Kritik an Ernennung Mugabes zum WHO-Botschafter

Robert Mugabe 2008, Bild: wikimedia.org/Tech. Sgt. Jeremy Lock (USAF)PD
Die Ernennung des Präsidenten von Simbabwe, Robert Mugabe, zum Sonderbotschafter der Weltgesundheitsorganisation stößt auf zunehmende Kritik.

evangelisch.de

Der Schritt der WHO sei „überraschend und enttäuschend“, zitierte die britische Zeitung „Guardian“ am Samstag einen Regierungsbeamten in London. Die Personalie werfe einen Schatten auf die gute Arbeit der Weltgesundheitsorganisation, hieß es.

Zuvor hatte die Nichtregierungsorganisation UN-Watch die Ernennung des „Tyrannen“ Mugabe (93) verurteilt. Mugabe unterdrücke brutal die Opposition in Simbabwe, er habe das einstmals wirtschaftlich starke Land ruiniert und das nationale Gesundheitssystem zum Kollabieren gebracht. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte Mitte der Woche auf einer Gesundheitskonferenz in Montevideo (Uruguay) bekannt gegeben, dass Mugabe als „Goodwill“-Botschafter für nichtübertragbare Krankheiten für Afrika arbeiten werde. Mugabe solle seine Amtskollegen beeinflussen, damit sie den Kampf gegen nichtübertragbare Krankheiten wie Krebs ernsthaft führen, betonte der Äthiopier Tedros.

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Vogelgrippe entwickelt Pandemie-Potenzial

Das Influenza-Virus H7N9 entwickelt sich ständig weiter. © CDC/ Cynthia Goldsmith/ Thomas Rowe
Gefährliches Virus: Die Vogelgrippe H7N9 entwickelt sich immer mehr zu einem Erreger mit Pandemie-Potenzial. Analysen neuer Virus-Varianten zeigen: Der erstmals 2013 in China aufgetauchte Influenza-Erreger ist inzwischen von Säugetier zu Säugetier übertragbar und vermehrt sich erstaunlich effektiv auch in menschlichen Zellen. Manche Viren haben zudem bereits Resistenzen gegen gängige Grippemittel entwickelt.

scinexx

Experten unterscheiden heute mindestens fünfzehn verschiedene Varianten der Vogelgrippe. Eine davon ist das Virus H7N9. An dem erstmals im Frühjahr 2013 in China aufgetauchten Erreger sind bis heute rund 1.600 Menschen erkrankt und knapp 40 Prozent davon verstorben. Angesteckt hatten sie sich über den direkten Kontakt mit Geflügel. Unter den Tieren breitet sich H7N9 aus, ohne dass diese sichtbar krank werden.

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Spanische Polizei: 800 Touristen simulierten Vergiftung

Archivbild vom Strand in Magaluf auf Mallorca. Die Polizei kämpft mit Betrugsfällen auf den Balearen. – REUTERS
Der Polizei liegt eine Liste von 77 Firmen und rund 800 britischen Touristen vor, die mit dieser Betrugsmasche der Tourismusbranche einen Millionenschaden zufügen.

Die Presse.com

Die spanische Polizei hat rund 800 britische Touristen ermittelt, die nach einem Urlaub auf den Balearen mutmaßlich eine Lebensmittelvergiftung simulierten und damit Schadenersatz ergaunern wollten. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, liegt ihr eine Liste mit 77 Firmen vor, die sich offenbar auf diese Betrugsmasche spezialisiert haben und den Touristen ihre Dienste anbieten.

Seit Jänner 2016 hatten die Hotels auf Ibiza, Mallorca und Menorca einen Anstieg der Klagen wegen angeblicher Lebensmittelvergiftung um 700 Prozent verzeichnet. Dem Tourismus auf den Balearischen Inseln sei bereits erheblicher Schaden entstanden; auch die Kanaren sowie die Mittelmeerregion um Benidorm seien betroffen. Die Polizei gab den Umfang der Schadenersatzforderungen mit rund 4,5 Millionen Euro an.

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Wenn Medikamente töten statt heilen

In Afrika werden Medikamente meist von Strassenhändlern ohne pharmazeutische Ausbildung verkauft. (Bild: Xaume Olleros / Bloomberg)
Etwa ein Drittel der in Afrika verkauften Arzneimittel ist wirkungslos oder sogar giftig. Meist kommen die Fälschungen aus China oder Indien. Der Handel ist hochlukrativ und schwierig einzudämmen.

Von David Signer | Neue Zürcher Zeitung

30 bis 40% der Medikamente im subsaharischen Afrika gelten als gefälscht. Das heisst, dass beispielsweise jede dritte Tablette entweder wirkungslos oder sogar gefährlich ist. Nirgendwo sonst ist das Problem so gravierend. In Asien und Russland geht man von einem Anteil von 10 bis 20% gefälschter Medikamente aus, in Nordamerika und Europavon 1%. Das sind grobe Schätzungen, die auf den Funden von Zoll und Polizei beruhen.

Lukrativer als Drogenhandel

In Afrika werden die Medikamente meist von ambulanten Händlern auf der Strasse verkauft. Selbstverständlich verfügen diese über keine pharmazeutische Ausbildung. Selbst wenn das Arzneimittel also echt ist, kann die Einnahme riskant sein. Wenn der Kunde beispielsweise über Kopfweh klagt, gibt ihm der Verkäufer im besten Fall ein Aspirin aus seinem Bauchladen, im schlimmeren Fall ein Malariamittel oder ein Antibiotikum, mit einer willkürlichen Dosierung. Gerade das «wilde» Verschreiben von Antibiotika ist im Hinblick auf Resistenzbildung besonders gefährlich, nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern auch für die Allgemeinheit.

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Saurierschädel unter Neutronenbeschuss

Mithilfe von Neutronenstrahlen können Wissenschaftler in Garching verschiedene Objekte durchleuchten, etwa den Schädel eines Cistecephalus. (Foto: Michael Laaß/OH)
Den Forschungsreaktor in Garching nutzen Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Fachrichtungen. Beim Tag der offenen Tür der TU an diesem Samstag kann man die Anlage besichtigen.

Von Gudrun Passarge | Süddeutsche.de

Wie gut hörten Therapsiden, die vor 230 Millionen Jahren lebten, und welche Materialmischung bewirkt, dass Batteriezellen eine längere Lebensdauer haben? Es sind Fragen wie diese, die Wissenschaftler im GarchingerForschungsreaktor (FRM II) mithilfe von Neutronenstrahlen zu beantworten versuchen. Jährlich etwa 1000 Forscher aus aller Welt nutzen den Reaktor für ihre Messungen.

„Neutronen durchdringen jedes Material mühelos“, sagt der wissenschaftliche Leiter des FRM II, Winfried Petry, „sie können damit wirklich Licht ins Dunkel bringen. Völlig zerstörungsfrei.“ Beim Tag der offenen Tür der TU am Samstag, 21. Oktober, bekommen Besucher die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Technik und der Forschung im Reaktor zu machen.

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Luftverschmutzung tötet jährlich Millionen Menschen

APA/AFP/WANG ZHAO
Alleine 2015 starben neun Millionen Menschen durch verpestete Luft. Besonders betroffen sind Schwellenländer.

Die Presse.com

Weltweit sterben einer internationalen Studie zufolge Millionen Menschen wegen Umweltverschmutzung. Für das Jahr 2015 zählten die Forscher etwa neun Millionen Todesfälle wegen Schadstoffen in der Luft, im Wasser oder im Boden. Die wichtigsten Todesursachen waren dabei Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs.

Fast alle der Todesfälle seien in armen oder aufstrebenden Ländern zu verzeichnen, fanden die Wissenschafter heraus. Vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut werde, seien die Auswirkungen zu spüren. Auf diese Länder, darunter Indien, Pakistan, China, Bangladesch oder Madagaskar, entfalle ungefähr ein Viertel der Toten.

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Asiatische „Heilpflanze“ verursacht Krebs

Schön, aber gefährlich: Pfeifenblumen enthalten krebserregende Aristolochiasäuren. © Hectonichus/ CC-by-sa 3.0
Von wegen sanfte Medizin: In der traditionellen chinesischen Heilkunde gilt die Pfeifenblume als Arzneipflanze. Seit einigen Jahren aber ist bekannt, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Blume Harnwegstumore fördern – und offenbar nicht nur das. Denn jetzt zeigt sich: Die vermeintliche Arznei kann auch Leberkrebs auslösen. Wissenschaftler fordern nun vor allem in Asien noch strengere Reglementierungen für die Verwendung der Pflanze und daraus hergestellten Präparaten.

scinexx

In der traditionellen chinesischen Medizin spielt die Heilkraft von Pflanzen eine besondere Rolle. Ob Gingko, Engelwurz oder Knoblauch: Viele Gewächse werden in Asien seit jeher zur Behandlung diverser Wehwehchen und Erkrankungen eingesetzt. So auch die Pfeifenblume. Die Pflanzen der Gattung Aristolochia sollen etwa Menstruationsbeschwerden lindern, gegen Rheuma und Darmleiden helfen. Zudem fördern sie angeblich die Wundheilung und haben antiparasitäre Eigenschaften.

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TRANSFUSIONEN: Das Blut von Müttern lässt Männer eher sterben

Ein halber Liter Blut, der Leben retten kann – vor allem, wenn er vom richtigen Spender kommt
Quelle: Getty Images/Science Photo Library RM
Wer dringend eine Transfusion braucht, fragt nicht, von wem das Blut kommt. Eine neue Studie könnte das ändern: Erhalten Männer Blut von Frauen, die geboren haben, sterben sie häufiger.

Von Fanny Jiménez | DIE WELT

Blut spendet Leben – das scheint nicht für alle Blutspender gleichermaßen zu gelten. Das Blut von Müttern vertragen einer neuen niederländischen Studie zufolge vor allem Männer nicht gut. Sie sterben häufiger, wenn sie Bluttransfusionen einer Frau bekommen, die schon einmal schwanger war, als wenn sie das Blut von anderen Männern bekommen oder von Frauen, die noch nie schwanger waren.

Das berichten Wissenschaftler um Rutger Middelburg vom Leiden University Medical Center im Fachjournal „Jama“. Die Forscher hatten Daten von mehr als 31.000 Patienten von im Schnitt 65 Jahren durchforstet, die zwischen 2005 und 2015 eine Bluttransfusion in einem von sechs niederländischen Krankenhäusern bekommen hatten.

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Zahl der Pest-Erkrankten in Madagaskar steigt rasant

In Madagaskars Hauptstadt Antananarivo werden Straßen und Privathäuser desinfiziert, nachdem dort ein Mann an Lungenpest gestorben ist © Laetitia Bezain/DPA
Kleine Ausbrüche der Pest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich, doch die aktuelle Epidemie ist weitaus bedrohlicher. Zahlreiche Menschen sind an der leicht übertragbaren Lungenpest erkrankt. Die Zahl der Betroffenen steigt sprunghaft.

stern.de

Die Pest breitet sich in Madagaskar rasant aus: Waren vor einer Woche noch 350 Pest-Erkrankungen und 40 Todesfälle bekannt, hat sich die Zahl nun bereits verdoppelt. Den Behörden zufolge sind mittlerweile 805 Menschen erkrankt, von denen knapp 600 an der hochgefährlichen und leicht übertragbaren Lungenpest leiden. Mindestens 74 Menschen seien an den Folgen der Infektion gestorben, erklärte die Katastrophenschutzbehörde am Dienstag.

Pest breitet sich in Städten aus

Die Epidemie in dem Inselstaat vor der Südostküste Afrikas hatte Anfang September begonnen. Kleinere Ausbrüche der Beulenpest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich. Die gegenwärtige Epidemie ist jedoch bedeutend heftiger und die Mehrheit der Erkrankungen sind Fälle der leicht übertragbaren Lungenpest.

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Risikogene für Lendenwirbel-Leiden entdeckt

Klagen Patienten über Schmerzen im unteren Rücken, die bis in die Beine ausstrahlen, kann eine spinale Stenose dahinterstecken. © Wavebreakmedia/ thinkstock
Verengter Wirbelkanal: Bei der sogenannten spinalen Stenose mischen auch die Gene mit. Forscher haben nun mehrere genetische Varianten identifiziert, die das Risiko für eine krankhafte Verengung des Wirbelkanals im Bereich der Lendenwirbelsäule erhöhen. Diese Marker könnten künftig dabei helfen, Risikopatienten zu erkennen – und der typischen Alterserscheinung frühzeitig vorzubeugen.

scinexx

Innerhalb der Wirbelsäule befindet sich der Spinalkanal. Er ummantelt das weiche Rückenmark und bildet einen knöchernen Schutz für diesen Teil des zentralen Nervensystems. Verengt sich der Wirbelkanal jedoch, üben Knochen und Bänder Druck auf das Rückenmark und alle darin verlaufenden Nerven aus. Oft passiert dies im Lendenwirbelbereich. Betroffene leiden dann typischerweise unter bis in die Beine ausstrahlenden Schmerzen bis hin zu Gangstörungen.

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Bodo Ramelow – „Sie melden: ‚Ich bin ein Gegner der Abtreibung‘“

Bodo Ramelow, Bild: FB

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) schreibt an KATH.NET – kath.net hatte zuvor berichtet, dass er sich gemäß „Südwestpresse“ als evangelischer Christ gegen Sahra Wagenknechts Abtreibungsaussage gewandt hatte

kath.net

kath.net hatte anhand einer Darstellung der „Südwestpresse“ (siehe Link) davon berichtet, was der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) bei einer Veranstaltung in Blaubeuren (Baden-Württemberg) zur Abtreibungsfrage gesagt sowie dass er sich – wörtlich belegt als Zitat in der „Südwestpresse“ – als „Gegner der Abtreibung“ bezeichnet habe. Daraufhin erhielt kath.net einen Brief des Ministerpräsidenten, in welchem er seine Position präzisierte.

Sie melden auf Ihrer Internetseite heute unter der Überschrift „Linken-Politiker Ramelow: „Zitat: Ich bin ein Gegner der Abtreibung.“ Im Text heißt es dann, ich würde der Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion Die Linke, Sahra Wagenknecht, empfehlen, in einen innerfamiliären Diskurs mit ihrem katholischen Ehemann Oskar Lafontaine zu treten. Ihre Meldung legt den Lesern nahe, dass ich diese Sätze wörtlich so formuliert hätte. Dieser Eindruck ist falsch und unzutreffend.

Auf der Veranstaltung wurde ich gefragt, ob es neben mir weitere Christen in der Partei Die Linke gibt. Ich antwortete u.a., dass Oskar Lafontaine Mitglied der Katholischen Kirche sei und darüber hinaus eine große Anzahl Christinnen und Christen in der Partei Die Linke aktiv sind. Gefragt wurde ich auf der Veranstaltung zudem nach meiner Meinung zu der Forderung von Sahra Wagenknecht, dass der § 218 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden sollte. Ich antwortete, dass ich diese Forderung teile. Der Fragesteller unterstellte dann, dass Sahra Wagenknecht damit die Legalisierung von Mord verlangen würde, denn, so der Fragesteller, damit sei wohl auch das Töten selbst eines neun Monate alten Kindes im Mutterbauch gemeint. Meine Antwort war, dass ich nicht glauben würde, dass Sahra Wagenknecht so etwas befürworten würde und dass solche Entscheidungen höchst schwierige Entscheidungen zwischen Mutter und Arzt seien und ich der strikten Auffassung sei, dass weder das Strafgesetzbuch noch Strafrichter die richtigen Begleiter und Entscheider in solch schwierigen Fragen seien. Ich habe allerdings aus meiner persönlichen Überzeugung als Christ keinen Hehl gemacht, dass ich Abtreibung nicht befürworte und als Mittel der Geburtenkontrolle ablehne.

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This Is What Nuclear Weapons Leave in Their Wake

Concrete structures are pictured approximately 650 feet away from the site of the first Soviet nuclear test at the Semipalatinsk Test Site, south of Kurchatov, in Kazakhstan. PHOTOGRAPH BY PHIL HATCHER-MOORE
A remote area of Kazakhstan was once home to nearly a quarter of the world’s nuclear testing. The impact on its inhabitants has been devastating.

By Alexandra Genova | National Geographic

Decay and desolation scar the landscape of a remote corner of the Kazakh Steppe. Unnatural lakes formed by nuclear bomb explosions pockmark the once flat terrain, broken up only by empty shells of buildings. It appears uninhabitable. And yet, ghosts – living and dead – haunt the land, still burdened by the effects a nuclear testing program that stopped nearly 30 years ago.

The site, known as the Polygon, was home to nearly a quarter of the world’s nuclear tests during the Cold War. The zone was chosen for being unoccupied, but several small agricultural villages dot its perimeter. Though some residents were bussed out during the test period, most remained. The damage that continues today is visceral.

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Berik Syzdykov, 38, sits at the kitchen table in the apartment he shares with his mother in Semey, Kazakhstan. Berik was born with birth defects after his pregnant mother was exposed to radiation from a nuclear test blast conducted by the Soviet Union in the Semipalatinsk test site in Kazakhstan. He is blind, and has had several operations to reduce the swelling in his face. PHOTOGRAPH BY PHIL HATCHER-MOORE

Kinderheim Remseck-Hochdorf – Unrecht im Namen der Kirche

Die vielen Heimkinder haben das Leben in Hochdorf seit dem Krieg geprägt. Foto: Factum/Weise
Die Evangelische Jugendhilfe hat die zum Teil sehr dunkle Geschichte des Kinderheims Hochdorf aufarbeiten lassen. Die Dokumentation wurde zuerst an die Ehemaligen verteilt.

Von Ludwig Laibacher | Suttgarter Nachrichten

Wer die Worte Kinderheim und Nachkriegszeit hört, ist mittlerweile alarmiert. Unverzüglich stehen Fragen nach der Prügelstrafe, sexuellem Missbrauch oder – weil sich die meisten Heime in konfessioneller Trägerschaft befanden – religiöser Gewalt im Raum. Auch Claudia Obele, die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf, hatte Angst vor dem, was in den Akten über das Kinderheim im Remsecker Teilort zu finden sein würde. Vor zwei Jahren hat sie einen Historiker beauftragt, die Heimgeschichte zu dokumentieren.

„Ich wollte nicht überrascht werden wie die Brüdergemeinde in Korntal-Münchingen“, sagt Obele. Dadurch, dass dort ein ehemaliges Heimkind die schlimmen Zustände in den fünfziger und sechziger Jahren öffentlich gemacht und die Brüdergemeinde damit konfrontiert habe, sei „der Verständigungsprozess von vornherein missglückt“ gewesen.

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Blutdruckmittel gefährdet Trinkwasser-Qualität

Sauberer Durstlöscher? Bestimmte Blutdrucksenker gefährden unsere Trinkwasserressourcen. © Rebepoi/ freeimages
Blutdrucksenker im Wasser: Seit einigen Jahren werden in Berliner Gewässern große Mengen blutdrucksenkender Medikamente gefunden. Das Problem: Die Blutdruckmittel vom Typ der Sartane sind nur schlecht abbaubar und gefährden daher die Qualität der Trinkwasserressourcen – wahrscheinlich nicht nur in Berlin, warnen Experten. Sie plädieren dafür, dass Ärzte mehr ökologisch unproblematische Medikamente verschreiben sollen.

scinexx

Ob Antibaby-Pille, Kontrastmittel oder Psychopharmaka: Immer mehr Rückstände von Arzneimitteln oder in der Medizin verwendeten Chemikalien gelangen mit unserem Abwasser in Flüsse und Seen, weil die Kläranlagen diese Wirkstoffe nicht vollständig entfernen können. Diese Belastung stellt nicht nur ein potenzielles Risiko für die im Wasser lebenden Tiere dar.

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Opfer fordern mehr Mitsprache in Conterganstiftung

Betroffenenvertreter im Stiftungsrat der Conterganstiftung haben Conterganopfer zu einer Demonstration vor dem Berliner Bundesfamilienministerium aufgerufen. Mit der Kundgebung an diesem Montag solle unter anderem mehr Mitsprachemöglichkeiten von Conterganopfern in der Stiftung gefordert werden, erklärte der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer (BCG) am Sonntag in Köln.

evangelisch.de

Nötig sei dafür eine absolute Mehrheit der Betroffenenvertreter im Stiftungsrat. Zudem kritisierte der Verband die Aufsicht des Bundesfamilienministeriums über die Stiftung.

Im Stiftungsrat würden zwei von Conterganopfern gewählten Betroffenenvertreter drei Ministerienvertretern gegenübersitzen, erklärte der Bund Contergangeschädigter. Damit hätten die Opfervertreter keine Chance, gegen die Mehrheit der Ministerienvertreter Anliegen durchzusetzen.  Dies werde den historischen Gegebenheiten des Conterganskandals nicht gerecht, kritisierte Betroffenenvertreter Christian Stürmer.

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Religiotie vor „Abtreibungsklinik“ in München

Am kommenden Sonntag werden in München-Freiham vor dem Gesundheitszentrum medicare, also vor der Abtreibungsklinik von Friedrich Stapf, wieder viele Menschen friedlich für echte Hilfe für Schwangere und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder stehen.

kath.net

Am Sonntag, den 15. Oktober 2017 werden in München-Freiham vor dem Gesundheitszentrum medicare und damit vor der Abtreibungsklinik von Friedrich Stapf wieder viele Menschen ruhig und friedlich für echte Hilfe für Schwangere und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder stehen. Das Motto der Kundgebung ist „Zukunft statt Abtreibung”. Veranstalter sind die Christdemokraten für das Leben (CDL) Bayern und die Aktion Lebensschutz für Alle (ALfA) sowie die Jugend für das Leben. Es soll ein sichtbares und eindrucksvolles Plädoyer für das Recht auf Leben werden, eine bessere Familienpolitik und eine echte Willkommenskultur für Mütter und Kinder gesetzt werden.“

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400 000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr durch Feinstaub

Wegen Feinstaubs in der Luft sterben nach Darstellung der Europäischen Umweltagentur EEA jährlich rund 400 000 Menschen vorzeitig, davon 66 000 in Deutschland. 

Frankfurter Rundschau

Dies geht aus einer in Brüssel veröffentlichten Studie hervor. Zwar werde die Luft in Europa langsam besser. Doch die hohe Konzentration von Schadstoffen habe immer noch erhebliche negative Folgen für die Gesundheit der Europäer, erklärte die EEA. Feinstaub stammt aus dem Straßenverkehr, aber auch aus der Landwirtschaft, Kraftwerken, Fabriken und Heizungen.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Das Grundeinkommen ist nicht egalitär, sondern elitär

Das Grundeinkommen wurde nach dem Lebensentwurf eines Lottogewinners oder reichen Müßiggängers konstruiert, findet Christoph Butterwegge. (Foto: Robert Haas)
Seine Einführung würde das Ende des Sozialstaats bedeuten. Denn konstruiert ist es nicht für einen Minimalverdiener – sondern für einen Lottogewinner.

Von Christoph Butterwegge | Süddeutsche.de

Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), wie es in weiten Bevölkerungskreisen auf große Sympathien stößt, hat auf den ersten Blick etwas Faszinierendes: Statt wie im bestehenden Wohlfahrtsstaat nur jene Menschen durch eine spezielle Transferleistung wie das Arbeitslosengeld II aufzufangen, die weder über ein ausreichendes Erwerbseinkommen noch über Leistungsansprüche aus dem Versicherungssystem verfügen, sollen alle (Wohn-)Bürger ohne Ansehen der Person, ohne Arbeitspflicht und ohne besonderen Nachweis in den Genuss einer Zuwendung gelangen, die zur Sicherung ihrer materiellen Existenz ausreicht.

Nach jahrzehntelanger Flickschusterei am Sozialstaat, die immer neue Probleme und Streitigkeiten in der Öffentlichkeit mit sich brachte, erscheint der angestrebte Systemwechsel vielen Menschen geradezu als Erlösung: Hartz-IV-Bezieher hoffen, vom Druck ihres Jobcenters befreit zu werden, Steuerzahler glauben, nichts mehr von Reformen hören zu müssen, die – wie Hartz IV – keine Verbesserungen bringen. An die Stelle eines gleichermaßen komplexen wie komplizierten Wohlfahrtsstaates, individuell geltend zu machender Ansprüche und behördlicher Kontrollen soll ein Universaltransfer treten, der keiner großen staatlichen Bürokratie mit Sanktionsdrohungen mehr bedarf.

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„BEN AND JERRY’S“: Glyphosat in Speiseeis gefunden

„Unsere Produkte sind sicher und können bedenkenlos verzehrt werden“, erklärte Unilever. ©DPA
Experten finden Spuren eines umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels in Speiseeis. Hersteller Unilever erklärt daraufhin, die Produkte könnten bedenkenlos verzehrt werden. Glyphosat sei in nahezu allen Lebensmitteln zu finden.

Frankfurter Allgemeine

Spuren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat haben Wissenschaftler in Speiseeis-Proben aus Deutschland und drei weiteren europäischen Ländern gefunden. „Untersuchungen aus Frankreich und Großbritannien weisen darauf hin, dass der Glyphosatgehalt aus den meisten Proben von ,Ben and Jerry’s‘ Eiscreme wahrscheinlich ein Gesundheitsrisiko darstellt“, sagte der Forscher Gilles-Eric Séralini am Dienstag in Brüssel. Er stellte seine Forschungsergebnisse dort auf einer Pressekonferenz der Grünen im Europäischen Parlament vor.

Der amerikanische Wissenschaftler John Fagan sagte, in 13 von 14 untersuchten Eisproben habe man Glyphosat in einer Konzentration von bis zu 1,23 Nanogramm pro Milliliter gefunden. Fagan untersuchte „Ben and Jerry’s“ Eis aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Parallel getestete Bio-Eiscreme habe kein Glyphosat enthalten, sagte er. Der Hersteller Unilever betonte, die nachgewiesenen Glyphosatspuren lägen deutlich unter allen Grenzwerten, die in den Vereinigten Staaten und Europa gälten.

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Antibiotika-Alternative: Forscher fordern klare Regeln für Einsatz von Bakteriophagen

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Bakteriophagen, die sich an eine Bakterienzelle geheftet haben. Diese Viren haben die Größe und Form des Coliphagen T1. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Dr. Graham Beards

Multiresistente Keime, Lebensmittelskandale, Tierseuchen: Eine Lösung für diese und andere Probleme könnten Bakteriophagen darstellen. Dabei handelt es sich um Viren, die sich in Bakterien einnisten und diese abtöten.

medizin aspekte

Für Zellen des Menschen, von Tieren oder Pflanzen sind sie dagegen völlig harmlos In vielen osteuropäischen Ländern sind sie seit Jahrzehnten im Alltag in Gebrauch, in Deutschland erschweren fehlende Regelungen medizinische und hygienische Anwendungen. Zum Auftakt des 1. Deutschen Bakteriophagen-Symposiums an der Universität Hohenheim in Stuttgart fordern Wissenschaftler mehr Forschung und eine schnelle und klare Regulierung, um die potentielle Anwendung zu beschleunigen. Das Symposium läuft noch bis 11. Oktober, Tagungsort ist das Steinbeis-Haus für Management und Technologie (SHMT), Filderhauptstraße 142 70599 Stuttgart. Mehr Infos zum Symposium unter https://1st-german-phage-symposium.uni-hohenheim.de

„Vom Schnupfen über Durchfall bis zur Lungenentzündung: Bereits jetzt lassen sich bakterielle Infekte bei Mensch und Tier mithilfe von dafür geprüften Bakteriophagen bekämpfen“, erklärt PD Dr. Wolfgang Beyer. Ein Ansatz, der auch in Deutschland und Westeuropa endlich Anwendung finden muss, so die Überzeugung von PD Dr. Beyer, Scientific Director des 1. Deutschen Bakteriophagen-Symposiums.

Noch bis 11. Oktober 2017 treffen sich über 150 internationale Vertreter der Bakteriophagen-Forscher mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Regulierungsbehörden. Das erste deutsche Bakteriophagen-Symposium an der Universität Hohenheim in Stuttgart soll den internationalen Forschungsstand zusammenfassen und künftigen Forschungs- und Regelungsbedarf ausleuchten.

Organisiert wird das Symposium durch das Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften der Universität Hohenheim. Zu den Höhepunkten des Symposiums gehört die deutschsprachige Abschluss-Diskussion „Quo vadis, deutsche Bakteriophagenforschung?“ am 3. Konferenztag, den 11. Oktober 2017 ab 10:30 Uhr. Auf der Agenda steht außerdem die Gründung eines nationalen Phagen-Forums. Die allgemeine Konferenzsprache dagegen ist Englisch.

Spezielle Viren als Verbündete in der Krankheitsbekämpfung

Das Prinzip der Bakteriophagen sei simpel, erklärt PD Dr. Beyer: Die Viren dringen in die Bakterien ein und töten diese ab. „Für jedes krank machende Bakterium gibt es einen passenden Phagen, der es zerstört. Man muss nur den richtigen finden. Dann lassen sich viele Infektionen bekämpfen – ganz ohne oder auch in Kombination mit Antibiotika.“

Gegen viele Infekte könne dabei schon ein standardisierter Phagen-Mix helfen. In schwierigeren Fällen könne ein Mikrobiologe den Erreger beim Patienten genau bestimmen und dann den dazu passenden Phagen suchen – eine ganz auf den individuellen Patienten zugeschnittene Behandlung.

Aus Reisen in Osteuropa wisse PD Dr. Beyer, dass es dort Phagen-Mischungen rezeptfrei in Apotheken zu kaufen gibt. In Deutschland hingegen nicht: „Es ist zwar nicht verboten, Phagen in Deutschland zu vertreiben. Um sie als zugelassenes Arzneimittel auf den Markt zu bringen, sind allerdings teure und langwierige Tests nötig. Dieses Zulassungsverfahren gilt es zu beschleunigen, denn die tradierten Antibiotika versagen zunehmend im Kampf gegen multiresistente Keime. Wir brauchen die Bakteriophagen als Alternative, und zwar jetzt.“

Im Kalten Krieg vergessen, von der Forschung aus dem Blick verloren

Dass Bakteriophagen von der medizinischen Forschung in Deutschland und der westlichen Welt so lange nicht beachtet wurden, habe historische Gründe, so PD Dr. Beyer. Entdeckt wurden sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts; am berühmten Pariser Institut Pasteur forschte man dazu in den 1930er-Jahren ebenso wie im georgischen Tiflis.

Doch mit der Spaltung Europas in Ost und West und dem Siegeszug des Penizillin gerieten Bakteriophagen in den westlichen Ländern nach 1945 zunehmend in Vergessenheit. „Dank des erfolgreichen Einsatzes der Antibiotika hatte man im Westen schlicht keinen Bedarf an Bakteriophagen“, so PD Dr. Beyer. „Heute, im Kampf gegen multiresistente Keime, sieht das anders aus.“

In den Sowjetstaaten blieben die Bakteriophagen jedoch im Einsatz und sind es bis heute, sicherlich auch, weil in diesen Ländern Antibiotika deutlich teurer oder gar nicht zu bekommen waren. „Bakteriophagen erfüllen jedoch die gleiche Funktion und werden dort bis heute als wirksames, aber noch unzureichend erforschtes Medikament eingesetzt“, erklärt PD Dr. Beyer.

Dass Bakteriophagen in der EU nicht generell zur medizinischen Behandlung zugelassen sind, erschwere auch die Forschung: „Medizinische Studien sind schwierig durchzuführen, da Ärzte die Bakteriophagen als alternative Methode nur dann verabreichen dürfen, wenn alle anerkannten Therapien nachweislich versagt haben. Dann ist es für die Patienten jedoch oft schon zu spät.“

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