Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Vorsitzende des Ethikrats warnt vor Überregulierung der Sterbehilfe

Bild: Deutscher Ethikrat

Bild: Deutscher Ethikrat

Woopen: In Gewissensentscheidung weder gesetzlich noch standesrechtlich eingreifen


Cicero

Die Entscheidung über ärztlich assistierten Suizid soll nach Ansicht der Vorsitzenden des Ethikrats, Christiane Woopen, dem behandelnden Mediziner überlassen werden. „Nicht nur der Gesetzgeber sollte sich zurückhalten, auch die ärztliche Berufsordnung“, sagte sie dem Magazin Cicero (Aprilausgabe). „Eine Gewissensentscheidung sollte weder per Gesetz reguliert noch standesrechtlich verboten, sondern einfach nur akzeptiert werden.“

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Pat Robertson: ‘Was the co-pilot a Muslim? Why did he want to kill all those people?’

pat-robertson-prophetChristian televangelist Pat Robertson suggested on Thursday that the co-pilot’s decision to crash Germanwings Flight 9525 could be explained if he was a Muslim.


By Dave Edwards|Raw Story

French prosecutors concluded on Thursday that co-pilot Andreas Lubitz had locked the pilot out of the cockpit, and then deliberately crashed the plane into the French Alps, killing 150 people.

“What happened to that plane that crashed into the French Alps?” Robertson asked on Thursday’s edition of The 700 Club. “Well, they’ve begun to find out. The pilot went to the lavatory and was soon locked out of the cockpit. He pounded on the door, begging to come in. But the door was not opened.”

“The co-pilot then takes the plane, pushes it into a dive and crashes it. The passengers are screaming as the plane went down. The pilot is yelling.”

“What a terrible tragedy,” the TV preacher continued. “Was that co-pilot a Muslim? Was he suicidal? What was it about him?”

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Dodo Müller: ‘Bistümer sind keine Filialen einer Bischofskonferenz!’

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Präfekt der Glaubenskongregation nach jüngsten Äußerungen des DBK-Vorsitzenden Marx: “Der Präsident einer Bischofskonferenz ist nicht mehr als ein technischer Moderator, mit diesem Titel ist keine spezielle Lehrautorität verknüpft.“


kath.net

Die Behauptung, eine Bischofskonferenz sei „keine Filiale von Rom“, „liefert mir das Stichwort, daran zu erinnern, dass die Bistümer keine Filialen des Sekretariates einer Bischofskonferenz sind oder [Filialen eines] Bistums, dessen Bischof Vorsitzender der Bischofskonferenz ist.“ Dies stellte Gerhard Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, gegenüber der katholischen französischen Zeitschrift „Famille chrétienne“ im Interview fest. Er war zuvor gefragt worden, was er vom Satz „eines deutschen Bischofs, der erklärt hatte, dass die Bischofskonferenz, die er leite, keine „Filiale von Rom“ sei, dies bezog sich auf Äußerungen von Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz. Müller erläuterte weiter: „Eine Bischofskonferenz ist kein Partikularkonzil, [sie ist] viel weniger als ein ökumenisches Konzil. Der Präsident einer Bischofskonferenz ist nicht mehr als ein technischer Moderator, mit diesem Titel ist keine spezielle Lehrautorität verknüpft.“ Die Einstellung, dass eine Bischofskonferenz keine Filiale Roms sei, „birgt in sich die Gefahr, eine gewisse Polarisierung zwischen den Ortskirchen und der Universalkirche wiederzuerwecken, welche mit dem ersten und dem zweiten Vatikanischen Konzil zur Ruhe gekommen waren. Die Kirche ist nicht die Summe von Nationalkirchen, deren Vorsitzende sich einen Chef auf Universalebene wählen würden.“

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This Mysterious Object Survived a Face-Off with a Black Hole

VLT images of G2 at peribothron. Credit: ESO/A. Eckart

Strange things are afoot at the Milky Way’s galactic center, and astronomers are watching the drama unfold.
New images released today by the European Southern Observatory reveal that against all odds, a gigantic dust cloud known as G2 has survived its closest approach with our galaxy’s supermassive black hole—which suggests it might be more than a simple dust cloud. These images were taken with the ESO’s Very Large Telescope (VLT) in Chile, and they provide the most detailed look at G2 ever produced.


By Becky Ferreira|MOTHERBOARD

t turns out that G2 has emerged from its encounter not only intact, but barely fazed.

This is definitely not what astronomers expected to happen. When G2 was first identified as a gas cloud in 2011, it was taken for granted that the galactic core would rip it to shreds when it reached peribothron—the term for an object’s closest approach with a black hole.

Multiple research teams were assembled to watch the carnage unfold over the summer of 2014. There were expectations of cosmic “fireworks” erupting as G2 was consumed by the ravenous core, and anticipation about capturing the first approach of what was considered a “doomed” gas cloud.

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Mars-Rover Curiosity findet “brauchbaren” Stickstoff

Aus Einzelbildern zusammengesetztes “Selfie” von Curiosity auf dem Mars. Die kleinen grauen Punkte unten links sind Probebohrungen im Marsboden. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Weiterer Lebensbaustein auf dem roten Planeten: Curiosity hat eine für Lebewesen nutzbare Form von Stickstoff auf dem Mars gefunden. Nitrate kommen im Gestein und im Staub des Mars offenbar großflächig verteilt vor. Der Fund stützt zwar die Annahme, dass der Mars in der Vergangenheit ein lebensfreundlicher Planet war – allerdings stammen die Stickstoffverbindungen höchstwahrscheinlich nicht aus biologischen Prozessen, erläutern Wissenschaftler in den “Proceedings of the National Academy”.


scinexx

Stickstoff ist ein entscheidendes Element für alle bekannten Lebewesen: Er dient als einer der Grundbausteine für größere Moleküle wie DNA und RNA, in denen unsere gesamte genetische Information gespeichert ist. Stickstoff ist außerdem Teil des Rückgrats der Proteine, die von Muskeln bis Haaren unseren Körper bilden und fast alle biochemischen Reaktionen darin regulieren.

Auf der Erde kommt Stickstoff reichlich in der Atmosphäre vor, und auch auf dem Mars ist das gasförmige Element häufig. Allerdings gibt es bei diesem Stickstoff für Lebewesen ein Problem: Im molekularen Stickstoff (N2) sind zwei Atome so stabil miteinander verbunden, dass sie kaum mit anderen Molekülen reagieren. Für biochemische Prozesse ist N2 damit praktisch unbrauchbar. Der Stickstoff muss erst in nutzbare Formen überführt werden.

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Canadian Christians: We’re Under Attack Because We Can’t Always Discriminate Against Gay People!

Christians in Canada, apparently, Image: Friendly Atheist

A group of Christian leaders in Canada are furious because they believe the government (and everyone else) is persecuting them:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The group, including Charles McVety, president of the Institute for Canadian Values, pointed to a number of recent events they said equate to an attack on the Christian faith and impinge on Christians’ ability to practice their faith.

Well… this should be interesting.

What are their examples?

A refusal by three provincial bar associations to accredit any potential law school graduate of Trinity Western University, which prohibits sexual intimacy outside heterosexual marriage among its students.

I’ve written about this before. In general, I don’t think the students should be punished for attending an anti-gay school because they’ll ultimately have to practice (and follow) secular law. If they can show they understand that law, I don’t see why their religious beliefs matter unless they’re discriminating against their clients, which is a completely different issue.

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praybox.net: Teens beten für Teens

Auf der neuen Webseite sollen Teenager Gebetsanliegen miteinander teilen Foto: SCM Bundes-Verlag

Egal ob Mathearbeit, Liebeskummer oder eine Erkältung: Für alles kann gebetet werden, auch online. Auf praybox.net sollen Jugendliche ihre Sorgen anonym teilen und füreinander beten können.


pro Medienmagazin

Bereits 2013 startete die Onlineplattform amen.de des SCM Bundes-Verlags. Hier haben Menschen die Möglichkeit, füreinander zu beten. Mit der Praybox wird es bald eine weitere Gebetsplattform des Verlags geben: Im Gegensatz zu amen.de ist die Praybox nur für Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren gedacht. Über den heimischen PC oder die dazugehörige Smartphone-App können Gebetsanliegen miteinander geteilt werden.

Zudem sollen Beter die Möglichkeit haben, Ermutigungen zu Gebetsanliegen zu schreiben. Wer ein Anliegen mitgeteilt hat, kann Updates zum aktuellen Stand geben. Bei schwerwiegenderen Fällen wird außerdem das Praybox-Team seelsorgerlich reagieren.

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Dodo Müller bekräftigt Unauflöslichkeit der Ehe

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Eine Scheidung sei nach katholischem Verständnis wie eine Amputation, sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. «Ich glaube, dass gewisse Theologen und Bischöfe sich dieser Worte wieder bewusstwerden müssen.»


kath.net

Mit Blick auf die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie im Herbst hat Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller die Unauflöslichkeit des Ehesakraments bekräftigt. Eine Scheidung sei nach katholischem Verständnis wie eine Amputation, sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation dem französischen Magazin «Famille Chretienne» (Samstag).

Angesichts der aktuellen Debatten gelte es, das bereits von dem Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos (um 345 – 407) geprägte Bild in Erinnerung zu rufen, so Müller. «Ich glaube, dass gewisse Theologen und Bischöfe sich dieser Worte wieder bewusstwerden müssen.» Als Bezugspunkte für die katholische Ehelehre nannte der Präfekt der Glaubenskongregation Papst Pius XI. (1922 – 1939) und seine Ehe-Enzyklika «Casti Connubii» von 1930. Hinzu kämen die entsprechenden Schriften der Päpste Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI. «Nicht zu vergessen das Zweite Vatikanische Konzil.»

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Sündenbock Islam

Gebet-islam

Gerne werden die Muslime für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich gemacht. Das ist falsch und hilft niemandem weiter.


Von Ercan Karakoyun|The European

70 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. Noch immer müssen jüdische Einrichtungen und Synagogen bewacht werden. Sicherheitsvorkehrungen sind noch immer notwendig. Das hat vor allem einen Grund: Der Antisemitismus in Deutschland nimmt nicht ab, sondern zu. Laut den Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung wurden 2013 in Deutschland 788 antisemitisch motivierte Straftaten registriert. 2014 hingegen waren es 864.

Das entspricht also einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Zu den Vorfällen gehören Pöbeleien, E-Mails mit judenfeindlichen Inhalten, Hakenkreuz-Schmierereien und judenfeindliche Beiträge in Social-Media-Netzwerken. Zudem wurden 25 Gewalttaten sowie 128 Propagandadelikte registriert. Hinzu kommt, dass viele Straftaten nicht angezeigt werden, da es kaum Hoffnung auf Aufklärung gibt. Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, macht dafür vor allem die Muslime in Deutschland verantwortlich.

Laut Kriminalstatistik liegt er mit dieser Behauptung jedoch falsch. 95 Prozent der Straftaten stammen von Nicht-Muslimen. Von Muslimen geht also nicht mehr Gewalt aus als von Nicht-Muslimen. Der Antisemitismus ist und bleibt daher vor allem ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Die Diskussion darüber findet nicht statt, da das Augenmerk auf die Muslime gelegt wird. Das ist fatal.

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Der Spion, der aus der Kirche kam

Das Erbe der Spione: Akten von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit Bild: dpa

Im März 1990 flog in Oldenburg ein Stasi-Spitzel, der erste westdeutsche Kirchen-Spion, auf. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Noch heute lebt er in Oldenburg.


Von Karsten Krogmann|NWZ-Online

Er legte seine Jacke auf den Stacheldraht, so wie sie es ihm gezeigt hatten. Dann kletterte er über die Grenze, der Trick mit der Jacke funktionierte: Er verletzte sich nicht. Er rannte los, hinter ihm fielen wie verabredet die Schüsse.

Herr S. war jetzt im Westen. Es war der 12. August 1966, später Nachmittag; er war 22 Jahre alt.

23 Jahre und sieben Monate später stellen sich zwei Beamte des Landeskriminalamtes bei der Oldenburgischen Landeskirche vor. Sie haben einen Durchsuchungsbeschluss für ein Büro im Landesjugendpfarramt dabei. Den Jugendbildungsreferenten S., 46 Jahre alt, nehmen sie fest. Der Vorwurf: Verdacht auf geheimdienstliche Tätigkeit gegen die Bundesrepublik Deutschland.

S. ist der erste Stasi-Spion im Dienst der Kirche, der in der Bundesrepublik enttarnt wird. Der Fall macht deutschlandweit Schlagzeilen.

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Von NATO-Journalisten und mordenden Soldaten

Konstantin Wecker liefert in seinem Buch keine befriedigenden Antworten – da hilft auch die Kirchentags-Halskette im Stile Claudia Roths nicht Foto: Gütersloher Verlagshaus

Die Welterklärer Margot Käßmann und Konstantin Wecker haben ein Buch über Pazifismus herausgegeben. Es bietet eine Mischung aus Realitätsleugnung, Selbstgerechtigkeit und Lügenpresse-Verschwörungstheorie.


Von Moritz Breckner|pro Medienmagazin

„Der Pazifismus“, schrieb einst Henryk M. Broder, „ist eine moralische Position, die sich in etwa so lange aushalten lässt, wie der Lotussitz auf einer Kreissäge.“ Damit wäre zu diesem Thema eigentlich alles gesagt, gäbe es nicht Realitätsleugner wie Margot Käßmann und Konstantin Wecker, die sich seit Jahren in der argumenteresistenten Parallelwelt des Pazifismus in ihrer Selbstgerechtigkeit sonnen.

„Entrüstet euch“ heißt ein von beiden im April erscheinendes Buch. Es enthält ein Gesprächsprotokoll zwischen Käßmann und Wecker, ein Lyrik-Archiv zum Thema Frieden und neue, teils für das Buch entstandene „Texte zum Frieden“. Zu letzteren gehört der 20-seitige Abdruck einer Rede, die der katholische Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann im Dezember bei einer Kundgebung vor dem Sitz des Bundespräsidenten hielt. Die Friedensdemonstranten seien zwar viele, heißt es da, aber: „Gewiss, die Mainstream-Medien werden uns marginalisieren und bagatellisieren, aber was will man auch von eingekauftem NATO-Journalismus schon erwarten?“ Nein, nicht Udo Ulfkotte, sondern die Luther-Botschafterin der EKD, ziert hier das Cover.

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Anmerkung: K.Wecker trägt eine Chakren-Kette, die mit seiner buddhistischen Weltsicht einhergeht. Einseitig gebildete Bibel-Christen wissen das nicht.

Pestizid Glyphosat: krebserregend oder nicht?

Glyphosat wird auch auf rund einem Drittel der deutschen Äcker eingesetzt © thinkstock

Besorgniserregend oder übertrieben? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Herbizid Glyphosat als “krebserregend bei Menschen” eingestuft. Das aber würde bedeuten, dass das weltweit am häufigsten eingesetzt Pestizid gesundheitsschädlich ist. Ob die WHO damit zu weit vorgeprescht ist oder ob Grund zur Sorge besteht, darüber wird nun heftig diskutiert. Auch Forscher sind geteilter Meinung.


scinexx

Dass wir unsere intensive, durch Spritzmittel auf Ertrag getrimmte Landwirtschaft mit Risiken für Umwelt und Gesundheit erkaufen, ist nicht neu: So dürfen drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide in der EU nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden, weil sie Bienen schädigen und Mitschuld am Bienensterben haben könnten. Auch der Rückgang vieler Vogelarten könnte laut Studien auf die Neonicotinoide zurückzuführen sein. Bei dem Pestizid Methoxychlor gibt es zudem Hinweise auf generationsübergreifende Gesundheitsschäden.

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„Verfehlung“: Und die Kirche schweigt

Die Freundschaft der Priesterkollegen Jakob, Dominik und Oliver (v.l.) wird durch den Vorwurf, Dominik habe einen Jungen sexuell misshandelt, hart auf die Probe gestellt Foto: Camino Filmverleih

Spätestens seit 2010 weiß die Öffentlichkeit vom systematischen Missbrauch in katholischen Einrichtungen. Seitdem kämpfen die Opfer um Aufklärung und Entschädigung. Der Spielfilm „Verfehlung“ fragt ab Donnerstag im Kino, ob das Vertuschen in der Kirche Methode hat.


Von Sebastian Schramm|pro Medienmagazin

Verschwitzt und untergehakt gehen Jakob, Dominik und Oliver vom Fußballfeld. Die drei Freunde verbindet viel. In einer Kneipe stoßen die Priester-Kollegen nach dem Spiel gemeinsam auf eine Beförderung an: Oliver wird stellvertretender Generalvikar. Die Heiterkeit des Films „Verfehlung“ endet abrupt, als plötzlich wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs gegen Dominik ermittelt wird. Die ungeheuerlichen Vorwürfe säen Zweifel. Sie stellen nicht nur die enge Freundschaft auf die Probe, sondern auch den Glauben an die gemeinsame Sache und die eigene Integrität.

Mit seinem Regiedebüt wagt sich Gerd Schneider an ein schwieriges Thema: dem Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauch. Immer wieder habe er sich gefragt: „Wer bin ich eigentlich, dass ich diesen schwierigen Stoff bearbeite?“, sagte der Regisseur bei der Premiere von „Verfehlung“ am Dienstag in Berlin. Am Donnerstag läuft der Film offiziell in den deutschen Kinos an.

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Die NSA als Religion

NSA headquarters in Fort Meade (credit: Trevor Paglen)The//INTERCEPT

NSA headquarters in Fort Meade (credit: Trevor Paglen)The//INTERCEPT

Die Abhörbehörde NSA strebt mit ihrem Datensammeln danach, das Verhalten der Menschen vorwegnehmen zu können. Aber ist eine solche «observierte Freiheit» noch eine Freiheit?


Von Wolfgang Taus|Neue Zürcher Zeitung

Sir Isaac Newton meinte zu Beginn des 18. Jahrhunderts, er spiele lediglich am Rande des «grossen Ozeans der Wahrheit», der «unentdeckt» bleibe. Die amerikanische Abhörbehörde (National Security Agency – NSA) hingegen greift auf diesen Ozean zu. Sie ist dabei, zu erreichen, was an sich unerreichbar ist, und nennt dies «Getting the ungettable». Der deutsche Philosoph Bernhard H. F. Taureck versucht den Leser in seinem hochbrisanten Buch auf die quasitheologischen Begründungen und Rechtfertigungen der NSA hinzuweisen. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden insbesondere auch in der Zivilgesellschaft massiv in die Kritik geraten, sucht die NSA nach Argumenten für ihren Daseinszweck.

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Ohne Orient kein Oxident

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Der Islam war schon immer Teil der europäischen Kultur. Beide sind durch eine lange gemeinsame Entwicklung verbunden.


Von Muhammad Sameer Murtaza|The European

Der Islam gehört nicht zu Europa! Das zumindest legte Ulrich Greiner in der ZEIT nahe und ergänzte noch, dass man sich dies auch nicht wünschen solle.

Greiners Artikel ist Ausdruck für die Schwierigkeit des Abendlandes mit seinem eigenen noch nicht überwundenen Essentialismus. Indem die “westliche Welt” die Vernunft und die Freiheit für sich in Anspruch nimmt, kann in der allgemeinen Wahrnehmung der Islam hierzu keinen Beitrag geleistet haben. Das imaginäre Bild des Islam ist das einer antimodernen Gegenkultur zum Westen. Diese Sichtweise führte dazu, dass der Einfluss islamischer Philosophen und Wissenschaftler mitsamt ihrem Wirken weitestgehend im europäischen Bildungswissen verdrängt wurden. Wo dies nicht möglich war, latinisierte man die muslimischen Namen.

Wer heute eine Apotheke mit dem weitverbreiteten Namen Avicenna betritt, wird wohl kaum vermuten, dass sich dahinter der Name des muslimischen Philosophen und Arzt Ibn Sina verbirgt. Ihm verdanken wir die Erfindung der Arznei in Tablettenform und sein Kanon der Medizin war bis in das 17. Jahrhundert Pflichtlektüre in der Ärzteausbildung Europas.

Es gibt genügend Stützen für die Annahme, dass die Renaissance und die frühe Form der europäischen Aufklärung durch die islamische Philosophie und die islamischen Bildungseinrichtungen in Europa mit angestoßen wurden. Doch wie konnte es passieren, dass 700 Jahre Islam in Südwesteuropa und 500 Jahre Islam auf dem Balkan im kollektiven Gedächtnis Europas verdrängt wurden?

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Mit Kippa, immer und überall?

»Die Kippa auf dem Kopf signalisiert: Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken.« Rabbiner Avichai Apel, ©Thinkstock

Ja, als Ausdruck des Stolzes – meint Rabbiner Apel. Nein, sie ist nur Symbol – findet Rabbiner Rothschild


Jüdische Allgemeine

PRO
Wenn ich auf den Straßen von Dortmund unterwegs bin und dabei wie gewöhnlich meine Kippa trage, werde ich oft von Nichtjuden angehalten. Sie grüßen mich auf Hebräisch mit »Schalom«, und sie alle vermitteln mir die gleiche Botschaft: »Fürchtet euch nicht – es gibt keinen Grund, sich zu verstecken!« Und wenn ich andere Juden treffe, dann gibt meine Kippa ihnen sofort einen Grund zum Stolz, zur Freude und zur Identifikation mit ihrem eigenen Judentum.

In der Vergangenheit gab es Juden in Deutschland, die sich das Motto zu eigen machten: »Sei Jude in deinem eigenen Haus, aber wenn du das Haus verlässt, sei ein Deutscher.« Im Deutschland des 21. Jahrhunderts hat diese Einstellung ihre Gültigkeit verloren. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu leben und das auch öffentlich zu zeigen, auf welche Art und Weise er es möchte, solange er das Recht jedes Mitbürgers achtet, seinen Glauben zu praktizieren, und keinen Druck oder Zwang auf andere ausübt.

In der heutigen Zeit ist die Kippa zu einem Symbol für das jüdische Volk geworden, zu einem Erkennungszeichen unter Juden. An der Art der Kippa können wir erkennen, zu welcher jüdischen Gruppierung ein Mensch gehört oder gehören möchte.

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Menschliche Intelligenz ist “kein Zufall”

intelligent_designWar die Entstehung von menschlichem Leben auf der Erde blanker Zufall oder etwas, das passieren musste? Darüber sind sich Evolutionsbiologen bis heute nicht einig. Der britische Forscher Simon Conway Morris glaubt nicht an eine zufällige Entwicklung von Intelligenz – und hält es für wahrscheinlich, dass sie sich auf anderen Planeten wiederholt hat.


Interview: Theresa Aigner|science.ORF.at

Warum haben wir dann aber noch keinerlei Beweise für die Existenz von außerirdischem Leben? Diese Fragen diskutiert der Paläobiologe von der Universität Cambridge heute an der Akademie der Wissenschaften in Wien – und vorab in einem science.ORF.at-Interview.

science.ORF.at: Die Entwicklung von intelligentem Leben auf der Erde war in Ihren Augen kein Produkt verschiedener Zufälle, sondern etwas, das passieren musste. Warum?

Simon Conway Morris: Das Leben auf der Erde hat sehr unterschiedliche Formen. Wir haben Bäume, Giraffen und Blauwale sowie tausende andere Pflanzen, Tiere und Pilze. Wenn man all das ein bisschen genauer betrachtet, zeigen sich immer wieder die gleichen biologischen Arrangements. Das nennt man “konvergente Evolution”.

Ein bekanntes Beispiel ist die Ähnlichkeit zwischen einem menschlichen Auge und dem eines Oktopus. Sie haben evolutionär zwar ganz unterschiedliche Ursprünge, dennoch sind sie sich sehr ähnlich. Konvergente Evolution bedeutet, dass sich Nervensysteme, Intelligenz oder die Fähigkeit Werkzeuge zu bauen, immer wieder an unterschiedlichen Stellen unabhängig voneinander entwickelt haben.

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Vatikan: 5,9 Milliarden Euro Vermögenswerte für die Vatikanbank

Vatikanbank

Vatikanbank

Die Vermögenswerte der Vatikanbank beliefen sich im Jahr 2014 auf 5,9 Milliarden Euro. Diese Zahl wurde in einer Broschüre mit dem Titel „Porträt des IOR“ des Heiligen Stuhls veröffentlicht. Das Institut für die Religionswerke informiert auch welche Kunden und Einrichtungen die Vermögenswerte der Bank darstellen. In dieser Broschüre versichert die Vatikanbank außerdem, keine anonymen Konten zu besitzen.


Radio Vatikan

Anfang des Monats wurde ein neuer Vizedirektor des Geldinstituts ernannt. Der 59-jährige Italiener Gianfranco Mammi wurde in seinem neuen Amt von zwei maßgeblichen Stellen gebilligt, zum einen von der vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde AIF, zum anderen von der Kardinalskommission, die für die Prüfung des IOR – wie die Vatikanbank offiziell heißt – zuständig ist. Im Juli 2014 löste der Franzose Jean-Baptiste de Franssu den deutschen Ernst van Freyberg an der Spitze des vatikanischen Finanzinstituts IOR ab. Er sollte eine zweite Reformrunde des Instituts einläuten, hieß es damals dazu aus dem Vatikan.

Tebartz-van Elst droht Verfahren im Vatikan

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Dem früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst droht ein kirchenstrafrechtliches Verfahren. Darüber werde mit dem Vatikan nach Ostern gesprochen, kündigte der Apostolische Administrator Manfred Grothe an, der die Diözese Limburg verwaltet, bis ein neuer Bischof ernannt ist.


Von Christoph Cuntz|MAIN-SPITZE

Tebartz hatte eine umstrittene Bischofsresidenz bauen lassen, die am Ende 31 Millionen Euro gekostet hatte. Der Bau sei „natürlich weniger wert“, sagte Grothe. Genauere Angaben wollte er nicht machen. Doch war eine Kommission im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz vor gut einem Jahr zum Ergebnis gekommen, dass die Baunebenkosten durch Mehrfachbeauftragungen und Doppelvergütungen um 8,3 Millionen Euro gestiegen waren.

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Tauhid Germany: De Maizère verbietet Dschihadistengruppe

Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Foto: REUTERS

Sie gehören zu einer Islamisten-Gruppe, die schon 2012 verboten worden war. Doch im Internet und mit Flugblättern warben sie weiter für den “Heiligen Krieg” in Syrien und im Irak. Jetzt schreiten die Sicherheitsbehörden erneut ein und verbieten die Vereinigung “Tauhid Germany”.


Frankfurter Rundschau

Die Bundesregierung hat im Kampf gegen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die militant-dschihadistische Vereinigung «Tauhid Germany» verboten. Seit 6.00 Uhr würden bei Razzien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein 26 Objekte durchsucht, insgesamt gehe es um knapp 30 Verdächtige, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag in Berlin. Unter den Verdächtigen seien auch Dschihadisten, die sich in Syrien und im Irak aufgehalten hätten. Bei der Aktion seien knapp 500 Polizisten im Einsatz, darunter Spezialkräfte.

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