Warum Wissenschaftler sich über das neue DNA-Emoji aufregen

Zunächst war die Freude groß, als Bio-Wissenschaftler in der Liste der neuen Emojis auch Utensilien aus ihrer Arbeitwelt fanden. Doch beim genauen Hinschauen wandelte sich die Begeisterung schnell in Enttäuschung.

Von Mario Lips | DIE WELT

Emojis sind vielen Smartphone- und Computernutzern mittlerweile ans Herz gewachsen: Mit ein paar einfachen Unicode-Zeichen lassen sich schnell und spaßig Gefühlszustände, Launen und spontane Reaktionen mitteilen.

Was mit ein paar Zwinkersmileys startete, ist zu einem stattlichen Repertoire an Zeichenkombinationen angewachsen. Für etliche Gegenstände, Aktivitäten und Orte existieren Emojis, regelmäßig kommen neue hinzu.

Auf der Liste mit 157 neuen Miniatur-Zeichnungen für das Jahr 2018 sollten auch Freunde der Wissenschaft auf ihre Kosten kommen: Symbole für Reagenzgläser und Petrischalen können mit dem neuen Update problemlos an Bekannte verschickt werden. Aber nicht immer haben Grafiker bei der Gestaltung der kleinen Bildchen jedoch ein glückliches Händchen.

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A Hacker Has Wiped a Spyware Company’s Servers—Again

Image: MOTHERBOARD
„I don’t want to live in a world where younger generations grow up without privacy.“

Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

Last year, a vigilante hacker broke into the servers of a company that sells spyware to everyday consumers and wiped their servers, deleting photos captured from monitored devices. A year later, the hacker has done it again.

Thursday, the hacker said he started wiping some cloud servers that belong to Retina-X Studios, a Florida-based company that sells spyware products targeted at parents and employers, but that are also used by people to spy on their partners without their consent.

Retina-X was one of two companies that were breached last year in a series of hacks that exposed the fact that many otherwise ordinary people surreptitiously install spyware on their partners’ and children’s phones in order to spy on them. This software has been called “stalkerware” by some. This spyware allows people to have practically full access to the smartphone or computer of their targets. Whoever controls the software can see the photos the target snaps with their phone, read their text messages, or see what websites they go to, and track their location.

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Quantencomputer: Sensible Qubits kommunizieren per Lichtstrahl

Intel hat eine Produktionslinie für Spin-Qubits entwickelt, die die vorhandene 300-mm-Wafertechnik nutzt. (Bild: Intel)
Quantenbits in Form sogenannter Spin-Qubits, Grundrecheneinheiten zukünftiger Quantencomputer, können Daten per Mikrowelle austauschen, wie Physiker jetzt gezeigt haben. Parallel hat auch Chip-Riese Intel angekündigt, auf Spin-Qubits zu setzen.

Von Arne Grävemeyer | heise online

In Silizium-Fehlstellen eingebettete Elektronen, beziehungsweise ihr Spin, entpuppen sich mehr und mehr als vielversprechende Grundeinheiten für Quantencomputer. Die sogenannten Spin-Qubits können mit dem elektromagnetischen Feld von Mikrowellen gekoppelt werden. So lassen sich deren hochempfindliche Quantenzustände störungsfrei auslesen und übertragen, wie eine Forschungsgemeinschaft der Princeton University, der Universität Konstanz und des Joint Quantum Institute in Maryland im Versuch jetz in der Fachzeitschrift Nature berichtete (Preprint: A coherent Spin-Photon Interfacein Silicon).

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Studie: Antisemitismus im Internet nimmt deutlich zu

(Bild: dpa, Nicolas Armer)
Kommentare mit anti-jüdischen Symbolen und Holocaust-Leugnungen haben im Internet zugenommen, sagt eine Studie des Jüdischen Weltkongresses. Die Zahlen für Deutschland sind dagegen teilweise rückläufig.

Von Oliver Bünte | heise online

Nach einer vom Jüdischen Weltkongress (World Jewish Congress, WJC) in Auftrag gegebenen Studie habe Antisemitismus im Internet im Vergleich zum Januar 2016 deutlich zugenommen. Das teilte der WJC am Mittwoch in New York mit. Untersucht wurden im Januar 2018 über einen Zeitraum von drei Wochen mehrere Millionen Posts auf Social Media Plattformen, Blogs und Webseiten auf die Verwendung anti-jüdischer Symbole und Holocaust-Leugnungen.

Dem Ergebnis nach soll die Verwendung anti-jüdischer Symbole um 30 Prozent gestiegen sein, die der Holocaust-Leugnungen sich mehr als verdoppelt haben. In Deutschland sei die Verwendung anti-jüdischer Symbole dagegen deutlich zurückgegangen, Holocaust-Leugnungen hätten leicht zugenommen.

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Radioactive Material From Chernobyl Will Help Secure the Next Version of Zcash

Image: MOTHERBOARD
On January 20, Ryan Pierce and Andrew Miller—a self-described “technology architect” and assistant professor of computer engineering at the University of Illinois, respectively—climbed into Pierce’s prop plane with a Geiger counter, some radioactive material from Chernobyl, and an air gapped laptop.

Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Before taking off, they made sure their phones were unable to record or transmit any information from inside the cockpit to ensure nobody could snoop on what they were about to do. The duo flew to 3,000 feet and used the Geiger counter to measure radioactive decay from the Chernobyl material—a piece of graphite moderator that was ejected from the core of the Chernobyl nuclear reactor during the 1986 meltdown—as the plane circled above southern Wisconsin. The pair then landed and used these measurements to help secure Zcash, a privacy-oriented cryptocurrency.

Pierce and Miller were participating in the Powers of Tau, an ongoing cryptographic “ceremony” wherein each participant samples some source of randomness and uses the resulting numbers to generate part of a cryptographic key that can be used by anyone on the Zcash network to keep their transaction private.

For this scheme to work, though, generating the key parts has to be done as securely as possible. Hence the plane.

“A plane isn’t a Faraday cage, but it doesn’t need to be,” Pierce told me an email. “By doing the computation in a small airplane, we could be entirely certain that nobody other than the two of us was on board, and it would be extremely difficult for an attacker to get near us in the air without us noticing.”

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Schwere Behördenpanne bei Missbrauchsfall in Staufen

In diesem See fanden Ermittler eine Festplatte mit belastendem Material der Schänder eines Neunjährigen, zu denen auch die Mutter gehört haben soll. (Foto: Simon Hofmann/Getty Images)
  • Ermittler gehen davon aus, dass eine Mutter gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ihr neunjähriges Kind im Internet zum sexuellen Missbrauch angeboten und sich auch selbst an ihm vergangen hat.
  • Nach SZ-Recherchen wurde die Gefahr für den Jungen lange nicht richtig eingeschätzt, da die verfügbaren Informationen nicht gebündelt wurden.
  • Das zuständige Jugendamt war beispielsweise lange nicht darüber informiert, dass der bereits wegen Kindsmissbrauch verurteilte Lebensgefährte bei der Familie wohnte.

Von Ralf Wiegand | Süddeutsche Zeitung

Es ist die entscheidende Frage in all solchen Fällen. Die Antwort darauf kann strafrechtlich relevant sein, immer ist sie zur Vermeidung vergleichbarer Katastrophen unabdingbar – und die Öffentlichkeit will ohnehin als Erstes wissen: Hätte man das verhindern können? Wäre das Martyrium eines Jungen aus dem Breisgau zu beenden gewesen, bevor er durch Ermittlungen im Milieu pädophiler Krimineller gefunden wurde?

Der Fall war im Januar bekannt geworden; die Ermittler gehen davon aus, dass seine Mutter Berrin T. und ihr Lebensgefährte Christian L. das Kind aus Staufen im Internet zum sexuellen Missbrauch angeboten und sich selbst an ihm vergangen haben. Von 2015 bis September 2017 soll das dreckige Geschäft angedauert haben – unter dem Radar diverser Behörden, die entweder die Gefährlichkeit von Christian L. oder das Kindeswohl des Sohnes von Berrin T. im Blick hatten.

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Klarnamenspflicht bei Facebook unwirksam

Screenshot: TP
Das Landgericht Berlin hat in einem gestern bekannt gewordenen (aber noch nicht rechtskräftigem) Urteil mit dem Aktenzeichen 16 O 341/15 die in den Nutzungsbedingungen von Facebook enthaltene Forderung, Profile ausschließlich mit Klarnamen und zutreffenden Daten anzulegen, für unwirksam erklärt, weil sie gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt (vgl. Facebook: Landgericht Berlin sieht rechtswidrige Voreinstellungen).

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Damit bestätigt das Gericht eine durchaus verbreitete Praxis von Nutzern, ihre Namen aus Datenschutzgründen abzukürzen oder Profile mit Namen von Haus- und Stofftieren anzulegen. Auch andere Klauseln in den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen, gegen die der Verbraucherzentrale Bundesverband geklagt hatte, hielten der gerichtlichen Überprüfung nicht stand – darunter die Voreinstellung, dass die Facebook-App anderen Gesprächsteilnehmern den eigenen Standort mitteilen darf, und die, dass Suchmaschinen automatisch einen Link auf die Profilchronik bekommen.

Zur Begründung führte das Gericht hier an, dass gar nicht klar sei, ob sich Nutzer bewusst für diese Voreinstellungen entscheiden. Heiko Dünkel, ein Rechtsreferent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, meinte dazu: „Facebook versteckt datenschutzunfreundliche Voreinstellungen in seinem Privatsphäre-Center, ohne bei der Registrierung ausreichend darüber zu informieren – das reicht für eine informierte Einwilligung nicht aus.“ Ebenfalls nicht für eine gültige Einwilligung ausreichend ist die vorformulierte Zustimmung, dass Facebook den Namen und das Profilbild eines Nutzers „für kommerzielle, gesponserte oder verwandte Inhalte“ verwenden und verarbeiten darf.

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Was unsere meistbenutzten Emojis über uns verraten

Die Emoji-Palette wird um 157 Symbole erweitert. Doch was sagt ihr Gebrauch eigentlich über ihre Nutzer? (Bild: Unicode Consortium)
Wer viele gefühlvolle Emojis benutzt, ist eher emotional instabil, und wer gerne Einhörner verschickt, ist gewissenhaft. Das zumindest behauptet eine Psychologin.

Von Esthy Rüdiger | Neue Zürcher Zeitung

Ein Gesicht, das in Tränen auszubrechen droht, ein erfrierendes Smiley und ein feierwütiges Konfetti-Emoji: Das Unicode-Konsortium hat vor wenigen Tagen bekanntgegeben, die Emoji-Palette um 157 Symbole zu erweitern – und ermöglicht den Nutzern damit, ihre emotionalen Ausbrüche noch treffender zu unterstreichen.

Denn: Wenn die Augen der Spiegel der Seele sein sollen, was verraten dann erst die meistbenutzten Emojis über das Innenleben derer, die sie verschicken? Diese Frage stellte sich das amerikanische Magazin «Fast Company». Mithilfe von Traitify, einem Unternehmen, das sich auf die Persönlichkeitserkennung mittels digitaler Daten spezialisiert hat, untersuchte es den Emoji-Gebrauch seiner Redaktion.

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Austria: Holocaust-Verharmlosung auf Facebook-Seite des Innenministeriums

Bild. derStandard.at
Nutzerbeiträge, die Holocaust relativieren, waren über zehn Tagen online – Innenministerium: „Keine Absicht“

Von Fabian Schmid | derStandard.at

Auf der offiziellen Facebook-Seite des Bundesministeriums für Inneres fanden sich gewaltverherrlichende und den Holocaust relativierende Nutzerbeiträge. Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) hatte dort am 27. Jänner, dem Holocaust-Gedenktag, ein kurzes Video veröffentlicht, in dem sie von der Verpflichtung sprach, „an die dunkelsten Stunden“ der Geschichte der Republik Österreich zurückzudenken. Der mit den Worten „Niemals vergessen“ veröffentlichte Beitrag sorgte jedoch für Unmut bei einigen Usern.

„Keiner denkt an Indianer“

So schrieb eine Nutzerin, dass sie auch der „amerikanischen und australischen Ureinwohner und allen sonst benachteiligten Völkern dieser Welt“ gedenke, ein anderer schlug mit dem Posting „keiner denkt an die 100 Millionen Indianer … komisch“ in dieselbe Kerbe. Das ist eine Form der Holocaust-Relativierung, die negiert, dass die Nationalsozialisten eine industrielle und vollständige, mit staatlichen Ressourcen unterstützte Auslöschung jüdischer Mitbürger planten.

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The Best SpaceX Conspiracies About the Falcon Heavy Launch

Tfw you realize a bunch of YouTubers have uncovered your perfect murder. Image: Daniel Oberhaus/Motherboard
Did Elon Musk pull off the perfect murder? And other things conspiracy theorists are wondering.

Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

On Tuesday, SpaceX made history with the successful flight of the Falcon Heavy, the most powerful operational rocket in the world. I was on site to watch it happen and it looked pretty real to me, but not everyone was convinced. Even SpaceX CEO Elon Musk acknowledged how fake the whole thing seemed.

“You can tell it’s real because it looks so fake,” Musk said at a press conference after the launch. “We’d have way better CGI if it was fake.

Still, in a time-honored tradition that dates back to the moon landings, conspiracies about what really happened on the Falcon Heavy flight abound. I dove down the rabbit hole inhabited by SpaceX truthers to find out how the wool could’ve been pulled over my eyes.

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Fake Follower : „Wir bräuchten ein Check-Ministerium“

„Lug und Trug“: Bei Twitter sollen mehr als zweihundert Millionen Fake-Follower verkauft worden sein. Bild: AP
Im Internet werden Millionen gefälschter Twitter-Accounts verkauft. Was machen wir mit der Flut fingierter Netz-Identitäten? Ein Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Manfred Faßler.

Von Elena Witzeck | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die „New York Times“ berichtet über Millionen künstlich generierte Nutzer, die Dynamiken und Debatten im Netz beeinflussen. Mindestens fünfzehn Prozent der Twitter-Profile sollen Bots sein. Überraschen Sie solche Zahlen?

Ich bin eher überrascht, dass es so wenige sind. Wir lassen diese Entwicklung seit Jahren zu. Schon wer Cookies akzeptiert, wer seine Daten zur Verfügung stellt, arrangiert sich mit Filterblasen und einer künstlichen Kanalisierung der Bedürfnisse. Im Kontext des Konsums stört das die Menschen weniger, aber wenn es an die Meinungsbildung geht, wird die Erkenntnis drastischer. Ob mir vor allem Empfehlungen für Rotweine angezeigt werden oder rechtspopulistische Inhalte: Beides folgt letztlich dem gleichen Prinzip.

Neu ist aber die Erkenntnis, dass künstliche Profile realen Personen als Follower verkauft werden, um sie und ihre Themen zu promoten.

Lug und Trug gab es schon immer. Nur konnte die kritische Öffentlichkeit früher noch stärker regulieren. Inzwischen ist die Fälschung direkter, unmittelbarer. Die gesamte netztechnologische Entwicklung war frei von Regulierungen, und so ein Markt fördert natürlich keine Ehrlichkeit. In Zukunft wird es Roboterstrukturen und andere Varianten Künstlicher Intelligenz geben, die sich als lernende Systeme ständig neue Inhalte errechnen, beobachten, wie die Userbevölkerung darauf reagiert, und diese dann stärken oder abschwächen. Und das im Sekundentakt.

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AfD im Bundestag plant Medienoffensive

Die AfD-Fraktion im Bundestag will nach eigenen Angaben mit ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bundestag eine „Gegenöffentlichkeit“ schaffen und ihre Themen vor allem in sozialen Medien verbreiten.

evangelisch.de

Die AfD-Fraktion im Bundestag will eine Medienoffensive starten und ihre Kommunikation über eine redaktionsähnliche Kommunikationsabteilung steuern. Fraktionschefin Alice Weidel begründete dies gegenüber dem Magazin „Focus“ laut einer Vorabmeldung vom Freitag damit, dass die AfD angeblich von vielen Medien ignoriert „oder mit Fake News gezielt schlechtgemacht“ werde. Das Vorhaben markiere „eine innovative Zeitenwende in der Bundesrepublik“. Sprecher anderer Fraktionen erklärten, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit seien strikt zu trennen.

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Freiburger Mordprozess: Wie Polizisten das Handy des Tatverdächtigen auslasen

Hussein K. vor Gericht in Freiburg (links). Sein iPhone (rechts, Symbolbild) konnte ausgelesen werden. (Foto: Patrick Seeger/dpa//Marjan Grabowski/Unsplash)
  • Ermittler aus Freiburg haben das iPhone 6s des Angeklagten ausgelesen, der die Studentin Maria L. vergewaltigt und ermordet haben soll. Das gelang ihnen mit Hilfe der israelischen Firma Cellebrite.
  • Die Ermittler konnten auf Daten des Smartphones zurückgreifen, die das Geständnis von Hussein K. zu widerlegen scheinen. Er behauptet, im Affekt gehandelt zu haben.
  • Auf die zentrale Spur, minutiös erfasste Orts- und Bewegungsdaten, kamen Forensiker einer polizeiinternen Hochschule.

Von Katharina Kutsche, Hakan Tanriverdi | Süddeutsche Zeitung

Er habe zunächst gar nicht gesehen, ob da auf dem Fahrrad eine Frau oder ein Mann vorbeigekommen sei, sagte Hussein K. vor dem Landgericht in Freiburg. Dem Mann, über dessen tatsächliches Alter im Prozess gestritten wird, werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er soll sein Opfer, eine 19-jährige Studentin, im Oktober 2016 vom Fahrrad gerissen, vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Die Tat sei eine Affekthandlung gewesen, betonte Hussein K. in seinem Geständnis.

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Haftstrafe für Macher des verbotenen Neonazi-Portals „Altermedia“

Einer der beiden Hauptangeklagten sitzt im Stuttgarter Oberlandesgericht zu Beginn eines Prozesses gegen Betreiber des…Foto: Marijan Murat/dpa
Braune Hetze, Hass auf Ausländer, Morddrohungen wurden bis vor zwei Jahren im Internet auf der Neoanazi-Plattform „Altermedia“ verbreitet. Jetzt wurden die Macher in Stuttgart verurteilt.

DER TAGESSPIEGEL

Über Jahre haben sie im Internet Hass gegen Ausländer, Flüchtlinge und Juden geschürt, Nazi-Parolen verbreitet und den Holocaust geleugnet – am Donnerstag wurden vier Macher der seit zwei Jahren verbotenen Neonazi-Seite „Altermedia“ unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt. Gegen den Kopf hinter der rechtsextremistischen Plattform, einen 29 Jahre alten Informatiker aus dem Schwarzwald, wurde wegen Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verhängt. Drei mitangeklagte, ältere Frauen kamen mit Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und zwei Jahren davon.

Die Taten machten ihn „sprachlos“, sagte der Vorsitzende Richter des 5. Strafsenats, Herbert Anderer, bei der Urteilsbegründung. Er stehe dem Ganzen nach wie vor „ratlos“ gegenüber. Der Prozess habe nicht klären können, was die Angeklagten umgetrieben habe. „Haben diese Menschen gar nichts gelernt? Haben sie gar nichts verstanden?“

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Moscheebau in Regensburg löst Spam-Flut aus

Das Minarett der geplanten Moschee im Regensburger Osten wird 21 Meter hoch sein – der Dom misst 105 Meter. (Foto: Entwurf: Yilbirt Architekten)
  • Die Regensburger Rathaus-SPD wird überschwemmt von Tausenden E-Mails: Darin wird gefordert, den Neubau einer Moschee der Ditib-Gemeinde zu stoppen.
  • Mitangeheizt wurde die Diskussion von der Regensburger AfD, die mit einem Facebook-Post suggerierte, das Minarett sei höher als der Dom.
  • Bisher ist unklar, wer hinter der Flut an Protest-Mails steckt.

Von Andreas Glas | Süddeutsche Zeitung

Klaus Rappert hat nachgezählt. 10 448 E-Mails waren es, Stand Montagfrüh. Alle im gleichen Wortlaut verfasst, alle landeten im Postfach der Regensburger Rathaus-SPD, deren Fraktionschef Rappert ist. Die Absender fordern, den Neubau der Moschee „sofort zu stoppen“ und das „vom Christentum geprägte Stadtbild“ zu erhalten.

Tausende solcher E-Mails gingen in den vergangenen Tagen auch bei anderen Stadtratsfraktionen ein. Inzwischen hat die SPD reagiert und die Sache tatsächlich gestoppt. Nicht den Bau der Moschee, sondern die E-Mail-Flut. Die Protest-Mails landen jetzt nicht mehr im SPD-Postfach. Sie werden automatisch gelöscht. Es sei offensichtlich, dass es den Absendern „nicht um eine sachliche Diskussion“ gehe, sagt Rappert.

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Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Assange besteht weiter

Julian Assange (wikipedia)

Der britische Haftbefehl gegen den seit fast sechs Jahren im Botschaftsexil sitzenden Wikileaks-Gründer Julian Assange ist weiterhin gültig.

Frankfurter Rundschau

Das entschied eine zuständige Richterin in London. Der 46-Jährige hat die diplomatische Vertretung Ecuadors in London seit 2012 nicht mehr verlassen. Als Assange dorthin flüchtete, lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, erst nach Skandinavien und dann an die USA ausgeliefert zu werden. Im Mai 2017 stellte die Staatsanwaltschaft jedoch ihre Ermittlungen ein.

Israel slams ‘shameful’ former minister who endorses German far-right party

Rafi Eitan (Photo: Motti Kimchi)
Rafi Eitan, the legendary spy who captured Eichmann, praises AfD for its attitude to Judaism, hopes its ideology takes over Europe

By The Times of Israel Staff

Rafi Eitan, a former Israeli minister and the legendary spy who captured Adolf Eichmann, caused surprise and shock in Israel when he publicly endorsed the far-right Alternative for Germany (AfD) party.

In a video message posted Friday on the party’s Facebook page, Eitan praised the faction, saying: “Please understand that all of us in Israel appreciate your attitude toward Judaism.”

“In any case, I’m sure that if you work wisely strongly and most important realistically… I’m sure that instead of ‘Alternative for Germany,’ you might become an alternative for all of Europe,” he said.

He also urged AfD members to close their borders “as soon as possible to prevent Muslim immigration,” in a letter that accompanied the video.

Eitan, who commanded the 1960 intelligence operation that captured Nazi war criminal, Holocaust organizer Adolf Eichmann in Argentina, was also the chairman of the now defunct Gil Pensioners party and pensioner affairs minister from 2006 to 2009.

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AfD-Bundestagskandidatin postet Hitler-Video auf Facebook

Ein Screenshot von der Facebook-Seite des AFD-Kreisverbands Ebersberg mit dem Video-Posting der Bundestagskandidatin Brigitte Fischbacher. (Foto: sz/privat)
„Ich möchte euch eindringlich bitten, dieses Video anzuschauen.“ Der Clip ist auf der öffentlichen Seite des AFD-Kreisverband Ebersberg zu sehen.

Von Wieland Bögel | Süddeutsche Zeitung

Zu Zeiten, als die Radios noch Volksempfänger hießen, war es der Höhepunkt des Programms: Wenn der Führer spricht. Doch auch in Zeiten, in denen der Volksempfänger Facebook heißt, darf Adolf Hitler gelegentlich zu Wort kommen: Zum Beispiel auf der Seite des AfD-Kreisverbandes Ebersberg. Dort ist seit Dienstagnachmittag ein längliches Video zu sehen, das über „die wahren Hintergründe“ des Zweiten Weltkrieges aufklären will. An dem eben nicht der Führer, sondern eine jüdisch-kapitalistische Weltverschwörung schuld sei.

Dieser Revisionismus ist in rechtsradikalen Kreisen nicht neu, dort gehört es seit jeher zum Selbstverständnis, dass beide Weltkriege Folge internationaler Verschwörung waren, um Deutschland zu vernichten. Als Belege dienen wild zusammengewürfelte Zitate historischer Persönlichkeiten oder von Historikern, meist aus dem rechten bis sehr rechten Spektrum. Dieser Les- und Machart folgt auch das auf der AfD-Seite eingestellte Video.

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Voynich-Manuskript: Jetzt wurde der erste Satz des geheimnisvollsten Buches der Welt entschlüsselt

Mysteriöse Schrift, bunte Bildern – das Voynich-Manuskript. beinecke library
Jahrhunderte lang galt es als das Buch, das kein Mensch versteht. Jetzt können wir endlich die ersten Seiten lesen – dank künstlicher Intelligenz und Google Translate.

FOCUS ONLINE

„Sie machte dem Priester Empfehlungen, dem Hausherren, meinem Herren und dem des Volkes.“ Das ist einer der Sätze, die über Jahrhunderte als eine der größten Herausforderungen für Krytoptologen galten. Er steht im Voynich-Manuskript, dem kryptologischen Jahrhunderträtsel – vergleichbar mit der „Enigma“, den verschlüsselten Funksprüchen aus dem Zweiten Weltkrieg, oder den kryptischen Bekennerschreiben des „Zodiac-Killers“.

Das Voynich-Manuskript besteht aus etwa 240 Seiten mit einer komplizierten, unbekannten Sprache, bebildert mit verwirrenden Diagrammen und Illustrationen. Es hat sogar ausklappbare Seiten, was für ein Buch aus dem frühen 15. Jahrhundert höchst ungewöhnlich ist.

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Der Traum von schrankenloser Videoüberwachung

Grafik:TP
Ein von der CDU initiiertes Berliner Volksbegehren für mehr Videoüberwachung will eine Pauschalerlaubnis für das technisch Machbare durchsetzen

Von Michael Lohmann | TELEPOLIS

Seit dem 13. September 2017 sammelt eine Berliner Initiative Unterschriften für die Ausweitung der Videoüberwachung in der Stadt. Das „Aktionsbündnis für mehr Videoaufklärung und Datenschutz wurde gegründet von Ex-Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und wird unterstützt von den beiden Polizeigewerkschaften.

Das Bündnis hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der durch ein Volksbegehren bzw. eine Volksabstimmung in geltendes Recht umgesetzt werden soll. Für die erste Stufe des Volksbegehrens hat das Aktionsbündnis bis Februar 2018 Zeit, um 20.000 Unterschriften zu sammeln. Bei Erfolg sind im zweiten Schritt 170.000 Unterschriften nötig, um eine Volksabstimmung zu ermöglichen. Bis Anfang Januar 2018 habe man laut Heilmann bereits über 17.000 Unterschriften sammeln können.

Im Zentrum des Entwurfes steht eine pauschale Erlaubnis für die Polizei, alles technisch Machbare nutzen zu dürfen. Die mit technischen Neuentwicklungen verbundenen tieferen Grundrechtseingriffe nimmt der Entwurf billigend in Kauf. Konkrete Vorkehrungen gegen mögliche Eingriffe künftiger Überwachungstechnologien gibt es nicht. Insgesamt fehlt es an Datenschutzbestimmungen, was den Titel des Gesetzes „Artikel-Gesetz für mehr Sicherheit und Datenschutz in Berlin“ Lügen straft.

Ziel des Artikels ist es daher, die vom Gesetzentwurf ausgehende Gefahr für die Bürgerrechte deutlich zu machen. Der Artikel kritisiert die Fixierung auf das technisch Machbare, die auch in der bundesweiten Überwachungsdebatte eine große Rolle spielt. Die Kritik erfolgt aus der Sicht des juristischen Laien.

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