Erdogans Charmeoffensive zieht nicht

Der Kuschelkurs des türkischen Präsidenten hat nicht gefruchtet. Union und SPD setzen weiter auf eine harte Linie. Das sorgt für Ärger.

Von Frank Nordhausen | Frankfurter Rundschau

Alles umsonst. Die Treffen beim Tee, die sanften Töne, die Entlassung von Geiseln aus der Untersuchungshaft: Der türkische EU-Minister Ömer Celik spricht von einem „Bruchpunkt“, das regierungsnahe Istanbuler Blatt „Aksam“ von der „Türkeifeindlichkeit der Nazi-Koalition“. Sie reagieren damit auf Passagen des Sondierungspapiers zwischen Union und SPD, in denen diese sich darauf verständigt hatten, den harten Kurs gegenüber der Türkei beizubehalten. Es solle keine Visa-Liberalisierung oder eine Erweiterung der EU-Zollunion geben, solange sich die Lage von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten im Land nicht deutlich bessere.

Die Reaktionen aus Ankara erinnern an den Wahlkampf des vergangenen Frühjahrs, als Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die deutsche Regierung wegen der Auftrittsverbote für türkische Minister mehrfach als Nazis beschimpfte. Die Türken sind verärgert, weil ihre Charmeoffensive der vergangenen Wochen nicht das erwünschte Ergebnis zeitigt.

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Du sollst nicht töten: Abtreibungsverbote und christliche Ethik

Kirche raus aus der Gebärmutter
Journalistin Antje Schrupp spricht sich dafür aus, dass die Radikalität des christlichen Tötungsverbots nur ernstzunehmen sei, wenn die Kirche darauf verzichte, es mit Hilfe staatlicher Gewalt durchzusetzen.

Von Antje Schrupp | evangelisch.de

Das Christentum gilt vielen als frauenfeindliche Religion, und diesem Ruf scheint auch die evangelische Kirche in diesen Tagen wieder gerecht werden zu wollen. Aus Anlass der Debatten über den § 219, der Ärztinnen nicht nur Werbung für Abtreibung verbietet, sondern ganz generell Informationen über den Eingriff, beziehen Bischöfe ebenso wie der evangelikal-konservative Flügel lautstark Position: Diese Gesetze müssen bleiben!

Woher kommt diese „fundamentalistische“ Haltung des Christentums bei diesem Thema?  Es ist, auch wenn viele Feministinnen das glauben, nicht in erster Linie Frauenfeindlichkeit, die dahinter steckt. Dass sich die Kirche hier – ebenso wie übrigens auch bei Themen wie Sterbehilfe oder Pränataldiagnostik – besonders stark gegen den gesellschaftlichen Mainstream stellt, liegt vielmehr daran, dass das Thema einen zentralen Aspekt der christlichen Ethik berührt: das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“.

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Grundgesetz, Scharia und eine wachsame Öffentlichkeit

Bild: SAT1.NRW
Der Fall hat Aufsehen erregt: Junge Männer patrouillierten als Scharia-Polizei in Wuppertal. Sie wollten Muslime abhalten, Alkohol zu trinken oder in Spielsalons zu gehen. Ein „Dummer-Jungen-Streich“ oder doch mehr? Die Frage muss das Landgericht Wuppertal erneut klären.

Von Elisabeth Zoll | MOZ.de

Auch hierzulande gibt es Muslime, die für eine repressive islamische Ordnung werben. Mit Einwanderern aus Ländern, die keine Trennung zwischen religiösen Geboten und staatlichem Recht kennen, kommen auch alternative Rechtsformen in unser Land: Clangesetze, Stammesregeln, religiöses Recht. Passen diese mit unserem Grundgesetz zusammen? Vor allem die Scharia verunsichert.

Mit dem Begriff drängen sich drastische Bilder auf von barbarischen Strafen. Aber auch von Diskriminierung von Frauen im Islam. Die Scharia gilt Nicht-Muslimen als Synonym für Rückständigkeit und Grausamkeit. Dabei ist die Scharia kein festgeschriebenes Gesetzeswerk. Sie hat Vorgaben zur religiösen Praxis, macht Angaben zum Ehe- und Familienrecht, aber auch zu strafrechtlichen Belangen. Der renommierte Islamwissenschaftler Mathias Rohe betont: „Mit der Scharia können Sie auf den Menschenrechten herumtrampeln oder sie können Menschenrechte damit begründen.“ Das ist eine Frage der Interpretation. Hier liegen Gefahren und Chancen.

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Von USA unterstützte neue Kampfeinheit in Syrien verärgert Türkei

Bild. Die Presse.com
Der Aufbau einer neuen Grenztruppe in Syrien durch die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition und der mit ihr verbündeten Milizen verärgert die Türkei.

Die Presse.com

Die Einheit werde 30.000 Kämpfer zählen, kündigte die Koalition am Sonntag an. Sie soll an den Grenzen des von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrollierten Gebiets eingesetzt werden.

Das Bündnis von Milizen in Nord- und Ostsyrien wird von der kurdischen Miliz YPG dominiert. Ein hochrangiger türkischer Regierungsmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Ausbildung der neuen Truppe durch die USA sei der Grund dafür gewesen, warum ein US-Geschäftsträger am Mittwoch in Ankara vorgeladen worden sei. Die Türkei fürchtet ein Erstarken der Kurden im eigenen Land.

Bienen: Mittel gegen Varroa-Milbe entdeckt

Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
Hilfe für Bienen: Forscher könnte ein effektives und günstiges Mittel gegen die gefürchtete Varroa-Milbe gefunden haben. Erste Tests zeigen, dass Lithiumchlorid den Bienenparasit abtötet, wenn die Bienen es mit dem Futter aufnehmen. Im Gegensatz zu bisherigen Behandlungsansätzen ist Lithiumchlorid leicht verfügbar, verträglich und unkompliziert anzuwenden, wie die Wissenschaftler berichten.

scinexx

Die aus Asien nach Europa eingeschleppte Varroa-Milbe gilt als eine der größten Bedrohungen für die europäische Honigbiene. Denn der blutsaugende Parasit schwächt Bienen und ihre Larven und überträgt zudem Krankheitserreger. Im Extremfall kann der Milbenbefall ein Bienenvolk innerhalb von ein bis drei Jahren komplett ausrotten. Um die Varroa-Milben zu bekämpfen, mussten Imker Bienenstöcke bisher mit aggressiven organischen Säuren oder chemisch hergestellten Milbenbekämpfungsmitteln behandeln, die Resistenzprobleme und Rückstände verursachen.

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Abbas nennt Trumps Jerusalem-Entscheidung „Ohrfeige des Jahrhunderts“

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. (Foto: AFP)
  • US-Präsident Trump habe die Jerusalem-Frage „mit einem Tweet vom Tisch gewischt“, kritisiert Palästinenserpräsident Abbas.
  • Er will die USA nicht mehr als Vermittler im Nahostkonflikt akzeptieren.
  • Mit Israel getroffene Vereinbarungen würden überdacht.

Süddeutsche Zeitung

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump als „Ohrfeige des Jahrhunderts“ kritisiert. „Herr Trump hat die Jerusalem-Frage mit einem Tweet vom Tisch gewischt“, sagte Abbas am Sonntag bei einer Rede zum Auftakt eines zweitägigen Treffens des PLO-Zentralrats in Ramallah im israelisch besetzten Westjordanland.

Die Friedensverträge mit Israel erklärte Abbas der Zeitung Haaretz zufolge für „tot“. Trump hatte mit seiner einseitigen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels Anfang Dezember eine jahrzehntelang bestehende Politik der USA beendet.

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Weltklimarat: Politiker verhindern Erreichen von Pariser Klimaziel

foto: arnulf stoffel/dpa via ap Wird es wärmer, steigt der Wasserspiegel.
Der Weltklimarat (IPCC) hält nach einem Bericht der Berliner „tageszeitung“ (Montagsausgabe) das im Pariser Klimaabkommen anvisierte Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, für kaum noch einhaltbar.

derStandard.at

Das 1,5-Grad-Ziel war auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris auf Druck der besonders stark vom Klimawandel betroffenen Staaten in den Vertragstext eingefügt worden.

Dies sei „mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit jenseits des Erreichbaren“, zitiert das Blatt aus einem bisher unveröffentlichten Entwurf der „Zusammenfassung für Entscheidungsfinder“ eines neuen Berichts der weltweit führenden Klimawissenschafter zu dem 1,5-Grad-Ziel. Dem Entwurf des IPCC-Berichts zufolge, der noch überarbeitet und im Herbst veröffentlicht werden soll, macht die aktuelle Politik der beteiligten Staaten diese Begrenzung jedoch praktisch unmöglich.

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Frau entkam religiöser Sex-Sekte „Kinder Gottes“

Dawn Watson (Bild: Facebook)
Eine junge Frau, die in dem religiösen Sex-Kult „Kinder Gottes“ geboren wurde, entkam dieser Sekte. Nun erzählte sie in einem TV-Interview unfassbare Details aus ihrem Leben.

heute.at

„Wir hatten keinen Zugang zur Außenwelt. Als Kind habe ich gelernt, dass alles außerhalb der Gemeinschaft der Teufel war – sehr böse war“: Eine Brasilianerin schockiert mit ihren Aussagen über ihre Kindheit in einer Sex-Sekte, die 1968 von David Berg in Kalifornien begründet worden war.

Vergewaltigung, schwere Strafen und Kindesmissbrauch standen an der Tagesordnung. Doch der Brasilianerin wurde erst im Nachhinein bewusst, wo sie eigentlich aufgewachsen war: „Die Misshandlungen fanden immer in ruhiger Weise statt. `Sag nichts, erzähl niemandem davon´, hieß es.“ Aggression sei keine im Spiel gewesen, alles sei im Namen der Liebe geschehen. ‚Lass mich dir die Liebe Gottes zeigen, ich zeige dir meine Liebe´, hieß es etwa. „Es war schwierig zu erkennen, dass das, was sie gemacht haben, schlimm war“, so Watson.

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This Is Why Understanding Space Is So Hard

The overwhelming success of Einstein’s theory was the final blow for Newton’s absolute space—but without absolute space, we continue to struggle to make sense of the forces evinced by Newton’s spinning bucket of water.. Photograph by Comstock / Getty Images
If all the matter in the universe suddenly disappeared, would space still exist? Isaac Newton thought so. Space, he imagined, was something like Star Trek’s holodeck, a 3-dimensional virtual-reality grid onto which simulated people and places and things are projected. As Newton put it in the early pages of his Principia: “Absolute space, of its own nature, without reference to anything external, always remains homogeneous and immovable.”1

By Dan Falk | NAUTILUS

This seems persuasive in everyday life. I’m walking east, you’re walking west, and the post office stays put: The frame of reference remains static. But Newton’s contemporary, the German mathematician and philosopher Gottfried Leibniz, balked at this idea of absolute space. Take away the various objects that make up the universe, he argued, and “space” no longer holds any meaning. Indeed, Leibniz’s case starts to look a lot stronger once you head out into space, where you can only note your distance from the sun and the various planets, objects that are all moving relative to one another. The only reasonable conclusion, Leibniz argued, is that space is “relational”: space simply is the set of ever-changing distances between you and those various objects (and their distances from one another), not an “absolute reality.” 2

Au contraire, responded Newton. The effects of absolute space are quite observable. And Sir Isaac had just the experiment to prove it: a spinning bucket of water. Simple as the experiment may sound, it set off a debate about the nature of space, time, motion, acceleration, and force that continues to this day.

Ever since the formation of the solar system, billions of years ago, Earth’s been spinning around with its equator “bulging out,” just like the water in the spinning bucket.

In the Principia, Newton asks us to imagine a bucket of water, suspended by its handle from a rope. Turning the bucket clockwise, the rope winds up. What happens when you let go? The bucket begins to spin counter-clockwise, slowly at first, then faster. But something else happens, too: As Newton writes, the surface of the water “will gradually recede from the middle and rise up the side of the vessel, assuming a concave shape.” For a while, the bucket and the water spin together. Eventually, the bucket slows and its spin reverses; the water slows too, gradually flattening again.

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1. Cohen, I.B. & Whitman, A. Isaac Newton / The Principia: Mathematical Principles of Natural Philosophy: A New Translation University of California Press, Berkeley CA (1999). All quotations from The Principia are from this edition.

2. Alexander, H.G. The Leibniz-Clarke Correspondence, Together With Extracts from Newton’s Principia and Opticks Manchester University Press, Manchester (1956).

Die ersten Händler der Menschheit

Moderne Nomaden: Angehörige des Tuareg-Volks in Mali (Foto: Getty Images)
  • Lange Zeit wurden Nomaden als erste Fernhändler der Menschheit angesehen.
  • Doch einige Archäologen bestreiten diese Theorie. Sie vermuten, dass der Handel schon in der Bronzezeit in den Händen von Kaufleuten war.
  • Die Funde verraten viel über den Aufstieg der ersten Städte in Mesopotamien.

Von Andrew Lawler | Süddeutsche Zeitung

Vor nahezu 4000 Jahren erwachte König Zimri-Lim im Königspalast der mesopotamischen Stadt Mari aus einem Albtraum. In diesem hatten Nomaden aus der umliegenden Wüste seine geliebte Frau gefangen. Zimri-Lims Angst, in einem antiken Keilschrifttext verewigt, zeige die Rolle der Nomaden im frühen städtischen Leben, vermuten Archäologen seit Langem. Diese mobilen Plünderer, mächtig genug, um den Schlaf der Herrscher zu stören, wurden allenfalls geduldet, weil sie exotische Güter von weit entfernten Orten heranschafften. Als Viehzüchter reisten sie Hunderte Kilometer weit auf der Suche nach Weideland. Lange Zeit wurden sie als Architekten der Fernhandelsnetze angesehen, die den Aufstieg der modernen Zivilisation im heutigen Irak um 3000 v.u.Z. unterstützten.

Da die Spuren dieser Hirten heute kaum sichtbar sind, stützten sich Forscher stark auf den Vergleich mit modernen Nomaden im Nahen Osten des 20. Jahrhunderts. Doch nun kommen Methoden hinzu, die Hinweise entschlüsseln, die von alten Nomaden hinterlassen wurden. Aufgrund von Daten aus Tiermist, Knochen, Zahnstein und Pflanzenresten schließen Forscher, dass die antiken Hirten hauptsächlich in der Nähe von Stadtgebieten lebten, statt zwischen weit entfernten Orten zu wandern.

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„Auch in Deutschland Menschenrechtsdefizite“

Menschenrechtsexperte Christoph Strässer beklagt Defizite bei der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland. Theologe Bielefeldt kritisiert internationales Zerbröckeln von Standards.

evangelisch.de

Der frühere Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD), hat eine schleppende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland kritisiert. Hier offenbarten sich Menschenrechtsdefizite, sagte Strässer am Wochenende auf einer Tagung im westfälischen Schwerte. Bei der Umsetzung hinke Deutschland weit hinter den skandinavischen Ländern hinterher.

Ein Grund für die Verzögerungen zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist nach Ansicht von Strässer der Föderalismus. „Beim Thema Barrierefreiheit heißt das 16 verschiedene Landesbauordnungen“, sagte er. Zudem finde eine Inklusion auf dem Arbeitsmarkt kaum statt. „Es greift zu kurz, die Inklusion nur auf den Bildungsbereich zu beschränken“, erklärte er.

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Regierung in Tunis will Demonstranten besänftigen

foto: reuters/boudlal
Minister kündigt nach Protest Sozialprogramme an – Unter anderem sollen Kinderbeihilfen für bedürftige Familien erhöht werden

Von Manuel Escher | derStandard.at

Statt getragener Feiern gab es Krisentreffen: Auf den Tag genau sieben Jahre nach der Revolution gegen Präsident Ben Ali muss sich Tunesiens Regierung selbst mit massiven Protesten herumschlagen. Nach tagelangen Ausschreitungen versuchte die Regierung am Sonntag, die Demonstranten durch Entgegenkommen zu versöhnen. Sozialminister Mohammed Trabelsi kündigte an, die Kinderbeihilfen für bedürftige Familien von rund 50 auf etwa 65 Euro zu erhöhen. Zudem will Tunis Garantien für Mieter übernehmen, die sich kurzfristig die Wohnungsraten nicht leisten können.

Abseits davon setzte Präsident Beji Caid Essebsi auch auf Symbole. Der seit 2014 amtierende Politiker wollte erstmals seit seiner Wahl das sozial benachteiligte Hauptstadtviertel Ettadhamen besuchen, dort eine Rede halten und ein Kulturzentrum eröffnen. Ob sich die Bewegung Fesh Nestanew? (Worauf warten wir?) davon besänftigen lassen würde, war allerdings nicht klar. Jedenfalls hatte die via Facebook dezentral organisierte Antiausteritätsbewegung auch am Sonntag zu neuen Protesten gerufen. Sie fordert von der Koalitionsregierung aus säkularer Nidaa Tounes und gemäßigt-islamischer Ennahda, ihr Sparprogramm für das Jahr 2018 rückgängig zu machen.

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Papst fordert Migranten auf, Ängste in Aufnahmeländern zu verstehen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat in einer Messe Feindseligkeit gegenüber Zuwanderern kritisiert. Zugleich appellierte er an die Migranten, sich in fremden Ländern einzuleben und den Ängste der Menschen offen zu begegnen.

DIE WELT

Papst Franziskus hat Migranten aufgerufen, sich zu integrieren und Vorbehalten in den Aufnahmeländern mit Verständnis zu begegnen. Zudem verurteilte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Feindseligkeit gegenüber Zuwanderern.

„In der Welt von heute bedeutet aufnehmen, kennenlernen und anerkennen für die Neuangekommenen, die Gesetze, die Kultur und die Traditionen der Aufnahmeländer kennenzulernen und zu achten. Dies bedeutet ebenso, ihre Ängste und Sorgen hinsichtlich der Zukunft zu verstehen“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag in einer Messe im Petersdom zum Welttag des Flüchtlings, an dem laut Vatikan Migranten aus 49 Ländern teilnahmen.

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„Spirituelles Kindergenie“ Christina redet mit dem Jenseits – Bullshistic

Die Esoterikerinnen Bernadette und Christina von Dreien. screenshot: youtube/illusion reality
Nach esoterischer Lesart ist Christina ein spirituelles Kindergenie. Die 16-Jährige aus dem st.gallischen Mosnang behauptet, Jenseitskontakte herstellen zu können – und will sich auch in Quantenphysik und Neuropsychologie auskennen.

Von Hugo Stamm | watson

Sie spricht über Quantenphysik, Neuropsychologie, Herztransplantation und über das höhere Bewusstsein und füllt grosse Säle von Bern über Zürich bis Wien: Die 16-jährige Christina von Dreien elektrisiert die Esoterikszene und räumt gross ab.

Sie schmückt sich dabei mit spirituellen Fähigkeiten und Attributen, die sich gewaschen haben und die spirituelle Sucher staunen lässt. Am kommenden Freitag tritt sie im blauen Saal des Zürcher Volkshauses auf, die 200 Plätze sind längst ausverkauft.

Doch schön der Reihe nach.

Die Karriere des zierlichen Mädchens mit dem markanten Gesicht und dem leicht unsicheren Blick wirkt gut geplant. Sie nennt sich Christina von Dreien. Auch ihre Mutter Bernadette, die eigentlich Meier heisst, schmückt sich mit diesem aristokratisch klingenden Künstlernamen. Entlehnt haben sie ihn vom Weiler Dreien bei Mosnang, in dem sie wohnen.

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Im Norden Irlands spaltet die Religion noch immer

Höhepunkt der sommerlichen Paraden des Oranier-Orden ist der 12. Juli im Gedenken an die Schlacht am Boyne. Getty Images
Katholiken gegen Protestanten: Der Nordirlandkonflikt ist ein Streit zwischen zwei Konfessionen. Doch eigentlich geht es gar nicht um Religion im engeren Sinne.

Von Martin Alioth | SRF

Wenn die Bewohner der Insel Irland eine andere Hautfarbe hätten als die Engländer, wäre niemand auf den Gedanken gekommen, die Konfession als Unterscheidungsmerkmal zwischen Herrschern und Beherrschten auszuwählen. Dass es so kam, liegt an einer Entscheidung, die vor gut 400 Jahren getroffen wurde.

Damals begann Jakob I., der König von England, mit einer umfassenden Besiedlung Nordirlands durch englische und schottische Untertanen. Auch wollte er der katholischen Bevölkerung den Protestantismus aufzwingen. Katholiken auf der ganzen Insel wurden systematisch diskriminiert.

Konfession als Merkmal der Stammeszugehörigkeit

So ist die Konfession zum Etikett geworden, um die Kontrahenten eines uralten Zwistes zu unterscheiden. Mit Ausnahme von ausgeprägt evangelischen Hitzköpfen führt kaum jemand in Nordirland die Spaltung in Katholiken und Protestanten auf das unterschiedliche Verständnis des Abendmahls oder auf die Verehrung der heiligen Jungfrau zurück.

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Mutter von verschwundener Vatikan-Bürgerin will Wahrheit

AFP (FILIPPO MONTEFORTE)
Am 22. Juni 1983 kam das Mädchen nach der Musikschule nicht nach Hause zurück.. Der „Fall Orlandi“ gehört zu den spektakulärsten italienischen Kriminalfällen.

Die Presse.com

Erpressung, Mafia-Verwicklungen oder ein Zusammenhang mit dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. – um das rätselhafte Verschwinden der damals 15-jährigen Emanuela Orlandi aus dem Vatikan ranken sich viele Gerüchte. Am 22. Juni 1983 kam das Mädchen nach der Musikschule nicht nach Hause zurück. Am heutigen Sonntag wäre Orlandi 50 Jahre alt geworden.

Emanuela Orlandi war die damals jüngste Bürgerin des Vatikan, ihr Vater Ercole Orlandi Hofdiener des Papstes, weshalb ihr Verschwinden großes Aufsehen erregte. An Orlandis 50. Geburtstag veröffentlichte ihre Mutter Maria Pezzano in der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ einen Brief mit einem eindringlichen Appell für Klarheit über die Hintergründe des Verschwindens ihrer Tochter.

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Splatter-Kult: Genueser Kardinal löst ‘Blutwunder’ in Neapel aus

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Während eines Gottesdienstes verflüssigte sich laut Zeitungsbericht das in einer Glasampulle aufbewahrte eingetrocknete Blut des frühchristlichen Märtyrers Januarius.

kath.net

In Neapel hat sich wieder das „Blutwunder“ des Stadtheiligen Januarius ereignet. Während eines Gottesdienstes mit Genuas Kardinal Angelo Bagnasco am Freitag verflüssigte sich das in einer Glasampulle aufbewahrte eingetrocknete Blut des frühchristlichen Märtyrers, wie lokale Medien berichteten. Bagnasco, der auch Vorsitzender des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) ist, hält sich den Angaben zufolge derzeit gemeinsam mit Priestern seiner Erzdiözese zu Einkehrtagen in Neapel auf.

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Viele der angeblich Minderjährigen als volljährig eingestuft

Eine große Mehrheit der Deutschen würde obligatorische Alterstests für minderjährige Flüchtlinge befürworten. Das ergab der aktuelle WELT-Trend. Demnach stimmten 78 Prozent auf die Frage, ob es Alterstests geben sollte, mit Ja. Quelle: WELT
Seit dem Fall Kandel gibt es vermehrt Zweifel am angegebenen Alter von jungen Flüchtlingen. Reichen die Regeln? Ein Test in einem Bundesland zeigte, dass die Hälfte von angezweifelten Altersangaben tatsächlich nicht stimmte.

DIE WELT

Der Fall sorgt bundesweit für Entsetzen: Ende Dezember wird eine 15-Jährige im rheinland-pfälzischen Kandel bei einer Messerattacke so schwer verletzt, dass sie stirbt. Mutmaßlicher Täter ist der Ex-Freund, ein nach offiziellen Angaben gleichaltriger Flüchtling aus Afghanistan, der allein nach Deutschland gekommen ist. Doch am Alter gibt es Zweifel. Mehrere Politiker fordern nun obligatorische Tests bei Flüchtlingen, wenn deren Alter nicht mit Dokumenten nachgewiesen werden kann. Das Thema ist komplex.

Der Städte- und Gemeindebund fordert einheitliche, bundesweite Regelungen zur Altersfeststellung von Flüchtlingen. „Wir wollen diesen Flickenteppich der Länder nicht“, sagte der Beigeordnete des Städte- und Gemeindebundes, Uwe Lübking. Der Bund sei in der Pflicht. „Wir erwarten, dass eine Verteilung von jungen Flüchtlingen auf die Kommunen erst dann stattfindet, wenn ihre Identität geklärt ist – auch das Alter.“

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Kika-Flüchtlings-Doku: Facebook-Like für Salafisten irritiert auch Hessischen Rundfunk

Piere Vogel posiert im IS-Hoodie. Screenshot bb Themenbild
Wegen des Kika-Beitrags über eine Beziehung einer Deutschen mit einem syrischen Flüchtling gibt es neuen Ärger.

Von Cornelia Karin Hendrich | DIE WELT

  • Auf Facebook hat der Syrer die Seite eines deutschlandweit bekannten Salafisten geliket.
  • Der HR erklärte, mit Diaa darüber gesprochen zu haben. Er gab an, die Seite wegen eines Gewinnspiels geliket zu haben.

Nach der Kritik an einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals Kika über die Beziehung eines deutschen Mädchens mit einem syrischen Flüchtling sind neue Vorwürfe aufgetaucht. Der Syrer, der zwei Vornamen hat, Diaa und Mohammed, soll die offizielle Fan-Seite des Diaa und Mohammed,geliket, das heißt mit “Gefällt mir“ markiert haben. Das berichtete zuerst die „Bild“-Zeitung.

Vogel war Mitglied eines inzwischen aufgelösten salafistischen Vereins, der vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. Er gilt als einflussreicher Prediger der deutschen Salafismusszene. In einem seiner Videos soll er ein Shirt mit dem Logo der Terrororganisation IS getragen haben.

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Philosoph Alexander Grau: „Hier prallen Milieus aufeinander“

foto: reuters / david w. cerny Leben in der eigenen Blase, im eigenen „Stamm“ mache Gesellschaften unfriedlich, sagt der Philosoph Alexander Grau.
Der Philosoph Alexander Grau ortet in den westlichen Gesellschaften eine neue Lust an der Empörung, kombiniert mit einer meinungsbildenden „Hypermoral“. Dies führe zu Vereinfachung, Ideologisierung – und letztlich Intoleranz

Interview Walter Müller | derStandard.at

Mitunter bedarf es bloß eines Stichwortes, eines Namens, und das Netz fällt in Schnappatmung: #MeToo, Felix Baumgartner, Andreas Gabalier – und schon geht’s rund in der Posting- und Twittercommunity.

Der deutsche Essayist und Philosoph Alexander Grau ortet etwas Genüssliches an diesem Phänomen der kollektiven Erregung, eine „Neue Lust an der Empörung“. Alexander Grau befindet, eine „Hypermoral“ habe Platz gegriffen, und dieser „Hypermoralismus“ sei zu einer Leitideologie, zum meinungsbildenden Monopol geworden. Über dieses Phänomen hat er jüngst ein Buch geschrieben. „Alle anderen Erwägungen werden diskreditiert“, sagt Grau, „sogar technische, wissenschaftliche oder ökonomische Probleme werden zu moralischen Fragen umgedeutet.“

Der moralische Diskurs verfüge über ein „enormes Emotionalisierungspotenzial“, sagt Grau. Indem er Gefühle mobilisiere, entlaste er zugleich vom Nachdenken. Moralische Normen bildeten „das Wohlfühlbecken, in dem die Seele des modernen Menschen munter planscht“. Und dieser grassierende Moralismus trage nicht nur zu einer intellektuellen Vereinfachung, sondern auch zu einer „extremen Ideologisierung“ bei, sagt Grau.

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