Öffnung der Archive der römischen Inquisition vor 20 Jahren, am 22. Januar 1998, war darum eine kleine Sensation.

Augsburger Allgemeine

Die Geheimhaltung hatte über die Jahrhunderte zur Bildung etlicher Legenden und Verschwörungstheorien geführt und die Fantasie von Schriftstellern angeregt. Bestseller-Autor Dan Brown etwa ließ einen Teil der Handlung seines Thrillers „Illuminati“ im Vatikanischen Geheimarchiv spielen. Das Betreten der „luftdichten Kammern“, in denen zum Schutz der wertvollen Dokumente Unterdruck und niedriger Sauerstoffgehalt herrscht, ist in „Illuminati“ lebensgefährlich.

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Wie Verkehr in der Luft aufs Klima wirkt

Kondensstreifen: Nasa und DLR untersuchen gemeinsam die Zusammensetzung verschiedener Treibstoffgemische und ihre Auswirkungen aufs Klima. Foto: dpa
Die Nasa und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt planen gemeinsame Untersuchungen zur Klimawirkung verschiedener Kraftstoffmischungen im Flugverkehr.

Von Pamela Dörhöfer | Frankfurter Rundschau

Mit gemeinsamen Forschungsflügen wollen die US-Weltraumbehörde Nasa und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Klimawirkung des Luftverkehrs untersuchen. Insbesondere sollen die Emissionen und ihr Einfluss auf die Wolkenbildung aus Kondensstreifen – und damit ihre Klimawirkung untersucht werden. Zu diesem Zweck ist das Forschungsflugzeug A320 ATRA des DLR mit unterschiedlichen Kraftstoffmischungen unterwegs, während ihm das „fliegende Labor“ in einer DC-8 der Nasa folgt, um im Abgasstrahl Rußpartikel, Gasemissionen und Eiskristalle im Kondensstreifen zu messen.

Der Fokus liege dabei auf der Messung der Emissionen verschiedener Kraftstoffmischungen, erklärt Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. „Besonders interessiert uns, wie sich die Rußemissionen der unterschiedlichen Treibstoffe auf die Strahlungseigenschaften und Lebensdauer der Kondensstreifen auswirken.“ Kondensstreifen bestehen aus vielen kleinen Eispartikeln, die sich durch Kondensation von Wasserdampf an den Rußpartikeln der Flugzeugabgase bilden.

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Wie viel Masse verliert unsere Sonne?

Die Nähe des Planeten Merkur zu Sonne – hier bei einem Transit – macht ihn zu einem sensiblen Anzeiger für Massenveränderungen unseres Sterns. © NASA/SDO
Unsere Sonne wird stetig leichter. Wie groß dieser Massenverlust ist, haben nun Forscher anhand der Bahnveränderungen des Merkur ermittelt. Das Ergebnis: Pro zehn Milliarden Jahre verliert die Sonne knapp ein Zehntel Prozent ihrer Masse. Das klingt nicht viel, reicht aber aus, um die Planetenbahnen um 1,5 Zentimeter pro Jahr und astronomischer Einheit nach außen driften zu lassen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Der Planet Merkur und seine Bahn halfen schon Albert Einstein dabei, seine Allgemeine Relativitätstheorie zu überprüfen. Denn der Schwerkrafteinfluss unseres Sterns führt – zusammen mit den Einflüssen der restlichen Planeten – dazu, dass der Planet um die Sonne eiert: Seine Perihelien verschieben sich mit jedem Umlauf. Auch die durch ihre Rotation verursachte „Ausbeulung“ der Sonne an ihrem Äquator und ihr schleichender Masseverlust durch Kernfusion und Sonnenwind beeinflussen die Merkurbahn.

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Papst kritisiert politische Kultur in Lateinamerika als „krank“

Papst Franziskus beendet seine Lateinamerika-Reise. – APA/AFP/LUKA GONZALES
Franziskus beendet seine Reise in Lateinamerika mit einem Appell gegen Korruption und soziale Ausgrenzung. Er kritisiert die korrupte Politikerriege in Peru.

Die Presse.com

Mit einem Appell gegen Korruption und soziale Ausgrenzung hat Papst Franziskus seine Lateinamerika-Reise beendet. „Die politische Kultur in Lateinamerika ist eher krank als gesund“, kritisierte der Argentinier am Sonntag zum Abschluss seines Besuchs in der peruanischen Hauptstadt Lima, wo er vor 1,3 Millionen Menschen eine Messe feierte.

Er beklagte das Leid der Armen, die in den Großstadt-Slums unter elenden Bedingungen ein Leben als „Halb-Bürger“ fristeten. Franziskus warnte vor jeglicher Toleranz gegenüber korrupten Politikern. „Wenn wir uns von Menschen führen lassen, die nur die Sprache der Korruption sprechen, dann sind wir erledigt“, sagte er kurz vor seiner Rückreise nach Rom.

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Afrin: Erdogans Werk und Putins Beitrag

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan. Bild: Kreml/CC BY-4.0
Wie die Kurden Nordsyriens in einem geopolitischen Machtpoker zum Abschuss freigegeben wurden

Von Tomas Konicz | TELEPOLIS

„Allah uh akbar“ – mit diesem in Dschihadistenkreisen üblichen Schlachtruf starteten gestern Nacht erste Kampfverbände den Angriffskrieg der Türkei gegen das kurdische Kanton Afrin. Diese erste Angriffswelle besteht hauptsächlich aus islamistischen Rebellengruppen, die aus anderen Regionen Syriens von Ankara eiligst verlegt wurden – und die als Kanonenfutter in die Schlacht geschickt werden. Erst danach sollen türkische Bodentruppen in das belagerte kurdische Selbstverwaltungsgebiet einrücken, das der türkische Staatspräsident zu „erwürgen“ geschworen hat.

Dieser Feldzug, der nichts weniger als die Vernichtung der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien zum Ziel hat (hiernach will Erdogan Manbij angreifen und „bis zur irakischen Grenze vorrücken“), wäre ohne die Freigabe des Luftraums über Afrin für türkische Kampfflugzeuge in dieser Intensität nicht möglich. Bereits am ersten Tag der Bombardements griffen türkische Flugzeuge in einer offensichtlichen Terrortaktik zivile Ziele direkt in Afrin an.

Den Luftraum über Afrin kontrolliert aber de facto Russland. Syrien ist längst aufgeteilt, filetiert in Einflusssphären, wobei Russland und der Iran westlich, die USA östlich des Euphrat ihre Claims abgesteckt haben. Rojava, die kurdische Selbstverwaltungsregion in Nordsyrien befindet sich somit sowohl in der amerikanischen, wie in der russischen Einflusssphäre. Afrin, wo vor kurzen noch russische Militäreinheiten stationiert waren, liegt im Einflussbereich Russlands.

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Wieder Konflikte zwischen Deutschen und Ausländern in Cottbus

Teilnehmer der Kundgebung des Vereins „Zukunft Heimat“ demonstrierten gegen die Flüchtlingspolitik. ©DPA
Cottbus kommt nicht zur Ruhe: Am Wochenende hat es neue Zusammenstöße zwischen Deutschen und Ausländern gegeben. Dazu kam es auf einer Demonstration zu Übergriffen gegen Journalisten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In Cottbus ist es abermals zu Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern gekommen. Auf einer privaten Geburtstagsfeier gerieten am Samstagabend eine 18-jährige Deutsche und ein 18 Jahre alter Syrer aneinander, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Unter anderem habe eine Person aus der Gruppe der neun Feiernden „Ausländer raus“ gerufen. Die Polizei habe Platzverweise erteilt und zwei Personen in Gewahrsam genommen, weil sie dem nicht folgten. Die 18-Jährige Deutsche habe zudem die Polizisten angegriffen und sei in die Polizeiinspektion gebracht worden. Ein Alkoholtest habe 1,14 Promille ergeben.

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Der OEZ-Mörder war rechtsradikal – nur die CSU will das nicht glauben

Am Tag nach dem Anschlag am 23. Juli 2016 entzünden ein Mann und sein Sohn Kerzen am U-Bahn-Eingang Olympia-Einkaufszentrum. (Foto: AFP)
Die Bayerische Landesregierung sieht den Anschlag immer noch als Rachereaktion auf Mobbing. Das ist nicht nur blind, der Politik entgeht damit auch eine wichtige Chance.

Von Martin Bernstein | Süddeutsche Zeitung

Das Münchner Landgericht hat mit seinem Urteil gegen den Waffenlieferanten des Attentäters vom Olympia-Einkaufszentrum auch bundesdeutsche Justizgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal wurde ein Händler für Morde belangt, die mit einer von ihm verkauften Waffe verübt wurden. Doch die Bedeutung des Urteils reicht weit über diese juristische Grenzverschiebung und die verhängte Strafe von sieben Jahren wegen fahrlässiger Tötung hinaus.

Die Kammer nämlich hat sich nicht gescheut, den angeblichen „Amoklauf“ als das zu bezeichnen, was er in Wirklichkeit war. Die Richter hegen keine Zweifel an dem rassistischen, fremdenfeindlichen Motiv hinter dem Anschlag. Die einzigen, die jetzt noch daran zweifeln, sind die bayerische Staatsregierung und die CSU-Mehrheit im Landtag.

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Britisches Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch

foto: apa/afp/pool/eddie mulholland Englische Ärzte wandten sich mit einem Brandbrief an Premierministerin Theresa May: Das Gesundheitssystem gerate wegen der akuten Grippewelle zusätzlich unter Druck.
Opel 4 bewegt seit Wochen die Gemüter in britischen Krankenhäusern. Gemeint ist nicht die neueste Luxuslimousine des Chefarztes; der Name der deutschen Automarke steht im Englischen für „Operation Pressure Escalation Level“, zeigt also die Auslastung für Mensch und Maschine an. 4 ist der Höchstgrad, auf Deutsch: Alarmstufe Rot.

Von Sebastian Borger | derStandard.at

Ausgerechnet im 70. Jahr seines Bestehens – im Juli soll gefeiert werden – ist das vielgeliebte Nationale Gesundheitssystem NHS auf der Insel an seine Grenzen geraten. Winterkrisen gab es immer wieder. Diesmal aber führte eine Grippe-Epidemie zu einer nicht gekannten Eskalation. Auf vielen Stationen gibt es nicht genug Betten, vor den Notaufnahmen stauen sich die Krankenwägen, in den Spitälern selbst sterben Patienten auf den Gängen.

55.000 Operationen abgesagt

Allein in England mußten an die 55.000 geplante Operationen abgesagt werden, um mit den Notfällen fertig zu werden. Zustände „wie in der Dritten Welt“ oder „wie in einem Kriegsgebiet“, konstatierten aufgebrachte Notfallmediziner. „So schlimm wie derzeit habe ich es noch nicht erlebt“, sagt Nick Scriven, Chefarzt im nordenglischen Halifax und Präsident des Berufsverbands der Akutmediziner.

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German Naivität 2

Wilmersdorfer Ahmadiyya-Moschee von oben. Foto: Thomas Scherer / CC BY-SA 3.0 D
Über den nachlässigen Umgang mit dem fundamentalistischen Islam. Hintergründe zu einem Kommentar

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Am 26.11.2017 strahlte der Sender KinderKanal (KiKa) den Beitrag „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“ aus. Darin reden die deutsche Schülerin und ihr syrischer Freund offen über ihre Liebe und auch über die Schwierigkeiten einer solchen bi-nationalen Beziehung.

Viele Äußerungen des Syrers in dem Beitrag lassen auf ein fundamentales Islamverständnis schließen, wenngleich es auch Momente gibt, die dem widersprechen. Der Beitrag gibt einen offenen, dennoch sehr kleinen Einblick in die Beziehung der beiden. Demnach funktioniert diese, weil sie sich mehr oder weniger seinen durch tiefe Religiosität geprägten Ansprüchen fügt. Auch wenn sie klare Grenzen aufzeigt, z. B. wenn es um die Frage „Kopftuch“ geht.

Ob sie diese Grenzen wirklich wahren kann, oder ob entweder sie sich letztlich fügt, oder die Beziehung endet an dem Punkt, wo er seine Forderungen nachdrücklicher stellt, wird die Zukunft entscheiden. Allerdings steht nach dem Schock des Mordes, begangen an der 15jährigen Mia in Kandel die Frage im Raum, wie eine solche Trennung unter Umständen für das Mädchen ausgehen könnte.

Der Beitrag war vom Hessischen Rundfunk (HR) für KiKa, ein Gemeinschaftsprojekt von ARD und ZDF, produziert worden. Der HR hatte sich aufgrund der heftigen öffentlichen Debatte entschieden, den Film im eigenen Programm begleitet von einer Diskussion am vergangenen Samstag noch einmal auszustrahlen. Diese Debatte wurde offenbar als ungehörig empfunden.

„Was ist los in unserer Gesellschaft, dass der Film für so viel Aufregung sorgt?“, war auf dessen Webseite zu lesen. Darin spiegelt sich der gewohnte Umgang mit Fragen nach Problemen im Zusammenleben mit tief gläubigen Muslimen wider: Diese werden bestenfalls verharmlost und beschönigt, meistens aber in Abrede gestellt.

Dass auch der HR auf heile Multi-Kulti-Welt macht, wundert nicht angesichts der Tatsache, dass das Land Hessen Kooperationen mit fragwürdigen muslimischen Organisationen einging und ein fundamentaler Muslim als Vertreter des der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellten Ditib-Landesverbandes Hessen einen Sitz im Rundfunkrat hat.

Unabhängig von der konkreten Liebesgeschichte, die nun von allen Medien in die Öffentlichkeit gezerrt wird, lässt sich an diesem Beispiel aufzeigen, welches fragwürdige Frauenbild in den Medien, einem Sender, dessen primäre Zielgruppe 10- bis12-Jährige sind zumal, transportiert wird, nämlich das der anpassungsfähigen sanften Gespielin, welche zwar Ansprüche stellen, nicht aber auf deren Realisierung beharren darf.

Zudem ist problematisch, welche Vorstellung von Musliminnen und Muslimen in den Kinderköpfen verankert werden, nämlich der streng religiösen, stetig betenden, männlich dominierten Gesellschaft, Mädchen und Frauen mit dem scheinbar unvermeidbaren Kopftuch.

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Wandel im Bistum Limburg soll weitergehen

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Der Wandel und die Suche nach Perspektiven für die Zukunft sollen auch in diesem Jahr im Bistum Limburg weitergehen. „Die Sehnsucht nach Veränderung in unserer Kirche und in unserem Bistum ist groß.

Frankfurter Rundschau

Wir hoffen auf einen Kultur- und Perspektivwechsel und wollen ihn befördern“, sagte Generalvikar Wolfgang Rösch am Sonntag beim Neujahrsempfang der Diözese in Limburg. Der Prozess der Kirchenentwicklung müsse unbedingt weitergehen. „Wir müssen miteinander in einen geistlichen Austausch kommen“, sagte Rösch.

Nach einer turbulenten Zeit unter dem früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der schließlich vom Papst abberufen wurde, war Georg Bätzing im September 2016 neuer Oberhirte des Bistums geworden.

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Facebook bekräftigt Kritik an deutschem Gesetz gegen Hass im Netz

Symbolbild – REUTERS
Das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz gehe weiter als es sollte, kritisiert Facebook: „Es macht uns zu Richtern, Geschworenen und Vollstreckern.“

Die Presse.com

Facebook hat seine Kritik an dem deutschen Gesetz gegen Hass im Netz bekräftigt. Das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz gehe weiter als es sollte, sagte Kommunikations- und Politikchef Elliot Schräge am Sonntag auf der Innovationskonferenz DLD in München. „Das Gesetz macht uns zu Richtern, Geschworenen und Vollstreckern, und ich denke, das ist eine schlechte Idee.“ Online-Plattformen sollten nicht die politische Debatte in Deutschland bestimmen.

Das Gesetz (NetzDG) schreibt vor, dass Online-Plattformen klar strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen müssen – und in weniger eindeutigen Fällen eine Woche Zeit haben. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Euro.

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Priester schickt Jugendlichem Tausende Whatsapp-Nachrichten

Insgesamt soll der Chatverlauf mehr als 3000 DIN-A4-Seiten umfassen. (Foto: dpa)
  • Ein Geistlicher aus Kleve hat fast zwei Jahre mit einem Minderjährigen gechattet.
  • Das Bistum Münster sieht ein „unangemessenes Kommunikationsverhalten“, der Priester tritt daraufhin zurück.
  • Der Rheinischen Post zufolge ist eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.

Süddeutsche Zeitung

Ein Priester aus Nordrhein-Westfalen ist zurückgetreten, nachdem bekannt wurde, dass er einem Jugendlichen über zwei Jahre lang Tausende Whatsapp-Nachrichten geschickt hatte. Das katholische Bistum Münster stufte die Vorfälle als „unangemessenes Kommunikationsverhalten“ ein, berichtet die Rheinische Post.

So schrieb der Geistliche aus Kleve in den Textnachrichten dem Medienbericht zufolge, der Junge sei der wichtigste Mensch in seinem Leben, er solle ihn nicht verlassen. Er habe ihn „unendlich doll lieb!“.

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