Archiv der Kategorie: Gesellschaft

In welches Land soll Europa “seine” Flüchtlinge denn schicken, Miss Bishop?

Australische Anzeigenkampagne: „Keine Chance – Ihr werdet Australien nicht zu eurer Heimat machen.”

Die australische Flüchtlingspolitik macht Schlagzeilen weit über die Grenzen des Kontinents hinaus. Sie ist berüchtigt für Grenzschutz ohne Rücksicht auf Verluste. Angesichts der Schiffsunglücke im Mittelmeer preist nun ausgerechnet die australische Außenministerin ihre Politik als Vorbild für Europa an.


Von Annett Klinzmann|MiGAZIN

Manchmal fehlen die Worte. Julie Bishop, australische Außenministerin, kommentierte die Flüchtlingskatastrohe im Mittelmeer mit dem Verweis auf die “erfolgreiche” Asylpolitik ihrer Regierung. Diese könne laut Bishop möglicherweise Modell stehen für strategische Ansätze Europas. Bishop, so muss man hinzufügen, scheiterte gerade bei dem Versuch, den Iran zur Rückführung “seiner” Asylbewerber zu bewegen. Wären die Verhandlungen Bishops geglückt, hätte Australien die Gesamtzahl seiner Asylbewerber um 50 Prozent reduziert. Die iranische Führung bekundete jedoch kein Interesse.

Wie sieht nun die australische Lösung aus, die Bishop mit einem hohen Maß an Selbstvertrauen an Europa weiterempfiehlt? Als Mitte 2013 die liberale Koalition unter Tony Abbots die Regierung übernimmt, macht sie Grenzschutz zu einer seiner Prioritäten. Schlepperbanden, die versuchen per Schiff illegal Menschen nach Australien zu bringen, werden ab jetzt zur Umkehr gezwungen. Dies führt nicht nur zur Konfrontation mit dem Nachbarland Indonesien, sondern lässt auch Fragen über die Methoden des Grenzschutzes aufkommen. Die Öffentlichkeit wird jedoch nur spärlich über die Aktionen im Rahmen von “Operation Sovereign Borders” informiert.

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Kubas Präsident Raul Castro besucht den Papst im Vatikan

Raúl Castro (2012), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0/Government.ru

Der kubanische Präsident Raul Castro trifft am Sonntag Papst Franziskus im Vatikan. Die Begegnung in einem Raum der Audienzhalle habe “rein privaten Charakter”, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstagabend mit. Castro hatte dem Papst für die erfolgreiche Vermittlerrolle des Vatikan im Konflikt mit den USA gedankt. Die im Dezember eingeleitete Annäherung zwischen den USA und Kuba war wesentlich auf Vermittlung des Heiligen Stuhls zustande gekommen.


kathweb

Dem Vernehmen nach soll es bei dem Treffen am Sonntagvormittag auch um den Besuch gehen, den Papst Franziskus Ende September unmittelbar vor seinem Besuch in den USA und bei den Vereinten Nationen in New York dem kommunistisch regierten Inselstaat abstatten will.

Der Papst hatte die Präsidenten Kubas und der USA in persönlichen Schreiben eingeladen, ihre Differenzen zu überwinden, und an die USA appelliert, ihr Handelsembargo zu lockern. Der Vermittlungserfolg sei durch die lateinamerikanische Herkunft des Papstes und durch seinen entschiedenen Einsatz für soziale Gerechtigkeit begünstigt worden, hieß es anschließend.

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Pakistan: Versklavt für die Schulden der Vorfahren

Auch Kinder können dem Teufelskreis der Schulden nicht entfliehen.© Zia Khan/DPA

Generationen sind zur Sklaverei verdammt, bis zu fünf Millionen Menschen schuften als Leibeigene, um die Schulden ihrer Vorfahren abzuarbeiten. Was nach Mittelalter klingt, ist in Pakistan Realität.


stern.de

Illusionslos beschreibt der Pakistaner Mohamed Israr die Lage seiner Familie: “Wir sind Sklaven”. Drei Generationen sind in einer Ziegelbrennerei in Schuldknechtschaft gefangen – sie arbeiten, um Schulden abzuzahlen, die Isrars Vater vor vierzig Jahren gemacht hat. Der 35-Jährige hat wenig Hoffnung, dass eines seiner sechs Kinder diesem Teufelskreis je entfliehen kann. “Mein Leben ist die Hölle”, sagt er. Israr sitzt vor dem Brennofen auf einem Stapel Ziegel, die seine Familie hergestellt hat. Pakistans Hauptstadt Islamabad ist nicht weit. “Ich will nicht, dass meine Kinder so leben müssen wie ich, aber ich weiß nicht, was ich tun soll.”

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Dodo Müller: „Es ist nicht möglich, Lehre der Kirche an unsere säkularisierten Staaten anzupassen“

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

In einem Interview für die französische Zeitung La Vie sagte Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Glaubenskongregation: „Es ist nicht möglich, die Lehre der Kirche an unsere säkularisierten Länder anzupassen, außer man akzeptiert ein oberflächliches Christentum“.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

La Vie befragte den Glaubenspräfekten zur bevorstehenden zweiten Bischofssynode über die Familie und dem damit zusammenhängenden, umstrittenen Vorschlag von Kardinal Walter Kasper. Das Interview wurde am 29. April veröffentlicht.

Gefragt wurde der Kardinal unter anderem, ob der Eindruck starker Spannungen zwischen den Synodenteilnehmern zutrifft. Die Antwort von Kardinal Müller:

„Kardinal Kasper hat eine Hypothese vorgelegt, um Menschen zu helfen, die in einer Verbindung leben, die für die Kirche nicht sakramental ist. Wir stimmen alle darin überein, unseren Brüdern und Schwestern, die sich in einer solchen Situation befinden, helfen zu wollen. Aber wie? Die Lehre der Kirche ist keine Theorie. Sie beruht auf der Treue zum Wort Gottes. Die Ehe zwischen zwei Getauften ist ein effektives Sakrament und eine objektive Realität. Einen sakramentalen Schatz mit allen seinen konstitutiven Attributen der Freiheit, der Unauflöslichkeit, der Treue und der Fruchtbarkeit aufzulösen, ist unmöglich. Als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre habe ich die Doktrin der Kirche darzulegen. Die Kirche kann nicht die Sakramentalität der Ehen ändern: Man gelobt, treu zu sein bis zum Tod.“

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Deutsche Unternehmen im Ausland: Spitzenrang bei Menschenrechtsverletzungen

Arbeit unter lebensgefährlichen Bedingungen. Im peruanischen Ica retteten Bergarbeiter verschüttete Kollegen im April 2012 aus einer Kupfermine. – Foto: dpa

In wenigen anderen Ländern der Welt sitzen so viele Unternehmen, denen eine Beteiligung an schweren Menschenrechtsverletzungen angelastet wird, wie in Deutschland. Das ergibt eine aktuelle Studie der Universität Maastricht. Nichtregierungsorganisationen fordern politisch verbindliche Regeln – und verweisen auf Frankreich.


Von Dario Sarmadi|DER TAGESSPIEGEL

Es ist eine lange Liste: Darunter die Verseuchung von Wasser in Peru zur Gewinnung von Kupfer für deutsche Autos, Landvertreibungen in Uganda für eine Kaffeeplantage, die Flutung von Dörfern durch einen Staudamm im Sudan sowie die Ausbeutung von Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie. In all diesen Fällen waren deutsche Unternehmen direkt oder indirekt beteiligt, lautet der Vorwurf mehrerer Nichtregierungsorganisationen.

Ein globaler Vergleich von Forschern der Universität Maastricht untermauert die Kritik: Von 1.800 ausgewerteten Menschenrechtsbeschwerden betreffen 87 deutsche Unternehmen, womit Deutschland unter den Ländern den fünften Rang belegt. Lediglich die USA mit 511, Großbritannien mit 198, Kanada mit 110 und China mit 94 Beschwerden liegen noch davor. Die Unternehmen mit den häufigsten Vorkommnissen sind demnach Shell, Chevron und die Anglo Gold Ashanti aus Südafrika.

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Katholische Kirche lockert ihr Arbeitsrecht

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Die katholische Kirche mildert ihr Arbeitsrecht ab. In Zukunft führen schwere Loyalitätsverstöße gegen den kirchlichen Arbeitgeber nicht automatisch zu Kündigungen, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mitteilte.


evangelisch.de

Das neue Arbeitsrecht wurde von mehr als zwei Dritteln der katholischen Bischöfe beschlossen. Es wird damit gerechnet, dass es in den nächsten Monaten in Kraft tritt.

Nach den neuen Regelungen ist auch nach einer Wiederheirat eine Weiterbeschäftigung in einer katholischen Einrichtung möglich. Die Kündigung eines Mitarbeiters soll “das allerletzte Mittel” sein, wie die Bischofskonferenz mitteilte. Dasselbe gilt, wenn Kirchenbeschäftigte eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Auch hier ist der katholische Arbeitgeber nach dem neuen kirchlichen Arbeitsrecht verpflichtet, “alle anderen denkbaren milderen Mittel” auszuschöpfen.

Nach Mai-Demonstrationen: Polizei geht gewaltsam gegen Anwälte in Istanbuler Gericht vor

Die Istanbuler Polizei ist im Zuge der Mai-Demonstrationen nicht nur gegen Demonstranten, sondern auch gegen Anwälte vorgegangen. Die Juristen wollten vor Gericht gegen Hunderte Festnahmen demonstrieren. Darauf hin zückten die Beamten die Schlagstöcke.


Deutsch Türkische Nachrichten

Im zentralen Istanbuler Gerichtsgebäude ist es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Anwälten gekommen. Sicherheitskräfte hinderten die Gruppe am Montag gewaltsam daran, im Gerichtsgebäude eine Presseerklärung zu den 1.-Mai-Demonstrationen zu verlesen. Die Anwälte wollten damit gegen Hunderte Festnahmen am vergangenen Freitag protestieren, wie die Tageszeitung «Hürriyet» berichtete. Polizisten hätten die Juristen mit Schlagstöcken aus dem Gerichtsgebäude gedrängt.

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Interpol Warns Over Potentially Deadly Diet Pills

How Dangerous Are Diet Pills? Sky News

Interpol has issued a global alert over diet pills that are believed to be responsible for the death of a British woman and left a French man seriously ill.


sky NEWS

Eloise Parry was 21-years old when she took the 2.4-Dinitrophenol (DNP) pills that are believed to have contained a highly toxic industrial chemical.

She died on 12 April at the Royal Shrewsbury Hospital.

It is believed she inadvertently took an overdose after buying the pills online.

Police in 190 countries have been issued with the Orange Notice warning about DNP, which is also used as a raw material for explosives.

It was sent out following a request by the French government and after tests were carried out on a substance at a World Anti-Doping Agency laboratory in Australia.

An Interpol statement said: “Although usually sold in yellow powder or capsule form, DNP is also available as a cream.

“Besides the intrinsic dangers of DNP, the risks associated with its use are magnified by illegal manufacturing conditions.

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Papstmesse mit Häftlingen im Petersdom geplant

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Das außerordentliche Heilige Jahr 2015/2016 soll in Rom mit monatlich zwei bis drei offiziellen Großveranstaltungen und liturgischen Feiern begangen werden. Auf dem am Dienstag vorgestellten Programm des Themenjahres, das der Vatikan offiziell “Jubiläum der Barmherzigkeit” nennt, stehen unter anderem Jubiläumsfeiern von Priestern und Diakonen, von Kranken und Jugendlichen und von haupt- und ehrenamtlichen Helfern in sozialkaritativen Diensten. Erstmals ist im Petersdom auch ein eigenes Fest für Gefangene geplant, teilte der Präsident des für die Organisation zuständigen Rates für die Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, mit.


kathweb

Das außerordentliche Heilige Jahr steht unter dem Motto “Barmherzig wie der Vater”. Es dauert vom 8. Dezember bis zum 20. November 2016. Höhepunkte sind unter anderen die Weltjugendtage von 25. bis 31. Juli in Krakau und ein “Jubiläum der Gefangenen” am 6. November 2016. “Es soll nicht nur in den Gefängnissen stattfinden, sondern wir prüfen die Möglichkeit, dass einige Gefangene die Möglichkeit haben werden, mit Papst Franziskus im Petersdom ihr persönliches Heiliges Jahr zu begehen”, so Fisichella.

Das Jubiläum beginnt mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom durch den Papst. In den Wochen danach werden auch in den drei übrigen römischen Papstbasiliken Heilige Pforten geöffnet, am 25. Jänner 2016 die in Sankt Paul vor den Mauern auch in Anwesenheit ökumenischer Gäste. Erstmals sollen auch in den Bischofskirchen in aller Welt und in besonderen Wallfahrtszentren Heilige Pforten offen stehen.

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These Artificial Muscles Are Made of Onion Cells

Image: Applied Physics Letters

Scientists have found that artificial muscles built from onions, yes, onions, may be the most versatile structure of its kind ever made.


By Kari Paul|MOTHERBOARD

Research from scientists at National Taiwan University published Tuesday in the journal Applied Physics Letters has shown that artificial muscles created from onion cells can move in ways no other artificial muscle can. Although the research is in its early stages, artificial muscles could eventually be used in everything from robotics to artificial limbs.

“This present artificial muscle is the first one made of vegetables,” lead researcher Wen-Pen Shih told Motherboard in an email. “It can bend and contract simultaneously like human muscles, that other existing technology can not do.”

A wide range of artificial muscle technology exists, including structures created from elastomers, shape memory alloys, and fishing lines. Shih said in this case, researchers hoped to engineer an artificial muscles with a better capacity for bending and stretching, so they chose the onion.

To create the structure, researchers used the onion’s epidermis: the thin skin under the surface of the vegetable. The epidermis contains a layer of blocky cells arranged in a way that is especially conducive to versatile movement. Shih said they have not yet found any other plant materials that have the same effect and are as accessible as the onion.

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Türkei: Oppositions-Führer wirft Erdoğan „Ehrlosigkeit“ vor

Die persönliche Auseinandersetzung zwischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Oppositions-Chef Kemal Kılıçdaroğlu ist offenbar noch nicht beendet. (Foto: DTN)

Der türkische CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan als „ehr- und würdelos“ bezeichnet. Dieser benehme sich immer noch wie der Chef der Regierungspartei. Erdoğan verdiene das Amt des Präsidenten nicht, so der CHP-Chef. Als positives Gegenbeispiel nennt Kılıçdaroğlu den Ex-Präsidenten Abdullah Gül.


Deutsch Türkische Nachrichten

Der türkische Oppositions-Führer der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, hat den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag scharf kritisiert. „Derjenige, der jede Ehr- und Würdelosigkeit begehen, um eine Wahl zu gewinnen und die Regierung zu stellen, hat nicht das Recht den Sitz des Präsidenten zu besetzen“, zitiert die Zeitung Hürriyet den CHP-Chef. Erdoğan glaube immer noch, dass er der Co-Vorsitzende der AKP sei. „Er – und nicht ich – ist derjenige, der einen Schwur auf das Neutralitäts-Gebot geleistet hat. Wenn er keine Vorbilder hat, um das Amt zu führen, sollte er doch zumindest Abdullah Gül als Vorbild nehmen“, sagte Kılıçdaroğlu.

Nach einer Studie der türkischen Oppositions-Partei könnte es nach den anstehenden Parlamentswahlen im Juni zu einer Großen Koalition zwischen der AKP und CHP kommen.

Die Studie wurde in Form einer Simulation erstellt. Der Simulation zufolge wird die AKP 42,5 Prozent und damit 264 Sitze erhalten. Die CHP würde mit 27,1 Prozent auf 134 Sitze kommen. Die MHP könnte auf 17,6 und die HDP 10,1 Prozent erzielen, berichtet sondakika.com.

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Dodo Mazyek: Unter Druck

Aiman_Mazyek

Aiman Mazyek gilt als das Gesicht des Islams in Deutschland. Doch er steht in der Kritik. Während er die Muslime hierzulande gegen Vorurteile verteidigt, greifen die eigenen Leute ihn scharf an.


Von Anna Lutz|pro Medienmagazin

Aiman Mazyek steht unter Druck, und das merkt man. Als pro sich Anfang März mit ihm zum Interview in Berlin trifft, ist der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zwar fröhlich, aber auch gestresst. Mazyek hastet derzeit von einem Termin zum anderen, demonstriert mit Staatsoberhäuptern gegen Antisemitismus und für Pressefreiheit, führt Gespräche mit Ministern und den interreligiösen Dialog mit den Kirchen. Trotzdem nimmt er sich eine Stunde Gesprächszeit mit einem Magazin aus dem evangelikalen Spektrum. Eigentlich soll das wohl ein positives Signal in Richtung der frommen Christen sein, mehrmals ist der Dialog zwischen Evangelikalen und Muslimen Thema der Unterhaltung. Doch was freundlich beginnt, wird unerfreulich enden.

Wer mit Mazyek spricht, versteht rasch, warum er sich in den Medien so schnell einen Namen machen konnte. Er ist eloquent, schlagfertig und zugleich ehrlich – eine Kombination, die sich so heute selten im politischen Berlin findet. Und ob Mazyek das will oder nicht: Die politische Sphäre ist in einem Deutschland, das tagein, tagaus darüber diskutiert, ob der Islam nun zu ihm gehört oder nicht, ganz natürlich auch zu seiner Bühne geworden. Auf dieser Bühne wiederum bewegt er sich mit einer seltsamen Mischung aus Sicherheit und Impulsivität. Er spricht sich für ein Miteinander von Christen und Muslimen aus. Er erklärt, dass der Islam nichts mit dem Terror zu tun habe; ein Satz, der ihm immer wieder vorgehalten wird, der in seiner Lesart aber überzeugend wirkt. Denn Mazyek will damit nicht sagen, dass es keine Terroristen im islamischen Kontext gibt. Vielmehr drückt er aus, dass islamische Lehre, wie er sie versteht, keinen Raum für solcherlei Gewalt bietet. Er meint: So, wie Jesus die Kreuzzüge nicht befohlen hat, liegt der Terror nicht im eigentlichen Wesen des Islams, auch wenn einzelne Muslime radikal werden.

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Das sind die 20 kuriosesten Sexgesetze in den USA

usaIn Amerikas Gerichtssälen basiert die Rechtsprechung weitgehend auf alten Präzedenzfällen. Zum Teil kuriose Urteile reglementieren die trivialsten Dinge des Alltags. Vor allem das Sexleben der Bürger regeln die Behörden mit größter Liebe zum Detail.


FOCUS ONLINE

Arizona

Damen aufgepasst: im „Grand Canyon State“ ist der Besitz von einsatzfähigen Dildos auf zwei Stück begrenzt! In der Wüstenstadt Tucson dürfen Frauen indes offiziell keine Hosen tragen. Hier ist Rock Pflicht.

Arkansas

Was wohl Monica Lewinsky von diesem Gesetz hält? Ausgerechnet im Heimatstaat ihres Ex-Präsidenten Bill Clinton wird Oralsex als Sodomie verdammt. In Clintons Heimatstadt Little Rock kann Flirten in der Öffentlichkeit zudem mit 30 Tagen Gefängnis bestraft werden.

Florida

Frauen müssen beim Sex immer unten liegen, schließlich ist ausschließlich die Missionarsstellung erlaubt. Darüber hinaus ist es verboten, die Brüste einer Frau zu küssen. Im „Sunshine State“ ist es zudem offiziell ein Verbrechen, nackt zu duschen. Und in Daytona Beach verbietet es der Gesetzgeber, öffentliche Mülleimer sexuell zu belästigen.
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Lärm gegen Strahlen

Logo des Deutschen Atomforums, Bild. wikimedia.org

Auf Atomfässern trommelten gestern Demonstranten zum Protest gegen die heute beginnende Jahrestagung des Deutschen Atomforums in Berlin. Sie machten Lärm dagegen, dass die Konzerne sich finanziell aus der Verantwortung stehlen wollen.


Von Sara Lisa Schäubli|greenpeace magazin

Rund 30 Aktivisten der Anti-Atom-Bewegung skandierten gestern in Berlin: „Atomlobby abschalten!“ Sie gehören vornehmlich zu der politischen Trommelgruppe Solar Drums, der Umweltorganisation Robin Wood und dem Naturschutzverband Naturfreunde. Der Anlass: Ab heute tauschen sich bei der Jahrestagung Kerntechnik in Berlin rund 1000 internationale Delegierte aus Industrie, Forschung und Politik drei Tage lang über die weltweite Zukunft der Atomkraft aus.

„Es war eine nette, laute, kleine Demo“, fasst Philip Bedall, Energiereferent bei Robin Wood, zusammen. Mit Trommel-Einlagen, Reden und zahlreichen atomkritischen Transparenten machten die Aktivisten auf sich und ihre Anliegen aufmerksam. Sie forderten nicht weniger als einen sofortigen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie verbunden mit der Übernahme sämtlicher Kosten für Rückbau von AKWs und die Lagerung des Atommülls durch die Atomkonzerne.

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Religiöse Vielfalt Religion und Freiheit – zwei Welten begegnen sich

Kann die Welt liberal, gelassen und konstruktiv mit religiöser Vielfalt leben? (picture alliance / dpa / Karl Thomas)

In knapp zwei Dritteln aller Staaten wird die Religionsfreiheit missachtet. Tendenz steigend. Das besagt ein Bericht der beiden christlichen Kirchen in Deutschland: Fast täglich gibt es Nachrichten über Gewalttaten im Namen der Religion.


Von Burkhard Schäfers|Deutschlandfunk

“Jede Religion hat fundamentalistische Strömungen. Ich verstehe unter Fundamentalismus vor allem die Bemühung, einer pluralen Welt mit sehr vielfältigen Herausforderungen zu entgehen und zu einer eindeutigen Stellungnahme zurückzufinden. Unter Ausblendung all der anderen Herausforderungen der Religionen, der Kultur, der Welt, der Fragen unserer Zeit.”

Drangsaliert, verschleppt, umgebracht

Religiöse Fanatiker, die offenbar nicht damit leben können, dass ihre Mitmenschen einen anderen Glauben haben: Dieses Phänomen scheint zuzunehmen. Der Münchner Dogmatiker Peter Neuner beschäftigt sich damit seit vielen Jahren. Die Freiheit der anderen wird eingeschränkt, sie werden drangsaliert, verschleppt, umgebracht. Dabei galt lange die These von der Säkularisierung: Vom Rückzug der Religion in einer zunehmend aufgeklärten Welt.

“Die gesamte Tendenz eines Säkularismus ist ja eine europäische Angelegenheit. Weltweit ist die Ausnahme Europa. Insgesamt sind die Religionen in einer expandierenden Bewegung. In Ostasien auf jeden Fall – China, Korea. Ähnlich die Situation in den USA, wo man auch von Säkularisierung in gar keiner Weise sprechen kann.”

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Cern gelingt erste kontrollierte Teilchenkollision

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums

Simulation eines Teilchenschauers inklusive Higgs-Teilchen (Quelle: CERN). Eine Methode mit Bums

Erstmals kam es zu einer kontrollierten Teilchenkollision im Kernforschungszentrum Cern in Genf. Das ist der erste wichtige Schritt vor der Kollision mit Rekordenergie.


Augsburger Allgemeine

Nach der umfassenden Modernisierug im größten Teilchenbeschleuniger der Welt sind erstmals Partikel kontrolliert aufeinandergeprallt. Laut Europäischen Kernforschungszentrum Cern sei dies ein wichtiger Schritt, bevor am Large Hadron Collider (LHC) im Sommer Teilchenkollisionen bei Rekordenergien durchgeführt würden.

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Jüdisches Leben in Russland: Noch immer auf der Hut

Ein Mann betet in einer Synagoge in Moskau. (AFP / Natalia Kolesnikova)

Viele Juden loben, dass sich das religiöse Leben im heutigen Russland besser als je zuvor entfalten kann. Doch euphorisch werden sie nicht. Sie fürchten, dass sie unter der Isolierung Moskaus leiden könnten und der Antisemitismus zurückkehrt, wenn der Staat sich einen neuen Feind sucht.


Von Sabine Adler|Deutschlandfunk

Mehrfach täglich erinnert derzeit das russische Fernsehen an die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges, der in Russland der “Große Vaterländische Krieg” genannt wird: “Das sowjetische Informationsbüro meldet: In der Nacht zum 19. März griffen unsere Bombenflugzeuge Militärobjekte in den Städten Danzig, Gdingen und Königsberg an. Infolge der Angriffe brach Feuer aus. Einheiten der Ersten Weißrussischen Front griffen heute Stadt und Festung Küstrin an der Oder an. Am heutigen Tag verloren die Deutschen 134 Panzer. In Luftkämpfen und durch Flak-Artillerie wurden neun Flugzeuge des Gegners vernichtet.”

Dokumentationen, Diskussionen und Filme im Fernsehen, Plakate, Fahnen allerorten. Nun haben sich in die russischen Vorbereitungen zum 70. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai Stimmen gemischt, die man mit diesem Feiertag nicht sofort in einen Zusammenhang bringt: Die der Juden Russlands. German Sachajajew, Mitglied im Präsidium des Russischen Jüdischen Kongresses, hat vorgeschlagen, den Tag des Kriegsendes in den jüdischen Feiertagskalender aufzunehmen. Eine Idee, für die er zu Hause Werbung macht, aber auch in Israel und sogar – wie hier – in den USA:

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Gegen Assad und IS: “Armee des Islam” zeigt beängstigende Militärparade

Die “Armee des Islam” umfasst etwa 25.000 Soldaten. In einem beängstigenden Propagandavideo marschierte jetzt ein Teil der Truppen nahe Damaskus auf. Laut Aussage der Armee war es die größte Militärparade seit Beginn der syrischen Revolution.


FOCUS ONLINE

Die militante Gruppierung Jaysh Al-Islam kämpft gegen die syrische Regierung unter der Führung Bashar Al-Assads in Damaskus und gegen den islamischen Staat. Die Kampftruppen, die sich selbst „Armee des Islam“ nennen, haben vor kurzem ein Propaganda-Video veröffentlicht, das deren militärische Stärke unter Beweis stellen soll. Bei der Militärparade, die in einem Vorort von Damaskus abgehalten wurde, marschierten etwa 1700 Soldaten auf. Die Stärke der Armee wird auf 25.000 Mann geschätzt. Dabei besteht sie aus rund 50 verschiedenen Fraktionen unter der Führung von Zahran Alloush.

Alloush ist auch der militärische Leiter der Islamischen Front ein Bündnis aus sieben islamistischen Oppositionsgruppierungen im Bürgerkrieg in Syrien. Das Bündnis will einen islamischen Staat errichten unter der Führung eines gewählten Beratungsgremiums und der Scharia als offiziell geltendes Recht.

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Bsirske: Kirchliches Arbeitsrecht nicht mehr tragbar

Bild: bb

Bild: bb

Ver.di-Chef Frank Bsirske hat das kirchliche Arbeitsrecht als nicht weiter tragbar bezeichnet.


evangelisch.de

Die beiden christlichen Kirchen in Deutschland dürften nicht weiterhin ihren über eine Million Beschäftigten das Streikrecht verweigern, forderte er am Montagabend in Duisburg beim zweiten Kirchlichen Dienstgebertag des bundesweiten Unternehmerverbandes Soziale Dienste und Bildung. “Der Dritte Weg der Kirchen ist für uns keine akzeptable Alternative”, sagte Bsirske.

Der Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Essen, Andreas Meiwes, und der Hauptgeschäftsführer der St. Elisabeth-Stiftung Essen, Heinz Diste, wiesen die Kritik des ver.di-Chefs in der Diskussionsveranstaltung zurück. Zugleich sprachen sie sich dafür aus, die Regelungen des kirchlichen Arbeitsrechts ständig zu überprüfen und anzupassen.

Universitäre Dummheit: “Auch der Unglaube ist nur ein Glaube”

batman_atheist

“Auch der Unglaube ist nur ein Glaube”: Diesen programmatischen Titel trägt ein Symposion an der Universität Wien, das sich dem vielschichtigen Werk des deutschen Literaten und Büchner-Preisträgers Arnold Stadler aus theologischer, literaturwissenschaftlicher und kunstgeschichtlicher Perspektive nähert. Dabei gehe es auch um die “Frage nach der humanen Relevanz des Gottesthemas angesichts der Verletzlichkeit und Hinfälligkeit des Menschen”, heißt es in einer Ankündigung der veranstaltenden Katholisch-Theologischen Fakultät. Stadler selbst wird am 11. Mai um 19 Uhr im Kleinen Festsaal im Hauptgebäude der Uni Wien den Festvortrag zum Tagungstitel halten und dabei auch “Bemerkungen zur (a)religiösen Signatur der Zeit” machen.


kathweb

Auch der Organisator des Symposions, der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück, wies in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung “Der Sonntag” darauf hin, dass das Wort “Gott” in der Literatur lange tabu war. Schriftsteller wie Arnold Stadler, der selbst Theologie in München und Rom sowie Germanistik studierte, würden sich dagegen “zur Wehr setzen”. Freilich würden gute Autoren abseits jeglicher “frommen Selbstgewissheit” die Vokabel “Gott” sparsam oder gar nicht verwenden, so Tück. “Es reichen Andeutungen.”

Die Bücher Stadlers würden Verständigungspotenziale zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden in einer weithin säkularisierten Gesellschaft aufdecken, heißt es in der Ankündigung des Symposions. Das “neu möglich gewordene Gespräch zwischen Religion und Literatur” solle dabei aufgenommen und vertieft werden. Jan-Heiner Tück: “Arnold Stadlers Werk richtet sich gegen einen allzu gewissen Zweifel, der alles, nur nicht sich selbst, infrage stellt.” Ein irritationsfreier Atheismus reduziere die Wirklichkeit auf das Sichtbare, Überprüfbare und Machbare und biete somit letztlich nur eine begrenzte Perspektive.

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