Bericht über die Arbeit des Sekten-Info NRW

Die hohe Anzahl an Beratungsfällen in den letzten Jahren hat sich auch im Jahr 2016 nicht verändert. Die Arbeit im Konfliktfeld der neuen religiösen und ideologischen Bewegungen und Psychogruppen gestaltet sich fortwährend spannend und arbeitsintensiv. Die Gruppen versprechen Glück, Lebenserfüllung und einfache Antworten auf komplexe Fragen.

Von Sabine Riede | Sekten-Info NRW

Neu ist die steigende Zahl von Menschen, die bereit sind, Verschwörungstheorien Glauben zu schenken. Ob Reichsbürger, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker oder Esoteriker, immer mehr Menschen richten sich nicht nach Evidenzen, sondern nach Gefühlen. Neben der konsumorientierten Esoterik, die nach wie vor den größten Zulauf zu verzeichnen hat, bilden sich immer wieder neue kleine Gruppen mit einer hohen Abhängigkeit der Mitglieder. Auch gibt es erschütternde Beispiele von Menschen, die abseits der Schulmedizin nach Heilungsmöglichkeiten suchen oder Menschen, die aus Glaubensgründen einen Kontaktabbruch zu den eigenen Kindern zulassen. Die großen bekannten Gemeinschaften der 80er Jahre haben eher rückläufige Mitgliederzahlen.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 963 Anfragen beim Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. registriert. Von den 963 Anfragen erhielten 489 Personen durch ausführliches Informationsmaterial und ein bis zwei klärende Gespräche Hilfestellung von den MitarbeiterInnen des Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V.. In 474 Fällen war ein intensiverer und längerer Beratungsverlauf mit bis zu 27 Fachkontakten notwendig. Um einen besseren Vergleich mit den Vorjahren zu ermöglichen, sind wie jedes Jahr die 489 Informationsanfragen und die 474 Beratungsfälle in zehn Kategorien zusammengefasst worden. Insgesamt sind in den zehn Kategorien Anfragen mit der Bitte um Information und Beratung zu 350 verschiedenen Gruppierungen und Anbietern enthalten (vgl. Diagramm 1).

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Brisante Studie: Amerikas Arbeiterklasse kollabiert

© AP Die Lebenserwartung weißer amerikanische Arbeiter geht zurück.
Die Lebenserwartung der Weißen in den Vereinigten Staaten, die höchstens einen Schulabschluss haben, ist dramatisch gesunken. Das Phänomen hat einen Namen: „Tod aus Hoffnungslosigkeit.“

Von Winand von Petersdorff | Frankfurter Allgemeine

Die Lebenserwartung der Weißen in den Vereinigten Staaten, die höchstens einen Schulabschluss haben, ist dramatisch gesunken. Das geht aus einer jetzt aktualisierten Studie des Forscherehepaars Anne Case und Angus Deaton hervor.

Die Weißen sterben demzufolge überproportional häufig an Ursachen, die Experten unter der Rubrik „Tod aus Hoffnungslosigkeit“ zusammenfassen. Zu dieser Kategorie gehören Selbstmord, Drogentod nach Überdosis oder an Krankheiten, die Alkoholmissbrauch folgen. Case und Deaton zufolge sinkt die Lebenserwartung der Gruppe seit dem Jahr 1999. Das ist eine dramatische Entwicklung angesichts der Tatsache, dass in nahezu allen Industrieländern über fast alle Bevölkerungsgruppen hinweg die Lebenserwartung stetig steigt.

„Leute bringen sich um, entweder langsam mit Alkohol und Drogen oder schnell mit einem Gewehr“, sagte die Princeton-Ökonomin Case in einem Radiointerview. Für die Altersgruppe zwischen 50 und 55 Jahren haben sich die Selbstmordraten seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

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Drogenabhängige Papageien – eine Plage für indische Bauern

Sie sehen so niedlich aus. Doch für die Bauern in Indien sind Papageie derzeit ein riesengroßes Problem. (Symbolfoto) © Picture Alliance / Blickwinkel/O. Broders
Es hört sich wie ein Scherz an, ist für die Bauern in der indischen Region Neemuch aber ein riesengroßes Problem: Drogenabhängige Papageien plündern ihre Ernte.

stern.de

Die indische Region Neemuch im Norden des Landes ist vor allem für eine Sache bekannt: den Anbau von Opium. Sie gehört zu den größten Opium-Produzenten der Welt. Unter strengen Auflagen ist es Landwirten hier tatsächlich erlaubt, den Mohnsaft für medizinische Zwecke anzubauen. Dabei müssen die Bauern sich strikt an eine vereinbarte Liefermenge halten. Denn Verluste können sie die Lizenz kosten.

Dabei spielt es keine Rolle, wie diese Verluste zu erklären sind, auch nicht wenn drogensüchtige Papageien dafür verantwortlich sind. Und das ist das derzeitige Problem der Landwirte in dieser Region. „Es ist schwierig, diese Papageien zu kontrollieren“, sagt ein Landwirt im Interview mit der britischen Zeitung „Mirror“.

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Woher das Froschfleisch kommt

Ein Team von Wissenschaftler untersucht die Herkunft von Froschfleisch in Berliner Supermärkten. Foto: imago
Ein Team von Forschern prüft die Herkunft von Froschschenkeln in Berliner Supermärkten. Der Verzehr der Tiere kann auch dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben.

Von Pamela Dörhöfer | Frankfurter Rundschau

In französischen Feinschmeckerrestaurants gelten Froschschenkel als Delikatesse, in tropischen Ländern stehen sie regelmäßig auf dem Speiseplan. Anderen vergeht schon alleine bei der Vorstellung, wie die Tiere getötet werden, der Appetit. Tierschützer kritisieren seit Jahren die Methode, die Hinterextremitäten bei lebendigem Leibe abzureißen als Quälerei. Doch es gibt noch einen anderen Aspekt: Der jährliche Verzehr von 500 Millionen Fröschen – so eine Angabe des Berliner Museums für Naturkunde – kann auch dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben. Denn Frösche sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel und Säugetiere und fressen selbst auch viele Insekten, die für die Landwirtschaft schädlich sein oder Krankheiten übertragen können.

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Ärztekammer: So viele Behandlungsfehler machten Ärzte im vergangenen Jahr

Nach Angaben der Ärztekammer führten Behandlungsfehler im letzten Jahr in 96 Fällen zum Tod des Patienten © Ulrich Baumgarten/Picture Alliance
Ärzte haben für ihre Entscheidungen oft nur Sekunden – dabei geht es um das Wohl der Patienten, manchmal sogar um deren Leben. Aber nicht nur diese Drucksituationen führen zu Fehlern.

stern.de

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer (BÄK) hatten im letzten Jahr einiges zu tun: 7639 Mal trafen sie sich, um nach Patientenbeschwerden über mögliche Behandlungsfehler zu entscheiden. Das waren gut 400 mehr als im Vorjahr. In 2245 Fällen habe tatsächlich ein Behandlungsfehler oder eine mangelnde Risikoaufklärung vorgelegen. Dies geht aus der jährlichen statistischen Erhebung der BÄK hervor.

In 1845 Fällen habe die Behandlung einen gesundheitlichen Schaden verursacht, der dann zu einem Anspruch des Patienten auf Entschädigung führte. In 96 Fällen starb der Patient an dem Fehler. In 400 Fällen konnte kein Zusammenhang zwischen Behandlungsfehler und einer nachfolgenden Gesundheitsschädigung festgestellt werden.

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Abwasser als Ressource

Der 22. März ist „Tag des Wassers“. © UNESCO
Noch immer werden täglich Unmengen Abwasser achtlos in die Umwelt entlassen. Dabei könnte ein Großteil dieses Wassers nach Aufbereitung wiederverwendet werden. Ob zur Bewässerung von Äckern, als Kühlwasser in Fabriken oder sogar als Trinkwasser – der UN- Wasserbericht zum Weltwassertag ruft zu verantwortlicherem Umgang mit der Ressource Abwasser auf.

scinexx

Die Erdoberfläche ist zu 72 Prozent mit Wasser bedeckt. Doch nur 0,3 Prozent davon steht uns als Trinkwasser zur Verfügung. Dennoch nutzt die Menschheit die wertvolle Ressource bisher verschwenderisch: Abwasser wird vielerorts nicht gereinigt und wiederverwertet, sondern ungeklärt in die Gewässer geleitet. Und selbst bei uns gelangen trotz Abwasserreinigung Mikroplastik, Kontrastmittel und Arzneimittelrückstände in die Gewässer.

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Global-2000-Report zeigt Krebsgefahr durch Glyphosat auf

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
„Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“ weist auf wissenschaftliche Mängel bei Studien hin, welchen die EU folgt

derStandard.at

Am Donnerstag veröffentlicht Global 2000 den rund hundert Seiten umfassenden Report „Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“, der unter anderem aufzeigen soll, wie der US-Saatgutriese Monsanto aktiv daran beteiligt war, dass das Herbizid weiter verwendet werden darf.

Der gemeinsam mit Peter Clausing und Claire Robinson verfasste Report enthält zum Teil bekannte Argumente der Glyphosat-Gegner, jedoch hat die Thematik einerseits durch die dieses Jahr auslaufende Zulassung des Herbizids und zuletzt auch durch in den USA publik gewordene E-Mails von Monsanto aktuell wieder an Brisanz gewonnen. Diese „legen den Verdacht nahe, dass Monsanto offenbar versucht hat, auf Studien einzelner Forscher Einfluss zu nehmen“, schrieb dazu die „Süddeutschen Zeitung“ vergangenen Mittwoch.

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Frankreich: Bischöfe verweigern TV-Debatte zu Missbrauch

Wegen Nichtanzeige von Missbrauch angezeigt: Kardinal Philippe Barbarin. APA/AFP/Eric Cabanis
Die französische Bischofskonferenz nimmt nicht an einer Fernsehdebatte zum Thema Missbrauch am Dienstagabend teil. Grund für die Verweigerung seien die Interviewmethoden der Journalisten.

religion.ORF.at

Die Journalisten respektierten ethische Standards nicht und die Sendung beschäftige sich mehr mit Anschuldigungen als dem Willen zur Erklärung, heißt es in einer Pressemitteilung der Bischofskonferenz. Vor einem Jahr hatten sich in Frankreich mehrere Menschen zu Wort gemeldet, die Mitglieder der Kirche beschuldigten, sie sexuell missbraucht zu haben.

Erzbischof angezeigt

Der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, wurde wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe in seinem Verantwortungsbereich angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen ihn jedoch im August ein. Es habe keine Hinweise auf eine Straftat gegeben, hieß es.

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Grüne fordern Höchstpreise für Medikamente

Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Die Verhandlungen über eine Regulierung des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneien stocken. Die Grünen präsentieren nun einen eigenen Vorschlag. Ein Fonds soll ländliche Apotheken unterstützen.

Von Timot Szent-Ivanyi | Frankfurter Rundschau

Hermann Gröhe läuft die Zeit davon. Der Gesundheitsminister will unbedingt noch in dieser Wahlperiode den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten untersagen, doch der Koalitionspartner SPD ist weiterhin dagegen. Mit jedem ergebnislos verstrichenen Tag sinkt die Chance, dass das Vorhaben noch Gesetzeskraft erlangen kann. Schließlich muss das Vorhaben vor der endgültigen Beschlussfassung noch von der EU genehmigt werden, was bis zu sechs Monate dauern kann. Nun haben die Grünen einen neuen Vorschlag vorgelegt, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

Der Europäische Gerichtshof hatte im Herbst geurteilt, dass die in Deutschland bestehende Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente nicht für ausländische Versandapotheken gilt. Unternehmen wie der in den Niederlanden sitzende Versender Docmorris kann daher seinen Kunden Rabatte geben. Das will Minister Gröhe (CDU) auf Druck der Apothekerverbände durch ein Verbot des Versandhandels verhindern. Die SPD lehnt das jedoch ab, weil sie den Versandhandel als gute Ergänzung der Arzneimittelversorgung betrachtet. Die Sozialdemokraten sehen allerdings ebenfalls dringenden Handlungsbedarf, weil sie inländische Apotheken nicht benachteiligen wollen.

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A Court Will Decide if a GIF Can Be Considered a ‘Deadly Weapon‘

Image: MOTHERBOARD
Cases like this have strong implications for the roughly 10,000 people with photosensitive epilepsy in the US.

By Naomi Lachance | MOTHERBOARD

On Monday, a suspect faced federal charges in a Dallas County court for allegedly sending a strobing GIF that triggered a seizure in Kurt Eichenwald, a Newsweek writer with epilepsy, late last year.

Light-induced seizures have been fought with lawsuits and TV bans in the past. But like something out of Black Mirror, they’ve had their day in what’s likely the first criminal trial over a seizure induced via the internet.

The case has similarities with previous complaints over videos, often with bright flashing lights, that triggered seizures. For example, a scene from a 1997 episode of Pokémon, in which Pikachu launches a lightning attack, reportedly hospitalized some 685 children.

Eichenwald, who has been vocal about his epilepsy in the past, allegedly suffered an eight-minute seizure in December after opening a tweet containing the flashing GIF and a message that read: „you deserve a seizure for your posts.“ Eichenwald’s wife found him and called 911. The FBI later arrested one John Rivello, who has been charged with cyberstalking and aggravated assault with a deadly weapon.

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Hirnschrittmacher gegen Depression

Die Forscher stimulierten mit Elektroden eine Region im Gehirn, die an der Wahrnehmung von Freude beteiligt ist. Dadurch wurde die Depression bei sieben der acht behandelten Patienten gelindert. © Universitätsklinikum Freiburg
Neue Lebensqualität dank „Hirnschrittmacher“: Schwere Depressionen ließen sich in einer Studie für vier Jahre massiv lindern oder gänzlich aufheben – ohne starke Nebenwirkungen. Dies gelang durch Einsetzen von Elektroden ins Gehirn, die gezielt Hirnbereiche stimulieren. Wenn weitere Studien diese Ergebnise bestätigen, könnte die Tiefe Hirnstimulation künftig den Betroffenen neue Lebensqualität geben, bei denen herkömmliche Behandlungen versagen.

scinexx

Bei Parkinson -Leiden ist die tiefe Hirnstimulation bereits eine anerkannte Behandlungsmethode. Dies wollen Forscher der Bonner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie um Studienleiter Thomas Schläpfer auch für den Einsatz gegen schwere Depressionen erreichen. Schon 2007 belegten sie in einer Pilotstudie die positive Kurzzeit-Wirkung auf depressive Probanden. Nun liegen erst Ergebnisse einer vierjährigen Langzeitstudie vor, die den Erfolg der Methode weiter untermauern.

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Unterschiedlicher Umgang mit sexuellem Missbrauch in Religionsgemeinschaften

Nach den Missbrauchs-Skandalen in der Katholischen Kirche in Irland und den USA wurden seit 2010 auch in Deutschland Sexualdelikte in katholischen Einrichtungen in größerem Umfang bekannt. Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten oder Irland ging der Anstoß für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland jedoch von dem Leiter einer kirchlichen Institution aus, dem Jesuiten Klaus Mertes, bis 2011 Rektor des Berliner Canisius-Kollegs.

Von Dr. Michael Utsch | EZW

Als eine Folge der Aufarbeitung dunkler Seiten ihrer Geschichte hat die Deutsche Bischofskonferenz 2015 eine Arbeitsgruppe für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes eingerichtet. Zudem wurde eine externe Experten-Kommission mit der wissenschaftlichen Erforschung dieser Verbrechen beauftragt. In Einzelgesprächen mit 150 Opfern und 70 Tätern sowie durch die Sichtung ausgewählter kirchlicher Personalakten wollen die Forscher herausfinden, wie es zu Missbrauchsfällen durch Geistliche und andere kirchliche Mitarbeiter kommen konnte. Das Projekt kostet die Bischofskonferenz knapp eine Million Euro, die Ergebnisse sollen Ende dieses Jahres vorliegen.

2016 wurde darüber hinaus eine Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung geschlossen, um Opfer angemessen zu entschädigen und Kinder und Jugendliche in der Kirche wirksamer vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dazu wurden in den Diözesen Stabsstellen für Prävention eingerichtet und die kirchlichen Richtlinien gegen Missbrauch und Gewalt überarbeitet. Künftig müssen alle Mitarbeiter eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, mit der sie ihre Mitverantwortung für ein gewaltfreies Miteinander in der Kirche dokumentieren. Auch die Priesterausbildung wird weltweit überarbeitet. Schon seit einigen Jahren durchläuft jeder Priesteramtsanwärter ein psychologisches Auswahlverfahren, bei dem seine Eignung für ein zölibatäres Leben überprüft wird.

Bisherige Studien über sexuellen Missbrauch in Religionsgemeinschaften zeigen, dass streng hierarchische Machtstrukturen das Ausleben von Machtgefühlen von Tätern begünstigen. Die Strukturen und Dynamiken einer geschlossenen Gruppe bieten darüber hinaus einen Schutzraum, der relativ leicht auszunutzen ist. Die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen hat seit Jahren mit Vorwürfen zu kämpfen, Missbrauchsvorfälle in ihren Reihen zu vertuschen. Besonders gravierend scheinen lange zurück liegende Ereignisse bei Jehovas Zeugen in Australien zu sein.

Auch dort arbeiten staatliche Behörden seit einigen Jahren an der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in Religionsgemeinschaften. Vor dem staatlichen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Umgangs mit Missbrauchsfällen hat ein Vertreter der Zeugen Jehovas in Australien die systematische Vernichtung von Dokumenten über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger eingeräumt. Andere Fälle sind nur intern behandelt worden, ohne die mutmaßlichen Täter bei der Polizei anzuzeigen.

Durch die Kommission sind viele Skandale innerhalb dieser und anderer Religionsgemeinschaften aus früheren Zeiten ans Licht gekommen. Die katholischen Bischöfe Australiens räumten dabei ein katastrophales Versagen im Umgang mit Verdachtsfällen ein und haben ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung auf den Weg gebracht.

Dagegen haben Jehovas Zeugen zwar einige Empfehlungen angenommen, um eine größere Transparenz zu gewährleisten. An der sog. „Zwei-Zeugen-Regel“ wollen sie allerdings weiter festhalten, wie ein Sprecher der Gemeinschaft kürzlich vor der Kommission bestätigte. Diese Regel stammt aus der internen Ethikrichtlinie und sieht vor, dass einem Fehlverhalten, das den Ältesten der Gemeinschaft angezeigt wird, nur dann nachgegangen wird, wenn zwei Zeugen dies belegen können. Auch ein Missbrauchsvorwurf wird also nur dann überprüft, wenn zwei Zeugen dabei waren und dies bestätigen.

Die australischen Richter sind erschüttert darüber, dass die Organisation realitätsfremd an ihren Richtlinien festhält, auch wenn es um Kindesmissbrauch geht, der in der Regel versteckt verübt werde. Sie halten die Richtlinien der Zeugen Jehovas für den Umgang mit sexuellem Missbrauch für völlig unangemessen und unpassend. Die Beibehaltung überholter Richtlinien zeigt, wie wenig Verständnis und Sensibilität bei Jehovas Zeugen für das Wesen dieser zerstörerischen Straftat besteht.

Mit Ligusterduft gegen Darmkrebs?

Darmkrebszellen reagieren auf einen Duftstoff aus Ligusterblüten – das könnte neue Therapiewege eröffnen. © Forest und Kim Starr/ CC-by 3.0
Duftstoff hemmt Krebs: Nicht nur unsere Nase, sondern auch Darmkrebszellen tragen Riechsensoren, wie Forscher jetzt entdeckt haben. Diese Andockstellen reagieren auf Troenan, den Duftstoff von Ligusterblüten. Das Spannende daran: Dockt der Duftstoff an den Krebszellen an, hemmt dies ihr Wachstum und viele Tumorzellen sterben sogar, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“ berichten. Dies könnte eine neue Therapiemöglichkeit gegen Darmkrebs eröffnen.

scinexx

Wer glaubt, Riech-Sinneszellen gibt es nur in unsere Nase, der irrt. Inzwischen weiß man, dass auch an ganz andren Stellen unseres Körpers Riechsensoren sitzen. So haben Forscher verschiedene Riechzellen in den Bronchien, in menschlichen Spermien und in der Prostata entdeckt.

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Stephen Hawking will ins All fliegen

Der britische Physiker Stephen Hawking 2008 an der George Washington University in Washington. Foto: Stefan Zaklin
Vor zehn Jahren hatte Hawking einen Parabelflug unternommen. Dabei konnte der Astrophysiker bei einem kontrollierten Sturzflug in einer umgebauten Boeing für kurze Zeit das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben – und war völlig begeistert.

Frankfurter Rundschau

Der schwerkranke Astrophysiker Stephen Hawking (75) hält an seinem Plan für eine Reise ins All fest. Ein solcher Flug würde ihn glücklich machen, sagte der britische Wissenschaftler dem Fernsehsender ITV.

Virgin-Galactic-Chef Richard Branson (66) hatte Hawking schon vor Jahren eine Mitflugmöglichkeit für die Zukunft angeboten. Er habe sofort zugesagt, berichtete Hawking. Möglicherweise sei er aber in den USA nicht willkommen, da er US-Präsident Donald Trump als Demagogen bezeichnet habe, sagte der Astrophysiker.

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Kann künstliche Intelligenz Suizidgefährdete erkennen?

© AP Gina Alexis weint um ihre 14 Jahre alte Tochter, die bei einer Pflegefamilie lebte und im Januar ihren Suizid in Florida auf Facebook Live übertragen hatte. Später kam heraus, dass die Mutter selbst die Suizid-Ankündigung verfolgt hatte und nicht eingeschritten war – wie Hunderte weitere auch.
Regelmäßig kursieren auf Facebook Videos von Suiziden. Nun will das Unternehmen gefährdete Nutzer automatisch identifizieren. Kritiker fürchten, der ernste Anlass könne genutzt werden, um noch mehr Überwachung durchzusetzen.

Von Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine

Es ist noch nicht lange her, dass Videos zweier dramatischer Ereignisse auf Facebook erschienen. Im Dezember filmte ein zwölf Jahre altes Mädchen aus dem amerikanischen Bundesstaat Georgia ihren Suizid. Das Video lief in Echtzeit auf Live.me, Mitschnitte wurden auf Facebook veröffentlicht. Im Januar folgte eine Vierzehnjährige aus Miami dem furchtbaren Vorbild. Auch sie konnte nicht gerettet werden, obwohl ihr Suizid live auf Facebook zu sehen gewesen sein soll und angeblich sogar die Mutter des Mädchens unter den Zuschauern war.

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Genderdysphorie

Bild: S. Schleim
In diesem Beitrag will ich mich nicht daran versuchen, das gesamte Thema der Transsexualität zu beleuchten. Dafür ist es zu komplex. Es geht mir vielmehr um eine Einladung zum Nachdenken: Was ist eigentlich eine psychische Störung und was bedeutet das für die Menschen, die unter diesen Begriff fallen?

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Dabei beschäftige ich mich mit den Kriterien des 2013 erschienenen DSM-5. Das DSM ist das Diagnosehandbuch der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA; meint, wie so oft, vor allem die USA).

Es gilt zwar erst einmal nur dort, wird aber in manchen anderen Ländern ebenfalls angewendet und auch die internationale Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation in Zukunft beeinflussen. Diese verwaltet das ICD, zurzeit in zehnter Auflage, das auch in Deutschland angewandt wird und zuletzt 1992 runderneuert wurde.

Nun muss man wissen, dass das DSM am Konferenztisch entsteht. Die Planung für die fünfte Auflage begann 2000. Dass von dem Vorhaben, die Definitionen psychischer Störungen auf eine neurobiologische Grundlage zu stellen, nichts aber auch wirklich gar nichts Anwendungsreife erreicht hat, ist ein Thema für einen eigenen Beitrag.

Jedenfalls haben sich diese namhaften Damen und (vor allem) Herren der nordamerikanischen Psychiatrie an besagtem Tisch darauf verständigt, die sogenannte Gender Identitiy Disorder (dt. Genderidentitätsstörung) durch den Begriff der Gender Dysphoria zu ersetzen. Das heißt erst einmal nur, dass jemand mit der ihm oder ihr zugewiesenen Geschlechtsrolle unzufrieden ist, eben dysphorisch.

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There’s a New .Health Domain and It Could Save You From Fake Medicine

Image: MOTHERBOARD
In the vein of .gov and .edu, the new domain is supposed to help differentiate between doctors and quacks.

By Knvul Sheikh | MOTHERBOARD

Looking for health information online usually feels like casting your line in a swamp of „alternative“ treatments and snake oil. But the folks behind a new domain—.health—want to help people identify legitimate sources of medical information.

The domain head honcho—the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) —gave the responsibility for new .health websites to a Miami-based company, dotHealth, which will oversee who gets to purchase the shiny new suffix. This week, dotHealth CEO Jose Rasco announced that they will begin selling registrations to trademarked health companies in May, and open it to the public in December.

The goal is to have .health addresses become an identifier for qualified medical companies and websites providing important, reliable information. „With more information online, it has become more difficult to distinguish the credible information, particularly when it comes to health,“ Rasco said in an email interview. „The .health TLD will provide a home for health information online that is focused, credible and meaningful.“

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Fast 6000 Tuberkulosefälle in Deutschland im Jahr 2016

Bei der Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland geht der Trend nach oben. Im Jahr 2016 registrierte das Robert Koch-Institut 5915 Erkrankungen.

Frankfurter Rundschau

2015 waren es 5852, teilte das Institut zum Welttuberkulosetag am 24. März mit. Damit sind die Zahlen nach einem Tiefststand im Jahr 2012 deutlich angestiegen. „Es gibt einen Zusammenhang mit der aktuellen Zuwanderung“, sagte RKI-Infektionsforscherin Lena Fiebig. „Migration ist aber nicht die Ursache von Tuberkulose, das Bakterium ist es“, ergänzte sie. Es sei ungleich in der Welt verteilt, komme aber auch in Deutschland vor.

Moderne Krankheiten: Zivilisationskrankheiten und ihre Ursachen

Ist Heuschnupfen eine Zivilisationskrankheit? Auffällig ist, dass über sechzig Prozent aller Patienten in Städten leben. © thinkstock.com, DZM
Die moderne Welt hält viele Annehmlichkeiten bereit, kann aber auch Ursache für Krankheiten sein. Lesen Sie mehr zu Zivilisationskrankheiten!

scinexx

Zivilisationskrankheiten: Krankheiten der Moderne

Bequemlichkeit, ein großes Angebot an Nahrungsmitteln und eine gute medizinische Versorgung – die moderne Lebensführung bringt viele Vorteile mit sich. Gleichzeitig kann sie aber auch Ursache verschiedener Krankheiten sein: gemeint sind sogenannte Zivilisationskrankheiten. Welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle? Und was sind Beispiele für moderne Zivilisationskrankheiten?

Was sind Zivilisationskrankheiten?

Sogenannte Zivilisationskrankheiten sind Erkrankungen, die in der modernen Zeit gehäuft auftreten. Als Hauptursache für ihr vermehrtes Auftreten gelten die heutigen Lebensumstände. Zwar haben Fortschritte in Forschung und Medizin die Lebensqualität verbessert und dazu beigetragen, dass sich viele Krankheiten besser behandeln lassen, jedoch kann die moderne Lebensweise auch Ursache für Krankheiten sein. Insbesondere folgende Faktoren können die Gesundheit negativ beeinflussen:

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Conspiracy Theories Are the Reason We Still Have Polio

Image: MOTHERBOARD
The Taliban, Boko Haram and antivaxxers have this one thing in common.

By Ankita Rao | MOTHERBOARD

At a train station in Bareilly, a dusty mid-sized city in the Indian state of Uttar Pradesh, teenage health workers wove through crowded platforms armed with small bottles of polio vaccination drops. They were looking for kids tiny enough to be under five years old, kids without the ink stain on their finger indicating they’d already been vaccinated.

Watching the moms in January convinced me that India’s decades-long campaign against polio is working. Moms don’t let strangers, even ones with official-looking bright yellow aprons, give their kids medicine unless they know it’s both important and legitimate. And now that it’s been six years since India’s last reported cases of poliovirus, which can lead to crippling deformities and paralysis, they know that these oral drops are vital without the pro-vaccination pamphlets or Bollywood actors in television ads saying so.

India announced that it had officially eradicated polio back in 2014 after a 20-year campaign that cost at least $200 million every year it was in effect. The Polio Pulse program was an unexpected success given the country’s population of 1.2 billion and rocky public health record. It was carried out by the government, nonprofit groups, and agencies like the World Health Organization and United Nations, with an effective combination of injectable and oral vaccines. India’s results helped the global number of polio cases drop from 350,000 in 1988 to just 74 in 2015.

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