Archiv der Kategorie: Gesundheit

Union gegen Gesundheitskarte für Flüchtlinge, CDU-Bundesminister dafür

Krankenhaus © Wiesbaden112.de @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
CDU und CSU haben ihre Flüchtlingspolitik in einem Papier festgehalten. Unter anderem sprechen sie sich gegen Gesundheitskarten für Flüchtlinge aus. Durchdacht scheint das Papier aber nicht zu sein. Denn CDU-Gesundheitsminister Gröhe wirbt für diese Karte.

MiGAZIN

Die Unionsfraktion im Bundestag hat kurz vor dem Koalitionstreffen am Sonntag ein eigenes Papier zur Flüchtlingspolitik beschlossen. Das Papier sende zwei Botschaften, sagte der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) am Donnerstag nach der Klausursitzung in Berlin. Man wolle schutzbedürftige Flüchtlinge aufnehmen, ihnen eine Perspektive geben und dafür sorgen, dass die Bedingungen für sie in Deutschland so gut wie möglich sind. Auf der anderen Seite müsse dafür gesorgt werden, dass diejenigen, die kein Recht hätten, hier zu bleiben, das Land wieder verlassen.

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Opfer von Ex-Nuntius Wesolowski fordern Schadenersatz

missbrauch_kathol

Kurz nach dem Tod des ehemaligen Papstbotschafters in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, werden dessen Missbrauchsdelikte Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Ein Sprecher der Betroffenen kündigte auf einer Pressekonferenz in Santo Domingo an, Schadenersatzforderungen zu stellen.

kathweb

Der Vatikan habe bereits Entschädigungszahlungen in Aussicht gestellt, ohne dabei auf die Höhe der Summe einzugehen. Zuvor hatte sich die Gruppe der Betroffenen bereits bei der Staatsanwaltschaft des Hauptstadtbezirks gemeldet, um ihre Ansprüche geltend zu machen.

Der aus Polen stammende Wesolowski wurde 2009 zum Nuntius in der Dominikanischen Republik ernannt und hatte dort der vatikanischen Staatsanwaltschaft zufolge mehrere Buben im Alter von 13 bis 16 Jahren sexuell missbraucht. Zudem soll er “enorme Mengen” kinderpornografischen Materials besessen haben. Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe wurde Wesolowski im August 2013 von seinem Posten in der Karibik abberufen.

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Papst und Abtreibung: Geschmacklose Folklore

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus hat ein Heiliges Jahr ausgerufen: Auch niedere Geistliche dürfen jetzt die Absolution für die Sünde der Abtreibung erteilen. Super.

Von Ambros Waibel|taz.de

Über das Recht auf Abtreibung zu reden, ist nur in einer Hinsicht sinnvoll: Wie nämlich dieses Recht global durchgesetzt werden kann.

Über die Tatsache Abtreibung wird hingegen ständig geredet – nicht zuletzt unter heterosexuellen Erwachsenen, die ihre Verhütungsmethoden abklären. Da wird dann durchaus nicht selten festgestellt, dass für die Frau eine Abtreibung nicht in Frage kommt; und – unter ganz anderen Voraussetzungen – sagen natürlich auch Männer so etwas. Genauso gibt es Frauen (und Männer, siehe oben), die mit der einen oder anderen Variante den Klassiker von Jutta Ditfurth zitieren: „Ich bin sechsunddreißig, da finde ich zwei Abtreibungen auf ein lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig.“

 

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Gröhe befürwortet Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Einführung von Gesundheitskarten für Flüchtlinge durch die Bundesländer befürwortet.

evangelisch.de

Dadurch verringere sich der Verwaltungsaufwand bei der Abrechnung von medizinischen Leistungen in den Kommunen, sagte Gröhe am Mittwoch bei einem Besuch von Flüchtlingsunterkünften in Lebach und St. Wendel im Saarland. Für eine Regelung durch den Bund sehe er allerdings keine Notwendigkeit.

Das Saarland und Rheinland-Pfalz verhandeln derzeit darüber, ob sie gemeinsam eine solche Gesundheitskarte einführen. Nordrhein-Westfalen führte sie in der vergangenen Woche als erstes deutsches Flächenland ein. In Bremen und Hamburg gibt es die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge bereits seit längerem.

Gesetzlich Versicherte müssten nicht dafür zahlen

Gröhe widersprach zugleich Befürchtungen, die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen gingen zulasten der gesetzlich Versicherten. “Gesundheitsleistungen sind Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und werden aus Steuermitteln bezahlt”, betonte der Minister. “Die Krankenkassen werden dafür nicht in Anspruch genommen.”

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Der Körper macht die Musik

(Nagual Sounds)

Die Software Nagual Dance übersetzt Tanzbewegungen in harmonische Songs. Diese interaktiven Lieder sorgen auf Partys für Unterhaltung, könnten aber auch in der Medizin eingesetzt werden.

Von Jennifer Lepies|Technology Review

Die linke Hand gibt das Schlagzeug, die rechte Hand erzeugt die Gitarrenklänge. Die Füße übernehmen Trompete und Klavier. Was klingt wie ein ambitionierter Plan für eine Ein-Mann-Band, ist die Idee der Musiksoftware Nagual Dance. Jeder soll damit in der Lage sein, ein eigenes, einzigartiges Stück Musik zu erschaffen. Ohne musikalische Vorbildung – einfach durch die Tanzbewegungen von Armen und Beinen. Und es entsteht immer ein harmonischer Sound, versprechen die Entwickler der Software.

Dabei handelt es sich um das Brandenburger Start-up Nagual Sounds. Es startete 2012 mit Mark Moebius, ein klassischer Komponist, und Artur Reimer, einem Produzenten von elektronischer Musik. Mit der 3D-Tiefenkamera Kinect für Microsofts Xbox sahen sie die Möglichkeit, ihre Idee des kreativen Prozesses umzusetzen. Fortwährend entwickelten sie Prototypen, die bereits auf Messen und Events von tanzfreudigen Probanden und professionellen Tänzern getestet werden konnten.

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Ist die katholische Kirche mittlerweile ein reines Satireprojekt?

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Abtreibung ist eine unverzeihliche Sünde, zumindest im Katholizismus. Nicht mal durch erbittertes Beichten konnten sich Frauen bisher die Absolution Gottes erhoffen; eine Sache, die Papst Franziskus, der für Vatikanverhältnisse sowieso ziemlich weltoffen und proaktiv agiert, nun ändern möchte.

Von Lisa Ludwig|Vice.com

Alle Priester sollen die Erlaubnis erhalten, reuige Christinnen von ihrer ehemals unverzeihlichen Sünde freizusprechen—allerdings nur zwischen dem 8. Dezember 2015 und dem 20. November 2016, dem „heiligen Jahr”, dem „Jubiläum der Barmherzigkeit”. Solltet ihr, liebe Frauen, also ungestraft abtreiben wollen, legt eure ungewollten Schwangerschaften und Vergewaltigungen doch einfach in dieses Zeitfenster.

Lassen wir kurz die wirklich offensichtlichen Fragen beiseite wie „Warum beginnt das Jahr der Barmherzigkeit Anfang Dezember?” oder „Mit wem genau muss Papst Franziskus sich kurzschließen, um so was beschließen zu können?” (wahrscheinlich Gott). Fragen wir uns: Gibt es auf Seiten der Kirche irgendjemanden—und sei es die heilige Putzkraft im Petersdom—, der ab und an innehält und sagt: Moment mal, das ergibt doch jetzt gar keinen Sinn?

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Seepferdchen-Väter: Mehr als “ein bisschen schwanger”

Ein neugeborenes Dickbauchseepferdchen verlässt die Bruttasche seines Vaters. © Rudie Kuiter, Aquatic Photographics
Rollentausch im Tierreich: Männliche Seepferdchen übernehmen die Schwangerschaft in noch größerem Ausmaß als gedacht. Sie tragen den Nachwuchs nicht nur in ihrer Bauchtasche herum, sondern versorgen ihn dort auch mit Nährstoffen. Selbst auf genetischer Ebene ähnelt diese Seepferdchen-Schwangerschaft derjenigen des Menschen, berichten Wissenschaftler. Dies bietet hervorragende Einblicke darin, wie sich die Schwangerschaft im Tierreich entwickelt hat.

scinexx

Seepferdchen sind einzigartig im Tierreich: Bei ihnen ziehen die Männchen nicht nur die Jungen auf, sie übernehmen auch gewissermaßen die Schwangerschaft. Nachdem sie bei der Paarung die Eier des Weibchens befruchtet haben, tragen sie diese in einer Bauchtasche mit sich und brüten sie aus. Nach einer Tragezeit von 24 Tagen verlassen die Embryos schließlich die Bruttasche.

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Forscher bringen einen Gelähmten zum Laufen

Der querschnittsgelähmte Mark Pollock läuft – unterstützt von einem robotischen Exoskelett © University of California – Los Angele
US-Forscher haben einen Querschnitts-Gelähmten erstmals wieder auf die Beine gebracht. Der Patient bewegt seine Beinmuskeln und kann bereits einige Schritte gehen – wenn auch nur mit Hilfe eines robotischen Exoskeletts. Möglich wurde dies durch die Kombination einer gezielten Neurostimulation seiner Nervenbahnen mit dem stützenden Exoskelett. In Zukunft könnten diese und ähnliche Kombinationsmethoden die Lebensqualität von Gelähmten stark verbessern, hoffen die Forscher.

scinexx

Schon vor gut einem Jahr machten Reginald Edgerton von der University of California in Los Angeles und seine Kollegen von sich reden. Denn sie brachten vier Querschnittsgelähmte dazu, ihre Beine eigenständig wieder zu bewegen. Dies gelang durch die Kombination von elektrischer Stimulation des Rückenmarks kombiniert mit Bewegungstherapie. Solcherart unterstützt konnten die Patienten schon nach einer Woche ihre Beine bewegen – damals allerdings nur im Liegen.

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Einflussnahme in der EU: Big Pharma zahlt 40 Millionen jährlich für Lobbyarbeit

Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Pharmakonzerne verstärken ihre Lobbyanstrengungen in der EU: Sie investieren so viel wie nie und sichern sich ihren Zugang zu Entscheidern in der EU-Kommission. Derzeit im Fokus: das Freihandelsabkommen TTIP.
 

SpON

Die Ressourcen im Kampf um die Aufmerksamkeit der EU-Politiker sind ungleich verteilt. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Pharmabranche, die sich mit viel Geld Gehör in Brüssel verschafft.

Zwar veröffentlichen die Unternehmen, Interessenverbände und Agenturen nicht alle Lobby-Ausgaben, aber schon die freiwilligen Angaben zeigen deren finanzielle Übermacht: Mit fast 40 Millionen Euro jährlich geben die Pharmakonzerne in Brüssel für die Durchsetzung ihrer Interessen 15 Mal so viel aus, wie Verbraucherorganisationen und zivilgesellschaftliche Gruppen. Die haben einem aktuellen Bericht zufolge nur ein Budget von gut 2,7 Millionen Euro.

Wie erfolgreich aber sind die Konzerne darin, ihre Interessen in der EU zu wahren oder sogar gesetzliche Vorgaben entsprechend zu beeinflussen? Die Nichtregierungs- und Anti-Lobby-Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) hat das gemeinsam mit der NGO Health Europe International (HAI) recherchiert.

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Puritaner entmündigen uns

Gottgefälliges Saufen. picture alliance
Auch in schlimmen Zeiten macht der Feldzug gegen den Lebensgenuss keine Pause. Ziel ist die zuckerlose, kalorienarme, alkoholfreie Kost für alle. Dahinter verbirgt sich ein gigantisches Entmündigungsprogramm

Von Alexander Kissler|Cicero

Zucker macht süchtig, Bier dick, Nikotin tötet: Das Regiment der Puritaner, das über uns herrscht, kann das nicht tolerieren. Verbote sollen her, wo der gemeine Menschenverstand partout nicht zum Vernünftigen ausschlagen will. Eine Weile konnte es erscheinen, als seien die dreistesten Vorschläge zur Menschenregulierung angesichts der schlimmen Zeitläufte in der Schublade verschwunden.

Welch großer, welch süßer Irrtum. Die vergangene Woche erinnerte uns bitter daran, dass energisch daran gearbeitet wird, den Homo sapiens zu entmündigen – zu seinem Besten, versteht sich.

Erst vernahmen wir, dass es sich nicht gehört, ein Bier als „bekömmlich“ zu bewerben, und also zu verbieten ist. Eine Brauerei aus Baden-Württemberg wurde per Gerichtsbeschluss ausgebremst; eine Verordnung der Europäischen Gemeinschaft, der zufolge gesundheitsbezogene Angaben über Bier unzulässig seien, ließ dem Ravensburger Landgericht keine Wahl.

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Ken Follet: „Ich glaube nicht an einen Gott“

Ken Follet hält ein Leben nach dem Tod für wenig wahrscheinlich. Bild. Cicero
Wie würde der britische Schriftsteller Ken Follet seine letzten 24 Stunden verbringen? Obwohl er nicht religiös ist, stünde ein Besuch in der Kathedrale Westminster Abbey als Erstes auf dem Programm

Von Ken Follet|Cicero

Das ist also das Ende: ein sehr friedlicher Gedanke. Ich habe all diese Sachen gemacht, hatte meinen Spaß. Und nun laufen langsam meine letzten 24 Stunden ab. Für mich ist der Tod nicht Furcht einflößend, nicht traurig, vorausgesetzt, er kommt nicht zu früh. Solange das Alter angemessen ist, bleibt der Tod in meiner Vorstellung sanft und still.

Meine Eltern haben mich damals streng religiös erzogen. Als Kind glaubt man alles, was die Eltern erzählen. Doch als Teenager fängt man an, sie zu hinterfragen. Das tat ich und lehnte die ganze Sache ab. Ich bin heute nicht religiös. Ich glaube nicht an einen Gott und nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich genieße lieber die Momente des Lebens.

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Papst Franz: Priester dürfen ein Jahr lang Abtreibung vergeben

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
In der katholischen Kirche ist Abtreibung Sünde. Papst Franziskus hat Priestern nun die Erlaubnis erteilt, betroffenen Frauen zu vergeben – allerdings nur im Heiligen Jahr 2016.

SpON

Papst Franziskus hat katholischen Priestern erlaubt, Abtreibung zu vergeben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärte, es habe entschieden, während des im Dezember beginnenden Heiligen Jahrs allen Priestern zu erlauben, Frauen von der Sünde der Abtreibung loszusprechen – sofern die Betroffenen Reue tun und um Vergebung bitten.

Eine Abtreibung stellt in der katholischen Kirche eine schwere Sünde, ein “verabscheuungswürdiges Verbrechen” dar und wird mit Exkommunizierung der Frau und jener, die sie bei dem Schritt unterstützt haben, geahndet.

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Austern sind Norovirus-Reservoir

Rohe Austern gelten als Delikatesse, doch Vorsicht: Die Schalentiere sind ein Reservoir des unangenehmen Norovirus. © FreeImages.com / Simon Wong
Delikatessen als Infektionsrisiko: Wer rohe Austern liebt, kann sich leicht Noroviren einhandeln. Denn Schalentiere dienen dem Virus als Reservoir, wie chinesische Wissenschaftler herausgefunden haben. Fast alle von kontaminierten Austern ausgelösten Epidemien des Virus gehen demnach auf Virenstämme zurück, die ursprünglich aus dem Menschen stammen. Austern und auch andere Muscheln sollte man daher nur gut durchgegart verspeisen, raten die Forscher.

scinexx

Noroviren sind hartnäckig und unangenehm: Sie verursachen beim Patienten Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Außerdem sind sie äußerst ansteckend und können sich rasend schnell ausbreiten. Übertragen werden sie vor allem durch den Menschen: Ausscheidungen, ungewaschene Hände und kontaminierte Lebensmittel sind die häufigsten Ansteckungsrouten. Vor allem Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeheime sind durch Norovirus-Epidemien gefährdet.

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Fahndung auf der Autobahn: Tigermücke gesucht

Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta, syn. Aedes albopictus) Bild: wikimedia.org/PD
In Katalonien werden Autos durchsucht, um die Ausbreitung der gefährlichen Mücke zu verhindern, die schon in Deutschland angekommen ist

Von Ralf Streck|TELEPOLIS

Die gefährliche Tigermücke breitet sich über Spanien weiter nach Nordeuropa aus. Die Klimaveränderungen bereiten auch ihr den Weg. Als Transportmittel benutzen die Mücken auch das Auto, wie spanische Wissenschaftler vermuten. Die Mücken fahren scheinbar als blinde Passagiere mit, denn eigentlich bleibt sie während ihres Lebens innerhalb eines Umkreises von 500 Metern. In Spanien wurde die Mücke, die unter anderem sowohl den Dengue- als auch den Chikungunya-Virus übertragen kann, erstmals 2004 in der katalanischen Metropole Barcelona festgestellt.

Von dort aus breitet sie sich seither über die gesamte Mittelmeerküste aus. Der Nachweis gelang auch mit “Tigatrapp”. Mit der Handyanwendung konnten im ganzen Land Orte der Fortpflanzung festgestellt werden. Die Gesundheitsbehörde von Barcelona bläst längst zur Jagd auf die “mosquitos tigre”. Über das Projekt “Atrapaeltigre” (Fange die Tigermücke) werden auch die Daten der Handy-App ausgewertet. Die Wissenschaftler haben darüber hinaus auch festgestellt, dass bei der Ausbreitung der gefährlichen Tigermücke die Autobahn A-7 an der Mittelmeerküste eine enorme Bedeutung hat.

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Poet der Medizin ist tot

(Luigi Novi / Wikimedia Commons)

Anlässlich des Todes von Oliver Sacks bringen wir nochmal die Rezension seiner bewegenden und spannenden Autobiografie “On the move: Mein Leben”, die Ende Mai erschienen ist.

Von Veronika Szentpetery|Technology Review

Der britische Neurologe und gefeierte Buchautor Oliver Sacks ist am Sonntag in New York an Krebs gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. In seinen Büchern beschrieb er verständlich und mitfühlend Fallbeispiele für neurologische Krankheiten. Patienten waren für ihm nie bloße Diagnosen, sondern Lehrer, die die Medizin voranbrachten.”Es ist kein Zufall, dass viele der Eigenschaften, die Oliver Sacks zu einem brillanten Schriftsteller gemacht haben, ihn auch zu einem hervorragenden Arzt machten: seine scharfsinnige Beobachtungsgabe und Hingabe für Details, ein tiefes Mitgefühl und intuitives Verständnis für die endlosen Rätsel des menschlichen Gehirns und für die vertrackten Verbindungen zwischen Körper und Geist“, schreibt die New York Times. Die Süddeutsche Zeitung sekundiert: „Mit den Fallgeschichten, die witzig und einfach geschrieben sind, stellt Sacks die eigene Normalität immer wieder infrage. ‚Eine winzige Hirnverletzung, und wir geraten in eine andere Welt’, erklärte er einst.”

“Sie sind eine Gefahr für das Labor. Warum kümmern Sie sich nicht um Patienten – da werden Sie weniger Schaden anrichten.” Das Urteil seiner Vorgesetzten klingt zynisch, sollte sich für den Jung-Neurologen Oliver Sacks aber als goldrichtig erweisen. Gerade hat der schusselige Forscher sein Notizbuch auf der Stadtautobahn verloren, weil er es nicht ordentlich auf dem Motorradgepäckträger befestigt hatte. Darüber hinaus sind ihm auch Proben des Nervenbaustoffs Myelin im Labor abhandengekommen.

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Burnout: Ausgebrannt und erschöpft

Ausbrannte und in Folge eines Burnout länger arbeitsunfähige Mitarbeiter werden immer mehr zum Problem im Arbeitsalltag. Das haben aktuelle Studien ergeben. Die “Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde” führt Burnout bereits als zweithäufigste Ursache von Krankschreibungen. In aktuellen Studien versuchte man, der Ursache für den Burnout auf die Schliche zu kommen.

scinexx

Burnout in der Energiewirtschaft

Psychische Erkrankungen, die aufgrund von Stress, Leistungsdruck und erhöhter Arbeitsbelastung zu langen Fehlzeiten in Betrieben führen, belasten heutzutage auch die Energiewirtschaft. Eine Befragung von 100 Personalmanagern der deutschen Energiewirtschaft ergab, dass aus Sicht der Befragten lange und wechselnde Arbeitszeiten und eine Anhäufung von Überstunden ohne Freizeitausgleich einen der bedeutendsten Stressfaktoren darstellen.

Zeitdruck, Lärm, die schlechte Beleuchtungssituation, Gefahrenstoffe und die Mehrbelastungen Angestellter durch den Wegfall von Personal folgten auf der Skala der schlimmsten Stressoren. Eine hohe Zahl der Befragten nannte außerdem die ständige Unterbrechung der Arbeit durch verschiedenste Störfaktoren als Grund für einen Burnout. Mangelnde Unterstützung und Anerkennung durch Vorgesetzte wurde ebenfalls oft als Grund für Stress genannt.

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„Kindheit ist keine Krankheit“

Kinderarzt; Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Dr. Wolfram Hartmann Bild: wdr.de
Er ist seit zwölf ­Jahren Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), seit 24 Jahren dort im ­Vorstand, vor 36 Jahren, 1979, ließ er sich als Kinderarzt in Kreuztal nieder: Wolfram Hartmann kennt sich aus, wenn es um Gesundheit von Kindern und Jugendlichen geht. In diesem Herbst gibt der ­Siegerländer sein Amt ab. Wir sprachen mit Hartmann über seine Amtszeit, Kinder, Eltern und Flüchtlinge.
 

Von Lorenz Redicker|WAZ

Vorsorgeuntersuchungen

Es wird im Grundschulalter und für Jugendliche eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung geben, das sieht das neue Präventionsgesetz vor. Das ist ein wesentlicher Erfolg meiner Amtszeit, daran haben wir lange, lange gearbeitet.

Impfpflicht

Auch da tut sich etwas. Wir haben jetzt eine Beratungspflicht für Eltern, bevor die Kinder in eine Kindertageseinrichtung kommen. Sollte diese Beratung nicht den ­gewünschten Erfolg bringen – das wären Impfraten über 95 Prozent – dann denkt Bundesgesund­heits­minister Gröhe noch einmal über die Impfpflicht nach.

Beschneidung

Ein ganz wichtiges Thema in meiner Amtszeit. Es gab viele Diskussionen bis hin zum Euro­parat. Wir haben jetzt – aus ­Rücksicht auf die jüdischen ­Mitbürger – ein Gesetz, das die ­Beschneidung von Jungen erlaubt, auch durch Nicht-Mediziner. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. ­Inter­national wird diskutiert, dass ­Jungen das gleiche Recht auf ­körperliche Unver­sehrtheit haben wie Mädchen. Es gibt kein geteiltes Menschenrecht. Aus medi­zinischen und ethischen Gründen ist es nicht ver­tretbar, die Vorhaut zu entfernen, ohne dass da ein krankhafter Befund vorliegt.

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Tabak-Studie: Raucher sind billiger

Rauchen kostet Frauen im Schnitt sieben Lebensjahre. Foto: REUTERS
Rein finanziell betrachtet profitiert die Gesellschaft vom Rauchen – zu diesem Schluss kommen zwei Wissenschafter. Die Mehrausgaben wegen des Rauchens seien deutlich kleiner als die „Einsparungen“ durch verkürzte Leben.

Von Timot Szent-Ivanyi|Frankfurter Rundschau

Raucher sind bedauernswerte Zeitgenossen. Sie sind Gefangene ihrer Sucht, haben gelbe Zähne, sind häufiger krank und sterben früher. Zudem wird ihnen – untermauert durch zahlreiche Studien – immer wieder der Vorwurf gemacht, durch ihre ungesunde Lebensweise die Sozialsysteme zu schädigen. Aber stimmt das überhaupt? Zwei Wissenschaftler haben für Deutschland alle Be- und Entlastungen bestimmt und zusammengerechnet, die durch Raucher entstehen. Das Ergebnis: Rein finanziell betrachtet profitiere die Gesellschaft enorm vom Rauchen.

Ausgangspunkt der Untersuchung von Florian Steidl und Berthold Wigger vom Karlsruher Institut für Technologie war die Frage, ob die Tabaksteuer mit Einnahmen von rund 14 Milliarden Euro jährlich die Kosten, die durch Raucher entstehen, tatsächlich deckt. Ausgehend von dem Basisjahr 2011 bestimmten die Autoren die bis zum Tode aller Altersgruppen entstehenden Kostenunterschiede zwischen der rauchenden und der nichtrauchenden Bevölkerung.

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Ted Cruz instructs thousands of pastors to violate federal law by reading Sunday sermon he wrote

Sen. Ted Cruz (R-TX). Photo by Gage Skidmore via Flickr Creative Commons.
Struggling to get some traction in a GOP primary season dominated by the upstart candidacy of Donald Trump, the campaign of Texas Senator Ted Cruz has distributed a sermon for preachers to use on Sunday urging the defunding of Planned Parenthood.

By Tom Boggioni|RawStory

According to Ring of Fire, the Cruz sermon was sent to thousands of pastors urging them to read it during Sunday’s services despite the fact that it against the law for churches to engage in political speech.

Calling for the defunding of Planned Parenthood, Cruz writes, “When an individual or a nation stiff arms the character of God and embraces an abomination as the law of the land, it ends in disaster. When rebellious people disregard the compass of the most powerful, it is a very short step to dismembering the bodies of the most vulnerable. Like other nations, America has taken that step. It is time for a turnaround.”

The accusations of  “dismembering” fetuses are related to the recent Planned Parenthood “sting” videos that have been debunked by both outside investigators and states that have reviewed their procedures.

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Schlangenbändigung als Glaubensbeweis

Schlangenbeschwörung auf Amerikanisch: Religiöses Ritual in einer Pfingstgemeinde in Kentucky (1946). Foto: Wikipedia

Für radikale Christen ist die Bibel von Gott inspiriert und somit die unumstössliche und ewig gültige Wahrheit. Selbst extreme Geschichten aus dem Alten Testament verstehen sie nicht als Gleichnis oder Metapher, sondern als Glaubensrealität oder gar Handlungsanweisung von Gott.

Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger Blogs

Vor allem charismatische Freikirchen versuchen immer wieder, übernatürliche Heilungen und Wunder zu reproduzieren, wie sie in der Bibel beschrieben sind. Viele Pastoren und Gläubige üben sich in der Geistgabe oder in Prophezeiungen, vor allem in Bezug auf die Endzeit. Besonders beliebt sind Wunderheilungen, die in Heilungsgottesdiensten geprobt werden.

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