Arbeitsgericht: Fristlose Kündigung wegen Abtreibungsfrage unwirksam

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Klinikdirektor Fröhling hatte öffentlich Abtreibungsweigerung des Gynäkologiechefarztes der Capio-Klinik Danneberg unterstützt, dafür durfte er nicht gefeuert werden – Ärztekammer kritisiert finanziellen Druck der Gesundheitsministerin auf die Klinik

kath.net

Klinikdirektor Markus Fröhling war im Februar 2017 von seiner Klinik in Dannenberg fristlos gekündigt worden, da er öffentlich den damaligen Gynäkologie-Chefarzt Thomas Börner unterstützt hatte, der Abtreibungen in seiner gynäkologischen Abteilung Abtreibungen abgelehnt hatte. Fröhling hatte gegen die Kündigung Klage eingereicht. Das Arbeitsgericht Lüneburg am 19. Mai diese fristlose Kündigung für unwirksam erklärt, der Capio-Konzern muss die Kündigung zurücknehmen und Fröhling zu den früheren Konditionen weiterbeschäftigen. Das berichtete die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Unter Hinweis auf die „Elbe-Jeetzel-Zeitung“ berichtete „idea“ weiter, dass der Konzern aber wohl den Klinikdirektor nicht weiterbeschäftigen, sondern eher eine deutliche Abfindung bezahlen werde.

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Proteste in Italien nach Einführung der Impfpflicht für Kinder

Bild: 4ever.eu
Die von der italienischen Regierung am Freitag eingeführte Impfpflicht für Kinder sorgt für heftige Proteste. Umstritten ist vor allem, dass Eltern nicht geimpfter Kinder beim Jugendamt gemeldet werden und auch das Fürsorgerecht verlieren können. Auf sie kommen auch hohe Bußgelder zu.

derStandard.at

Die Impfpflicht gilt für insgesamt zwölf Krankheiten, darunter Masern, Hirnhautentzündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken. Nicht geimpfte Kinder im Alter bis zu sechs Jahren werden künftig nicht in Krippen, Kindergärten oder Vorschulklassen aufgenommen. Die Impfpflicht gilt ab dem kommenden Schuljahr, das im September beginnt. Anti-Impfungsverbände riefen zu einer nationalen Protestkundgebung am 8. Juli in der Stadt Pesaro auf.

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„Wann wird Karrierismus zur Gefahr?“

© dpa Betrügereien fangen oft schon im kleinen an: Zum Beispiel, wenn mögliche Nebenwirkungen verschwiegen werden.
Auch in Deutschland kommen manchmal Patienten durch medizinische Forschung zu Schaden. Der Arzt Carsten Engelmann will untersuchen, wie das geschehen kann – und wie die Aufklärung behindert wird.

Von Lucia Schmidt | Frankfurter Allgemeine

Deutsche Wissenschaftler, die in der Forschung rechtliche Grenzen überschreiten und damit in manchen Fällen das Patientenwohl gefährden: In einer Studie möchten Sie untersuchen, unter welchen Bedingungen so etwas geschehen kann. Wie kommen Sie auf diese Fragestellung, Herr Engelmann?

Ich habe in meinem beruflichen Leben erstmals 1996 an einer Berliner Großforschungseinrichtung erlebt, wie in Medizin und Wissenschaft Dinge grundlegend schieflaufen, und danach – reiner Zufall – einige vergleichbare Fälle ganz aus der Nähe miterlebt. Gemeinsamer Nenner in allen Vorfällen: Alle rücken von den „Sündern“ ab, aber systematische Konsequenzen bleiben meist aus. Es waren jüngst aktuelle Beispiele, die mich haben begreifen lassen, dass der „Skandal“ kein geeignetes Format ist, hier nachhaltig voranzukommen. So darf es nicht weitergehen, und das hat mich motiviert, eine solche Studie durchzuführen.

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Dieser Chili könnte töten

Mike Smith wollte eine gut aussehende Chili-Pflanze, keine scharfe. Credit: Daily Post Wales
Ein walisischer Züchter hat eine rekordverdächtig scharfe Chili entwickelt. Ihr Genuss kann fatale Folgen haben, aber ihre Inhaltsstoffe könnten medizinisch betäuben.

Von Daniel Lingenhöhl | Spektrum.de

Eigentlich wollte der walisische Gärtner Mike Smith aus St. Asaph nur eine attraktive Chilipflanze züchten, um mit ihr auf der Chelsea Flower Show anzutreten. Doch durch Zufall kam dabei ein rekordverdächtiges Gewächs heraus, wie die „BBC“ berichtet: die schärfste Chilischote der Welt. Mit 2,48 Millionen Scoville-Einheiten übertrifft die „Dragon’s Breath Chilli“ genannte Frucht den vorherigen Spitzenreiter „Carolina Reaper“ deutlich – der bisherige Spitzenwert lag bei 2,2 Millionen auf der Scoville-Skala, die die Schärfe von Chilis angibt. Im Fall des Drachenatems würde man noch einen Tropfen Öl der Chili in 2,48 Millionen Tropfen Wasser bemerken.

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Molekulare Kondome machen Spermien unfähig für den letzten Kraftakt

Mit einem molekularen Kondom könnten Spermien nicht mehr in Eizellen eindringen Quelle: Getty Images/Dorling Kindersley
Zwei neue Wirkstoffe könnten herkömmliche Verhütungsmittel überflüssig machen. Pristimerin und Lupeol verhindern, dass die Spermien in die Eizellen eindringen. Aber es gibt ein Problem.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler, die Pille für den Mann marktfähig zu machen. Und seit Jahrzehnten versuchen sie auch, für Frauen ein Mittel zu finden, das die Befruchtung der Eizelle nach dem Sex verhindert. Doch obwohl erste Substanzen bereits in Tierversuchen erfolgsversprechend sind, hat es bisher noch kein Produkt auf den Markt geschafft. Offenbar ist es nicht so einfach, Spermien sicher und ohne Nebenwirkungen zu blockieren.

Nun weckt der Fund neuer Substanzen die Hoffnung auf eine Revolution der Verhütung.

Wissenschaftler aus den USA setzen nun auf molekulare Kondome. Dabei setzen sie vor allem auf zwei Stoffe. Der eine ist Lupeol, eine Substanz, die aus Kapernpflanzen, Mango und Birkenrinde gewonnen werden kann und in der Medizin auch als Mittel gegen viele verschiedene Erkrankungen erforscht wird.

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Lichtdoping: Blaues Licht verbessert Endspurt

Sportler während einer Behandlung mit blauem Licht. Diese gezielte Lichttherapie kann offenbar die abendlichen Leistungen verbessern. © Universität Basel
Schneller dank blauem Licht: Ein „Lichtdoping“ könnte Sportlern bei abendlichen Sportwettkämpfen bessere Leistungen ermöglichen – darauf deutet nun ein Experiment hin. Setzten sich Radfahrer vor einem Rennen eine Stunde lang blauem Licht aus, waren sie im Endspurt schneller als ohne diese Lichtdusche. Der Grund dafür: Das blaue Licht polt ihre innere Uhr trotz später Stunde wieder auf „wach“ um, wie die Forscher erklären.

scinexx

Unser natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst unseren Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und auch die körperliche Leistungsfähigkeit. Doch genau das kann für Leistungssportler zum Problem werden: Viele Sportwettkämpfe finden am späten Abend während der der „Prime Time“ im Fernsehen statt. Weil ihr Körper zu diesem Zeitpunkt bereits auf Ruhe gepolt ist, können viele Athleten nicht mehr ihre volle Höchstleistung erzielen – dafür sorgt unter anderem das Schlafhormon Melatonin.

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It’s Not Just You: We ALL Have Seasonal Allergies Now

Image: MOTHERBOARD
Climate change and our microbiome are part of the reason we’re all miserable suddenly.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

This spring, for the first time in my 28 years on this Earth, I’ve suddenly developed seasonal allergies. Let me tell you, it goes far beyond the sniffles. Each person experiences allergies differently, but for me it’s a truly unpleasant blend of congestion, itchy throat, and a post-nasal drip (which is just as disgusting as it sounds).

Why have I suddenly been plagued with this suffering after nearly three decades of blissful, allergy-free existence? The answer is in part due to a familiar foe, climate change, and the fact that even a hearty microbiome can’t fully shield you from perennial hell.

We’ve known for awhile that climate change is making allergy season more severe for sufferers, but it may also have a secondary effect: converting ignorant non-sufferers like me into hacking, wheezing, phlegm-buckets like the rest of you.

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Gülle enthält resistente Keime – auch in Deutschland

Mit der Gülle gelangen jede Menge reisitente Keime in die Umwelt – auch hier bei uns © Ingram Publishing/ thinkstock
Gülle als Resistenzschleuder: Auch bei uns in Deutschland gelangen durch Gülle aus der Tierhaltung große Mengen resistente Bakterien in die Umwelt, wie ein Test der Umweltorganisation Greenpeace belegt. Bei 68 Prozent der Gülleproben aus deutschen Schweineställen wiesen die Tester multiresistente Keime nach, in 79 Prozent der Proben fanden sich Antibiotika-Rückstände – und das, obwohl der Antibiotika-Einsatz in der EU-Tierhaltung eigentlich limitiert ist.

scinexx

Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen wird immer gravierender. Erst kürzlich wiesen Forscher nach, dass in China bereits ganze Küstengebiete mit resistenten Bakterien verseucht sind, aber auch bei uns in Europa steigt die Zahl der multiresistenten Keime. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt sogar schon vor einem postantibiotischen Zeitalter und hat kürzlich erst eine „Fahndungsliste“ der gefährlichsten „Superkeime“ veröffentlicht.

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Zehn Jahre für Glyphosat

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat soll für zehn weitere Jahre zugelassen werden – so will es die EU-Kommission. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Frankfurter Allgemeine

Die EU-Kommission will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zulassen und treibt damit Umweltschützer auf die Barrikaden. Eine Kommissionssprecherin betonte aber am Mittwoch, dass es zunächst nur ein Vorschlag sei und eine Debatte mit den EU-Mitgliedsstaaten geführt werden solle. Man suche eine Lösung, die möglichst große Unterstützung habe, sagte sie.

Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten.

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ARD-Film „Gift“: Schmutzige Pillen bringen den Tod

© diwafilm GmbH Sie kommt dem Skandal auf die Spur: Julia Koschitz spielt die Interpol-Agentin Juliette Pribeau.
Ein ARD-Themenabend über gefälschte Medikamente beleuchtet einen verborgenen Skandal: Weltweit blüht der Handel mit gefährlichen Präparaten. Was sie anrichten, zeigt der Film „Gift“.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine

Ein Blick, so leer und verloren wie der vermeintliche Sieg, den sie errungen hatte: Die integre Interpolagentin Juliette Pribeau (Julia Koschitz) hat dank des Whistleblowers Günther Kompalla (Heiner Lauterbach) einen weltweit agierenden Händlerring auffliegen lassen, der gefälschte Medikamente in Umlauf bringt. Doch am Ende sitzt sie düpiert der falsch spielenden Pharmalobbyistin Vera Edwards (Maria Furtwängler) gegenüber, die in ihrer Antrittsrede als oberste Aufsichtsbehördenchefin jede höhere Moral gegen die Wand laufen lässt und den dunklen Mächten in der Gesundheitsbehörde zum Triumph verhilft.

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Eierstöcke aus dem 3D-Drucker

Künstliche Eierstöcke können die Fruchtbarkeit von sterilisierten Mäusen wiederherstellen. © magicmine / thinkstock
Hoffnung für zeugungsunfähige Frauen: Forscher haben künstliche Eierstöcke aus dem 3D-Drucker hergestellt. Mithilfe dieser Bioprothesen konnten sie sogar die Fruchtbarkeit von sterilisierten Mäusen wiederherstellen. Dies gelang, weil das künstliche Gewebe eine hohe Überlebensrate der eingesetzten Eizellen und hormonproduzierender Zellen ermöglichte. Die gute Verträglichkeit des Ovar-Ersatzes sei auf seine besondere Struktur zurückzuführen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“.

scinexx

Schon lange ist der 3D Druck in der Medizin angekommen. Neben Zahnersatz oder künstlichen Hüftgelenken sind unter anderem medizinische Silikonimplantate in der Entwicklung – und sogar funktionsfähige, menschliche Haut haben Forscher bereits mittels 3D-Druckverfahren hergestellt. Mediziner um Monica Laronda von der Northwestern University in Illinois haben nun eine Studie zu einer weiteren medizinischen Anwendung veröffentlicht: Sie stellten mithilfe der Technologie Eierstöcke her, bestückten sie mit unreifen Eizellen und implantierten sie sterilisierten Mäusen.

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Katholisches Gymnasium in Hildesheim: Lehrer nach sexuellem Übergriff fristlos entlassen

Ein Lehrer an einem katholischen Gymnasium in Hildesheim hat eine Schülerin sexuell missbraucht. Das zuständige Bistum hat den Mann angezeigt.

SpON

Das Bistum Hildesheim hat einen Lehrer fristlos entlassen, dem ein sexueller Übergriff an einer Schülerin vorgeworfen wird. „Wir haben Strafanzeige gestellt. Er darf die Schule nicht mehr betreten“, sagte der Sprecher des Bistums, Volker Bauerfeld.

Die Eltern sollen das katholische Gymnasium bereits in der vorigen Woche über den Missbrauch informiert haben. Daraufhin habe das Generalvikariat den Mann zur Rede gestellt. Er habe die sexuellen Übergriffe eingeräumt. Was genau dem Lehrer vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

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Biohacker zwischen Gemeinwohl und Profit

Ausschnitt aus der Struktur von Humaninsulin, das als Zink-Komplex in spezialisierten Zellen der Bauchspeicheldrüse gespeichert wird. Bild: Bernd Schröder, nach Daten der Protein Data Bank
2015 gab es weltweit 415 Millionen an Diabetes erkrankte Menschen – Tendenz steigend. Betroffene ohne Zugang zu Insulin leiden unter den Komplikationen, die zu Blindheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Amputationen, Nerven- und Nierenschäden und schließlich zum Tod führen können.

Von Bernd Schröder | TELEPOLIS

Heute ermöglicht die Insulin-Therapie den Patienten, mit der Krankheit umzugehen und die nachteiligen Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckerspiegel zu begrenzen. Die ersten Insulinpräparate wurden aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen, sie sind dem Humaninsulin ähnlich. Heute wird Insulin biotechnisch hergestellt – es ist das erste mit Hilfe der Gentechnik gewonnene Medikament.

Doch es gibt ein Problem: Obwohl Insulin seit 1923 als Medikament auf dem Markt ist, ist bisher trotz der großen Nachfrage, gerade in den ärmeren Gegenden der Welt, kein generisches Pendant erhältlich. Auch in den USA ist die Substanz teuer. Von den heute 21 Millionen Diabetes-Patienten in den USA nehmen sechs Millionen Insulin. Die damit verbundenen monatlichen Auslagen unversicherter Patienten betragen zwischen 120 und 400 US-Dollar.

Die Investitionskosten für ein neues Medikament liegen heute jenseits der Marke von einer Milliarde US-Dollar. Diese Kosten dienen als Begründung für die oftmals obszönen Preise neuer Medikamente, die zunächst außerhalb der Reichweite vieler Patienten liegen. Nach dem Ablauf des Patents werden diese durch generischen Wettbewerb deutlich preiswerter – eine Regel, die nicht auf das erste Wundermedikament des 20. Jahrhunderts anwendbar scheint: Insulin.

Eine Schwierigkeit generischer Pharma-Unternehmen: Im Gegensatz zu anderen pharmazeutisch wichtigen Molekülen sind Insuline als Biopharmaka deutlich komplizierter gebaut und schwieriger zu kopieren, die Zulassungsverfahren gelten als aufwendig. Darüber hinaus wird die Erforschung von Verbesserungen an Designer-Insulinen durch die komplexe Natur der aktuellen Standardprotokolle für die Insulinsynthese erschwert. Außerdem patentieren Pharma-Unternehmen kleine Änderungen an früheren Insulinen und nehmen diese früheren Versionen gleichzeitig vom Markt, anstatt sie denjenigen preiswert zugänglich zu machen, für die die modernen Präparate unerschwinglich sind.

Der Preiszettel des Insulins macht dabei nur einen Teil der mit diagnostizierter Diabetes in den USA verbundenen Gesamtkosten aus, die für 2012 mit 245 Milliarden US-Dollar beziffert wurden.

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Missbrauch im Buddhismus – den Meister lockt die Macht

Steinerne Buddhafigur auf dem Friedhof von Nanzen-ji in der japanischen Stadt Kyōto, einem der bekanntesten Tempel des Rinzai-Zen. Der Rinzai-Zen ist eine Lehrtradition des Zen-Buddhismus. (imago / imagebroker)
Hingabe fordern buddhistische Lehrer von ihren Schülerinnen. Bisweilen in einem ganz konkreten Sinne: Es entstehen sexuelle Beziehungen. Ist das ein Missbrauch geistlicher Autorität? Eine Debatte darüber kommt bisher nicht zustande, Selbstkritik ist tabuisiert.

Von Mechthild Klein | Deutschlandfunk

Buddhistische Meditationen und Lehre zielen auf eine Schulung des Geistes. Auf dem Weg zum Erwachen bzw. der Erleuchtung sollen die Schülerinnen und Schüler Mitgefühl kultivieren. Aber das Verhalten vieler Lehrer lässt nicht auf Mitgefühl schließen:

„Die Skandale gehen in Richtung sexuelle Übergriffe, finanzieller Machtmissbrauch und genereller Machtmissbrauch“, sagt Ursula Richard. Sie praktiziert seit 30 Jahren Zen-Übungen. Sie ist Verlegerin und Chefredakteurin von „Buddhismus Aktuell“. Sie hat schon vieles beobachtet, in den USA, in Deutschland. Und sie wünscht sich, dass die buddhistische Gemeinschaft lernt, sich dem Thema Missbrauch geistlicher Macht zu stellen, anstatt nach Entschuldigungen zu suchen. Sie analysiert:

„Der Buddhismus, als der sich im Westen begann zu verwurzeln, traf er auf eine Generation – zu der ich mich auch zähle – der Spät-Alt-68er, die Autorität sehr kritisch gesehen haben. Und auf einmal begegneten wir einem aus Asien kommenden Modell, was von Meistern und Schülern sprach und eine Hingabe erforderte oder einen Gehorsam erforderte. Und wie viele von uns – ich schließe mich da mit ein – waren auf einmal bereit alles über Bord zu schmeißen und es zu versuchen, nun diese Rollen auszufüllen.“

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Warum die neo-feudale Cybersecurity-Struktur gefährlich ist

Die Telefonica-Zentrale in Madrid. Auch das Unternehmen war nach Angaben der spanischen Regierung von der Cyberattacke „WannaCry“ betroffen. (Foto: AP)
Eigentlich sollten Regierungen in einer Demokratie das zerstörerische Wirken von Unternehmen zügeln. Doch Cyberattacken wie „WannaCry“ kehren die Verhältnisse um.

Von Evgeny Morozov | Süddeutsche.de

Die Welle von Cyberangriffen mit der Schadsoftware „WannaCry“ hat weltweit die Computersysteme von Krankenhäusern, Bahnbetrieben und Unternehmen lahmgelegt. Wer kein Lösegeld bezahlt, dessen Daten bleiben verschlüsselt. Das sollte nicht als einmaliger Streich von einfachen Kriminellen abgetan werden, die sich das Hacken beigebracht haben. Die Angreifer haben Hilfsmittel und Schwachstellen genutzt, die ursprünglich von US-Geheimdiensten für eigene Angriffe und zur Spionage entwickelt worden waren. Daher dürfen wir die unbequeme Tatsache nicht länger ignorieren, dass die zunehmend neo-feudale Cyber-Security-Struktur „zahl oder geh unter“ aus der Schwächung der demokratisch-kapitialistischen Ideale entstanden ist, da diese unter der Last der Dauerüberwachung zusammenbrechen.

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Study Finds Link Between Brain Damage and Religious Fundamentalism

Lacking „cognitive flexibility“ could contribute to radical religious belief.

By Bobby Azarian | Alternet

new study published in the journal Neuropsychologia has shown that religious fundamentalism is, in part, the result of a functional impairment in a brain region known as the prefrontal cortex. The findings suggest that damage to particular areas of the prefrontal cortex indirectly promotes religious fundamentalism by diminishing cognitive flexibility and openness—a psychology term that describes a personality trait which involves dimensions like curiosity, creativity, and open-mindedness.

Religious beliefs can be thought of as socially transmitted mental representations that consist of supernatural events and entities assumed to be real. Religious beliefs differ from empirical beliefs, which are based on how the world appears to be and are updated as new evidence accumulates or when new theories with better predictive power emerge. On the other hand, religious beliefs are not usually updated in response to new evidence or scientific explanations, and are therefore strongly associated with conservatism. They are fixed and rigid, which helps promote predictability and coherence to the rules of society among individuals within the group.

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Wissenschaftler beweisen: Man(n) kann ab 30 nichts für seine Plauze

Eine neue Studie beweist jetzt, dass Männer gar nichts für die Plauze ab 30 können (Symbolbild) © ChristinaKurtz/Getty Images
Spätestens mit 40 war’s das mit dem Sixpack bei Männern. Viele bekommen trotz intensiven Sportaktivitäten und guter Ernährung eine Plauze. Doch dafür gibt es einen medizinischen Grund. Das haben jetzt US-Wissenschaftler herausgefunden.

stern.de

„Wieso ein Sixpack, wenn man auch ein Fass haben kann?“ Es ist eine der Ausreden von vielen Männern, die etwas mehr auf den Rippen haben. Doch ab sofort gibt es tatsächlich eine Ausrede für Männer, die trotz Sport und guter Ernährung dicker sind.

Schuld am Bauch ist ein Enzym. Das belegt jetzt eine Studie, die das Fachjournal „Science Daily“ veröffentlicht hat. „DNA-Protein Kinase“, kurz DNA-PK, heißt es und beeinflusst den Stoffwechsel. „Es gibt ein genetisches Programm, das von diesem überaktiven Enzym angetrieben wird“, schreibt Autor Dr. Jay Chung, Experte für Gewichts- und Altersforschung.

Was Dr. Chung meint, ist, dass das Enzym mit zunehmenden Alter an Aktivität zulegt, wohingegen die Mitochondrien, die Nahrung in Energie verwandeln, zurückgehen. Das Ergebnis: der berühmte Bierbauch.

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We’re Fighting Famine in South Sudan With Images From Outer Space

Settlements in South Sudan. Image courtesy © 2017 DigitalGlobe
The Famine Early Warning Systems Network, DigitalGlobe, and thousands of online volunteers partner up to map out displacement in crisis-stricken regions.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Millions of people in South Sudan, a nation in northeastern Africa, are suffering from one of the most devastating famines in decades. Brought on by drought, war, and widespread instability, this looming crisis was recognized back in 2015 by the Famine Early Warning Systems Network (FEWS NET), an organization created by the US Agency for International Development (USAID) to monitor potential humanitarian disasters in food-insecure regions around the world.

Following the warnings of FEWS NET, the United Nations formally declared the situation a famine in February, spurring an international effort to slow the horrific consequences of the emergency, which affects half of the South Sudanese population—including over one million children.

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Silikonimplantate aus dem 3D-Drucker

Silikon-Implantate kommen demnächst vielleicht aus dem 3D-Drucker. © cosinart / thinkstock
Schnelle Hilfe für Patienten: Eine neue Methode ermöglicht erstmals den präzisen und passgenauen 3D-Druck von medizinischen Implantaten aus Silikon. Schon innerhalb von Stunden lassen sich mit dem Verfahren selbst komplexere Gebilde wie flexible Luftröhrenimplantate herstellen. Herkömmliche Gießverfahren nehmen dagegen Tage in Anspruch und sind deswegen auch kostspieliger als der 3D-Druck, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Mit 3D-Druckern werden längst nicht mehr nur Plastikformen für Prototypen hergestellt. Auch in der Medizin finden sich immer neue Einsatzmöglichkeiten. Diese reichen von der Fertigung individueller Hüftgelenke bis hin zu ersten Versuchen zum Druck menschlicher Haut. Ein neues 3D-Druckverfahren von Christopher O’Bryan und seinem Team von der University of Florida in Gainesville soll die medizinischen Anwendungsgebiete jetzt um die Herstellung von flexiblen Silikonimplantaten erweitern.

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I’m Allergic to Weed

Image: Nate Milton
I’m allergic to pot. One secondhand whiff of somebody else’s joint and my nose clogs up. I get a headache and I start to itch. And if I’m around enough of it—say at a concert or something—I’m sick the whole weekend, coughing and weak in bed.

By Terena Bell | MOTHERBOARD

I’m lucky. Immunologist Dr. Purvi Parikh with Allergy Asthma Associates of Murray Hill in New York says cold-like symptoms are on the milder end of marijuana allergy reactions. „Some people get full blown asthma attacks, rashes, and even anaphylaxis.“ To clarify, „anaphylaxis“ means anaphylactic shock—as in shutting down your organs, as in death. Now that weed is increasingly decriminalized and ubiquitous, this makes for a whole new issue.

While death by pot isn’t exactly common, allergies to it are. Scientists have known since the 1930s that if you’re allergic to pollen or mold, you’re likely allergic to marijuana. Back then, 22 percent of allergy sufferers also got sick around pot. But according to separate studies from 2000 and 2015, that number’s now 70-73 percent. An estimated 40-50 million Americans have seasonal allergies so—with a little math—as many as 36.5 million may be allergic to pot.

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