Theologe vermisst Erbe Luthers – Antisemitismus?

Der Theologe Benjamin Hasselhorn fordert 500 Jahre nach der Reformation eine Rückbesinnung auf den Kern des Luthertums. „Ich habe den Eindruck, viel von Luther ist nicht mehr übrig in der evangelischen Kirche“, sagte der 30 Jahre alte Theologe am Freitag auf der Leipziger Buchmesse.

evangelisch.de

Das Reformationsjubiläum 2017 sei eine Chance zu fragen, was vom Erbe des Reformators Martin Luther (1483-1546) „in die Zukunft trägt“. Hasselhorn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Kurator der Nationalen Sonderausstellung 2017 in Wittenberg und Autor des Buches „Das Ende des Luthertums?“

Seine große Sorge sei, dass die Zahl der Kirchenbesucher weiter sinke, fügte Hasselhorn hinzu: „Ich kenne niemanden in meiner Generation, der ernsthaft in der Kirche engagiert ist.“ Der Grund für diese Krise sei nicht das Versagen einzelner Personen, sondern er liege in der Geschichte des Protestantismus begründet.

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Katholische Verbände: Ganzkörperschleier Symbol einer Gegenkultur

Kenza Drider, snapshot brightsblog, Themenbild
AKV wie Regierung für umfassendes Verbot von Vollverschleierung im öffentlichen Raum – Präsident Kukacka: Ganzkörperverschleierung in Widerspruch zu offener Gesellschaft, Gleichstellung der Frau und Menschenwürde.

kath.net

Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) Österreichs hat ihre Forderung nach einem umfassenden Verbot der Ganzkörperverschleierung erneuert. Man sehe in der Vollverschleierung das „Symbol einer Gegenkultur, die religiöse Anweisungen und Traditionen vor rechtsstaatliche Grundsätze stellt“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichen Resolution des Dachverbands mehrerer katholischer Laienorganisationen. „Es wäre deshalb fahrlässig und ein Zeichen falsch verstandener Toleranz, dieses Symbol ohne deutlichen Widerspruch zu akzeptieren“, wird darin festgehalten. Ein Verbot von Burka und Nikab sei „moralisch gerechtfertigt und rechtlich sinnvoll“, betonte AKV-Präsident Helmut Kukacka. Vollverschleierung im öffentlichen Raum könne „gesellschaftlich nicht akzeptiert“ werden.

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„Unmöglicher“ Exoplanet widerspricht gängigen Entstehungstheorien

foto: eso and a.m. lagrange/université grenoble alpes Die ESO-Aufnahme zeigt die Materiescheibe um den Stern HD 106906 (links unten) und den Gasriesen mit elffacher Jupitermasse in der rechten oberen Ecke.
HD 106906b umkreist seinen Stern in gewaltiger Distanz. Nun zeigt sich, dass das Objekt wohl auch dort draußen geboren wurde

derStandard.at

Eine Welt, die „eigentlich nicht existieren dürfte“: So bezeichneten die Astronomen einen jungen Exoplaneten in rund 300 Lichtjahren Distanz, der 2013 im Sternbild Kreuz des Südens entdeckt wurde. Was den Himmelskörper mit der Bezeichnung HD 106906b so besonders macht, ist nicht etwa seine Größe – und die ist mit der rund elffachen Jupitermasse tatsächlich enorm – sondern die außergewöhnliche Entfernung, in der er sein Zentralgestirn umkreist: 650 Astronomische Einheiten (also der 650-fache Abstand zwischen Erde und Sonne) ist dessen Orbit weit; für eine vollständige Umrundung benötigt der Gasriese etwa 1.500 Jahre.

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„Allah schickt dich in die Hölle“: Prediger will Muslime bekehren

Die Missionare verteilen Bibeln an Passanten. (Symbolbild) dpa/S. Widmann
In der Stuttgarter Innenstadt sorgt ein selbsternannter christlicher Prediger für Unruhe. Er will Muslime missionieren, indem er Bibeln in arabischer Sprache verteilt und den Islam in seinen Reden verteufelt. Die Aktion schürt Konflikte, Polizei und Kultusministerium sind alarmiert.

FOCUS ONLINE

„Allah schickt dich in die Hölle“ – solche und ähnliche Sätze fallen laut einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ in den Predigten des Mannes, der sich „Johannes“ nenne. Seinen richtigen Namen will er nicht preisgeben, auch Fotos dulde er nicht, heißt es weiter.

Seit einer Woche stehen „Johannes“ und einige seiner Glaubensbrüder in der Stuttgarter Innenstadt. Vorher waren sie schon in Duisburg und in Hannover, weitere Großstädte stehen auf dem Plan.

Vereinte Nationen werfen Israel Siedlungsbau vor

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Israel hat keine Schritte unternommen, den Siedlungsbau in Palästinensergebieten zu stoppen, kritisiert der Sondergesandte der Vereinten Nationen. Es missachtet damit eine Resolution des Sicherheitsrates.

Frankfurter Allgemeine

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow, hat Israel vorgeworfen, die Forderung des Sicherheitsrats nach einem Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten zu ignorieren. Seit Verabschiedung der Resolution vor drei Monaten habe die israelische Regierung „keine Schritte“ unternommen, um der Forderung nachzukommen, sagte Mladenow am Freitag in einem ersten Bericht an den Sicherheitsrat seit dem Votum.

Als besorgniserregend bezeichnete der Gesandte die jüngsten Pläne Israels, die „illegalen“ Siedlungsaktivitäten deutlich auszubauen. Gleichzeitig kritisierte er aber auch die palästinensische Gewalt gegen Israel.

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Wie Trump das Pariser Klima-Abkommen schon jetzt torpediert

Image: NBCNews/YouTube
Die neue US-Regierung tritt nun doch nicht aus dem Klimaschutzvertrag aus, zu kompliziert wäre das. Stattdessen will Trump die nationalen Verpflichtungen einfach nicht erfüllen – und kopiert damit die Strategie seines Vor-Vorgängers.

Von Michael Donhauser, Teresa Dapp | greenpeace magazin

In der westlichen Welt gibt es derzeit so ziemlich genau nur eine ernstzunehmende politische Kraft, die den Klimawandel als vom Menschen verursachtes Problem abstreitet: Die Republikanische Partei der Vereinigten Staaten. Pech für das Weltklima ist, dass die Republikaner die wichtigste Partei bei der Lösung des Problems wären. Sie stellen den US-Präsidenten und die Mehrheit im US-Kongress, bestimmen also die Politik der größten Volkswirtschaft der Welt. Klimaschützer sprechen von einer Politik des Zertrümmerns.

Denn die Regierung von Präsident Donald Trump tut derzeit alles, um den internationalen Klimaschutz zu torpedieren. Im Wahlkampf hatte Trump erklärt, er werde aus dem jahrelang mühsam verhandelten Pariser Klimaschutzabkommen austreten. Der Plan scheint jetzt ein anderer zu sein. Der offizielle Austritt wäre zu kompliziert, würde Jahre dauern und viel Lärm erzeugen. Stattdessen kündigt die US-Regierung an, ihre selbst auferlegten Verpflichtungen einfach nicht zu erfüllen.

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Brisante Studie: Amerikas Arbeiterklasse kollabiert

© AP Die Lebenserwartung weißer amerikanische Arbeiter geht zurück.
Die Lebenserwartung der Weißen in den Vereinigten Staaten, die höchstens einen Schulabschluss haben, ist dramatisch gesunken. Das Phänomen hat einen Namen: „Tod aus Hoffnungslosigkeit.“

Von Winand von Petersdorff | Frankfurter Allgemeine

Die Lebenserwartung der Weißen in den Vereinigten Staaten, die höchstens einen Schulabschluss haben, ist dramatisch gesunken. Das geht aus einer jetzt aktualisierten Studie des Forscherehepaars Anne Case und Angus Deaton hervor.

Die Weißen sterben demzufolge überproportional häufig an Ursachen, die Experten unter der Rubrik „Tod aus Hoffnungslosigkeit“ zusammenfassen. Zu dieser Kategorie gehören Selbstmord, Drogentod nach Überdosis oder an Krankheiten, die Alkoholmissbrauch folgen. Case und Deaton zufolge sinkt die Lebenserwartung der Gruppe seit dem Jahr 1999. Das ist eine dramatische Entwicklung angesichts der Tatsache, dass in nahezu allen Industrieländern über fast alle Bevölkerungsgruppen hinweg die Lebenserwartung stetig steigt.

„Leute bringen sich um, entweder langsam mit Alkohol und Drogen oder schnell mit einem Gewehr“, sagte die Princeton-Ökonomin Case in einem Radiointerview. Für die Altersgruppe zwischen 50 und 55 Jahren haben sich die Selbstmordraten seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

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Stellen Sie sich vor, es gäbe kein Universum

Andromeda Galaxie(M31) Bild: nasa/PD
Stellen Sie sich das Nichts vor! Los geht’s! Was sehen Sie? Ich sehe vor mir einen dunklen leeren Raum ohne Galaxien, Sterne und Planeten. Aber da wäre nicht nur keine Materie, da wäre auch weder Raum noch Zeit. Nicht einmal Dunkelheit. Und kein bewusstes Leben, welches das Nichts betrachten könnte. Einfach… nichts. Stellen Sie sich das vor! Es geht nicht.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Hier stellen wir uns die ultimative Frage: Warum gibt es überhaupt irgendetwas? Ich habe einige Antworten aus mehreren Quellen zusammengestellt, einschließlich eines 2013 erschienenen Buches von John Leslie und Robert Lawrence Kuhn, mit dem Titel The Mystery of Existence [Das Geheimnis der Existenz] (Wiley-Blackwell) und des Buches von Lawrence M. Krauss The Greatest Story Ever Told—So Far [Die größte Geschichte, die jemals erzählt wurde – bis jetzt] (Atria Books) von 2017.

Ein Nichts ergibt keinen Sinn. Es ist unmöglich, sich ein Nichts vorzustellen – nicht nur keinen Raum, keine Zeit, Materie, Energie, kein Licht, keine Dunkelheit, keine bewussten Wesen, um das Nichts wahrzunehmen, sondern nicht einmal das Nichts als solches. So gesehen ist die Frage im eigentlichen Wortsinn un(vor)stellbar.

Das Nichts ist etwas.

Es ist ein logischer Irrtum, über „Nichts“ zu sprechen als wäre es ein „Etwas“, das aufhört, zu existieren. Hier stoßen wir auf das Problem, zu definieren, was wir mit „Nichts“ meinen, und auf die Beschränkungen, welche die Sprache dem Problem auferlegt. Der bloße Vorgang des Sprechens über „Nichts“ macht es zu einem „Etwas“. Andernfalls – worüber sprechen wir überhaupt?

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Elf Personen entblößen sich vor ehemaligem KZ Auschwitz

Archivbild: Die historische Aufschrift im KZ Auschwitz – APA / dpa / Ulrich Haessler
Elf Frauen und Männer schlachteten am Eingang zzum ehemaligen KZ ein Schaf, entblößten sich, ketteten sich aneinander und filmten die Aktion mit einer Drohne. Sie alle wurden festgenommen.

Die Presse.com

Am Eingang zum früheren Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz haben sich am Freitag elf Frauen und Männer entblößt und aneinandergekettet, nachdem sie ein Schaf geschlachtet hatten. Wie das Museum des Lagers mitteilte, wurden alle Teilnehmer der Aktion festgenommen, unter ihnen auch ein Deutscher.

Laut einem örtlichen Fernsehsender filmten die Teilnehmer ihr Vorgehen mit Hilfe einer Drohne. Vertreter der Gedenkstätte und der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert.

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Saudischer Blogger Badawi: Nach Peitschenhieben nun 250.000 Euro Geldstrafe

Ensaf Haidar wurde wegen ihres Einsatzes für ihren Mann Raif Badawi schon mit mehreren Menschenrechtspreisen ausgezeichnet © DPA
Seit fast fünf Jahren sitzt der saudische Blogger Raif Badawi inzwischen in Haft. Nun ist klar, dass er auch die Geldstrafe aus seinem Urteil zahlen muss: rund 250.000 Euro. Wie es Badawi geht und welche Folgen die Strafe hat, sagt seine Frau Ensaf Haidar im stern-Interview.

stern.de

Montagmorgen begann mit einem Schock für Ensaf Haidar, Frau des in Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers Raif Badawi. Sie erfuhr, dass ihr Mann tatsächlich die Strafe von einer Million Saudi-Riyal bezahlen muss – umgerechnet fast 250.000 Euro. Die Geldstrafe war Teil seiner Verurteilung, wurde bislang aber noch nicht vollzogen. Nun hat Saudi-Arabien diesen Teil des Urteils gegen Badawi bestätigt, schreibt Haidar in einer Mail an den stern. „Raif war sehr aufgewühlt von dieser Nachricht und hat sich geweigert, das Papier zu unterschreiben, mit dem ihm diese Entscheidung mitgeteilt wurde.“ Dem stern beantwortet Ensaf Haidar per Mail Fragen zur Situation ihres Mannes.

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Deutschlands falsche Bescheidenheit in Israel

Angela Merkel mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Kanzleramt. (Foto: AFP)
Die Bundesrepublik genießt bei Israelis und Palästinensern größtes Ansehen. Trotzdem scheut Berlin jeden Versuch, sich vermittelnd einzusetzen. Das ist verständlich – aber nicht zeitgemäß.

Von Stefan Braun | Süddeutsche.de

An deutlichen Worten zum Nahostkonflikt hat es Angela Merkel am Freitag nicht fehlen lassen. Sie hat Israels Siedlungsbau kritisiert und von „sehr besorgniserregenden Entwicklungen“ gesprochen. Sie hat die Zwei-Staaten-Lösung als einzig vernünftige Alternative gepriesen und den engen Verbündeten Israel gemahnt, den derzeit eingeschlagenen Weg mit immer neuen Siedlungen aufzugeben. Andernfalls sei das Ziel seiner Staatsgründer, einen jüdischen und demokratischen Staat zu errichten, nicht mehr lange aufrecht zu erhalten.

Auch für die Palästinenser hatte Merkel strenge Worte parat. Israel in den Vereinten Nationen an den Pranger zu stellen, sei nicht der richtige Weg, um neues Vertrauen zu schaffen. Die Kanzlerin war deutlich, ohne einer Seite die alleinige Schuld zuzuweisen. Das war gut, es war richtig, es war eine angemessene Botschaft.

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Kirchenasyl: Ermittlungen gegen Pfarrerin eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat die Ermittlungen gegen die evangelische Pfarrerin Doris Otminghaus aus dem fränkischen Haßfurt eingestellt.

evangelisch.de

Die Behörde hatte gegen die Theologin wegen „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ in neun Fällen ermittelt, weil sie in ihrer Kirchengemeinde Kirchenasyl gewährt hatte und noch immer gewährt.

Die Staatsanwaltschaft teilte am Freitag mit, dass man nach Prüfung des Falles, „insbesondere der genauen Umstände des Handelns der Pfarrerin und ihrer Motivation“, von einer weiteren Strafverfolgung absehe – „trotz der bestehenden Strafbarkeit des Verhaltens der Pfarrerin“. Die Schuld sei im vorliegenden Fall als gering anzusehen, deswegen bestehe kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung.

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Spionageverdacht: Schweiz ermittelt gegen Türken

Schweizer Ankläger ermitteln wegen Spionageverdachts gegen Personen „im Umfeld der türkischen Gemeinde“. Das berichtet die Bundesanwaltschaft.

Frankfurter Rundschau

Sie habe einen konkreten Tatverdacht und deshalb ein Strafverfahren eröffnet. In den vergangenen Wochen hatten Politiker Alarm geschlagen, weil nach ihren Angaben Besucher von Türkei-kritischen Veranstaltungen in der Schweiz von unbekannten Teilnehmern gefilmt worden waren.

Dutzmann: Kirchliche Stimme wird in der Politik gehört

Der christliche Glaube spielt nach Einschätzung von Prälat Martin Dutzmann eine wichtige Rolle im politischen Alltag in Deutschland. „Was ich wahrnehme ist, dass die kirchliche Stimme gehört wird“, sagte der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der EU am Donnerstagabend in Wuppertal.

evangelisch.de

Diese kirchliche Stimme müsse im politischen Alltag aber „anschlussfähig“ sein. Schließlich gehe es bei den Entscheidungen auch um Menschen, die nicht dem christlichen Glauben angehörten.

Auf einer Veranstaltung zum Thema „Gelebte Reformation“ warb Dutzmann dafür, mehr in der Bibel zu lesen: „Es ist ein Schatz, den wir da haben.“ Die zehn Gebote seien für ihn wie ein beständiger „Stachel im Fleisch“, um die eigene Lebensweise zu überdenken. Dazu gehöre auch die Erkenntnis, dass die westliche Lebensweise mitverantwortlich dafür sei, dass Menschen in anderen Teilen der Welt sterben. Die Beschäftigung mit den zehn Geboten sei ein Aufruf dazu, diesen Missstand zu ändern.

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Drogenabhängige Papageien – eine Plage für indische Bauern

Sie sehen so niedlich aus. Doch für die Bauern in Indien sind Papageie derzeit ein riesengroßes Problem. (Symbolfoto) © Picture Alliance / Blickwinkel/O. Broders
Es hört sich wie ein Scherz an, ist für die Bauern in der indischen Region Neemuch aber ein riesengroßes Problem: Drogenabhängige Papageien plündern ihre Ernte.

stern.de

Die indische Region Neemuch im Norden des Landes ist vor allem für eine Sache bekannt: den Anbau von Opium. Sie gehört zu den größten Opium-Produzenten der Welt. Unter strengen Auflagen ist es Landwirten hier tatsächlich erlaubt, den Mohnsaft für medizinische Zwecke anzubauen. Dabei müssen die Bauern sich strikt an eine vereinbarte Liefermenge halten. Denn Verluste können sie die Lizenz kosten.

Dabei spielt es keine Rolle, wie diese Verluste zu erklären sind, auch nicht wenn drogensüchtige Papageien dafür verantwortlich sind. Und das ist das derzeitige Problem der Landwirte in dieser Region. „Es ist schwierig, diese Papageien zu kontrollieren“, sagt ein Landwirt im Interview mit der britischen Zeitung „Mirror“.

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The US Is Bombing Syria So Much That Watchdogs Can’t Keep Up

Image: MOTHERBOARD
The sheer number of US Coalition airstrikes is diverting civilian casualty counters away from investigating Russian bombings.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

Allegations of civilian casualties as a result of United States coalition airstrikes in Iraq and Syria have swelled so much since January that airstrike watchdog Airwars can’t keep track. Unable to keep up with the number of bombings by both Russia and the United States coalition, the organization announced today that it no longer has the resources to carry out its typical investigations of Russian airstrikes, and is devoting its resources to the US-led coalition bombing campaign only.

Airwars, a civilian casualty monitor established by journalists in 2014, is now concentrating all of its detailed investigatory work, relied upon by NGOs, peace campaigners, and the media, on „an unprecedented number“ of alleged Coalition civilian casualty events.

For a small team, operating on an annual budget of less than $200,000, there just aren’t enough resources to continue the detailed assessment of alleged Russian actions in Syria, project leader Chris Woods told Motherboard over the phone today.

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Ehemaliger Innenminister verhinderte Durchsuchung beim Verfassungsschutz

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein auf dem Weg in Zeugenstand. Foto: Boris Roessler (dpa)
Der damalige hessische Innenminister Rhein stoppte im November 2011 eine unangekündigte Ermittlung zum NSU beim Verfassungsschutz Hessen. Im NSU-Ausschuss in Wiesbaden verteidigt er jetzt sein Vorgehen.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Der frühere hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) hat im November 2011 eine unangemeldete Durchsuchung des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) durch Mitarbeiter des Generalbundesanwalts (GBA) verhindert. Das hat Rhein am Freitag als Zeuge des hessischen NSU-Untersuchungsausschusses berichtet – und seine Haltung verteidigt.

Es sei „eine Frage der Höflichkeit und des mitteleuropäischen Umgangs“ unter Behörden, dass der Wunsch nach Akteneinsicht vorher angekündigt werde, sagte er in Wiesbaden. Anderenfalls müsse ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss vorliegen, was nicht der Fall gewesen sei. „Ich habe Wert darauf gelegt, dass das LfV nicht behandelt wird wie ein Beschuldigter in einem Strafverfahren“, sagte Rhein. Er beteuerte aber: „Es gibt keine Geheimnisse, schon gar nicht für den GBA.“

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Trump-Regierung bewilligt umstrittene Pipeline Keystone XL

Die US-Regierung unter Donald Trump bewilligt die umstrittene Pipeline Keystone XL, die Öl quer durch die USA bis nach Texas pumpen soll.

Frankfurter Rundschau

Das Außenministerium erklärt, das Projekt liege im nationalen Interesse der USA. „Das wird eine wunderbare Pipeline“, sagte Trump bei der Unterzeichnung der Bewilligung. Der Öltransport über eine Pipeline sei viel sicherer als auf anderen Wegen. Obama hatte das Projekt nach langem Streit gestoppt. Trump hatte die Wiederaufnahme per Dekret möglich gemacht. Obamas Klimapolitik setzte auf erneuerbare Energien, Trump will fossile Energieträger fördern.

„Ein Verzicht auf das Auto heißt, nicht mehr auf Kosten anderer zu leben“

Ein Jahr nach der Katastrophe ist der Fluss Rio Doce noch immer verseucht. Foto: picture alliance / NurPhoto
Im Buch „Imperiale Lebensweisen“ stellen der Politikwissenschaftler Markus Wissen und sein Kollege Ulrich Brand so ziemlich alles infrage, was unseren Alltag in der Wirtschaftsnation Deutschland ausmacht – unter anderem die Liebe zum Auto. Ein Interview über private Pkws und wie sie die Welt zerstören.

Interview Julia Huber | greenpeace magazin

In Ihrem Buch gehen Sie mit unserer Lebensweise hart ins Gericht. Was ist so schlimm am deutschen Lebensstil?

Markus Wissen: Erinnern Sie sich an den verheerenden Dammbruch vor zwei Jahren in Brasilien? In einem Eisenerzbergwerk in Mariana brachen zwei Rückhaltebecken, sechzig Millionen Kubikmeter schwermetallhaltigen Schlamms begruben ein Tal unter sich und verseuchten den Fluss Rio Doce. 16 Menschen starben, das ganze Ökosystem wurde zerstört. Diese Umweltkatastrophe hängt direkt mit unserer Lebensweise in Deutschland zusammen. Denn Deutschland importiert Eisenerz im großen Stil aus Brasilien – insbesondere für die Herstellung von deutschen Autos.

Sie sagen also, dass wir Deutschen eine Mitschuld an dem Unglück tragen?

Mit unserer Haltung als selbsternannte Auto-Nation, die jederzeit zu günstigen Bedingungen auf die nötigen Rohstoffe zugreifen möchte, fordern wir so etwas heraus. Aber es ist nicht nur die Herstellung von Autos, die massiven Schaden anrichtet, sondern natürlich auch deren Nutzung. Die CO2-Emissionen der Deutschen liegen bei etwa neun Tonnen pro Kopf und Jahr – es dürften aber nur zwei bis drei Tonnen sein, um den Klimawandel zu stoppen. Rechnet man unseren CO2-Ausstoß auf die gesamte Weltbevölkerung um, muss man sagen: Wenn alle so leben würden wie wir, dann wäre die Erde schon längst kollabiert.

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Deutschland: Soziale Statik gefährdet?

Bild: Eric Ward / CC BY-SA 2.0
Auszüge aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung: Die Grenzen der Versprechen der Leistungsgesellschaft

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Deutschland geht es gut, sagen die Erfolgszahlen, die eine gute Beschäftigungslage ausweisen, einen Haushaltsüberschuss und 1,5 Prozent Zuwachs der Nettolöhne seit 2015. Wirtschaftsforscher, wie Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, machen eine stabile Lage aus. „Wir bleiben ein Land der Mitte. Die Mittelschicht ist stabil und hat sich in ihrer Größe seit 2005 nahezu nicht verändert.“

Auch der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeichnet das Bild eines soliden Status quo: „Fast zehn Jahre nach Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise steht Deutschland solide da. Kontinuierliches Wirtschaftswachstum und die höchste Beschäftigtenzahl sind Ausdruck dieser ökonomischen Stabilität.“

Das ist die Oberfläche. Der Bericht selbst stellt, nicht als einziger und nicht zum ersten Mal, ein Gefälle fest: Die untere Hälfte der Haushalte verfüge nur über etwa ein Prozent des gesamten Nettovermögens, während die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens besitzen. Der Umfragen-Erfolg von Martin Schulz ist ein Indiz dafür, dass die soziale und wirtschaftliche Realität den „guten Nachrichten von der stabilen Lage“ (Michael Hüther) nicht unbedingt folgen.

Hinter der Phrase von der „sozialen Gerechtigkeit“ liegt Sprengstoff, ebenso hinter der Phrase „Leistungsgesellschaft“. Wenn die Versprechen nicht mehr funktionieren, kommt die Statik der Bundesrepublik ins Kippen, warnte neulich die gutbürgerliche Zeit, die sich anders als Michael Hüther Sorgen um den „schrumpfenden Mittelstand“ macht.

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