Archiv der Kategorie: Gesundheit

Abgeordnete ringen um Positionen in Sterbehilfe-Debatte

Die Sterbehilfe-Debatte im Bundestag wird konkret. Am Donnerstag hat das Parlament erstmals die Gruppenanträge beraten. Für einen Entwurf gegen organisierte Suizidbeihilfe zeichnet sich weiter eine Mehrheit ab. Entschieden ist aber noch nichts.


evangelisch.de

todesspritzeIn einer emotionalen, teils erregten Debatte hat sich der Bundestag am Donnerstag mit den Vorschlägen zur Neuregelung der Suizidbeihilfe befasst. Gegner und Befürworter einer organisierten oder ärztlichen Hilfe bei der Selbsttötung warben in einer knapp dreistündigen Debatte um ihre Positionen. Kerstin Griese (SPD), deren Gruppe für ein Verbot der umstrittenen Sterbehilfevereine eintritt, sagte, sie halte ein solches Geschäftsmodell für ethisch nicht tragbar. Sie wolle “keine Hilfe zum Sterben, sondern beim Sterben”, sagte sie. Peter Hintze (CDU) warb um sein Vorhaben, Ärzten die Hilfe beim Suizid zu erlauben. “Leiden ist immer sinnlos”, sagte er.

Den Parlamentariern liegen insgesamt vier Gruppenanträge vor, die größtenteils auf einen Umgang mit Vereinen und Einzelpersonen zielen, die organisiert Hilfe zum Suizid anbieten. Diese Hilfe, die etwa geleistet wird, wenn todbringende Medikamente überlassen werden, ist in Deutschland nicht strafbar.

weiterlesen

Parzany: In Westeuropa herrscht die Geisteskrankheit des Atheismus

„Westeuropa und Nordamerika sind die einzigen Teile der Welt, wo die Geisteskrankheit des Atheismus herrscht.“ Dieser Ansicht ist der frühere ProChrist-Hauptredner, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel).


idea.de

DerverzweifelteJesusEr spricht bis zum 3. Juli bei der Veranstaltungsreihe „ProChrist Live“ im sächsischen Plauen. Nach seinen Worten hat jeder Mensch einen Gott, auch diejenigen, die sich als Atheisten bezeichneten. Die höchste Instanz, die das Leben eines Menschen bestimme, sei sein Gott. Nach Parzanys Beobachtung ist die stärkste religiöse Macht der Gegenwart das Geld. Jesus habe es nicht verurteilt. Nur dürfe aus einem Zahlungs- und Lebensmittel keine Gottesmacht werden.

Wenn das Fundament das Lebenshaus nicht trägt

Parzany zog den Vergleich zu einem Haus: Das Fundament müsse stabil sein, damit das Gebäude nicht einstürzt. Die Innendekoration verschönere ein Heim, könne es aber statisch nicht tragen. Ähnliches gelte für das „Lebenshaus“: Wo nicht Jesus Christus das Fundament sei, sondern stattdessen Dekoration wie Geld zu den tragenden Säulen gemacht werde, drohe das Gebäude einzustürzen. Auch Christen stünden in der Gefahr, das zu verwechseln.

weiterlesen

Jim Carrey tweets unfunny anti-vaccine bullshit

Bild: Twitter. Screenshot:bb
Bild: Twitter. Screenshot:bb
Impfungen verursachen Autismus – immer wieder vertreten Impfgegner diese längst widerlegte Behauptung. In Jim Carrey haben sie einen Unterstützer. Die Mutter eines autistischen Kindes gab ihm nun Kontra.


SpON

Kalifornien hat ein neues Gesetz. Demnach ist es verboten, aus persönlichen oder religiösen Gründen Impfungen zu unterlassen. Einigen Leuten passt das überhaupt nicht, und Jim Carrey gehört dazu. Der Schauspieler wetterte auf Twitter gegen das Gesetz und bediente sich mehr als zweifelhafter Methoden – und mehr als dürftiger Argumente.

Seinen mehr als 14 Millionen Twitter-Followern schrieb Carrey: “Kaliforniens Gouverneur [Jerry Brown, -Red.] sagt Ja dazu, Kinder mit Quecksilber und Aluminium in Zwangsimpfungen zu vergiften.” Brown, der mit seiner Unterschrift das Gesetz absegnete, sei ein “Firmenfaschist”, der gestoppt werden müsse.

weiterlesen

Narkolepsie: Krank durch Schweinegrippe-Impfung

Die Betroffenen nicken einfach so ein, bei starken Emotionen versagen ihre Muskeln: Narkolepsie ist bislang nicht heilbar. Auch in Deutschland könnten einige Fälle auf die Schweinegrippe-Impfung zurückgehen. Entschädigungsforderungen laufen.


stern.de

Bild: AP, bearb.: bb
Bild: AP, bearb.: bb

Lucy ist 13 Jahre alt, als sie plötzlich dauernd vor dem Fernseher einschläft. Wenn sie lachen muss, kommt es vor, dass sie unvermittelt nach vorn sackt. Einige Monate vor dem Auftreten der merkwürdigen Symptome war das Mädchen gegen Schweinegrippe geimpft worden – wie etwa sechs Millionen andere Briten in den Jahren 2009 und 2010. Heute ist Lucy 18 Jahre alt – und leidet nach wie vor unter Narkolepsie. Etwa 40 Mal am Tag schläft sie ein, ohne sich dagegen wehren zu können, wie sie der britischen Tageszeitung “Guardian” berichtete.

Vorbeugende Impfungen sollen vor Krankheiten schützen. Umso größer war der Schock, als für den Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix ein gegenteiliger Verdacht aufkommt: Im August 2010 informierte die schwedische Arzneimittelbehörde über Narkolepsie-Fälle bei Kindern und Jugendlichen nach der Impfung. Weitere Analysen in Finnland, Irland, Frankreich und England stützten diese Vermutung, dass Pandemrix in seltenen Fällen die unheilbare Schlafkrankheit auslösen kann. Inzwischen fließen Entschädigungszahlungen – von Behörden, nicht vom Hersteller.

weiterlesen

Wenn Patienten verhungern wollen

Ob Ärzte Schwerkranke beim Sterbefasten begleiten dürfen, ist sehr umstritten
Der Bundestag diskutiert darüber, ob es erlaubt sein soll, Menschen beim Suizid zu helfen. Ein besonderer Fall ist, wenn Patienten entscheiden, sich durch Fasten selbst das Leben zu nehmen. Umstritten ist aber, welche Rolle den Ärzten dabei zukommt.


evangelisch.de

Bild: heizung-simon.de

Mit 56 Jahren entschied Marion M., ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Unternehmensberaterin hatte sich in Indonesien mit einer Amöbenruhr infiziert. Als alle Versuche scheiterten, die schwere Infektionskrankheit zu heilen, dachte sie über Selbstmord nach. Dann stieß M. auf das Buch “Ausweg am Lebensende” des niederländischen Psychiaters Boudewijn Chabot und des deutschen Biochemikers Christian Walther. Es beschreibt, wie man durch Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit aus dem Leben scheidet. Doch an der Rolle, die die Ärzte dabei übernehmen, scheiden sich die Geister.

weiterlesen

Parlamentarische Beratungen zur Neuregelung der Suizidbeihilfe im Deutschen Bundestag

Stellungnahme von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm

EKD

In einer gemeinsamen Stellungnahme zu den bevorstehenden Beratungen im Deutschen Bundestag über eine Neuregelung der Suizidbeihilfe sprechen sich die evangelische und katholische Kirche in Deutschland für ein Verbot der organisierten Formen der Beihilfe zur Selbsttötung aus. „Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird“, heißt es in der heute veröffentlichten Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Zugleich betonen beide die Notwendigkeit eines Ausbaus der Palliativ- und Hospizversorgung. „Die Gesellschaft und insbesondere die Politiker unseres Landes sind aufgerufen, jedes Leben in seiner ganzen Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit zu schützen und die Rahmenbedingungen für eine angemessene menschliche und medizinische Fürsorge am Lebensende zu schaffen“, so Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx. „In einer humanen Gesellschaft muss es ein wichtiges Anliegen sein, dass Menschen am Lebensende gut versorgt und begleitet in Würde sterben können.“ Ein Verbot für die Beihilfe zur Selbsttötung müsse für alle Vereine, Organisationen sowie Einzelpersonen, aber auch für Ärzte gelten, die den assistierten Suizid als Behandlungsoption in geschäftsmäßiger Form anbieten.

Die gemeinsame Stellungnahme im Wortlaut:

„In den vergangenen Wochen hat die gesellschaftliche und politische Diskussion über ein Sterben in Würde eine neue Dynamik erfahren. Zum einen hat sich der Deutsche Bundestag bereits in erster Lesung mit einem Gesetzentwurf befasst, der die Verbesserung der palliativen und hospizlichen Versorgung in Deutschland zum Ziel hat. Das begrüßen wir sehr. In einer humanen Gesellschaft muss es ein wichtiges Anliegen sein, dass Menschen am Lebensende gut versorgt und begleitet in Würde sterben können. Zum anderen sind verschiedene Gesetzesentwürfe zur Neuregelung der Suizidbeihilfe vorgestellt worden, die in den kommenden Tagen erstmals im Plenum des Deutschen Bundestages erörtert werden.

Wir sind sehr dankbar, dass die Fragen der Begleitung und Unterstützung schwerstkranker und sterbender Menschen mittlerweile eine so breite Aufmerksamkeit erfahren. In vielen Veranstaltungen, in den Medien, in den Landesparlamenten und nicht zuletzt im Deutschen Bundestag erleben wir eine fundierte und ernsthafte gesellschaftliche Auseinandersetzung, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Die Bandbreite des möglichen Umgangs mit dem Sterben ist groß und wird die Abgeordneten vor eine schwerwiegende Gewissensentscheidung stellen. Wir sind erleichtert, dass dabei nicht die extreme Forderung nach der Tötung auf Verlangen zur Wahl gestellt wird.

Anlässlich der anstehenden Beratungen sprechen wir uns nochmals dafür aus, jeglicher Normalisierung der Beihilfe zum Suizid entgegenzuwirken. Wir betonen mit Nachdruck, dass sich an der Frage des Umgangs mit Krankheit und Tod grundlegende Fragen unseres Menschseins und unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses entscheiden. Die Gesellschaft und insbesondere die Politiker unseres Landes sind aufgerufen, jedes Leben in seiner ganzen Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit zu schützen und die Rahmenbedingungen für eine angemessene menschliche und medizinische Fürsorge am Lebensende zu schaffen.

Wir fordern gemeinsam den konsequenten Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung sowie ein Verbot der organisierten Formen der Beihilfe zur Selbsttötung. Diese gesetzliche Regelung sollte für Vereine, sonstige Organisationen und Einzelpersonen, aber auch für Ärzte gelten, die den assistierten Suizid als Behandlungsoption am Ende des Lebens in geschäftsmäßiger Form anbieten.

Ohne ein klares gesetzliches Zeichen gegen geschäftsmäßig angebotene Beihilfe zum Suizid befürchten wir eine zunehmende Aufweichung des Tötungstabus in unserer Gesellschaft. Gerade Menschen, die sich auf Grund ihres Alters, von Gebrechlichkeit oder schwerer Krankheit ohnehin in einer schwierigen Lebenssituation befinden und oft Angst davor haben, anderen zur Last zu fallen, würden hierdurch unter einen subtilen sozialen Druck geraten. Darin sehen wir eine erhebliche Gefahr für die Würde des menschlichen Lebens. Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird.

Die Kirchen treten deshalb aus christlicher Überzeugung für eine Kultur der Lebensbejahung und -förderung ein. Dazu ist es notwendig, dass die Bürgerinnen und Bürger noch besser als bisher über die bereits bestehenden vielfältigen Möglichkeiten der palliativen und hospizlichen Begleitung und Unterstützung aufgeklärt werden. Nur so werden sie befähigt, in wirklicher Verantwortung und Freiheit ihr Lebensende zu gestalten.“

Hannover, 1. Juli 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Bakterien-Evolution: Wie die Pest zum Todesbringer wurde

Allein im 14. Jahrhundert starben etwa 50 Millionen Menschen an der Pest. Entstanden ist der Erreger aus einem relativ harmlosen Darmbakterium. Zwei Gen-Veränderungen machten es zum Todesbringer.


SpON

Pesterreger Yersinia pestis, Bild: wikimedia.org/PD

Bis heute ist die Pest nicht abschließend besiegt. Nun haben Forscher genauer untersucht, wie der tödliche Erreger entstanden ist. Wyndham Lathem und seine Kollegen von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago haben die Fähigkeiten verschiedener Erregerstämme verglichen, die Krankheit auszulösen.

Ausgangspunkt war das Darmbakterium Yersinia pseudotuberculosis, das Krankheiten im Verdauungstrakt verursachen kann, ohne einem Säugetier oder dem Menschen wirklich gefährlich zu werden. Aus ihm hat sich das Bakterium Yersinia pestis entwickelt – der Auslöser der lebensgefährlichen Pest. “Jedoch ist nicht bekannt, wann Yersinia pestis die Fähigkeit erwarb, eine fulminante Lungenentzündung zu verursachen”, schreiben die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications”.

weiterlesen

More than 25% of the 461 people killed by American police so far in 2015 were mentally disturbed

Police get little training in common-sense approaches to dealing with mentally ill people. attribution: mattthrono-CC
Reporters at The Washington Post are keeping a running tally of people shot and killed by police in 2015. It’s something the FBI also does, but the bureau itself concedes that its total count is incomplete. In fact, according to the Post, the FBI has never counted more than 460 fatal police shootings in a single year.


By Meteor Blades|DAILY KOS

In its own count, however, the newspaper found such shootings added up to one more than that in just the first six months of this year. More than a fourth of those slain, the reporters say, were “in the throes of mental or emotional crisis”:

The vast majority were armed, but in most cases, the police officers who shot them were not responding to reports of a crime. More often, the police officers were called by relatives, neighbors or other bystanders worried that a mentally fragile person was behaving erratically, reports show. More than 50 people were explicitly suicidal.More than half the killings involved police agencies that have not provided their officers with state-of-the-art training to deal with the mentally ill. And in many cases, officers responded with tactics that quickly made a volatile situation even more dangerous. […]

The Post summarizes several of these killings. The dead range in age from 15 to 86. On average, police killed a mentally disturbed person every 36 hours in the first six months of the year.

Police departments concede that they are not well equipped to deal with the mentally ill. But given the inadequacy of state and local budgets for mental health services, needlessly violent police responses are likely to continue.

read more

Das mit der Gentherapie klärt die Wissenschaft lieber selbst

Neue Methoden erlauben gezielte Eingriffe in das Erbgut des Menschen. Damit könnte man einmal genetische Krankheiten heilen – vielleicht auch mehr. Muss man die genetische Optimierung des Menschen verbieten? Die Nobelpreisträger würden auf eine politische Debatte lieber verzichten.


Von Alexander Mäder|Stuttgarter-Zeitung.de

Bild: merakname.com
Bild: merakname.com

Eigentlich sind sich die vier Wissenschaftler einig: Die neue Methode CRISPR (ausgesprochen: „Krisper“) ist zwar vielversprechend, funktioniert aber noch lange nicht gut genug, um sie bei menschlichen Embryonen einzusetzen. Mit CRISPR kann man, so die Idealvorstellung, krankhaft veränderte Gene ersetzen und dadurch einem heranwachsenden Kind eine Erbkrankheit ersparen. Doch eine Studie von Junjiu Huang und seinem Team von der Sun Yat-sen Universität im chinesischen Guangzhou hat vor einigen Wochen gezeigt, dass CRISPR noch viele weitere Veränderungen im Erbgut vornimmt, ohne dass die Wissenschaft verstehen würde, warum. Und nur bei 4 von 86 Embryonen hatte das Ersetzen des Gens überhaupt geklappt. (Die chinesischen Forscher hatten Embryonen verwendet, die bei künstlichen Befruchtungen aussortiert worden waren. Womöglich hat das die Fehlerrate zusätzlich erhöht.) Die vier Wissenschaftler auf dem Podium der Nobelpreisträgertagung in Lindau halten es daher für verfrüht und unverantwortlich, jetzt schon klinische Anwendungen von CRISPR in Erwägung zu ziehen.

weiterlesen

Pubertät: Hyperaktiver Totalumbau im Gehirn

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Neurologe Uhlhaas: “Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Jugendlicher in allen Kontexten adäquat verhält”


Von Walter Müller|derStandard.at

“Jetzt räum endlich deine Sachen weg, es müffelt ja schon in deinem Zimmer. Und außerdem: Solange du nicht Mathe lernst, kannst du dir die Party am Wochenende abschminken.” Die Appelle der Eltern sind deutlich – verfehlen aber das Ziel. Sie gehen beim einen Ohr hinein und, ohne irgendwo dazwischen in der grauen Masse hängenzubleiben, beim anderen wieder hinaus. Nach einigen Minuten der Stille meldet sich der sechszehnjährige Sprössling: “Was habt ihr gesagt?” Er war nicht da, irgendwo, aber nicht im Hier und Jetzt der Eltern.

weiterlesen

Schmerz ist eine Frage des Geschlechts

In den vergangenen Jahren sind Forscher den Ursachen von chronischen Schmerzen immer näher gekommen. Nun zeigt sich: Die Wurzel des Übels könnte bei Männern und Frauen verschieden sein.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Bild: das-schmerzhandbuch.blogspot.de

Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal unseres Körpers. Wird er jedoch über eine Verletzung oder Krankheit hinaus zum Dauerzustand, entwickelt er sich schnell zu einer Qual für die Betroffenen. Manche Menschen reagieren dann mit der Zeit so sensibel auf Reize aus ihrer Umwelt, dass ihnen plötzlich auch Berührungen, die eigentlich völlig harmlos sind, große Pein bereiten. Forscher sind bereits seit Jahrzehnten auf der Suche nach Medikamenten und Therapien, mit denen sich solche chronischen Leiden wirkungsvoll in den Griff bekommen lassen.

Eine Studie, die Wissenschaftler um Jeffrey Mogil von der McGill University in Montreal, Kanada, im Fachmagazin “Nature Neuroscience” veröffentlichten, deutet nun allerdings darauf hin, dass das grundlegende Verständnis, das Forscher seit rund 15 Jahren von der Entstehung chronischer Schmerzen haben, falsch sein könnte. Bei Mäusen entdeckten sie erstmals, dass sich ein Teil der bisherigen Erkenntnisse offenbar nur auf männliche Tiere anwenden lässt. Weibliche Nager verarbeiten Schmerzen nämlich anders.

weiterlesen

Irischer Kardinal räumt Vertuschung von Missbrauchsfällen ein

Der frühere katholische Primas von Irland, Kardinal Sean Brady (75), hat Fehler und Vertuschungsversuche im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt. Medienberichten vom Freitag zufolge bedauerte Brady bei der Anhörung vor der nordirischen Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Banbridge, dass man sich fälschlicherweise nicht um die Opfer, sondern um den Täter gekümmert habe. Er sprach von einem “dunklen Kapitel unserer Geschichte”.


kathweb

missbrauch_katholMit Blick auf den Fall des nordirischen pädophilen Priesters Brendan Smyth, der mehrfach in andere Gemeinden weiterversetzt worden war, räumte Brady “unangemessenes Verhalten” ein. Man habe “mit der Absicht, den guten Ruf der Kirche nicht zu zerstören, einen Schleier des Schweigens und der Geheimhaltung” über die Angelegenheit gelegt. Es habe sich um “unsägliche Vergehen gehandelt”; deshalb habe man den “Skandal geheim gehalten – sehr, sehr geheim”.

Smyth soll in seiner Amtszeit mehr als 100 Kinder sexuell missbraucht haben. Er wurde 1994 verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt; er starb 1997.

weiterlesen

 

Kalifornien will strikte Impfpflicht einführen

Viele Eltern lassen ihre Kinder aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen nicht impfen.


Die Presse

Bild:EPA

Ein umstrittener Gesetzesentwurf für eine strikte Impfpflicht hat in Kalifornien eine wichtige Hürde genommen. Das Abgeordnetenhaus in Sacramento sprach sich am Donnerstag für die Ausweitung der Impflicht für Schulkinder aus.

Damit soll Eltern das Recht entzogen werden, aus religiösen oder weltanschaulichen Ansichten ihre Kinder nicht gegen Infektionskrankheiten wie Masern oder Keuchhusten zu impfen. Der Senat hatte einem Entwurf zuvor schon zugestimmt. Es wird erwartet, dass der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Staates, Jerry Brown, das Gesetz unterzeichnet, wie die “Los Angeles Times” berichtete.

weiterlesen

Die Gender-Ideologie spaltet das Land

Gegner des grün-roten Bildungsplans demonstrieren auf dem Schillerplatz in Stuttgart (Archivbild Oktober 2014) ©DPA
Die grün-rote Regierung im „Ländle“ wollte mit ihrem Bildungsplan Minderheiten politische Zugeständnisse machen – und hat damit genau jene Kulturkampfstimmung erzeugt, die Ministerpräsident Kretschmann immer vermeiden wollte.


Von Rüdiger Soldt|Frankfurter Allgemeine

Vor zwei Jahren ließ der sozialdemokratische Wirtschaftsminister Nils Schmid auf dem Neuen Schloss in Stuttgart die Regenbogenfahne der Schwulenbewegung hissen. Es sollte ein symbolischer Akt sein und zeigen, dass sich die Verhältnisse in Baden-Württemberg geändert haben.

Ein früherer CDU-Ministerpräsident hatte den Christopher Street Day als „abstoßend“ bezeichnet. SPD und Grüne wollten es besser machen. Es blieb nicht beim Hissen der Fahne: Im Bildungsplan soll das Thema „sexuelle Vielfalt“ Teil des Querschnittsthemas „Toleranz“ werden. Ein Aktionsplan soll helfen, die Diskriminierung sexueller Minderheiten abzubauen.

Am Wochenende hat ein Bündnis mehrerer, größtenteils christlicher Familienorganisationen mehr als 2500 Bürger auf die Straße gebracht. Sie demonstrierten für den Erhalt der Ehe und gegen eine allumfassende Anwendung der Gender-Theorie; sie fürchten eine „Sexualisierung“ und „Pornographisierung“ des Unterrichts. Diese Befürchtungen sind übertrieben.

weiterlesen

Kirche und Missbrauch: Viele unbeantwortete theologische Fragen

Welche Fragen hat der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in theologischer Hinsicht aufgeworfen? Zum ersten Mal beschäftigt sich eine Konferenz explizit mit diesem Themenfeld.


Radio Vatikan

Pater Hans Zollner SJ – AP

Das internationale Symposium „Child Protection – A Spiritual and Theological Approach“ geht an diesem Mittwochabend an der Universität Gregoriana zu Ende. Großes Thema auf der Veranstaltung, die vom Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Uni in Zusammenarbeit mit anglophonen Bischofskonferenzen ausgerichtet wurde: das Amtsverständnis von Priestern und Bischöfen. Dieses sei seit dem Missbrauchsskandal ziemlich in die Krise geraten, bestätigt Pater Hans Zollner, Organisator der Tagung, im Gespräch mit Radio Vatikan.

„Das Amtsverständnis hat sicher Risse bekommen, und zwar überall dort, wo die Skandale um Missbrauch die Grundfesten der Kirche und des kirchlichen Selbstbildes erschüttert haben. Das betrifft sehr viele von den Ländern, die hier vertreten sind, speziell die englischsprachigen Länder des Westens, aber auch einige Länder Afrikas oder Asiens. Es ist meines Wissens der erste Kongress, der jemals weltweit zu diesen Fragen auf theologische Themen ausgerichtet wurde. Ich bin überzeugt davon, dass das erst der Anfang einer weitergehenden theologischen Reflektion ist, in der sehr viel davon die Rede sein wird, was Priestersein heute bedeutet im Blick darauf, wie Männer, die diesen Dienst tun wollen, vorbereitet werden müssen – das wurde hier immer wieder angesprochen.“

weiterlesen

Folter und die Herrschaft des Rechts

Am 26. Juni finden weltweit Aktionen von Amnesty International gegen die Folter statt. Amnesty klagt an, dass der Albtraum Folter weltweit für unzählige Menschen Realität sei. Allein in den letzten 5 Jahren sei in 141 Ländern gefoltert und misshandelt worden: “Trotz absolutem Verbot foltern Regierungen im Verborgenen oder liefern Menschen in Länder aus, wo in Folter droht.”


Von Wolfgang Nešković|TELEPOLIS

Wolfgang Nešković. Foto: Katja Julia Fischer.

Der im Dezember des letzten Jahres veröffentlichte Bericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats über CIA-Foltermethoden an Gefangenen, die des Terrorismus verdächtigt wurden, beweist, dass auch die USA zu den “Schurkenstaaten” zählen, die sich barbarischer Foltermethoden bedient haben, um Aussagen zu erpressen.

Der römische Rechtsgelehrte Ulpian wusste schon im 3. Jahrhundert, dass “Aussagen, die man auf diese Weise erhält, schwach und gefährlich und der Wahrheitsfindung abträglich sind. Denn die meisten Menschen verachten, sei es aufgrund ihres Widerstandsvermögens, sei es aufgrund der Heftigkeit ihrer Folterung, das Leiden so sehr, dass es gänzlich unmöglich ist, Ihnen die Wahrheit abzupressen. Andere sind so wenig in der Lage, Schmerzen zu ertragen, dass sie lieber lügen, als sich dem Verhör auszusetzen.”

Der Folterreport des Geheimdienstausschusses belegt die Richtigkeit dieser Einschätzung: Er kommt zu dem Schluss, dass die Foltermethoden “kein wirksames Mittel” gewesen seien, “um geheimdienstliche Informationen zu gewinnen oder die Inhaftierten zur Kooperation zu bewegen” und dass sich die Rechtfertigung der CIA für die Anwendung dieser Methoden auf “unzutreffende Behauptungen über ihre Wirksamkeit” gestützt habe.

Der Bericht des US-Senats über hat weltweit für Empörung und Entsetzen gesorgt. Er offenbart schockierende Grausamkeiten. Der Report zeigt, zu welchen moralischen Schandtaten und gravierenden Rechtsbrüchen die USA im Kampf gegen Terrorismus bereit waren. Die USA, die Präsident Ronald Reagan einst “eine leuchtende Stadt auf einem Hügel” genannt hatte, versinken im Sumpf ihrer eigenen moralischen und politischen Ansprüche.

Ist das die “westliche Wertegemeinschaft”, von der insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder fabuliert, wenn sie zum Beispiel gegenüber Russland den moralischen Zeigefinger erhebt? Wo bleibt die so oft von Frau Merkel in diesem Zusammenhang beschworene “Herrschaft des Rechts”, wenn die USA in ihrem Kampf gegen den Terrorismus ungerügt und ungerührt das Recht ignorieren, indem sie Menschenrechte und das Völkerrecht verletzen?

weiterlesen

Die Ideologie des sexuellen Missbrauchs

Christian Füller über die Ideologie des sexuellen Missbrauchs bei den Grünen, der katholischen Kirche, der Odenwaldschule, den Nazis und Netzaktivisten.


Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Bild. heise.de

Der Journalist Christian Füller zeichnet in seinem Buch Die Revolution missbraucht ihre Kinder nach, wie der sexuelle Missbrauch von Kindern getarnt als Akt der Befreiung ein integraler Bestandteil deutscher Protestbewegungen werden konnte. Besonders die Grünen tun sich schwer, mit diesem Erbe umzugehen. Teil 2 des Gesprächs.

Herr Füller, kann man den sexuellen Missbrauch bei den Grünen mit dem in der katholischen Kirche vergleichen?

Christian Füller: Ja. Sexueller Missbrauch hat immer Opfer, und zwar doppelt: von Gewalt und von Betrug. Viele Kinder werden ja nicht physisch vergewaltigt, sondern “verführt” – auch wenn das Wort hier eigentlich nicht passt.

Warum nicht?

Christian Füller: Weil auch die Verführung eines Kindes Gewalt ist. Täter versprechen Kindern Geschenke und überhöhen sie als Prinzessinnen und Prinzen – zum Zweck des Missbrauchs.

Was ist der Unterschied zwischen ideologischem und kirchlichem Missbrauch?

Christian Füller: Die Wandervögel, die Reformpädagogen und die 68er haben ein sehr positives, überschießendes Körper- und Nacktheitsgefühl. Dazu wird ein vermeintlicher Egalitarismus aller Altersgruppen erklärt: Kinder und Erwachsene seien gleich und könnten angeblich auch miteinander Sex haben. So wird es jedenfalls behauptet. Das ist ein ganz anderes Konzept als bei den Kirchen. Der Unterschied wird vielleicht an den Tatorten am deutlichsten.

weiterlesen

Pakistan: Hitze bringt staatliches Versagen an den Tag

  • Mehr als 830 Hitzetote meldet Pakistan innerhalb von nur vier Tagen. Es ist so heiß, dass manche kaum noch atmen können.
  • Der Ramadan kommt verschärfend hinzu, weil viele Gläubige tagsüber nicht einmal Wasser trinken.
  • Den Menschen im Land wird bewusst, wie ihre Politiker versagen.


Von Arne Perras|Süddeutsche.de

Dramatische Bilder aus Pakistan Hunderte Tote durch Hitzewelle, Foto: AP

Wenn die Pakistaner dieser Tage über das Wetter reden, ist das kein belangloser Smalltalk. Es ist bitterernst, es geht um Leben oder Tod, um den Preis der Armut und auch um das offenkundige Staatsversagen, das von vielen Pakistanern mitverantwortlich gemacht wird für die stündlich steigende Zahl von Opfern. Mehr als 830 Hitzetote meldete das Land innerhalb von nur vier Tagen, viele starben in der Hafenmetropole Karatschi. Die Temperaturen klettern auf 45 Grad Celsius. Die Hitze stülpt sich wie eine Glocke über die östlichen und südlichen Regionen Pakistans, vor allem Sindh. Es ist so heiß, dass manche kaum noch atmen können.

Verschärfend kommt hinzu, dass während des Fastenmonats Ramadan viele Gläubige tagsüber nicht einmal Trinkwasser zu sich nehmen.

weiterlesen

Das Ozonloch am Südpol schließt sich langsam 10:02 Uhr

Das Verbot wirkt, der Ozonverlust über der Antarktis wird geringer. Doch nun wächst die Gefahr für Ozonlöcher im Norden, auch über Europa.


Von Roland Knauer|DER TAGESSPIEGEL

Verlust. Die Abbildung zeigt das Ozonloch über der Antarktis im September 2014. Blau steht für großen, Rot für geringen Ozonverlust. – Abb.: Nasa

Das Ozonloch beherrschte jahrelang die Schlagzeilen. Jeweils im Frühjahr auf der Südhalbkugel reißt es über dem Pol auf und lässt vermehrt schädliche UV-Strahlung hindurch. Diese wird für eine gehäufte Anzahl von Hautkrebserkrankungen etwa in Australien verantwortlich gemacht; womöglich besteht auch ein Zusammenhang mit einer Trübung der Augenlinse (Grauer Star). Doch nun deuten erste Indizien auf eine Wende hin, das Ozonloch in der Stratosphäre schließt sich anscheinend langsam. Die Weichen dafür wurden vor 25 Jahren, am 29. Juni 1990, in London gestellt. 196 Länder und die Europäische Union hatten beschlossen, bis zum Jahr 2000 praktisch keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mehr herzustellen. Damit verschärften sie das „Protokoll von Montreal“, in dem sie 1987 eine Halbierung der Produktion von FCKW bis 1999 festgelegt hatten. Bis heute wird dieses Herstellungsverbot weltweit respektiert. Erste Erfolge zeigen sich, gleichzeitig tauchen aber auch neue Ozon-Probleme in der Stratosphäre auf.

weiterlesen

Niedersachsen: Pestizide im Grundwasser nachgewiesen

Spritzen von Pestiziden – in der konventionellen Landwirtschaft ist das Alltag © thinkstock
Ziemlich kontaminiert: In vielen Teilen Niedersachsens ist das Grundwasser mit Rückständen von Pestiziden belastet. Teilweise liegen die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln über den Grenzwerten, wie das NDR-Magazin Panorama 3 berichtet. Die Werte gehen auf eine Studie eines Niedersächsischen Landesamtes zurück. Auch dort sieht man die Ergebnisse offenbar mit Sorge.


scinexx

Der intensive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft hat einen hohen Preis. Zum einen finden sich die teilweise giftigen Rückstände dieser Mittel inzwischen sogar im Hochgebirge, in vielen Gewässern weltweit und sogar im eigenen Garten. Zum anderen mehren sich die Hinweise darauf, dass Pestizide selbst in geringen Dosen unsere Fruchtbarkeit senken, krebserregend wirken und Autismus fördern könnten.

45 Prozent der Messstellen kontaminiert

Wie hoch die Belastung des Grundwassers mit Pestiziden ist, hat das Niedersächsische Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einer Studie untersucht. Das Ergebnis: An 45 Prozent der Grundwassermessstellen in Niedersachsen wurden Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. An zehn Messstellen wurden die zulässigen Grenzwerte für solche Wirkstoffe sogar überschritten.

weiterlesen