Erdogan will Anerkennung Jerusalems als Palästina-Hauptstadt

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ruft zur internationalen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt eines Palästinenserstaates auf.

Frankfurter Rundschau

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zur Anerkennung Jerusalems als „Hauptstadt Palästinas“ aufgerufen. „Ich rufe die Staaten auf, die das internationale Recht verteidigen, das besetzte Jerusalem als die Hauptstadt Palästinas anzuerkennen“, sagte Erdogan am Mittwoch zur Eröffnung eines Gipfels der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul. Die islamischen Staaten würden niemals „die Forderung nach einem souveränen und unabhängigen Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt“ aufgeben.

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Islam-Experte fordert notfalls Inobhutnahme von Kindern aus IS-Familien

Der Osnabrücker Islamwissenschaftler Michael Kiefer sieht einen Zugang zu radikalisierten Familien über ihr Umfeld Quelle: pa/dpa/Universität Osnabrück
IS-Kämpfer sollen derzeit zunehmend Frauen und Kinder aus Syrien nach Europa schicken. Der Islamwissenschaftler Michael Kiefer fordert eine engmaschige Betreuung. Notfalls müssten Kinder aus Familien genommen werden.

DIE WELT

Der Islamwissenschaftler Michael Kiefer rät Jugendämtern und Familiengerichten dazu, radikalisierte Rückkehrerfamilien aus Syrien zu überprüfen und notfalls die Kinder zumindest vorübergehend herauszunehmen. „Wenn Rückkehrer an der gewaltverherrlichenden Ideologie des sogenannten Islamischen Staates festhalten, dann könnten Inobhutnahme der Kinder und Sorgerechtsentzug durchaus die richtige Maßnahme sein“, sagte Kiefer.

Ebenso sollten die Behörden auch mit den Familien umgehen, die sich in Deutschland radikalisiert hätten. Die gesetzlichen Möglichkeiten seien mit dem „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“, dem Paragrafen 8a des Sozialgesetzbuches, „ganz hervorragend“, sagte der Dozent vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück.

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Die Physik hinter dem Latte Macchiato

Latte Macchiato: Espresso trifft Milch © Seen001/ thinkstock
Kaffee und Physik: Wenn heißer Espresso auf warme Milch trifft, setzt dies im Glas einen komplizierten Prozess in Gang. Im Latte Macchiato entsteht dabei idealerweise eine Abfolge mehrerer horizontaler Schichten. Entscheidend dafür ist neben der Temperatur auch die Eingieß-Geschwindigkeit, wie Forscher nun herausgefunden haben. Nur wenn der Espresso mit dem richtigen Tempo ins Glas fließt, ist das Ergebnis ein „gestreifter“ Latte Macchiato.

scinexx

Die Natur ist voller faszinierender Muster: Ob die Wellen auf der Oberfläche eines tiefen Gewässers, riesige Wirbelstraßen in Wolken oder die symmetrische und doch komplexe Form von Schneeflocken – solche Strukturen sind nicht nur schön anzusehen. Auch Wissenschaftler interessieren sich für diese Musterbildung.

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Polen: Morawiecki fordert EU zu Respekt für Eigenheiten Polen auf

Mateusz Morawiecki am Dienstag in Warschau – (c) REUTERS (AGENCJA GAZETA)
Mateusz Morawiecki, neuer Regierungschef in Polen, apellierte bei seiner Regierungserklärung an die Europäische Union, Polens Eigenheiten zu akzeptieren.

Die Presse.com

Polens frisch vereidigter Regierungschef Mateusz Morawiecki will die Politik der rechtskonservativen Regierungspartei PiS fortzuführen. In seiner ersten Regierungserklärung appellierte er am Dienstagabend an die EU, die Eigenheiten Polens zu akzeptieren. „Das polnische Teil passt perfekt in das europäische Puzzle“, sagte Morawiecki vor dem Parlament in Warschau.

„Es sollte aber nicht falsch oder mit Gewalt eingefügt werden“, mahnte er. „Dies würde das Gesamtbild und das Teil zerstören.“ Auf Konfliktpunkte mit der EU ging er in seiner Rede kaum ein – etwa auf die Brüsseler Kritik an den polnischen Justizreformen und die Weigerung Polens, Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern zu übernehmen.

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Hizbollah-Chef droht Israel mit dem „Anfang vom Ende“

Hassan Nasralla und der oberste Führer Irans, Seyyed Ali Khamenei, 2005. Foto: Khamenei.ir/ CC BY 4.0
Nasrallah unterstützt die Intifada. Mit der Unterstützung radikaler Sunniten durch die USA und Verbündete wie Saudi-Arabien wurde die Zugkraft des iranischen Blocks gefördert

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Reaktionen, die in Deutschland im Zuge des Jerusalem-Politikums zu sehen waren, sind hierzulande mit einer besonderen Geschichte verwoben. Die Lehre dieser Geschichte heißt: Antisemitismus führt in Deutschland zu Mord und Todschlag.

Die Konsequenz ist absolute Nulltoleranz für Fahnenverbrenner, für Israel-Hass-Rufer und für Hamas-oder Hizbollah-Anhänger, die hierzulande Krawall machen und fanatische Gefühlsbäder nehmen. Sie müssen sich in Deutschland in einer anderen Form äußern. Der Mund ist nicht nur zum Brüllen da. Es spielt schon eine Rolle, wo man mit welcher Art von „Protest“ auftritt. Es ist nicht alles gleich.

Hamas-Politbürochef Ismael Haniyya reagierte auf Trumps Erklärung, die in Israel große Freude, aber bei manchen auch Skepsis auslöste, mit dem Aufruf zu einer neuen Intifada. Aus dem Gazastreifen wurden prompt Raketen auf Israel abgefeuert, die Luftwaffe reagierte vehement. Zwar fürchten manche Beobachter in Israel eine mögliche Eskalation, aber angesichts der Zersplitterungen innerhalb der Palästinenserorganisationen und „Gefolgschafts“-Problemen wird der Intifada-Aufruf auch nicht besonders hochgefährlich eingestuft.

Es könnte sich auch um eine Drohung ohne bemerkenswerten Rückhalt unter der palästinensischen Bevölkerung handeln, die zur einen Hälfte einen quasi-rituellen Charakter hat und zum anderen das ziemlich ramponierte Image Haniyyas wieder aufmöbeln sollte.

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Ex-Priester als Wiederholungstäter vor Gericht

Er soll sich 21 Jahre lang an Kindern in halb Europa vergriffen haben. Dabei gab der Angeklagte sich als frommer Priester aus. Aber schon bei seiner Weihe in Polen ging es offensichtlich nicht mit rechten Dingen zu.

Radio Vatikan

Am kommenden Montag beginnt vor dem Deggendorfer Landgericht ein Missbrauchs-Prozess gegen den ehemaligen Priester. Die Umstände seien in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) an diesem Dienstag: Mehr als 100 Übergriffe auf Mädchen und Jungen sollen sich zwischen 1995 und 2016 in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Polen zugetragen haben. Dazwischen verbüßte der Angeklagte eine mehrjährige Haft und verlor sein Priesteramt, das er sich offenbar mit gefälschten Zeugnissen in Polen erschlichen hatte. Nach seiner Priesterweihe 1994 habe seine Wanderschaft durch mehrere europäische Länder begonnen.

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Belgien: Kreuze müssen aus den Räumen des Roten Kreuzes verschwinden

Aktion geschieht auf schriftliche Anordnung des Rot-Kreuz-Provinzverbandes Lüttich – Nicht zum ersten Mal fallen Untersektionen des Belgischen Roten Kreuzes durch Feindlichkeit gegenüber dem Kreuz auf

kath.net

Aus den Geschäftsräumen des Belgischen Roten Kreuzes in der Region Lüttich werden die Kreuze entfernt. Dies geschieht auf schriftliche Aufforderung des Rot-Kreuz-Provinzverbandes Lüttich. Darüber berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Ein Sprecher des belgischen Roten Kreuzes bestätigte gegenüber „idea“ diesen Vorgang. Er erläuterte, dass die Zweigstellen an die Grundprinzipien erinnert worden seien und deshalb gebeten worden waren, die Kreuze zu entfernen. Denn wegen des Grundsatzes der Neutralität fördere das Hilfswerk keine Darstellung religiöser Symbole, und Kreuze könnten den Anschein erwecken, dass man mit einer Religion in Zusammenhang stehe. „idea“ berichtete weiter, dass es von Ehrenamtlichen innerhalb des Lütticher Roten Kreuzes zu öffentlicher Kritik kommt.

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Lücke im Infektionsschutzgesetz: Ungeimpfte dürfen beim Gesundheitsamt arbeiten

Kreuzchen gemacht? Nicht immer.Foto: dpa
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes dürfen auch ohne Impfschutz arbeiten – was die Ausbreitung von Epidemien befördern kann. Ein bundesweites Problem.

Von Gerd Appenzeller | DER TAGESSPIEGEL

Durch einen Vorgang in Reinickendorf wurde nun eine offenkundige Lücke im Infektionsschutzgesetz bekannt: So müssen Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, die auch in Kontakt mit Neugeborenen, Schulkindern und kranken Personen kommen, weder geimpft sein, noch wird nach ihrem Impfstatus gefragt.

Während das Infektionsschutzgesetz für Mitarbeiter von Krankenhäusern, Kliniken und Arztpraxen, also allen Personen mit Patientenkontakten, eine Klärung des Impfstatus verlangt, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern, ist das für Mitarbeiter von Gesundheitsämtern nicht vorgesehen.

Personalrat stemmt sich gegen Impfflicht

Bei der Ausschreibung neuer Stellen schlug der Leiter des Reinickendorfer Gesundheitsamtes, Patrick Larscheid, vor, ungeachtet der Gesetzeslücke aus Gründen der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit nur Bewerber zu berücksichtigen, deren Immunität gegen Infektionskrankheiten entweder nachgewiesen wurde, oder deren Impfstatus geklärt war.

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Paragraf 219a ist eine Zumutung

Vor dem Amtsgericht Gießen demonstrieren Unterstützerinnen von Kristina Hänel für eine Abschaffung der Abtreibungsparagraphen. Quelle: picture alliance / Boris Roessle
Mit der Debatte um „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche kehrt die Debatte um das Selbstbestimmungsrecht der Frau zurück – endlich! Im Zentrum steht hier schließlich ein Paragraf von 1933.

Von Marlen Hobrack | DIE WELT

Schwanger, mit 19 Jahren. Ich erinnere mich sehr gut an den Moment, als ich nach langem, ungläubigem Starren auf den Schwangerschaftstest schließlich realisierte: Du bist schwanger. Als ich nach einigen Minuten aus der Schockstarre erwachte, zog mein bisheriges Leben, es mag absurd klingen, vor meinem geistigen Auge vorbei.

Ich suchte meine Frauenärztin auf. „Wir machen mal einen Ultraschall. Tests für zu Hause sind nicht sicher.“ Aber das Gerät war kaum eingeschaltet, da folgte die Bestätigung. Schwanger, ganz sicher. Da war ein Herzschlag. Während ich mich anzog, reichte mir meine Ärztin verlegen einen kleinen Zettel. „Da können Sie sich melden, wenn Sie etwas machen wollen. Wir machen das hier nicht.“

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Zecken saugten tatsächlich Dinoblut

Im Bernstein konserviert: Diese 99 Millionen Jahre alte Zecke klammert sich noch im Tode an die Feder eines Dinosauriers. © Nature Communications/ Penalver et al.
Auf frischer Tat ertappt: Urzeitliche Zecken saugten tatsächlich schon das Blut der Dinosaurier – das belegen nun gleich mehrere Funde in 99 Millionen Jahre altem Bernstein. In einem Klumpen entdeckten Paläontologen eine Zecke, die noch im Tod an die Feder eines gefiederten Dinosauriers geklammert war. In weiteren Bernsteinstück fanden sie eine mit Blut vollgesogene Zecke sowie zwei mit den Haaren eines Nestparasiten eingeschlossene Exemplare.

scinexx

Bernstein ist wie eine Zeitkapsel, denn das urzeitliche Baumharz konserviert in ihm eingeschlossene Tiere oder Pflanzen über Jahrmillionen hinweg. Besonders spannende Einblicke in die Lebenswelt der Vergangenheit liefert der Bernstein unter anderem dann, wenn er Parasiten wie beispielsweise mit Blut vollgesogene Stechmücken oder Zecken konserviert. Aus solchen extrem seltenen Funden weiß man, dass es schon vor rund 100 Millionen Jahren Zecken gab – zur Zeit der Dinosaurier.

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Im November kamen 16.000 Flüchtlinge nach Deutschland

Statistik © von dkpto auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Gäbe es die 200.000-Obergrenze für Flüchtlinge, würde sie in diesem Jahr nicht erreicht werden. Bis Ende November wurden insgesamt 173.000 Flüchtlinge registriert. Die Entscheidungspraxis ist im Vergleich zum Vormonat unverändert, 19 Prozent der Antragssteller erhielten den vollen Flüchtlingsschutz.

MiGAZIN

Die Zahl der in diesem Jahr nach Deutschland gekommenen Asylbewerber lag bis Ende November noch unter der politisch umstrittenen „Obergrenze“. Wie aus der am Donnerstag vom Bundesinnenministerium in Berlin veröffentlichten November-Statistik hervorgeht, wurden bis Ende vergangenen Monats knapp 173.000 Asylsuchende registriert. Die von der Union angestrebte Begrenzung liegt bei 200.000 Flüchtlingen pro Jahr.

Im November kamen den Angaben zufolge rund 16.100 Flüchtlinge neu nach Deutschland, im Oktober waren es 15.200, im September 14.700. Die drei Hauptherkunftsländer waren im November Syrien, Irak und Afghanistan. Im Oktober und September hatten jeweils mehr Menschen aus der Türkei Asyl in Deutschland beantragt als aus Afghanistan.

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Warum sind Atatürks Enkel so wütend?

Bild: FB
Der Journalist Baha Güngör hat ein Buch über die Türkei geschrieben. Er will Verständnis für die Entwicklung des Landes schaffen. Wie erklärt der einstige Redaktionsleiter bei der Deutschen Welle das Phänomen Erdogan?

Von Rainer Hermann | Frankfurter Allgemeine

Er war einer der ersten Journalisten, die hierzulande zuverlässig über die Türkei berichteten. Von 1984 bis 1999 arbeitete Baha Güngör als dpa-Korrespondent in der Türkei, danach leitete er bis 2015 in Bonn die türkische Redaktion der Deutschen Welle. Sein Buch „Atatürks wütende Enkel“ lebt von den Schilderungen des persönlich Erlebten, etwa wie er 1961, im Alter von elf Jahren, aus Istanbul nach Deutschland kam, und wie er von 1984 an, als noch kaum aus der Türkei berichtet wurde, die Politik und Gesellschaft des Landes erfahren hat. Anschaulich zeigt der Autor, wie gut und eng die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei damals waren.

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Bullshistic: Sizilianischer Priester segnet Handys

Erhebet die Herzen und die Handys: Priester Alessandro Palermo schaut selbst ständig auf sein Smartphone. (Foto: ROPI)
Warum sollen nur Autos und Geschäfte göttlichen Beistand bekommen? Alessandro Palermo findet, dass den auch Smartphones nötig haben.

Interview von Oliver Meiler | Süddeutsche Zeitung

Ist das Handy nicht des Teufels? Der junge Pfarrer der Kirche San Matteo von Marsala in Sizilien, Alessandro Palermo, 30, hat da eine Idee, wie bald alles besser wird.

SZ: Don Alessandro, Sie wollen an diesem Dienstagabend, vor dem Fest von Santa Lucia, die Handys der Gläubigen segnen. Wie kamen Sie darauf?

Alessandro Palermo: Wir segnen ja auch Autos oder Geschäfte, bevor sie benutzt werden. Ich erweitere den Ritus einfach um dieses Ding, das wir ständig mit uns herumtragen, in der Tasche oder in der Hand. Für viele ist es sehr wichtig geworden. Meine Segnung soll helfen, dass die Menschen lernen, dieses delikate Werkzeug richtig zu nutzen. Sie sollen eine mediale Kompetenz aufbauen.

Ein hübscher Begriff. Doch wäre es dafür nicht nutzvoller, statt des Geräts die Menschen zu segnen – die User und vielleicht noch die Betreiber der sozialen Medien?

Klar, der Apparat ist nur ein Gegenstand. Der Nutzer gibt dem Objekt erst einen Sinn. Ich segne also das Gerät, doch mein Ziel ist es, die Menschen dahinter zu segnen, sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Welt um sich herum nicht ausschließen sollen.

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Jerusalem-Entscheidung: Neue Ziele ansteuern

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Die antisemitischen Tendenzen bei den Reaktionen verwundern nicht. Das Diktat der Hamas und unhaltbare Zustände – „Trump macht was richtig“

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Donald Trump macht was richtig, hieß es am vergangenen Samstag in einer Taz-Kolumne. Gemeint war seine Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt. Ausgerechnet das linksliberale Blatt, das Deutschland nach der Trump-Wahl zum Leuchtturm der freien Welt ausrief, hat mal gute Worte für den US-Präsidenten. Und das noch bei einer Entscheidung, wo es in den letzen Tagen schien, als stehe Trump gegen den Rest der Welt.

Noch mehr als Trumps per Mail erklärtem Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen schien die veröffentlichte Meinung der Widerstand gegen dessen Jerusalem-Entscheidung zu einigen. Nun zeigte sich schnell, dass da auch wieder einmal viel Aufregung und Furor im Spiel war.

Da wurde seit Tagen der Zorn der arabischen Straße bemüht. Als es aber in den arabischen Städten noch weitgehend ruhig blieb, wurde schon gefragt, wann denn nun dieser Zorn ausbreche. Nach den Freitagsgebeten orakelten die Nahostbeobachter Mitte letzter Woche.

Dann wurde jede Menschenansammlung zur neuen Intifada erklärt und gar nicht berücksichtigt, dass hier islamistische Gruppen wie die Hamas zu den Aufrufern gehörten. Nachher war man dann entsetzt, dass in vielen europäischen Städten eindeutig antisemitische Tendenzen bei den Aktionen zu sehen und hören waren. Nur kann das niemand verwundern.

Wenn die Hamas aufruft, sind regressive Antizionisten und auch offene Antisemiten nicht weit. Als dann am Wochenende die Unruhen wieder abflauten, setzte fast Enttäuschung in manchen Medien ein. Dabei haben Beobachter des Geschehens im Nahen Osten schon länger eine neue Intifada für unwahrscheinlich gehalten. Das hat viele Gründe. Viele erkennen, dass sich ihre konkrete Situation damit eher verschlechtert.

Es gab auch im Gazastreifen Statements, die ein Leben unter dem Diktat der Hamas als ein größeres Übel als unter israelischer Besatzung halten. Dabei spielt sicher eine Rolle, dass der islamistische Tugendterror im Gaza auf viel Widerstand stößt. Aber auch ökonomische Argumente finden Gehör.

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Antisemitismus: Wo die Verunglimpfung beginnt

Mehr als nur schmückendes Beiwerk bei Staatsbesuchen: die Flaggen von Deutschland, Israel und der EU. (Foto: Jose Giribas/SZ Photo)
Die Empörung war groß, als Demonstranten in Berlin am Wochenende Israel-Fahnen anzündeten. Was sagen die deutschen Gesetze über den Umgang mit staatlichen Hoheitszeichen?

Von Jana Anzlinger | Süddeutsche Zeitung

Viele Hände halten das Stück Stoff an zwei Seiten, an den anderen beiden brennt es bereits. Die Hände gehören zu Demonstranten, deren Gesichter voll Hass sind auf das Stück Stoff mit der Flagge Israels. Solche Szenen gab es am Wochenende weltweit – auch in Berlin. Drei verbrannte Israel-Flaggen meldete die Polizei, nachdem Hunderte Menschen gegen die geplante Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem demonstriert hatten. „Der Staat muss mit allen Mitteln des Rechtsstaats dagegen einschreiten“, sagte die Kanzlerin. Diese Mittel seien nicht genug, findet der Zentralrat der Juden und verlangt ein Gesetz gegen Anti-Israel-Demos. Aber wie ist die Rechtslage gerade jetzt?

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Missbrauch: Jeder zehnte Sportler in den Niederlanden betroffen

Symboldbild Speerwerfer im Schatten – APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
Eine 2016 eingerichtete Kommission hat in Den Haag das erschütternde Ergebnis ihrer Untersuchung präsentiert.

Die Presse.com

Im niederländischen Sport gibt es einer Untersuchung zufolge sehr viele Fälle von sexuellem Missbrauch. Etwa zwölf Prozent der Sportler waren als Kind mindestens einmal Opfer von sexuellen Übergriffen, wie aus dem am Dienstag in Den Haag veröffentlichten Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission hervorgeht. Vier Prozent seien Opfer von schwerem Missbrauch oder Vergewaltigung gewesen.

Die Kommission war nach Bekanntwerden des Missbrauchskandals im englischen Fußball 2016 eingerichtet worden. In den Niederlanden hatte eine ehemalige Radrennfahrerin berichtet, dass sie als Kind mehrfach sexuell missbraucht worden war.

USA: Justizministerium beginnt Ermittlungen gegen Planned Parenthood

Quelle: digitaljournal.com
Die Verdachtsmomente gegen Planned Parenthood wegen Organhandels sind stark genug, um eine Untersuchung einzuleiten. Für Lebensschützer ist das eine lange erwartete gute Nachricht.

kath.net

Das US-Justizministerium hat eine offizielle Untersuchung der Planned Parenthood Federation of America (PPFA) eingeleitet. Diese soll klären, ob die Organisation Handel mit Organen und Gewebeteilen abgetriebener Babys betrieben hat. Im Jahr 2015 hatte die Lebensschutzorganisation „Center for Medical Progress“ (CMP) verdeckt gedrehte Videos veröffentlicht, die diesen Verdacht zumindest nahelegten.

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The ‘Alt-Right’ Created a Parallel Internet. It’s an Unholy Mess

Cody Wilson developed a crowdfunding website, Hatreon, to give right-wing personalities and others a way to raise money for their projects. Credit Ilana Panich-Linsman for The New York Times
If you’ve lost sleep worrying about the growing power of the alt-right — that shadowy coalition that includes white nationalists, anti-feminists, far-right reactionaries and meme-sharing trolls — I may have found a cure for your anxiety.

By Kevin Roose | The New York Times

Just try using its websites.

In recent months, as sites like YouTube, Twitter and Facebook have cracked down on hate speech and barred several high-profile conservative users, the alt-right made a declaration of technological independence from Silicon Valley. Hard-right activists vowed to create their own versions of these digital services, on which all views would be welcome, no matter how crude or incendiary.

More than a dozen “alt-tech” companies have now emerged, each promising a refuge from political correctness and censorship. There is Gab, a kind of alt-Twitter social network that began last year, whose early adopters included prominent figures like Milo Yiannopoulos and Andrew Anglin, the founder of the neo-Nazi Daily Stormer website. There is WrongThink (alt-Facebook), PewTube (alt-YouTube), Voat (alt-Reddit), Infogalactic (alt-Wikipedia) and GoyFundMe (alt-Kickstarter). There is even WASP.love, a dating site for white nationalists and others “wishing to preserve their heritage.”

Recently, I spent several days testing a number of these alt-tech services. I created accounts, explored their features and interfaces, and interviewed users of each site about their experiences. (With my wife’s permission, I even created a WASP.love profile and advertised myself as a New York journalist looking to interview lovelorn white supremacists. Oddly, I got no takers.)

What I found on these sites was more pitiful than fear-inspiring. Sure, some alt-tech platforms were filled with upsetting examples of Nazi imagery and bigoted garbage. But most were ghost towns, with few active users and no obvious supervision. As technology products, many are second- or third-rate, with long load times, broken links and frequent error messages. A few had been taken offline altogether.

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Protestanten in der Union: Werbeverbot für Abtreibungen nicht kippen

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU hat sich dagegen ausgesprochen, das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch zu streichen.

evangelisch.de

Der Bundesvorsitzende Thomas Rachel erklärte am Dienstag in Berlin, entsprechende Forderungen der Linkspartei, von SPD, Grünen und der FDP seien „ethisch hoch problematisch“. Das Werbeverbot gehöre zum Schutzkonzept für das ungeborene Leben. Ein Schwangerschaftsabbruch sei kein Eingriff wie jeder andere, erklärte Rachel.

Der EAK-Vorsitzende verwies auf die unabhängigen Beratungsstellen für Frauen in Schwangerschaftskonflikten. Sie erhielten dort alle notwendigen medizinische Informationen und Hilfsangebote. Rachel warnte vor einem erneuten Streit um das Abtreibungsrecht. Die gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch seien durch mühsame Kompromisse errungen worden. Diese durch eine Streichung des § 219a aufzukündigen wäre „verhängnisvoll“.

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Überschuldung des Erzbistums Hamburg droht weiter zu wachsen

Bild: tilly
Das Erzbistum Hamburg droht tief in die roten Zahlen zu rutschen. Die derzeitige Überschuldung von 80 Millionen Euro könnte bis 2021 auf 350 Millionen wachsen, ergab eine Prüfung durch die Unternehmensberatung Ernst & Young.

ZEIT ONLINE

Ursachen seien ein Instandhaltungsstau an vielen der rund 1000 Kirchen und Gebäude sowie hohe Pensionsverpflichtungen bei den katholischen Schulen, teilte ein Sprecher des Erzbistums am Dienstag mit. Hinzu kämen Altlasten, die das Erzbistum bei seiner Gründung 1995 übernommen habe. Erzbischof Stefan Heße sei dennoch zuversichtlich, dass die wirtschaftliche Gesundung gelingen könne. Ziel sei, „mit weniger Geld eine lebendige Kirche“ zu sein. Zum Erzbistum gehören gut 400 000 Katholiken in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg.