Unsere Esslust verschwendet Lebensmittel

Wie viele Lebensmittel werden durch übermäßiges Essen verschwendet? © wildpixel/ thinkstock

Wir essen zu viel: Das Wegwerfen von Lebensmitteln ist das eine, doch unsere Esslust ist ein mindestens ebenso großes Problem. Denn wir verzehren enorme Mengen an Lebensmitteln, die unser Körper gar nicht braucht. Statt anderen zur Verfügung zu stehen, werden diese Ressourcen dann zu Übergewicht. Forscher haben nun errechnet, dass das überschüssige Körpergewicht weltweit rund 140 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfall entspricht – für einen großen Teil davon sind Europa und Nordamerika verantwortlich.

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Während Menschen in großen Teilen der Welt regelmäßig Hunger leiden, landen in anderen Regionen tonnenweise Lebensmittel im Müll. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge werfen allein die reichen Industrieländer fast so viel Nahrung weg wie die gesamte Nettoproduktion Subsahara-Afrikas: rund 230 Millionen Tonnen pro Jahr. Weltweit fallen jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfall an.

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Alarmstufe Rot im Wald

Mehr Wald als gedacht. Bild: bb

Stürme, Trockenheit und Schädlinge setzen den Wäldern zu. Während hierzulande Hilfsmaßnahmen diskutiert werden, brennen in Sibirien die Urwälder ab. Und der amazonische Regenwald stirbt schneller denn je

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Seit dem vergangenen Jahr fielen in Deutschland rund 110.000 Hektar Wald Stürmen und Borkenkäfern zum Opfer. Allein 2018 und 2019 fielen 70 Millionen Festmeter Schadholz an. Dabei handelt es sich vor allem um vom Raupenfraß beschädigte und vom Sturm umgeknickte Bäume.

Um zu verhindern, dass die Insekten auch die Nachbarbäume befallen, müssen von Borkenkäfern geschädigte Fichten eigentlich schnell aus dem Wald entfernt werden. Doch dafür fehlen die Kapazitäten. So schätzt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) die Kosten für den Abtransport der Schadhölzer auf rund zwei Milliarden Euro.

Insekten und Pilze reagieren besonders schnell auf Klimaveränderungen. In den letzten 15 Jahren haben sich der Schwamm- und der Eichenprozessionsspinner explosionsartig vermehrt. In manchen Regionen fressen ihre Raupen Eichen und andere Laubbäume komplett kahl. Normalerweise wehrt sich die Fichte gegen die Käfer, indem sie Harz bildet. Dafür aber braucht sie ausreichend Wasser. Gibt es zu wenig davon, sterben die Bäume innerhalb weniger Wochen.

Für eine Wiederaufforstung, schätzen die Waldeigentümer, müssen etwa 300 Millionen Bäume nachgepflanzt werden. Das würde rund 640 Millionen Euro kosten. Um die geschädigten Wälder wieder aufzuforsten, Waldbestände zu erhalten und an den Klimawandel anzupassen, soll der Bund rund 800 Millionen Euro zahlen, forderten kürzlich Forstminister aus mehreren Bundesländern bei einem Treffen im sächsischen Moritzburg.

„Waldumbau“

Fünf Prozent der Waldfläche sollten vollständig der Natur überlassen werden, fordert Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Mit Hilfe eines Fonds im Umfang von einer Milliarde Euro soll der Waldumbau in den kommenden zehn Jahren finanziert werden. Der BUND setzt sich für die Kultivierung naturnaher Laubmischwälder ein, weil diese stabiler und widerstandsfähiger gegen Klimastress sind.

Gleichzeitig braucht es mehr Engagement beim Klimaschutz. Der Ausstoß an Treibhausgasen muss reduziert werden, sonst können die Maßnahmen zum Schutz der Wälder nicht greifen. Statt Geldgeschenke an Waldgroßbesitzer zu verteilen, so fordert Greenpeace, möge Agrarministerin Klöckner bitte mehr Druck beim Ausstieg aus Kohle und Verbrennungsmotor im Bundeskabinett ausüben.

Schließlich sei seit dem Beschluss des Kohle-Ausstiegs Ende Januar noch kein einziges Kohlekraftwerk abgeschaltet worden. Angesichts der Dringlichkeit in Sachen Wald kündigte Julia Klöckner einen „Nationalen Waldgipfel“ für September an.

Brennende Wälder in Sibirien

Auch woanders steht es mit dem Wald nicht zum Besten. So wüteten die Waldbrände in Sibirien in diesem Sommer besonders krass. In der russischen Taiga, Lebensraum für viele Tierarten wie Wolf, Elch, Bär und zahlreichen Vogelarten mit zentraler Bedeutung für das Weltklima, brennen alle Jahre wieder die Wälder.

Weil in den zumeist unzulänglichen Waldgebieten Löschungsarbeiten unökonomisch sind, ordnete die russische Regierung Löschungsarbeiten bei Bränden in den Vorjahren gar nicht erst an. Doch drei Millionen Hektar brennender Wald in der nördlichen Taiga – das sprengt den Rahmen aller bisherigen sibirischen Waldbrände.

Bereits im Frühjahr wüteten in der Region schlimme Wald- und Steppenbrände, bei denen auch Gebäude zerstört wurden. Im Juni folgte eine Rekordhitze. In vielen Regionen Sibiriens herrschten ungewöhnlich hohe Temperaturen von mehr als 30 Grad. Schließlich wurden ganze Regionen durch lange Regenfälle mit Hochwasser überschwemmt, bei denen Menschen starben und verletzt wurden.

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VG Aachen zum Widerstand im Hambacher Forst: Pro­test­camp muss geräumt werden

Bild: MaricaVitt, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Zuschnitt und Skalierung durch LTO

Das Protestcamp im Hambacher Forst muss geräumt werden. Das VG Aachen sprach der Dauerprotestveranstaltung den friedlichen Charakter ab und bestätigte eine Verfügung des Kreises, wonach baurechtliche Vorschriften verletzt seien.

Legal Tribune Online

Das Protestcamp von Besetzern im Hambacher Forst auf einer privaten Wiese neben dem Wald muss geräumt werden. Dies hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts (VG) Aachen am Freitag entschieden. Die Räumungsverfügung des Kreises Düren vom 7. November 2018, mit der dem Eigentümer des Grundstücks aufgegeben wurde, sämtliche bauliche Anlagen des Protestcamps, wie zum Beispiel Wohnwagen, Lehmhütten und Küchen, zu entfernen und keine neuen Anlagen zu errichten, sei nach summarischer Prüfung rechtmäßig (Beschl. v. 23.08.2019, Az. 5 L 1783/18).

Den Antrag hatte der Eigentümer eines Grundstücks im Hambacher Forst gestellt, das er der Protestbewegung zur Verfügung gestellt hat. Seit Jahren wehrt er sich schon gegen die Räumung, die sich auf das baurechtlich verankerte Verbot von Bauten im Außenbereich stützt. Das Wiesencamp ist eine Art Stützpunkt für die Protestbewegung mit Duschen, Solaranlage und Werkstatt.

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G7: Frankreich schiebt erneut kritischen Journalisten ab

Polizeikontrollen in Hendaye. Foto: Ralf Streck

Obwohl der freie Mitarbeiter von Radio Dreyeckland einen Prozess gegen seine erste Abschiebung gewonnen hat, wurde er wieder festgenommen und gefesselt im Flugzeug nach Stuttgart verfrachtet

Ralf Streck | TELEPOLIS

Der freie Mitarbeiter von Radio Dreyeckland (RDL) in Freiburg ist nun zum zweiten Mal in Frankreich festgenommen und am späten Donnerstag auf einer fragwürdigen rechtlichen Basis nach Deutschland abgeschoben worden, wie er nun gegenüber Telepolis bestätigt hat.

Mit der willkürlichen Maßnahme hat das französische Innenministerium unter Christophe Castaner nun doch verhindert, dass Luc (vollständiger Name der Redaktion bekannt) sich am Gegengipfel im französisch-baskischen Hendaye und im spanisch baskischen Irun beteiligen und über den G7-Gipfel berichten kann, der am Samstag im Seebad Biarritz beginnen wird.

Der Freiburger wurde erneut fast 24 Stunden inhaftiert, nachdem er bei seiner Anreise festgenommen worden war, erklärte er gegenüber Telepolis. Der Kontakt zu ihm war in dieser Zeit unterbrochen, weshalb seine erneute Inhaftierung befürchtet werden musste. Die Recherchen des Autors dieses Beitrags bei französischen Behörden hatten deshalb am Donnerstag ergeben, dass er am Mittwoch gegen 22 Uhr in St. Jean de Luz festgenommen worden war („BKA und Verfassungsschutz agieren als Gesinnungspolizei“).

Ein „rein administrativer Vorgang“ …

Nach Angaben der Behörden war aber nicht klar, ob er tatsächlich erneut nach Deutschland abgeschoben werden darf. Bei der französischen Polizei sprach von einem „rein administrativen Vorgang“, während französische Medien schon seine Abschiebung verkündet hatten.

Luc war extra nicht mit dem Zug durch Hendaye gefahren, wo es augenblicklich wegen des G7 ein großes Aufgebot an Polizei- und Sicherheitskräften gibt, um den vielen Kontrollen dort auszuweichen. Er wollte von St. Jean de Luz aus ins Protestcamp fahren, das zwischen den beiden baskischen Gemeinden liegt. Nachdem er gefesselt wie ein Krimineller per Flugzeug nach Stuttgart abgeschoben war, meldete er sich am späten Donnerstag wieder telefonisch.

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«Der andere Blick»: Kramp-Karrenbauers Stern sinkt schneller, als man zuschauen kann

Die CDU-Zentrale entwickelt sich zum Reparaturbetrieb für verunglückte Äusserungen der Chefin. Annegret Kramp-Karrenbauer stolpert von einem Missverständnis zum nächsten. Doch wer Kanzlerin werden will, muss kommunizieren können.

Eric Gujer | Neue Zürcher Zeitung

Selbstverständlich hatte Annegret Kramp-Karrenbauer nie die Absicht, den ehemaligen Geheimdienstchef Hans-Georg Maassen aus der CDU auszuschliessen. Und selbstverständlich hatte sie nie die Absicht, das Internet zu zensieren, nur weil im Netz ein erfolgreiches Anti-CDU-Video kursierte. Das waren Missverständnisse. Die Parteivorsitzende tickt viel zu pragmatisch, um sich ein langwieriges Ausschlussverfahren ans Bein zu binden oder auch nur einen Gedanken an die Beschränkung der Meinungsfreiheit zu verschwenden. Ihr Problem ist, dass sie ständig solche Missverständnisse produziert. Die CDU-Zentrale entwickelt sich zum Reparaturbetrieb für verunglückte Äusserungen der Chefin.

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Kanada: Erzapostel verurteilt öffentliche ‚schwarze Messe’

Die atheistische Organisation ‚The Satanic Temple’ hat zur ersten öffentlichen ‚schwarzen Messe’ Kanadas geladen. Jede Verwicklung in okkulte Praktiken kann ein Tor in das Reich des Bösen öffnen, warnt der Erzbischof.

kath.net

Terrence Prendergast, der Erzbischof von Ottawa (Kanada), hat eine für Samstag angesetzte „satanistische schwarze Messe“ als schändlich und abscheulich verurteilt.


Die Organisation „The Satanic Temple“ hat für den 17. August die erste öffentliche schwarze Messe in einer Heavy-Metal Bar in Ottawa angesetzt. Organisator Nicholas Marc hat 50 Eintrittskarten zu je 20 Dollar angeboten.

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Erneut massives Amselsterben durch Usutu

Diese Amsel starb an einer Infektion mit dem Usutu-Virus. Seit Anfang 2019 wurden in Deutschland schon 9.000 solcher Fälle gemeldet. © NABU/ Michael Beusch

Tropenvirus breitet sich aus: In Deutschland sterben immer mehr Amseln am Usutu-Virus – einem aus den Tropen stammenden Erreger, der von Mücken übertragen wird. Bis Mitte August wurden bereits 9.000 tote oder kranke Vögel gemeldet – dies ist gut zehnmal mehr als im letzten Jahr um diese Zeit, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) berichtet. Inzwischen ist zudem kein Bundesland mehr Usutu-frei.

scinexx

Immer häufiger kommt es vor, dass Stechmücken und andere Blutsauger auch in Deutschland tropische Erreger übertragen. Denn durch den Klimawandel breiten sich bei uns wärmeliebende Blutsauger wie die Tigermücke oder die Hyalomma-Zecke aus, die im Gegensatz zu unseren heimischen Arten effektive Überträger von tropischen Erkrankungen sind. Unter Vögeln und vor allem Amseln grassiert dadurch schon seit 2011 das Usutu-Virus. Infizierte Vögel wirken krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage.

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Regierung hält am Verbot von Eizellspende fest

Können sich zwei Frauen die Mutterschaft teilen – darf ein Kind eine genetische und eine andere biologische Mutter haben? Nein, sagt die Bundesregierung. Das sei nicht um „Interesse des Kindeswohls“. 

DOMRADIO.DE

Die Bundesregierung will an dem im Embryonenschutzgesetz verankerten Verbot der Eizellspende festhalten. Mit der Grundsatzentscheidung von 1991 habe der Gesetzgeber „im Interesse des Kindeswohls die Eindeutigkeit der Mutterschaft“ gewährleisten wollen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Die FDP setzt sich für eine Freigabe der Eizellspende und der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft ein.

Mutterschaft soll eindeutig bleiben

Eine gespaltene Mutterschaft zwischen genetischer und biologischer Mutter würde dazu führen, dass zwei Frauen Anteil an der Entstehung des Kindes hätten, hieß es in der Begründung der Bundesregierung.

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Theologe schreibt über „Fake News“ rund um die Bibel

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Durch soziale Medien wie Twitter haben Falschmeldungen heutzutage Konjunktur. Doch auch schon vor 2.000 Jahren gab es Autoren, die „Fake News“ verbreiteten. Einen Faktencheck der Bibel hat der Theologe Simone Paganini vorgenommen.

Christine Süß-Demuth | evangelisch.de

Der Wahrheitsgehalt der biblischen Aussagen beschäftigt Gläubige und Wissenschaftler seit Jahrhunderten. Jetzt hat der katholische Theologe Simone Paganini (Aachen) das Buch der Bücher augenzwinkernd einem Faktencheck unterzogen. Über die Falschmeldungen der Bibel berichtet er in seinem Buch „Von Evas Apfel bis Noahs Stechmücken“. Es ist an diesem Montag (19. August) im Freiburger Herder-Verlag erschienen.

Was Bibelwissenschaftler schon lange wissen, will Paganini auch den Laien verdeutlichen: Die meisten biblischen Texte seien weder historisch zu verstehen, noch sollen sie naturwissenschaftliches Wissen vermitteln, schreibt er. Dies werde aber noch zu zögerlich wahrgenommen, kritisiert der Theologe. So gebe es auch heute noch viel Menschen, die auf „der absoluten Wahrheit der Bibel beharrten“ und andere, die der Bibel jeglichen Wahrheitsgehalt absprächen. Beide hätten Recht und Unrecht zugleich.

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Brennender Regenwald in Brasilien: Deutschland und Frankreich stellen Freihandelsabkommen in Frage

Der brennende Regenwald im Amazonas-Gebiet.Foto: Christian Niel Berlinck/dpa

Ohne Garantien für den Regenwald sei das Abkommen mit Brasilien nicht verantwortbar, sagt Umweltministerin Schulze. Macron kündigt an, den Vertrag abzulehnen.

Claudia von Salzen | DER TAGESSPIEGEL

Angesichts massiver Waldbrände im Amazonas-Regenwald stellen Deutschland und Frankreich das gerade ausgehandelte Freihandelsabkommen mit Brasilien und anderen südamerikanischen Staaten in Frage. „Ein Mercosur-Handelsabkommen ohne Schutzgarantien für den Regenwald ist nicht verantwortbar“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem Tagesspiegel.

Frankreich drohte am Freitag ebenfalls damit, den Vertrag zu blockieren. Präsident Emmanuel Macron sei zu dem Schluss gekommen, dass der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro ihn über seine Absichten beim Umweltschutz „belogen“ habe, sagte ein ranghoher Mitarbeiter Macrons am Freitag. „Unter diesen Bedingungen wird Frankreich das Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form ablehnen.“

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Apostel Bätzing: Segensfeiern für Homosexuelle „im Moment“ nicht möglich

„Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr“: Limburgs Oberhirte Georg Bätzing nennt seine Gründe, momentan keine Schwulen und Lesben zu segnen.

katholisch.de

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hält Segensfeiern für homosexuelle Paare derzeit nicht für möglich. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag) berichtete, antwortete Bätzing bei einer Diskussionsveranstaltung im hessischen Oestrich-Winkel auf die Frage, ob er bereit sei, Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare zu veranstalten: „Das kann ich im Moment nicht tun.“ Er ergänzte, dass diese Frage im Bistum diskutiert werde.

Spaltung vermeiden

Bätzing begründete seine Ansicht damit, dass Segensfeiern für schwule oder lesbische Paare der Haltung seiner Kirche widersprächen. „Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr, weil der Heilige Vater sagt, dass der Bischof nicht mehr die Verbindung zur Kirche hat“, so Bätzing laut FAZ. Eine solche Spaltung wolle er vermeiden.

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Wie die Tigermücke nach Europa kam

Die Asiatische Tigermücke kommt längst nicht mehr nur in ihrer einstigen Heimat vor. © James Gathany/ CDC

Exotischer Eindringling: Die eigentlich in Asien heimische Tigermücke ist längst auch bei uns Dauergast. Genanalysen enthüllen nun, wie der Blutsauger einst nach Europa kamen. Demnach wurden die Mücken mehrmals unabhängig voneinander aus unterschiedlichen Regionen eingeschleppt, unter anderem aus China und den USA. Zur rasanten Verbreitung der potenziellen Krankheitsüberträger hat dabei maßgeblich der Mensch beigetragen.

scinexx

Mit dem milder werdenden Klima etablieren sich zunehmend exotische Stechmücken in Europa. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus): Dieser Blutsauger stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Region Süd- und Südostasiens, hat sich inzwischen jedoch fast weltweit verbreitet.

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Bislang unbekanntes Amri-Video vom Tatort wirft Fragen auf

Ein neu aufgetauchtes Handyvideo zeigt den Tatort kurz nach dem Attentat vom 19. Dezember 2016 Quelle: dpa

Bereits im März 2018 wollte der Amri-Untersuchungsausschuss ein Video vom Tatort des Weihnachtsmarkt-Anschlags in Berlin einsehen. Doch erst jetzt liegen die Aufnahmen vor. Ausschussmitglied Konstantin von Notz übt Kritik.

WELT

Es sind verwackelte Bilder, Sekunden nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz entstanden. Aufnahmen direkt von dem Tatort eines Terroranschlags, doch der dafür zuständige Untersuchungsausschuss hat sie erst jetzt zu sehen bekommen.

Das berichten exklusiv der Sender rbb und sein Politikmagazin „Kontraste“, denen die Aufnahmen vorliegen. Das 34 Sekunden dauernde Video in schlechter Aufnahmequalität wurde bereits im März 2018 vom Untersuchungsausschuss angefordert, so wie andere Beweismittel auch. Doch erst seit Anfang August dieses Jahres haben die Abgeordneten die Möglichkeit, dieses und weitere Videos einzusehen.

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Militarisierung des Alltags

Grafik: TP

Ab 1. Januar 2020 können Soldaten in Uniform kostenlos mit der Deutschen Bahn reisen. Probleme sind das neue Gesicht des Militarismus und die erheblichen Demokratiedefizite, die sich bei dieser kleinen Innovation zeigen

Timo Rieg | TELEPOLIS

Es ist natürlich kein Problem, dass Soldaten mit dem Zug fahren. Ihre Dienstkleidung wird man ihnen nicht verbieten können, jeder darf zum Glück bisher so reisen, wie er mag. Es ist auch in Ordnung, wenn ihnen der Arbeitgeber ein Job-Ticket spendiert, dessen geldwerten Vorteil sie wie andere Bürger in vergleichbaren Fällen versteuern (was bei Soldaten wie schon bisher bei den gratisreisenden Polizisten allerdings nicht vorgesehen ist – Kramp-Karrenbauer sähe dies offenbar als „steuerlichen Nachteil“). Das Ministerium spricht von vier Millionen Euro zusätzlich, die die neue Freizügigkeit kosten soll – darüber allein gäbe es wohl wenig zu diskutieren.

Problematisch ist hingegen die politische Begründung für die neue Form der Freifahrtscheine: Das Militär soll in der Öffentlichkeit sichtbarer werden. Bisher fahren die meisten Soldaten im Zug zivil(isiert) gekleidet – neben der obligatorisch kurzen Haarpracht verrät nur manche der fleckentarnfarbene Rucksack, und natürlich sind wie zu Zeiten der Wehrpflicht die Pulks junger Männer auffällig, die an den mit Kasernen beglückten Orten ein- oder aussteigen.

Künftig sollen diese Soldaten aber in Uniform reisen. Der ehemalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte dazu: „Soldaten in Uniform in unseren Zügen schaffen mehr Sicherheit.“

Damit setzt sich die Militarisierung des Alltags fort. Im letzten Wahlprogramm von CDU und CSU hieß es dazu schon unheilsschwanger:

In besonderen Gefährdungslagen werden wir die Bundeswehr unter Führung der Polizei unterstützend zum Einsatz bringen. Dabei wollen wir zunächst den bestehenden Rechtsrahmen ausschöpfen. Bei der Abwehr eines besonders schweren Terrorangriffs kann die Polizei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten kommen. Die Bundeswehr soll dann die Polizei unterstützen. Solche Einsätze unter Leitung der Polizei müssen regelmäßig geübt werden.

Da kann man es nicht mehr nur als übliche Provokationslust abtun, dass AfD-Politiker bereits fordern, Soldaten sollten wie Polizisten bei ihren privaten Bahnreisen bewaffnet sein. Soldaten als Autoritätspersonen, die künftig auch außerhalb ihrer Kasernen herumkommandieren, wenn ihnen das zur Stärkung des Sicherheitsgefühls einzelner geboten scheint? Vermutlich wird es bald nicht mehr als Ulk gelten, wenn Bürger vor den jungen Soldaten am Bahnhof salutieren.

Und damit sind wir beim eigentlichen Problem des augenscheinlich kleinen Geschenks: beim großen Demokratiedefizit, das sich hier auf beiden Verhandlungsseiten offenbart.

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Quantenverschränkung über 150 Millionen Kilometer

Forscher haben erstmals Photonen von der Sonne mit Photonen aus einem irdischen Labor verschränkt und zur Quanteninterferenz gebracht. © C.-Y. Lu and L.-C. Peng/HFNL

Kosmische Kopplung: Physiker haben erstmals Photonen aus der Sonne mit Photonen aus dem Labor verschränkt – über 150 Millionen Kilometer hinweg. Trotz ihrer extrem unterschiedlichen Herkunft zeigten die Lichtteilchen im Experiment eine typische Quanteninterferenz und ein verschränktes Verhalten. Dies eröffne ganz neue Möglichkeiten für quantenoptische Experimente im astronomischen Maßstab, so die Forscher im Fachmagazin „Physical Review Letters“.

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Albert Einstein bezeichnete dieses Phänomen als „spukhafte Fernwirkung“: Bei der quantenphysikalischen Verschränkung sind zwei Teilchen so miteinander gekoppelt, dass der Zustandswechsel des einen automatisch den des Partners verursacht. Dies geschieht instantan und unabhängig von der Entfernung. Damit ermöglicht die Verschränkung die schnelle Kommunikation über Netzwerke, zwischen Quantencomputern oder sogar aus dem Orbit.

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Homosexuelle und Kirchen: Konversionstherapien sollen verboten werden

Fällt Sexualität vom Himmel? Einem Kongress des evangelischen Fachverbands Weißes Kreuz in Kassel wurde 2014 vorgeworfen, „Homoheilung“ zu propagieren. (imago stock&people / epd)

Die sexuelle Identität eines Menschen ändern, aus Homosexuellen Heterosexuelle machen – das versprechen sogenannte Konversionstherapien. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sie verbieten. Einige Theologen jubeln, andere warnen.

Michael Hollenbach | Deutschlandfunk

Lange Zeit galt Homosexualität als Krankheit. Erst 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus der Liste anerkannter psychischer Krankheiten. Bis Ende der 70er-Jahre versuchten Psychiater, die sexuelle Identität unter anderem mit einer Aversionstherapie zu ändern:

„Da hat man homosexuellen Menschen Bilder von gleichgeschlechtlicher Sexualität gezeigt und sie dazu angeregt, sich zu erbrechen oder ihnen auch Elektroschocks verpasst. Das macht man heute, soweit wir wissen, nicht mehr“, erläutert Kerstin Lammer.

Die Theologieprofessorin von der Evangelischen Hochschule Freiburg war Mitglied in einer Fachkommission des Gesundheitsministeriums.

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Wie ein neues DNA-Kit Vergewaltigungsopfern hilft

Mit solchen Abstrichbürsten lassen sich DNA-Spuren sammeln, die unter anderem bei der Ermittlung von Straftaten sehr wertvoll sind. (Bild: Thomas Kienzle / AP)

Eine Kriminologie-Professorin hat zusammen mit Genom-Forschern ein DNA-Kit entwickelt, das es vergewaltigten Frauen ermöglicht, auch ohne medizinische Untersuchung Erbgutspuren des Täters als Beweismaterial zu sichern.

Andrea Martel | Neue Zürcher Zeitung

Auf die Idee eines DNA-Spurensicherungs-Kits, das Frauen nach einer Vergewaltigung selbst anwenden können, kam Lisa Smith vor fünf Jahren. Damals nahm die Kriminologie-Professorin, die an der britischen Leicester-Universität forscht und lehrt, an einer internationalen Konferenz in London zum Thema sexuelle Gewalt in Konfliktsituationen teil.

Smith war dort, weil sie wissen wollte, welche Rolle in diesem Zusammenhang der Spurensicherung zugewiesen würde. Zu ihrem grossen Erstaunen war es gar keine – wohl weil angenommen wurde, dass es in einem so prekären Umfeld von Krieg und Gewalt gar nicht möglich sei, DNA-Spuren oder Ähnliches zu sammeln.

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Mehr als 60 Deutsche sitzen in türkischen Gefängnissen

Ein Soldat am Gefängniskomplex Silivri nahe IstanbulFoto: dpa/AP/Emrah Gurel

Insgesamt 62 Deutsche sind derzeit in der Türkei in Haft. Weitere 38 dürfen nicht ausreisen. Die Gründe dafür sind unklar.

DER TAGESSPIEGEL

Die Zahl der in der Türkei inhaftierten Deutschen ist in den vergangenen sechs Monaten von 47 auf 62 gestiegen. Weitere 38 Bundesbürger sitzen wegen einer Ausreisesperre in der Türkei fest. Wie viele davon aus politischen Gründen – etwa wegen Terrorwürfen – in türkischen Gefängnissen sind oder nicht ausreisen dürfen, ist allerdings unklar. Das Auswärtige Amt (AA) führt dazu seit dem vergangenen Jahr keine Statistik mehr.

Die neuen Zahlen gehen aus schriftliche Antworten des Staatssekretärs Andreas Michaelis aus dem AA auf Fragen der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen und Gökay Akbulut hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die Zahl der deutschen Staatsbürger, denen die Einreise in die Türkei verweigert worden ist, ist danach rückläufig. 2017 waren es noch 95, im vergangenen Jahr 80, in diesem Jahr dagegen bisher nur neun.

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Trump über sich selbst: „Ich bin der Auserwählte“

Donald Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten Bild: EPA

Seit ein paar Stunden ist klar: Donald Trump sieht sich in Handelsfragen auf einer göttlichen Mission.

Christoph Schäfer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bescheidenheit war noch nie eine Stärke des 45. amerikanischen Präsidenten. Seit ein paar Stunden aber hat die Hybris Donald Trumps eine göttliche Sphäre erreicht: Auf dem Kreuzzug für eine gerechtere Handelswelt hält er sich für den von Gott persönlich auserwählten Präsidenten.

Befragt zum Handelskonflikt mit China sagte Trump am Mittwoch: „Das ist nicht mein Handelskrieg. Das ist ein Handelskrieg, der schon lange von anderen Präsidenten hätte geführt werden müssen. Jemand musste es machen.“ Dann hebt Trump seine Augen zum Himmel, breitet die Arme leicht aus und sagt: „Ich bin der Auserwählte.“ Er lege sich mit China an, weil jemand das machen müsse. „Und wissen Sie was: Wir gewinnen!“

Danach beklagt er (wie immer) das Handelsdefizit seines Landes mit der Europäischen Union und mit China und lässt dabei (wie immer) den Dienstleistungssektor außen vor, der das Handelsdefizit in den materiellen Gütern – ganz je nach Land – erheblich mildert oder sogar ausgleicht.

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Morddrohung gegen Ministerin Köpping: „Soko Rex“ ermittelt

Nach einer Morddrohung gegen Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hat das Landeskriminalamt (LKA) Ermittlungen aufgenommen. Das bestätigte LKA-Pressesprecher Tom Bernhardt dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden am Donnerstag.

evangelisch.de

Das Schreiben sei dem LKA zugeleitet worden. Dort sei eine Anzeige von Amts wegen gefertigt worden. Die Ermittlungen führe die Sonderkommission Rechtsextremismus („Soko Rex“) beim LKA.

Eine Sprecherin des Integrationsministerium in Dresden erklärte am Donnerstag auf epd-Anfrage, die Drohung sei bereits am 14. August per E-Mail im Bürgerbüro der Ministerin eingegangen. Es gebe „ein Messer quer durch den Hals“, sollte eine für den 21. August geplante Lesung Köppings wie geplant stattfinden, zitierte die Sprecherin aus der E-Mail. Zudem sei Köpping als Volksverräterin beschimpft worden. Die Lesung in Brandis bei Leipzig am Mittwochabend habe unter Polizeischutz stattgefunden.

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