„Das Kopftuch war niemals ein Thema“

Die Islamwissenschaftlerin Armina Omerika. (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
Die Professorin Armina Omerika lehrt die Ideengeschichte des Islam. Auf einer Tagung der Katholischen Akademie reflektierte sie darüber, ob eine Fakultät möglich ist, an der unter einem Dach über die monotheistischen Religionen geforscht wird.

Armina Omerika im Gespräch mit Philipp Gessler | Deutschlandfunk Kultur

Philipp Gessler: Armina Omerika sieht nicht wirklich so aus, wie man sich eine Professorin für Islamische Theologie geheimhin vorstellen mag: kein Kopftuch, keine professoralen Allüren, um sich in der immer noch stark männlich geprägten akademischen Welt leichter Gehör zu verschaffen, keine hoch gezwirbelte Sprache, die nur noch Insider verstehen. Stattdessen eine schwarz gekleidete, noch ziemlich junge Wissenschaftlerin mit offenem schwarzen Haaren und gutem Witz – und noch besserer Selbstironie, die ihr enormes Wissen und ihre gedankliche Schärfe hinter schlichter Sprache fast versteckt. Sehr erfrischend! Armina Omerika war eine der rund zwei Dutzend hochkarätigen Fachleute, die am Dienstag der zu Ende gehenden Woche in der Katholischen Akademie auf Einladung der Akademie in Berlin und des Erzbistums Berlin die Möglichkeiten eines kühnen Projekts erörterten: Wie könnte es möglich sein, in der deutschen Hauptstadt eine Fakultät oder einen Campus zu etablieren, in dem die Theologien des Judentums, des Christentums und des Islams möglichst unter einem Dach forschen und lehren könnten – auch zu gemeinsamen Themen der heutigen Zeit, etwa zum Fundamentalismus in den monotheistischen Religionen? Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, etwas Geld ist da. – Deshalb habe ich Armina Omerika dazu befragt.

Meine erste Frage aber an sie war zunächst, wie sie die Entwicklung der Islamischen Theologie in Deutschland, einer erst sehr jungen Disziplin hierzulande, einschätzt und ob da vom Niveau her nicht noch einige Luft nach oben wäre.

Armina Omerika: Na ja, zunächst einmal ist das in der Tat eine sehr beachtliche Entwicklung gewesen innerhalb sehr kurzer Zeit. Also, alle sechs Standorte der islamisch-theologischen Studien in Deutschland haben sehr, sehr schnell ein … ich würde schon sagen: sehr hohes Niveau an Organisation, an Planung überhaupt, an der Etablierung oder Grundsteinlegung des Faches erreicht, das innerhalb dieser kurzen Zeit tatsächlich vielleicht auch einmalig ist für Deutschland. Wenn man sich anschaut, das ist eine sehr junge Disziplin, aber es gibt mittlerweile einen ausgebildeten akademischen Nachwuchs, und zwar einen gut ausgebildeten akademischen Nachwuchs, das Fach ist sehr beliebt unter den Studierenden. Also, an allen Standorten werden große Einschreibungszahlen verzeichnet. Es ist aber in der Tat natürlich noch ein Prozess. Und für so eine Disziplin, so eine ganz junge, vielleicht sogar die jüngste Disziplin an den deutschen Universitäten ist das in der Tat eine sehr lobenswerte Leistung. Natürlich ist es so, dass wie bei jedem neuen Fach es immer Raum nach oben gibt.

Und ich würde sagen, jetzt kommt eben eine Phase, wo man sich noch einmal viel intensiver untereinander auch unterhalten muss, was neben den praktischen Erwägungen, die bis jetzt hauptsächlich auch im Vordergrund standen, was der nächste Schritt ist in einer wissenschaftstheoretischen Bestimmung der islamischen Theologie in Deutschland. Man muss sich auch noch untereinander intensiver darüber austauschen, was denn die Zukunftsperspektiven des Fachs sind, also, welche Profile strebt man an? Und vor allem auch darüber, was die Zukunfts- und Berufsperspektiven der eigenen Studierenden sind, von denen es, wie ich bereits sagte, sehr viele gibt. Das sind also die großen Fragen, die jetzt erst diskutiert werden können, weil sich jetzt erst diese Lage auch nach dieser ersten, sehr schnellen oder, wenn Sie so wollen, sehr intensiven Aufbauzeit der Raum für solche Diskussionen überhaupt eröffnet.

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Vatikanzeitung kritisiert Reformunwilligkeit in Kirche

Screenshot: bb
Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ sieht eine Reformunwilligkeit seitens vieler Kleriker als Hindernis für die von Papst Franziskus gewünschten Veränderungen in der Kirche.

religion.ORF.at

Ein „guter Teil“ einfacher wie hoher Geistlicher begegne dem Wunsch nach einer pastoralen Wende teils verschlossen bis feindselig, heißt es in einem Beitrag des italienischen Bibelwissenschaftlers Giulio Cirignano für die Sonntags-Ausgabe des Blatts. Grund seien mangelnde Bildung, aber auch ein Verhaftetsein in alten Begriffen aus der Zeit der Gegenreformation.

„Bescheidenes kulturelles Niveau“ als Ursache

Während die meisten Katholiken die Gunst der Stunde unter Franziskus verstanden hätten, zögen die „wenig erleuchteten“ änderungsunwilligen Geistlichen ihre jeweiligen Gemeinschaften mit sich, so Cirignano. Diese verblieben in einem alten „Horizont gewohnter Praktiken, einer veralteten Sprache, eines sich wiederholenden Denkens ohne Vitalität“. Dabei verwechselten sie „fromme Ergebenheit gegenüber der Vergangenheit“ mit Treue zur Tradition.

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Türkische Gemeinde verteidigt Nikab-Verbot in Schulen

Bild: Reuters
Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) befürwortet das geplante Verbot der Vollverschleierung an niedersächsischen Schulen. „Die Schülerinnen sollen sehen können, wer neben ihnen sitzt“, sagte der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu der Deutschen Presse-Agentur.

ZEIT ONLINE

Durch das Verbot könne man zudem „unnötige Diskussionen darüber vermeiden, wer die richtige Muslima ist“. Die aktuelle Forderung der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes nach einem Kopftuch-Verbot in allen Schulen und Kindergärten finde er aber übertrieben. Dass Kopftücher inzwischen auch von einigen muslimischen Grundschülerinnen getragen würden, sei zwar ein „neues Phänomen“, das ihm auch nicht gefalle, erklärt Sofuoglu. Statt auf Verbote zu setzen, wäre es jedoch besser, auf die Moschee-Gemeinden einzuwirken. Diese sollten die Eltern überzeugen.

Der TGD-Vorsitzende sagte, unter Feministinnen seien vereinzelt „islamfeindliche Tendenzen“ festzustellen. Alice Schwarzer lasse etwa „sehr starke Ressentiments“ gegen den Islam erkennen.

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Kirchenasyl in Bayern: Wenn Kümmern zur Straftat wird

Pfarrer Peter Brummer im Gespräch mit zwei Flüchtlingen aus dem Irak, die in seiner Kirche in Tutzing um Asyl baten. (Foto: AFP)
  • Wenn ein Pfarrer oder eine Pfarrerin einem Flüchtling Kirchenasyl gewährt, droht eine Geld- oder Haftstrafe.
  • Derzeit gibt es bundesweit 309 Kirchenasyle mit mindestens 512 Personen.
  • Bekannt geworden sind Strafverfahren wegen Gewährung von Kirchenasyl nur in Bayern – doch es gebe keine Vorgabe aus dem Ministerium, solche Verfahren einzuleiten, sagt Justizminister Bausback.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche.de

Die Schreiben kommen von der Polizei. Sie sind adressiert an Dutzende Pfarrhöfe in Bayern. Katholische und evangelische Geistliche werden von der Polizei als Beschuldigte einvernommen, im Auftrag der bayerischen Staatsanwaltschaften: „Ihnen wird vorgeworfen, folgende Straftat(en) begangen zu haben: Illegaler Aufenthalt ohne Aufenthaltstitel“.

So steht es, unfreiwillig komisch, in einem der strafrechtlichen Schreiben, die der SZ vorliegen. Gemeint ist natürlich nicht, dass sich der Pfarrer oder die Pfarrerin illegal in Bayern aufhalten, sondern dass sie Beihilfe geleistet haben sollen zum illegalen Aufenthalt eines Flüchtlings. Das kann nach Paragraf 95 Absatz 1 Nummer 2 Aufenthaltsgesetz mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft werden oder mit Geldstrafe, in besonderen Fällen droht nach Absatz 2 eine Haft sogar bis zu drei Jahren.

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Dürre in Italien – den Römern droht Wasserrationierung

Wenig Wasser im Braccianosee. Screenshot aus YouTube-Video von Ansa
Seit Wochen bleibt der Regen aus, Wasserquellen versiegen, allenthalben droht der Notstand, für die Landwirtschaft werden Schäden in Milliardenhöhe beziffert

Von Udo Bongartz | TELEPOLIS

Der Gardasee ist zu einem Drittel weniger gefüllt, der Po-Pegel liegt bei Pavia 3,5 Meter unter Normalnull – die anhaltende Dürre von Südtirol bis Apulien ist in diesen Julitagen das Hauptthema italienischer Nachrichtensendungen.

Besonders betroffen ist Rom. Der Braccianosee, 30 Kilometer nördlich gelegen, ist ein wichtiges Reservoir für die Hauptstädter. Sein Wasserspiegel sorgt derzeit für Alarmmeldungen, er ist längst unter die kritische Grenze gefallen. Nicola Zingaretti, Präsident von Latium, der Region, in der sich Rom befindet, hat den römischen Wasserversorger Acea angewiesen, ab Freitag dieser Woche dem See kein Wasser mehr zu entnehmen. Es sei „leider eine Tragödie“, so zitierten ihn italienische Medien am 22. Juli. Der Wasserspiegel des Braccianosees habe sich derart abgesenkt, dass das Risiko einer Umweltkatastrophe bestehe. Dabei liefere er nur acht Prozent der Gesamtmenge, die Acea benötige. Man habe sechs Tage Zeit, eine Lösung zu finden.

Paolo Saccani, Vorstandschef des Teilunternehmens Acea Ato 2, entgegnete, dass in dieser kurzen Frist nur die Rationierung als Lösung bleibe. Falls sich nicht doch noch bis zum 28. Juli ein erlösendes Unwetter über Latium zusammenbraut, müssen die Römer mit versiegenden Wasserhähnen rechnen. Aceo droht mit drastischen Maßnahmen. Der Versorger will die Stadt in zwei Gebiete mit jeweils anderthalb Millionen Einwohnern aufteilen. Diese sollen nur noch in einem Turnus von acht Stunden abwechselnd mit Trinkwasser beliefert werden. Das würde bedeuten, dass die Römer innerhalb von 24 Stunden Ein- bzw. Zweidrittel des Tags kein Wasser aus den Leitungen zapfen könnten.

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Enjoy This Rap Video About the Flat Earth, Sheeple

Horizon means horizontal.
Indoctrination is awful
Because we’ve all been taught the globe model
Ever since y’all could crawl.

We follow rapists and murderers,
Liars, thieves, and sun worshipers
Sayin’ we can’t see curvature
‘Cause we’re all too small.

And though it’s never been proven,
They say we’re rippin’ and shootin’
The Earth is spinning and movin’
Oh, no, no, not at all.

It’s a criminal enterprise,
Where deception intensifies
NASA-holes got us all limpin’
Like “what a cartoon ball.”

Friendly Atheist 

Ein Roboter, der wächst

Der Robotorwurm gleitet nicht, sondern wächst – und überwindet so alle Hindernisse. © J.D. Greer
Skurriles Konstrukt: US-Forscher haben den ersten Roboter konstruiert, der wachsen kann. Ähnlich wie bei einem Pflanzentrieb wird seine Spitze dabei immer länger. Der pneumatisch angetriebene Roboter kann auf diese Weise problemlos enge, verwinkelte Gänge und Abgründe überwinden und sogar glatte Wände hinaufwachsen, wie Tests mit Prototypen demonstrieren. Anwendungen für solche Erkundungsroboter gäbe es reichlich, wie die Wissenschaftler erklären.

scinexx

Die meisten Roboter sind eher unflexible Konstrukte aus Metall und anderen steifen Materialien. Doch es gibt auch Ausnahmen: Ein x-förmiger Soft-Roboter übersteht dank dicker Silikonpolster selbst das Überfahren werden, der „Oktobot“ bewegt sich hydraulisch fort und kommt komplett ohne harte Bauteile aus und ein Roboter-Rochenkombiniert sogar einen Polymerkörper mit lebenden Muskelzellen.

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Türkische Journalisten vor Gericht

Ein Plakat mit den Gesichtern der inhaftierten Cumhuriyet-Mitarbeiter am Gebäude der regierungskritischen türkischen Zeitung in Istanbul. (Foto: dpa)
Von heute an wird 17 Mitarbeitern der regierungskritischen türkischen „Cumhuriyet“ in Istanbul der Prozess gemacht. Ihr Ex-Chefredakteur verfolgt das Geschehen notgedrungen aus dem Exil. Auch er ist angeklagt.

Von Can Dündar | Süddeutsche.de

Die Polizei kam in aller Frühe. Jeder schlief noch … Es war im Morgengrauen …

Die Wohnungen von 13 Journalisten wurden am frühen Morgen des 31. Oktober überfallen. Der Chefredakteur der Zeitung lebte in einer dieser Wohnungen. Der CEO in einer anderen. Kolumnisten in vier, Juristen in drei … Der Reporter, der Ombudsmann, der Redakteur des Bücherressorts, der Karikaturist, der Buchhalter …

Sie alle waren in leitenden Positionen bei Cumhuriyet, der ältesten und prestigeträchtigsten Zeitung der Türkei. Während sie versuchten, ihre verängstigten, verschlafenen Kinder zu beruhigen, mussten sie mit ansehen, wie ihre Wohnungen und Archive auf den Kopf gestellt und ihre Computer beschlagnahmt wurden. Sie wurden erst zur Polizeizentrale gebracht, dann ins Krankenhaus für eine medizinische Untersuchung und schließlich ins größte Gefängnis des Landes. Sie wurden in Einzelzellen gesperrt, ohne eine Idee davon zu haben, was ihnen vorgeworfen wurde. Wie sich herausstellte, mussten sie 151 Tage warten, um es herauszufinden. Die Anklagepunkte wurden am 151. Tag verkündet: Unterstützung und Anstiftung bewaffneter terroristischer Organisationen.

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„Tyrannei des Neurotypischen“

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Wie das Bemühen um Diversität in Sachen Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierung die Diversität im Denken einschränkt

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der bekannte Evolutionsbiologe Richard Dawkins wies letzte Woche auf einen kurz vorher in Quilette erschienenen Aufsatz des Evolutionspsychologen Geoffrey Miller hin, in dem dieser ein Paradoxon der Diversitätspolitik an US-Universitäten schildert: Die Bemühungen, solche Bildungseinrichtungen nach Kriterien wie Hautfarbe, Geschlecht und sexuelle Orientierungen „diverser“ zu machen, haben dort nämlich den Nebeneffekt, dass eine andere Art von Diversität verschwindet: Die „Neurodiversität“ – die Vielfalt unterschiedlicher Denkweisen, die auch eine biologische Basis hat.

Um das zu illustrieren, lädt Miller, der an der University of New Mexico forscht, seine Leser ein, sich vorzustellen, wie es bekannten Exzentrikern wie Isaac Newton an US-Universitäten wohl heute ergehen würde: Seiner Ansicht nach wäre der britische Naturwissenschaftler mit den neuen Tabus in den USA noch weniger gut zurechtgekommen als mit den alten religiösen und ständischen im barocken England, in dem er lebte. Anhand von Äußerungen, die Newton zu seinen Lebzeiten machte, vermutet Miller, dass der geniale Gravitationsbeschreiber bald in den Fokus von SJW-Medien wie Jezebel und des Office for Equity, Diversity, and Inclusion geraten würde, das er mit der damaligen Inquisition vergleicht.

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Was so viele Frauen an Hitler faszinierte

Die „Volksgemeinschaft“ fest im Blick: ein Fahnenappell des Bundes deutscher Mädel Quelle: picture alliance / akg-images
Die Historikerin Katja Kosubek hat drei Dutzend Lebensschilderungen vom überzeugten „Parteigenossinnen“ ausgewertet. Ihr Buch könnte der Startpunkt für längst überfällige Forschungen zur NSDAP sein.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Hausfrau und Mutter sollte die deutsche Frau sein – jedenfalls wenn es nach Adolf Hitler ging. 1927 beschied der zu dieser Zeit nur in seiner Partei allmächtige „Führer“ den Vorschlag zweier Berliner Funktionäre, eine der rein männlichen SAgleichberechtigte Frauenorganisation in der NSDAP zu schaffen, unmissverständlich: „Antrag ist unzweckmäßig, ja schädlich.“

Immerhin bequemte sich Hitler zu einer Begründung: „Soll sich die Frau an der politischen Leitung der Bewegung beteiligen, oder soll ihre besondere Wesensart auch zu einem besonderen Wert für die Bewegung gewonnen werden? Der erste Standpunkt ist der von Frauenrechtlerinnen, der zweite ist natürlich und damit für die Bewegung zweckmäßig.“ Das war eindeutig und wurde dennoch in anderen Worten noch einmal wiederholt: „Als Nationalsozialisten wünschen wir, dass die Frau eine Helferin im Kampfe des Mannes ist.“

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England Will Ban Prescriptions for Homeopathy and Other “Low Value” Treatments

Image: Friendly Atheist
Doctors shouldn’t be able to prescribe patients homeopathy, which is “at best a placebo” and a “waste of money,” according to England’s National Health Service.

By David G. McAfee | Friendly Atheist

Homeopathy, a method of diluting medicine (often until there are no measurable active ingredients), is completely unregulated in England and doctors there are sometimes able to prescribe it at no cost to the patient. NHS England now says this is a waste of funds, and I couldn’t agree more.

The NHS hopes to save £200 million per year by ending prescriptions for homeopathy along with a wide range of “treatments” that have never been proven to work. Simon Stevens, the head of NHS England, called homeopathy “at best a placebo and a misuse of scarce NHS funds.”

“The public rightly expects that the NHS will use every pound wisely, and today we’re taking practical action to free up funding to better spend on modern drugs and treatments.”

This is a major move for England, where a large portion of the population believes homeopathy is effective. According to one study, 39% of British people support it despite the British Pharmacological Society saying “there is no condition for which homeopath is convincingly effective.”

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Das wütende Plädoyer eines Arztes gegen „Clean Eating“

Anders als von vielen angenommen, ist „Clean Eating“ nicht automatisch gesund. © Oppenheim Bernhard/Getty Images
In sozialen Netzwerken wie Instagram ist „Clean eating“ der große Hype. Der britische Arzt Dr. Max Pemberton warnt nun vor der Trend-Ernährung. Sie sei gar nicht gesund – und könne sogar tödlich sein.

stern.de

Schaut man sich in sozialen Netzwerken um, kommt man um den Hype „Clean Eating“ kaum herum. Vor allem bei Instagram und Youtube widmen sich Tausende Beiträge dem vermeintlich sauberen Essen. Der britische Arzt Dr. Max Pemberton warnt nun in einem Gastbeitrag bei der „Daily Mail“ vor den riesigen Gefahren der Trend-Ernährung.

Mit denen kennt Dr. Pemberton sich aus. Er behandelt als im Auftrag des britischen Gesundheitsdienst NHS junge Menschen, meist Frauen, die sich mit „Clean Eating“ fast zu Tode gehungert haben. „Clean Eating“ bezeichnet den Versuch, auf verarbeitete Nahrung zu verzichten und nur frisch zu essen. Doch hinter dem wohlklingenden Versprechen von der „sauberen Nahrung“ steckt nach Dr. Pembertons Ansicht vor allem eines: Mangelernährung.

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Beschleunigter Artenschwund

Bild: Susanne Aigner
Aktuellen Schätzungen zufolge verschwinden auf der Erde jeden Tag bis zu 130 Arten. Im Gegensatz zu anderen Massensterben wurde das heutige vom Menschen ausgelöst

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Eine erschreckende Bilanz zieht das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in seinem zuletzt im Juni erschienenen Agrarreport zur biologischen Vielfalt. So gut wie alle Tier- und Pflanzenarten in den Agrarlandschaften sind im Schwinden begriffen, insbesondere die Vogel- und Insektenwelt. Ursache dafür ist die abnehmende Vielfalt an Lebensräumen und Biotopen. Dies geht aus der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands hervor.

Besonders Wiesen und Weiden sind Bedingungen ausgesetzt, die zu ihrem Schwinden beitragen. So ist eine qualitative Verschlechterung des Grünlands infolge intensiver Bewirtschaftung festzustellen, zum Beispiel bei blütenreichen Mähwiesen, wo rund 40 Prozent der in Deutschland gefährdeten Arten an Farn- und Blütenpflanzen wachsen. Wildkräuter wie Acker-Rittersporn und Sommer-Adonisröschen, die früher auf Äckern weit verbreitet waren, sind hier nur noch selten zu finden. So sank die Zahl der Wildkräuter im Inneren von Ackerflächen bereits um mehr als 70 Prozent.

Auch die Wasserqualität wird immer schlechter – besonders in Regionen mit einer besonders hohen Dichte an Mastschweinen, Geflügel und Rindern. Weder die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union noch die nationale Umsetzung der Erhaltung der Biodiversität konnten den Verlust biologischer Vielfalt in den Agrarlandschaften aufhalten. Weil die Geldmittel fehlen, könnten noch nicht mal die gesetzlichen Vorgaben für die EU-Naturschutzrichtlinien erfüllt werden, kritisiert BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel, die eine Kehrtwende in der Agrarpolitik fordert.

2013 zählte das BfN in Deutschland rund 48.000 Tier-, 10.000 Pflanzen- und 14.400 Pilzarten. Dem BfN-Artenschutz-Report von 2015 zufolge sind von den 32.000 der auf der Roten Liste stehenden Tier- und Pflanzenarten etwa ein Drittel im Bestand gefährdet, vier Prozent sind ausgestorben. Rund 20 Prozent aller Farn- und Blütenpflanzen – zwischen 48.000 und 57.000 Arten – werden für Heilzwecke genutzt, wobei die meisten der bekannten Arten noch auf ihren Nutzen für den Menschen untersucht wurden.

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„Nahost-Konflikte erreichen deutsche Schulhöfe“

So sollte es sein.
CDU, Grüne und der Zentralrat der Juden beklagen Antisemitismus bei muslimischen Schülern – befeuert durch den Israel-Palästina-Konflikt. Schulen seien überfordert, aber deutsche Islam-Verbände blieben untätig.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Der Bericht wurde allgemein gelobt. Als im April eine unabhängige Expertenkommission im Auftrag des Bundestags detailliert beschrieb, wie sehr antisemitische Einstellungen in verschiedensten Bevölkerungsgruppen von links bis rechts und gerade auch unter Muslimen um sich greifen, da war die Zustimmung in allen Bundestagsfraktionen groß.

Grundsätzliche Einigkeit bestand auch bezüglich der Forderungen der Kommission. Nämlich unter anderem, einen Bundesbeauftragten zu berufen und eine koordinierende Bund-Länder-Kommission für den Einsatz gegen den Antisemitismus einzurichten.

Doch geschehen ist dies bislang nicht. Vielmehr vertagte man sich im Bundestag auf die nächste Legislaturperiode. Dies kritisiert nun Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Es wäre „ausgesprochen merkwürdig“, sagte er in der „Bild am Sonntag“, wenn „ausgerechnet Deutschland“ nicht der auch vom EU-Parlament ausgesprochenen Empfehlung nachkäme, einen solchen Beauftragen zu benennen.

Bischof bittet um Entschuldigung für Gewalt gegen Domspatzen

In einem Hirtenwort hat sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nach dem Abschlussbericht zu den Übergriffen auf die Regensburger Domspatzen an die Gläubigen seines Bistums gewandt. „Ich kann nur in Demut um Entschuldigung bitten“, schrieb er in dem Brief, der am Sonntag in den Gottesdiensten verlesen wurde.

evangelisch.de

Die Berichte über die körperliche und sexuelle Gewalt, die bei den Regensburger Domspatzen Schüler über Jahrzehnte erlebt hätten, „macht mich zutiefst zerknirscht und erfüllt mich mit Scham“, hieß es weiter.

Nach zweijähriger Untersuchung hatte der Rechtsanwalt Ulrich Weber das Aufarbeitungsgremium seinen Abschlussbericht präsentiert. Demzufolge wurden rund 500 Sänger Opfer körperlicher und 67 Opfer von sexueller Gewalt. Die Übergriffe hätten vor allem in den 1960er und 1970er Jahren stattgefunden. Bis 1992 soll es durchgängig Gewalt gegeben haben. Einschließlich der Dunkelziffer könnte die Gesamtzahl der Opfer sogar bei etwa 700 liegen. Als Täter seien 49 Menschen ausgemacht worden.

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Wer bestimmt, was Kinder lernen?

© PICTURE-ALLIANCE Eltern bringen ihr Kind zur Schule – ab da entscheidet der Staat, was gelehrt wird.
Erziehungsrecht der Eltern und Erziehungsauftrag des Staates stehen gleichberechtigt nebeneinander. Aber was passiert, wenn die Schule etwas lehrt, das den Eltern missfällt – vor allem, wenn es um Sexualität und Religion geht?

Von Volker Kitz | Frankfurter Allgemeine

Im Kapitel „Begattung und Befruchtung“ lesen die Eltern: „Dabei führt der Mann das versteifte Glied in die Scheide der Frau ein.“ Ihre Tochter ist gerade in die fünfte Klasse gekommen und hat das neue Biologiebuch nach Hause gebracht. Die Eltern finden, für solche Sätze sei sie zu jung; in einem gerichtlichen Eilverfahren wollen sie ihr Kind vom Sexualkundeunterricht befreien lassen. In der Stuttgarter Innenstadt drängen Tausende, halten Transparente: „Aufklärung ab 4. Klasse – wie krank sind wir?“ Gegendemonstranten marschieren auf sie zu, brüllen: „Schützt eure Kinder vor euch selbst!“ Polizisten ziehen Sturmmasken übers Gesicht und Schlagstöcke aus dem Halter, in Hundertschaften bilden sie eine Kette zwischen den Gruppen, Farbbeutel, Tomaten klatschen auf, Knüppel sausen durch die Luft, und Menschen liegen am Boden.

Was sich liest wie eine Geschichte, sind zwei Geschichten. Die Szenen spielen im selben Bundesland, aber in verschiedenen Jahrtausenden. Die Fünftklässlerin hatte im August 1974 ihren ersten Tag im Gymnasium in Baden-Württemberg. In Stuttgart fielen die Menschen in den vergangenen beiden Jahren übereinander her, da war das Mädchen von damals schon fünfzig. Erst kürzlich haben die Gegner der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ zu einem Symposium nach Wiesbaden eingeladen.

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Vermutlich geschmolzener Kernbrennstoff in Fukushima entdeckt

Vom Betreiberkonzern Tepco veröffentlichte Roboter-Fotos. (Bild: Tepco)
Ein Unterwasserroboter hat möglicherweise geschmolzenen Kernbrennstoff im zerstörten Atomkraftwerk im japanischen Fukushima gefunden. Um die Reaktoren sicher stillzulegen, muss der Betreiber wissen, wo sich der Brennstoff befindet.

heise online

Mehr als sechs Jahre nach dem Super-Gau im japanischen Fukushima hat ein Unterwasserroboter dort möglicherweise geschmolzenen Kernbrennstoff gefunden. Darauf deuteten Bilder hin, die der mit Kameras ausgerüstete Roboter vom Boden des gefluteten Reaktors 3 übermittelte, berichteten japanische Medien am Sonntag.

Der Betreiberkonzern Tepko teilte mit, die Aufnahmen zeigten höchstwahrscheinlich geschmolzenen Brennstoff. Der mit zwei Kameras ausgerüstete, 30 Zentimeter lange Roboter habe die Brennstoffüberreste in ein Meter dicken Schichten am Boden des zerstörten Reaktorbehälters gefunden.

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Kampf der Kulturen?

Leander Russ, Sturm der Türken auf die Löwelbastei 1683 (Wien, Österreichische Galerie), 1837. Bild: wikimedia.org/PD
Schenkt man Populisten Glauben, befinden sich Muslime und Nichtmuslime im Kulturkampf. Doch sind Religionen das Problem? Eine Spurensuche

Von Tobias Thieme | SVZ.de

Diese Worte machen Angst: „Islamisierung Deutschlands. Und am Ende steht die Unterwerfung“ ist eine Schlagzeile. „Moslems sind tickende Zeitbomben“ eine andere. Und: „Islam-Imperialismus weiter staatlich gefördert“. Zu finden sind sie auf dem Internetportal Politically Incorrect (PI News). Die Betreiber verbergen ihre Haltung nicht. Zwei großbusige und knapp bekleidete Comic-Mädchen werben mit den Sprüchen „Maria statt Scharia“ und „Islamophob – Aber sexy“ für die Seite. PI News war auch Plattform für den im Januar gestorbenen Verschwörungstheoretiker Udo Ulfkotte. Er veröffentlichte im umstrittenen Kopp-Verlag Bücher mit Titeln wie „Europa vor dem Crash. Was Sie jetzt wissen müssen, um sich und Ihre Familie zu schützen“.

Inhaltliche Überschneidungen hat PI News mit dem Compact-Magazin und dessen Online-Ableger. Eine Auswahl von Titeln: „Kalifat BRD. Feindliche Übernahme durch Erdogan und Co.“ und „Terrorists welcome. Merkel gibt Mördern Asyl“. Ebenfalls im Angebot: Ein Portrait von Frauke Petry und die Zeile „Die bessere Kanzlerin. AFD vor dem Durchbruch“.

Die Portale sind nicht nur Kanäle für islamfeindliche Hetze. Es gibt auch personelle Anknüpfungspunkte zu politischen Bewegungen. Jürgen Elsässer, Chefredakteur des Compact-Magazins, ist gern gesehener Redner bei Pegida. Auch Ulfkotte trat bei Pegida auf und gab der AFD Nachhilfe in Sachen PR, wie „Die Zeit“ berichtete.

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Zentralrat der Juden kritisiert Bundesregierung

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hat seine Forderung nach einem Bundesbeauftragten zur Bekämpfung von Antisemitismus und einer gesetzlichen Definition von Antisemitismus wiederholt. Das EU-Parlament habe das allen Mitgliedsstaaten empfohlen. „Wenn ausgerechnet Deutschland keinen Beauftragten zur Bekämpfung von Antisemitismus benennen würde, wäre das ausgesprochen merkwürdig“, sagte Schuster der „Bild am Sonntag“.

evangelisch.de

Der Bericht des von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkreises zeige zwar, dass besonders das Internet verstärkt zur antisemitischen Hetze genutzt werde und dass das Sicherheitsgefühl der Juden nachgelassen habe, sagte Schuster. Doch die „aktuelle Bundesregierung“ habe „bislang nicht die nötigen Konsequenzen gezogen“.

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Vom Kinderzimmer in Pulsnitz nach Mossul in den Dschihad

Sie haben den IS überlebt, immerhin: Zivilistinnen in Mossul nach der Befreiung, im Gespräch mit einem irakischen Soldaten. (Foto: Khalil Dawood/Action Press)
  • Die 16-jährige Linda W. aus Pulsnitz bei Dresden ist in den Irak gereist, um den IS zu unterstützen.
  • Sie heiratete einen IS-Kämpfer, wurde verwundet und festgenommen. Jetzt will sie zurück nach Deutschland.
  • Linda W. war eine gute Schülerin und radikalisierte sich im Stillen. Ihr drohen mehrere Jahre Haft in Deutschland.

Von Volkmar Kabisch, Georg Mascolo, Amir Musawy | Süddeutsche.de

Es sind 46 Grad hier im Süden Bagdads, vor einer Kaserne der Goldenen Brigade ducken sich schwer bewaffnete Soldaten in den Schatten. Sie bewachen drei Checkpoints, die man passieren muss, bis man endlich vor den Baracken der irakischen Eliteeinheit für die Terrorismusbekämpfung steht.

Die Goldene Brigade, eine von den Amerikanern ausgebildete Einheit, hat in vorderster Front in Mossul gekämpft, der nun weitgehend vom IS befreiten Stadt. Sie hat viele Tote und Verletzte zu beklagen, aber sie hat auch viele Gefangene gemacht. Nun soll ein Besuch bei einer besonderen Gruppe von Festgenommenen möglich sein – Frauen, die im Westen von Mossul entdeckt worden waren.

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