CERN-Chef: “Extra-Dimensionen wären eine Möglichkeit”

Nachdem das Higgs-Boson endeckt ist, nehmen die Forscher des Kernforschungszentrums CERN in Genf die nächsten Ziele ins Visier. Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer im Interview.


Von Markus Keßler|futurezone.at

Künstlerische Darstellung eines Schwarzen Lochs aus der “Nähe” Bild: NASA, ESA, STScI-RCC14-41a

Die Entdeckung des Higgs-Bosons war eines der großen Ziele, die Europäische Organisation für Kernforschung mit dem Large Hadron Collider (LHC) erreichen wollte. Nachdem diese Aufgabe erfolgreich bewältigt und das Standardmodell der Elementarteilchenphysik vervollständigt ist, wenden sich die Physiker am Teilchenbeschleuniger in der Schweiz jetzt neuen Herausforderungen zu und suchen nach einer “neuen Physik”. Die futurezone hat den CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer am Rande einer Hochenergiephysikkonferenz in Wien zum Kurzinterview getroffen.

futurezone: Die Supersymmetrie (SUSY), die schwerere Partner für Elementarteilchen postuliert, ist ein Kandidat für eine Erweiterung des Standardmodells. Nach den bisherigen LHC-Ergebnissen gibt es keine Hinweise auf die massereicheren Partnerteilchen. Gibt es vielleicht keine neue Physik mehr zu entdecken?
Rolf-Dieter Heuer: Es gibt mehrere SUSY-Modelle. Die einfachsten davon sind mittlerweile in Schwierigkeiten, es gibt aber noch vielversprechende Kandidaten. Wir wollen zwar immer elegante Theorien, aber das heißt nicht, dass SUSY nicht existiert.

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Missbrauchsprozess: Priester will Wiederaufnahme

Ein niederösterreichischer Ordenspriester, dem sexuelle Übergriffe gegen den erwachsenen Sohn einer befreundeten Familie vorgeworfen werden, strengt laut Medienberichten vom Mittwoch die Wiederaufnahme seines Prozesses an, um seine Unschuld beweisen zu können.


kathweb

missbrauch_katholDer Geistliche – er ist parallel zum laufenden Justizverfahren gemäß den Bestimmungen der Österreichischen Bischofskonferenz und der Superiorenkonferenz der Orden kirchlicherseits dienstfrei gestellt und exklaustriert – war am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch ist aber noch nicht rechtskräftig.

Bereits 2013 war der Priester wegen Vergewaltigung und geschlechtlicher Nötigung am Landesgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) kippte danach Teile des Ersturteils und verwies die Causa an das Wiener Neustädter Gericht zurück, um die neue Strafhöhe zu klären. Jetzt bekam der Priester sechs Monate weniger Haft als beim ersten Urteil.

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Die Türkei erwacht in einem Albtraum

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Die Regierung schickt Kampfflugzeuge, die PKK ermordet Soldaten, in Istanbul wächst die Angst vor Anschlägen. Der Türkei genügten wenige Tage, um Jahre des Fortschritts zunichte zu machen. Das Land hat wieder auf die 90er geschaltet, auf Gewalt, Angst und Druck.


Von Thomas Seibert|DER TAGESSPIEGEL

Ziya Sarpkaya ahnt nichts von der Gefahr, die ihm droht. Der 27-jährige türkische Soldat nutzt einen freien Vormittag für Besorgungen. Zur Bank wolle er, sagt Sarpkaya am Handy seinem Vater. Der junge Türke ist in Semdinli stationiert, einer kurdischen Stadt im Dreiländereck von Türkei, Iran und Irak im äußersten Südostanatolien.

Lange war es in Semdinli einigermaßen ruhig, doch seit dem Tod von 32 linken und kurdischen Aktivisten beim Anschlag von Suruc vergangene Woche ist nichts mehr gewiss. Mit der Ruhe ist es vorbei. Sarpkaya denkt sich trotzdem nichts dabei. Am Dienstag kurz vor Mittag geht er in Zivil zum Markt und dann zur Bank, wie ein ganz normaler Bürger in einem ganz normalen Land.

Sarpkayas Vater hört am Handy mit, wie sein Sohn am Geldautomaten mit jemandem spricht. Dann hört er einen Knall, die Verbindung bricht ab. Dieser jemand hat seinem Sohn in den Kopf geschossen. Wenig später stirbt der junge Sarpkaya im Krankenhaus.

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Haben ausländische Kinder keine “Indigo-Aura”? Blödsinn von der Stadt Lübeck bezahlt

Im Juli 2014 haben Andrea und Rainer Heyligenstädt im schleswig-holsteinischen Lübeck die Kindertagespflegeeinrichtung “Indigo” eröffnet.
Als Andrea Heyligenstädt vor rund einem Jahr die “Kindertagespflege Indigo” in Lübeck gründete, hatte sie eine genaue Vorstellung davon, wer zu ihr kommen sollte.


Von Kristina Festring-Hashem Zadeh|NDR.de

hr Angebot sei für “die neuen Kinder” gedacht – so steht es im Konzept der Einrichtung, die sich auch mit Mitteln der Stadt finanziert. “Man nennt die Kinder inzwischen Indigo-, Kristall- oder Regenbogenkinder und schreibt ihnen besondere Fähigkeiten zu”, heißt es weiter.

“Ich erkenne das an den Augen”

Wer Heyligenstädt fragt, woran solche Kinder zu erkennen seien, bekommt zur Antwort: “An der Aura”. Je nach Inkarnation sei diese feinstoffliche Hülle entweder indigoblau oder schimmere in verschiedenen Farben. Allerdings könnten nur besonders veranlagte Menschen diese Aura sehen. Heyligenstädt selbst sei zwar nicht hellsichtig, “aber hellfühlig. Ich erkenne das an den Augen”, sagt sie. “Indigo-Kinder” seien “Revoluzzer, die alte Systeme aufbrechen” und würden oft als aufsässig missverstanden. “Kristall-Kinder” seien besonders feinfühlig und spirituell hoch entwickelt, “das sind die, die Liebe bringen”.

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Stadtrat: München bleibt frei von “Stolpersteinen”

In München wird es keine “Stolpersteine” geben. Wie der Stadtrat am Mittwoch beschloss, ist diese Form des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus für die bayerische Landeshauptstadt auch künftig keine Option.


evangelisch.de

Berlin, Stolperstein für Else Liebermann von Wahlendorf, Budapester Straße 45, verlegt am 26.09.2006 Bild: wikimedia.org/Axel Mauruszat

Mit seinen “Stolpersteinen” erinnert der Künstler Gunter Demnig seit 1992 an das Schicksal von Menschen, die während der NS-Diktatur verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Betonsteine tragen eine Messingplatte mit individuellen Inschriften und werden in der Regel im Gehweg vor den letzten Wohnhäusern der NS-Opfer platziert. Mit inzwischen über 50.000 Steinen in Deutschland und 18 weiteren europäischen Ländern gilt das Projekt als “größtes dezentrales Denkmal der Welt”.

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Magnetfeld: Trigger für Umpolung gefunden?

Feldlinien des Erdmagnetfelds im Modell © Gary Glatzmaier/ Los Alamos National Laboratory
Störstelle im Erdmagnetfeld: Unter Südafrika könnte ein entscheidender Störfaktor für das irdische Magnetfeld liegen. Denn dort gibt es eine geologische Anomalie, die immer wieder für eine Abschwächung der magnetischen Feldstärken sorgt, wie Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten. Diese Störzone könnte sogar der Auslöser für die periodischen Umpolungen des Erdmagnetfelds sein.


scinexx

Aus Nord wird Süd und umgekehrt: Schon mehrfach in der Erdgeschichte hat sich die Polung des Erdmagnetfelds komplett umgekehrt. In dieser Umbruchsphase ist das irdische Magnetfeld zeitweilig sehr schwach und chaotisch, es können sich vorübergehend Regionen abweichender Polung und sogar zusätzliche Pole bilden. Die letzte große Polumkehr liegt knapp 800.000 Jahre zurück und eine weitere könnte sich bereits anbahnen.

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Vatikan beendet Kooperation mit Stiftung von Bergbau-Milliardär

Der Vatikan hat sich aus einem vom australischen Milliardär und Minenbetreiber Andrew Forrest finanzierten Netzwerk gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit zurückgezogen.


kathweb

John Andrew Henry Forrest. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

“Wir wollen uns nicht instrumentalisieren lassen”, sagte der vatikanische Bischof Marcelo Sanchez Sorondo nach einem Bericht des Internetportals “Vatican insider” vom Mittwoch. Ein Geschäftsmann habe das gute Recht Geld zu machen. Dafür dürfe er jedoch nicht den Papst benutzen, so der Kanzler der Päpstlichen Akademien für die Sozialwissenschaften und die Wissenschaften. Deshalb sei man schon vor einiger Zeit aus dem interreligiösen “Global Freedom Network” ausgetreten.

Forrest hat sein Vermögen als Betreiber von Eisenerzminen im Nordwesten Australiens verdient. Vor einigen Jahren gründete er die “Walk-Free”-Stiftung zum Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit.

Der Vatikan hatte im März 2014 mit dieser Stiftung die Schaffung des “Global Freedom Network” vereinbart. Im Dezember unterzeichnete der Papst im Rahmen dieser Zusammenarbeit mit prominenten Vertretern von Islam, Buddhismus, Hinduismus und Judentum im Vatikan eine viel beachtete gemeinsame Erklärung dazu. Der Argentinier Sorondo war im Leitungsgremium des interreligiösen Netzwerks.

Allmächtiger!: Käßmann warnt vor Missbrauch Gottes im Gebet

Für die Vernichtung der IS-Terroristen zu beten wäre nach Ansicht von Margot Käßmann “ein Missbrauch Gottes für eigene oder nationale oder ideologische Ziele”. Auch das Gebet, jemanden “auf den rechten Pfad” zurückfinden zu lassen, lehnte die evangelische Theologin ab.


evangelisch.de

Margot-KässmannDer “einzig gangbare Weg zu Zukunft und Frieden” sei hingegen die radikale Botschaft Jesu, für seine Verfolger zu bitten, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der “Zeit”-Beilage “Christ und Welt”. Dieses Kontrastprogramm Jesu sei jedoch “schwer zu ertragen und kaum umzusetzen”, räumte Käßmann ein.

Auch Gebete, die Gott darum bitten, jemanden “auf den rechten Pfad” zurückfinden zu lassen, lehnte die evangelische Theologin ab. Solche Gebete seien “letzten Endes arrogant und allzu selbstgewiss”, sagte Käßmann. Sie plädierte dafür, Gott dafür zu danken, dass er Vielfalt erschaffen habe.

Trump will Sarah Palin in sein Team holen

Donald Trump fände es toll, wenn Sarah Palin bei einem Wahlsieg sein Regierungsteam verstärken würde. Die beiden Außenseiter der Republikaner hätten viel gemeinsam, sagte „The Donald“ in einem Interview.


Frankfurter Allgemeine

Dinosaur-PalinDonald Trump, der Kandidat der Republikaner für den Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Jahr werden will, schmückt sich gerne mit seinem Außenseiter-Status. Außerdem ist der amerikanische Immobilienmogul überzeugt, dass nur er die notwendigen Qualifikationen habe, um die Vereinigten Staaten zu führen. Doch nun scheint er die Unterstützung eines anderen Außenseiters der Republikaner zu suchen: Sarah Palin.

In einer Radiosendung namens „The Palin Update“ sagte Trump auf die Frage, ob er als Präsident Palin um Rat fragen oder ihr sogar einen Posten anbieten würde: „Das wäre toll. Sie ist jemand, der weiß, was passiert. Sie ist eine ungewöhnliche Person. Ich denke die Leute wissen das, und sie hat eine Anhängerschaft, die unglaublich ist“, fuhr Trump fort. Palin habe eine Stärke, welche die anderen Kandidaten nicht hätten. Die anderen Bewerber seien „schwach“ und „ineffektiv“. Menschen mit Palins Stärke gebe es nicht mehr oft, so Trump.

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Fremdenfeindlichkeit: Nicht geahndeter rechter Terror

Das Haus in Remchingen (Baden-Württemberg) sollte als Flüchtlingsunterkunft dienen, bevor ein Brandanschlag darauf verübt wurde. Foto: dpa
Die Angriffe auf Flüchtlingsheime bleiben für die Täter folgenlos. Ihr Wert wird nicht hoch genug geachtet, um zum Schutz Gesetze zu verschärfen. Dabei sind die Attacken nichts anderes als: Terror.


Von Markus Decker|Frankfurter Rundschau

Nehmen wir an, in der ersten Jahreshälfte 2015 seien 200 Bankfilialen attackiert worden – und damit so viele wie im ganzen Jahr zuvor. Nehmen wir weiter an, jene, die sich schützend vor die Bankfilialen stellen, würden attackiert. Nehmen wir schließlich an, das alles geschehe mit einem Ziel: die Filialen zu schließen. Was dann los wäre? Die Parteien im Bundestag würden Sicherheitsbehörden besser ausstatten und Gesetze verschärfen wollen. Niemand würde zweifeln, dass eine Form von Terror vorliegt.

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Bundestags-Sperrliste zensierte CDU.tv – nicht wegen Pornos

Im Bundestag sind bis zu 100.000 Webseiten dank der neuen Sperrliste der Bundesregierung nicht mehr zugänglich. Wir haben uns gefragt, wie die Sperrwarnungen wohl aussehen und haben diesen Screenshot zugeschickt bekommen:


Von Markus Beckedahl|Netzpolitik.org

Bild:netzpolitik.org

In den vergangenen Tagen ist zumindest die Sperrung der Seite cdu.tv aufgehoben worden. Jetzt können wir verstehen, warum das BSI die Sperrliste wegen Gefährdung der inneren und äußeren Sicherheit nicht raus geben will. Wer weiß, was sonst noch alles gesperrt wird.

Pfingstkirche USA: Religiotie weggemendelt

Ein sogenannter Snake Handler während eines Gottesdienstes (Symbolbild). Bild: Reuters
Er glaubte, was in der Bibel steht, und starb: Während eines religiösen Rituals im Gottesdienst ist ein Mann von einer Schlange gebissen worden. Die Treue zum Evangelium wurde ihm dabei zum Verhängnis.


DIE WELT

Im US-Bundesstaat Kentucky hat sich ein Mann in einem evangelikalen Gottesdienst einen tödlichen Schlangenbiss zugezogen. Der 60-Jährige hatte in der Mossy Simpson Pentecostal Church in Jenson mit einer Klapperschlange hantiert, nach dem Bibelwort: “Wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden” (Markus 16,18).

Nach dem Unfall verweigerte er laut dem Regionalsender WKYT eine medizinische Behandlung, gemäß der zweiten Vershälfte “… und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden”. Vier Stunden später starb er.

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Egoismus kann tödlich für eine Population sein

Gemeinsam sind wir stark – dieser Ansatz gilt auch in der Evolution. Denn wenn einzelne Mitglieder einer kleinen Populationen kooperieren und so die Ressourcen in ihrem Lebensraum effizienter Ausnutzen, können sie das Überleben der ganzen Population sichern. Im Gegensatz dazu kann Eigennutz tödlich sein und zum Aussterben einer Population führen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem man diese Zusammenhänge genauer als bisher simulieren kann.


Max-Planck-Gesellchaft

Das Modell basiert auf der sogenannten Spieltheorie. Mit ihr kann zum Beispiel untersucht werden, wie sich Menschen verhalten, wenn ihnen ein Gewinn winkt. In einem solchen Szenario können meist unterschiedliche Strategien gewählt werden: man maximiert den eigenen Gewinn auf Kosten aller Mitspieler, oder man erhöht den Gewinn aller Spieler, indem man kooperiert, gibt dadurch aber die Chance auf den eigenen Maximalgewinn auf.

Auch in der Natur gibt es solche Strategien, bei der sich ein bestimmtes Merkmal durchsetzt, das zwar für ein Individuum einen Nachteil bringen kann, für die gesamte Gruppe aber vorteilhaft ist. Die Dynamik solcher Strategien können dementsprechend mit der Evolutionären Spieltheorie beschrieben werden.

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Mullah Omar im Sommerloch gestorben?

Taliban-Führer Mullah Omar. – Foto: dpa
Der afghanische Taliban-Führer Mullah Omar soll tot sein. Dies berichtet die BBC unter Berufung auf Regierungskreise in Kabul.


DER TAGESSPIEGEL

Mullah Omar, der Führer der afghanischen Taliban, soll nicht mehr am Leben sein. Das meldet die BBC und beruft sich dabei auf Quellen in der afghanischen Regierung. Die Taliban in Afghanistan selbst haben bisher noch nicht reagiert. In der Vergangenheit ist Mullah Omar bereits mehrfach für tot erklärt worden, was sich dann als Falschmeldung herausstellte.

Limburger Staatsanwaltschaft bekräftigt ihre Rechtsauffassung

War es richtig von der Staatsanwaltschaft in Limburg, kein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einzuleiten? Die Behörde wehrt sich jetzt gegen die Kritik aus den letzten Tagen.


kath.net

justiz_grossDie Limburger Staatsanwaltschaft hält ihre Entscheidung weiterhin für richtig, kein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einzuleiten. Auch wenn es in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten Kritik an der nun ein Jahr zurückliegenden Entscheidung gegeben habe, habe sich an der damaligen Rechtsauffassung nichts geändert, betonte ein Sprecher der Behörde am Dienstag auf Anfrage.

Die Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit über mehrere Strafanzeigen zu entscheiden, in denen der Vorwurf der Untreue erhoben worden war im Zusammenhang mit dem umstrittenen rund 31 Millionen teuren Bau des bischöflichen Wohn- und Dienstsitzes auf dem Limburger Domberg.

Die Behörde hatte das Verfahren eingestellt und in der Begründung ausgeführt, dass zwar etliche Verstöße gegen innerkirchliches Recht festgestellt worden seien, dass diese jedoch nicht zu einer möglichen Strafbarkeit führten. Bei innerkirchlichen Entscheidungen und Verhaltensweisen komme eine Strafbarkeit nur dann in Betracht, wenn außerkirchliche Belange strafrechtlich relevant berührt würden. Das sei zum Beispiel dann der Fall, wenn Handlungen gegen die körperliche Integrität, das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung oder auch Diebstahlsdelikte vorlägen.

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Warum die Deutschen mit der Vielfalt fremdeln

Die Deutschen entsandten keine Schiffe, um die Welt zu entdecken. Sie erlebten nicht, wie bereichernd Ein­flüsse aus Übersee sind. Kein Wunder, dass ihre Identität starre, ja weltabgewandte Züge hat. Dabei ist die deutsche Seele kosmopolitischer, als viele glauben


Von Anjana Shrivastava|Cicero

Die fehlende Kolonialisierungserfahrung habe aus Deutschland eine kulturelle Insel gemacht, sagt Anjana Shrivastava Illustration für Cicero: Martin Haake

Zu Beginn der neunziger Jahre, als in Berlin die letzten Reste der Mauer geschliffen und in alle Welt verscherbelt worden waren, als Philosophen über das Ende der Geschichte sinnierten und Politiker eine neue globale Ordnung absteckten, erschien in der Zeitschrift The New Yorker ein erhellender Cartoon. Ein Wanderer stieg einen Berg hinauf, um dort einen weisen Einsiedler über die Zukunft zu befragen. Als er wieder herunterkam, machte er ein frustriertes Gesicht. „What did he say?“, fragten seine Freunde. „Er hat viel erzählt“, antwortete der Wanderer: „But it was all in German“ – es war alles auf Deutsch.

Der Cartoonist ahnte damals zweierlei. Erstens: Die Deutschen werden bald wieder sehr wichtig sein. Und zweitens: Sie haben Probleme, sich anderen mitzuteilen. Wollen sie das überhaupt? „Die deutsche Innerlichkeit will ihren Schlafrock und ihre Ruh“, ätzte der Brandenburger Dichter Gottfried Benn im Jahre 1930 über seine Landsleute. Die Weltabgewandtheit zählt zu den dominierenden nationalen Wesensarten.

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Saudi-Arabien: Bruch mit dem Islam am Smartphone

Frauen werden in Saudi-Arabien sofort verhaftet, wenn sie unverschleiert in die Öffentlichkeit gehen. Die Rechtssprechung folgt streng der Scharia. Doch das gilt wohl nicht für die Sozialen Netzwerke: Dort nämlich hat Amy Roko einen Weg der Emanzipation als Frau gefunden.


Von Maximilian Schönherr|Deutschlandfunk

islam_frauenAmy Roko ist ein Star. Nimmt man die Zahlen ihre Internet-Fans, kommt man leicht auf über eine Million. Sie ist Anfang 20, lebt und studiert in Riad, der Hauptstadt Saudi Arabiens. Die langen Strecken zur Uni, zum Buchladen, zum Krankenhaus kosten die Familie eine Menge Geld, denn sie darf nicht selbst am Steuer sitzen – weil sie eine Frau ist. Sie wehrt sich gegen die Erniedrigung von Frauen in ihrem Land, indem sie die Sozialen Netze des Internets nutzt, vor allem Vine und Instagram.

Statt ins Auto aufs Skateboard

Vine ist das Twitter-Portal für Filme, die nur wenige Sekunden lang sind; hier finden sich Hunderte von Videos von Amy Roko. Sie erscheint stets traditionell gekleidet, man sieht nur ihre Augen. In diesem Clip hier greift sie mit einem Tritt einen jungen Mann an.
In einem anderen Video fährt sie Skateboard.

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Islamischer Staat in Polen

Der polnische Inlandsgeheimdienst ABW soll drei Tschetschenen festgenommen haben, nachdem sie aus dem Kampfgebiet in Syrien oder dem Irak nach Polen kamen, so ein Bericht des Nachrichtensenders TVN24 vom Dienstag. Die Verdächtigen sollen von Polen aus die Kämpfer des IS-Staates zumindest logistisch und finanziell unterstützt haben.


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

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Die Verhaftung habe schon im Frühjahr stattgefunden. Insgesamt würden derzeit von dem Dienst 200 Personen wegen Verdacht auf Verbindung mit dem IS observiert. Die meisten von ihnen sind Tschetschenen, aber einige polnische Konvertiten. Ein Zentrum der IS-Aktivitäten soll die ostpolnische Stadt Bialystok sein, dort sollen Tschetschenen versucht haben, für eine Mitarbeit des Islamischen Staats zu werben. “Ist Polen etwa auch ein Ziel terroristischer Anschläge?”, fragte ein TVN24-Journalist den Terror-Exporten Grzeogorz Cieslak. Dieser konnte nicht für Entwarnung sorgen – das Land gebe durch die enge Partnerschaft mit den USA und die Nato-Mitgliedschaft durchaus ein Ziel ab. Zudem wären die ersten Ziele islamischer Terroristen, die USA, Israel und Großbritannien, in ihren Grenzen besser geschützt.

Marek Biernacki, Minister für Geheimdienstkoordination, versuchte hingegen die Gemüter zu beruhigen, die Wahrscheinlichkeit für einen terroristischen Anschlag in Polen sei gering.

An der Weichsel leben kaum Muslime, Schätzungen belaufen sich auf bis zu 25.000 Personen. Dabei hat der Islam in dem sonst katholischen Polen durchaus Tradition – eine Minderheit der Tartaren siedelt seit dem 16. Jahrhundert im östlichen Teil des Landes.

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T. rex besaß Zähne wie Steakmesser

Furchteinflößendes Gebiss: Tyrannosaurus rex © David Monniaux/ CC-by-sa 3.0
Von wegen schwacher Biss: Tyrannosaurus rex und andere Raubsaurier konnten problemlos selbst Knochen kacken. Denn ihre Zahnspitzen besaßen eine eingekerbte, besonders scharfe und stabile Schneide. Wie scharfe Steakmesser erleichterte diese den Urzeit-Räubern das Durchtrennen von Fleisch und Knochen. Das ermöglichte es ihnen, selbst große Beute zu erlegen, wie Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” berichten.


scinexx

Der gewaltige Tyrannosaurus rex ist geradezu eine Ikone der Dinosaurier-Ära und gilt als größter Fleischfresser der Kreidezeit. Wie effektiv er aber jagte, ist umstritten. So bescheinigen einige Forscher dem T. rex sogar den stärksten Biss im Tierreich, während andere davon ausgehen, dass die Beißkraft des Urzeitriesen gerade einmal ausreichte, um Jungtiere und Aas zu fressen.

Kirstin Brink von der University of Toronto Missisauga und ihre Kollegen haben nun Beißkraft und Beutefang des T. rex und einiger seiner Zeitgenossen auf andere Weise untersucht: Sie analysierten die Struktur der Zähne dieser Urzeit-Räuber mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops und speziellen Röntgenstrahlen. Dazu fertigten sie Dünnschnitt-Präparate der Zähne von acht verschiedenen Raubsaurier-Arten an, darunter Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus und dem sehr frühen Raubsaurier Coelophysis.

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Kirchenpfleger auf der Flucht

Mit diesem Plakat fahndet das BKA nach dem Kirchenpfleger und seiner mutmaßlichen Komplizin. (Foto: BKA
Der 44-Jährige soll aus der Kasse einer Kirchengemeinde in Hof 1,4 Millionen Euro abgezweigt haben. Er hat sich mit seiner Komplizin wohl nach Argentinien abgesetzt. Nun sucht die Polizei mit einem Kopfgeld nach den beiden.


Von Olaf Przybilla|Süddeutsche.de

Pfarrer Holger Fiedler holt tief Luft, dann sagt er: “Der Mensch in seiner Tiefe ist interessant.” Fiedler hat den Kirchenpfleger Erwin Kaus noch kennengelernt, vor fünf Jahren war das, da war Fiedler noch gar nicht Pfarrer in der katholischen Hofer Sankt-Marien-Gemeinde. Aber Kaus kannte man einfach. Die mit ihm zu tun hatten, berichten von einem leutseligen, eloquenten und vertrauenswürdigen Mann, von dem die Rede ging, der verstehe etwas von Geld. Bis der Kirchenpfleger plötzlich weg war, 2012 war das.

Allein die Kirchenstiftung in Hof soll der heute 44-Jährige um etwa 1,4 Millionen Euro betrogen haben. Auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts steht Erwin Kaus inzwischen, außerdem sind nun 5000 Dollar für denjenigen ausgelobt worden, der Hinweise liefern kann, um ihn zu fassen.

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de omnibus dubitandum

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