Archiv der Kategorie: Gesundheit

The Deep Web Suicide Site

Image: Motherboard.vice.com

The deep web is not just a place for drugs and criminals. It hosts whistleblower platforms, Chinese netizens circumventing the country’s censorship Great Firewall, and a lot of other perfectly legal websites—heck, even Facebook is ​on it

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai|MOTHERBOARD

There’s also a new website that’s on the edge between legality and illegality, between empathy and what some would see as sinfulness: a forum to discuss anything related to suicide, from suicidal thoughts and fantasies, to actual methods of killing oneself.

It’s called Sanctioned Suicide, and its professed ethos is to give anyone a safe and completely anonymous haven to talk about their darkest thoughts.

“It is a place for people to find help and a place to vent,” Apollo, the pseudonymous founder of the site, told Motherboard, “as well as a place to find a suitable way of choosing to end their own lives, if that is their desire.”​

Suicide is a taboo in our society, but it’s also a tragic reality. In 2013, there were more than 41,000 reported deaths by suicide in the United States, making it the 10th leading cause of death in the country, according to the Centers​ for Disease Control and Prevention.

Leading suicide prevention organizations see it as a health crisis.

“While suicide is a leading cause of death, it is preventable. As a nation, we have a mental health crisis,” read a statem​ent from the American Foundation for Suicide Prevention last year. “To reverse the trend of suicide increasing, we need to invest in research, education, and support policy that helps people with mental disorders get the help they need.”

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Genetik: Der Genschatz der Isländer

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island. Bild: ©Alex Akesson.

Island ist eine wahre Fundgrube für Genetiker: Eine homogene Gruppe, lange von der Außenwelt abgeschottet. Die Entschlüsselung des isländischen Genoms soll helfen, Risiken früh zu erkennen und neue Heilmethoden zu finden.


Moderator Dominik Schottner|DRadio Wissen

Die Isländer sind ein überschaubares Volk. Auf einer Fläche so groß wie Bayern, leben rund 300.000 Menschen. Nicht mehr als in Bielefeld, Augsburg oder Chemnitz. Rund sechs Jahrhunderte lang blieben die Isländer unter sich. Das führte dazu, dass die Menschen nah miteinander verwandt sind und der Genpool recht homogen ist.

“Es gab ein riesiges Experiment von Inzucht auf der Insel. Das hatte keine schlimmen Folgen, aber vergleichsweise sind die Isländer viel enger miteinander verwandt als hier in Deutschland.”

Michael Lange, Wissenschaftsjournalist

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Sekten-Info NRW: «Geistheiler werden immer dreister und gefährlicher»

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Sekten-Info NRW bietet Hilfe für Betroffene und Angehörige an, die im Konflikt mit Glaubensgemeinschaften stehen. Falsche Geistheiler beispielsweise hielten Patienten von wichtigen Arztbesuchen ab, warnen die Experten.


Westfälische Nachrichten

Nach den Erfahrungen von Sektenexperten sind in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen Opfer falscher Versprechungen von Geistheilern geworden. Mit dem Erfolg der Esoterikwelle seien auch die Methoden der Wunderheiler dreister geworden, sagte die Leiterin von Sekten-Info NRW in Essen, Sabine Riede. Die Beratungsstelle stellt heute ihren Jahresbericht 2014 mit aktuellen Fällen vor.

Nach den Worten von Riede behaupten beispielsweise Esoterik-Heiler ohne medizinische Ausbildung, bei Krankheiten helfen zu können und halten so Patienten von einem wichtigen Arztbesuch ab. Die Zeugen Jehovas und Scientology seien immer noch gefährlich, warnte die Expertin. Die Anzahl an Beratungsfällen habe sich zwar nicht groß verändert, es gebe es aber inzwischen mehr Menschen, die aus solchen Gruppierungen ausstiegen.

Vorsitzende des Ethikrats warnt vor Überregulierung der Sterbehilfe

Bild: Deutscher Ethikrat

Bild: Deutscher Ethikrat

Woopen: In Gewissensentscheidung weder gesetzlich noch standesrechtlich eingreifen


Cicero

Die Entscheidung über ärztlich assistierten Suizid soll nach Ansicht der Vorsitzenden des Ethikrats, Christiane Woopen, dem behandelnden Mediziner überlassen werden. „Nicht nur der Gesetzgeber sollte sich zurückhalten, auch die ärztliche Berufsordnung“, sagte sie dem Magazin Cicero (Aprilausgabe). „Eine Gewissensentscheidung sollte weder per Gesetz reguliert noch standesrechtlich verboten, sondern einfach nur akzeptiert werden.“

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Pestizid Glyphosat: krebserregend oder nicht?

Glyphosat wird auch auf rund einem Drittel der deutschen Äcker eingesetzt © thinkstock

Besorgniserregend oder übertrieben? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Herbizid Glyphosat als “krebserregend bei Menschen” eingestuft. Das aber würde bedeuten, dass das weltweit am häufigsten eingesetzt Pestizid gesundheitsschädlich ist. Ob die WHO damit zu weit vorgeprescht ist oder ob Grund zur Sorge besteht, darüber wird nun heftig diskutiert. Auch Forscher sind geteilter Meinung.


scinexx

Dass wir unsere intensive, durch Spritzmittel auf Ertrag getrimmte Landwirtschaft mit Risiken für Umwelt und Gesundheit erkaufen, ist nicht neu: So dürfen drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide in der EU nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden, weil sie Bienen schädigen und Mitschuld am Bienensterben haben könnten. Auch der Rückgang vieler Vogelarten könnte laut Studien auf die Neonicotinoide zurückzuführen sein. Bei dem Pestizid Methoxychlor gibt es zudem Hinweise auf generationsübergreifende Gesundheitsschäden.

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Saudi-Arabien: 60 Prozent der geplanten Ehen werden aufgrund “genetischer Inkompatibilität” abgebrochen

King Fahd Road in Riad. Bild: BroiadArrow/CC-BY-3.0

Seit 2004 ist ein vorehelicher Gen- und Gesundheitstest in der fundamentalistischen Monarchie verpflichtend


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Saudi-Arabien hat ein doppeltes Gesicht. Die autoritäre Monarchie mit einer extrem fundamentalistischen, patriarchalischen Religion, die archaische Verhaltensweisen vorschreibt und sanktioniert, rüstet gleichzeitig mit moderner Technik auf. Dass die Benutzung von Hightech aus dem Westen mit dem radikalen Islamismus harmoniert, führt auch der Islamische Staat vor, dessen Ideologie dem wahabitischen Islam Saudi-Arabiens gleicht.

In Saudi-Arabien wurden 2004 verpflichtende Gen- und Gesundheitstests vor der Heirat eingeführt. Jährlich nehmen an dem Programm “Gesunde Heirat” 270.000 bis 300.000 Menschen teil. 2014 trennten sich aufgrund festgestellter “genetischer Inkompatibilitäten” 165.000 heiratswillige Menschen nach Angaben von Medien. 60 Prozent der Teilnehmer trennen sich nach dem Test durchschnittlich von ihrem Heiratspartner, weil angeblich großes Risiko für Erbkrankheiten bei möglichen Kindern besteht.

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Polen: Priester wegen Missbrauch zu sieben Jahren verurteilt

missbrauch_kathol

Der ehemalige Priester Wojciech G. ist wegen Kindesmissbrauch zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem muss er rund 37.000 Euro Entschädigung an die Opfer zahlen. Er soll über Jahre in Polen und der Dominikanischen Republik Kinder sexuell missbraucht haben.


Von Lars Leschewitz|POLEN HEUTE

Der ehemalige Priester Wojciech G. ist von einem Gericht wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige zu sieben Jahr Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte ist in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Für 15 Jahre darf er keinen Beruf im Bildungs- oder Erziehungsbereich ausüben.Er muss zudem 150.000 Zloty (rund 37.000 Euro) Entschädigung an die Opfer zahlen. Weitere Zivilklagen durch die Opfer sind zudem noch möglich.

Wojciech G. soll in seiner Funktion als geistliches Gemeindeoberhaupt in der Dominikanischen Republik und in Polen jahrelang Minderjährige missbraucht haben. Der Geistliche war Mitglied der Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael. Nach Aussage des Vatikans wurde er jedoch nach Bekanntwerden der Taten auf eigenen Wunsch zum Laienbruder degradiert.

Wissenschaft: Künstliche Hand mit Feingefühl

Ingenieurin Filomena Simone mit dem Prototyp der künstlichen Hand mit Muskeln aus Formgedächtnis-Draht. © Oliver Dietze

Nach dem Vorbild der Natur: Intelligente Drähte als Muskeln verleihen einer künstlichen Hand ein außerordentliches Feingefühl. Mit der von deutschen Ingenieuren entwickelten Technik sollen sowohl flexible und leichte Roboterhände als auch neuartige Prothesen möglich sein. Da die sogenannten Formgedächtnis-Drähte auch selbst wie Sensoren funktionieren, kann die künstliche Hand äußerst präzise Bewegungen ausführen.


scinexx

Die menschliche Hand ist das perfekte Werkzeug: Sie ist außerordentlich beweglich, vielseitig und anpassungsfähig. Das vollkommene Zusammenspiel von Muskeln, Bändern, Sehnen, Knochen und Nerven weckt unter Wissenschaftlern seit langem den Wunsch, ein flexibles Werkzeug nach diesem Vorbild zu schaffen. Künstliche Hände, wie etwa die von Robotern in Fertigungsstraßen, benötigen aber derzeit noch viel Technik im Hintergrung: Sie sind abhängig von Gerätschaften wie Elektromotoren oder Druckluft, sie sind oft schwer, laut und teuer. Außerdem sind sie oft vergleichsweise unflexibel, nur auf wenige Bewegungsabläufe zugeschnitten.

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Infolge einer Abtreibung stirbt alle elf Minuten eine Frau

Jedes Jahr sterben 47.000 Frauen weltweit an den Folgen einer Abtreibung. Das ergibt im Schnitt alle elf Minuten ein ausgelöschtes Leben. Dabei wären fast alle diese Tode vermeidbar.


Von Kathrin Witsch|Huffington Post

Diese Schätzung hat das “Guttmacher Institute” veröffentlicht, eine Non-Profit-Organisation, deren Daten auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet werden. Demnach gab es 2008 (das sind die neuesten verfügbaren Angaben) etwa 44 Millionen Abtreibungen weltweit, die meisten davon in Entwicklungsländern.

Abtreibung als Straftat

Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung. Fast alle Industrieländer haben zwischen 1950 und 1985 aus Gründen der Menschenrechte und Sicherheit ihre Abtreibungsgesetze liberalisiert. Da wirkt umso tragischer, dass die meisten Frauen nach einer Abtreibung in jenen Ländern sterben, wo es aufgrund der strikten Gesetzeslage keine andere Möglichkeit als eine illegale Abtreibung gibt, in Brasilien, Afghanistan, Chile und Nigeria etwa.

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150 Parlamentarier sorgen sich um Bluttest auf Down-Syndrom

Schema des Genoms bei freier Trisomie 21. Bild: wikimedia.org/PD

Parlamentarier aus allen Fraktion befürchten steigenden Druck, Trisomie 21-Kinder abzutreiben – Hüppe: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“


kath.net

Der Bluttest zur vorgeburtlichen Feststellung des Down-Syndroms (Trisomie 21) bereitet 150 Abgeordneten aus allen vier Fraktionen im Deutschen Bundestag Sorgen: Sie haben eine 18 Fragen umfassende „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt. Hintergrund sind die Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über eine Erprobung des Bluttests. Ergebnis könnte seine Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sein. Dann würden sie die Kosten erstatten. Aktuell wird diese Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis durchgeführt. Der Preis liegt bei mindestens 485 Euro. Die Abgeordneten befürchten, dass die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, dieses Angebot zu nutzen. Damit erhöhe sich der Druck, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern könnten bei einer Entscheidung für ein behindertes Kind künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten. Verwiesen wird auf Dänemark. Dort werde der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten. Seitdem habe sich die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert. Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie sich die Zahl der mit Trisomie 21 lebend geborenen Kinder in Deutschland während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat und worin der medizinische Zweck der Blutuntersuchung bestehe. Nach eigenen Angaben handelt es sich seit der Deutschen Einheit 1990 um die erste Kleine Anfrage, die von allen Bundestagsfraktionen getragen wird.

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Sterbehilfe: Meinungen von Kirche und Gesellschaft gehen auseinander

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Bei der Diskussion um die Sterbehilfe prallen weltliche und christliche Wertesysteme aufeinander. Die Kirche positioniert sich deutlich dagegen.


Von Stefanie Schoene|Augsburger Allgemeine

Ignatz Meszaros ist fest im Glauben verwurzelt, seine Haltung zur Selbsttötung klar: „Meine Frau ist seit sechs Jahren sehr schwer krank. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Leben ausgelöscht wird. Gott hat es ihr geschenkt, es zu nehmen, wäre gegen seinen Plan.“ Von der Informationsveranstaltung „Sterben nach Plan?“ des Diözesanrats der Katholiken erhofft er sich eine klare Stellungnahme der Kirche zu Freitod und Sterbehilfe.

Die Beihilfe zur Selbsttötung – also das Gift besorgen – ist bisher eine straffreie Form der Sterbehilfe, weil die Haupttat, der Suizid, nicht strafbar ist. Voraussetzung: Der Sterbewillige muss die Kontrolle haben, also das Gift selbst einnehmen. Die Helfer riskieren auch nicht mehr, wegen unterlassener Hilfeleistung belangt zu werden, weil sie keine Rettung versucht haben. 2010 sprach ein Gericht einen Notarzt von der Rettungsverpflichtung bei einem eindeutig autonomen Freitod frei.

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Illegale Arznei MMS: Wirkt der Stopp des gefährlichen “Heilmittels”?

Bild. Pinterest

Bild. Pinterest

Eine Bundesbehörde hat MMS als bedenkliches, nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft. Damit ist der Verkauf ab sofort illegal – doch die Hintermänner machen weiter. Selbst eine Esoterikmesse, auf der MMS beworben wird, kann stattfinden.


SpON

Dieses “Wunder” ist gefährlich: Seit Monaten wird ein vermeintliches Heilmittel über das Internet beworben und über dubiose Online-Shops verkauft: “Miracle Mineral Supplement“, kurz MMS. Es wurde erfunden von Jim Humble. Der frühere Scientologe erklärt, sein Mittel helfe gegen allerhand Leiden gleichzeitig – Alzheimer, Krebs, MS, Autismus.

Nicht nur Behörden in Amerika, Kanada und Frankreich warnen vor MMS. Unerwünschte Wirkungen des Mittels sind Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor Kurzem zwei MMS-Präparate als zulassungspflichtige und bedenkliche Arzneimittel eingestuft – damit ist der Verkauf ab sofort illegal. Trotzdem geht der Verkauf von MMS-Präparaten im Netz weiter. Auch eine Esoterikmesse, die im April in Kassel stattfinden soll, und auf der laut Programm für MMS geworben wird, darf stattfinden.

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“Neue Homöopathie” können Sie sich sonst wo hinmalen

Malen Sie sich einfach ein “S” auf die Stirn. – Foto: Florian Aigner

Für die „neue Homöopathie“ braucht man keine Zuckerkügelchen. Ein Stift genügt – vorausgesetzt, es stört Sie nicht, dass die Wirkung ausbleibt.


Von Florian Aigner|futurezone

Wenn jemand mit seltsamen Streifen am Gesicht herumläuft, dann ist er eventuell ein Anhänger altertümlicher Riten. Vielleicht ist er auch einfach nicht besonders gut darin, sich nach dem Essen die Tomatensoße abzuwischen. Es kann allerdings auch sein, dass es sich um einen Anhänger der neuen Homöopathie handelt.

Der Wiener Techniker Erich Körbler hat nämlich vor Jahrzehnten mit Hilfe seiner Wünschelrute herausgefunden, dass man praktisch alle Krankheiten ganz einfach heilen kann. Man muss sich nur geometrische Symbole auf die Haut malen. Diese Idee, die heute als „neue Homöopathie“ verkauft wird, ist so verquer, dass man sie schon fast wieder charmant finden muss. Mit der gewöhnlichen Homöopathie hat sie eigentlich wenig gemeinsam – bloß den Glauben, mit Effekten zu heilen, die es wissenschaftlich betrachtet gar nicht gibt.

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Alternativmedizin bei Plasberg: Von Impfgegnern und Geistheilern

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Der Plasberg-Talk über Impfgegner und alternative Heilmethoden war zwar unterhaltsam, aber wenig konstruktiv. Weil Kritik an Impfungen pauschal als Esoterik abgetan wurde, blieben wichtige Fragen offen.


Von Irene Habich|SpON

Fast schon ein kleiner Themenabend wurde ARD-Zuschauern am Montag geboten: In der Doku “Ich mach dich gesund! Scharlatane und falsche Heiler” von Reinhold Beckmann ging es unter anderem um Therapeuten, die ihren Patienten gefährliche Kombinationen illegaler Drogen verabreichen. Der Moderator hatte auch selbst in Wallraff-Manier ermittelt: Mit versteckter Kamera ließ er sich dabei filmen, wie ihm eine Heilerin ohne Ausbildung den Knöchel verrenkte.

So richtig schockierend war das nicht, aber allemal lustig. Unter dem Motto: “Von Impfgegnern bis zu Geistheilern – alles nur Aberglaube?” wurde anschließend in Frank Plasbergs Talk “Hart aber fair” diskutiert. Von vornherein flog so in denselben Themen-Topf, was dort nur bedingt hineingehört. Das sollte sich auch im Laufe der Sendung nicht ändern.

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Dodo Bonelli: Natürlich kann auch ein religiöser Mensch psychische Probleme haben

Raphael_M_Bonelli

Sie fragen, Psychiater Raphael Bonelli beantwortet auf kath.net Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Religion – Sie schreiben, der Psychiater antwortet. Heute Frage 2 über religiöse Menschen und psychische Probleme


kath.net

Sie suchen Antworten auf Lebensfragen. Seit vielen Jahren berät Psychiater Prof. Dr. Raphael Bonelli Menschen in Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Religion. Ab sofort können Sie ihm eine Frage via Email stellen. In regelmäßigen Abständen wird der Wiener Mediziner vielleicht auch Ihre Frage beantworten. Die Fragen werden diskret behandelt und anonymisiert auf http://www.kath.net veröffentlicht. Schreiben Sie noch heute in möglichst kurzer Form Ihre Frage an bonelli@kath.net Schon morgen könnten Sie darauf eine Antwort bekommen.

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Sauberer Schnitt in die menschliche Evolution

DNA, image: Mirny et al/MIT

DNA, image: Mirny et al/MIT

Eine neue Genetik erlaubt präzise Eingriffe in das menschliche Erbgut. Befürworter hoffen auf das Ende von Krebs und Diabetes. Kritiker befürchten die Manipulation von Embryonen.


Von Kathrin Zinkant|Süddeutsche.de

Das Napa Valley ist zu Jahresbeginn kein schlechter Ort für eine kleine Reise. Während anderswo noch Tristesse herrscht, explodiert zwischen den Rebstöcken Kaliforniens das Leben. Die strahlend gelbe Senfblüte beginnt, und mit ihr strömen Erholungswillige, Hochzeitspaare, Weinliebhaber ins berühmte Tal. Bisweilen kommen aber auch Forscher hinzu, wie vor wenigen Wochen, als sich eine Gruppe namhafter Wissenschaftler ins idyllische Carneros zurückzog. Unter ihnen: der Nobelpreisträger Paul Berg und einer der Pioniere der Gentechnik, David Baltimore vom California Institute of Technology in Pasadena. Der Anlass des Treffens war ernst. Die Forscher mussten reden. Über ein recht junges, aber schon weit verbreitetes Verfahren, das sogenannte Genome Editing oder Genomic Engineering. Es gestattet mit nie da gewesener Präzision einen Eingriff ins Erbgut aller Lebewesen, auch in das des Menschen. Und – bislang theoretisch – auch in das Erbgut von menschlichen Keimzellen oder Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstehen. Ob das aber wirklich noch Theorie ist?

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Seelsorger ermutigt zu Abschiedsritualen auch für Menschen ohne Konfession

Bild. wikimedia.org/CC-BY- 2.5 Generic

Der Potsdamer Krankenhausseelsorger Johannes Albrecht ermutigt zu Abschiedsritualen auch für konfessionslose Menschen.


evangelisch.de

Dies betreffe Sterbende, Angehörige sowie Beschäftigte etwa in Krankenhäusern und in Hospizen gleichermaßen, sagte der evangelische Theologe am Samstagabend bei einem Fachkongress in Bremen. Das Bedürfnis, Abschied zu nehmen, sei nicht an eine Konfession gebunden, sondern sei ein spirituelles Grundbedürfnis des Menschen. “Rituale geben Halt und Orientierung, sie wirken emotional und geben so Geborgenheit”, erläuterte Albrecht.

Abschiedsrituale seien Teil des Trauerweges, fügte der Seelsorger hinzu. In einem Workshop im Rahmen des 9. Bremer Kongresses für Palliativmedizin schlug er vor, beispielsweise statt einer kirchlichen Aussegnung eine Abschiedsfeier zu organisieren. Statt Psalmen könnten spirituelle Gedichte, statt einem Gebet ein “Wort an das Leben” gesprochen werden.

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Nährstoffmythos: Über die Sinnlosigkeit von Vitamintabletten

Foto: Getty Images Vitaminpillen muss fast niemand für seine Gesundheit schlucken. Der Körper kann sich aus der Nahrung versorgen – und viele Vitamine selbst recyceln

Eine rote Pille für den Muskelaufbau, eine blaue mit Antioxidantien. Nicht nur unter Sportlern sind Vitaminpräparate beliebt. Dabei sind die meisten sinnlos – und einige können sogar schaden.


Von Jörg Zittlau|DIE WELT

“Fit in den Frühling”, “Mit Vitaminen gegen die Frühjahrsmüdigkeit” – wenn der Winter sich verabschiedet, hört man, dass die Zeit für eine Extraportion Vitamine gekommen ist. Um die im Winter geleerten Speicher wieder aufzufüllen, um sich vor der intensiveren Sonnenstrahlung zu schützen, um in Sport und Beruf belastbarer zu sein.

In Deutschland geben die Menschen in einem Jahr 1,2 Milliarden Euro für Vitaminpräparate aus. Doch wissenschaftliche Daten sprechen gegen den Sinn dieser Investition – und mitunter ist sie sogar gefährlich.

Eine rote Pille für den Muskelaufbau, eine blaue für die Regeneration. Gerade unter Sportlern sind Vitaminpräparate beliebt. Sie erhoffen sich von den antioxidativen Vitaminen C und E, dass sie als sogenannte Radikalfänger die Muskeln vor Sauerstoffradikalen schützen und so die Trainingsergebnisse verbessern. Doch eine Studie der Sporthochschule Oslo zeigt, dass die Einahme dieser Vitamine auch zum Gegenteil führen kann.

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Apple und die Datenmedizin: Zahlen sind alles

Bild: clericalwhispers.blogspot.com

Bild: clericalwhispers.blogspot.com

Beim jüngsten “Spring Forward”-Ereignis hatte Apple zwischen all dem faszinierenden und dem weniger faszinierenden Spielzeug überraschenderweise der evidenzbasierten Medizin ein Angebot zu machen: ResearchKit, ein Entwicklungstool, mit dem man ernstzunehmende Apps für klinische Studien entwickeln kann.


Von Marcus Hammerschmitt|TELEPOLIS

Klinische Studien: Seit den Skorbut-Versuchen von James Lind sind sie das wichtigste Mittel des medizinischen Fortschritts. Natürlich können sie frisiert und für alles Mögliche missbraucht werden, so zum Beispiel für die Simulation wissenschaftlicher Respektabilität, die gar nicht vorhanden ist (Das Netz als Sieb).

Aber gut geplante und ehrliche Studien sind bei der Prüfung der Qualität von medizinischen Verfahren und von Medikamenten unverzichtbar. Das gilt natürlich auch für die Behandlung und Überwachung chronischer resp. degenerativer Krankheiten, bei denen es nicht so sehr auf die kurzfristige Wirksamkeit von Therapien ankommt, als auf die Sicherung der Lebensqualität Betroffener über eine lange Zeit, manchmal über Jahrzehnte hinweg. Bei manchen lang anhaltenden Problemlagen geht es auch um Vorsorge, die das Eintreten einer bestimmten Krankheit verhindern oder verzögern soll, oder die Nachsorge, die Rückfälle ausschließen oder abschwächen soll.

Apps für Asthma, Parkinson, Brustkrebs, Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten

Ob die Reaktionen auf all diese medizinischen Grundkonstellationen sinnvoll sind, erfährt man durch Studien. Und der Wert dieser Studien steht und fällt wiederum mit der Quantität und der Qualität der Daten, die sie generieren. Eine chronische Klage von Medizinern in diesem Zusammenhang ist, dass Studien mit zu wenigen Teilnehmern arbeiten, und dass diese Teilnehmer zudem aus viel zu homogenen gesellschaftlichen Gruppen stammen.

Eine Studie ist aber umso relevanter, je enger die Teilnehmer einen repräsentativen Querschnitt der Gesamtbevölkerung darstellen. De facto sieht es leider bis heute oft so aus, dass Wissenschaftler per Anzeigen, Aushangzetteln oder mit anderen antiquierten Methoden nach Teilnehmern suchen, und was sie auf diese Weise erhalten, ist nur allzu oft ein Müsli mit viel zu vielen Rosinen, Haselnüssen oder Haferflocken.

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Das Höllenloch von Jharia Kohlefeuer in Indien: Inferno vor der Haustür

Themenbild.

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Seit fast hundert Jahren brennt im indischen Jharia ein Feuer unter der Erde; langsam frisst es sich durch den Boden – eine ökologische Katastrophe. Reisejournalist Johnny Haglund dokumentiert das Leben der Menschen am Höllenschlund.


SpON

Jharia – Wie genau das Feuer entstand, wissen sie im indischen Jharia nicht mehr. Am wahrscheinlichsten ist, dass die Kohleminen nicht richtig verschlossen wurden, damals, 1916. Seither brennt in der Stadt im Westen Indiens das Feuer. Verschluckte Hunderte Gebäude, verkohlte die Erde, vertrieb Menschen aus ihren Häusern, fraß sich mit der Zeit durch 41 Millionen Tonnen Kohle.

In vielen Ländern brennt es unterirdisch, vor allem Indien, China, Indonesien, Südafrika und die USA sind betroffen. Meist haben sich Kohleflöze entzündet. Die Brände lassen sich nur sehr schwer löschen.

In Jharia brennen mittlerweile 70 Feuer, die Gegend sieht aus, wie der brennende Eingang zur Unterwelt, wie das fiktive Schattenreich Mordor aus “Der Herr der Ringe”. Die Menschen in Jharia haben gelernt, mit den Flammen zu leben – auch wenn sie schädlich sind.

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