Merkel rief Papst nicht an

Papst Franziskus und Angela Merkel bei ihrem Besuch im Vatikan im Februar 2015 – REUTERS
Das angebliche Telefonat zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Papst Franziskus über den Zustand Europas hat es nicht gegeben.

Radio Vatikan

Sowohl Regierungssprecher Steffen Seibert als auch Vatikansprecher Federico Lombardi dementieren diese Meldung. Seibert sagte wörtlich: „Die Bundeskanzlerin kann sich an einen Anruf beim Papst nicht erinnern. Ansonsten schätzt sie jede Begegnung mit ihm außerordentlich.“ Die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ hatte unter Berufung auf den Papst berichtet, die deutsche Bundeskanzlerin habe diesen angerufen, weil sie sich über Äußerungen von ihm über Europa geärgert haben soll.

Online-Karte soll Gerüchten über Flüchtlinge entgegentreten

Bild. hoaxmap.org/Screenshot:bb
Bild. hoaxmap.org/Screenshot:bb
Mit der Onlinekarte hoaxmap.org will deren Entwicklerin Karolin Schwarz (30) Gerüchten über Flüchtlinge entgegenwirken.

Von Elisa Makowski|evangelisch.de

Die in die Seite eingebaute Googlemaps-Karte visualisiere Orte, an denen Gerüchte über Flüchtlinge entstanden und widerlegt worden seien, sagte Karolin Schwarz dem Evangelischen Pressedienst (epd). “Heutzutage gibt es an jeder virtuellen Straßenecke Gerüchte über Flüchtlinge, die gefühlt an Intensität zugenommen haben, deshalb habe ich mich entschlossen, das Projekt zu machen”, sagte Schwarz. Die Karte, die seit dem 8. Februar online ist, liste bisher 177 Datensätze auf.

Die in die Homepage eingebaute Google Maps-Karte zeigt gelbe Punkte, an denen Gerüchte über Flüchtlinge entstanden sind. Durch einen Klick auf einen Punkt öffnet sich ein kleines Fenster mit den Informationen über das Gerücht, dem Datum und dem Ort, an dem das Gerücht entstanden ist oder existiert hat sowie die thematische Kategorie. Zudem findet sich ein externer Link auf einen journalistischen Artikel, der das Gerücht durch Informationen widerlegt. Meistens ist die Quelle der Onlineauftritt einer Regionalzeitung.

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Knapp 900 Galaxien hinter der Milchstraße entdeckt

Von uns aus gesehen hinter der Milchstraße haben Astronomen 883 neue Galaxien entdeckt © ICRAR
Entdeckung hinter der Sternenscheibe: Direkt hinter unserer Milchstraße haben Astronomen knapp 900 neue Galaxien entdeckt. Unter diesen bisher von unserer Galaxie verdeckten Sternenansammlungen sind auch mehrere Galaxiencluster. Ihre Bewegungen könnten helfen, den Großen Attraktor zu enträtseln – ein Zentrum der Anziehung, auf das sich nahezu alle Galaxien in unserem lokalen Universum zubewegen.
 

scinexx

Die Lage der Erde am Rand der Milchstraße gibt uns einen relativ freien Blick nach außen und auf das Geschehen im Zentrum unserer Galaxie. Was jedoch auf der anderen Seite der Milchstraße liegt, ist für optische Teleskope weitgehend unsichtbar. Selbst die bisher vollständigste Himmelsdurchmusterung im Nahinfrarot, der 2MASS-Survey, hat in einem Gebiet von fünf bis acht Grad und die galaktische Ebene herum eine Lücke.

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Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

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Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Von Immanuel Kant|DAS BLÄTTCHEN

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.
Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.
Daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen selbst zu denken um sich verbreiten werden. Besonders ist hierbei: daß das Publikum, welches zuvor von ihnen unter dieses Joch gebracht worden, sie danach selbst zwingt darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt worden; so schädlich ist es Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die oder deren Vorgänger ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen. durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotismus und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden ebensowohl als die alten zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen.
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Laser macht verschollene Römerstraßen sichtbar

Mit Hilfe von LIDAR-Daten wurden die Relikte dieses römischen Forts samt Zugangswegen aufgespürt. © Environment Agency
Per Laser aufgespürt: Archäologen haben in Nordengland etliche Kilometer bisher verschollener Römerstraßen entdeckt. Sichtbar wurden die Relikte römischen Straßenbaus durch eine Laservermessung mittels LIDAR. Die Römerrouten dienten unter anderem dazu, die Garnisonen und Soldaten entlang des Hadrianswalls zu versorgen.

scinexx

Laserlicht hilft längst nicht mehr nur bei der Entfernungsmessung, auch die Archäologie nutzt die Lasertechnik des LIDAR (Light Detection and Ranging), um beispielsweise kleinste Erhebungen in der Landschaft aufzuspüren oder Ruinen durch dichte Wälder hindurch sichtbar zu machen. Laserstrahlen im Infrarot- oder UV-Bereich werden dabei wie eine Art Radar eingesetzt. Sie enthüllten bereits tausende verborgener Siedlungsruinen der Maya auf der Halbinsel Yucatan und zeigten, dass die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha Teil einer gewaltigen Megacity war.

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Was der Wiener Kindergarten-Krimi mit Gender Mainstreaming zu tun hat

Weit mehr als die Hälfte der Kindergruppen sind islamisch geführt. Der Bildungsplan verpflichtet die Kindergruppen zur deutschen Sprache, zu demokratischen und österreichischen Werten.

Von Gudrun Kugler|kath.net

Mit der Einführung des Gratiskindergarten 2009 und dem dafür nötigen massiven Kapazitätsausbau wurde Betrügern und fundamentalistischen Strömungen Tür und Tor geöffnet und Steuergelder verschleudert. Der weit über Wien hinaus bekannt gewordene Bericht von Prof. Ednan Aslan warf muslimischen Kinderbetreuungseinrichtungen vor, Parallelgesellschaften aufzubauen. Private Kindergärtenbetreiber konnten außerdem anscheinend Millionen an Steuergeldern illegal abzweigen. Der Stadtrechnungshof beklagt die fehlende Kontrolle. Die Leitern der MA 10 (Wiener Kindergärten) erklärte, dass insgesamt 482 Trägerorganisationen an 1.600 Standorten gefördert werden. Bis dato besteht bei 52 Trägerorganisationen der Verdacht, dass Fördermittel zweckwidrig verwendet wurden:
Bei 37 Trägerorganisationen wurde die Anstoßfinanzierung zurückgefordert, bei 4 die laufende Förderung gestoppt, bei 11 Trägerorganisationen wurde der Fördervertrag gekündigt.
Neben 1600 Kindergartenstandorten gibt es auch noch 620 Kindergruppen, von denen mehr als Hälfte erst in den letzten sechs Jahren entstanden. 450 davon haben islamischen Hintergrund. Eine Kindergruppe unterscheidet sich von einem Kindergarten in der Höchstzahl der betreuten Kinder (14 vs. 25), in der Ausbildung der Pädagoginnen (90(!) Einheiten vs. vollwertige Ausbildung) und in der Beschränkung der Gruppenanzahl an einem Standort auf zwei.

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Enzym verbessert das Gedächtnis

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Heidelberger Wissenschaftler haben ein DNA-modifizierendes Enzym im Gehirn entdeckt, dessen Erhöhung die kognitive Leistung verbessern kann.

Von Ben Schwan|Technology Review

Die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses nimmt mit zunehmendem Alter ab – zudem gibt es verschiedene neurodegenerative Krankheiten, die die Speicherleistung des Denkapparats auch in jüngeren Jahren beeinträchtigen können.

Ein bestimmtes Enzym kann das Gedächtnis verbessern – zumindest bei Mäusen. Das haben Forscher um Hilmar Bading vom Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften der Universität Heidelberg nun demonstrieren können (doi: 10.1038/mp.2015.175, erschienen in “Molecular Psychiatry”). Dazu spritzen sie jungen Mäusen Viren, welche die Herstellung des Enzyms Dnmt3a2 beschleunigen.

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Vier Verdächtige nach Handgranaten-Anschlag festgenommen

Der Leitende Kriminaldirektor Andreas Stenger vom baden-württembergischen Landeskriminalamt zeigt Modelle der Handgranate M52 aus dem ehemaligen Jugoslawien. (Foto: dpa)
Es handele sich nicht um Fremdenfeinde, sagt die Polizei. Hinter der Tat in Villingen-Schwenningen stecke wohl eher eine Rivalität zwischen Sicherheitsfirmen.

Süddeutsche.de

Nach dem Anschlag mit einer Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen haben die Ermittler vier Verdächtige festgenommen. Gegen drei von ihnen im Alter von 23, 27 und 37 Jahren wurden Haftbefehle erlassen, wie die Polizei mitteilte. Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Tat gebe es keine. Die Männer hätten überwiegend einen osteuropäischen Migrationshintergrund, hieß es.

Zu den Hintergründen der Tat und zur Motivation der Verdächtigen könnten derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details genannt werden. “Allerdings dürften Konflikte, die zwischen den im Schwarzwald-Baar-Kreis tätigen Sicherheitsunternehmen bestehen, die Ursache sein”, so die Polizei.

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Hilfsorganisation: Zahl der Bootsflüchtlinge steigt stark an

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"
Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, steigt nach Angaben einer Hilfsorganisation weiter.

evangelisch.de

Die Zahl von durchschnittlich 2.000 Flüchtlingen pro Tag in den ersten Wochen des laufenden Jahres übersteige die durchschnittliche Zahl der Angekommen pro Tag im Vorjahreszeitraum um fast das Zehnfache, teilte die Internationale Organisation für Migration am Dienstag in Genf mit.

Aus Syrien kommen die meisten Menschen

Mehr als 76.000 Männer, Frauen und Kinder hätten seit Anfang Januar 2016 die Küsten Europas erreicht. Im gesamten Januar 2015 seien gut 5.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflüchtet, teilte die IOM mit.

Mehr als 70.000 Flüchtlinge seien seit Jahresbeginn in Griechenland an Land gegangen, knapp 6.000 in Italien. Das Konfliktland Syrien ist das größte Herkunftsland.

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A Mammal’s Brain Has Been Cryonically Preserved and Recovered

This diagram shows the reservoirs of CPA (cryoprotectant solution) and FIX (fixative solution) connected by a pump to the rabbit brain. Image: McIntyre et. al.
A big thing just happened in the world of cryonics, and it has nothing to do with Ted Williams’ permafrozen remains.

By Aaron Frank|MOTHERBOARD

Officials from the Brain Preservation Foundation, a nonprofit that funds brain preservation research, just awarded its five-year old “Small Mammal Brain Preservation Prize” to 21st Century Medicine.

In a recently published article in the journal Cryobiology, the team, lead by MIT graduate Robert McIntyre, announced it has cryonically frozen the brain of a small mammal and recovered it in near perfect condition. According to the Foundation’s press release, “it is the first demonstration that near-perfect, long term structural preservation of an intact mammalian brain is achievable.”

Scientists in the cryonics community have long sought better ways to preserve the collection of the brain’s more than 86 billion neurons and the map of their synaptic connections. By preserving the brain’s neural structure, it’s hoped that long term memories can be recorded for later recovery or even uploaded to machines. The ultimate goal is to create a sort of medical time travel where an individual could store their identity so that future society may re-animate them once technologies have sufficiently advanced. It’s basically the plot of the first 20 minutes of Austin Powers, but for real.

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US-Wahlen: Lieber einen Muslim als Präsident, als einen Atheisten

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Religion und Politik vermischen sich in den USA wie wohl nirgends sonst in der westlichen Welt. Aber auch hier ändern sich die Einstellungen – wenn auch langsam.

DTJ-Online

Eines der größten Hindernisse auf dem Weg ins Weiße Haus ist bis heute die Ungläubigkeit eines Kandidaten. Deutlich mehr US-Amerikaner halten Atheismus oder Agnostizismus für einen gravierenden Makel als zu viel öffentlich zur Schau gestellte Frömmigkeit. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) sagten den Meinungsforschern in einer aktuellen Studie des renommierten Pew Research Center, das Eingeständnis eines Kandidaten, nicht an Gott zu glauben, mache ihn weniger wählbar.

Im Vergleich dazu hätten weniger, nämlich 42 Prozent der US-Amerikaner, Bedenken, einen Muslim ins Weiße Haus zu wählen und 20 Prozent einen evangelikalen Christen. Wenn die Demoskopen die rund 2.000 Teilnehmer der Studie umgekehrt danach befragten, wie wichtig der Glaube eines Kandidaten für die Wahlentscheidung ist, bestätigt sich der traditionell hohe Stellenwert der Religion im politischen Diskurs der USA. Mit Gott in den Wahlkampf zu ziehen, ist weiterhin ein großes Plus.

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Krach in der Diaspora

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Querelen, Chaos, Handgreiflichkeiten: Das Verhältnis zu Israel und den Exil-Israelis spaltet Deutschlands größte jüdische Gemeinde.

Von Michal Bodemann|taz.de

In der Berliner jüdischen Gemeinde ist der Dibbuk los, und Außenstehenden fällt es schwer, die Auswüchse dieser tiefen Krise zu verstehen. Im Januar wurde in einer – vermeintlich– konstituierenden Sitzung des Gemeinderates der Gemeindevorsitzende Gideon Joffe wieder gewählt. Doch die Wahl wie die Sitzung selbst werden vom oppositionellen Wahlbündnis, „Emet” (Wahrheit), geführt von dem Juristen Sergey Lagodinsky, nicht anerkannt.

Seit 2012 dauern die Querelen zwischen „Emet“ und dem Joffe-Bündnis „Koach“ (Kraft) an. Die Repräsentantenversammlungen versinken in Chaos und Handgreiflichkeiten. Angekündigt werden die seit Jahrzehnten öffentlichen Sitzungen nur noch kurzfristig und intern. Ein Versuch, die Gemeinde dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen.

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Das Paläo-Steak bitte blutig

Schweinsbraten mit Erdäpfelknödel – Foto: Kurier
Es ist modern geworden, sich Sorgen über gesunde Ernährung zu machen. Aber manchmal sind Sorgen ungesünder als Fast-Food.

Von Florian Aigner|futurezone.at

Es scheint eine Altersfrage zu sein. Als Studenten im ersten Semester hielten wir Tiefkühlpizza für ein wertvolles Grundnahrungsmittel und Büffelgrasvodka für ein Vitamingetränk. Irgendwann entwickelt man sich weiter. Doch man kann es auch übertreiben und sich in einem Gesundheitswahn verfangen, der nicht mehr gesund ist.

In urbanen, gebildeten Bevölkerungskreisen gehört es heute fast zum guten Ton, sich Sorgen über die Ernährung zu machen. Der eine bemüht sich gerade, Industriegifte im Körper mit Detox-Smoothies loszuwerden, die andere verbringt ihre Freizeit damit, panische Angst vor Mono- und Diglyceriden zu entwickeln. Die junge Familie mit dem Kind lebt jetzt lactose- und glutenfrei, nicht weil irgendwelche langweiligen wissenschaftlichen Tests auf eine Unverträglichkeit hingewiesen hätten, sondern weil der Großstadtschamane des Vertrauens das so ausgependelt hat.

Wenn moderne Menschen ihre Ernährungsprobleme vergleichen wie Philatelisten ihre Briefmarkensammlung, dann fühlt man sich als einigermaßen beschwerdefreier Allesfresser schon fast als Außenseiter. Ich kann bloß versuchen, mit Berichten über meine Pollenallergie Mitleidspunkte zu sammeln. Es misslingt: „Siehst du, das kommt, weil du so viel Chemie isst“, sagt man mir mit strengem Ton. Ich schäme mich, verstecke mich am Klo und löffle aus Frust heimlich ein halbes Glas industriegefertigte Billigmajonäse.

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Leipziger Islam-Wissenschaftlerin rät zu mehr Moscheen

Gebet-islamMuslime in Sachsen sollten ihre Religion nach Auffassung der Leipziger Islamwissenschaftlerin Verena Klemm öffentlicher leben. „Es müssen viel mehr Moscheen sichtbar und gebaut werden“, sagte die an der Universität Leipzig lehrende Expertin der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag). Im Gegenzug müssten die Moscheen sich öffnen und transparenter werden. „Nur so kann Integration funktionieren.“

FOCUS ONLINE

Religionen dürften sich im öffentlichen Raum präsentieren, im Freistaat aber seien Muslime bislang nach außen kaum sichtbar, stellte Klemm fest. Oftmals kämen sie in Wohnungen zum Gebet zusammen. „Weil die Ausübung des Glaubens im Privaten und Unsichtbaren stattfindet, herrscht bei Außenstehenden eine große Verunsicherung, die in Ablehnung mündet.“ Damit würden Muslime ins Abseits gedrängt.

Auch unser Gehirn hat Jahreszeiten

Je nach Saison verlangen bestimmte Aufgaben unserem Gehirn mehr oder weniger Ressourcen ab. © thinkstock
Im Sommer aktiver: Nicht nur unsere Stimmung, auch die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns ist offenbar jahreszeitenabhängig. Je nach Saison verlangen bestimmte Aufgaben unserem Denkorgan mehr oder weniger Ressourcen ab, wie Forscher berichten. Im Test war das Gehirn bei einer Aufmerksamkeitsübung im Sommer zum Beispiel aktiver als im Winter. Bei anderen Aufgaben musste das Gehirn dagegen im Herbst mehr Aktivität investieren.

scinexx

Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Nicht nur der natürliche 24-Stunden-Rhythmus bestimmt als interner Taktgeber unser Leben. Auch die Jahreszeiten haben einen Einfluss auf unseren Körper und unsere Psyche. Studien belegen zum Beispiel, dass im Winter mehr Linkshänder geboren werden, Maikinder besonders gesund sind und dass jahreszeitliche Stimmungsschwankungen weltweit sogar an Twitter-Meldungen ablesbar sind.

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Umweltschützer mahnen zu Fleischverzicht

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Umweltschützer rufen die Verbraucher in Deutschland dazu auf, ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte zu drosseln. Dies nütze der Gesundheit und auch dem Klimaschutz, sagte die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch.

evangelisch.de

Auch die Bundesregierung müsse das Thema endlich anpacken, sagte Dräger de Teran. “Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten Gülle-Euro.” Zu viel Gülle auf den Feldern führt zur Übersättigung der Böden mit Nährstoffen und verschlechtert die Wasserqualität. Der hohe Fleischkonsum der Deutschen und der nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigen den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch.

Zudem regt die WWF-Expertin an, dass zumindest staatlich betriebenen Kantinen vorgeschrieben werden sollte, fleischarm zu kochen. “Auch könnte die Regierung Informationskampagnen starten, um den Fleischverzehr zu drosseln”, sagte sie. In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch mit 88,3 Kilogramm jährlich den Welt-Durchschnitt um das Doppelte – und den Indiens sogar um das 20-fache. Die Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos, Lkw und Flugzeuge zusammen.

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25 Anschläge auf Gotteshäuser in Berlin

Geschützt. Synagogen werden in Berlin rund um die Uhr bewacht. – Foto: Thilo Rückeis
2015 gab es 25 Anschläge gegen Gotteshäuser und andere religiöse Einrichtungen. Die Aufklärungsquote dieser Straftaten ist bislang gering.

Von Frank Bachner|DER TAGESSPIEGEL

Die Täter kamen um 9 Uhr, am 7. April 2015. Ihr Ziel war die Russisch-Orthodoxe Kirche in Marzahn. Genau genommen suchten sie den Briefkasten. Der war kurze Zeit später zerstört, demoliert mit einem mächtigen Knall. Die Täter hatten vermutlich einen Böller in den Schlitz geworfen, für die Polizei ein Delikt mit rechtsradikalem Hintergrund. Denn auf dem Briefkasten klebte plötzlich ein Aufkleber, der als Motiv eine Variante der Reichskriegsflagge zeigte. Wer den Briefkasten demolierte, ist bis heute nicht bekannt.

Das ist nur einer von 25 Anschlägen gegen Kirchen, kirchliche Einrichtungen, Synagogen und Moscheen, die es im vergangenen Jahr in Berlin gegeben hatte. Zu den Anschlägen werden auch Schmierereien und eine antisemitische Mail gezählt, die beim Zentralrat der Juden in Deutschland einging. Diese Informationen teilte Bernd Krömer (CDU), Staatssekretär der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, auf Anfrage der Abgeordneten Clara Herrmann (Grüne) mit.

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Australopithecus sediba war doch kein “Nussknacker”

Schädel des Australopithecus sediba und ein 3D-Modell der Belastung während eines Bisses © Brett Eloff/ Lee Berger, University of the Witwatersrand
Schwacher Kiefer: Der rätselhafte Vormensch Australopithecus sediba war offenbar doch nicht an harte Nahrung angepasst. Denn seine Kiefer und Zähne waren nicht stabil genug, um auf Dauer Nüsse zu knacken oder Baumrinde und harte Blätter zu kauen, wie Forscher jetzt festgestellt haben. Das macht ihn uns ähnlicher als viele seiner damaligen Zeitgenossen, wie die Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten.

scinexx

Der in einer Höhle in Südafrika entdeckte Vormensch Australopithecus sediba lebte vor rund zwei Millionen Jahren und könnte damit ein Vorfahre der ersten Frühmenschen der Gattung Homo gewesen sein. Doch aufgrund seiner ungewöhnlichen Mischung aus modernen und urtümlichen Merkmalen ist seine Position im Menschstammbaum strittig.

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Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen

Clemens Berger: Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen. Nur ein kleiner Schnitt? Betroffene packen aus über Schmerzen – Verlust – Scham. tredition GmbH (Hamburg) 2015. 324 Seiten. ISBN 978-3-7323-4012-5. 17,90 EUR.

Ein vierjähriger muslimischer Junge wird im November 2010 in die Notaufnahme der Kölner Universitätsklinik eingeliefert. Nach einer rituellen Beschneidung stellten sich starke Blutungen ein. Die daraufhin durchgeführten Ermittlungen der Justiz führen durch das Landgericht Köln zu einer Anklage, Verurteilung und zugleich einem Freispruch für den behandelnden Arzt.

Von Hans-Joachim Lenz|socialnet.

Dieser Fall ist der Ausgangspunkt einer der heftigsten politischen Kontroversen der vergangenen Jahre (Elternrecht auf religiöse Kindererziehung vs. Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung) und endet mit einer Neufassung des § 1631d BGB durch den Gesetzgeber, der fortan die Beschneidung bei Jungen in Deutschland – im Gegensatz zu Mädchen (StGB 226a) – erlaubt. Mit dieser rechtlichen Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts wird Jungen ihre Schutzwürdigkeit vor nicht-medizinisch begründeten genitalen Eingriffen abgesprochen. Aufschlussreich ist, dass nach dem Gerichtsurteil ein öffentlicher, ideologisch aufgeheizter Schlagabtausch stattfand und bei dem überstürzten Gesetzgebungsverfahren die Betroffenen außen vor blieben. Nicht mit ihnen, sondern über sie wurde gestritten, präziser wäre wohl: sie dienten als Objekt der Erregung auf der Grundlage nicht näher überprüfter und hinterfragter Vorannahmen.

Autor/Herausgeber

Bis auf wenige Betroffene, die bereit waren, unter vollem Namen aufzutreten, bestanden fast alle interviewten Personen auf ein selbstgewähltes Pseudonym. Auch der als Herausgeber fungierende Autor des Buches – Clemens Bergner – tritt ebenfalls nicht mit seinem wirklichen Namen auf, da er sich schützen wollte.

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Cizre: Kurden sprechen von „Massaker“

Wie in Cizre sind auch in Diyarbakir zahlreiche Straßenzüge völlig zerstört. Foto: dpa
In der türkischen Stadt Cizre gibt es nach Kämpfen zwischen dem türkischem Militär und der PKK Tote. Wie viele, darüber gehen die Angaben stark auseinander. Seit Wochen herrschen in der Region bürgerkriegsähnliche Zustände.

Von Judith Köneke, Timur Tinç|Frankfurter Rundschau

Ein lauter Einschlag in ein Wohnhaus, eine Rauchwolke, mehr ist auf dem kurzen Video der Nachrichtenagentur Dogan aus der umkämpften Stadt Cizre im Südosten der Türkei nicht zu sehen. Nach unterschiedlichen Angaben gab es in der Nacht zu Montag zwischen zehn und 60 Todesopfer. Der staatliche Sender TRT berichtete zunächst, Sicherheitskräfte hätten bei einem Einsatz 60 Kämpfer der Terrororganisation PKK getötet. Die Armee teilte am Montag mit, sie habe am Vortag zehn Kämpfer „eliminiert“. Die Opposition dagegen spricht von mindestens zehn getöteten Zivilisten, darunter sei ein Kind.

Der Abgeordnete der pro-kurdischen Partei HDP, Faysal Sariyildiz, der sich in Cizre aufhält, sagte der Deutschen Presse-Agentur, neun Menschen seien bei einem Brand im Viertel Cudi in einem unter Beschuss stehenden Gebäude ums Leben gekommen. Ein Junge sei zudem von Sicherheitskräften im Hauseingang erschossen worden. In dem Gebäude würden sich weitere 52 Zivilisten aufhalten.

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de omnibus dubitandum

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