Höhlenbär starb aus, weil er Veganer war

Höhlenbärskelett aus der Sophienhöhle. Foto: Rainer Lippert. Lizenz. CC0 1.0
Der Höhlenbär lebte bis vor etwa 25.000 Jahren in Europa. In der Vergangenheit glaubte man, er wurde vom Menschen ausgerottet, der die Höhlen, in denen der Bär überwinterte, als Behausung haben wollte.
 

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Nun hat ein Forscherteam um Hervé Bocherens vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) an der Universität Tübingen anhand der Untersuchung der Isotopenzusammensetzung von Aminosäuren im Bindegewebe gut erhaltener Höhlenbär-Skelette aus dem belgischen Goyet herausgefunden, dass er sich (anders als heute lebende Bärenarten) ausschließlich von pflanzlicher Kost ernährte. Diese Einschränkung sehen sie in einem im aktuellen Journal of Quaternary Science veröffentlichten Aufsatz als Grund dafür an, warum das Tier, das mit einer Schulterhöhe von 1,70 Meter und einer Länge von 3,50 Meter deutlich größer war als der heutige Braunbär, im späten Pleistozän ausstarb.

„Ähnlich wie der heutige Pandabär waren die Höhlenbären demnach sehr unflexibel, was ihre Nahrung betrifft“, so Bocherens: „Wir gehen davon aus, dass diese einseitige Ernährungsweise in Kombination mit dem geringeren Pflanzenangebot während der letzten Eiszeit letztlich zum Aussterben der Höhlenbären führte.“ Die „Bindung an eine rein vegane Lebensweise“ war seiner Ansicht nach „der ausschlaggebende Punkt“ dafür. Gab es nicht genug pflanzliche Nahrung, reichte der Fettvorrat des Höhlenbären nämlich nicht, um den Winter zu überstehen.

weiterlesen

Forschern gelingt Durchbruch bei schwarzem Hautkrebs

Foto: Getty Images/Photographer’s Choice Schwarzer Hautkrebs bildet schnell Metastasen, die Tumorzellen zur Besiedlung lebenswichtiger Organe aussenden
Bösartige Melanome führen oft zum Tod. Forscher haben nun herausgefunden, wie sich dieser Krebs ausbreitet. Die Entdeckung soll helfen, Melanome zu einer „leicht heilbaren Erkrankung zu machen“.
 

DIE WELT

Alle 52 Minuten stirbt ein Mensch aufgrund bösartger Melanome. Israelische Krebsforscher haben nun in Kooperation mit Heidelberger Wissenschaftlern aufgedeckt, wie diese aggressivste Form des Hautkrebs‚ andere Organe befällt. Das könnte die Behandlung dieser oft lebensbedrohlichen Erkrankung revolutionieren, teilte die Universität Tel Aviv am Dienstag mit.

Die Forscher fanden heraus, dass maligne Melanome winzige Bläschen, sogenannte Vesikel, aussenden, um andere Organe auf den Empfang von Metastasen vorzubereiten. Zugleich fanden sie chemische Substanzen, die diesen Prozess unterbinden „und damit aussichtsreiche Elemente künftiger Medikamente werden können“, hieß es in der Mitteilung der Universität.

weiterlesen

Accessible Synthetic Biology Raises New Concerns for DIY Biological Warfare

For a few hundred dollars you can experiment with genome editing at your kitchen table. Image: MOTHERBOARD
This December, the signatory nations of the Biological Weapons Convention (BWC) will meet, as they do every five years, to discuss the state of bioweapons globally. In at least one way, the world has radically changed since they last met, in 2011. The discovery of several novel gene-editing techniques, most famous being CRISPR-Cas9, might be the scientific breakthrough of this century. It has unleashed a torrent of studies that aim to cure everything from cancer to world hunger.

By Joseph Neighbor | MOTHERBORAD

But this new era of synthetic biology has a dark side. Scientific discoveries generally outpace our ability to legislate sensible limits, or even understand exactly what we’re playing with; that’s the point of experimental research, after all: to chart the unknown. The discovery last year that scientists in China have begun using gene-editing techniques on human embryos—a troubling, unprecedented step towards a sci-fi dystopia —has ignited a vigorous global debate about the limits we ought to have when manipulating biology.

The advent of CRISPR has corresponded with a widespread democratization of biology. Gene-editing kits are cheap, legal, and relatively easy to use. DIY biohacking spaces have proliferated throughout the world, teaching amateurs how to perform elementary gene-editing themselves. This approach, too, holds much promise; after all, some of this nation’s most celebrated scientific achievements were discovered by tinkering amateurs in the garage.

read more

Christen-Moralisten warnen vor „Abtreibungsautomatismus“

Ist das Baby behindert? Mit Ultraschall-Untersuchungen allein lässt sich das nicht herausfinden.Foto: picture alliance / dpa
Müssen Krankenkassen neue Schwangerschaftstests bezahlen, die gezielt nach Behinderungen suchen? Die Zuständigen wollen das nicht alleine entscheiden.

Von Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Gewöhnlich lassen sich gesetzliche Krankenversicherer, Ärzte und Kliniken nur ungern in ihre Entscheidungen hineinreden, was als Kassenleistung bezahlt wird und was nicht. Doch bei der Frage, ob ein neuer Schwangerschaftstest zum Leistungskatalog gehören soll, rufen sie im Gemeinsamen Bundesausschuss nun nach dem Gesetzgeber.

Die Angelegenheit berühre „fundamentale ethische Grundfragen unserer Werteordnung“, die man nicht allein mit wissenschaftlich-technischen Prüfkompetenzen beantworten dürfe, lautet die Begründung. Das Parlament sei „gefordert, hier Grenzen und Bedingungen zu definieren“.

weiterlesen

‚Deus Ex: Mankind Divided‘ Neglects Humans in Its Bid for Transhumanism

Image: Square Enix.
There were black and white portraits hanging in the vestibule of the Human by Design conference. Within each baroque, gold leaf frame was a model sporting a futuristic, photoshopped prosthetic.

By Nick Cappozoli | MOTHERBOARD

They seemed well-suited to an event that was itself a sort of hybrid—part intellectual forum, part sales pitch. Courageous, CNN’s “branded content” shop, had assembled the day of panels, guest speakers, and documentary-lite fare alongside Square Enix, to buoy promotion of the latter’s upcoming game, Deus Ex: Mankind Divided. Academics weighed the implications of transhumanism. Futurist artists sketched out the idea of “cyborg” as a self-identifier. Most strikingly, presenters showed off the bleeding-edge prosthetics and body modifications that enable them to grip, walk, see, and hear—in some cases even beyond normal human ranges.

read more

 

Wer gestresst ist, zieht mehr Mücken an

Foto: F. Hecker/picture alliance / blickwinkel/F Mücken werden von Stresshormonen angezogen
Stechinsekten können Krankheiten übertragen. Während manche Menschen häufig Opfer werden, bleiben andere verschont. Forscher verstehen langsam, warum das so ist. Die Erkenntnis kann wichtig werden.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Mückenstiche sind in vielen Weltregionen mehr als ein juckendes Ärgernis. Sie können ein Todesurteil sein, wenn über den Stich Viren oder andere Krankheitserreger übertragen werden. Das West-Nil-Virus beispielsweise wird über die Stechinsekten übertragen. Menschen erkranken daran zwar nicht sehr häufig, aber wenn – dann können sie eine häufig tödlich verlaufende Gehirnentzündung erleiden. Umso wichtiger sind Erkenntnisse zu den Übertragungswegen des Virus.

Forscher der University of South Florida haben sich diese nun angesehen. In der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ berichten sie von ihren Experimenten mit Zebrafinken und Mücken. Vögel infizieren sich besonders häufig mit dem West-Nil-Fieber. Die Wissenschaftler wollten nun wissen, wovon es abhängt, ob ein Vogel das Virus abbekommt.

weiterlesen

Der Weg zur synthetischen Supermikrobe

US-Biologen machten nicht weniger als 62.000 DNA-Veränderungen bei einem Bakterium, mit dem sie Großes vorhaben

derStandard.at
Ob es den Österreichern gefällt oder nicht: Die Industrie setzt immer mehr genetisch modifizierte Mikroben ein, um so verschiedenste Substanzen herzustellen. Begonnen hat das in den 1970er-Jahren, als man dem Genom des Bakteriums Escherichia coli ein menschliches Gen hinzufügte, um für Diabetiker Insulin zu produzieren.

Mittlerweile werden den Mikroben Dutzende von Genen eingebaut, die für die Herstellung von Opioiden, Wirkstoffen gegen Malaria oder Vanillearoma sorgen. Das bringt aber auch Sicherheitsprobleme mit sich: Was, wenn ein solches modifiziertes Bakterium, das Opiate produziert, aus dem Labor entkommt und sich in den Därmen von Menschen ausbreitet?

weiterlesen

Keine Tiere essen – stattdessen Bohnen, Erbsen, Linsen

Foto: Susanne Aigner
Hülsenfrüchte in der Ernährung: Leguminosen erweisen sich als bedeutende Eiweißquellen für Mensch und Tier

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Zunehmend werden einheimische Hülsenfrüchte angebaut – als Ersatz zum umstrittenen Import-Soja. Nicht nur für Nutztiere, sondern auch für Menschen sind Leguminosen ein wertvolles Nahrungsmittel.

Laut Angaben der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) sind seit 1900 drei Viertel aller Kulturpflanzensorten verschwunden, in Deutschland zum Beispiel Linsen, Dinkel und Einkorn. Statt viele regionale Sorten gibt es nur wenige genetisch einheitliche und ertragreiche Züchtungen. Weltweit decken nur noch rund 30 Pflanzenarten fast den gesamten Kalorienbedarf der Weltbevölkerung, mehr als Hälfte davon mit Weizen, Reis und Mais.

Doch je einheitlicher die Genetik, desto höher die Krankheitsanfälligkeit. Auch weil sie Schädlingsbefall mindern, betrieben unsere Vorfahren Ackerbau mit weiten, mehrgliedrigen Fruchtfolgen. Außerdem hält ein breite genetische Vielfalt Pilz- und Viruskrankheiten in Schach und sorgt für gesunde, reichhaltige Ernten. Heute braucht es zusätzlich neue Sorten, die mit immer längeren Dürreperioden zurechtkommen und auf salzigen Böden gedeihen.

weiterlesen

In der Medizin hat sich die Gender-Debatte erledigt

© Colourbox.com Die geschlechtsspezifische Medizin beweist mehr als jede andere Genderdebatte, dass „Er“ sich von „Ihr“ grundsätzlich unterscheidet.
In der Medizin hat sich die Genderdebatte erledigt. Männlich tickt anders als weiblich. Für Diagnose und Therapie vieler Krankheiten hat das weitreichende Folgen.

Von Miray Caliskan | Frankfurter Allgemeine

Medizinische Studien kommen an den kleinen aber feinen Unterschieden zwischen Männern und Frauen nicht länger vorbei. Das macht die neue Entwicklung der Gendermedizin deutlich. Nach ihr ist ein für alle gleiches Universalkonzept in der Forschung längst nicht mehr sinnvoll. Sie beweist mehr als jede andere Genderdebatte, dass „Er“ sich von „Ihr“ grundlegend unterscheidet – und zwar nicht nur im Kopf. „Gender“ kommt aus dem englischsprachigen Raum und bezeichnet das psychosoziale Geschlecht. Es ist das Produkt aus gesellschaftlichen und kulturellen Faktoren und beinhaltet Normen, Umwelteinflüsse sowie Verhaltensweisen und Geschlechterrollen von Männern und Frauen. Der englische Gegenbegriff „sex“ ist das biologische Geschlecht, also die genetisch, hormonell und metabolisch festgelegte Anatomie des menschlichen Körpers.

„Gender“ und „sex“ können von sogenannten „Gender-Bias“ durchzogen sein, also Verzerrungen in Forschungsergebnissen, in denen die Geschlechterkategorie teilweise ausgeschlossen oder gar gänzlich verworfen wird. In diesen geht die Forschung entweder davon aus, dass zwischen Männern und Frauen fälschlicherweise eine Gleichheit besteht oder eben Unterschiede bestehen, wo keine vorhanden sind. Genau an dieses Problem knüpft die Gendermedizin an: In dem jungen Forschungsgebiet beherrscht das Geschlecht das Feld.

weiterlesen

Neues Forscher-Netzwerk will Kriegsmunition in Nord- und Ostsee unschädlich machen

Wo sie zur akuten Gefahr wird, muss die alte Munition auch mal gesprengt werden, wie hier 2013 in der Ostsee vor Wustrow. Foto: (c) dpa
Vor den deutsche Küsten liegt viel Munition aus den vergangenen Weltkriegen – ein Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen will nun Detektionstechniken effektiv verbinden, um das Problem mit den alten Waffen so schnell wie möglich zu lösen.

Von Julia Lauter | greenpeace magazine

1,6 Millionen Tonnen konventioneller Kampfmittel befinden sich noch in deutschen Meeresgewässern. Allein neunzig Tonnen mit dem Nervenkampfstoff Tabun gefüllte Granaten liegen in der Helgoländer Tiefen Rinne und 5000 Tonnen mit dem Gift Phosgen sowie Tabun gefüllte Munition südlich des dänischen Kleinen Belts. Nach den Weltkriegen wurde Munition in vielen Gebieten der Nord- und Ostsee versenkt. Früher hielt man die Entsorgung im Meer für eine gute Lösung, heute weiß man: Die Kampfstoffe sind auch Jahrzehnte später noch gefährlich. Detonationen, austretendes Giftgas und an Land gespülte Granaten gefährden Mensch und Tier. Eine besonderes Risiko tragen Fischer, insbesondere bei der Schleppnetzfischerei, und Arbeiter beim Bau und Unterhalt von Offshore-Anlagen. Die Kriegsaltlasten erschweren die Installation von Offshore-Infrastruktur und treiben die Kosten der Projekte in die Höhe.

weiterlesen

Multiple Sklerose: ‚Wir sind alle infiziert‘

Themenbild. Bild: 4ever.eu
Themenbild. Bild: 4ever.eu
Virale Bestandteile in Milch und Rindfleisch könnten multiple Sklerose auslösen, vermutet der Virologe Harald zur Hausen. Wieso, erklärt der Medizinnobelpreisträger im Gespräch.

Von Carsten Könneker, Andreas Jahn | Spektrum.de

Herr Professor zur Hausen, können wir an multipler Sklerose erkranken, weil wir Milch trinken oder Steaks essen?

Es gibt tatsächlich eine Reihe von Hinweisen, dass Milch einen Risikofaktor auch für multiple Sklerose darstellt. Wir sind darauf mehr oder weniger zufällig gestoßen: Ursprünglich wollten wir den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milchprodukten und dem Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs untersuchen. Und dafür hatten wir als Kontrolle auch 13 Proben von Multiple-Sklerose-Patienten zur Verfügung gestellt bekommen. Überraschenderweise enthielten zwei dieser Proben Agenzien, die wir ähnlich auch aus der Milch isoliert hatten.

Worum handelt es sich genau?

Um einzelsträngige DNA-Moleküle. Wir hatten zunächst in 130 Blutproben von Milchkühen 18 verschiedene einzelsträngige DNAs isoliert, die zu drei unterschiedlichen Gruppen gehören. Anschließend haben wir dann auch Milch untersucht und hier ebenfalls DNA-Moleküle gefunden, so dass wir jetzt über 20 verschiedene Typen kennen. Interessanterweise trat in Milch nur eine der drei Gruppen auf, die wir zuvor im Blutserum der Kühe nachgewiesen hatten.

weiterlesen

Vorwürfe gegen Erzapostel Marx wegen Umgang mit Missbrauchsfall

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

In einem zehn Jahre zurückliegenden Verdachtsfall von sexuellem Missbrauch eines Minderjährigen durch einen Priester im Bistum Trier steht der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in der Kritik.

kath.net

Wie der Saarländische Rundfunk berichtete, wusste Marx als damaliger Trierer Bischof 2006 von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Geistlichen. Der Beschuldigte habe den Missbrauch eines Jugendlichen teilweise gestanden. Weil die Vorwürfe jedoch strafrechtlich verjährt gewesen seien, habe die Behörde die Ermittlungen eingestellt. Das Bistum Trier habe den Pfarrer zwar befragt, woraufhin dieser die Vorwürfe bestritten habe. Die Akten der Justiz seien jedoch nicht angefordert worden.

weiterlesen

Institut prüft Missbrauchsvorwurf gegen Ex-Bischof

Bischof Janssen – Archivfoto von 1982 – AP
Ein spezialisiertes Institut soll überprüfen, ob Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen und Pater Peter R. wahr sind. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“ in ihrer Onlineausgabe an diesem Dienstag.
 

Radio Vatikan

Auftraggeber der Untersuchung sei das Bistum Hildesheim. Beauftragt wurde das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München, das bereits den Missbrauch von Schülern im Benediktinerkloster Ettal sowie an der Odenwaldschule untersucht hat.

In seiner Amtszeit als Bischof soll Janssen von 1957 bis 1982 einen Jungen sexuell missbraucht haben. Der Bischof starb 1988. Erst im vergangenen Jahr wurde der Missbrauchsvorwurf gegen ihn erhoben. Das sind mehr als 50 Jahre nach dem angeblichen Missbrauch.

weiterlesen

 

Nahrung als Ersatzreligion: Was wir essen und was nicht

Eine Beere ist eine Beere ist eine Beere. So einfach ist es allenfalls in der Literatur. In der elaborierten Produktwelt haben viele ob des Angebots ein bisschen die Orientierung verloren. So viele Sachen, die nicht einfach sind, was sie scheinen. Weswegen auch beim Essen Vorsicht geboten ist. – derstandard.at
Essen, was auf den Tisch kommt gilt in Zeiten des Lebensmittelüberflusses nicht mehr. Viel wichtiger ist, was wir nicht essen. Was und wie wir speisen drückt unsere Lebenseinstellung aus

Von Regina Bruckner | derStandard.at

Pasta, Antipasti, Risotti: Italiens Küche ist weltweit für seine Schlichtheit und Gesundheit bekannt. Weniger schlicht ist, womit sich das italienische Parlament herumschlagen muss. Die Abgeordneten beschäftigt mit der Frage nach der Zulässigkeit veganer Ernährung ein pikanter Gegenstand. Silvio Berlusconis Partei, die oppositionelle Forza Italia, hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der es in sich hat. Er sieht für Eltern bis zu einem Jahr Haft vor, wenn diese ihren Sprösslingen unter 16 Jahren eine „vegane Diät“ verordnen, ihnen also Nahrung tierischer Herkunft wie Fleisch, Milch oder Eier vorenthalten.

weiterlesen

Olympische Religiotie: „Mein Doping ist Gott, sonst nichts“

Nach dem Rekord über 10 000 Meter von Almaz Ayana kommen Zweifel an ihrer Sauberkeit auf. (Foto: dpa)
So erklärt die Äthiopierin Almaz Ayana ihren Fabelrekord über 10 000 Meter. Doch viele Beobachter haben heftige Bauchschmerzen.

Von Johannes Knuth | Süddeutsche.de

Und dann schwoll der Jubel an, als sei jemand versehentlich gegen den Lautstärkeregler gestoßen und habe auf volle Kraft gedreht. Die Äthiopierin Almaz Ayana, 24, bog gerade auf die letzten Meter ein. Sie hatte Runde an Runde gereiht in diesem Finale am Freitagmittag über 10 000 Meter, kühl und präzise. Das Olympiastadion in Rio spürte, dass es gerade einen speziellen Moment bezeugte. Für ein paar Minuten vergaß man, dass die Hälfte der Plätze verwaist war (obwohl der Weltverband IAAF für jedes Finale ein ausverkauftes Stadion gemeldet hatte, aber gut). Ayana musste sich auf den letzten 100 Metern jedenfalls nicht beeilen, so flink war sie während der ersten 9900 gewesen. Sie traf nach 29:17,45 Minuten ein, knapp 14 Sekunden früher als die Chinesin Junxia Wang bei ihrem unwirklichen Weltrekord vor 23 Jahren.

weiterlesen

Living Forever Has Never Been More Popular

The author with Dr. Aubrey de Grey (right). Image: Joel Hirschfeld
The author with Dr. Aubrey de Grey (right). Image: Joel Hirschfeld
In less than a month, I’ll mark the two-year anniversary to my presidential campaign for the Transhumanist Party. My run for the White House was never about winning, but spreading the idea that Americans can achieve indefinite lifespans through science and technology—if only the government were to help out and put significant resources into the anti-aging field.

By Zoltan Istvan | MOTHERBOARD

While the US government still hasn’t shown much interest in supporting longevity research for its citizens, the life extension movement is dramatically expanding around the world. Two years ago, the idea of speaking to 1000 longevity advocates in the same convention hall was a pipe dream. Most transhumanist conferences could barely get 100 people in the same room.

Last weekend in San Diego, that all changed. Billed as the biggest life extension festival in history, RAAD Fest took place from August 4-7. Over 1000 participants made it to the sold-out event, making it the largest group of transhumanists and longevity activists ever to assemble in one place.

The success of the festival signals the growing trend of the life extension movement. In the last few years, major companies like Google’s Calico and Human Longevity Inc. have formed to combat aging. Additionally, billionaires like Peter Thiel and Larry Ellison have funded longevity and anti-aging initiatives. Even Facebook founder Mark Zuckerberg recently called for science to end all disease this century.

read more

Ein Parasit, der das Gehirn auffrisst

Naegleria fowleri, Bild: wikimedia.org/PD

Innerhalb weniger Tage hat ein amöbenähnlicher Parasit zwei Personen in den USA befallen. Dabei ist ein Infekt sehr selten. Naegleria fowleri verbreitet sich in warmen Gewässern.

Die Presse.com

Die Fälle tauchen zwar selten auf, in jüngster Zeit aber öfter als sonst: Die US-Gesundheitsbehörde hat bestätigt, dass eine nicht näher definierte Person von dem Parasiten Naegleria fowleri befallen ist. Der Parasit gelangt im Wasser durch die Nase in das Gehirn, wo er buchstäblich das Gehirn auffrisst. Erst vor einigen Tagen verstarb im Bundesstaat South Carolina ein elfjähriges Mädchen, auch bei ihr wurde der Parasit entdeckt.

Bei dem neuen Fall in Florida gab die Behörde bekannt, dass die Person zuvor in einem privaten Bad geschwommen ist. Das Mädchen hingegen war in einem Fluss baden. Der Parasit Naegleria fowleri breitet sich in warmen Gewässern aus, das können Seen, aber auch unhygienische Swimmingpools sein. Einmal im Gehirn, gräbt sich der amöbenähnliche Parasit im olfaktorischen Cortex, dem Riechhirn, ein. Dessen Zerstörung kann bereits die ersten Symptome hervorrufen: den Verlust von Geruch und Geschmack. Von hier aus kann sich der Parasit dann im ganzen Gehirn verbreiten.

weiterlesen

Versklavte Jesidin: „Der Tod ist harmlos im Vergleich zur IS-Hölle“

Nadia Murad überlebte drei Monate als IS-Sklavin im Irak Foto: dpa
Die IS-Kämpfer töteten ihre Mutter, entführten sie und machten sie zur Sexsklavin. Nach drei Monaten konnte Nadia Murad fliehen. Nun kämpft sie von Deutschland aus gegen die Terrormiliz.

Von Julia Giertz | DIE WELT

Sie lebt von Stunde zu Stunde – in Tagen oder gar Jahren denkt sie nicht. Sie ist keine alte Frau, hat das Leben noch vor sich. Doch Nadia Murad kann es nicht planen wie andere 21-Jährige. Was die junge Irakerin erlebt hat, lässt sie nicht los. Sie konnte sich aus IS-Gefangenschaft befreien. Sie und ihre ältere Schwester gehören zu den 1100 traumatisierten Frauen und Kindern, die das Land Baden-Württemberg in Sicherheit gebracht hat.

Anstatt sich um die eigene Zukunft zu kümmern, hat Nadia Murad den Kampf gegen den IS-Terror aufgenommen. „Ich will Zeugnis darüber ablegen, was tatsächlich im Irak passiert und welche Verbrechen der IS begeht.“ Die junge Frau bittet als Menschenrechtsaktivistin um Hilfe für ihre immer noch mehr als 3000 verschleppten Leidensgenossinnen; im Dezember 2015 sprach sie sogar vor dem UN-Sicherheitsrat. Sie ist für den Friedensnobelpreis 2016 nominiert.

weiterlesen

Intelligentes Pflaster mit Strom vom Telefon

Bild. heise.de

Technik zur Messung des Gesundheitszustands wird immer kleiner und leistungsfähiger. Ein Pionier auf diesem Gebiet hat jetzt einen dünnen Pulsmesser vorgestellt, der seine Energie per Funk bezieht.

Von Katherine Bourzac | Technology Review

Stellen Sie sich ein Pflaster zur Messung ihres Gesundheitszustands vor, das Sie tragen können wie ein Tattoo und das keine Batterie benötigt. Diese Idee steht hinter einer Demonstration von John Rogers, einem Pionier im Bereich dehnbarer Elektronik an der University of Illinois in Urbana-Champain: Sein Pflaster misst mit Hilfe von Lichtimpulsen Herzschlag oder Kontakt zu UV-Strahlen.

Eine Batterie hat das Gerät nicht. Strom bezieht es stattdessen von einem Mobiltelefon oder Tablet-Computer mit einem Chip für Near-Field Communication (NFC), der sonst für Apps wie Apple Pay oder den Austausch von Fotos zwischen Telefonen verwendet wird. Das Pflaster wird also per Funk mit Strom versorgt und überträgt darüber auch Informationen.

weiterlesen

The Cure for Gluten Intolerance Could Live Inside These Bug-Eating Plants

A pitcher plant similar to the ones used in the study. Image: Wikipedia
Carnivorous plants seem like the stuff of science fiction. They’re strategically designed to lure insects into inescapable traps, where they proceed to melt the bugs alive using digestive enzymes. Now, this badass evolutionary trait might be able to help humans cope with one of our modern-day challenges: gluten intolerance.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

To be clear: I’m not talking about the people who “try to stay gluten free” because they think it’s “healthier” (spoiler alert: it’s not). I’m talking about people whose bodies don’t fully break down gluten, leading to stomach pain, cramping, and damage to their lower intestines. Joanna Schroeder, who has Celiac, penned in Good Housekeeping last year how difficult it can be to navigate this disease.

“If I eat gluten by accident, I get very sick, and have even ended up in the hospital, dangerously dehydrated from vomiting and diarrhea,” Schroeder wrote.

For these people, who have Celiac disease or another gluten intolerance, keeping gluten-free isn’t trendy, it’s necessary. A new treatment using the enzymes of tropical pitcher plants (which have a cup-like shape that traps insects) could hold a solution, according to research published last week in the journal Scientific Reports. Turns out the same enzymes that give bug-eating plants the ability to gobble up flies is remarkably good at breaking apart gluten proteins, according to the study, which could allow gluten-intolerant folks to knock back a beer or a slice of pizza with impunity.

read more