Erzbistum Hamburg will katholische Krankenhäuser abgeben

Bild: © Fotolia.com/sudok1 (Symbolbild)
Die prekäre Wirtschaftslage des Erzbistums Hamburg bedeutet nicht nur die Aufgabe mehrere katholischer Schulen. Auch die Trägerschaft der eigenen Krankenhäuser möchte die Erzdiözese nun abgeben.

katholisch.de

Das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg will die Trägerschaft seiner katholischen Krankenhäuser abgeben. „Wir suchen einen strategischen Partner, um die Krankenhäuser nachhaltig zu stärken“, sagte Erzbistumssprecher Manfred Nielen am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Erste Gespräche mit möglichen Trägern liefen bereits. Die Trägersuche habe zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Ziel sei die Übernahme durch eine Krankenhausgruppe mit katholischer Ausrichtung, so Nielen weiter. „Wir wollen die Einrichtungen in katholischer Trägerschaft halten.“ Das Erzbistum wolle Minderheitsgesellschafter bleiben, zugleich aber von der Erfahrung eines größeren Trägers profitieren.

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Gotteswahn und Afterdienst in Austria: „Befremdliches“ Segensgebet für Kurz in der Stadthalle

Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. – (c) Screenshot: Youtube
Der ÖVP-Chef hat ein Segensgebet des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker sehen in dem Auftritt einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

Die Presse.com

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz befindet sich seit der Vorwoche auf inoffizieller Wahlkampftour. Um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, steht für heute, Montag, unter anderem der Besuch eines Wirtshauses und eines Seniorenheims in Oberösterreich auf seiner Agenda. Thema dort sein könnten Videoausschnitte, die seit dem Wochenende im Internet kursieren und den Ex-Kanzler gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn beim christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle zeigen. Und die eine Welle an Kritik ausgelöst haben.

Der Reihe nach: Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker orten darin einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

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Stephen Hawking Was Right: Black Holes Can Evaporate, Weird New Study Shows

(Image: © Shutterstock)
In 1974, Stephen Hawking made one of his most famous predictions: that black holes eventually evaporate entirely.

By Meredith Fore | SPACE.com

According to Hawking’s theory, black holes are not perfectly „black“ but instead actually emit particles. This radiation, Hawking believed, could eventually siphon enough energy and mass away from black holes to make them disappear. The theory is widely assumed to be true but was once thought nearly impossible to prove.

For the first time, however, physicists have shown this elusive Hawking radiation — at least in a lab. Though Hawking radiation is too faint to be detected in space by our current instruments, physicists have now seen this radiation in a black hole analog created using sound waves and some of the coldest, strangest matter in the universe. [9 Ideas About Black Holes That Will Blow Your Mind]

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Bild: „Gehen Sie auch zum Vulven-Malen, Herr Bischof?“

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Die Bildzeitung schreckt beim Interview mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm vor peinlicher Frage nicht zurück – Bedford-Strohm stellt sich unwissend

kath.net

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm stellte sich unwissend auf die Frage der „BILD“, ob er beim Evangelischen Kirchentag auch den Workshop „Vulvenmalen“ besuchen werde. „Nein. Was ist das?“ Der Leiter des Berliner „Bild“-Büros, Ralf Schuler, erläuterte dem evangelischen Landesbischof von Bayern daraufhin: „Frauen malen ihre Geschlechtsteile, um Scham zu verlieren und freier mit ihrem Geschlecht umzugehen …“ Die Reaktion: „Bedford-Strohm: (lacht) ‚Ich glaube, das wendet sich nicht an mich.‘“ Der Programmpunkt „Vulven malen“ ist auch unmittelbar vor Beginn des Kirchentags im digitalen Programm des Kirchentags weiterhin normal abrufbar: „Vulvenmalen. Ob der EKD-Vorsitzende wirklich so unwissend war wie er sich zeigte, lässt sich nicht nachprüfen – allerdings darf es durchaus als begrüßenswert gelten, wenn er das Programm des aktuellen Kirchentags kennen würde. Heterosexuelle Männer sind jedenfalls gemäß Programmausschreibung keineswegs von der Teilnahme ausgeschlossen, kath.net hat berichtet.

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„König“ der Trilobiten entdeckt

Redlichia rex war der größte bekannte Trilobit der kambrischen Meere – und für kleinere Tiere am Meeresgrund ein gefährlicher Räuber. © Katrina Kenny
Schrecken des Urmeeres: Paläontologen haben in Australien das Fossil des größten bekannten Trilobiten dieser Region entdeckt. Der 500 Millionen Jahre alte Gliederfüßer war 30 Zentimeter lang und damit fast doppelt so groß wie andere Trilobiten dieser Zeit. Redlichia rex besaß zudem lange, furchteinflößende Stacheln an seinen Beinen, mit denen er seine Beute fing und zerquetschte, wie die Forscher berichten.

scinexx

Trilobiten gehören zu den erfolgreichsten „Erfindungen “ der Natur. Mehr als 250 Millionen Jahre lang dominierten diese Gliederfüßer die Lebenswelt am Grund der Urzeit-Meere. Dennoch ist bisher nur wenig über die Lebensweise dieser Räuber und Aasfresser bekannt. Fossilfunde deuten aber darauf hin, dass die Trilobiten ausgeprägt sozial waren: Sie praktizierten Massenpaarungen und Massenhäutungen und bildeten bei der Migration offenbar säuberliche Reihen.

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Atommächte modernisieren ihre Waffenarsenale

Das Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor besorgniserregenden Entwicklungen bei der atomaren Bewaffnung. Im Bild: Eine russische Interkontinentalrakete. (Foto: dpa)
  • Die Zahl der atomaren Sprengköpfe hat sich dem Stockholmer Friedensforschungsinsitut Sipri zufolge im vergangenen Jahr weiter verringert.
  • Gleichzeitig sind die neun Atommächte demnach jedoch dabei, ihre Arsenale zu modernisieren.
  • Ein Sipri-Experte sieht die Entwicklung negativ.

Süddeutsche Zeitung

Die Atommächte investieren nach Angaben von Friedensforschern wieder mehr in ihre nuklearen Waffenarsenale. Zwar ging die Zahl der Atomwaffen weltweit im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent zurück, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri berichtet. Dafür seien die Atommächte aber wieder stärker darauf aus, ihre Waffen zu modernisieren.

„Offen gesagt ist das ein negativer Trend“, sagte der Sipri-Atomwaffenexperte Shannon Kile. Der Rückgang der Zahl der Atomwaffen habe sich in den vergangenen Jahren entscheidend verlangsamt und sei lediglich darauf zurückzuführen, dass die USA und Russland Waffen ausrangierten, die sie nicht mehr brauchen.

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Morbus Google – wie die digitale Hypochondrie Patienten und Ärzte auf Trab hält

Haben Sie Bauchschmerzen? Oder blaue Flecken an den Beinen? Kein Problem, das Internet sagt Ihnen, was dahintersteckt. So denken viele. Einige aber geraten beim Symptom-Googeln unversehens in einen Teufelskreis.

Nicola von Lutterotti | Neue Zürcher Zeitung

Die Digitalisierung schafft nicht nur neue Arbeitsplätze, sie kreiert auch neue Leiden. Eine solche innovative Erkrankung ist die Cyberchondrie, eine auch Morbus Google genannte digitale Schwester der Hypochondrie. Charakteristisch für die Betroffenen ist, dass sie bei jeglichem Unwohlsein umgehend das weltweite Netz konsultieren. Wie von Anfang an befürchtet, finden sie hier allerdings keinen Trost, sondern sehen ihre Ängste einmal mehr bestätigt.

Kräftig geschürt werden ihre Phobien dabei von Dr. Google und Konsorten. Denn die digitalen Diagnostiker nehmen keinerlei Rücksicht auf Empfindsamkeiten, sondern kommen immer unverblümt zur Sache. Diesbezüglich ähneln sie sehr viel mehr dem nüchtern-emotionslosen Dr. House der gleichnamigen amerikanischen Fernsehserie als dem väterlich-gütigen Chefarzt der deutschen TV-Schnulze «Die Schwarzwaldklinik».

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Lässt sich der Erfolg der Rechten durch Katholizismus verstehen

Italien, Ungarn, Polen: In katholisch geprägten Ländern Europas sind rechtspopulistische Parteien besonders erfolgreich. Auf den zweiten Blick sind die Verhältnisse jedoch komplizierter.

Von Detlef Pollack | Frankfurter Rundschau

Als der italienische Innenminister Matteo Salvini am 18. Mai 2019 auf dem Treffen der rechtspopulistischen Führer Europas – unter ihnen Jörg Meuthen und Marine Le Pen – vor dem Mailänder Dom den Schutz der heiligen Patrone Europas und der Jungfrau Maria anrief, brandete in der Masse enthusiastischer Beifall auf. Den Rosenkranz in die Luft reckend, erklärte Salvini, er vertraue Italien dem unbefleckten Herzen der Heiligen Jungfrau Maria an, die seiner Partei – da sei er sicher – in den anstehenden Europawahlen den Sieg bringen werde.

Die Anrufung Gottes und der Heiligen hat in der Politik in den katholischen Ländern Europas eine lange Geschichte. Immer wieder haben katholische Parteiführer in Europa Gott öffentlich um die Unterstützung ihrer Arbeit, um den Schutz ihres Heimatlandes und die Errettung ihres Volkes gebeten. Das war auch vor 450 Jahren schon so. Vor der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 riefen Philipp II. von Spanien, Papst Pius V. und Don Juan de Austria Gott und die Jungfrau Maria um Hilfe gegen die Muslime an und forderten die Katholiken auf, den Rosenkranz zu beten. Obwohl die Heilige Liga militärisch unterlagen war, gewann sie die Schlacht. Zum Dank wurde ein Jahr später das Rosenkranzfest eingeführt, das die katholische Kirche bis heute feiert.

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„Die Menschen zwingen, für den neuen Staat zu arbeiten“

„Welcome To Hell“-Protest beim G20-Gipfel im Hamburg. Bild: t–h–s / CC BY 2.0
Klaus Schroeder ist Professor an der freien Universität Berlin, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat und hat nun gemeinsam mit Monika Deutz-Schroeder das Buch Der Kampf ist nicht zu Ende – Geschichte und Aktualität linker Gewalt“ verfasst.

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Schroeder, Sie resümieren am Ende Ihres Buches: „In der Bibel erschlägt Gott seinen Bruder Abel, weil Gott dessen Opfer vorzieht. Das Motiv für diese Gewalt könnte man mit ‚Sozialneid‘ charakterisieren. (…). Für linke Gewalt spielt dieser Aspekt bis zum heutigen Tag eine zentrale Rolle.“ Können Sie das ein wenig erläutern?

Klaus Schroeder: Die Linke, nicht nur die aktuell gewaltbereite, mobilisiert, indem sie versucht, potenzielle Sympathisanten gegen Besitzende aufzuhetzen, ungeachtet der individuellen Leistung. Da vielen Linken das Denken in Kategorien von Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft fehlt, gehört der Sozialneid quasi zu ihrem relevanten Handgepäck.
Die militante Linke, die sich bis zum heutigen Tag als revolutionär versteht, zielt mit ihrer Politik, zu der auch Gewalt gehört, auf einen Umsturz mit grundlegenden Folgen. Der bürgerliche Staat soll zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstört werden.
Der Antrieb für linke Gewalt in der Bewegungsphase ist die Verunsicherung der herrschenden Eliten und der Versuch, über den revolutionären Kern hinaus weitere Personen in den Kampf miteinzubeziehen. Der Aufruhr, zumeist „Riot“ genannt, soll (wie in Hamburg während der Proteste gegen den G 20-Gipfel) die Staatsmacht, sprich: die Polizei, so unter Druck setzen, dass sie die Kontrolle über Räume und Personen verliert.
Wenn die Linke an die Macht gekommen ist, hat sie, wie die Beispiele Russland, China, Nordkorea und so weiter zeigen, sofort ein diktatorisches Schreckensregime errichtet. Das Bürgertum wurde ausgeplündert, die vorhandenen Ressourcen anders verteilt. Die Privilegierten waren aber nicht die Massen, sondern die ehemaligen Revolutionäre, die sich nach der Revolution als neue Machthaber gerierten.
Das Ziel für revolutionäre Gewalt ist insofern der Umsturz und die Neuverteilung der Ressourcen vermeintlich zugunsten der Unterprivilegierten, tatsächlich aber zugunsten der einstigen Revolutionäre.

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Salesianer wollen Personalakten von Anwälten durchsuchen lassen: „Wissen um das Leid trifft uns ins Mark“

Der Orden der Salesianer hat entschieden: Zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs sollen sämtliche Personalakten und relevanten Daten durch eine externe Anwaltskanzlei überprüft werden.

DOMRADIO.DE

Der Beschluss der Provinzleitung sei vom Provinzkapitel im oberbayerischen Kloster Benediktbeuern unterstützt worden, teilte der Orden am Wochenende mit. „Das Wissen um das, was in den vergangenen Jahrzehnten durch Mitbrüder und Mitarbeiter Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen an Leid zugefügt wurde, trifft uns ins Mark“, sagte Provinzial Pater Reinhard Gesing. Es sollen zudem Maßnahmen der Sensibilisierung und Prävention etabliert werden.

„Nehmen Sorge um die Schöpfung sehr ernst“

Weitere Themen seien Umweltschutz und der Nachhaltigkeit gewesen, heißt es weiter. Die 55 Kapitulare beschlossen demnach eine Selbstverpflichtungserklärung, die eine besondere Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung vorsieht. Zeitnah solle ein Ansprechpartner benannt werden, der die deutschen Ordenseinrichtungen in ökologischen Fragen berate und begleite.

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How the Pentagon’s Forever Wars Are Killing the Planet

U.S. military helicopters at Camp Taji, Iraq. (Muh. Sirojul Munir / Flickr)
It’s been a harrowing couple of weeks for climate change observers. First, as Vice reported, there was an analysis from an Australian think tank, co-written by Ian Dunlop, a former fossil fuel company CEO, that posits that the planet is “reaching a ‘point of no return’ by mid-century, in which the prospect of a largely uninhabitable Earth leads to the breakdown of nations and the international order.’ ”

Ilana Novick | truthdig

Then, on Wednesday, Brown University released a report revealing that the Department of Defense is “the world’s largest institutional user of petroleum and correspondingly, the single largest producer of greenhouse gases (GHG) in the world.” According to the report, the DOD released approximately 1.2 billion metric tons of greenhouse gases, including carbon dioxide, between 2001 and 2017.

Burning diesel and jet fuel for troop and weapons transport and usage causes 70% of the emissions, the report said.

In other words, the same institution that has kept America at war since 2001 is not only killing people, but also the planet. As CNBC pointed out, “The findings showed that if the Pentagon was listed as a country, its emissions would make it the world’s 55th largest contributor of greenhouse gases”—bigger than Portugal or Sweden.

CNBC called the report “the first of its kind to compile such comprehensive data.”

The Pentagon’s energy use was fairly stable from 1975 to 1990, and declined after the Cold War. Then came 9/11 and fighting in Afghanistan. After that, researcher Neta Crawford writes, “energy consumption by the DOD increased, and in 2005 hit its highest level in a decade. Since 2001 the DOD has consistently consumed between 77 and 80 percent of all US government energy consumption.”

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Post aus der Hölle an den Heimatpfarrer

Bild: © Privat
Wie weit die Soldaten im Ersten Weltkrieg auch von zu Hause entfernt waren, manche hielten neben ihren Familien auch Kontakt zu ihrem Heimatpfarrer. Die Postkarten aus den Kampfgebieten vermitteln ein gutes Bild über das, was die Soldaten die Heimat wissen lassen – und was sie verschweigen wollten.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Ein Zufall, dass Martin Lörsch dieses Album in die Hände gefallen ist. Denn als dem Trierer Professor für Pastoraltheologie ein Kompendium von Postkarten angeboten wird, wendet man sich wegen seiner Herkunft an ihn: Lörsch stammt aus dem Koblenzer Stadtteil Niederberg, der vor seiner Eingemeindung 1937 eine selbstständige kleine Gemeinde war. Von dort suchte eine Hinterlassenschaft eine neue Bestimmung. Denn Pfarrer dieser Gemeinde zwar zwischen 1903 und 1934 ein gewisser Peter Stoffel – und der hatte in einem Album Postkarten gesammelt. Feldpostkarten, die Soldaten im Ersten Weltkrieg „nach Hause“ schickten – unter anderem auch an ihren Pfarrer. Hundert Stück sind in dem Album zusammengekommen. Für Martin Lörsch Grund genug, die Relikte einer vergangenen Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen.

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„Radikale sollten auf dem Kirchentag kein Podium bekommen“

Anfang Juni besuchte Heinrich Bedford-Strohm den Seenotrettungskreuzer „Sea-Watch 3“ Quelle: dpa/Annette Reuther
Politiker der AfD dürfen beim Kirchentag in Dortmund nicht auf den Bühnen auftreten. Bischof Heinrich Bedford-Strohm findet das richtig. Falsch hingegen sei es, Seenotretter im Mittelmeer zu kriminalisieren.

DIE WELT

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, hat Verständnis dafür gezeigt, dass AfD-Politiker nicht zu Auftritten auf den Bühnen des Evangelischen Kirchentages eingeladen wurden. Die Entscheidung des Kirchentagspräsidiums sei „kurz nach den Ereignissen in Chemnitz gefallen, die eine deutliche Radikalisierung der AfD zeigten“, sagte Bedford-Strohm der „Bild“.

„Radikale, deren Werte mit denen des Christentums nicht vereinbar sind, sollten, so habe ich den Sinn dieses Beschlusses verstanden, auf dem Kirchentag kein Podium bekommen.“ Eine Auseinandersetzung mit der AfD und Populismus insgesamt werde es dennoch geben, betonte Bedford-Strohm.

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14 Jahre Haft für Abmahnanwalt, der Nutzer in „Porno-Falle“ lockte

foto: standard/pichler Die Filme, mit denen man Downloader in die Falle lockte, sollen auch über verschiedene Torrentplattformen wie die „Pirate Bay“ verbreitet worden sein.
Zwei US-Juristen stellten einschlägige Filme auf Onlinetauschbörsen und erpressten anschließend Zahlungen von Downloadern

derStandard.at

Es erinnert an den berühmten Fall der „Pornoabmahnungen“ in Deutschland. Zwei US-Anwälte müssen sich vor Gericht wegen einer jahrelang praktizierten Betrugsmasche verantworten. Der Vorwurf: Sie hunderte Internetnutzer jahrelang in eine Falle gelockt haben, um Geld von ihnen zu erpressen.

In Minnesota wurde nun ein erstes Urteil gefällt. Einer der beiden Juristen soll 1,5 Millionen Dollar an Entschädigungen zahlen und zudem eine Haftstrafe von 14 Jahren antreten. Das Gericht sah in seinem Vorgehen einen „kaum zu beziffernden Schaden für das Rechtssystem“, schreibt der „Minnesota Star Tribune“.

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Polens Kirche gründet Ausbildungszentrum für Exorzisten

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Polen stellt mit 120 Exorzisten nach Italien das zweitgrößte Aufgebot an katholischen Priestern mit Exorzisten-Ausbildung

derStandard.de

Die katholische Kirche in Polen wird ein nationales Ausbildungszentrum für Exorzisten gründen. Das neue Zentrum im schlesischen Kattowitz (Katowice) solle die mit Exorzismen beauftragten Priester noch umfassender vorbereiten, kündigte laut Kathpress der Bischof von Oppeln (Opole), Andrzej Czaja, am Rande der Vollversammlung der Polnischen Bischofskonferenz im niederschlesischen Waldenburg (Walbrzych) an.

Theologen und Psychologen arbeiteten zudem an einem Dokument, das Exorzisten bestimmte Handlungen untersagen solle. Czaja leitet die zuständige Kommission für die Glaubenslehre der Bischofskonferenz. Polen stellt mit etwa 120 Exorzisten nach Italien das zweitgrößte Aufgebot an katholischen Priestern mit einer speziellen Exorzisten-Ausbildung.

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Deutsche Rüstungsgüter für 1,1 Milliarden Euro an Jemen-Kriegsallianz

Panavia Tornado GR4. Themenbild. 4ever.eu
Die deutsche Bundesregierung hat seit Jahresanfang Rüstungslieferungen für mehr als eine Milliarde Euro an die von Saudi-Arabien geführte Allianz im Jemen-Krieg genehmigt.

Die Presse.com

Trotz der Exportbeschränkungen im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurden zwischen dem 1. Jänner und dem 5. Juni allein 13 Exporte für 801,8 Millionen Euro nach Ägypten und 43 Exporte für 206,1 Millionen Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Omid Nouripour hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Regierung erlaubte sogar zwei Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien, obwohl für das Land seit November eigentlich ein kompletter Exportstopp gilt. Dabei handle es sich um die Lieferung von „sondergeschützten Geländewagen“ für 831.003 Euro, wie der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ulrich Nußbaum, mitteilte.

Insgesamt wurden für die acht Länder der Allianz 122 Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter im Wert von 1,1 Milliarden Euro erteilt. Saudi-Arabien hatte die Koalition überwiegend arabischer Länder 2015 geformt, um die jemenitische Regierung in ihrem Kampf gegen die vom Iran geförderten schiitischen Houthi-Rebellen zu unterstützen.

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Berliner Katholiken diskutieren mit Atheisten über Gott: Keine Chance im hippen Berlin?

Bild. Global Atheist
Christen präsentieren sich oft als geschlossene Gesellschaft. Dagegen will der Berliner Erzbischof Heiner Koch angehen. Ein „Symposium“ auch mit kirchenkritischen Gästen offenbarte viele ganz unterschiedliche Einsichten.

DOMRADIO.DE

„Gott hatte seine Chance bei mir“, ließ Philipp Möller seine Zuhörer wissen. Doch der Allmächtige hat sie offenbar nicht genutzt. Unter dem Titel „Gottlos glücklich“ hat Möller auch in einem Buch bereits ausgeführt, „warum wir ohne Religion besser dran wären“.

Es war für fromme Christen der stärkste Tobak, der am Wochenende bei einer Veranstaltung des Erzbistums Berlin geboten wurde. Zur Frage „Heute von Gott reden?“ hatte Erzbischof Heiner Koch eingeladen zum „Versuch, einen Gesprächsfaden zu knüpfen und auch nichtkirchlichen Sichtweisen Raum zu geben“. Das Angebot traf offenbar einen Nerv, schon früh waren alle Plätze ausgebucht. Auf die Podien kamen auch Gäste, die bei solchen Veranstaltungen sonst nicht anzutreffen sind.

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Was ist eigentlich Evidenz in der Medizin und wer braucht sie?

foto: katsey Ohne Herz geht nichts, sagt auch Historiker Jakob Lehne. Sein Arbeitsplatz ist das Josephinum
Die evidenzbasierte Medizin hat den Anspruch, die bestmögliche Therapie für eine Vielzahl von Patienten zu sichern

Günther Brandstetter | derStandard.at

Etwa 2000 Jahre lang war der Aderlass eine der gängigsten medizinischen Behandlungsmethoden. Bereits in der Antike dachten die weisen Eminenzen, den Menschen von ungesunden Säften befreien zu müssen. Auch Hildegard von Bingen pries ihn an, um den Körper von schlechtem Blut zu reinigen, das durch falsche Ernährung, Stress oder Ängste entsteht. Ihre Empfehlung: Bei abnehmendem Mond solle man dem Patienten „fauliges und zersetztes Blut“ abzapfen.

Doch spätestens mit der Entdeckung des Blutkreislaufs im 17. Jahrhundert hätte der Eingriff sein Ende finden müssen. Seit damals war klar, dass sich schlechtes Blut nicht irgendwo im Körper staut. Viele Ärzte praktizierten den Unsinn dennoch unverdrossen weiter, auch der erste US-Präsident George Washington wurde damit im Jahr 1799 zu Tode kuriert.

Nachweise für die Wirksamkeit

Es sollte bis 1972 dauern, die vorherrschende Dominanz der ärztlichen Eminenzen zu schmälern: Der britische Epidemiologe Archie Cochrane veröffentlichte sein Buch „Effectiveness and Efficiency – Random Reflections on Health Services“.

Darin kritisierte er, dass jeder Arzt tun und lassen konnte, was er für richtig hält. Er prangerte die mangelnde Wissenschaftlichkeit der medizinischen Praxis an und verlangte Nachweise für die Wirksamkeit von Therapien.

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Ein Juso-Vorsitzender, ein wenig Eigentumskritik und deren empörte Zurückweisung

Bild Kevin Kühnert: Martin Kraft / CC BY-SA 3.0 / Illustration: TP
Eines hat er erreicht, der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert: Plötzlich fragen sich doch durch alle Empörung hindurch ein paar nachdenklichere Leute, was eigentlich dran ist an seiner Kritik am Kapitalismus.

Rainer Schreiber | TELEPOLIS

Der Befund, der sich dabei durch die Bank ergibt – und schon längst erhoben wurde -, ist eindeutig: Die Armen werden eher ärmer, die Reichen gewiss reicher:

Superreiche 45 Deutsche besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung: Das Vermögen in Deutschland ist sehr ungleich verteilt, das sagen offizielle Statistiken. Nun hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung diese Statistiken ergänzt: Demnach ist die Ungleichheit weit extremer.

F. Diekmann, SPIEGEL online

Und da soll eine Debatte über die Art und Weise der Produktion, der Organisation und Verteilung von Eigentum und Reichtum überflüssig oder gar störend sein? Kommt darauf an: Schlecht ist diese Diskussion für alle, die von diesen absurden Verhältnissen profitieren. Die wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, obwohl sie vielleicht wissen, dass dies auch für sie selbst keine Zukunft hat:

Selbst ich als Kapitalist gebe zu, dass der Kapitalismus nicht mehr funktioniert“, räumt Starinvestor Ray Dalio ein und warnt zugleich vor einer „Revolution“, sollte der Kapitalismus nicht reformiert werden.

Handelsblatt online, 05.05.2019

Der hellsichtige Starinvestor und milliardenschwere Fondsmanager Warren Buffet bemerkte schon vor vielen Jahren:

There’s a class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.

The New York Times, 26.11.2006

Buffet meinte damals auch, dass es ihm unverständlich sei, wieso seine Sekretärin mehr Steuern zu bezahlen hätte wie er, der Milliardär. Soeben war zu lesen, dass Amazon, derzeit wohl einer der verrufensten Ausbeuter-Konzerne des Planeten, trotz seiner 11,2 Milliarden Dollar an (ausgewiesenem) Gewinn in 2018 eine Steuerrückerstattung von 129 Millionen Dollar erhalten hat. Mit einem Steuersatz von minus 1 Prozent liegt Amazon deutlich unter den Steuerverpflichtungen für die 20 Prozent der ärmsten Haushalte der USA in Höhe von 1,5 Prozent. Trump macht‘s möglich; die Zahl der Konzerne, die keine Steuern mehr bezahlen, hat sich unter seiner Regierung verdoppelt.

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Gundula Gause: Ihr Glaube ist ihre Privatsache – alles andere Afterdienst Gottes

Bei aller Kritik: Aus der Kirche auszutreten, ist für ZDF-Nachrichtenmoderatorin Gundula Gause unvorstellbar. 2019 ist sie Mitglied der Jury für den Bonifatiuspreis. Im Interview spricht sie über ihren Glauben und die Zukunft der Kirche.

DOMRADIO.DE

Bonifatiuswerk: Viele denken darüber nach, aus der Kirche auszutreten oder haben dies schon getan. Was hält Sie in der Kirche?

Gundula Gause (Moderatorin): Es ist für mich unvorstellbar, aus der Kirche auszutreten. Der Glaube gehört zu meinem Koordinatensystem, das in der Kirche eine verlässliche Organisation findet. Den Verlust dieser Institution würde ich – bei aller berechtigten Kritik – für eine Bedrohung halten, die die gesamte Gesellschaft existenziell treffen würde, auch die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften. Der christliche Glaube gehört zur kulturellen und spirituellen Identität Deutschlands.

Dieses Bewusstsein und das daraus resultierende Selbstbewusstsein sind Grundlage für das Miteinander in einer immer vielfältigeren Gesellschaft. Da sich diese in allen Ländern verändert, könnten der christliche Glaube und die Verbindung über die Kirchen eine Basis für ein besseres Miteinander sein. Das sollte unser aller Ziel sein. Nicht zuletzt hält mich in der Kirche meine katholische Kirchengemeinde, in der ich als Protestantin sehr gerne lebe.

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