Missbrauch: Wieviel Transparenz will die Kirche – Klaus Mertes ein Nestbeschmutzer

Seit 2011 ist Klaus Mertes Direktor des Kollegs St. Blasien. Wikimedia/Etzagots
Klaus Mertes deckte 2010 einen der grössten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche auf. Über Jahre hinweg hatten zwei Patres am Canisius-Kolleg in Berlin hunderte von Schülern missbraucht. Mertes machte die Fälle öffentlich und wurde bald darauf in einen kleinen Ort im Schwarzwald versetzt.

Von Hansjörg Schultz | SRF

Als Klaus Mertes Kolleg-Rektor in Berlin war, haben sich ihm zwei ehemalige Schüler anvertraut. Er hat daraufhin sämtliche Schüler der betroffenen Jahrgänge des Canisius-Kollegs angeschrieben und nach ihren Erlebnissen mit Patres gefragt. Es stellte sich heraus, dass Hunderte missbraucht wurden, ohne dass es Konsequenzen für die Übeltäter gegeben hätte.

Mertes übernahm die Verantwortung für das Vertuschen und das Schweigen in seiner Kirche. Er brach ein Tabu, ging an die Öffentlichkeit und entschuldigte sich für seine katholische Kirche. Er erhielt jede Menge Preise, darunter in der Schweiz den Herbert-Haag-Preis.

«Das hätte man intern regeln können»

Nach weltlichen Massstäben hatte der Aufklärer etwas von einem Helden, er hatte eine 2000 Jahre alte, machtvolle Institution wachgerüttelt.

Für jene, die über Mertes in der Kirchenhierarchie sind, war und ist Mertes ein Kirchenrebell, ein Nestbeschmutzer. «Das hätte man doch auch intern regeln können», sagen sie. Und: Erst kommt die Kirche, dann kommen die Menschen.

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Martin Sonneborn über den „Irren vom Bosporus“


Der frühere Chefredakteur des Satire-Magazins „Titanic“ und EU-Parlamentarier für die Partei „Die Partei“ hat den türkischen Staatspräsidenten Erdogan in einer kurzen Rede im EU-Parlament als „Irren vom Bosporus“ bezeichnet und hält fest, die türkische Regierung versuche, den Deutschen in Sachen Völkermord den Rang abzulaufen.

shz.de

Das Video seines Statements lud der Satiriker auf seinem offiziellen Youtube-Kanal hoch. Dazu schrieb er: „Meine Rede gestern Abend war die einzige, die von links und rechts Beifall erhielt: je ein Klatscher. Smiley.“

“Minarette sind Herrschaftssymbole des Islam”

Frauke Petry (AfD) verteidigt Haltung zum Islam. (dpa-Bildfunk / EPA / Urs Flueeler)
Vor dem Parteitag der AfD hat die Vorstandssprecherin Frauke Petry die kritische Haltung zum Islam betont. Der Islam stelle in seinen wesentlichen Strömungen einen Herrschaftsanspruch, sagte sie im Deutschlandfunk. Zudem sprach sie über die Vorstellung der AfD von Familienpolitik sowie Unstimmigkeiten in der Parteiführung.

Frauke Petry im Gespräch mit Christoph Heinemann | Deutschlandfunk

Petry sprach nicht von einem Richtungsstreit in der AfD. Der Parteitag am Wochenende sei dazu da, inhaltlich zu diskutieren. Die Grundsatzfrage sei, wie viel Verantwortung der einzelne Bürger habe und wie viel der Staat. “Der Bürger wurde manchmal fast zum Schutzobjekt degradiert.” Stattdessen sollte er in der Lage sein, eigenverantwortlich zu handeln.

Mit Blick auf den Islam sagte Petry, jeder Mensch dürfe seine Religion privat ausleben. “Muslime können selbstverständlich zu ihrem Gott beten”. Allerdings stelle der Islam “in seinen wesentlichen Strömungen” einen Herrschaftsanspruch. Minarette seien ein Symbol dessen. “Anders als das goldene Kettchen am Hals mit einem Kreuz sind diese Symbole auch Zeichen dafür, dass der Islam versucht, sich in Europa vermehrt auszubreiten.” Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hatte Petry eingeladen, an einer Vorstandssitzung teilzunehmen. Dazu sagte die AfD-Vorstandssprecherin, sie sei sich sicher, dass ein Termin vereinbart werden könne. “Miteinander zu reden ist wichtiger, als übereinander.”

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Ozeane: Klimawandel macht Sauerstoff knapp

Im Golf von Mexiko herrscht schon jetzt Sauerstoffmangel, der Klimawandel wird dies verstärken. © NASA/GSFC, MODIS
Todeszonen im Ozean: Spätestens ab 2030 droht größeren Meeresgebieten ein klimabedingter Sauerstoffschwund. Die Erwärmung wird dann die Aufnahme des Atemgases ins Meerwasser messbar behindern, wie Forscher anhand von Simulationen ermittelt haben. Knapper wird der Sauerstoff dann vor allem in tropischen Meeresgebieten, hier macht sich der klimabedingte Sauerstoffschwund trotz natürlicher Schwankungen deutlich bemerkbar.

scinexx

Schon jetzt existieren am Grund einiger Meeresgebiete sauerstoffarme “Todeszonen”, darunter auch in der Ostsee und im Atlantik. Doch durch den Klimawandel könnte sich das Sauerstoffproblem der Ozeane erheblich ausweiten. Zum einen, weil wärmeres Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen kann, zum anderen, weil die Durchmischung der verschiedenen Wasserschichten erschwert wird.

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Big Brother Award für die Datenkrake Change.org

Trommelwirbel und Applaus für die Datenkrake. © Heiko Sakurai
Am 22. April erhielt die Kampagnenplattform Change.org den „Big Brother Award“. Der Negativpreis wird vom Verein Digitalcourage jedes Jahr an Unternehmen, Behörden und Personen für den Missbrauch von Daten vergeben.
 

Von Lea Krug | greenpeace magazine

Petitionen für mehr Fahrradwege, gegen Atomkraft und Massentierhaltung – man könnte meinen auf der Seite einer gemeinnützigen Organisation gelandet zu sein. Doch das täuscht. Denn auf der US-amerikanischen Petitionsplattform Change.org kann jeder seine eigene Petition starten und verbreiten – wenn er dafür mit seinen Daten „bezahlt“.

„Eine eigene Agenda hat change.org im Gegensatz zu anderen Petitionsplattformen nicht“, erklären die Laudatoren des Big Brother Awards, Peter Wedde und Sönke Hilbrans . Sie werfen Change.org vor, Daten zu missbrauchen und gegen geltendes Recht zu verstoßen.

Die Plattform selbst  sieht sich lieber als „Sozialunternehmen“ auf „Mission“. „Wir sind eine neue Art von Unternehmen – ein soziales Unternehmen, das die eigene wirtschaftliche Kraft dazu nutzt, sich für das Gemeinwohl einzusetzen“, heißt es auf der Website.

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Wieder mehr verdächtige Finanztransaktionen im Vatikan

Vatikanbank
Vatikanbank
Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr ist die Zahl der verdächtigen Finanztransaktionen im Vatikan wieder massiv gestiegen. Insgesamt 544 solcher Geschäfte seien im vergangenen Jahr gemeldet worden, teilte die Vatikan-Finanzaufsicht AIF in ihrem Jahresbericht mit, der am Donnerstag in Rom vorgestellt wurde.

Frankfurter Allgemeine

2014 waren nur 147 verdächtige Transaktionen gemeldet worden. AIF-Direktor Tommaso Di Ruzza betonte, der Anstieg bedeute nicht, dass es mehr illegale Aktivitäten gebe, sondern hänge mit mehreren Faktoren zusammen.

Dazu gehörten etwa das strikte Vorgehen gegen mutmaßliche Steuerbetrüger und eine generelle Stärkung des Meldesystems. 17 verdächtige Transaktionen gab die Aufsicht an die vatikanische Justiz weiter. Im vergangenen Jahr waren es 7 Fälle. Deutlich verstärkt hat der Vatikan die Zusammenarbeit mit den Behörden anderer Länder, 2015 geschah das in insgesamt 380 Fällen. “Der bilaterale Informationsaustausch hat sich bedeutend erhöht”, sagte AIF-Präsident René Brülhart.

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Rätsel um kosmisches “Geisterteilchen” gelöst?

Ausbruch eines aktiven Galaxienkerns: Bei einem solchen Ereignis könnte auch das Neutrino “Big Bird” entstanden sein. © NASA
Astronomen ist es gelungen, die Herkunft eines kosmischen Neutrinos aufzuklären – zum ersten Mal überhaupt. Denn bisher war die Quelle dieser extrem energiereichen “Geisterteilchen” unbekannt. Jetzt scheint das Rätsel gelöst. Denn das im Dezember 2012 registrierte Neutrino “Big Bird” entstand offenbar bei einem dramatischen Ausbruch in einer fernen aktiven Galaxie, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Physics” berichten.

scinexx

Neutrinos sind die schnellsten, leichtesten und kontaktscheuesten unter den Elementarteilchen, denn sie gehen nur äußerst selten eine Wechselwirkung mit anderer Materie ein. Entsprechend schwierig ist es, diese “Geisterteilchen” nachzuweisen, die in der Sonne, in der Erde und Atmosphäre, aber auch in kosmischen Quellen entstehen. Erst 2013 gelang es dem Neutrino-Observatorium IceCube in der Antarktis erstmals, kosmische Neutrinos nachzuweisen.

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Volker Kauder will Moscheen überwachen lassen

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Unionsfraktionschef Kauder verlangt eine staatliche Kontrolle von Moscheen. Manche Predigten seien mit dem deutschen Staatsverständnis nicht vereinbar.

DER TAGESSPIEGEL

Unionsfraktionschef Volker Kauder hält eine staatliche Kontrolle von Moscheen im Kampf gegen Radikalisierung und Terror für nötig. In einigen Moscheen würden Predigten gehalten, die mit dem deutschen Staatsverständnis nicht in Einklang stünden, sagte der CDU-Politiker der “Berliner Zeitung“.

“Der Staat ist hier gefordert. Er muss das kontrollieren”, sagte Kauder. Deutschland sei ein säkularer Staat, in dem die Religion nicht über dem Staat stehe, sondern der Staat über der Religion. “Daran haben sich alle zu halten und dies müssen die Vertreter und die Angehörigen aller Religionen akzeptieren”, sagte Kauder weiter.

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Spaemann: ‘Amoris laetitia’ bricht mit der Lehrtradition der Kirche

Robert.SpaemannDer deutsche Philosoph Robert Spaemann kritisiert in einem Interview mit CNA das päpstliche Schreiben “amoris laetitia”. Spaemann hat vor allem im Artikel 305 mit der Anm. 351 von „amoris laetitia“ ein Problem und erklärt, dass sich der Bruch mit der Lehrtradition der Kirche „zweifellos für jeden denkenden Menschen, der die entsprechenden Texte kennt“ ergebe

kath.net

Die Kirche habe unbeschadet der menschlichen und moralischen Beurteilung des Einzelfalls, „keine Vollmacht, ohne vorherige Umkehr, ungeordnete sexuelle Beziehungen durch die Spendung von Sakramenten positiv zu sanktionieren und damit der Barmherzigkeit Gottes vorzugreifen“. Dies habe Johannes Paul II. in seinem Lehrschreiben „familiaris consortio“ (Art. 84) so festgelegt. Wie beim Frauenpriestertum sei diese Tür verschlossen. Die Vorstellung von Kardinal Kasper, „familiaris consortio“ durch eine Änderung in der Praxis der Sakramentenspendung „weiterzuentwickeln“ sei in Wirklichkeit „ein Bruch mit ihrer wesentlichen anthropologischen und theologischen Lehre über die menschliche Ehe und Sexualität“, nach der „die menschliche Sexualität … (ein) ´Realsymbol für die Hingabe der ganzen Personund zwarohne jede zeitliche oder sonstige Begrenzung`“ sei.

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Theologe Dabrock neuer Vorsitzender des Ethikrats

Bild: Deutscher Ethikrat
Bild: Deutscher Ethikrat
Der evangelische Theologe Peter Dabrock ist am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats gewählt worden.
 

evangelisch.de

Stellvertreter wurden die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts, der Psychologe und Gerontologe Andreas Kruse sowie die Medizinethikerin Claudia Wiesemann, teilte der Ethikrat mit.

Der Ethikrat war in Berlin in neuer Besetzung zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Von den 26 Mitgliedern sind 14 von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) neu berufen worden. Zwölf gehörten dem Gremium bereits in der vergangenen Amtszeit an. Der 2008 gegründete Ethikrat berät die Bundespolitik.

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Schulausflug in Kirche wegen Protesten abgesagt

Die Erstkommunion war bislang Anlass für einen Ausflug aller Drittklässler unter der Regie der katholischen Pfarrei Ebersberg. (Foto: Schunk)
  • Seit Jahren lädt die katholische Pfarrei Ebersberg die Drittklässler in die Kirche ein.
  • Anlass ist die Erstkommunion, bei dem Besuch sind aber immer auch nicht-katholische Kinder dabei.
  • Weil Eltern protestiert haben, muss der Ausflug nun außerhalb der Schulzeiten stattfinden.

Von Anja Blum | Süddeutsche.de

Die Grundschule Ebersberg bricht mit einer Tradition: Von diesem Jahr an wird der Kommunionsausflug für die dritten Klassen nicht mehr in der gewohnten Form stattfinden. Der geplante Termin am Dienstag, 10. Mai, wurde abgesagt. Grund dafür sind “berechtigte Einwendungen von Eltern”, wie Schulleiter Alexander Bär in einem Brief an die Betroffenen schreibt. Es sei “nicht statthaft”, Schüler und Eltern, die nicht der katholischen Konfession angehören, durch dieses Angebot “in persönliche Gewissensnöte und Bedrängnis zu bringen”.

Seit mehr als zehn Jahren lädt die katholische Pfarrei Ebersberg jeden Frühling alle Drittklässler zu einem Ausflug ein – Anlass ist die Heilige Erstkommunion. Teil des Vormittags war daher immer auch eine Eucharistiefeier, jedoch nur für die katholischen Kinder. Trotzdem: “Ziel der Schule und der Pfarrei war und ist es, dass alle Schüler überkonfessionell an dem Ausflug teilnehmen sollen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. So soll, so kann es auch in diesem Jahr sein”, schrieb Rektor Bär noch vor kurzem, als er die Veranstaltung zunächst in gewohnter Form ankündigte. Allerdings habe man Verständnis, wenn sich eine Familie gegen die Teilnahme des Kindes entscheide: Für eine Betreuung in der Schule sei gesorgt.

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Länger leben durch längeres Arbeiten?

rente
Bild: Perscheid/FB
Arbeit macht langlebig – so scheint es zumindest. US-Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die im Alter länger arbeiten, auch länger leben. Je später die Pensionierung lag, desto später starben die Studienteilnehmer. Jedes Jahr mehr an Arbeit senkte dabei das Risiko vorzeitig zu sterben um immerhin elf Prozent, wie die Forscher berichten. Das bestätige die Annahme, dass ein aktives Leben körperlich und geistig fit halte.

scinexx

Wir werden heute nicht nur immer älter, die meisten von uns sind auch im Alter noch deutlich fitter als noch unserer Vorfahren vor rund 100 Jahren. Bis heute ist jedoch nur in Teilen bekannt, welche Faktoren einige Menschen einen besonders langen, gesunden Lebensabend beschert. Klar scheint, dass neben einer genetischen Veranlagung auch die Lebensweise und Ernährung eine Rolle spielt.

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Bedford-Strohm rät Kirche zur Nutzung sozialer Medien

Religiöser Spam
Religiöser Spam
Für ein stärkeres Engagement der Kirche in den sozialen Netzwerken hat sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ausgesprochen.

evangelisch.de

Es sei wichtig, “dass die Kirche sich vernetzt, nah bei den Menschen ist und eng mit ihnen kommuniziert”, sagte er am Donnerstag im hessischen Dreieich in einer Video-Botschaft vor den Teilnehmern einer Tagung der hessen-nassauischen Kirche. Facebook, Twitter und Co. eigneten sich hervorragend dazu, “all den Segen darzustellen, der aus unserem kirchlichen Handeln erwächst”.

Auch nach Ansicht von Margot Käßmann, Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, sollten die sozialen Netzwerke in der evangelischen Kirche eine zentrale Rolle spielen. “Wir sollten die neue Technologie mutig aufgreifen”, sagte sie in ihrem Video-Grußwort vor rund 200 Tagungsteilnehmern. Denn sie biete eine besondere Chance auch Menschen zu erreichen, die der Kirche fernstehen. “Die Reformation muss weitergehen. Das gilt auch für die Medien und die Kirche”, betonte die frühere EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin.

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Anzeige gegen „heute-show“: Majestätsbeleidigung eines FPÖ-Kandidaten?

© Facebook / ZDF heute-show Die Schnitzel Satire stößt manchen auf.
Als Reaktion auf den Wahlerfolg der rechten FPÖ in Österreich veröffentlichte die ZDF-„heute-show“ ein Schnitzel in Hakenkreuzform mit einem Kommentar. Nun liegen Strafanzeigen vor.

Von Ann-Katrin Gehrmann | Frankfurter Allgemeine

Am Sonntag hat der Kandidat der rechten FPÖ, Norbert Hofer, den ersten Wahlgang für die österreichische Bundespräsidentenwahl mit 35,3 Prozent deutlich gewonnen. Das Wahlergebnis nahm die ZDF-Satiresendung „heute-show“ zum Anlass, tags darauf über Facebook nachzufragen: „Was ist verkehrt mit euch, liebe Nachbarn?“. Dazu wurde ein Bild serviert, auf dem ein Schnitzel in Hakenkreuzform abgebildet ist. Der Kommentar: „Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen, möglichst flach und schön braun“.

Dies brachte neben Zehntausenden „Gefällt mir“-Klicks auch zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Mainz mit sich. Nach Angaben der „Hannoversche Allgemeine“ stammt eine davon aus Österreich, die andere aus Deutschland.

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Vatikan gibt Frauenmagazin heraus – lächerliche Altmänner-Versuche

hailmaryDer Vatikan bringt ein eigenes Frauenmagazin auf den Markt. Die bisherige Monatsbeilage “Frau – Kirche – Welt” der päpstlichen Tageszeitung “Osservatore Romano” wird zur eigenständigen Zeitschrift, wie der “Osservatore” meldet.

domradio.de

Einzelheiten wollen demnach Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der päpstliche Medienchef Dario Vigano kommenden Dienstag vorstellen. Das Magazin soll dem “Osservatore” zufolge monatlich mit einem Umfang von 40 Seiten erscheinen. Das inhaltliche Spektrum der bisherigen Beilage werde um das Thema Frau und Kunst sowie um Biblisches erweitert, hieß es. Beide Rubriken werden von Ordensschwestern aus dem norditalienischen Kloster Bose verantwortet.

Monatliche Beilage im “Osservatore”

“Frau – Kirche – Welt” wird seit Mai 2012 jeweils zum Monatsbeginn mit der italienischen Ausgabe des “Osservatore” ausgeliefert. Eine englische Ausgabe des Supplements erscheint mit der Zeitschrift “Catholic Women Speak”, eine französische mit der Wochenzeitung “la vie”. Seit März 2015 gibt es eine spanische Fassung als Beilage der Zeitschrift “Vida Nueva”. Die Schriftleitung der Stammausgabe hat die römische Historikerin Lucetta Scaraffia.

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Trump und die Evangelikalen: Im Zweifel für den pragmatischen statt gläubigen Kandidaten

Evangelikale Studenten an der Liberty Universtiy in Lynchburg warten auf Donald Trumps Auftritt (AFP/Nicholas Kamm)
Es scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Die weltliche Biografie des Republikaners Donald Trump und die bibeltreuen-rechtskonservativen Werte der Evangelikalen. Doch in einigen Südstaaten konnte er diese Wählerschichten für sich gewinnen.

Von Marcus Pindur | Deutschlandfunk

“Ich glaube, viele Evangelikale sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns nicht auf den Staat verlassen können, wenn es um die Aufrechterhaltung traditioneller biblischer Werte geht. Also soll der Staat einfach praktische Probleme lösen wie Einwanderung, die Wirtschaft, und nationale Sicherheit. Und wenn wir nur das wollen, dann brauchen wir auch keinen spirituellen Übermenschen im Weißen Haus. Und deswegen sind viele evangelikale Christen offen für einen säkularen Kandidaten wie Donald Trump.”

Der Kandidat hatte sich das Forum mit Bedacht ausgesucht. In Iowa bilden evangelikale Christen 40 Prozent der republikanischen Wähler, sind also für jeden Kandidaten eine enorm wichtige Wählergruppe. Vor den Vorwahlen in Iowa Ende Januar hielt Donald Trump eine Rede in einer der größten evangelikalen Universitäten der USA, der Liberty University in Lynchburg, Virginia.

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Türkei: Gefängnis für den Wiederabdruck einer Mohammed-Karikatur

Bild. Charlie Hebdo
Bild. Charlie Hebdo
Der Prozess wegen Spionage gegen den Cumhiriyet-Chefredakteur Can Dündar und dem Büroleiter der Zeitung in Istanbul, Erdem Gül, findet hinter verschlossenen Türen statt, nachdem es ausländische Botschafter gewagt hatten, den Prozess zu verfolgen. Präsident Erdogan und der Geheimdienst MIT sind Nebenkläger.

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, weil die Journalisten einen geheimen Waffentransport an Militante in Syrien aufgedeckt hatten. Vorgeworfen wird ihnen nicht nur Verrat von Staatsgeheimnissen, sondern auch die Vorbereitung eines Staatsstreichs und die Mithilfe bei der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Die Anklage offenbar das Staatsverständnis und die Angst vor den Medien des türkischen Präsidenten und die Willigkeit der Justiz, nachdem selbst noch das oberste Gericht Kritik an dem Verfahren geäußert hatte, was Erdogan erklärtermaßen nicht akzeptiert.

Zwischenzeitlich wurde Dündar schon einmal zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sich einmal wieder Erdogan von dem Journalisten beleidigt fühlte. Der hatte gewagt, über die Korruptionsvorwürfe gegen Erdogan und dessen Sohn sowieso weitere AKP-Minister zu schreiben.

Jetzt wurden wegen eines geringeren Vergehens die Cumhuriyet-Journalisten Ceyda Karan und Hikmet Çetinkaya zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatten in einer Kolumne das Cover des Satiremagazins Charlie Hebdo mit einem Bild des weinenden (!) Propheten Mohammed nach dem islamistischen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo abgebildet. Mohammed hält ein Schild mit den Worten “Je suis Charlie” in den Händen. Die Terroristen töteten 12 Menschen, das Ziel war Charlie Hebdo eben auch wegen solcher kritischen Karikaturen zum Islam.

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Humanoid Robot Diver Visits an Ancient Shipwreck for Its Maiden Voyage

OceanOne. Image: Frederic Osada and Teddy Seguin/DRASSM
OceanOne. Image: Frederic Osada and Teddy Seguin/DRASSM
In the autumn of 1664, Louis XIV of France, also known as the Sun King, was expecting his flagship vessel La Lune to return to French shores from its latest expedition to North Africa. But the ship was in bad shape when it came to port in Toulon, and despite some slapdash repairs, it collapsed and sunk offshore on November 6, resulting in the deaths of over 700 passengers.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Embarrassed by the debacle, Louis downplayed the tragedy, and eventually La Lune and its victims receded from living memory. But you know what the Sun King didn’t count on? The fact that some 352 years later, a badass humanoid aquanaut robot named OceanOne would dive down to La Lune to shine a light on the long-lost wreckage.

Designed and built by roboticist Oussama Khatib and his team at Stanford University, OceanOne is the first underwater robot capable of bimanual dexterous manipulation, meaning it can grasp and hold stuff with its hands, just like a human. As an added futurist bonus, the robot is piloted by a sophisticated guidance system that allows researchers to virtually guide its motions with their own physical movements, safely above water.

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Frankreich: Sexueller Missbrauch erschüttert die Kirche

Kardinal Barbarin, Bischof von Lyon wusste seit 2007 über einen Missbrauchsfall Bescheid. Die Justiz ermittelt gegen den Pfarrer und den Kardinal – eine Premiere in Frankreich (picture alliance / dpa / Aurélie Ladet)
Erst jetzt kommt das Thema sexueller Missbrauch auf die Agenda der katholischen Kirche in Frankreich. Opfer organisieren sich, täglich mehren sich Enthüllungen und Anklagen. Besonders pikant: Auch die traditionalistische Piusbruderschaft steht unter Verdacht.

Von Bettina Kaps | Deutschlandfunk

Aymeri Suarez-Pazos weiß, dass er schwere Vorwürfe formuliert, aber der Vorsitzende des französischen Selbsthilfevereins AVREF ist sich seiner Sache absolut sicher. Übersetzt bedeutet das Kürzel AVREF “Hilfe für Missbrauch-Opfer in religiösen Bewegungen und für ihre Familien”.

“Wir wissen, dass es viele Bischöfe gibt, die pädophile Pfarrer schützen. Und ausgerechnet auch jene Bischöfe, die sich neuerdings als Weltmeister des Bedauerns und des Mitleids mit den Opfern darstellen. Überall können neue Skandale aufbrechen. Es ist durchaus möglich, dass jetzt viele Opfer Klage einreichen werden.”

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«Fundamentalisten wissen, dass der Koran Christen als Freunde der Muslime anpreist.»

Seite an Seite, Prophet Mohammed (auf Kamel) und Jesus in einer Illustration aus dem 18. Jahrhundert. (Bild: AKG Images)
Im Koran stehe, Christen seien auf den Tod zu hassen, sagen Terroristen. Falsch, sagt ein katholischer Theologe im Interview. Seine jahrelange Forschung zeigt, dass der Koran mit Christen kein Problem hat. Ist der Religionskrieg ein Missverständnis?

Von Martin Helg | Neue Zürcher Zeitung

NZZ am Sonntag: Herr von Stosch, was bringt Sie als katholischen Fundamentaltheologen dazu, sich mit dem Christusbild im Koran zu befassen?

Klaus von Stosch: Innerhalb der systematischen Theologie, die ich als Wissenschafter vertrete, ist der Dogmatiker für die innere Architektur des Glaubens verantwortlich, und der Fundamentaltheologe trägt die Verantwortung nach aussen. Als eine Art Aussenminister muss er schauen, wo freundliche Nachbarn sind, mit denen man gute Beziehungen entwickeln kann, und wo die Schurkenstaaten, denen man eine klare Kante zeigen muss.

Der Islam ist derzeit wohl ein schwieriger Kandidat?

Das dachte ich mir zuerst auch. Ich bin kein Dialogonkel, der immer schon den Frieden der Religionen voranbringen wollte. Bis heute geht es mir so, dass mir im Koran aus meiner christlichen Perspektive heraus Entscheidendes fehlt. Aber es stehen eben auch Dinge drin, die mir etwas Wichtiges zu sagen haben und die mich auch im eigenen Glauben und Leben weiterbringen können.

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de omnibus dubitandum

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