Ohr aus dem 3-D-Drucker – Nanozellulose-Hydrogel als Gerüst für biomedizinische Implantate

Das Gerüst für ein neues Ohr – aus dem 3-D-Drucker © Empa
Gedrucktes Implantat: Ein Hydrogel aus dem 3D-Drucker könnte künftig Gerüste für medizinische Implantate bilden – beispielsweise Knorpelersatz in Ohren oder Kniegelenken. Die neuen Implantat-Gerüste bestehen aus Nanozellulose, einem aus Holz gewonnen Material. Gemeinsam mit einem Biopolymer lässt es sich in der gewünschten Form drucken und dann mit lebenden Zellen bestücken.

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Der 3D-Druck ist längst nicht mehr nur ein Werkzeug der Industrie und Technik – auch in der Medizin kann er nützliche Dienste leisten. So haben bereits verschiedene Silikon-Implantate mittels 3D-Druck produziert und sogar biologische Gewebe wie funktionsfähige menschliche Haut oder künstliche Eierstöcke sind bereits mit Spezialdruckern erzeugt worden. Ein weiteres Anwendungsfeld für den 3D-Druck ist der Einsatz im Tissue-Engineering: Auf maßgeschneiderten bioverträglichen Gerüsten können Forscher Zellen kultivieren und so Gewebe und Organe für die Medizin züchten.

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Apostel schießt auf Mann – schwer verletzt

Bild: © picture alliance/blickwinkel/F. Bagyi (Symbolbild)
Bischof Vjekoslav Huzjak liebt das Jagen. Jetzt kam es dabei jedoch zu einem tragischen Unfall: Statt das anvisierte Wildschwein traf der kroatische Oberhirte mit seinem Gewehr einen anderen Jäger.

katholisch.de

Der kroatische Bischof Vjekoslav Huzjak hat bei der Jagd versehentlich einen 64-jährigen Mann schwer verletzt. Laut verschiedenen Medienberichten ereignete sich das Unglück bereits am Freitag während eines Jagdausflugs. Demnach verfehlte Huzjak mit seinem Gewehr ein Wildschwein und schoss einem anderen Jäger in den Oberschenkel. Gegen den Oberhirten des Bistums Bjelovar-Krizevci wird ein Strafverfahren eingeleitet, wie die Polizei mitteilte. Das Opfer sei in ein Krankenhaus in Zagreb gebracht worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

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Katholische US-Historiker analysieren Missbrauchskrise

Sonnenstrahlen brechen sich an einem Kreuz, in der Hand einer bronzenen Jesusfigur © Bradley Birkholz (KNA)
Geschichtswissenschaftler suchen nach historischem Kontext für die Missbrauchskrise der US-Kirche. Die „American Catholic Historical Association“ will nun den Ursachen und Wurzeln des Skandals nachspüren.

DOMRADIO.DE

Einkehr und Gebet hatte Papst Franziskus den US-Bischöfen zu Jahresbeginn auferlegt, um die Untiefen der Missbrauchskrise in ihrer Kirche zu ergründen. Wie der Zufall es wollte, versammelten sich nur wenige Kilometer von den Einkehrtagen im Mundelein-Seminar nördlich von Chicago katholische Historiker, um die Wurzeln des Skandals aufzuarbeiten. Während sich die Bischöfe der Gegenwart und Zukunft der größten Kirchenkrise der USA stellen müssen, befasste sich der Historikerverband mit der Frage, wie es dazu kommen konnte.

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Missbrauch durch Erzbischof: Klage gegen Vatikan eingereicht

Bild ©KNA
Noch läuft das Berufungsverfahren des ehemaligen Erzbischofs von Agaña – nun gibt es neue Vorwürfe: Der Kapuziner soll in den 1980er Jahren seinen Neffen missbraucht haben. Vor Gericht soll nach Willen des Neffen nun auch der Vatikan geradestehen.

katholisch.de

Der Heilige Stuhl und der Vatikan werden in einem neuen Prozess gegen den ehemaligen Erzbischof von Agaña als Beklagte benannt. Den am Montag eingereichten Gerichtsdokumenten zufolge, die den Pacific Daily News vorliegen, erhebt der Neffe des vormaligen Erzbischofs wegen eines Missbrauchs in den Amtsräumen des Erzbistums Klage. Ex-Erzbischof Anthony Apuron habe den damals Jugendlichen Ende der 1980er Jahre in einem Badezimmer vergewaltigt.

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Aus Krebszellen werden Fettzellen

Aus Krebszellen (grün markiert, links) sind nach der Therapie Fettzellen (dunkelgelb, rechts) geworden. © Universität Basel
Hoffnung für Krebspatientinnen: Forscher haben bestimmte Brustkrebszellen dazu gebracht, sich in harmlose Fettzellen zu verwandeln. Sie programmierten die Zellen mithilfe zweier bekannter Arzneimittel einfach um. In Versuchen mit Mäusen ließ sich durch diese Umwandlung die Bildung gefährlicher Metastasen verhindern, wie das Team berichtet. Ob dies auch beim Menschen funktioniert, muss aber noch getestet werden.

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Die Überlebensrate von Krebspatienten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten signifikant verbessert – mit einer Ausnahme: Bildet der Tumor Metastasen und streut in andere Organe, sieht die Prognose noch immer düster aus. Dies liegt auch daran, dass dieser komplexe Prozess bis heute nicht vollständig verstanden ist.

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Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es kaum Schranken: Der gefährlichste Schritt der Medizin

«Versuchskaninchen»: Eine Illustration aus dem Jahr 1891 zeigt, wie einer jungen Frau eine Ziegenbluttransfusion verabreicht wird. Magazin «L’Illustration» vom 7. März 1891 © De Agostini via Getty Images
Menschenversuche sind in der Forschung unvermeidlich –wann sie riskiert werden dürfen, ist schwierig anzugeben. Seit 1947 müssen Teilnehmer an Studien freiwillig zustimmen und dürfen nicht unnötig geschädigt werden. Das war nicht immer so.

Von Christoph Bopp | Aargauer Zeitung

«Es ist Unsinn, an die Materie zu glauben und zugleich an einen Humanismus, man kann nur an die Materie glauben und an das Ich.» Der Satz stammt aus dem Roman «Der Verdacht» von Friedrich Dürrenmatt, 1951/52 in Fortsetzungen im «Beobachter» erschienen. Gesprochen wurde er von Emmenberger, einem angesehenen Arzt und Klinikdirektor. Der Ehrenmann hat sich leider im Lauf der Geschichte als Sadist entpuppt und während des Zweiten Weltkriegs in den Konzentrationslagern der Nazis Vivisektionen durchgeführt. Dürrenmatts Held Kommissar Bärlach hat sich als Patient in die Klinik von Emmenberger einweisen lassen, um ihn zu überführen. Wie bei Dürrenmatt üblich, verliert aber Bärlach die Kontrolle, und Emmenberger droht, ihn am nächsten Morgen ebenfalls «zu operieren».

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Hitzewelle in Australien: Verwirrte Fledermäuse greifen Menschen an

© dpa, FR Für die Fledermäuse ist das ungewöhnlich heiße Wetter eine Belastung.
Die Hitze in Australien macht nicht nur Menschen zu schaffen. Auch Fledermäuse zeigen sich verwirrt.

Frankfurter Rundschau

Wegen der andauernden Hitze in Australien greifen Fledermäuse dort vermehrt Menschen an. Behörden warnen vor weiteren Beiß- und Kratzattacken der gestressten Tiere, wie der Sender ABC berichtete.

Allein in den vergangenen zwei Wochen habe es nördlich der Metropole Sydney sieben Angriffe von Fledermäusen gegeben. Das sei mehr als je zuvor in einem so kurzen Zeitraum. Bei zwei Tieren sei das dem Tollwuterreger ähnliche australische Fledermaus-Lyssavirus nachgewiesen worden.

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Antibiotika überstehen auch Biogasanlagen

Mit Gülledünger gelangen oftmals auch Antibiotika-Rückstände in die Böden. © August Falkner/ piclease
Keine Lösung für das Resistenzproblem: Das Vergären von Gülle in Biogasanlagen kann darin enthaltene Antibiotika-Rückstände offenbar nicht beseitigen. Dies gilt zumindest für zwei wichtige Wirkstoffgruppen, wie eine Studie zeigt. Demnach taugt diese Form der Vorbehandlung nicht dazu, den Eintrag der Mittel in die Umwelt zu verringern – und damit der Bildung resistenter Keime entgegenzuwirken.

scinexx

Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen wird immer gravierender – und die Landwirtschaft hat einen nicht unerheblichen Anteil daran. Denn durch Gülle aus der Nutztierhaltung gelangen regelmäßig große Mengen Antibiotika-Rückstände in die Umwelt. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich resistente Bakterien entwickeln.

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Der begnadete Wissenschafts-Erzähler

Der amerikanische Wissenschaftsautor Carl Zimmer schreibt fesselnde Bücher über Evolution, Genetik und Hirnforschung. Er selbst hat keine Ausbildung in Naturwissenschaften.

Nik Walter | Basler Zeitung

Den grössten Schrecken seines Lebens erlebte Carl Zimmer in der Praxis einer genetischen Beratung in New York. Seine Frau war schwanger, und die beiden liessen sich über mögliche genetische Risiken für das Ungeborene orientieren. Es war 2001, kurz nachdem das menschliche Genom entschlüsselt worden war, in einer Zeit also, in der es noch keine routinemässigen Gentests gab. Die Beraterin befragte das Paar nach Krankheiten in der Verwandtschaft. Zimmer, einer der erfolgreichsten Wissenschaftsautoren der USA, der selber viel über Genetik und Evolution schreibt, hatte nur vage Vorstellungen davon, als es ihm plötzlich dämmerte: «Ich hatte eigentlich keine Ahnung, was ich an mein Kind weitergebe. Und da ist mir zum ersten Mal die Bedeutung von Vererbung so richtig eingefahren», sagte Zimmer bei unserem Treffen im Dezember in der Lounge eines Zürcher Hotels.

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Apokalypsen und ihre Nebenwirkungen

Ob Fegefeuer, Waldsterben, Zersiedelung, Schadstoffe, Ausgrenzung oder Überalterung – die kollektive Angst trägt viele Gewänder. Meistens endet die Beschwörung von Gefahr und Untergang in neuen Abgaben und Regulierungen. Deshalb ist die Bewirtschaftung von gesellschaftlichen Ängsten politisch höchst attraktiv.

Claudia Wirz | Neue Zürcher Zeitung

Eigentlich ist es eine frohe Botschaft: Noch nie ging es uns so gut wie heute. Noch nie hatte der Schweizer Durchschnittsbürger so viel Freizeit und Wohlstand zugleich, noch nie waren seine individuellen Rechte weitreichender, nie zuvor konnte er sich so viel Wohnfläche leisten. Die soziale Sicherheit ist garantiert, die Arbeitslosigkeit tief, die Lebenserwartung hoch, das Bildungssystem bietet alle Möglichkeiten für Entfaltung und sozialen Aufstieg, so man denn will.

Die Kaufkraft ist gehörig, Konsumgüter gibt es in Hülle und Fülle. Reisen in die grosse weite Welt sind eine Selbstverständlichkeit. Die medizinische Versorgung betreut alle auf allerhöchstem Niveau, nicht nur, wenn wir krank sind; mit einer reichen Palette an Vorsorgeuntersuchungen ist auch für die Beschwerdefreien nur das Beste gut genug. Und wenn wir schon bei der Gesundheit sind, die wir uns alle wünschen: Nie waren Produkte im Allgemeinen und Lebensmittel im Besonderen sicherer. Und was für das Essen gilt, trifft auch auf die Arbeitsplätze zu; noch nie gab es so wenige Berufsunfälle wie heute.

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„Big Data“ in der Medizin nicht unproblematisch

/Gorodenkoff, stockadobecom
Die Auswertung großer Datenbestände – Big Data – für die medizinische Forschung aber auch für die individuelle Therapieplanung gilt weithin als äußerst vielversprechende Option für den medizinischen Fortschritt.

aerzteblatt.de

Einen kritischen Kommentar zu dieser Entwicklung hat jetzt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) publiziert. Er ist in der neuen Broschüre des Instituts „Auf den Punkt gebracht“ erschienen. In dieser jährlich erscheinenden Publikation veranschaulicht das Institut wichtige Aspekte seiner Arbeit in prägnanten Texten und Abbildungen – jetzt ist die vierte Ausgabe erschienen.

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Bedford-Strohm: Religion kann helfen, Schmerzen anzunehmen – blödsinniges Geschwurbel

Schmerz spielt im Christentum eine bedeutende Rolle. Und der Glaube ersetze zwar keine medizinische Schmerzbehandlung, doch Religion könne als Resilienzfaktor dabei helfen, Schmerzen zu verarbeiten, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

evangelisch.de

Frömmigkeit ersetzt nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zwar keine medizinische Schmerzbehandlung, sie könne aber ein „Resilienzfaktor“ sein. Religion könne dazu beitragen, Schmerzen anzunehmen und zu verarbeiten, also das Immunsystem der Seele zu stärken, sagte Bedford-Strohm bei der Vorstellung des interdisziplinären Promotionsschwerpunkts „Resilienzfaktoren in der Schmerzverarbeitung“ der Universitäten Bamberg und Würzburg am Donnerstagabend in Bamberg.

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Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind?

Bild: Lotusblute/pixabay.com/Pixabay-Lizenz
Milliarden an Steuer- und anderen Geldern werden Jahr für Jahr in die genetische und neurowissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen gesteckt.

Stephan Schleim | TELEPOLIS

Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass sich die Probleme der Menschen auf dieser Ebene verstehen und behandeln lassen. Zehntausende Forscher gehen weltweit diesen Fragen nach und potenziell hunderte Millionen Patienten sind davon betroffen, was diese Forscher finden – oder auch nicht finden.

Die Frage, was psychische Störungen sind und auf welcher Ebene sie am besten beschrieben werden können, ist darum nicht nur theoretisch interessant, sondern auch unmittelbar praktisch relevant. Tatsächlich kritisierten einige führende Psychiater erst 2016 im British Journal of Psychiatry, dass der Neurohype in ihrem Fach zu viel Geld verschlinge. Für wichtige Ansätze etwa zur Suizidprävention, zur Förderung von Eltern mit psychischen Problemen oder für bessere Lernumgebungen für benachteiligte Kinder bleibe dann kein Geld übrig.

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Europa: Millionen Todesfälle wären vermeidbar

Ernährungsbedingte Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der WHO-Europazone im Jahr 2016 © MLU
Zu viel Weißmehl und Salz, zu wenig Gemüse: Fast die Hälfte aller durch Herzinfarkt, Schlaganfall und Co verursachten Todesfälle in Europa gehen auf eine unausgewogene Ernährung zurück – und wären damit leicht vermeidbar, wie eine Studie zeigt. Demnach starben im Jahr 2016 allein in Deutschland 160.000 Menschen an den Folgen eines ernährungsbedingten kardiovaskulären Leidens. Dies zeige, dass man das Potenzial einer gesundheitsfördernden Ernährungsweise besser nutzen müsse, betonen die Forscher.

scinexx

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten weltweit noch immer als „Killer Nummer 1“. Trotz aller Fortschritte in der medizinischen Versorgung gehen rund ein Drittel aller Todesfälle auf Herzinfarkte, Schlaganfälle und Co zurück. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Lebensstil vieler Menschen. So gehören Bewegungsmangel, Rauchen und ein übermäßiger Alkoholkonsum zu den wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen – das gleiche gilt für eine unausgewogene Ernährung.

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Dick durch mütterlichen Stress?

Kinder gestresster Mütter neigen zu überflüssigen Pfunden. © adrian825/ istock]/caption]

Stress mit Folgen: Mütterlicher Stress wirkt sich offenbar negativ auf das Gewicht von Kleinkindern aus. Eine Studie offenbart: Empfindet eine Mutter im ersten Jahr nach der Geburt viel Stress, neigt ihr Kind in den ersten fünf Lebensjahren häufig zu Übergewicht. Dieser Zusammenhang zeigte sich bei Mädchen besonders deutlich. Um kindliche Gewichtsprobleme zu vermeiden, müsse man demnach auch einen Blick auf die Belastung der Mütter werfen, betonen die Forscher.

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Stehen wir häufig oder sogar dauerhaft unter Stress, hat dies Folgen für Körper und Geist. Doch nicht nur wir selbst leiden unter dieser Belastung – auch unser direktes Umfeld kann Schaden nehmen. Bekannt ist dieser Zusammenhang zum Beispiel für Mutter und Kind. So kann sich mütterlicher Stress nicht nur während der Schwangerschaft negativ auf die Entwicklung des Nachwuchses auswirken. Zunehmend zeichnet sich ab, dass dies auch für die Phase nach der Geburt gilt.

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Begünstigt ein Parasit die Neigung zum Unternehmertum?

Toxoplasma gondii. Bild: AJC1/CC BY-SA-2.0
US-Wissenschaftler glauben, einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit Toxoplasma gondii und unternehmerischer Risikobereitschaft belegen zu können

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder sorgt der Katzenparasit Toxoplasma gondii, der sich auch in Menschen und deren Gehirne einnistet, für Interesse. Er gilt manchen Wissenschaftlern als Paradebeispiel dafür, wie Parasiten nicht nur krank machen, sondern auch das Verhalten ihrer Wirte verändern können (Neurotisch durch Parasiten?, Der Parasit, der das Verhalten seines Wirts verändert). Jetzt wollen amerikanische Wissenschaftler der University of Boulder herausgefunden haben, dass es einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit T. gondii und der Stimulierung unternehmerischen Handelns gibt. Handelt es sich also um einen kapitalismusfördernden Parasiten, mit dem sich infizieren sollte, wer geschäftstüchtig werden will?

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Missbrauch in der Kirche: Ein weiterer Wegbegleiter unter Verdacht

Dichter Nebel umhüllt den Petersdom im Vatikan Bild: dpa
Gustavo Óscar Zanchetta soll sich an Untergebenen sexuell vergangen haben. Die argentinische Justiz ermittelt bereits. Was wusste sein Förderer Franziskus davon?

Von Matthias Rüb | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gustavo Óscar Zanchetta verdankt seinen Aufstieg zum Bischof im Norden Argentiniens und später einen schönen Posten im Vatikan seinem Landsmann Jorge Mario Bergoglio. Die beiden Gottesmänner kennen sich seit vielen Jahren. Von 2005 bis 2011 war Bergoglio Vorsitzender der argentinischen Bischofskonferenz, und während seiner Amtsperiode in Buenos Aires war Zanchetta die meiste Zeit Geschäftsführer im Generalsekretariat der Bischofskonferenz.

Der Aufstieg Bergoglios auf den Petersthron in Rom 2013 sollte auch für Zanchetta bald einen Karrieresprung bringen: Am 23. Juli 2013 ernannte Franziskus den damals 49 Jahre alten Zanchetta zum Bischof von Orán. Es war eine der ersten Personalentscheidungen des neuen Papstes für sein Heimatland.

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Raif Badawi nicht vergessen

Raif Badawi (2012) Ensaf Haidar • CC BY-SA 3.0/Wikipedia.org
Vor vier Jahren wurde der saudische Blogger öffentlich ausgepeitscht. Nach wie vor ist er in Haft.

Von Tanja Kokoska | Frankfurter Rundschau

Vor vier Jahren, am 9. Januar 2015, stand der Blogger Raif Badawi, damals 30 Jahre alt, auf dem Vorplatz einer Moschee in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda. Dem Mann, der die Peitsche in der Hand hielt, kehrte er den Rücken zu, den Kopf hielt er gesenkt. 50-mal ging die Peitsche nieder. Die Menge, die sich rundherum versammelt hatte, johlte auf. Jede Woche, so lautete das Urteil, würden weitere 50 Schläge folgen. Bis es 1000 sein würden.

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Johanniskraut: Es ist ein Kreuz mit dem Kraut

Dem giftigen Jakobskraut zum Verwechseln ähnlich: Johanniskraut. Bild: Rainer Wohlfahrt
Nicht alles, was die Natur bereithält, ist ein Segen für Mensch und Tier. Auch das viel gelobte Johanniskraut wird regelmäßig zum Streitfall in der Naturheilkunde. Weshalb eigentlich?

Von Jörg Albrecht | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vergangene Woche warnte ich davor, sich sein eigenes Antidepressivum nach schwedischem Vorbild zusammenzumixen, in Form eines alkoholischen Extraktes von Blüten und Blättern des Johanniskrauts. Warum soll der Laie die Finger davon lassen? Weil die Chance nicht gering ist, dass er stattdessen das Jakobskreuzkraut erwischt, das Ende Juni zur selben Zeit blüht und Ersterem zum Verwechseln ähnlich sieht. Jakobskraut enthält erhebliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, welche die Leber schädigen. Als Verunreinigung wurde es bereits in Teemischungen und Wildsalaten entdeckt, auch in Honig wurden seine Inhaltsstoffe gefunden und in Heu, das an Pferde und Rinder verfüttert wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das in anderen Fällen weniger streng ist, fordert in Bezug auf Pyrrolizidine sogar eine „Nulltoleranz“.

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Fehlgeburt: Auch der Vater kann schuld sein

Welche Rolle spielt die Sperma-Qualität für das Risiko einer Fehlgeburt? © Sashkinw/ thinkstock
Schlechte Spermien-Qualität: Die Ursachen für wiederkehrende Fehlgeburten liegen entgegen gängiger Annahme offenbar nicht nur in der Gesundheit der Mutter begründet. Wie eine Studie nun nahelegt, spielt auch der Vater eine Rolle. Demnach weisen die Spermazellen betroffener Männer auffällig viele DNA-Schäden auf. Diese könnten durch die Anreicherung hochreaktiver Sauerstoffmoleküle entstehen und womöglich eine Folge bakterieller Infektionen oder Alterungsprozessen sein.

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Verlieren werdende Eltern ihr Kind, noch bevor der Fötus mithilfe intensivmedizinischer Unterstützung überlebensfähig gewesen wäre, sprechen Mediziner von einer Fehlgeburt. Dieses auch Abort genannte Ereignis ist für betroffene Paare psychisch sehr belastend – vor allem dann, wenn es mehr als einmal passiert.

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