Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Puerto Rican Atheists Are Receiving Threats Online After Their Activism Becomes More Public

Image: Friendly Atheist

This is a guest post by Manolo Matos. He is one of the hosts of Podcast Ateorizar and can be found on Twitter at @manolomatos.

Friendly Atheist

A few days ago the American Atheists convention in Puerto Rico was announced with billboards around the island. (The convention will take place on August 21-23 at the Sheraton Puerto Rico Hotel and Casino in Old San Juan.)

Just hours after this announcement was made in the local newspapers of the island, one of the organizing groups, Humanistas Seculares de Puerto Rico (Secular Humanists of Puerto Rico) started receiving death threats over social media.

Wishing to rip apart some atheists, but since they rip each other apart, I’ll let them be. -ElSabioDeLaCalle7 When he drinks too much wine

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Berlin: Evangelische Kirche prüft Aufnahme weiterer Flüchtlinge – wer zahlt?

Foto: dpa/DIE WELT

Die Evangelische Kirche in Berlin sieht Möglichkeiten, mehrere tausend weitere Flüchtlinge aufzunehmen. «Es gibt Träger, die bereitstehen, etwas zu entwickeln», sagte Bischof Markus Dröge am Montag nach einem Treffen mit Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) und dem rot-schwarzen Senat. Über konkrete Gebäude sei aber noch nicht gesprochen worden. Müller bedankte sich für das Engagement von Kirche und Diakonie. Weitere Gesprächsthemen waren die Finanzierung des Religionsunterrichts in Berlin, der anstehende Kirchentag und das Reformationsjubiläum 2017.

DIE WELT

Religion im Job: Der Gebetsraum gehört Christen wie Muslimen

napoleon_religion

Glaubensfragen haben bei der Arbeit nichts verloren. Dennoch nehmen viele Firmen Rücksicht auf die Religion der Mitarbeiter. Das ist gut für die Stimmung und Vielfalt.


Von Ingrid Weidner|ZEIT ONLINE

In das Ingolstädter Liebfrauenmünster strömten Mitte Dezember viele Mitarbeiter von Audi mit ihren Familien und Freunden, denn ihre mexikanischen Kollegen gestalteten den Gottesdienst zu deren Nationalfeiertag Día de la Virgen de Guadalupe am 12. Dezember. Für die rund 600 mexikanischen Audi-Mitarbeiter war es eine gute Gelegenheit, ihren Kollegen ein Stück der eigenen Kultur näherzubringen. Und ein Stück ihres Glaubens.

In unserer säkularen Arbeitswelt bleiben Religion und Kultur meistens außen vor. Zwar garantiert das Grundgesetz allen Bürgern Glaubens- und Gewissensfreiheit und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt vor Diskriminierung in der Arbeitswelt aufgrund der religiösen Weltanschauung. Der Glaube gilt indes als Privatsache. Trotzdem gibt es Arbeitnehmer, die sich auch am Arbeitsplatz Platz für ihren Glauben wünschen. Seien es Pausen, die zum Gebet genutzt werden dürfen, oder religiöse Symbole, die aufgehängt oder getragen werden dürfen. Immer wieder sind solche Fragen auch Thema vor den Arbeitsgerichten.

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Olaf Scholz (SPD) war Schirmherr: Zoff um den Christen-Kongress im CCH

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Olaf Scholz, Bild:NDR, Screengrab: BB

Kreationisten, bibeltreue Evangelikale, die umstrittene „Mission Freedom“: Unter den 180 Ausstellern beim „Kongress christlicher Führungskräfte“ von Donnerstag bis Sonnabend im CCH waren auch einige Fundamentalisten. Dass Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) Schirmherr der Veranstaltung war, empörte homosexuelle Aktivisten.


Von Stephanie Lamprecht|Hamburger Morgenpost

Die Liste der Aussteller: vielfältig. Christliche Unternehmensberater, Reisebüros, Kliniken, Immobilienmanager, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“, die Junge Union. Viele Besucher tragen Nadelstreifen, die Seminare heißen etwa „Ausgebrannt – ein Führungsproblem?“ Aber: Organisator ist der evangelikale Verlag idea, Plattform etwa für Autoren, die Homosexualität für eine Krankheit halten. Das schwul-lesbische Magazin „queer.de“ wirft dem Bürgermeister vor, „Gast bei Homo-Hassern“ zu sein.

Vertreten ist auch „Mission Freedom“, jene Organisation der Neugrabener Pastorenfrau Gaby Wentland, die in ihren Predigten Krankheiten wie Epilepsie als „Fluch“ bezeichnet und behauptet, sie könne durch Handauflegen heilen.

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Wie die fünf Weltreligionen mit dem Tod umgehen

Themenbild.

Themenbild.

Für Gläubige ist der Tod nicht unbedingt das Ende. Buddhisten, Muslime, Juden, Christen und Hindus gehen sehr verschieden mit Tod und Trauer um. Doch alle Religionen zeigen, wie Gemeinschaft Trost spenden kann.


Redaktion Süddeutsche Zeitung

Hindus

Für einen Hindu ist der Tod nur eine weitere Stufe, er ist der Übergang in eine neue Existenz. Es gibt im Hinduismus eine Größe, die vom Tod nicht betroffen ist, einen unsterblichen Kern in jedem Lebewesen. Wie man seine alten Kleider ablegt, so legt der Mensch seinen alten Körper ab. Der Sterbende soll möglichst positive Gedanken haben, wenn es so weit ist. Er wird gebadet, eingesalbt, in Tücher gewickelt, möglichst schmucklos, damit die Seele nicht abgelenkt ist. Mit den Füßen zuerst wird er aus der Hintertür des Hauses getragen und vom erstgeborenen Sohn am Einäscherungsplatz entzündet.

Es ist das größte Glück eines Hindus, in der heiligen Stadt Varanasi am heiligen Fluss Ganges verbrannt zu werden, wo das Universum erschaffen wurde und in Flammen stehen wird am Ende der Zeit. Der Tod ist hier die reine Freude, moksha, Erlösung. Keine Träne. Wer hier verglüht, dem flüstert Gott Shiva das Taraka Mantra ins Ohr, das Mantra der Überfahrt. Tod ist an diesem Ort Befreiung, das Ende vom ewigen Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Wer hier brennt, wird keine weltlichen Qualen mehr erleiden.

Wer nicht das Glück hat, am Ganges zu sterben, der folgt dem Pfad des vorhergegangenen Lebens. Nur Hindus der obersten Kaste können dem Kreislauf des Samsara entfliehen, bei den niederen Kasten entscheidet das Karma, die guten oder bösen Handlungen im Leben, in welcher Gestalt man wiedergeboren wird. Niemand weiß, wann er dem Kreislauf entrinnen wird, niemand weiß, in welchen Körper seine Seele ziehen wird. Alles ist Wandel. Nur eines ist sicher: Sterben ist Teil des Lebens. Und es ist ein Geschäft. Keiner soll weinen, wenn am Einäscherungsplatz die Toten brennen, wenn ihre Bauchdecken im Feuer aufplatzen, der Schädel aufgebrochen wird, damit die Seele, atman, den Körper verlassen kann. Daneben preisen Händler Acht-Gewürze-Pulver und Sandelholz an, damit der Geruch des Todes nicht zu aufdringlich wird. Dazu gibt es Tüten voll buttrigem Ghee, damit sie gut brennen: die leeren, seelenlosen Hüllen.

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Schnüffeldrogen: Höchstgericht zieht Poppers aus dem Verkehr

Bild: (c)

Verwaltungsgerichtshof bestätigt Verbot des Bundesamts für Sicherheit und Gesundheit, Stimulanzmittel zum Schnüffeln zu bewerben und zu vertreiben. Das Amt verlangt auch Namen von Kunden, aber nicht von Konsumenten.


Von Benedikt Kommenda|Die Presse

Sie kommen in kleinen bunten Fläschchen daher und versprechen sagenhafte Wirkungen: Wer an Poppers schnüffelt, soll innerhalb von Sekunden high sein, Hemmungen verlieren, die Muskulatur (bis hin zum Schließmuskel) entspanne sich, die Lust beim Sex soll sich verstärken. Die Nebenwirkungen der vorgeblichen Raumluftverbesserer haben es aber auch in sich: Sie reichen von Kopfschmerzen über Schwindel, Herzrasen, Blutdruckabfall, Ruhelosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Bei höherer Dosierung kann es zu Ohnmacht, akuten Psychosen, vorübergehenden Lähmungen und – selten – zum plötzlichen Tod kommen. Das Einatmen der flüchtigen nitrithaltigen Flüssigkeit kann Haut und Schleimhäute schädigen; bei langfristigem Gebrauch droht Impotenz.

Diese Wirkungen und Nebenwirkungen waren für das Bundesamt für Sicherheit und Gesundheitswesen Grund genug einzuschreiten: Es verbot einem Unternehmen in Wien, einzeln aufgelistete Schnüffeldrogen im Internet zu bewerben und online zu vertreiben. Entgegen einer Beschwerde des Unternehmens bestätigte der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) diese Zwangsmaßnahme gegen die gesundheitsgefährenden Produkte und zog diese damit rechtskräftig aus dem Verkehr (2012/10/0189).

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Größtes Radioteleskop der Welt im Bau

Bild: Heise.de

Fernab von Störquellen baut Südafrika das gigantische “Square Kilometer Array”, um in den Weltraum zu horchen.


Von Leonie March|Technology Review

Schon die Landschaft wirkt nahezu außerirdisch: karges, weites Niemandsland, so weit das Auge reicht. Ebenso spärlich wie die Vegetation ist in der Halbwüste Karoo im Nordwesten Südafrikas auch die Besiedelung – was die Gegend zu einem perfekten Ort für Radioastronomen macht, wie Willem Esterhuyse lächelnd erklärt. Fernab von Störquellen wie Elektrosmog, Luft- oder Lichtverschmutzung leitet der Ingenieur von der nationalen Forschungsstiftung Südafrikas den Bau der riesigen Radioteleskopanlage MeerKAT, dem Vorläufer des noch gigantischeren “Square Kilometer Array” – ein Projekt der Superlative, das dem gebürtigen Südafrikaner, wie er selbst eingesteht, regelmäßig den Schlaf raubt.

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Berliner Senat gibt mehr Geld für Religionsunterricht

Bild: tilly

Bild: tilly

Die Kirchen hatten zuletzt immer größere Schwierigkeiten, den Religionsunterricht an Berliner Schulen noch auskömmlich zu finanzieren: Erstmals seit 2002 sollen nun die öffentlichen Zuschüsse wieder aufgestockt werden.


evangelisch.de

Nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) soll die jährliche Förderung von derzeit 48 Millionen Euro ab dem Jahr 2016 steigen. Vorgesehen sei ein Plus von voraussichtlich etwa vier Millionen Euro. Nach einem Treffen von Senat und Leitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hieß es am Montag, beide Seiten seien sich nahezu einig über eine Weiterentwicklung des zuletzt 2002 geschlossenen Vertrages.

Dieser regelt die Zuschüsse des Landes Berlin zum evangelischen und katholischen, aber auch zum Religionsunterricht anderer Religionsgemeinschaften. Der neue Vertrag soll nach den Worten Müllers eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Der Regierende Bürgermeister nannte es “richtig und wichtig”, das bisherige Vertragswerk weiterzuentwickeln. Anders als in anderen Bundesländern ist Religionsunterricht in Berlin lediglich ein freiwilliges, zusätzliches Fach.

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Kurienkritik des Papstes ist «motivationspsychologischer Blödsinn»

Bild bearb. BB

Bild bearb. BB

Münsteraner Kirchenrechtler Schüller nennt Kurienkritik des Papstes «motivationspsychologischen Blödsinn» – Zur Situation der katholischen Kirche in Deutschland: «Die Bischöfe sind zur Zeit erschreckt. Sie dürfen plötzlich selber denken.»


kath.net

«Motivationspsychologischen Blödsinn» hat der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller Papst Franziskus in dessen Rolle als Chef der römischen Kurie bescheinigt. Schüller bezog sich mit seiner Kritik am Mittwochabend in Neustadt an der Weinstraße auf die Ansprache des Papstes beim Weihnachtsempfang für die leitenden Mitarbeiter des Vatikan im vergangenen Dezember, kath.net hat berichtet. Damals hatte Franziskus 15 an der römischen Kurie verbreitete «Krankheiten» öffentlich angeprangert, darunter ein «geistliches Alzheimer», Geschwätzigkeit und Karrierestreben. Die Rede des Papstes war in den Medien überwiegend zustimmend kommentiert worden, unter den Betroffenen hingegen hatte es vielfach Kritik an den rügenden Worten des Papstes gegeben.

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Religion im Computerspiel: Ballern für die Sache Gottes

creenshot der Web 3D Simulation Second Life ( imago/Friedrich Stark)

Die Spieleindustrie macht jedes Jahr ein Vermögen – und erreicht Millionen Daddler mit ihren Botschaften. Das brachte einige Kirchenleute auf die Idee, am PC-Spiele-Boom teilhaben zu wollen. Doch das war gar nicht so einfach.


Von Peter Kaiser|Deutschlandradio Kultur

Eine perfekte Welt braucht keine Götter…

“Es gibt Spiele, wie Black and White zum Beispiel oder Populous. Da spielen Sie eine gottähnliche Gestalt. Sie sind quasi Gott, Sie haben Ihre Geschöpfe,  die haben Sie teilweise einfach geschaffen und denen gegenüber verhalten Sie sich. Gut oder böse.”

Michael Walthemathe ist akademischer Oberrat am Lehrstuhl für praktische Theologie der Rhein-Universität in Bochum.

…doch wenn die Menschen beten, wird ein Gott geboren, der die Ewigkeit verändern kann…

“Das ist ganz interessant, das verzerrt so ein bisschen die Gottesvorstellungen der etablierten Religionen.”

Dieser Gott bist du…. 

“Im Leben ist das letztendlich viel einfacher. Sie werden geboren, und da sind schon mal die Würfel gefallen. Westliche Hemisphäre, östliche Hemisphäre, Mann, Frau. Im Spiel ist das alles offen, ja.”

Natascha Adamowsky ist Kulturwissenschaftlerin an der Universität in Freiburg.

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Deutsch-katholische Sonderwege?

Logo Deutsche Bischofskonferenz

Logo Deutsche Bischofskonferenz

In seltener Klarheit haben Kardinal Marx und Bischof Bode bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz den Sonderweg der Kirche in Deutschland angekündigt.


Von Johannes Graf|kath.net

Die Tendenzen waren in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits spürbar, so deutlich hat sich bis jetzt aber noch kein deutscher Bischof geäußert: „Wir sind keine Filialen von Rom. Jede Bischofskonferenz ist für die Pastoral in ihrem Kulturkreis zuständig und hat das Evangelium in ureigener Aufgabe selber zu verkünden“, sagt Kardinal Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vor Journalisten in Hildesheim. Kath.net hat berichtet. Die deutschen Bischöfe wollen deshalb ein eigenes Hirtenwort zu Ehe und Familie im Anschluss an die ordentliche Synode im Oktober dieses Jahres veröffentlichen, gab Marx bekannt.

Gegen ein Schreiben der deutschen Bischöfe zur Ehe- und Familienpastoral wäre grundsätzlich nichts einzuwenden. Die spezifische Situation der Kirche in Deutschland könnte auf diese Weise konkret in den Blick genommen werden. Im Zusammenhang der zitierten Marxschen Aussagen und der Ergänzungen des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode lässt die Ankündigung aber nichts Gutes erwarten.

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Nicht mein Judentum

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Lassen Sie uns von der wahren Bedrohung Israels reden. Nein, das sind nicht die Hamas oder der Islamische Jihad, nicht die Hizbollah oder al-Qaida, ja nicht einmal ISIS ist die wahre Bedrohung Israels. Es ist die israelische Linke.


Von Richard C. Schneider|DER SEMIT

Denn sie wird, sollte sie an die Macht kommen, all den Islamisten, die ich oben erwähnt habe, Tür und Tor öffnen, ihnen den Weg nach Jerusalem weisen. So zumindest behauptet dies ein Wahlspot des Likud. Und eine extremistische Siedlergruppe hat diesem Spot gleich noch eins draufgesetzt: in einem Zeichentrickfilm erfüllt ein geldgieriger Jude mit krummer Nase alle Wünsche der Europäer für bare Euros. Die Wünsche? Schlechte Schlagzeilen über Israel. Und er liefert sie. Am Schluss, wenn er nicht mehr gebraucht wird, hängt er sich auf. Und dann heisst es: Ihr glaubt, die Europäer hätten sich geändert, aber das stimmt nicht. Und für die Europäer seid ihr immer noch das, was ihr schon immer wart: miese Juden.

Lassen Sie uns nicht über die Geschmacklosigkeit dieser Wahlspots reden. Lassen Sie uns lieber darüber reden, was dahinter steht. Der Rechten in Israel ist es in den vergangenen Jahren zunehmend gelungen, die «Linke» (was auch immer man darunter wirklich verstehen mag) als «anti-zionistisch» zu diskreditieren. Ich bin für eine Zweistaatenlösung, dann bin ich ein Antizionist. Ich bin für zivile Hilfe für die Menschen in Gaza, dann bin ich ein Antizionist. Ich glaube an Mahmoud Abbas, also bin ich ein Antizionist. Und so geht es endlos weiter.

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Richard C. Schneider, geboren 1957 als Kind ungarischer Holocaust-Überlebender, ist seit 2006 Studioleiter und Chefkorrespondent der ARD in Tel Aviv, verantwortlich für Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete und Zypern.

 

Gesellschaftskonformes Sterben – alles andere ist asozial

Foto: Getty Images/Rubberball Das deutsche Recht hat kein Verständnis für Menschen, die ihre Angehörigen aus Mitleid aus einem würdelosen Dasein ohne Bewusstsein befreien.

Ein junger Mann tötet seine Mutter. Sieben Jahre lang lebte sie im Koma – ohne Chance, je ins Leben zurückzukehren. Die Tat, die aus Liebe geschah, brachte den Sohn ins Gefängnis.


Von Martina Rosenberg|DIE WELT

Erst wenn sich eine Tür geschlossen hat, öffnet sich die nächste. Der Weg zum Besucherraum führt durch mehrere Schleusen. Uniformierte Wachleuten beobachten jeden Schritt. Ich befinde mich in einem hochmodernen Gefängnis mit Schwerstkriminellen im Norden Deutschlands. Es ist beklemmender, als ich dachte.

Ich besuche einen jungen Mann, 26 Jahre alt, der im Juni 2012 zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Er hat seine Mutter getötet, und ich will wissen, wie es dazu kam.

Nun sitzt er vor mir. Eine Frage, geht mir seit Monaten durch den Kopf: Was muss passieren, dass ein Sohn seine Mutter tötet, die er liebt? Wer war noch daran beteiligt? Oder ist er für die Tat allein verantwortlich?

Ja, es gäbe da etwas, was er bereue, etwas, was er in all den Jahren nicht getan habe: Viel zu lange hätte er mit seinem Entschluss gewartet. Mehr sagt er zunächst nicht. Distanziert und zurückhaltend sitzt Jan mir gegenüber.

Wie viele Jahre waren es denn?, will ich wissen. Sieben!

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Kinder, Karnickel und Kondome – Ist Papst Franziskus schizophren?

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Zwei Jahre ist Papst Franziskus nun im Amt. Der fast einhellige Jubel der ersten Monate schlägt zunehmend in Enttäuschung um. Nicht nur, weil sich konkret nichts an den neuralgischen Punkten verändert hat. Auch die Aussagen des Papstes offenbaren in ihrer Widersprüchlichkeit ein zutiefst schizophrenes Denken.


Von Dr.David Berger|Huffington Post

Zwei Jahre werden es am 13. März her sein, dass Mario Jose Bergoglio als Papst Franziskus über die römisch-katholische Kirche herrscht. Innerhalb kürzester Zeit avancierte er zum Lieblingskind der Medien. Einer der kirchenkritischsten Journalisten Deutschlands, Peter Wensierski vom „Spiegel”, war schon bei der wenige Tage später stattfindenden Amtseinführung in seiner Papst-Euphorie nicht mehr zu bremsen.

Diese Begeisterung ist geblieben, sie ist aber seit geraumer Zeit eingetaucht in ein Wechselbad der Gefühle auf Seiten der Medien, aber auch der Politiker, die sich regelmäßig in kirchenpolitischen Fragen in Deutschland zu Wort melden. Neben immer wieder neuem Jubel über eine auf Erneuerung der Kirche ausgerichtete Geste oder einen Toleranz andeutenden Nebensatz, treten zunehmend Nachrichten über Äußerungen des Papstes, die das blanke Entsetzen selbst der wohlmeinendsten Kommentatoren hervorrufen.

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Impfen aus Solidarität – aber Rücksicht auf Esos

todesspritze“Wir haben eine Mitverantwortung für die Gesellschaft”, sagt Cornelia Coenen-Marx. In der aktuellen Debatte um eine Impfpflicht hält die Referentin der EKD für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen gesetzlichen Zwang aber nicht für den richtigen Weg. Bestehende Möglichkeiten zur Beratung und Kontrolle müssten ausgeschöpft werden.


evangelisch.de

Fast 500 Erkrankte seit Oktober – Berlin erlebt gerade die schlimmste Masernwelle seit Einführung der Meldepflicht 2001. Ein anderthalbjähriger Junge ist gestorben. Auch im Jahr 2013 stieg die Zahl der Fälle sprunghaft an. Dabei sollte diese ansteckende Krankheit in Deutschland eigentlich besiegt sein.

Viele fordern jetzt eine Impfpflicht, wie sie auch in anderen Ländern existiert. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagt, eine solche Verpflichtung sei angesichts der aktuellen Entwicklung kein Tabu. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) und Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery springen ihm bei.

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Untersuchungsbericht über Ferguson: Justizministerium kritisiert Rassismus bei der Polizei

Robert Cohen/St. Louis Post-Dispatch/AP Photo
PHOTO: Tactical officers line up Monday, Aug. 11, 2014, in Ferguson, Mo

Die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Teenager in Ferguson lösten heftige Proteste aus. Die Justizbehörde untersuchte daraufhin die Arbeit der Polizei in der Stadt. Jetzt wurden erste Ergebnisse bekannt.


SpON

Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Polizei in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri habe seit Jahren vor allem schwarze Autofahrer angehalten – und dadurch zu einer Atmosphäre der rassistischen Feindseligkeit beigetragen. Dies habe letzten Endes zu den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown geführt. Das legt ein Bericht des US-Justizministeirums nahe, über den die “New York Times” (“NYT”) berichtet.

Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere Quellen, die über die Ergebnisse des Berichts unterrichtet worden sein sollen. Offiziell wird das Papier wohl erst im Lauf dieser Woche veröffentlicht.

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Verfolgte Christen brauchen vor allem eins: Gebet

Emmanuel Franklyn Ogbunwezeh hat eine seiner Schwestern durch einen Anschlag in Nigeria verloren Foto: Beate Stuke/ERF Medien

Verfolgte Christen brauchen vor allem eins: Gebet. Das haben Christen, die wegen ihres Glaubens bedroht werden, bei einem Themenabend über Religionsfreiheit in Wetzlar erklärt.


pro Medienmagazin

Der Iraner Badei Pur berichtete, wie er in seinem Heimatland zum christlichen Glauben kam und deswegen gefoltert wurde. Ein Freund hatte ihm von Jesus erzählt und ihn ein halbes Jahr nach seiner Bekehrung mit in eine illegale Hauskirche genommen. Als diese von der Polizei durchsucht wurde, landete Pur im Gefängnis. „Den ganzen Tag hörte man die Schreie der Gefolterten, und dann kamen Wärter an meine Tür und sagten: ,Du bist der Nächste’“, erinnerte er sich. Pur wurde über zwei Wochen lang geschlagen und mit Zigaretten verbrannt. „Im Iran werden Christen wie Verbrecher behandelt, obwohl sie nichts verwerfliches getan haben“, sagte er vor gut 220 Besuchern im ERF-Funkhaus in Wetzlar. In diversen Regierungsbehörden und Geheimdiensten werde systematisch gegen die Christen im Iran vorgegangen. Über jahrelange Umwege gelangte Pur schließlich nach Deutschland.

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Gefängnisse als Brutstätte des Islamismus

Gefängnis (Public Domain)

Gefängnis (Public Domain)

Islamisten versuchen, auch in Gefängnissen Kandidaten für die Idee des Dschihads zu gewinnen und Häftlinge zu radikalisieren. Über dieses Phänomen wollen sich am Montag Baden-Württembergs und Bayerns Justizvertreter bei einer Fachtagung in München austauschen.


DIE WELT

Nach den tödlichen Anschlägen von Paris hatten auch die EU-Justizminister angekündigt, mit mehr Kooperation stärker gegen radikalisierte Europäer vorzugehen. Dazu seien auch vorbeugende Maßnahmen innerhalb und außerhalb der Gefängnisse für heimkehrende Kämpfer nötig. Der EU-Anti-Terror-Koordinator Gilles de Kerchove sagte: «Gefängnisse sind wahre Brutstätten der Radikalisierung.»

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Evangelikale Christen: Kämpfer für Gott und gegen das schwule Europa

Ein orthodoxer Christ steht vor einem Gebäude im ukrainischen Donezk, das als Zentrale der prorussischen Separatisten dient. | © Brendan Hoffman/Getty Images

Der Krieg zwischen Separatisten und ukrainischem Militär hält an. In den putintreuen Bataillonen kämpfen auch evangelikale Christen – gegen den “schwulen Westen”.


Von Wolfgang Thielmann|ZEIT ONLINE

Hermann Hartfeld will den Namen des Mannes nicht sagen. Er war sein Student, als Hartfeld Anfang der Neunzigerjahre in Moskau am Seminar der Baptisten Theologie lehrte. Im Dezember traf Hartfeld, der russlanddeutsche Pastor, ihn im Donbass wieder, wo jetzt das Minsker Abkommen auf Messers Schneide steht. Da kämpfte sein früherer Student bei den prorussischen Separatisten. Eine Woche lang waren sie zusammen. Hartfelds Student sagte, dass er nicht bloß gegen die ukrainische Armee zu Felde zieht und für sein Vaterland, sondern für Gott und gegen das schwule, dekadente Europa. Er nannte es “Gayropa”.

Im Januar erhielt Hermann Hartfeld dann die Nachricht, dass sein früherer Student tot ist. Gefallen. Im Morgengrauen geriet er mit seinem Spähtrupp unter Granatbeschuss. Eine Granate traf ihn. 20 Kilometer vor Mariupol am Asowschen Meer wurde verscharrt, was von ihm übrig war. Der Vater dreier Kinder wurde 32 Jahre alt. Gefallen im Kampf zwischen Ansprüchen auf Macht und auf Wahrheit, in einer religiös überhöhten Schlacht um das Gute und das Richtige und das eindeutige Wort Gottes. Der baptistische Kämpfer fiel an einer Front, die den Kontinent zu spalten beginnt – politisch, religiös und auch im Alltag. Eine Grenze, die Hass wachsen lässt zwischen Völkern, Kirchen und Christen.

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Warum es viele französische Juden nach Israel zieht

Bild:  phhesse/flickr

Bild: phhesse/flickr

Die Welle französischer Einwanderer stellt Israels Behörden vor Herausforderungen. Die neuen Bürger aus Europa bringen komplette Existenzen mit, die integriert werden wollen. Und der Strom hält an.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Brigitte Khalifa kann sich genau erinnern, wann sie beschloss, ihr ganzes Leben umzukrempeln und Paris mit ihren fünf Kindern zu verlassen: “Es war vergangenen Juli, während des Kriegs rund um Gaza”, sagt die 54 Jahre alte Frau der “Welt”. “Ich schaute aus meinem Wohnzimmerfenster und sah Tausende Muslime bei einer Demonstration auf der Straße. Sie trugen Äxte, Baseballschläger und Hämmer, nahmen die Bürgersteige auseinander, um sich mit Pflastersteinen zu bewaffnen, und skandierten: “Tod den Juden!”

Khalifa war schockiert. Monatelang traute sie sich nicht mehr aus ihrer Wohnung: “Auf den Straßen wurde man tagtäglich angefeindet. Jedes Mal, wenn meine Kinder das Haus verließen, bin ich vor Angst fast gestorben”, sagt sie. Vor zwei Monaten landete Khalifa in Tel Aviv, wurde Teil der beständig wachsenden Welle jüdischer Migranten aus Europa, die hier Zuflucht suchen. Insgesamt 26.500 Juden wanderten 2014 nach Israel aus, so viele wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Und 2015 rechnen die Behörden mit einem neuen Einwandererrekord.

In den Ulpanim – so heißen die Hebräischschulen, die das Einwanderungsministerium und das Bildungsministerium gemeinsam für Neueinwanderer betreiben – merkt man diesen Trend seit Monaten: “Vor drei Jahren hatten wir neun Klassen, die halb leer waren”, sagt Hedva Chavisky, Direktorin des Ulpan Sharett im Tel Aviver Vorort Bat Yam. Inzwischen sind 15 Klassen bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Flur stapeln sich Stühle und Bänke, die die Stadtverwaltung für sie aufgetrieben hat, um eine weitere Klasse zu eröffnen. “In den vergangenen 18 Monaten musste ich 40 neue Lehrer einstellen”, sagt Chavisky.

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