Religiotie: Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand

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Demo-für-alle-Sprecherin reagiert auf den Berliner Pädophilenskandal – Berliner Senat vermittelte Jugendliche an zuvor verurteilte Pädophile – Beverfoerde: Kentlers Geist ist virulent wie nie

kath.net

„Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand.“ Das fordert die Sprecherin und Koordinatorin des Aktionsbündnisses für Ehe und Familie – „Demo für alle“ –, Hedwig von Beverfoerde (Magdeburg), nach der Vorstellung einer Studie zu einem Pädophilenskandal um den Psychologen Prof. Helmut Kentler (1928–2008) am 2. Dezember in Berlin. Kentler-Schüler betrieben bis heute „mit Hochdruck die flächendeckende Einführung“ der von ihm begründeten Pädagogik.

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Papst vergleicht Leser von Skandalpresse mit Exkrementen-Essern

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat Desinformation und Skandal-Berichterstattung in den Medien scharf kritisiert

DER TAGESSPIEGEL

Papst Franziskus hat mit deutlichen Worten die Skandalpresse angeprangert – und deren Leser mit Menschen verglichen, die das Verzehren von Exkrementen sexuell befriedigt. „Ich denke, die Medien sollten klarer und transparenter sein und nicht, entschuldigen Sie den Ausdruck, in eine Koprophilie verfallen, die stets bereit ist, Skandale und widerliche Dinge zu verbreiten, so wahr sie auch sein mögen“, sagte der 79-Jährige in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem belgischen Magazin „Tertio“. „Und da die Menschen dazu tendieren, an Koprophagie zu leiden, kann das sehr gefährlich sein“, setzte der Papst hinzu. Während Koprophilie als meist sexuelles Interesse an Kot gilt, geht es bei Koprophagie um den Verzehr von Kot.

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Winter-Beerdigungen: Pfarrer sind Weicheier

Draußen liegt Schnee, das Thermometer steht auf minus fünf Grad. Und nun eine Beerdigung… Während die Trauergemeinde mit warmen Mänteln und Hüten zum Grab stiefelt, steht die Pfarrerin da und friert: Sie hat nur den Talar. Was können Pfarrer tun, um sich im Winter zu wärmen?

Von Anne Kampf | evangelisch.de

Ein dicker Schal, eine warme Pudelmütze, Fausthandschuhe mit Fell, die geringelten Wollsocken von Oma – geht alles nicht. Und sei es noch so kalt in der Kirche oder auf dem Friedhof. Die Kleiderordnungen der Landeskirchen lassen Pfarrerinnen und Pfarrern kaum Spielraum bei der Wahl der Kleidung: Vorgeschrieben sind der schwarze Talar, dazu ein weißes Beffchen, Kragen oder Krause; mancherorts sind je nach Anlass Chorhemden, Alben und Stolen erlaubt. Die Amtstracht soll Kompetenz zum Ausdruck bringen, Pfarrer sollen ihrer Rolle entsprechen auftreten, Haltung bewahren. Absolut ausgeschlossen sind daher auch Jacken und Mäntel über dem liturgischen Gewand. Wer leicht friert, kann einen dickeren Talar auswählen: Die Pfarrer-Tracht besteht fast immer aus Wolle, und die speichert Körperwärme.

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Krebs: Auslöser für Metastasen entdeckt?

Zellen eines metastasierenden Melanoms © Julio C. Valencia/ NCI/NIH
Zellen eines metastasierenden Melanoms © Julio C. Valencia/ NCI/NIH
Waffe gegen wandernde Krebszellen? Krebstumore benötigen offenbar bestimmte Fette, um Metastasen zu bilden. Denn einige ihrer Zellen tragen spezielle Fettsäure-Rezeptoren, mit deren Hilfe sie an Energie gelangen. Erhalten krebskranke Mäuse eine besonders fettreiche Kost, verstärkt dies ihre Metastasenbildung. Blockiert man dagegen diese Andockstellen, geht die Metastasierung deutlich zurück, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Diese Erkenntnis könnte nun neue Ansätze für Therapien liefern.

scinexx

Für Krebspatienten ist meist die größte Angst, dass der Tumor bereits gestreut hat und Metastasen nun auch andere Organe befallen. Das passiert, wenn sich einzelne Krebszellen aus dem Zellverband lösen, über Blut- oder Lymphbahnen auf Wanderschaft gehen und dann in anderes Gewebe eindringen. Dort können sie sich ansiedeln, teilen und auf diese Weise Tochtergeschwulste des ursprünglichen Tumors bilden.

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Erdogans Lehre an deutschen Schulen

Viele in Berlin lebende Türken wollen ihren Kindern Kenntnisse über ihr Herkunftsland vermitteln.Foto: Imago
Viele in Berlin lebende Türken wollen ihren Kindern Kenntnisse über ihr Herkunftsland vermitteln.Foto: Imago
An 150 Berliner Schulen unterrichten staatliche türkische Lehrer im Auftrag des Konsulats. Was im Unterricht vermittelt wird, kontrolliert niemand.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Der Einfluss des türkischen Staates auf Schüler in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich ausgeweitet. Sogenannte Konsulatslehrer unterrichten allein in Berlin an 150 Schulen – eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber 2007, wie eine Anfrage des Tagesspiegels bei der Berliner Bildungsbehörde ergab. Abgeordnete, Verbände und Wissenschaftler sehen diese Entwicklung mit Sorge, da seit dem Putschversuch in der Türkei nur noch regimetreue Lehrer arbeiten dürfen. Die Konsulatslehrer nutzen Räume an staatlichen deutschen Schulen und werden nicht kontrolliert. Sie unterrichten Heimatkunde und Türkisch.

„In Anbetracht der politischen Entwicklungen in der Türkei ist es angebracht, den Konsulatsunterricht an Berliner Schulen durch Lehrer aus der Türkei genauestens unter die Lupe zu nehmen. Alles, was integrationshindernd ist oder politischer Propaganda entspricht, darf nicht hingenommen werden“, sagte der Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu (Grüne) dem Tagesspiegel.

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Im Vatikan formiert sich ein Frauenverein

Die Gründerinnen des Frauenvereins im Vatikan am Tag der Unterzeichnung der Statuten, vor dem Governatorat - RV
Die Gründerinnen des Frauenvereins im Vatikan am Tag der Unterzeichnung der Statuten, vor dem Governatorat – RV
Erstmals haben Frauen im Vatikan sich zu einem Verein zusammengeschlossen. D.Va für „Donne in Vaticano“ will ein „Netzwerk der Freundschaft, des Austauschs und der Solidarität“ knüpfen sowie menschliches und berufliches Wachstum ermöglichen, teilte der Verein in einer Aussendung mit, die der vatikanische Pressesaal an diesem Mittwoch verbreitete.

Radio Vatikan

Mehr als 750 Frauen sind derzeit am Heiligen Stuhl und im Vatikanstaat beschäftigt, das entspricht knapp 20 Prozent aller Beschäftigten beim Papst. „Wir meinen, dass Frauen eine wertvolle Ressource an den Arbeitsplätzen und in allen Räumen des Lebens und der Aktivitäten im Vatikan sind“, so die Mitteilung. Geplant sind kulturelle, karitative und geistliche Angebote. Bestärkt fühle man sich vom Lehramt der Päpste, die „zu vielen Gelegenheiten Wertschätzung gegenüber den Frauen“ gezeigt hätten.

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Fast 600 offene Haftbefehle gegen Neonazis

Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Eine Demonstration von Neonazis © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Angaben des Bundesinnenministeriums zufolge sind in Deutschland knapp 600 Neonazis untergetacht, mehr als 100 von ihnen gelten als gewalttätig. Die Linkspartei sieht eine erhöhte Gefahr für neue rechtsterroristische Strukturen.

MiGAZIN

Hunderte kriminelle Neonazis sind in Deutschland offenbar untergetaucht. Wie der in Berlin erscheinende Tagesspiegel berichtet, lagen der Polizei am 10. Oktober des laufenden Jahres 598 Haftbefehle zu Personen vor, die als kriminelle Rechtsextremisten gelten. Die Haftbefehle richteten sich gegen 454 Männer und Frauen, heißt es in dem Bericht unter Verweis auf Angaben des Bundesinnenministeriums in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.

Dabei handelte es sich der Zeitung zufolge um verurteilte rechte Täter, die ihre Haftstrafe nicht antraten, sowie Tatverdächtige. 108 Untergetauchte gelten demnach als gewalttätig. Nicht alle gesuchten Rechten stünden wegen einschlägiger Szenedelikte in der Fahndungsliste.

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Studie: Gemeinsamer Gottesdienstbesuch mindert das Scheidungsrisiko

Gottes_Fanklub

Ehepaare, die regelmäßig gemeinsam den Gottesdienst besuchen, leben länger und sind seltener depressiv. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie sich scheiden lassen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Harvard-Schule für öffentliches Gesundheitswesen (Cambridge/US-Bundesstaat Massachusetts) mit dem Titel „Religion und Gesundheit: Eine Synthese“.

kath.net

Demnach ist die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung bei verheirateten Paaren, die regelmäßig gemeinsam in die Kirche gehen, bis zu 50 Prozent geringer, die, Depressionen zu bekommen, zu 30 Prozent geringer.

„Bei Religion geht es natürlich nicht in erster Linie um die Förderung der körperlichen Gesundheit oder darum, die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung herabzusetzen“, sagte Studienleiter Prof. Tyler J. VanderWeele. „Es geht um die Gemeinschaft mit Gott.“

Wie „besorgte Bürger“ Massenkriminalität von Ausländern belegen wollen

So soll der Eindruck geschaffen werden, dass Deutschland überzogen ist von einer massenhaften Kriminalität von Flüchtlingen und Migranten. Bild: heise.de/tp
So soll der Eindruck geschaffen werden, dass Deutschland überzogen ist von einer massenhaften Kriminalität von Flüchtlingen und Migranten. Bild: heise.de/tp
Mit einer Deutschlandkarte sollen von Politik und Medien angeblich nur als Einzelfälle thematisierte Vergehen von Flüchtlingen und Migranten dokumentiert werden, Sputniknews macht dafür Werbung

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Januar 2016 nach dem Gewaltausbruch während der Silvesternacht in Köln wurde das unappetitliche Projekt XYEinzelfall auf Twitter und Facebook gestartet mitsamt einer so genannten Einzelfall-Map oder der „Refugee/Migrant Crime Map of Germany 2016“. Es dürfte sich um „besorgte Bürger“ handeln, die sich – selbstredend anonym, auch wenn von FAZ-Blogger Don Alphonso lobend gegenüber den Gutmenschen hervorgehoben – aufgerufen fühlen, die angebliche Einseitigkeit der Berichterstattung über Flüchtlinge „gerade“ zu rücken und bedeutsam mit dem Finger zu zeigen: „So nicht!“

Gestrickt wird an der großen Bedrohung: „Meldungen über Übergriffe von Flüchtlingen / Migranten. Köln war nur die Spitze des Eisberges. Köln ist jeden Tag. “ Mit Blick auf die Morde in Freiburg und Mannheim sowie den nächsten Silvesterabend sieht man wohl wieder wachsende Aufmerksamkeit für generelle, undifferenzierte Ausländerfeindlichkeit.

Das dürfte auch bei der russischen Nachrichtenseite Sputniknews der Fall gewesen sein, die, als ob sie die gegen russische Staatsmedien gerichteten Propagandavorwürfe bestätigen wollte, kräftig Werbung dafür machte und mit der „Aktivistengruppe“ sprach.

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Ein Beschluss gegen Merkels Willen – und die Türkei

Die Parteiführung wehrte sich gegen den Antrag C28, konnte sich aber nicht durchsetzen.Foto: dpa
Die Parteiführung wehrte sich gegen den Antrag C28, konnte sich aber nicht durchsetzen.Foto: dpa
Die CDU will die erst seit 2014 geltende Regelung zum Doppelpass wieder abschaffen. Das sagt auch viel über den Seelenzustand der Partei aus.

Von Robert Birnbaum | DER TAGESSPIEGEL

Thomas de Maizière hat die Lage richtig erkannt. „In Wahrheit ist es natürlich eine verkappte Türkei-Diskussion, wenn wir ehrlich sind“, sagt der Bundesinnenminister. Das stimmt, macht die Sache für die Parteiführung aber nur noch schwieriger. Diese Sache, die den CDU- Parteitag leise vibrieren lässt, steht in Antrag C28. Die Junge Union will die Optionspflicht im Staatsbürgerrecht wieder eingeführt sehen. Sie würde hier geborene Ausländerkinder zwingen, sich mit der Volljährigkeit zwischen dem deutschen und dem Pass ihrer Vorfahren zu entscheiden. Dass dafür in keiner seriös vorstellbaren Regierungskoalition auch nur die kleinste Chance auf eine Mehrheit bestünde, stört die Antragsteller nicht. Es geht jetzt ums Prinzip.

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Unbekannte masturbieren und scheißen auf den Boden einer schwedischen Kirche

Druck ablassen | Foto: bradleyolin | Flickr | CC BY 2.
Druck ablassen | Foto: bradleyolin | Flickr | CC BY 2.0
Im schwedischen Städtchen Kristianstad haben es Kirchgänger derzeit nicht einfach: Sie werden Berichten zufolge nämlich von Unbekannten belästigt, die während des Gottesdiensts masturbieren sowie auf den Boden pissen und kacken. Laut dem Fernsehsender SVT hat einer der Unbekannten sogar versucht, einer Mutter während der Taufe das Baby zu entreißen.

Von Caisa Ederyd | VICE.com

Heliga Trefaldighets Kyrka [die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit] ist jetzt so häufig zum Schauplatz der beunruhigenden Zwischenfälle geworden, dass die Kirchenvorsteher sogar schon Security-Personal engagiert haben. „Ein Mann hat sich hingelegt und seinen Penis ausgepackt. Obwohl ihn eine Polizistin anwies, sich wieder anzuziehen, hörte er nicht auf“, erzählte Bengt Alvland, ein Mitarbeiter der Kirche, gegenüber der Lokalzeitung Kristianstadsbladet.

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Agaplesion gAG: Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

agaplesion_unternehmen_logoMan kann es die Konfessionalisierung des Gesundheitswesen nennen. Der Staat, die Kommunen ziehen sich in der Fläche aus der gesundheitlich-medizinischen Sorge zurück. Diese Zurückziehen geht mit der Übertragung des Sorge-und Vorsorge-Prinzips an konfessionelle Träger einher. Sofern der Bürger Mitglied des Klubs der konfessionell tätigen Gesundheitseinrichtungen ist dürfte kein Widerspruch entstehen. So ist es aber nicht. Die Regel, der Gesetzgeber überträgt vormundschaftliche Rechte an religiös gebundene Institutionen. Im Falle des Selbstbestimmungsrecht der Frauen, über sich selbst, über ihren Körper tritt die gesetzlich fixierte Entmündigung. Frauen wird das Recht abgesprochen, selbstbetreffende Entscheidungen zu verwirklichen. Menschenrechte, einschließlich das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, geregelt im Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz trifft für Frauen nicht zu. Man spricht ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Schwangerschaft ab.
Einhergehend mit der Tatsache, dass der Staat Funktionen seiner selbst an religiöse Einrichtungen des Sozial-und Gesundheitswesens abgibt tritt die Situation ein, dass pfäffische Entscheidungsträger zum Vormund von Frauen gekürt werden. Völlig außer acht lassend, dass kirchliche Institutionen nur im Rahmen ihren religiösen Auftrags tätig werden können. Mit anderen Worten, sie haben außer sich selbst, niemanden moralische, ethische und legale Vorschriften zu machen.

Nichts anderes ist im Landkreis Schaumburg passiert. Ein neues Krankenhaus wird gebaut, es gibt reichlich Steuergelder für den konfessionellen Träger der Einrichtung, hier also die Agaplesion gAG. Gemeinnützige Aktiengesellschaft

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft (Abkürzung gAG) ist

  • eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft,
  • ein Unternehmen, dessen Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden (§ 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 AO),
  • ein Unternehmen, das in Teilen von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit ist.

Die Bezeichnung „gemeinnützige“ AG ist eine steuerrechtliche Besonderheit, mit der auf eine gemeinnützige Ausrichtung der AG hingewiesen werden soll. Entsprechen Satzung und tatsächliche Geschäftsführung den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts der Abgabenordnung, wird die Gesellschaft von bestimmten Steuern ganz oder zum Teil befreit.
Wikipedia

20 Aktionäre, Stiftungen, diakonische Rechtssubjekte, alle gut evangelisch, kein säkularer, weltanschaulich neutraler Aktionär involviert. Umsatz 2015 1,1Mrd. Euro, 6.300 Krankenhausbetten. Bezahlt aus den Kranken-und Pflegekassenbeiträgen der Patienten. Im Aufsichtsrat der gAG 18 Personen, davon zwei Frauen. Die Männer, Pfarrer, Pastoren, Staatsminister a.D.
Gesellschaftliche Kompetenz wurde in die Hände von Menschen gelegt, die ihren religiösen Obskurantismus ganz im Sinne Luthers, sola scriptura, allein durch die Schrift, auf die Allgemeinheit übertragen und im Landkreis Schaumburg gibt es keine Wahlfreiheit mehr. Das macht Angst, solcher Einrichtung möchte man nicht seine Gesundheit anvertrauen. Salafistische Christen, die über eine Milliarde Euro, im Jahr, umsetzen. Dort praktizierenden Ärzten, die ihre bigotte Moral an Abtreibungen festmachen kann man eigentlich nur mit tiefsten Misstrauen begegnen. Ein Vertrauensverhältnis von Patient – Arzt ist etwas anderes.
Beschäftigt man sich mit den Zahlen fallen andere Strukturen ins Auge. Die Sterbehilfe wurde in Deutschland vehement gegen Privatisierung verteidigt. Es war und ist schlicht ein Totschlag-Argument, dass Sterbehilfe-Vereine nicht im Sinne ihres Statuts wirksam werden können. Hochgerüstete Palliativ-Medizin, Hospize in Einrichtungen der Kirche müssen Umsatz erwirtschaften, also, genau das, was man den Sterbehilfe-Vereinen vorwirft wird praktisch realisiert. Sterbehilfe-Vereine stören das Geschäft. Unter dem Deckmantel Lebensschutz, der Bewahrung der Schöpfung werden Wettbewerber staatlich aus dem Markt geschmissen und die Monopolstellung der Krankenhauskonzerne gesichert. Politik bringt dann den Satz, dass Subsidiaritätsprinzip habe sich bewährt.
Die Würde des Menschen, sein Selbstbestimmungsrecht, formuliert und legalisiert im Zuge der Aufklärung, werden durch Staat und Kirche unterminiert.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

Al-Bab: Russland und Türkei pokern um Konfliktlösung in Syrien

Eine iranische Kampfdrohne des Typs Shahed-129, die der Iran in Syrien seit 2015 einsetzen soll. Bild: heise.de/tp
Eine iranische Kampfdrohne des Typs Shahed-129, die der Iran in Syrien seit 2015 einsetzen soll. Bild: heise.de/tp
Um die gewünschte „Normalisierung“ der Beziehungen voranzutreiben, soll nun der Angriff auf türkische Soldaten bei al-Bab von einer Drohne iranischen Ursprungs ausgegangen sein

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Am 24. November waren türkische Truppen und die sie begleitenden Milizen, von der Türkei „Freie Syrische Armee“ genannt, in Syrien vor der vom Islamischen Staat noch besetzten Stadt al-Bab unter Beschuss aus der Luft geraten. Drei türkischen Soldaten wurden dabei getötet, die Türkei machte syrische Kampfflugzeuge und damit Assad verantwortlich. Das führte zu Spannungen zwischen Ankara und Moskau, wo man zunächst beteuerte, dass es sich um keine russischen Flugzeuge gehandelt habe, und dann auch zurückwies, dass syrische Flugzeuge beteiligt waren. Es lag die Drohung im Raum, dass die Türkei militärisch gegen das mit Russland und dem Iran verbündete Assad-Regime vorgehen könnte (Gefährlicher Konflikt: Türkei droht Damaskus mit Vergeltung).

Der türkischen Truppen geht es beim Kampf um al-Bab nicht nur um die Vertreibung des IS, sondern vor allem darum, die Stadt schneller einzunehmen, als die ebenfalls vorrückenden kurdischen Verbände der SDF, die offensichtlich von der syrischen Armee unterstützt werden. Die türkische Regierung will um jeden Preis verhindern, dass die Kurden den Korridor zwischen Manbij und Afrin schließen, um so ein durchgängiges Gebiet kontrollieren zu können und den Nachschubweg für den IS und den anderen „Rebellen“ abzuschneiden. Die Türkei ist erst dann gegen den IS an der Grenze vorgegangen, als die SDF die Stadt Manbij erobert hatten und weiter Richtung al-Bab und Afrin vorrücken wollten. Von den USA verlangt Ankara weiterhin den Rückzug der Kurden hinter den Euphrat (Der Kampf um al-Bab).

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„Stadt ohne Juden“ wird dank Crowdfunding restauriert

''Stadt ohne Juden'' im Filmarchiv in Wien / Bild: (c) APA/AFP (JOE KLAMAR)
‚Stadt ohne Juden“ im Filmarchiv in Wien / Bild: (c) APA/AFP (JOE KLAMAR)
Der Stummfilm von 1924 auf fragilem Nitrofilm ist eine „Vorahnung der Vertreibung der Juden“. Vergangenes Jahr wurden verloren geglaubte Szenen entdeckt.

Die Presse.com

Das Filmarchiv Austria hat wenige Tage vor Ende seiner Crowdfunding-Kampagne zur Restaurierung von „Die Stadt ohne Juden“ die Zielsumme von 75.500 Euro erreicht. Bis Mittwochnachmittag sind knapp 76.400 Euro von 635 Unterstützern für die Basissicherung des österreichischen Stummfilms von Hans Karl Breslauer aus dem Jahr 1924 eingegangen. Die Initiative läuft noch bis Samstagabend.

Im Oktober 2015 waren verloren geglaubte Szenen des Schlüsselwerks auf einem Pariser Flohmarkt gefunden worden. Gedreht wurde er nach einer Romanvorlage des jüdischen Schriftstellers Hugo Bettauer.

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The Earth’s Poles Have Lost Enough Ice to Cover Texas Four Times

Image: Antarctica, from NASA’s Operation IceBridge
Image: Antarctica, from NASA’s Operation IceBridge
As if 2016 wasn’t rough enough, climate scientists recently discovered parts of Antarctica have now melted. The polar continent’s ice shelf had been spared from rising global temperatures until this year.

By Meredith Rutland Bauer | MOTHERBOARD

Ice shelves in Antarctica had generally remained steady, and even grew, despite the steady collapse of ice up north in the Arctic. But this year, researchers recorded ice receding at both the northern and southern poles, according to the U.S. National Snow and Ice Data Center in Colorado.

In fact, the center recorded that the Arctic and Antarctic combined had shrunk 3.8 million square kilometers below the 1981-2010 average ice cover as of Dec. 4, which is enough ice to cover all of Texas four-and-a-half times.

Antarctica alone shrunk about 2 million square kilometers, according to data from the center, from its 1981-2010 average as of November—but the center’s research shows it could gain 0.4 percent of its mass back per decade from certain parts of the continent refreezing as usual. The Arctic shrunk about 2.3 million square kilometers during that time, and it’s on track to diminish 5 percent per decade.

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Menschenrechtsbericht: Flüchtlingsaufnahme war Verpflichtung

Humanität und Restriktionen: Der erste Bericht des Deutschen Instituts für Menschenrechte zieht eine gemischte Bilanz der deutschen Flüchtlingsaufnahme seit dem Sommer 2015.

evangelisch.de

In dem Bericht heißt es, Deutschland sei seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen gerecht geworden, als das europäische Asylsystem versagte. Der zusätzlich in leichter Sprache verfasste Bericht bringt es noch kürzer auf den Punkt: „Deutschland hat besser gehandelt als viele andere Länder in Europa.“ Kritisch sehen die Autoren aber die zahlreichen Asylrechtsverschärfungen seitdem – und die durch den CDU-Parteitag aufgeflammte Debatte um härtere Regeln bei der Abschiebung.

Ein im vergangenen Jahr verabschiedetes Gesetz verpflichtet das Menschenrechtsinstitut dazu, einmal jährlich dem Bundestag einen Bericht über die Menschenrechtslage in Deutschland vorzulegen. Schwerpunkt der ersten Dokumentation, die den Zeitraum Januar 2015 bis Juni 2016 betrachtet und am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde, war das Thema Flucht. Der Bericht lobt, dass Zugänge eröffnet und bürokratische Hürden abgebaut worden seien. Das betrifft etwa die Teilnahme an Integrationskursen und den Zugang zum Arbeitsmarkt.

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BVerfG: Muslimische Schülerin muss am Schwimmunterricht teilnehmen

 Ein sogenannter Burkini ist aus Kunstfaser-Material und bedeckt den Körper seiner Trägerin bis auf Gesicht, Hände und Füße. (Foto: REUTERS)
Ein sogenannter Burkini ist aus Kunstfaser-Material und bedeckt den Körper seiner Trägerin bis auf Gesicht, Hände und Füße. (Foto: REUTERS)
  • Eine Schülerin hatte die Teilnahme am Schwimmunterricht verweigert, weil er sich aus ihrer Sicht nicht mit den islamischen Kleidungsvorschriften vereinbaren lässt.
  • Die Elfjährige lehnte auch einen sogenannten Burkini ab und klagte sich durch alle Instanzen.
  • Das Bundesverfassungsgericht lehnte ihre Beschwerde ab – mit einer Begründung, die auf der ursprünglichen Argumentation des Mädchens fußt.

Süddeutsche.de

Muslimische Schülerinnen können am Schwimmunterricht in der Schule teilnehmen, ohne gegen islamische Bekleidungsvorschriften zu verstoßen – zu dieser Entscheidung kam nicht etwa eine religiöse Instanz, sondern das Bundesverfassungsgericht. Die Richter in Karlsruhe wiesen damit die Verfassungsbeschwerde einer Elfjährigen aus dem Raum Frankfurt am Main ab, die sich mit Verweis auf ihre Religion vom gemeinsamen Schwimmunterricht mit Jungen befreien lassen wollte.

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Raubkunst-Debatte: Provenienzforscher wehren sich

© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
© dpa Orte der Raubkunst-Debatte: Die Münchner Pinakotheken, hier das Gebäude der Neuen Pinakothek.
Die Lust am Skandal treibt die Berichterstattung zur Raubkunst-Debatte voran, wie das Beispiel München zeigt. Jetzt wehren sich die Forscher gegen eine Aufmerksamkeit, der alle Differenzierung verdächtig ist.

Von Patrick Bahners | Frankfurter Allgemeine

Anfang Oktober erstattete der bayerische Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) dem Landtag Bericht über die Bemühungen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen um Identifikation und Restitution nationalsozialistischer Raubkunst. Im Zentrum standen die „Überweisungen aus Staatsbesitz“, Gegenstände aus der Konkursmasse der Staatspartei, aus der NSDAP-Zentrale einerseits, aus Sammlungen hoher Funktionäre andererseits. Gemäß alliierter Verfügung gingen sie damals ins Eigentum des Freistaats über, der sie auf seine Museen verteilte. Was die Museen nicht haben wollten, wurde verkauft.

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Dienstwagen mit katholischer- und evangelischer Kohlendioxid-Emission

Bild: energiedialog-wasserburg.de
Bild: energiedialog-wasserburg.de

Fahrzeuge bei Protestanten haben insgesamt einen geringeren CO2-Ausstoß als bei Katholiken – Besonders klimaverträglich fahren Bischof Oster/Passau, die Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Bosse und Erzbischof Schick/Bamberg

kath.net

Die deutschen Kirchenleiter sind umwelt- und klimafreundlicher unterwegs als in den vergangenen Jahren. Das ergab die sechste Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Wie sie am 6. Dezember in Berlin mitteilte, hat sich der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß der Dienstwagen bei Protestanten seit 2011 von 169 auf 123 Gramm pro Kilometer und bei den Katholiken von 174 auf 129 Gramm pro Kilometer verringert. Im Vergleich zu 2015 habe es aber nur eine geringe Verbesserung gegeben, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch. Seine Organisation empfahl deswegen verstärkte Anstrengungen, sowohl den Ausstoß an Klimagasen deutlich zu senken als auch auf Dieselantriebe zu verzichten.

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„Naive Russophilie“

 Foto: Oast House Archive. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Foto: Oast House Archive. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Nur ausgemachte Optimisten können behaupten, dass es zur Zeit um Europa und die EU besonders gut bestellt ist. Allerdings stimmt die Kritik daran auch nicht froh. Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie, der unlängst das Buch Anti-Europäer – Breivik, Dugin, al-Suri & Co. veröffentlicht hat.

Von Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Leggewie, Sie untersuchen in Ihrem Buch die Schriften von so unterschiedlichen wie sich widersprechenden Typen wie den Rechtsradikalen Breivik, den Islamisten al-Suri und den Nationalbolschewisten Dugin: Was eint diese Menschen – und repräsentieren sie eine politische Einstellung, die von vielen Menschen heutzutage in Bezug auf Europa geteilt wird?

Claus Leggewie: Al-Suri ist nicht Dugin ist nicht Breivik, die Protagonisten kommen aus ganz unterschiedlichen Traditionen und führen nicht denselben Kampf. Doch eint sie dasselbe Feindbild: Europa als normative Ordnung, gemeinsamer Markt und demokratische Union. Machen wir ein Gedankenexperiment: Würde man die drei in eine Zelle sperren, sie gingen sich wohl an die Gurgel.
Aber bei eventuellen Nacht-Gesprächen, wenn die Aufseher dazwischengegangen wären, entdeckten sie dann erstaunliche Gemeinsamkeiten: Erstens die Wiedereinführung der Leitkategorie des Raumes in die Politik, also eine geopolitische Rehabilitierung der Nation beziehungsweise des Imperiums (orthodoxes Eurasien, islamisches Kalifat, christliches Abendland) gegen die laufende Vergesellschaftung über Märkte und supranationale Organisationen.
Zweitens das Denken in Zivilisationen mit scharfen, zum Teil blutigen Rändern. Drittens die Rechtfertigung von politischer Gewalt. Viertens – und vor allem – die Resakralisierung der Politik, gegen die von der Aufklärung bewirkte Entzauberung der Welt; die seit der Neuzeit aufgerichtete, segensreiche Trennmauer zwischen Religion und Politik wollen christliche Fundamentalisten, Russisch-Orthodoxe und Salafisten gleichermaßen einreißen.
Schließlich fünftens die Etablierung autokratischer Herrschaftsformen mit charismatischen Führergestalten, die sich über Plebizitäre akklamieren lassen. Das fügt sich in eine lange Welle des Autoritarismus, die in den 1970er Jahren einsetzt und heute einen ersten und hoffentlich letzten Höhepunkt erreicht.