Chinesischer Roboter besteht weltweit erstmals Zulassungsprüfung für Mediziner

Roboter Xiaoyi. Bild: iFlytek
Der mit viel Wissen gefütterte Roboter soll ab nächstem Jahr bei der Diagnose und der Ausbildung von Ärzten helfen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vor einigen Tagen meldete China Daily, dass ein chinesischer Roboter weltweit als erster die nationale Medizinprüfung bestanden habe. Das ist ein wichtiger Test, der bestanden werden muss, um in China als Arzt anerkannt zu werden. Die Fragen ändern sich jährlich.

Der Roboter mit dem Namen Xiaoyi wurde von der chinesischen KI-Firma iFlyTek, die zunächst auf Stimmerkennung und digitale Assistenten spezialisiert war, entwickelt und mit einem KI-System ausgestattet. Den schriftlichen Test absolvierte der Roboter mit 456 Punkten, 96 Punkte mehr als erforderlich. Dazu hatten die Wissenschaftler den Roboter mit den Inhalten von 53 medizinischen Lehrbüchern, 2 Millionen medizinischen Aufzeichnungen und 400.000 medizinischen Texten und Berichten gefüttert.

Er soll aber nicht nur theoretisches Wissen besitzen und medizinische Fragen beantworten können, sondern soll auch klinische Erfahrungen und Falldiagnosen von Medizinexperten gelernt haben. Eingesetzt werden soll er, um automatisch Daten eines Patienten zu erfassen und auszuwerten, um eine erste Diagnose zu machen. Er soll so Ärzten helfen, effizienter zu arbeiten und Risiken zu vermeiden, indem sie Vorschläge angeboten bekommen.

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Hessen: Schwarz-Grün will Staatstrojaner

Was darf der Verfassungsschutz? Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild)
Die hessische Regierungskoalition hält an den neuen Befugnissen für den Verfassungsschutz fest – trotz des gegenteiligen Parteitags-Votums der Grünen vom Wochenende.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Die Opposition im Landtag hat die schwarz-grüne Koalition scharf wegen des geplanten Verfassungsschutzgesetzes angegriffen. „Das fällt zurück in die Zeiten des schwarzen Sheriffs Volker Bouffier“, sagte die SPD-Innenpolitikerin Nancy Faeser bei einer Debatte am Dienstagabend im Landtag in Wiesbaden.

Faeser und die Redner von Linken und FDP, Janine Wissler und Wolfgang Greilich, zeigten sich erstaunt, dass die Grünen im Landtag ein solches Gesetz mittragen. Die Oppositionsabgeordneten unterstützten das Votum des Grünen-Parteitags vom Wochenende, den Entwurf in dieser Form zurückzuziehen.

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Insektenschwundleugner gegen Untergangspropheten

Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
Seit Donald Trump vor einem Jahr US-​Präsident geworden ist, haben wir uns fast schon daran gewöhnt: Was einmal in großen Tönen „post-​faktisches Zeitalter“ genannt wurde, ist Alltag geworden. Die USA mögen aus dem Geist der Aufklärung entstanden sein, regiert werden sie aber von einem Mann, dem keine Lüge zu billig und keine falsche Behauptung zu peinlich ist – solange sie der Durchsetzung seiner Interessen dienen.

Von Christian Schwägerl | RiffReporter

Der Aufstieg Trumps war von Veränderungen im öffentlichen Diskurs begleitet, die mit dem Begriff „post-​faktisch“ bezeichnet wurden. Post-​faktisch, das soll heißen, dass wissenschaftliche Evidenz nicht mehr allgemein anerkannt wird, dass Anekdoten, Stimmungen und Interessen dominieren und eben alles so hingebogen wird, bis es das eigene Weltbild bestätigt. Zum Post-​Faktischen gehört auch eine grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber dem ergebnisoffenen, empirischen Forschungsprozess und gegenüber dem Expertenwissen, das er hervorbringt. Die Weigerung Trumps, die Erkenntnisse der Klimaforschung ernst zu nehmen, sind das krasseste Beispiel dafür.

Post-​faktisch ist ein zurecht umstrittener Begriff. Ob es mal ein Goldenes Zeitalter des Faktischen gegeben hat und ob das Wort nun wirklich präzise ist, sei dahingestellt. Einen Nerv getroffen hat das „Wort des Jahres 2016“ aber durchaus. Womit wir bei der Krefelder Insektenstudie wären, die in den vergangenen Wochen die deutsche und internationale Öffentlichkeit beschäftigt hat. Einerseits ist es erfreulich, dass die Arbeit von Mitarbeitern des Entomologischen Vereins Krefeld sowie von Wissenschaftlern der Radboud-​Universität im niederländischen Nijmegen und der Universität von Sussex so viel öffentliches Interesse erzeugt hat. Insekten auf der Titelseite der ZEIT und als Gegenstand intensiver Debatten in sozialen Medien – endlich, denn die breite Öffentlichkeit beschäftigt sich viel zu wenig mit ihren Lebensgrundlagen.

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Hunderte der beliebtesten Webseiten überwachen jede Texteingabe

foto: apa/dpa/christian charisius Oft lesen beim Besuch von Webseiten Dritte sensible Informationen mit.
Neue Studie warnt vor problematischen Skripten – Kreditkartendaten und Passwörter an Dritte weitergereicht

derStandard.at

Wer eine Webseite besucht, liefert dem jeweiligen Betreiber damit im Normalfall auch jede Menge Daten. Doch in welchem Ausmaß solch ein Tracking erfolgt, variiert dabei stark, eine aktuelle Studie zeigt nun, wie weit dabei einzelne Seiten gehen – und wie problematisch dieses Verhalten ist.

Session Replay

Laut Forschern der Universität von Princeton verwenden mindestens 482 der 10.000 weltweit beliebtesten Webseiten sogenannte „Session Replay“-Skripte, wie Motherboard berichtet. Diese erlauben es nicht nur Mausbewegungen und Scrollverhalten der Nutzer aufzuzeichnen sondern auch jegliche Tastatureingaben auf der Webseite zu erfassen – und zwar in Echtzeit.

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Unheimliche Krieger

Photograph: Solent News/Rex
Killerroboter töten Menschen für andere Menschen. Doch ein internationales Verbot steht nicht zur Debatte. Bis Freitag beraten Regierungsvertreter bei den UN über die Revolution der Kriegsführung.

Von Jan Dirk Herbermann | evangelisch.de

Indiens Abrüstungsbotschafter bei den Vereinten Nationen verliert sich gerne im Philosophischen. Und der Diplomat gräbt ebenso engagiert in der langen Geschichte seiner Heimat. „Das alte Indien hatte Kriegsregeln“, erklärt Amandeep Gill. „Die Kämpfe mussten bei Sonnenuntergang stoppen.“ Dann spannt er den Bogen zu seinem aktuellen Job. Gill leitet die UN-Konferenz der Regierungsexperten, die bis Freitag über militärische und ethische Aspekte einer unheimlichen neuen Waffengattung berät: sogenannte Killerroboter.

„Die Experten werden keine neue Regeln für die Kriegsführung mit Killerrobotern verabschieden“, sagt Gill ohne Umschweife. „Sie werden auch keine Empfehlung an die Vertragsstaaten der UN-Waffenkonvention abgeben, Killerroboter zu verbieten.“ Ebenso hält es der Botschafter für unwahrscheinlich, dass die Vertragsstaaten der UN- Waffenkonvention auf ihrem Treffen ab Mitte nächster Woche (22.11.) Gespräche für eine Ächtung der Todesmaschinen beschließen.

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Ob das hilft? App aus Indien will mit religiösen Gesängen Porno-Sucht bekämpfen

Die App filtert das Web und zeigt statt pornografischen Inhalten beispielsweise religiöse Gesänge (Symbolbild). Foto: pixabay
Nutzer, die eine Pornoseite öffnen wollen, bekommen stattdessen religiöse Gesänge oder Ansprachen von Politikern präsentiert. Das soll das Verhalten der Menschen ändern.

futurezone.de

Ein indischer Neurologe hat eine App entwickelt, die pornografische Inhalte filtern und stattdessen religiöse Gesänge und Aussagen sowie motivierende Ansprachen bekannter Persönlichkeiten, wie Nelson Mandela oder Mahatma Ghandi, wiedergeben soll. „Porno-Sucht kann nicht behandelt werden, aber das ist ein bescheidener Versuch, das Verhalten einzelner Personen zu ändern“, erklärt Erfinder Vijay Nath Mishra gegenüber dem Guardian. Mishra unterrichtet an der indischen Universität „Banaras Hindu“ und hat die App „Har Har Mahadev“ getauft – ein hinduistisches Gebet, mit dem Gott Shiva darum gebeten wird, alles Böse der Welt zu zerstören.

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„Intellektuelle Monokultur“ im Westen

Nassim Taleb. Bild: BBI
Nassim Taleb, Autor des Bestsellers der „Schwarzen Schwäne“, spricht gegenüber einer russischen Zeitung von einer Inquisition in der medialen Berichterstattung

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die „Schwarzen Schwäne“ haben den Amerikaner Nassim Taleb wirklich bekannt gemacht, obgleich er schon 2001 zur Zeit der Dotcom-Krise von der Epistemologie des Zufalls sprach und darüber ein Buch geschrieben hat. In dem 2007 erschienene Buch „Schwarze Schwäne“ des umtriebigen und querdenkenden Börsenhändlers, Risikoanalytikers, Wissenschaftlers und Philosophen, sagte er nicht nur die Finanzkrise voraus, sondern erörtert er unser prinzipiell fehlendes Wissen über die Zukunft, in der es immer wieder zu unvorhergesehenen, zwar seltenen, aber mitunter schwerwiegenden Ereignissen kommt, eben den „Schwarzen Schwänen“, über die man keine Theorie bilden kann.

Sein Buch, das gegen die Theoretiker in allen Disziplinen gerichtet war, wurde zum Bestseller und fand sich auch bei vielen Intellektuellen, unabhängig davon, ob es gelesen wurde oder nicht. Schon der Titel klang attraktiv und geheimnisvoll, der sich in Wissenschaft und Philosophie herumtreibende erfolgreiche Börsenspekulant, der das Spiel mit dem Zufall kennt, trug zur Prominenz bei.

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#meetoo-Welle: Juristen warnen vor neuer „McCarthy-Ära“

Demo in Los Angeles im Zuge der Protestwelle gegen sexuelle Übergriffe. Den verschachtelten Slogan kann man in etwa mit „Belästiger-Arschlöcher“ übersetzen. – imago/ZUMA Press
Deutsche Rechtsgelehrte und -Praktiker warnen vor einem Bruch rechtsstaatlicher Grundsätze angesichts der ausufernden medialen Verurteilung von Beschuldigten und ihrer faktischen Folgen durch die Möglichkeiten von Internet und sozialen Medien.

Die Presse.com

In der aktuell herrschenden Debatte um angebliche sexuelle Übergriffe kommt es nach Ansicht deutscher Rechtsexperten massiv zu faktischen außergerichtlichen Vorverurteilungen mit verheerenden Folgen. „Die derzeitige Hetzjagd von Prominenten erfolgt unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze“, sagt etwa der Medienrechtler Thomas Hoeren von der Uni Münster. Und: „Man kann nur hoffen, dass das Thema wieder in sachliche Bahnen kommt. Sonst droht eine unkontrollierte Verdachtsaktion mit Diffamierungen, die der McCarthy-Ära entsprechen.“

Mit dem Namen des US-Senators Joseph McCarthy (1908-1957) verbindet sich eine wilde Jagd samt Ermittlungen und schauprozessartiger Inszenierungen auf mutmaßliche Kommunisten und Spione für den Ostblock im Amerika der 1950er-Jahre. Die Zielpersonen waren vor allem Künstler, Medienleute, Schauspieler, Beamte und Wissenschaftler, am Ende sogar Militärangehörige. Meist war die Verdachtslage objektiv dünn bis nicht vorhanden, und oft sogar vorsätzlich konstruiert.

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Forscher „zippen“ DNA

Die Erbsubstanz wird für den Transport in die Zelle wie eine Computerdatei komprimiert und in der Zelle entpackt. © Bara Krautz
Gezippte DNA: Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich große Mengen genetischer Informationen komprimieren und in Zellen wieder dekomprimieren lassen. Ihr Verfahren funktioniert dabei im Prinzip wie das Zippen einer digitalen Datei. Dieser Ansatz eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich der Biotechnologie und könnte künftig beispielsweise dabei helfen, genauere Diagnosemethoden für Krebs zu entwickeln.

scinexx

Was tun, wenn sich ein umfangreiches Dokument oder ein hochauflösendes Bild nicht per E-Mail verschicken lässt? Man zippt es mit einer geeigneten Software auf handliche Größe. „Anstelle der Information ‚weiß-weiß-weiß–weiß-…‘ für jeden einzelnen Pixel einer weißen Linie, wird nur noch die Botschaft ‚tausendmal weiß‘ übermittelt“, erklärt Kobi Benenson von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Beim Empfänger angekommen, lässt sich die Information dann wieder auf die ursprüngliche Größe aufblasen.

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Wissenschaftlerin fordert mehr Abgrenzung von „Schreihälsen im Netz“

foto: apa/dpa/silas stein Das Internet erlaubt es vielen Menschen ihre Meinung zu verschiedenen Themen zu veröffentlichen. Mitunter ist diese jedoch unflätig oder gewaltverherrlichend.
Nur drei Prozent der Hörer oder Leser äußern sich – Kommentare ganz abschalten würde Kapazität für Journalismus freimachen

derStandard.at

Foren im Internet und Social Media bieten Menschen Gelegenheit, sich öffentlich zu äußern. Oft aber sind Kommentare unflätig oder gar gewaltverherrlichend. Die Rostocker Medienwissenschafterin Prommer stellt den Wert solcher Meinungsäußerungen generell in Frage.

Die Medienwissenschafterin Elizabeth Prommer fordert von klassischen Medien wie Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, sich stärker von „Schreihälsen“ im Internet abzugrenzen. „Journalisten lassen sich teilweise extrem durch Reaktionen im Netz irritieren und vermitteln dann das Gefühl, das ist „die Meinung“ da draußen“, sagte Prommer der dpa in Rostock. Die Wissenschafterin leitet das Institut für Medienforschung an der Universität Rostock.

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Verfassungsschutz warnt vor „Alltags-Antisemitismus“

Bild © picture-alliance/dpa
Tausende Kommentare aus sozialen Netzwerken hat der hessische Verfassungsschutz auf antisemitische Inhalte untersucht, das Ergebnis lässt die Alarmglocken läuten. Muslime und Rechte sind dabei gleichermaßen vertreten.

hessenschau.de

Der Anteil an antisemitischen Kommentaren mit muslimischem und derjenigen mit rechtem Hintergrund ist in sozialen Netzwerken ähnlich hoch. Zu dem Ergebnis kommt eine am Dienstag in Wiesbaden veröffentlichte Studie des hessischen Verfassungsschutzes.

Zehn Prozent der Kommentare antisemitisch

Für die Studie wurden etwa 7.000 Nutzerkommentare zu thematisch einschlägigen Beiträgen auf den Facebook- und Youtube-Kanälen großer deutscher Medien ausgewertet. Knapp zehn Prozent seien dabei als antisemitisch identifiziert worden, sagte die Leiterin der Analysestelle und Autorin der Studie, Ann-Christin Wegener, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Expertin hatte die Kommentare vor allem auf politische und religiöse Hintergründe untersucht. Als Ergebnis der Auswertung habe sich eine zunehmende Bedeutung des Antisemitismus unter Muslimen bei gleichzeitig fortdauernder Existenz rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Formen der Judenfeindschaft gezeigt, erklärte Wegener.

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Kirche und Diakonie sind konfrontiert mit Hate Speech

Kirchen und die Diakonie sind in den sozialen Netzwerken zunehmend mit Hetze und Hassrede, der sogenannten „Hate Speech“, konfrontiert. Immer wieder wird die Grenze zu Beleidigung, Verunglimpfung oder sogar Drohung überschritten. Viele dieser Mails und Kommentare in den sozialen Netzwerken sind mit dem Themenfeld „Vielfalt“ verknüpft und äußern sich zu Flüchtlingen, Gender oder Homosexualität.

EKD

„Vertreterinnen und Vertreter von Theorien aus der Genderforschung begegnen in einem solchen Maße Verzerrungen ihrer Darstellungen, Aufrufen zur Gegenwehr und Hass schürenden Feindbildern, wie kaum an anderer Stelle. Angesichts dessen sah sich das Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie veranlasst, eine wissenschaftliche Studie durchzuführen, die analysiert, ob und wie Kirche und Diakonie von Hate Speech betroffen sind, wenn sie sich zu Vielfaltsthemen äußern. Darauf basierend haben wir ganz konkrete Hilfestellungen für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zusammenhang mit Hass und Diffamierungen im Internet erarbeitet“, sagt Ellen Radtke, Studienleiterin im Studienzentrum für Genderfragen.

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Evangelische Kirche will Gläubige im digitalen Raum gewinnen

Mit neuen Gottesdienstformen für junge Leute will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) dem Mitgliederschwund entgegentreten.

Frankfurter Rundschau

Statt morgens könnten Gottesdienste nachmittags oder abends in modernen Räumen mit Lichteffekten und Bands organisiert werden, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm zum Start der Jahrestagung der Kirche in Bonn. Angesichts der heutigen Individualisierung, Schnelllebigkeit und Unverbindlichkeit sei es Aufgabe der Kirche, Formen von Gemeinschaft anzubieten, die der Lebenswirklichkeit von jungen Menschen entsprechen.

Den Kontakt zur Natur verloren

foto: picturedesk / westend 61 / retales botijero Ab in die Wildnis: Die Kenntnisse über Wald und Wiese nehmen rasant ab, ebenso wie der Drang, sich in der Natur auszutoben.
Immer mehr junge Menschen wachsen auf, ohne mit der belebten Umwelt in Berührung zu kommen. Viele wissen kaum noch, was im Wald wächst oder wo die Sonne aufgeht

Von Juliette Irmer | derStandard.at

Irgendwann kommt jeder einmal zu dem Schluss, dass früher alles besser war: Kinder spielten auf der Straße Räuber und Gendarm, bauten Baumhäuser – aus Brettern und Planen, nicht aus Minecraft-Würfeln -, stauten Bäche auf und kamen abends dreckig nach Hause. Heute verbringen Kinder einen großen Teil ihrer Zeit in Innenräumen und kommen mit der Natur kaum noch in Berührung. Das Bild mag überzeichnet sein, der Trend aber scheint eindeutig.

Seit 20 Jahren verfolgt der „Jugendreport Natur“ das Verhältnis junger Menschen zur Natur. Für den 7. Report von 2016 wurden 1253 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sechs und neun in Nordrhein-Westfalen befragt. „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Distanz zur Natur wird immer größer“, sagt Rainer Brämer, Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Marburg und Initiator des „Jugendreports Natur“.

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Auch Kinder haben ein Recht am eigenen Bild

(Foto: mauritius images)
Der kleine Maxi auf dem Töpfchen, die süße Ida in der Badewanne: Viele Eltern teilen ständig Fotos ihrer Kleinen in den sozialen Netzwerken. Das Kinderhilfswerk fordert: Hört auf damit!

Von Ulrike Heidenreich | Süddeutsche Zeitung

Es tut richtig weh, da hinzusehen. Ein nacktes Kleinkind mit Speckringen und Taucherbrille sitzt in einem Wäschekorb aus Plastik, die Eltern haben einen Propeller aus Pappe und zwei Flügel drangeklebt. Das Bild vom lustigen Baby, das gerade fliegen lernt, zeigen sie auf ihrem Facebook-Account. Wie mag es dem Kind gehen, wenn es älter ist und dieses Foto von sich im Internet entdeckt? Sei es auf Whatsapp, Facebook oder Instagram – Eltern verletzen zunehmend die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder im digitalen Raum. Oft unüberlegt, oft, um sich zu profilieren. Datenschützer sehen das mit Sorge. Das Deutsche Kinderhilfswerk startet an diesem Donnerstag eine Facebook-Kampagne – nicht etwa, um Kindern einen Leitfaden zu geben. Nein, um Väter und Mütter zu sensibilisieren, denen offensichtlich wenig peinlich ist.

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Neuer Blick in ägyptische Kindermumie

Die ägyptische Kindermumie „Sherit“ in kombinierter CT- und 3D-Scan-Darstellung. © Artec 3D
Farbiger Rundumblick: Mit einer Kombination aus 3D-Scan und Computer-Tomografie haben Forscher eine ägyptische Kindermumie auf ganz neue Art begreifbar gemacht. Denn das resultierende 3D-Modell zeigt sowohl die Details des Mumieninneren, als auch die Farbenpracht der Mumienhülle. Das vor 2.000 Jahren begrabene Mädchen „Sherit“ erwacht damit gleichsam zu neuem Leben.

scinexx

Mumien liefern spannende Einblicke in das Leben im alten Ägypten. Sie verraten beispielsweise, dass die damaligen Eliten teilweise schon in jungen Jahren unter Arterienverkalkung litten und auch sonst nicht sehr gesund lebten. Zudem halfen Mumienuntersuchungen dabei, historische Mordfälle und undurchsichtige Verwandtschaftsverhältnisse aufzuklären. Oft kommen bei solchen Analysen Computertomografen zum Einsatz. Diese Aufnahmen erlauben es, in das Innere der einbalsamierten Toten zu blicken, ohne die fragile und oft jahrtausendealte Hülle zu beschädigen.

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Klimawandel: Brandenburger Forstwirte und ein Netz „twitternder Bäume

Modellregion. Herbstlicher Wald bei Petersdorf in Brandenburg.FOTO: PATRICK PLEUL/ZB
Forstwissenschaftler haben in Brandenburg damit begonnen, ein Netz „twitternden Bäumen“ einzurichten. Damit wollen sie herausfinden, welche Baumarten für welches Klima geeignet sind.

Von Eckart Granitza | DER TAGESSPIEGEL

Er bietet dem Menschen Erholung, liefert Holz, frische Luft und Grundwasser, sorgt für Artenvielfalt und kühlt das Klima. Doch der Wald, wie ihn die Deutschen lieben, ist in Gefahr. Mit dem Klimawandel wird für viele Bäume ein starker Trockenstress einhergehen, der ihren Fortbestand gefährden kann.

Naturschützer fordern deshalb, die Wälder naturnaher zu gestalten. Allerdings sind heute in Deutschland nur noch 0,3 Prozent des Waldes so naturbelassen, dass er sich völlig ungestört vom Menschen entwickelt. Der Großteil der 11,4 Millionen Hektar Waldfläche Deutschlands sind Wirtschaftswälder, die nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Bewirtschaftung durch den Menschen über die letzten Jahrhunderte erhalten blieben. Das wirtschaftliche Interesse hat den Wald vor der Abholzung und Umwandlung in Nutzflächen bewahrt.

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Tschüss, Pille: Wie ich per Computer verhüte

Der Verhütungscomputer Daysy wird zur Auswertung mit dem Smartphone verbunden © M.I.S.S. GmbH
Immer mehr Frauen wollen nicht langfristig die Pille einnehmen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Auswahl an alternativen Verhütungsmethoden war allerdings lange nicht so groß, wie gern behauptet wurde. Das beginnt sich gerade zu ändern.

Von Wiebke Tomescheit | stern.de

Wer nicht die Pille nehmen will und auch sonst keine Lust auf hormonelle Verhütung hat, oder wem ein Kondom als alleiniger Schutz nicht reicht, der hat ein Problem. Lange waren die Alternativen überschaubar und wenig ansprechend. Denn was bleibt da übrig?

Die Spirale, die lange nur Frauen empfohlen wurde, die schon Kinder geboren hatten. Diaphragmen oder Pessare, für die man den Akt unterbrechen muss, um mit den Fingern Dinge in Richtung Muttermund zu schieben und dann auch noch spermizides Gel hinterherzuschicken. Wenn dann noch Romatik übrig ist – herzlichen Glückwunsch! Scheidenzäpfchen oder Schwämme, die nicht nur als unsicher gelten, sondern deren spermientötendes Sekret auch die Schleimhaut der Scheide angreift. Frauenkondome, sogenannte Femidome, die für alle Beteiligten deutlich sichtbar sind, knistern und leicht verrutschen können.

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UN: Zahl der Internetsperren durch Regierungen gestiegen

grafik: nsa / snowden/Themenbild
Eine interne Folie der NSA zeigt die Architektur von ICReach.
Immer mehr Regierungen weltweit blockieren nach einem UN-Bericht zeitweise das Internet. Die Zahl der Internetsperren durch Regierungen stieg von 18 im Jahr 2015 auf bislang 61 in diesem Jahr, wie aus einem am Montag in Paris und Bonn vorgestellten Unesco-Bericht zu Meinungsfreiheit und Medienentwicklung hervorgeht. Insgesamt lag die Zahl der sogenannten Shutdowns seit Anfang 2016 bei 116. Die meisten davon traten mit 54 in Indien auf, gefolgt von Pakistan mit elf.

evangelisch.de

Positiv bewertet der Bericht der UN-Bildungsorganisation, dass die Zahl der Länder mit Gesetzen zur Informationsfreiheit von 90 im Jahr 2011 auf 112 im Jahr 2016 gestiegen ist. Vor allem in Asien und der Asien-Pazifik-Region seien viele Gesetze in Kraft getreten, hieß es. Zugleich bemängeln die Autoren, dass es vielerorts an einer konsequenten Umsetzung der Gesetze fehle.

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