Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Rabbiner gegen Öffnung von christlich-jüdischem Dialog zum Islam

religion_warDie «Gemengelage zwischen Judentum und Christentum» sei völlig anders als beim Islam. Das bedeute nicht, dass ein Gespräch mit dem Islam nicht notwendig wäre.


kath.net

Gegen eine Ausweitung des Dialogs zwischen Christen und Juden auf die Muslime hat sich der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Henry G. Brandt, ausgesprochen. «Ein Trialog würde dazu führen, dass die Gespräche verflachen», meinte Brandt in einem Interview der «Jüdischen Allgemeinen» (Donnerstag). Die «Gemengelage zwischen Judentum und Christentum» sei völlig anders als beim Islam. Die Stufe des Vertrauens zwischen Juden und Christen, aber auch die Themen seien «so unterschiedlich, dass ein Trialog nicht dasselbe leisten kann». Brandt äußerte sich aus Anlass der am Sonntag beginnenden jährlichen «Woche der Brüderlichkeit».

Beim christlich-jüdischen Dialog gehe es nicht nur um aktuelle Probleme, sondern um die Aufarbeitung einer 2.000 Jahre alten Geschichte mit tiefen theologischen Wurzeln, so der Augsburger Rabbiner weiter. «Da gibt es noch viel zu klären, aber auch zu verteidigen: Wir wollen die Werte bewahren, die sich als gemeinsames Gut herausgestellt haben.» Das bedeute nicht, dass ein Gespräch mit dem Islam nicht notwendig wäre, fügte Brandt hinzu.

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Katholische Gier – atheistische Kritik

Bild: tilly

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Französischer Ingenieur lebt in Berlin und wurde offenbar aufgefordert, rückwirkend 550 Euro Kirchensteuer zu zahlen. Er argumentiert: Formelle Kirchenaustrittserklärung in Frankreich nicht üblich, deshalb könne er sie nicht vorlegen.


kath.net

Atheisten- und Freidenkerverbände haben das System des deutschen Kirchensteuereinzugs und eine Mitarbeit der katholischen Kirche in Frankreich an diesem System scharf kritisiert. Carsten Frerk vom «Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten» warf den Berliner Behörden und den beiden großen Kirchen am Donnerstag vor Journalisten in der Bundeshauptstadt eine rechtswidrige «Rasterfahndung» nach Kirchenmitgliedern vor. Eine Rasterfahndung ist ein Verfahren zur vernetzten Durchsuchung von Datenbeständen, das in den 1970er Jahren bei der Terrorismusbekämpfung entwickelt wurde.

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Trennung von Kirche und Staat: SPD-Frauen rüsten zum Großangriff

jesus-spdDer Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen löst Empörung in der eigenen Partei aus. Grund ist die Forderung nach einer „modernen Demokratie“.


shz.de

Verbot religiöser Symbole wie Kruzifixe in Schulen, Rathäusern oder anderen öffentlichen Gebäuden, Aufhebung des Tanzverbots an stillen Feiertagen wie Karfreitag, Ethik- statt Religionsunterricht an Schulen – die SPD-Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Schleswig-Holstein bläst zum Generalangriff auf die Kirchen.

Die Forderungen sind enthalten in einem Antrag der AsF für den Landesparteitag der Sozialdemokraten Mitte März in Neumünster. Moderne Demokratie müsse „in ihrem Kern laizistisch sein“, schreiben die Autorinnen. Dies bedeute, eine „vollständige Trennung von Staat und Kirche“, um so „keine Diskriminierung aufgrund von Weltanschauungen auszuüben“.

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Mars verlor einen ganzen Ozean

Weite Ozeane: So könnte der Mars einmal ausgesehen haben. © ESO

Verschwundenes Urmeer: Der Mars besaß einst 20 Millionen Kubikmeter Wasser – so viel, dass es den Planeten 137 Meter hoch hätte bedecken können. Doch 87 Prozent dieses Wassers gaste ins Weltall aus, wie eine Studie nun anhand des Verhältnisses von schwerem zu normalem Wasser auf dem Roten Planeten belegt. Damit scheint klar, dass es genügend Wasser auf dem Mars gab, um möglicherweise erstes Leben zu erlauben, so die Forscher im Fachmagazin “Science”.


scinexx

Dass es einst Wasser auf dem Mars gegeben hat, ist heute relativ unstrittig. Typische von Wasser geformte Landschaftsformen wie Flussdeltas, aber auch Sedimente und Gesteine, die nur bei Anwesenheit von Wasser entstehen, zeugen davon. Strittig war aber bisher, wie viel Wasser der Mars einst besaß. Handelte es sich nur im einzelne, kurzlebige Tümpel und Rinnsale oder reichte es für einen ganzen Ozean?

Deuterium als Indikator

Um das herauszufinden, wählten Geronimo Villanueva vom Goddard Space Flight Center (GSFC) der NASA in Greenbelt und seine Kollegen einen chemisch-physikalischen Ansatz. Sie ermittelten das Verhältnis von schwerem und normalem Wasser in der Atmosphäre und den Eiskappen des heutigen Mars. Im schweren Wasser ist ein Wasserstoffatom durch Deuterium ersetzt – ein Wasserstoffatom mit einem zusätzlichen Neutron im Kern.

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Evangelischer Pfarrer möchte Prostituierte für Asylbewerber

DerverzweifelteJesusKein Aprilscherz. Ein evangelischer Pfarrer möchte jetzt einen Unterstützerkreis wie “Freie Liebe für freie Menschen” gründen und damit Prostituierte für Asylanten bezahlen.


kath.net

Pfarrer Ulrich Wagner, ein pensionierter evangelischer Pfarrer, hat bei einer bei einer Diskussion der CSU in Siegertsbrunn zum Thema Asyl angeregt, Asylbewerbern die Dienste von Prostituierten zur Verfügung zu stellen. In einem Interview mit dem “Münchner Merkur” legt der Priester nach meint: “Diese Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu, soweit denkt niemand. Der Bedarf ist doch da. In unserer Gesellschaft haben wir doch auch Prostitution, das soll doch ein anerkannter Beruf sein, die Zeitungen und das Internet sind voll mit Anzeigen. Wenn’s aber um Asylbewerber geht, geben wir ihnen zu essen, zu trinken und sagen: Das Problem ist gelöst. Ist es aber nicht.” Wer dies zahlen sollte, ist für Wagner ein Nebenthema. Vielleicht finde sich auch da ein Unterstützerkreis wie „Freie Liebe für freie Menschen“: “Ich bin ohne Scheu. Vielleicht erklärt sich auch ein Bordellbesitzer bereit, ein gutes Werk zu tun. Am Vormittag ist da ja eh nicht viel los, vermute ich.”

Kardinal: Größtes Problem ist Gleichgültigkeit, nicht Atheismus

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Internationale Vatikan-Konferenz über Erneuerung der Kirche im säkularen Zeitalter – Kurienkardinal Ravasi: Gespräch mit Gleichgültigen besonders schwierig


kathweb

Gleichgültigkeit in der Frage nach dem Sinn des Lebens und ein beliebiges Vermengen verschiedener Religionen sind nach Einschätzung von Kurienkardinal Gianfranco Ravasi gegenwärtig die größten Herausforderungen für die katholische Kirche. Die Atheisten im eigentlichen Sinne, die eine Existenz Gottes bewusst leugneten, seien mittlerweile hingegen eine Minderheit, sagte Ravasi bei einer internationalen Konferenz über “Die Erneuerung der Kirche im säkularen Zeitalter”, die am Donnerstag in der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom zu Ende ging. Weitaus schwieriger sei es, mit den Gleichgültigen ins Gespräch zu kommen, so der italienische Kardinal.

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Schwanz wedelt mit Hund

Screengrab Times of Israel

Screengrab Times of Israel

Benjamin Netanyahu hat Hitler im Iran entdeckt


Von Uli Gellermann|Rationalgalerie

So richtig neu ist das nicht, was der israelische Ministerpräsident bei seinem jüngsten Besuch in den USA zu erzählen wusste: “Mullah-Regime bedroht den Weltfrieden wie Nazis”, so brachte die BILD-Zeitung – das Sturmgeschütz Israels in Deutschland – Netanyahus Rede auf den Punkt. Gemeint ist der Iran. Würde jemand dem israelischen Premier glauben wollen, dann plant die iranische Regierung einen Weltkrieg. Doch diese Botschaft ist, durch ihre ständige Wiederholung, ziemlich verbraucht. Relativ neu ist es, dass Netanyahu vor dem US-Kongress redete ohne seinen Auftritt mit der amtierenden amerikanischen Regierung abzustimmen: Wie mag der kleine israelische Schwanz nur den dicken US-Hund zum Wedeln gebracht haben?

Eine Erklärung liegt in der US-Innenpolitik: Die Republikaner und ihr Sprecher im Kongress, John Boehner, wollten zu gern Obamas Iran-Politik als zu weich denunzieren. Doch viel wichtiger als Boehner war im Vorfeld des Netanyahu-Wahlkampfauftritts im US-Komgress die jüdische Lobby-Organisation AIPAC (America Israel Public Affairs Committee). AIPAC ist eine einzige große Spenden-Sammel- und Spenden-Verteil-Maschine, die politischen Einfluss über teure PR-Kampagnen nimmt, aber durchaus auch direkt Politiker kauft. Auf ihrer Agenda steht zur Zeit als wesentliches Investitionsvorhaben die Ablehnung eines möglichen Atom-Abkommens mit dem Iran. Dass sie damit die Politik eines gewählten Präsidenten konterkariert? Was soll´s.

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Internet-Zensur: Website von “Charlie Hebdo” in der Türkei gesperrt

charlie_hebdo_2Nutzer in der Türkei können die Seiten des Satiremagazins “Charlie Hebdo” derzeit nur mit technischen Tricks aufrufen. Die türkische Regierung hat vor Gericht eine Sperre des Angebots erwirkt.


SpON

Die türkische Regierung hat eine Sperrung der Internetseite des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo” durchgesetzt. Auf Antrag der staatlichen Internetbehörde ordnete ein Gericht in Ankara die Sperrung an, berichten türkische Medien am Freitag. Insgesamt seien 50 Websites oder einzelne Seiten dieser Websites gesperrt worden, das Angebot “Charlie Hebdo” selbst sei eine davon.

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Indien droht BBC nach Vergewaltigungsdoku mit Sanktionen

Image: BBC News

Indischer Innenminister Singh: «Wir hatten gebeten, den Dokumentarfilm nicht zu senden. Die BBC hat es trotzdem getan. Das Innenministerium wird geeignete Maßnahmen ergreifen»


kath.net
Indien droht dem Sender BBC wegen der Ausstrahlung einer Dokumentation über die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus in Neu Delhi im Dezember 2012 mit Sanktionen. «Wir hatten gebeten, den Dokumentarfilm nicht zu senden. Die BBC hat es trotzdem getan. Das Innenministerium wird geeignete Maßnahmen ergreifen», kündigte Innenminister Rajnath Singh laut indischen Medien (Donnerstag) vor dem Parlament in Neu Delhi an. Nach Protesten in Indien gegen den Film «India»s Daughter« (Indiens Tochter) der Reporterin Leslee Udwin hatte die BBC die ursprünglich für den Weltfrauentag (8. März) geplante Ausstrahlung auf Mittwochabend vorgezogen.

Ein Gericht in Neu Delhi hatte am Dienstag die Ausstrahlung in Indien verboten. Eine Medizinstudentin war am 16. Dezember 2012 zusammen mit ihrem Freund in einem Bus auf dem Heimweg von einem Kinobesuch, als sie von sieben Männern vergewaltigt wurde. Danach wurde sie brutal mit Eisenstangen verprügelt und aus dem Bus geworfen. Wenig später starb sie an ihren Verletzungen. Der Fall löste weltweite Empörung aus.

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Käßmann wirbt auf Tourismusmesse für Reformationsjubiläum

Margot-KässmannDer 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther (1483-1546) im Jahr 2017 solle zu einem internationalen Ereignis mit ökumenischer Dimension werden, sagte Margot Käßmann, Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum in Berlin. Dazu würden auch zahlreiche Gäste aus dem europäischen Ausland und den USA erwartet.


evangelisch.de

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) warb für die Landesausstellung seines Bundeslandes, die in diesem Jahr den Maler Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586) in den Mittelpunkt stellt. Sie ist vom 26. Juni bis 1. November in Wittenberg und weiteren Standorten in Dessau und Wörlitz zu sehen. Es handele sich um die weltweit erste Ausstellung, die ausschließlich dem Cranach-Sohn gewidmet ist, sagte Dorgerloh: “Wer da nicht kommt, der verpasst wirklich etwas”, ergänzte der SPD-Politiker. Präsentiert werden den Angaben zufolge die wichtigsten Kunstwerke der deutschen Renaissance. Das diesjährige Themenjahr der Lutherdekade zur Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum steht unter dem Motto “Reformation – Bild und Bibel”.

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Gerichtspräsident mahnt: An Öffnung der Kirchen führt kein Weg vorbei

Eine Kirche in Frankfurt © friedenspanzer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Arbeitsrechtler rät den Kirchen, die Loyalitätsanforderungen an ihre Beschäftigen abzustufen. Auch andersgläubige und nichtreligiöse Menschen sollten in kirchlichen Einrichtungen arbeiten können. Das sei nicht nur eine juristische Frage.


MiGAZIN

In einer religiös vielfältigen Gesellschaft müssen die christlichen Kirchen nach Auffassung des Gerichtspräsidenten Wilhelm Mestwerdt künftig auch Andersgläubige oder Menschen ohne Konfession beschäftigen. Rechtlich seien sie nach höchstrichterlichen Urteilen vom Herbst vergangenen Jahres dazu zwar nicht verpflichtet, dennoch gehe an einer “Öffnung der Kirchen kein Weg vorbei”, sagte der Präsident des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen am Dienstag auf einer Tagung zum kirchlichen Arbeitsrecht in Eichstätt. Der Richter am Kirchengerichtshof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bekräftigte: “Kirche muss in der Mitte unserer Gesellschaft stehen. Sonst gerät sie aufs Abstellgleis.”

Er bezog sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2014. Danach dürfen katholische Arbeitgeber Mitarbeitern, die nach einer Scheidung wieder heiraten, kündigen. Karlsruhe hatte die Kündigung eines Chefarztes in einer katholischen Klinik nach dessen Wiederverheiratung für rechtens erklärt.

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Flucht aus der Milchstraße: Stern stellt Geschwindigkeitsrekord auf

An artist impression of the mass-transfer phase followed by a double-detonation supernova that leads to the ejection of US 708. CREDIT: ESA/HUBBLE, NASA, S. GEIER

Er ist mit 1200 Kilometern unterwegs – pro Sekunde: Astronomen ist der bislang schnellste Stern ins Netz gegangen, der aus unserer Milchstraße herausrast.


SpON

Eine Supernova-Explosion aus nächster Nähe zu erleben, das ist kaum empfehlenswert. Schließlich geht es um eine Art Wasserstoffbombe mit der Masse eines ganzen Sterns. Doch genau dies ist dem Stern US 708 passiert, den Astronomen in knapp 28.000 Lichtjahren Entfernung ausgemacht haben. Die Wucht der Explosion hat ihn auf ein Rekordtempo katapultiert. Mit 1200 Kilometern pro Sekunde entflieht er nun der Milchstraße. Zum Vergleich: Bei diesem flotten Tempo wären Mondfahrer nach fünf Minuten am Ziel.

Ein Forscherteam um Stephan Geier von der Dr.-Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg, das Astronomische Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, hat das Tempo von US 708 gemessen. Die Resultate und Auswertungen schildern sie im Fachmagazin “Science”. Der Stern gehört zur Konstellation Großer Bär – und dass er besonders schnell durch die Milchstraße flitzt, war schon zuvor bekannt. “Doch dass er alle anderen ungebundenen Sterne in puncto Geschwindigkeit übertrifft, haben erst unsere Messungen gezeigt”, sagt Geier.

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Norwegen: Euphemistische Betrugserklärung der Kirche

Bild: tilly

Bild: tilly

Der Skandal um unrechtmäßig registrierte Katholiken in der Diözese Oslo hat die katholische Kirche Skandinaviens in ein schlechtes Licht gerückt. Kein Betrug – sondern die Folge ungenügender Praktiken, die alle Religionsgemeinschaften beträfen, sagen die Spitzen der Nordischen Bischofskonferenz.


Von Alexander Brüggemann|kath.net

Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erläutern der Vorsitzende, Bischof Anders Arborelius (65) von Stockholm, die Generalsekretärin Schwester Anna Mirijam Kaschner (40) und der Bischof der norwegischen Prälatur Tromsö, Berislav Grgic (55), warum nun auch der Staat gefragt ist.

KNA: Bischof Arborelius, seit Jahren wächst die katholische Kirche in Skandinavien, vor allem durch Immigranten. Nun hat der Fall Oslo Schlagzeilen gemacht. Wie kam es dazu?

Arborelius: Unsere größte Schwierigkeit ist, die Katholiken überhaupt zu finden. Es kommen viele Menschen aus aller Welt, sehr viele Flüchtlinge. Von den Behörden erfahren wir nicht, wer katholisch ist. Wir versuchen, mit Ihnen in Kontakt zu kommen, denn die ersten Monate sind entscheidend. Für uns ist es lebenswichtig, unsere Glaubensgenossen zu finden – sonst können wir sie nicht pastoral betreuen und ihnen helfen. Dabei können leider solche Dinge geschehen. Als Bischof Bernt Eidsvig aus Österreich nach Oslo zurückkam, wurde er übrigens in der lutherischen Kirche registriert. So was passiert bei uns häufig. Es ist sehr schwierig, die Menschen zu finden – und da hat man in Oslo wohl etwas versucht, das nicht gut war.

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Apokalypse, wissenschaftlich

Bild aus dem Bericht Global Challenges

Ein neuer Report verspricht die “erste wissenschaftlich fundierte Liste” von weltweiten Risiken zu liefern, die in den nächsten hundert Jahren die Zivilisation oder sogar den Fortbestand der Menschheit bedrohen (unendliche Risiken). Spiegel online, Focus online und viele andere haben darüber in den letzten Tagen berichtet. Der Report möchte auch Entscheidern in Wirtschaft und Politik zu aktivem Handeln inspirieren und anleiten. Damit haben die Autoren ihre Latte sehr hoch gelegt. Ist ihre Arbeit wirklich so bahnbrechend, wie sie behaupten?


Von Thomas Grüter|TELEPOLIS

Auftraggeber der Studie ist die Global Challenges Foundation, eine eher unbekannte Stiftung in Stockholm, Schweden. Der ursprünglich aus Ungarn stammende schwer reiche Geschäftsmann László Szombatfalvy hat die Organisation im Jahr 2011 gegründet. Ihr Ziel ist es, globale Risiken zu identifizieren und zu entschärfen. Das Vermögen der Stiftung ist auf der Website nicht erwähnt, es dürfte aber beträchtlich sein.

Die Autoren des Reports, Dennis Pamlin und Stuart Armstrong, arbeiten für die Stiftung (Pamlin) bzw. für das “Future of Humanity Institute” der Universität Oxford (Armstrong). Dieses vom Schweden Nick Bostrom geleitete Institut ermöglicht nach eigener Aussage “einer ausgewählten Gruppe von führenden Geistern, mit Hilfe von Werkzeugen aus der Mathematik, Philosophie und Naturwissenschaft allgemeine Fragen zur Menschheit und ihrer Zukunft anzugehen”. An der Studie war ferner Seth Baum beteiligt, der Chef des privaten Global Catastrophic Risk Institute. Eine Adresse hat die Organisation nicht, auf ihrer Website steht, dass sie “geographisch dezentralisiert” sei. Hauptfinanzier ist die eher linksorientierte Gruppe Social and Environmental Entrepeneurs, aber auch das Ministerium für innere Sicherheit der USA hat offenbar Mittel zugeschossen.

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Amerikaner taufen ihre Kinder online

Beten, beichten, taufen – geht heute alles online. Foto: dpa

In den USA ist es möglich, sein Kind online taufen zu lassen. Dafür verbindet man sich einfach über Skype mit der digitalen Kathedrale. Der Priester muss nur zuschauen und konzentriert die Ohren spitzen, ob man das Glaubensbekenntnis auch richtig aufsagt. Und das Weihwasser? Kommt aus der Spüle.


Von Franziska Knupper|Berliner Zeitung

Ein Moment beißender Qual. Als würde man wieder vor einem tiefen Abgrund stehen. Jedes Mal aufs Neue. Und niemals lernt man daraus; läuft immer mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand. Dabei hat doch schon Kurt Beck gesagt, dass dies eine schlechte Idee ist. Doch immer wieder entstehen bei Küchentischgesprächen und Parknachmittagen diese Ideen, die die Welt revolutionieren und den Geldbeutel ganz fix füllen sollen.

Online Kuss-Training gibt es schon

Studenten und Schüler, Senioren und Start-Upper: Sie alle diskutieren, fantasieren und träumen – nur damit das Internet ihnen später flüstert, dass bereits jemand diese Idee gehabt hat. Die Parkplatz-App! Gibt es schon. Die Melanom-App! Pah, Schnee von gestern. Online Kuss-Training! Pech gehabt, Keule.

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Dodo Mixa: Es tut noch immer sehr weh, was man mit mir gemacht hat

Quelle: HFR

Quelle: HFR

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa leidet nach eigenen Worten nach wie vor an den Umständen seines Rücktritts vor fünf Jahren.


kath.net

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa (73) leidet nach eigenen Worten nach wie vor an den Umständen seines Rücktritts vor fünf Jahren. «Ich muss noch immer an mir arbeiten, denn es tut noch immer sehr, sehr weh, was man mit mir gemacht hat», zitiert die Weidener Zeitung «Der neue Tag» (Donnerstag) Mixa, der auf einer Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung Rothenstadt sprach. Er habe dies auch Papst Franziskus mit aller Deutlichkeit gesagt. – Thema des Referats war «Lohnt es sich heute noch Christ zu sein?»

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Karl Lagerfeld gegen Tierschützer: Das bisschen Pelz, no?

Karl Lagerfeld in Cannes, 2007, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Karl Lagerfeld hat sich offiziell noch nie etwas sagen lassen, schon gar nicht, wenn es um Mode geht. In einem Interview erklärt er seine Liebe zu Pelz – und warum er im Sommer sogar eine Pelz-Sonderkollektion entwerfen wird.


SpON

Seit 50 Jahren ist Karl Lagerfeld der kreative Kopf hinter Fendi, dem italienischen Luxus-Label für Accessoires. In Zeiten, in denen echte Pelzjacken sich den Farbbeuteln gebeugt haben und kaum noch im Alltag zu sehen sind, wagt sich der Modezar bei den kommenden Schauen in Paris für Fendi mit einer “Haute Fourrure” vor – einer maßgeschneiderten Kollektion mit Pelz.

Pelz in Zeiten organischer Jutebeutel – so großspurig ist nur Lagerfeld. Kritik lässt den Designer vollkommen kalt. “So lange die Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich die Botschaft einfach nicht”, sagte er der “New York Times”. Es sei sehr einfach zu sagen, dass man gegen Pelz sei. Aber dahinter stecke ja eine ganze Industrie. Kein Pelz hieße auch: keine Arbeitsplätze.

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Adam „Nergal“ Darski: Freispruch für Bibel-Zerreißer bestätigt

Das Urteil gegen den Musiker Adam Darski ist vom Obersten Gericht Polens bestätigt worden Foto: Eigenes Werk / Wikipedia | CC BY 3.0

Der Sänger der polnischen Black-Metal-Band Behemoth, Adam „Nergal“ Darski, hatte 2007 während eines Konzertes auf der Bühne Seiten aus der Bibel auseinander gerissen. Das Oberste Gericht Polens hat den Freispruch für den Künstler in diesem Fall bestätigt.


pro Medienmagazin

Der Musiker Adam Darski hatte die Bibel in diesem Zusammenhang auch als „verlogenes Buch“ bezeichnet. Er war daraufhin wegen der Verletzung religiöser Gefühle angeklagt und 2011 freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen das Urteil Einspruch eingelegt.

„Katholische Kirche kriminelle Sekte“

Diesen Einspruch wiesen die Richter des Obersten Gerichts am Donnerstag als unbegründet zurück. Das Verhalten des Sängers sei nicht akzeptabel, stelle aber kein Verbrechen dar. Polen ist stark katholisch geprägt. Darski hatte die katholische Kirche in einem Interview schon einmal als „kriminelle Sekte“ bezeichnet.

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Schweizer Bischofskonferenz bekräftigt Nein zu Homo-Segnungen

Schweizer Bischofskonferenz. Screenshot: bb

Schweizer Bischofskonferenz. Screenshot: bb

Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist “nicht möglich”. Diese Haltung haben die Schweizer Bischöfe bei ihrer Vollversammlung von 2. bis 4. März bestätigt. Es liege nicht in ihrer Kompetenz, Lehre und Disziplin der Kirche zu ändern, heißt es in der Presseerklärung vom 5. März. Bei der Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) war diese Woche die Frage nach der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare diskutiert worden. Anlass dazu war der Fall des Pfarrers von Bürglen, Wendelin Bucheli, der ein homosexuelles Paar gesegnet hatte.


kathweb

Die SBK erinnert in ihrer Presseerklärung daran, “dass dies nicht möglich ist und dass es nicht in ihrer Kompetenz liegt, Lehre und Disziplin der Kirche zu ändern”. Der konkrete Vorfall in Bürglen und dessen Klärung liege in den Händen der zuständigen Bischöfe, das sind Vitus Huonder und Charles Morerod.

Mit der Erklärung kam die SBK der Aufforderung des Churer Weihbischofs Marian Eleganti nach, der in einem Interview mit dem kirchlichen Portal kath.ch auf ein klärendes Statement gedrängt hatte. Eleganti sagte, dass er seine Mitbrüder aufgefordert habe, den Entscheid der Bischöfe Huonder und Morerod mitzutragen und “geschlossen und sofort Stellung zu beziehen”.

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The Bibi-Boehner Coalition

Screengrab Times of Israel

Screengrab Times of Israel

It was disconcerting to watch Congress cheer wildly as a foreign leader, the prime minister of one of America’s closest allies, trashed an American president’s foreign policy. It was equally strange that the speaker of our House of Representatives interjected the United States Congress into an Israeli political campaign.


By E.J. Dionne Jr.|Truthdig.com

It fell to Isaac Herzog, Benjamin Netanyahu’s leading opponent in Israel’s March 17 election, to make the essential point: that Tuesday’s speech was “a very harsh wound to Israel-U.S. relations” and “will only widen the rift with Israel’s greatest ally and strategic partner.”

The rapturous greeting Congress bequeathed on Netanyahu for his attack on President Obama’s approach to negotiations with Iran no doubt created great footage for television ads back home and won him some votes at the right end of Israel’s electorate.

But Herzog’s observation stands: John Boehner’s unprecedented act of inviting the leader of another nation to criticize our own president, and Netanyahu’s decision to accept, threaten to damage the bipartisan and trans-ideological coalition that has always come together on behalf of Israel’s survival.

Netanyahu may have spoken the words, “We appreciate all that President Obama has done for Israel,” but the rest of his speech painted the president as foolish and on the verge of being duped on a nuclear deal by the mullahs in Tehran.

The Israeli leader reached for the most devastating metaphor available to him, the appeasement of the Nazis that led to the Holocaust. He urged the United States “not to sacrifice the future for the present” and “not to ignore aggression in the hopes of gaining an illusory peace.” This is what he was accusing Obama of doing. No wonder House Democratic Leader Nancy Pelosi described herself as “near tears” over Netanyahu’s “condescension toward our knowledge of the threat posed by Iran.”

Pelosi was on to something here because the differences between Obama and Netanyahu are not over whether the Iranian regime in its current form is trustworthy. Nobody believes it is. At stake is a balance of risks, a choice between two imperfect outcomes.

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