Italienisches Gericht verurteilt Muslime wegen Christenmord

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Gericht in Palermo verhängt 18 Jahre Haft, weil 2015 Muslime auf der Flucht über das Mittelmeer offenbar 12 Christen ins Meer geworfen hatten – Die Richter werteten religiösen Hass als erschwerenden Umstand

kath.net

Ein italienisches Gericht hat vergangene Woche sechs Migranten zu 18 Jahren Haft verurteilt, weil sie im April 2015 zwölf Christen ins Meer geworfen hatten, diese waren ertrunken. Die Richter werteten religiösen Hass als erschwerenden Umstand. Ein Angeklagter wurde wegen Schlepperei zu vier Jahren Haft verurteilt, weitere Anklagte wurden freigesprochen.

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Kanada verstärkt wegen Migrantenwelle aus USA Grenzpolizei

Kanadische Polizisten greifen Flüchtlinge auf. – REUTERS
Kanadische Polizisten greifen Flüchtlinge auf. – REUTERS
Wegen des härteren Kurses der US-Regierung flüchten immer mehr Migranten von den USA nach Kanada.

Die Presse.com

Die kanadische Polizei verstärkt wegen der wachsenden Zahl von Asylbewerbern ihre Kräfte an der Grenze zu den USA. Sowohl die Grenzschutzbehörde CBSA als auch die Bundespolizei RCMP hätten mehr Personal in die Provinz Quebec beordert, erklärten beide Behörden am Montag.

Demnach wurde auch ein provisorisches Aufnahmezentrum eingerichtet, um die wachsende Zahl der Neuankömmlinge aus den USA zu bewältigen. Dem Grenzschutz zufolge stieg die Zahl der ankommenden Asylbewerber in Quebec im Jänner auf 452. Vor einem Jahr waren es noch 137.

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REVEALED: Bannon told Germany that US would follow his apocalyptic vision — a week before Pence’s visit

Steve Bannon (Foto: Screen-Capture)
Steve Bannon (Foto: Screen-Capture)
In the week before U.S. Vice President Mike Pence visited Brussels and pledged America’s “steadfast and enduring” commitment to the European Union, White House chief strategist Steve Bannon met with a German diplomat and delivered a different message, according to people familiar with the talks.

RAWSTORY

Bannon, these people said, signalled to Germany’s ambassador to Washington that he viewed the EU as a flawed construct and favoured conducting relations with Europe on a bilateral basis.

Three people who were briefed on the meeting spoke to Reuters on condition of anonymity due to the sensitivity of the matter. The German government and the ambassador, Peter Wittig, declined to comment, citing the confidentiality of the talks.

A White House official who checked with Bannon in response to a Reuters query confirmed the meeting had taken place but said the account provided to Reuters was inaccurate. “They only spoke for about three minutes and it was just a quick hello,” the official said.

The sources described a longer meeting in which Bannon took the time to spell out his world view. They said his message was similar to the one he delivered to a Vatican conference back in 2014 when he was running the right-wing website Breitbart News.

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Der Aufstieg des Islam

Der Prophet Mohammed in einer historischen Darstellung. Für den Islamwissenschaftler Lutz Berger gibt es in der Islam-Debatte zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren. (imago/stock&people)
Der Prophet Mohammed in einer historischen Darstellung. Für den Islamwissenschaftler Lutz Berger gibt es in der Islam-Debatte zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren. (imago/stock&people)
Der Islam ist nicht das Fremde, sondern Teil der spätantiken Mittelmeerwelt, aus der auch das heutige Europa hervorgegangen ist, konstatiert der Kieler Islamwissenschaftler Lutz Berger in seinem Buch „Die Entstehung des Islam. Die ersten hundert Jahre“. Darin widerspricht er der These, der Islam sei per se eine kriegerische Religion. Stattdessen seien Muslime stark geworden, weil ihre Gegner schwach waren.

Von Jan Kuhlmann | Deutschlandfunk

Über den Islam wird in Deutschland und anderswo heftig diskutiert. Doch von der Art und Weise, wie das allzu oft geschieht, hält der Islamwissenschaftler Lutz Berger wenig. Für ihn gibt es zu viel Schwarz und Weiß in der Debatte – was bei ihm heißt: zu viele unhistorische Rückgriffe auf die Anfangszeit des Islam vor rund 1.400 Jahren.

„Viele sogenannte Islamkritiker meinen, dass alles Denken und Tun der Muslime bereits in einem wörtlich zu verstehenden Koran vorgezeichnet sei und sehen im Propheten Mohammed einen direkten Wegbereiter heutiger militanter Bewegungen. Konservativ-traditionalistische Muslime argumentieren ganz anders, aber oftmals genauso unhistorisch, und zeichnen von der Frühzeit des Islam das idealisierte Porträt eines Zeitalters der Glückseligkeit, von dessen Errungenschaften wir Heutigen alles lernen könnten, was wir brauchen, um die Probleme der Gegenwart zu lösen.“

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Leonardo da Vincis genialer Panzer hatte 16 Geschütze

Universalgenie der Renaissance. Leonardo da Vinci(1452-1619) im Selbstportät. Quelle: picture alliance/Luisa Ricciar
Universalgenie der Renaissance. Leonardo da Vinci(1452-1619) im Selbstportät. Quelle: picture alliance/Luisa Ricciar
Er war nicht nur ein großer Künstler, sondern auch ein Militärtechniker. Leonardo da Vinci entwarf rollende Geschütze und eine Art Maschinengewehr. Den Triumph seiner Grundidee erlebte er noch.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Sein Name steht für die perfekte Verbindung von genialer Kunst und bahnbrechender Wissenschaft. Schon den Zeitgenossen galt Leonardo da Vinci (1452–1519) als Inbegriff eines Universalgelehrten, der das letzte Abendmal Christi ebenso formvollendet gestalten konnte wie den Palast eines Königs oder die Müllabfuhr von Mailand. Aber als italienischer Intellektueller der Renaissance wusste Leonardo seinen Marktwert auch durch Beiträge zu der dunklen Seite jener Epoche zu erhöhen: Mit einer Fülle von Kriegsgeräten faszinierte er seine Auftraggeber, die den Beginn der Neuzeit vor allem mit endlosen Kriegen begleiteten. Sogar ein Panzer gehörte zu seinen gefürchteten Konstruktionen.

Dass der Schöpfer der „Mona Lisa“ sich mit mörderischen Waffen beschäftigte, mag seine heutigen Bewunderer verblüffen. Zu seiner Zeit war es eher ein Ausweis von pragmatischer Intelligenz. Die bewies der Sohn eines Notars und einer Magd oder Sklavin, der in Florenz früh sein Talent als Maler hatte ausbilden können, als er sich 1482 nicht – wie viele seiner Freunde – um die Gunst des verschwenderischen Papstes Sixtus IV. bemühte, sondern sich bei den Sforza, den Herren Mailands, bewarb. Die waren zum einen mit den Medici von Florenz verbündet, zum anderen an militärischer Unterstützung im Kampf gegen Venedig interessiert. In seinem Bewerbungsschreiben versprach Leonardo, diese zu liefern.

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Facebook-„Haha“: Wenn über tote Flüchtlinge gelacht wird

Eine Meldung bei NTV über den Suizid eines Flüchtlings hält bei über 440
Eine Meldung bei NTV über den Suizid eines Flüchtlings hält bei über 440 „Haha“-Reaktionen
Das soziale Netzwerk bietet neben dem „Gefällt mir“ auch andere Reaktionen auf Beiträge an, die für Hass missbraucht werden

Von Fabian Schmid | derStandard.at

Ein Schiffsunglück im Mittelmeer, bei dem mehr als 500 Flüchtlinge ertrunken sind: Das finden hunderte Facebook-Nutzer lustig. Zumindest erwecken sie diesen Eindruck, indem sie als Reaktion auf die Nachricht ein lachendes Emoji auswählen. Egal, ob auf der Facebook-Seite der „Bild“-Zeitung, auf „Russia Today“ oder bei der „Zeit im Bild“: Die von Facebook als „Haha“ betitelten Reaktionen finden sich bei vielen Meldungen über Todesfälle von Flüchtlingen. Ein Facebook-Beitrag von NTV über den Suizid eines 17-jährigen Asylwerbers hält nach wie vor bei über 440 lachenden Smileys.

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Kirchengemeinden bieten mehr Flüchtlingen Asyl

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Immer mehr Kirchengemeinden gewähren Flüchtlingen Unterschlupf, um sie vor Abschiebung zu schützen. Im Januar stieg die Zahl der Fälle um 16 Prozent, verglichen mit dem Vorjahresmonat.

SpON

Die Zahl der Kirchengemeinden, die Flüchtlingen zum Schutz vor Abschiebung Kirchenasyl gewährt, ist erneut gestiegen. Mitte Januar zählte die Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ bundesweit 323 solcher Asylfälle mit 547 Menschen, davon 145 Kinder.

Mitte Januar 2016 hatte die von beiden großen Kirchen getragene Initiative 277 Kirchenasylfälle mit 449 Flüchtlingen registriert – ein Plus von gut 16 Prozent. Im Januar 2015 hatte es 200 Fälle mit 359 Flüchtlingen gegeben.

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Weltraumteilchen stören unsere Elektronik

Die sekundären Teilchenschauer der kosmischen Strahlung können Bit-
Die sekundären Teilchenschauer der kosmischen Strahlung können Bit-„Mutationen“ im Computercode verursachen © NASA
Kosmische Störer: Wenn unser Rechner oder das Smartphone abstürzt, dann könnte der Grund im Weltraum liegen. Denn energiereiche Teilchen der kosmischen Strahlung können hier auf der Erde Fehler in elektronischen Geräten verursachen, wie eine Studie belegt. Die Teilchentreffer lassen einzelne Bits „umkippen“ und stören so die Funktion vor allem von miniaturisierten Transistoren.

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Dank des Erdmagnetfelds und weiterer Schutzschilde unseres Planeten sind wir vor dem größten Teil der kosmischen Strahlung abgeschirmt. Doch einige der kosmischen Teilchen gelangen dennoch in die Erdatmosphäre, kollidieren mit Gasmolekülen und erzeugen eine ganze Kaskade energiereicher Sekundärteilchen – darunter Neutronen, Myonen, Alphateilchen und sogar Higgs-Bosonen.

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Mexiko: Fahndung nach Priester, wegen mutmaßlicher Vergewaltigung

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Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft fahndet nach dem früheren Generalvikar der mexikanischen Erzdiözese Oaxaca, Carlos Franco Perez. Dem Priester wird die Vergewaltigung eines Jugendlichen im Vorjahr zur Last gelegt, berichtete das Portal „vanguardia.com.mx“ am Montag.

Radio Vatikan

Er soll die Tat in alkoholisiertem Zustand in einem zur Kathedrale gehörenden Raum begangen haben. Nach einer Anzeige und Festnahme wurde der Geistliche zunächst vom Richter freigelassen. Diese Entscheidung wurde nun in zweiter Instanz rückgängig gemacht.

Laut Angaben des Rechtsanwalts des Opfers, Joaquin Aguilar Mendez vom Opferschutzvereins SNAP, droht dem Beschuldigten eine Haftstrafe von 18 Jahren. Kommt es zur Verurteilung, wäre dies in Mexiko das erste Mal in einem derartigen Fall.

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Ein Tabubruch zu viel von „Breitbart“-Journalist Milo Yiannopoulos

 Bis zum Sonntag war Milo Yiannopoulos ein gefragter Redner bei Amerikas Konservativen. (Foto: AP)
Bis zum Sonntag war Milo Yiannopoulos ein gefragter Redner bei Amerikas Konservativen. (Foto: AP)
Der Posterboy der Rechten verteidigt sexuelle Beziehungen zwischen 13-jährigen Jungen und älteren Männern. Jetzt lassen Amerikas Konservative ihr einst hofiertes Enfant terrible fallen.

Von Johanna Bruckner | Süddeutsche.de

Sein Spiel mit der Grenzüberschreitung hat Donald Trump geholfen, US-Präsident zu werden. Das auszusprechen, was die political correctness (vermeintlich) verbietet, was beim Establishment für Entsetzen sorgt, ist en vogue in Teilen Amerikas. Einer, der dafür ein besonderes Talent hat, ist Milo Yiannopoulos. 33 Jahre alt, Brite mit griechischen Wurzeln, Journalist beim umstrittenen Portal Breitbart, schwul. All diese Dinge sind erwähnenswert, denn sie gehören zu Yiannopoulos‘ Rechtfertigungsnarrativ und machen ihn in den Augen seiner Anhänger unangreifbar. Yiannopoulos ist der Posterboy des Alt-Right-Movement und er war bis zum vergangenen Wochenende das hofierte enfant terrible der amerikanischen Konservativen.

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Verein schließt Fussilet-Moschee offenbar von sich aus

Als Islamisten-Zentrum bekannt: die Fussilet-Moschee in der Perleberger Straße.Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Als Islamisten-Zentrum bekannt: die Fussilet-Moschee in der Perleberger Straße.Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Der Salafisten-Treffpunkt in Moabit, in dem auch der Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri verkehrte, soll einem Medienbericht zufolge dicht sein.

Von Ingo Salmen | DER TAGESSPIEGEL

Der Trägerverein der Fussilet-Moschee in der Perleberger Straße ist offenbar einer Schließung durch die Behörden zuvorgekommen. Wie der RBB berichtet, soll der Salafisten-Treff in Moabit bereits geschlossen sein – nachdem Moscheeverein und Hauseigentümer sich auf ein Ende des Mietverhältnisses geeinigt hätten. Möbel und Gebetsteppiche seien bereits abtransportiert worden.

Eine amtliche Bestätigung für die freiwillige Schließung gab es zunächst nicht. Indirekt geht aus dem Bericht jedoch hervor, dass auch die Polizei im Bilde ist. „Wir haben bis jetzt noch keine neuen Erkenntnisse, was eine Nachfolge-Moschee angeht“, zitierte der Sender deren Sprecher Winfried Wenzel. Einschlägig bekannte andere Einrichtungen blieben aber weiterhin auf dem Radar der Sicherheitsbehörden. „Wir haben alles unternommen, um die gefährlichen Personen zu erkennen und im Blick zu behalten.“

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Abkehr von der Zweistaatenlösung

 Bild: Akiersch/CC0
Bild: Akiersch/CC0
Trumps Vorstoß könnte Chancen für eine Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina eröffnen

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Wie bei vielem, was zurzeit über die Trump-Administration berichtet wird, ist auch die Diskussion um die Zweistaatenlösung im Konflikt Israel-Palästina mit viel Alarmismus verknüpft. Tatsächlich hat Trump erklärt, nicht mehr auf einer Zweistaatenlösung zu bestehen, sondern die Konfliktparteien ohne vorherige Festlegung eine Lösung finden zu lassen.

Diese Position klingt doch erst einmal ganz vernünftig. Schließlich hat die Festlegung auf diese Zweistaatenlösung nicht zum Friedensprozess beigetragen. Die Festlegung stammt noch aus der Zeit, als mit dem Osloer Abkommen eine Friedenslösung auf der Grundlage von zwei Staaten in absehbarer Zeit möglich erschien. Seitdem wird das Mantra der Zweistaatenlösung immer wieder hoch gehalten und jede Seite wirft der anderen vor, dagegen verstoßen zu haben.

So wird Israels Siedlungspolitik immer als größtes Hindernis für diese Zweistaatenlösung bezeichnet. Israels Ministerpräsident lenkt demgegenüber den Fokus auf die Aktivitäten verschiedener bewaffneter Gruppen unter den Palästinensern, auf ihre Verbindungen zur Hamas, aber auch zur Abbas-Regierung, die sich eigentlich längst hätte längst Wahlen stellen müssen. Wegen des Dauerkonflikts zwischen der PLO und der Hamas wurden die immer wieder abgesagt.

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„Es ist nicht legitim, eine Frau zu behandeln, als wäre sie ein ausgeliehener Akkuschrauber“

„Die Menschen tun so, als würde sie das Thema nicht betreffen“: Die Autorin Nora Bossong hat Orte erkundet, an denen mit Sex Geld gemacht wird. (Foto: dpa)
Wie soll unsere Gesellschaft mit Prostitution umgehen? Und warum kaufen sich Frauen keinen Sex? Für ihr Buch „Rotlicht“ erforschte die Autorin Nora Bossong das Geschäft mit der Lust.

Interview von Luise Checchin | Süddeutsche.de

Wie verändert sich das Erleben von Sexualität, wenn man Geld dafür bezahlt? Das ist die Kernfrage in Nora Bossongs Reportagenband „Rotlicht“. Die 35-jährige Schriftstellerin hat dafür Orte erkundet, die sonst meist nur dem männlichen Blick vorbehalten sind: Von der Frankfurter Tabledancebar über eine Sexmesse in Berlin bis zur Verrichtungsbox auf dem Dortmunder Straßenstrich.

SZ.de: Beim Wort „Rotlicht“ hat jeder sofort bestimmte Bilder im Kopf. Sind Sie während Ihrer Erkundungen auch auf Orte gestoßen, die ganz anders waren als erwartet?

Nora Bossong: Das Sexkino in Hamburg hat mich überrascht. Ich hatte die naive Vorstellung, man gehe dorthin, um sich tatsächlich einen Porno auf einer Leinwand anzuschauen. Aber es ist ja eigentlich klar, dass das in Zeiten der Internetpornographie nicht mehr der Grund sein kann. Stattdessen wurde dort in einem der Räume live relativ extremer, orgiastischer Sex praktiziert, bei dem es mir schon mulmig wurde. Andere Orte widersprachen aber auch gar nicht so sehr meiner Vorstellung und trotzdem ist es immer noch einmal etwas anderes, sich die Dinge in der Realität anzugucken. Das Laufhaus, in dem ich war, sah auf den ersten Blick zum Beispiel aus wie erwartet: Flure, dahinter Zimmer. Aber es waren dann die Details, die Brüche oder Irritationen, die diesen Ort greifbar machten: Das Teelicht, das noch einen Rest an Behaglichkeit ausstrahlen sollte, aber total verloren wirkte an diesem ansonsten auf die Verrichtung ausgerichteten Ort. Oder die Bibel, in einem Plastikumschlag, die dort auf dem Tisch lag.

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Exorzismus-Prozess: Haft für vom Glauben Besessene

Monatelang wurde verhandelt. Eine der Angeklagten verdeckt sich das Gesicht, während sie mit einer Dolmetscherin spricht. Foto: dpa
Monatelang wurde verhandelt. Eine der Angeklagten verdeckt sich das Gesicht, während sie mit einer Dolmetscherin spricht. Foto: dpa
Im Prozess um die tödliche Teufelsaustreibung in Frankfurt muss nur die Hauptangeklagte für sechs Jahre in Haft.

Von Stefan Behr | Frankfurter Rundschau

Am Ende, als das Urteil längst gesprochen ist, fährt etwas in Frau K. Vermutlich ist es Verzweiflung. Soeben hat das Landgericht die 44 Jahre alte Hauptangeklagte im sogenannten Exorzismus-Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Ihre vier Mitangeklagten sind mit Bewährungsstrafen davongekommen und wollen und werden nun so schnell wie möglich in ihre südkoreanische Heimat zurückkehren. Frau K., der dies verwehrt ist, beginnt zu schreien und mit den Fäusten auf den Tisch zu schlagen.
So hatte auch alles angefangen. In einer Dezembernacht 2015, als die übernächtigte und nach eigener Überzeugung von Dämonen gejagte Truppe aus einem vermeintlichen Spukhaus in Sulzbach in ein Frankfurter Hotelzimmer geflohen war. Doch auch hier war das spätere Opfer nicht sicher: Die Frau begann plötzlich, in fremden Zungen zu reden, zu schreien und um sich zu schlagen.

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Kardinal Burke wirft Interimschef der Malteser Verleumdung vor

foto: reuetrs/bianchi Kardinal Raymond Burke ist
foto: reuetrs/bianchi Kardinal Raymond Burke ist „erstaunt“ und wirft dem interimistischen Leiter des Malteserordens „Verleumdung“ vor.
Botschafter des Vatikans beim Malteserorden will nicht für die Entlassung des Großkanzlers Boeselager verantwortlich sein

derStandard.at

Der päpstliche Botschafter beim Malteserorden in Rom, Kardinalpatron Raymond Leo Burke, hat mit scharfen Worten zurückgewiesen, im Dezember den Rücktritt des Großkanzlers der Malteser, Albrecht von Boeselager, gefordert zu haben.

Burke reagiert damit auf ein Interview des STANDARD mit dem interimistischen Leiter des Malteserordens, Großkomtur Ludwig Hoffmann-Rumerstein.

Bei dem Treffen am 6. Dezember des Vorjahres waren neben dem Kardinalpatron und dem Großkanzler nur der Großkomtur und Großmeister Matthew Festing anwesend. Dabei war über die Verantwortung für die Verteilung von Kondomen im Rahmen eines Projekts der Hilfsorganisation Malteser International in Myanmar vor einigen Jahren gesprochen worden. Festing hatte in der Folge die Entlassung Boeselagers durchgesetzt, woraufhin der Papst intervenierte. Festing musste Ende Jänner zurücktreten, und Boeselager erhielt sein Amt zurück, Hoffmann-Rumerstein leitet seither den Orden interimistisch.

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Betrugsvorwurf: Polizei durchsucht Front-National-Zentrale

Parteichefin Marine Le Pen wird der Missbrauch von Geldern des Europäischen Parlaments vorgeworfen. Foto: WAEL HAMZEH/EPA/REX/Shutterstock
Parteichefin Marine Le Pen wird der Missbrauch von Geldern des Europäischen Parlaments vorgeworfen. Foto: WAEL HAMZEH/EPA/REX/Shutterstock
Polizisten durchsuchen die Zentrale des rechtsextremen Front National in Paris – wegen des Verdachts auf MIssbrauch von Geldern des Europäischen Parlaments. Die Partei sieht darin eine Störung des Präsidentschaftswahlkampfs.

Frankfurter Rundschau

Die Polizei hat die Parteizentrale des rechtsextremen Front National in Paris durchsucht. Grund sei der Verdacht auf Missbrauch von Geldern des Europäischen Parlaments, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus Parteikreisen. Der Front National warf den Behörden in einer Stellungnahme vor, die Aktion wirke wie der Versuch, den Präsidentschaftswahlkampf zu stören. Der Europa-Abgeordneten und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen wird vorgeworfen, eine Sekretärin im Parlament als Assistentin bezeichnet und dann wesentlich höhere Gehälter vom Parlament kassiert zu haben. In einem zweiten Fall soll ein Leibwächter als Parlamentsassistent deklariert worden sein. Le Pen hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Europäische Parlament hatte Ende Januar entschieden, dass Le Pen fast 300.000 Euro zurückzahlen muss.

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Polizeigewahrsam für deutsch-türkischen Journalisten verlängert

 Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel befindet sich in der Türkei in Polizeigewahrsam © Can Merey/DPA
Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel befindet sich in der Türkei in Polizeigewahrsam © Can Merey/DPA
Seit bald einer Woche ist der deutsche Journalist Deniz Yücel in Polizeigewahrsam, wo er auf Antrag der Staatsanwaltschaft nun zunächst bleiben muss. Amnesty fordert die Behörden auf, Beweise für eine Straftat zu präsentieren – oder Yücel umgehend freizulassen.

stern.de

Der in der Türkei festgenommene „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel bleibt vorerst in Polizeigewahrsam. „Am Montag teilte die Polizei Yücels Rechtsanwälten mit, dass der Staatsanwalt die Verlängerung des Gewahrsams um weitere sieben Tage verfügt hat“, meldete die „Welt“. Der Journalist – der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt – hatte sich am vergangenen Dienstag bei der Polizei gemeldet, weil wegen Terrorverdachts nach ihm gefahndet wurde. Er war dann in Polizeigewahrsam genommen worden.

Während des Ausnahmezustands können Verdächtige in der Türkei sieben Tage in Polizeigewahrsam gehalten werden. Diese Frist wäre bei Yücel (43) am Dienstagnachmittag ausgelaufen. Der Gewahrsam kann – wie in seinem Fall geschehen – auf Beschluss des Staatsanwaltes um weitere sieben Tage verlängert werden. Spätestens nächste Woche Dienstag muss Yücel entweder freigelassen oder einem Haftrichter vorgeführt werden. Dieser Richter müsste dann über Untersuchungshaft entscheiden.

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Dodo Müller: Die katholische Kirche ist keine ‚Papstkirche‘

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation warnt in neuem Buch über Franziskus vor Personenkult – Kirche ist Versammlung

kath.net

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller plädiert für eine behutsame Dezentralisierung der katholischen Kirche. „Im Sinne der Neuevangelisierung müssen auch die Bischöfe, die Synoden und Bischofskonferenzen eine größere Verantwortung wahrnehmen inklusive einer ‚gewissen lehramtlichen Kompetenz'“, schreibt der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation in seinem neuen Buch, das am Montag im Freiburger Verlag Herder erschien.

Papst Franziskus habe mit seiner Forderung nach einer „heilsamen Dezentralisierung“ jedoch keineswegs ein „Signal für einen Richtungswechsel oder eine Revolution im Vatikan gegeben“, so Müller weiter. „Separatistische Tendenzen und präpotentes Verhalten“ schadeten der katholischen Kirche. Eine Bischofskonferenz könne niemals „separate verbindliche dogmatische Erklärungen abgeben oder gar definierte Dogmen und konstitutive sakramentale Strukturen relativieren“. Konkrete Beispiele dafür, was Bischofskonferenzen künftig selbst entscheiden könnten, nennt Müller nicht.

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Nobody Is Sure What Caused a Mysterious Radiation Spike Across Europe

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
Some speculate a Russian nuclear test in the Arctic, but experts say a pharmaceutical facility could be responsible.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

Nuclear scientists are struggling to determine the source of small amounts of nuclear radiation that bloomed over Europe throughout January.

France’s IRSN institute, the public body for radiological and nuclear risks, announced in a statement on February 13 that Iodine-131, a radionuclide of human origin, was detected in trace amounts at ground-level atmosphere in continental Europe. First detected in the second week of January over northern Norway, Iodine-131 presence was then detected over Finland, Poland, Germany, Czech Republic, France, and Spain. However, the levels have since returned to normal and scientists have yet to determine the source of the radiation.

Norway’s Radiation protection Authority (NRPA), which first detected the Iodine-131 over its northern Russian border, told Motherboard over the phone today that the levels present essentially no risk to human health. „I can assure you that the levels are low,“ said a press a spokesperson.

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Agent des türkischen Geheimdienstes: Todesgrüße aus Ankara

Hakan Fidan (rechts), Chef des türkischen Geheimdiensts, mit Recep Tayyip Erdogan Foto: dpa
Hakan Fidan (rechts), Chef des türkischen Geheimdiensts, mit Recep Tayyip Erdogan Foto: dpa
Mehmet Fatih S. lebte als Reporter getarnt in Deutschland. Sein Auftrag: kurdische Aktivisten ausspionieren und einen Mord planen.

Von Markus Sehl | taz.de

Der Plan, Yüksel Koç zu ermorden, passt auf ein Blatt Papier. DIN A4, unliniert, blauer Kugelschreiber: „Wenn Yüksel Koç sterben soll, dann müssen wir mit dem Team im Dauerkontakt stehen und alles genau besprechen.“ Eine leicht krakelige Handschrift, das Datum oben auf der Notiz: 28. Juni 2016. „Der beste Zeitpunkt für die Aktion ist während einer Demonstration.“

Die Notiz soll von Mehmet Fatih S. stammen. Er kam im Frühjahr 2014 nach Deutschland und hat in Bremen als Reporter für Denge TV gearbeitet, einen kleinen kurdischen Fernsehsender aus der Osttürkei. Sein zweiter Auftraggeber aber war offenbar ein viel mächtigerer: der türkische Geheimdienst Millî İstihbarat Teşkilâtı, kurz MİT.

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