Alle fünf Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind unter 15 Jahren

Frauen mit Kindern im Arm warten im Juli 2013 im Gesundheitszentrum in Gbangbegouine (westliche Elfenbeinküste) auf eine medizinische Untersuchung. (Bild: Luc Gnago / Reuters)
Im vergangenen Jahr sind laut einem neuen Uno-Bericht weltweit 6,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren gestorben. Rund die Hälfte von ihnen waren demnach neugeborene Babys.

Neue Zürcher Zeitung

Im vergangenen Jahr ist alle fünf Sekunden auf der Welt ein Kind unter 15 Jahren gestorben. Insgesamt seien das 6,3 Millionen Kinder gewesen, heisst es in einem am Dienstag von den Vereinten Nationen veröffentlichten Bericht. 5,4 Millionen der verstorbenen Kinder seien demnach jünger als 5 Jahre gewesen; bei rund der Hälfte aller Todesfälle habe es sich um neugeborene Babys gehandelt.

Viele vermeidbare Todesfälle

Jeder zweite Todesfall bei den unter fünfjährigen Kindern passierte in Afrika südlich der Sahara, fast jeder dritte in Südasien. Die meisten Todesfälle hätten verhindert werden können, etwa mit Medikamenten oder Zugang zu sauberem Wasser, heisst es in dem Bericht.

weiterlesen

 

Bis an die Wurzel der Kirche

Nach einer neuen Studie steht die katholische Kirche in Deutschland vor einem Missbrauch-Skandal. (Symbolbild) Bild: dapd
Eine Studie soll zeigen, wie viele Personen seit 1946 Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland wurden. Mit Scham und Entschuldigung kommt die Kirche nicht weiter. Ein Kommentar.

Von Tobias Rösmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Noch kennt kaum einer die komplette Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Was bisher bekanntgeworden ist, reicht aber aus, um die Institution auch in Deutschland bis in die Grundfesten zu erschüttern. So viele Opfer, so viele Täter. Manch einer, der sich der Kirche sein Leben lang verbunden fühlte, denkt über Austritt nach. Und manch einer, der sich seit Jahren in seiner Gemeinde ehrenamtlich engagiert, ringt um Worte. Verteidigen müsste er eine Kirche, die – wissenschaftlichbewiesen – Verbrechen über Jahrzehnte vertuscht und verschleiert, Opfer nicht gehört und Täter nicht enttarnt hat. Immer weniger Gläubige sind dazu bereit.

weiterlesen

Ist das Gehirn krank, wenn die Seele leidet?

Alte Schautafel des Gehirns
© NIKOLA NASTASIC / GETTY IMAGES / ISTOCK (AUSSCHNITT)
Psychische Leiden seien Erkrankungen des Gehirns, beteuern Psychiater gerne. Doch die Behauptung ist umstritten.

Von Christian Wolf | Spektrum Gehirn&Geist

»Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie eine Hirnstörung haben?«, fragt der Therapeut gegen Ende der Probesitzung. Inge M. sieht ihn verdutzt an. Sie hat den Therapeuten wegen einer Depression aufgesucht. Die Patientin wohnt in Berlin und möchte ihren richtigen Namen lieber nicht in einem Artikel lesen. Sie hat schon davon gehört, dass Depressionen eine Hirnerkrankung seien. Aber sie ist skeptisch und möchte die Behandlung bei dem Therapeuten lieber nicht fortsetzen. Ob er wirklich glaubt, dass sie eine Hirnstörung hat, wird sie also nie erfahren.

Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie oder ADHS hören immer wieder, dass ihre seelischen Probleme im Wesentlichen eine Wurzel hätten: eine Störung in dem rund 1300 Gramm schweren Organ in ihrem Schädel. Die Botschaft begegnet Betroffenen zum Beispiel in dem Dokumentarfilm »Das dunkle Gen«. In der Reportage versucht ein Arzt, den möglichen genetischen Ursachen seiner Depression auf die Spur zu kommen. Auch der namhafte Psychiater Florian Holsboer verkündet, dass Depressionen, schwere Angstzustände und Schizophrenien auf »Fehlregulationen des Gehirns« beruhen. Holsboer ist der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und hat das Buch »Biologie für die Seele« geschrieben. Doch finden sich die Ursachen für psychische Erkrankungen wirklich in unseren grauen Zellen?

weiterlesen

Feinstaub gelangt bis in die Plazenta

Ruß und Feinstaub aus der Luft gelangen über das Blut bis in die Plazenta von Schwangeren – und so auch in das ungeborene Kind. © janulla/ thinkstock
Belastung im Mutterleib: Erstmals haben Forscher nachgewiesen, dass Rußpartikel aus der Luft bis in die Plazenta von Schwangeren gelangen können. Das könnte erklären, wie und warum Feinstaub schon bei ungeborenen Kindern Gesundheitsschäden versuchen kann. Die Wissenschaftler wiesen die Schadstoffpartikel in Fresszellen des Mutterkuchens nach. Ihrer Ansicht liegt es nahe, dass der Ruß von dort auch in den Körper des Kindes gelangt.

scinexx

Feinstaub aus Ruß und anderen Partikeln ist längst ein weltweites Problem, dem bis zu 4,5 Millionen Menschen jährlich zum Opfer fallen könnten. Denn die winzigen Partikel dringen tief in die Lunge ein und können Krebs und Asthma, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Studien belegen zudem, dass selbst Ungeborene durch die Belastung der Mutter beeinträchtigt werden: Sie werden früher geboren und leiden später häufiger unter Atemwegsproblemen.

weiterlesen

Bischöfe fordern grundsätzliche Veränderungen

Themenbild
Mehr als 1000 katholische Geistliche sollen sich einem Bericht zufolge des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. Deutsche Bischöfe zeigen sich entsetzt angesichts des Ausmaßes.

Von Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In Predigten, Briefen an die Gläubigen, Schreiben an die Mitarbeiter und auch Videobotschaften haben sich am Wochenende zahlreiche katholische Bischöfe erschüttert und beschämt über das Ausmaß sexualisierter Gewalt in der Kirche geäußert. „Tief bedrückt, erschüttert und beschämt sind wir von der Realität sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der katholischen Kirche“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx. „Es werden Zahlen genannt, die fassungslos und betroffen machen“, schrieb der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Am weitesten ging der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Im Vorgriff auf eine von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll, schrieb der Geistliche, es gebe „alarmierende Hinweise, dass einige Vorstellungen und Aspekte unserer katholischen Sexualmoral sowie manche Macht- und Hierarchiestrukturen sexuellen Missbrauch begünstigt haben und immer noch begünstigen“. Darüber müsse in der Kirche „offen und angstfrei gesprochen werden“.

weiterlesen

Wie Pfarrer an der Basis mit dem Missbrauchsskandal umgehen

Der Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche. Wie geht es den Priestern, die vor Ort in den Gemeinden arbeiten? Die Institution Kirche müsse sich wandeln und mit der Zeit gehen, sagt der Kölner Pfarrer Franz Meurer im Interview.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Was lösen die Zahlen der Studie in Ihnen aus?

Franz Meurer (Pfarrer in den Kölner Stadtteilen Höhenberg und Vingst): Das Schlimmste ist eigentlich für mich nicht das, was veröffentlicht wird. Das ist natürlich furchtbar und schändlich. Aber wichtiger ist, dass jetzt viele Menschen endlich einmal erzählen, was ihnen passiert ist. Das war niemals irgendwo in einer Akte niedergeschrieben. Was Bischof Genn oder auch Bischof Overbeck sagen, die Kirche müsse auf die Macht verzichten, das ist der entscheidende Faktor. Eines ist ganz klar, der Klerikalismus ist absolut tödlich. Wenn man meint, die Priester seien etwas Besonderes, dann ist die Kirche bald weg vom Fenster.

DOMRADIO.DE: Der Klerikalismus begünstige Missbrauch, so sagte Bischof Genn. Stimmen Sie dem zu?

Meurer: Absolut und leider ja. Der Papst sagt das auch immer. Wenn ich betrachte, was mir bekannt geworden ist, auch von Menschen aus meiner eigenen Familie – dann muss ich sagen, ich habe das nie mitbekommen. Ich persönlich hatte Glück. Der Vikar, den wir hatten, der war unser absolutes Vorbild. Wir wollten immer sonntags in die Christenlehre gehen, weil der so tolle Geschichten erzählt hat. Es war praktisch wie WhatsApp oder irgendwas, was die jungen Leute heute unbedingt haben wollen. Das heißt, die Erfahrungen sind so verschieden. In der Kirche müssen wir endlich anerkennen, dass die Menschen verschieden sind.

weiterlesen

Weltalzheimertag: Das schleichende Vergessen

Bild. tagesschau.de
In Deutschland leiden mehr als eine Million Menschen unter Alzheimer. Bislang ist die Krankheit unheilbar. Experten fordern eine intensivere Forschung. Denn die Zahl der Erkrankten wird weiter steigen.

tagesschau.de

Betroffene ringen um Worte, erkennen die Familie nicht mehr. Alois Alzheimer erklärte dieses Vergessen vor mehr als 100 Jahren erstmals mit Hirnveränderungen. Die Erkrankung des Gehirns führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen vor allem in der Hirnrinde. Weil die Betreuung in Deutschland oft nicht ausreicht, suchen Angehörige nach Alternativen im Ausland.

weiterlesen

Yoga: Esoterik oder Gesundheitstraining?

„Viele machen heute aus gesundheitlichen Gründen Yoga…Nicht immer sind diese Techniken harmlos“, warnt der Youcat (2005) Foto: Pixabay (CC0)
Auch wenn „New Age“-Schriften, Yoga-Varianten und alle möglichen esoterischen Praktiken rund um „Selbstfindung“ in der katholischen Kirche zu finden sind – sogar in Klostergemeinschaften, Priesterseminaren und katholischen Bildungswerken: Das bedeutet nicht, dass diese gut zu heißen sind, so Kardinal Paul Josef Cordes in seinem aktuellen Buch.

Von Hans Jakob Bürger | CNADeutsch

„Yoga – Ein religionsneutrales Gesundheitstraining?“ ist im Maria-Media-Verlag erschienen und gehört dringend in die Hände von Religionslehrern, Jugendseelsorgern und Referenten in Katholische Akademien.

Anlässlich eines wissenschaftlichen Symposiums der theol. Hochschule Heiligenkreuz zum Thema „Erlösung oder Selbsterlösung? Die Antwort des christlichen Glaubens auf Gnosis und Esoterik“ hat Kardinal Cordes eine Studie vorgelegt, die an Klarheit und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. In seinem schmalen Bändchen nimmt er einige der modischen Heilslehren unter die Lupe, zeigt ihre Herkunft und ihre ursprüngliche Bedeutung auf, sowie die Auswirkungen auf die Christen und ihre Seele.

weiterlesen

Kirche im Fokus der Staatsanwaltschaft

Kirche im Fokus der Staatsanwaltschaft© picture alliance / ZUMA Press
Das Krisentreffen des Papstes mit den Bischöfen Chiles liegt vier Monate zurück, die Aufarbeitung des Missbrauchs schreitet voran. Für die Kirche wird es in der Gesellschaft aber zunehmend ungemütlicher.

katholisch.de

Für die chilenische Kirche gibt es schon lange kein Zurück mehr: Langsam aber sicher schreitet die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Andenrepublik voran. Vor allem, weil das traditionell katholische Land der Kirche keine Sonderbehandlung gewährt. Die Staatsanwaltschaft verfolgt jede Spur von Kindesmissbrauch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Erst am Donnerstag durchsuchten Spezialkräfte der Polizei in einer koordinierten Aktion gleichzeitig die Verwaltungsräume von vier Diözesen im ganzen Land und stellten mögliches Beweismaterial sicher.

weiterlesen

In den USA eröffnet bald der erste LSD-Tempel

Mit dieser Visualisierung des Entheon-Tempels wurde auf Kickstarter Geld für das Projekt gesammelt. (Bild: PD)
Die Pharaonen drehen sich im Grabe, und Albert Hofmann vielleicht auch: Am Ufer des Hudson soll demnächst das «Entheon» eröffnet werden, ein pseudoägyptischer Tempel zu Ehren des LSD und seines Erfinders.

Sarah Pines | Neue Zürcher Zeitung

Im Namen des Schweizer Chemikers und LSD-Erfinders Albert Hofmann wird in Upstate New York demnächst der erste LSD-Tempel der Welt eröffnet. Der verkniffene Ernst, mit dem seine Erbauer ihn jetzt schon anpreisen, lässt an Kleinbürger denken, denen man die Aktentasche zu entreissen versucht.

Aber der Reihe nach. An den Ufern des Hudson River ist es Sommer und riecht es nach Laub und feuchter Luft. Von aussen sieht das grosse, blaue Holzhaus – die «Kapelle der Heiligen Spiegel» (Chapel of Sacred Mirrors) – aus wie dasjenige der Familie Ingalls in «Unsere kleine Farm».

weiterlesen

Die Weltkirche wird sich grundlegend verändern müssen

© Bild: dpa/Marc Tirl
3.677 Opfer, mindestens 1.670 Täter: Diese Zahlen offenbart die neue Missbrauchsstudie der deutschen Bischöfe. Im katholisch.de-Standpunkt analysiert Jesuitenpater Klaus Mertes die derzeitige Kirchenkrise.

Klaus Mertes | katholisch.de

Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie ist vorab an die Presse durchgestochen worden. Man mag sich darüber ärgern, aber es ist auch ein Zeichen: Die Kirche verliert die Kontrolle und damit auch die Deutungshoheit über die Aufarbeitung von Missbrauch. Die Hamburger „Zeit“ legt nun die erste Deutung über „das Ausmaß des Verbrechens“ vor. Das Ergebnis ist deutlich, gerade auch in dem Maße, in dem die beiden Autorinnen des Artikels die wichtigsten Einsichten differenziert darstellen. Was bisher nur in Einzelstudien belegt war, wird durch die Zahlen nun in kompakter Form sichtbar und dadurch auch übertroffen. Zugleich bleibt festzustellen: Kommentiert werden können zunächst nur die Pressemeldungen über die Studie, nicht die Studie selbst. Das gilt auch für die folgenden Überlegungen.

weiterlesen

Umgang mit Missbrauch: Vorwürfe gegen US-Kardinal

Gegen den Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, gibt es Vorwürfe hinsichtlich seines Umgangs mit einem Priester, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden.

religion.ORF.at

Die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Missbrauchsopfer der texanischen Erzdiözese Galveston-Houston, DiNardo sei als Erzbischof über Jahre nicht ausreichend gegen den Geistlichen vorgegangen.

Demnach verhaftete die Polizei von Conroe am Dienstag den Priester Manuel LaRosa-Lopez. Der heute 60-Jährige muss sich in vier Fällen für sexuelle Übergriffe an den beiden mutmaßlichen Opfern verantworten. Diese waren zum angegebenen Tatzeitpunkt Teenager. Bei einer Verurteilung drohen dem Geistlichen bis zu 80 Jahre Gefängnis.

weiterlesen

US-Bischof nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten

Wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung hat der katholische US-Bischof Michael Bransfield sein Amt niedergelegt.

ZEIT ONLINE

Papst Franziskus billigte am Donnerstag den Amtsverzicht des Geistlichen, wie dessen Diözese am Donnerstag mitteilte. Gegen Bransfield waren Vorwürfe wegen sexueller Belästigung von Erwachsenen erhoben worden.

Missbrauchsskandal: Die Kirche weigert sich, die Kontrolle abzugeben

Zahlreiche Akten und Archive hat die Kirche für ihre Missbrauchsstudie nicht geöffnet. (Foto: picture alliance / dp
Die Taten wurden oft vertuscht, die Täter selten bestraft, den Opfern noch seltener geholfen. Die groß angekündigte Missbrauchsstudie der katholischen Kirche greift viel zu kurz. Besser wäre die Untersuchung einer unabhängigen Stelle gewesen.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Für Journalisten ist es schön, wenn sie interne Dokumente in die Hand gedrückt bekommen – für die katholische Bischofskonferenz aber ist es desaströs, dass die Ergebnisse ihrer groß angekündigten Missbrauchsstudie nun vorab in der Öffentlichkeit sind. Ihr ist die Deutungshoheit über die Ergebnisse aus der Hand genommen, wohl auch aus der Angst, diese Deutung könnte allzu freundlich und zu wenig selbstkritisch ausfallen.

Denn die Ergebnisse der Studie sind deprimierend: Sexuelle Gewalt durch Priester gab es in großem Ausmaß in Deutschland, die Taten wurden oft vertuscht, die Täter selten bestraft, den Opfern noch seltener geholfen. Und was sich da in den Akten gefunden hat, zeigt längst nicht das Ausmaß des Skandals. Es sind Akten über Täter verschwunden und auch vernichtet worden. Und längst nicht alle Fälle sind aktenkundig geworden – weil es den Tätern gelang, die Opfer, ihre Eltern, alle, die etwas wussten oder ahnten, stumm und schweigend zu halten.

weiterlesen

Missbrauch: Akten, die erschüttern

Eine groß angelegte Studie zeigt: Das Ausmaß sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Priester und Ordensleute war immens – und noch immer tut sich die katholische Kirche schwer, die Fälle aufzuarbeiten.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Die katholische Kirche in Deutschland hat ein großes Problem mit sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Priester und Ordensleute – und ein Problem mit der Aufarbeitung des Skandals. Zwei Wochen, bevor der Bischofskonferenzvorsitzende und Münchner Kardinal Reinhard Marx die Ergebnisse einer großen Studie über Ausmaß, Ursachen und Folgen der Gewalt veröffentlichen wollte, sind sie bekannt geworden.

weiterlesen

Strom in unserem Darm

Listerien, Milchsäurebakterien und andere mikrobielle Darmbewohner können Strom produzieren – indem sie Elektronen durch ihre Zellwand nach außen schleusen. © Amy Cao/ UC Berkeley. Zoom
Überraschende Entdeckung: In unserem Darm leben jede Menge stromproduzierende Bakterien – darunter sowohl Durchfallerreger als auch Nützlinge wie die Milchsäurebakterien. Die Keime können Elektronen an ihre Umgebung abgeben und so Energie erzeugen, wie nun eine Studie enthüllt. Dabei nutzen diese grampositiven Bakterien für den Elektronentransport einen zuvor unbekannten Mechanismus, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten

scinexx

Die meisten Organismen erzeugen die in ihren Zellen nötige Energie durch Atmung: Um das energiereiche Molekül ATP zu produzieren, oxidieren sie Kohlenstoffverbindungen zu Kohlendioxid. Die dabei freiwerdenden Elektronen übertragen sie auf Sauerstoff. Doch einige Bakterien haben eine andere Strategie entwickelt: Weil sie unter anaeroben Bedingungen leben, nutzen sie statt Sauerstoff metallhaltige Mineralien in ihrer Umwelt als Elektronen-Akzeptoren.

weiterlesen

Warum Hitler bis heute die Erziehung von Kindern beeinflusst

Adolf Hitler auf dem Predigtstuhl, Bad Reichenhall, Mutter mit Tochter © imago
Für eine Generation aus Mitläufern forderten die Nazis von Müttern, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu ignorieren. An den zerrütteten Beziehungen leiden noch die Enkel.

Von Anne Kratzer | ZEIT ONLINE

Sie wolle ihre Kinder ja lieben – doch irgendwie schaffe sie es einfach nicht. Renate Flens kommt mit einer Depression in die Praxis der Psychotherapeutin Katharina Weiß. Die Expertin vermutet schon bald, dass hinter den Problemen ihrer Patientin im Grunde die Frustration steckt, Menschen nicht nah an sich heranlassen zu können.

Nach einer ausgiebigen Spurensuche in Flens‘ Vergangenheit glauben die beiden Frauen schließlich, eine Schuldige dafür gefunden zu haben: die Ärztin Johanna Haarer, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Ratgebern erklärte, wie man Kinder für den Führer erzieht. Dabei ist Renate Flens, die in Wirklichkeit anders heißt, gerade einmal in den 1960ern – also erst nach dem Krieg geboren worden. Doch Haarers Bücher waren Bestseller.

weiterlesen

Deutschland: 3.677 Opfer von Geistlichen missbraucht

In knapp zwei Wochen wollen die deutschen Bischöfe die umfangreichen Ergebnisse einer neuen Missbrauchsstudie vorstellen. Doch schon jetzt wurden erste Zahlen und Fakten der Untersuchung bekannt. Dabei handelt es sich laut Autoren um eine „konservative Annahme“.

katholisch.de

Laut einem Vorabbericht des „Spiegel“ dokumentiert eine neue Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz insgesamt 3.677 Opfer, die von mindestens 1.670 Priestern und Ordensleuten in den Jahren von 1946 bis 2014 missbraucht wurden. Die Bischöfe wollen die umfangreiche Untersuchung am 25. September bei ihrer Herbstvollversammlung in Fulda vorstellen. Der „Spiegel“ beruft sich auf eine dem Magazin vorliegende Zusammenfassung der Ergebnisse. Laut offizieller Kriminalstatistik werden in Deutschland jedes Jahr rund 12.500 Fälle von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen bekannt.

Für die Langzeit-Studie der kirchlichen Fälle sind laut „Spiegel“ mehr als 38.000 Personal- und Handakten aus allen 27 deutschen Bistümern ausgewertet worden. Die Opfer seien überwiegend männliche Minderjährige gewesen, mehr als die Hälfte von ihnen seien zum Tatzeitpunkt jünger als 14 Jahre gewesen. In etwa jedem sechsten Fall sei es zu einer Form von Vergewaltigung gekommen. Drei Viertel aller Betroffenen hätten mit den Beschuldigten in einer kirchlichen oder seelsorgerischen Beziehung gestanden.

weiterlesen

Über hundert Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Strand von Chios/Griechenland © Tim Lüddemann @ flickr.com (CC 2.0)
Augenzeugen zufolge sind im Mittelmeer mehr als hundert Flüchtlinge ertrunken. Unter den Toten sind vermutlich 20 Kinder. An Bord sollen sich Menschen aus Sudan, Mali, Nigeria, Kamerun, Ghana, Libyen, Algerien und Ägypten befunden haben.

MiGAZIN

Bei einem Bootunglück im südlichen Mittelmeer sind offenbar mehr als hundert Flüchtlinge ums Leben gekommen. Aus Berichten von 55 Überlebenden geht hervor, dass insgesamt 165 Menschen an Bord des Schlauchbootes waren, wie „Ärzte ohne Grenzen“ am Dienstag in Rom mitteilte. Unter den Toten seien vermutlich 20 Kinder sowie anderhaltbjährige Zwillingsbabys, die mit ihren Eltern ertrunken seien.

weiterlesen

Kühe übertragen Krankenhauskeime

Kühe sind offenbar eine wichtige Quelle gefährlicher MRSA-Stämme. © Universität Helsinki
Risiko Rind: Kühe können offenbar resistente MRSA-Bakterien übertragen. Wie Genanalysen zeigen, befallen die Erreger seit Jahrtausenden nicht nur Menschen, sondern auch Nutztiere – und springen immer wieder zwischen unterschiedlichen Wirten hin und her. Bei solchen Wirtswechseln können die Bakterien durch genetische Veränderungen neue Antibiotikaresistenzen erwerben. Das Ergebnis sind besonders gefährliche „Superkeime“.

scinexx

Viele bakterielle Erreger lassen sich von Antibiotika nicht mehr beeindrucken – sie sind gegen die gängigen Mittel resistent. Ein besonders gefürchteter Vertreter solcher antibiotikaresistenten Bakterien ist der methicillin-resistente Staphylococcus aureus, kurz MRSA. Das Bakterium ist vor allem als Krankenhauskeim berüchtigt. „Es verbreitet sich in Kliniken auf der ganzen Welt“, sagt Jukka Corander von der Universität Helsinki. Daneben taucht der Keim jedoch auch im Alltagsleben auf. Er kann sich prinzipiell in jedem Haushalt einnisten und auch unsere Nutz- und Haustiere befallen.

weiterlesen