Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Lieber Fanatiker: Ist es gut, religiösen Pflichten nachzugehen?

Nach Kant jedenfalls gibt es nur einen sinnvollen Gottesdienst: anständiges Verhalten.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Religionen haben zahlreiche Rituale und Verhaltensregeln entwickelt und längst nicht alle wurden zum Schutz der Mitmenschen formuliert. Die Vorschriften betreffen Nahrung, Arbeitstage, Gebetszeiten, Beichte, Gottesdienste und vieles mehr.

Verteidiger betonen die Vorteile dieser Vorgaben. Beispielsweise hilft ein geregelter Tagesablauf vielen Menschen dabei, ihr Leben zu gestalten. Zu einer Zeit ohne Kühlschrank und Mikrowelle dürften nicht wenige Essensvorschriften zur Gesundheitsvorsorge beigetragen haben.

Skeptiker halten viele religiöse Alltagsvorschriften entweder für veraltet oder für absurd. Sie verweisen auf die hygienischen Fortschritte in der Nahrungszubereitung. Sie fragen, ob es für einen Gott wirklich von Bedeutung sein kann, zu welchen Tageszeiten er angebetet wird oder an welchen Wochentagen der Rasen gemäht werden darf. Eine viel grundlegendere Kritik stammt von Immanuel Kant, der die Bezeichnung „Afterdienst“ prägte. Bis heute wird darüber gestritten, ob Kant damit „Hinterherdienst“ (engl.: after) gemeint hat. Die zweite Deutung bezieht sich auf das deutsche Wort „After“ und legt eine weit unhöflichere Bewertung nahe.

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Alle Sachsen zwischen 25 und 66 sind Migranten

Gastunfreundliche Anwohner demonstrieren in Dresden gegen eine Flüchtlingsunterkunft Foto: picture alliance / dpa
Im sächsischen Freital ziehen Einwohner gegen Flüchtlinge mit der Botschaft “Kein Ort zum Flüchten” zu Felde. Muss man die Menschen dort wirklich daran erinnern, wo sie herkommen? Man muss.


Von Michael Pilz|DIE WELT

Wir zogen damals nicht in überladenen Booten ins gelobte Land. Wir flohen nicht in Fahrwerken von Flugzeugen von dort, wo wir geboren worden waren und es nicht mehr aushielten. Wir blieben einfach da im deutschen Osten, als der deutsche Westen zu uns kam.

Wir wanderten gewissermaßen über Nacht und auf der Stelle aus und ein. Der Staat, dem wir seit 1990 angehören, hatte uns, sobald die Mauer offen war und wir noch in der DDR zu Hause waren, mit Begrüßungsgeld empfangen, frei in Bussen fahren und Museen besuchen lassen und uns blühende Landschaften versprochen.

Auch wer in der abseitigsten Mundart aufgewachsen war, musste sich keinem Sprachtest unterziehen. Noch der folgsamste Parteisoldat wurde nicht auf seine Verfassungstauglichkeit geprüft. Wir hatten Glück mit der Geschichte. Uns wurde die Gnade der Geburt am rechten Ort zuteil.

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Wie viele Straftaten begehen Polizisten eigentlich?

Ekrem Şenol, Gründer und Chefredakteur von MiGAZIN © MiG
Den Bürgern schaut der Staat gerne auf die Finger und erfasst jede erdenkliche Straftat akribisch. Was die eigenen Bediensteten machen, scheint ihn umso weniger zu interessieren.


Von Ekrem Şenol|MiGAZIN

Im vergangenen Jahr wurden exakt 6.082.064 Straftaten erfasst. Davon waren 45.475 Raubdelikte, von denen 20.447 auf Straßen, Wegen oder Plätzen begangen wurden. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 46.982 mal gezählt, in 1.316 Fällen hat ein Einzeltäter eine Vergewaltigung überfallartig verübt.

In der jährlich erscheinenden Kriminalstatistik ist fein säuberlich aufgeführt, wer welche Straftat wo und wieso verübt hat. Unterschieden werden Täter wie Opfer nach Alter, Geschlecht, Staatsbürgerschaft, Aufenthalts- bzw. Tatort und nach allerlei weiteren Merkmalen. Kurz: es wird erfasst, was zählbar ist.

Monat für Monat übermitteln die Länder eine Flut an Daten an das Bundeskriminalamt zur weiteren Auswertung. Dem enormen Aufwand stehen aber wichtige Erkenntnisse gegenüber. Die Zahlen geben den Sicherheitsbehörden wertvolle Hinweise für die Kriminalitätsbekämpfung: Wo und in welchen Bereichen steigt die Kriminalität? Welche Gegenmaßnahmen können eingeleitet werden?

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Forschungssonde “Philae”: Erste Blicke auf den Kometen Tschuri

Photo credit: ESA/ATG. Artist's impression of Philae
Photo credit: ESA/ATG. Artist’s impression of Philae
Steinharte Kruste, seltsame Schleifspuren, ein wahrer Baukasten organischer Verbindungen: Die Sonde „Philae“ enthüllt überraschende Geheimnisse des Himmelskörpers Tschuri.


Von Roland Knauer, Ralf Nestler|DER TAGESSPIEGEL

Was hätte alles schiefgehen können. Nach zehn Jahren Anflug landete im November 2014 erstmals eine Forschungssonde mehr oder weniger sanft auf einem Kometen, um ihn genau zu erkunden. Bereits die ersten Bilder überraschten: „67/P Tschurjumow-Gerassimenko“ entsprach so gar nicht dem Bild, das Forscher vor ihrem inneren Auge hatten. Der drei mal fünf Kilometer große Körper erinnerte an eine Badeente, deren Oberfläche mit Bergen, Kratern und Ebenen ausgesprochen abwechslungsreich ist. Rund 60 Stunden arbeitete die Landeeinheit namens Philae ihr Forschungsprogramm ab, bevor ihr der Saft ausging. In einer Sammlung von sieben Artikeln im Fachmagazin „Science“ stellen die beteiligten Wissenschaftler nun eine Fülle neuer Erkenntnisse vor. Wieder gibt es einige Überraschungen, etwa Funde organischer Moleküle, die prinzipiell als Grundbausteine für Leben gelten, oder neue Erkenntnisse zur steinharten Oberfläche.

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Missbrauch: Würzburger Wiederholungstäter kein Priester mehr

Der jetzt 75-Jährige war im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern vom Landgericht Coburg zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, die 2001 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. 2009 belästigte er seine Opfer erneut.


kath.net

missbrauch_katholPapst Franziskus hat einen Würzburger Ruhestandsgeistlichen mit sofortiger Wirkung aus dem Klerikerstand entlassen. Wie das Bistum am Donnerstag mitteilte, verliert er damit alle Rechte und Pflichten eines Priesters. Gegen die Entscheidung seien keine Rechtsmittel möglich. Der Betroffene sei am Donnerstag im Würzburger Ordinariat informiert worden.

Wolfdieter W. (75) war im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern vom Landgericht Coburg zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, die 2001 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. In der Folge wurde der Priester zwangspensioniert und durfte keine Messe mehr feiern. Der Ex-Geistliche war zeitweise auch im Bistum Limburg und im Erzbistum Bamberg tätig.

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Netzpolitik.org und der Neulandesverrat

Der Generalbundesanwalt hat auf Betreiben des Inlandsgeheimdienstes ein Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats eingeleitet – nicht gegen überwachungseifrigen Spione von NSA oder BND, sondern gegen die überwachungskritischen Blogger von netzpolitik.org


Von Markus Kompa|TELEPOLIS

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Im vor einem Monat vorgestellten Verfassungsschutzbericht findet sich zum NSA-Skandal nur ein magerer Absatz (S. 154), der dem inoffiziellen Motto des Partnergeheimdienstes folgt: N(ever) S(ay) A(nything). Der von CIA/NSA-Insider Edward Snowden bewirkte größte Leak der Geheimdienstgeschichte ist weder für die Generalbundesanwaltschaft noch für den Inlandsgeheimdienst mit dem Tarnnamen Verfassungsschutz ein Anlass, wenigstens ein Ermittlungsverfahren gegen die persönlich bekannten Spione aus Fort Meade oder im Darmstädter Dagger Complex einzuleiten. Nicht einmal das quasi sogar von Präsident Obama eingeräumte Abhören der Bundeskanzlerin vermochte die Spitzenbeamten zu juristischen Maßnahmen stimulieren.

Noch immer laufen BND-Schlapphüte und Kanzleramtschefs frei herum, die einen Großteil der innerdeutschen Kommunikation fröhlich in die USA ausleiten. In dem Land, in dem theoretisch die Vorbereitung eines Angriffskriegs unter Strafe steht, dürfen von Ramstein aus Tausende Menschen und ihre unbeteiligten Begleiter auf erstaunlich vager Verdachtslage hinterrücks exekutiert werden.

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Gotteswahn: Ultraorthodoxer Jude sticht sechs Menschen nieder

Ein ultraorthodoxer Jude stach bei der Parade in Jerusalem auf Feiernde ein. Es war nicht sein erster Angriff auf Homosexuelle. © Amir Cohen/Reuters
Es war ein ausgelassen-fröhlicher Umzug von Schwulen und Lesben, bis ein Mann plötzlich ein Messer aus der Tasche zog und wahllos auf die Teilnehmer einstach. Ultraorthodoxe Gruppen hatten zuvor gegen die Parade protestiert.


stern.de

Ein ultraorthodoxer Jude hat bei einer Lesben- und Schwulenparade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. Zwei der Opfer seien dabei schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Asi Aharoni am Donnerstag. Dem Angreifer sei es gelungen, trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen zu dem Umzug vorzudringen. Der traditionell schwarz gekleidete Mann zog nach Augenzeugenberichten plötzlich ein Messer aus der Tasche und stach wahllos auf Teilnehmer ein. Er wurde den Angaben zufolge von der Polizei überwältigt und festgenommen.

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Riesiges CO2-Reservoir unter der Wüste entdeckt

Wasserstelle am Rand des Tarimbeckens © Yan Li
CO2-Pool unter dem Sand: Wüsten spielen offenbar eine größere Rolle im globalen Kohlenstoff-Kreislauf als gedacht. Denn das Grundwasser tief unter ihrer Oberfläche könnte mehr CO2 speichern als alle Landpflanzen zusammengenommen. Wie Forscher im Fachmagazin “Geophysical Research Letters” berichten, enthält das Aquifer unter der Taklamakan in China überraschend CO2-reiches Grundwasser.


scinexx

Im Kohlenstoff-Kreislauf der Erde gibt es gleich mehrere große Senken – Puffer, die CO2 aufnehmen und für kürzere oder längere Zeit aus dem Verkehr ziehen. Zu diesen gehört neben den Ozeanen vor allem die Pflanzenwelt. Doch schon lange ist klar, dass noch mindestens eine große Senke in der Gleichung fehlt, denn nicht alles geschluckte CO2 lässt sich mit den bereits bekannten Puffern im Klimasystem erklären.

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Radikaler Erzpriester Tschaplin: Putins Gotteskrieger

Erzpriester Wsewolod Tschaplin hetzt gegen Homosexuelle und Abtreibung. Damit ist er in Russland zum Medienstar geworden. Sein Wort hat Gewicht, auch im Kreml. Nun wirbt der Kirchenmann öffentlich für einen baldigen Krieg.


Von Pavel Lokshin|SpON

Wsewolod Tschaplin (links auf dem Bild) am 9. September 2012 vor der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Ob TV-Sendungen, Radio-Shows oder Zeitungsinterview: Kein Geistlicher ist in Russland so präsent wie Erzpriester Wsewolod Tschaplin. Der 47-Jährige kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Moskauer Patriarchats. Und er sucht selbst gern und oft die Öffentlichkeit. Mit strengem Bariton kanzelt er in Talkshows Atheisten und Kirchenkritiker ab. In seiner Radiosendung wettert er gegen Abtreibungen. Vergewaltigungen hält er für die Folge “unkeuscher” Kleidung der Opfer. Den Kreationismus preist er und empfiehlt ihn als Schulstoff. Tschaplin steht damit für den konservativen gesellschaftlichen Kurs, den der Kreml seit Wladimir Putins Rückkehr 2012 verfolgt. Interims-Präsident Dmitrij Medwedew (2008 bis 2012) sprach in seiner Zeit als Kreml-Chef noch von Modernisierung, Innovation und gesellschaftlicher Offenheit. Er hofierte Moskaus Bürgertum und ließ sich bei einem Besuch in Kalifornien vom damaligen Apple-Chef Steve Jobs ein iPhone schenken.

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Wsewolod Tschaplin: Orthodoxer Erzpriester im göttlichen Kriegswahn

Forscher: Koran möglicherweise älter als Prophet Mohammed

Die kürzlich entdeckten Fragmente der mutmaßlich ältesten Koranhandschrift könnten nach Auffassung des Islamwissenschaftlers Marco Schöller Vermutungen stützen, dass die Entstehung des Koran schon in die Zeit vor Mohammed zurückgeht.


Radio Vatikan

KoranEiner Hypothese zufolge habe der Prophet „bereits vorhandene Texte aus einer arabisch-monotheistischen Tradition“ verwendet, schreibt der in Münster lehrende Wissenschaftler in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung. Für eine solche Annahme sprächen auch inhaltliche Gesichtspunkte. Erhärten ließe sich diese Hypothese allerdings nur, „wenn noch weitaus ältere Koranhandschriften ans Licht kommen sollten“.

Britische Wissenschaftler hatten kürzlich in der Sammlung Mingana in Birmingham die möglicherweise ältesten bekannten Koranfragmente entdeckt. Der Koran fand der Überlieferung nach unter dem dritten Kalifen Uthman (644-656) seine endgültige Fassung. Diesem heute gültigen Text entspricht mit minimalen Schreibvarianten auch das Birminghamer Fragment.

Riss in der Nato: CSU will Patriot-Raketen aus der Türkei abziehen

Florian Hahn, CSU, Bild: csu.de
Der CSU-Militärexperte Florian Hahn fordert den Abzug der deutschen Patriot-Raketen aus der Türkei. Wegen der “Attacken gegen die Kurden” ist die CSU der Auffassung, dass Deutschland und die Türkei “immer weniger gemeinsame Ziele verfolgen”. Damit geht erstmals ein kleiner Riss durch die Nato: Diese hatte erst am Montag beschlossen, das Nato-Mitglied Türkei zu unterstützen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Angesichts des türkischen Vorgehens gegen Kurden im Nordirak fordert der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn einen Abzug der deutschen Bundeswehrsoldaten aus der Türkei. Es habe sich gezeigt, dass der Einsatz der Nato-Luftabwehrsysteme Patriot für den Schutz der Türkei nicht mehr notwendig sei, erklärte der sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landsgruppe im Bundestag am Mittwoch. Die Stationierung sei bisher ein “symbolisches Zeichen unserer Bündnistreue” gewesen, sagte Hahn. “Angesichts der aktuellen Entwicklungen müssen wir diesen Einsatz grundsätzlich überdenken.”

Die Bundeswehr hat etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze eine ihrer Patriot-Einheiten in der Türkei stationiert, um das Land vor Angriffen aus dem Nachbarland zu schützen.

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Heinz Rudolf Kunze: Echte Musiker können keine Atheisten sein

Auf Heinz Rudolf Kunzes Beerdigung soll Musik von „The Who“ gespielt werden. Das sagte der 58-jährige Musiker dem Magazin Cicero (Augustausgabe). Er wünsche sich unbedingt das Lied „Baba O’Riley“: „Das ist nichts Trauriges, sondern etwas sehr Kraftvolles.“


Cicero

Heinz Rudolf Kunze als Gast in der NDR Talk Show. 2012. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/UdoGrimberg

Auch für seine letzten Atemzüge hat Kunze schon konkrete Vorstellungen. „In dem Moment, in dem ich merke, das Licht geht aus, würde ich vielleicht Brian Eno hören – Musik, die beruhigt und einen in Gedanken abdriften lässt.“

Kunze trug sich einmal mit dem Gedanken, Theologie zu studieren. Bis heute stellt er sich vor, „dass nach dem Tod etwas ist und dass man in irgendeiner Form bleibt. Weil ich mir wünsche, dass es eine Art von Plan gibt, auch wenn ich ihn nicht verstehe.“ Der Musiker folgert daraus: „Ich glaube nicht, dass ein Musiker, der seinen Job ernst nimmt, Atheist sein kann. Dann hätte er nicht den Wahnsinn für einen so verrückten Beruf.“

Forum deutscher Katholiken trifft sich im «wahren» Glauben

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Katholiken sind nicht gleich Katholiken. Und manche fühlen sich katholischer als andere. Dazu gehören vermutlich viele der Gläubigen, die sich vor 15 Jahren im Forum Deutscher Katholiken zusammengeschlossen haben. Sie versammeln sich Jahr für Jahr zum Kongress «Freude am Glauben».


Von Andreas Otto|kath.net

Auch jetzt wieder: von Freitag bis Sonntag in Fulda, wo das Treffen schon zum neunten Mal stattfindet. Hier wollen sie ihr Verständnis von Kirche pflegen. Und das durchaus in Abgrenzung etwa zu Katholikentagen, zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) oder zu Initiativen wie «Wir sind Kirche».

Die Forums-Katholiken sehen sich als Bewahrer des rechten Glaubens. Ihr Kriterium dafür ist die volle Identifikation mit dem katholischen Katechismus, vor allem mit der Lehre über Ehe, Familie und Sexualmoral. Sex vor der Ehe, künstliche Verhütung, eine zweite Ehe, praktizierte Homosexualität oder gar ein Segen für gleichgeschlechtliche Paare, wie ihn das ZdK jüngst vorschlug – das alles geht für das Forum gar nicht. Auf Ablehnung stößt auch die Königsteiner Erklärung von 1968, in der die deutschen Bischöfe nach dem Nein der Enzyklika «Humanae vitae» zur Pille Eheleuten einen Gewissensspielraum bei der Entscheidung über Verhütungsmethoden einräumten.

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Taliban weisen Angaben zu Friedensgesprächen zurück

Kein Kommentar zum mutmaßlichen Tod von Taliban-Chef Mullah Omar


derStandard.at

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Themenbild, Hinrichtung durch Taliban

Die afghanischen Taliban haben Angaben zu in Kürze bevorstehenden Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul zurückgewiesen. Die Taliban seien sich “eines solchen Prozesses” nicht bewusst, teilte die radikalislamische Gruppierung am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit.

Es war die erste öffentliche Äußerung der Taliban, seit die afghanische Regierung am Mittwoch den Tod von Taliban-Chef Mullah Omar verkündet hatte. Zum mutmaßlichen Tod Omars äußerte sich die Gruppe nicht.

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Wer einen Asylantrag stellt, übt ein Recht aus, er missbraucht es nicht

Hendrik Cremer ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte
In den Diskussionen über die Flüchtlingspolitik in Deutschland sind zunehmend Äußerungen zu hören, die wie zu Beginn der 1990er Jahre Stigmatisierung, Rassismus und Gewalt befördern. Das ist brandgefährlich.


Von Hendrik Cremer|MiGAZIN

Die demokratischen Parteien in Bund, Ländern und Kommunen sollten sich dringend darauf verständigen, sachlich über Schutz suchende Menschen zu sprechen. Zur Beachtung der menschen- und flüchtlingsrechtlichen Verpflichtungen gehört es auch, Flüchtlinge nicht pauschal zu verdächtigen und zu diskriminieren. Das ist ebenso notwendig, um sich von populistisch und rassistisch agierenden Parteien und Gruppierungen wie der NPD, AfD und Pegida abzugrenzen. Diese versuchen gegenwärtig, den Diskurs auch auf der lokalen Ebene zu beeinflussen, indem sie etwa Protest gegen Unterkünfte von Asylsuchenden initiieren und Bedrohungsszenarien schüren.

Debattenbeiträge, die Menschen vom Westbalkan mit dem Schlagwort ‚Asylmissbrauch‘ in Zusammenhang bringen, missachten das individuelle Recht auf Asyl. Wesentlicher Bestandteil dieses Rechts ist, dass jeder Mensch Zugang zu einem Asylverfahren hat, in dem unvoreingenommen geprüft wird, ob die Voraussetzungen für Schutz vorliegen. Wer einen Asylantrag stellt, übt dieses Recht aus, er missbraucht es nicht.

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Neue Häuser im Westjordanland: USA kritisieren Israels Siedlungsbau scharf

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Die US-Regierung hat sich ungewohnt deutlich zu den Siedlungsplänen von Benjamin Netanyahu geäußert. Washington hält den Bau 300 neuer Häuser auf besetztem palästinensischem Gebiet für rechtswidrig.


SpON

Das Verhältnis zwischen US-Regierung dem Kabinett von Benjamin Netanyahu ist seit Jahren angespannt. Das Atomabkommen mit Iran und Israels Weigerung, den Friedensprozess mit den Palästinensern wieder in Gang zu bringen, haben die gegenseitige Ablehnung verstärkt.

Nun äußert sich Washington außergewöhnlich kritisch über neue Baupläne der israelischen Regierung in Siedlungen auf palästinensischem Gebiet. Ministerpräsident Netanyahu erlaubte am Mittwoch den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in der Siedlung Bet El. Er reagierte damit auf das Urteil des Obersten Gerichts Israels, das verfügt hatte, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser im Westjordanland zu zerstören.

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Erste Aurora jenseits des Sonnensystems

So könnte das Polarlicht des Braunen Zwergs LSR J1835+3259 von Nahem aussehen © Chuck Carter and Gregg Hallinan/ Caltech
Leuchtende Schleier: Zum ersten Mal haben Astromomen ein Polarlicht auf einem Himmelskörper jenseits unseres Sonnensystems entdeckt – auf einem 18 Lichtjahre entfernten Braunen Zwerg. Erzeugt werden diese Auroren wahrscheinlich ähnlich wie auf dem Gasriesen Jupiter. Das wiederum bestätigt, das Braune Zwerge in mancher Hinsicht eher großen Planeten ähneln als kleinen Sternen, so die Forscher im Fachmagazin “Nature”.


scinexx

Die Erde hat sie, der Saturn, der Jupiter und sogar unser Nachbar Mars: Das faszinierende Phänomen der Polarlichter kann man in unserer kosmischen Nachbarschaft gleich bei mehreren Planeten betrachten. Während die Auroren in unserem Sonnensystem jedoch recht gut untersucht sind, blieb unklar, ob es solche Polarlichter auch auf Objekten außerhalb unseres Sonnensystems gibt – und in welcher Form.

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Sürücü-Mörder arbeitete als Wachmann für Deutsche Botschaft

Unvergessen. In Berlin erinnert unter anderem ein Gedenkstein an die am 7. Februar 2005 ermordete Hatun Sürücü. – Foto: dpa
Vor zehn Jahren tötete Ayhan Sürücü seine Schwester in Berlin wegen ihres Lebensstils. Nun wurde bekannt, dass er vorübergehend als Wachmann für die Deutsche Botschaft in Istanbul arbeitete.


Von Thomas Seibert|DER TAGESSPIEGEL

Der verurteilte Mörder der 23-jährigen Hatun Sürücü hat nach seiner Haftentlassung für die deutsche Botschaft in der Türkei gearbeitet. Ayhan Sürücü, der wegen Mordes an der jungen Frau verurteilte Bruder des Opfers, tat nach seiner Haftentlassung einige Tage Dienst als Wächter in der Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Istanbul. Die Residenz im Istanbuler Stadtteil Tarabya liegt am Bosporus und wird unter anderem für Empfänge bei Staatsbesuchen genutzt.

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Türkischer Ministerpräsident: “Sie als Frau, seien Sie still!”

Während einer Parlamentsdebatte zu Armeeeinstätzen gegen den IS und Kurden-Stellungen machte Vize-Regierungschef Bülent Arinc eine sexistische Äußerung © Adem Altan/AFP
Während einer live im türkischen Fernsehen übertragenen Parlamentsdebatte versuchte der Vize-Regierungschef Bülent Arinc, eine Abgeordnete plump zum Schweigen zu bringen. Dafür erntet er lautstarke Kritik.


stern.de

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc hat erneut mit einer verbalen Entgleisung gegen Frauen für Furore gesorgt. Bei der Parlamentsdebatte zu den Einsätzen der Armee gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sowie gegen militante Kurden war Arinc am Mittwoch gerade dabei, die Angriffe auf Kurden-Stellungen im Irak zu verteidigen, als eine Abgeordnete der Kurden-Partei HDP ihn lautstark kritisierte. “Seien Sie still!”, sagte Arinc zu der Abgeordneten, “Sie als Frau, seien Sie still!”

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CERN-Chef: “Extra-Dimensionen wären eine Möglichkeit”

Nachdem das Higgs-Boson endeckt ist, nehmen die Forscher des Kernforschungszentrums CERN in Genf die nächsten Ziele ins Visier. Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer im Interview.


Von Markus Keßler|futurezone.at

Künstlerische Darstellung eines Schwarzen Lochs aus der “Nähe” Bild: NASA, ESA, STScI-RCC14-41a

Die Entdeckung des Higgs-Bosons war eines der großen Ziele, die Europäische Organisation für Kernforschung mit dem Large Hadron Collider (LHC) erreichen wollte. Nachdem diese Aufgabe erfolgreich bewältigt und das Standardmodell der Elementarteilchenphysik vervollständigt ist, wenden sich die Physiker am Teilchenbeschleuniger in der Schweiz jetzt neuen Herausforderungen zu und suchen nach einer “neuen Physik”. Die futurezone hat den CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer am Rande einer Hochenergiephysikkonferenz in Wien zum Kurzinterview getroffen.

futurezone: Die Supersymmetrie (SUSY), die schwerere Partner für Elementarteilchen postuliert, ist ein Kandidat für eine Erweiterung des Standardmodells. Nach den bisherigen LHC-Ergebnissen gibt es keine Hinweise auf die massereicheren Partnerteilchen. Gibt es vielleicht keine neue Physik mehr zu entdecken?
Rolf-Dieter Heuer: Es gibt mehrere SUSY-Modelle. Die einfachsten davon sind mittlerweile in Schwierigkeiten, es gibt aber noch vielversprechende Kandidaten. Wir wollen zwar immer elegante Theorien, aber das heißt nicht, dass SUSY nicht existiert.

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