Seine Vorhaut gehört ihm

Die Beschneidung von Jungen ist ein zentrales jüdisches Ritual. (Bea Kallo / dpa)
In Israel gibt es nichts, was es nicht gibt: Auch jüdische Eltern, die auf eine Beschneidung ihrer Söhne verzichten. Sie finden: Das soll unser Sohn später selbst entscheiden. Das wiederum irritiert die Mehrheit jüdischer Israelis. Denn die meisten sind überzeugt: Beschneidung macht den Juden.

Von Lisa Weiß | Deutschlandfunk

Es ist Nachmittag, auf dem Spielplatz im Osten Tel Avivs wimmelt es von Kindern. Der zweieinhalbjährige Nohav zupft seine Mutter am Ärmel – er will gerade unbedingt aufs Karussell.

Nohav, blonde Locken, grüne Augen, unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von vielen anderen israelischen Jungen, die hier zusammen spielen. Bis sie alle durch den Rasensprenkler laufen und die Mamas ihnen die nassen Hosen ausziehen. Dann fällt auf: Nohav ist der einzige Junge hier, der nicht beschnitten ist. Dabei sind auch seine Eltern jüdische Israelis. Für seine Mutter Mor Cohen war schon in der Schwangerschaft klar: Sie wird ihren Sohn nicht beschneiden lassen.

„Ich hatte Glück, dass mein Partner sofort verstanden hat, was ich meinte, als wir darüber gesprochen haben. Er hatte davor nie darüber nachgedacht, aber sobald wir wussten, dass es ein Junge wird, habe ich ihm gesagt, dass wir das nicht tun sollten. Und im Gegensatz zu meinen Freunden habe ich nicht lang gebraucht, um ihn davon zu überzeugen.“

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Umweltgifte schon bei den Indianern

Durch mit Bitumen abgedichtete Gefäße könnten die Chumash-Indianer schon vor Jahrtausenden giftige Kohlenwasserstoffe aufgenommen haben. © Jllm06/ CC-by-sa 3.0
Schleichende Vergiftung: Schon vor tausenden von Jahren waren Indianer an der US-Westküste schädlichen Kohlenwasserstoffen ausgesetzt. Denn sie nutzten für die Abdichtung von Gefäßen und Kanus häufig Bitumen – einen dem Erdöl ähnlichen Naturasphalt. Wie hoch die Belastung von Luft und Nahrung dadurch war, haben Forscher nun durch experimentelle Archäologie ermittelt: Sie produzierten und nutzten die Bitumengefäße genauso wie die Indianer.

scinexx

In unserer modernen Umwelt kommen wir nahezu überall mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Kontakt. Sie stecken in Erdölprodukten wie Benzin, Diesel oder Asphalt, aber auch in vielen Plastikprodukten und sogar in Kleidung. PAKs werden zudem beim Verbrennen von Müll und Plastik frei, sowie beim Tabakrauchen. Das Problem: Viele PAKs sind giftig und stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu stören, Organe und das Gehirn zu schädigen und Krebs auszulösen.

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Human Echolocation Isn’t Just For the Blind

Image: Simon James/Flickr
Bats and marine mammals have acoustic navigation down, but humans are learning quickly too.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Bats and dolphins are famous for their ability to orient themselves by bouncing sound waves off of objects in their environment, an adaptation called echolocation. But some visually impaired people have also learned to navigate the world this way. One notable example is Daniel Kish, who lost his eyes to cancer as an infant and has since become the world’s most visible advocate of human echolocation.

Kish, who has embraced his reputation as „a real-life Batman“ has trained hundreds of students to use clicks or other noises to develop a sonar-like acoustic sight.

Meanwhile, neuroscientists have amassed a fascinating body of work indicating that these sound-based snapshots are processed within the visual cortex. When one sensory organ closes, it seems, other pathways open to compensate.

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Vatikan schließt pädophilen Kapuziner aus Orden aus

Mit der Maßnahme des Vatikan ist der 77-Jährige kein Mitglied des Ordens und kein Priester mehr. Er hatte sich zahlreicher sexueller Übergriffe an Dutzenden Kindern schuldig gemacht.

katholisch.de

Wegen Kindesmissbrauchs hat die vatikanische Glaubenskongregation den Kapuziner Joel A. von seinen Ordensgelübden entbunden und aus dem Klerikerstand entlassen. Das teilte die Schweizer Kapuzinerprovinz am Freitag mit. A., der sich zahlreicher sexueller Übergriffe an Dutzenden Kindern schuldig gemacht hat, ist damit nicht mehr Mitglied des Kapuzinerordens und kein Priester mehr.

Der Orden wolle den 77-Jährigen, der inzwischen krank und gebrechlich sei, aber „nicht einfach auf die Straße stellen“, hieß es. Gemäß den Anforderungen des Evangeliums nach Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gewähre man ihm weiter Unterkunft in einem seiner Häuser.

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Wilhelm von Humboldt: „Wir können nicht denken, ohne zu fühlen“

Wilhelm von Humboldt – Lithographie von Franz Krüger.FOTO: WIKIMEDIA
Wilhelm von Humboldt, der vor 250 Jahren geboren wurde, als Pionier der Geschlechterforschung? Sexualmediziner Klaus M. Beier erklärt, warum Humboldt für sein Fach interessant ist.

Von Dorothee Nolte | DER TAGESSPIEGEL

Herr Beier, warum finden gerade Sie als Sexualmediziner Wilhelm von Humboldt interessant? Die Wilhelm-von-Humboldt-Stiftung, die Sie gegründet haben, widmet sich der Sexualwissenschaft.

Schon Iwan Bloch, einer der Väter der Sexualwissenschaft, hat sich an Wilhelm von Humboldt orientiert und bewundernd hervorgehoben, dass dieser eine „Geschichte des Hetärentums“ – also der Prostitution – schreiben wollte, die Bloch dann 1914 selbst verfasst hat. Und es trifft auch zu: Humboldt hat in seinen Aufsätzen über den Geschlechtsunterschied Thesen aufgestellt, die noch heute Bestand haben. Demnach ist der Geschlechtsunterschied der allererste, grundlegende Unterschied, an dem Menschen ihre Begrenztheit erfahren: Dem einen Geschlecht anzugehören, bedeutet, von einer „gewissen Anzahl“ an Merkmalen des anderen Geschlechts ausgeschlossen zu sein. Differenzen sind aber aus seiner Sicht etwas Positives, nämlich die Voraussetzung für die Hervorbringung des Neuen. Die Begrenztheit lässt sich durch respektvollen Dialog überwinden, die Erweiterung erfolgt durch den jeweils anderen. Das ist alleine nicht zu schaffen: Wir sind auch neurobiologisch auf Bindung programmiert, das prägt nicht nur unsere Sexualität, sondern auch unsere Wahrnehmung der Welt und unser Denken.

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Polen: Geldstrafen für Verweigerung der Impfung

In den letzten Jahren verbreitet sich in Polen ein beunruhigender Trend, Kinder nicht impfen zu lassen. Die vermeintlichen gesundheitlichen Folgen – die meistens nicht auf der Wahrheit beruhen – erschrecken immer mehr Eltern. Für die Verweigerung der Impfungen drohen Geldstrafen, ein Ehepaar wurde sogar von einem Arzt vor Gericht gebracht.

Von Dorota Rędzikowska | POLEN HEUTE

Wenn ein Kind zur Welt kommt, soll es in den ersten 24 Stunden seine ersten, obligatorischen Impfungen bekommen. Sollten die Eltern das verweigern, tragen die Ärzte das in eine Liste ein, die später an das Ordnungsamt (Sanepid) weitergeleitet wird. Sanepid kontaktiert zunächst die Eltern und versucht, sie mit Infomaterialien von den Impfungen zu überzeugen. Sollte dies nicht helfen, werden Mahnungen geschickt und den Eltern kann eine Geldstrafe auferlegt werden.

Die Geldstrafen können einmalig bis 10.000 Zloty (etwa 2.500 Euro) betragen. Diese kann allerdings auch mehrmals auferlegt werden, so dass der maximale Betrag sich auf 50.000 Zloty (etwa 12.000 Euro) belaufen kann. Doch die meisten Geldstrafen variieren zwischen ein paar Hundert und 5.000 Zloty (etwa 1.200 Euro). Diese Strafen sollen ein starker Anreiz sein, das Kind impfen zu lassen. Viele Eltern verzichten trotzdem auf die Impfungen der Kinder.

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Polen schränkt Zugang zu „Pille danach“ ein

Das polnische Abtreibungsrecht ist so restriktiv wie fast nirgendwo sonst in Europa. – REUTERS
Das Medikament ist nur mehr auf Rezept erhältlich. Die nationalkonservative Regierung hat bereits staatliche Mittel für künstliche Befruchtung gestrichen.

Die Presse.com

Die nationalkonservative Regierung in Polen hat den Zugang zu der „Pille danach“ eingeschränkt. Präsident Andrzej Duda unterzeichnete am Freitag das im Mai vom Parlament verabschiedete Gesetz, nach dem es Pillen zur Geburtenkontrolle nur noch auf Rezept gibt. Seit 2015 war die „Pille danach“ in Polen für über 15-Jährige frei erhältlich.

Die seit November 2015 amtierende Regierung in Warschau hat bereits staatliche Mittel für In-Vitro-Fertilisation und andere Formen der künstlichen Befruchtung gestrichen. Im vergangenen Jahr versuchte sie, Schwangerschaftsabbrüche fast vollständig zu verbieten. Diese sollten künftig nur noch erlaubt sein, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist.

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Shocking photos show how Britain and America used to sterilise ‚undesirable‘ people

The facial characteristics of a Tibetan man are measured in 1938 (Photo: Public Library/News Dog Media)
Before the horrors of the Holocaust there were supporters of ‚cutting out‘ certain traits across the world

By Tom Davidson | Mirror

Photos have emerged which show the horrific heyday of the Eugenics movement where „undesirable“ people in Britain, America and parts of Europe were sterilised.

Decades before the atrocities of Nazi Germany, eugenics, where „desirable“ human traits were sought out, had advocates across the world.

Following the publishing of Charles Darwin ’s ‚On the Origin of Species‘ in 1859 a craze of eugenics spread through Britain, Europe and the United States.

Supporters of eugenics enjoyed success in the early 20th century and claimed traits such as dwarfism, deafness and even minor defects like a cleft palate could be wiped out of the gene pool.

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A convicted criminal named Albert Smit has his head measured in Netherlands in 1896 (Photo: Public Library/News Dog Media)

Verweiblicht durch Paracetamol?

Nimmt die Mutter in der Schwangerschaft Paracetamol, dann könnte dies Spätfolgen beim Kind hervorrufen. © janula/ thinkstock
Subtile Spätfolgen: Wenn schwangere Frauen das Schmerzmittel Paracetamol einnehmen, könnte dies langfristige Folgen für ihr Kind haben. Denn das Mittel stört offenbar die Testosteron-Produktion beim Fötus, wie Versuche mit Mäusen belegen. Als Folge waren Sextrieb und maskulines Verhalten beim männlichen Nachwuchs gehemmt, bei Weibchen stieg das Risiko für Unfruchtbarkeit. Ähnliches könnte auch beim Menschen der Fall sein, meinen die Forscher.

scinexx

Paracetamol gehört zu den beliebtesten frei verkäuflichen Schmerzmitteln – und in der Schwangerschaft sogar als das Mittel der Wahl. Denn vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel können andere Mittel wie Ibuprofen Fehlbildungen beim Ungeborenen fördern. Doch auch Paracetamol ist nicht ohne: Schon bei geringer Überdosierung kann es die Leber schädigen und es steht im Verdacht, bei längerer Einnahme Asthma und Allergien zu fördern.

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Ist Parkinson eine Autoimmun-Krankheit?

Ist ein fehlgeleiter Angriff des Immunsystems auf die Gehirnzellen mitschuld an Parkinson? © Eraxion/ thinkstock
Angriff aufs eigene Gehirn: Möglicherweise steckt hinter der Parkinson-Krankheit eine Autoimmunreaktion. Denn die Immunzellen betroffener Patienten greifen ein auf den Hirnzellen vorkommendes Protein an, wie nun eine Studie belegt. Diese fehlgeleiteten Angriffe könnten zumindest mitschuld am Niedergang der Hirnzellen bei Parkinson sein, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Sollte sich dies bestätigen, würde dies neue Diagnose- und Therapiewege eröffnen.

scinexx

Parkinson ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen – und bisher nicht heilbar. Zwar kann die tiefe Hirnstimulation die Symptome lindern, die fortschreitende Zerstörung der dopaminproduzierenden Hirnzellen kann aber bisher keine Therapie aufhalten.

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Sex hält geistig fit

Wer auch imn Alter noch sexuell aktiv ist, tut auch seinem Gehirn etwas Gutes. © Shironosov/ thinkstock
Sex gegen geistigen Abbau? Sexuelle Aktivität im Alter kann die geistigen Leistungen fördern, wie eine Studie nun belegt. Dabei schnitten Senioren, die regelmäßig Sex hatten, bei Tests ihres verbalen und visuellen Gedächtnisses besser ab als sexuell nicht aktive Teilnehmer. Ob dies soziale, psychische oder physiologische Ursachen hat, ist bisher nicht geklärt. Nach Ansicht der Forscher bestätigt dies aber frühere Ergebnisse, nach denen Sex im Alter insgesamt die Gesundheit fördert.

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Sex ist ein Urinstinkt – kein Wunder, hängt von der erfolgreichen Fortpflanzung doch das Weiterbestehen unserer Art ab. Deshalb sorgt die Natur dafür, dass bei Erregung ein ganzer Cocktail an Hormonen ausgeschüttet wird, darunter neben den Geschlechtshormonen auch Glücklichmacher wie Endorphine und Dopamin, sowie das Kuschelhormon Oxytocin. Gleichzeitig arbeiten Kreislauf, Herz und Stoffwechsel auf Hochtouren.

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Hitze bedroht 75 Prozent der Weltbevölkerung

Ab 37 Grad Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit wird es für den menschlichen Körper kritisch… © Tomwang112/ thinkstock
Tödliche Hitze: Geht der Klimawandel so weiter, werden knapp 75 Prozent der Weltbevölkerung bis 2100 regelmäßig lebensbedrohlichen Hitzewellen ausgesetzt sein, wie Klimaforscher prognostizieren. Betroffen sind besonders die Tropen, aber auch große Metropolen in den gemäßigten Breiten. Das Beunruhigende: Selbst bei drastischem Klimaschutz steigt die Zahl der exponierten Menschen auf rund die Hälfte der Weltbevölkerung an, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ prognostizieren.

scinexx

Dass mit dem Klimawandel auch die Hitzewellen zunehmen werden, ist nichts Neues: Schon jetzt häufen sich in vielen Regionen der Erde die Wärmerekorde und „Jahrhundertsommer“. In 50 Jahren könnten solche Wetterextreme sogar zur Regel werden. Forscher prognostizieren, dass die zunehmende Hitze weite Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas unbewohnbar machen könnte.

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Wir sind einzigartiger als wir glauben

Bild: 4ever.eu
Einflussreiche Unterschiede: Dass sich das Erbgut von Mensch zu Mensch unterscheidet, ist nichts Neues. Eine Studie zeigt nun jedoch: Der Einfluss dieser genetischen Variationen scheint weitaus stärker zu sein als bisher angenommen. Denn durch sie unterscheiden sich die Proteine zweier Menschen im Mittel um 20.000 Bausteine – und diese Varianten beeinflussen die Funktion dieser Eiweiße erheblich, wie die Simulationen der Forscher offenbaren.

scinexx

Unsere genetische Betriebsanleitung umfasst drei Milliarden Buchstaben und würde ausgedruckt einige Bücher füllen. Dennoch passt sie bequem in die kleinste Einheit unseres Organismus: in unsere Zellen. Dort dient die DNA als Bauplan, nach dem Aminosäuren zu Proteinen zusammengesetzt werden – biologische Moleküle, die im menschlichen Körper für Stoffwechsel, Wachstum und Regeneration sorgen. Ohne sie würde keine einzige unserer Zellen funktionieren.

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«Warum braucht ein lebensmüder Mensch eine Lizenz zum Sterben?»

Eine Kommission soll prüfen, wie die Abgabepraxis von Sterbemitteln liberalisiert werden kann. Das hat die Deutschschweizer Sektion der Sterbehilforganisation an ihrer jährlichen Generalversammlung beschlossen.

Von Lena Schenkel | Neue Zürcher Zeitung

Sollen auch gesunde, lebensmüde alte Menschen in den Freitod begleitet werden können? Mit dieser Frage haben sich am Samstag rund 500 Mitglieder von Exit Deutsche Schweiz an ihrer jährlichen Generalversammlung in Zürich befasst. Eine 13-köpfige Gruppe von langjährigen Exit-Mitgliedern rund um den ehemaligen Leiter ihrer Geschäftsprüfungskommssion Klaus Hotz und den ehemaligen Präsidenten Werner Kriesi hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, der bereits im Vorfeld der GV für mediales Aufsehen gesorgt hatte.

Dabei hatte Exit sein Bestreben, den sogenannten Altersfreitod zu enttabuisieren, bereits vor drei Jahren in seinen Statuen verankert und sich vor sechs Jahren ebendort für einen erleichterten Zugang zum Sterbemittel Natrium-Pentobarbital (NaP) ausgesprochen, jeweils mit hoher Zustimmung ihrer Mitglieder.

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Gentherapie: „Das Menschsein wird sich verändern“

foto: raj k. raj/ getty images Siddhartha Mukherjee ist ein amerikanischer Arzt mit indischen Wurzeln. Er ist Forscher am Columbia University Center. Für sein Buch „Der König aller Krankheiten“ wurde er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Mukherjee lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in New York.

Die Möglichkeit, das menschliche Genom manipulieren zu können, ist ein Wendepunkt, warnt der Arzt, Genforscher und Bestsellerautor Siddhartha Mukherjee

derStandard.at

STANDARD: Sie sind Onkologe. Warum haben Sie dieses für Laien verständliche und spannende Buch über Gene geschrieben?

Mukherjee: Wir leben in aufregenden Zeiten. Seit vielen Jahren arbeiten Wissenschafter daran, das Genom nicht nur lesen, sondern es auch interpretieren zu können. Wir sind aber an einem Punkt, an dem wir mit von uns entwickelten Technologien in den Bauplan des menschlichen Lebens eingreifen können. Das ist ein Wendepunkt. Es wird das gesamte Menschsein verändern.

STANDARD: Inwiefern?

Mukherjee: Es ist wie eine Maschine, die plötzlich selbstständig zu denken beginnt und, möglicherweise ohne dass man eingreifen kann, ihr Programm verändert.

STANDARD: Das klingt beängstigend.

Mukherjee: Es ist, als ob man die Evolution an den Hörnern packt und versucht, eine Bestie zu reiten. Wir wissen nicht, was passieren wird. Es gibt eine Unzahl ungeklärter Fragen, die das Leben jedes Einzelnen beeinflussen könnten. Was ist machbar, was ethisch vertretbar? Wer soll Grenzen setzen? Solche Entscheidungen sollten nicht von ein paar Eingeweihten getroffen werden. Jeder sollte mitreden können. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben.

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Increasing Pharma Profits Come from Price Bumps, Not New Drugs

Image: MOTHERBOARD
When Martin Shkreli made news in 2015 for jacking the price of Daraprim, a drug used to prevent certain parasitic infections in HIV patients, from $13.50 per pill to over $750 per pill he was basically cast as a comic book villain. A craven boyman cashing in on the needs of the sick. He became an outlier, a pharma celebrity posed in relief to an industry that otherwise remained faceless.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

Shkreli wasn’t really an outlier though. He was just a part of the pharma continuum. In the pharmaceutical industry, some 80 percent of the growth in profits in 2015 are attributable to price increases rather than new drugs. This is according to a new op-ed in Stat from Robin Feldman, director of the Institute for Innovation Law at UC Hastings College of the Law and a frequent patent law commentator. Feldman is currently pitching a new book: Drug Wars: How Big Pharma Raises Prices and Keeps Generics Off the Market.

„Between 2010 and 2014, prices for the 30 best-selling drugs in the U.S. rose eight times faster than inflation,“ Feldman writes. „Americans bear the brunt of these increases. For example, the liver failure drug Syprine, which costs less than $400 a year in some countries, has a list price around $300,000 in the United States.“

In the US, the difference between an affordable drug and otherwise is mostly determined by whether or not a generic version of the drug exists. If it does not exist, then the drug manufacturer can basically charge whatever it wants. If it does exist, competition invariably drives the price down. So, the task of the drug maker is delaying for as long as possible the introduction of the generic drug. Drug companies have made an art of this.

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Pfarrer sitzt im Aargau wegen Kindesmissbrauchs in U-Haft

Das Strafverfahren sei nach der Anzeige eines Betroffenen eingeleitet worden. Der 68-jährige Beschuldigte legte ein Teilgeständnis ab.

Die Presse.com

Ein reformierter Pfarrer ist im Kanton Aargau wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern verhaftet worden. Der 68-jährige Beschuldigte sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft. Er legte ein Teilgeständnis ab.

Der Verhaftete war in diversen reformierten Kirchengemeinden in den Kantonen Aargau, Solothurn und Schwyz tätig.

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Viele Massentierhalter bekommen EU-Gelder, obwohl sie nachweislich das Grundwasser verschmutzen

Masthähnchen in einem Stall in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: dpa
Eine Reform der widersprüchlichen Agrarpolitik wäre dringend nötig, doch ausgerechnet Deutschland blockiert durch das CSU-geführte Agrarministerium umfassende Verbesserungen.

Von Justus von Daniels, Stefan Wehrmeyer | greenpeace magazin

Sie haben riesige Tierställe für tausende Schweine oder Hühner: Massentierhalter wie der Geflügelmäster WIMEX bei Köthen in Sachsen-Anhalt. Messungen des Grundwassers im unmittelbaren Umkreis der Hühnerfarm zeigen einen deutlich erhöhten Nitratwert. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass WIMEX großzügige Subventionen von der EU erhält.

WIMEX ist nur ein Beispiel von vielen. Das Recherchezentrum CORRECTIV ist der Frage nachgegangen, welche Bauern besonders hohe EU-Agrarsubventionen erhalten und welche dieser Massenbetriebe viel umweltschädliches Ammoniak ausstoßen – das als Nitrat ins Grundwasser gelangt. Das Ergebnis der Datenauswertung: Die EU fördert die Hälfte aller großen Massentierhaltungsbetriebe aus öffentlichen Geldern, obwohl diese einen großen Anteil zur Nitratbelastung des Grundwassers beitragen.

In Sachsen-Anhalt beispielsweise erhalten 20 Massentierhalter je 100.000 Euro und mehr an jährlichen Zahlungen aus Brüssel. Gleichzeitig fällt bei diesen Betrieben weit mehr Ammoniak und Gülle an, als die Natur in der unmittelbaren Umgebung vertragen kann.

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Zen-Priester gesteht Missbrauch von sieben Jungen

Prozessbeginn in Augsburg: Dem Zen-Priester wird mehrfacher sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. (Foto: dpa)
  • Die Opfer sollen zwischen vier und 13 Jahre alt gewesen sein.
  • Vor dem Landgericht in Augsburg geht es zudem um mehrere Tausend kinderpornografische Fotos und Videos.
  • Dem Mann drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Süddeutsche.de

Als Zen-Priester war er ein charismatischer und angesehener Geistlicher. Doch er hat seine Position dafür missbraucht, sich über viele Jahre hinweg reihenweise sexuell an Kindern zu vergehen. Dem Mann werden in der Anklage fast 30 Fälle vorgeworfen, fünf davon stuft die Staatsanwaltschaft als schweren sexuellen Kindesmissbrauch ein. Dem Geistlichen drohen damit bis zu 15 Jahre Gefängnis, er sitzt bereits seit Juli 2016 in Untersuchungshaft.

Am Freitagmorgen erschien dann ein gebrochener, stark zitternder Mann vor dem Augsburger Landgericht, der mit zeitweise tränenerstickter Stimme seine Taten nur schwer erklären konnte.

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Bericht: Viele Mütter duldeten Kindesmissbrauch in Familien

Bild: WAZ
Mütter in Deutschland haben sich bei sexuellem Missbrauch in Familien zu selten schützend vor ihre Kinder gestellt.

Frankfurter Rundschau

Das geht aus einem ersten Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hervor, der in Berlin vorgestellt wurde. In den vertraulichen Gesprächen berichteten Erwachsene, wie sie als Kinder oft keine oder erst spät Hilfe erfuhren. Denn Familienangehörige reagierten trotz ihres Wissens um die Übergriffe nicht. Insbesondere Mütter hätten Missbrauch als Mitwissende geduldet, heißt es in der Studie.