Saudis sollen Kritiker mit bezahlten Online-Mobbern und McKinsey-Daten bekämpft haben

Bild: CC0
Der New York Times zufolge spionierte ein heimlicher Doppelmitarbeiter bei Twitter für das Wahhabitenkönigreich

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Den Informationen der New York Times nach hat das Wahhabitenkönigreich Saudi-Arabien den Kronprinzkritiker Jamal Khashoggi nicht nur mit den am Samstag eingeräumten letalen Methoden bekämpft (vgl. Khashoggi: Korrekturen, Lügen und eine Leiche, die verschwunden ist), sondern auch mit bezahlten Online-Mobbern. Diese Online-Mobber wurden dem Bericht nach nicht nur gegen, sondern auch gegen andere Abweichler sowie zur Festigung der öffentlichen Meinung eingesetzt.

Der Zeitung zufolge hatte der jetzt im Zuge der Khashoggi-Affäre entlassene Kronprinzenberater Saud al-Kahtani seit 2010 auf Twitter Beschäftigungsangebote platzieren lassen, die damit warben, das Hobby zum Beruf zu machen und mit dem Versenden von Tweets 10.000 saudische Rial zu verdienen – umgerechnet etwa 2.350 Euro. Dass es sich dabei um Arbeit handelt, die den in der Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge (OV) beschriebenen „Zersetzungsmaßnahmen“ der DDR-Staatssicherheit ähnelt, habe man Bewerbern erst verraten, nachdem diese ihre bürgerliche Identität preisgegeben hatten.

Aktuell soll die saudische Zentrale für staatliches Online-Mobbing mehrere Hundert Personen beschäftigen, deren Aufgabe es auch ist, in Sozialen Medien nach Kritikern des Kronprinzen und des Landes zu suchen. Dazu hat man angeblich sogar einen heimlichen Doppelmitarbeiter bei Twitter selbst untergebracht, der Informationen zur identifikation und andere persönliche Daten liefert. Ausgeschlossen ist das nicht: Immerhin zählt der saudische Prinz Walid bin Talal zu den wichtigsten Investoren des Unternehmens, an dem er seit 2011 einen „strategischen Anteil“ hält. Twitter antwortet bislang auf Bitten nach einer Stellungnahme dazu ebenso wenig wie saudische Stellen.

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Missing Link: Trons Tod – Eine weitere Spurensuche nach 20 Jahren

(Bild: pixabay.com)
Vor 20 Jahren wurde in einem Berliner Park die Leiche eines jungen Hackers gefunden. Um den Tod von „Tron“ ranken sich bis heute viele Gerüchte.

Von Detlef Borchers | heise online

Für die einen war „Tron“ eine Lichtgestalt, die ein neues Zeitalter einläutete und seine Jünger in ein Tronland mit einem Tron-Cryptofon und einer Tron-Währung führte. Für die anderen war er ein Student, der seinen Mitstudenten „in Zehnerpotenzen“ überlegen war. Für eine andere Gruppe war er die Nemesis schlechthin, drohte er doch, mit seinen Hacks das gesamte Pay-TV-Business in der Orkus zu versenken. Natürlich kann man auch die Wkipedia konsultieren und findet eine weitere, seltsam klingende Lesart: „Trons früher Tod verhinderte die Weiterentwicklung des Cryptophons zum Cryptron, das zum kommerziellen Massenprodukt für die Nutzung im Internet werden sollte.“ Eine Spurensuche.

Am 22. Oktober 1998, einem Donnerstag, fand ein Spaziergänger mit seinem Hund in einem kleinen Park im Süden Berlins die Leiche eines jungen Mannes, der sich offenbar mit einem Gürtel erhängt hatte. Die alarmierte Polizei sicherte den Fundort, rief ein Bestattungsunternehmen und nahm die Ermittlungen auf. Schnell stellte sich heraus, dass der Tote ein gewisser Boris F. war, der bereits seit Samstag, den 17. Oktober von seiner Mutter als vermisst gemeldet wurde.

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Anonyme Facebook-Werbekampagne soll UK-Abgeordnete zu Brexit-Ablehnung nötigen

(Bild: dpa, Tobias Hase/Symbolbild)
Eine Facebook-Kampagne soll mit massenhaften E-Mails Einfluss auf Parlamentsabgeordnete genommen haben, damit diese die Brexit-Verhandlungen torpedieren.

Von Tilman Wittenhorst | heise online

In Großbritannien soll eine anonyme Werbekampagne auf Facebook Wähler dazu aufgefordert haben, dem für sie zuständigen Parlamentsabgeordneten eine vorformulierte E-Mail zu schicken, in der dieser dazu gedrängt wird, den von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Brexit-Deal zu torpedieren. Die Online-Werbung sei auf die jeweiligen Wahlkreise zugeschnitten und habe nach Schätzungen womöglich bis zu 10 Millionen Menschen erreicht, berichtet der Guardian.

Diese auch als Micro-Targeting bekannte gezielte Werbung war von der Londoner Agentur 89up entdeckt worden. Der Link führe zu einer für den Wahlkreis des Besuchers individualisierten Webseite mit Namen und Bild des jeweiligen Abgeordneten. Ein weiterer Klick dort öffne das Mail-Programm mit einer vorformulierten E-Mail an den Politiker.

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Evangelischer Medienbischof Jung will keine Roboter taufen

Der evangelische Medienbischof Volker Jung will keine Roboter taufen. Bei allen Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz würden Roboter kein Bewusstsein entwickeln, sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident.

DOMRADIO.DE

Jung äußerte sich am Dienstag beim Evangelischen Medienkongresses in München. Man sollte die Trennung zwischen Menschen und Maschine wahren, so der Theologe, der dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört und dort für Medienthemen zuständig ist.

„Politik muss sich viel mehr mit dem Thema beschäftigen“

Jung forderte eine breite gesellschaftliche Debatte über das Thema der Künstlichen Intelligenz in der Gesellschaft. „Wir brauchen Dokumentationen dazu, auch die Politik muss sich viel mehr mit dem Thema beschäftigen“, sagte Jung. Es müsse vermieden werden, dass durch die Künstliche Intelligenz neuer Totalitarismus entstehe.

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Bedford-Strohm: Sozialen Raum von Internetkonzernen zurückerobern

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wünscht sich europäische Initiativen, um der Marktmacht der US-Internetkonzerne zu begegnen.

evangelisch.de

„Es geht um die Rückeroberung des sozialen und öffentlichen Raums“, sagte Bedford-Strohm am Dienstag zur Eröffnung des Evangelischen Medienkongresses in München. Derzeit fehle es an Transparenz und Regulierung. Der Diskurs von mehreren Milliarden Menschen werde von einigen wenigen mächtigen Unternehmen wie Facebook kontrolliert.

Bedford-Strohm fragte, warum Straßen und Schienen aus guten Gründen in öffentlicher Hand seien, die digitale Infrastruktur des Netzes, in der Menschen täglich viel mehr Zeit verbrächten, aber nicht.

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Das unheimliche Potenzial der genetischen Familienforschung

foto: reuters/fred greaves Verlesung der Anklage gegen den mutmaßlichen kalifornischen Serientäter. Der Verdächtige war nach Jahrzehnten mithilfe einer Genealogie-Plattform im Internet aufgespürt worden.
In den USA sind bereits 60 Prozent aller Menschen mit europäischen Vorfahren über ihre DNA identifizierbar

derStandard.at

Or Jehuda – Es ist der wohl prominenteste, aber keineswegs einzige Kriminalfall, der dank des wachsenden Interesses für Genealogie gelöst werden konnte: Im April verhafteten US-Behörden einen mutmaßlichen Vergewaltiger und Serienmörder, der in den 1970er- und 80er-Jahren in Kalifornien für Angst und Schrecken gesorgt hatte. Identifiziert wurde der „Golden State Killer“ mithilfe einer öffentlichen DNA-Datenbank.

Die Ermittler hatten schon in den 1990ern ein DNA-Profil des Täters erstellt, doch den Durchbruch brachte erst jetzt eine Internetplattform, bei der Interessierte Daten zu ihrer eigenen DNA hochladen können, um Verwandte zu finden oder ihre Abstammung zu erforschen. Die Datenbank, die damals fast eine Million Mitglieder zählte, spuckte tatsächlich einige genetische Profile aus, die dem des Verdächtigen ähnelten.

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Auf der Suche nach der guten Entfremdung – Slavoj Žižek über linke Politik

„Wir brauchen eine gut funktionierende Staatsbürokratie“, sagt Slavoj Žižek. (David Kohlruss)
Slavoj Žižek ist Psychoanalytiker, Kommunist – und einer der aufregendsten europäischen Philosophen der Gegenwart. Seit fast zwei Jahrzehnten arbeitet er daran, Lenins Thesen für die Gegenwart zu beleben. Wir fragen nach: Warum?

René Aguigah | Deutschlandfunk Kultur

Der Slowene Slavoj Žižek ist der Popstar der Philosophie – insbesondere in den englischsprachigen Medien ist er omnipräsent. In Deutschland ist er eher ein Feuilleton-Phänomen. Seine Theorien bewegen sich zwischen Lacan’scher Psychoanalyse, Hegelianischer Philosophie, marxistischer Gesellschaftskritik und dem politisch Unbewussten des Hollywoodkinos. Seine Publikationsliste ist kaum überschaubar – in seinem neuen Buch „Lenin heute“ wendet er sich wieder einem seiner liebsten Protagonisten des 20. Jahrhunderts zu, an dem er sich seit geraumer Zeit intellektuell abarbeitet.

Eine Art Best-Of unseres Gesprächs:

Was ihn an Lenin interessiert:

„Zwei Momente in Lenins Leben faszinieren mich: Was machte Lenin nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs? Er geht in die Schweiz, um Hegel-Logik zu lesen. Das brauchen wir heute. Wir sind in so einem Nullzustand. Wir müssen ganz neu beginnen. Die Marxisten sagten immer: Die Philosophen haben die Welt immer nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Vielleicht sollten wir als gute Marxisten heute das genaue Gegenteil bestätigen: Vielleicht versuchten wir im 20. Jahrhundert die Welt zu schnell zu verändern? Jetzt ist ein Moment, die Welt neu zu interpretieren: Was geschieht heute? Was ist in China – neuer Kapitalismus, noch immer Kommunismus?

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Zwischen Heilsversprechen und Weltuntergangsängsten – Warum wir „digitalen Humanismus“ brauchen

Julian Nida-Rümelin und seine Frau Nathalie Weidenfeld rufen zur Zuversicht auf. Künstliche Intelligenz und Roboter seien eine Chance, keine Bedrohung.

Von Moritz Koch | Handelsblatt

Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto unheimlicher erscheint sie vielen: die Marktmacht der Netzgiganten, die Entwicklung künstlicher Intelligenz, der Einsatz von Kampfrobotern. Bücher, die vor einer technologischen Apokalypse waren, steigen zu Bestsellern auf.

Eine Kassandra-Industrie ist entstanden. Je schriller die Warnung, desto besser fürs Geschäft. Roboter werden den Menschen die Jobs streitig machen, ihnen Selbstachtung nehmen, Unheil und Elend bringen. „Die Digitalisierung bedroht alles, was ist“, behauptet Populärphilosoph Richard David Precht.

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So Can We Terraform Mars or Not?

Sunset on Mars. Image credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
It seemed inevitable that Elon Musk would eventually get into a Twitter war over whether Mars can be terraformed. When you’re on Twitter, he told Businessweek in July, you’re “in meme war land.” “And so essentially if you attack me,” he said, “it is therefore okay for me to attack back.”

By Brian Gallagher | NAUTILUS

Musk, the CEO and lead designer of SpaceX, wants to “make life multiplanetary,” starting with Mars. The red planet is relatively close to the Earth and once harbored surface seas and rivers, and it still has ice and a subsurface lake. Its weather is surprisingly workable, too. Mars’ surface temperature range (–285 to 88 degrees Fahrenheit) isn’t too far off from Earth’s (–126 to 138 degrees Fahrenheit). The problem is Mars’ atmosphere now has 0.006 bar of pressure, where one bar is the standard atmospheric pressure at sea level on Earth. Not only does this mean that dangerous levels of radiation reach the surfaced unchecked, but humans need at least 0.063 bar to keep our bodily liquids from boiling (this is called the Armstrong limit).

Enter terraforming—changing a planet’s climate, topography, or ecology to be more suitable for life. If we could boost the pressure of Mars’ atmosphere just above that of Mount Everest’s summit (0.337 bar), we could walk on the Martian surface using just a breathing mask—no pressurized space suit required. That might be called weak terraforming: It wouldn’t let plants grow in the soil outside of greenhouses.

For that, a good amount of nitrogen, more than scientists have spotted so far on Mars’ surface, is required. It also wouldn’t let us breathe the Martian air. But Musk thinks that, at the least, weak terraforming is possible: “In fact,” he told an audience at the International Astronautical Congress in Mexico in 2016, “if we could warm Mars up, we would once again have a thick atmosphere and liquid oceans.”

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Philosoph: Rassismus-Debatte zeigt, dass deutsche Gesellschaft Fortschritt gemacht hat

Demonstration am Brandenburger Tor. Jörg Carstensen/dpa
Der Philosoph Philipp Hübl beschäftigt sich im „Philosophie Magazin“* regelmäßig mit verbreiteten Denkirrtümern. Im aktuellen Heft schaut er auf die Debatten um Rassismus und Sexismus, die besonders auf Twitter unter den Hashtags „MeTwo“ (Rassismus) und „Metoo“ (Sexismus) geführt werden

FOCUS ONLINE

Hübl zufolge überspannen sowohl diejenigen den Bogen, die den Opfern ihre Erfahrungen absprechen, als auch die Menschen, die denken: Beide Probleme sind immer schlimmer geworden, weil man eben mehr über die Erfahrungen der Opfer erfährt.
Letzteres ist für Hübl ein Trugschluss: die Präsenz der Rassismusdebatte bedeutet für ihn nicht automatisch, dass es plötzlich mehr Rassisten gibt. Eher im Gegenteil sogar: Mit Bezug auf den Soziologen Aladin El-Mafaalani argumentiert der Philosoph, die Debatte sei Ausdruck sozialen Fortschritts: Vieles, was schon immer eine rassistische Beleidigung war, werde erst heute als solche wahrgenommen. Das bedeute aber nicht, dass deswegen unbedingt mehr rassistisch beleidigt werde.

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Massive Kritik am Hassreport von Jan Böhmermanns Netzbewegung “Reconquista Internet”

Der Satiriker Jan Böhmermann hat „Reconquista Internet“ ins Leben gerufen. Bild: meedia.de
Der am Montag veröffentlichte „Hassreport“ von Jan Böhmermanns Netzbewegung „Reconquista Internet“ zieht größere Kreise, als es den Machern lieb ist. Die Initiative „Hooligans Gegen Satzbau“ kritisiert das 129 Seiten lange Dokument, indem exemplarisch fünfzig „Schmutz-Tweets“ und Hassnachrichten gelistet sind. In dem Report tauchen unter anderem Name und Adresse eines Tatverdächtigen von Chemnitz auf.

Von Robert Tusch | meedia.de

“Die heutige Aktion von Reconquista Internet verurteilen wir massiv”, schreibt die Netzinitiative “Hooligans Gegen Satzbau” (HoGeSatzbau) auf Facebook. Die Seite mit mehr als 158.000 Fans war als Reaktion auf “Hooligans gegen Salafisten” entstanden und greift mit Satire und Ironie besonders menschenverachtende und nationalistische Aussagen im Netz auf. Zum Report von Böhmermanns Netzaktivisten, der zum Melden von Hassposts aufrief, heißt es weiter: “Es wurden mit einem eigentlich guten Ansinnen in einem Hassreport die Adresse des tatverdächtigen Messerstechers von Chemnitz veröffentlicht, vervielfältigt und verbreitet, was einen Straftatbestand darstellt.”

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Der Luftkrieg der Killerdrohnen hat begonnen

US-Drohne. Bild: DoD
Erstmals hat eine MQ-9-Reaper-Drohne eine etwas kleinere Drohne abgeschossen und damit den Start des Drohnenluftkriegs eröffnet

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der massive Einsatz der Killerdrohnen hat aus amerikanischer Seite mit dem Afghanistan-Krieg eingesetzt. Erstmals im Dezember 2001 feuerte eine Predator-Drohne zwei Hellfire-Raketen auf einen Konvoi fliehender Taliban-Kämpfer ab. Bei dem Angriff, an dem auch Kampfflugzeuge mitwirkten, sollen viele Taliban, darunter der Kommandeur Atef, getötet worden sein (Ferngesteuerte Waffensysteme senken die Angriffsschwelle). Schnell wurden Drohnen auch in weiteren Ländern eingesetzt, beispielsweise Ende 2002 im Jemen (Schuss aus der Ferne).

De Einsatz der Kampfdrohnen in Kriegen und Konfliktgebieten zur gezielten Tötung ließ diese zu einer Wunderwaffe machen. Mit der Bewaffnung konnte das bislang herrschende Zeitfenster zwischen der Entdeckung eines Gegners und dem Zuschlagen im Prinzip auf Sekunden verringert und damit geschlossen werden. Weltweit wurden in der Folge des demonstrierten Erfolgs in vielen Ländern Kampfdrohnen gebaut oder beschafft. Bislang beschossen in der Regel die großen Kampfdrohnen Ziele auf dem Boden oder sie wurden vom Boden aus abgeschossen. Es gab aber auch einzelne Fälle, in denen Drohnen bereits mit Luft–Luft-Raketen im Luftkrieg abgeschossen wurden. Das hat die israelische Luftwaffe beispielsweise mehrmals mit unbewaffneten Drohnen gemacht, die vermutlich von Hisbollah über israelisches Gebiet gesteuert wurden.

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Airbus arbeitet an tödlichem Drohnenschwarm

Auch die Eurodrohne könnte im imtelligenten Verbund mit Kampfflugzeugen fliegen. Bild: Airbus
Das deutsche Kampfflugzeug der nächsten Generation soll mit Drohnen im Schwarm fliegen. Das System wird derzeit an der Ostsee getestet

Matthias Monroy | TELEPOLIS

Der europäische Rüstungskonzern Airbus hat auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr mit Flugversuchen zum Einsatz von Drohnenschwärmen begonnen. Laut der Tageszeitung Die Welt testet Airbus in Putlos-Todendorf an der Ostsee den Formationsflug im Verbund mit einem bemannten Kampfjet. Dieses sogenannte „Manned Unmanned Teaming“ (MUT) soll in dem neuen Kampfflugzeug eingesetzt werden, das Airbus und die französische Firma Dassault Aviation in den nächsten 20 Jahren gemeinsam entwickeln wollen. Die Fähigkeit zum Schwarmflug soll jedoch bereits 2025 für andere Luftfahrzeuge zur Verfügung stehen.

Das deutsch-französische Projekt für ein „zukünftiges Luftkampfsystem“ („Future Combat Air System) trägt das Kürzel FCAS. Auf der ILA hatten Airbus und Dassault ihre Bereitschaft zur Durchführung erster Studien erklärt, im Juni bekräftigten die Regierungen Frankreichs und Deutschlands ihre Unterstützung in einer Absichtserklärung.

Weil Airbus bereits die europäische Entwicklung der „Eurodrohne“ anführt, übernimmt Dassault bei FCAS die Führungsrolle. Ab 2025 könnte an einem flugfähigen Modell gearbeitet werden, dann würden weitere europäische Rüstungskonzerne und Regierungen „entsprechend der Höhe der staatlichen Investitionen und nach dem Prinzip des besten Beitrags“ am Projekt beteiligt.

Die Flugversuche in Putlos-Todendorf sollen im Oktober fortgesetzt werden. Sie gehören zur ersten Versuchsphase des Projekts, die Ergebnisse werden anschließend dem Militär präsentiert. Noch dieses Jahr könnten sie den Plänen zufolge in eine gemeinsame Konzeptstudie einfließen, in der die Bundeswehr mit den Firmen Anforderungen für die neue Luftkampf-Plattform festlegt.

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Dresdner Gen-Forscher planen Erbgut-Arche für die Nachwelt

Das Dresdner Sequenzierungszentrum hat zwei der 15 jetzt veröffentlichten Arten beigesteuert: darunter die „Große Hufeisennase“. Quelle: wikipedia
Forscher aus Dresden, New York und dem englischen Hinxton haben ein neues ehrgeiziges Genetik-Forschungsprogramm gestartet. Beteiligt sind 150 Experten aus aller Welt. Gemeinsam wollen sie qualitativ hochwertige, nahezu fehlerfreie und vollständige Genome aller 66 000 Wirbeltierarten der Erde erstellen.

Dresdner Neueste Nachrichten

Forscher aus Dresden, New York und dem englischen Hinxton haben ein neues ehrgeiziges Genetik-Forschungsprogramm gestartet. Beteiligt sind 150 Experten aus aller Welt, darunter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), von der Rockefeller University in den USA und vom „Wellcome Sanger Institute“ in Großbritannien. Im „Vertebrate Genomes Project“ (VGP, deutsch: Wirbeltier-Genomprojekt) wollen sie gemeinsam „qualitativ hochwertige, nahezu fehlerfreie und vollständige Genome aller 66 000 Wirbeltierarten der Erde erstellen“. Diese Erbgut-Informationen möchten sie dann in einer digitalen Bibliothek, einer sogenannten „Genom-Arche“, für die Nachwelt speichern.

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Die Digitalisierung entzieht der Philosophie eine ihrer Grundlagen – am Ende ist sie deswegen aber noch lange nicht

Intelligente Maschinen sind Projektionen des menschlichen Denkorgans – diese leistungsstarken Gehirne skeptisch zu kontrollieren, ist dem Menschen allerdings nicht mehr möglich. (Bild: Matt Cardy / Getty Images)
Descartes forderte, alles zu bezweifeln, was nicht klar und deutlich erkannt werden könne. Im Umgang mit digitalen Maschinen ist dieses Postulat nicht mehr umzusetzen. Die Philosophie sieht sich daher vor ganz neuen Aufgaben: Sie muss eine Welt voller Täuschungen beschreibend erfassen.

Walther Ch. Zimmerli | Neue Zürcher Zeitung

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht mit Erfolgsmeldungen oder Horrorszenarien im Zusammenhang mit der Digitalisierung überschüttet werden. Eine der Aufgaben der Philosophie besteht zwar darin, die sprichwörtliche rhetorische Spreu («fake facts») vom gedanklichen Weizen so weit wie möglich zu trennen. Dabei muss es ihr aber auch darum gehen, das grundstürzend Neue zu verstehen, das derzeit mit uns geschieht.

So zwingt uns die Digitalisierung beispielsweise, mit einer der dominantesten Figuren neuzeitlichen Denkens zu brechen, die der französische Rationalist René Descartes Mitte des 17. Jahrhunderts auf den Begriff gebracht hatte und die uns seither ebenso begleitet wie geleitet hat.

Nicht um den heute stark kritisierten Dualismus Descartes’ geht es dabei, sondern um den entscheidenden Beitrag, den er zur neuzeitlichen Methode geleistet hat und den wir als Descartes-Postulat bezeichnen können: Es sei alles zu bezweifeln, was nicht klar und deutlich erkannt werden könne («clare et distincte percipitur»), um so das unerschütterliche Fundament («fundamentum inconcussum») all unseres Wissens zu finden. Dabei geht es bekanntlich nicht nur um die Wahrheit, sondern vordringlich um deren reflexive Form: die Gewissheit.

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We’re Probably Living in a Simulation, Elon Musk Says

Elon Musk thinks we’re all probably trapped in a „Matrix“-like pseudo existence

By Maik Wall | SPACE.com

The universe is 13.8 billion years old, so any civilizations that may have arisen throughout the cosmos have had loads and loads of time to hone their technological know-how, the SpaceX founder and CEO explained early this morning (Sept. 7) during a long, wide-ranging and very entertaining appearance on comedian Joe Rogan’s popular podcast, „The Joe Rogan Experience.“

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These Anonymous Twitter Accounts Are the Real Intellectual Dark Web — and They’re Calling Out Right-Wing Media

Photo Credit: Image by Shutterstock, Copyright (c) Glebstock

There’s an ideological war raging in the U.S. That’s what Commentary magazine’s John Podhoretz said in a recent podcast, anyways. And he’s not wrong. It might not be a conflict as epic as the Second World War. It’s not being fought on a battlefield or in research labs. But it is consuming much of the discourse in 2018, especially on Twitter.

By Taylor Link | Alternet/Salon

Much of the battles involving the left appear to be partisan infighting: liberals pushing back against the dramatic shift to the left; Democratic Socialists assailing the liberal establishment. Conservatives, meanwhile, have seemingly abandoned any constructive introspection. „Owning the libs“ has become their only battlecry.

The rise of President Donald Trump should have precipitated an ideological insurrection. But the most popular movement to come out of the right post-2016 was the Intellectual Dark Web (IDW), a quasi-informal group of political commentators and professors who’ve gained traction for its hostility towards American liberalism. Bari Weiss, a conservative op-ed writer at The New York Times, introduced the IDW in a column earlier this year. In the piece, she elevated personalities such as Jordan Peterson, Dave Rubin, Candace Owens and Charlie Kirk, to name a few. They were grouped together not because of an ideology they shared, but because of an ideology they all rejected. The IDW criticizes most, if not all, policies and social movements that have arisen from America’s liberal trajectory. Feminism, affirmative action, subsidized health care, Black Lives Matter, wealth distribution, immigration, all have come under fire by the IDW. Their main antagonist may be the „mainstream liberal media,“ which they vilify for propping up progressive causes. Because of this, conservative media has welcomed these new voices into the tent, even though some whitewash racism and anti-LGBTQ bigotry.

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Ein Kurztrip in den Verschwörungssumpf

Für manche Menschen eine unheilvolle Bedrohung: Flugzeuge am Himmel Bild: dpa
Christian Alt und Christian Schiffer wollen Menschen von ihren Aluhüten befreien – flanieren dabei eher unbedarft zwischen Verschwörungstheorien.

Von Cornelius Dieckmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Autorenduo Christian Alt und Christian Schiffer plant einen Kurztrip in den Sumpf der Verschwörungstheorien – im Idealfall, ohne sich allzu sehr schmutzig zu machen. Dass dieser Plan naiv ist, räumen sie in der für das Buch charakteristischen selbstironischen Art anfangs gleich selbst ein: „Wir lesen uns Verschwörungswissen auf Wikipedia an, das wir dann dazu nutzen, um das Kartenhaus der irren Theorien mit einem gezielten Schlag zu Fall zu bringen.“

Denn je weiter sie auf das konspirationistische Terrain vordringen, desto deutlicher sehen sie, dass Menschen mit von Grund auf alternativen Weltbildern sich nicht von ein paar schnell gelieferten Fakten (die sie ja nicht als solche anerkennen) umstimmen lassen. Und dass – so die zentrale Einsicht des Buches – ein Ausflug in das „Land der Verschwörungstheorien“ kein spaßiges Kurzabenteuer ist.

Leider ist der Erzählton durchgehend süffisant gehalten („die krassesten Oberverschwörer ever“) und dadurch meist weniger auf präzise Prosa aus als auf clevere Punchlines.

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The Best Mobile Apps for Spotting and Identifying Orbiting Satellites and Iridium Flares

The Orbitrack app for iOS, an advanced reformulation of the older Satellite Safari app, features a greatly expanded database, as well as augmented-reality and virtual-reality modes with voice commands. Using green dots to represent each satellite, the app’s Orbit Mode, shown here, readily illustrates the difference between the low Earth orbit (LEO) satellite orbits, such as the International Space Station (inset), and the much more remote geosynchronous satellites (the curved chain of satellite symbols) that are employed for television broadcasts and other applications. When you select a single satellite, its name and orbit are drawn. Credit: Southern Stars
If you spend time gazing at the stars on a clear night, you’re guaranteed to see a satellite or two passing among them. But how do know whether that’s a spent rocket booster, the Hubble Space Telescope or a crewed space station gliding silently overhead? And what was that momentary flash of light? Was it a meteor, or the glint from a shiny satellite?

By Chris Vaughan | SPACE.com

Satellite-focused mobile apps are the best tools for tracking the myriad satellites that are visible with unaided eyes. They can help you tell one satellite from another, as well as alert you when a popular human-made object is about to appear in the night sky and then show you exactly where to look for it. [Satellite Tracker: See the ISS, Hubble and More!]

Iridium flares are very bright glints of sunlight off of the flat, reflecting sides of one of the satellites that constitute the Iridium pager and sat-phone networks. The flares occur before dawn and after dusk, when the satellite passing overhead is still illuminated by the sun, which is below the horizon for observers on the ground. The duration and brightness depend on the angles between the observer, the satellite and the sun. The better flares outshine everything but the moon and last about 5 seconds. Dedicated apps are an ideal way to find out when these flares will happen at your location.

In an earlier edition of Mobile Astronomy, we looked at where satellites orbit and why we can see theml. The most useful satellite apps utilize your device’s compass and gyroscope in real time to guide you where to look in the sky for satellites or flares — a necessity when sharing the fun of satellite watching at star parties.

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Evangelischer Friedensbeauftragter warnt vor Killerrobotern

 Photograph: Solent News/Rex
Der evangelische Friedensbeauftragte Renke Brahms hofft auf ein internationales Verbot sogenannter Killerroboter.

evangelisch.de

Wenn der Mensch beim Einsatz von Waffen ausgeschlossen werde, könne es zu einer „inhumanen Entscheidungsfolge“ kommen, sagte Brahms am Freitag im Deutschlandfunk. So könne eine Maschine ein Kind mit einem Spielzeuggewehr womöglich nicht von einem Soldaten unterscheiden. Es gebe Entscheidungen, die letztlich der Mensch treffen müsse, betonte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

An diesem Freitag enden in Genf UN-Beratungen über den Umgang mit automatisierten Waffensystemen. Europäische Staaten setzen sich dabei für einen Start von Verhandlungen über ein Verbot der Killerroboter ein.

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