Der Trumpismus, seine Claqueure und Gegner

Protestierende haben sich angekettet, um einen Eingang zu blockieren. Bild: DisruptJ20
Protestierende haben sich angekettet, um einen Eingang zu blockieren. Bild: DisruptJ20
Eins hat der Präsident der USA schon geschafft. Obwohl er noch gar nicht im Amt war, wurde bereits eine Politikform nach ihm benannt. Der Begriff des Trumpismus wurde in vielen Medien seziert. Dabei wusste niemand so genau, was dieser Trumpismus eigentlich sein soll.

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

„Ist es fair, Donald Trump aus der Ferne zu analysieren?“, fragte denn auch Die Zeit. Damit wird das Problem des Trump-Diskurses der letzten Wochen auf den Punkt gebracht. Da Trump als rechter Populist immer das sagt, was das jeweilige Publikum seiner Zielgruppen von ihm hören will, kann es auch keine Definition des Trumpismus geben. Auch da kann jeder etwas Anderes rein interpretieren.

Das erklärt, warum autoritäre Linke wie Rainer Rupp durchaus Hoffnung in Trump setzen. Ausgerechnet vor einem Bild von Karl Marx, der die Globalisierung zu den Positiva der historischem Rolle des Kapitalismus zählte, lobt Rupp den angeglichen Globalisierungsgegner Trump. Besonders erfreut ist der Putin-Freund Rupp darüber, dass Trump mit Russland gut kooperieren will.

Nun könnte man dem ehemaligen Nato-Spion Rupp viel Spaß bei seiner Reise zum „Magazin für Souveränität“, Compact, wünschen. Doch es gibt im Lager der autoritären Traditionslinken durchaus mehr Sympathie für Trump, die aber bisher eher leise geäußert wird, weil viele noch unsicher sind, ob Trump seine Ankündigen überhaupt ernst meint. Doch sollte er sich mit Putin verständigen, könnte sich die Querfront zwischen Trumpisten und Teilen der autoritären Linken noch deutlicher manifestieren. Da wird wieder ein Lagerdenken bedient.

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Der Todeskampf des türkischen Schulsystems

 Indoktrinierung statt Freiheit - bald in allen Klassenzimmern? Eine Mittelschule in der Provinz Van, im äußersten Osten der Türkei. (Foto: Alamy/mauritius images)
Indoktrinierung statt Freiheit – bald in allen Klassenzimmern? Eine Mittelschule in der Provinz Van, im äußersten Osten der Türkei. (Foto: Alamy/mauritius images)
Schulen werden islamisiert, die Evolutionslehre wird aus den Lehrplänen gestrichen: Die säkulare Türkei gehört der Vergangenheit an.

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

Diese Tage sind lange her, fast vergessen. Es war in den späten Sechzigerjahren. In einem Gymnasium in Eskişehir, einer anatolischen Industriestadt, habe ich mit einem Schulfreund Zeit außerhalb der Klasse verbracht, ohne unsere Mitschüler. Mein Freund hieß Haluk, glaube ich – ein stiller, bedachter Junge.

Es war noch die „alte Türkei“, die beharrlich daran arbeitete, ein säkulares Leitbild in der Gesellschaft zu verankern, ganz im Sinne des Gründers der Republik, Mustafa Kemal Atatürk. In den Grundschulen wurde Religion nicht unterrichtet. Später durfte man selbst wählen, ob man den Religionsunterricht besuchen möchte.

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Bundesinnenministerium will mit Ditib(IMs) im Gespräch bleiben

ditib

Die Frage, wie abhängig der Islamverband Ditib von der türkischen Regierung ist, beschäftigt Politiker deutschlandweit. Die Bundesregierung will weiterhin mit Ditib reden, Niedersachsens hat die Verhandlungen über einen Rahmenvertrag dagegen auf Eis gelegt.

evangelisch.de

Trotz Ermittlungen wegen Spionagetätigkeiten gegen den Islamverband Ditib hält das Bundesinnenministerium am Dialog mit der türkei-nahen Vereinigung fest. Gerade jetzt sei es notwendig, mit Ditib als dem mit Abstand größten Zusammenschluss von Moscheegemeinden in Deutschland im Gespräch zu bleiben, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. Das Land Niedersachsen hingegen kündigte am Freitag an, den geplanten Rahmenvertrag mit den islamischen Verbänden auszusetzen. Erst nach den Landtagswahlen im Januar 2018 soll weiter verhandelt werden.

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Eine Jesidin spricht Klartext über die Folgen der Einwanderung

 Düzen Tekkal, freie Journalistin, in der Sendung
Düzen Tekkal, freie Journalistin, in der Sendung „Anne Will“. 2016 erschien ihr Buch „Deutschland ist bedroht. Warum wir unsere Werte jetzt verteidigen müssen“ Quelle: picture alliance/ZB/Karlheinz Schindler
Düzen Tekkal, Deutsche mit kurdischen Wurzeln, fordert Härte gegenüber dem religiösen Extremismus. Sie ist eine Stimme, die auf Beschwichtigungsformeln verzichtet und trotzdem nicht nach AfD klingt.

Von Thomas Schmoll | DIE WELT

Düzen Tekkal bezeichnet Berlin als „das Herz der Demokratie“ Deutschlands. Am Donnerstagabend weilt sie in einem der Organe, dessen Auftrag es ist, dieses Herz mit am Leben zu halten.

Tekkal – eingeladen von der CDU und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – spricht in einem Saal im dritten Stock des Landesparlamentes. Beinahe zwei Stunden lang legt die 38-Jährige dar, wie die Demokratie vor dem allmählichen oder plötzlichen Herzstillstand bewahrt werden kann. Denn der droht ihrer Meinung nach, wenn der Zustand der Bundesrepublik nicht endlich ehrlich diagnostiziert wird.

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Australien: Mensch gegen Riesenwombat

 Echsen, Wombats, tonnenschwere Kängurus: Durch Australien streiften einst riesenhafte Tiere. (Foto: Peter Trusler, Monash University)
Echsen, Wombats, tonnenschwere Kängurus: Durch Australien streiften einst riesenhafte Tiere. (Foto: Peter Trusler, Monash University)
Einst bewohnten gigantische Tiere den australischen Dschungel – wie viel Schuld tragen Jäger und Sammler an ihrem Verschwinden?

Von Ali Vahid Roodsari | Süddeutsche.de

Die Erde zittert, auf der Suche nach Nahrung marschiert ein zwei Tonnen schwerer Wombat durchs Gebüsch. Eine sieben Meter lange Eidechse kriecht aus Angst eilig davon. Eine Schildkröte, so groß wie ein Volkswagen, zieht zum Schutz den Kopf in den Panzer.

So ähnlich könnte eine Szene im australischen Dschungel vor rund 45 000 Jahren ausgesehen haben. Damals bevölkerten noch riesige Tiere – genannt Megafauna – den Kontinent. Irgendwann verschwanden aber die großen Verwandten der heutigen Echsen, Wombats und Schildkröten. Als Grund verdächtigten Forscher bisher den Klimawandel, aber eine neue Studie zeigt: Der Mensch ist wahrscheinlich schuld. (Nature Communications)

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All References to Climate Change Have Been Deleted From the White House Website

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
At 11:59 am eastern, the official White House website had a lengthy information page about the threat of climate change and the steps the federal government had taken to fight it. At noon, at the instant Donald Trump took office, the page was gone, as well as any mention of climate change or global warming.

By Jason Koebler | MOTHERBOARD

It’s customary for www.whitehouse.gov to flip over to the new administration exactly at noon, but the only mention of climate on President Trump’s new website is under his “America First Energy Plan” page, in which he vows to destroy President Obama’s Climate Action Plan, which is a government-wide plan to reduce carbon emissions and address climate change. To reiterate: It is normal that the site is completely new; it is notable that climate change is not mentioned on any one of Trump’s new pages.

“President Trump is committed to eliminating harmful and unnecessary policies such as the Climate Action Plan and the Waters of the U.S. rule,” the site says. A search of the website found no mention of „global warming,“ and the only mentions of „climate change“ were archived pages that, after clicking on the links, led to scrubbed pages.

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Atheismus: Die Ächtung der Ungläubigen

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Nicht zu glauben, ungläubig zu sein, war lange Zeit nicht nur in Europa eine Todsünde. Auch heute noch kann Atheismus in 13 islamisch geprägten Ländern mit dem Tod bestraft werden. Dabei ist der Unglaube vermutlich genauso alt wie der Glaube selbst, wie antike Texte zeigen. Und manchmal war er sogar der Karriere förderlich.

Von Eva-Maria Götz-Laufenberg | Deutschlandfunk

Atheismus gibt es, seitdem es Religion gibt, meint die Heidelberger Historikerin Susan Richter. Zahlreiche Quellen, die belegen, dass Menschen die Existenz einer transzendentalen Macht anzweifeln, finden sich bereits in der Antike. Und auch da stand der Unglauben schon unter Strafe. Das gilt insbesondere für die Zeit der Spätantike und des frühen Christentums.

„Etwa der Codex Justinianus hat im Jahr 529 bereits strafrechtliche Maßnahmen katalogisiert, wie mit einem „Apostaten“, also einem der sich gegen Gott stellt, und von Gott abwendet, umzugehen ist, nämlich damit, dass ihm die Rechtsfähigkeit zu entziehen ist, und dass er kein Testament aufstellen darf, nicht zuletzt, um seine Ideen nicht zu vererben.“

Die Begründung für die Verfolgung atheistischer Vorstellungen liegt auf der Hand: Religionen waren immer mit Werten verbunden und diejenigen, die die Existenz eines Gottes leugneten, standen unter dem Verdacht, damit auch den moralischen Verhaltenskodex von Staat und Gesellschaft infrage zu stellen. Sie wurden zur Bedrohung.

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Falscher Papst-Gebetsaufruf kursiert in Social Media

© Bild: katholisch.de (Montage)
© Bild: katholisch.de (Montage)
Es klingt dramatisch: Papst Franziskus ruft zum Gebet für von Islamisten bedrohte irakische Christen auf. Über WhatsApp und E-Mail verbreitet sich der Aufruf tausendfach – doch etwas daran ist faul.

katholisch.de

Seit einigen Tagen kursiert vor allem über E-Mail und WhatsApp verstärkt ein gefälschter Gebetsaufruf von Papst Franziskus. Darin wird für „heute Abend um 21:00 Uhr“ zu einem Friedensgebet für Syrien und die Welt aufgerufen. Anlass soll die Eroberung der „größten irakischen christlichen Stadt“ durch „die radikal-islamische Gruppe Quaragosh“ sein, den christlichen Bewohnern der Stadt drohe die Enthauptung.

Der Aufruf geht zurück auf einen Kettenbrief, der seit 2014 in englischer und italienischer Sprache in verschiedenen Fassungen kursiert. Sowohl die auf die Aufdeckung von Falschmeldungen spezialisierte Webseite Snopes wie das Informationsportal Catholic Online haben die Informationen bereits 2014 richtiggestellt.

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Sonnensturm: Wie schlimm wären die Folgen?

Ein extrremer Sonnensturm trifft im Mittel alls 100 bsi 200 Jahre einmal die Erde © NASA
Ein extrremer Sonnensturm trifft im Mittel alle 100 bis 200 Jahre einmal die Erde
© NASA
Folgenreiches Blackout: Sollte ein starker Sonnensturm die Erde treffen, könnten die Folgen schlimmer sein als bisher gedacht. Allein in den USA könnten bis zu zwei Drittel der Bevölkerung von Ausfällen des Stromnetzes und der Telekommunikation betroffen sein, wie Forscher ermittelten. Die finanziellen Folgen für Wirtschaft und Infrastruktur beziffern sich auf acht bis gut 40 Milliarden US-Dollar – täglich.

scinexx

Ausbrüche gewaltiger Plasmawolken auf der Sonne sind nichts Ungewöhnliches. Die meisten dieser Sonnenstürme erreichen jedoch unsere Erde nicht oder werden von den magnetischen Schutzschilden unseres Planeten abgefangen. Doch fällt ein Sonnensturm besonders stark aus und ist er noch dazu unserem Magnetfeld entgegengesetzt gepolt, kann er zu einer echten Gefahr werden.

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Syrien: Die unbedrängte Terror-Unterstützung aus Katar

Al Udeid Air Base. Foto: US-Air-Force / gemeinfrei
Al Udeid Air Base. Foto: US-Air-Force / gemeinfrei
Ein US-Bericht rät Trump dazu, das Centcom-Hauptquartier bei Doha zu verlegen, um den Druck auf den Golfstaat zu erhöhen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Es war ein großer Schwindel an der Öffentlichkeit, dass Politiker und große Medien die al-Nusra-Front und Ahrar al-Sham im Kampf um Aleppo als „Rebellen“ zu verkaufen suchten. Dabei spielte Geld keine geringe Rolle, nämlich Millionen Dollar aus Katar, die eingesetzt wurden, um Dohas Schützlinge – und die eigene Rolle im Spiel – gut zu präsentieren.

Experten aus US-Think Tanks, zu denen Katar gute Beziehungen hat, machten interpretatorische Vorgaben, die von westlichen Medien bereitwillig übernommen wurden. Dazu gehörte, die al-Qaida-Miliz al-Nusra-Front und ihre Kampfverbündeten von der Ahrar al-Sham als Teil einer Widerstandsbewegung zu schildern, die im Mondscheinlicht der Verallgemeinerungen als „gute Opposition“ den wahren Schurken al-Assad und Putin gegenübergestellt wurde.

Einer dieser Think Tanks, die mit Millionen aus Katar begünstig werden, ist das Brookings Doha Center, ein Ableger des US-Think Tanks Brookings Institution. Charles Lister, ein britischer Syrien-Spezialist mit exzellenten Verbindungen nach Washington und zu US-Publikationen, war als visiting fellow für das Brookings Doha Center tätig. Er setzte sich beständig dafür ein, dass die syrische Opposition sehr viel stärker mit Waffen unterstützt werde und dass sie in gutem Licht dargestellt wird.

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Viren sprechen miteinander

Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
Viren von Bakterien unterhalten sich darüber, ob sie ihren Wirtszellen schnell den Garaus machen sollen oder nicht. Diese Art der Kommunikation war bisher noch nie belauscht worden.

Von Jan Osterkamp | Spektrum.de

Bakterien befallende Viren können einander mitteilen, auf welchem Weg sich je nach Umweltbedingungen die Übernahme einer Wirtszelle am ehesten lohnt. Diese Art der Kommunikation hatten Wissenschaftler den Zellparasiten bisher nicht zugetraut, weshalb sie wohl bis dato auch völlig übersehen wurde. Nun soll untersucht werden, ob nicht nur Bakteriophagen, sondern auch andere Viren – etwa solche des Menschen – ähnliche Signale austauschen. Träfe dies zu, so könnte man den Erregern vielleicht in Zukunft auf bisher unbeschrittenen Wegen entgegentreten.

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Rom: Kinderschutzkommission weist Fittipaldi-Vorwürfe zurück

missbrauch

Deutscher Jesuit Zollner: Papst setzte nach Vorschlägen der Kommission konkrete Maßnahmen – Journalist Fittipaldi behauptet in seinem am Donnerstag in Italien erschienen Buch „Lussuria“ (Wollust), die Kommission habe „wenig oder nichts“ bewegt

kath.net

Der deutsche Jesuit Hans Zollner hat Vorwürfe gegen die päpstliche Kinderschutzkommission zurückgewiesen, die ein neues Enthüllungsbuch erhebt. Die Darstellung der Kommission und ihrer Arbeit „wimmelt von Fehlern, Ungenauigkeiten und Vermutungen“, sagte Zollner im „Kathpress“-Interview am Donnerstag in Rom.

Außerdem sei der Autor Emiliano Fittipaldi offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand. Er nehme nur die Entwicklung bis 2014 oder Anfang 2015 zur Kenntnis, so der Leiter des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana. Das gelte seinem Eindruck nach auch für weite Teile des gesamten Werks.

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Warum Alzheimer-Patienten die Orientierung verlieren

Feuermuster einer Zelle aus der
Feuermuster einer Zelle aus der „mental Map“ des Gehirns, dem entorhinalen Cortex. Diese Zellen werden bei ALzheimer von Tau-Proteinen zerstört. © Karen Duff/ Columbia University Medical Center
„Mental Map“ gestört: Forscher haben untersucht, warum viele Alzheimer-Patienten ihren Orientierungssinn verlieren. Dabei zeigte sich: Nicht die Amyloid-Plaques, sondern die fädigen Tau-Proteine sind am Ausfall des neuronalen „GPS“ schuld. Denn diese fehlgefalteten Proteine bilden sich besonders früh im entorhinalen Cortex, dem Sitz der „mental Map“ unseres Gehirns. Diese neue Erkenntnis könnte sowohl bei der Diagnose als auch der Therapie von Alzheimer hilfreich sein, so die Forscher im Fachmagazin „Neuron“.

scinexx

Es gilt als eines der typischen Symptome der Alzheimer-Demenz: Betroffene verirren sich immer häufiger selbst in bekanntem Gebiet und finden beispielsweise den Weg nach Hause nicht mehr. Rund drei von fünf Patienten sind von solchen Orientierungsstörungen betroffen. Schon länger vermuten Forscher, dass dieses Phänomen von Schäden im hirneigenen Navigationssystem ausgelöst wird.

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Thüringer Verfassungsschutz prüft Beobachtung Höckes nach umstrittener Rede

Das Logo von
Das Logo von „Alternative für Deutschland“ (AFD), bearb. MiG
Nach der umstrittenen Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke wird vor einem weiteren Rechtsruck der Partei gewarnt. Der Thüringer Verfassungsschutz will Höckes Äußerungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal prüfen.

MiGAZIN

Die Kritik an Thüringens AfD-Vorsitzendem Björn Höcke nach dessen Dresdner Rede reißt nicht ab. Wissenschaftler warnten am Donnerstag vor einer zunehmenden Radikalisierung der Partei. Höckes Äußerungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal riefen auch den Thüringer Verfassungsschutz auf den Plan: Die Behörde prüft eine Beobachtung des umstrittenen Politikers.

Höcke hatte am Dienstagabend bei einem Auftritt in Dresden mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin beklagt, die Deutschen seien „das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“. Deutschland befinde sich im Gemütszustand „eines total besiegten Volkes“.

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Die Sicherheitshose: Angst kommt in Mode

Bild. heise.de/tp
Bild. heise.de/tp
Ängstlichen Joggerinnen soll eine neuartige Hose helfen, vor Vergewaltigungen und sexueller Belästigung gefeit zu sein.

Von Alexander und Bettina Hammer | TELEPOLIS

Seit den Ereignissen in der Silvesternacht 2015 wächst, so den Berichten geglaubt werden kann, die Angst davor, als Frau sexuell belästigt oder vergewaltigt zu werden. Während seit einiger Zeit noch davon ausgegangen wurde, dass der Hauptanteil der sexuellen Straftaten eher im Bekannten- und Verwandtenkreis stattfindet, so feiert die Angst vor dem, was draußen lauert, ein Comeback. Es ist daher wenig verwunderlich, dass mit den diversen „Sicherheitsangeboten“ auch Profit gemacht wird, gleichgültig ob es um Pfefferspray, Messer, Schusswaffen oder Selbstverteidigungskursen geht.

Eine neue Idee für ängstliche Joggerinnen wird momentan als Sicherheitssau durchs Angstdorf gegrieben: die „Safe Shorts“, eine Hose die mittels diverser Techniken für mehr Sicherheit für die Trägerin sorgen soll. Die Medien, die die Hose thematisieren, agieren dabei eher eindimensional. So wird geschrieben, mit dieser Hose habe endlich kein Vergewaltiger mehr eine Chance, man sei durch sie sicher, die Hose schütze vor Vergewaltigungen … Was sich bei den Artikeln kaum findet, ist eine Auseinandersetzung mit der Frage, inwiefern die Hose sinnvoll ist und welche Vor- und Nachteile sie bietet – die Texte wirken deshalb eher wie schlecht vertuschte Werbung.

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„Yolocaust“ : Touristen, die auf Toten tanzen

Shapira: Höcke soll sich das mal anschauen und reflektieren, was er da in Dresden so über Erinnerungskultur gesagt hat. Foto: screenshot
Shapira: Höcke soll sich das mal anschauen und reflektieren, was er da in Dresden so über Erinnerungskultur gesagt hat. Foto: screenshot
Der Berliner Autor und Satiriker Shahak Shapira entlarvt das Verhalten von Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin und erntet viel Aufmerksamkeit

Frankfurter Rundschau

Der Berliner Autor und Satiriker Shahak Shapira (28) hat mit einer entlarvenden Website über das Verhalten von Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin einen Internet-Hit gelandet. Die Seite „Yolocaust.de“ sei am Mittwochmittag online gegangen und in den ersten zwölf Stunden mehr als 500 000 mal aufgerufen worden, teilte Shapiras Agentin am Donnerstag mit. Das Wort „yolocaust“ setzt sich aus dem Hashtag YOLO (You Only Live Once/Du lebst nur einmal) und Holocaust zusammen.

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Zerstörung von Beduinendorf in Israel: Kein Ort zum Leben

Bedouins cry following the destruction of houses on January 18, 2017 in the Bedouin village of Umm al-Hiran. (AFP PHOTO / MENAHEM KAHANA) The Times of Israel
Bedouins cry following the destruction of houses on January 18, 2017 in the Bedouin village of Umm al-Hiran. (AFP PHOTO / MENAHEM KAHANA)/ The Times of Israel
Israel räumt ein Beduinendorf, um Platz zu machen für ein jüdisches. Die arabische Minderheit sieht die Zerstörung des Ortes als weiteren Beleg für ihre Diskriminierung. Ein tödlicher Zwischenfall verschärft die Lage.

Von Christoph Sydow | SpON

Das Dorf, über das Israel streitet, besteht nur aus ein paar Dutzend Häusern. Rund tausend Menschen leben in Umm al-Hiran, einem kleinen Fleck am Rande der Negev-Wüste. Ihre Häuser, manche sind kaum mehr als Blechhütten, sind weder an das Wasser- noch an das Stromnetz angeschlossen.

Umm al-Hiran ist eine von 46 Beduinensiedlungen in Israel, die nicht offiziell anerkannt werden. Israels Oberster Gerichtshof hat deshalb die Zerstörung des Dorfes angeordnet. Die arabischen Beduinen sollen Platz machen für ein jüdisches Dorf, das der Staat an gleicher Stelle errichten will. Ihre neue Heimat soll das Dorf Hura werden, ein erst 1989 gegründeter Ort, in das Stück für Stück die Bewohner der illegalen arabischen Dörfer im Negev übersiedeln sollen.

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Fear and loathing in Umm al-Hiran

While most Israelis were coping with another ‘terror attack’ in which a policeman was killed, at the partly demolished Bedouin village a very different narrative held sway

By Dov Lieber | The Times of Israel

Something smelled rotten. I couldn’t tell if it was the dried blood on Joint (Arab) List leader MK Ayman Odeh’s shirt, or the dead dog lying on the side of the desert road.

It was around 10 a.m. Wednesday, and we were at a roadblock where police were preventing anyone from getting through. Not even Odeh himself, who earlier in the morning was hit in the head by what he said was a sponge-tipped bullet, the police said was an errant rock thrown by Bedouin protesters, and the doctors at the hospital said they couldn’t say for sure.

There had already been two fatalities, and police didn’t want any more problems before they finished demolishing about a dozen homes and shacks in the unauthorized Bedouin village of Umm al-Hiran, around a mile off in the distance.

Hours earlier, pre-dawn, a 47-year-old local schoolteacher named Yaqoub Mousa Abu Al-Qia’an drove his car into a group of police officers, killing 1st Sgt. Erez Levi, 34.

The police and Israel’s government were quick to call the incident another terrorist ramming attack, like the attack last week in Jerusalem that killed four Israeli soldiers. And just like the Jerusalem attacker, Al-Qia’an was immediately said to have ties to an Islamist group, and this explained why he went out to commit an attack.

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Elite Scientists Have Told the Pentagon That AI Won’t Threaten Humanity

DARPA's ACTUV uncrewed submarine tracker. Image: DARPA
DARPA’s ACTUV uncrewed submarine tracker. Image: DARPA
A new report authored by a group of independent US scientists advising the US Dept. of Defense (DoD) on artificial intelligence (AI) claims that perceived existential threats to humanity posed by the technology, such as drones seen by the public as killer robots, are at best “uninformed”.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

Still, the scientists acknowledge that AI will be integral to most future DoD systems and platforms, but AI that could act like a human “is at most a small part of AI’s relevance to the DoD mission”. Instead, a key application area of AI for the DoD is in augmenting human performance.

Perspectives on Research in Artificial Intelligence and Artificial General Intelligence Relevant to DoD, first reported by Steven Aftergood at the Federation of American Scientists, has been researched and written by scientists belonging to JASON, the historically secretive organization that counsels the US government on scientific matters.

Outlining the potential use cases of AI for the DoD, the JASON scientists make sure to point out that the growing public suspicion of AI is “not always based on fact”, especially when it comes to military technologies. Highlighting SpaceX boss Elon Musk’s opinion that AI “is our biggest existential threat” as an example of this, the report argues that these purported threats “do not align with the most rapidly advancing current research directions of AI as a field, but rather spring from dire predictions about one small area of research within AI, Artificial General Intelligence (AGI)”.

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„ACAB“ ist keine persönliche Beleidigung für Polizisten

 Drei Polizisten nahmen Christian B. vom Fröttmaninger Stadion mit auf die Wache. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty)
Drei Polizisten nahmen Christian B. vom Fröttmaninger Stadion mit auf die Wache. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty)
  • Beamte hatten die Jogginghose mit der Aufschrift „ACAB“ (alle Polizisten sind Bastarde) 2012 bei einem DFB-Spiel des FC Bayern entdeckt und den Besitzer angezeigt.
  • Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte.
  • Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte für die bayerische Polizei richtungsweisend sein.

Von Susi Wimmer | Süddeutsche.de

Es war ein Sachse, der die bayerische Polizei eines Besseren belehrt hat: Der 33-jährige Leiharbeiter Christian B. aus der Kleinstadt Mügeln bei Leipzig ging sogar bis vors Bundesverfassungsgericht, kämpfte vier Jahre lang – und wurde nun vom Landgericht München frei gesprochen. Der Richter stellte – gestützt auf das Urteil der Verfassungsrichter – fest, dass die Hose des Angeklagten, auf dessen Hinterteil die Buchstaben „ACAB“ prangten, nicht automatisch eine persönliche Beleidigung für Polizisten darstelle. „ACAB“ steht für „all cops are bastards“ („alle Polizisten sind Bastarde“). Beamte eines Unterstützungskommandos (USK) hatten die Jogginghose 2012 bei einem DFB-Spiel des FC Bayern vor der Fröttmaninger Arena entdeckt und den Mann angezeigt. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte für die bayerische Polizei richtungsweisend sein.

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