Greift der Papst bei Missbrauch hart genug durch?

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Ja, er habe Fehler gemacht, gab Franziskus kürzlich zu. Doch nun kümmert sich der Papst umso intensiver um den Missbrauchsskandal in Chile. Greift er dabei hart genug durch? Ja, sagt Chef vom Dienst Thomas Jansen. Sein Kollege Björn Odendahl hält dagegen: Da muss noch mehr gehen.

Thomas Jansen | katholisch.de

Pro: Der Papst greift durch

Mit Blick auf die jüngsten Vorgänge in Chile ist es leicht zu sagen, der Papst greife nicht hart genug durch im Kampf gegen sexuellen Missbrauch. Aber es stimmt trotzdem nicht. Franziskus war es schließlich, der im Jahr 2016 bischöflicher Willkür im Umgang mit sexuellem Missbrauch einen Riegel vorschob. Rein formal gesehen war sein Erlass „Wie eine liebende Mutter“ zwar nur eine Präzisierung des geltenden Kirchenrechts. Doch der Inhalt war geradezu revolutionär: Bischöfe können nach der neuen Rechtslage ihres Amtes enthoben werden, wenn sie einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch nicht gründlich genug nachgehen. Die Botschaft ist klar: Auch für hohe kirchliche Würdenträger gibt es vom Papst kein Pardon mehr. Nach diesem Erlass kann nun nicht mehr ohne weiteres behaupten, in der Kirche hänge man die Kleinen und die Großen lasse man laufen, wenn es um die Ahndung solcher Delikte geht.

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Bamf-Affäre: Alles soll auf den Tisch – neue Ermittlergruppe eingesetzt

Durch die Hintertür. Jutta Cordt am Freitag am Senatsgebäude.Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Die Bamf-Affäre untersucht jetzt eine neue gemeinsame Ermittlungsgruppe. Chefin Jutta Cordt war bei Krisengespräch in Bremen.

Von Eckhard Stengel | DER TAGESSPIEGEL

Jutta Cordt kommt zwölf Minuten zu früh. Um 11.48 Uhr entsteigt die Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einer schwarzen Limousine und wird vor der Bremer Innenbehörde sofort von Kamerateams umringt. Aber Cordt will nichts sagen zu dem bevorstehenden Gespräch über die Bamf-Affäre, zu dem kurz danach auch der niedersächsische Innen-Staatssekretär Stephan Manke und – um fünf vor zwölf – sein Kollege Helmut Teichmann aus dem Bundesinnenministerium eintreffen. Auch bei ihnen gilt die Devise: kein Kommentar.

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89 Rechtsextreme und 24 Islamisten in Bundeswehr aufgeflogen

Symbolbild.

Unter den Soldaten der Bundeswehr soll es in den vergangenen Jahren knapp über 100 Anhänger aus der rechtextremen und islamistischen Szene gegeben haben. Die Zahl der Verdachtsfälle von Islamismus lagen sogar deutlich höher.

DIE WELT

In der Bundeswehr sind in den vergangenen Jahren einem Medienbericht zufolge 89 Rechtsextremisten und 24 Islamisten entdeckt worden. Dies berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums.

„Im Zeitraum 2010 bis 2018 wurden insgesamt 89 Angehörige der Bundeswehr als Rechtsextremisten bewertet“, hieß es. Von diesen Fällen stammten 67 aus der Zeit vor der Aussetzung der Wehrpflicht (zum 1. Juli 2011). Von den bestätigten Fällen seien 86 Angehörige der Bundeswehr entlassen worden. Gegen drei verbliebene Soldaten liefen aktuell gerichtliche und truppendienstgerichtliche Verfahren.

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Bayern will Umsetzung des Kreuz-Erlasses nicht kontrollieren

Das Kreuz mit den Religionen
Im Juni werden in bayerischen Behörden Kreuze aufgehängt. Der Freistaat werde jedoch keine Überprüfungen vornehmen. Denn Kontrollen seien ein „komisches Staatsverständnis“, meint Oliver Patzer, der Sprecher des Innenministeriums.

DOMRADIO.DE

Bezüglich des am 1. Juni in Bayern in Kraft tretenden Kreuz-Erlasses hat der Freistaat volles Vertrauen in die Leiter der jeweiligen Behörden. Dies erklärte der Sprecher des Innenministeriums, Oliver Platzer, am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). So sieht die Allgemeine Geschäftsordnung vor, dass im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes im Freistaat „gut sichtbar“ ein Kreuz anzubringen sei, und zwar „als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“. Laut Platzer werden keine Kontrolleure zum Einsatz kommen, um dies zu überprüfen.

„Wir freuen uns aber über jedes Kreuz, das hängt“

Dass Behörden nur unter Zwang handeln würden, sei schon ein „komisches Staatsverständnis“, kritisierte Platzer manch laut gewordene Befürchtungen. Schließlich regele die Geschäftsordnung auch viele andere Dinge, ohne dass dies kontrolliert werde. Grundsätzlich gelte die Vorschrift für Dienstgebäude, in denen Verwaltungsaufgaben stattfänden, so der Sprecher.

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Mehrheit in Irland für Ende des strikten Abtreibungsverbots

Irland hat abgestimmt: Die Mehrheit des Landes ist für ein Ende des strikten Abtreibungsverbots Quelle: dpa/Niall Carson
Bei dem Referendum in Irland hat eine breite Mehrheit für eine Liberalisierung des Abtreibungsverbots gestimmt.

DIE WELT

  • 68 Prozent der Befragten haben für eine Liberalisierung und 32 Prozent dagegengestimmt.
  • Die Regierung wird in dem Fall eines Siegs die Abtreibung in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei stellen.

Zeitenwende im erzkatholischen Irland: Bei dem Referendum über ein Ende des strengen Abtreibungsverbots hat am Freitag eine breite Mehrheit für eine Liberalisierung gestimmt.

Dies ergab eine Nachwahlbefragung von 4000 Wählern durch das Institut Ipsos/MRBI im Auftrag der Zeitung „Irish Times“. Demnach stimmten 68 Prozent der Befragten für eine Aufhebung des Abtreibungsverbots, 32 Prozent votierten dagegen.

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Braucht dieses Hirn einen Vormund?

„Minihirn“ in Petrischale, von Autismus-Forschern der Yale University gezüchtet. Reife Nervenzellen leuchten grün. Bild: Jessica Mariani
Minihirne im Labor, Chimären und Gewebekulturen: Mit den rasanten Fortschritten der Hirnforschung kommt eine wichtige ethische Frage auf: Wie umgehen mit den Forschungsobjekten?

Von Hildegard Kaulen | Frankfurter Allgemeine Zeitung

George Church von der Harvard Medical School in Boston ist dafür bekannt, dass er das Wort „unmöglich“ nicht kennt, solange die Experimente mit den Regeln der Naturgesetze im Einklang stehen. Church ist einer der einflussreichsten Molekularbiologen der Welt. Er forderte unlängst zusammen mit sechzehn weiteren Wissenschaftlern, Ärzten, Bioethikern und Juristen in der Fachzeitschrift „Nature“ eine Debatte darüber, welcher Schutz den im Labor erzeugten Schöpfungen aus Hirnzellen zusteht und wie mit Tieren umzugehen ist, deren Gehirne Anteile aus menschlichen Stammzellen enthalten.

Wo fängt Schmerz an?

Die Fragen, die die Gruppe umtreibt, sind weitreichend. Welchen ethischen und juristischen Status hat ein primitives, aus menschlichen Stammzellen hervorgebrachtes Gehirn in der Petrischale? Ab wann kann eine solche Schöpfung Schmerz empfinden, und ab wann ist sie sich ihrer selbst bewusst? Und: Läuft die Wissenschaft Gefahr, Schöpfungen, die einen wichtigen Schritt in Richtung Menschsein getan haben, für Versuchszwecke zu missbrauchen?

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Could We Build the Millennium Falcon from ‚Star Wars‘?

Illustrator Kemp Remillard detailed the interior of the Millennium Falcon. Credit: Images from Star Wars: The Force Awakens™ Incredible Cross-Sections“ reprinted by permission of DK, a division of Penguin Random House. Copyright © 2015 by Jason Fry and Kemp Remillard
With so many incredible, newly developing technologies, could we build a real-life Millennium Falcon? In short, no. But we’re getting closer.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

In the „Star Wars“ universe, the Millennium Falcon is heralded as the coolest ship around. The cargo vessel that Han Solo originally won from Lando Calrissian in the Cloud City Sabacc Tournament, the Millennium Falcon lies at the center of some of the most incredible adventures in the series.

With „Solo: A Star Wars Story“ hitting theaters on May 25, let’s explore some of the most notable technological features of this iconic ship and what would have to happen before we could build it today. [Tour the Millennium Falcon with These „Star Wars“ Photos!]

The Millennium Falcon’s signature speed comes from its hyperdrive, a propulsion system that pushes the vessel to light speed — though Han Solo has famously boasted that the ship can travel even faster. The hyperdrive functions by using „hypermatter particles“ to send the craft into hyperspace, an alternative dimension reached by traveling at or beyond the speed of light. This technique uses wrinkles in the fabric of space-time, or wormholes: pieces of the fabric that fold over to connect two otherwise-distant points.

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Menke: Über Glaubensfragen entscheidet nicht die Mehrheit

Bild: katholisch.de©
Karl-Heinz Menke ist Mitglied der Internationalen Theologenkommission. Jetzt äußert er sich zum Eucharistie-Streit der deutschen Bischöfe. Ihre geplante Handreichung nennt er „mangelhaft“.

katholisch.de

Der Bonner katholische Theologe Karl-Heinz Menke ist dagegen, den Mechanismus demokratischer Mehrheitsentscheidungen auf theologische Debatten in der Kirche zu übertragen. Das von Papst Franziskus geforderte Prinzip der Synodalität sei „strikt zu unterscheiden von dem demokratischen Prinzip, dass stets die Mehrheit entscheidet“, sagte der emeritierte Dogmatik-Professor am Freitag dem Internetportal „domradio.de“.

„Man kann über die Wahrheit, die Christus ist, nicht nach dem Mehrheitsprinzip abstimmen“, betonte Menke. Gleichwohl könnten viele Fragen rund um Organisation und Struktur auch demokratisch geregelt werden: „Es geht ja nicht immer um Glaubensfragen oder um Themen, die von diesen Fragen nicht zu trennen sind.“

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DSGVO: Mondfinsternis statt Sternstunde

Grafik: TP
Mit unseren Daten wird frech gedealt – Ist die Datenschutz-Grundverordnung die Rettung? Ein Kommentar

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Ein Ungetüm aus dem Outer Space überrascht derzeit die Europäer: Die Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Sie ist heute in Kraft getreten. Eigentlich sollten wir alle aufatmen, dennoch: Uns beschleichen, obwohl lange angekündigt, irgendwie ungute Gefühle. Alles parat in Old Europe? Oder haben wir da irgendwas verpennt?

Die DSGVO: Ihre Regeln stehen seit zwei Jahren. Und doch, schlichte Erdlinge wie Friseure, Werkstattbetreiber oder der Bäcker um die Ecke sind baff, stehen im Regen. Sie erfahren vornehmlich aus den Medien, dass da möglicherweise was Relevantes auf sie zukommt. Strategische Aufklärung? Fehlanzeige. Die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung ist für ein Heer von Unternehmen und Vereinen ein rechtliches und organisatorisches Alien; die dringend notwendige Flankierung von staatlicher Seite blieb bislang aus, und an dem Manko scheint sich auch nicht viel zu ändern.

Im Moment flattern täglich solche Einwilligungsmails in unsre Postfächer wie: „Willst du mit mir gehen?“ „Willst du bitte akzeptieren?“ Da kann man dann bestenfalls in den Voreinstellungen was ändern, wenn man ganz viel Zeit, Lust und ein Quäntchen Ahnung hat. Was ich allein beim Mailanbieter sehe (in meinem Fall AOL), wer alles am Account ungefragt dranhängt – was wissen die bereits über mich, über mein Kommunikationsverhalten, über Sender und Empfänger, Uhrzeiten, Betreffs, Anhänge – Inhalte? Kann man das jemals wieder auf „Null“ stellen?

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Briten können mit Alexa beten

Amazon Echo, 1. Generation. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Frmorrison

Der Sprachassistent von Amazon, Alexa, kann in Großbritannien nun auch beten. Möglich macht das ein neuer Dienst der Kirche von England. Auf Kommando liest Alexa das Gebet des Tages vor, betet ein Morgen- oder Abendgebet oder spricht einen Segen vor einer Mahlzeit.

EKD

Außerdem kann Alexa Fragen zur Taufe beantworten, kennt sich mit Hochzeiten aus und weiß über Beerdigungen Bescheid. Der Sprachassistent ist auch in der Lage, die nächste Kirche in der Nähe zu finden.

Adrian Harris, Leiter der Digitalabteilung der Kirche von England sagte dem christlichen Radiosender „Premier Christian Radio“: „Plattformen wie Alexa geben der Kirche die Möglichkeit, die Menschen mit Gott zu verbinden und den Glauben in ihr tägliches Leben einzubauen, sei es über tägliche Gebete oder Fragen zum Christentum.“

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Mehr CO2 in der Luft verringert den Nährstoffgehalt von Reis

In Indonesien besteht für viele Menschen die Hälfte ihrer Kalorienzufuhr aus Reis. Hier wird er in Serang zum Trocknen ausgelegt. (Bild: Beawiharta/Reuters)
Zwei Milliarden Menschen auf der Welt ernähren sich hauptsächlich von Reis. Der andauernde hohe Kohlendioxidausstoss macht ihre Ernährung noch prekärer.

Esther Widmann | Neue Zürcher Zeitung

Viele Effekte des erhöhten CO2-Gehalts in der Atmosphäre sind mit dem blossen Auge erkennbar, und viele haben mehr oder weniger direkt mit der Ernährung grosser Teile der Weltbevölkerung zu tun: Steigende Temperaturen können die Ertragsmenge verringern, Dürren und Überschwemmungen können Ernten vernichten und Hungersnöte fördern. Um einen anderen Effekt des erhöhten CO2-Gehalts festzustellen, braucht man ein Labor – trotzdem könnte er fatale Auswirkungen auf zwei Milliarden Menschen auf der Welt haben: Mehr CO2 in der Atmosphäre verringert den Gehalt bestimmter wichtiger Nährstoffe in Reis. Ihre Ergebnisse haben Forscher unter anderem aus Japan, den Vereinigten Staaten und Australien jetzt in der Fachzeitschrift «Science Advances» vorgestellt.

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Berlin: Muslimische Lehrerinnen mit Kopftuch scheitern vor Gericht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Eindeutiges Urteil in Berlin: Zwei Lehrerinnen mit muslimischem Kopftuch sind mit Entschädigungsklagen gegen das Land Berlin gescheitert. Das Arbeitsgericht wies die Klagen der beiden Frauen mit Verweis auf das Berliner Neutralitätsgesetz zurück.

RP ONLINE

Das Gesetz untersagt das Tragen von religiösen Symbolen an öffentlichen Schulen. Beide Lehrerinnen hatten eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz geltend gemacht. (AZ: 58 Ca 7193/17 und 58 Ca 8368/17)

Eine Bewerberin als Quereinsteigerin mit dem Fach Informatik hatte argumentiert, sie sei vom Land Berlin wegen ihres Kopftuchs nicht eingestellt worden. Hierin liege eine nicht erlaubte Benachteiligung wegen ihrer Religion. Das Arbeitsgericht gab allerdings dem Land Berlin recht. Es wende das Neutralitätsgesetz an, welches verfassungsgemäß sei, begründete das Gericht. (AZ: 58 Ca 7193/17)

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UN verurteilen das Aushungern als Kriegswaffe

In Kriegsgebieten hungern Millionen von Menschen. In vielen Fällen verhindern Konfliktparteien eine Versorgung der Bevölkerung. Nach dem Willen des UN-Sicherheitsrates soll das nicht mehr geschehen. Es sei ein Kriegsverbrechen.

evangelisch.de

Der Weltsicherheitsrat hat in einer wegweisenden Resolution das Aushungern von Menschen als Kriegswaffe scharf verurteilt. Ein Abschneiden der Bevölkerung von Lebensmittellieferungen müsse in der Regel als Kriegsverbrechen eingestuft werden, hieß es in der einstimmig am Donnerstag (Ortszeit) in New York angenommen Resolution des UN-Gremiums. Hilfsorganisationen begrüßten die Entscheidung, sehen jedoch nur wenig Auswirkungen in den Konfliktregionen.

Laut einer Stellungnahme des Welternährungsprogramms der UN (WFP) vom Freitag leben 60 Prozent der 815 Millionen chronisch hungernden Menschen in Konfliktzonen. Das WFP lobte die Resolution als wichtigen Schritt, um den Kreislauf aus Konflikt und Hunger zu stoppen.

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Wie Bienen zu Vegetariern wurden

Bienen ernähren sich vorwiegend vegetarisch. © Pexels/ pixabay
Ernährungsumstellung: Bienen stammen von fleischfressenden Wespen ab. Doch wie konnte es passieren, dass aus einem räuberischen Insekt ein vegetarisch lebendes Tier entstand? Genetische Analysen zeigen: Die Nahrung selbst könnte verantwortlich gewesen sein. Demnach gehen heutige Bienen auf Ahnen einer Gruppe von Grabwespen zurück – Tiere, die ihre Larven mit blütenbesuchenden Insekten füttern. Mit der Beute könnte somit einst auch Pollen ins Nest gelangt sein und die Bienenvorfahren auf den Geschmack gebracht haben.

scinexx

Bienen unterscheiden sich nicht nur optisch deutlich von den mit ihnen verwandten Wespen – sondern auch in Sachen Ernährung. Während Wild- und Honigbienen in der Regel von Pflanzennektar und Pollen leben, ernähren sich Wespen alles andere als vegetarisch. Sie machen auch Jagd auf tierische Beute und füttern ihre Larven sogar hauptsächlich mit Fleisch von toten oder erbeuteten Tieren.

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Berliner Schulen: Dröge verschickt Ansteck-Kreuze an Religionslehrer

Markus Dröge ist seit dem Jahr 2009 Berliner Landesbischof. Foto: imago/epd
Berliner Religionslehrer und Religionslehrerinnen könnten zukünftig ein kleines Ansteck-Kreuz tragen. Das wünscht sich zumindest Bischof Markus Dröge, der das Kreuz in einem Anschreiben an die Lehrkräfte verschickt. Grundsätzlich verbietet das Berliner Neutralitätsgesetz den Lehrern das Tragen christlicher Symbole, das gilt aber nicht für den Religionsunterricht.

Berliner Zeitung

In der Wochenzeitung „Die Kirche“ (27. Mai) schreibt er, dass er sich freuen würde, „wenn viele von ihnen dieses Kreuz auch in der Schule tragen würden – als Zeichen des Bekenntnisses, als Zeichen für ihren persönlichen christlichen Glauben, der ganz wesentlich zu unserem Land gehört“. Ziel sei es, den Glauben selbstbewusst in die kulturelle und religiöse Vielfalt einzubringen.

Grübel: Christliches Abendland bedeutet Nächstenliebe

Im April wurde Markus Grübel (CDU) ins neugeschaffene Amt des „Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit“ berufen, das im Entwicklungsministerium angesiedelt ist. Im evangelisch.de-Interview spricht er über seinen Glauben, seine Aufgabe und die Situation der Religionsfreiheit in Deutschland.

Interview Lena Ohm | evangelisch.de

Herr Grübel, wie war der erste Monat im Amt als Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit?

Markus Grübel: Sehr spannend, aber auch sehr anstrengend. Ich war in der neuen Funktion schon im Nordirak und habe Bagdad, Erbil, West-Mossul, Dohuk und verschiedene Flüchtlingslager besucht. Da habe ich auch mit jesidischen Mädchen und Frauen gesprochen, die mehrere Jahre in der Hand des IS waren und misshandelt und missbraucht wurden. Außerdem habe ich neben Baba Sheikh, dem geistlichen Oberhaupt der Jesiden, auch noch einige christliche Vertreter getroffen. Und auf dem Kirchentag in Münster habe ich die Gelegenheit genutzt, mich mit Vertretern der Kirchen des Ostens zu treffen. Ich habe in den vergangenen Wochen aber auch ganz praktische Dinge gemacht: Mein Büro eingerichtet und die Ausschreibungen für die drei Stellen fertiggemacht, die mir der Haushaltsausschuss bewilligt hat.

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Antisemitismusbeauftragter nimmt Kirchen in die Pflicht: „Aufruf zum Boykott israelischer Waren ist antisemitisch“

Bild: bb
Felix Klein ist der erste Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung. Bei der Aufklärung über Antisemitismus nimmt er auch die Kirchen in die Pflicht und möchte eine bundesweite Erfassung antisemitischer Vorfälle einführen.

DOMRADIO.DE

KNA: Herr Klein, wie kamen Sie zu dem Amt?

Felix Klein (Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung): ch habe mich im Auswärtigen Amt mehr als vier Jahre nahezu ausschließlich mit Antisemitismusbekämpfung und Holocaust-Erinnerung befasst und habe viele Kontakte geknüpft, unter anderem zum Zentralrat der Juden in Deutschland. Das Außenamt hat seit über 12 Jahren eine solche Stelle.

KNA: Haben Sie auch eine persönliche Nähe zu dem Thema?

Klein: Aus meiner Schulzeit in Italien und Deutschland habe ich jüdische Freunde, und mit 18 Jahren war ich erstmals über ein Orchesterprojekt – ich spiele Geige – in Israel. Die Faszination für die jüdische Kultur ist geblieben. Ich war aber nie als Diplomat in Tel Aviv tätig und spreche auch kein Hebräisch.

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Phasentrennung in der Ursuppe?

Das Phänomen der Phasentrennung könnte die Bildung der ersten Lebensbausteine ermöglicht haben. © Andreas Battenberg/ TUM
Schützende Tröpfchen: Ein überraschend alltägliches Phänomen könnte die Bildung der ersten Lebensbausteine ermöglicht haben. Denn sie wären in der Ursuppe eigentlich schnell wieder zerfallen. Doch ein Experiment zeigt, dass das nicht sein muss: Der Mechanismus der Phasentrennung könnte den Molekülen den nötigen Schutz geboten haben – solange, bis die ersten Zellen diese Funktion übernahmen.

scinexx

Wie entstand das erste Leben auf der Erde? Und wo bildeten sich die ersten Lebensbausteine? Bisher gibt es auf diese Fragen keine eindeutigen Antworten. Einer der Gründe dafür: Viele komplexeren Biomoleküle sind chemisch instabil. Sie bleiben nur dann bestehen, wenn Energie zugeführt wird oder ihre Konzentration künstlich niedrig gehalten wird. In lebenden Organismen sorgt schützende Zellumgebung dafür.

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Der Meteorit, der die grosse Wärme brachte

Image Credit: NASA/Don Davis
Vor 66 Millionen Jahren eliminierte ein Meteoriteneinschlag die Dinosaurier. Die klimatischen Auswirkungen des Einschlags waren noch 100 000 Jahre später spürbar.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Der Einschlag eines Meteoriten vor 66 Millionen Jahren trug nicht nur entscheidend zum Aussterben der Dinosaurier bei. Er führte ausserdem zu Waldbränden, die zahlreichen Vogelarten den Lebensraum nahmen. Ausserdem löste der Einschlag eine langanhaltende Wärmeperiode aus. Das geht aus zwei neuen wissenschaftlichen Studien hervor.

Analyse von Fischknochen

Der Aufprall des Meteoriten von Chicxulub im heutigen Mexiko schleuderte grosse Mengen Staub in die Höhe. Dadurch wurde es dunkel auf der Erde, und die Luft kühlte sich für ein paar Jahre ab. Nachdem sich der Staubschleier verzogen hatte, erwärmte sich die Atmosphäre deutlich: Die Temperatur kletterte auf ein Niveau, das ungefähr fünf Grad Celsius höher war als vor dem Einschlag, und verharrte dort 100 000 Jahre lang. Das schliesst ein Team um Ken MacLeod von der University of Missouri in Columbia aus einer Analyse von Resten fossiler Fischknochen.

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Abtreibung in Irland: „Wir raten ihnen, von einer Fehlgeburt zu sprechen“

Seit Wochen treibt das Referendum die Abtreibungsbefürworter und -gegner in Irland auf die Straße. (Foto: REUTERS)
In Irland drohen Frauen bei einer Abtreibung bis zu 14 Jahre Haft. Ärztin Rebecca Gomperts erklärt, wie sie ungewollt Schwangeren hilft. Mit Gesetzeslücken, Schiffen und Drohnen.

Interview von Leila Al-Serori | Süddeutsche Zeitung

Die New York Times nannte Rebecca Gomperts einmal die „erste Extremistin der Abtreibungsbewegung“. So will die niederländische Ärztin und Aktivistin aber lieber nicht bezeichnet werden – dann schon lieber als Piratin. Gomperts ist bekannt dafür, Frauen auf ihrem Boot in internationalen Gewässern einen legalen Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen. Ihre NGO „Women on Waves“ finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Fundraising, fast alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich. Die 52-Jährige nutzt aber noch weitere Gesetzeslücken, um eine Abtreibung zu ermöglichen – darunter den Versand der nötigen Medikamente per Post. In Irland hat sie damit zu der Debatte beigetragen, die zum jetzigen Referendum führte. An diesem Freitag stimmen die Iren über den achten Zusatzartikel der Verfassung ab, der Schwangerschaftsabbrüche selbst im Falle einer Vergewaltigung unter Strafe stellt.

SZ: Frau Gomperts, Sie ermöglichen Hunderten Frauen jedes Jahr in Irland abzutreiben – obwohl das dort illegal ist. Wie machen Sie das?

Rebecca Gomperts: Was wir machen, ist nicht illegal. Auf unserer Website bekommen Frauen, die sich an niemanden sonst wenden können, ärztliche Beratung und können anschließend Abtreibungspillen bestellen, die dann per Post verschickt werden. Da der irische Zoll die Päckchen seit 2009 beschlagnahmt, werden diese nach Nordirland gesendet. Dort sind zwar Abtreibungen auch nicht erlaubt, aber medizinische Postsendungen schon. Wir schauen immer genau, wie die jeweilige Gesetzeslage ist – und dann suchen wir einen legalen Weg drumherum.

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