Superstition Is Making Beijing’s Air Pollution Even Worse

Chart: Nan Zhong

There are a lot of things contributing to the record-level air pol​lution suffocating the capital of China, but there’s one factor making an impact that you might not have considered: good, old-fashioned superstition.


By Kaleigh Rogers|MOTHERBOARD

After the Olympics in 2008 (during which Beijing cut its traf​fic in half by alternately banning odd-number-ending license plates and even-number-ending plates) the city introduced a longer term traffic ban based on the last number of each license plate. Every plate in the city ends with a number between 0 and 9, so each day during the workweek, two ending digits are banned from the road between 7 AM and 8 PM (on Monday, license plates ending in 1 and 6 are banned, for instance).

Here’s the problem: on one day of the week, the number 4 is banned. In Chinese numerology, the number 4 is very unlucky (it sounds a lot like the word death, so, understandably people avoid it). Because of this superstition, a lot of people reject license plates ending in 4.

So since there aren’t as many “4” cars registered in Beijing, the ban doesn’t take as many cars off the road as it does for other numbers. Nan Zhong, a PhD student in the sustainable development program at Columbia University, wanted to find out whether this makes a noticeable impact on the air quality, traffic congestion, and public health. Though her research has not been published in a peer-reviewed journal (Zhong told me she’s in the process of submitting it at a few publications), she presented her findings Thursday at the school’s symposium on sustainable development.

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„Es gibt eine moralische Mitschuld“

Flüchtlinge, die am 12. April mit ihrem Boot auf dem Mittelmeer gekentert sind. Foto: dpa

Der Philosoph Oliviero Angeli über die Flüchtlingstragödie, Einwanderung und Pegida


Saarbrücker Zeitung

Europa ringt um Antworten auf die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer, in Deutschland tobt eine zunehmend schärfer geführte Einwanderungsdebatte. Jenseits von TV-Talkshows beschäftigen sich auch Philosophen mit dem Thema. Was kann die Philosophie zur Debatte beitragen? Eine Menge, sagt Oliviero Angeli. Im Gespräch mit SZ-Redakteur Johannes Kloth spricht der gebürtige Italiener, der nach einer Station in Saarbrücken nun in Dresden Politische Philosophie lehrt, vom „Recht auf Einwanderung“.

Die Debatte um die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer läuft meist auf die Frage nach der moralischen Verantwortung Europas hinaus. Trägt die EU (Mit-)Schuld am Tod der Flüchtlinge?

Der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung wiegt schwer, ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Tatsächlich könnte Europa mehr für die Rettung von Bootsflüchtlingen tun. Wer seine Mittel hier nicht ausschöpft, trägt eine moralische Mitschuld.

Sie haben sich mit dem Thema Migration aus rechtsphilosophischer Perspektive beschäftigt. Was kann die Philosophie überhaupt beitragen zu der Debatte?

Angeli: Eine Menge. Dass das bislang nur zögerlich geschah, hat einen einfachen Grund: Häufig endet die Debatte in pauschalen Vorwürfen. Wer sich für eine Beschränkung von Zuwanderung ausspricht, gilt als kaltherzig; ein Plädoyer für offene Grenzen hingegen wird schnell als realitätsfern abgetan. Daher sind Philosophen oft der Frage nach einem Recht auf Einwanderung ausgewichen. Dabei können wir die Debatte bereichern. Wir können die grundsätzlichen Interessen beider Seiten, der Aufnahmegesellschaft und der Einwanderer, deutlicher rausarbeiten, als es bisher geschah.

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Wie es sich anfühlt, unsichtbar zu sein

© Screenshot: YouTube / University of Rochester oe24.at

Unsichtbar sein klingt in manchen Situationen sehr verlockend. Aber hätte das auch tatsächlich Vorteile? Schwedische Forscher haben jetzt den Test gemacht.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Auch, wenn Forscher auf dem Gebiet der Tarnkappentechnik immer weiter Fortschritte machen: Bis es einen Unsichtbarkeitsumhang gibt, mit auch Menschen verschwinden können, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Wissenschaftler um Arvid Guterstam vom Karolinska-Institut in Stockholm hat das aber nicht davon abgehalten, schon mal zu testen, wie man sich als unsichtbarerer Mensch denn so fühlt. Dabei zeigte sich: Vor allem jene, die nicht gerne vor großem Publikum stehen, könnten davon profitieren.

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Sure 29 Vers 46: “Schöne” Streitgespräche sind Pflicht

(Deutschlandradio Grafik)

Die Selbstständigkeit des Islam als Weltreligion ist ohne den Bezug auf Christentum und Judentum kaum zu verstehen. Die jüdisch-christlich-islamische Tradition ist unter anderem auch dadurch in sich verflochten, dass sie insgesamt auf die hellenistisch-antike Tradition zurückgreift. Gerade deshalb ist Streit geboten.


Erläutert von Dr. Milad Karimi|Deutschlandfunk

“Und streitet mit den Leuten der Schrift auf die schönste Weise nur, außer mit denen, die Übles tun!”

Die Religion verspricht die Rückkehr des Menschen zu sich selbst aus dem schlechthin Unverfügbaren. Daraus ergibt sich die Frage, ob Religiosität im gegenwärtigen Leben überhaupt noch einen rechten Ort finden kann. Und daraus ergibt sich eine weitere Frage, nämlich in welchem Verhältnis die Religionen zueinander stehen. Öffentliche Religionsgespräche zwischen Muslimen, Christen und Juden haben eine lange und reiche Tradition.

Ein Streitgespräch zu entfachen, welches das Prädikat “schön” trägt, ist – nimmt man den Imperativ “Streitet!” im zitierten Vers ernst – die Pflicht der Muslime. Aus dieser Tradition sind zahlreiche Schriften islamischer Autoren entstanden. So erklärt sich der Umstand, dass eine Reihe dieser Streitschriften in der islamischen Tradition das Prädikat „schön” ernst nehmen. So lautet beispielsweise der Titel einer dem Theologen Abu Hamid Muhammad Al-Ghazzali aus dem 12. Jahrhundert zugeschriebenen Streitschrift “Die schöne Widerlegung der Gottheit Jesu”.

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“In einem Konzentrationslager ist das nun mal so”

Blick von der “Rampe” zum Eingangstor des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.Bild: Michel Zacharz/CC-BY-SA-2.5

Angeklagter im Lübecker Auschwitz-Prozess sieht sich nur als pflichtbewusstes “Rädchen im Getriebe”


Von Birgit Gärtner|TELEPOLIS

Oskar Gröning ist fast 94 Jahre alt. Beheimatet im beschaulichen niedersächsischen Nienburg/Weser lebte er ein ebenso beschauliches Leben als Personalchef einer Glasfabrik und ehrenamtlicher Richter am dortigen Amtsgericht. Aber es gab ein Leben vor diesem beschaulichen Leben, eines als Mitglied der NSDAP und der SS, eines als “Sonderbeauftragter” der SS im Konzentrationslager Auschwitz, wo er über das den inhaftierten und ermordeten KZ-Insassen aus aller Welt geraubte Hab und Gut penibel Buch führte, und es bisweilen in den Tresor des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (WVHA) in Berlin schaffte. Für dieses Leben steht er nun in Lüneburg vor Gericht. Der Vorwurf: Beihilfe zu 300.000fachem Mord! Im Juli soll das Urteil verkündet werden.

Nein, persönlich gemordet hat Oskar Gröning vermutlich nicht. Aber er hat zugesehen und aktiv daran mitgewirkt, dass die Rädchen in Getriebe der Menschenvernichtungs-Fabrik Auschwitz nicht außer Takt kamen. Was er da sah und erlebte, hat ihm nicht alles gefallen, aber “in einem Konzentrationslager ist das nun mal so”, zitiert ihn der Spiegel. Wat mut dat mut.

Und es muss ja schließlich alles seine Ordnung haben. Deshalb, so berichtet er freimütig vor Gericht, wurde in Auschwitz Birkenau auch darauf geachtet, dass bei Ankunft der mit Todeskandidaten überfüllten Waggons alles ruhig und gesittet zuging und sie hübsch der Reihe nach “versorgt” wurden. Für die meisten Betroffenen bedeutete dieses “versorgt” werden, dass sie umstandslos ins Gas geschickt wurden.

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Evangelische Kirche in Berlin will homosexuelle Paare trauen

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Die evangelische Kirche macht wohl bald keine Unterschiede mehr zwischen hetero- und homosexuellen Paaren in Berlin und der Region. Künftig soll es keinen abgestuften Segen mehr geben, sondern nur noch Traugottesdienste – unabhängig von der sexuellen Orientierung.


Von Claudia Keller|DER TAGESSPIEGEL

Seit 2002 können lesbische und schwule Paare in evangelischen Kirchen in Berlin den Segen Gottes erbitten. Die Segnungsgottesdienste sind aber deutlich unterschieden von den Traugottesdiensten für heterosexuelle Paare. Dadurch soll zum Ausdruck kommen, dass die Ehe zwischen Mann und Frau nach wie vor Leitbild in weiten Teilen der evangelischen Kirche ist.

Das soll sich nun ändern: Künftig soll es keinen abgestuften Segen mehr geben, sondern nur noch Traugottesdienste – unabhängig von der sexuellen Orientierung der Paare.

Die Trauung schwuler und lesbischer Paare soll auch in die Kirchenbücher eingetragen werden, so wie es bei Hetero-Paaren selbstverständlich ist. So fordern es die Kirchenkreise Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz, Stadtmitte und die Landesjugendversammlung in einem Antrag, der am Freitag auf der Frühjahrssynode der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) diskutiert werden soll.

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Angriffe auf Kirche in Berlin – Russland fordert Aufklärung

Die russisch-orthodoxe Kirche in Marzahn-Hellersdorf. Foto: Philipp Mangold

Seit zwei Monaten erhalten eine russisch-orthodoxe Kirche und eine Schule in Marzahn-Hellersdorf Drohbriefe, zwei Mal sei ein Sprengsatz an der Kirche detoniert. Nun schaltet sich Russland ein.


Berliner Morgenpost

Nach Drohungen gegen eine russisch-orthodoxe Kirche und Schule in Berlin hat Russland von der deutschen Bundesregierung Aufklärung verlangt. Wie das Ministerium in Moskau am Donnerstagabend mitteilte, wurde der Briefkasten der Kirche bereits zweimal durch einen Sprengsatz zerstört. Seit zwei Monaten erhalte die Kirche zudem Drohbriefe, die von einer “Legion Königsberg” unterzeichnet seien. Darin werde damit gedroht, die Kirche anzuzünden.

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Halal Sex-Shop für Mekka

Bild: HUFFPO Religion

Bild: HUFFPO Religion

Es ist wohl so ziemlich der letzte Ort, an dem man das für möglich gehalten hätte: Doch jetzt soll in der heiligen Stadt Mekka offenbar schon bald ein Sex-Shop eröffnet werden. Dabei ist Saudi Arabien eigentlich für seine besonders strenge Auslegung des Islam bekannt.


Deutsch Türkische Nachrichten

Der halal Sex-Shop ist die Idee von Abdelaziz Aouragh. Dieser soll sein Konzept bereits im vergangenen Jahr verkündet haben. Mittlerweile sind seine Pläne wohl so weit ausgereift, dass der Laden kurz vor der Eröffnung steht.

Der künftige Sex-Shop-Besitzer will für sein Vorhaben sogar den Segen eines saudischen Klerikers haben, berichtet Russia Today. Dieser soll ihm nämlich erklärt haben, dass seine Idee „zur Verbesserung der sexuellen Beziehung zwischen Mann und Frau“ führen könnte.

Zunächst soll der Laden 18 als hala bezeichnete Spielzeuge führen, heißt es weiter. Insgesamt wolle man sich ganz auf die Bedürfnisse der besonders strengen Muslime ausrichten und auch nur diese bedienen. Ergo: Vibratoren wird es dort wohl nicht zu kaufen geben. „Unsere Produkte sollen das Empfindungen von Sinnlichkeit und die Atmosphäre zwischen dem Paar in der sexuellen Beziehung verbessern“, erklärt der Ideengeber.

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Das Recht zur Beleidigung verteidigen

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Es ist fast zehn Jahre her, dass eine dänische Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlichte und damit eine Welle von muslimischen Protesten auf der ganzen Welt auslöste.


Von Ayaan Hirsi Ali|The Huffington Post

Ebenso wurde die Kluft in Europa sichtbar zwischen jenen, die an freie Meinungsäußerung glauben und jenen, die um des lieben Friedens Willen religiöse Fanatiker beschwichtigen. Ziemlich genau zu dieser Zeit kam ich nach Berlin, um das Recht zur Beleidigung zu verteidigen. Leider ist dieses Recht heute weniger sicher als 2005.

Man denke nur an das Massaker an den Charlie Hebdo-Mitarbeitern in Paris am 7. Januar und die brutale Erschießung von Menschen im jüdischen Feinkostgeschäft am selben Tag. Und dann sind da die befremdlichen Kommentare des amerikanischen Karikaturisten Garry Trudeau in einer Rede vor zehn Tagen, in welcher er „die Absolutisten der Redefreiheit” dafür verdammte, dass sie nicht „Urteilsvermögen und gesunden Menschenverstand” benutzten.

Durch das Veröffentlichen von „geschmacklosen und vulgären Zeichnungen, die eher an Graffiti als Karikaturen erinnern”, so Traudeau, „sei Charlie im Bereich der Volksverhetzung gelandet”. Er kritisierte sogar die französischen Behörden dafür, dass sie Muslime verhaftet hätten, die „unüberlegterweise von der Redefreiheit Gebrauch gemacht und die Attacken gutgeheißen hätten”. Hätte er lieber gesehen, dass Stéphane Charbonnier, der Herausgeber von Charlie Hebdo, verhaftet wird?

Rufmord mit System

Ich bin ein Absolutist der Redefreiheit. Es ist vielleicht die größte Tragödie der westlichen Zivilisation heute, dass Redefreiheit nicht mehr selbstverständlich ist. Sie ist ein Privileg jener mit bewaffnetem Sicherheitspersonal.

Jenen, die die Debatte über den Islam – jene Dinge, die explizit im Namen Mohammeds und gemäß den Anweisungen des Korans geschehen – verstummen lassen wollen, wird nicht nur körperlicher Mord angedroht, sondern auch Rufmord mit System.

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Erdoğan warnt Obama: US-Präsident sollte den Begriff „Genozid“ nicht benutzen

erdogan-sultanDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gibt in der Armenier-Debatte nun offenbar auch Anweisungen gen USA: Er erwarte von Präsident Barack Obama, dass dieser in einer Erklärung zum 100. Jahrestag der Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich den Begriff Genozid tatsächlich nicht verwende. Bislang hat die US-Regierung eine solche Einordnung vermieden – aus Rücksicht auf ihre türkischen Freunde.


Deutsch Türkische Nachrichten

Kurz vor den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gräueltaten an den Armeniern stellt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan noch einmal deutlich den vermeintlichen Alleinanspruch seiner Position heraus. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit Papst Franziskus sendet er nun vorsorglich noch einmal warnende Worte gen Weißes Haus.

„Ich möchte von Obama so etwas nicht hören. Und ich erwarte auch nicht, dass er so etwas sagt“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Erdoğan anlässlich eines Pressegesprächs zum Besuch der irakischen Präsidenten Fuad Masum in Ankara. Zuvor war in den Medien kursiert, dass Obama den Begriff Völkermord anlässlich des Gedenktags wohl erneut vermeiden würde. „Die Einschätzung der Rolle der Türkei und die Haltung der USA in dieser Sache liegen damit auf der Hand“, so der türkische Präsident weiter.

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Primas von Belgien wegen Fehlverhalten in Missbrauchsfall verurteilt

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Erzbischof von Brüssel muss Opfer Entschädigung zahlen


DIE WELT

Der Primas der katholischen Kirche in Belgien, André-Joseph Léonard, ist wegen eines Missbrauchsfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10.000 Euro zahlen, wie ein Gericht in Lüttich am Donnerstag entschied. Léonard habe es versäumt, nach Bekanntwerden der Vorwürfe Maßnahmen gegen einen pädophilen Priester einzuleiten, zitierte die Zeitung “Le Soir” aus der Urteilsbegründung.

Kampf gegen Terror: Bundestag stimmt Änderungen im Passgesetz zu

reisepassKünftig soll gewaltbereiten Islamisten der Personalausweis entzogen werden können, um sie an einer Ausreise in Kampfgebiete zu hindern.


evangelisch.de

Mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend in Berlin ein entsprechendes Gesetz.

Bislang durften Behörden lediglich den Reisepass abnehmen, wenn Personen verdächtigt wurden, sich im Ausland einer terroristischen Vereinigung anschließen zu wollen. Nun sollen verdächtige Terroranhänger einen Ersatz-Personalausweis für bis zu drei Jahre erhalten, der nicht zu einer Ausreise berechtigt. Den Ersatz-Ausweis müssen sie selbst bezahlen.

“Zeugen Jehovas zerstören Menschenleben”

wachtturm„Ich bin der Ansicht, dass du ein Anrecht darauf hast, zu wissen, wie der Redaktionsalltag der ‘Paradies GmbH’ so aussieht. Das sind die Menschen, auf deren Führung du während des Weltuntergangs vertrauen sollst. […] Menschen, die behaupten, in Gottes Auftrag zu handeln. Menschen, die […] behaupten, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben […] Menschen, die keine Widerrede dulden und jeden Widerspruch mit sozialer Isolation bestrafen. Menschen, die Menschen sterben lassen, weil sie Prinzipien reiten.” (Misha Anouk, ehemaliger „Zeuge Jehovas” und Buchautor)


Von Dr. Sandra Maxeiner|The Huffington Post

Heute spreche ich mit einer der interessantesten Frauen, die ich bislang interviewen durfte: Mit der 61-jährigen Margit Ricarda Rolf. Couragiert und beherzt setzt sie sich für ein „Leben ohne Angst” ein. Sie kämpft als Gründerin und Leiterin der Mobbingzentrale für Mobbingopfer und Aussteiger und engagiert sich außerdem für Menschen, die die Zeugen Jehovas – jene umstrittene Glaubensgemeinschaft, die Misha Anouk in seinem Buch als „Paradies GmbH” bezeichnet – verlassen wollen.

Sie setzt sich ein für Menschen, die sich von den Zeugen belästigt fühlen oder für solche, die Gefahr laufen in deren Fänge zu geraten. Ricarda, die selbst 15 Jahre lang Zeugin Jehovas war, möchte, dass Menschen verstehen, dass dies keine harmlose Religionsgemeinschaft ist, sondern eine destruktive Sekte, die Familien und Menschenleben zerstört. Man spürt in jedem ihrer Worte, dass es ihr ein Herzensanliegen ist.

Erst jetzt, nachdem ich das Buch „Goodbye Jehova!” von Misha Anouk gelesen habe, ahne ich, warum es Ricarda so wichtig ist, dass Menschen ohne Angst leben können – tut die „Glaubensgemeinschaft” doch wirklich alles, damit das nicht möglich ist: Ihre „Jünger” leben ständig mit einem „Schleier der Sorge, der Angst, der Verantwortung, der sich über alles legt.”

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“Hubble” – das scharfe Auge im All

Astronauten der letzten Reparaturmission haben dieses Bild von Hubble im Mai 2009 aufgenommen. Seitdem war kein Mensch mehr bei dem Weltraumteleskop. Foto: NASA/REUTERS

Es ist seit knapp 25 Jahren im All unterwegs und hat den Blick der Menschheit auf das Universum verändert: Das Hubble-Weltraumteleskop wird 25 und kommt langsam in die Jahre. Doch Ersatz ist bereits in Planung.


Von Tanja Banner|Frankfurter Rundschau

Es ist seit knapp 25 Jahren im All unterwegs und hat den Blick der Menschheit auf das Universum verändert: Das Weltraumteleskop Hubble. Am 24. April 1990 startete das Space Shuttle “Discovery” (STS-31) mit Hubble ins All, am 25. April 1990 wurde es in einer Erdumlaufbahn ausgesetzt und blickt seitdem in die Tiefen des Weltalls. In einer Höhe von etwa 550 Kilometern umkreist Hubble den blauen Planeten mit einer Geschwindigkeit von gut 28.100 Kilometern pro Stunde und blickt tief hinein ins Universum, ohne störende Wolken oder die Erdatmosphäre, die die Sicht beeinträchtigen würde. Sterne, Planeten, Galaxien – kaum etwas ist vor dem scharfen Auge Hubbles sicher.

Dabei lief zu Beginn nicht alles glatt: Ursprünglich sollte das Teleskop im Oktober 1986 von einem Space Shuttle ins All transportiert werden. Doch das “Challenger”-Unglück, bei dem im Januar 1986 sieben Astronauten ums Leben kamen, veränderte die Planung. Erst vier Jahre später, im April 1990 startete die Hubble-Mission. Das Space Shuttle “Discovery” brachte Hubble in seine Umlaufbahn. Kaum dort angekommen, sorgte jedoch ein Fehler im Hauptspiegel des Teleskops für Ärger: Die Bilder, die das Teleskop lieferte, waren nicht zu gebrauchen, eine teure Reparaturmission wurde notwendig.

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Das Prinzip der Gleichwertigkeit aller Menschen

Katarzyna Plucinska © privat, bearb. MiG

Die Menschenwürde lässt sich aus der kantischen Ansicht über die Selbstzwecklichkeit des Menschen ableiten. Das Prinzip der Gleichwertigkeit aller Menschen wird zur moralischen Verpflichtung jedes Einzelnen, die Würde anderer zu achten und zu schützen. Die menschliche Wertigkeit scheint jedoch schwer greifbar zu sein, solange sie nicht legitimiert ist.


Von Katarzyna Plucinska|MiGAZIN

Als eine universelle und kulturübergreifende Verschriftlichung den jedem Menschen zukommenden Rechten wurde z.B. die UN-Menschenrechtscharta ins Leben gerufen. Dokumente wie dieses sollten zur Normalisierung und Humanisierung in der Welt beitragen. Insbesondere die Ereignisse der letzten Tage zeigen aber, dass selbst das Abendland von diesem Soll-Zustand weit weg ist.

Migrationsversuche, wie die aus dem Mittelmeer, weisen ein geradezu erschreckendes Ausmaß an Inhumanität auf. Hunderte von Menschen versuchen in unwürdigen Bedingungen und um jeden Preis nach Europa zu gelangen. Im Angesicht der letzten Tragödie, in der nach Berichten etwa 900 Migranten ums Leben kamen, stellt sich die Frage nach der Rolle der EU und ihrer Flüchtlingspolitik.

Das Mittelmeer kann man heutzutage schon als Massengrab bezeichnen. Massiv überlastete Boote schaffen oft nicht den Weg nach Europa: Entweder werden sie durch Küstenwachboote gerettet oder sie gehen zusammen mit ihren Passagieren unter. Die Seenotrettung wurde bis Ende Oktober 2014 dem italienischen Mare Nostrum überlassen, danach begann die EU-Operation Triton, deren Hauptaufgabe nicht die Rettung von Flüchtlingen ist, sondern die Sicherung der EU-Außengrenzen.

Das Mittelmeer wird zwar weiterhin überwacht, nur das Einsatzgebiet hat sich enorm verkleinert. Im Gegensatz zu Mare Nostrum, das noch das Gebiet bis zur afrikanischen Küste bewachte, patrouillieren die Triton-Boote nur bis 30 Seemeilen vor der italienischen Küste und vor Lampedusa.

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Kein türkischer Honig mehr für Österreich?

erdogan-sultanAnkara erwägt wirtschaftliche Strafmaßnahmen als Reaktion auf Nationalratserklärung. Außenamt versucht, die Wogen zu glätten. Minister Kurz telefonierte mit türkischem Amtskollegen.


Die Presse

Der Streit zwischen der Türkei und Österreich über die Anerkennung des Genozids an den Armeniern eskaliert weiter. Wie „Die Presse“ erfahren hat, sondiert die türkische Regierung wirtschaftliche und andere Strafmaßnahmen. Das Außenministerium in Wien stellt sich bereits auf Sanktionen ein. 650 österreichische Unternehmen sind derzeit in der Türkei aktiv. Betroffen sein könnten auch Ausgrabungen in der antiken Stadt Ephesos im Westen des Landes, die durch die türkische Antikenverwaltung jedes Jahr neu genehmigt werden müssen.

Da der Nationalrat die Massenmorde von 1915 als Völkermord eingestuft hatte, berief Ankara am Mittwoch seinen Botschafter in Wien, Mehmet Hasan Gögüs, zu Gesprächen ein. In einer Stellungnahme der türkischen Regierung hieß es zudem, die Erklärung des Parlaments werde die Beziehungen „dauerhaft beschädigen“. Die Ereignisse so zu verdrehen sei „nichts weniger als ein Massaker des Rechts“.

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EU-Flüchtlingsgipfel: Humanitäre Fassade und vergiftete Angebote

Cameron vor den Kameras. Bild: EU

EU-Flüchtlingsgipfel: Künftig sollen in Europa Menschenleben wieder “an erster Stelle” stehen, forderte Kanzlerin Merkel. Die Beschlüsse sagen anderes: Es geht vor allem um Abschottung und Militarisierung des Mittelmeers


Von Eric Bonse|TELEPOLIS

Der Gipfel begann mit einem Paukenschlag. Gleich zwei EU-Chefs – der britische Premier David Cameron und Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande – schoben die Verantwortung für das Massensterben im Mittelmeer anderen zu. Sein Land sei durchaus bereit zu helfen, setzte Cameron an. London werde das Flaggschiff “HMS Bulwark” bereitstellen, dazu drei Hubschrauber und zwei Boote des Grenzschutzes.

“Als das Land in Europa mit dem größten Verteidigungshaushalt können wir einen wirklichen Beitrag leisten”, brüstete sich Cameron. Allerdings unter einer entscheidenden Bedingung: Die aufgefischten Flüchtlinge dürften nicht in Großbritannien landen, sondern müssten in Italien bleiben. Der Wahlkampf in UK stand ganz offensichtlich Pate bei diesem vergifteten Angebot.

Hollande war nicht ganz so plump. Auch sein Land sei bereit zu helfen. Allerdings müsse die Weltgemeinschaft endlich begreifen, dass am Südrand des Mittelmeers ein nicht regierbares Land existiere – nämlich Libyen. Ohne diese Erkenntnis werde die Hilfe zur Rettung der Flüchtlinge oder gegen Schlepper nichts bringen, sagte Hollande beim Aufmarsch ins Brüsseler Ratsgebäude.

Niemand habe sich bei der westlichen Militärintervention im Jahr 2011 Gedanken gemacht, was aus Libyen werde, setzte Hollande nach. “Es geht also darum, die Fehler der Vergangenheit zu beseitigen”, betonte der Sozialist. Auch das war ein wahlkampfbedingter Seitenhieb – auf seinen konservativen Rivalen Nicolas Sarkozy, der bei der Präsidentschaftswahl 2017 erneut antreten will.

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Raymond L. Burke: “Homosexualität ist eine Form des Leidens”

Diese beiden sind nicht auf einer Wellenlänge. Kardinal Raymond Leo Burke (r.) sagt über Papst Franziskus: “Er ist sehr freundlich, wenn wir uns treffen. Ich kann aber nicht anders, als meinen Mund aufzumachen, er versteht das schon” Foto: picture alliance / dpa

Kardinal Raymond Leo Burke gilt als konservativer Gegenspieler von Papst Franziskus. Er kämpft gegen eine Öffnung der katholischen Kirche für Homosexuelle und Frauen im Priesteramt.


Von Matthias Matussek|DIE WELT

In der katholischen Weltkirche ist Papst Franziskus ein neuer konservativer Gegenspieler erwachsen: Der 66 Jahre alte US-Amerikaner Raymond Leo Burke ist die Speerspitze des konservativen Flügels der Kardinäle. Im vergangenen November wurde er als Präfekt der Apostolischen Signatur abberufen, was als Entmachtung durch Papst Franziskus gedeutet wurde. Der Traditionalist aus Wisconsin ist nun Kardinalpatron beim Malteserorden. Durch den Wechsel von der Spitze des obersten Gerichtshofs des Vatikans zur rein repräsentativen Funktion als Vertreter des Papstes bei den Maltesern verlor er an Einfluss.

Er galt als einer der einflussreichsten Gegenspieler des Papstes bei der jüngsten Bischofssynode zur Familienseelsorge. Dort hatte er sich mehrfach gegen den von Franziskus befürworteten Kurs der Öffnung gegenüber Wiederverheirateten und Homosexuellen ausgesprochen. In Deutschland ist er spätestens seit seinem Konflikt mit dem im Maßstab der Weltkirche liberalen Kardinal Walter Kasper bekannt. Mit der “Welt” sprach Burke am Rande der Liturgischen Tagung, die katholische Traditionalisten kürzlich gemeinsam in Herzogenrath (Nordrhein-Westfalen) an der niederländischen Grenze abhielten.

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Austria: Höhere Strafen für „Adelige“ gefordert

Symbolbild / Bild: (c) APA/HELMUT FOHRINGER

Eine alte Norm sieht 14 Cent Strafe vor, wenn jemand einen Adelstitel führt. Die grüne Abgeordnete Daniela Musiol will die Strafe nun erhöhen. Doch das Gesetz steht im Verfassungsrang.


Von Philipp Aichinger|Die Presse

Adel verpflichtet. Heutzutage aber nur mehr dazu, Strafe zu zahlen. Schon 1919 wurde es verboten, sich als adelig auszugeben. Und diese Norm ist auch heute noch in Kraft, samt der damaligen Strafdrohung. Demnach droht Personen, die Adelsbezeichnungen im Namen führen, eine Verwaltungsstrafe von „20.000 Kronen“ oder „Arrest bis zu sechs Monaten“ (§ 2 Adelsaufhebungsgesetz). 20.000 Kronen – das war nicht wenig Geld: So betrug der Wochenlohn eines österreichischen Buchdruckers 1919 nur 105 Kronen, ein qualifizierter Metallarbeiter kam auf 280 Kronen. Heute aber sind 20.000 Kronen nach Inflation und diversen Umrechnungen nur mehr 14 Cent wert.

Die grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol will daher das Gesetz nun ändern. Sie brachte im Nationalrat einen Entschließungsantrag ein. Mit dem der „Presse“ vorliegenden Antrag soll die Bundesregierung dazu aufgefordert werden, eine Novelle samt höherer Geldstrafe für Leute, die sich als adelig bezeichnen, auszuarbeiten. Die jetzige Norm sei nämlich kein Zustand mehr, meint Musiol: „Eine derart niedrige Geldstrafe hat keinen abschreckenden Charakter und hält die Täter nicht davon ab, mit ihrem rechtswidrigen Verhalten aufzuhören“, sagt sie. Und verweist auf das republikanische Grundprinzip Österreichs.

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Dodo Käßmann warnt vor Verrohung der Gesellschaft

Margot-KässmannReformationsbotschafterin Margot Käßmann hat vor einer wachsenden Verrohung der Gesellschaft gewarnt.


evangelisch.de

Es scheine, “dass wir in einer Gesellschaft leben, in der nur der Erfolg zählt”, sagte die evangelische Theologin am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Magdeburg. Anzeichen dafür seien etwa zunehmende Depressionen und Essstörungen bei jungen Menschen. Sie befürchte, dass in einer ökonomisierten Gesellschaft die Wirtschaft über die Menschenwürde siegen könnte.

Zudem schläfere die “Ablenkungsgesellschaft” die Menschen medial ein, sagte Käßmann. In “unserer effektiven Welt” solle etwa auch das Sterben effektiv sein. Wo aber käme die Gesellschaft hin, wenn sie nicht mit Schwäche leben könne, argumentierte Käßmann, die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 ist.

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