Twitter will Verschwörungstheoretiker nicht sperren

foto: apa/afp/justin tallis Twitter-Chef Jack Dorsey findet, dass eine Sperre zwar kurzfristig Nutzer erfreuen würde, auf Dauer aber nur schädlich ist.
Im Netz wird diskutiert, inwiefern freie Meinungsäußerung erlaubt sein darf

Muzayen Al-Youssef | derStandard.at

Das Pentagon habe Chemikalien, genannt die „Schwulenbombe“, in das US-Wasserversorgungssystem entweichen lassen, sodass nun sogar die „verdammten Frösche schwul sind“. Millionen illegale Migranten hätten an der US-Präsidentschaftswahl 2016 teilgenommen. Und ein Amoklauf in einer Volksschule in Connecticut im Jahr 2012, bei dem 28 Menschen, darunter 20 Kinder, starben, sei eigentlich nur vorgespielt gewesen. Die Opfer seien angeblich Kinderschauspieler, die Intention dahinter sei, das US-Waffenrecht einzuschränken: Es sind Verschwörungstheorien wie diese, die den Radiomoderator Alex Jones und seine Sendung Infowars im Netz berüchtigt machten.

Gewaltverherrlichend

Vor allem in der US-amerikanischen Alt-Right-Szene konnte er sich über die Jahre als eine Ikone etablieren, die ihre Fans regelmäßig mit Videos, Texten und Radiosendungen versorgte. Nun drehten ihm die meisten seiner bevorzugten Distributionskanäle, Youtube, Facebook, Spotify, iTunes und sogar Pornoseiten, den Hahn ab. Jones’ Inhalte seien, so die Begründung, gewaltverherrlichend und menschenverachtend.

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Möchten Sie sterben? Malware gegen Herzschrittmacher lässt Hersteller kalt

Ein Schrittmacher des US-Herstellers Medtronic (Bild: Medtronic )
Die Firma Medtronic sieht kein Problem darin, dass Hacker die Software in ihren Herzschrittmachern nach belieben manipulieren können.

Uli Ries | heise online

Zwei Hacker haben einen Hersteller von Herzschrittmachern und Insulinpumpen auf schwere Sicherheitslücken in dessen Produkten aufmerksam gemacht. Das Spektrum der Lücken reicht bis zur Installation manipulierter Firmware auf den Programmiergeräten zum Auslesen und Umprogrammieren der Herzschrittmacher – was dann natürlich zu im Zweifelsfall tödlichen Angriffen auf die implantierten Herzschrittmacher genutzt werden kann. Der Hersteller wurde vor 18 Monaten informiert, will aber dennoch kein Update liefern.

„Das war die frustrierendste Erfahrung meiner Karriere“, sagt Billy Rios während der Präsentation, die er im Rahmen der Sicherheitskonferenz Black Hat in Las Vegas zusammen mit seinem Kollegen Jonathan Butts hielt. Die Kommunikation mit der US-Medizintechnikfirma Medtronic, die etwa Herzschrittmacher oder Insulinpumpen herstellt, gestaltete sich demnach als 18-monatige Hängepartie.

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Cyberkriminalität: Wie sicher sind unsere Fingerabdrücke?

Nicht ungefährlich: Auch mit Fingerabdrücken können Geschäfte gemacht werden. Bild: dpa
Im Dark Web werden nicht mehr nur Waffen oder Drogen gehandelt. Auch biometrische Daten gehören mittlerweile offenbar zum Angebot von Cyberkriminellen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sind unsere biometrischen Daten noch sicher? Diese Frage wirft eine neue Recherche der „Story im Ersten“ auf. Demnach werden weltweit Millionen Fingerabdrücke und Iris-Scans gestohlen und von Cyberkriminellen im Dark Web zum Verkauf angeboten. Schon heute seien viele Millionen Menschen von biometrischem Datendiebstahl betroffen, heißt es in dem Bericht. Das Dark Web ist eine Art Paralleluniversum des Internets, das von Suchmaschinen nicht erfasst wird.

Die Daten würden meist aus großen Datenbanken oder schlecht gesicherten Übertragungssystemen abgefischt. So sei etwa die mit 1,2 Milliarden Daten größte Datenbank der Welt in Indien nachweislich nicht vor illegalen Zugriffen geschützt. Reporter hätten vor Ort mit mehreren Personen gesprochen, deren Fingerabdrücke gestohlen wurden.

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Koptische Kirche verbietet Mönchen das Twittern

Patriarch Tawadros II. will damit „unnütze Debatten unterbinden“ und Ruhe des monastischen Lebens wieder stärken – Zugleich auch einjähriger Aufnahmestopp für Mönchs-Kandidaten.

kath.net

Koptische Mönche und Nonnen in Ägypten müssen binnen eines Monats ihre Blogs sowie Twitter- und Facebook-Konten schließen. Die Vorschrift ist Teil eines geistlichen Reformprogramms, das der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. nach einer Beratung mit der Kommission für monastisches Leben seiner Kirche verabschiedete, wie die italienische Internetseite „Vatican News“ (Freitag) meldete. Untersagt werden demnach auch die Annahme persönlicher Schenkungen, eigenmächtige Finanzgeschäfte und ungenehmigte Reisen.

Zweck des Banns von sozialen Medien sei unter anderem, die Verbreitung wirrer Ideen und unnütze Debatten zu unterbinden, hieß es. Generell solle die Trennung von weltlicher Hektik und die Prägung des klösterlichen Lebens durch Gebet, Arbeit und Stille wieder stärker gefördert werden.

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SETI Researchers Want to End the Alien-Detection Hype

New exoplanets, like those orbiting TRAPPIST-1, are being discovered with staggering frequency. Credit: NASA’s Goddard Space Flight Center
Researchers looking for signals from technologically advanced aliens pick up countless strange pings — but so far, nothing has convinced them that a message really came from aliens.

By Meghan Bartels | SPACE.com

But that doesn’t mean there aren’t plenty of overblown media headlines about potential alien detections. So a team of researchers pursuing the search for extraterrestrial intelligence, or SETI, has decided to revive a scale meant to ground these detections in reality. They shared their scale, called Rio 2.0, in a new paper that takes aim at SETI researchers and the media for irresponsible coverage of potential detections.

„It’s absolutely crucial that when we talk about something so hugely significant as the discovery of intelligent life beyond the Earth, we do it clearly and carefully,“ lead author Duncan Forgan, a SETI scientist at the University of St Andrews in the U.K., said in a statement from the SETI Institute. „Having Rio 2.0 allows us to rank a signal quickly in a way that the general public can easily understand, and helps us keep their trust in a world filled with fake news.“ [13 Ways to Hunt Intelligent Aliens]

The new study builds on a similar effort, called the Rio Scale, which was developed in 2000 and was presented at the 51st International Astronautical Congress held in Rio de Janeiro the next year. But since the original scale was developed, SETI scientists have decided that the evaluation needed some updating, particularly given the breakneck pace of online media.

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Künstliche Intelligenz könnte Tierversuche in der Medizin ablösen

Bild: animalequality.de

Ein neues Forschungspapier zeigt, dass die bestehenden Daten, die wir aus Tierversuchen gesammelt haben, für KI-Systeme ausreichen, um präzisere Vorhersagen zu machen.

futurezone.at

Tierversuche sind heutzutage aus der medizinischen Forschung noch schwer wegzudenken. Wissenschaftler können noch immer nicht verlässlich vorhersagen, wie eine neue chemische Komponente darauf reagiert, wenn sie mit lebenden Zellen in Verbindung tritt. Nun hat eine neue Studie, die im Journal „Toxicological Sciences“ publiziert wurde, herausgefunden, dass die bisherigen Tierversuche bereits ausreichen könnten, um damit KI-Systeme zu trainieren, die Reaktionen sehr wohl präzise und verlässlich vorhersagen können.

Ein KI-System wurde von den Forschern mit den aus bisherigen Tierversuchen gewonnen Daten trainiert und lieferte bessere und verlässliche Ergebnisse als die Tierversuche selbst. Andrew Hopkins, CEO von Exscientia, kann ein KI-System bessere Entscheidung über einzelne Komponenten treffen und daher zumindest dazu führen, dass weniger Experimente notwendig werden als bisher, wie er gegenüber „The Next Web“ sagt.

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„Wer die Ängste kontrolliert, kontrolliert auch die Menschen“

Der Historiker Philipp Blom (dpa / picture-alliance / Arno Burgi)
Angst ist das vorherrschende Gefühl unserer Zeit, weswegen viele Menschen nicht mehr mutig und freiheitlich denken können, glaubt der Historiker Philipp Blom und fordert in seiner Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele eine neue Aufklärung.

Von Philipp Blom | Deutschlandfunk

Der Mut der aufklärerischen Denker wie Kant und Diderot hat den Historiker Philipp Blom schon als Jugendlicher fasziniert. Von ihnen erhoffte er sich eine Orientierung, eine Leitlinie für die Bewertung der Phänomene der ihn umgebenen Welt.

„Aus der ersten intellektuellen Liebe ist eine lebenslange, nicht immer reibungslose Beziehung mit dem methodischen Denken geworden, eine seltsame Fernbeziehung mit den leuchtenden Ideen von Leuten, die längst nicht mehr am Leben sind. Diderot und die anderen Autoren des 17. und 18. Jahrhunderts lebten zu einer Zeit, in der die hellsten Köpfe gerade begannen, die ersten Atemzüge der Moderne zu spüren. Bei ihnen lernte ich, dass weder die Aufklärung noch die Philosophie überhaupt aus einem Katalog von Lehrsätzen und dicken Büchern besteht, sondern aus einer Landschaft von Debatten, Provokationen, Entwürfen und Experimenten. Philosophie ist, wie die Schweizer Philosophin Barbara Bleisch es formuliert, ‚riskantes‘ Denken.“

Doch das Prinzip Aufklärung, als der Versuch, das kritische Denken und den Respekt vor Fakten höher zu achten, als Meinungen, Vorurteile, Gefühle, Traditionen oder Dogmen, sei in der heutigen Zeit in die Defensive geraten, meint Blom.

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Wie Verschwörungs-Skeptiker auf Wikipedia Fake News bekämpfen

Wikipedia-Artikel werden von einer Community von Freiwilligen erstellt – mitunter kommt es auch zu internen Diskussionen. Foto: dpa-Zentralbild/Jens Büttner
Eine Gruppe Freiwilliger hat es sich zum Ziel gemacht, Falschinformationen gezielt zu bekämpfen

derStandard.de

In Zeiten von Fake News sind Verschwörungstheorien im Netz längst Gang und Gäbe. Zugleich wird kaum eine Plattform so aktiv zur Informationsbeschaffung genutzt wie Wikipedia. Plattformen wie Youtube und Facebook haben sich in der Vergangenheit mehrfach zu der Online-Enzyklopädie gewandt, um falsche Informationen und Verschwörungstheorien zu bekämpfen. Während die Website zwar auch zeitweise zum Opfer von falschen Informationen sein kann, hat sie sich in der Vergangenheit immer wieder als besonders resistent bewährt.

Gruppe Freiwilliger

Der Grund dafür liegt bei der sehr aktiven Community, die sich aktiv für Recherche und einen wissenschaftlichen Zugang bei Artikeln einsetzt. Ein Beispiel dafür ist die Gruppierung „Guerrilla Skepticism on Wikipedia“, die es sich zum Ziel gemacht hat, pseudo- und parawissenschaftliche Themen kritisch zu beäugen.

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Mutmaßliche IS-Anhängerin in U-Haft

Bild: tagesschau.de
Sie soll in einem Blog und über einen Messengerdienst aus Syrien für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ geworben haben. Ende April kam sie zurück nach Deutschland – und wurde nun verhaftet.

tagesschau.de

Die Bundesanwaltschaft hat im Großraum Karlsruhe eine Deutsche als mutmaßliches Mitglied der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) festnehmen lassen. Die 31-jährige Sabine Ulrike S. soll nach Angaben der Behörde im Dezember 2013 von Deutschland nach Syrien gereist sein, um sich dem IS anzuschließen. Unmittelbar nach ihrer Ankunft heiratete sie demnach einen ihr bis dahin unbekannten IS-Kämpfer. Gemeinsam mit ihren Kindern wurde sie vom IS laut Bundesanwaltschaft monatlich mit 100 US-Dollar unterstützt.

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Wissenschaftler: Kirchen brauchen höheren Rang in Suchmaschinen

Image: searchengineland.com/ prep.bb
Der Sozialwissenschaftler Robert Lehmann von der Technischen Hochschule Nürnberg empfiehlt den Kirchen, ihre Beratungsdienste stärker online anzubieten.

evangelisch.de

Derzeit würden beispielsweise Fragen zu Beziehungskrisen eher von Portalen beantwortet, die mit Scheidungen Geld verdienen, sagte Lehmann am Montag in Stuttgart. Als Antwort auf die Internetanfragen Ratsuchender müssten aber seriöse kirchliche Beratungsstellen auf den ersten Plätzen der Suchergebnisse stehen, sagte der Wissenschaftler beim zweiten Forum Digitalisierung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg vor 250 Teilnehmern. Lehmann war per Livestream der Veranstaltung zugeschaltet.

Ebenfalls per Video zu sehen war der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July. Er warb für einen kritischen Umgang mit Internet und Computern. Der Prüfstein für Innovationen müsse sein, ob sie dem Menschen dienen.

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Gott geht online: Kirchen in Deutschland wollen Glauben wieder modern machen

Gottes Wort auf dem Smartphone: In der „AndachtsApp“ gibt es täglich ein Gebet im Audio oder Videoformat. Foto: dpa
„Mein Haar liegt noch?“, fragt Jana. Hinter der Kamera nickt jemand. Jana, graues Shirt, silberne Kreuz-Ohrstecker, einen Jutebeutel mit Christusmonogramm neben sich, schaut sich kurz um. Ein Studio in einem Kölner Bürogebäude. Vielleicht zehn Quadratmeter. Gelbes Sofa, hellblauer Sessel, Laminat, Holzkommode – mehr passt nicht rein.

Von Jonah Lemm | Kölner Stadt-Anzeiger

„Die Bibel steht da ein bisschen zu offensichtlich, oder?“ fragt Jana und zeigt auf die Regale hinter sich. Erneutes Nicken. Die Bibel also wird hingelegt. Dann Klappe, die Zweite. Gerade hatte sich Jana noch verhaspelt. Jetzt läuft’s. Sie spricht über den Wert der eigenen Meinung, über Kompromisse – und darüber, wie Christen in Diskussionen oft unfair behandelt werden. Ohne Stocken, sieben Minuten lang.

Kirchliche Influencerin

Jana Highholder, 20, Medizinstudentin aus Münster, ist das, was die evangelische Kirche jetzt braucht. Sie ist schön, sie ist klug, sie ist eloquent. Und gläubige Christin seit ihrer Kindheit, ihr Vater arbeitet bei der Landeskirche.

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Schadet Handystrahlung dem Gedächtnis?

Die erhöhte Strahlenbelastung durchs drahtlose Telefonierern könnte zumindest bei Jungendlichen doch negative Effekte haben. © OJO image/ iStock
Doch schädlich? Wenn Jugendliche viel mit dem Handy telefonieren, könnte dies negative Auswirkungen auf ihre Gedächtnisentwicklung haben. Wie eine Schweizer Studie mit 700 Jugendlichen ergab, beeinträchtigt die erhöhte Strahlenbelastung vor allem das visuell-gegenständliche Gedächtnis. Halten die Vieltelefonierer ihr Handy vorwiegend an die linke Kopfseite, ist dagegen das verbale Gedächtnis stärker betroffen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Die Frage, ob und wie Handystrahlung der Gesundheit schadet, ist nach wie vor hoch umstritten. Studien zu den Folgen erhöhter Strahlenbelastung durch die hochfrequenten elektromagnetischen Felder kamen bisher zu widersprüchlichen Ergebnissen. So gibt es Hinweise auf eine lokale Erhöhung der Hirnaktivitätund Veränderungen des Ionenhaushalts im Gehirn. Während jedoch die Weltgesundheitsorganisation WHO Mobilfunkstrahlung als potenziell krebserregend einstuft, gab eine der bisher größten Studien dazu eher Entwarnung.

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Pistolen aus dem 3D-Drucker

Er nennt sich „Crypto-Anarchist“: Cody Wilson Bild: Susannah Ireland /eyevine
Cody Wilson hat etwas für Pistolen übrig und will, dass jeder den Finger am Abzug haben kann. Deshalb stellt er Anleitungen für den 3-D-Druck ins Netz – und kommt damit durch.

Von Michael Hanfeld | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der 1. August wird ein schwarzer Tag für die Menschheit. Für Cody Wilson ist es ein Feiertag. Denn dann legt der ehemalige Jurastudent mit seiner Website wieder los, die er vor fünf Jahren schließen musste. Damals kam ihm das amerikanischen Außenministerium in die Quere und drohte mit strafrechtlichen Konsequenzen. Cody Wilson hatte eine Waffe entwickelt, die man im 3-D-Drucker ausdrucken kann. 129 Euro kostet sein „Liberator“. „Glückseligkeit“, sagt der Waffennarr aus Texas, „ist eine Waffe aus dem 3-D-Druck“. An diesem „Glück“ wollte Wilson alle teilhaben lassen, und so stellte er die Anleitung zum Bau seiner 3-D-Waffe online. Binnen Kurzem wurde sie hunderttausendfach kopiert. Jetzt wird er sein Portal für die Freunde selbstgemachter Waffen wieder öffnen. Cody Wilson gibt Feuer frei. Am 1. August, teilt er jubelnd mit, beginne „das Zeitalter von Waffen zum Herunterladen“.

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Antisemitismus im Internet nimmt zu – „Echte Bedrohung“

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb

Antisemitismus im Internet hat laut einer Studie der Technischen Universität Berlin stark zugenommen. Vor allem Twitter und Facebook trügen dazu bei, dass judenfeindliches Gedankengut weitergetragen werde. Für die Studie wurden mehr als 300.000 Texte ausgewertet.

DOMRADIO.DE

Bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse am Mittwoch nannte die Sprachwissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel die wachsende Judenfeindschaft in der deutschen Gesellschaft ein „besorgniserregendes Phänomen“. Dazu trügen vor allem Soziale Medien bei. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete den im Internet verbreiteten Antisemitismus als „echte Bedrohung“.

Judenfeindliche Verschwörungsfantasien

Für die Studie werteten Sprachforscher der TU seit 2014 merh als 300.000 Texte aus, die im Internet kursieren. Schnelligkeit, freie Zugänglichkeit, globale Verknüpfung und Anonymität förderten eine „ungefilterte und nahezu grenzenlose Verbreitung judenfeindlichen Gedankengutes“, so das Urteil der Studie.

Judenfeindliche Verschwörungsfantasien gebe es in Blogs sowie Recherche- und Ratgeberportalen, unter Youtube-Videos, in Online-Buchläden, in Fan-Foren und Kommentarbereichen der Online-Qualitätsmedien. Vor allem über Twitter und Facebook verbreitete Aufrufe, gegen Judenhass zu demonstrieren, „sind innerhalb weniger Stunden infiltriert durch Texte mit zahlreichen Antisemitismen und Abwehrreaktionen“.

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Klimawandel bedroht Internet

Ein Großteil der Internet-Infrastruktur liegt nahe der küstennahen Ballungsräume – das könnte Probleme geben. © imaginima/ iStock
Schleichende Gefahr: Der steigende Meeresspiegel gefährdet auch das Internet, wie eine US-Studie enthüllt. Denn gerade in Küstennähe liegen besonders viele Datenleitungen und Knotenpunkte – und diese sind oft nicht wasserdicht. Schon in 15 Jahren könnte daher ein großer Teil dieser Internet-Infrastruktur dem steigenden Meer zum Opfer fallen. Besonders betroffen wären unter anderem US-Zentren wie New York, Miami und Seattle, so die Wissenschaftler.

scinexx

Glasfaserleitungen und ihre Knotenpunkte bilden heute das Rückgrat des weltweiten Internets. Sie verbinden Kontinente, sorgen aber auch für die Datenübertragung zwischen Städten und innerhalb von Ballungsräumen. Weil die meisten großen Ballungsräume in Küstennähe liegen und dort auch die transozeanischen Seekabel ankommen, ist gerade dort auch besonders viel Netz-Infrastruktur konzentriert. Allein in den USA sind tausende Kilometer Glasfaserkabel in den Küstenregionen verlegt.

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Quantencomputer berechnen das Unberechenbare

D-Wave -Wave 2000 Qubit Processor. Bild: Steve Jurvetson/CC BY-2.0
Forscher zeigen, dass Quantencomputer wirklich etwas Neues sind: Sie lösen ein Problem, an dem jeder klassische Rechner unendlich lange beißen würde

Christian J. Meier | TELEPOLIS

Was ist besonders an Quantencomputern? Ihr atemberaubendes Rechentempo, lautet die gängige Antwort. Demnach können diese künftigen Rechner zwar nicht mehr als herkömmliche Computer, manches aber sehr viel schneller. Für das Zerlegen einer riesigen Zahl in ihre Primfaktoren etwa benötigt ein PC Jahrmilliarden. Ein Quantenrechner, wie er laut Expertenmeinung schon in einem Jahrzehnt verfügbar sein könnte, hingegen nur ein paar Minuten.

Zwei Informatiker zeigen nun aber, dass die Überlegenheit des Quantencomputers über bloße Schnelligkeit hinausgeht. Ran Raz und Avishay Tal haben ein Problem gefunden, das kein normaler Rechner je wird lösen können, selbst wenn er unendlich lange dafür Zeit hätte, ein künftiger Quantencomputer jedoch schon. Demnach spielt der Quantencomputer in einer anderen Liga: Das Wort „berechenbar“ überdeckt durch ihn eine größere Anzahl an Problemen – mindestens eines mehr, wie die beiden Forscher zeigen.

Raz, Professor an der Princeton University und am Weizmann Institut in Israel und sein ehemaliger Doktorand Tal, jetzt an der kalifornischen Stanford University, beschäftigen sich mit den Fähigkeiten von Computern. Klassische Rechner können zwar alles berechnen, was sich berechnen lässt, der Aufwand kann sich von Aufgabe von Aufgabe so sehr unterscheiden, dass manches praktisch unlösbar bleibt.

Ein Beispiel ist das schon genannte Faktorisierungsproblem. Primzahlen lassen sich zwar schnell multiplizieren, auch wenn es vielstellige Zahlen sind. Doch der umgekehrte Weg, ausgehend vom Produkt auf darin enthaltenen Primfaktoren zu schließen, kann sehr schwer werden: Die Zahl der nötigen Rechenschritte wächst unverhältnismäßig mit der Größe der zu zerlegenden Zahl.

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Iranische Frauen tanzen sich frei

Ausschnitt aus einem Tanzvideo von Maedeh Hojabri. (Bild: Instagram)
Weil sie ihre Tanzkünste im Internet veröffentlichten, wurden drei junge Frauen in Iran verhaftet. Nachdem sie ihre Taten unter Tränen im Fernsehen zu bereuen hatten, posteten viele Frauen aus Solidarität eigene Tanzvideos.

Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Maedeh Hojabri ist erst 18-jährig, hatte auf Instagram aber bereits eine grosse Fangemeinde mit Hunderttausenden von Followern. In ihren dort veröffentlichten Videos bewegte sie ihre Hüften gekonnt und selbstbewusst zu iranischen Rhythmen, aber auch zu den Klängen westlicher Pop-Stars wie Justin Bieber oder Shakira. Es machte ihr sichtlich Spass, die in ihrem eigenen Zimmer aufgenommenen Vorführungen mit der Welt zu teilen.

Der Spass nahm indes ein bitteres Ende. Am vergangenen Wochenende bereute Hojabri im iranischen Fernsehen mit abgedunkeltem Gesicht ihre Taten unter Tränen. Es sei ihr nicht darum gegangen, Aufmerksamkeit zu erregen oder andere anzustiften, es ihr gleichzutun, erklärte die junge Frau.

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EuGH: Zeugen Jehovas müssen Datenschutz beachten

© Bild: picture alliance / dpa / Matthias Balk
Wenn die Zeugen Jehovas an die Tür klopfen, dürfen sie danach nicht beliebig persönliche Daten notieren: Auch bei der Mission an Haustüren greift der Datenschutz, hat der Europäische Gerichtshof nun entschieden.

katholisch.de

Auch die Mitglieder der „Zeugen Jehovas“ müssen sich an den Datenschutz halten. Daten, die von Mitgliedern der Religionsgemeinschaft bei Haustürbesuchen erhoben werden, dürfen nur in Übereinstimmung mit dem europäischen Datenschutzrecht verarbeitet werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute in einem Urteil entschieden.

Bei der Haustürmission notieren die „Zeugen Jehovas“ neben Namen und Adressen auch Gesprächsinhalte mit besonders sensiblen Informationen wie religiöse Überzeugungen und Familienverhältnisse, um bei weiteren Besuchen darauf zurückgreifen zu können.

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Wildbook und seine Follower

Bild: wildbook.org
Wildbook soll das Facebook für Tiere in freier Wildbahn werden. Fast jedenfalls

Harald Taglinger | TELEPOLIS

Gut, auf den ersten Blick möchte man meinen, dass Wildbook nun endlich der neue Name für den Dating Service von Facebook sein soll, den Zuckerberg Ende April lanciert hat. Mitnichten. Bei Wildbook handelt es sich um ein ernstzunehmendes Projekt aus der akademischen Ecke, und dabei soll es auch um Arterhaltung gehen. Allerdings sind Menschen dabei eher nicht die Zielgruppe.

Es handelt sich um eine Plattform, die mit den MItteln von Socila Media und mittels einer – sagen wir – Elefantenerkennung auf Artificial-Intelligence-Basis helfen soll, vor allem selten vorkommende und eher im Aussterben befindliche Tierarten über Aufnahmen ihrer Exemplare zu katalogieren. Also kurz gesagt: Wir fotografieren alle wilde Tiere, laden die Aufnahmen in die Cloud und dann kommt AI daher und sagt: Ja, das ist doch die Tante Elefantenkuh, und ihre drei Kinder erkenne ich auch auf dem Bild. Daraus bilden sich dann digitale Herden und Rotten ab. Der Bestand einer Tierart wird geocoded dokumentiert.

Und so können wir uns alle glücklich und zufrieden wieder der Artenausrottung widmen. Ist ja jetzt alles im Netzwerk.

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Warum in Westeuropa der Hass auf Juden immer wieder aufflammt

Judensau an der Stadtkirche Wittenberg. Bild: wikimpedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Posi66
Ob Deutschland oder Frankreich – immer wieder begehen muslimische Einwanderer Straftaten gegenüber Juden. Doch Migration allein kann nicht erklären, wieso Antisemitismus in Westeuropa in Wellen auftaucht.

Andreas Ernst, Haluka Maier-Borst | Neue Zürcher Zeitung

Das deutschsprachige Feuilleton weiss es schon lange: Mit den Asylsuchenden aus Nahost und Nordafrika hat sich Europa einen neuen militanten Antisemitismus «importiert». Auch angesehene Politiker wie der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnen vor «mehr Judenhass durch Migration». Und die brutalen Übergriffe auf Juden in Deutschland oder Frankreich durch muslimische Migranten scheinen den Zusammenhang zu bestätigen: Der Antisemitismus in Europa ist wieder auf dem Vormarsch und wird vor allem von Einwanderern getragen. Die Debatte ist emotional und beruht kaum je auf überprüfbaren Daten.

Doch es gibt sie. Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft beauftragte David Feldman vom Pears Institute for the Study of Antisemitism an der Birkbeck Universität in London, dem möglichen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Migration nachzugehen. Feldman und seine Forschergruppe konzentrierten sich dabei auf Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Grossbritannien.

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