Kohlekraft: Stilllegung nutzt der Gesundheit

Werden Kohlekraftwerke stillgelegt, sinkt in ihrem Umfeld die Zahl der Frühgeburten. © Danicek/ thinkstock
Positiver Effekt: Wenn alte Kohlekraftwerke geschlossen werden, profitiert nicht nur das Klima. Auch die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Anwohner bessert sich messbar, wie zwei Studien aus Kalifornien nahelegen. Die Zahl der Frühgeburten im Umfeld von acht Kraftwerken sank dort um 20 bis 25 Prozent, nachdem diese stillgelegt wurden. Zudem wurden auch mehr Kinder lebend geboren, wie die Forscher berichten.

scinexx

Über die Stilllegung alter Kohlekraftwerke wird vor allem in Deutschland heftig debattiert. Denn gerade diese Kraftwerke stoßen gemessen an ihrer Stromproduktion besonders viel Kohlendioxid aus und heizen damit den Klimawandel weiter an. Ein großer Teil der weltweiten CO2-Emissionen geht daher heute auf die Nutzung von Kohle zurück. Dass ein Kohleausstieg und ein Umschalten auf weniger CO2-intensive Technologien den Klimaschutz voranbringen kann, hat Großbritannien in den letzten Jahren demonstriert.

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Alarm auf Mallorca: Giftqualle vor Palma gesichtet

Imago
Die Portugiesische Galeere gilt als äußerst giftig. An der Ostküste Spaniens wurden Exemplare dieser Quallenart an Land gespült, worauf Strände in einer Länge von 100 Kilometer gesperrt wurden. Nun gibt es Quallenalarm auch auf Mallorca.

Die Presse.com

Quallen-Alarm kurz vor Sommerbeginn auf Mallorca: Vor der Küste der Inselhauptstadt Palma sei in der Nähe des beliebten Strandes Ciudad Jardin ein totes Exemplar der äußerst giftigen Quallenart Portugiesische Galeere (Physalia physalis) gefunden worden, schrieb der Notdienst der Balearen am Dienstag auf Twitter.

Die Regionalregierung der spanischen Inseln teilte mit, man führe in dieser Sache schon seit Wochen Untersuchungen durch, nachdem Exemplare der Portugiesischen Galeere bereits vor der Küste der Balearen-Inseln Ibiza und Formentera sowie in anderen Bereichen des Mittelmeeres gesichtet worden seien.

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Die Schweiz als Eldorado für deutsche Globuli-Fans

Ob homöopathische Mittel eine Wirkung erzielen, die über den Placebo-Effekt hinausgeht, ist hoch umstritten. (Bild: Keystone / Gaëtan Bally)
Dass die Krankenkassen hierzulande alternative Behandlungen bezahlen müssen, ist für deutsche Homöopathie-Anhänger der Beweis für die Wirksamkeit der Methode. Doch das ist eine Verdrehung der Tatsachen.

Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Ist Homöopathie mehr als Hokuspokus? Fans der kleinen weissen Kügelchen schwören darauf, dass diese helfen. Verfechter wissenschaftlicher Methoden halten dagegen, dass Stoffe, die so stark verdünnt werden, dass sie sich nicht mehr nachweisen lassen, keine heilende Wirkung erzielen können. Auch in Deutschland wird die Debatte in aller Schärfe ausgetragen – und die Anhänger der Homöopathie verweisen dabei immer wieder auf die Schweiz als Land, das für den Umgang mit der alternativen Heilmethode Vorbildcharakter habe.

In einem Artikel für die deutsche «Ärztezeitung» schrieben die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Cornelia Bajic, und ihr Kollege Michael Frass vor kurzem, in der Schweiz sei Mitte 2017 bestätigt worden, dass «die Homöopathie die Kriterien der wissenschaftlich belegten Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt». Das sei die gesetzliche Voraussetzung, um in den Leistungskatalog der obligatorischen Grundversicherung aufgenommen zu werden – anders als in Deutschland, wo die Kassen homöopathische Behandlungen zahlen dürfen, aber nicht müssen.

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In vielen alkoholfreien Bieren versteckt sich Glyphosat

Die Forscher von Stiftung Warentest haben alkoholfreies Bier getestet – und Rückstände von Glyphosat entdeckt Quelle: dpa-infocom GmbH
In einer aktuellen Auswertung haben Warentester den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in zahlreichen alkoholfreien Bieren entdeckt. Den Geschmackstest gewinnen die Craft-Biere – doch ausgerechnet dort lauert eine zweite Gefahr.

DIE WELT

Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat finden sich in vielen alkoholfreien Bieren. Das ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest von 20 alkoholfreien Bieren, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Abgesehen von zwei Bio-Bieren fanden die Tester in allen Produkten das umstrittene Pflanzenschutzmittel – in Flensburger Frei und Holsten Alkoholfrei sogar so viel, dass diese im „test“-Qualitätsurteil abgewertet wurden. Immerhin neun Sorten wurden aber insgesamt als „gut“ bewertet.

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Missbrauch: Ackermann bedauert Fehler seiner Diözese

Bild: ©KNA
Bereits 2006 hatte es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester des Bistums Trier gegeben. Die Diözese hätte damals „proaktiver und entschiedener“ handeln müssen, sagt Bischof Stephan Ackermann jetzt.

katholisch.de

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat Fehler im Umgang mit Hinweisen zu einem unter Missbrauchsverdacht stehenden Geistlichen eingestanden. „Ich bedaure, dass wir nicht schneller und klarer genug agiert haben“, sagte Ackermann nach Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle vom Dienstag. Bei den 2006 aufgekommenen ersten Hinweisen in Zusammenhang mit dem ehemaligen Pfarrer von Freisen im saarländischen Landkreis Sankt Wendel hätte das Bistum „proaktiver und entschiedener“ handeln müssen. Ackermann selbst ist erst seit 2009 Oberhirte von Trier.

Gleichzeitig erinnerte der Bischof daran, dass es in solchen Verfahren immer auch gelte, die Persönlichkeitsrechte aller Betroffenen zu wahren. „Dazu gehört besonders die gebotene Diskretion, die in der Öffentlichkeit nicht selten als mangelnde Transparenz wahrgenommen wird.“ Der Geistliche bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

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Todesfälle durch zunehmende Hitzewellen lassen sich verhindern

(Bild: „After the flood“ / Colleen / PD)
Hitzewellen zählen zu den Naturkatastrophen mit den meisten Todesopfern weltweit. Mit dem Klimawandel dürften sie häufiger und intensiver werden – was allerdings nicht unbedingt noch mehr Tote bedeuten muss.

Sascha Mattke | heise online

Steigende Temperaturen weltweit durch menschengemachten Klimawandel würden ohne Gegenmaßnahmen bedeuten, dass noch mehr Menschen bei Hitzewellen ums Leben kommen – dabei sind sie schon heute die Naturkatastrophe mit den meisten Todesopfern weltweit. Forscher mehrerer Institutionen haben sich mit diesem Thema beschäftigt und kommen zu einem relativ beruhigenden Schluss: „An vielen Orten müsste es möglich sein, aktiv zu werden und Anpassungen vorzunehmen“, heißt es in ihrer Anfang Mai in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlichten Studie. Das berichtet Technology Review online in „Die Gefahren der Hitze„.

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Blutgruppe beeinflusst Durchfall-Risiko

Wie krank eine E. coli-Infektion macht, hängt auch von der Blutgruppe ab. © Eraxion/ thinkstock
Fiese Keime: Menschen mit Blutgruppe A sind besonders anfällig für heftigen Reisedurchfall. Eine Studie zeigt: Diese Personen werden durch bestimmte, in Entwicklungs- und Schwellenländern verbreitete E. coli-Bakterien schneller und schwerer krank. Der Grund ist ein von den Erregern produziertes Protein. Dieses bindet besonders gut an Zuckermoleküle, die nur auf der Oberfläche von Zellen des Typs A vorkommen.

scinexx

Sie machen häufig Kleinkinder in Entwicklungsländern krank und verursachen bei Touristen die typische Reisediarrhoe: Enterotoxische Escherichia coli (ETEC) sind bestimmte Stämme des bekannten Darmbakteriums, die massiven wässrigen Durchfall auslösen können. Über verunreinigte Nahrung oder Trinkwasser befallen sie jedes Jahr Millionen von Menschen – bei zehntausenden verläuft die Infektion tödlich.

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Australischer Erzbischof wegen Pädophilie-Vertuschung verurteilt

foto: aap/peter lorimer/via reuters Philip Wilson drohen bis zu zwei Jahre Haft.
Philip Wilson soll in den 1970er-Jahren verhindert haben, dass ein pädophiler Priester zur Rechenschaft gezogen wurde

derStandard.at

Wegen der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen anderen Geistlichen ist der australische Erzbischof Philip Wilson am Dienstag schuldig gesprochen worden. Dem 67-Jährigen drohen nun bis zu zwei Jahre Gefängnis. Das Strafmaß wird erst später verkündet.

Ein Gericht in Newcastle kam zu der Überzeugung, dass der heutige Erzbischof von Adelaide in den 1970er-Jahren verhinderte, dass ein pädophiler Priester zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Der Geistliche soll sich an mindestens vier Jugendlichen vergangen haben.

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Fukushima: Wohin mit dem radioaktiven Wasser und der kontaminierten Erde?

3D-Rekonstruktion des Zustands im Reaktor 3. Bild: Tepco
Über eine Million Tonnen mit Tritium belastetes Wasser und 22 Millionen Kubikmeter Erde müssen entsorgt werden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Jahr für Jahr gab es Meldungen, dass sich die Möglichkeiten erschöpfen, kontaminiertes Wasser und andere radioaktiven Materialien von den havarierten Fukushima-Reaktoren noch weiter zu speichern. Ein Tank, der jeweils 1000 Tonnen aufnehmen kann, reiht sich an den anderen auf dem 230.000 Quadratmeter großen Gelände. Hunderte befinden sich hier, mehr Platz gibt es nicht mehr.

Das Problem ist lange bekannt, Tepco, der Betreiberkonzern des Fukushima-AKWs, würde das Wasser am liebsten ins Meer ablassen. Mehr als eine Million Tonnen mit Tritium belastetes Wasser soll ins Meer abgeleitet werden, hieß es zu Beginn des Jahres. 2018 müsse endliche eine Entscheidung getroffen werden. Obgleich oder weil die Abe-Regierung weiter auf Atomkraft setzt, zögert sie die unpopuläre Entscheidung hinaus. In Japan, aber auch im Ausland würde es einen Aufschrei geben, würde man viele Millionen Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer einleiten.

2011 hat Tepco nach der Katastrophe teilweise dekontaminiertes, aber weiter mit Tritium belastetes Wasser bereits ins Meer eingeleitet. Das wird in allen japanischen Kraftwerken routinegemäß gemacht, aber im Fall von Fukushima, wo sich in drei Reaktoren eine Kernschmelze ereignete, waren die Mengen einfach zu groß, denn es muss das aus den Reaktoren austretende hochradioaktive Kühlwasser, das in diese fortwährend gepumpt werden muss oder über Regen bzw. das Grundwasser eindringt, gereinigt und gespeichert werden.

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Plastic im Müesli

Zu viel Fett? Zu viel Zucker? Künftig werden wir uns auch fragen müssen: Zu viel Mikroplastic? (Bild: Imago)
Die Weltmeere, Flüsse, Seen und den Boden haben wir bereits mit Mikroplastic zugemüllt. Nun taucht der Kunststoff auch in unserem Essen auf.

Nicola von Lutterotti | Neue Zürcher Zeitung

Als mir kürzlich wieder einmal unangenehm auffiel, wie viel Plastic nach dem Einkauf im Supermarkt in der Tonne landet, musste ich an den guten alten Milchmann meiner Kindheit denken. Jeden Tag gegen sieben Uhr in der Früh zog er mit seinem klapprigen Verkaufswagen durch unser Revier, um seine Lebensmittel feilzubieten. Alle nannten ihn den Milchmann, doch verkaufte er auch andere Frischwaren. Er hiess, wenn ich mich richtig erinnere, Herr Bäcker. Jedenfalls hatte er einen Namen, der mir damals wie eine logische Konsequenz seiner beruflichen Tätigkeit erschien.

Wenn Herr Bäcker morgens laut bimmelnd durch unser Quartier fuhr und in seinem Bariton «Frische Milch!» rief, war er sogleich von einer Schar plappernder Anwohner umringt. Stets bester Dinge, schöpfte er dann mit grosser Kelle Milch aus einem riesigen Bottich und füllte den frischen Trunk in die Krüge und Flaschen, die wir ihm hinhielten.

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Hans-Christian Ströbele: „Ich trage einige Geheimnisse der RAF mit mir herum“

„Ich war gut im Schießen“: Western-Fan Ströbele Foto: Paulus Ponizak
Die Antwort kam prompt. Und sie fiel positiv aus. „Lieber Herr Ströbele, würden Sie mir ein Interview über das Altern geben?“, hatte ich per SMS gefragt. Und Hans-Christian Ströbele hatte rasch geantwortet: „Ja, würde ich. Bitte rufen Sie nächste Woche an.“

Von Markus Decker | Berliner Zeitung

Als ich im Büro des 78-Jährigen in Berlin-Moabit erscheine, ist er reservierter. „Ich muss ja nicht alles beantworten“, sagt er, leicht mürrisch. Das allzu Persönliche und Emotionale behagt Ströbele nicht. Die Antworten fallen dann kürzer aus. Und während der Anwalt und langjährige grüne Bundestagsabgeordnete bei den heiteren Themen auf seinem Bürostuhl vorrutscht, rutscht er bei den weniger heiteren schon mal ein Stück zurück.

Tatsächlich hat für Hans-Christian Ströbele hat eine neue Lebensphase begonnen, nachdem er das Parlament im Herbst verlassen und sein Büro Unter den Linden geräumt hat. Sein Renteneintritt kommt über zehn Jahre später als üblich. Und nach wie vor hat Ströbele keine Lust auf Ruhestand. Als wir uns nach neunzig Minuten bei einbrechender Dämmerung im Flur verabschieden, ist er wieder ganz in seinem Element. Es geht um die Politik – und um die Zukunft. Das ist sein Leben.

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Was auf dem Rezept verschwiegen wird

Rezepte auf Papier: Bringt die Digitalisierung mehr Transparenz beim Pillenschlucken? Bild: dapd
Die Papier-Rezepte muten Vielpillenschluckern einiges an Unsicherheit zu. Patienten und Ärzte wissen zu wenig über Arzneien. Bringt der digitale Umbau die Wende?

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Schöne verstaubte Gesundheitswelt. Damit soll jetzt Schluss sein, denn ab sofort soll sowieso alles einfacher, präziser, direkter und sicherer werden im Medizinbetrieb. „Wir hätten in den letzten vierzehn Jahren an der einen oder anderen Stelle den Hebel früher umlegen sollen.“ Der das jüngst vor großem Publikum sagte, der Unionspolitiker Jens Spahn, ist heute Bundesminister für Gesundheit und hat zwei Sätze vor diesem gesundheitspolitischen Offenbarungseid mitgeteilt, dass er selbst schon sechzehn Jahre lang in seiner Partei mit Regierungsverantwortung mit Gesundheitspolitik betraut ist. Jetzt gibt es jedenfalls eine Digitalisierungsabteilung in Berlin – aber auch einen Plan? Gute Ideen?

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Warum überlebten die Skripals den Anschlag mit dem angeblich tödlichste Nervengift Nowitschok?

Grafik: TP
Mit der Entlassung von Sergei Skripal aus dem Krankenhaus an einen unbekannten Ort entstehen neue Fragen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der 66-jährige russische Ex- und Doppelagent Sergei Skripal hat sich offenbar von dem Anschlag vom 4. März erholt und ist gestern aus dem Krankenhaus entlassen worden. Bei seiner Tochter Julia war dies viel schneller erfolgt, sie wurde bereits am 9. April entlassen. Der Polizist Nick Bailey, der die beiden auf der Parkbank gefunden hatte, war auch im Krankenhaus behandelt, aber schnell wieder entlassen worden.

Die Regierung, die zu schnell und ohne Beweise von einem Nowitschok-Anschlag, der von Russland ausgegangen sein soll, gesprochen hat, will die beiden Skripals weiterhin von der Öffentlichkeit fernhalten. Die Polizei gab bekannt, die Ermittlungen des „Antiterror-Polizeinetzwerks“ würden fortgesetzt. Aus Gründen des Schutzes der beiden Skripals wurde weder erklärt, wo sie sich aufhalten, noch welche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.

Bei Sergei Skripal teilte die Polizei schon gar nichts mit, warum er es vorzieht, an einem geheimen Ort versteckt zu werden und jeden Kontakt mit der Öffentlichkeit zu vermeiden. Julia soll in einem von ihr angeblich verfassten Text, den die Polizei veröffentlichte, erklärt haben, sie wünsche keine Besuche, auch nicht von Verwandten oder von der russischen Botschaft. Das kann man glauben oder nicht. Seltsam daran ist, dass die Polizei sicher lange und ausgiebig die beiden Skripals verhört hat, ohne dass die Untersuchung dadurch Fortschritte gemacht zu haben scheint. Es wurden nicht einmal neue vorläufige Ergebnisse bekannt.

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Weltgesundheitsbehörde stuft Ebola-Gefahr im Kongo auf „sehr hoch“

foto: mark naftalin/unicef via ap Mitarbeiter des Gesundheitssystems bereiten sich im Kongo auf Patientenbesuche vor. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr von Ebola, werden Betroffene in Quarantäne untergebracht.
Das gefährliche Virus hat eine Millionenstadt erreicht. Humanitäre Helfer und Behördenmitarbeiter bereiten sich auf das Schlimmste vor. Ein Impfstoff wird eingeflogen

Johannes Dieterich | derStandard.at

Die schlimmsten Befürchtungen von Seuchenexperten sind eingetroffen: Die vor zehn Tagen bekannt gewordene Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo, die erstmals in dem kleinen Regenwald-Städtchen Bikoro im Nordwesten des Landes registriert wurde, hat sich jetzt auf die Millionenstadt Mbandaka ausgeweitet. Aus der rund 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt am Kongofluss wurde am Donnerstag der erste bestätigte Fall der meist tödlich verlaufenden Infektionskrankheit gemeldet, zwei weitere Fälle müssen noch überprüft werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sprach von einer „besorgniserregenden“ Entwicklung: Nun bestehe die Gefahr einer „explosiven Zunahme“ der Ansteckungsfälle, sagte der Vizechef der Behörde für Katastrophenfälle, Peter Salama. Das Virus sei in einer Stadt sehr viel schwerer zu kontrollieren.

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Mückenspucke wirkt tagelang nach

Die inzwischen auch bei uns verbreitete Stechmücke Aedes aegypti ist Überträger vieler Krankheiten – doch schon ihr Speichel allein stört unser Immunsystem. © CDC
Stich mit Folgen: Wenn uns eine Mücke sticht, kann das unser gesamtes Immunsystem tagelang empfindlich stören. Denn der Speichel der Stechmücken enthält Substanzen, die die Immunabwehr in Alarmbereitschaft versetzen, wie Forscher herausgefunden haben. Selbst in weit entfernten Organen und Geweben werden dadurch Abwehrreaktionen ausgelöst. Sie sind sogar eine Woche nach dem Stich noch nachweisbar. Das könnte erklären, warum einige Krankheiten nach Mückenstichen besonders gravierend verlaufen.

scinexx

Ihr beständiges Summen nervt und ihre Stiche können höllisch jucken – doch Mücken sind oft mehr als einfach nur lästig. 750.000 Menschen sterben weltweit jedes Jahr als Folge eines Mückenstichs, weil die Blutsauger in ihrem Speichel gefährliche Krankheitserreger tragen. Malaria, Zika-Infektion, Dengue- und West-Nil-Fieber: All diese Erkrankungen werden durch Mücken übertragen.

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Bundesinstitut hat 104 Anträge auf Sterbehilfe erhalten: Weiter keine Hilfe zur Selbsttötung

Vor über einem Jahr hat das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil zur Abgabe tödlicher Medikamente an sterbewillige Patienten gefällt. Einem Medienbericht zufolge gibt es immer noch keine Lösung für die Betroffenen.

DOMRADIO.DE

Mittlerweile seien 20 der 104 Patienten, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt haben, ein Medikament zur Selbsttötung erwerben zu dürfen, gestorben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor, über die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Bisher habe das Institut über keinen der Anträge entschieden.

Hintergrund ist, dass die Bundesregierung ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bislang nicht umgesetzt hat. Das Gericht hatte im März 2017 geurteilt, dass das Bundesinstitut Schwerstkranken den Kauf einer Selbsttötungsarznei in „extremen Notlagen“ nicht verwehren dürfe. Der damalige Gesundheitsminister Hermann Gröhe hatte das Urteil kritisiert und erklärt, Behörden dürften nicht zum Handlanger von Selbsttötungen werden.

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EU-Kommission verklagt Deutschland wegen zu schlechter Luft

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
  • Die EU-Kommission hatte bereits 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und andere Länder eingeleitet. Jetzt folgt die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
  • In einem zweiten, Ende 2016 gestarteten Verfahren wirft die EU-Kommission der Bundesregierung im Abgasskandal massive Versäumnisse vor.

Süddeutsche Zeitung

Wegen zu schmutziger Luft in vielen deutschen Städten verklagt die EU-Kommission Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof. Zudem ermahnte sie Deutschland und andere Länder erneut wegen der zu zögerlichen Reaktion auf den Dieselskandal bei Volkswagen.

Bei der Klage geht es um die Missachtung von EU-Grenzwerten für Stickoxide, die bereits seit 2010 verbindlich für alle EU-Staaten sind. Auch 2017 wurden sie in 66 deutschen Städten überschritten, in 20 Kommunen sogar sehr deutlich. Verantwortlich gemacht werden vor allem Dieselautos, deren Zahl jahrelang stark zunahm. Durch den Dieselskandal wurde deutlich, dass sie im Verkehr auch weit mehr Schadstoffe ausstoßen als in Tests.

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Mittel gegen Metastasen entdeckt?

Krebs wird besonders gefährlich, wenn er Metastasen bildet. © Selvanegra/ thinkstock
Potenzielle Waffe gegen streuende Tumore: Forscher haben ein mögliches Mittel gegen die Metastasenbildung bei Krebs entdeckt. Bei Mäusen, die an Bauchspeicheldrüsen-, Brust- und Prostatakrebs erkrankt waren, hemmte der Wirkstoff die Bildung von Metastasen deutlich – und die Nager lebten länger. Gibt es die nötige behördliche Erlaubnis, sollen schon bald Studien am Menschen folgen.

scinexx

Die Diagnose Krebs ist heute längst kein Todesurteil mehr: In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die Überlebensrate von Patienten signifikant verbessert – mit einer Ausnahme. Bildet der Tumor Metastasen und streut in andere Organe, sieht die Prognose noch immer düster aus. Daran haben auch die jüngsten Fortschritte in der Medizin nichts geändert. „Es gibt viele Medikamente, die Krebszellen abtöten sollen. Doch es existiert kein einziges Mittel, das speziell die Metastasenbildung bekämpft“, sagt Juan Marugan vom NIH Chemical Genomics Center in Rockville.

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Werbeverbot für Abtreibungen

Ärzte für das Leben e.V. begrüßen nach Ärztetag-Beschluss „diese unerwartet klare Positionierung unseres Berufsstands zum Werbeverbot für einen ärztlichen Eingriff, der stets die gezielte Tötung eines Kindes vor seiner Geburt zur Folge hat“.

kath.net

„Ärzte für das Leben e.V. begrüßen diese unerwartet klare Positionierung unseres Berufsstands zum Werbeverbot für einen ärztlichen Eingriff, der stets die gezielte Tötung eines Kindes vor seiner Geburt zur Folge hat“. Dies sagte Prof. Paul Cullen, erster Vorsitzender der Ärzte für das Leben. Bei dem am 11. Mai 2018 zu Ende gegangenen 121. Deutschen Ärztetag haben sich die Delegierten gegen einen Wegfall oder eine Einschränkung des in § 219a StGB kodifizierten Werbeverbots für Abtreibungen ausgesprochen.

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Landtag fordert Aufklärung des Trinkwasserskandals in Altötting

Blutspenden aus dem Landkreis Altötting verwendet das BRK vorerst nur zum Herstellen von Medikamenten, aber nicht für Transfusionen an Menschen. (Foto: KPF)

 

  • Im Herbst 2017 wurden Blutspenden von Bewohnern der Gemeinde Emmerting untersucht, deren PFOA-Konzentration weit über den normalen Werten lag.
  • Zu Beginn dieses Jahres gab es umfangreichere Bluttests, deren Auswertung sich hinzieht.
  • Nun fordert der Landtag rasche Aufklärung.

Von Matthias Köpf | Süddeutsche Zeitung

Es ist zwölf Jahre her, dass Aktivisten von Greenpeace in der Alz standen und Flusswasser zurück auf das Gelände des Chemieparks Gendorf leiteten. Sie haben damit erstmals öffentliche Aufmerksamkeit gelenkt auf eine Belastung dieses Wassers mit der vermutlich krebserregenden Perfluoroctansäure (PFOA).

In der Folge wurden Untersuchungen angestellt und ein Trinkwasserbrunnen mit einem Filter ausgerüstet. Umfangreichere Bluttests in der Region gab es aber erst zu Beginn dieses Jahres, obwohl die Trinkwasserkommission des Umweltbundesamts solche Tests in einem ähnlichen Fall schon 2006 empfohlen hatte.

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