Streit um Homöopathie bei Krankenkassen

Die Wirksamkeit von homöopathischen Globuli sind umstritten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Obwohl homöopathische Therapien laut großen Studien keine Wirkung besitzen, zahlen viele Krankenkassen sie. Damit müsse Schluss sein, fordern Kritiker.

Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup | Frankfurter Rundschau/dpa

Quecksilber, Pflanzenteile, Hundekot: Hochverdünnte Stoffe sollen Krankheiten heilen oder zumindest lindern können, glauben Anhänger der Homöopathie. Kaum eine Therapieform ist derart umstritten.

Viele Patienten versprechen sich eine sanfte Heilung durch die Zuckerkügelchen oder Tropfen, während Wissenschaftler warnen: Globuli besitzen keine Wirkung, sondern stellen nur eine Schein-Behandlung dar.

Kassen dürfen eigentlich nur die Kosten von anerkannt wirksamen Therapien erstatten, doch für Homöopathie und ähnliche Verfahren hat der Gesetzgeber Sonderregeln geschaffen. Sie müssen nicht in aufwendigen Studien ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen.

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Umweltverband: Viele Weihnachtsbäume mit Pestiziden belastet

Weihnachtsbäume sind nach Angaben von Umweltschützern häufig mit giftigen Pestiziden belastet.

evangelisch.de

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach eigenen Angaben die Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen: Bei 13 der analysierten Bäume sei das Labor fündig geworden, teilte der Umweltverband am Donnerstag in Berlin mit.

Insgesamt hätten die Labore bei dem Test neun verschiedene Pestizide nachgewiesen, sagte BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Fünf davon zählten „zu den gefährlichsten, die derzeit in der EU eingesetzt werden“. Am häufigsten wurde demnach das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt.

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El Salvador: Frau erleidet Totgeburt – und wird wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt

Teodora de Carmen Vásquez mit Justizbeamtinnen nach der Anhörung über eine Revision ihres Urteils in San Salvador. (Foto: AFP)
  • Direkt nach ihrer Niederkunft 2008 wurde Teodora del Carmen Vásquez in El Salvador verhaftet.
  • Ein Gericht verurteilte sie wegen Mordes an dem Kind – sie selbst sagt, sie habe eine Fehlgeburt erlitten.
  • Ihr Berufungsantrag nach zehn Jahren Haft wurde jetzt abgeschmettert – Vásquez muss wohl weitere 20 Jahre hinter Gittern bleiben.

Süddeutsche Zeitung

„Teodora del Carmen Vásquez war bei der Arbeit, als sie plötzlich starke Schmerzen spürte. Sie konnte noch den Notarzt rufen, dann verlor sie das Bewusstsein und erlitt eine Fehlgeburt. Während sie blutüberströmt dalag, kam die Polizei, legte ihr Handschellen an und nahm sie wegen Mordverdachtes fest.“

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Fracking schadet Ungeborenen

Fracking scheint die Entwicklung von Ungeborenen im Mutterleib zu beeinträchtigen. © Janulla/ thinkstock
Folgenschwere Gasförderung: In unmittelbarer Nähe von Fracking-Anlagen kommen Babys häufiger mit einem geringen Geburtsgewicht auf die Welt. Eine US-amerikanische Studie zeigt: Betroffene Kinder haben ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, mit einem Gewicht von unter 2.500 Gramm geboren zu werden – ein deutlicher gesundheitlicher Nachteil. Vermutlich sind die bei der umstrittenen Methode freiwerdenden Chemikalien schuld an dem Effekt. Der genaue Verursacher sei jedoch noch unklar, schreiben die Forscher.

scinexx

In den USA hat die Gasförderung durch das sogenannte Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Boom erlebt. Bei diesem Verfahren pressen Erdgasförderer einen Mix aus Wasser, Sand und Chemikalien in gashaltige Gesteinsschichten. Das Gestein bricht dadurch auf und so lassen sich auch ansonsten nicht lohnenswerte oder schwer zugängliche Gasvorkommen erschließen.

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Australien: Kommission zu Kindesmissbrauch spricht von „nationaler Tragödie“

Eine Kommission hat in Australien den sexuellen Missbrauch von Kindern untersucht. Das Ausmaß ist erschütternd: Geschätzt wird, dass etwa 60.000 Menschen Anspruch auf Entschädigung geltend machen könnten.

SpON

Fünf Jahre ermittelte eine offizielle Untersuchungskommission zum sexuellen Missbrauch von Kindern in Australien – nun hat sie ihren Abschlussbericht fertiggestellt. Der Leiter der Kommission, Peter McClellan, sprach von einer „nationalen Tragödie“ über Jahrzehnte hinweg. Dem Bericht zufolge wurden Zehntausende Kinder in mehr als 4000 Einrichtungen missbraucht, viele davon aus dem Bereich der katholischen Kirche.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind bereits seit längerer Zeit bekannt. Die Kommission war 2012 von der damaligen Premierministerin Julia Gillard eingerichtet worden. McClellan forderte, dass der Bericht konkrete Folgen haben müsse. „Es muss Veränderungen geben: in der Kultur, in der Struktur und in der Führungspraxis vieler Einrichtungen.“

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Ex-Priester als Wiederholungstäter vor Gericht

Er soll sich 21 Jahre lang an Kindern in halb Europa vergriffen haben. Dabei gab der Angeklagte sich als frommer Priester aus. Aber schon bei seiner Weihe in Polen ging es offensichtlich nicht mit rechten Dingen zu.

Radio Vatikan

Am kommenden Montag beginnt vor dem Deggendorfer Landgericht ein Missbrauchs-Prozess gegen den ehemaligen Priester. Die Umstände seien in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) an diesem Dienstag: Mehr als 100 Übergriffe auf Mädchen und Jungen sollen sich zwischen 1995 und 2016 in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Polen zugetragen haben. Dazwischen verbüßte der Angeklagte eine mehrjährige Haft und verlor sein Priesteramt, das er sich offenbar mit gefälschten Zeugnissen in Polen erschlichen hatte. Nach seiner Priesterweihe 1994 habe seine Wanderschaft durch mehrere europäische Länder begonnen.

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Belgien: Kreuze müssen aus den Räumen des Roten Kreuzes verschwinden

Aktion geschieht auf schriftliche Anordnung des Rot-Kreuz-Provinzverbandes Lüttich – Nicht zum ersten Mal fallen Untersektionen des Belgischen Roten Kreuzes durch Feindlichkeit gegenüber dem Kreuz auf

kath.net

Aus den Geschäftsräumen des Belgischen Roten Kreuzes in der Region Lüttich werden die Kreuze entfernt. Dies geschieht auf schriftliche Aufforderung des Rot-Kreuz-Provinzverbandes Lüttich. Darüber berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Ein Sprecher des belgischen Roten Kreuzes bestätigte gegenüber „idea“ diesen Vorgang. Er erläuterte, dass die Zweigstellen an die Grundprinzipien erinnert worden seien und deshalb gebeten worden waren, die Kreuze zu entfernen. Denn wegen des Grundsatzes der Neutralität fördere das Hilfswerk keine Darstellung religiöser Symbole, und Kreuze könnten den Anschein erwecken, dass man mit einer Religion in Zusammenhang stehe. „idea“ berichtete weiter, dass es von Ehrenamtlichen innerhalb des Lütticher Roten Kreuzes zu öffentlicher Kritik kommt.

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Lücke im Infektionsschutzgesetz: Ungeimpfte dürfen beim Gesundheitsamt arbeiten

Kreuzchen gemacht? Nicht immer.Foto: dpa
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes dürfen auch ohne Impfschutz arbeiten – was die Ausbreitung von Epidemien befördern kann. Ein bundesweites Problem.

Von Gerd Appenzeller | DER TAGESSPIEGEL

Durch einen Vorgang in Reinickendorf wurde nun eine offenkundige Lücke im Infektionsschutzgesetz bekannt: So müssen Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, die auch in Kontakt mit Neugeborenen, Schulkindern und kranken Personen kommen, weder geimpft sein, noch wird nach ihrem Impfstatus gefragt.

Während das Infektionsschutzgesetz für Mitarbeiter von Krankenhäusern, Kliniken und Arztpraxen, also allen Personen mit Patientenkontakten, eine Klärung des Impfstatus verlangt, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern, ist das für Mitarbeiter von Gesundheitsämtern nicht vorgesehen.

Personalrat stemmt sich gegen Impfflicht

Bei der Ausschreibung neuer Stellen schlug der Leiter des Reinickendorfer Gesundheitsamtes, Patrick Larscheid, vor, ungeachtet der Gesetzeslücke aus Gründen der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit nur Bewerber zu berücksichtigen, deren Immunität gegen Infektionskrankheiten entweder nachgewiesen wurde, oder deren Impfstatus geklärt war.

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Paragraf 219a ist eine Zumutung

Vor dem Amtsgericht Gießen demonstrieren Unterstützerinnen von Kristina Hänel für eine Abschaffung der Abtreibungsparagraphen. Quelle: picture alliance / Boris Roessle
Mit der Debatte um „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche kehrt die Debatte um das Selbstbestimmungsrecht der Frau zurück – endlich! Im Zentrum steht hier schließlich ein Paragraf von 1933.

Von Marlen Hobrack | DIE WELT

Schwanger, mit 19 Jahren. Ich erinnere mich sehr gut an den Moment, als ich nach langem, ungläubigem Starren auf den Schwangerschaftstest schließlich realisierte: Du bist schwanger. Als ich nach einigen Minuten aus der Schockstarre erwachte, zog mein bisheriges Leben, es mag absurd klingen, vor meinem geistigen Auge vorbei.

Ich suchte meine Frauenärztin auf. „Wir machen mal einen Ultraschall. Tests für zu Hause sind nicht sicher.“ Aber das Gerät war kaum eingeschaltet, da folgte die Bestätigung. Schwanger, ganz sicher. Da war ein Herzschlag. Während ich mich anzog, reichte mir meine Ärztin verlegen einen kleinen Zettel. „Da können Sie sich melden, wenn Sie etwas machen wollen. Wir machen das hier nicht.“

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Missbrauch: Jeder zehnte Sportler in den Niederlanden betroffen

Symboldbild Speerwerfer im Schatten – APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
Eine 2016 eingerichtete Kommission hat in Den Haag das erschütternde Ergebnis ihrer Untersuchung präsentiert.

Die Presse.com

Im niederländischen Sport gibt es einer Untersuchung zufolge sehr viele Fälle von sexuellem Missbrauch. Etwa zwölf Prozent der Sportler waren als Kind mindestens einmal Opfer von sexuellen Übergriffen, wie aus dem am Dienstag in Den Haag veröffentlichten Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission hervorgeht. Vier Prozent seien Opfer von schwerem Missbrauch oder Vergewaltigung gewesen.

Die Kommission war nach Bekanntwerden des Missbrauchskandals im englischen Fußball 2016 eingerichtet worden. In den Niederlanden hatte eine ehemalige Radrennfahrerin berichtet, dass sie als Kind mehrfach sexuell missbraucht worden war.

USA: Justizministerium beginnt Ermittlungen gegen Planned Parenthood

Quelle: digitaljournal.com
Die Verdachtsmomente gegen Planned Parenthood wegen Organhandels sind stark genug, um eine Untersuchung einzuleiten. Für Lebensschützer ist das eine lange erwartete gute Nachricht.

kath.net

Das US-Justizministerium hat eine offizielle Untersuchung der Planned Parenthood Federation of America (PPFA) eingeleitet. Diese soll klären, ob die Organisation Handel mit Organen und Gewebeteilen abgetriebener Babys betrieben hat. Im Jahr 2015 hatte die Lebensschutzorganisation „Center for Medical Progress“ (CMP) verdeckt gedrehte Videos veröffentlicht, die diesen Verdacht zumindest nahelegten.

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Protestanten in der Union: Werbeverbot für Abtreibungen nicht kippen

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU hat sich dagegen ausgesprochen, das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch zu streichen.

evangelisch.de

Der Bundesvorsitzende Thomas Rachel erklärte am Dienstag in Berlin, entsprechende Forderungen der Linkspartei, von SPD, Grünen und der FDP seien „ethisch hoch problematisch“. Das Werbeverbot gehöre zum Schutzkonzept für das ungeborene Leben. Ein Schwangerschaftsabbruch sei kein Eingriff wie jeder andere, erklärte Rachel.

Der EAK-Vorsitzende verwies auf die unabhängigen Beratungsstellen für Frauen in Schwangerschaftskonflikten. Sie erhielten dort alle notwendigen medizinische Informationen und Hilfsangebote. Rachel warnte vor einem erneuten Streit um das Abtreibungsrecht. Die gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch seien durch mühsame Kompromisse errungen worden. Diese durch eine Streichung des § 219a aufzukündigen wäre „verhängnisvoll“.

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Brain-Wave Treatment for Alzheimer’s Is Promising, but the First Human Subject Is Left Behind

Photo Credit: Coalition for Life Sciences
An Alzheimer’s patient sees improvement‚ but declines again when the study ends.

By Carolyn Weaver | Alternet

Peg Gleason, who is 83 and lives in San Francisco, was the first to sign up for the initial human trial of an MIT-backed experimental treatment for Alzheimer’s disease last January.

The trial had a slightly eccentric setting at the warehouse offices of TheraNova, a San Francisco-based medical-device developer. Seven days a week for seven months, until the study ended, Peg and her husband Ed, 85, were dropped off by Uber at a side door and taken to a small room inside an old metal vault.

The experimenters were “all very good and smart people, and they were all 32-and-a-half-years old,” Ed, a retired product manager for AT&T, joked.

“They put very large sunglasses on Peg with the lenses blacked out,” he said in a phone interview, in which Peg also participated. “[They] taped very small LED lights to them, so that when you put them on, all you saw were the four little lights on each lens. And they would be calibrated to flicker at 40 hertz.”

Along with the glasses, Peg was fitted with earphones that played a tone at 40 hertz, and pads on each hand that vibrated at that frequency. The treatment lasted an hour a day, with another 15 minutes for post-trial cognitive testing, and then the Gleasons were driven home.

The San Francisco experiment began last January, a month after Nature published an MIT study reporting that exposure to LED lights flickering at 40 hertz (40 cycles per second) was linked to a sharp reduction in beta-amyloid plaques—clumps of abnormal proteins—in the visual cortex of mice bred to develop an Alzheimer’s-like disease.

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Papst warnt katholische Krankenhäuser vor Gewinnstreben

Papst Franziskus will, dass auch Arme angemessene Pflege bekommen – AFP
Papst Franziskus warnt katholische Krankenhäuser vor einer Ausrichtung am Gewinnstreben. In seiner Botschaft zum kommenden Weltkrankentag am 11. Februar 2018 schreibt das Kirchenoberhaupt, eine „Betriebsmentalität“ katholischer Krankenhäuser versuche auf der ganzen Welt, „die Gesundheitspflege in den Bereich des Marktes eintreten zu lassen“ und dadurch Arme auszuschließen.

Radio Vatikan

„Die empathische Intelligenz und die Würde verlangen vielmehr, dass die Person des Kranken in ihrer Würde geachtet wird und immer im Mittelpunkt des Behandlungsprozesses gehalten wird“, so der Papst. Eine solche Grundhaltung müsse das gesamte christliche Personal katholischer Krankenhäuser auszeichnen.

Anerkennend äußert sich der Papst in seiner Botschaft über Menschen, die kranke Familienangehörige pflegen.

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U.N. Official Shocked and Horrified by Poverty in Rural Alabama

Photo Credit: Gustavo Frazao / Shutterstock

„I think it’s very uncommon in the First World.“

By Carlos Ballesteros | Newsweek/Alternet

A United Nations official investigating poverty in the United States was shocked at the level of environmental degradation in some areas of rural Alabama, saying he had never seen anything like it in the developed world.

„I think it’s very uncommon in the First World. This is not a sight that one normally sees. I’d have to say that I haven’t seen this,“ Philip Alston, the U.N.’s Special Rapporteur on extreme poverty and human rights, told Connor Sheets of AL.com earlier this week as they toured a community in Butler County where raw sewage flows from homes through exposed PVC pipes and into open trenches and pits.

The tour through Alabama’s rural communities is part of a two-week investigation by the U.N. on poverty and human rights abuses in the United States. So far, U.N. investigators have visited cities and towns in California and Alabama, and will soon travel to Puerto Rico, Washington, D.C., and West Virginia.

Of particular concern to Alston are specific poverty-related issues that have surfaced across the country in recent years, such as an  outbreak of hookworm in Alabama in 2017—a disease typically found in nations with substandard sanitary conditions in South Asia and Subsaharan Africa.

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Wenn wir im falschen Leben stecken

Der IQ der Mutter hat Auswirkungen auf die Intelligenz ihrer Kinder.
Verwirklichung. Die Kinder kluger Eltern sind nicht automatisch auch klug. Genau das wird von ihnen aber erwartet. Und zwingt sie in ein Leben fern ihrer Grundbedürfnisse und Kompetenzen.

Von Andrea Lehky | Die Presse.com

Mama und Papa haben es weit gebracht. Sie haben studiert und ihre eigenen Eltern karrieretechnisch weit hinter sich gelassen. Dasselbe erwarten sie von ihren Kindern. Weil, so die Logik, jede Generation klüger ist als die vorhergehende.

So wird es das nicht spielen, widerspricht der Schweizer Kinderpsychologe Remo H. Largo. Zwar wurden die Menschen in unserer westlichen Welt über die vergangenen Generationen immer intelligenter, im Schnitt um drei bis fünf IQ-Punkte pro Jahrzehnt. Das hatte aber keine genetische Gründe. Es lag an der kontinuierlich besseren Ernährung und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Jetzt sind auch die untersten Schichten so gut versorgt, dass keine Steigerung mehr möglich ist.

Für Ausreißerbegabungen geht es nun wieder bergab. Als Beweis führt Largo das Gesetz von Galton an, benannt nach dem 1911 verstorbenen Briten Sir Francis Galton, Cousin von Charles Darwin und Mitbegründer der Genetik. Diesem Gesetz zufolge tendiert jedes Merkmal zur „Regression zur Mitte“. Begabte Eltern haben damit nicht notwendigerweise auch begabte Kinder.

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«Wer sich das Leben nimmt, ergreift es»

Der Tod wird pathologisiert, dabei kann der Gedanke daran Trost spenden. La Santa Muerte – der Heilige Tod – wird in Mexiko angebetet. (Bild: José Luis Gonzalez / Reuters)
Mehr als 800 000 Menschen bringen sich pro Jahr weltweit um. Das sind mehr, als in Kriegen getötet werden. Der Philosoph Thomas Macho erklärt, was daran positiv sein soll.

Von Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Herr Macho, Sie schreiben in Ihrem neuen Buch «Das Leben nehmen», wir lebten in einer «suizidfaszinierten Welt». Ist unsere Gesellschaft nicht viel eher von ewiger Jugend fasziniert?

Beides gehört zusammen. Nehmen wir den Vampir Adam in Jim Jarmuschs Film «Only Lovers Left Alive»: Er leidet an der Unsterblichkeit und denkt sich daher einen raffinierten Suizid aus. Stephen King sympathisiert in seinen letzten Romanen mit der Idee, lieber einen rechtzeitigen und würdigen Tod zu sterben, als das Leben ewig zu verlängern. Die unheimlichen Pläne des Silicon Valley, dem Menschen das ewige Leben zu verkaufen, werfen ihre Schatten voraus.

Die Filme und Romane drücken also eine verbreitete, aber unbewusste Faszination für den Suizid aus?

Eine vorbewusste Faszination. Wir haben noch keine passenden Formen gefunden, um darüber zu reden. Der Jugendkult ist offensichtlich: Wir sprechen über unsere Fitness-Anstrengungen, über gesunde Ernährung und den Schönheitschirurgen, aber nicht über den mit dem Älterwerden wachsenden Wunsch nach dem Ende des Lebens. Die Kunst und die Philosophie dagegen tun das seit langem.

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Berlin macht Tempo beim Abtreibungsrecht

Berlin erhöht bei der Liberalisierung des Abtreibungsrechts das Tempo. Wenn alle Räder gut ineinandergriffen, werde die angekündigte Initiative des Bundeslandes noch in diesem Jahr in den Bundesrat eingebracht, sagte Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) dem Evangelischen Pressedienst.

evangelisch.de

Ziel der Initiative ist es, den Paragrafen 219a, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche verbietet, ersatzlos zu streichen. Allerdings wäre es aus seiner Sicht auch „kein Drama, die erste Bundesratssitzung 2018“ zu erreichen, sagte Behrendt. Für eine Einbringung noch in diesem Jahr müsste der Berliner Senat am Dienstag zustimmen, die letzte Sitzung der Länderkammer in diesem Jahr ist auf den 15. Dezember terminiert.

Behrendt stellte klar: „Wir wollen selbstverständlich keine Werbekampagnen für einen Schwangerschaftsabbruch. Aber wir sind der festen Überzeugung, dass das Strafrecht nicht nötig ist, um diese Werbung zu verhindern.“ Hier könnte auch im Ordnungswidrigkeitenrecht reagiert werden, wenn sich Auswüchse zeigten, betonte der Justizsenator.

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Krankenkasse will nicht mehr mit Kritikern über Homöopathie diskutieren

Völlig überraschend und kurzfristig hat eine der größten deutschen Krankenkassen ein bereits vor Wochen mit dem Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) vereinbartes Treffen über die Zukunft der Homöopathie-Erstattung durch die Krankenkassen abgesagt.

Pressemitteilung Informationsnetzwerk Homöopathie

Dr. Christian Lübbers, der den Dialog initiierte, sagt dazu: „Geplant war ein dreistündiges Gespräch mit der hohen Verwaltungsebene. Ein konstruktiver Meinungsaustausch sollte Pro und Contra der freiwilligen Homöopathie-Erstattung durch die Krankenkassen aufzeigen. Ein gemeinsames Abschlussstatement sollte den ethischen und moralischen Konsens fixieren und die Basis für weitere Schritte festhalten.“

Das INH bedauert, dass mit der Absage ein erster Schritt hin zu einer offenen Diskussion über Patientenerwartungen und Patientennutzen vertan ist. Die Resonanz der in den sozialen Medien u.a. auf Twitter unter dem Hashtag #KrankenkasseOhneHomöopathie angestoßenen Umfragen zeigt deutlich, dass der Wunsch nach Kostenübernahme für Homöopathie durchaus nicht so umfassend verbreitet ist, wie dies von Interessenvertretern der Homöopathie artikuliert wird. Im Gegenteil zeigte sich sogar, dass viele Patienten gern zu einer Krankenkasse ohne Homöopathie-Erstattung wechseln würden. Ein Überdenken der gegenwärtigen Situation erscheint daher gerechtfertigt insbesondere im Hinblick darauf, dass Homöopathie-Patienten entgegen den Erwartungen höhere Kosten verursachen.

Unverantwortlicher Umgang mit Versichertengeldern      

Krankenkassen in Deutschland übernehmen in zunehmendem Umfang die Kosten für Homöopathie und Homöopathika (z.B. Globuli) und werben oftmals auf ihren Webseiten und Veröffentlichungen aktiv für deren Anwendung. Dabei unterstellen sie – gegen die Beleglage – einen therapeutischen Nutzen. Das Informationsnetzwerk Homöopathie hat dies in vielfältiger Weise kritisiert, da hierin ein unverantwortlicher Umgang mit dem Geld der Versicherten zu sehen ist. Einerseits werden Therapien bezahlt, für die bislang kein therapeutischer Nutzen nachgewiesen werden konnte, andererseits steigen die Beiträge der Pflichtversicherten weiter und durchaus sinnvolle Maßnahmen müssen selbst bezahlt werden.

Dr. Natalie Grams, die Leiterin des INH, erklärt: „Die Erstattung von Homöopathie durch gesetzliche Krankenkassen verschafft dieser Scheintherapie öffentliche Glaubwürdigkeit und soziale Reputation! Dagegen trete ich – gerade als ehemalige Homöopathin – entschieden ein. Wir wollen eine Krankenkasse ohne Homöopathie, weil sonst Gelder des Solidarsystems für nachweislich Unwirksames ausgegeben werden. Auch wenn der Betrag nicht die Welt ist – auch dieses Geld wäre anderswo sinnvoller angelegt.“

Der geplante Termin wurde nun von der Krankenkasse abgesagt, ohne dass hierfür nachvollziehbare Gründe genannt worden wären. Dr. Norbert Aust, der Initiator des INH, fasst zusammen: „Wir bedauern die Absage außerordentlich, denn die von vielen Seiten zum Teil sehr emotional geführte Diskussion um die Homöopathie hätte davon profitieren können, wenn einzelne Parteien sich zu einem konstruktiven Gespräch hätten finden können. Insofern möchten wir die Hoffnung ausdrücken, dass es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nach kasseninterner Klärung der Positionen doch noch zu einem Gespräch kommen könnte. Wir stehen hierfür jederzeit zur Verfügung, werden sonst aber auch andere Wege finden, um unserer Position Nachdruck zu verleihen.“

Informationsnetzwerk Homöopathie, 06.12.2017

Dr. med. Natalie Grams

Gentherapie hilft Blutern

Bei Menschen mit Hämophilie funktioniert die Blutgerinnung nicht richtig. © Eraxion/ thinkstock
Hoffnung für Bluter: Forscher haben Hämophilie-Patienten erstmals erfolgreich mithilfe einer Gentherapie behandelt. Dank der experimentellen Behandlung haben die an einer speziellen Form der Erbkrankheit leidenden Probanden keine spontanen Blutungen mehr und müssen sich die ihnen fehlenden Gerinnungsfaktoren nicht mehr spritzen. Experten werten die Ergebnisse als großen Erfolg. Ob die Methode auch langfristig wirksam und sicher ist, muss sich jedoch erst noch zeigen.

scinexx

Wer von der Bluter-Krankheit Hämophilie betroffen ist, dessen Körper produziert wichtige Gerinnungsfaktoren nicht. Diese Proteine sorgen normalerweise dafür, dass bei Verletzungen entstehende Blutungen schnell gestoppt werden: Sie lassen das Blut verklumpen. Fehlen diese Proteine aber, funktioniert die Blutgerinnung nicht. Als Folge können spontane Blutungen an Gelenken und inneren Organen schwere Schäden auslösen – und schon kleinere äußere Verletzungen im Extremfall zum Verbluten führen.

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