Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Homosexualität und Kirche: “Sexualität muss humanisiert werden”

Papst Franziskus: “Wer bin ich, ihn zu verurteilen?” (picture alliance / dpa)
Es ist einer der berühmtesten Sätze von Papst Franziskus: “Wer bin ich, ihn zu verurteilen?” Das ist auch der Titel eines neuen Buches des Moraltheologen Stephan Goertz. Untertitel: “Homosexualität und katholische Kirche”. Ein Buch, das kritisch ist gegenüber der Position des kirchlichen Lehramts. Und eines, das passend zur Familiensynode der Bischöfe im Oktober erscheint.

Ein Gespräch von Andreas Main mit Stephan Goertz|Deutschlandfunk

Andreas Main: Dieses Buch ist ein Paukenschlag. Führende deutsche Theologen fordern, die Haltung zu homosexuellen Partnerschaften endlich zu ändern. Dass dieses Buch jetzt erscheint, ist selbstverständlich kein Zufall. Im Oktober bei der Synode im Vatikan diskutieren Bischöfe aus aller Welt das Familienbild der katholischen Kirche. Und wie die Debatte dort ausgehen wird, das ist ausgesprochen offen. Auch wenn Deutschland nicht der Nabel der Welt ist und die katholische Kirche hierzulande nur ein Mosaik ist in dieser weltumspannenden Kirche. So dürfte die Stimme der Theologen, die Stephan Goertz um sich versammelt hat, doch gehört werden. Er selbst ist Professor für Moraltheologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz und der hat das Buch herausgegeben “Wer bin ich, ihn zu verurteilen? Homosexualität und katholische Kirche”. Mit Professor Stephan Goertz, mit dem wir das Gespräch vor der Sendung aufgezeichnet haben, sind wir in Mainz verbunden. Guten Morgen Herr Goertz.

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Die SS-Morde von Poppenhausen – deutsche Schaulust

Gedenkstätte Buchenwald lenkt mit neuer Ausstellung den Blick auch auf NS-Verbrechen außerhalb des Konzentrationslagers

Von Thomas Bickelhaupt|evangelisch.de

Dem Buch mit dem roten Einband ist sein brisanter Inhalt nicht anzusehen: «Chronik der Pfarrei Autenhausen von 1914 an» steht auf dem Buchdeckel, an dem die Jahrzehnte sichtlich ihre Spuren hinterlassen haben. Im Frühjahr 2016 wird die Kirchenchronik als Leihgabe des Erzbistums Bamberg in die neue Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald kommen. Ein langer Eintrag vom Mai 1942 macht das Buch zu einem Dokument des Nazi-Terrors.

Dabei geht es nicht um das kleine fränkische Dorf Autenhausen bei Coburg, sondern um das Geschehen wenige Kilometer entfernt. Dort, auf Thüringer Seite, im Wald zwischen Poppenhausen und Einöd, wurden am 11. Mai 1942 im Auftrag der Gestapo 19 polnische KZ-Häftlinge und ein Zwangsarbeiter öffentlich gehenkt. Hunderte Menschen aus der Region kamen, um den nationalsozialistischen Willkürakt als grausames Massenspektakel zu erleben.

An den Schaugerüsten aufgehängt

«Ich fuhr hin, um zu versuchen, ob nicht irgendein priesterlicher Beistand möglich ist», schrieb der Pfarrer von Autenhausen in die Chronik. Ein Polizist habe ihm allerdings bereits unterwegs angekündigt, für eine Genehmigung bestünde wenig Aussicht. Der Weg zum Ort der Exekution sei «die reinste Wallfahrt» gewesen – mit geschätzten 500 bis 700 Schaulustigen, darunter auch Frauen und Mädchen. «Die ersten hängen schon!», hätten ihm einige «roh und gefühllos» zugerufen.

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Bundesdrogenbeauftragte wenig einfallsreich – kein Alkohol-Verkauf nach 22 Uhr

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. dpa
“Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken”, sagt Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. Um Jugendliche von übermäßigem Alkoholkonsum abzuhalten, fordert sie ein nächtliches Verkaufsverbot.

DIE WELT

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) befürwortet ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr, um Jugendliche von übermäßigem Konsum abzuhalten. Eine solche Regelung habe sich in Baden-Württemberg bewährt, sagte sie der “Rheinischen Post” in Düsseldorf. In dem Bundesland darf in Supermärkten sowie an Tankstellen und Kiosken nachts zwischen 22 und 5 Uhr kein Alkohol verkauft werden. “Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Alkohol”, forderte Mortler. Dazu gehöre auch, dass Alkohol- und Tabakkonsum während der Schwangerschaft tabu sein müssten.

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Ex-Nuntius Wesolowski gestorben – war zu erwarten

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Jozef Wesolowski, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter früherer Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, ist am Freitagmorgen im Alter von 67 Jahren im Vatikan gestorben – Es ist eine Autopsie im Gange.

kath.net

Jozef Wesolowski, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagter früherer Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, ist am Freitagmorgen im Alter von 67 Jahren im Vatikan gestorben. Wie Radio Vatikan bestätigte, ist eine Autopsie im Gange. Der polnische Geistliche, der bereits in den Laienstand zurückversetzt worden war und wartete derzeit im Vatikan auf seinen Prozess.

Im Juli war Wesolowski aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Am 20. Juli war er jedoch wieder entlassen worden. Seither hielt er sich unter ärztlicher Beobachtung im Vatikan auf.

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Kauder pilgert nach Indien – Eso-Trip

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, schätzt die religiöse Situation der nicht-hinduistischen Minderheiten in Indien als besorgniserregend ein.

kath.net

Das gelte vor allem für die Christen, erklärte er nach einer Reise nach Indien. Dabei führte er unter anderem Gespräche mit dem Generalsekretär der regierenden hinduistischen Bharatiya Janata Partei (BJP), Ram Madhav, der Minderheitenministerin Najma Heptulla sowie dem katholischen Erzbischof von Neu Delhi, Anil Joseph Thomas Couto. Außerdem besuchte Kauder den Bundesstaat Orissa. Dort war es 2008 zu pogromartigen Übergriffen auf Christen mit mindestens 120 Toten gekommen. Etwa 50.000 wurden vertrieben; rund 300 Kirchen und 6.000 Häuser von Christen gingen in Flammen auf. Nach seiner ersten Reise im Jahr 2011 wollte sich Kauder informieren, ob sich die Lage gebessert hat. Gesprächspartner waren der Ministerpräsident des Bundesstaates, Naveen Patnaik, sowie Vertreter von Hilfsorganisationen und Kirchen. Nach seiner Rückkehr erklärte Kauder: „Die Wahrung der Religionsfreiheit und vor allem die Situation der Christen in Indien muss uns weiter Sorgen bereiten.“ Vertreter der Kirchen hätten die Darstellung der Regierung in Zweifel gezogen, dass die Religionsfreiheit uneingeschränkt gelte und Übergriffe auf Gläubige – Christen wie Muslime – eine absolute Ausnahme seien. Sie hätten vielmehr von vermehrten Angriffen radikaler Hindus berichtet, die von der Polizei zum Teil geduldet würden. Für religiöse Minderheiten seien schwierige Zeiten angebrochen.

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Dodo Mazyek: “Die Zahl der Muslime wird signifikant wachsen”

Aiman_MazyekDer Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erwartet, dass 80 Prozent der Flüchtlinge Glaubensbrüder sind. Das bedeutet viel Arbeit.

Von Hans Monath|DER TAGESSPIEGEL

Die islamischen Gemeinden in Deutschland rechnen wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen in diesem Jahr mit erheblichem Zuwachs. „Die Zahl der Muslime in Deutschland wird signifikant wachsen“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, dem Tagesspiegel. Er rechnet damit, „dass mindestens 80 Prozent“ der in diesem Jahr erwarteten 800.000 Flüchtlinge Muslime seien. Mazyek fügte hinzu: „Schon jetzt haben wir Moscheegemeinden, die sich wegen der Flüchtlinge innerhalb eines Monats verdoppelt haben.“

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Passau: Neue Erklärungstafel zu antijüdischer Szene am Hochaltar

Westfassade des Dom St. Stephan im Jahr 2007. Bild: wikimedia.org/GFDL, Cc-by-sa-3.0
Im Passauer Dom Sankt Stephan erklärt seit dieser Woche ein neuer Text auf der Hinweistafel eine umstrittene Darstellung am Hochaltar. Betont wird auf der Tafel, dass es sich hier um eine herabwürdigende Einstellung der Kirche zum Judentum handle. In dem von Josef Henselmann (1898-1987) nach dem Krieg geschaffenem Altarensemble schweben über der Steinigungsszene des heiligen Stephanus zwei Figuren. Eine steht für die Kirche (Ecclesia), die andere für das besiegte Judentum (Synagoga). Auf der Hinweistafel heißt es nun, dass die Darstellung der Synagoge mit dem gebrochenen Stab einem “überkommenen, abschätzigen Muster” folge.

kathweb

Die Tafel enthält einen Hinweis auf die 1965 vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedete Judentums-Erklärung “Nostra Aetate”. Mit ihr seien Ikonographien wie die von Henselmann geschaffene kritisiert worden. Betont worden sei, dass die Juden nicht als von Gott verworfen oder verflucht dargestellt werden dürften.

Für eine Klarstellung hatte sich besonders der frühere evangelische Pfarrer Hans-Ulrich Kley eingesetzt. Er steht laut bayerischen Medien seit langem in Passau an der Spitze derer, die zwischen den beiden Religionen vermitteln. Er sei nun froh und dankbar, dass dieser Schritt endlich vollzogen sei. Der jetzt verwendete Text biete Anlass dafür, weiter über die theologischen Entwicklungen das Verhältnis von Juden und Christen betreffend nachzudenken.

Schalke: Evangelische Gesamtschule bietet interreligiösen Religionsunterricht

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info

Vor dem Klassenraum der 9A ist der Kinderlärm ohrenbetäubend. Doch kaum klingt die Schulglocke der Evangelischen Gesamtschule zum Pausenende, hört man nur noch ein Geräusch: arabische Gesänge vom Tonband.

Von Philipp Beng|EKD

Was für den Besucher nach Koranstunde klingen mag, ist hier der ganz normale Religionsunterricht. Heute geht es einmal nicht um Bergpredigt, Konfirmationen oder die Thesen Luthers. In dieser und den kommenden fünf Wochen sieht der Lehrplan muslimische Themen vor. Heute: die Kaaba. Wann wurde das steinerne Monument gebaut, zu dem jährlich Millionen Muslime pilgern? Und was hat Mohammed damit zu tun? Die meisten der Schüler sind evangelisch, trotzdem sind diese Fragen für sie ein Kinderspiel. “Mohammed hat so Götzen aus der Kaaba rausgeräumt”, sagt einer der Neuntklässler und schaut dann nachdenklich. “Aber was sind noch mal Götzen?”

Die Gesamtschule auf Schalke hat ein besonderes Konzept für den Religionsunterricht entwickelt. Nur die Kinder der Klassenstufen fünf bis acht werden nach Glaubensrichtung aufgeteilt: Katholiken, Protestanten und Muslime besuchen separate Religionsstunden und lernen, was zu ihrem eigenen Glauben gehört. Doch ab der neunten Klasse wird der Religionsunterricht konfessions- und religionsübergreifend gestaltet. Dann beschäftigen sich die verschiedenen Religionsgruppen gemeinsam mit Inhalten aus Bibel und Koran. In einer Stadt, in der der Anteil nicht-deutscher oder migrantischer Bewohner weit über einem Viertel liegt, ist der Kontakt zwischen Christen und Muslimen ohnehin Alltag – wieso sollte das im Religionsunterricht anders sein? Der Gedanke dahinter ist simpel: Wer in einer Gesellschaft mit verschiedenen Religionen schon früh miteinander, voneinander und übereinander etwas lernt, ist dem Anderen gegenüber toleranter.

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“Ashley Madison”: 20 Millionen Männer flirten mit 12.000 Frauen

Screenshot: bb
Screenshot: bb
Mehrheit der weiblichen Nutzer besuchte Seitensprungportal nur ein Mal

derStandard.at

Millionen an Nutzerdaten der Dating-Plattform “Ashley Madison” wurden durch Hacker einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine genaue Analyse der Datensätze wirft nun Fragen nach dem echten Anteil an Nutzerinnen auf der Dating-Website auf. Denn die Gizmodo-Journalistin Annalee Newitz hat festgestellt, dass gerade einmal 1.492 weibliche Profile ihre Nachrichten abgerufen haben – dem stehen Datensätze von zwanzig Millionen Männern gegenüber.

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Israel: Neue Cremisanmauer ist israelische Vatikan-Bestrafung

Proteste gegen den Aufbau der Cremisanmaue – AFP
Der Mauerbau Israels im Cremisan-Tal bei Beit Jala könnte damit zu tun haben, dass der Heilige Stuhl Palästina gegen den Willen Israels als Staat anerkannt hat: Das hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, im Interview mit der Gemeinschaftsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen angedeutet.

Radio Vatikan

Das Oberhaupt der westkirchlichen Katholiken im Heiligen Land bezeichnete die Lage der Christen Israels und des ganzen Nahen Ostens als „Kalvarienberg“. Scharfe Kritik übte er an der weltweiten Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Schicksal. Schmerzhaft sei es zu sehen, „wie sich die Situation verschlechtert und die christliche Präsenz hier nicht auf der Tagesordnung der internationalen Politik steht“, so Twal.

Völlig verfehlt sei es, den Mauerbau, den Israel derzeit trotz gegenlautenden Gerichtsurteils begonnen hat, als Sicherheitsmaßnahme zu bezeichnen, betonte Twal. „Es gibt keine Mauer der Sicherheit, sondern diese wurde gemacht, um mehr Land der Palästinenser zu konfiszieren“, so der Patriarch.

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Verstoß gegen das Standardmodell?

Leptonen-Spuren im LHCb-Detektor am CERN © CERN/ LHCb Collaboration
Zum zweiten Mal haben Physiker Hinweise auf einen Verstoß gegen das Standardmodell gefunden. Bei Kollisionen im Teilchenbeschleuniger LHC zerfielen zwei verschiedene Sorten von Leptonen nicht mit der gleichen Rate, obwohl die sogenannte Leptonen-Universalität des Standardmodells dies fordert. Noch reicht die Signifikanz der Abweichungen nicht für einen sicheren Beweis aus, aber den gleichen Effekt hat zuvor bereits ein US-Beschleuniger bei anderen Kollisionen gezeigt.

scinexx

Die Elektronen unserer Atome, aber auch kurzlebige Teilchen wie die Tau-Leptonen und die Myonen, gehören zu den Leptonen – Elementarteilchen, die wie Quarks und Bosonen die Grundbausteine der Materie bilden. Nach dem Standardmodell der Teilchenphysik müssten alle Leptonen auf die gleiche Weise mit den Grundkräften des Universums interagieren. Man bezeichnet dies auch als Lepton-Universalität.

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„Islamischen Staat“: Kinderlieder vom Dschihad

Zerstörte Stadt: Mossul im Nordirak wurde vor einem Jahr von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ überrollt.©DPA
In Mossul wächst eine „Generation Kalifat“ unter islamistischer Herrschaft heran. Kinder werben Kinder an, Jugendliche werden mit Privilegien gelockt und rund um die Stadt entstehen Trainingscamps für Islamisten.

Von Khales Joumah|Frankfurter Allgemeine

Eines der neueren Propagandamittel des „Islamischen Staates“ (IS) ist eine mobile Kanzel, von der aus die Terroristen ihre Botschaften unter das Volk bringen. Neulich wurde die rollende Bühne in einem Vergnügungspark im irakischen Mossul vorgefahren. Denn Adressat der Veranstaltung waren explizit Kinder. Zu sehen ist das Geschehen in einem Videoclip, den die Terroristen über Twitter und Facebook verbreiteten. Schwer bewaffnete Kinder in militärischen Uniformen halten darin leidenschaftliche Plädoyers für den Dschihad.

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Zitronensäure schützt vor Noroviren

(Photos by Clark / Flickr / cc-by-nc-2.0)

Citrat bindet die ansteckenden Viren und verhindert die weitere Infektion. Das könnte die Zitrone als geeignetes Desinfektionsmittel prädestinieren.

Von Jennifer Lepies|Technology Review

Durch Zufall entdeckte Grant Hansman, dass Zitronensäure aus dem Chemikalienhandel Noroviren binden kann. Der Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg fragte sich: Kann das Hausmittel Infektionen vielleicht auch mit dem extrem ansteckenden Durchfall-Erreger verhindern? In einer neuen Veröffentlichung im Fachmagazin Virology erklären die Forscher um Hansman nun, dass genau dies der Fall ist: Die Säure der Zitrusfrucht reduziert die Infektionsfähigkeit der Viren. Sie könnte somit als gut verträgliches Desinfektionsmittel in Frage kommen.

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Ist eine Zeckenkontrolle bei Jungs durch einen Priester tolerierbar?

Bild: zecken.de
Pfarrer übernahm bei einer Freizeit aushilfsweise die routinemäßige Zeckenkontrolle zweier Jungen im „Adamskostüm“ – Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein – Bistum Fulda entscheidet: Pfarrer Lindner wird Pfarrgemeinde Dermbach verlassen

kath.net

Daran scheiden sich die Geister: Pfarrer Patrick Lindner wird die katholische Pfarrgemeinde „St. Peter und Paul“ im thüringischen Dermbach (Bistum Fulda) in Kürze verlassen, obwohl die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen ihn eingestellt hat und nur noch von einer „Distanzlosigkeit“ spricht. Darüber berichtet die „Fuldaer Zeitung“. Das Bistum Fulda begründete seine Entscheidung damit, dass der Pfarrer gegen die Präventionsrichtlinien verstoßen habe.

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Wie sähe ein Tsunami im Mittelmeer aus?

Simulation der Flutwellen eines Tsunamis nach einem Erdbeben südwestlich von Kreta. © Samaras et al., Ocean Science, 2015 (CC-by-sa 3.0)
Land unter am Mittelmeer? Ein Computermodell zeigt, welche Folgen ein Tsunami in den Erdbebenregionen des Mittelmeeres haben würde. Die Küsten von Sizilien und Kreta sind demnach im Falle eines Seebebens von Überflutungen bedroht. Das Modell soll zukünftig bei der Vorbereitung auf katastrophale Tsunamis nach starken Erdbeben helfen, schreiben die Forscher im Fachjournal “Ocean Science”.
 

scinexx

Der Mittelmeerraum ist Erdbebenregion: Vor allem auf Sizilien und den griechischen Inseln bebt der Untergrund häufiger. Ursache ist der langsame Zusammenprall zweier großer tektonischer Platten: Die Afrikanische Platte schiebt sich stetig unter die Eurasische Platte. Im Mittelmeer entsteht dabei ein ganzes Netz von Verwerfungen und Grenzen, die noch nicht vollständig bekannt sind. Klar ist aber, dass es gelegentlich rumpelt – und manchmal kommt es auch zu ausgeprägten Starkbeben.

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de Maizière: Kirche soll sich mit Ratschlägen an Politik zurückhalten

ekd

Bundesinnenminister: Der EKD würde „ein bisschen mehr Verantwortung und etwas weniger Gesinnung“ gut tun. Die protestantische Neigung, lieber abseits zu stehen und konkretes Handeln kritisch zu beäugen, ärgere ihn: „Das macht mich schier wahnsinnig“.

kath.net

Die Kirche sollte sich mit konkreten Handlungsratschlägen an die Politik zurückhalten. Dafür hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ausgesprochen. Zu viele Christen redeten nur klug, anstatt etwas zu tun, sagte der evangelische Christ am 25. August im Magdeburger Dom. Er sprach auf Einladung der Domgemeinde und des Vereins „Verantwortung und Werte“ über das „Gleichnis vom unehrlichen Verwalter“ (Lukas 16,1-13). Es sei „sehr bequem, anderen von der Predigtkanzel aus zu sagen, wie sie zu handeln haben“, anstatt selbst konkrete Schritte in die Wege zu leiten, so de Maizière. „Manchmal ist es nötig, zu kämpfen und nicht nur zu beten oder demütig zu schweigen.“ Aber dann werde es für Christen oft einsam. Als Beispiel nannte er den Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Hier ringe er mit seiner Kirche um eine angemessene Haltung zu Militäreinsätzen: „Ich sage noch heute: Die Anwendung von Gewalt gegen das Böse ist vielleicht unrecht und schuldbeladen, aber legitim.“ Der EKD würde „ein bisschen mehr Verantwortung und etwas weniger Gesinnung“ gut tun. Die protestantische Neigung, lieber abseits zu stehen und konkretes Handeln kritisch zu beäugen, ärgere ihn: „Das macht mich schier wahnsinnig!“

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Kasten-Quoten-Unruhen in Indien

Im indischen Bundesstaat Gujarat kommt es seit drei Tagen zu schweren Unruhen, bei denen mindestens acht Menschen starben – darunter ein Kind und ein Polizist. Dutzende weitere Beamte liegen mit Verletzungen in Krankenhäusern. Inzwischen wurde eine Ausgangssperre verhängt, die die Armee durchsetzen soll.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Die Verursacher der Ausschreitungen sind Angehörige der Patidar-Kaste, die in Gujarat etwa ein Fünftel der Bevölkerung stellt, aber auch in zahlreichen anderen indischen Bundesstaaten und im Ausland lebt. Anders als in einigen deutschen Medien dargestellt, gehören sie nicht zu den Brahmanen, sondern (bis in die 1930er Jahre) zu den Händler- und Bauernkasten (Kunbi). Häufig tragen sie den Nachnamen “Patel”, der sich in etwa mit “Schulz” übersetzen lässt.

Als ihr Führer, der 21-jährige Hardik Patel, am Dienstag nach einer Großdemonstration mit 300.000 Teilnehmern in der Vier-Millionen-Stadt Ahmedabad verhaftet wurde, zündeten fanatische Patidar dort und in Surat, Vapi and Rajkot über 40 Polizeiwachen und mehr als 70 Busse an.

In den USA und in Afrika sind Patidar – aber auch in Indien – sind Patidar heute häufig Einzelhändler. Deshalb zählen sie in Gujarat nicht zu den Bevölkerungsgruppen, für die es besondere Quoten an Universitäten und im öffentlichen Dienst gibt. Dadurch sehen die Patidar ihre Kinder benachteiligt. Sie fordern eine Quotenteilhabe, wie es sie für die Kaste in den benachbarten Bundesstaaten Madhya Pradesh und Rajasthan gibt.

Hardik Patel, hat seine Anhänger dazu aufgerufen, zur Durchsetzung dieses Anliegens die Versorgung der Städte und Dörfer Gujarats mit Lebensmitteln zu boykottieren. Die Behörden werfen ihm außerdem vor, mit der am Dienstag gemachten Bemerkung, wenn man Menschen Rechte vorenthalte, würden sie zu Terroristen, zu den Ausschreitungen aufgerufen zu haben.

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“Wir sind Kirche” drängt auf Reformen der katholischen Sexualmoral

todkondomDie Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche” hat die deutschen Teilnehmer der vatikanischen Bischofssynode aufgerufen, sich für konkrete Reformen der katholischen Ehelehre und Sexualmoral einzusetzen.

evangelisch.de

Zumindest für die geschiedenen Wiederverheirateten sollte eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden, fordert “Wir sind Kirche” in einem Offenen Brief, wie der “Kölner-Stadt-Anzeiger” berichtet. Adressaten des Schreibens sind Kardinal Reinhard Marx (München) und die Bischöfe Heiner Koch (künftig Berlin) und Franz-Josef Bode (Osnabrück).

“Barmherzige” statt “hartherzige” Kirche gefordert

Es sei an der Zeit, von einer hartherzigen zu einer barmherzigen Kirche zu kommen und den Gläubigen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, fordert die Organisation. In Fragen Homosexualität, Geburtenkontrolle und vorehelicher Sexualität müssten Vorbehalte überwunden werden. “Es darf nicht dazu kommen, dass die Bischofssynode 2015 mit einem faulen Kompromiss endet, der die entscheidenden Fragen ausklammert”, heißt es in Schreiben.

Israels Präsident besucht Kloster Taghba nach Brandanschlag

Brotvermehrungskirche Tabgha. Bild: wikimedia.org/PD

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat Donnerstag das von einem Brandanschlag betroffene deutsche Benediktinerkloster Tabgha besucht. Dabei verurteilte er das Attentat als einen Akt der Blasphemie. An dem Besuch nahmen neben deutschen Botschaftsvertretern auch die Spitzenrepräsentanten der katholischen Kirche im Heiligen Land teil, darunter Patriarch Fouad Twal aus Jerusalem, der für die heiligen Stätten zuständige Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa und Vatikanbotschafter Erzbischof Giuseppe Lazzarotto.

kathweb

In dem Kloster mit der Brotvermehrungskirche am See Genezareth war Mitte Juni ein Feuer gelegt worden. Ein Trakt des erst 2012 eingeweihten Gebäudes brannte aus. Dem Kloster angegliedert ist eine Begegnungsstätte für israelische und arabische Jugendliche. Gegen drei Tatverdächtige aus Siedlerkreisen besteht Anklage.

Rivlin bekräftigte in seiner Ansprache den Schutz der Religionsfreiheit für alle Glaubensgemeinschaften und hob die Rolle der Christen im Land hervor. Über dieses Thema wolle er auch mit Papst Franziskus bei einem Besuch im Vatikan im September sprechen.

Abt Gregory Collins nannte den Besuch Rivlins sowie dessen persönlichen Anruf am Tag des Anschlags “ermutigende Zeichen” für eine Fortsetzung der Versöhnungsarbeit. Zugleich verwies er auf wiederholte Übergriffe auf benediktinische Stätten in Tabgha und in Jerusalem in den vergangenen vier Jahren. Collins forderte einen besseren Polizeischutz. Zudem müsse Bildung darauf hinwirken, religiöse Gewalt und Hass zu verhindern.

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Dodo Laun: Lebensrecht um jeden Preis

weihbischof-andreas-launLaun kritisiert in „Profil“-Sommerinterview auch den Abtreibungsgrund „Behinderung“: „Ich wurde mit schwerer Hasenscharte und einem Wolfsrachen geboren… Auch hier gilt die genannte Logik: Darf man mich töten?“

kath.net

Dass der Islam eine missionierende Mission ist, nehme er den Muslimen nicht übel, „solange sie es ohne Gewalt tun. Aber sie haben es schon am Beginn getan, es steht im Koran, und heute haben wir die ISIS! Dankbar füge ich an: Es gibt auch anders denkende Muslime.“ Dies sagte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun (Foto) im Sommerinterview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“. Manchen Strömungen müsse man allerdings schon in den Anfängen Widerstand leisten, erläuterte Laun und erinnerte: „Heute wird oft beklagt, dass man den Nationalsozialismus nicht schon früher als Teufelswerk erkannt hat. Mein Vater hatte einen jüdischen Freund, der immer gesagt hat: ‚Herr Laun, machen Sie sich doch keine Sorgen, das ist das Volk des Goethe, der Dichter und Denker.‘ Was dann herausgekommen ist, wissen wir ja.“

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