Archiv der Kategorie: Gesundheit

Mars-Experiment: Sechs Menschen leben ein Jahr in Isolation

Bild: (c) University of Hawaii
Drei Männer und drei Frauen ließen sich unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen.

Die Presse

Ein Jahr lang Wohnen auf engem Raum, wenig Kontakt zur Außenwelt und Dosenessen – dafür haben sich sechs Menschen aus den USA, Deutschland und Frankreich zur Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission entschlossen. Die Teilnehmer, drei Männer und drei Frauen, ließen sich am Freitag um 15.00 Uhr Ortszeit (Samstag 03.00 Uhr MESZ) unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen.

Ziel des Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist es, abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission zu simulieren.

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Quecksilber und Blei: Frau durch Ayurveda-Medikamente vergiftet

Bild. vygaNews
Eine Hamburgerin hat sich laut SPIEGEL-Informationen infolge einer Ayurveda-Kur eine lebensgefährliche Vergiftung zugezogen. Die traditionellen indischen Mittel, die sie einnahm, enthielten große Mengen Quecksilber und Blei.
 

SpON

Die Einnahme von Ayurveda-Medikamenten kann zu lebensgefährlichen Vergiftungen mit Schwermetallen führen. Davor warnt Tobias Meyer, Chefarzt der Nephrologie der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In seiner Abteilung hat er eine 55-jährige Frau aus Hamburg behandelt, die beinahe an einer Vergiftung mit Quecksilber und Blei gestorben wäre. Sie kam im Juli mit schweren neurologischen Schäden in die Notaufnahme. Die Schwermetalle in ihrem Körper stammen aus verschiedenen Ayurveda-Medikamenten, welche die Frau im April in einem Kurhotel auf Sri Lanka verschrieben bekommen und mit nach Deutschland gebracht hat.

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In Australien könnten pädophile Sexualstraftäter bald zur chemischen Kastration gezwungen werden

Das Medikament Depo Provera, mit dem Sexualstraftäter chemisch kastriert werden können | Foto: Ciell | Wikimedia Commons | CC BY-SA 2.5
Ein neuer Ausschuss der australischen Regierung befasst sich gerade damit, ob man bei pädophilen Sexualverbrechern als Alternative zu einer Haftstrafe die chemische Zwangskastration einführen sollte.

Von Tess Owen|Vice.com

Gerichte der australischen Bundesstaaten Western Australia und Victoria haben bereits die Befugnis, Sexualstraftätern, die als besonders gefährlich eingestuft werden, während der Haftstrafe eine libido-vermindernde Behandlung aufzuerlegen—als Teil der Entlassungsauflagen. In New South Wales (NSW), wo auch besagter Ausschuss eingerichtet wurde, können sich verurteilte pädophile Sexualverbrecher dieser Behandlung freiwillig unterziehen.

Troy Grant, der Justizminister von New South Wales, setzt sich aufgrund der hohen Rückfallquote jetzt jedoch dafür ein, die chemische Kastration für pädophile Sexualstraftäter verbindlich zu machen. Letzten Mittwoch verkündete er die Einrichtung des Ausschusses. „Wir wollen diese Möglichkeit überprüfen und die Regierung darüber informieren, wie wir mit dem verstärkten Einsatz von libido-senkenden Behandlungen—auch als chemische Kastration bekannt—den Schutz unserer Kinder erhöhen können”, meinte er gegenüber der Australian Broadcasting Corporation.

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Zitronensäure schützt vor Noroviren

(Photos by Clark / Flickr / cc-by-nc-2.0)

Citrat bindet die ansteckenden Viren und verhindert die weitere Infektion. Das könnte die Zitrone als geeignetes Desinfektionsmittel prädestinieren.

Von Jennifer Lepies|Technology Review

Durch Zufall entdeckte Grant Hansman, dass Zitronensäure aus dem Chemikalienhandel Noroviren binden kann. Der Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg fragte sich: Kann das Hausmittel Infektionen vielleicht auch mit dem extrem ansteckenden Durchfall-Erreger verhindern? In einer neuen Veröffentlichung im Fachmagazin Virology erklären die Forscher um Hansman nun, dass genau dies der Fall ist: Die Säure der Zitrusfrucht reduziert die Infektionsfähigkeit der Viren. Sie könnte somit als gut verträgliches Desinfektionsmittel in Frage kommen.

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Udo Pollmer: Elf Gründe gegen die „Veggie-Diktatur“

Es ist eine Streitschrift gegen eine vegane oder vegetarische Ernährungsweise, die der Wissenschaftler Udo Pollmer mit seinem Buch „Don’t go Veggie“ verfasst hat. Elf seiner 75 Argumente gegen „den vegetarischen Wahn“ stellen wir hier ausführlich vor.

Berliner Zeitung

„’Veggie-Diktatur’ – nein, danke!“, fordert Autor Udo Pollmer in seinem Buch „Don’t go Veggie!“. Es ist ein Manifest wider den Vegetarismus, das der wissenschaftliche Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften verfasst hat. Zusammen mit seinen Co-Autoren, dem Agrarstatistiker Georg Keckl sowie dem Soziologen und Landwirt Klaus Alfs, hat er „75 Fakten zum vegetarischen Wahn“ zusammengetragen. Wir stellen elf Argumente ihrer „Kampfschrift gegen den vegetarischen Mainstream“ vor.

1. Der Mensch kann sich nicht ohne Weiteres vegan ernähren

Der Mensch braucht tierisches Eiweiß – davon sind die Autoren überzeugt. Das Argument, dass sich etwa Kühe auch fleischlos ernähren, Menschen das also ohne Weiteres auch könnten, lassen die Wissenschaftler nicht gelten. Denn: Das Rind betreibe als Wiederkäuer im Gegensatz zum Menschen eine aufwendige Veredlung pflanzlicher Kost. „Mittels seiner Pansenflora produziert es aus dem Futter das lebensnotwendige Eiweiß.“

Vegetariern, die argumentieren, dass etwa Kaninchen sich auch ohne Pansen vegetarisch ernähren, halten die Autoren entgegen: „Sie fermentieren das aufgenommene Gras erst hinter dem Magen in einem speziellen Darmabschnitt. Das hat allerdings zur Folge, dass sie in freier Wildbahn vormittags ihren eigenen Kot fressen, um ihre Eiweißversorgung sicherzustellen.“

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Gericht: Homöopathische “Wundertropfen” gegen Rheuma

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog
  • Ein Münchner Pharmaunternehmen hat ein Produkt als “wahres Wundermittel” beworben.
  • Wettbewerbshüter wollen dies überzogene Werbung nun gerichtlich untersagen lassen, da sie die Wirkung der homöopathischen Arznei für nicht ausreichend belegt halten.

Von Ekkehard Müller-Jentsch|Süddeutsche.de

Schmerzende Gelenke plagen Millionen Deutsche. Wer ein wirksames Mittel dagegen hat, darf auf gute Geschäfte hoffen. Doch die “sanften Tropfen”, deren “starke Wirkung” ein mittelständiges Münchner Pharmaunternehmen anpreist, sind Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge. Sie halten das homöopathische Arzneimittel zur Behandlung von rheumatischen Schmerzen in Knochen, Knochenhaut, Gelenken, Sehnen und Muskeln keineswegs für ein “wahres Wundermittel”. Vielmehr wollen sie der am Stadtrand sitzenden Firma die nach ihrer Meinung überzogene und damit wettbewerbswidrige Werbung untersagen. Es laufen bereits zwei Prozesse in zwei Instanzen.

Das Arzneimittel enthält Urushiol, gewonnen aus der Pflanze Toxicodendron quercifolium, allgemein bekannt als eichenblättriger Giftsumach. Die sehr giftige Substanz ist allerdings, wie in der Homöopathie üblich, extrem verdünnt: In diesem Fall um sechs Zehnerpotenzen. Der sogenannte Faktor “D6” enthält nach Aussagen von Fachleuten aber noch nachweisbare Spuren der Ursubstanz.

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Indien: Tödliche Notdurft

Noch immer sollen 550 Millionen Menschen in Indien keine Toilette besitzen. Hier tragen Frauen anlässlich des Welt-Toiletten-Tages 2014 einige Exemplare. Foto: AFP
Milliarden Menschen auf der Welt haben keine Toiletten. Der frühere Minister für ländliche Entwicklung nannte seinen Heimatkontinent Indien zum Beispiel die „größte Open-Air-Toilette“. Die, die Toiletten haben, nutzen sie oftmals einfach nicht.

Von Christine Möllhoff|Frankfurter Rundschau

Früh Morgens sieht man sie vom Zug aus an den Bahngleisen und in den Feldern hocken: Männer und Frauen, die ihre Notdurft im Freien verrichten. Noch immer sollen 550 Millionen Menschen in Indien keine Toilette besitzen. Der frühere Minister für ländliche Entwicklung, Jairam Ramesh, nannte seinen Heimatkontinent deshalb einmal die „größte Open-Air-Toilette“ der Welt.

Mit dem Problem steht der Subkontinent aber nicht alleine da. Laut UN haben weltweit 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Toiletten. Das ist nicht nur entwürdigend, es birgt massive gesundheitliche Risiken. Das indische RICE Institut spricht von einer „öffentlichen Gesundheitskrise“. Die Fäkalien von Mensch und auch Vieh verschmutzen nicht nur Obst und Gemüse, sie verseuchen auch das Wasser.

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Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende nicht verbieten, sondern stärken

Suizidbeihilfe: Humanistischer Verband Deutschlands begrüßt wissenschaftliches Rechtsgutachten zu den bisher vorliegenden Gesetzentwürfen.

Presseerklärung Humanistischer Verband Deutschlands

„Suizidbeihilfe muss wie bisher straffrei bleiben. Die Bundestagsabgeordneten sollten den Willen der Bevölkerungsmehrheit endlich ernst zunehmen beginnen, anstatt das Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende durch dilettantische Gesetze zu untergraben.“ Dies sagte der Vizepräsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands und Sprecher zum Thema Autonomie am Lebensende, Erwin Kress, am Mittwochvormittag mit Blick auf ein aktuelles Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags. Die von der Bundestagsabgeordneten Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen) in Auftrag gegebene Expertise weist auf verfassungsrechtlich bedenkliche Mängel in drei der vier bisher vorgelegten Gesetzentwürfen hin. Die Initiative der Abgeordneten Keul bezeichnete Erwin Kress als „weisen und umsichtigen Schritt, der die laufenden Diskussionen konstruktiv und im Interesse des Selbstbestimmungsrechts der Menschen in Deutschland voranbringt.“

Das nun vorgelegte Rechtsgutachten äußert deutliche verfassungsrechtliche Zweifel an drei der vorgelegten Gesetzentwürfe. Zwei der Gesetzentwürfe entsprechen der Expertise zufolge nicht dem Bestimmtheitsgebot des Grundgesetzes. Gegenüber dem von den Abgeordneten Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) und Petra Sitte (DIE LINKE) vorgelegten Gesetzentwurf äußert das Gutachten „verfassungsrechtliche Bedenken im Hinblick auf die Bundesgesetzgebungskompetenz.“ Der Bundestag könne ärztliche Berufsordnungen, die von Landesärztekammern erlassen wurden und eine ärztliche Suizidassistenz verbieten, nicht aufheben. Ein neben den Gesetzentwürfen von Katja Keul, Brigitte Zypries (SPD) und anderen Bundestagsabgeordneten ebenfalls eingebrachter Antrag plädiert hingegen dafür, keine neuen Straftatbestände zu schaffen.

Erwin Kress sagte dazu: „Das Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes bestätigt, was wir seit langem und wiederholt kritisiert haben: Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten will bei diesem Thema mit dem Kopf durch die Wand. Deshalb erwarte ich, dass das Gutachten dazu beiträgt, nun endlich die dringend nötige Ordnung in diese Debatte zu bringen.“ Kress betonte, dass auch die sogenannte geschäftsmäßige und organisierte Suizidbeihilfe straffrei bleiben müsse, wenn die Politik der Komplexität möglicher Lebenslagen der von Sterbewünschen betroffenen Menschen wirklich gerecht werden wolle. „Aus humanistischer Perspektive vertretbar ist lediglich ein Verbot von Werbung für solche Dienstleistungen sowie kommerziell geprägte, d.h. profitorientierte, Sterbehilfe. Keinesfalls dürfen schlecht durchdachte Regelungen vom Gesetzgeber verabschiedet werden, die dann anschließend in einem mühsamen und langwierigen Verfahren vom Bundesverfassungsgericht korrigiert werden müssen“, so Kress weiter. Die Entstehung von Unsicherheiten bei Betroffenen, Angehörigen oder Ärzten, die die vermeidbare Verlängerung von menschlichem Leiden zur Folge haben, sei nicht akzeptabel.

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Der Traum von einem gentechnikfreien Land

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Nahrungsmittel, Medikamente, Euro-Banknoten: Gentechnik ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Wer etwas anderes behauptet, ist unehrlich. Ein Einwurf.

Von Ralph Bock|DER TAGESSPIEGEL

Frankenstein-Pflanzen, gnadenlose Agrokonzerne und Glyphosat – diese Worte werden hierzulande oft und gern genutzt, wenn es um Grüne Gentechnik geht. Wie bei anderen modernen Techniken auch, wird die Debatte nur bedingt entlang der Fakten geführt. Einen wesentlichen Anteil daran haben die politischen Akteure, die bei diesem Thema mit unerschrockener Selbsttäuschung und Scheinheiligkeit zu Werke gehen.

Das zeigt etwa ein aktuelles Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion, in dem es heißt: „Die SPD-Bundestagsfraktion will …, dass der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen grundsätzlich und bundesweit verboten werden kann, und somit Äcker und Umwelt in Deutschland gentechnikfrei bleiben. … Die Bundesregierung muss sich bereits beim EU-Zulassungsverfahren gegen die Zulassung aussprechen, um konsequent gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen einzutreten.“

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Influenza: Universal-Impfstoff in Sicht?

Influenza-Virus. Entscheidend für die Immunreaktion sind die beiden Oberflächenproteine Hämagglutinin und Neuramidase. © CDC
Erster Schritt zu einem Impfstoff gegen alle Grippe-Varianten. Gleich zwei Forschergruppen haben eine neue Vakzine gegen Influenza entwickelt, die gegen Mutationen und saisonale Veränderungen des Virus unempfindlich sein könnte. Die Impfstoffe schützten Mäuse gegen einen fremden Influenza-Subtyp und wirkten zumindest in Teilen auch bei Frettchen und Affen, wie die Forscher in “Science” und “Nature Medicine” berichten.

scinexx

Ob H5N1, H1N1 oder H7N9: Weltweit kursieren zahlreiche Varianten des Influenza-A-Virus – und es werden immer mehr. Denn das Grippevirus ist enorm wandelbar. Mutiert eines seiner beiden wichtigsten Oberflächenproteine, das Hämagglutinin (HA) oder die Neuraminidase, dann macht das bisher effektive Impfstoffe wirkungslos. Deshalb müssen zu jeder Grippesaison neue Impfstoffe oder Impfstoffkombinationen entwickelt werden – und selbst dann bieten sie nicht immer vollen Schutz.

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Bischof kritisiert Kardinal Pell für Umgang mit Missbrauch

missbrauch_katholFrüherer Weihbischof von Sydney, Robinson, vor staatlichem Untersuchungsausschuss: Pell unterlief aus Profilierungsdrang gemeinsames Aufklärungsprogramm der australischen Bischöfe

kathweb

Der australische Kardinal George Pell, bis 2014 Erzbischof von Sydney, ist von einem seiner früheren Weihbischöfe für den Umgang mit dem Missbrauchsskandal kritisiert worden. Aus Profilierungsdrang habe Pell ein eigenes Aufklärungsprogramm für seine Diözese gestartet und so eine gemeinsame Aktion der australischen Bischöfe unterlaufen, sagte der 78-jährige emeritierte Weihbischof Geoffrey Robinson vor einem staatlichen Untersuchungsausschuss am Montag in Sydney. “Er hat unsere Einheit zerstört”, zitierten australische Medien Robinson.

Robinson selbst hatte seit 1994 mit anderen Bischöfen an dem Programm “Towards Healing” für eine Aufklärung von Kindesmissbrauch durch Kirchenmitarbeiter gearbeitet. 1996 rief Pell, damals gerade zum Erzbischof von Melbourne ernannt, als eigene Initiative “Melbourne Response” ins Leben. Robinson warf Pell vor, er habe sich als führende Gestalt in der Missbrauchsaufklärung etablieren wollen und zugleich zu hohe Hürden für eine Kontaktaufnahme durch Opfer aufgestellt.

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CERN-Forscher entwickleln Mini-Beschleuniger für Krebstherapie

Serge Mathot vom CERN mit dem 1. Segment des neuen Mini-Beschleunigers für die Krebstherapie. Foto: Maximilien Brice, CERN. computer-oiger.de
Ein Wissenschaftlerteam im europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf arbeitet an einem nur zwei Meter langen Miniatur-Teilchenbeschleuniger für die Krebstherapie.


Von Heiko Weckbrodt|Oiger

Der Linear-Beschleuniger werde aus vier Segmenten zu je 50 Zentimetern Länge bestehen, von denen das erste Segment inzwischen fertig entwickelt sei, teilte das CERN mit. Der Beschleuniger ist vor allem für Krankenhäuser gedacht, die sich keinen der riesigen und teuren Protonen-Ringbeschleuniger leisten können.

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Sieg über “Gevatter Tod”?

Norbert Welsch Leben ohne Tod? Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2015 ISBN: 9783662452639 19,99 €
Norbert Welsch
Leben ohne Tod?
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2015
ISBN: 9783662452639
19,99 €

Der Wunsch nach Unsterblichkeit ist alt. Schon die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Alchemisten suchten nach dem »Lebenselixier«, gefördert von der naiven Gutgläubigkeit ihrer Geld- und Auftraggeber.

Von Martin Schneider|Spektrum.de

Den Wunsch gibt es heute noch, doch die Methoden, mit denen man an seiner Erfüllung arbeitet, sind andere. Im vorliegenden Buch zeigt der Biologe Norbert Welsch, welche Möglichkeiten die moderne Wissenschaft eröffnet, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Hierfür fasst er Alterungserscheinungen als Krankheit auf und gibt einen aufschlussreichen Überblick über aktuelle Konzepte der Alternsforschung.

Manche Lebewesen erreichen ein weit höheres Alter als der Mensch: Riesenschildkröten können mehr als 200 Jahre alt werden, die Lebenserwartung von Islandmuscheln wird auf 500 Jahre geschätzt. Daraus leitet Welsch die These ab, auch beim Menschen sei eine deutlich längere Lebensspanne möglich. An mehreren Beispielen zeigt er, dass Alterungsprozesse genetisch bedingt zu sein scheinen. So ist die Lebenserwartung von Kindern, deren Eltern ein hohes Alter erreichen, ebenfalls groß. Gleiches scheint für Kinder zu gelten, deren Väter sie erst spät im Leben gezeugt haben. Weitere Einblicke in Alternsprozesse gibt die Erforschung von Krankheiten wie der vorzeitigen Vergreisung von Kindern (Progerie) und Erwachsenen (Werner-Syndrom).

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Gefälschte Studien: EU stoppt Arzneimittel

foto: apa/barbara gindl Die Europäische Arzneimittelbehörde entzieht hunderten Generika die Zulassung. In Österreich betrifft das zehn Präparate
Auch Generika müssen geprüft werden. Weil eine indische Firma Studien fälschte, legte die EU-Kommission rund 700 Zulassungen auf Eis


derStandard.at

Die EU-Kommission hat – wie bereits vor Wochen angekündigt – rund 700 Zulassungen für Arzneimittel gestoppt. Grund sind gefälschte Untersuchungen der indischen Firma GVK Biosciences. Seit Freitag dürfen die Medikamente nicht mehr in Europa verkauft werden. Für Österreich ergibt sich daraus kein Problem, teilte die Arzneimittelbehörde Ages vor einem Monat mit.

Bei der EU-Entscheidung handelt es sich um die Aufarbeitung der Affäre rund um gefälschte Studiendaten, die bereits Ende vergangenen Jahres bekannt geworden war. Seither hatte es ein Verfahren der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) gegeben. In Österreich sind zehn Arzneimittel – mit zum Teil unterschiedlichen Dosierungen – betroffen. Bei vier von ihnen verfügten die Behörden eine Suspendierung der Zulassung. Sie wurden aber noch nicht vermarktet.

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Forscher konstruieren magnetisches Wurmloch

Wurmloch: Mit magnetischen Augen gesehen verschwindet das Magnetfeld rechts und taucht links aus dem Nichts wieder auf. © Jordi Prat-Camps/ Universitat Autònoma de Barcelona
Es klingt wie Science-Fiction: Physikern ist es erstmals gelungen, ein magnetisches Wurmloch zu konstruieren. Dieses leitet ein Magnetfeld von einem Ende zum anderen, ist aber selbst magnetisch unsichtbar. Das Wurmloch erzeugt dadurch an seinem Ende die Illusion, als erschiene dort ein Magnetfeld aus dem Nirgendwo, wie die Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” berichten. Nützlich wäre ein solches Wurmloch beispielweise bei der Magnetresonanztomografie.


scinexx

Ob es im Kosmos tatsächlich Wurmlöcher gibt, darüber streiten die Astrophysiker noch. Klar aber ist, dass solche Passagen enorm praktisch wären. Denn sie verbinden weit entfernte Regionen des Weltraums miteinander, in dem sie sozusagen eine Abkürzung außerhalb der üblichen drei Dimensionen öffnen. “Wegen ihrer exotischen Natur erscheint die Konstruktion eines solchen Wurmlochs im Labor eine enorme Herausforderung”, sagen Jordi Prat-Camps und seine Kollegen von der Autonomen Universität Barcelona.

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Forscher finden Genschalter für Übergewicht

Übergewicht ist auch Veranlagung – ein wichtiger Genschaller dafür wurde jetzt gefunden. © amanaimagesRF/ thinkstock
Nur ein falscher Buchstabe: Forscher haben den Genort dingfest gemacht, der bei vielen Menschen die Veranlagung zu Übergewicht bewirkt. Wie sich zeigt, reicht der Austausch nur einer einzigen DNA-Base im Erbgut der Fettzellen aus, um den Schalter zwischen Fettverbrennung und Fettspeicherung umzulegen. Die gute Nachricht: Im Experiment gelang es den Forschern bereits, diesen Fehler zu korrigieren, wie die im “New England Journal of Medicine” berichten.

scinexx

Über 500 Millionen Menschen weltweit gelten als schwer übergewichtig oder sogar fettleibig,
davon rund 15 Millionen in Deutschland. Dass dafür die Lebensweise, bestimmte und sogar die Darmflora eine Rolle spielt, ist naheliegend. Aber welchen Einfluss hat die genetische Veranlagung? Immerhin scheint es kein Zufall, dass in manchen Familien Dicksein gehäuft vorkommt.

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Gehirndoping: Modafinil funktioniert

Der Wirkstoff Modafinil soll eigentlich gegen Narkolepsie helfen, wird aber auch als Neuro-Enhancer missbraucht © thinkstock/ Formel: gemeinfrei
Doping fürs Gehirn: Der Wirkstoff Modafinil kann tatsächlich die kognitiven Leistungen verbessern. Allerdings macht sich die positive Wirkung nur bei komplexeren geistigen Prozessen bemerkbar, nicht bei simplen Merkaufgaben, wie eine Metastudie zeigt. Das eigentlich nur für Narkolepsie und schwere Schlafstörungen zugelassene Medikament ist damit nach Ansicht der Forscher ein echter Neuro-Enhancer – was ethische Fragen aufwirft.


scinexx

Eigentlich soll es gegen Narkolepsie und schweren Jetlag helfen, doch unter dem Tisch wird der Wirkstoff Modafinil längst als Neuro-Enhancer gehandelt – als Mittel, um die geistigen Leistungen zu erhöhen. Übernächtigte Studenten nehmen es vor Prüfungen, um besser lernen zu können, Geschäftsleute vor wichtigen Terminen. Ob Modafinil allerdings tatsächlich Konzentration und Gedächtnis fördert und bei wem, war bisher stark umstritten.

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Fukushima: Meeresschlamm verlängert Kontamination

Forscher bergen eine der Sedimentfallen, die sie 115 Kilometer von der Küste Japans entfernt ausgesetzt hatten. © Makio Honda/ Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology
Verseuchter Schlamm: Selbst mehr als hundert Kilometer vor der Küste von Fukushima ist der Meeresboden mit radioaktivem Cäsium belastet. Es gelangte aber nicht durch Luft oder Wasser direkt nach der Atomkatastrophe dorthin, sondern stammt aus dem noch immer stark verseuchten Sediment in Küstennähe. Wird dieses von Stürmen aufgewirbelt, setzt es einen Teil der dort begrabenen Radionuklide frei – und das kann noch Jahrzehnte so weitergehen.


scinexx

Mehr als vier Jahre liegt die Katastrophe von Fukushima bereits zurück, doch die Folgen sind noch lange nicht ausgestanden – auch wenn die ersten Evakuierten schon bald in ihre Heimat zurückkehren sollen. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kämpfen Arbeiter und Ingenieure noch immer darum, die Reaktoren und das kontaminierte Kühlwasser in den Griff zu bekommen. Auch die Vogelwelt rund um das Atomkraftwerk zeigt Folgen.

Über das verseuchte Kühlwasser und die Luft gelangte radioaktives Cäsium auch ins Meer. Bereits Anfang 2014 hatten sich diese Radionuklide mit den Strömungen so weit ausgebreitet, dass sie vor der nordamerikanischen Küste nachweisbar waren. Das einzig Gute daran: Durch die Verteilung im Pazifik wird die Belastung sozusagen verdünnt.

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Schottische Bischöfe bitten um Vergebung für Missbrauch

missbrauch_katholDie katholische Kirche in Schottland hat nach einem Kommissionsbericht zu Kindesmissbrauch die Opfer um Vergebung gebeten. Sexueller Missbrauch von Minderjährigen sei ein “schreckliches Verbrechen”, umso mehr, wenn es innerhalb der Kirche und durch Geistliche verübt werde, sagte der Vorsitzende der Schottischen Bischofskonferenz, Erzbischof Philip Tartaglia, am Dienstag in Glasgow. Die Bischöfe seien “beschämt und schmerzerfüllt” angesichts des Leidens der Opfer. “Wir bitten um Vergebung.”

kathweb

Am gleichen Tag hatte eine unabhängige Kommission die katholische Kirche Schottlands aufgefordert, “Unrecht” im Zuge des Skandals um sexuellen Missbrauch anzugehen. Noch anhängige Fälle müssten “absolut vorrangig” behandelt und die Opfer entschädigt werden, heißt es im Abschlussbericht der sogenannten McLellan-Kommission. Zudem müsse die Kirche ihre Schutzmaßnahmen verbessern.

Der Kommissionsvorsitzende Andrew McLellan, ein reformierter Geistlicher, hatte bei der Vorstellung des Berichts die katholischen Bischöfe aufgerufen, sich “unmissverständlich und unwiderruflich” bei den Opfern zu entschuldigen. Die katholische Kirche müsse sich den Verletzungen der Betroffenen stellen, sich “mit ihrer dunklen Seite auseinandersetzen und Heilung für sich selbst suchen” und Schritte suchen, um ihre “Glaubwürdigkeit wiederherzustellen”.

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