Plagiatsvorwürfe sind Meinungsäußerung

Jeder für sich. Ein Plagiatsexperte sieht den Schutz wissenschaftlicher Autoren in Gefahr, weil andere von ihnen „abkupfern“...Foto: picture alliance / dpa
Jeder für sich. Ein Plagiatsexperte sieht den Schutz wissenschaftlicher Autoren in Gefahr, weil andere von ihnen „abkupfern“…Foto: picture alliance / dpa
Plagiatsvorwürfe bei wissenschaftlichen Arbeiten müssen Betroffene als Meinungsäußerung hinnehmen – so lautet ein neues Gerichtsurteil.
 

Von Hermann Horstkotte | DER TAGESSPIEGEL

Für Karl-Otto Edel, Mechanik-Professor an der FH Brandenburg, geht es um strafbare „üble Nachrede“. Für seinen angeblichen Verleumder, den Rechtsprofessor und Plagiatsexperten Volker Rieble, geht es um das Recht auf „wissenschaftlich-kritisches Publizieren“. Edel hat vor ein paar Jahren ein Buch über die „Macht der Sprache in der Wissenschaft“ veröffentlicht, das zahlreiche „Anlehnungen“ an einen anderen Autor enthält, aber trotzdem auch nach höchstrichterlichem Urteil keine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Nach Rieble ist diese Entscheidung, die bis zum Bundesverfassungsgericht ging, symptomatisch für die angeblich herrschende „Schutzlosigkeit wissenschaftlicher (Erst-)Autoren“. In einem Fachaufsatz kritisiert er, Edel habe sich doch klammheimlich „bedient“ und „abgeschrieben“, „teils nur umformuliert“ und „exzerpierend abgekupfert“. Der solchermaßen Kritisierte wollte sich das nach seinem Freispruch in der Urheberrechtssache nicht gefallen lassen.

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Christliche Familie aus Ägypten wird nicht abgeschoben

Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die sechs Mitglieder der Flüchtlingsfamilie Shenouda aus Ägypten: Die Familie, die seit drei Jahren in Speyer lebt, wird nicht abgeschoben.

evangelisch.de

Das Trierer Verwaltungsgericht habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angewiesen, den Asylantrag der katholisch-koptischen Christen anzuerkennen, sagte der Bonner Anwalt für Ausländerrecht, Jens Dieckmann, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Speyer.

Das Bundesamt hatte das Asylbegehren der Familie im Juni als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt, wogegen sie klagte. Die Shenoudas hätten vor Gericht wie erwartet glaubhaft machen können, dass sie in ihrer ägyptischen Heimat als Christen unter der Diskriminierung durch Behörden und muslimischen Anfeindungen litten, sagt ihr juristischer Beistand Dieckmann.

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Ex-Agent: Russischer Spion war Mitarbeiter von Papst Franziskus

Kardinaler Waffennarr
Themenbild.
Früherer polnischer Geheimdienstmitarbeiter berichtet italienischem Online-Magazin über Spionagetätigkeit im Vatikan in den 1970er- und 1980er-Jahren

kath.net

Im Vatikan gaben sich in den 1970er- und 1980er-Jahren laut einem früheren polnischen Geheimdienstmitarbeiter zahlreiche Spione ein Stelldichein, angeblich auch ein Mitarbeiter des heutigen Papstes. Der Ex-Agent Tomasz Turowski sagte laut dem italienischen Online-Magazin „Faro di Roma“ (Donnerstag), in jener Zeit seien in der Kirchenzentrale außer ihm auch Informanten aus China und den USA sowie aus weiteren Ostblockstaaten aktiv gewesen.

Ein unter dem Namen „Russe“ bekannter Ordensmann habe bei Geheimverhandlungen des Heiligen Stuhls mit der Sowjetunion als Übersetzer mitgewirkt und beispielsweise schon im November 1981 Turowski berichtet, dass der Vatikan über eine bevorstehende Verhängung des Kriegsrechts in Polen in Kenntnis gewesen sei; diese erfolgte dann am 13. Dezember. Turowski sagte in dem Interview weiter, er könne den Namen des betreffenden Geistlichen nicht preisgeben, weil er bis vor kurzem für Papst Franziskus gearbeitet habe.

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Bibelschuber im Käßmann-Design

Margot Käßmann stellte ihre Bibeledition in Hannover vor. (Foto:epd-Bild/Harald Koch)
Margot Käßmann stellte ihre Bibeledition in Hannover vor. (Foto:epd-Bild/Harald Koch)
Die Theologin Margot Käßmann hat in Hannover einen selbst gestalteten Schmuckschuber für die Lutherbibel 2017 präsentiert. Der violett gehaltene Schuber solle die Frauen der Reformationsbewegung würdigen, sagte die ehemalige Ratsvorsitzende der der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

EKD

„Die Frauen kommen bisher zu kurz beim Reformationsjubiläum.“ Dabei habe die Reformation gerade für die Frauen einen Durchbruch bedeutet, etwa beim Zugang zu Bildung. Die 58-jährige Käßmann wirbt derzeit im Auftrag der EKD für das 500. Reformationsjubiläum im nächsten Jahr.

„Das Neue kann ohne das Alte nicht sein“

Den Schmuckschuber entwickelte die Theologin gemeinsam mit dem Gießener Illustrator Andreas Helm. Auf der Vorderseite stehen in ihrer Handschrift zwölf Frauennamen aus der Bibel, darunter Magdalena, Rahel oder Lea. Die Theologin hat auch ihre vier Töchter nach Frauen aus der Bibel benannt.  Auf der Rückseite des Schubers befinden sich zwölf Namen von Frauen, die für die Reformation von Anfang an eine bedeutende Rolle gespielt haben wie Martin Luthers Ehefrau Katharina von Bora (1499-1552). Beide Seiten seien durch Linien, die für die Lebenslinien der Frauen stünden, miteinander verbunden, erläuterte der Illustrator Helm. „Das Neue kann ohne das Alte nicht sein.“ Die lila Farbe des Schubers stehe für die „Farbe der Frauenbewegung schlechthin“.

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Athener Gericht verweigert Auslieferung türkischer Soldaten

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Acht Soldaten waren nach dem Putschversuch in der Türkei nach Griechenland geflüchtet. Ankara fordert ihre Auslieferung. Ein griechisches Gericht entschied aber anders.

SpON

Ein Gericht in Athen hat erneut einen Antrag der türkischen Justiz auf Auslieferung von mutmaßlichen Putschisten abgelehnt. Dies berichtete das Staatsradio (ERA). Insgesamt waren acht türkische Militärs während des Putschversuchs mit einem Helikopter nach Griechenland geflohen und beantragten dort Asyl.

Die beiden Soldaten, über die jetzt entschieden wurde, sollen während der Gerichtsverhandlung bekräftigt haben, ihr Leben sei bei einer Auslieferung in Gefahr. Die Staatsanwaltschaft von Athen plädierte in allen Fällen für die Ablehnung des Auslieferungsantrags, wie Medien berichteten.

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This Is How the CRISPR Trial Will Determine Our Future

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Arguments in a trial to determine ownership of CRISPR, a gene editing technology, started Tuesday in Virginia. The outcome will determine who gets ownership of an incredibly lucrative and incredibly powerful tool that has the potential to “treat” genetic disease.

By Meredith Rutland Bauer | MOTHERBOARD

Arguments in a trial to determine ownership of CRISPR, a gene editing technology, started Tuesday in Virginia. The outcome will determine who gets ownership of an incredibly lucrative and incredibly powerful tool that has the potential to “treat” genetic disease.

Two groups are contending for the editing technology patent: on one side is MIT’s Broad Institute and Harvard University, and on the other is the University of California, Berkeley.

The first patent for this technology was filed in 2012 by University of California, Berkeley, researchers for their work describing how genes could be edited in-vitro, The Scientist reported. Later in 2012, researchers at Harvard and MIT filed a patent for editing genes in eukaryotic cells—like those in a forming baby. The UC Berkeley researchers claimed the second patent violated their patent, and this week’s trial will determine who gets intellectual rights to the technology.

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Dunkle Materie: Gleichmäßiger verteilt als gedacht?

Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Universum Nasa, Esa, Hubble SM4 ERO Team
Rätselhafte Diskrepanzen: Die Dunkle Materie könnte im Universum gleichmäßiger und weniger dicht verteilt sein als bisher gedacht. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt der Kilo Degree Survey (KiDS), eine der bisher umfassendsten Kartierungen der Materieverteilung. Das Seltsame daran: Die neuen Daten widersprechen den Ergebnissen des Planck-Satelliten und stellen so möglicherweise kosmologische Modelle in Frage.

scinexx

Dunkle Materie ist überall um uns im Weltraum zu finden: Sie verbirgt sich in unserer Milchstraße, steckt in „Dunklen“ Galaxien, bildet kosmische Filamente und vielleicht sogar unsichtbare Fäden rund um unseren Planeten.

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Wolfgang Thierse: „Die AfD ist keine konservative Partei, sie ist eine aggressive Partei“

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Der frühere Bundestagspräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse warnt davor, die Anziehungskraft der AfD auf Christen zu unterschätzen. Gerade deshalb müssten die Kirchen zeigen, wo die Grenzen dessen sind, was sich mit dem Christentum vereinbaren lasse, sagte er im Deutschlandfunk. „Zum Christentum gehört auch gelegentlich klare Kante.“

Wolfgang Thierse im Gespräch mit Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Dittrich: Herr Thierse, dürfen Christen die AfD wählen?

Thierse: Wir können es ja nicht verhindern, aber ich finde, dass das, was die AfD ausmacht, ihr Grundsatzprogramm, aber vor allem auch die vielen Äußerungen führender AfD-Politiker sich mit christlichen Grundüberzeugungen und Werten nicht wirklich vereinbaren lässt.

Dittrich: Das heißt, es ist richtig, was der Kölner Erzbischof gesagt hat, man soll im Zweifelsfall das Programm neben die Bibel legen und vergleichen?

Thierse: Das ist richtig und ich unterstütze auch den Bischof von Erfurt, der abgelehnt hat, dass der wunderbare Erfurter Dom und die Severikirche nächtens beleuchtet zum Hintergrund für hetzerische Kundgebungen der thüringischen AfD mit Herrn Höcke an der Spitze – der nun wahrlich ein Rassist ist, der hetzt, und da sollte die Kirche ganz klar zeigen, wo die Grenzen auch dessen sind, was sich mit Christentum vereinbaren lässt.

„Christen sollen aktive Verteidiger der offenen Gesellschaft sein“

Dittrich: Aber ist das richtig, dass die Kirchen sich so in Parteipolitik einmischen? Ist das ihre Aufgabe?

Thierse: Das ist nicht so sehr Parteipolitik, sondern es geht um eine Grundfrage, nämlich um die Verteidigung unsrer offenen Gesellschaft, also der liberalen Demokratie als der politischen Lebensform der Freiheit. Und eines deren wesentlichen Elemente ist die Religionsfreiheit, die Grundlage unseres Lebens. Und Christen sollten aktive Verteidiger dieser offenen Gesellschaft, dieser liberalen Demokratie sein.

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Lebenskunst ist kein Zeitgeist-Phänomen

Links: Buchcover von Sarah Bakewells
Links: Buchcover von Sarah Bakewells „Das Café der Existenzialisten, rechts: Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre im Jahr 1960. (C.H.Beck / dpa / picture-alliance / AFP)
Mitreißend und packend wie in einem Roman erzählt „Das Café der Existenzialisten“ die Geschichte der Bewegung um Jean-Paul Sarte und Martin Heidegger. Am Anfang von allem stand ein Aprikosencocktail.

Deutschlandradio Kultur

Der Existenzialismus und seine Protagonisten Jean-Paul Sarte und Simone de Beauvoir sowie deren Vordenker Edmund Husserl, Martin Heidegger und Karl Jaspers scheinen seit längerem irgendwo in die hinteren, leicht angestaubten Kapitel der Philosophiegeschichte gerutscht zu sein.

Überholt von den französischen Strukturalisten, Postmodernisten und Dekonstruktivisten, die in den 70er- und 80er-Jahren mit Zeichen und Bedeutungen jonglierten und uns vergessen ließen, dass „der Gegenstand der Philosophie alles sein kann, was man erlebt“ – also das Leben selbst. Wie lebensnah und lebendig der Existenzialismus tatsächlich ist, zeigt nun die britische Schriftstellerin Sarah Bakewell in ihrem famosen Buch „Das Café der Existenzialisten“.

Bescheiden erklärt sie, „die erneute Lektüre der Existentialisten könnte uns frische Perspektiven eröffnen“, und führt dann auf vierhundert Seiten derart überzeugend die Strahlkraft dieser Lebensphilosophie vor, dass man gleich selbst zum Existentialisten werden möchte.

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Myanmar: Kirche bombardiert

Myanmars Armee ist im Krieg gegen Rebellentruppen - AFP
Myanmars Armee ist im Krieg gegen Rebellentruppen – AFP
Bei einem Luftangriff auf die Stadt Mongkoe haben die Streitkräfte von Myanmar eine katholische Kirche bombardiert. Sie sei völlig niedergebrannt, berichtet der asiatische Pressedienst Ucanews an diesem Mittwoch.

Radio Vatikan

Tote und Verletzte habe es nicht gegeben, weil der Pfarrer, einige Ordensfrauen und rund tausend weitere Gemeindemitglieder  bereits vor den Kämpfen über die Grenze nach China geflohen seien.

Philip Lasap Za Hawng, Bischof des Bistums Lashio im Shan-Staat, forderte die Regierung von Myanmar und „alle bewaffneten Gruppen“ zu Friedensverhandlungen auf. Seit Beginn der neuerlichen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den ethnischen Milizen im nördlichen Shan-Staat wurden laut Ucanews bereits mehr als 60 Kirchen zerstört oder beschädigt.

Seit mehr als zwei Wochen befinden sich die Milizen der sogenannten Nördlichen Allianz im Bürgerkrieg mit Regierungstruppen.

 

Erdogan erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Behörden

Bild: Magazin "The Economist"
Bild: Magazin „The Economist“
Weil sich die Ausreise der türkischen Vize-Parlamentspräsidentin verzögerte, wettert Präsident Erdogan gegen deutsche Behörden. Sogar der deutsche Botschafter wird ins Außenministerium bestellt.

DIE WELT

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat im Zusammenhang mit einer Reise der Vize-Parlamentspräsidentin des Landes schwere Vorwürfe gegen deutsche Behörden erhoben. „Ihr empfangt Terroristen als Gast in eurem Land. Aber die stellvertretende türkische Parlamentspräsidentin und ihre Delegation lasst ihr dort stundenlang an der Tür warten“, sagte Erdogan am Mittwoch vor Ortsvorstehern in Ankara.

Aysenur Bahcekapili, die auch Abgeordnete der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP ist, sei bei ihrer Reise in Deutschland der Pass gestohlen worden, sie habe sich jedoch provisorische Papiere bei der Botschaft besorgt, sagte Erdogan. Dennoch sei sie an der Ausreise gehindert worden. Er forderte Schritte gegen das verantwortliche Flughafenpersonal, andernfalls würden deutsche Abgeordnete in Zukunft „genauso behandelt“.

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Religiotie: Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand

Themenbild.
Themenbild.
Demo-für-alle-Sprecherin reagiert auf den Berliner Pädophilenskandal – Berliner Senat vermittelte Jugendliche an zuvor verurteilte Pädophile – Beverfoerde: Kentlers Geist ist virulent wie nie

kath.net

„Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand.“ Das fordert die Sprecherin und Koordinatorin des Aktionsbündnisses für Ehe und Familie – „Demo für alle“ –, Hedwig von Beverfoerde (Magdeburg), nach der Vorstellung einer Studie zu einem Pädophilenskandal um den Psychologen Prof. Helmut Kentler (1928–2008) am 2. Dezember in Berlin. Kentler-Schüler betrieben bis heute „mit Hochdruck die flächendeckende Einführung“ der von ihm begründeten Pädagogik.

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Papst vergleicht Leser von Skandalpresse mit Exkrementen-Essern

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat Desinformation und Skandal-Berichterstattung in den Medien scharf kritisiert

DER TAGESSPIEGEL

Papst Franziskus hat mit deutlichen Worten die Skandalpresse angeprangert – und deren Leser mit Menschen verglichen, die das Verzehren von Exkrementen sexuell befriedigt. „Ich denke, die Medien sollten klarer und transparenter sein und nicht, entschuldigen Sie den Ausdruck, in eine Koprophilie verfallen, die stets bereit ist, Skandale und widerliche Dinge zu verbreiten, so wahr sie auch sein mögen“, sagte der 79-Jährige in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem belgischen Magazin „Tertio“. „Und da die Menschen dazu tendieren, an Koprophagie zu leiden, kann das sehr gefährlich sein“, setzte der Papst hinzu. Während Koprophilie als meist sexuelles Interesse an Kot gilt, geht es bei Koprophagie um den Verzehr von Kot.

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Winter-Beerdigungen: Pfarrer sind Weicheier

Draußen liegt Schnee, das Thermometer steht auf minus fünf Grad. Und nun eine Beerdigung… Während die Trauergemeinde mit warmen Mänteln und Hüten zum Grab stiefelt, steht die Pfarrerin da und friert: Sie hat nur den Talar. Was können Pfarrer tun, um sich im Winter zu wärmen?

Von Anne Kampf | evangelisch.de

Ein dicker Schal, eine warme Pudelmütze, Fausthandschuhe mit Fell, die geringelten Wollsocken von Oma – geht alles nicht. Und sei es noch so kalt in der Kirche oder auf dem Friedhof. Die Kleiderordnungen der Landeskirchen lassen Pfarrerinnen und Pfarrern kaum Spielraum bei der Wahl der Kleidung: Vorgeschrieben sind der schwarze Talar, dazu ein weißes Beffchen, Kragen oder Krause; mancherorts sind je nach Anlass Chorhemden, Alben und Stolen erlaubt. Die Amtstracht soll Kompetenz zum Ausdruck bringen, Pfarrer sollen ihrer Rolle entsprechen auftreten, Haltung bewahren. Absolut ausgeschlossen sind daher auch Jacken und Mäntel über dem liturgischen Gewand. Wer leicht friert, kann einen dickeren Talar auswählen: Die Pfarrer-Tracht besteht fast immer aus Wolle, und die speichert Körperwärme.

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Krebs: Auslöser für Metastasen entdeckt?

Zellen eines metastasierenden Melanoms © Julio C. Valencia/ NCI/NIH
Zellen eines metastasierenden Melanoms © Julio C. Valencia/ NCI/NIH
Waffe gegen wandernde Krebszellen? Krebstumore benötigen offenbar bestimmte Fette, um Metastasen zu bilden. Denn einige ihrer Zellen tragen spezielle Fettsäure-Rezeptoren, mit deren Hilfe sie an Energie gelangen. Erhalten krebskranke Mäuse eine besonders fettreiche Kost, verstärkt dies ihre Metastasenbildung. Blockiert man dagegen diese Andockstellen, geht die Metastasierung deutlich zurück, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Diese Erkenntnis könnte nun neue Ansätze für Therapien liefern.

scinexx

Für Krebspatienten ist meist die größte Angst, dass der Tumor bereits gestreut hat und Metastasen nun auch andere Organe befallen. Das passiert, wenn sich einzelne Krebszellen aus dem Zellverband lösen, über Blut- oder Lymphbahnen auf Wanderschaft gehen und dann in anderes Gewebe eindringen. Dort können sie sich ansiedeln, teilen und auf diese Weise Tochtergeschwulste des ursprünglichen Tumors bilden.

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Erdogans Lehre an deutschen Schulen

Viele in Berlin lebende Türken wollen ihren Kindern Kenntnisse über ihr Herkunftsland vermitteln.Foto: Imago
Viele in Berlin lebende Türken wollen ihren Kindern Kenntnisse über ihr Herkunftsland vermitteln.Foto: Imago
An 150 Berliner Schulen unterrichten staatliche türkische Lehrer im Auftrag des Konsulats. Was im Unterricht vermittelt wird, kontrolliert niemand.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Der Einfluss des türkischen Staates auf Schüler in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich ausgeweitet. Sogenannte Konsulatslehrer unterrichten allein in Berlin an 150 Schulen – eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber 2007, wie eine Anfrage des Tagesspiegels bei der Berliner Bildungsbehörde ergab. Abgeordnete, Verbände und Wissenschaftler sehen diese Entwicklung mit Sorge, da seit dem Putschversuch in der Türkei nur noch regimetreue Lehrer arbeiten dürfen. Die Konsulatslehrer nutzen Räume an staatlichen deutschen Schulen und werden nicht kontrolliert. Sie unterrichten Heimatkunde und Türkisch.

„In Anbetracht der politischen Entwicklungen in der Türkei ist es angebracht, den Konsulatsunterricht an Berliner Schulen durch Lehrer aus der Türkei genauestens unter die Lupe zu nehmen. Alles, was integrationshindernd ist oder politischer Propaganda entspricht, darf nicht hingenommen werden“, sagte der Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu (Grüne) dem Tagesspiegel.

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Im Vatikan formiert sich ein Frauenverein

Die Gründerinnen des Frauenvereins im Vatikan am Tag der Unterzeichnung der Statuten, vor dem Governatorat - RV
Die Gründerinnen des Frauenvereins im Vatikan am Tag der Unterzeichnung der Statuten, vor dem Governatorat – RV
Erstmals haben Frauen im Vatikan sich zu einem Verein zusammengeschlossen. D.Va für „Donne in Vaticano“ will ein „Netzwerk der Freundschaft, des Austauschs und der Solidarität“ knüpfen sowie menschliches und berufliches Wachstum ermöglichen, teilte der Verein in einer Aussendung mit, die der vatikanische Pressesaal an diesem Mittwoch verbreitete.

Radio Vatikan

Mehr als 750 Frauen sind derzeit am Heiligen Stuhl und im Vatikanstaat beschäftigt, das entspricht knapp 20 Prozent aller Beschäftigten beim Papst. „Wir meinen, dass Frauen eine wertvolle Ressource an den Arbeitsplätzen und in allen Räumen des Lebens und der Aktivitäten im Vatikan sind“, so die Mitteilung. Geplant sind kulturelle, karitative und geistliche Angebote. Bestärkt fühle man sich vom Lehramt der Päpste, die „zu vielen Gelegenheiten Wertschätzung gegenüber den Frauen“ gezeigt hätten.

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Fast 600 offene Haftbefehle gegen Neonazis

Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Angaben des Bundesinnenministeriums zufolge sind in Deutschland knapp 600 Neonazis untergetacht, mehr als 100 von ihnen gelten als gewalttätig. Die Linkspartei sieht eine erhöhte Gefahr für neue rechtsterroristische Strukturen.

MiGAZIN

Hunderte kriminelle Neonazis sind in Deutschland offenbar untergetaucht. Wie der in Berlin erscheinende Tagesspiegel berichtet, lagen der Polizei am 10. Oktober des laufenden Jahres 598 Haftbefehle zu Personen vor, die als kriminelle Rechtsextremisten gelten. Die Haftbefehle richteten sich gegen 454 Männer und Frauen, heißt es in dem Bericht unter Verweis auf Angaben des Bundesinnenministeriums in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.

Dabei handelte es sich der Zeitung zufolge um verurteilte rechte Täter, die ihre Haftstrafe nicht antraten, sowie Tatverdächtige. 108 Untergetauchte gelten demnach als gewalttätig. Nicht alle gesuchten Rechten stünden wegen einschlägiger Szenedelikte in der Fahndungsliste.

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Studie: Gemeinsamer Gottesdienstbesuch mindert das Scheidungsrisiko

Gottes_Fanklub

Ehepaare, die regelmäßig gemeinsam den Gottesdienst besuchen, leben länger und sind seltener depressiv. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie sich scheiden lassen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Harvard-Schule für öffentliches Gesundheitswesen (Cambridge/US-Bundesstaat Massachusetts) mit dem Titel „Religion und Gesundheit: Eine Synthese“.

kath.net

Demnach ist die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung bei verheirateten Paaren, die regelmäßig gemeinsam in die Kirche gehen, bis zu 50 Prozent geringer, die, Depressionen zu bekommen, zu 30 Prozent geringer.

„Bei Religion geht es natürlich nicht in erster Linie um die Förderung der körperlichen Gesundheit oder darum, die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung herabzusetzen“, sagte Studienleiter Prof. Tyler J. VanderWeele. „Es geht um die Gemeinschaft mit Gott.“

Wie „besorgte Bürger“ Massenkriminalität von Ausländern belegen wollen

So soll der Eindruck geschaffen werden, dass Deutschland überzogen ist von einer massenhaften Kriminalität von Flüchtlingen und Migranten. Bild: heise.de/tp
So soll der Eindruck geschaffen werden, dass Deutschland überzogen ist von einer massenhaften Kriminalität von Flüchtlingen und Migranten. Bild: heise.de/tp
Mit einer Deutschlandkarte sollen von Politik und Medien angeblich nur als Einzelfälle thematisierte Vergehen von Flüchtlingen und Migranten dokumentiert werden, Sputniknews macht dafür Werbung

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Januar 2016 nach dem Gewaltausbruch während der Silvesternacht in Köln wurde das unappetitliche Projekt XYEinzelfall auf Twitter und Facebook gestartet mitsamt einer so genannten Einzelfall-Map oder der „Refugee/Migrant Crime Map of Germany 2016“. Es dürfte sich um „besorgte Bürger“ handeln, die sich – selbstredend anonym, auch wenn von FAZ-Blogger Don Alphonso lobend gegenüber den Gutmenschen hervorgehoben – aufgerufen fühlen, die angebliche Einseitigkeit der Berichterstattung über Flüchtlinge „gerade“ zu rücken und bedeutsam mit dem Finger zu zeigen: „So nicht!“

Gestrickt wird an der großen Bedrohung: „Meldungen über Übergriffe von Flüchtlingen / Migranten. Köln war nur die Spitze des Eisberges. Köln ist jeden Tag. “ Mit Blick auf die Morde in Freiburg und Mannheim sowie den nächsten Silvesterabend sieht man wohl wieder wachsende Aufmerksamkeit für generelle, undifferenzierte Ausländerfeindlichkeit.

Das dürfte auch bei der russischen Nachrichtenseite Sputniknews der Fall gewesen sein, die, als ob sie die gegen russische Staatsmedien gerichteten Propagandavorwürfe bestätigen wollte, kräftig Werbung dafür machte und mit der „Aktivistengruppe“ sprach.

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