„Homo Deus“: Der Mensch als Auslaufmodell

Yuval Noah Harari
Homo Deus
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn

„Bei Anbruch des dritten Jahrtausends erwacht die Menschheit, streckt ihre Glieder und reibt sich die Augen. Die Reste eines schrecklichen Albtraums schwirren ihr noch im Kopf herum. (…) Dann macht die Menschheit sich einen Kaffee und schlägt den Kalender auf. ‚Mal sehen, was heute auf der Agenda steht.'“

Von Patrick Trappendreher | Spektrum.de

Mit diesen Sätzen beginnt Yuval Noah Harari, Historiker an der Hebrew University in Jerusalem, seine Zukunftsvision „Homo Deus“, in der er die Geschichte des Homo sapiens angesichts neuer Technologien weiterdenkt. Wonach wird der Mensch streben, wenn er Einschränkungen wie Hunger, Krankheit und Tod überwunden hat? Welche Ideologien werden die vorherrschenden Weltanschauungen ablösen? Und welche Fragen wird das aufwerfen?

Den Tod besiegen

Harari geht von der Annahme aus, das nächste Projekt der Menschheit (genauer: einiger Eliten) werde der Griff nach der Unsterblichkeit sein. Dies ist für ihn eine logische Konsequenz des Zeitgeists. Dank Fortschritten in der Biotechnologie und künstlicher Intelligenz könnte der Homo sapiens zum gottähnlichen Homo deus avancieren. Dieser technologieverstärkte Mensch werde sich so sehr vom evolutionär auf der Strecke gebliebenen H. sapiens unterscheiden, dass es schwerfalle, sich ein Zusammenleben beider vorzustellen. Ob der Schritt hin zum gottähnlichen Menschen gelingen wird, lässt Harari offen: Er ist nicht unausweichlich, sondern ein Konjunktiv. Der Wunsch, ihn zu gehen, ist jedoch ganz real.

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Polen: Verschreibungspflichtige „Pille danach” immer näher

Die konservative Einstellung der regierenden Partei PiS in Fragen der Verhütung und Familienplanung verursacht immer wieder Kontroversen und sogar Konflikte. Die „Pille danach“ gehört zu diesen umstrittenen Themen. Die parlamentarische Gesundheitskommission befürwortet die Verschreibungspflicht der Notverhütung, doch der Sejm verzichtet erstmal auf die Lesungen der Novellisierung und auf die Debatte darüber.

Von Dorota Rędzikowska | POLEN HEUTE

Die parlamentarsiche Gesundheitskommission hat mehrere Tage gebraucht, um zur Einigung im Thema der Pille danach zu kommen. Die Pille EllaOne ist immer noch rezeptfrei in Polen, doch die Regierung von Beata Szydlo kündigt immer wieder an, das Gesetz von 2015 zu ändern. Die Polinnen haben aber bereits Probleme, die Pille zu kaufen – viele Apotheker berufen sich auf die sogenannte „Gewissensklausel“, die eigentlich nur für Ärzte gilt.

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Was die legalisierte Prostitution anrichtet

Der Tiergarten als Strich für junge Flüchtlinge? Und wieso regt das niemanden auf?Foto: Paul Zinken/dpa
Flüchtlinge prostituieren sich im Tiergarten – und niemand stört sich dran? Das hat auch mit Deutschlands liberalem Prostitutionsgesetz zu tun. Ein Zwischenruf

von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Als vor Kurzem über junge Männer mit Flüchtlingshintergrund berichtet wurde, die im Tiergarten Sex gegen Geld anbieten, gab es kaum öffentliche Reaktionen. Es herrschte schulterzuckendes Desinteresse à la „wen kümmert das schon“. Doch nachdem mehr Details die Runde machten, kam Dynamik in das Thema, genauer, Empörungsposen, wie im Leserforum des Tagesspiegels. Eigentlich kein Wunder, denn wenn Begriffe aufeinanderprallen wie: Junge schutzsuchende Flüchtlinge, Geldbeschaffung, Asyl, Männerstrich, Sex, Obdachlosigkeit, Illegalität, Menschenhandel, lässt sich vieles hineinprojizieren, überzeichnen und vereinfachen. So werden die Flüchtlingspolitik und die Helfer als verantwortlich angeprangert. Anwohner beschweren sich über Belästigungen. Ratschläge kursieren, doch lieber Zeitungen auszutragen. Es wird gemahnt, wir verspielten die Zukunft dieser Jugendlichen. Auch die „Kenner“ melden sich zu Wort und schwadronieren, Prostitution sei in einer weltoffenen, internationalen Großstadt nichts weiter als eine Randnotiz, nicht wert, erwähnt zu werden.

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Keine Angst vor „Überalterung“

Pflegeroboter aus dem Film „Robot & Frank“. Screenshot: c’t
Der Mathematiker Hansjörg Walther widerlegt Medienvorstellungen, die auf Oswald Spengler und Arthur Moeller van den Bruck zurückgehen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Dem aktuellen Bevölkerungsbericht des japanischen Innenministeriums nach lebten in Japan im letzten Herbst mit rund 126.933.000 etwa 162.000 (oder 0,13 Prozent) weniger Menschen als im Jahr davor. 76.562.000 davon befanden sich im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Der Anteil dieser Gruppe sank seit 1992 von 69,8 auf 60,3 Prozent. 34.591.000 Japaner (beziehungsweise 27,3 Prozent) waren älter als 65, 16.908.000 (13,3 Prozent) älter als 75.

Deutsche Medien berichten solche Zahlen regelmäßig wie Katastrophenmeldungen – verbunden mit der Warnung, dadurch würden Gesellschaften „überaltern“, „vergreisen“ und massiv an Innovationskraft und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verlieren.

Der Mathematiker Hansjörg Walther hat sich diese Befürchtungen in der Zeitschrift Novo genauer angesehen. Dazu verglich er unter anderem die im International Innovation Index, im Bloomberg Innovation Index und im Innovation Union Scoreboard der EU-Kommission für einzelne Länder ermittelten Innovationswerte mit dem Medianalter in diesen Ländern und kam zum Ergebnis, dass ein Land danach sogar umso innovativer sein müsste, je höher das Medianalter dort liegt. Vergleicht man nur die entwickelten Länder miteinander, ergibt sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang.

Beim Medianalter, das sich „aus den Gewichtungen in der Altersstruktur [und] nicht durch eine Verschiebung auf der Zeitachse“ ergibt, liegt Deutschland mit 46,5 Jahren hinter Monaco und knapp vor Japan auf Platz 2. In den nächsten Jahrzehnten könnte es Prognosen nach um vier Punkte ansteigen. Ein Anstieg darüber hinaus ist unrealistisch – ebenso wie ein Absinken unter 15 Jahre. Geburtenstarke Jahrgänge, die älter werden, verlieren mit der Zeit an Bedeutung, weil ihre Gruppe mit zunehmendem Alter immer kleiner wird.

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Banned Pesticides Keep Turning Up in Canada’s Medical Weed

Image: Chuck Grimmett/Flickr
Now that Prime Minister Justin Trudeau has announced that marijuana will be legal for adult use in Canada by July of 2018, it’s up to agencies like Health Canada to make sure cannabis users will get high-quality, untainted products. But recent weed recalls over banned pesticides have put licensed producers in the spotlight, and raised questions about how federal agencies will ensure weed is safe when it becomes much more widely available.

By Katie Toth | MOTHERBOARD

Health Canada regulations currently mandate that licensed producers have cannabis tested for its potency, cannabinoid profile (mainly, how much THC and CBD is in a given plant product), the presence of heavy metals, and microbes like bacteria or mold. They also plan to „standardize“ the amount of THC that is sold in a single portion of cannabis and make sure THC amounts are on product labels. Beyond that, they’re working on it.

„The regulations for the non-medical system are being developed, and in developing the rules that will apply to testing, Health Canada will take into consideration the requirements that are in place today,“ said a spokesperson.

But despite the current requirements and possible future ones, recalls have raised concern. In December and January, New Brunswick grower OrganiGram issued two voluntary recalls of marijuana that had been sprayed with myclobutanil. The chemical, which Health Canada does not allow weed producers to use on cannabis, is considered safe to use on food. However, it releases small amounts of hydrogen cyanide when burned.

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Trotzdem bin ich gegen Impfpflicht!

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Seuchen wie Masern sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl der Impfgegner steigt, Einwanderer bringen Krankheiten mit. Soll der Staat eine Impfpflicht einführen? Unsere Autoren streiten.

Von Kathrin Spoerr, Holger Kreitling | DIE WELT

Dreihunderteinunddreißig Menschen erkrankten im letzten Jahr an Masern. Das ist wenig, wenn man große Zahlen dagegen hält: Ungefähr zehn mal so viele (3214) starben 2016 bei Unfällen im Straßenverkehr, 700 mal so viele (233.716) starben im Jahr davor an Krebs.

Es besteht also kein Grund, den nationalen Notstand auszurufen, nur weil eine Kinderkrankheit zurückkehrt, die Deutschland eigentlich bereits ausgerottet haben wollte. Das könnte man meinen. Das meinen auch viele. Bittesehr. Dies ist ein freies Land.

Wenn das Meinen aufhört und das Tun beginnt, dann ist auch die Grenze der Toleranz schnell erreicht. Zum Beispiel dann, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen. Sie entscheiden ja nicht für sich allein, was schon verrückt genug wäre, sondern für ihre Babys, die sich nicht gegen ihre Eltern wehren können. Es spricht sehr viel dafür, diesen Eltern die Freiheit zu nehmen und eine staatliche Impfpflicht einzuführen.

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Eine Prise Salz gegen den Durst

Salziges Essen macht hungrig statt durstig – das legen zumindest neue Studien nahe. © pompi / pixabay
Von salzigem Essen muss man mehr trinken? Diese Binsenweisheit wird nun in Frage gestellt. Denn zwei neue Studien zeigen genau das Gegenteil: Als „Kosmonauten“ auf einer simulierten Mars-Mission mehr Salz zu essen bekamen, speicherten sie daraufhin mehr Wasser im Körper und tranken sogar weniger. Stattdessen hatten sie einen größeren Energiebedarf und verspürten mehr Hunger.

scinexx

Wenn man salziges Essen zu sich nimmt, produziert der Körper mehr Urin, weil er das Salz wieder loswerden will. Die zusätzliche Flüssigkeit dafür müssen wir durch vermehrtes Trinken aufnehmen – so nahm man bisher an. Dass diese These überdacht werden muss, zeigen nun zwei Studien von Jens Tietze von der Vanderbilt University und seinem internationalen Team.

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Evangelischer Theologe Klaus Tanner für Forschung an Embryonen

Image of the embryos having developed to the blastocyst stage 80 hours after launch. Image: Enkui Duan. prep.: bb
Durch neue Möglichkeiten zur Genomveränderungen erhoffen sich Forscher Fortschritte bei der Therapie schwerer Krankheiten. Der evangelische Theologe Klaus Tanner fordert deshalb eine Öffnung des Embryonenschutzgesetzes.

evangelisch.de

„Ich bin dafür, die Forschung an sogenannten verwaisten Embryonen in Deutschland zu erlauben“, sagte der Ethiker dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es wäre ein Signal an junge Wissenschaftler, die wichtige entwicklungsbiologische Forschungsfelder in Deutschland aufgrund der restriktiven Gesetze derzeit meiden würden.

„Das Embryonenschutzgesetz ist mehr als 25 Jahre alt und es haben sich seitdem neue medizinische und biologische Möglichkeiten ergeben“, sagte Tanner. Sie zu nutzen sei auch eine Pflicht aus christlicher Perspektive: „Der Kampf gegen Leiden ist mit der christlichen Ethik verbunden.“

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An Idaho sheriff’s daunting battle to investigate when children of a faith-healing sect die

Dan Sevy, a member of the Followers of Christ church, testifies in August before an Idaho legislative panel reviewing the state’s faith-healing exemptions. (Betsy Z. Russell / Spokane Spokesman Review)
The coroner’s van pulled into the driveway sometime after midnight, and for a moment — her dead daughter in her arms — LaTisha Shippy hated God.

By Nigel Duara | Los Angeles Times

“I had hate in my heart for him,” Shippy said. “I questioned my faith, and why this was happening. You don’t lose four children and not have some of that.”

Canyon County Coroner Vicki DeGeus-Morris found Shippy in bed and the baby’s body, cleaned and dressed, on a changing table in another room. “It was apparent that she had been dead for a while, as the skin was slipping off the entire torso of the baby,” DeGeus-Morris wrote in a coroner’s report.

The baby had been dead inside Shippy’s womb for days, DeGeus-Morris concluded, and yet Shippy had sought no medical help when she’d felt the nearly full-term baby stop moving. She and her fellow Followers of Christ consider professional medicine an engine of the devil. Instead, she had prayed.

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Das weiße Gift

Wohnsilo in Miramar, gar nicht nett. Foto: Tom Appleton
Eigentlich suchte ich für den Titel nach einem Klassiker-Zitat wie „die Milch der frommen Denkungsart“ (Schiller) oder „the milk of human kindness“ (Shakespeare) — aber darum geht es mir heute einmal nicht. Es geht um das weisse Gift, das wir heute als „Milch“ verkonsumieren.

Von Tom Appleton | TELEPOLIS

Ich darf vielleicht einmal mit meiner häuslichen Situation beginnen, denn hier in Neuseeland, wo ich wohne, gilt die Milch als „gesund“ und als „Grundnahrungsmittel. In jedem Supermarkt ist die Abteilung für Milch und Milchprodukte, wie Käse, Joghurt, und so weiter, eine der größten. Ich wohne in der Hauptstadt, Wellington, und dort dann spezifisch im Stadtteil Miramar. „Miramar“ bedeutet auf Italienisch oder Spanisch so viel wie „Schau mal, das Meer.“ Von da, wo ich wohne, kann man das Meer eigentlich nicht sehen. Aber Sie können sehen, wo ich daheim bin, wenn sie diese Google-Daten eingeben.

Diese Szenerie ist schon etwas älter, hier ist noch ein neueres Foto aus meiner Kamera, aufgenommen an Ort und Stelle. Eine Freundin in Deutschland, der ich das Foto schickte, befand, die Gegend sei aber „gar nicht nett“. Was kann man wollen. Jedenfalls ist sie authentisch.

Links von meinem Wohnsilo in Grau und Gelb steht das Roxy, ein Kino das, ohne jetzt alle juristischen Feinheiten mitzuerwähnen, von Peter Jackson betrieben wird, dem zur Zeit immer noch bekanntesten neuseeländischen Filmemacher; also dem Mann, der den „Herrn der Ringe“ verfilmt hat. Wenn Sie dann die Park Road weiter entlang „fahren“, kommen Sie auch noch an weiteren Peter Jackson Stationen vorbei. Was Sie hier nicht sehen, ist der „New World“ Supermarkt — um die Ecke vom Roxy, auf den ich für viele meiner Einkäufe angewiesen bin.

Letzthin war ich wieder mal da und kaufte, so auf gut Glück, dies und jenes. Die meisten Menschen laufen ja im Supermarkt mit einer Einkaufsliste herum; dann kaufen sie aber doch etwas anderes, oder das, was sie kaufen wollten, gibt es gerade nicht, und so weiter. Die stets unsägliche Musik zerstreut auch noch zusätzlich ihre Gedanken.

Meine Tochter kennt ihren Einkaufsplan auswendig, sie hat einen Mann, vier Söhne und einen riesigen Kater. Sie weiß, wie schwer der Einkaufswagen ist, wenn sie für 350 Dollar Zeug eingekauft hat – und obwohl sie „bewusst“ und „kritisch“ kauft, sind ihre Optionen oft eingeschränkt. Sie kann neben dem stets quengeligen Dreijährigen einfach nur soviel kaufen, nur soviel ins Auto packen, und nur solange unterwegs sein, bis sie schon den Sechsjährigen aus der Schule abholen muss.

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Klinik wirbt für Krebs-Behandlung – mit toten Patienten

Das Medias-Klinikum in Oberbayern lockt verzweifelte Krebskranke aus aller Welt an. Es wirbt damit, hoffnungslosen Fällen geholfen zu haben. Doch viele der angeblich geheilten Patienten sind längst gestorben.

Von Christina Berndt | Süddeutsche.de

Endlich mal eine gute Geschichte über den Krebs. So las es sich wenigstens. „Michaela hat ihr Leben zurück“, stand im Februar 2013 in der Münchner Abendzeitung. Die damals 37-jährige Briefträgerin aus der Nähe von Altötting hatte Brustkrebs im Endstadium. Ihre Ärzte sagten, sie könnten nichts mehr für sie tun. Doch Professor Karl Aigner vom privaten Medias-Klinikum im oberbayerischen Burghausen behandelte Michaela K. trotzdem mit einer speziellen Chemotherapie. Tatsächlich schrumpfte ihr Tumor, und die Abendzeitung empörte sich nun („Krebs geheilt! Jetzt soll sie zahlen“), dass K.s Krankenkasse die Rechnung in Höhe von 40 000 Euro nicht vollständig übernahm.

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„Vögeln fürs Vaterland?“ Das Kinderkriegen wird schöngeredet

© Jens Kalaene/DPA
Regine Schneider, Autorin von über 20 Büchern, darunter „Sieben Gründe, keine Kinder zu kriegen“, berichtet aus eigener Erfahrung, wie schwer es Frauen in Deutschland gemacht wird, Mutter zu sein.

stern.de

Ich bin mehr oder weniger zufällig Mutter geworden. Wenn ich erst mal „ordentliche Verhältnisse“ geschaffen hätte, also mir eine Existenz aufgebaut und dann den passenden Mann dazu gesucht hätte, wäre ich nie Mutter geworden. Ich bin da reingerasselt.

Ich lebte damals mit einem Mann zusammen, der partout keine Kinder wollte, aber ich hatte einen Geliebten, Ismail, Student in Wuppertal. Ich arbeitete bei einer Lokalzeitung, war eine der wenigen Journalistinnen in Deutschland, die über Autos schrieben. Und dann bekam ich das Angebot, als Autoredakteurin nach Hamburg zur Frauenzeitschrift Brigitte zu gehen. Mein Traum!

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I Farmed Seaweed in Belize to Learn Why It’s the Food of the Future

Seaweed farmer Lowell Godfrey holds seaweed fragments to take out to plant. All images by Sarah Hewitt
It was a jarring, hour-long boat ride to Little Water Caye, a sliver of an island 30 km off the coast of Placencia, Belize. There was only a small wooden house on a beach, and palm trees waving in the Caribbean breeze. But offshore, invisible from the surface, lay the first sustainable seaweed farm in Central America. I helped unload the boat—food, yellow twine ropes, and snorkelling gear—everything we’d need to spend a few days planting seaweed.

By Sarah Hewitt | MOTHERBOARD

The previous day, I’d walked past the headquarters of the Placencia Seaweed Co-operative on the mainland. Packages of dried seaweed, and seaweed in gel form, sat on a shelf inside the open door. The head seaweed farmer, Lowell Godfrey, greeted me and I asked him about the farm. He told me that they farm two types of red seaweed—Eucheuma and Gracilaria—and they do it using sustainable farming practices. He invited me to see for myself.

Prior to this, I knew nothing about seaweed. Yes, I ordered the occasional spicy tuna roll, but seaweed is a multi-billion dollar industry, and I soon discovered that I consume and use seaweed all the time without knowing it. So do you. It’s the ultimate multitasker.

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Bioarchäologie: Knochen vom Nil helfen bei Malariaforschung

„Während wir bei den Skeletten im Niltal relativ sicher davon ausgehen können, dass es dort Malaria gab“, so Michaela Binder, „wird es bei zentraleuropäischen Stätten wirklich spannend.“ Eine davon ist Podersdorf am Neusiedler See. – Niki Gail/ÖAI/ÖAW
Ein interdisziplinäres Team unter der Führung von Archäologischem Institut und Med-Uni Wien rollt die 3000-jährige Geschichte des Tropenfiebers auf. Was können wir für die Prognose aus der Vergangenheit lernen?

Von Patricia Käfer | Die Presse

Was waren das für Menschen, die vor 3000 Jahren in unserer Weltgegend – Zentraleuropa, Mittelmeerraum, Nordafrika – lebten? Was aßen sie? An welchen Krankheiten und Gebrechen litten sie? Vor allem diese letzte Frage beschäftigt Michaela Binder. Die Niederösterreicherin arbeitet am Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) der Akademie der Wissenschaften und hat sich auf das Forschungsfeld der Bioarchäologie spezialisiert, das erst jüngst ins Interessenzentrum der Disziplin rückte. Das ÖAI gründete dafür im März nun ein neues Department.

„In der Bioarchäologie geht es um die Untersuchung biologischer Reste aus archäologischen Fundstellen, ob die nun von Tieren, Menschen oder Pflanzen stammen“, sagt Binder. Archäologen hätten früher Mediziner oder Veterinäre hinzugezogen; seit Kurzem komme es nun zur intensiven Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftlern. Binder und ihre Kollegen am neuen Department nähern sich der Archäologie schon als Zoologen, Botaniker oder – in ihrem Fall – als Anthropologin. „Wir versuchen, gemeinsame Fragen zu stellen, um zu erkunden, wie Menschen, Tiere, Pflanzen in der Vergangenheit zusammenlebten.“

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Österreich: Ex-Schüler klagt Orden wegen Missbrauchs

Ein ehemaliger Schüler klagt das Dachsberger Gymnasium der Oblaten des hl. Franz von Sales in Oberösterreich wegen Missbrauchs auf Schadenersatz. An der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft wird ebenfalls Kritik geübt.

religion.ORF.at

Der Mann habe in dem 1970er Jahren das Dachsberger Gymnasium besucht und sei in den Jahren 1976 bis 1978 „Opfer regelmäßiger körperlicher und sexueller Gewalt zweier Pädagogen der Schule“ geworden, so eine Aussendung der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt am Mittwoch.

Im Alter zwischen neun und zwölf Jahren habe er sexuelle Übergriffe sowie Schläge durch zwei Patres über sich ergehen lassen müssen. Beide seien als Lehrer und Erzieher an der Schule tätig gewesen, Letzterer sogar als Rektor. Sie seien äußerst brutal vorgegangen und hätten einander bezüglich der Vorwürfe gedeckt, so die Aussendung. Er sei gezwungen worden, an „privaten Religions-Nachhilfestunden“ teilzunehmen, während derer es zu Missbrauch und oralen Vergewaltigungen gekommen sei.

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Tagträumen: Von wegen Fehler im System

Den Gedanken einfach mal freien Lauf lassen – das kann richtig gut tun. © MPI CBS
Mehr als nur loses Gedanken-Wirrwarr: Tagträume gelten gemeinhin als störende mentale Aussetzer. Doch solche Auszeiten haben auch etwas Positives. Denn wer seinen Gedanken regelmäßig bewusst freien Lauf lässt, bei dem arbeiten bestimmte Hirnregionen, die für die kognitive Kontrolle zuständig sind, besser zusammen. Tagträumen ist demnach alles andere als ein unkontrollierter Prozess – sondern kann im Gegenteil sogar beim Lösen von Problemen helfen.

scinexx

Wer kennt das nicht: Am Schreibtisch im Büro sinnieren wir über den bevorstehenden Urlaub, planen auf dem Heimweg gedanklich schon das Wochenende durch oder grübeln beim Autofahren plötzlich darüber nach, ob wir wirklich die Haustür abgeschlossen haben. Immer wieder schweifen wir im Alltag mit unseren Gedanken von der Situation im Hier und Jetzt ab.

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Wenn Würmer sich bis ins menschliche Gehirn fressen

Parasitäre Fadenwürmer leben unter anderem in Schnecken und können auch über den Schleim auf Menschen übertragen werden Quelle: UIG via Getty Images/Universal Images Group Editorial
Es klingt wie aus einem Horrorfilm: Würmer bohren sich durch das Gehirn, verursachen schlimme Schmerzen und neurologische Ausfälle. Auf Hawaii bereitet ein solcher Parasit aktuell den Ärzten Sorgen.

Von Mario Lips | DIE WELT

In der jüngsten Vergangenheit plagt ein heimtückischer Wurm Bewohner und Besucher auf den Inseln des abgelegenen US-Bundesstaates Hawaii.

Allein in den vergangenen drei Monaten meldeten die US-Gesundheitsbehörden sechs Patienten mit Ratten-Lungenwürmern (Angiostylus cantonensis). Im gesamten vergangenen Jahrzehnt waren lediglich zwei Erkrankungen beobachtet worden.

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Saharastaub wirbelt Bakterien und Pilze nach Europa

Ein Wettersatellit zeigte den Saharastaub, der im Sommer 2014 bis nach Süddeutschland vorgedrungen ist Quelle: dpa
Im Jahr 2014 schaufelten Wüstenstürme über Nordafrika riesige Mengen Saharastaub nach Europa. Jetzt wurde die zentimeterbreite rote Staubschicht genau untersucht. Die Erkenntnisse sind unerfreulich.

DIE WELT

Auf Mallorca fiel Schlammregen. In Deutschland bangten viele Autofahrer um den Lack ihrer Fahrzeuge. Und für Menschen mit Stauballergie waren es böse Tage: Im Februar und April 2014 schaufelten Wüstenstürme Unmengen an Saharastaub über mehr als 2500 Kilometer bis nach Mitteleuropa.

Betroffen waren vor allem die Alpen, wo sich der Staub in besonders großer Konzentration in Höhen zwischen 2000 und 3000 Metern sammelte und den Schnee einfärbte. Allein Österreich wurde nach Schätzungen von Meteorologen mit zwei Millionen Tonnen Staub eingepudert.

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Hunde gegen Allergien und Übergewicht?

Schützender Effekt: Der Kontakt mit Hunden kann vorbeugend gegen Allergien wirken. © Monkeybusiness/ thinkstock
Hund als Schutz: Wenn Kinder von klein auf mit Haustieren aufwachsen, profitiert ihr Immunsystem. Eine Studie zeigt nun, warum das so ist. Demnach verändert der Kontakt mit Hunden oder anderen Vierbeinern während der ersten Lebensmonate die Darmflora der Kinder – und auch im Mutterleib profitieren Ungeborene bereits von einem Tier im Haushalt. Denn dank der pelzigen Mitbewohner reichern sich Mikroben im Darm an, die Forscher mit einem geringeren Risiko für zahlreiche Allergien sowie Übergewicht in Verbindung bringen.

scinexx

Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis: Allergische Erkrankungen manifestieren sich oft schon im Kindesalter. Die Ursachen dafür sind neben der genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren wie Feinstaub, die Ernährung des Kindes oder der fehlende Kontakt mit bestimmten Bakterien.

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Gefährliche Tropenmücke breitet sich in Nordeuropa aus

Asiatische Tigermücke. Bild: wikimedia.org/PD
Sie übertragen Gelbfieber, Zika und Dengue: Tropenmücken können zur echten Gefahr werden. Durch die milden Winter schaffen es immer mehr nach Deutschland. Für 2017 erwarten Experten eine Plage.

SpON

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) gehört zu den hundert schlimmsten invasiven Arten. Einige der exotischen Insekten haben bereits Baden-Württemberg und Thüringen erreicht. Experten rechnen damit, dass sich die Mückenart noch weiter Richtung Nordeuropa ausbreiten wird.

Bisher verhindern niedrige Temperaturen während der Wintermonate in Nord- und Osteuropa meistens, dass sich die Tiere vermehren können, wie Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und der Goethe-Universität Frankfurt am Main berichten. Die Mücken, die beispielsweise mit Reisenden nach Nordeuropa gelangen, können Kälte zwar bis zu einem gewissen Grad aushalten. Liegen die Temperaturen aber unter einer kritischen Grenze, überleben ihre Eier nicht, so die Forscher.

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