Verschwörungstheorien? Nein danke!

Chemtrail-Alarm und Deutschland in den Grenzen von 1937: Das Wetter im „Wahre Welle“-Politmagazin „Frontal 23″Screenshot: Matthias Meisner/Tagesspiegel
Der Online-TV-Sender „Wahre Welle“ wirkte tagelang wie ein Projekt der Rechten. In Wahrheit will die Bundeszentrale für politische Bildung aufklären.

Von Matthias Meisner | DER TAGESSPIEGEL

Die Inszenierung war perfekt – beinahe jedenfalls: Auf wahrewelle.tv wurde seit Mitte vergangener Woche für ein Online-TV-Angebot getrommelt, das sich fast allen gängigen Verschwörungstheorien widmet und gut und gern auch vom „Compact“-Magazin, dem Kopp-Verlag, Breitbart oder dem rechten Portal „jouwatch“ hätte kommen können. „Garantiert unzensiert und zwangsgebührenfrei“ sei der Online-Sender, hieß es, „unabhängig, schonungslos, kritisch.“ Ein Trailer war zu sehen, der Reichstag in Flammen – dazu der Ton: „Es kommt die Zeit, in der das Kartenhaus der Lügen zusammenbricht.“

„Das Erwachen hat begonnen“, versprach die Internetseite. Angekündigt wurde, den „offenen Fragen bei 9/11“ ebenso nachzugehen und sich den Gefahren der Islamisierung zu widmen. Und dann wurde beinahe doch das Geheimnis, wer hinter dem Angebot steckt, für das breite Publikum gelüftet. Denn ein paar Stunden lang war am vergangenen Donnerstag im Quellcode der Seite zu lesen: „Wahrewelle.tv ist ein Satireprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung 2018.“

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Migrationskontrolle: EU rüstet Informationssysteme auf

Eurodac, Schengener Informationssystem, Visumsdatenbank: Die Europäische Union erneuert die Rechtsgrundlagen ihrer migrationsbezogenen Datenbanken. Die einzelnen Systeme sollen zu einer einzigen virtuellen Grenze verschmelzen. Alle Drittstaatenangehörigen würden dann in einem „gemeinsamen Identitätsspeicher“ landen

Matthias Monroy | TELEPOLIS

Die Grenzbehörden der Europäischen Union sollen zukünftig auch Kindern unter Zwang Fingerabdrücke und Gesichtsbilder abnehmen dürfen. So steht es in einem Papier zur neuen Eurodac-Verordnung, das die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch online gestellt hat. Der bulgarischen Ratspräsidentschaft zufolge hat das EU- Parlament dem Vorschlag der Kommission zugestimmt, das Alter für die verpflichtende Erhebung biometrischer Daten von Asylsuchenden von 14 auf sechs Jahre zu senken.

Reisen die Kinder allein, soll eine „Begleitung“ bei der womöglich entwürdigenden Prozedur anwesend sein. Dabei kann es sich um Angehörige der Grenzbehörden oder eine externe Person handeln. Die erhobenen Daten werden dann für mindestens zehn Jahre gespeichert. Auch dies war bis zuletzt strittig, denn die Abgeordneten wollten lediglich einer Speicherung von maximal fünf Jahren zustimmen. Mit der Einigung ist jetzt der Weg frei für den Abschluss der neuen Eurodac-Verordnung, die seit 2016 im sogenannten Trilog-Verfahren zwischen Rat, Parlament und Kommission verhandelt wird.

Eurodac soll Grenz- und Ausländerbehörden bei der Prüfung helfen, ob einem „illegal aufhältigen Drittstaatsangehörigen“ von einem anderen Mitgliedstaat ein Aufenthaltstitel erteilt wurde. Dann könnte die betreffende Person dorthin zurückgeschoben werden. Das System war bei seiner Errichtung in 2003 die erste EU-Datenbank, die Fingerabdrücke verarbeitet. Mit dem neuen Verordnungsentwurf würde auch die verpflichtende Gesichtserkennung zuerst bei Migranten angewandt.

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Internet-Postings werden zur Glückssache

(Bild: geralt / gemeinfrei)
Beim Upload-Filter trifft ein maximal sensibles Feld wie die Meinungsfreiheit auf maximale technokratische Intransparenz.

Gregor Honsel | heise online

Nun hat er es also tatsächlich getan – der Rechtsausschuss des EU-Parlaments hat für einen Upload-Filter gestimmt (gemeinsam übrigens mit dem ebenso hirnrissigen Leistungsschutzrecht). Damit ist die Sache zwar noch nicht endgültig durch, aber in der Regel folgt das Parlament dem Votum des entsprechenden Ausschusses.

Das bedeutet: Plattformbetreiber wie YouTube oder Facebook müssen Inhalte, die sie urheberrechtsmäßig für problematisch halten, demnächst schon vor dem Hochladen löschen. Damit wird wieder einmal eine höchst diffizile Entscheidung – wo hören Zitat, Mem, Mashup oder Parodie auf, wo beginnt das Plagiat – an tumbe Null-Eins-Algorithmen delegiert.

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Amerikaner haben Probleme, Meinungen und faktenbasierte Nachrichten zu unterscheiden

Grafik: TP
Nach einer Pew-Umfrage werden Nachrichten nach eigener politischer Präferenz klassifiziert und eher diejenigen geglaubt, die sich als faktenbasiert darstellen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Richtig nachvollziehbar ist nicht, warum seit einigen Jahren die Skepsis gegenüber Informationen wächst, die von Behörden, Regierungen und so genannten Mainstreammedien wächst. Erklärt wird dies von den Kritisierten gerne damit, dass die Kritiker, die paradoxerweise mit Donald Trump nicht nur in der Opposition, sondern an der Regierung sind, Desinformationskampagnen zum Opfer gefallen sind. Man müsse sie nur richtig aufklären und mit Faktenfindern konfrontieren, um die Welt wiederherzustellen. Bei dem Narrativ trifft ein Feind auf verführbare, gegen Manipulation nicht geschützte Gehirne. Auch ohne Feind erklären Verlierer etwa bei Wahlen, sie hätten ihre – an sich richtigen und überzeugend Botschaften – nicht richtig kommuniziert.

Wie auch immer, derzeit scheinen konventionelle Vertreter der Wahrheit, die auf Ablehnung stoßen, nun in Überlegungen zu geraten, wie Menschen überhaupt Vertrauen in Informationen und Informationsquellen generieren. Das ist eigentlich eine philosophische Frage, bei der es zwar nicht um Gewissheit geht, aber doch darum, welchen Informationen und Informationsquellen Menschen warum so weit Vertrauen entgegenbringen, dass sie der Überzeugung sind, einigermaßen richtig informiert zu werden, ohne dies selbst wirklich nachprüfen zu können.

Man kann dem empirisch nachgehen und fragen, wie dies die Menschen faktisch machen, allerdings mit der Voraussetzung. PEW hat mehr als 5000 Amerikaner befragt, um herauszufinden, ob die Menschen unterscheiden können, ob eine Nachricht einen Fakt darstellt („etwas, das durch objektive Beweise bestätigt oder widerlegt werden kann“) oder eine Meinung ist, „die die Ansichten und Werte von denen reflektiert, die sie äußern“.

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Datenkrake Polizei? Palantir als die Spitze des Eisberges

Neue gesetzliche Befugnisse und technische Anschaffungen erweitern die Überwachungsmöglichkeiten der deutschen Polizei immens. Die Bürger- und Persönlichkeitsrechte geraten unter die Räder
Neue gesetzliche Befugnisse und technische Anschaffungen erweitern die Überwachungsmöglichkeiten der deutschen Polizei immens. Die Bürger- und Persönlichkeitsrechte geraten unter die Räder

Matthias Becker | TELEPOLIS

Die Firma Palantir hat keinen guten Ruf, aber das stört sie nicht im geringsten. Fast scheint es, als kokettierten die Gründer und Manager Peter Thiel oder Alex Karp damit, eine Überwachungssoftware zu vertreiben, der alle Welt alles Mögliche zutraut. Angeblich wurde mit ihrer Hilfe der Anlagebetrüger Bernie Madoff überführt, die CIA machten Osama Bin Laden ausfindig und fast hätten die Amerikaner den Afghanistan-Krieg gewonnen.

Schon mit ihrer Namenswahl zeigten die Gründer von Palantir Technologies, übrigens (ehemalige) Studenten von der Stanford University, einen etwas kitschigen Geschmack und auch die Neigung zur Angeberei: Palantir heißt in J.R Tolkiens „Herr der Ringe“ ein magischer Elfenstein, der Bilder von jedem beliebigen Ort und sogar aus der Vergangenheit zeigt.

Die Spione, Militärs und Polizisten, die mit der Software arbeiten, würden das auch gerne können, am liebsten dazu noch in die Zukunft schauen. Und siehe da, selbst dafür hat die Firma etwas im Angebot: „Terrorattacken verhindern. Sich auf große politische und wirtschaftliche Umbrüche vorbereiten. Entstehende Gefahren vorhersehen.“

Waren es solche Werbeversprechen, die den hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) überzeugten? Im Mai 2016 reiste der zusammen mit dem Ministerpräsidenten des Landes, Volker Bouffier, ins kalifornische Silicon Valley, um sich über die neusten Entwicklungen in Sachen „Cybersicherheit“ zu informieren. Beuth und Bouffier waren unterwegs mit einem großen Gefolge aus Wissenschaftlern, Unternehmern und Abgeordneten des Landtags, außerdem Vertreter der hessischen Polizei- und Verfassungsschutzbehörden. Auf dieser Reise ließen sich die Beamten und Innenpolitiker von Hewlett Packard und Palantir Technologies Software-Lösungen vorführen.

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Deutschland ist Doppel-Weltmeister im Fußball – RoboCup-WM

(Bild: Hans-Arthur Marsiske)
Ungewöhnlich ruhig verlief der letzte Tag der RoboCup-WM. Die Roboter spielten teilweise vor fast leeren Zuschauertribünen – trotz spannender Finalpartien.

Hans-Arthur Marsiske | heise online

Was auch immer die genauen Gründe waren: Der RoboCup 2018 zählt sicherlich nicht zu den Glanzstücken der Eventorganisation. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Notwendigkeit, das Geschehen in die eigenen Hände zu nehmen, scheint die Gemeinschaft der Teilnehmer noch mehr zusammengeschweißt zu haben. Insofern hat der RoboCup in Montréal gezeigt, dass er auch nach 22 Jahren immer noch eine lebendige Initiative voller Energie und Kreativität ist.

Das kam auch auf den Spielfeldern und in den Arenen zum Ausdruck – und teilweise sogar außerhalb: Als die Roboter der RoboCup@home League in einem richtigen Restaurant, aber mit vorbereiteten Testpersonen, zeigen sollten, wie gut sie die Aufgaben eines Kellners erfüllen können, wurden sie auch von ganz normalen Gästen herangewunken – und bedienten sie.

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Could Self-Repairing ‚Star Wars‘ Droid L3-37 Come to Life? Not Quite

Phoebe Waller-Bridge plays L3-37 in „Solo: A Star Wars Story“ Credit: Lucasfilm
Is the newest droid in the „Star Wars“ universe the future of modern robotics?

By Chelsea Gohd | SPACE.com

In the recently released film „Solo: A Star Wars Story,“ the droid L3-37, also known as L3 or Elthree, showcased a unique set of traits among „Star Wars“ robots. The intelligent pilot droid is always changing, improving and repairing itself with found scraps from other bots. L3 is also one of the first bots in the „Star Wars“ franchise to bring feminine programming to a major role.

L3 is a hodgepodge of various droids and astromechs, which are robots typically used for repairs aboard starships in „Star Wars.“ She’s „a bit of a mutt,“ as the film’s creators said, according a new column published yesterday (June 20) in the journal Science Robotics. In this piece, Robin R. Murphy, an artificial intelligence and robotics expert and professor at Texas A&M University, discussed the potential applications of robots like L3 and how close we are to building one. [R2-D2 Gets Real: ‚Star Wars‘ Droids Already Exist]

In the article, Murphy described three main advantages that self-reconfigurable robots would have over traditional machines: They could make themselves more efficient at different tasks; they could be produced more cheaply than robots built for a singular set of tasks, and they could repair themselves and respond to any malfunction.

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„Ein trauriger Tag für das Internet und Europa“

Der Rechtsausschuss heute Vormittag. Bild: EU. Screenshot: TP
EU-Rechtsausschuss stimmt für Upload-Filter und Link-Abgaben

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Heute Vormittag stimmte der Rechtsausschuss des Europaparlaments mit 15 zu 10 Stimmen für eine Fassung des Artikels 13 einer neuen Copyright-Richtlinie, die Online-Plattformen faktisch zum Einsatz von Upload-Filtern verpflichten dürfte. Eine etwas knappere von den Christdemokraten angeführte Mehrheit von 13 zu 12 Stimmen fand eine Fassung des Artikels 11, die Rechteinhabern fünf Jahre lang Einnahmen aus Abgaben auf so genannte „sprechende Hyperlinks“ bescheren soll (vgl. EU-Copyright-Reform: Abgeordnete stimmen für Upload-Filter und Leistungsschutzrecht).

Im Vorfeld der Abstimmung hatten unter anderem der UN-Berichterstatter David Kaye (der eine „signifikanten Rechtsunsicherheit“ befürchtet) und Internetpioniere wie Vint Cerf und Jimmy Wales vor dem Vorhaben der EU-Abgeordneten gewarnt. Sie kritisierten unter anderem, dass den Upload-Filtern auch Parodien und kritische Auseinandersetzungen zum Opfer fallen.

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Maschinenhirn diskutiert mit Mensch

Mensch versus Maschine: „Project Debater“ in der Diskussion mit Debatten-Profi Dan Zafir © IBM Research
Frei argumentiert: Erstmals hat sich eine künstliche Intelligenz in einer Debatte mit menschlichen Diskussionspartnern gemessen. Bei einer öffentlichen Diskussion tauschte das IBM-System „Project Debater“ zu zwei Themen Argumente und Gegenargumente aus – ohne diese Inhalte vorher trainiert zu haben. Das Schwierige daran: Die KI musste dafür selbstständig geeignete Argumente entwickeln und sie überzeugend vortragen – was ihr durchaus gelang, wie eine Befragung des Publikums hinterher ergab.

scinexx

Künstliche Intelligenz macht immer mehr Fortschritte: Schon jetzt helfen die lernfähigen Algorithmen bei medizinischen Diagnosen, erkennen Fake-News oder fahnden nach Schäden in Atomkraftwerken. Sogar in der Justiz, als Chemiker oder als Planer von Physik-Experimenten können sie hilfreich sein. Einige dieser Systeme schaffen es dabei bereits, selbständig die nötigen Fähigkeiten zu trainieren – ohne menschliche Lehrer.

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Warum wir negativen Bewertungen glauben, das aber nicht sollten

foto: reuters/segar Negative Bewertungen haben einen enormen Einfluss auf Verkaufszahlen.
Schlechte Kundenrezensionen auf Amazon, Tripadvisor und Konsorten hinterlassen einen besonders starken Eindruck bei Usern

derStandard.at

Negative Onlinebewertungen können für Restaurants, Hotels und andere Dienstleister verheerende Konsequenzen haben. Auch der Verkauf von Produkten auf Amazon leidet unter der Vergabe von zwei oder gar nur einem Sternchen. Kein Wunder: Studien aus den USA zeigen, dass mehr als 80 Prozent der Nutzer online Bewertungen lesen, bevor sie ein Produkt erwerben. Zwei Drittel davon sind der Ansicht, dass diese Rezensionen „generell akkurat“ sind.

Nur 1,5 Prozent der Kunden bewertet

Doch da dürften sie sich täuschen. Das liegt an mehreren Gründen. Etwa an der Personengruppe, die Onlinerezensionen verfasst. Dabei handelt es sich um rund 1,5 Prozent aller Käufer. Diese sind eher jung, verheiratet, haben ein geringes Einkommen und mehr Kinder als der durchschnittliche Onlinekäufer. Außerdem haben sie oft einen besonderen Grund, warum sie eine Bewertung verfassen: Sie sind etwa erbost, weil ein Produkt schnell kaputtging oder besonders euphorisch, weil es ihnen so gut gefällt.

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This Flying Space Droid Wants to Make Friends with Astronauts

CIMON will put its best face forward as a „flying brain“ aboard the International Space Station. Credit: Airbus 2018
The world’s first flying, autonomous, artificially intelligent (AI) astronaut assistant will soon get to work in space.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

Meet CIMON, the first AI-based assistance system for astronauts. CIMON was created by Airbus, in cooperation with IBM, to provide mission and flight assistance aboard the International Space Station. The 11-lb. (5 kilograms) round robot looks like a medicine ball and has an unforgettable face.

CIMON has been trained to interact with European Space Agency astronaut Alexander Gerst with photos and voice samples from Gerst. The bot is launching this June with other scientific equipment aboard the Dragon spacecraft on SpaceX’s 15th resupply mission. Gerst will test CIMON aboard the space station until October 2018. Described by Airbus and others as a „flying brain,“ CIMON will be the first of its kind in space and will hopefully become „a genuine ‚colleague‘ on board,“ a statement from Airbus said. [Real-Life ‚Replicants‘: 6 Humanoid Robots Used for Space Exploration]

Airbus hopes that CIMON’s computer voice and screen face, which Gerst gave input on, will help the AI to „make friends“ with the astronauts on board the space station, company representatives said in the statement. To help it do so, CIMON will use IBM’s Watson AI technology and „will be able to listen, understand and speak to the user,“ Till Eisenberg, CIMON project lead at Airbus, said in an email to Space.com.

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Experten-Gutachten: Staatliche Cyberangriffe verfassungswidrig

Bild: tagesschau.de
Bei Cyberangriffen wollen die Nachrichtendienste Gegenwehr leisten. Doch ein „Hackback“ sind technisch schwierig und juristisch heikel. Einem Gutachten zufolge müsste das Grundgesetz geändert werden.

Von Michael Götschenberg | tagesschau.de

Der Schaden sei gering gewesen hieß es, als Ende Februar bekannt wurde, dass das IT-Netz der Bundesregierung angegriffen worden war. Die Hacker waren über die Hochschule des Bundes in das Netzwerk eingedrungen und hatten sich bis zum Auswärtigen Amt vorgearbeitet. Dort seien jedoch nur wenige Dokumente abgeflossen.

Ganz anders war dies beim Cyberangriff auf den Deutschen Bundestag, der im Mai 2015 entdeckt wurde. Seinerzeit waren große Mengen Daten abgeflossen.

Hans Georg Maaßen, Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, ist deshalb überzeugt, Deutschland müsse seine IT-Netze nicht nur schützen, sondern auch in der Lage sein, im Cyberraum anzugreifen.

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„Hackbacks“: Bundeswehr-Hacker könnten jetzt zurückschlagen

(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)
Bei Angriffen auf IT-Netze in Deutschland sind Hacker des „Zentrums Cyber-Operationen“ der Bundeswehr bereit zum Gegenschlag – wenn die Politik sie lässt.

Tilman Wittenhorst | heise online

Sollten feindliche Hacker Computernetze in Deutschland angreifen, wäre das Cyberkommando der Bundeswehr für einen Gegenschlag bereit: Laut einem internen Bericht des Verteidigungsressorts sind die Hacker des „Zentrums Cyber-Operationen“ mittlerweile dazu in der Lage, „aktiv im Cyber-Raum aufzuklären und zu wirken“. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe.

Die derzeit etwa 100 Personen umfassende Einheit habe Gegenschläge im Netz – „Hackbacks“ genannt – bislang nur in Planspielen getestet. Die Fähigkeiten seien inzwischen zu einem „essenziellen Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge“ ausgebaut worden, legt das Ministerium dar, und will die Hackertruppe auf 300 Mann vergrößern.

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Friedhöfe der Zukunft brauchen Internet und GPS

Kostenloses WLAN auf dem Friedhof und Begegnungscafès: Weil auf Friedhöfen immer weniger Menschen beerdigt werden, müssten sich die Betreiber Experten zufolge auf Digitalisierung einlassen und den Besuchern Kommunikationsmöglichkeiten sowie Kultur bieten.

evangelisch.de

Reiner Sörries, Experte für Sepulkralkultur, forderte am Freitag in Nürnberg beim „Friedhofskulturkongress“, der Friedhof der Zukunft sollte etwa eine Gräbersuche per GPS anbieten oder Drohnen einsetzen, um entfernt wohnenden Verwandte einen Blick auf das Grab der Großeltern zu ermöglichen. Ein QR-Code auf dem Grabstein oder Videoübertragungen von Beerdigungen seien keine Zukunftsmusik mehr.

Viele Menschen entschieden sich heute aus Kostengründen nicht mehr für ein Grab auf dem Friedhof, betonte Sörries.

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Hat der Mensch die Technik noch im Griff?

Wer hat hier wen in der Hand? Bild: ddp
Die Pioniere des Internets verzweifeln manchmal an ihrer Schöpfung. Die Daten liegen in den Händen weniger – und die Politik wirkt machtlos. Es beginnt eine neue Runde im Kampf um die Zukunft.

Von Carsten Knop | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Revolutionen beginnen mit einem Flüstern. Und dieses Flüstern hat vor 25 Jahren begonnen. Der Tag ist bekannt. Es war der 30. April 1993. Damals wurde am Kernforschungszentrum Cern in Genf der entscheidende Schritt vollzogen, der das Internet zu einem Phänomen für die breite Masse werden lassen sollte. Unter der Regie des Internetpioniers Tim Berners-Lee wurde der Zugang zu Dokumenten zur öffentlichen Nutzung über Internet-Datenleitungen freigegeben, die man mit der Auszeichnungssprache HTML optisch ansprechend gestalten konnte. Das klingt technisch, es war aber eine Sensation.

Damit öffnete sich das Internet, das vorher ein Nischendasein in der Wissenschaft führte, der Welt. Gründer machten sich daran, utopische Ideale zu verwirklichen. Es tat sich ein neuer Weg auf, für den es keine Regeln gab. Es entstanden riesige Internetkonzerne wie Google und sogenannte soziale Netzwerke wie Facebook, die mit ihrem Wachstum Staaten und Rechtssysteme überfordern.

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Die Amerikaner sind nachrichtenmüde geworden

Grafik: TP
Das Ergebnis einer PEW-Umfrage, die das eher als Folge einer Informationsflut interpretiert, könnte aber auch eine Folge neuer politischer Konstellationen sein

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es ist, wie man uns sagt, die Zeit der hybriden Kriege und der Verbreitung von Desinformationen oder Fake News, die gegnerische oder konkurrierende Gesellschaften destabilisieren sollen. Man unterstellt damit eine Amnesie, als wäre nicht das, was man seit Jahrzehnten als Psychologische Operationen bezeichnet, im Verein mit ausgestreuten Gerüchten und nationalen Medien, keine geläufige Strategie gewesen. Und als gäbe es keine Ahnung mehr von den Zeiten des Kalten Kriegs, als der Konflikt zwischen dem kapitalistischen Westblock gegen den kommunistischen Ostblock loderte, während jetzt der bröckelnde Westblock, dem unter Donald Trump seine Führungsmacht abhanden gekommen ist, mit Russland im Kampf um Einflusszonen liegt. Dabei geht es nur nicht mehr um Links oder Rechts, um Kommunismus oder Kapitalismus, sondern um wirtschaftliche und geopolitische Interessen.

Es geht um Macht, wobei nur noch manche der früheren ideologischen Bruchstücke ein vermeintliches Narrativ des Guten gegen das Böse simulieren. Aber diese Simulation ist für viele Menschen bereits nach den Eskapaden des angeblich epochalen Kriegs gegen den Terrorismus oder der „Achse des Bösen“ (Saddam Hussein, den Iran oder Nordkorea) bereits im Leerlauf gelandet, die suggerierte Alternativenlosigkeit greift immer weniger. Der Kampf gegen das Böse und die Bösen hat die Welt nicht besser gemacht, sondern sie nur stärker fragmentiert und polarisiert. Daher greift die mit immer denselben Mitteln von Politikern, so genannten Think Tanks, die man eher Beeinflussungsorganisationen nennen sollte, und Medien betriebene Konstruktion des Bösen, den Wladimir Putin zu spielen hat, nicht mehr wirklich.

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Junge für Vergewaltigungen angeboten: Mutter und Partner in Missbrauchsfall vor Gericht

September 2017: Ermittler nehmen einen Verdächtigen im Freiburger Missbrauchsfall fest. Foto: dpa
Genau fünf Monate nach Bekanntwerden des jahrelangen Missbrauchs eines Jungen in Staufen bei Freiburg stehen die beiden Hauptbeschuldigten vor Gericht. Vor dem Landgericht Freiburg begann Staatsanwältin Nikola Novak mit der Verlesung der Anklage.

Berliner Zeitung

Der 48 Jahre alten Mutter des Kindes und ihrem 39 Jahre alten Lebensgefährten werden unter anderem schwere Vergewaltigung und Zwangsprostitution in jeweils knapp 50 Fällen zur Last gelegt. Der heute Neunjährige soll über zwei Jahre lang von ihnen missbraucht sowie im Darknet Männern gegen Geld für Vergewaltigungen angeboten worden sein (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17).

Insgesamt acht Angeklagte

Angeklagt sind Taten zwischen Mai 2015 bis Ende August 2017. In dem Fall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter und ihr Lebensgefährte, beide Deutsche, gelten den Angaben zufolge als die beiden zentralen Figuren in dem Missbrauchsfall.

Kenia: Wenn Fake News Gewalt auslösen

Bild: tagesschau.de
Politische Hetze ist in Kenia allgegenwärtig. Per Handy werden Falschmeldungen verschickt, die die Empfänger nicht selten zu Gewalt aufwiegeln. Ein neues Gesetz gegen Cyberkriminalität soll Abhilfe schaffen.

Von Linda Staude | tagesschau.de

Auf den Straßen der größten Slums in Nairobi brennen Autoreifen und kleine Marktstände. Wütende junge Männer bauen Barrikaden. Einzelne werfen dicke Steine in Richtung der schwer gerüsteten Sicherheitskräfte, die Tränengas gegen die Demonstranten einsetzen – und scharfe Schüsse.

Es ist die Nacht auf den 12. August 2017 – kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses der später annullierten Präsidentschaftswahl. Gewalt nach dem Urnengang ist immer eine Gefahr in Kenia, klagt Händler Japheth damals:

Ich habe große Angst. Sie können sehen, dass ich das Geschäft heute nicht aufgemacht habe, alles ist weggeschlossen. Es ist nicht gut und ich glaube, dass wir Angst haben müssen.

Die Wahlunruhen im vergangenen Jahr kosteten fast 40 Menschen das Leben.

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Microsoft versenkt Rechenzentrum im Meer

(Bild: Microsoft Research (Screenshot aus Video))
In Phase 2 seines Projekts „Natick“ hat Microsoft 12 Serverracks in einem Container am Meeresboden platziert. Dort sollen sie sich effizienter kühlen lassen.

Tilman Wittenhorst | heise online

Microsoft hat die zweite Phase seines Forschungsprojekts „Natick“ eingeleitet: Ein komplettes Rechenzentrum hat der Konzern bei den Orkney-Inseln vor der Küste Schottlands im Meer versenkt. Die 12 Serverracks stecken in einem zylinderförmigen Tank etwa von der Größe eines Seefracht-Containers, der per Unterseekabel mit dem Land verbunden ist. Mit dem Projekt will Microsoft vor allem Erfahrung mit der Wartungsfreiheit eines Rechenzentrums sowie mit alternativer Kühlung sammeln.

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«So wird Rassismus wissenschaftlich legitimiert»

Hautfarbe, Alter, Geschlecht, Bildung, Wohnort…; diese Jugendlichen in der Pariser Banlieu würde jede Prognosesoftware für Straftaten in die vorderen Ränge hieven. Das halten Juristen für problematisch. (Bild: Jacques Brinon / Keystone)
Wie korrelieren Autofarbe und Steuerhinterziehung? Justiz und Polizei greifen vermehrt auf statistische Prognoseinstrumente zurück. So lieferten wir den Rechtsstaat den Algorithmen aus, sagt die niederländische Rechtswissenschafterin Mireille Hildebrandt.

Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Frau Hildebrandt, ein Zeitdiagnostiker hat prognostiziert, der Computer werde bald den Richter ersetzen. Ist das alarmistische Science-Fiction?

Nein, wir bewegen uns in diese Richtung. In den USA und in vielen Staaten Europas benutzen Justiz und Polizei zunehmend Programme. Wer aufgrund der Prognosen als verdächtig oder rückfallgefährdet gilt, wird überwacht, muss länger ins Gefängnis und bekommt keine Bewährungshilfe.

Das heisst: Menschen werden vermehrt nicht mehr für Taten bestraft, die sie begangen haben, sondern für Taten, die sie begehen könnten?

Man kann es so sehen. Die Fairness wird mit Füssen getreten. Wir sind daran, unseren Rechtsstaat Computerspezialisten und Ingenieuren auszuliefern.

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