Richard Dawkins über die Unwahrscheinlichkeit Gottes

Bild: RDF
Wie entstand die Komplexität und Vielfalt des Lebens? Warum erweckt es den Anschein von Design? Auf diese und andere Fragen gibt Richard Dawkins Antworten.

Von Richard Dawkins | Richard Dawkins-Foundation

Vieles von dem, was Menschen tun, tun sie im Namen Gottes. Iren sprengen sich in seinem Namen gegenseitig in die Luft. Araber sprengen sich in seinem Namen selbst in die Luft. Imame und Ayatollahs unterdrücken in seinem Namen Frauen. Jüdische Schächter schneiden in seinem Namen lebenden Tieren die Kehle durch. Die religiösen Errungenschaften der Vergangenheit – blutige Kreuzzüge, folternde Inquisitionen, massenmordende Konquistadoren, Kultur-zerstörende Missionare, rechtlich durchgesetzter Widerstand gegen jedes neue Stück wissenschaftlicher Wahrheit bis zum letzten Augenblick – sind sogar noch beeindruckender. Und wozu war all das gut? Ich denke, es wird immer klarer, dass die Antwort lautet: Für absolut gar nichts. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass irgendein Gott jemals existiert hat und gute Gründe für die Annahme, dass Götter nicht existieren und nie existiert haben. Es war alles eine riesige Zeitverschwendung und eine riesige Verschwendung von Menschenleben. Es wäre ein Witz kosmischen Ausmaßes, wenn es nicht so tragisch wäre.

Warum glauben Menschen an Gott? Für die meisten Menschen ist der Grund noch immer eine Variante des alten Arguments vom Design. Wir sehen um uns herum die Schönheit und Komplexität der Welt – der aerodynamische Flügelschlag einer Schwalbe, die Zartheit der Blumen und der Schmetterlinge, die sie bestäuben; durch ein Mikroskop beobachten wir das Gewimmel des Lebens in jedem Tropfen und Tümpel Wasser, durch ein Teleskop machen wir die Baumkrone eines gigantischen Mammutbaums aus. Wir denken über die elektronische Komplexität und die optische Perfektion unserer Augen nach, mit denen wir das alles sehen. Haben wir auch nur die geringste Vorstellungskraft, löst all dies bei uns ein Empfinden der Ehrfurcht und der Andacht aus. Uns fällt die offenkundige Ähnlichkeit lebender Organe mit den sorgfältig geplanten Entwürfen menschlicher Ingenieure ins Auge.

Die Uhrmacher-Analogie des Priesters William Paley aus dem 18. Jahrhundert ist der berühmteste Ausdruck dieses Arguments für die Existenz Gottes. Selbst, wenn man nicht wüsste, was eine Uhr ist, müsste einen der offensichtliche Design-Charakter ihrer Zahnräder und Federn zu der Schlussfolgerung nötigen, „dass die Uhr einen Uhrmacher gehabt haben muss; dass es zu einer bestimmten Zeit an dem einen oder anderen Ort einen Handwerker oder mehrere Handwerker gegeben haben muss, dass der Macher die Uhr zu dem Zweck entwickelte, zu dem sie uns heute dient; dass er ihren Aufbau verstanden hat und dass er ihre Bestimmung festlegte.“ Falls dies schon auf eine simple Uhr zutrifft, wie viel wahrer muss es dann für das Auge, das Ohr, für die Lunge, für das Ellbogengelenk, für das Gehirn sein? Diese schönen, komplexen, verzwickten und offensichtlich zu einem Zweck gebauten Strukturen müssen ihren eigenen Designer, ihren eigenen Uhrmacher gehabt haben – Gott.

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Valls will „tödlichen, rückschrittlichen“ Islam zurückweisen

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Frankreichs Regierungschef will auch nach der Schlappe vor Gericht den Kampf gegen den Burkini fortsetzen. Für ihn stelle dieser „die Zustimmung zum politischen Islam im öffentlichen Raum“ dar.
 

DIE WELT

Frankreichs Premierminister Manuel Valls will sich trotz der Aufhebung des Burkiniverbots durch das Verwaltungsgericht weiter für Kleidervorschriften an Stränden stark machen. Er stelle keineswegs individuelle Freiheiten in Frage, wenn er einen Badeanzug für Frauen ablehne, der nur Hände, Füße und Gesicht freilässt, versicherte Valls auf seiner Facebookseite. Vielmehr gehe es darum, den „tödlichen, rückschrittlichen Islam“ zurückzuweisen.

Assumons le débat sur le burkini

Le Conseil d’Etat s’est prononcé sur l’arrêté du maire de Villeneuve-Loubet interdisant les tenues qui manifestent, de manière ostensible, une appartenance religieuse. Il a jugé que la mairie n’avait pas établi le risque de trouble à l’ordre public et qu’elle avait par conséquent excédé ses pouvoirs.
Toute décision d’interdiction doit effectivement établir le risque d’atteinte à l’ordre public et être appliquée avec discernement – j’ai déjà eu l’occasion de le dire à plusieurs reprises. Mais, comme vient de le rappeler le ministre de l’Intérieur, le Conseil d’Etat « ne prive pas les maires de ce pouvoir ; il en rappelle à nouveau les conditions de son exercice, dans un cadre juridique conforme aux principes constitutionnels. »
Cependant, cette ordonnance du Conseil d’Etat n’épuise pas le débat qui s’est ouvert dans notre société sur la question du burkini. Ce débat n’est pas anodin. C’est un débat de fond, qui vient après d’autres : il y a trente ans, la question du foulard dans les écoles, puis la loi de 2004 sur le port de signes religieux, et celle de 2010 sur le voile intégral dans l’espace public.
Facebook

Valls betonte, die Burkini-Debatte habe grundlegende Bedeutung für die Trennung von Staat und Religion in Frankreich. Der Burkini sei „die Zustimmung zum politischen Islam im öffentlichen Raum“.

Etwa 30 Kommunen hatten Burkinis mit der Begründung verboten, diese gefährdeten die öffentliche Ordnung, weil sie andere Badegäste ängstigten.

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Französisches Verwaltungsgericht zieht Burkini-Farce den Stecker

burkiniDas französische Verwaltungsgericht hat die Burkini-Farce erstmal beendet. Ob das Sommertheater mit dem Richterspruch tatsächlich beendet ist, bleibt offen, aber die wichtigste Frage ist geklärt: Die Verordnungen der Orte, die diese Badebekleidung an ihren Stränden verbieten, verstoßen gegen fundamentale Freiheitsrechte.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Richter des Conseil d’Etat entschieden lediglich über eine der kommunalen Verordnungen, nämlich in Villeneuve-Loubet an der französischen Riviera. Da die Entscheidung grundsätzlich ist, getroffen von der höchsten dafür zuständigen Instanz in Frankreich, gilt sie maßgeblich bei den Strandverordnungen der anderen Gemeinden.

Der strittige Beschluss ist eine schwere und nachweislich illegale Beeinträchtigung fundamentaler Freiheiten wie die freie Bewegung (i.O. la liberté d’aller et venir), die Gewissensfreiheit und die persönliche Freiheit.

Das Urteil hatte eine vorgängige Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza zum Anlass. Dieses Gericht hatte die kommunale Verordnung in Villeneuve-Loubet zum Verbot bestimmter Badebekleidung an den Stränden bestätigt. Gegen die Verordnung geklagt hatten zwei Verbände, die Liga der Menschenrechte (LDH) und das Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich (CCIF).

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Türkei: Machtkampf islamistischer Fraktionen

Bis hierher und nicht weiter? – Plakat für eine Demonstration gegen den Putschversuch am Taksim-Platz. (Bild: Thanassis Stavrakis/Keystone)
Der versuchte Militärputsch und Erdogans flächendeckenden Repressionsmassnahmen als Reaktion zeigen: Die Gesellschaft in der Türkei trennen tiefe Gräben, die politische Landschaft ist von Misstrauen und Hass geprägt.

Von Hüseyin I. Cicek | Neue Zürcher Zeitung

Der gescheiterte Putsch in der Türkei vom Juli dieses Jahres und die Folgen zeigen deutlich, dass die islamistische Szene in der türkischen Republik zutiefst gespalten ist. Die gemeinsame Macht- und Interessenpolitik verschiedener islamistischer Gruppen der letzten Jahre verblasst im Angesicht der Hobbesschen Vorgehensweise der AKP. Im politischen Zentrum steht derzeit der Kampf jeder gegen jeden.

Trotz politisch und gesellschaftlich schwer zu vereinbarenden Ordnungsmodellen haben sich in der Türkei Kemalisten und Islamisten immer wieder auf Grundlage eines gemeinsamen Feindes vereint. Kommunisten waren es im Kalten Krieg. Von den 1990er bis Anfang der 2000er Jahre war es der Kampf unter anderem gegen regionale Despoten und internationalen Terrorismus.

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„Für Bank-Überfälle ist der Niqab ziemlich unpraktisch“

Leyla Aysha Yildiz, Bild: heise.de
Frauenrechtlerin, Ex-Bezirksbürgermeister, migrationspolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Verkehrsstaatssekretärin, Wolfgang Bosbach, Promi-Luder, Terror-Experte, Vorsitzender der Senioren-Union, Bundespräsident, Chef der Polizeigewerkschaft… In der Debatte um ein Verbot islamischer Gesichtsschleier hat sich in den letzten Wochen so ziemlich jeder mit Meinung zum Thema zu Wort gemeldet. Nur eine Gruppe wird in der Debatte um Musliminnen mit Gesichtsschleier kaum gehört: Musliminnen mit Gesichtsschleier. Wir haben mit der 25-jährigen Leyla Aysha Yildiz aus Frankfurt am Main gesprochen.

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Seit Wochen wird in Deutschland über ein Verbot islamischer Gesichtsschleier diskutiert. Die Befürworter eines Verbots argumentieren unter anderem mit Terrorabwehr und innerer Sicherheit. Sind Sie gefährlich?

Leyla Aysha Yildiz: Nein. Ich glaube auch nicht, dass sich jemand ein Niqab überziehen würde, um eine Bank auszurauben. Jeder, der schon einmal einen Niqab getragen hat, weiß, dass es ein ziemlich unpraktisches Kleidungsstück ist, um damit Überfälle zu begehen. Wie viele Anschläge wurden denn bisher im Niqab begangen? Ich denke, wir Niqab-Trägerinnen müssen im Alltag mehr Angst vor euch haben als ihr vor uns.

Wie hat sich Ihr Alltag seit Beginn der Burka-Debatte verändert?

Leyla Aysha Yildiz: Seit der Burka-Diskussion ist es definitiv schlimmer geworden. Angegriffen wurde ich zum Glück noch nie. Aber ich höre immer wieder von Schwestern, die Opfer von Übergriffen wurden. Hin und wieder bekomme ich hasserfüllte Blicke, werde beschimpft und beleidigt oder es kommen dumme Sprüche.

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Kurden fühlen sich von den USA verraten – Wiederholung der Geschichte

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB
Die Kurden fühlen sich einmal mehr von den USA verraten – und die Araber sagen, nicht ohne Schadenfreude, die Kurden seien selbst schuld, wenn sie den USA vertraut haben.

Von Grudrun Harrer | derStandard.at

Das ist, vereinfacht zusammengefasst, die Gefühlslage in der Region, nachdem die USA den syrischen Kurdenmilizen YPG beziehungsweise deren politischem Arm PYD am Mittwoch und Donnerstag klar gemacht haben, dass sie sich auf das Gebiet östlich des Euphrats zurückzuziehen haben – wie es auch der türkische Wille und das Ziel der türkischen Invasion ist, die seit Mittwoch läuft.

Das heißt, die YPG müssen Manbij verlassen, das sie, als Teil der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), in langen verlustreichen Kämpfen vom „Islamischen Staat“ (IS) eingenommen haben. Dagegen regte sich Widerstand nicht nur bei den YPG selbst, sondern auch bei anderen Teilen der SDF, der eine christliche und arabische Milizen angehören.

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Antijudaismus – Die dunklen Flecken in Bachs Lebenswerk

Bach bezog sich in seinen Passionen auf Luther, der die Vertreibung und Vernichtung der Juden forderte / picture alliance
Johann Sebastian Bach war bekennender Anhänger Luthers und dessen haarsträubendem Antijudaismus. Im Nationalsozialismus dienten einige seiner Werke als Hymnen für die „Entjudung der deutschen Kultur“. Eine Ausstellung setzt sich nun damit auseinander

Von RAINER BALCEROWIAK | Cicero

Das Lutherjahr 2017 wirft seine Schatten voraus. Und natürlich sind die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags in Wittenberg, der als Geburtsstunde der Reformation und des Protestantismus gilt, nicht ohne eine Betrachtung des Schaffens von Johann Sebastian Bach (1685-1750) denkbar. Denn der wohl bedeutendste Komponist des Barockzeitalters hat sozusagen den Soundtrack zum Protestantismus geschrieben, wenn auch erst rund 200 Jahre später.

„Luther, Bach und die Juden“ lautet daher der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 6. November im Bachhaus Eisenach gezeigt wird, dem Geburtsort des Komponisten. Anhand von Bildern, Texten und anderen Exponaten aus fünf Jahrhunderten wird dort das Spannungsfeld zwischen Protestantismus, Bachs Werk und dessen Rezeptionsgeschichte umfassend beleuchtet.

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Indien: Hindus stoppen christlichen Kirchenbau

Fünf Symbole stehen auf dem Friedhof Gerliswil, Gemeinde Emmen, für die Weltreligionen Judentum, Christentum, Hinduismus, Islam und Buddhismus, von links (picture alliance/dpa/Keystone/Urs Fueller)
Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh haben gut tausende Hindus den Bau einer Kirche verhindert.
 

Deutschlandfunk

Sie hätten durch den Bau einer Mauer den Zugang zum Rohbau versperrt, berichtet der asiatische katholische Pressedienst „Ucanews“. Die Hindu-Aktivisten hätten die Unterstützung der Polizei und der Behörden, wird ein Gemeindemitglied zitiert. Christen würden bedroht und aufgefordert, zum Hinduismus überzutreten. Im Bundesstaat Chhattisgarh stellen Christen eine Minderheit von weniger als einem Prozent der Bevölkerung dar.

Dem Bericht zufolge gehören die Aktivisten der „Hindutva“-Bewegung an, die ein Indien unter hinduistischer Vorherrschaft anstrebt. Als ihr politischer Arm gilt die seit 2014 regierende BJP.

Moscheen: „Wir fordern Strukturen im Islam heraus“

Viele Frauen fühlen sich in den traditionellen Moscheen fremd. Foto: imago
In Dänemark ruft zum ersten Mal eine Imamin das Freitagsgebet aus – in einer Frauenmoschee in der Kopenhagener Fußgängerzone. Noch sind weibliche Imame eine Rarität.

Von Thomas Bochert | Frankfurter Rundschau

Zum ersten mal ruft in Skandinavien eine Imamin zum Freitagsgebet. „Wir fordern patriarchalische Strukturen im Islam heraus, wie es sie auch in anderen großen Religionen gibt,“ sagt Sherhin Khankan, Mitbegründerin der Kopenhagener Frauenmoschee, vor der Premiere dieser Woche. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung der „Mariam Moské“ hält ihre dänische Mit-Imamin Saliha Marie Fetteh die erste Predigt. Eingeladen sind nur Frauen. Khankan zu den Motiven: „In den traditionellen Moscheen habe ich mich immer fremd gefühlt. Wir Frauen stehen abgetrennt auf einem Balkon herum und sind nur Zuschauer. Viele kommen gar nicht, weil man in eine von Männern beherrschte Welt eintritt. Sie haben das Wort, leiten das Gebet und stehen im Fokus. Wir schaffen jetzt eine Moschee nach den Prämissen der Frau.“

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Burkiniverbot und Grundrechte: Was ist akzeptabel? Und für wen?

Baywatch Cannes: Wer hat hier zu viel an? Foto: dpa
Frankreich diskutiert darüber, ob ein Verbot des Burkinis verhältnismäßig ist. Die Regierung beruft sich auf das Prinzip einer strikten Laizität.

Von Rudolf Balmer | taz.de

Mit dem Burkini-Verbot an mehreren französischen Stränden eskaliert eine alte Polemik. Begonnen hatte diese 1989 mit dem Verbot des Kopftuchs und aller anderen „ostentativen“ Zeichen religiöser Konfessionen in staatlichen Schulen. Im Jahr 2010 nahm sie mit dem gesetzlichen Verbot von Nikab oder Burka in der Öffentlichkeit an Schärfe zu.

Frankreich beruft sich auf eine strikte, seit 1905 geltende Trennung von Religion und Staat. Diese Laizität garantiert einerseits die Neutralität der Republik gegenüber allen Konfessionen und die Glaubensfreiheit, umgekehrt verbietet sie jede religiöse Einmischung.

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Enteignungen wie im Osmanischen Reich

Verwandte und Freunde von Häftlingen vor dem Hochsicherheitsgefängnis von Silivri (80 Kilometer westlich von Istanbul): Bei Razzien in 18 Städten waren zuvor Geschäftsleute festgenommen worden, denen Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen werden. (Foto: AP)
Festnahmen, Pfändungen, Willkür: Die Wut der Regierung von Präsident Erdoğan trifft nun auch Geschäftsleute. Und zwar genau diejenigen, die vor Kurzem noch bejubelt wurden.
 

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

„Als mir klar wurde, dass ich auf Anordnung von ganz oben verhaftet werden sollte, war meine Angst wie weggeblasen. In diesem Moment begriff ich, dass ich nichts verbrochen hatte.“ So beschreibt die Schriftstellerin Aslı Erdoğan am fünften Tag ihrer Einzelhaft ihre Gefühle.

Die Zeitung Cumhuriyet hatte ihrem Anwalt Fragen mitgegeben. Diese Antwort gibt jedoch nicht wieder, wie es ihr körperlich geht. Sie hat große Gesundheitsprobleme.

„Fünf Tage lang wurde mir meine Medizin verwehrt. Ich habe Diabetes, muss eine strenge Diät einhalten und kann nur Joghurt essen. Ich durfte nicht an die frische Luft“, so Aslı: „Ich werde so misshandelt, dass ich dauerhafte körperliche Schäden davontragen werde. Mein Bett war voller Urin. Wäre ich nicht aus voller Überzeugung hartnäckig, könnte ich das hier nicht überleben.“

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CSU fordert von Zuwanderern «Nähe des Kulturkreises»

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«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.»

kath.net

Die CSU fordert, Nähe zur deutschen Kultur als Kriterium für Fachkräftezuwanderung einzuführen – eventuell aber auch für geduldete Asylbewerber. So heißt es in dem Entwurf des Grundsatzprogramms, der der «Welt» (Freitag) vorliegt: «Neben der beruflichen Qualifikation und dem Bedarf unserer Wirtschaft soll künftig auch die Nähe des Kulturkreises stärker bei der Auswahl der Zuwanderer beachtet werden.» Die «Nähe des Kulturkreises» versteht der Leiter der Grundsatzkommission, der Landtagsabgeordnete Markus Blume, dabei als Voraussetzung für eine gelungene Integration.
«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.» Für Asylbewerber gelte dies nicht, schränkt Blume ein. «Hier gilt zunächst der Asylrechtsgrundsatz unseres Grundgesetzes.» Allerdings: Bei der Frage der Duldung könne dies sehr wohl eine Rolle spielen.

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Polnische Geschichtspolitik: Beim dunklen Kapitel blind

© AP Stein auf Stein: Der Gedenkfeier zu dem 75 Jahre zurückliegenden Massaker von Jedwabne, bei dem 340 Juden ums Leben kamen, blieben politische Vertreter fern.
Der grenzenlose Patriotismus der polnischen Regierung hat längst auch die Geschichtspolitik erfasst. Kritiker erkennen darin Revisionismus, der Jüdische Weltkongress protestiert.

Von Joseph Croitoru | Frankfurter Allgemeine

Die polnische Regierung verschärft ihren nationalistischen Kurs in der Geschichtspolitik und hat damit auch auf jüdischer Seite heftige Reaktionen ausgelöst. Warschaus neuer Vorstoß begann im Mai mit der Novellierung des Gesetzes, das die Struktur und Arbeit des polnischen „Instituts für Nationales Gedenken“ (IPN) regelt. Die Wahl seines Leiters erfolgt jetzt nicht mehr im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung; er wird vom Parlament ernannt. Die PiS installierte nicht nur ihre Wunschkandidaten im Institutsrat, sondern machte auch ihren Favoriten Jaroslaw Szarek zum Leiter.

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Alt-Innenminister Friedrich: „Werden Sie erst mal Deutsche!“

30.000 Türkeistämmige demonstrieren gegen den Putschversuch in der Türkei © TwitterPictures
Besonders Türkischstämmige haben es nicht leicht in Europa. Sie müssen sich dauernd dem nie endenden Dauerbeschuss von Vorwürfen stellen. Mehr noch: Sie müssen im Dauerrechtfertigungs- oder Distanzierungsmodus leben.

Von Asiye Bilgin | MiGAZIN

Die Loyalitätsdebatte hat mir einen Dialog mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Erinnerung gerufen. Ich nahm im Jahr 2013 als UETD-Vertreterin an der Veranstaltung 180-Grad-Wende Präventions- und Hilfsinitiative im Kölner Polizeipräsidium teil, an der verschiedene Migrantenvereine vertreten waren. Das Präventionsprojekt wurde vorgestellt. Am Ende der Veranstaltung bin ich wie alle anderen NGO-Vertreter auch zu Bundesinnenminister Friedrich gegangen, habe mich kurz vorgestellt und habe ihn höflich und freundlich zu der UETD-Zentrale in Köln eingeladen. Was meinen sie was ich als Antwort bekam?

Er erwiderte mit einer eisernen Miene: „Werden Sie erst mal Deutsche“. Ich war in dem Moment natürlich schockiert, versuchte mein Lächeln im Gesicht nicht zu verlieren und antwortete „Ich bin schon Deutsche, ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft und bin in Deutschland geboren“. Meine Antwort war natürlich lächerlich aber irgendeine Antwort musste ich ihm geben und auf die Schnelle war mir in dem Moment nichts anderes eingefallen.

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Jetzt räumen die Osmanen mit den „Bergtürken“ auf

Mit Unterstützung von US-Kampfjets konnten türkische Panzer den IS aus Dscharablus vertreiben. Auch kurdische Einheiten waren auf die Stadt vorgerückt. Das könnte einen alten Konflikt wieder anheizen. Quelle: Die Welt
Unbegrenzbar, immer gefährlicher, ohne Ziel und ohne Ende: Der Syrien-Krieg weitet sich mit dem Einmarsch türkischer Bodentruppen aus. Analysten sprechen von einem neuen Dreißigjährigen Krieg.
 

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Türkische Panzer rollen nach Syrien, und die Welt rätselt, mit wem die Aktion abgestimmt ist – wenn überhaupt. Schon aus technischen Gründen braucht die türkische Militärführung, noch mehr aber die Politik in Ankara die Verständigung mit Russen und Amerikanern, die ihren eigenen Krieg aus der Luft führen, miteinander und gegeneinander.

Dass es eine Nato-interne Abstimmung gab und gibt, ist nach bisherigen Erfahrungen eher unwahrscheinlich. Der syrische Krieg erhält damit eine neue, weitere und weitgehend unbekannte Dimension.

Erdogan will das Vorfeld festigen, den Kurden die Faust zeigen, die Mordbuben des IS bestrafen und bei alldem noch als Sieger und Beschützer der Seinen dastehen. Da hat er sich viel vorgenommen – mehr jedenfalls, als er kontrollieren kann. So weit von außen erkennbar, ist eher Flucht nach vorn im Gang als große Strategie.

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Hetze nach Missverständnis: Flüchtlinge ‚pinkeln‘ angeblich an Kirche

Das Foto kursierte „tausendfach“ im Internet: „Dunkelhäutige Männer (Nordafrikaner, Flüchtlinge, Muslime!?!), die an eine Münchner Kirche pinkeln. Direkt unter dem großen Holzkreuz an der Außenwand.“ Darüber berichteten die „Münchner Kirchennachrichten“ und zeigten auch das Foto, das offenbar auf Facebook entsprechende ausländerfeindliche Kommentare nach sich gezogen hatte.

kath.net

Doch dann klärte die Kirchenzeitung näher auf: „Die Fakten hinter der Geschichte lassen das Foto aber in einem ganz anderen Licht erscheinen, das nichts mit dem Islam und Respektlosigkeiten von Flüchtlingen zu tun hat – im Gegenteil“. Die fotografierte Kirche ist Sankt Gertrud in München. In den Räumen der Pfarrei feiern seit 2009 „eritreische Christen ihre Gottesdienste“, sie „gehören der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Ureal Kirche in München an“ Gemäß der Tradition orthodoxer Christen in Eritrea „gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten“, zitieren die Münchner Kirchennachrichten aus einer Stellungnahme der katholischen Pfarrei zum falschinterpretierten Foto.

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Wilders fordert Koranverbot und Schließung aller Moscheen

Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)
Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)

Der Rechtspopulist Geert Wilders macht im Wahlkampf Stimmung gegen muslimische Einwanderer. Im Zentrum seines Wahlprogramms steht eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande. Verbieten will er nicht nur das Kopftuch.

 

Frankfurter Allgemeine

Die Partei des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zieht mit der Forderung nach Schließung aller Moscheen und nach einem Verbot des Korans in die Parlamentswahl 2017. Der Chef der Partei PVV veröffentlichte am Donnerstagabend auf Twitter ein einseitiges Wahlprogramm, in dessen Zentrum eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande steht. Aktuellen Umfragen zufolge könnte die PVV bei der Wahl stärkste Kraft werden.

In dem Programm findet sich die Forderung „Schließung aller Moscheen und islamischen Schulden, Verbot der Koran.“ Nähere Ausführungen macht der Text dazu nicht. Wilders will zudem Migranten aus muslimischen Ländern die Einreise verwehren, die Aufnahmezentren für Asylbewerber in den Niederlanden schließen und das öffentliche Tragen des Kopftuchs verbieten.

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Ich bin nicht für’s Beliebtsein geboren – Im Gespräch mit Anetta Kahane

Anetta Kahane, Podiumsdiskussion am 9. Juni 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Raimond Spekking
Sie ist eine vielgehasste Frau. Menschen glauben, sie habe die Aufgabe, in Sozialen Netzwerken zu zensieren. Sie sei eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. Ein Grund für mich, ein Gespräch mit Anetta Kahane zu führen.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Sie sind in der letzte Zeit heftig in der Öffentlichkeit angegriffen worden und zwar häufig mit der Bezeichnung „oberste Facebookzensorin“. Können Sie selbst unmittelbar Löschungen bei Facebook veranlassen oder wie läuft das in der Praxis ab? Und wenn ja, nach welchen Kriterien werden die bemängelten Kommentare und Threads beurteilt? Gibt es einen Leitfaden oder etwas Ähnliches?

Ich verstehe, was Sie meinen. Das Problem ist nur, wir zensieren nicht . Weder Facebook noch irgendein anderes Medium. Daher gibt es auch keine technischen Vorgänge, keine Kriterien, jedenfalls nicht bei uns. Vielleicht gibt es so etwas bei Facebook, was ich aber nicht weiß. Es gibt auch keine andere Form von Löschen,  zensieren und ähnlichem mehr, mit dem ich persönlich oder die Stiftung etwas zu tun hätten. Diese Fragen kann ich Ihnen also so nicht beantworten. Die Amadeu Antonio Stiftung stellt auch keine Listen mit Seiten oder Personen zusammen, deren Facebook- oder Twitter-Accounts oder Webseiten gelöscht werden sollen. Das ist alles nur ein Mythos.

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Reichsbürger: SEK-Kommando verletzt ehemaligen „Mr.Germany

Homepage der "Exilregierung" / friedensvertrag.info/ Themenbild
Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info/ Themenbild
Bei der Zwangsräumung eines Hauses eskaliert ein Streit mit bewaffneten „Reichsbürgern“. Ein Hausbewohner wird schwer verletzt.
 

Frankfurter Rundschau

Die Zwangsräumung eines Hauses in Sachsen-Anhalt ist am Donnerstag eskaliert. Bei einer Schießerei in Reuden bei Zeitz wurden nach Polizeiangaben der 41-jährige Hausbewohner schwer und zwei Polizisten leicht verletzt. Bei dem Mann soll es sich um einen ehemaligen Mister Germany handeln, der laut Polizei den sogenannten Reichsbürgern zuzurechnen sei. „Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik nicht an.

Die Polizei war am Donnerstagmorgen mit einem Großaufgebot von rund 200 Beamten in Reuden angerückt, um einen Gerichtsvollzieher bei der Zwangsräumung eines Gehöftes zu unterstützen. Ein erster Versuch war tags zuvor gescheitert, weil der 41-jährige Hausbewohner eine erhebliche Menschenmenge mobilisiert hatte. Zeitweise hielten sich am Mittwoch bis zu 120 Menschen auf dem Grundstück auf, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte.

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Frankreich erwartet Burkini-Urteil des Staatsrats

burkiniMindestens 26 französische Gemeinden haben Burkinis, den ganzen Körper bedeckende Badeanzüge für muslimische Frauen, an ihren Stränden verboten. Der französische Staatsrat prüft nun die Rechtmäßigkeit des Verbots.

evangelisch.de

Bei der Anhörung, die am Donnerstagnachmittag eröffnet wurde, geht es um eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza, das am 22. August ein solches Verbot an den Stränden der südfranzösischen Gemeinde Villeneuve-Loubet für rechtmäßig erklärt hatte. Die Menschenrechtsliga und das Komitee gegen Islamophobie hatten daraufhin den Staatsrat angerufen.

Der Burkini – eine Zusammenziehung von Burka und Bikini – ist ein den ganzen Körper bedeckender Badeanzug für muslimische Frauen, der nur Gesicht, Hände und Füße sichtbar lässt. Das Baden am Strand der betroffenen Gemeinden ist im Wortlaut Personen verboten, die keine „korrekte Kleidung tragen, die den guten Sitten und dem Prinzip der Laizität entspricht und Hygiene- und Sicherheitsregeln im öffentlichen Meer respektiert“.

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