Alt-Innenminister Friedrich: „Werden Sie erst mal Deutsche!“

30.000 Türkeistämmige demonstrieren gegen den Putschversuch in der Türkei © TwitterPictures
Besonders Türkischstämmige haben es nicht leicht in Europa. Sie müssen sich dauernd dem nie endenden Dauerbeschuss von Vorwürfen stellen. Mehr noch: Sie müssen im Dauerrechtfertigungs- oder Distanzierungsmodus leben.

Von Asiye Bilgin | MiGAZIN

Die Loyalitätsdebatte hat mir einen Dialog mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Erinnerung gerufen. Ich nahm im Jahr 2013 als UETD-Vertreterin an der Veranstaltung 180-Grad-Wende Präventions- und Hilfsinitiative im Kölner Polizeipräsidium teil, an der verschiedene Migrantenvereine vertreten waren. Das Präventionsprojekt wurde vorgestellt. Am Ende der Veranstaltung bin ich wie alle anderen NGO-Vertreter auch zu Bundesinnenminister Friedrich gegangen, habe mich kurz vorgestellt und habe ihn höflich und freundlich zu der UETD-Zentrale in Köln eingeladen. Was meinen sie was ich als Antwort bekam?

Er erwiderte mit einer eisernen Miene: „Werden Sie erst mal Deutsche“. Ich war in dem Moment natürlich schockiert, versuchte mein Lächeln im Gesicht nicht zu verlieren und antwortete „Ich bin schon Deutsche, ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft und bin in Deutschland geboren“. Meine Antwort war natürlich lächerlich aber irgendeine Antwort musste ich ihm geben und auf die Schnelle war mir in dem Moment nichts anderes eingefallen.

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Keine Erde 2.0, aber eine potentiell habitable extrasolare Nachbarwelt

Künstlerische Darstellung des neu entdeckten Planeten um Proxima Centauri. Bild: ESO/M. Kornmesser
Astronomen entdecken den erdnächsten und erdähnlichsten Exoplaneten, der in einer bewohnbaren Zone liegt und theoretisch ein Hort des Lebens sein könnte

Von Harald Zaun | TELEPOLIS

Dem europäischen Jean-Schneider-Katalog zufolge haben bislang 3515 ferne Welten den Sprung in den exoplanetaren Olymp geschafft. Jetzt gesellt sich ein weiterer hinzu, den man kaum mehr als ferne Welt bezeichnen kann, umkreist er doch den nur 4,22 Lichtjahre entfernten sonnennächsten Stern Proxima Centauri. Wie ein internationales Forscherteam in der aktuellen Nature-Ausgabe berichtet, ist der neue Exoplanet erdähnlich und liegt in der Ökosphäre seines Systems. Könnte auf dem Gesteinsplaneten flüssiges Wasser existieren – und könnten dort extremophile Lebensformen überleben? Und könnte dorthin dereinst auch eine Robotermission starten?

Das System ist nur einen interstellaren Steinwurf von der Sonne entfernt. Mit einer Distanz von 4,34 Lichtjahren zur Erde hat sich Alpha Centauri (α Cen) als erdnächstes extrasolares multiples Sternsystem nicht nur in der Planetenforschung, sondern auch im Science-Fiction-Genre einen Namen gemacht.

Das am Südhimmel in dem Sternbild Centaurus (Zentaur) gelegene Mehrfachsystem, bestehend aus dem gelben Hauptreihenstern Alpha Cen A und dem orangefarbenen Alpha Cen B, entstand vor 6,5 Milliarden Jahre und befindet sich derweil in einer stabilen Phase. Beide Sterne weisen ungefähr die Größe der Sonne auf, wohingegen der dritte im Bunde, Proxima Centauri, als Roter Zwergstern der jüngste und mit 3.050 Kelvin auch der lichtschwächste, dafür aber mit 4,22 Lichtjahre Entfernung (rund 40 Billionen Kilometer) de facto der erdnächste Stern ist. Über die Frage, ob Letzterer wirklich der Dritte des vermeintlichen Trios im Alpha Cen Systems ist, gehen gegenwärtig die Meinungen der Experten auseinander.

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Zwangsbehandlung ohne gerichtlich verfügte Unterbringung möglich

Ärztliche Zwangsbehandlungen psychisch Kranker müssen im Einzelfall auch ohne eine gerichtlich angeordnete Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung möglich sein. Das hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt.

evangelisch.de

Die gesetzlichen Regelungen, dass Patienten grundsätzlich nur in der geschlossenen Psychiatrie zwangsweise behandelt werden dürfen, sei mit der staatlichen Schutzpflicht nicht vereinbar, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss (AZ: 1 BvL 8/15). Deutschlands höchstes Gericht forderte deshalb eine Gesetzesreform.

Nach 2013 neu geregelten gesetzlichen Bestimmungen ist eine medizinische Zwangsbehandlung nur zulässig, wenn der psychisch Kranke oder behinderte Mensch seinen freien Willen nicht mehr äußern kann und die Therapie nur mit freiheitsentziehenden Maßnahmen – in der Regel in einer geschlossenen Einrichtung – möglich ist. Eine ambulante Zwangsbehandlung ist danach nicht zulässig.

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Jetzt räumen die Osmanen mit den „Bergtürken“ auf

Mit Unterstützung von US-Kampfjets konnten türkische Panzer den IS aus Dscharablus vertreiben. Auch kurdische Einheiten waren auf die Stadt vorgerückt. Das könnte einen alten Konflikt wieder anheizen. Quelle: Die Welt
Unbegrenzbar, immer gefährlicher, ohne Ziel und ohne Ende: Der Syrien-Krieg weitet sich mit dem Einmarsch türkischer Bodentruppen aus. Analysten sprechen von einem neuen Dreißigjährigen Krieg.
 

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Türkische Panzer rollen nach Syrien, und die Welt rätselt, mit wem die Aktion abgestimmt ist – wenn überhaupt. Schon aus technischen Gründen braucht die türkische Militärführung, noch mehr aber die Politik in Ankara die Verständigung mit Russen und Amerikanern, die ihren eigenen Krieg aus der Luft führen, miteinander und gegeneinander.

Dass es eine Nato-interne Abstimmung gab und gibt, ist nach bisherigen Erfahrungen eher unwahrscheinlich. Der syrische Krieg erhält damit eine neue, weitere und weitgehend unbekannte Dimension.

Erdogan will das Vorfeld festigen, den Kurden die Faust zeigen, die Mordbuben des IS bestrafen und bei alldem noch als Sieger und Beschützer der Seinen dastehen. Da hat er sich viel vorgenommen – mehr jedenfalls, als er kontrollieren kann. So weit von außen erkennbar, ist eher Flucht nach vorn im Gang als große Strategie.

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Hetze nach Missverständnis: Flüchtlinge ‚pinkeln‘ angeblich an Kirche

Das Foto kursierte „tausendfach“ im Internet: „Dunkelhäutige Männer (Nordafrikaner, Flüchtlinge, Muslime!?!), die an eine Münchner Kirche pinkeln. Direkt unter dem großen Holzkreuz an der Außenwand.“ Darüber berichteten die „Münchner Kirchennachrichten“ und zeigten auch das Foto, das offenbar auf Facebook entsprechende ausländerfeindliche Kommentare nach sich gezogen hatte.

kath.net

Doch dann klärte die Kirchenzeitung näher auf: „Die Fakten hinter der Geschichte lassen das Foto aber in einem ganz anderen Licht erscheinen, das nichts mit dem Islam und Respektlosigkeiten von Flüchtlingen zu tun hat – im Gegenteil“. Die fotografierte Kirche ist Sankt Gertrud in München. In den Räumen der Pfarrei feiern seit 2009 „eritreische Christen ihre Gottesdienste“, sie „gehören der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Ureal Kirche in München an“ Gemäß der Tradition orthodoxer Christen in Eritrea „gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten“, zitieren die Münchner Kirchennachrichten aus einer Stellungnahme der katholischen Pfarrei zum falschinterpretierten Foto.

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Wilders fordert Koranverbot und Schließung aller Moscheen

Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)
Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)

Der Rechtspopulist Geert Wilders macht im Wahlkampf Stimmung gegen muslimische Einwanderer. Im Zentrum seines Wahlprogramms steht eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande. Verbieten will er nicht nur das Kopftuch.

 

Frankfurter Allgemeine

Die Partei des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zieht mit der Forderung nach Schließung aller Moscheen und nach einem Verbot des Korans in die Parlamentswahl 2017. Der Chef der Partei PVV veröffentlichte am Donnerstagabend auf Twitter ein einseitiges Wahlprogramm, in dessen Zentrum eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande steht. Aktuellen Umfragen zufolge könnte die PVV bei der Wahl stärkste Kraft werden.

In dem Programm findet sich die Forderung „Schließung aller Moscheen und islamischen Schulden, Verbot der Koran.“ Nähere Ausführungen macht der Text dazu nicht. Wilders will zudem Migranten aus muslimischen Ländern die Einreise verwehren, die Aufnahmezentren für Asylbewerber in den Niederlanden schließen und das öffentliche Tragen des Kopftuchs verbieten.

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Ich bin nicht für’s Beliebtsein geboren – Im Gespräch mit Anetta Kahane

Anetta Kahane, Podiumsdiskussion am 9. Juni 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Raimond Spekking
Sie ist eine vielgehasste Frau. Menschen glauben, sie habe die Aufgabe, in Sozialen Netzwerken zu zensieren. Sie sei eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. Ein Grund für mich, ein Gespräch mit Anetta Kahane zu führen.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Sie sind in der letzte Zeit heftig in der Öffentlichkeit angegriffen worden und zwar häufig mit der Bezeichnung „oberste Facebookzensorin“. Können Sie selbst unmittelbar Löschungen bei Facebook veranlassen oder wie läuft das in der Praxis ab? Und wenn ja, nach welchen Kriterien werden die bemängelten Kommentare und Threads beurteilt? Gibt es einen Leitfaden oder etwas Ähnliches?

Ich verstehe, was Sie meinen. Das Problem ist nur, wir zensieren nicht . Weder Facebook noch irgendein anderes Medium. Daher gibt es auch keine technischen Vorgänge, keine Kriterien, jedenfalls nicht bei uns. Vielleicht gibt es so etwas bei Facebook, was ich aber nicht weiß. Es gibt auch keine andere Form von Löschen,  zensieren und ähnlichem mehr, mit dem ich persönlich oder die Stiftung etwas zu tun hätten. Diese Fragen kann ich Ihnen also so nicht beantworten. Die Amadeu Antonio Stiftung stellt auch keine Listen mit Seiten oder Personen zusammen, deren Facebook- oder Twitter-Accounts oder Webseiten gelöscht werden sollen. Das ist alles nur ein Mythos.

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Reichsbürger: SEK-Kommando verletzt ehemaligen „Mr.Germany

Homepage der "Exilregierung" / friedensvertrag.info/ Themenbild
Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info/ Themenbild
Bei der Zwangsräumung eines Hauses eskaliert ein Streit mit bewaffneten „Reichsbürgern“. Ein Hausbewohner wird schwer verletzt.
 

Frankfurter Rundschau

Die Zwangsräumung eines Hauses in Sachsen-Anhalt ist am Donnerstag eskaliert. Bei einer Schießerei in Reuden bei Zeitz wurden nach Polizeiangaben der 41-jährige Hausbewohner schwer und zwei Polizisten leicht verletzt. Bei dem Mann soll es sich um einen ehemaligen Mister Germany handeln, der laut Polizei den sogenannten Reichsbürgern zuzurechnen sei. „Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik nicht an.

Die Polizei war am Donnerstagmorgen mit einem Großaufgebot von rund 200 Beamten in Reuden angerückt, um einen Gerichtsvollzieher bei der Zwangsräumung eines Gehöftes zu unterstützen. Ein erster Versuch war tags zuvor gescheitert, weil der 41-jährige Hausbewohner eine erhebliche Menschenmenge mobilisiert hatte. Zeitweise hielten sich am Mittwoch bis zu 120 Menschen auf dem Grundstück auf, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte.

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Argentinien: Schüler der Deutschen Schule feiern mit Hakenkreuzen

Klassenfahrt mit Nazisymbolen / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people)
Die Abiturienten waren zudem bei einem Kostümfest in Bariloche in eine Schlägerei mit jüdischen Schülern verwickelt.

Die Presse.com

In Argentinien schlägt ein Vorfall hohe Wellen, der am Donnerstag bekannt wurde, sich aber bereits am Dienstag ereignete: Abiturienten der Deutschen Schule Lanus im Süden von Buenos Aires tauchten bei einem Kostümfest in einer Disco in Bariloche im Süden Argentiniens am Abend mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen sowie mit Hitlerbart auf.

Es gab Rangeleien mit ebenfalls anwesenden Schülern des jüdischen Haupstadtkollegs ORT. Der Touristenort Bariloche gehört zu den beliebtesten Zielen von Klassenfahrten in Argentinien.

Direktorin ortet „“verabscheungswürdigen“ Vorfall

Aus den Rangeleien wurde eine Schlägerei, und alle Beteiligten wurden der Disco verwiesen. Die Direktorin der Deutschen Schule, Silvia Fazio, äußerte sich „entsetzt“. Der Vorfall sei „verabscheungswürdig“, Entschuldigungen reichten nicht, die Betreffenden müssten „den Schaden mit Taten wieder gutmachen“ und würden bei ihrer Rückkehr nach Buenos Aires bestraft.

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NASA’s Latest Mission Will Attempt To Land on an Asteroid—And Bring a Piece Home

Image: NASA's Goddard Space Flight Center
Image: NASA’s Goddard Space Flight Center
Earth lives in the middle of a shooting gallery. We are surrounded by thousands of asteroids that whiz close to our planet. While we don’t know of an imminent threat to humanity as of now, history shows that eventually, something big will hit us. Just ask the dinosaurs.

By Elizabeth Howell | MOTHERBOARD

On September 8, if all goes according to plan, an SUV-sized spacecraft will blast off on its mission to a potentially hazardous nearby asteroid called Bennu. One important goal of OSIRIS-REx (Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security, Regolith Explorer) is to help scientists better predict the path of these small, rocky bodies as they careen through the solar system.

The NASA-led mission, which includes participation from the Canadian Space Agency, will stay at Bennu for two years, mapping its shape and size, and scooping a sample from the surface to return to Earth in 2023. For asteroid defense purposes, scientists will watch how solar heating affects the asteroid’s movements through a phenomenon called the Yarkovsky effect. “The asteroid absorbs the heat and it re-radiates that heat, which gives a subtle push to its orbit,” said Lindley Johnson, NASA’s planetary defense officer, in an interview with Motherboard. “Over time, especially for smaller asteroids, it changes the orbit subtly.”

Scientists have tracked Bennu’s Yarkovsky effect since 1999, when the Arecibo Observatory in Puerto Rico took measurements using radio wavelengths. Those measurements were repeated in 2005 and 2011, said mission principal investigator Dante Lauretta at a televised NASA press conference Aug. 17.

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Frankreich erwartet Burkini-Urteil des Staatsrats

burkiniMindestens 26 französische Gemeinden haben Burkinis, den ganzen Körper bedeckende Badeanzüge für muslimische Frauen, an ihren Stränden verboten. Der französische Staatsrat prüft nun die Rechtmäßigkeit des Verbots.

evangelisch.de

Bei der Anhörung, die am Donnerstagnachmittag eröffnet wurde, geht es um eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza, das am 22. August ein solches Verbot an den Stränden der südfranzösischen Gemeinde Villeneuve-Loubet für rechtmäßig erklärt hatte. Die Menschenrechtsliga und das Komitee gegen Islamophobie hatten daraufhin den Staatsrat angerufen.

Der Burkini – eine Zusammenziehung von Burka und Bikini – ist ein den ganzen Körper bedeckender Badeanzug für muslimische Frauen, der nur Gesicht, Hände und Füße sichtbar lässt. Das Baden am Strand der betroffenen Gemeinden ist im Wortlaut Personen verboten, die keine „korrekte Kleidung tragen, die den guten Sitten und dem Prinzip der Laizität entspricht und Hygiene- und Sicherheitsregeln im öffentlichen Meer respektiert“.

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Eine Form von Häresie: Wiederverheiratete Geschiedene

Robert Sarah (2015) Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/François-Régis Salefran

Eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte „theologisch verantwortbare und pastoral angemessene“ Lösungen durchsetzen wollen – Leseprobe 8 aus dem Buch von Kardinal Sarah: „Gott oder Nichts – Ein Gespräch über den Glauben“

 

kath.net

Interviewfrage an Kardinal Sarah: Im letzten Dezember hat Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, erklärt: »Die Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, gehört weltweit zu den drängenden Herausforderungen der Ehe- und Familienpastoral im Kontext der Evangelisierung.« Welche Ansicht haben Sie zu diesem Thema, das zu den Fragen der letzten Synode im Oktober 2014 gehörte?

Kardinal Sarah: Ich habe großen Respekt vor Kardinal Reinhard Marx. Doch diese allgemeine Aussage scheint mir Ausdruck einer Ideologie zu sein, die man im Gewaltmarsch der ganzen Kirche aufoktroyieren will.
Nach meiner Erfahrung – vor allem nach dreiundzwanzig Jahren als Erzbischof von Conakry und neun Jahren als Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker – ist die Frage von »Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind«, keine drängende Herausforderung für die Kirchen Afrikas oder Asiens.

Im Gegenteil, es handelt sich um eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte »theologisch verantwortbare und pastoral angemessene« Lösungen durchsetzen wollen, die der Lehre Jesu und dem kirchlichen Lehramt radikal widersprechen.

Die dringendste Notwendigkeit in den Missionsländern besteht darin, eine Seelsorge aufzubauen, deren einziges Ziel die Antwort auf die Frage ist: Was bedeutet es in der heutigen geschichtlichen und kulturellen Situation unserer globalisierten Gesellschaften, wirklich Christ zu sein? Wie kann man furchtlose und großherzige Christen, eifrige Jünger Christi heranbilden?

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Is Big Pharma Out to Stop—Or Take Over—Marijuana Legalization?

Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Geoffrey Guy stood out when he began attending conferences of the National Organization for the Reform of Marijuana Laws in Washington, DC, in the mid to late 1990s. The stout British gentleman, dressed in a Brooks Brothers suit, was hard to miss among the other attendees dressed in tie-dye shirts and psychedelic parkas, recalled Allen St. Pierre, then NORML’s deputy national director.

By Joel Warner | MOTHERBOARD

But while he might not have fit in, Guy, a doctor in his early 40s who’d already made millions by founding a UK-based pharmaceutical company, was eager to learn all he could at the events about medical marijuana.

“He was like a dry sponge who desperately wanted to be thrown in a bucket of water,” said St. Pierre, who recently resigned from his 11-year stint as NORML’s executive director to pursue private-sector opportunities.

What Guy absorbed at those conferences and other fact-finding excursions became the basis for GW Pharmaceuticals, a UK drug company he founded with fellow doctor Brian Whittle in 1998 that has now become a major player in the legal marijuana industry by developing Sativex, a groundbreaking marijuana-derived drug sold in more than a dozen countries worldwide, and Epidiolex, a cannabis-based seizure medication that’s on a fast track to become the first cannabis-based drug approved in the United States.

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Abdel-Hakim Ourghi: «Dieser Islam gehört nicht zu Deutschland!»

Das konservative Glaubensverständnis, das in vielen Moscheen gepflegt wird, sieht Abdel-Hakim Ourghi als Hindernis für die Integration.(Bild: Ina Fassbender/Reuters)
Durch seine prononcierte Kritik an deutschen Moscheevereinen hat der Islamwissenschafter Abdel-Hakim Ourghi Staub aufgewirbelt. Gerade wer den Islam liebe, sagt er, müsse für seine Reform eintreten.

Von Beat Stauffer | Neue Zürcher Zeitung

Herr Ourghi, Sie sind kürzlich mit sehr scharfen Äusserungen über die muslimischen Dachverbände in Deutschland an die Öffentlichkeit getreten. Diese seien noch «meilenweit» von einem aufgeklärten Islam entfernt, duckten sich weg und stählen sich aus ihrer Verantwortung.

Die religiöse und politische Sozialisation sehr vieler Muslime in Deutschland in ihren Moscheevereinen ist, vereinfacht gesagt, geprägt von einer Pädagogik der Unterwerfung, die in den türkischen und auch in den arabischen Gemeinden durch sogenannte Import-Imame praktiziert wird. Diese hat verheerende Folgen.

Und diese Imame prägen wesentlich das Islam-Verständnis von unzähligen jungen Muslimen in Deutschland . . .

So ist es. Unsere Kinder werden durch den Koranunterricht aus ihrer westlichen Lebenswelt herausgerissen. Den 970 türkischen Imamen in den Ditib-Gemeinden, die in den meisten Fällen kein Deutsch sprechen, fehlt zudem jeglicher pädagogische und didaktische Ansatz. Es geht ihnen in erster Linie um die Weitergabe einer unreflektierten Tradition. Das ist der religiöse Hintergrund. Der politische ist, dass diese Imame die Aufgabe haben, die Beziehung der betreffenden türkischen Menschen zu ihrer Heimat aufrechtzuerhalten.

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Pfäffische Gier: Katholische Kirche in NRW gegen schnelle Ablösung der Staatsleistungen

Bild: tilly
Bild: tilly
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen wendet sich gegen eine vorschnelle Ablösung der Staatsleistungen an die Glaubensgemeinschaften.

domradio.de

Forderungen der Grünen nach sofortiger Ablösung seien „wohlfeil, aber nicht hilfreich“, sagte der Vertreter der fünf NRW-Bistümer bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, der in Gelsenkirchen erscheinenden Wochenzeitung „Neues Ruhr-Wort“ (Samstag).

Die Grünen in NRW hatten angekündigt, im Wahlkampf auf Landes- und Bundesebene für eine Reform des Verhältnisses von Staat und Kirche einzutreten. „Jedes Jahr zahlen die Steuerzahler in Deutschland über 500 Millionen Euro an die beiden großen Kirchen, ohne dass diese dafür eine Leistung erbringen müssen“, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Schweiz: Kulturkampf um Kirchen- und Kuhglocken

Läuten mit dem Segen des Bundesgerichts: Die Kirchenglocken von Gossau (ZH). (Bild: Christoph Beutler / NZZ)
Lautstark wird gegenwärtig über die Immissionen von urschweizerischen Traditionen debattiert. Befeuert werden die Kontroversen von einer durch und durch eidgenössischen Institution.

Von Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Die Angelegenheit hat Albert Rösti in derart negative Schwingungen versetzt, dass er sie unbedingt loswerden musste. An der DV in Wettingen berichtete der SVP-Präsident mit grosser Sorge, «der Zerfall unserer Werte wird von hochdekorierten Persönlichkeiten unseres Landes vorangetrieben». Hochdekoriert sind sie tatsächlich die ETH-Forscher, die herausgefunden haben, dass Glockenschläge die Schlafqualität verschlechtern. Wegen dieser Studie dürfen die Glocken der Kirche Worb nachts nur noch die vollen Stunden schlagen – statt jede Viertelstunde. Unter dem Applaus der Delegierten schimpfte Rösti, die gleichen Persönlichkeiten, die unseren Werten nicht mehr Sorge tragen, seien jene, die sich gegenüber anderen Kulturen besonders dem Islam inklusive der Verschleierung übertolerant zeigten.

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Terre des femmes für generelles Burkaverbot

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Frauenrechtsorganisation: «Es ist an der Zeit, dass alle Parteien in Deutschland begreifen, dass es hier sowohl um die Verteidigung der Frauenrechte als auch unseres Grundgesetzes geht» – «Wir fordern ein Verbot der Ganzkörperverschleierung»
 

kath.net

Die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes hat sich erneut für ein generelles Burkaverbot ausgesprochen. «Es ist an der Zeit, dass alle Parteien in Deutschland begreifen, dass es hier sowohl um die Verteidigung der Frauenrechte als auch unseres Grundgesetzes geht», erklärte Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle am Mittwoch in Berlin. Mimik und Gestik seien sichtbarer Ausdruck der Identität eines Menschen. Diese Sichtbarkeit der Person sei eine der Voraussetzungen für einen persönlichen Dialog und trage zur Vertrauensbildung bei. Auch ein Teilverbot, für das sich die Unions-Innenminister ausgesprochen haben, lehnt die Organisation ab.

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Verfassungsschützer beobachten Moschee-Dachverband

muslimbrotherhoodDem Moschee-Dachverband Rhein-Main werden Kontakte zur islamistischen Muslimbruderschaft vorgeworfen. Der Verfassungsschutz ist alarmiert. Zuschüsse für ein Demokratie-Förderprogramm wurden gestoppt.

DIE WELT

Der Deutsch-Islamische Vereinsverband Rhein-Main (DIV) steht seit dem 16. August unter Beobachtung des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Nach intensiver Prüfung bestünden Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen, bestätigte das hessische Innenministerium, wie hr-iNFO am Donnerstag meldete.

„Von den 46 Mitgliedsvereinen ist etwa ein Drittel als extremistisch oder extremistisch beeinflusst zu bewerten“, erklärte ein Sprecher. Unter den Funktionsträgern des Verbandes befänden sich Personen, die dem extremistischen Spektrum zugerechnet werden.

Die extremistischen oder extremistisch beeinflussten Mitgliedsvereine sowie Funktionsträger wiesen Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft auf. Zum Teil seien auch salafistische Bezüge gegeben.

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Kirchen waren nie tabu

Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nach einem gewaltsam beendeten Kirchenasyl konnte eine Asyl-Initiative die drohende Abschiebung eines Flüchtlings stoppen. Neben der Erleichterung über den guten Ausgang nimmt jetzt die Kritik über das Abschiebungsverfahren zu. Landesinnenminister Jäger soll Erklärung abgeben.

MiGAZIN

Der 31-jährige Flüchtling, der gewaltsam aus einem Kirchenasyl in Münster abgeführt wurde, soll im westfälischen Nordkirchen untergebracht werden. Das Verwaltungsgericht Münster hatte im Zuge eines Eilantrages die drohende Abschiebung nach Ungarn ausgesetzt. Asyl-Initiativen kritisieren das Vorgehen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie des Kreises Coesfeld. Sie sehen einen Bruch des Kirchenasyls und fordern Aufklärung.

Der Flüchtling habe eine Bescheinigung des Kreises Coesfeld erhalten, dass er sich bis Donnerstag in Nordkirchen einfinden solle, sagte ein Sprecher der Gemeinde am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst. Bis zum Mittwochnachmittag sei er zwar noch nicht eingetroffen. Der Mann werde aber von ehrenamtlichen Helfern betreut. „Daher gehen wir davon aus, dass das klappt“, sagte der Sprecher. In Nordkirchen habe die Gemeinde Wohnungen für Flüchtlinge angemietet. Der Mann war auch vor seinem Kirchenasyl in Nordkirchen untergebracht.

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Ablehnung von Flüchtlingen wächst weltweit

Bild: heise.de
44 Prozent der Deutschen sind nach einer Umfrage für die Schließung der Grenzen, 51 Prozent glauben nicht an eine erfolgreiche Integration

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Für die internationale Umfrage in 22 Ländern wurden mehr als 16.000 Menschen (16-65 Jahre) zwischen dem 24.Juni und dem 8. Juli befragt, also noch vor den Terroranschlägen in Nizza und Gaziantep oder den Anschlägen in Ansbach und Würzburg. Einwanderung wird zunehmend negativ beurteilt, die in Deutschland kurzzeitig gefeierte Willkommenskultur schwindet hier wie anderswo. Für 49 Prozent gibt es zu viele Flüchtlinge in ihrem Land, 40 Prozent treten für eine Schließung der Grenzen ein, nur 20 Prozent sehen in der Zuwanderung positive Aspekte, 46 Prozent sagen, dass die Einwanderung ihr Land auf eine unerwünschte Weise verändert. Eine Mehrheit in fast allen Ländern, eine Ausnahme ist nur Japan, sagt, dass die Zuwanderung in den letzten 5 Jahren angestiegen sei, allen voran mit 96 Prozent in der Türkei, in Schweden, Deutschland und Südafrika mit über 90 Prozent der Menschen.

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