Robert Habeck bezeichnet sich als „säkularer Christ“

Robert Habeck, 2018, © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Grünen-Chef Robert Habeck hat sich selbst als einen „säkularen Christen“ bezeichnet. „Ich bin ein Zweifler, weil ich Glauben sehr ernst nehme“, sagte er der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“.

evangelisch.de

Das Christentum habe ihn „tief geprägt“. Er sei in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen und habe Religion „theologisch immer ernst genommen“, sagte Habeck. Vom Glauben an Gott habe er sich allerdings langsam entfernt – durch eine dauernde und ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen.

weiterlesen

Bam! Fresh Crater Spied on Mars — and It Looks Spectacular

A new crater on Mars, which appeared sometime between September 2016 and February 2019, shows up as a dark smudge on the landscape in this high-resolution photo. (Image: © NASA/JPL/University of Arizona)
Mars got whacked. A small space rock crashed into the Red Planet’s surface recently, producing a fresh crater that researchers estimate is 49 feet to 53 feet (15 to 16 meters) wide.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

The dramatic feature is clearly visible in a newly released image from NASA’s Mars Reconnaissance Orbiter (MRO). The spacecraft has been imaging the Red Planet up close for more than 13 years using its High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE) camera and photographing larger swaths of terrain with its lower-resolution Context Camera (CTX).

A color image from HiRISE, posted June 6 and taken in April, shows a large black-and-blue bruise on the landscape amid an otherwise flat area of red Martian dirt.

Because MRO cannot look everywhere at once, it’s unclear exactly when the new crater formed; the best estimate is somewhere between September 2016 and February 2019, scientists said.

read more

Kirchenkritiker veranstalten „Ketzertag Dortmund 2019“

Bild: hpd.de
Am Mittwoch beginnt in Dortmund der Evangelische Kirchentag. Doch die Christen bekommen Konkurrenz, denn zeitgleich findet auch der „Ketzertag Dortmund 2019“ statt, der das Thema Religion sowie die staatliche Privilegierung der Kirchen kritisch beleuchten wird

Daniela Wakonigg | hpd.de

Im vergangenen Jahr fand anlässlich des Katholikentags in Münster mit dem Ketzertag Münster 2018 der erste deutsche Ketzertag statt. Mit religions- und kirchenkritischen Veranstaltungen setzte er dem staatlich finanzierten christlichen Großevent eine deutliche säkulare Stimme entgegen.

Nach dem Erfolg im letzten Jahr wird es nun auch in diesem Jahr einen Ketzertag parallel zum alljährlichen Kirchentagsevent geben: den Ketzertag Dortmund 2019. Veranstaltet wird er von der säkularen Vereinigung Religionsfrei im Revier, dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) e. V. sowie der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Der Ketzertag Dortmund 2019 richtet sich primär gegen die Privilegierung der Kirchen durch den Staat, die umfangreiche Finanzierung sowie die privilegierte Behandlung im Arbeits- und Steuerrecht, er kritisiert jedoch auch Religion und Kirche selbst.

„‚Ketzer‘ sind Menschen, die sich weigern, die kirchliche Lehre als Wahrheit anzuerkennen. Dafür gibt es gute Gründe, die auf dieser 4-tägigen Veranstaltungsreihe vorgestellt und diskutiert werden sollen“, heißt es auf der Webseite des Ketzertags. „Das Wort Ketzer leitet sich ab von den ‚Katharern‘, innerkirchlichen Kritikern, die den Glauben reformieren wollten. Die mitwirkenden religionsfreien Referent*innen sind jedoch – ganz im Sinne der veranstaltenden Organisationen – der Auffassung, dass die Kirche ein grundsätzliches Problem für die moderne und aufgeklärte Gesellschaft darstellt. So kommt der Ketzertag ohne übersinnliche Erscheinungen aus und stellt die „natürliche Gegenveranstaltung“ zum Kirchentag dar!“

weiterlesen

Die verräterische Sprache des „Forums Deutscher Katholiken“

Am vergangenen Wochenende verabschiedete das konservative „Forum Deutscher Katholiken“ eine Resolution, die mit rechtspopulistischen Schlagwörtern gespickt ist. Damit hätten die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben“ ihre Gesinnung offenbart, kommentiert Matthias Drobinski.

Von Matthias Drobinski | katholisch.de

Nur um das klarzustellen: Wer dafür eintritt, dass in der katholischen Kirche offen um den richtigen Weg gerungen wird, der muss auch dafür eintreten, dass es dort sehr unterschiedliche und damit auch sehr konservative Meinungen geben darf. Doch selbst unter diesen Voraussetzungen erstaunt doch sehr, was das „Forum Deutscher Katholiken“ am Wochenende auf seinem Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt verabschiedet hat: eine Resolution über die angebliche „Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit und unserer Freiheit“, ein politisches Programm also.

Da ist von einer „Gedankenpolizei“ in Deutschland die Rede, die „heute mit der Keule der ‚political correctness'“ „Gesinnungs- und Sprachdiktate“ errichte. „Jeder, der davon abweicht, was die Regierung vorgibt, wird diffamiert oder sanktioniert“, behauptet „Freude am Glauben“. Der „zwangsfinanzierte Staatsfunk“ und „zahlreiche Pressevertreter“ kommentierten, „als als ob sie zum bezahlten Hofstaat der Regierung gehörten“. In der Flüchtlingskrise habe „unsere Regierung wissentlich und willentlich die eigene nationale Souveränität aufgegeben und den Begriff ‚Rechtssicherheit‘ durch ‚Willkommenskultur‘ ersetzt“. Was die Autoren mit dem Satz „Das grundgesetzlich verbriefte Wort ‚Deutsches Volk‘ wird von Regierungsvertretern in ‚Bevölkerung‘ umgewandelt“ meinen, wissen vermutlich nur sie selbst. Werfen sie „Regierungsvertretern“ vor, das deutsche Volk auslöschen zu wollen?

weiterlesen

Von Schneckenschleim inspirierter Klebstoff klebt extrem fest und trotzdem reversibel

Schneckenschleim ist ein geniales Patent der Natur, denn besitzt eine starke Haftkraft und löst sich dennoch leicht wiedder vom Untergrund. Nach diesem Vorbild haben nun Forscher ein Klebegel entwickelt. © Younghee Lee
Von der Natur abgeschaut: Forscher haben einen Klebstoff entwickelt, der so stark haftet wie ein Sekundenkleber, aber reversibel ist. Mit nur vier Quadratzentimeter Klebefläche kann dieser neue Superkleber sogar einen Menschen halten. Doch wenn man ihn wieder befeuchtet, löst er sich ab und kann wiederverwendet werden. Möglich wird dies durch ein spezielles Polymer-Gel, dessen Struktur vom Klebeschleim der Schnecken inspiriert ist, wie die Wissenschaftler berichten.

scinexx

Wenn es um Klebstoffe geht, ist die Natur uns weit voraus. Denn ihre Kleber halten Muscheln oder Seepocken selbst unter Wasser am Untergrund fest, kleben die Pollenpakete der Bienen zusammen oder lassen Geckos, Fliegen und andere Tiere an glatten Wänden hinauflaufen. Längst haben auch Ingenieure und Chemiker diese Patente der Natur für sich entdeckt und sie für Klebstoffe und technische Anwendungen nachgeahmt.

weiterlesen

Deutscher Ärztekongress für Homöopathie unter politischer Schirmherrschaft

Manuela Schwesig (2016), Bild: wikipedia.org/Ralf Roletschek –GFDL 1.2/Bild von ElliRakete auf Pixabay bearb.: bb
Ende Mai fand der „Deutschen Ärztekongress für Homöopathie“ in Strahlsund unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Frau Manuela Schwesig, statt. Homöopathika und homöopathische Leistungen sind ein Dauerbrenner auf den (alternativ-) medizinischen Märkten und zugleich in der Alltagswelt vieler Deutscher angekommen.

Dr. Jeannine Kunert | EZW

Ihre Verwendung erscheint den meisten Bürgern und Bürgerinnen längst nicht mehr als skurril – immerhin hatten im Jahr 2014 bereits 60 Prozent der Bevölkerung schon einmal Homöopathika, die allgemeinhin als nebenwirkungsarm gelten, verwendet (Steffen de Sombre: Homöopathische Arzneimittel 2014. Bekanntheit, Verwendung und Image. Institut für Demoskopie, 2014). Dennoch schlug die Übernahme der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin mediale Wellen und rief die Gegner homöopathischer Therapieverfahren auf den Plan.

Die Tagung, die vom 29. Mai bis 1. Juni 2019 stattfand, stand unter dem Motto „Homöopathie und das Meer – Vom Ursprung des Lebens“ (vgl. https://2019.homoeopathie-kongress.de/). Das aus dem Meer kommende Leben und „gynäkologische Themen rund um Schwangerschaft und Geburt“ wurden als Rahmen und Schwerpunkt gesetzt. Die maritime Assoziation war der Ministerpräsidentin des „Küstenlandes“, neben der Feststellung, dass sich die Homöopathie zunehmender Akzeptanz erfreue, Grund genug, das Amt der Schirmherrschaft zu übernehmen. Dass sie sich damit im Kampf der Deutungshoheit um Krankheit und Heilung eindeutig positionierte, wurde journalistisch (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 09.05.2019 oder Stern vom 10.05.2019), von Ärzten und Ärztinnen sowie seitens der Homöopathiegegner beanstandet. Diese bemängeln u. a., dass Frau Schwesig trotz der in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nicht belegten Wirksamkeit der Mittel, die Erforschung ihrer Wirksamkeit weiterhin befürworte und damit die Faktizität der Studien anzweifle. In diesem Zusammenhang stehen auch Krankenkassen in der Kritik, die homöopathische Leistungen in ihr Leistungsportfolio übernommen haben und damit gemeinhin verbindliche medizinische Standards zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit aushebeln. Das deutsche Arzneimittelgesetz (AMG, §38-39) verlangt derzeit für Homöopathika allein eine Registrierung, jedoch keine Zulassung, womit diese einer Sonderregelung gegenüber anderen Arzneimitteln unterlegen sind, da hier die Wirksamkeit nicht belegt werden muss. Auch ist die Meldung von Nebenwirkung der Homöopathika durch Ärzte und Ärztinnen durch diese Sonderregelung ausgenommen. Gegen die Ärztin, ehemalige Homöopathin und Mitbegründerin des Informationsnetzwerkes Homöopathie Nathalie Grams hat nun ein Hersteller homöopathischer Präparate Unterlassungsforderung gestellt, weil sie prominent die These vertritt, dass Homöopathika nicht über einen Placebo-Effekt hinausreichen. Damit setzt sich die Frage um Deutungshoheit und wissenschaftliche Faktizität auch auf dieser Ebene fort.

Eigener Staat für Palästinenser nicht in Sicht

foto: afp / mohammed abed Am Strand von Gaza herrscht im Frühsommer Hochbetrieb. Viele Palästinenser denken statt an Politik eher an den mühsamen Alltag.
Die USA geben wohl die Zweistaatenlösung für Israel und die Palästinenser auf

derStandard.at

Zack Sabella muss nicht lange überlegen. Auf die Frage, ob er die Gründung eines Staates Palästina noch miterleben werde, folgt ein rasches „Nein“. Dabei ist Zack Sabella erst 35 Jahre alt und hätte noch ein paar Jahre Zeit. Doch er ist überzeugt: „Weder ich noch meine Kinder werden das erleben. Man muss sich für Zukunftsprognosen die Faktenlage ansehen. Tatsache ist, dass nicht einmal Barack Obama, der palästinenserfreundlichste US-Präsident der vergangenen 30 Jahre, die Zweistaatenlösung erreichen konnte.“

Und die derzeitige US-Regierung, so scheint es, will sie nicht erreichen.

Noch steht nicht fest, wann genau der Friedensplan vorgestellt wird: in Teilen bereits kommende Woche bei einer Konferenz in Bahrain, wie zunächst angekündigt? Oder doch erst im November, wie vom Nahostgesandten Jason Greenblatt am Wochenende angedeutet? So oder so: Nach allem, was bisher durchgedrungen ist, wird eine Zweistaatenlösung darin nicht mehr vorkommen.

weiterlesen

Nach Ex-Kanzler Schröder wurden nun auch Sahra Wagenknecht und Gysi zu Feinden der Ukraine erklärt

Bild: TP
Vor dem Besuch des neuen ukrainischen Präsidenten Zelenskyi in Berlin provoziert die ukrainische Fahndungsliste Mirotworez erneut, die mit dem Geheimdienst und dem Innenministerium verbunden ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die ukrainische Fahndungsliste Mirotworez („Friedensstifter“ bzw. Peacemaker) wurde mal wieder aktiv und zeigt, dass der neue Präsident möglicherweise gegen den Apparat im Hintergrund (noch) wenig ausmachen kann, zumal er nicht einmal im Parlament eine Machtbasis hat. Das Parlament widersetzt sich auch, Minister zu entlassen und Kandidaten von Zelenskyi einzusetzen, allerdings konnte er einige Gouverneure und Führungskräfte des Geheimdienstes SBU auswechseln.

Jetzt wurden auf einen Schlag 11 Abgeordnete der deutschen Linkspartei ins „Fegefeuer“ oder auf den Pranger gestellt, also als Staatsfeinde denunziert und damit auch bedroht. Angeblich sollen damit die ukrainischen und deutschen Sicherheitsbehörden und Geheimdienste aufmerksam gemacht werden. Neben Andrej Hunko, der sich schon lange als Staatsfeind der Ukraine gebrandmarkt sieht, kamen dieses Mal u.a. auch Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi dazu.

Aufsehen erregte, als letztes Jahr Ex-Kanzler Schröder auf die Liste gehievt wurde (Gerhard Schröder wird als Feind der Ukraine gelistet). Vorgeworfen wird den Abgeordneten der Linken anti-ukrainische Propganda, Unterstützung der „terroristischen Organisation“ der russischen nationalistischen Partei LDPR von Schirinowski, Unterstützung der „russischen Invasoren“, die gefangen genommen wurden, sowie die Verletzung der Staatsgrenze der Ukraine, wenn jemand beispielsweise die Krim oder die „Volksrepubliken“ besucht hat. Beweise würden vorgelegt.

weiterlesen

Autor Niko Alm über Kirche und Staat: „Alle Religionen sind menschengemachte Ideologien“

Der Autor Niko Alm trägt auf seinem Führerschein ein Nudelsieb auf dem Kopf – er ist Anhänger der Bewegung des Fliegenden…Foto: dpa
Wird mit Religion Politik gemacht? Autor Niko Alm, der leidenschaftliche Streiter für den Laizismus, fährt schwere Geschütze auf. Eine Buchkritik.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Wer denkt öfter über Gott nach – der Gläubige oder der Atheist? Die Frage ist schwer zu beantworten. Jemand kann sein Leben einer höheren Macht widmen oder dem Kampf gegen die Behauptung, dass es eine höhere Macht gibt.

In die zweite Kategorie fällt Niko Alm, 44-jähriger Österreicher und ehemaliger Politiker. Alm ist Gründer der Initiative gegen Kirchenprivilegien, Gründungsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung in Österreich, bekennender Atheist und „Pastafari“, wie sich die Anhänger der religionsparodistischen Bewegung des Fliegenden Spaghettimonsters nennen, und seit acht Jahren der Vorsitzende des Zentralrats der Konfessionsfreien. Sein Buch „Ohne Bekenntnis“ ist ein flammendes Plädoyer für eine strikte Trennung von Kirche und Staat nach dem Vorbild der französischen Laizität.

weiterlesen

Der letzte NSU-Untersuchungsausschuss

Grafik: TP
In Mecklenburg-Vorpommern existiert das bundesweit dreizehnte Parlamentsgremium, das die Mordserie politisch untersuchen soll

Thomas Moser | TELEPOLIS

„In keinem Bundesland gibt es so viele unterschiedliche Verbindungen des NSU-Trios wie nach Mecklenburg-Vorpommern.“ Das sagte die Rechtsanwältin Antonia von der Behrens jetzt im Landtag in Schwerin vor den Mitgliedern des dortigen Untersuchungsausschusses. Es existiere eine „Fülle“ von Informationen und Details. Kann sein, dass der Superlativ nicht ganz zutrifft, vielleicht wollte die politische Anwältin, die im Prozess in München eine Opferfamilie vertrat, die Abgeordneten vor allem motivieren, den ungeklärten Fragen auch in ihrem Bundesland nachzugehen.

Und wo Parlamente noch Fragen haben, können die Antworten von Sicherheitsorganen und Justiz nicht ausreichend sein.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde der fünfte Mord der Serie verübt. Zweieinhalb Jahre lang war das Töten ausgesetzt worden. 2001 wurden in Nürnberg, Hamburg und München gleich drei Migranten erschossen, zuletzt Ende August 2001. Warum die Pause, können die Ermittler nicht sagen.

Am 25. Februar 2004 wurde in Rostock-Toitenwinkel der 26jährige Türke Mehmet Turgut erschossen. Die Tat unterscheidet sich von den anderen in mehrfacher Weise. Es war der einzige Mord in Ostdeutschland. Das Opfer, das in einem Imbissstand arbeitete, musste sich auf den Boden legen und wurde dann mit Schüssen in Nacken und Kopf getötet, wie bei einer Hinrichtung. Ein Anwalt der Nebenklage will nicht ausschließen, dass Beate Zschäpe dabei war und möglicherweise sogar selber geschossen hat. Bundesanwaltschaft und Gericht dagegen verneinen kategorisch eine direkte Beteiligung Zschäpes bei allen Taten. Die Konstellation ist für die Aufrechterhaltung ihrer Dreier-Kleinstzellen-Theorie notwendig, weil sonst die Person fehlt, die den Rückzug absicherte.

Beim Mord in Rostock ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass das Trio bzw. die beiden Männer Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tatsächlich die Täter waren. Nur wenige hundert Meter entfernt wohnte ein Bekannter, dessen Name auf der Adressliste von Mundlos steht, die im Januar 1998 in Zschäpes Garage in Jena gefunden wurde. Etwa einen Kilometer entfernt wohnte außerdem eine Cousine Böhnhardts, die er in der Vergangenheit auch besucht hatte. Das Trio kannte den Ort persönlich, im Gegensatz zu anderen Tatorten.

Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass in Rostock, Ortsteil Lichtenhagen, Anfang der 1990er Jahre mit die schlimmsten rassistischen und nationalistischen Pogrome stattfanden.

weiterlesen

Die Weltbevölkerung wächst rasant

Bild: tagesschau.de
Derzeit leben rund 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde – und in jeder Sekunde werden es mehr. 2050 werden es laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung 9,7 Milliarden sein.

tagesschau.de

Das Wachstum der Weltbevölkerung setzt sich in hohem Tempo fort: Nach neuesten Projektionen der UN wird die Bevölkerungszahl von derzeit rund 7,7 Milliarden Menschen auf 9,7 Milliarden 2050 und auf 10,9 Milliarden Menschen im Jahr 2100 steigen. Diese Zahlen hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) veröffentlicht.

Die Fertilität sei in den meisten Ländern in den vergangenen Jahren zwar zurückgegangen. Doch gerade in Afrika sei sie weiterhin hoch und sinke vergleichsweise nur langsam. Frauen in Afrika bekommen demnach derzeit durchschnittlich 4,4 Kinder – deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau.

weiterlesen

Erderwärmung bedingt Dauerkälte – Forscher können Zusammenhang nachweisen

Wird der Polarwirbel schwächer, beeinflusst das den Jetstream Quelle: NASA’s Goddard Space Flight Center
Es klingt widersprüchlich: Doch mit dem Klimawandel nehmen Kälteeinbrüche aus der Arktis zu. Was Forscher seit Langem vermuten, konnte jetzt erstmals gezeigt werden – und hat mit einem bestimmten Stoff in der Erdatmosphäre zu tun.

Von Sarah Maria Brech | DIE WELT

An der US-amerikanischen Ostküste fällt im Winter oft Schnee. Die Aufzeichnungen dazu reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Wenn man sie sich anschaut, fällt ein Trend ins Auge: Schwere Schneestürme, die von lange anhaltender Kälte begleitet sind, werden häufiger. Die meisten solcher extremen Wetterereignisse gab es im vergangenen Jahrzehnt.

Lange Kältephasen zeigten sich auch in Asien und Europa. „Die Kälteeinbrüche aus der Arktis nehmen zu“, sagt Markus Rex, Leiter der Atmosphärenforschung am Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Professor für Atmosphärenphysik an der Universität Potsdam. „Beobachten konnten wir das schon lange. Wir wollen aber verstehen, warum das so ist.“

weiterlesen

Neun von zehn getesteten Baby-Socken enthalten potenziell schädliches Umwelthormon Bisphenol A

Forscher haben in Babysocken die umstrittene Chemikalie Bisphenol A (BPA) nachgewiesen. © encrier/ istock
Belastete Textilien: Das umstrittene Umwelthormon Bisphenol A (BPA) steckt offenbar auch in Kinderkleidung. Wie eine Untersuchung aus Spanien zeigt, ist der Stoff unter anderem in Socken für Babys und Kinder enthalten. Demnach ließ sich die potenziell schädliche Substanz in neun von zehn getesteten Textilien nachweisen – darunter auch Produkte internationaler Marken. Wie groß das gesundheitliche Risiko durch die Socken ist, ist allerdings noch unklar.

scinexx

Die Chemikalie Bisphenol A (BPA) steckt in vielen Alltagsprodukten – von Wasserflaschen, über Konservendosen bis hin zu Plastikschüsseln und Kassenzetteln. Oft ist diese Substanz Zusatzstoff von sogenannten Weichmachern, die Kunststoffe flexibel, geschmeidig und elastisch machen sollen. Doch sie ist mehr und mehr umstritten. Der Grund: BPA kann nachweislich in den Hormonhaushalt eingreifen und steht im Verdacht, beim Menschen zu gesundheitlichen Problemen zu führen.

weiterlesen

Prediger, der für Kurz betete, will Europa vom Islam „zurückerobern“

foto: screenshot/kath.net Sebastian Kurz hielt in der Stadthalle auch eine Rede.
Ben Fitzgerald spricht davon, das „Schwert in die Schlacht“ zu führen, Kurz spricht von „spontanem Gebet“

Katharina Mittelstaedt, Fabian Schmid | derStandard.at

Solche Bilder ist man in der österreichischen Politik nicht gewohnt: Tausende Christen strecken ihre Arme in die Höhe, um für Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu beten. „Vater, wir danken dir für diesen Mann, für seine Weisheit“, predigt Ben Fitzgerald von der Bühne. „Wir danken dir dafür, dass in diesem Land die Sünde für alle furchtbar ist“, und erbitten „viel Schutz“ für den Altkanzler, so Fitzgerald weiter.

Ort der Szene war die Wiener Stadthalle, die von Freitag bis Sonntag mit Christen gefüllt war. An drei Tagen fand dort der überkonfessionelle Event Awakening Austria statt, der von Fitzgerald als Teil von Awakening Europe mitorganisiert wurde. Mit dieser Organisation will der gebürtige Australier Menschen ein „Leben nach Gottes Vorstellung“ ermöglichen.

Der einstige Drogendealer behauptet, 2002 in einem Nachtklub Jesus begegnet zu sein. Danach änderte er sein Leben, um zu missionieren. Er reiste nach Nürnberg, wo er das ehemalige Reichsparteitagsgelände der Nationalsozialisten besuchte.

weiterlesen

Adorno war kein Mephisto

Theodor W. Adorno (1964). Bild: wikipedia.org/Jeremy J. Shapiro – CC BY-SA 3.0

Schon Adorno selbst bemängelte die Bedingungen in diesem Raum, und auch diesmal war die Luft im Hörsaal IV auf dem ehrwürdigen Bockenheimer Uni-Campus nicht besonders gut. Aus Anlass des 50. Jahrestages von Adornos Tod am 6. August 1969 war er bis auf die letzten Plätze gefüllt.

Von Nikolaus Gietinger | Frankfurter Rundschau

Gordon begann mit einer Einführung in die Grundlage der Philosophie Adornos, dessen „Negative Dialektik“. Diese habe den Anspruch gehabt, Unwahres dort aufzuzeigen, wo Wahres nicht hinterfragt werde. Doch wie über das hinausweisen, das nicht ist, während unsere Gedanken gleichzeitig vom Bestehenden stark beeinflusst werden? Adornos Philosophie lasse Möglichkeiten offen, wenn auch nur kleine „Risse und Schründe“. Gleichzeitig bleibe jede rationale Begründung von Normativität unsicher, sei nicht komplett „bedeckt“ von Vernunft. Das Werk Adornos sei allgemein fragil, unsicher, zudem beschädigt. Es gäbe keine Sicherheiten, keine festen Wahrheiten.

Um über die gegebenen Verhältnisse hinaus zu weisen, die Quellen einer Normativität zu finden, entwickle Adorno eine eigene Metaphysik. Metaphysik? War Adorno etwa Theologe, und das als Materialist? Beileibe nicht, betonte Gordon. Für ihn schlüpfe die Metaphysik bloß in die materielle Welt, beides gehöre zwingend zusammen, um über das Gegebene hinauszuweisen. Die Metaphysik verweise aber nicht auf ein Jenseits, sondern sei in der sozialen Realität zu verorten.

weiterlesen

Papst prüft Einsatz von verheirateten Priestern

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Laut Vatikan stehen beim großen Bischofstreffen im Herbst ausdrücklich Beratungen über einen amtlichen Dienst für Frauen in der Kirche auf der Tagesordnung.

Von Dietmar Neuwirth | Die Presse.com

Nächster Schritt am Weg zur Lockerung der Bedingungen zur Priesterweihe. Im Arbeitspapier des Vatikans für die Amazonien-Synode im Herbst findet sich genau das, was der österreichische Altbischof Erwin Kräutler, der bis 2015 Brasiliens größte Diözese geleitet hat, vor Jahren prophezeit hat: Die Weihe verheirateter Männer soll diskutiert werden.

Konkret heißt es laut Kathpress im 45 Seiten umfassenden Papier: Die Synode solle die Möglichkeit prüfen, in entlegenen Gegenden ältere und angesehene Familienväter („Viri probati“, „bewährte Männer“) zur Priesterweihe zuzulassen, um eine sakramentale Versorgung zu gewährleisten. Die Feier der Eucharistie (Messe) ist Priestern genauso vorbehalten wie die Beichte. Laut Zweitem Vatikanischem Konzil ist aber die Eucharistie, die wegen Priestermangels in manchen Gegenden nur ein, zwei Mal pro Jahr gültig gefeiert werden kann, Quelle und Zentrum des christlichen Lebens.

weiterlesen

CERN: Die Kernphysiker proben den Aufstand gegen Microsoft

Tim Berners-Lee am Cern anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung. (Bild: Reuters)
Die Mitarbeiter des europäischen Forschungszentrums für Teilchenphysik werden bald ohne Software von Microsoft auskommen müssen. Die hohen Lizenzgebühren der amerikanischen Firma haben die Informatikverantwortlichen in Genf verärgert.

Stefan Betschon | Neue Zürcher Zeitung

Das Cern in Genf ist ein Forschungszentrum für Teilchenphysik, und es ist auch ein Ort, an dem die Zukunft der Informatik erforscht wird. Es gibt wohl kaum eine Organisation, die an die Computer-Hardware und -Software höhere Anforderungen stellt. Die Lösungen, die hier benötigt werden, kann man nicht ab Stange kaufen, sie müssen oft zusammen mit den Lieferanten erst entwickelt werden. Deshalb ist das sogenannte Openlab des Cern eine Art Zentrallabor der Computerbranche. Hier werden Trends, die bald die ganze Computerwelt bewegen, zuerst sichtbar.

Das beste Beispiel für eine am Cern entwickelte Software-Innovation, die später die Welt verändert hat, ist das World Wide Web. Deshalb ist es bemerkenswert, wenn das Cern ein «The Microsoft Alternatives Project» (Malt) genanntes Vorhaben startet und öffentlich darüber informiert. Es geht darum – nun ja: Alternativen zu Microsoft-Software zu finden. Das Projekt wurde vor einem Jahr gestartet, jetzt wurden erste Zwischenergebnisse publiziert.

weiterlesen

Erzbistum Hamburg will katholische Krankenhäuser abgeben

Bild: © Fotolia.com/sudok1 (Symbolbild)
Die prekäre Wirtschaftslage des Erzbistums Hamburg bedeutet nicht nur die Aufgabe mehrere katholischer Schulen. Auch die Trägerschaft der eigenen Krankenhäuser möchte die Erzdiözese nun abgeben.

katholisch.de

Das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg will die Trägerschaft seiner katholischen Krankenhäuser abgeben. „Wir suchen einen strategischen Partner, um die Krankenhäuser nachhaltig zu stärken“, sagte Erzbistumssprecher Manfred Nielen am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Erste Gespräche mit möglichen Trägern liefen bereits. Die Trägersuche habe zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Ziel sei die Übernahme durch eine Krankenhausgruppe mit katholischer Ausrichtung, so Nielen weiter. „Wir wollen die Einrichtungen in katholischer Trägerschaft halten.“ Das Erzbistum wolle Minderheitsgesellschafter bleiben, zugleich aber von der Erfahrung eines größeren Trägers profitieren.

weiterlesen

Gotteswahn und Afterdienst in Austria: „Befremdliches“ Segensgebet für Kurz in der Stadthalle

Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. – (c) Screenshot: Youtube
Der ÖVP-Chef hat ein Segensgebet des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker sehen in dem Auftritt einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

Die Presse.com

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz befindet sich seit der Vorwoche auf inoffizieller Wahlkampftour. Um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, steht für heute, Montag, unter anderem der Besuch eines Wirtshauses und eines Seniorenheims in Oberösterreich auf seiner Agenda. Thema dort sein könnten Videoausschnitte, die seit dem Wochenende im Internet kursieren und den Ex-Kanzler gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn beim christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle zeigen. Und die eine Welle an Kritik ausgelöst haben.

Der Reihe nach: Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker orten darin einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

weiterlesen

Stephen Hawking Was Right: Black Holes Can Evaporate, Weird New Study Shows

(Image: © Shutterstock)
In 1974, Stephen Hawking made one of his most famous predictions: that black holes eventually evaporate entirely.

By Meredith Fore | SPACE.com

According to Hawking’s theory, black holes are not perfectly „black“ but instead actually emit particles. This radiation, Hawking believed, could eventually siphon enough energy and mass away from black holes to make them disappear. The theory is widely assumed to be true but was once thought nearly impossible to prove.

For the first time, however, physicists have shown this elusive Hawking radiation — at least in a lab. Though Hawking radiation is too faint to be detected in space by our current instruments, physicists have now seen this radiation in a black hole analog created using sound waves and some of the coldest, strangest matter in the universe. [9 Ideas About Black Holes That Will Blow Your Mind]

read more