Übergewicht macht schon Kinder krank

Übergewicht kann schon bei Kindern Stoffwechselstörungen wie Bluthochdruck zur Folge haben. © kwanchaichaiudom/ istock

Folgenschweres Übergewicht: Dicken Menschen drohen nicht erst im Erwachsenenalter gesundheitliche Folgen wie Bluthochdruck und Co. Wie eine Studie bestätigt, können auch Kinder aufgrund überflüssiger Pfunde bereits solche Stoffwechselstörungen entwickeln – Risikofaktoren für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diesen ungesunden Prozess wieder rückgängig zu machen, ist offenbar nur schwer möglich. Umso wichtiger sei die frühzeitige Prävention, betonen die Forscher.

scinexx

Die Menschheit hat ein im wahrsten Sinne des Wortes dickes Problem. Denn die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen nimmt weltweit immer weiter zu – und damit auch die Fälle von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen mit überflüssigen Pfunden in Verbindung stehenden Leiden.

Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass auch immer mehr Kinder von Übergewicht und den damit einhergehenden Gesundheitsrisiken betroffen sind. So hat sich die Zahl der fettleibigen Kinder und Jugendlichen in den vergangenen 40 Jahren mehr als verzehnfacht.

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Wie der Klimawandel den Monsun durcheinander wirbelt

Vom Hochwasser betroffene Kinder sitzen neben ihren Habseligkeiten.Foto: dpa

Die Monsunwinde in Südasien forderten in diesem Jahr schon mehr als 270 Todesopfer. Die extremen Regenfälle werden immer unberechenbarer.

Von Joana Nietfeld | DER TAGESSPIEGEL

„Es regnet weiter und alles ist überschwemmt. Die Flüsse haben extremes Hochwasser und laufen über“, berichtet Geeta Lama von Save the Children aus Assam dem Tagesspiegel. Sie ist im Nordosten Indiens, in einer Region, die neben Bangladesch, Pakistan und Nepal besonders stark von den Monsun-Regenfällen betroffen ist. Der Dauerregen verursacht Erdrutsche und lässt Häuser einstürzen, ganze Straßenzüge werden von Schlammlawinen mitgerissen. In Mumbai kamen insgesamt 14 Menschen ums Leben, nachdem am Dienstag ein Gebäude eingestürzt war. Mittlerweile verzeichnen die Behörden über 270 Todesopfer, die Zahlen steigen täglich.

Geeta Lama schildert die Lage: „Mehr als 450 Hilfslager wurden in Assam erbaut und versorgen die Menschen mit Trockennahrung. Allein in Indien sind schätzungsweise 1,7 Millionen Kinder von dem Monsun betroffen. Viele der Regionen sind aber nach wie vor unzugänglich.“ Momentan versuche die Organisation 15000 Kinder in Assam zu erreichen, um sie mit Wasser, Nahrung, Zelten und Medikamenten zu versorgen. Das Risiko, dass Krankheiten und Epidemien ausbrechen könnten, sei extrem hoch.

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Genetische Daten anstelle eines persönlichen Gesprächs?

Wären Sie bereit, ihre eigene DNA und andere medizinische Daten für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen? Welche Art von Umgang sich Bürger mit ihren Gesundheitsdaten vorstellen können, untersucht Barbara Prainsack. – (c) TEK Image/Science Photo Library/picturedesk.com

Die Politikwissenschaftlerin Barbara Prainsack beschäftigt sich mit den Auswirkungen der personalisierten Medizin auf die Gestaltung künftiger Gesundheitspolitik.

Von Erika Pichler | Die Presse.com

Personalisierte Medizin“ – nach Meinung mancher Experten einer der wichtigsten medizinischen Zukunftstrends – ist ein irreführender Begriff. Allgemeinsprachlich ist damit gemeint, individuelle Gegebenheiten von Patienten in die medizinische Behandlung einzubeziehen. Ein prinzipiell wünschenswerter Zugang, der auch psychische und soziale Merkmale und Bedürfnisse beinhalten würde.

Im engeren Sinn jedoch, in dem der Begriff hauptsächlich verwendet wird, bedeutet personalisierte Medizin, biologische messbare Merkmale eines Patienten (sogenannte Biomarker) als Basis für eine Diagnose, Therapie oder Beratung heranzuziehen, darunter vor allem genetische Merkmale. Im Mittelpunkt stehen also nicht die personenspezifischen oder biografischen Eigenschaften eines Patienten, sondern seine biologischen individuellen Strukturen.

„Personalisierte Medizin ist eine digitale, algorithmenbasierte Medizin“, erklärt Barbara Prainsack, Universitätsprofessorin für Vergleichende Politikfeldanalyse, im Podcast „Audimax“ der Universität Wien. Die Politikwissenschaftlerin, die vergangenes Jahr eine umfangreiche Monografie über personalisierte Medizin veröffentlichte, steht manchen großen Versprechen dieser Vision kritisch gegenüber.

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Soll Homöopathie von der Krankenkasse bezahlt werden?

Globuli, die zuckerhaltigen Kügelchen, sorgen immer wieder für Diskussionen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Placebos auf Kosten des öffentlichen Gesundheitssystems – Frankreich und Großbritannien drehen den Geldhahn zu, in der Schweiz ist Homöopathie Teil der Grundversicherung

derStandard.at

Homöopathie ist beliebt, aber auch heftig umstritten. Der bisherige Stand der Wissenschaft lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es gibt keine Krankheiten oder Beschwerden, bei denen Homöopathie nachweislich besser hilft als ein Scheinmedikament, sprich Placebo. Das ist auch der Grund dafür, warum in immer mehr Ländern Globuli und Co nicht mehr vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt werden. In Großbritannien wurde Ende 2017 eine Leitlinie veröffentlicht, nach der homöopathische Arzneimittel nicht mehr zulasten des National Health Service (NHS) verschrieben werden dürfen.

Frankreich steuert in die gleiche Richtung: Anfang Juli 2019 gab die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn bekannt, dass die Sozialversicherung die Ausgaben für Homöopathika nicht mehr zurückerstatten wird. Die Maßnahme soll mit 1. Jänner 2021 in Kraft treten.

In Österreich werden die Kosten für homöopathische Mittel nur in Ausnahmefällen übernommen – etwa wenn alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und eine homöopathische Therapie eine Verbesserung der Situation bringen kann.

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Antidepressiva: Sie wirken laut einer Studie kaum besser als Placebos, dennoch werden sie massenweise verschrieben

In einer psychischen Krise verschiebt sich der Blick aufs Leben. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Eine grosse Metaanalyse stellt den Medikamenten gegen Depression ein schlechtes Zeugnis aus. Was bedeutet das für Ärzte und Patienten?

Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

«Ohne Medikamente hätte ich es nicht geschafft», solche Aussagen hört man häufig von Menschen, die eine schwere Depression oder ein Burnout überwunden haben. Viele Patienten und Ärzte sind überzeugt von der Wirkung der Antidepressiva. Doch steht diese Wahrnehmung nicht im Einklang mit dem, was Forscher in einer grossen Übersichtsarbeit kürzlich gezeigt haben. Demnach wirken die Medikamente nicht viel besser als Placebopillen.1 Sollten Ärzte und Patienten also auf Antidepressiva verzichten, weil sie gar nicht wirken?

Seit Jahren wogt eine Diskussion über die Wirkung von Antidepressiva hin und her. Doch diese Metaanalyse hat Gewicht, denn sie wurde von Forschern aus dem renommierten Cochrane-Netzwerk durchgeführt. Ziel dieser Kollaboration ist es, sorgfältige Übersichtsarbeiten zur Bewertung von medizinischen Therapien zu liefern. Die Forscher berücksichtigen dabei nicht nur publizierte Studien, sondern sie tragen auch Daten aus unpublizierten Untersuchungen zusammen. Das ergibt ein repräsentativeres Bild, denn oft werden negative Resultate nicht publiziert.

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Misstrauen gegenüber Helfern erschwert Kampf gegen Ebola im Kongo

Ein Motorradtaxifahrer lässt seine Hände bei einer Ebola-Screening-Station auf einer in die Grenzstadt Goma führenden Straße reinigen.Foto: AFP / John Wessels

Ein Ebola-Toter in einer Grenzstadt des Kongo ließ die Weltgesundheitsorganisation den globalen Gesundheitsnotstand ausrufen

Johannes Dieterich | derStandard.at

Nach langem Zögern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwochabend die seit einem Jahr in der Demokratischen Republik Kongo kursierende Ebola-Epidemie zu einem „medizinischen Notfall mit internationaler Bedeutung“ erklärt. Zuvor hatte sich die Gesundheitsbehörde mehrmals gegen einen solchen Schritt entschieden – aus Furcht, mögliche Konsequenzen wie die Schließung der Landesgrenzen und die Unterbrechung des Flugverkehrs könnten die Not der örtlichen Bevölkerung noch weiter verschlimmern.

Es ist erst das vierte Mal seit der Einführung neuer WHO-Regeln im Jahr 2005, dass sich die Behörde zu einer derartigen Entscheidung gezwungen sieht (siehe Wissen unten). Es sei höchste Zeit, dass die Welt der Lage im Nordosten des Kongos größere Bedeutung zukommen lasse, begründete WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus den Schritt: Ein Jahr nach Ausbruch der Epidemie wachse die Gefahr, dass sich die Seuche noch weiter ausbreite, auch auf Nachbarstaaten.

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Opioidkrise in den USA : Bis zu 200 Tabletten pro Person und Jahr

Öfter verschrieben worden als vermutet: opioidhaltige Schmerzmittel wie Oxycodon Bild: AP

Neue Daten belegen, dass in den Vereinigten Staaten noch mehr opioidhaltige Schmerzmittel verschrieben wurden als bislang vermutet. Die Freigabe der Daten hatte die „Washington Post“ vor Gericht erstritten.

Von Christiane Heil | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In den Vereinigten Staaten sind in den Jahren 2006 bis 2012 mehr opioidhaltige Schmerzmittel wie Oxycodon und Hydrocodon verschrieben worden als bislang vermutet. Nach jetzt veröffentlichten Daten der Drogenvollzugsbehörde (DEA) des Justizministeriums in Washington konsumierten Amerikaner in sechs Jahren etwa 76 Milliarden der Tabletten. Nach Angaben der „Washington Post“, die die Freigabe der Daten vor Gericht erstritten hatte, nahm jeder Bewohner der Vereinigten Staaten jährlich durchschnittlich 36 der wegen hoher Suchtgefahr in Verruf geratenen Medikamente.

Wie der größte bekannte Datensatz zu dem Thema zeigt, zieht sich die sogenannte Opioidkrise fast durch das ganze Land. „Die Epidemie kennt keine Grenzen, Sie hat sich überall ausgebreitet“, sagte Scott Higham, ein Reporter der „Washington Post“, dem Radiosender NPR am Mittwoch. Nach Schätzungen der Zentren für Gesundheitskontrolle und Prävention (CDC) starben allein im Jahr 2017 mehr als 72.000 Amerikaner durch Überdosen. Mehr als zwei Drittel von ihnen hatten Opioide konsumiert.

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Ebola: Weltgesundheitsorganisation ruft internationalen Notstand aus

Rund 1.680 Menschen sind in der Demokratischen Republik Kongo an der Fieberkrankheit Ebola gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm und will Fehler wie bei der Epidemie vor fünf Jahren vermeiden

evangelisch.de

Wegen der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Trotz intensiver Bemühungen sei die tödliche Fieberkrankheit im Nordosten des Landes nicht unter Kontrolle gebracht worden, betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Es sei an der Zeit, dass die Welt den Ausbruch zur Kenntnis nehme.

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Die Mythen der Impfgegner

Bild: tagesschau.de

Unkalkulierbare Risiken, Absichten der Pharmalobby, Zweifel an der Wirkung – Impfgegner bringen zahlreiche Einwände gegen die Einführung einer Impfpflicht vor. Die WHO warnt vor Falschmeldungen.

Von Konstantin Kumpfmüller | tagesschau.de

Anlässlich des Kabinettsbeschlusses zum „Masernschutzgesetz“, das eine verpflichtende Impfung gegen Masern für bestimmte Gruppen vorsieht, werden grundlegende Vorbehalte gegen Impfungen laut. Gegner der Impfpflicht riefen zu einer Demo vor dem Bundeskanzleramt auf. Vermeintliche Argumente gegen Impfungen füllen erneut die Kommentarspalten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt indes vor Falschinformationen. Impfgegner seien zwar nur ein kleines Phänomen, meint Kate O‘ Brian, Direktorin der Impfabteilung der WHO. „Aber sie können ihre Botschaft mit den sozialen Medien heute weiter verbreiten als früher.“ Diese Botschaften schürten Ängste. In zahlreichen Ländern gingen die Impfquoten derzeit zurück.

Zweifel an der Wirksamkeit

Immer wieder wird behauptet, Masernimpfungen könnten keinen Schutz gegen die Erkrankung garantieren. Auch Geimpfte könnten an Masern erkranken. Eine Impfung sei dementsprechend sinnlos.

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Zecken als Biowaffe? Repräsentantenhaus fordert Aufklärung von Pentagon

Eine mit Blut voll gesogene Zecke: Die Tiere übertragen Borreliose. – APA/dpa/Martin Gerten

Abgeordnete wollen vom Verteidigungsministerium wissen, ob Militär-Experimente zur Verbreitung von Borreliose in den USA geführt haben.

Die Presse.com

Ist das Pentagon in Washington für die Verbreitung von Borreliose in den USA verantwortlich? Experimentierte es mit Zecken und anderen Insekten als biologische Waffen? Das will das US-Repräsentantenhaus vom Verteidigungsministerium wissen. In einem Beschluss, der vergangene Woche verabschiedet wurde, fordert die Abgeordnetenkammer den Generalinspektor des Pentagon auf, zu untersuchen, ob solche Experimente zwischen 1950 und 1975 durchgeführt wurden.

Initiator des Gesetzeszusatzes ist der Abgeordnete Chris Smith. Er habe in Büchern und Artikeln gelesen, dass in Einrichtungen der US-Regierung, unter anderem in Fort Detrick, Maryland, und New York solche Forschungen stattgefunden haben. Er fordert die Ermittler auf, die Ausmaße der Experimente zu beleuchten und, ob infizierte Zecken oder Insekten aus Laboren freigelassen wurden – unabsichtlich oder zu Forschungszwecken. Der Senat muss dem Zusatz noch zustimmen.

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Masernimpfung wird per Gesetz zur Pflicht, sonst drohen Bußgelder

Künftig müssen alle Kinder gegen Masern geimpft werden. Foto: dpa

Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch das geplante Gesetz für eine Impfpflicht gegen Masern auf den Weg gebracht. Ab dem kommenden Jahr müssen Kita-Kinder, Schüler und auch bestimmte Erwachsene nachweisen, dass sie geimpft sind.

Berliner Zeitung

Ansonsten drohen Bußgelder, und ungeimpfte Kinder dürfen in Kitas nicht mehr aufgenommen werden.

In der Begründung zum Entwurf des „Masernschutzgesetzes“, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, in den ersten Monaten dieses Jahres seien schon mehr als 400 Masernfälle gemeldet worden. „Es liegt daher eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit vor, der mit weiterführenden Maßnahmen begegnet werden muss.“

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Medienhype um die Klinikstudie der Bertelsmann-Stiftung

Bild: INTERRAILS/CC BY-SA-4.0

Es ist schon sehr interessant. Da macht eine der bekanntesten Stiftungen Deutschlands eine Studie zu der Krankenhausversorgung in Deutschland und kommt zu dem Schluss, dass viele Kliniken geschlossen werden sollten. Der Gründer und Finanzier dieser „Stiftung“ ist der Bertelsmann Konzern, der durch diese Stiftung viele Steuern sparen und gleichzeitig riesigen Einfluss auf die Politik nehmen kann. Eine Win-Win-Situation also für den Konzern.

Tobias Bevc | TELEPOLIS

Auffällig an der Krankenhausgeschichte, die gestern und heute auf allen Medienkanälen läuft, ist aber vor allem – wie so oft -, was nicht berichtet wird: Dass nämlich Dr. Brigitte Mohn nicht nur im Vorstand der Bertelsmann Stiftung sitzt, sondern zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der Rhön-Privatkliniken AG ist, eine Aktiengesellschaft also, die ein direktes finanzielles Interesse an der Schließung öffentlicher Krankenhäuser haben könnte. Schon jetzt gehört die Rhön Kliniken AG zu den großen Playern in Deutschland und erwirtschaftete 2018 einen Gewinn von rund 51,2 Millionen Euro, fast 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Wenn es womöglich bald zu wenige öffentliche Krankenhäuser gibt, dann können sicherlich ein paar großherzige private Helfer wie die Rhön Kliniken in der Not einspringen …

Offensichtlich unterschlägt die Bertelsmann Stiftung in ihrer Studie, dass es bei Krankenhäusern nicht in erster Linie ums Geschäft geht, sondern um die kranken Menschen samt ihrer Angehörigen. Und die bevorzugen wohnortnahe Kliniken, die ausreichend finanziert und personell gut ausgestattet sind.

Früher haben, wenn beispielsweise der Philipp-Morris-Konzern eine neue „wissenschaftliche“ Studie zur Ungefährlichkeit des Rauchens veröffentlichte, alle ernstzunehmenden Medien eben diese „Wissenschaftlichkeit“ angezweifelt und auf den Urheber der Studie verwiesen. Somit war allen Rezipienten klar: Die Ergebnisse der Studie könnten parteiisch sein und man sollte sie dementsprechend einordnen: Lobbyismus und Propaganda.

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Forscher: Klinikschließungen würden 80 Milliarden Euro kosten

Die Schließung einer Großzahl der Kliniken in Deutschland entsprechend einer Studie der Bertelsmann-Stiftung würde dem Krankenhausexperten Boris Augurzky zufolge mindestens 80 Milliarden Euro kosten.

evangelisch.de

„Allein Krankenhäuser schließen, hilft nicht“, sagte der Leiter des Kompetenzbereichs „Gesundheit“ am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (Essen) der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwoch). Die benötigten Behandlungskapazitäten müssten an anderer Stelle zumindest teilweise neu aufgebaut werden. Das verschlinge eine Menge Investitionsmittel.

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Vormenschen: Muttermilch als Notversorgung

Die Mütter der Vormenschenart Australopithecus africanus stillten ihre Kinder rund ein Jahr lang, nutzten ihre Milch aber auch Jahre später noch als Notnahrung für den Nachwuchs .© Juan Ramon Rodriguez Sosa / CC-by-sa 2.0

Schon vor gut zwei Millionen Jahren stillten Vormenschen-Mütter ihre Kinder ähnlich lange wie wir – etwa ein Jahr lang. Doch anders als heutige Kinder bekam der Nachwuchs des Australopithecus africanus auch Jahre nach dem Abstillen immer wieder vorübergehend Muttermilch, wie Zahnanalysen belegen. Offenbar sollte dies Perioden des Nahrungsmangels überbrücken, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Muttermilch ist für Neugeborene überlebenswichtig. Denn der reichhaltige Cocktail an Proteinen, gesunden Fetten und Botenstoffen enthält Substanzen, die das Immunsystem des Kindes stärken, gegen Allergien schützen, seine Darmflora in Schuss halten und seine Hirnentwicklung fördern. Ob und wie lange ein Kind gestillt wird, ist daher für seine spätere Gesundheit enorm wichtig. Gleichzeitig hat der Zeitpunkt des Abstillens auch Auswirkungen auf die Fortpflanzung: Stillt die Mutter früh ab, kann sie schneller wieder schwanger werden.

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Tödliche Therapie – Bewährungsstrafe für Heilpraktiker

  • Ein Heilpraktiker aus Moers ist für die fahrlässige Tötung von drei Krebspatienten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.
  • Der Fall hatte bundesweit eine Debatte über das Verfahren zur Zulassung von Heilpraktikern ausgelöst.

Süddeutsche Zeitung

Fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz in vier Fällen – so lautete die Anklage gegen einen Heilpraktiker aus Moers. Jetzt hat ihn das Landgericht Krefeld zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht attestierte ihm „schwere Verletzungen der Sorgfaltspflicht“. Im Juli 2016 habe der 61-Jährige den Tod von drei seiner Patienten verschuldet. Ein 55-jähriger Mann aus den Niederlanden, eine 43-jährige Niederländerin und eine 55-jährige Belgierin starben nach einer Behandlung.

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KZ-Überlebende zeigen auch nach 70 Jahren veränderte Gehirnstrukturen

Grafik: TP

Nach einer MRT-Studie könnten diese auch an die Kinder vererbt werden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Schwere traumatische Erfahrungen, die sich nicht selbst oder durch therapeutische Behandlung sich zurückbilden, können sich dauerhaft in die Gehirne der Betroffenen eingraben und zu neuroanatomischen Veränderungen führen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Folgen von Traumata, wie sie durch Kriege, Folter, sexuelle oder körperliche Gewalt oder Gefangenschaft entstehen können, nicht nur psychisch an Kinder der Betroffenen weitergegeben werden, sondern sich in ihnen auch epigenetisch niederschlagen kann, also generationenübergreifend wirkt. Das könnte nun eine Studie mit Gehirnscans von Überlebenden von Konzentrationslagern und ihren Kindern belegen.

Wissenschaftler haben in einer Studie, die 2018 in PNAS, erstmals untersucht, ob Traumata von Vätern an Kinder weitergegeben werden. Andere Studien hatten gezeigt, dass sich Hunger, Infektionskrankheiten oder psychologischer Stress von Müttern in der Schwangerschaft in epigenetischen Veränderungen uns psychischen Störungen der Kinder niederschlagen kann. Die Wissenschaftler untersuchten, wie es den Kindern von kriegsgefangenen Soldaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) im Verhältnis zu Kindern von Veteranen erging, die sich nicht in Kriegsgefangenschaft befunden haben. Die Kriegsgefangenen selbst, die während der Zeit der schlimmsten Bedingungen überlebt hatten, als es keinen Gefangenaustausch gab, zeigten 35 Jahre danach eine erhöhte Mortalität sowie erhöhte gesundheitliche Risiken und eine schlechtere sozioökonomische Situation auf.

Beim Vergleich von 4593 Kindern von 1407 Kriegsgefangenen mit 15.310 Kindern von 4960 Veteranen, die keine Kriegsgefangenen waren. Untersucht wurden nach dem Krieg geborene Kinder, die das Alter von 45 Jahren erreicht haben. Bei Töchtern stellten die Wissenschaftler keine statistisch signifikanten Unterschiede fest. Bei den Söhnen von Kriegsgefangenen, die sich während des Gefangenenaustausches im Lager befanden, konnten auch keine gefunden werden. Allerdings war die Wahrscheinlichkeit zu sterben (meist an Hirnblutung und Krebs) um das 1,11-Fache bei den Söhnen von Kriegsgefangenen unter den schlimmsten Bedingungen höher. Dass es keine Unterschiede bei den Töchtern gab, werten die Wissenschaftler als Hinweis auf epigenetische Veränderungen über das Y-Chromosom. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Auswirkungen nicht so ausgeprägt waren, weil die Soldaten als Helden gefeiert wurden und weil sie zwar mit schlimmen Bedingungen konfrontiert waren, aber keinen Tötungen und keiner Folter oder Misshandlungen ausgesetzt waren.

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Ebola-Ausbruch in Kongo-Kinshasa: Erster Fall in Millionenstadt Goma registriert

Seit knapp einem Jahr breitet sich das hochgefährliche Ebola-Virus im Osten von Kongo-Kinshasa aus. Nun hat es eine Metropole erreicht; das Risiko, dass es sich dort ausbreitet, gilt allerdings als gering.

Neue Zürcher Zeitung

Zum ersten Mal seit Beginn des Ebola-Ausbruchs im Osten von Kongo-Kinshasa vor knapp einem Jahr ist ein Mensch in einer Millionenstadt an dem gefährlichen Virus erkrankt. Bei einem Pastor, der am Sonntag in Goma angekommen war, sei Ebola bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium am späten Sonntagabend mit.

Der Mann kommt demnach aus der Provinz Süd-Kivu und war per Bus über Butembo, wo bereits etliche Menschen an Ebola erkrankt sind, in die Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu gereist. In Goma leben rund eine Million Einwohner. Allerdings sei das Risiko einer Ausbreitung in der Stadt «gering», da der Patient schnell identifiziert und isoliert worden sei und zudem alle Passagiere des Busses identifiziert worden seien, teilte das Gesundheitsministerium mit.

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Schluss mit dem Homöopathie-Hokuspokus

In Frankreich wurde entschieden, dass Patienten zukünftig homöopathische Mittel selbst zahlen müssen. Auch in Deutschland ist eine Debatte entfacht. Für Fabian Schmidt gibt es da keine Diskussion.

Fabian Schmidt | Deutsche Welle

Die Homöopathie ist eine obskure Irrlehre. Vermeintliche Heilungserfolge erklärt sie mit einem mystisch-magischen „Gedächtnis des Wassers“, mit „Energie“ und „Schwingungen.“ Dieser Hokuspokus ist um nichts wissenschaftlicher als die Geisterbeschwörungen der Santeria-Vodoo-Priester in Haiti.

Homöopathie ist durch die moderne Medizin eindeutig widerlegt. Damit gehört diese Ideologie allerhöchstens noch ins Gruselkabinett medizinhistorischer Forschung. Am besten legt man sie ganz hinten im letzten Regal ab – weit versteckt hinter den verstaubten, in Alkohol eingelegten Exponaten aus der pathologischen Sammlung von Rudolf Virchow. Denn dessen Grusel-Fundstücke sind immerhin noch ein Teil echter wissenschaftlicher Forschung gewesen und haben vor über einem Jahrhundert den Grundstein gelegt für die heutige moderne Medizin.

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Klöckner zu Unkrautvernichter: Kein Glyphosat-Verbot vor 2022

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)

Bis 2022 hat Glyphosat in der EU eine Zulassung. Bundesagraministerin Klöckner glaubt nicht, dass die verlängert wird. Anders als Österreich sieht sie aber keine Möglichkeit, den Unkrautvernichter schon vorher zu verbieten.

tagesschau.de

Bundesagrarministerin Julia Klöckner rechnet damit, dass der Unkrautvernichter Glyphosat 2022 EU-weit verboten wird. Dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte sie, es sei nicht davon auszugehen, dass es nach 2022 noch eine Mehrheit in der EU für eine Verlängerung der Zulassung geben werde.

Es sei aber nicht möglich, den Unkrautvernichter in Deutschland schon früher auf nationaler Ebene zu verbieten. „Das europäische Recht besagt, dass ein nationales Totalverbot nicht möglich ist, solange Glyphosat in der EU zugelassen ist“, so die CDU-Politikerin. Die Bundesregierung will aber bis zum Spätsommer eine Strategie vorlegen, wie der Einsatz des Unkrautvernichters zumindest verringert werden kann.

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„Aufschieberitis“ liegt auch in den Genen

Lieber morgen als heute: Der Hang zum Prokrastinieren liegt auch in den Genen. © Brain Jackson/ istock

Morgen ist auch noch ein Tag: Wer getreu dieses Mottos immer wieder Aufgaben aufschiebt, kann künftig seinen Genen die Schuld geben – zumindest als Frau. Denn wie eine Studie offenbart, lässt sich der Hang zum Prokrastinieren beim weiblichen Geschlecht an der Ausprägung eines bestimmten Gens ablesen. Dieser DNA-Abschnitt beeinflusst die Konzentration des Botenstoffs Dopamin im Gehirn: Je höher der Dopaminspiegel, desto eher neigen Frauen zum Aufschieben.

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Manche Menschen arbeiten ihre To-do-Liste lieber schnell ab, andere schieben unangenehme Aufgaben immer wieder vor sich her. Diese „Aufschieberitis“ kann im Extremfall so weit gehen, dass sie das Privat- und Berufsleben der Betroffenen beeinträchtigt. Doch wie lässt sich die Neigung zum Prokrastinieren erklären? Studien legen nahe, dass unter anderem die Gehirnanatomie eine Rolle spielt. So lässt sich der Hang zum Aufschieben an der Größe und Verknüpfung zweier Hirnareale ablesen.

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