Sexueller Missbrauch: Bistum schließt Untersuchung ab – jetzt entscheidet der Vatikan

missbrauch

Abgeschlossen ist die Voruntersuchung des Bistums Münster gegen einen zuletzt in Horstmar tätigen Priester wegen der sexuell intendierte Handlungen an einem Kind. Die Glaubenskongregation im Vatikan wird entscheiden, welche Konsequenzen der Fall für den Geistlichen hat.

Westfälische Nachrichten

Abgeschlossen ist jetzt die kirchenrechtliche Voruntersuchung des Bistums Münster gegen einen zuletzt in Horstmar tätigen Priester, der sexuell intendierte Handlungen an einem Kind vorgenommen haben soll. Das Ergebnis der Voruntersuchung geht nun an die Glaubenskongregation im Vatikan. Sie wird entscheiden, welche kirchenrechtlichen Konsequenzen der Fall für den Geistlichen hat.

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Iron Nanoparticles Trigger Immune System Offensive Against Cancer

Macrophage in action. Tuberculosis bacteria(yellow) enclosed from macrophage(red), renders the bacteria into harmless.Image: Volker Brinkmann / Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Macrophage in action. Tuberculosis bacteria(yellow) enclosed from macrophage(red), renders the bacteria into harmless.Image: Volker Brinkmann / Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
The paradox of cancer, what makes it so insidious, is that it is us. Bacteria, viruses, and fungi represent invaders—their DNA is that of another organism (or virus). Our immune systems recognize these things as such, and they respond defensively. In most cases these responses are successful. Cancer, however, elicits little such defense because it’s just another part of our bodies. Cancerous cells may be brash, immature, and ultimately deadly, but it’s an internal revolt. The immune system steps aside.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

A great hope of cancer researchers is in harnessing the immune system as an anti-cancer force. This is broadly known as immunotherapy, or, in some cases, biological therapy. Immunotherapy is becoming more and more common in cancer treatment, but it’s still a limited approach, effective for only some cancers and usually in concert with more traditional cancer therapies (chemo, radiation, surgery).

Recently, researchers from Stanford University discovered quite by accident that regular old iron nanoparticles, in the form of the injectable supplement ferumoxytol (currently used to treat iron-deficiency anemia), have a potent immune system rallying effect in mice. Simply, ferumoxytol prompts immune cells called macrophages to attack and destroy tumor cells. It seems likely the concept could extend to human patients, according to a study published Monday in Nature Nanotechnology.

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Guam Law Ending Statute of Limitations on Sex Abuse Cases Could Force Church Into Bankruptcy

Image: Friendly Atheist
Image: Friendly Atheist
On Friday, the Governor of Guam, Eddie Calvo, signed a bill removing the statute of limitations on child sex abuse charges for civil cases (but not criminal ones). That means many people who were molested by their priests decades ago can now sue the Church even if it was “too late” before.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

Church leaders are freaking out because — wait for it — this could lead to bankruptcy.

Cue the sad trombone.

Church leaders say lifting the statute of limitations would subject the church to unlimited financial liability, forcing the closure of parish churches and schools on the island where more than three quarters of Guam’s 162,000 residents are Roman Catholics.

In the [open letter to the people of Guam], Calvo said he was “saddened that even a single injustice had to happen in order to make this law necessary. There are no winners. Justice is the only victory.”

He added that he was resolute in his decision, saying the legislation opens “the doors of justice to those who suffered a terrible harm as children.”

See those tears of sympathy streaming down everyone’s faces? Me neither.

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Swedish Scientist Begins Editing Human DNA in Healthy Embryos

Image: Dr Yorgos Nikas/Science Photo Library
Image: Dr Yorgos Nikas/Science Photo Library
Whether creating GM crops or making animals disease-resistant, gene-editing has always faced harsh criticism. One fear is how altering human DNA in embryos could recklessly create a fatal genetic disease that would exist for generations.

By Jelor Gallego | FUTURISM

Despite this, one researcher is attempting the most controversial type of gene editing on earth. Developmental biologist Fredrik Lanner is the first researcher to ever modify the DNA of healthy human embryos.

Lanner, who works at the Karolinska Institute in Stockholm, is editing genes in human embryos to see how they regulate early embryonic development. He’s specifically targeting genes crucial to normal embryonic growth to learn more about infertility, miscarriages, stem cells, and how to treat debilitating conditions.

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Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder

© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.
© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.

 

Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder. Bis heute weigern sich viele Bürger, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Das australische Städtchen Ballarat ist auf Gold gebaut. Abenteurer, die auf der Suche nach schnellem Reichtum gekommen waren, hatten die Ortschaft Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die gewaltigen Vorkommen im Buschland nördlich von Melbourne führten damals zu einem fiebrigen Goldrausch. Bis heute zeugen die verschnörkelten Fassaden aus der Zeit der britischen Königin Viktoria von diesem Reichtum. Ein bewaffneter Aufstand in Ballarat im Jahr 1854, mit dem Goldsucher sich mehr Rechte sichern wollten, wird sogar als Ursprung der australischen Demokratie gesehen. Man ist hier stolz auf diese Geschichte.

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Papst beklagt Verdrängung von Religion aus Krankenhäusern – er kann ja dagegen beten

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus an Schwestern eines Krankenpflegeordens: Beistand, Trost und Freundschaft für Leidende sind Pflicht und Verantwortung der Kirche – Ordensleute sollen sich in Spitälern nicht von „laizistischer Kultur“ abhalten lassen

kath.net

Papst Franziskus beklagt eine Verdrängung des Christlichen aus den Krankenhäusern. Bisweilen lege eine laizistische Kultur es darauf an, „auch aus den Hospitälern jeden religiösen Bezug zu entfernen, angefangen mit der Präsenz von Ordensschwestern“, sagte er am Samstag im Vatikan. Damit einher gehe nicht selten ein „schmerzlicher Mangel an Menschlichkeit“ in krassem Gegensatz zu den „Orten des Leidens“, so der Papst weiter.

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Pädophiler Lehrer führte Strichlisten über Opfer

Die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt (Hessen): Hier wurde jahrelang weggeschaut Quelle: dpa
Die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt (Hessen): Hier wurde jahrelang weggeschaut Quelle: dpa
Jahrzehntelang vergriff sich ein als Reformpädagoge geschätzter Lehrer an einer Darmstädter Grundschule an seinen Schülern. Von ekelhaften Szenen wird berichtet. Doch die Schulleitung schaute weg.

Von Claudia Becker | DIE WELT

Dein Lehrer bittet dich nach dem Unterricht noch mal zu ihm zu kommen und fasst dir in die Hose. Dein Lehrer steht plötzlich in der Umkleidekabine zum Sportraum und kommt dir viel zu nahe. Dein Lehrer zwingt dich zum Oralverkehr. Dein Lehrer hält dich so fest, dass du dich nicht gegen seine anale Penetration wehren kannst.

Dein Lehrer ist ein hochgeschätzter Pädagoge, den deine Eltern nett finden, weil du ihn auch nachmittags besuchen kannst und weil er mit dir in den Odenwald fährt, um Wildschweine zu beobachten. Deine Eltern sagen, dass dein Lehrer ein freundlicher Mensch ist, weil er dir Marzipanschokolade geschenkt hat. Aber du könntest dich übergeben, wenn du nur daran denkst, was du für die Schokolade machen musstest.

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Katholiban: Polnisches Parlament stimmt für völliges Abtreibungsverbot

foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
267 Abgeordnete stimmten in erster Lesung für das umstrittene Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nur noch bei Lebensgefahr zulässt. Bei Verstößen drohen fünf Jahre Haft

dieStandard.at

Das polnische Parlament hat am Freitag einen umstrittenen Gesetzesentwurf für ein Abtreibungsverbot in erster Lesung angenommen. Das Projekt der Bürgerinitiative „Stop Aborcji“ (Stoppt Abtreibungen) wurde zur Überarbeitung in einen Ausschuss weitergeleitet. Dafür stimmten 267 Abgeordnete, 154 waren dagegen, elf enthielten sich.

Das Gesetz sieht ein komplettes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sowie Haftstrafen für ÄrztInnen und Frauen vor. Die drohende Rechtsverschärfung führte zu Protesten, Frauen würden dadurch entmündigt, kritisieren GegnerInnen. In sozialen Medien wird unter dem Hashtag #czarnyprotest (schwarzer Protest) gegen die Entrechtung der Frauen protestiert. Als Zeichen der Solidarität tragen AktivistInnen schwarze Kleidung.

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Bundesregierung: Ärzte verhindern Abschiebungen

© dpa Eine Ärztin untersucht in einer mobilen Praxis einen Flüchtling aus Syrien
© dpa Eine Ärztin untersucht in einer mobilen Praxis einen Flüchtling aus Syrien
Viele Ärzte in Deutschland verhindern offenbar durch falsche Atteste die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber – behauptet zumindest die Bundesregierung. Doch es gibt zahlreiche Einzelfälle, in denen die Rückführung tatsächlich bedenklich ist.

Von Julian Staib | Frankfurter Allgemeine

An Erijon Havolli kann man sehen, wie schwierig das alles ist. Der acht Jahre alte Junge aus dem Kosovo lebt mit seiner Familie – Mutter, Vater und dem sechs Jahre alten Bruder – in Bammental, im Norden Baden-Württembergs. Der Junge ist schwer krank. Er leidet an einer Fehlbildung des Darmes, musste bereits mehrere Operationen über sich ergehen lassen, ist gezwungen stets Windeln zu tragen, die häufig gewechselt werden müssen, und muss wohl sein Leben lang ein tägliches Darmspülverfahren über sich ergehen lassen. In Kindergarten oder Schule geht er nicht, weil der Gestank, der von ihm ausgeht, so groß ist. Dem Jungen sei in der Heimat der Bauch „zerschnibbelt“ worden, sagt ein Ehrenamtlicher, der sich für das Kind einsetzt, und wenn er von dessen Schicksal erzählt, dann versagt ihm die Stimme.

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Späte Abtreibung: Eine einsame Entscheidung

Carmen Kuntner mit ihren beiden Kindern Lea und Jonas. Beide kamen lebensgefährlich krank auf die Welt, sind jetzt aber weitgehend gesund. / Bild: (c) Stanislav Jenis
Carmen Kuntner mit ihren beiden Kindern Lea und Jonas. Beide kamen lebensgefährlich krank auf die Welt, sind jetzt aber weitgehend gesund. / Bild: (c) Stanislav Jenis
Wenn Eltern von einer schweren Erkrankung ihres ungeborenen Kindes erfahren, stehen sie vor einer großen, schweren Entscheidung: Soll das Kind leben oder nicht? Für viele Familien ist die Pränataldiagnostik Fluch und Segen zugleich.

Von Köksal Baltaci, Eva Winroither | Die Presse

Astrid ist beruflich erfolgreich, hat eine neunjährige, gesunde Tochter und erwartet mit ihrem Mann ihr zweites Wunschkind. Bei einer Routineuntersuchung erfährt sie, dass das Baby höchstwahrscheinlich mit Trisomie 21, also dem Downsyndrom, geboren wird. Bald darauf ergibt ein weiterer Test einen schweren Herzfehler des Kindes. Ausgerechnet das Herz, auf das während der Schwangerschaft durch kein Medikament wirklich Einfluss genommen werden kann. Denkbar wäre eine komplizierte, riskante Operation nach der Geburt.

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Missbrauch: Mindestens 35 Schüler an Darmstädter Schule missbraucht

Bild: WAZ
Bild: WAZ
An der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt sind – so ein Gutachten – mindestens 35 Schüler von einem Lehrer missbraucht worden. Wie der Skandal an der Odenwaldschule liegen auch die Fälle in Darmstadt bereits viele Jahre zurück.

Frankfurter Rundschau

Nach dem Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule gibt es in Hessen einen zweiten großen Fall, der ebenfalls viele Jahre zurückliegt. An der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt sind einem Gutachten zufolge vor vielen Jahren mindestens 35 Schüler von einem Lehrer missbraucht worden. Der Bericht wurde am Donnerstag im hessischen Kultusministerium in Wiesbaden vorgestellt. Die Behörde hatte zwei Juristinnen mit der Aufklärung des Falles beauftragt. Bei der Odenwaldschule wird von mindestens 132 Opfern ausgegangen.

Auch die Übergriffe an der Odenwaldschule liegen etliche Jahre zurück und wurden lange verschwiegen. Der Lehrer in Darmstadt, der 2005 wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, starb 2008.

Forscher haben herausgefunden, dass deutsche Mohnbrötchen doch high machen

Mohngebäck | Foto: imago | Westend61
Mohngebäck | Foto: imago | Westend61
Es ist einer dieser Lebensmittel-Mythen: Mohnbrötchen können high machen, wenn man genügend davon isst. Schwangere sorgen sich, durch den Verzehr ihrem Baby zu schaden, andere befürchten, beim Drogentest durchzufallen. Auf Google sind das immerhin die dritt- und vierthäufigsten Suchen zu Mohnbrötchen:

VICE staff

Bild: vice.com
Bild: vice.com

Schwachsinn sei das alles, lauten die Antworten.

Nun haben sich Forscher des Chemischen Untersuchungsamts in Karlsruhe der Sache angenommen. Sie entdeckten die Opiate Morphin, Thebain und Codein in den Brötchen.

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Sekte führt krude Gemeinde in Mexiko

Ein mittelalterlich anmutendes Tor versperrt den Eingang zur Sekten-Gemeinde. Quelle: dpa
Ein mittelalterlich anmutendes Tor versperrt den Eingang zur Sekten-Gemeinde. Quelle: dpa
Ob Medizin, Bildung oder Schminke: Eine Sekten-Gemeinde in Mexiko verbietet ihren Einwohnern die Zivilisation. Bewaffnete Sittenwächter hüten die religiöse Ordnung. Auch von sexuellem Missbrauch ist die Rede. Und der Staat schaut zu …

Hannoversche Allgemeine

In der mexikanischen Ortschaft Nueva Jerusalén (Neu-Jerusalem) nimmt das Leben einen besonderen Weg: ohne Wasseranschluss, Straßenbeleuchtung und ärztliche Versorgung. Schon seit 40 Jahren lässt sich die Sekte, die die Gemeinde gründete, nicht mit irdischen Niederungen von ihrem Glauben ablenken.

Ländlich ist die Gegend um Nueva Jerusalén, rund 250 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt. Viele der rund 5000 Einwohner sind Bauern. Den Eingang bildet ein mittelalterlich anmutendes Tor mit Rittertürmchen. Wer als Frau hindurchtreten will, darf weder kurzen Rock noch Make-up tragen und muss das Haar bedeckt halten. So wie die Frauen im Ort.

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Overusing Antibiotics Could Cost the World Trillions of Dollars

Testing the susceptibility of Staphylococcus aureus to antibiotics by the Kirby-Bauer disk diffusion method. Image: CDC/Wikimedia
Testing the susceptibility of Staphylococcus aureus to antibiotics by the Kirby-Bauer disk diffusion method. Image: CDC/Wikimedia
It has become increasingly clear that we’re overusing antibiotics, and now it’s costing us big money.

By Madison Margolin | MOTHERBOARD

Here in New York, the United Nations is ready to take on what has become a global threat. The UN General Assembly High-level Meeting on Antimicrobial Resistance that’s set to happen today has a singular message to policymakers: get antimicrobial resistance under control for the sake of the human and economic health.

According to a World Bank report titled „Drug-resistant Infections: A Threat to Our Economic Future,“ drug-resistant infections are causing economic damage up to 3.5 percent of the global gross domestic product (GDP). Middle and low- income countries could lose up to 5 percent of their GDP. In total, the global economic loss could cost nearly $100 trillion by 2050.

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Neurologie in der NS-Zeit: gegenseitiger Nutzen durch Selbstgleichschaltung

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen Pressestelle der DGN
Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Morgen diskutiert die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in einem Symposium in Mannheim die Rolle der Neurologie in der Zeit des Nationalsozialismus.
Prof. Martin Grond, Mitglied des Präsidiums der DGN und Initiator der Untersuchung, stellte heute auf einer Pressekonferenz die Publikation „Neurologie und Neurologen in der NS-Zeit“ mit mehreren Aufsätzen von Medizinhistorikern aus Köln und Düsseldorf vor. Ergänzt ist das Werk durch kurze Beschreibungen von Lebenswegen einiger Protagonisten der Neurologie in der Zeit der NS-Diktatur. Prof. Grond zur Eröffnung des Jahreskongresses der DGN, der noch bis Samstag in Mannheim tagt:

„Die medizinhistorische Arbeit hat deutlich gemacht, wie sich das Regime auf der einen, Neurologen und weitere Mediziner auf der anderen Seite mit aktiver Unterstützung und wissenschaftlich untermauerten Rechtfertigungen der NS-Ideologie gegenseitig von Nutzen waren. Und wie im Gegenzug Ressourcen, Macht, Ansehen, Bedeutung für Einzelne oder eine Institution bereitgestellt wurden.“ Die DGN hat bereits zwei Nachfolgeprojekte initiiert, die sich detaillierter Einzelbiografien von Neurologen in Deutschland sowie den vertriebenen und ermordeten Kollegen widmen werden.

Das Symposium „Neurologie in der NS-Zeit“ findet am 22.09.2016 von 8:30 bis 10:00 Uhr unter Vorsitz von Martin Grond und Axel Karenberg statt. Die Vorträge behandeln „Vertriebene Neurowissenschaftler und ihre Schicksale“ (Prof. Karenberg), „Biografische Brüche? Mehrdeutige Lebenswege von Neurologen im Nationalsozialismus“ (H. Fangerau) und „Entgrenzte Wissenschaft: Beispiele neurologischer Forschung im Nationalsozialismus“ (M. Martin). Die Publikation „Neurologie und Neurologen in der NS-Zeit“ ist als Supplement von „Der Nervenarzt“, Band 87, August 2016, auf dem DGN-Kongress kostenlos erhältlich.
Selbstgleichschaltung als Phänomen nach der Machtergreifung
Die Dokumentation zeigt, wie sich die Neurologie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts organisatorisch als medizinische Disziplin von der Psychiatrie und Inneren Medizin emanzipiert hatte, aber kurz nach der Machtergreifung auf politischen Druck hin in die Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater (DGNP) eingegliedert wurde. Die DGNP erwies sich, etwa mit ihrem Vorsitzenden, dem Psychiater Ernst Rüdin, psychiatrisch dominiert und rassenhygienisch ideologisiert. Dieser Sachverhalt wurde in der Nachkriegszeit oft als schnelle Entschuldigung und indirekte Argumentation dafür genutzt, die Neurologie als gering belastete Disziplin zu betrachten. Mit der aktuellen Analyse auf Basis des inzwischen vorliegenden Kenntnisstands wird aber ein deutlich komplexeres Bild gezeichnet.

„Die skizzierten Lebenswege der Neurologen dieser Zeit belegen, dass es viele Nuancen des medizinischen und wissenschaftlichen Wirkens unter, in oder mit dem NS-Regime gibt“, so Prof. Grond. „Ein wiederkehrendes Muster ist allerdings die Tendenz zur Selbstgleichschaltung.“ Ein Beispiel ist Max Nonne, der um 1925 der erste und einzige Hochschullehrer in Deutschland war, der sowohl einen Lehrstuhl für Neurologie innehatte als auch gleichzeitig eine eigenständige Neurologische Universitätsklinik leitete. Er soll den Nationalsozialisten zwar ablehnend gegenüber- gestanden und sich für seine jüdischen Kollegen eingesetzt haben. Andererseits trat er 1942 in einer Denkschrift für die Tötung geistig Behinderter als rassenhygienische Maßnahme ein. Nach Kriegsende soll er sich für Kollegen, die NSDAP-Mitglied waren, als Fürsprecher verwendet haben.
Es wird der Lebensweg von Georg Schaltenbrand aus Würzburg skizziert, der höchst fragwürdige Menschenexperimente im Rahmen seiner MS-Forschung durchführte, aber nach dem Krieg in mehrere Ämter, unter anderem auch den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, eingesetzt wurde.

Die Dokumentation zeigt auch, wie angesichts des politischen Staatsziels der Eugenik medizin- und wissenschaftsethische Prinzipien vernachlässigt wurden: Zum Beispiel wurden im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Zwangssterilisation an Epilepsie leidende Patienten an die Behörden gemeldet und die Forschung zu idiopathischen Epilepsieformen auf erbliche Erklärungsmuster konzentriert. Die Forschung entgrenzte sich und schreckte auch vor dem eingeplanten Tod der beforschten Patienten nicht zurück.
Die Medizinhistoriker beschreiben, wie Neurologen von den Euthanasie-Aktionen über kollegiale Netzwerke profitierten, etwa Julius Hallervorden, der von ca. 1940 bis 1945 knapp 700 Gehirne von Euthanasie-Opfern erhielt und dies in einem Brief von 1944 bestätigte. Seine Hirnschnitte wurden wohl noch mindestens bis in die 1960er-Jahre für die Forschung genutzt.

Wahrung moralischer Grenzen medizinischen Forschens und Handelns

„Die DGN und wir wollen mit der Dokumentation des derzeitigen Wissensstands gerade auch die jüngeren Neurologinnen und Neurologen erreichen, die vielfach zum ersten Mal von der Beteiligung der Neurologie an Medizinverbrechen und ihrer konzeptuellen Vorbereitung sowie von der Vertreibung von Kolleginnen und Kollegen hören“, erklärt Professor Heiner Fangerau vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Düsseldorf. Er hat die Dokumentation gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Dr. Michael Martin und Professor Axel Karenberg vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln angefertigt. „Die Analyse der Medizin im ,Dritten Reich‘ hat deutlich gemacht, wie sehr medizinische Forschung und medizinische Praxis von gesellschaftlichen Erwartungen, politischem Druck und finanziellen Rahmenbedingungen abhängig sind. Dies ist heute nicht anders als damals, auch wenn sich Umstände und Rahmenbedingungen geändert haben“, schreibt Prof. Axel Karenberg. „Wichtig erscheint uns, dass heutige Ärztinnen und Ärzte durch Erinnern nicht aus dem Blick verlieren, welche Verantwortung sie für die Wahrung moralischer Grenzen medizinischen Forschens und Handelns tragen“, so Prof. Fingerau.

Zweiter Teil des Forschungsprojekts „Neurologie in der NS-Zeit“ startet 2017

„Die skizzierten Lebenswerke sollen in einem Folgeprojekt von den Medizinhistorikern deutlich vertieft und die Lebenswege von Protagonisten detaillierter analysiert werden, unter anderem der von Heinrich Pette“, erklärt Prof. Gereon R. Fink, ab 2017 Präsident der DGN. Mit dem Heinrich Pette-Preis verbinden Neurologen herausragende Leistungen in der Nervenheilkunde. Sein Namensgeber war seit 1935 Vorsitzender der auf Weisung des nationalsozialistischen Regimes gegründeten Neurologischen Abteilung der DGN-Vorgängerorganisation GDNP. Nach dem Krieg gründete er 1950 die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und blieb bis 1952 deren Vorsitzender. Bis heute ist nicht völlig klar, in welcher Form sich Heinrich Pette mit dem NS-System arrangiert hat: Inwieweit trug er die Erb- und Rassenpolitik des NS-Staates mit? Förderte er entgrenzte Forschung? War er indirekt an der Ermordung von psychisch Kranken und behinderten Menschen im Rahmen der sogenannten Euthanasie-Aktionen beteiligt? Ebenso stehen Forschungsarbeiten über die Lebenswege anderer Namensgeber für neurologische Erkrankungen (Eponyme) oder für Preise sowie über DGN-Ehrenvorsitzende und -Ehrenmitglieder im Nationalsozialismus aus.
2019 soll das ebenso wichtige zweite Folgeprojekt beginnen, dessen Ziel es ist, erstmals die Gesamtgruppe der vertriebenen und ermordeten deutschen bzw. deutschsprachigen Neurologinnen und Neurologen zu erfassen und darzustellen. Bis jetzt sind mindestens 70 emigrierte, in Konzentrationslagern ermordete oder in den Suizid getriebene Neurologen und Neurowissenschaftler bekannt. Die Ergebnisse des ersten Folgeprojekts „Unklare Lebenswege von Neurologen im Nationalsozialismus“ sollen auf den Jahreskongressen der DGN 2017 bis 2019 vorgestellt und zusätzlich ausführlich schriftlich dokumentiert werden.
Weitere Informationen: http://www.dgnkongress.org und http://www.dgn.org

Pressekontakt
Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
Frank A. Miltner, c/o albertZWEI media GmbH, Englmannstr. 2, 81673 München, E-Mail: presse@dgn.org, Tel.: +49 (0) 89 46148622
Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
http://www.dgn.org
Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Stellvertretender Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink Past-Präsident: Prof. Dr. med. Martin Grond

Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 531437930, E-Mail: info@dgn.org


Weitere Informationen:

http://www.dgn.org/presse/pressemitteilungen/51-pressemitteilung-2016/3321-neuro…

Schluss mit Forschung an Demenzkranken, nehmt Bischöfe

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Kardinal Marx: Geplante Ermöglichung von Arzneimitteltests an nicht einwilligungsfähigen Menschen darf nicht einfach durchgepaukt werden
 

kath.net

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat deutliche Vorbehalte gegenüber einem Gesetzentwurf zu Arzneimitteltests an Demenzkranken. Er appellierte am Montag in Fulda an den Bundestag, eine intensive Debatte über die Forschung an nicht einwilligungsfähigen Menschen zu führen. Das geplante Gesetz dürfe nicht einfach durchgepaukt werden. Nichteinwilligungsfähige seien besonders schützenswert, betonte Marx zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda. Forschung dürfe hier nur nach strengen ethischen Maßstäben stattfinden.

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Missbrauchsver­dacht: Vatikan-Ermittler für Erzbischof-Absetzung

 Foto: AP/Grace Garces Bordallo Anthony Apuron ist seit 1986 Erzbischof in Guam.
Foto: AP/Grace Garces Bordallo Anthony Apuron ist seit 1986 Erzbischof in Guam.
Ein Skandal um Kindesmissbrauch auf einer abgelegenen Pazifik-Insel bewegt die katholische Kirche: Ein vatikanischer Sonderermittler empfahl am Sonntag (Ortszeit) nach dreimonatiger Untersuchung die Absetzung des Erzbischofs im US-Pazifikterritorium Guam.

kurier.at

Ein kirchliches Gericht werde sich um die „äußerst ernsten Vorwürfe“ gegen Erzbischof Anthony Apuron kümmern, der vor Jahrzehnten Ministranten sexuell belästigt haben soll, hieß es in einer Erklärung, die in Guams Kirchen verlesen wurde. Papst Franziskus verfolge den Fall persönlich, hieß es darin.

Verfasst wurde die Erklärung von Erzbischof Savio Hon Tai-Fai, den der Vatikan als Ermittler auf die bei Urlaubern beliebte Insel geschickt hatte, um die Vorwürfe zu klären. Auf die Frage, wie stichhaltig die Anschuldigungen gegen Apuron sind, ging der Ermittler in der Erklärung nicht direkt ein. In allgemeiner Form schrieb er: „Im Namen der Kirche und persönlich will ich mich bei allen Überlebenden sexuellen Missbrauchs entschuldigen, denen an vielen Orten so viel Leid vom Klerus zugefügt wurde.“

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It Took 1700 Hours to Map a Fly’s Brain

Image: Mizutani et al/Arxiv.
Image: Mizutani et al/Arxiv.
A team of researchers from Tokai University in Japan recently produced the first 3D model of a fruit fly’s neuronal network. The team’s work is an important step forward for neuroscience insofar as it has overcome the limitations of previous brain imaging techniques by providing a much higher resolution image of the brain’s neural network, capable of depicting the shape and position of roughly 100,000 neurons.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

As detailed in a paper published earlier this month on arxiv, the researchers were able to accomplish this by repurposing an imaging technique usually used for creating 3D models of complex molecules.

Known as x-ray crystallography, this technique works by first crystallizing a purified sample of the molecule being studied. It is then bombarded with x-rays and the x-ray diffraction patterns that result are measured. The problem is that the resulting diffraction patterns are actually only showing changes in electron density inside the molecule, not the positions of the atoms themselves—this must be inferred from the electron diffraction measurements.

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Researchers Just Released the Longest GMO Study Ever

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
American researchers have conducted a 14-year study on GM crops. They found GMO farms could increase the use of weed killers while decreasing the use of pest killers.

By Jelor Gallego | Futurism.org

Genetically-modified crops are a contentious topic in developed societies because of the ongoing debate on the benefits and environmental drawbacks of creating our own versions of naturally occurring organisms.

Now, researchers have conducted a tremendous study in the field — the longest review of genetically modified crops and pesticide use yet.

The team, which included four academics led by economist Federico Ciliberto of the University of Virginia, studied data taken from 5,000 soybean and 5,000 maize farmers in the U.S. And unlike typical studies that look at data from one or two years, this was a 14-year study from 1998 to 2011.

“The fact that we have 14 years of farm-level data from farmers all over the U.S. makes this study very special,” Ciliberto said in a statement. “We have repeated observations of the same farmers and can see when they adopted genetically modified seeds and how that changed their use of chemicals.”

There are two GMO varieties in maize and soybeans: one kills insects and the other tolerates glyphosate, an herbicide commonly used in weed killers.

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Florida: Niemand weiß, wo dieses verseuchte Wasser hinfließt

Der Krater hat einen Durchmesser von rund 14 Metern Quelle: AP/Tampa Bay Times
Der Krater hat einen Durchmesser von rund 14 Metern Quelle: AP/Tampa Bay Times
Der Krater hat einen Durchmesser von fast 14 Metern: Auf dem Gelände einer Düngemittel-Fabrik in den USA hat sich plötzlich die Erde geöffnet. Es versickerten Millionen Liter radioaktives Abwasser.

DIE WELT

Ein gigantisches Senkloch hat sich auf dem Gelände einer Phosphatdünger-Fabrik des Herstellers Mosaic in Mulberry im US-Bundesstaat Florida aufgetan. Dabei sind rund 800 Millionen Liter „leicht radioaktives“ Abwasser ausgetreten, wie ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Mit der Menge könnten mehr als 300 olympische Schwimmbecken gefüllt werden.

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