Archiv der Kategorie: Gesundheit

Regensburger Domspatzen wollen Missbrauchsfälle aufarbeiten

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Knabenchor wurde lange von Papst-Bruder Georg Ratzinger geleitet


DIE WELT

Die Regensburger Domspatzen wollen sexuelle Übergriffe und körperliche Gewalt in dem weltbekannten Knabenchor von einem unabhängigen Gutachter aufklären lassen. In Zusammenarbeit mit der Opferorganisation Weißer Ring sei der Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber beauftragt worden, Missbrauchsfälle bei der Vorschule, dem Musikgymnasium, Chor und Internat der Domspatzen seit dem Jahr 1945 aufzuarbeiten, teilten der Knabenchor und das Bistum Regensburg am Montag mit. Der Anwalt soll binnen eines Jahres einen Bericht erstellen.

Drei Viertel der Hitzewellen sind hausgemacht

Hitzewellen sind schon jetzt häufiger – und das geht zum großen Teil auf unser Konto © freeimages

Selbst schuld? Forscher haben erstmals den menschlichen Anteil an aktuellen Wetterextremen beziffert. Ihr Ergebnis: Drei Viertel aller Hitzewellen weltweit und 18 Prozent aller Starkregen gehen auf unser Konto. Denn sie werden direkt oder indirekt durch den anthropogenen Klimawandel verursacht. Steigen die globalen Temperaturen weiter, wird sich auch der Anteil dieser hausgemachten Extreme weiter erhöhen, so die Forscher im Fachmagazin “Nature Climate Change”.


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Der Trend ist nicht mehr zu übersehen: Das Jahr 2014 brach erneut einen Wärmerekord, Hitzewellen häufen sich und vor allem in den Städten hat die Zahl der > deutlich zugenommen. Für die Zukunft sagen Klimaforscher selbst für gemäßigte Breiten dreimal mehr Hitzetote voraus.

Wie hoch ist unser Anteil?

Klar ist, dass Wetterextreme ein natürliches Phänomen sind – es hat sie schon immer gegeben. Klar scheint aber auch, dass sie zunehmen. Aber wie viel von diesen Extremereignissen gehen wirklich auf das Konto des anthropogenen Klimawandels? Das haben Erich Fischer und Reto Knutti von der ETH Zürich nun mit Hilfe von Methoden aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung untersucht.

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Odenwaldschule: Missbrauch ohne Ende

Die Odenwaldschule muss schließen, die Finanzierung für das umstrittene Institut ist nicht mehr sichergestellt- Foto: dpa

Das Aus für die Odenwaldschule ist ohne Alternative für eine Institution, die zur Täterorganisation geworden ist. Aber zum Jubeln gibt es keinen Anlass – die Gefahr besteht weiter.


Von Pitt von Bebenburg|Frankfurter Rundschau

Der sexuelle Missbrauch von Mädchen und Jungen hört nicht auf. Während Sie diesen Artikel lesen, erleiden Kinder und Jugendliche in Deutschland und anderen Staaten die Gewalttaten pädosexueller Täter. Einige der Opfer werden dabei fotografiert und gefilmt. Sie werden ein weiteres Mal gedemütigt, wenn diese Bilder im Internet verkauft werden.

Die Schließung der Odenwaldschule erinnert an dieses Leiden. Es fällt nicht schwer, sich über das Aus einer Schule zu freuen, die zur Täterorganisation geworden oder vielleicht sogar – noch schrecklicher – seit ihrer Gründung als solche angelegt war. Das gilt vor allem, weil sie auf das Bekanntwerden des Skandals nicht mit Aufarbeitung und Hilfe für die Opfer antwortete, sondern mit Vertuschung, Beschönigung und Taktiererei. Eltern und Ämter konnten gar nicht anders darauf reagieren, als Kinder lieber auf anderen Schulen anzumelden. Am Ende entstand aus dem moralischen Versagen ein finanzielles Desaster, das keine andere Möglichkeit als die Schließung ließ. Überraschend kam das für niemanden mehr, auch wenn sich die neue Leitung redlich mühte, durch Transparenz und Zuwendung zu retten, was nicht zu retten war. Es ist ein starkes Zeichen, dass eine Schule mit solcher Vergangenheit nicht damit durchkommt.

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6 Fakten über unseren Atommüll und dessen Entsorgung

Themenbild. Bild: brightsblog

Themenbild. Bild: brightsblog

Vor 20 Jahren, im April 1995, fand der erste Castor-Transport mit abgebrannten Kernbrennstäben in das Zwischenlager Gorleben statt. Wenig hat sich seitdem bei der Entsorgung des strahlenden Mülls getan, noch immer ist die Politik auf der Suche nach einem geeigneten Endlager.


Von Dirk Eidemüller|Spektrum.de

Als Atommüll bezeichnet man Reststoffe, die radioaktive Strahlung aussenden. Derartige Substanzen stammen aus einer Vielzahl von Quellen: In der Energiewirtschaft, Industrie, Forschung und Medizin werden radioaktive Substanzen verwendet und entstehen entsprechende Abfälle, die nach ihrer Gefährlichkeit klassifiziert werden: von schwach- über mittel- bis hin zu hochradioaktiv.

Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle existieren Endlager wie das Bergwerk Asse II bei Wolfenbüttel oder das Bergwerk Morsleben, in denen diese Stoffe bis zum Abklingen ihrer Radioaktivität sicher gelagert werden sollen. In beiden Salzstöcken traten jedoch in den vergangenen Jahren geologische Probleme wie Risse und Hohlräume auf, durch die Wasser sickert und die Fässer mit dem Atommüll durch Salzlauge angreift. Seit Jahren findet deshalb keine weitere Einlagerung mehr statt, beide Salzstöcke werden aufwändig stabilisiert und sollen dauerhaft stillgelegt werden.

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“Gene drive”: Erst Fakten schaffen, dann diskutieren?

Die Mücke Anopheles stephensi ist eine der Arten, die Malaria übertragen. Bild: CDC

Schon bald könnte es möglich sein, das Erbgut freilebender Tiere zu verändern. Wie involviert man eine desinteressierte Öffentlichkeit in die Diskussion um Nutzen und Risiken?


Von Volker Henn|TELEPOLIS

Gentechnisch manipulierte Mücken sollen die Ausbreitung von Malaria eindämmen, indem sie das Erbgut wildlebender Artgenossen verändern. Dank einer neuen Methode könnte bereits Ende dieses Jahres ein geeigneter Mücken-Stamm verfügbar sein. Setzt dieser Schritt eine längst überfällige öffentliche Diskussion in Gang? Oder erhöht er nur die Gefahr, dass sich die Methode unkontrolliert verbreitet? Wissenschaftler streiten um den richtigen Kurs.

“Mutagene Kettenreaktion” – bereits der Name deutet an, dass diese Methode Ereignisse in Gang setzt, die rasch außer Kontrolle geraten können. Es handelt sich dabei um eine genetische Manipulation von Fruchtfliegen, die effizient von einzelnen Tieren auf den ganzen Schwarm überspringt. Und das innerhalb kurzer Zeit: Ein manipuliertes Tier unter hundert Fliegen genügt, um nach zehn Generationen die gesamte Population zu verändern. Und sie funktioniert vermutlich auch in freier Natur.

Damit sind Forscher auf gutem Weg, bald einen “gene drive” verwirklichen zu können – den Austausch von Genen in einer wildlebenden Population. Die Folgen für die Umwelt wären schwer abschätzbar. Und so haben führende Wissenschaftler bereits im Juli letzten Jahres zu großer Vorsicht aufgerufen (“Gene drive” – ein Eingriff in das Erbgut frei lebender Organismen). Gefordert wurden ein behutsame Entwicklung der Methode, der Einbau von Kontrollpunkten und die Vorbereitung von Maßnahmen, die im schlimmsten Fall eine Rücknahme der genetischen Manipulationen erlauben. Und auch die Öffentlichkeit wurde in die Pflicht genommen: Sie soll sich an der Diskussion über Nutzen und Risiken beteiligen.

Dieser Appell könnte schon bald Makulatur werden. Die mutagene Kettenreaktion, entwickelt von den US-Forschern Valentino Gantz und Ethan Bier an der University of California in San Diego, kommt zumindest theoretisch der Umsetzung eines “gene drive” sehr nahe (Gantz und Bier, Science, März 2015: The mutagenic chain reaction: A method for converting heterozygous to homozygous mutations). Die Forscher benutzten daher auch strengste Sicherheitsmaßnahmen, um ein Entweichen der genmanipulierten Fliegen in die Umwelt zu verhindern. Die Methode selbst machten sie jedoch uneingeschränkt öffentlich: Die Publikation im renommierten Science-Magazins enthält alle Anweisungen und Protokolle, die eine einfache Reproduktion erlauben.

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Apostel Mussinghoff fordert Strafe für organisierte Suizid-Beihilfe

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Aachener Bischof: Alle organisierten Suizide sollten unter Strafe gestellt werden, um so zu verhindern, dass solche Angebote als normale gesellschaftliche Dienstleistungen wahrgenommen werden.


kath.net

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat die Ablehnung jeder Form der Beihilfe zur Selbsttötung bekräftigt. Es sei zu verurteilen, dass in Deutschland zunehmend Organisationen aktiv seien, die Unterstützung bei Selbsttötungen anbieten, sagte er in der Sendung «Das Geistliche Wort», die zum Abschluss der «Woche für das Leben» am Sonntag von 8.40 Uhr bis 8.55 Uhr auf WDR 5 gesendet wird. Um zu verhindern, dass solche Angebote als normale gesellschaftliche Dienstleistungen wahrgenommen werden, sollten alle organisierten Suizide unter Strafe gestellt werden, forderte der Bischof.

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Once Again: Mental Illness Doesn’t Predict Future Violence

Symbolbild.

Symbolbild.

The joys of living with mental illness in America circa 2015: One half of the ideological spectrum ​thinks you’re a psychiatry dupe and really just need to chill out and brighten up (and spend more money at Whole Foods), while the other half thinks your name should be on a bunch of lists because, clearly, you the mental illness sufferer are a threat to aviation, schools, and whatever else because just look.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

Fuck. The joys of living with mental illness in America circa 2015: One half of the ideological spectrum ​thinks you’re a psychiatry dupe and really just need to chill out and brighten up (and spend more money at Whole Foods), while the other half thinks your name should be on a bunch of lists because, clearly, you the mental illness sufferer are a threat to aviation, schools, and whatever else because just look. Fuck.

Well, a study out Friday from Northwestern University again confirms what shouldn’t need confirming: mental disorders do not predict violence. ​The NIH-funded report is published in the current Journal of American Academy of Child and Adolescent Psychiatry and is based on interviews with 1,659 youth who were at one time incarcerated at Chicago’s Cook County Juvenile Temporary Detention Center. Subjects were interviewed up to four times at intervals of three and five years post-incarceration.

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Dodo Müller: „Tötung unschuldiger Menschen im Mutter­schoß“

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Politiker und Geistliche kritisieren die massenhafte Abtreibung von gesunden Embryonen bei Mehrlingsschwangerschaften in Deutschland, den sogenannten Fetozid.


FOCUS ONLINE

Laut FOCUS gehen Experten von mehreren Hundert Fällen im Jahr aus, genaue Zahlen existieren jedoch nicht. CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe forderte im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS „eine belastbare Meldepflicht“. Es müsse klar sein „dass Fetozide bei Mehrlingsschwangerschaften unter den Paragraphen 218 fallen, damit wenigstens eine Beratung der Frau stattfindet“.

Der Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Leiter der Abteilung für Öffentliche Verantwortung, Friedrich Hauschildt, sagte gegenüber FOCUS, die Reduktion durch Fetozid sei ein „schwerwiegendes ethisches Dilemma“. Wenn die Mehrlingsschwangerschaft durch künstliche Befruchtung zustande komme, werde „dieses Dilemma oft in Kauf genommen“, da in der Regel mehrere befruchtete Eizellen eingepflanzt würden. Hauschildt: „Die EKD steht deshalb und aus weiteren Gründen der künstlichen Befruchtung kritisch gegenüber.“

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Virologe warnt vor gefährlichen tropischen Stechmücken

Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopictus). Bild. wikimedia.org/CC-BY-2.5

Die Tigermücke überträgt das Dengue-Fieber, der japanische Buschmoskito das West-Nil-Virus. Beide breiten sich derzeit in Deutschland aus. Tropenmediziner sind alarmiert.


DIE WELT

Insekten aus tropischen Regionen breiten sich nach Beobachtung von Forschern auch in Deutschland aus. “Die zwei wichtigsten invasiven Stechmückenarten, die uns Sorge bereiten, sind die Tigermücke und der Japanische Buschmoskito”, sagte der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Die Tigermücke, die das Dengue-Fieber übertragen kann, sei bereits in Bayern und Baden-Württemberg zu finden.

Der Japanische Buschmoskito habe sich noch sehr viel weiter ausgebreitet, so im Raum Köln/Bonn und sogar bis nach Hannover. Diese Mücke könne das West-Nil-Virus oder auch den Erreger für die Japanische Enzephalitis, eine Gehirnentzündung, übertragen.

Ursache der Entwicklung sei in erster Linie der interkontinentale Waren- und Reiseverkehr, nicht der Klimawandel, betonte Schmidt-Chanasit.

Superstition Is Making Beijing’s Air Pollution Even Worse

Chart: Nan Zhong

There are a lot of things contributing to the record-level air pol​lution suffocating the capital of China, but there’s one factor making an impact that you might not have considered: good, old-fashioned superstition.


By Kaleigh Rogers|MOTHERBOARD

After the Olympics in 2008 (during which Beijing cut its traf​fic in half by alternately banning odd-number-ending license plates and even-number-ending plates) the city introduced a longer term traffic ban based on the last number of each license plate. Every plate in the city ends with a number between 0 and 9, so each day during the workweek, two ending digits are banned from the road between 7 AM and 8 PM (on Monday, license plates ending in 1 and 6 are banned, for instance).

Here’s the problem: on one day of the week, the number 4 is banned. In Chinese numerology, the number 4 is very unlucky (it sounds a lot like the word death, so, understandably people avoid it). Because of this superstition, a lot of people reject license plates ending in 4.

So since there aren’t as many “4” cars registered in Beijing, the ban doesn’t take as many cars off the road as it does for other numbers. Nan Zhong, a PhD student in the sustainable development program at Columbia University, wanted to find out whether this makes a noticeable impact on the air quality, traffic congestion, and public health. Though her research has not been published in a peer-reviewed journal (Zhong told me she’s in the process of submitting it at a few publications), she presented her findings Thursday at the school’s symposium on sustainable development.

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Primas von Belgien wegen Fehlverhalten in Missbrauchsfall verurteilt

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Erzbischof von Brüssel muss Opfer Entschädigung zahlen


DIE WELT

Der Primas der katholischen Kirche in Belgien, André-Joseph Léonard, ist wegen eines Missbrauchsfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10.000 Euro zahlen, wie ein Gericht in Lüttich am Donnerstag entschied. Léonard habe es versäumt, nach Bekanntwerden der Vorwürfe Maßnahmen gegen einen pädophilen Priester einzuleiten, zitierte die Zeitung “Le Soir” aus der Urteilsbegründung.

“Zeugen Jehovas zerstören Menschenleben”

wachtturm„Ich bin der Ansicht, dass du ein Anrecht darauf hast, zu wissen, wie der Redaktionsalltag der ‘Paradies GmbH’ so aussieht. Das sind die Menschen, auf deren Führung du während des Weltuntergangs vertrauen sollst. […] Menschen, die behaupten, in Gottes Auftrag zu handeln. Menschen, die […] behaupten, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben […] Menschen, die keine Widerrede dulden und jeden Widerspruch mit sozialer Isolation bestrafen. Menschen, die Menschen sterben lassen, weil sie Prinzipien reiten.” (Misha Anouk, ehemaliger „Zeuge Jehovas” und Buchautor)


Von Dr. Sandra Maxeiner|The Huffington Post

Heute spreche ich mit einer der interessantesten Frauen, die ich bislang interviewen durfte: Mit der 61-jährigen Margit Ricarda Rolf. Couragiert und beherzt setzt sie sich für ein „Leben ohne Angst” ein. Sie kämpft als Gründerin und Leiterin der Mobbingzentrale für Mobbingopfer und Aussteiger und engagiert sich außerdem für Menschen, die die Zeugen Jehovas – jene umstrittene Glaubensgemeinschaft, die Misha Anouk in seinem Buch als „Paradies GmbH” bezeichnet – verlassen wollen.

Sie setzt sich ein für Menschen, die sich von den Zeugen belästigt fühlen oder für solche, die Gefahr laufen in deren Fänge zu geraten. Ricarda, die selbst 15 Jahre lang Zeugin Jehovas war, möchte, dass Menschen verstehen, dass dies keine harmlose Religionsgemeinschaft ist, sondern eine destruktive Sekte, die Familien und Menschenleben zerstört. Man spürt in jedem ihrer Worte, dass es ihr ein Herzensanliegen ist.

Erst jetzt, nachdem ich das Buch „Goodbye Jehova!” von Misha Anouk gelesen habe, ahne ich, warum es Ricarda so wichtig ist, dass Menschen ohne Angst leben können – tut die „Glaubensgemeinschaft” doch wirklich alles, damit das nicht möglich ist: Ihre „Jünger” leben ständig mit einem „Schleier der Sorge, der Angst, der Verantwortung, der sich über alles legt.”

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Forscher manipulieren Genom menschlicher Embryonen

Bild: merakname.com

Bild: merakname.com

Mitten in die Debatte um die ethischen Aspekte dieser Forschung platzt die Nachricht: Der erste Test einer neuen Hightech-Methode ist bereits erfolgt – mit durchwachsenem Ergebnis.


Von David Cyranoski, Sara Reardon|Spektrum.de

Lange hatte es nur Gerüchte gegeben, nun ist die Bestätigung offiziell: Ein Team chinesischer Forscher experimentiert mit der gezielten Veränderung von Genen in menschlichen Embryos. Das geht aus einer gerade erschienenen Veröffentlichung der Wissenschaftler hervor.

Die Studie im Fachmagazin “Protein & Cell” ist die weltweit erste Publikation über solche Experimente an menschlichen Embryonen. Erst vergangenen Monat hatten hochrangige Wissenschaftler eine Debatte über die ethischen Aspekte derartiger Forschungen angeregt.

Leiter der Studie war Junjiu Huang, der an der Universität Sun Yat-sen in Guangzhou an der Funktion von Genen forscht. Ethische Bedenken versuchten die Forscher zu zerstreuen, indem sie ausschließlich nicht lebensfähige Embryonen nutzten, die im Rahmen von künstlichen Befruchtungen entstanden waren.

Konkret versuchten die Wissenschaftler, das Gen zu verändern, das die manchmal tödliche Blutkrankheit β-Thalassämie auslöst. Dazu nutzten sie ein neuartiges Genmanipulationswerkzeug namens CRISPR/Cas9. Ihre Tests hätten nun gezeigt, dass dem medizinischen Einsatz dieser Technik erhebliche Hindernisse entgegenstehen, erklären die Wissenschaftler.

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Tabakunternehmen: Muslime sollten zum Rauchen verleitet werden

Nicht rauchen aus religiösen Gründen: Für die Tabakindustrie ein No Go. (Foto: Flickr/ no smoking by machechyp CC BY 2.0)

„Big Tobacco“ soll einen theologischen Krieg geführt haben, um das Rauchen in der muslimischen Welt zu fördern. Im Visier sollen die großen US-amerikanischen Tabakhersteller vor allem Frauen gehabt haben. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie.


Deutsch Türkische Nachrichten

Eine Überprüfung interner Dokumente der Tabakindustrie über mehrere zurückliegende Jahrzehnte hat ergeben, dass „Big Tobacco“ offenbar eine ganz gezielte Kampagne geführt hat. Nach Ansicht eines internationalen Forscherteams gab es eine perfide Botschaft: Nichtrauchen steht in Verbindung mit Extremismus.

Die Kampagne sei so weit gegangen, dass man eigene Anwälte anheuerte, um seine Propaganda gezielt zu verbreiten. Ihr Job sei es gewesen, theologische Argumente gegen islamische Führungspersönlichkeiten zu sammeln, die sich gegen den Tabakkonsum ausgesprochen hätten.

„Das Papier zeigt, wie die Industrie sich bemüht hat, die kulturellen Überzeugungen dieser Gemeinschaften zu verzerren und falsch zu interpretieren“, zitiert das Nachrichtenportal Daily Brew Kelley Lee, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Simon Fraser University und Co-Autorin der Studie. „Und das alles, um ein Produkt zu verkaufen, das die Hälfte seiner Konsumenten tötet.“

Gesundheitskampagnen gegen das Rauchen waren in den westlichen Ländern sehr erfolgreich. Doch mit dem Rückgang der Raucher in Nord-Amerika und Europa hätten sich die Zigarettenhersteller zunehmend den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zugewandt, heißt es weiter.

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Menschenversuche in Guatemala: Opfer klagen in den USA

Archivbild: John-Hopkins-Universität in den USA. / Bild: (c) Via Bloomberg News

Einige amerikanische Institutionen werden beschuldigt, mehr als 1500 Menschen ohne deren Einwilligung zu Forschungszwecken mit Geschlechtskrankheiten infiziert zu haben.


Die Presse

774 Opfer haben gegen mehrere amerikanische Institutionen wie die John-Hopkins-Universität und die Rockefeller-Stiftung in den USA wegen der Beteiligung an Menschenversuchen vor mehr als 50 Jahren in Guatemala Klage eingereicht. Das berichtete diese Woche die auf Lateinamerika spezialisierte Internet-Plattform “amerika21.de”.

Sie werden beschuldigt, in einem US-Regierungsprogramm zur Erforschung der Übertragung von Geschlechtskrankheiten von 1945 bis 1956 mindestens 1500 Menschen absichtlich und ohne deren Einwilligung mit Geschlechtskrankheiten infiziert zu haben. Unter den Opfern waren Sexarbeiterinnen, Gefangene, Soldaten, Waisenkinder und Patienten von psychiatrischen Krankenhäusern.

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Obama: “Klimawandel nicht mehr länger leugnen”

US-Präsident Barack Obama in den Everglades am Tag der Erde. / Bild: (c) APA/EPA/JOE SKIPPER (JOE SKIPPER)

Am Tag der Erde besuchte der US-Präsident den bedrohten Everglades-Nationalpark in Florida. Dort warnte er vor den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels.


Die Presse

US-Präsident Barack Obama hat zum Tag der Erde auf die Gefahren durch die Erderwärmung hingewiesen. “Der Klimawandel kann nicht länger geleugnet werden”, sagte Obama am Mittwoch bei einem Besuch im Everglades-Nationalpark in Florida. Die Erderwärmung führe zu heftigeren Stürmen und schlimmeren Dürreperioden.

Außerdem habe der Klimawandel auch wirtschaftliche Folgen, warnte Obama. So stelle der steigende Meeresspiegel eine Gefahr für die Tourismusindustrie in Florida dar.

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den Vereinigten Staaten ein politisch hoch umstrittenes Thema. Unter anderem sorgt die von Obama vorangetriebene drastische Begrenzung des CO2-Ausstoßes heimischer Kraftwerke für Unmut bei den Republikanern. Entsprechende Vorgaben will die Umweltschutzbehörde EPA im Sommer veröffentlichen.

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Studie: Kein Autismus durch Masern-Impfung

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Erneute Entwarnung: Die Angst vor einem erhöhten Autismus-Risiko von Kindern durch die Masern-Mumps-Röteln -Impfung ist unbegründet. Das belegt die bisher größte Studie dazu mit gut 95.000 Kindern. Sie zeigt erneut, dass unter den als Säugling geimpften Kindern nicht mehr Autismus-Fälle auftreten als bei den nichtgeimpften. Dies galt selbst in den Familien, in denen es bereits ältere Geschwister mit Autismus gab, wie die Forscher im Fachmagazin “JAMA” betonen.


scinexx

Das Gerücht, die Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfung (MMR) würde Autismus verursachen, kuriert seit Ende der 1990er Jahre. Auslöser war damals eine Veröffentlichung im Fachmagazin “The Lancet”, die sich hinterher nicht nur als falsch herausstellte, sondern sogar als teilweise auf gefälschten Daten beruhend. Seither haben zahlreiche Studien diesen vermuteten Zusammenhang wiederlegt.

Längst widerlegt – doch Ängste bleiben

Zudem weiß man heute, dass sich Indizien für einen Autismus bei den betroffenen Kindern schon lange vor der Impfung feststellen lassen: Sie zeigen unter anderem veränderte Hirnströme und ein stärkeres Kopfwachstum. Die auffallenden Symptome im Verhalten treten allerdings meist erst mit etwa eineinhalb bis zwei Jahren auf – und damit nach der MMR-Impfung. Deshalb hält sich die Angst mancher Eltern vor der Impfung hartnäckig – auch angeheizt durch Impfgegner.

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Wegen Missbrauchs-Vertuschung verurteilter Bischof tritt zurück

missbrauch_katholWegen Missbrauchs-Vertuschung verurteilter Bischof tritt zurück – Robert Finn wurde zu einem Symbol für das Versagen der US-Kirche im Umgang mit dem Missbrauch von Minderjährigen.


Von Thomas Spang|kath.net

Die Opfer sexueller Übergriffe von Priestern im Mittleren Westen der USA haben schon lange auf das Abdanken des umstrittenen Bischofs gewartet. Genauer gesagt vier Jahre, seit sie zusammen mit Katholiken des Bistums Kansas City-Saint Joseph in einer Petition öffentlich den Rücktritt von Robert Finn verlangten. Im Mai 2011 hatten die Behörden den Priester Shawn Ratigan festgenommen, auf dessen Computer sich Kinderpornografie fand, die dieser zum Teil selber produziert hatte.

Robert Finn, seit 2005 Bistumsleiter, und andere Verantwortliche in der Diözese kehrten Hinweise auf das kriminelle Treiben des Priesters fünf Monate lang unter den Teppich – obwohl sie aufgrund einer Welle kostspieliger Missbrauchsprozesse gegen das Bistum sensibilisiert sein mussten. 2008 versuchte Bischof Finn das Thema mit einer zehn Millionen Dollar schweren Einigung mit 47 Klägern aus der Welt zu schaffen.

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„Deepwater Horizon“: Die versteckte Katastrophe

BP has already paid out or set aside in penalties or compensation more than $43bn as a result of the Gulf of Mexico accident in which 11 workers died. Photograph: KPA/Zuma/Rex Features

Vor fünf Jahren havarierte die BP-Plattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Elf Arbeiter starben, in der Tiefsee strömten fast 500 Millionen Liter Öl aus. Erst in Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten werde sich die Natur vollständig erholt haben, erklärt die Tiefsee-Biologin Antje Boetius im Interview.


greenpeace magazin

Frau Boetius, wie sieht es fünf Jahre nach dem Deepwater-Horizon-Unglück am Grund des Golfs von Mexiko aus?
Es ist noch immer ein riesiges Gebiet verschmutzt, nur gibt es davon kaum Bilder, weil es sich um den tiefen Meeresboden handelt. Nach dem Unglück nahm man zunächst an, dass das Öl, das leichter als Wasser ist, nach oben steigt und sich an der Oberfläche absammeln lässt. Dann stellte sich heraus, dass die feinen Tröpfchen, die aus der Pipeline sprudelten, kaum Auftrieb hatten. Die Ölfahne zog in 1100 Metern Wassertiefe etwa hundert Meter über den Meeresboden.

Zudem wurde bei der Bekämpfung Chemie eingesetzt.
Man hat unvorstellbare Mengen Corexit eingeleitet. Die Menge hat noch einmal rund ein Prozent des ausgelaufenen Öls ausgemacht, schon dies allein entsprach einem größeren Chemieunfall. Aber das Lösungsmittel wurde gezielt eingesetzt, um das Öl schnell zu verdünnen. Es hat sich dadurch großflächig verteilt und ist in Flocken abgesunken. Als die Wissenschaftler dann endlich die Tiefsee untersuchen konnten, war das Entsetzen groß. Sie entdeckten Ölfilme auf weit entfernten Kaltwasserkorallenriffen, und der tiefe Meeresboden bleibt großflächig mit einer Art orangefarbenem Schleim bedeckt.

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Diet Pill Victim’s Mum: ‘Don’t Take This Drug’

skyNews

Fiona Parry warns others “it is an awful way to die” after her daughter Eloise took a lethal dose of pills bought on the internet.


SkyNews

The mother of a 21-year-old student who died after taking diet pills bought online has said she would not wish her daughter’s suffering on anyone.

Fiona Parry told Sky News doctors could do nothing to save her daughter Eloise after she took the tablets, believed to have contained a highly toxic industrial chemical.

She died on 12 April at the Royal Shrewsbury Hospital.

“My message would be please don’t take this drug, it is an awful way to die,” Mrs Parry said.

“They cause you to overheat, they cause your kidneys to fail, they are dreadful things.

“I wouldn’t wish this on anybody.”

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