»Wir kritisieren den christlichen Glauben, das Judentum und den Islam«

Rainer Ponitka ist Sprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) Foto: Doris Ponitka

Am Freitag beginnt in Köln die »Atheistische Convention« unter dem Titel »Give Peace A Chance – Säkularisierung und globale Konflikte«. Wie begründen Sie, dass aus Ihrer Sicht tatsächlicher Friede nur in säkularen Staatsordnungen möglich ist?


Von Gitta Düperthal|jW

Wir vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) finden es entscheidend, die Ausrichtung einer Gesellschaft und ihre Ethik unter allen Beteiligten auszuhandeln. Es kann nicht sein, dass dies eine Religion bestimmt. Beim Ausbruch von gewalttätigen Konflikten und Kriegen wirkt jede Religion wie Öl im Feuer – denn sie alle gehen jeweils davon aus, den einzig wahren Glauben zu vertreten und sich zum Moralwächter über andere aufspielen zu können. Aus säkularer Sicht ist Friede in einer Gesellschaft nur zu wahren, wenn Religion und Glaube rein private Angelegenheiten sind.

Gibt es Belege dafür, dass Staaten unter religiösem Einfluss eher Kriege entfachen als andere?

Unsere Referentin aus Bosnien und Herzegowina, die Juristin Nada Peratovi?, wird bei der Konferenz den Wandel Kroatiens erläutern: Von einer Republik des ehemals sozialistischen Jugoslawien, in der Religion nicht staatlich unterstützt wurde, zu einer Region, in der Katholiken das Sagen haben. Wer seit den 90er Jahren dem Normativ des Katholizismus nicht entsprach, hatte es dort nicht leicht. Es folgte der Krieg.

Neuerlich erheben dort atheistische, wissenschaftliche Bewegungen ihre Stimme. Sie haben die Nötigung durch die Kirche satt; ihnen missfällt, dass sie sich überall einmischt. Peratovi? ist Repräsentantin der Atheist Alliance International (AAI) im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) und Mitbegründerin des »Zentrum für Zivilcourage« in Zürich.

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Laute Linzer Kirchenglocken: Kläger lehnt Kompromiss ab

Symbolbild / Bild: APA/RUBRA

Der Prozess um die Glockenschläge des Linzer Mariendoms geht weiter. Dem Anrainer, der die Diözese verklagt hat, ist der im Februar geschlossene Kompromiss zu wenig.


Die Presse

Der Prozess um die nächtlichen Glockenschläge des Linzer Mariendoms geht nun doch weiter. Einem Anrainer, dem das Läuten zu laut war und der deswegen das Gericht angerufen hatte, ist ein Ende Februar geschlossener Kompromiss zu wenig. Er strebt ein Abschalten aller Glocken in der Nacht und dazu eine Entscheidung im Namen der Republik an, wie sein Anwalt Mittwochnachmittag bekannt gab.

Der außergerichtlich vereinbarte Kompromiss zwischen Kläger und Dompfarre sah vor, dass in einer dreimonatigen “Versuchsphase” die Uhr weiter läuten solle, jedoch von 23 bis 5 Uhr ohne den sogenannten Stundennachschlag. Es habe sich aber gezeigt, dass die Glocken in der Nacht immer noch zu laut seien und die Nachtruhe stören, begründet der Kläger die von ihm gewünschte Fortsetzung des Prozesses.

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Religiotie: ‚Homo-Ehe’ könnte Religionsfreiheit zerstören

cartoon-herzDie Einführung der ‚Homo-Ehe’ in Irland würde die Definition von Ehe verändern. Müssten Anhänger des kirchlichen Eheverständnisses mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, fragt Erzbischof Martin.


kath.net

Ein „Ja“ der Iren bei der kommenden Volksabstimmung über die „Homo-Ehe“ werde die Bedeutung von Ehe in der irischen Verfassung ändern und die religiöse Freiheit zerstören. Davon ist Eamon Martin, der Erzbischof von Armagh und Primas von Irland, überzeugt.

Wenn die irische Gesellschaft „eine ‚neue Orthodoxie’ der ‚geschlechts-neutralen’ Ehe“ einführen wolle, werde es zunehmend schwierig, die kirchliche Lehre von der Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau öffentlich zu vertreten, schreibt der Erzbischof in einer Erklärung, die auf der Internetseite der Irischen Katholischen Bischofskonferenz veröffentlicht worden ist.
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Nebraska stimmt für Abschaffung der Todesstrafe

Pete Ricketts hat als Gouverneur von Nebraska sein Veto gegen die Abschaffung der Todesstrafe angekündigt. (Foto: AP)

Das Parlament im US-Bundesstaat Nebraska hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, keine Straftäter mehr hinzurichten. Der republikanische Gouverneur kündigt sein Veto gegen das Gesetz an. Es könnte jedoch bedeutungslos sein.


Süddeutsche.de

Das Parlament im US-Bundesstaat Nebraska hat beschlossen, die Todesstrafe abzuschaffen. Die Abgeordneten votierten am Mittwoch mit 32 zu 15 Stimmen für ein entsprechendes Gesetz. Das teilte das Parlament mit in der Hauptstadt Lincoln mit. Die Todesstrafe soll in Nebraska nun durch lebenslange Haft ersetzt werden.

Das angekündigte Veto des republikanischen Gouverneurs Pete Ricketts wäre bedeutungslos, sollte es das Parlament wieder außer Kraft setzen. Dazu sind nur 30 Stimmen nötig, also zwei weniger als bei der jetzigen Abstimmung.

Nebraska wäre der 19. US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abgeschafft hat. Elf weitere Staaten verzichten zudem auf Hinrichtungen, ohne das Gesetz offiziell außer Kraft gesetzt zu haben.

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Wieso nehmen Flüchtlinge eigentlich nicht das Flugzeug?

Die First Class Reihen der Lufthansa © Angelo DeSantis @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Reise über das Mittelmeer ist für Flüchtlinge lang, teuer und lebensgefährlich. Dennoch gehen tausende Menschen das Risiko ein und begeben sich in die Hände von Schleppern. Wieso eigentlich?


Von Birol Kocaman|MiGAZIN

“Wieso soll ich mir den langen, teuren und lebensgefährlichen Weg auf einem überfüllten Boot über das Mittelmeer denn antun”, denkt sich Ahmad und fährt zum Flughafen. Lieber kauft sich der gebürtige Iraker ein Ticket für 400 Euro und steigt bequem in ein Flugzeug, anstatt den Schleppern 1.000 Euro zu zahlen. In Berlin angekommen, kann er dann in aller Ruhe einen Asylantrag stellen. Schließlich gilt europaweit die Genfer Flüchtlingskonvention. Darin haben sich alle EU-Staaten verpflicht, jedem Verfolgten Schutz zu gewähren.

Soweit die Vorstellung von Ahmad, die nur in der Theorie funktioniert. Die Praxis sieht ganz anders aus. Wieso sonst würden sich so viele Flüchtlinge in die Hände von Schleppern geben und dafür auch noch horrende Summen zahlen?

Die Antwort steht in der Richtlinie 2001/51/EG. Danach dürfen Fluggesellschaften haftbar gemacht werden, wenn sie Person ohne Visum in die EU befördern. Formal richtet sich die Richtlinie gegen die “illegale” Einwanderung, praktisch trifft sie aber in aller erster Linie Menschen wie Ahmad, die so gut wie keine Chance auf ein Visum haben.

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Rat der Religionen: Verhärtete Fronten

Das jüdische Gemeindezentrum in der Westendstraße. Foto: Christoph Boeckheler

Die Jüdische Gemeinde bleibt dem Rat der Religionen weiter fern. Sie hatte das Gremium im vergangenen Sommer nach scharfer Kritik von zwei Ratsmitgliedern an Israel verlassen. Die Stadt will im Konflikt vermitteln.


Von Hanning Voigts|Frankfurter Rundschau

Im Streit zwischen dem Frankfurter Rat der Religionen und der Jüdischen Gemeinde wird eine Lösung immer unwahrscheinlicher. Leo Latasch, Sozialdezernent der Gemeinde, sagte der Frankfurter Rundschau am Dienstag, er sehe auch nach einem erneuten Briefwechsel keine Grundlage für eine weitere Mitarbeit in dem Gremium, dem Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften angehören.

Anfang Juni werde sich der Vorstand der Jüdischen Gemeinde treffen und das Thema noch einmal besprechen, so Latasch. Dass die Entscheidung der Gemeinde, den Rat der Religionen zu verlassen, zurückgenommen werde, glaube er aber nicht.

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Rechtsextremist “Corelli”: Staat zahlte V-Mann fast 300 000 Euro

Themenbild.

  • Der Verfassungsschutz hat dem Rechtsextremisten und V-Mann Thomas Richter fast 300 000 Euro für seine Spitzeldienste gezahlt.
  • Das geht aus einem Report des Sonderermittlers Jerzy Montag hervor, den er für das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages angefertigt hat. Darin kritisiert der Grünen-Politiker erneut den Verfassungsschutz.
  • Die Neonazi-Quelle “Corelli” galt beim Inlandsgeheimdienst als Top-Informant. Der inzwischen verstorbene V-Mann hatte früher Kontakt zu einem NSU-Mitglied und zu einem Polizisten, der beim Ku-Klux-Klan war.


Von Tanjev Schultz und Lena Kampf|Süddeutsche.de

Der Mann, den sie beim Verfassungsschutz “Corelli” nannten, war sehr umtriebig. Wenn sich irgendwo in der Republik Rechtsextremisten trafen, war Corelli meist nicht weit.

Beim Bundesamt für Verfassungsschutz galt er als Top-Quelle. Und das Amt ließ sich seinen V-Mann einiges kosten: Insgesamt 296 842,83 Euro kassierte Corelli während seiner 18-jährigen Spitzeltätigkeit. So steht es in einem geheimen Bericht des Sonderermittlers Jerzy Montag, den Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR einsehen konnten.

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Rörig zu Pädophilie-Skandal: Schlussstrich kann es nicht geben

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Missbrauchsbeauftragter nach Bericht der Berliner Grünen: Es sei unerklärlich, wie in einer Arbeitsgruppe einer Partei rechtskräftig verurteilte Pädosexuelle über Jahre ihr Unwesen hätten treiben können.


kath.net

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat nach dem Bericht der Berliner Grünen über Pädophilie-Vorfälle auch die Bundespartei dazu aufgefordert, sich mit den Vorfällen auseinanderzusetzen. «Einen Schlussstrich kann es derzeit nicht geben», sagte Rörig der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag).

Dass die Berliner Grünen «diesen schonungslosen und ungeschminkten Bericht» vorlegten und keinen Deckel auf die Aufarbeitung machten, müsse gewürdigt werden, sagte Rörig. «Die Einsetzung einer Kommission zur Aufarbeitung ist ein wichtiger Schritt. Natürlich stellt sich die Frage, warum nicht früher», so der Missbrauchsbeauftragte. Jetzt gehe es darum, inhaltliche Fragen weiter zu klären, aber auch Opfer anzuhören und Leid anzuerkennen. Dies sei ein wichtiger nächster Schritt im Aufarbeitungsprozess.

Flickr verschlagwortet schwarze Menschen als “Affen”

  • Flickr will Bilder automatisch erkennen – doch der Algorithmus irrt sich und greift grob daneben.
  • Schwarze Menschen werden als “Affen” erkannt, Konzentrationslager als “Klettergerüst”.
  • Flickr reagiert in einem erstaunlich gelassenen Tonfall.


Süddeutsche.de

Flickr taggt schwarze Menschen als Affen

Gut gemeint ist oft genug nicht gut gedacht – gerade, wenn es um Algorithmen geht. Die Foto-Seite Flickr entschloss sich kürzlich, Fotos automatisch taggen zu lassen. Das heißt, ein Algorithmus ‘erkennt’, was auf Bildern zu sehen ist und kümmert sich um die Verschlagwortung. Wie der Guardian berichtet, führt das dazu, dass schwarze Menschen vom Algorithmus als “Affen” erkannt werden. Bilder von Konzentrationslagern hingegen werden mit dem Wort “Sport” oder “Klettergerüst” versehen. Auch bei Bildern mindestens einer weißen Person taucht das Schlagwort “Affe” auf. An der beleidigenden Wirkung für schwarze Menschen dürfte das jedoch wenig ändern.

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Schweigegeld nach Missbrauch: Kardinal George Pell weist Vorwürfe zurück

missbrauch_katholGeorge Pell soll einem Missbrauchsopfer Anfang der Neunzigerjahre Schweigegeld geboten haben. Das hat ein betroffener unter Eid ausgesagt. Der australische Kardinal, inzwischen Leiter der Finanzbehörde im Vatikan, bestreitet das.


SpON

Von den Vorwürfen gegen sich will George Pell nichts wissen: Er habe nichts falsch gemacht, er habe keinen Missbrauchsfall in der katholischen Kirche vertuschen wollen, teilte der australische Kardinal mit. Die Anschuldigungen gegen den Leiter der Finanzbehörde im Vatikan kommen von einem Betroffenen.

David Ridsdale, Neffe eines wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Pfarrers, sagte vor einer Untersuchungskommission der australischen Regierung unter Eid aus. Er wiederholte dabei Vorwürfe, die Pell bereits langer Zeit verfolgen.

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Älteste Steinwerkzeuge der Menschheit entdeckt

Eines der 3,3 Millionee Jahre alten Steinwerkzeuge – auf den ersten Blick ein ganz normaler Stein. © MPK-WTAP

Überraschender Fund: Am Turkanasee in Kenia haben Forscher die bisher ältesten menschengemachten Steinwerkzeuge entdeckt: Sie sind rund 3,3 Millionen Jahre alt – und entstanden damit schon vor Auftreten des Homo habilis, der bisher als der erste Werkzeugmacher galt. Wer allerdings diese primitiven Faustkeile schuf, ist bisher ein Rätsel, wie Forscher im Fachmagazin “Nature” berichten.


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Bisher galt der Homo habilis, der “geschickte Mensch”, als der erste Werkzeugmacher unter unseren Vorfahren. Denn die bisher ältesten Steinklingen und Faustkeile stammen aus der Zeit vor rund 2,3 bis 2,6 Millionen Jahren und wurden zusammen mit Homo habilis Fossilien in der Olduvai-Schlucht in Tansania gefunden. Frühere Vormenschen, so glaubte man, hätten noch nicht die erforderliche mentale Kapazität und Auge-Hand-Koordination besessen, um gezielt verschiedenen Werkzeuge herzustellen.

Zufallsfund beim Umweg

“Man ging davon aus, dass nur unsere direkten Vorfahren den kognitiven Sprung machten und lernten, Steine so gegeneinander zu schlagen, dass scharfe Klingen entstanden”, erklären Sonia Harmand von der Stony Brook University in New York und ihre Kollegen. “Dies galt als das Fundament für unseren evolutionären Erfolg.” Andererseits aber erforderten die Olduwan-Werkzeuge bereits ziemlich viel Übung und Geschick – ein Indiz dafür, dass sie vielleicht doch nicht die ersten Versuche unserer Vorfahren mit dieser Technologie darstellen.

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Neuauflage der Pädophiliedebatte bei den Grünen

Die Grünen Logo

Dabei fühlt man sich eher an kirchliche Tribunale erinnert, bei denen Prüfung von Argumenten keine Rolle spielen.


Von Peter Nowak|TELEPOLIS

“Elternkongress – Was brauchen Familien in Berlin?” Das sind die Themen die aktuell den Landesverband der Grünen umtreiben. Doch es gab auch eine Zeit, als die Grünen noch jung waren und Familien als repressive Verlängerungen der Staatsmacht galten. Damals ging es um die Befreiung der Sexualität und manche wollten dabei möglichst alle Altersgrenzen aufheben. Damit müssen sich die Grünen zurzeit wieder beschäftigten.

Heute wurde in Berlin ein Bericht vorgestellt, den Franz Walter vom Göttinger Institut für Demokratie verfasst hat. Der Tagesspiegel gab in einem Vorabbericht den Ton vor:

In der Alternativen Liste, der Vorläuferorganisation des Berliner Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen, hat es massiven sexuellen Missbrauch von Kindern gegeben. Das ist das Fazit eines Berichts, den die Landesvorsitzenden Bettina Jarasch und Daniel Wesener am Mittwoch vorstellen wollen.

“Bis zu 1000 Opfer” sexueller Gewalt bringt der Tagesspiegel ins Gespräch.

Auch bei Neuauflage der Debatte wenig Differenzierung

Wenige Stunden nach dem Erscheinen des Artikels schrieb der Grüne Landesverband Berlin in einer Richtigstellung:

Diese Angabe im Tagesspiegel findet sich weder im Bericht wieder noch entspricht sie dem Kenntnisstand der Kommission. Die Zahl wurde bei einer Veranstaltung der Böll-Stiftung am 26. März zur Aufarbeitung auf Bundesebene von einem Berliner Kommissionsmitglied genannt, war aber eine spekulative Aussage über mögliche Opfer, die es damals in Berlin und im Umfeld der Grünen gab. Bereits am 27. März haben wir dies gemeinsam mit dem Kommissionsmitglied richtiggestellt.

Nun war die Zuspitzung in dem Tagesspiegel-Bericht sicher kein Zufall. Einer der Autoren ist der Journalist Christian Füller, der in den letzten Jahren mit Artikeln hervorgetreten ist, in denen er sich vehement gegen Versuche wandte, die Entkriminalisierung von Sexualität bei Jugendlichen und Kindern als eine politisch umstrittene, aber diskutierbare Forderung anzunehmen, bei der es Pro- und Contraargumente gibt.

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US-Geheimdienst gibt Bin-Laden-Dokumente frei

Bin Laden am 07.Oktober 2001. Interview mit dem Sender al-Jazeera. Bild: aim.org

Angst vor Entdeckung und tiefe Risse innerhalb des Terrornetzwerk: Dokumente des US-Geheimdienstes aus Bin Ladens Versteck in Pakistan geben Einblick in das Leben des Al-Qaida-Gründers im Untergrund.


DIE WELT

Bis zum Schluss wollte er die USA mit einer neuen, groß angelegten Attacke aus der muslimischen Welt vertreiben: Vier Jahre nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden haben die US-Geheimdienste mehr als hundert Dokumente freigegeben, die überraschende Einblicke in seinen Gemütszustand und seine Ziele gewähren und tiefe Risse in dem Terrornetzwerk zeigen.

Die in Bin Ladens pakistanischem Versteck gefundenen Dokumente wurden am Mittwoch für die Öffentlichkeit freigegeben. Der Fokus der Al-Qaida-Aktivitäten “sollte darauf liegen, die US-Bevölkerung und ihre Vertreter zu ermorden und zu bekämpfen”, heißt es in einem Dokument, das die Nachrichtenagentur AFP vorab einsehen konnte.

Die einzige Möglichkeit, die US-Außenpolitik zu beeinflussen, seien Angriffe, schreibt er an anderer Stelle. Dadurch sollten die USA gezwungen werden, “die Muslime in Ruhe zu lassen”. Die US-Spezialeinheit Navy Seals hatte bei ihrem Zugriff in Abbottabad am 2. Mai 2011 Tausende Dokumente gefunden.

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YouTube darf Mohammed-Film wieder zeigen

Bild: youtube

Bild: youtube

Nach der Urheberrechtsklage einer Schauspielerin durfte das islamkritische Video „Innocence of Muslims“ nicht mehr auf der Videoplattform YouTube gezeigt werden. Jetzt erlaubte ein Berufungsgericht die Ausstrahlung erneut.


pro Medienmagazin

Das Video sorgte 2012 für weltweiten Aufruhr: der islamkritische Clip „Innocence of Muslims“ (Unschuld der Muslime). Er zeigt Mohammed als Frauenheld und als Mörder. YouTube darf nach einer Gerichtsentscheidung am Montag das Video wieder zeigen, meldet die New York Times.Die Videoplattform sei fälschlicherweise dazu bewegt worden, den Spot von der Seite zu nehmen.

Nachdem die mitwirkendene Schauspielerin Cindy Lee Garcia zunächst eine einstweilige Verfügung beantragt hatte, ordnete ein US-Gericht an, das Mohammed-Video zu löschen. Nach erster Ablehnung eines Bezirksgerichts, wurde dem Antrag in Berufung stattgegeben. Garcia habe urheberrechtliche Ansprüche und YouTube müsste die Inhalte mit ihren Auftritten löschen.

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Sterbehilfe und christliche Intelligenzallergie

sterben

“Dörflinger und Sensburg verweisen zu Recht darauf, dass eine Ausnahmeregelung für den durch Angehörige und Ärzte assistierten Suizid einen völlig neuartigen Erwartungs- und Entscheidungshorizont am Lebensende eröffnen würde.”


Von Dr. Axel W. Bauer|kath.net

Die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger und Patrick Sensburg haben einen Gesetzentwurf zum geplanten § 217 StGB vorgelegt, der sehr zu begrüßen ist. Durch diesen Entwurf sollen Anstiftung und Beihilfe zum Suizid ausnahmslos unter Strafe gestellt werden. Insbesondere soll es keine Ausnahmen und Privilegien für Angehörige und Ärzte geben.

Dörflinger und Sensburg verweisen zu Recht darauf, dass eine Ausnahmeregelung für den durch Angehörige und Ärzte assistierten Suizid einen völlig neuartigen Erwartungs- und Entscheidungshorizont am Lebensende eröffnen würde. Wenn lebenserhaltende Therapie und Tod als gleichwertige Alternativen gesehen würden, so würde der Patient, der sich für die Lebenserhaltung entschiede, den Angehörigen und der Gesellschaft gegenüber dafür begründungspflichtig. Mit seiner Entscheidung verursachte er in der Folge nämlich weitere Kosten für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung und belastete dadurch seine Familie. Das Leben wäre nur noch eine von zwei möglichen Alternativen, zwischen denen er entscheiden soll. Dieser Erwartungs- und Entscheidungshorizont eröffnet sich für den Betroffenen in einer gesundheitlichen Lage, in der er schwach und an der Grenze seiner Entscheidungsfähigkeit angelangt ist.

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Lifelong Republican Turns On His Party, Embraces Obamacare

Luis Lang’s photo on his crowdfunding campaign CREDIT: GoFundMe

Luis Lang, who is currently crowdfunding for medical expenses that he can’t afford because he didn’t sign up for insurance under Obamacare, has become a viral sensation. However, the 49-year-old South Carolina resident says he doesn’t want to be the poster child for the Republican Party’s opposition to health care reform anymore.


By Tara Culp-Ressler|ThinkProgress

At the end of last week, the Charlotte Observer reported that Lang, a lifelong Republican who’s previously prided himself on covering his own medical bills, can’t afford to pay thousands of dollars to treat an issue stemming from his chronic diabetes. Lang is suffering form bleeding in his eyes and a partially detached retina, which will cause him to go blind if left untreated. So he set up a GoFundMe page to solicit $30,000 in donations to cover a costly surgery that will save his vision.

Since then, the story has been picked up in left-leaning outlets across the country and covered in nationally syndicated newspaper columns. Obamacare supporters flocked to Lang’s GoFundMe page to urge him to change his mind about the health law.

In an interview with ThinkProgress, Lang joked that he might be the most hated Republican in the country right now. But he also said that, thanks in part to a flood of media attention that led him to learn more about health care policy, he doesn’t identify with the GOP anymore.

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Mehr Antisemitismus unter Muslimen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte vor Anitsemitismus im muslimischen Umfeld Foto: pro/Lutz

CDU-Politiker haben am Mittwoch in Berlin einen zunehmenden Antisemitismus unter muslimischen Zuwanderern scharf verurteilt. Das Innenministrium wolle verstärkt gegen islamistische Judenfeinde vorgehen, sagte Innenminister Thomas de Maizière.


pro Medienmagazin

Der Innenminister sprach im Rahmen der Unionsfraktionstagung „Jüdisches Leben in Deutschland – Ist es gefährdet?“ im Deutschen Bundestag. De Maizière warnte: Im vergangenen Jahr hätten antisemitische Straftaten um 25 Prozent zugenommen. „Dieser Anstieg ist massiv“, sagte der Minister. In über 80 Prozent der Fälle seien die Straftaten rechtsextremistisch motiviert, es gebe sie aber auch im linken Milieu und auch im muslimischen Kontext. So sei auf manchen Schulhöfen „Jude“ ein gängiges Schimpfwort. De Maizière forderte eine „entschlossene Null-Toleranz-Politik“ gegen Antisemitismus.

Hinter islamistischem Antisemitismus stünden Organisationen wie die Hisbollah, Hamas oder auch Salafisten. Die Zahl der sogenannten Gefährder im deutschen Raum mit salafistischem Hintergrund sei noch nie so hoch gewesen wie derzeit. In den vergangenen drei Jahren habe sie sich verdoppelt. De Maizière kündigte an, verstärkt gegen antisemitische Gruppen vorzugehen. Zudem müsse das Phänomen Antsemitismus besser untersucht werden. Präventions- aber auch Aussteigerprogramme will er ebenfalls gestärkt sehen. „Wir müssen darüber nachdenken, ob wir gegen neue Formen des Antisemitismus, etwa im Internet, nicht auch neue Formen der Prävention finden müssen“, sagte er.

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X37-B, the Military’s Secretive Space Drone, Is Going Back Into Orbit

NASA

NASA

The military’s highly secretive, miniature space plane is set to return to space Wednesday to continue doing its secret experiments. But for the first time in its history, we actually know a little bit about some of the missions the X-37B will carry out.


By Jason Koebler|MOTHERBOARD

Most recently, the X-37B spent 22 months orbiting Earth, where it was testing “advanced guidance, navigation and control, thermal protection systems, avionics, high temperature structures and seals, conformal reusable insulation, lightweight electromechanical flight systems, and autonomous orbital flight, re-entry, and landing,” according to the Air Force.

Specifics on any of those missions have been classified, and Air Force Space Command has repeatedly turned down any opportunity to talk more about the mission.

The good news is that, finally, the Air Force has dropped some hints about what it’ll be testing this time. The Air Force said that it will carry Hall thrusters, a type of ion-based propulsion that uses noble gases to efficiently move a spacecraft around in orbit.

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Ruptured Pipeline Leaks 21,000 Gallons of Oil Near Santa Barbara

Photo: Deepwater Horizon Incident Image Gallery

A clean-up operation was beginning Wednesday after a ruptured pipeline near Santa Barbara leaked an estimated 21,000 gallons of crude oil Tuesday.


By Matt Hamilton, Javier Panzar and Joseph Serna|LA Times

A 21,000-gallon oil spill on the Santa Barbara County coast is the latest reminder of the inherent risks of mixing industry and economy with nature, local politicians and environmental groups say.

The rupture occurred Tuesday afternoon on an 11-mile-long underground pipe owned by Houston-based Plains All American Pipeline and spilled the equivalent of 500 barrels of crude. The pipeline is part of a larger oil transport network centered in Kern County and was moving oil between facilities in Las Flores and Gaviota.

The U.S. Coast Guard launched a cleanup effort at sunrise, launching aircraft to assess the size of the spill and where it could go.

Tuesday night the spill had affected four miles of beach from just west of El Refugio State Beach toward El Capitan State Beach.

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Evolution: Neuer Stammbaum der Schlangen berechnet

Nachts auf der Jagd nach grosser Beute: So stellen sich Evolutionsbiologen der Yale-Universität die Urschlange vor. (Bild: Julius Csotonyi)

Winzige Hinterbeine und nachts auf Jagd nach grosser Beute – so stellen sich Forscher die Urschlange vor. Sie soll vor etwa 128 Millionen Jahren in warmen Waldgebieten gelebt haben.


Neue Zürcher Zeitung

Schlangen sind vermutlich doch an Land und nicht im Wasser entstanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Yale-Universität in New Haven im US-Gliedstaat Connecticut. Der Urahn heutiger Schlangen war demnach ein nächtlicher Jäger in Waldgebieten, der relativ grosse Beute verschlang und winzige Hinterbeine hatte.

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschafter die Gene, die Anatomie oder Fossilien von 73 lebenden und ausgestorbenen Schlangen- und Echsenarten. Aus den erhobenen Daten erstellten sie dann einen Stammbaum. Das Team um Allison Hsiang veröffentlichte die Studie im Online-Journal «BMC Evolutionary Biology».

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