Ein Rechtsstaat, der Menschenrechte missachtet

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Eva Illouz, die in Jerusalem Soziologie lehrt und eigentlich über Liebe und Ökonomie forscht, ist auch eine scharfe Kritikerin der Situation in Israel. Nun liegen ihre politischen Essays auf Deutsch vor.


Von Claudia Kühner|DER BUND

Von Eva Illouz, 1961 in Marokko geboren und in Frankreich aufgewachsen, kennt man vor allem ihre Studien über die Zusammenhänge von Emotionen, Kapitalismus und Konsum («Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung», «Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey»). Weniger bekannt sind hierzulande ihre scharfsinnigen Essays, die sie regelmässig in der israelischen Zeitung «Haaretz» publiziert. Darin setzt sie sich ebenso gründlich wie kritisch mit der israelischen Politik und Gesellschaft auseinander und greift dabei weit über die Tagesaktualität hinaus. Ihr geht es um Fehlentwicklungen in einem Land, dessen Grundlage sie freilich vorbehaltlos unterstützt. Am Recht von Juden, nach 2000 Jahren einen Staat zu schaffen, hat sie keinerlei Zweifel.

Daran, was heute daraus geworden ist, besonders mit der Besetzung seit 1967, aber schon. Oder daran, was die Besetzung nicht nur den Palästinensern antut, sondern wie sie auch die israelische Gesellschaft verändert. Ihre Methode nennt Illouz «soziologischen Journalismus», und sie hat auch für den mit der Tagespolitik nicht vertrauten Leser den Vorteil grosser Verständlichkeit.

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Sterbehilfe: Mein Wille geschehe

Die Debatte über die Sterbehilfe in Deutschland wird vor allem von religiösen Überzeugungen und persönlichen Befindlichkeiten bestimmt. Dabei sollte doch die autonome Entscheidung über das eigene Leben im Vordergrund stehen. Die Verteidigung eines Grundrechts


Von Alexander Grau|Cicero

Menschen mit Selbsttötungsabsicht sind nicht immer vernachlässigte Opfer. picture alliance

Für Bundestagspräsident Norbert Lammert ist es „eines der anspruchvollsten und schwierigsten Gesetzesvorhaben in dieser Wahlperiode“: die Neuregelung der Strebehilfe, über die der Bundestag erstmals am vergangenen Donnerstag debattierte.

Im November diesen Jahres werden die Abgeordneten über vier fraktionsübergreifende Anträge abzustimmen haben: Diese reichen von einem pauschalen Verbot jeglicher Sterbehilfe (eingereicht durch die CDU-Abgeordneten Patrick Sensburg und Thomas Dörflinger) bis zu deren Zulassung, sofern sie nicht kommerziell betrieben wird (Renate Künast, Die Grünen, und Petra Sitte, Die Linke). Die größte Unterstützung genießt der als moderat geltende Gruppenantrag von Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD). Er gestattet die Verabreichung lebensverkürzender Medikamente durch Ärzte, sofern der Tod des Patienten nicht intendiert ist, untersagt aber organisierte Sterbehilfe.

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Wir brauchen Hirn: Boxen und Beten

Bild: o-ringen.nl
Boxen ist eine gute Übung für christliche Nächstenliebe, findet Gabriel Hörster. Deshalb trainiert der Religionslehrer seine Schüler im Kampfsport. Und das tut schüchternen Mädchen ebenso gut wie Schlägertypen.


evangelisch.de

Dumpfe Schläge sind in der Turnhalle des Esslinger Mörike-Gymnasiums zu hören. Dazwischen die Stimme von Gabriel Hörster: “Links-links, rechts, uppercut!” Etwa 25 unterschiedliche Trainingspartner üben Schlagkombinationen. Fünftklässler boxen in die Handschuhe von großen Typen aus der zehnten Klasse, Mädchen trainieren mit Jungen. In der Box-Arbeitsgemeinschaft wird einmal in der Woche in der Mittagspause nicht gegeneinander, sondern miteinander trainiert.

Der Boxtrainer ist ein Religionslehrer. Für Finn aus der Klasse 6b ist das kein Problem. Direkt vor der Box-AG hatte er eine Stunde Evangelische Religion bei dem 32-Jährigen. “Wir lernen in der Box-AG Respekt”, sagt Finn, “Schwächere darf man nicht so hart schlagen, das hat auch etwas mit Religion zu tun.”

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Wir brauchen Kojoten: Kojoten halten Katzen fern

Katzen jagen Vögel und Mäuse, Kojoten jagen Katzen – und bewahren damit das ökologische Gleichgewicht, wo sie vorkommen. Das zeigt eine Studie aus dem Osten der USA.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Kojote, Yosemite-Nationalpark, Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0/ Yathin S Krishnappa

“Streunende Hauskatzen erbeuten in den USA jährlich unzählige Kleinsäuger und Vögel”, sagt der Biologe Roland Kays vom North Carolina State College of Natural Resources. Doch niemand wisse, wo die Tiere genau auf die Jagd gehen. Beschränken sie sich auf Siedlungsgebiete und stadtnahe Grünflächen – oder stellen die hier biologisch fremden Katzen den einheimischen Arten auch in Naturschutzgebieten nach, wo ihr Verhalten rasch problematisch werden könnte? Kays und Co analysierten daher Kamerafallenbilder von mehr als 2100 Standorten: Freiwillige Helfer unterstützten sie dabei, mehrere Millionen Aufnahmen aus sechs verschiedenen Bundesstaaten im Nordosten der USA auszuwerten.

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“Die Gier ist älter als der Kapitalismus”

Welche Wirtschaftsform entspricht am ehesten der Natur der Menschen? Hat die Evolution den Kapitalismus befördert? Um eine Antwort zu finden, hat sich Professor Eckart Voland ziemlich lange mit Topmanagern beschäftigt – und mit Affen.


Von Ann-Kathrin Eckardt|Süddeutsche.de

Was ist uns zentral? (CC-by.2.0 von wahlkampf09)
Was ist uns zentral? (CC-by.2.0 von wahlkampf09)

Als Professor für Biophilosophie hat Eckart Voland an der Uni Gießen 20 Jahre lang Verhaltensprofile von gefangen gehaltenen Halbaffen untersucht oder die Evolution des Gewissens analysiert. Viele Interviews hat er gegeben, doch bei dieser Anfrage hat er gezögert. Nicht, weil er seit drei Monaten in Rente ist, sondern weil er über den Kapitalismus und die Natur des Menschen reden soll. Mit diesem Thema hat er sich schon mal Ärger eingehandelt. Nach einem Vortrag musste er sich wüst beschimpfen lassen. “Ihr Kapitalismus ist so natürlich wie Polyester” war eine der harmloseren Tiraden. Aber dann hat er doch zugesagt. Gut gelaunt empfängt er in seinem leergeräumten Büro.

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Militär-Apostel Overbeck: Religion hasst Gewalt

Alle Religionen müssen für die Religionsfreiheit eintreten. Nur so gibt es auf Dauer gegenseitige Akzeptanz – Hass oder sogar Gewalt gegeneinander wird der Boden entzogen. Dafür spricht sich der katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck aus.


OberpfalzNETZ.de

Bischof Franz-Josef Overbeck (2014) Bild. wikimedia.org/CC-BY-3.0/ACBahn

Bei seinem Besuch in Amberg hielt er vor Soldaten der hiesigen Garnison im ACC einen Vortrag zum Thema “Religion und Gewalt”. Ausgehend von der historischen Entwicklung beider Seiten betonte er, dass “zwischen fundamentalistischen, radikalen oder politisierenden Strömungen, die die Religion verzwecken und der Religion selbst deutlich differenziert werden muss”. Die kriegerische Durchsetzung eines Glaubens oder ein gewaltsames Vorgehen im Namen dieser Religion agiere gegen deren eigene Grundlagen. “Im Islam und im Christentum gibt es keinen Gott, der die Menschen aufruft, Gewalt auszuüben”, sagte Overbeck.

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Die “Wissenschaft” im Talmud: “Man muss wissen, wie die Welt funktioniert”

Ein Buch mit hebräischen Schriftzeichen liegt am 24.04.2007 in der Jeschiwa, der Talmud-Hochschule in Frankfurt am Main. (Tobias Felber / dpa)
Der Talmud ist eine der wichtigsten Werke des Judentums – das orthodoxe und das liberale Judentum deuten ihn unterschiedlich. Für die talmudischen Gelehrten war das Verständnis von der Astronomie, Botanik oder auch der Zoologie von großer Bedeutung – ein Erklärstück.


Von Yael Kornblum|Deutschlandradio Kultur

Eine der wichtigsten Aufgaben der talmudischen Gelehrten war die Errichtung eines Kalenders. Diese hing wesentlich vom Verständnis der Astronomie ab. So konnte Samuel Bar Abba durch seine minutiöse Beobachtung des Neumondes den Kalender und die Feiertage viele Jahre im Voraus berechnen und sogar Schaltjahre berücksichtigen.

Die genaue Beschäftigung mit den Reinheitsgeboten führte sie zum Studium des weiblichen Zyklusses, des Geburtsvorganges, der Menstruation und der Fehlgeburt. So konnten sie Menschen kategorisieren und bestimmen, welche religiösen Regeln für sie galten – oder eben auch nicht. So beschäftigen sich die Rabbinen im Traktat Mischna Bikkurim beispielsweise mit der Frage, ob ein Zwitter heiraten darf, wenn ja welches Geschlecht und welche Gebote er einzuhalten habe.

Müssen die Mütter von Zwittern nach der Geburt die Reinheitsgebote zur Geburt eines Jungen oder eines Mädchens einhalten? Dass die Gelehrten offenbar naturwissenschaftlichen Hunger hatten, beweist folgende Begebenheit: Die Schüler des Rabbi Jischmael sezierten den Körper einer verstorbenen Prostituierten, um zu verifizieren, ob der menschliche Körper tatsächlich 248 Gelenke und Glieder besäße, wie in der Schrift behauptet.

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Eine Hassrede gegen die “geistige Sklaverei” des Islamismus

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Wer das Paradies verspricht, bringt die Hölle: Der 80-jährige Schriftsteller Wole Soyinka prangert den Terror von Boko Haram an. Deutsche Intellektuelle kritisieren lieber TTIP, findet unser Kolumnist.


Von Harald Martenstein|DER TAGESSPIEGEL

Literatur-Nobelpreisträger machen sich in Lindau rar, aber diesmal ist Wole Soyinka gekommen, ein 80jähriger Nigerianer.  Der erste Afrikaner, der den Preis bekommen hat, 1986. Der Eintritt zu seinem Vortrag ist frei, aber es sind fast keine Lindauer im Stadttheater. Der Saal ist trotzdem voll. Die jungen Wissenschaftler sind da. Am Ende  gibt es eine stehende Ovation.

Soyinka hat in Nigeria fast zwei Jahre im Gefängnis gesessen, wegen Friedensaktivitäten im Biafrakrieg. Er hat ein Anliegen, und er trägt es in einer hinreißenden Mischung aus Pathos, Ironie und Sarkasmus vor. Seine Rede ist eine Hassrede, das kann man so sagen. Sie richtet sich gegen den Islamismus, gegen den Terror der Gruppe Boko Haram, die in ihrem Herrschaftsgebiet in Nigeria die Sklaverei wieder eingeführt hat. Geistige Sklaverei, das ist sein Wort für den Islamismus.

Soyinka spricht über Islamschulen, an denen es nur ein Buch gibt, nur den Koran, wo absoluter Gehorsam gelehrt wird, wo der Zweifel, die Diskussion, die Kreativität und jedes Verständnis für eine andere Weltsicht verboten sind. Und er zieht eine Parallele zum Marxismus, der ja, wie der Islam, eine mörderische Variante hervorgebracht hat.

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FIFA-Blatter will in den Himmel

Sepp Blatter (79), umstrittener Fifa-Präsident und Katholik, glaubt, dass er einmal in den Himmel kommt. «Ich bin kein Heiliger. Wer ist das schon?


kath.net

Sepp Blatter (2015), Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0/kremlin.ru

Aber ich bin mir sicher, dass ich im Himmel in eine gute Gesellschaft komme», sagte der Fußball-Funktionär der Münchner Illustrierten «Bunte». Zumindest sei er überzeugt davon, seine Mutter wiederzusehen. In seiner Heimat, dem Wallis, gehe er oft an das Grab der Eltern: «Ich rede mit ihnen und meistens kommt eine Message zurück.» An die Hölle glaube er nicht, bekannte Blatter. «Da bin ich mit dem Papst uneinig.»

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Die Rolle der Juden in der christlichen Heilsgeschichte

“Heilsgeschichte” ist ganz allgemein jede religiöse Interpretation von Geschichte, und dazu gehören auch die christlichen Vorstellungen der “Endzeit”. Da das Christentum dem Judentum entspringt, gehört den Endzeitvorstellungen auch eine Positionierung gegenüber dem Judentum.


Von Ulrike Heitmüller|TELEPOLIS

Brennende Synagoge 1938 (Bild: Jewish Virtual Library, Public Domain)
Brennende Synagoge 1938 (Bild: Jewish Virtual Library, Public Domain)

Wie Christen Juden sehen, hat sich im Lauf der Zeiten immer wieder geändert. Das Spektrum ist breit und oft ambivalent, die Themen überlappen sich. Aber es gibt Schwerpunkte: Erstens den allgemein verbreiteten völkischen Rassismus vor 1945. Zweitens die in gewissen evangelikalen Kreisen verbreitete Naherwartung nach Kriegsende – der Massenmord sei ein Gericht Gottes gewesen, die Juden müssten nach Palästina “zurückkehren”, damit Jesus auf die Erde zurückkommen und die Welt erlösen könne.

Mein Großvater Friedrich Heitmüller, Leiter der Freien evangelischen Gemeinde Hamburg und Direktor des Diakoniewerkes Elim, vertrat diese beiden Sichtweisen in beispielhafter Weise. Drittens, vor allem seit den 1980er Jahren, ein inzwischen oft politisch orientierter christlicher Zionismus. Und viertens Judenmission – existent seit den Anfängen des Christentums und gerade aktuell, weil entsprechende Gruppen auf dem Kirchentag nicht aktiv sein dürfen.

Tanach und Altes Testament: eine gemeinsame Heilige Schrift

Der Tanach – für Christen: das “Alte Testament” (AT) – beinhaltet die Heiligen Schriften der Juden. Die Bibel – bestehend aus Altem und Neuen Testament (NT) ist das Heilige Buch der Christen. Der so genannte “Kanon”, also was als Bestandteil festgelegt wurde, stimmt, was das AT betrifft, zwischen Judentum und Christentum nicht ganz überein, und was die Bibel betrifft, auch nicht zwischen orthodoxen, katholischen und evangelischen Christentum.

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Mukoviszidose: Erste Gentherapie zeigt Wirkung

Flimmerhärchen der Lungenschleimhaut: Bei Mukoviszidose können sie den zähen Schleim nicht mehr abtransportieren. © Charles Daghlian / gemeinfrei
Hoffnung für Mukoviszidose-Patienten: Die erste Gentherapie gegen die tödliche Erbkrankheit hat in einer britischen Studie zu ermutigenden Resultaten geführt. Allerdings ist der positive Effekt bislang nur mäßig und nicht bei allen Patienten gleichermaßen ausgeprägt. Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, die Therapie in weiteren Studien noch deutlich verbessern zu können, wie sie im Fachmagazin “The Lancet Respiratory Medicine” schreiben.


scinexx

Mukoviszidose ist eine Krankheit mit einem traurigen Rekord: Sie ist von allen Erbkrankheiten die häufigste Todesursache bei Kindern bis 15 Jahre. Das bekannteste Symptom der auch Zystische Fibrose genannten Krankheit betrifft die Lunge: Die Zellen der Schleimhäute sondern einen besonders zähflüssigen Schleim ab. Dieser schränkt einerseits die Atemfunktion ein und liefert außerdem einen Nährboden für Bakterien. Häufige gefährliche Infektionen schädigen so die Lunge der Patienten weiter.

Gentherapie als Ausweg

Grund dafür sind Mutationen eines Gens namens CFTR. Fällt dieses Gen aus, können viele Zellen des Körpers den Wassergehalt der von ihnen produzierten Sekrete nicht korrekt steuern. Etwa einer von zweitausend Menschen wird mit der Krankheit geboren, in Deutschland leben zurzeit etwa 8.000 Menschen mit Mukoviszidose. Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, ist Mukoviszidose bislang nicht heilbar, lediglich die Symptome lassen sich lindern. Die mittlere Lebenserwartung von Mukoviszidosepatienten liegt bei 40 Jahren.

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Kirchliche Medien sollen sich verstärkt jungen Menschen zuwenden

Image: DaC3
Image: DaC3
Die evangelische Kirche erreicht mit ihren Medienangeboten bei älteren Menschen ein Millionenpublikum, kommt dagegen mit jüngeren Zielgruppen nur schwer in Kontakt. Der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, erklärte am Freitag in Stuttgart vor der württembergischen Landessynode, die Zukunft der Medien spiele sich vor allem auf Smartphones ab. Schon heute erfolgten 50 Prozent aller Internetzugriffe mobil. Die Kirche müsse deshalb mehr dafür tun, dass ihre Inhalte die möglichen Empfänger auch erreiche.


evangelisch.de

Bräuer warb für die Beschäftigung sogenannter Verbreitungsredakteure. Deren Aufgabe wird es sein, in sozialen Medien Videoclips und andere kirchliche Inhalte bekanntzumachen. Die zurückgehende Kirchenbindung erschwere den Zugang zu jungen Menschen. “Alle kennen die Rolling Stones, aber nicht mehr alle das ‘Vater unser'”, sagte Bräuer.

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Das Klischee vom ausländischen U-Bahn-Schläger

Sie lauern in der U-Bahn, verticken Drogen und machen mit Schlägerbanden deutsche Innenstädte unsicher. Jeden Tag begegnet uns in Medien das Klischee vom kriminellen Migranten. Eine Studie hat das Phänomen “Ausländerkriminalität” nun untersucht. Mit einem eindeutigen Ergebnis.


Von Fabian Köhler|TELEPOLIS

16. Juni, U-Bahn-Station Steintor in Hannover: Ein 59-jähriger Mann wird von mehreren Männern zu Boden geschlagen. Anschließend treten sie auf den Mann ein, rauben Tasche, Handy und Armbanduhr. Die Täter entkommen unerkannt. Die Lokalpresse berichtet später die jungen Männer hätten “vermutlich arabisch” gesprochen. Ihr Aussehen sei “südeuropäisch” oder “nordafrikanisch” gewesen. “War ja klar”, kommentiert ein Leser. Eine anderer fragt: “Wie lange sollen wir uns diese Schlägerbanden noch gefallen lassen, bis was passiert?”

Was am Phänomen der Ausländerkriminalität wirklich dran ist, hat nun ein Kriminalwissenschaftler untersucht. Das Ergebnis der am Mittwoch veröffentlichten Studie: Das Klischee, dass Migranten häufiger kriminell werden, ist falsch. Im Auftrag des “Mediendienst Integration” wertete der Kriminalwissenschaftler Christian Walburg von der Uni-Münster Polizeistatistiken, Studien und Umfragen aus. Seine Untersuchung widerspricht gleich in mehreren Punkten dem Klischee von der Ausländerkriminalität.

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Entdeckt:der Hundertfüßer aus der “Hölle”

Photo credit: Geophilus hadesi. Photo taken in situ in the Lukina jama–Trojama cave system, 980 meters (3,215 feet) below the surface, August 2011. J. Bedek CC-BY 4.0
Eine der tiefsten Karsthöhlen der Welt in Kroatien offenbart eine kleine zoologische Sensation: ein Spitzenraubtier für die Unterwelt.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Höhlen bilden ein ganz eigenes Ökosystem mit einer ganz eigenen Tierwelt, die im Dunkeln haust. Das belegt eine Art, die Biologen um Pavel Stoev von der Croatian Biospeleological Society in den Karsthöhlen des kroatischen Velebit-Gebirges entdeckt und neu beschrieben wurde: Geophilus hadesi, der Hadeshundertfüßer lebt noch in Tiefen von mehr als 1100 Metern unter der Erdoberfläche – was ihn zu einem der am tiefsten lebenden Organismen der Erde macht. Benannt nach dem griechischen Herrscher der Unterwelt kennzeichnen typische Merkmale den Gliederfüßer: Wie viele andere Höhlenbewohner besitzt er keine Augen – die in der Dunkelheit wenig nützen –, dafür aber verlängerte Fühler, mit denen er nach Beute und Hindernissen tastet. Um nicht unvermittelt in den Spalten abzustürzen, weisen seine Füße kräftige Klauen auf, mit denen er sich gut am Gestein festhalten kann. Zudem verfügt er wie seine oberirdisch lebenden Verwandten über Giftdrüsen an den Kieferwerkzeugen, mit denen er Beute fest packen kann.

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Mike Huckabee has sure had a lot of opinions over the years

attribution: REUTERS
David Fahrenthold has compiled a list of all the things Republican presidential candidate Mike Huckabee has denounced over the years. Let’s take a look, shall we?


By Hunter|Daily Kos

1.) Dancing, in general. “Christian teens stay away.” (1973)

2.) Twerking, by Miley Cyrus. “Shameless and tasteless display of … quite ordinary private parts.” (2015)

9.) Pop music, in general. “A knuckle-dragging sub-pidgin of grunts and snarls.” (1998)

11.) President Obama, for letting his daughters listen to Beyonce. (2015)

26.) Profanity used by schoolchildren. “What happened in America between ‘Good Morning, Mrs. Jones,’ and ‘Shut up, bitch!’? And who is going to do something about it?” (1998)

36.) Lack of religion in schools, as a root cause of mass shootings in America. “Should we be so surprised that schools would become a place of carnage.” (2012)

73.) Same-sex couples in TV commercials. “Every fear that people had has, in fact, come true. … We’re now even seeing television commercials portraying same-sex couples.”(2013).

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“From Piss to Pilsener”: Kann man Bier aus dem eigenen Urin gewinnen?

Mit Bierdosen kann man Vieles machen. Doch auch das in den Dosen enthaltene Bier lässt sich auf vielfältige Weise herstellen. Bild: stern.de
Zwei Dinge fließen bei einem Festival in rauen Mengen: Bier und Urin. Warum nicht beides zusammenbringen? Im Rahmen des Roskilde-Festivals läuft gerade das Projekt “Beercycling” – aus dem Urin soll später wieder Bier werden. Kann das klappen?


Von Carsten Heidböhmer|stern.de

Es ist mehr als ein populärer Mythos: Urin ist ein hervorragender Dünger. Manche Wissenschaftler bezeichnen ihn sogar als “Dünger der Zukunft“. Denn darin sind zahlreiche Mineralstoffe enthalten, die Pflanzen zum Wachsen brauchen, darunter Kalzium, Magnesium, Kalium und vor allem Phosphor. Bei einem Rockfestival wird naturgemäß viel Bier getrunken und auf diese Weise viel Urin produziert. Bei mehr als 100.000 Besuchern kommt beim Festival im dänischen Roskilde, das noch bis Samstag läuft, einiges an Pipi zusammen.

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Erzdiözese Wien bietet Männerberatung zum Thema Pädosexualität

Seit einem Jahr bietet die Männerberatung kostenfreie und anonyme Beratung für Männer, die haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche arbeiten, an. Inhaltliche Schwerpunkte dabei sind die Themen Macht bzw. Machtmissbrauch und Sexualität, also Umgang mit Verliebtheit, sexuelle Übergriffe sowie Pädosexualität. Aber auch oft unbewusste Grenzüberschreitungen rund um Nähe bzw. Distanzlosigkeit können zur Sprache kommen.


kathweb

missbrauch_katholGenutzt wird dieses Angebot laut der Leiterin der “Stabsstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz” in der Erzdiözese Wien, Martina Greiner-Lebenbauer, bisher noch sehr wenig – und das trotz ausdrücklicher werbender Empfehlung durch Kardinal Christoph Schönborn, etwa bei Priestertagen. Das bedauerte die Theologin und Gestaltpädagogin im Gespräch mit “Kathpress”, und sie unterstrich die Niederschwelligkeit: Die Kontaktaufnahme der Interessenten erfolgt direkt bei der kirchenunabhängigen Männerberatung in der Wiener Erlachgasse 95/5. Für die Erzdiözese bleiben die Beratenen anonym, sie trägt jedoch die Kosten für bis zu fünf Beratungsgespräche. Interessierte müssen bei der Kontaktaufnahme nur auf das “Angebot der Erzdiözese Wien” hinweisen. Die Kooperation mit der Männerberatung ist in Österreich ein Novum, wies Greiner-Lebenbauer hin.

Ungewöhnlich und “ganz besonders wichtig” ist der Leiterin der kirchlichen Anlaufstelle die Benennung von Pädosexualität. “Männer mit dieser Veranlagung finden meist keine hilfreiche Unterstützung und sind mit ihrem Problem sehr oft allein gelassen”, weiß Greiner-Lebenbauer. “Diese zu unterstützen, nicht Täter zu werden, ist ein wichtiges Ziel.”

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U.S. Robotics Company Challenges Japan to a Giant Robot Duel

Photo Credit: Maker Faire
In the spirit of Gundam and Voltron alike, U.S.A.-based robotics company MegaBots, Inc. has formally issued a challenge to Japanese robotics company Suidobashi Heavy Industry. The challenge? A GIANT ROBOT DUEL!


By B.J. Murphy|SERIOUS WONDER

If Suidobashi accepts MegaBots’ challenge, the duel will then commence exactly a year from now. Both robots would have to be combat ready, but the implication of such a new sport would reshape how we view robotics and their role in society. The age of robot wars are no longer confined to science fiction literature!

FUTURE IMPLICATIONS

Think of this challenge as being the “first shot heard around the world!” With this challenge, the integration of robots into sports entertainment will forever change as new companies emerge to design their own battle-ready giant robot. People will be packing large stadiums just to catch a glimpse of these robots, cheering them on as piece-by-piece fills the ground floor. If you thought boxing and MMA fights were popular, you haven’t seen anything yet!

These robots will be equivalent to watching gods duke it out as the whole world watches. There’s a reason why giant robot battles have sparked the imagination of several generations for so long. Science fiction gave us a futuristic sport that would change the industry forever. Now that we’re capable of engineering such a robot, I suppose the temptation was too much to ignore.

Jerusalem: IS-Sympathisanten drohen Christen mit dem Tod

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Die Gruppe „Islamischer Staat in Palästina“ kündigt auf Flugblättern den rund 12.000 in Jerusalem lebenden Christen an, sie zu töten, sollten sie die Stadt nicht vor Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am 18. Juli verlassen haben.


kath.net

In der israelischen Hauptstadt Jerusalem haben Sympathisanten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) Flugblätter verteilt, in denen sie Christen „Rache“ androhen. Das meldet die Zeitung „Times of Israel“.

Die Gruppe, die die Handzettel Ende Juni im Osten der Stadt unter die Menschen brachte, nennt sich „Islamischer Staat in Palästina“. Die Flugblätter zeigen eine schwarze Flagge, die an die Fahne des IS erinnert.

Die Gruppierung droht den rund 12.000 in Jerusalem lebenden Christen, sie zu töten, sollten sie die Stadt nicht vor Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am 18. Juli verlassen haben.

Sowohl christliche als auch islamische Geistliche verurteilten dem Bericht zufolge die Drohungen.

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Inzest: Weniger risikoreich als gedacht

Rund eine Milliarde Menschen leben in Ländern, in denen Ehen zwischen nahen Verwandten üblich sind. Das kann gesellschaftliche Vorteile haben, birgt aber auch Risiken. In einer Studie wurde jetzt der generelle Einfluss des Verwandtschaftsgrads von Vater und Mutter untersucht, mit durchaus überraschenden Ergebnissen.


Von Volkart Wildermuth|Deutschlandfunk

Die Gene von Mutter und Vater haben weniger Einfluss auf die Kinder als gedacht. (imago / McPHOTO)

Fangen wir mit Charles Darwin an. Der Naturforscher hat nicht nur die Evolutionstheorie ersonnen, sondern sich auch mit Züchtungsversuchen beschäftigt. “Über den guten Einfluss der Kreuzung und die schädlichen Effekte der Inzucht”, lautet eine Kapitelüberschrift in Darwins Buch über Pflanzen- und Tierzucht. Er selbst war davon überzeugt, dass sich diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Das erfüllte ihn sein ganzes Leben lang mit Sorge, denn Darwin hatte Emma Wedgwood geheiratet, seine eigene Cousine. Drei ihrer zehn Kinder sind früh verstorben. Aber das war damals nicht ungewöhnlich. Mit den Mitteln der Genomforschung lässt sich heute der Einfluss der Verwandtschaft der Eltern sehr viel genauer abschätzen.

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de omnibus dubitandum

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