Archiv der Kategorie: Religion

Abenteuerlust, gepaart mit Langeweile, führt junge Menschen zu den Islamisten

Bild: nationalreview.com

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Dr. Guido Steinberg ist ein deutscher Islamwissenschaftler und Terrorismusexperte, der zur Zeit für die Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin arbeitet. Er hat zahlreiche Bücher zu Islamismus und Terrorismus publiziert, zuletzt “Al-Qaidas deutsche Kämpfer”: Die Globalisierung des islamistischen Terrorismus” (2014) und “Kalifat des Schreckens. IS und die Bedrohung durch den islamistischen Terror” (2015).


Von Dagmar Schediwy|TELEPOLIS

Letzte Woche hat ein mutmaßlich von IS-Sympathisanten verübter Hackerangriff den französischen Fernsehsender TV5 komplett lahmgelegt. Wie passt das eigentlich zusammen: Auf der einen Seite höchstes technisches Know-how, auf der anderen Seite die Favorisierung von absolut archaischen Gesellschaftsmodellen?

Guido Steinberg: Die Anhänger der Organisation sehen diesen Widerspruch nicht. Sie nutzen selbstverständlich alle Errungenschaften der technischen Moderne, weil sie ohnehin der Meinung sind, dass die Moderne nur aufgrund des Einflusses des Islam entstanden ist.

Sie gehen also davon aus, dass der wissenschaftliche und technische Fortschritt des Westens durch die mittelalterliche Hochkultur des Islam ermöglicht wurde?

Guido Steinberg: Ja, so denken die meisten Islamisten und das Argument hört man in ihren Kreisen sehr oft. Es ist ja auch nicht ganz falsch, wenn auch grotesk überzogen. Tatsächlich kennen wir die Philosophie der Griechen zum Beispiel oft in der Rückübersetzung aus dem Arabischen und auch für andere Wissenschaften sind die islamischen Hochkulturen des Mittelalters grundlegend. Hinzu kommt, dass, würden sie moderne Waffen, Sprengstoffe, Militärgerät, das Internet und neue soziale Medien nicht nutzen, sie sich nicht behaupten könnten. Es handelt sich bei ihnen zwar um religiös-ideologische motivierte Organisationen, doch haben sich auch politische Ziele, und um die zu erreichen müssen sie einfach nach den physischen Regeln der modernen Welt spielen.

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Stephen Hawking: Humans may not survive another 1,000 years without escaping ‘fragile’ Earth

Stephen Hawking (NASA HQ)

Stephen Hawking said there is only one way for humanity to survive another millennium.


By Travis Gettys|Raw Story

“We must continue to go into space for the future of humanity,” Hawking said. “I don’t think we will survive another 1,000 years without escaping beyond our fragile planet.”

The famed physicist spoke via hologram – created using two cameras in his office – before sold-out audiences Saturday and Sunday at the Sydney Opera House, reported the Australian Broadcasting Company.

John Webb, who helped organize the lecture and oversees the Big Questions Institute at the University of New South Wales, said governments tend to overlook long-term solutions to important topics because they cost too much and offer little immediate return.

He said Hawking fears that humanity will ultimately be undone by its innate aggression – which has possibly outlived its usefulness.

“That may have been useful at some point in the early history of humanity, enabling us to find food and get a partner and things like that, but he thinks that aggression that remains with us today is now the thing that could well end up destroying us,” Webb said. “I think he’s put a time on it to make us realize we’ve got to take better control of what we’re doing.”

The 73-year-old Hawking, who suffers from a motor neuron disease, encouraged his audience to appreciate the wonder of the universe and to make sense of what they see.

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De Maizière: Deutschland kann nicht jeden aufnehmen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lehnt eine Evakuierung aller Christen aus dem Irak ab.


evangelisch.de

Die Region von Euphrat und Tigris “christenfrei” zu machen, wäre der größte Triumph, den man der Terrormiliz “Islamischen Staat” bereiten könne, sagte de Maizière der Monatszeitschrift “Herder Korrespondenz” (Mai-Ausgabe).

De Maizière fügte hinzu: Konfliktlösung und Flüchtlingshilfe vor Ort in der Region sei das wichtigste Ziel. “Flüchtlingsaufnahme in Deutschland hingegen sei “wichtig, aber subsidiär”. Es sei eine ethisch wichtige Position, dass “man nicht alle Menschen aus ihrer angestammten Region herausholt, sondern dabei hilft, dass sie in ihrer Heimat wieder eine Zukunft haben”, sagte der Innenminister.

De Maizière hält es für “ethisch angemessen, einen Asylbewerber aus Syrien anders zu behandeln als jemanden aus Serbien”. Es käme viele Menschen nach Deutschland, ohne dass sie verfolgt seien, argumentiert der Innenminister. Nach seinen Angaben kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als die Hälfte aller Asyl-Antragsteller aus Westbalkanstaaten. “Es kann doch nicht richtig sein, dass wir jeden Menschen der Welt aufnehmen, der sein Land verlassen möchte.”

Der Traum von der großen Türkei wird zum Albtraum

Die Türkei muss ihre Außenpolitik neu überdenken. (Foto: Flickr/ The blue mosque, Istanbul, Turkey by Giuseppe Milo CC BY 2.0)

Premier Ahmet Davutoğlu spricht gerne von der Türkei als das „Brasilien des Mittleren Ostens“. Die Auswirkungen einer dominanten Türkei-Politik sind heute sichtbar: Die Türkei ist zum ersten Mal in ihrer Geschichte in den Bürgerkrieg eines Nachbarstaates verwickelt. Die Unterstützung der Kurden im Irak hat zu einem Totalausfall der Handelsbeziehungen mit dem Rest des Landes geführt. Mit den abgeschlossenen Grenzen zu Syrien und dem Irak hat die Türkei außerdem den Zugang zum Mittleren Osten verloren.


Deutsch Türkische Nachrichten

Für Ankara ist die schlimmste Situation eingetreten, die sich die Auslandsstrategen der Regierung hätten vorstellen können. Der Versuch sich von der westlichen Staatengemeinschaft abzuwenden und den Fokus auf den Nahen Osten zu legen hat mit 49 Geiseln in Mosul, einer fast offenen Grenzen in Richtung Syrien und Irak und einem weitgehenden Verlust alter Verbündeter und Märkte geendet. Der Bruch mit der alten Regel keine Konflikte mit Nachbarn zu haben, sollte der Regierung Erdoğan Einfluss garantieren, nun hat die Türkei gleich mehrere Flächenbrände vor der Tür. Als Transitland für viele europäische Terroristen hat die Türkei eine Schlüsselrolle für die Sicherheit des Westens.

Bruch mit alten Paradigmen

Die Außenpolitik der vergangenen Jahre steht im Kontrast zu dem, was über Jahrzehnte in Diplomatenkreisen gefördert wurde. Mustafa Kemal Atatürk hatte dem Land Anfang des letzten Jahrhunderts sehr abrupt eine westliche Orientierung verordnet. Was damals Zwangscharakter hatte, trug außenpolitisch Früchte. Die Türkei wurde seit vielen Jahrzehnten in keinen bewaffneten Konflikt verwickelt. Weiterhin konnte man sich Absatzmärkte für türkische Waren nahezu im ganzen Nahen Osten von Jordanien, bis zum persischen Golf erschließen (mehr hier). Der Irak wurde zum wichtigsten Handelspartner und Israel zumindest zeitweise zu einem politischen Partner. Nicht zuletzt der Westanbindung und deren Investoren ist ein Teil des heutigen Immobilienbooms zu verdanken (mehr hier). Mit vielen dieser außenpolitischen Paradigmen wurde gebrochen. Der Einfluss im Nahen und Mittleren Osten wollte die türkische Spitze gestärkt sehen, so das Wallstreet Journal. Die Folgen sind unübersehbar. Man weiß weder wie lange der Konflikt in Syrien anhalten wird, noch welche Folgen das Auftreten der IS im Irak hat.

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Für Reformen im kirchlichen Arbeitsrecht?

Bild: fis-kirchenrecht.de

Bild: fis-kirchenrecht.de

Caritas-Präsident Peter Neher sieht Spielraum für Reformen im kirchlichen Arbeitsrecht. Es gehe um eine Balance zwischen der nicht verhandelbaren Wertschätzung der katholischen Kirche für das Sakrament der Ehe und der Lebenswirklichkeit der Menschen, in der Ehen scheitern könnten, sagte Neher am Sonntag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur in Freiburg.


Radio Vatikan

„Wir arbeiten ja an einer Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts, das dem Proprium der Sendung der Kirche und den individuellen  Lebensverläufen der Mitarbeiter gleichermaßen gerecht zu werden versucht“, fügte Neher hinzu. Der Chef des katholischen Wohlfahrtsverbandes betonte, die Kirche müsse glaubwürdig bleiben. Das kirchliche Profil einer Einrichtung zeige sich allerdings nicht nur in der Zugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kirche und an deren persönlicher Lebensführung. „Es zeigt sich in der Zuwendung zu den Menschen, die Hilfe und Unterstützung  brauchen, in der Professionalität der Arbeit.“

Wichtig seien zudem die spirituellen Angebote für die Mitarbeiter und die christlichen Rituale, die den Ablauf in kirchlichen Einrichtungen prägen. „Wir setzen uns sehr intensiv mit der Frage auseinander, was Einrichtungen und was Mitarbeitende brauchen, um die Kirchlichkeit eines Dienstes und dessen geistliche Grundlagen erfahrbar zu machen.“

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Flüchtlingsdebatte: Notwendigkeit einer ethisch-humanistischen Wahrnehmung

Flüchtlinge kommen in überfüllten Booten nach Europa © by Noborder Network auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Nach der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer stellt sich erneut die Frage, wie man solidarisch mit Flüchtlingen umgehen kann. Dr. Milena Rampoldi beleuchtet den Zusammenhang zwischen der Islam- und Flüchtlingsfeindlichkeit und stellt Handlungswege vor.


Von Dr. Milena Rampoldi|IslamiQ

Flüchtlingsproblem im Mittelmeer: das ist die Frage, auf die Politikerinnen und Politiker mit den sogenannten “Maßnahmenpaketen” nach Lösungen suchen. Tausende verzweifelter Menschen versuchen Tag für Tag über das Mittelmeer Europa, vor allem Italien, zu erreichen. Für Hunderte von ihnen endet der Traum eines besseren Lebens im Massengrab Mittelmeer. Nach der jüngsten Katastrophe vor Lampedusa fragen wir uns, wie es dazu kommen konnte. Die libysche Schleusermafia nimmt die verzweifelten Menschen aus. Die italienische Küstenwache kann sie nicht alle retten. Italien fordert Hilfe von den europäischen Nachbarn. Dabei vergisst man, dass der Ansatz völlig falsch ist, weil die Bezeichnung des Problems semantisch schon nicht auf das fokussiert, worum es dabei wirklich geht, und zwar um Mit-Menschen.

Ich finde, wir sollten das Thema anders benennen und nicht mehr von einem “Flüchtlingsproblem” für uns Europäer – die ehemaligen Kolonisatoren des gesamten afrikanischen Kontinenten und des Nahen Ostens – im Mittelmeer sprechen, sondern wohl eher von der Flucht Tausender verzweifelter Mitmenschen aus den ärmsten Ländern der Welt, aus ihrer Heimat hin zu einem Traum eines besseren Lebens in der Ferne. Durch korrekte Information und Bewusstseinsbildung über die Bedingungen dieser Länder, wie Bürgerkrieg, Armut, Unterernährung, Diktatur, Sklaverei, Krankheiten, Wassermangel, Perspektivenlosigkeit ist schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung geschafft.

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Staatsanwaltschaft: Latzels Predigt keine Straftat

In der St.-Martini-Kirche in Bremen hielt Pastor Olaf Latzel am 18. Januar seine umstrittene Predigt Foto: Jürgen Howaldt / Wikipedia | CC BY-SA 2.0

Die Staatsanwaltschaft Bremen sieht in Olaf Latzels umstrittener Predigt in der Martinigemeinde Mitte Januar keine Anhaltspunkte für eine Straftat. Ein Ermittlungsverfahren wird es daher nicht geben. Das wurde am Montag bekannt.


pro Medienmagazin

Nach intensiver Prüfung des Wortlauts der Predigt vom 18. Januar in der evangelischen Martinigemeinde in Bremen wird die Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsverfahren gegen Pastor Olaf Latzel einleiten, wie Frank Passade, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber pro erklärte.

Pastor Latzel reagierte mit Erleichterung auf die Nachricht: „Ich bin dem Herrn dankbar, dass er dies so geführt hat und uns dadurch weitere juristische Schritte erspart bleiben“, sagte er auf Nachfrage.

Im Rahmen eines sogenannten Vorprüfungsverfahrens seien Latzels kritische Äußerungen zur Religionsvermischung auf ihre strafrechtliche Relevanz hin untersucht worden. „Im Ergebnis sind diese Äußerungen nicht geeignet, den Tatbestand der Volksverhetzung oder den des Beschimpfens und Verunglimpfens von Religionsgemeinschaften zu erfüllen“, sagte Passade.

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China soll verschleppten Panchen Lama nach 20 Jahren freilassen

Panchen Lama. Image: David Chao/flckr. non-commercial

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Regierung der Volksrepublik China aufgefordert, den vor 20 Jahren verschleppten tibetischen Panchen Lama endlich freizulassen.


China Observer

Seit seiner Entführung am 17. Mai 1995 fehlt jedes Lebenszeichen von einer der bedeutendsten Persönlichkeiten im tibetischen Buddhismus. „Die willkürliche Entführung des Panchen Lama ist ein massiver Eingriff der chinesischen Behörden in die Glaubensfreiheit der Tibeter“, erklärte der GfbV-China-Experte Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. Lange Zeit war der im Alter von sechs Jahren entführte Gedhun Choekyi Nyima der jüngste politische Gefangene der Welt. Am morgigen Samstag wird der verschleppte Panchen Lama 26 Jahre alt.

Wenige Tage vor seiner Verschleppung war der Junge vom Dalai Lama, dem bedeutendsten religiösen Würdenträger des tibetischen Buddhismus, als Reinkarnation und 11. Panchen Lama erkannt worden. Eine Suchkommission führender tibetischer Mönche hatte dem Dalai Lama eine Liste möglicher Kandidaten für die Nachfolge des 1989 verstorbenen 10. Panchen Lama zugeleitet. Chinas atheistische Behörden mischten sich jedoch in elementare Fragen des tibetischen Buddhismus ein und bestritten die Kompetenz des Dalai Lamas bei der Erkennung der Reinkarnation. Stattdessen bestanden sie auf einem eigenen Auswahlrecht, um mehr Kontrolle über den tibetischen Buddhismus zu bekommen. Nur kurze Zeit nach der Verschleppung von Gedhun Choekyi Nyima präsentierten die chinesischen Behörden ihren eigenen Panchen Lama. Der fünf Jahre alte Gyaltsen Norbu stammte aus einer Familie von tibetischen Mitgliedern der Kommunistischen Partei, um sicherzustellen, das er als willfähriges Werkzeug von Chinas Behörden agieren würde.

Chinas Behörden ließen nicht nur den 11. Panchen Lama und seine Familie entführen, sondern nahmen auch die 30 Mönche fest, die dem Auswahlkomitee für den Panchen Lama angehört hatten. Der Vorsitzende des Komitees, der Abt Chadrel Rinpoche wurde später zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Die „Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen über unfreiwilliges oder erzwungenes Verschwinden“ hat sich mehrfach mit dem Schicksal des Entführten beschäftigt und China aufgefordert, seinen Verbleib bekannt zu machen. Auch die Staaten der Europäischen Union und die USA haben immer wieder an China appelliert, das Schicksal des Panchen Lama zu klären. In einem Schreiben vom 4. September 2009 versichert Chinas Regierung der UN-Arbeitsgruppe, Gedhun lebe mit seiner Familie in Tibet, stehe nicht unter Hausarrest und erhalte eine gute kulturelle Bildung. Doch nähere Informationen über seinen Verbleib blieb China schuldig. Stattdessen versuchen die Behörden den von ihnen eingesetzten 11. Panchen Lama mit öffentlichen Auftritten in Tibet und Peking hoffähig zu machen. Doch die Tibeter lehnen ihn ab und verlangen die Wiedereinsetzung des Verschleppten.

Pressemitteilung der:
Gesellschaft für bedrohte Völker
Geiststraße 7
37073 Göttingen

“Eine Aussage gegen das Judentum”

Die “Gumbertusbibel” mit altem und neuem Testament und reich bebildert im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. (picture-alliance / dpa / Daniel Karmann)

Der evangelische Theologe Notger Slenczka sorgt mit einer Erklärung für Aufregung: Das Alte Testament ist für Christen nicht als heilig anzusehen. Der Historiker und Theologe Micha Brumlik warnt: Diese These entstammt einem antijudaistischen Christentum.


Moderation Philipp Gessler|Deutschlandradio Kultur

Philipp Gessler: Die Bibel, so haben es Christen seit bald 2.000 Jahren gelernt, besteht aus dem Neuen Testament, also vor allem aus den Evangelien, die die Geschichte Jesu erzählen, und dem Alten Testament, also den heiligen Schriften des Judentums. Altes und Neues Testament gehören zusammen. Gott, so sagt es der Glaube, hat den Christen in beiden Büchersammlungen Heilsnotwendiges mitgeteilt.

Der evangelische Theologe Notger Slenczka, ein Professor an der renommierten Humboldt-Universität in Berlin, erklärt nun: Kanonisch, das heißt, für Christen als heilig anzusehen, sei das Alte Testament am Ende nicht. Es sei eher wie die Apokryphen, also die Texte, die das frühe Christentum nicht in die Bibel aufgenommen hat, sagen wir es klarer, verworfen hat. Theologie-Professor Slenczka wird heftig von seinen Theologen-Kollegen wegen dieser These kritisiert – Nazi-Vergleiche fliegen durch den Raum, von antijudaistischen, also judenfeindlichen Anklängen ist die Rede.

Mit Micha Brumlik habe ich über den Fall Slenczka gesprochen. Der jüdische Intellektuelle war Professor an der Universität Frankfurt und hat sich zuletzt vor fünf Jahren in einem Buch mit der Entstehung des Christentums aus dem Judentum beschäftigt – also mit der Zeit, in der man erkannte, dass für Christen das Neue Testament nicht ohne das Alte denkbar ist. Meine erste Frage an Prof. Brumlik war: Wer als Professor der evangelischen Theologie das Alte Testament als apokryph betrachtet – wie nahe ist der eigentlich dem christlichen Antijudaismus?

Micha Brumlik: Nun, die Person, über die wir sprechen, Professor Slenczka, kann glaubwürdig widerlegen, ein klassischer Antijudaist zu sein. Weder bezweifelt er die Gültigkeit der Verheißungen an die Juden, noch vertritt er eine sogenannte Substitutionslehre, wonach die Kirche Israel abgelöst habe. Und auch die Meinung, dass die Juden in irgendeiner Weise die Gottesmörder seien, das liegt ihm völlig fern. Er spricht aber davon, dass das Alte Testament die Schrift einer partikularen Stammesreligion sei, und dass das moderne christliche Bewusstsein, wie er es versteht, damit nur fremdeln könne. Und wenn er auf dieser Basis vorschlägt, das Alte Testament aus dem christlichen Kanon zu entfernen, ist das natürlich auch eine Aussage gegen das Judentum, denn das Judentum ist ja nicht nur die Religion des Alten Testaments, aber eben doch auch.

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Die Würde des Menschen ist unantastbar – Schnittchen für Herrn Broder

Bild: Palästina-Portal

Abraham Melzer
Rede auf dem 13. Palästina Kongress in Berlin am 25.04.2015


Palästina-Portal

Salam Alaikuim, meine Damen und Herren, und als Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, möchte ich es auch auf Hebräisch sagen: Shalom Aleichem.

Ich kann ihren Schmerz um den Verlust der Heimat nachfühlen und auch ich empfinde die Pressekampagne gegen den Kongress beschämend. Ich bin nirgend Hetze und Aggressivität begegnet, habe nur fröhliche und glückliche Gesichter gesehen und bin mehr denn je der Meinung, dass die Berliner Presse sich bei ihnen entschuldigen muss. Sie wird es aber voraussichtlich nicht machen. Ich will es zumindest für den jüdischen Teil der Presse machen.

Ich möchte mich bei der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland Entschuldigen für die rassistischen Ausfälle des Zentralrats der Juden in Deutschland, und die beleidigenden und diffamierenden Worte eines, wie die Zeitung „der Freitag“ geschrieben hat, „dahergelaufenen Rechtsanwalts“, der übrigens Anwalt des einschlägig bekannten Henryk M. Broder ist. Hier übertrifft aber der Anwalt seinen Mandanten an Gehässigkeit, Rassismus und die Jüdische Allgemeine und ihr Herausgeber Dr. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, „entblöden sich nicht“, schreibt „der Freitag“ weiter, „übelster Hetze zu drucken“. Der Vorsitzende des Keren Hayessod Deutschland, eine aggressive rassistische, zionistische Organisation, der Berliner Rechtsanwalt Nathan Gelbart wirft angesichts des vermeintlichen Judenhasses der Organisatoren die Frage auf, „welchen Wert die Erinnerungsmoral in Deutschland hat, wenn mitten in Berlin Antisemiten und Mördern eine Plattform geboten wird.“ Es ist kein Jahr her, da hat der Zentralrat „Juden-Hass“ bei pro-palästinensischen Demonstrationen verurteilt. Islamophobie leistet sich der Zentralrat aber ohne sich zu schämen.

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Kurzkommentar – Erhard Arendt – Eines der widerlichsten Geschehen rund um die Konferenz, über die in den Medien nur entstellend berichtet wurde, ist ein Video des Zionclowns Henryk M. Broder. Die Teilnehmer der Konferenz täuschend, sich als Palästina Fan verkleidend, versuchte er Teilnehmer zu auswertbaren Aussagen zu bewegen. Schleimend und schnorrend versorgte er sich dabei noch kostenlos mit essbaren und einem Halstuch.

Anwohner können Muezzinruf nicht ausweichen

muezzinrufIslamwissenschaftler: Anwohner sind im Muezzinruf dem öffentlichen Bekenntnis des islamischen Glaubens ausgesetzt, ohne ausweichen zu können, dagegen proklamiere kirchliches Glockengeläut keine inhaltliche Botschaft.


kath.net

Zwischen dem Glockengeläut der Kirchen und dem Muezzinruf bestehen Unterschiede. Den muslimischen Gebetsruf mit Lautsprechern zu verstärken, ist zudem in vielen Fällen nicht angemessen. Darauf macht der Theologe und Islamwissenschaftler Friedmann Eißler (Berlin) aufmerksam. Anlass ist, dass in Gladbeck (bei Essen) seit dem 17. April werktags vom Minarett einer Moschee der Gebetsruf eines Muezzins zu hören ist. Sie gehört zum Dachverband Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Eißler, Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), schreibt im EZW-Newsletter: „Abgesehen davon, dass die Lautsprecherverstärkung nur sinnvoll sein kann, wenn sie vom Großteil der Gläubigen zu hören ist, wird durch sie eine Situation geschaffen, in der die Anwohner dem öffentlichen Bekenntnis des islamischen Glaubens ausgesetzt sind, ohne ausweichen zu können.“ Damit rücke das politische und gesellschaftliche Interesse in den Blick, das dem Islam durch die Ausrufung des Bekenntnisses öffentlich Gehör verschaffen will. Das liturgische Glockengeläut der Kirchen unterscheide sich davon vor allem dadurch, dass es nicht als Teil des Gebets aufgefasst werden könne und über die Einladung zum Gottesdienst hinaus keine inhaltliche Botschaft proklamiere.

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MH17: Forensikprofessor wurde aus Untersuchungsteam geworfen

Niederländische und australische Einsatzkräfte untersuchen ein Wrackteil. Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0

Als Grund wird das Zeigen von Fotos von Leichtenteilen in einer öffentlichen Vorlesung genannt, aber der Professor hatte zum Absturz auch eigene Gedanken geäußert


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

In den Niederlanden wurde der forensische Anthropologe George Maat, der an der Identifizierung der Toten der abgeschossenen Passagiermaschine MH17 beteiligt war, Ende letzter Woche von der weiteren Mitarbeit ausgeschlossen. Die Anweisung kam von ganz oben, vom Justizminister Ard van der Steur.

Der Professor von der Universität Leiden hatte in einer Vorlesung Anfang April, die von der Studievereniging Gezondheidswetenschappen Maastricht University, einer Organisation von Medizinstudenten, organisiert worden war, Fotos von Leichenteilen gezeigt und erklärt, wie man vorgehen kann, um die Toten zu identifizieren. Der Minister fand das “völlig unangemessen und geschmacklos”. Thomas Alin, Sprecher des holländischen Forensikteams, erklärte, dass man über die Suspendierung hinaus weitere Maßnahmen erwäge.

Aufmerksam auf die Vorlesung wurde der Minister durch einen Bericht von RTL Nieuws, nach dem er geheime Fotos von den Untersuchungen aus der Van Oudheusden-Kaserne gezeigt habe. Das sei zudem ohne Zustimmung der Angehörigen erfolgt. Im Parlament sagte van der Steur, dass man nicht damit rechnen könne, die Täter bald vor Gericht stellen zu können.

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Völkermord: Der absurde Herr Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0 de/Mueller

Der deutsche Außenminister hätte es gerne verhindert, dass man den Völkermord an den Armeniern “Völkermord” nennt. Schlimm genug. Doch seine “Holocaust”-Äußerung ist geradezu dreist.


Von Robert Roßmann|Süddeutsche.de

Frank-Walter Steinmeier ist schon von Haus aus kein Mann der klaren Sätze. Der Sozialdemokrat mäandert gern. Seine Worte fließen, aber man weiß oft nicht, wohin. Besonders schlimm wird es, wenn Steinmeier als Außenminister spricht. Diplomaten müssen geschmeidig sein, Ausgleich gehört zu ihrer Berufsbeschreibung. Aber bei Steinmeier wird daraus schon mal Konturlosigkeit. Das zeigt sich zurzeit auf erschreckende Weise in der Armenien-Debatte.

Vor 100 Jahren wurden im Osmanischen Reich mehr als eine Million Armenier vertrieben und getötet. Das Europa-Parlament, der Papst und viele andere haben die schrecklichen Taten trotz aller Drohungen der Türkei als Völkermord verurteilt. In der vergangenen Woche haben das endlich auch der Bundespräsident, der Bundestagspräsident und alle Fraktionen getan. Das war überfällig – auch wegen der deutschen Mitschuld an den Gräueltaten.

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Ein Mann mit zwei Gesichtern

Je nachdem, aus welchen Ländern, die Flüchtlinge nach Deutschland kommen, müssen die Behörden unterschiedlich reagieren Foto: UNHCR | Dobrin Kashavelov

Er hat das Elend, die Rechtlosigkeit und die Bedrohung hinter sich gelassen: Die Rede ist von Simon, einem gut integrierten Christen, der nach Deutschland geflohen ist. Warum er kein Asyl bekommen könnte, beleuchtet die Welt am Sonntag in einem vierseitigen Porträt des Christen.


pro Medienmagazin

Der 35-jährige Simon kommt aus einem arabischen Land, das Christen toleriert. Weil er früher Moslem war und jetzt Christ ist, trachtet ihm die Familie in der Heimat nach dem Leben. Gegen seinen abgelehnten Asylantrag hat er geklagt. Der junge Mann stammt aus einer großen muslimischen Familie.
Sein Bruder wollte ihn verbrennen

Simon ist durch die Predigten des koptischen Fernsehprediger Zakaria Botros mit dem Christentum in Kontakt gekommen. Dieser habe offen thematisiert, was die Muslime am Christentum störe. Er selbst habe sich von einem Priester eine Bibel geben lassen und die Religionen verglichen. Diese Lektüre war natürlich Zündstoff innerhalb der Familie: auch als er sich bewusst entschied, Christ zu werden.

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At Bergen-Belsen, where tens of thousands perished… and others began their lives

Berm covering mass grave at site of Bergen-Belsen concentration camp. April 24, 2015 (photo credit: Renee Ghert-Zand/Times of Israel)

Ahead of the 70th anniversary of its liberation, a visit to the German camp with what is Europe’s largest Jewish cemetery, accompanied by some of the ‘babies’ born in the DP camp after the war


By Renee Ghert-Zand|The Times of Israel

BERGEN-BELSEN, Germany — There are no gas chambers or crematoria to see at Bergen-Belsen. Instead, there are grassy berms, covering the massive pits into which more than 10,000 emaciated corpses were packed, with bulldozers, after British forces liberated the concentration camp on April 15, 1945.

From a young age, I have seen film footage of those bulldozed bodies, but the other day I actually walked among those berms. It was a disturbing feeling, a surreal experience I have not yet fully grasped. Yet, before I will have had time to fully process it, I will walk by those mass graves again on Sunday, as I make my way to the official ceremony marking the 70th anniversary of the liberation of Bergen-Belsen.

Dignitaries like German President Joachim Gauck, World Jewish Congress President Ronald Lauder, and British Chief Rabbi Ephraim Mirvis will speak. I suspect, however, that I may be listening more to the ghostly sounds that someone with me here and who has visited this site many times, says she hears, as the wind blows through the 70-year-old trees that stand exactly where the camp’s barracks used to be.

The concentration camp

The barracks are gone because the British immediately burned down every single structure in the typhus- and typhoid-infested camp in an effort to prevent the further spread of disease. That’s why there is nothing left of this place, where more than 70,000 people perished between 1941 and 1945, other than vast open fields and the surrounding forest — and, of course, the huge mounds covering those who died of disease or starvation as the camp’s population ballooned tremendously beyond capacity. That was when the Soviets advanced across Poland, and the Germans marched and transported prisoners from death camps in the east to concentration and prison camps in territory still under their control.

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Ex-Bundeswehrsoldaten beim IS: Von der Truppe zu den Dschihadisten

Symbolbild.

Symbolbild.

Bei der Bundeswehr wächst die Sorge vor Islamisten: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE identifizierten die Behörden fünf weitere Ex-Soldaten, die nach Syrien und in den Irak reisten. Dort kämpfen sie jetzt auf Seiten der Terroristen.


Von Matthias Gebauer und Jörg Schindler|SpON

Bei der Bundeswehr häufen sich Fälle, in denen sich ehemalige Soldaten Terrorgruppen wie dem “Islamischen Staat” (IS) anschließen und dort ihre militärischen Kenntnisse einsetzen. In den vergangenen Wochen identifizierten die Sicherheitsbehörden nach Informationen von SPIEGEL ONLINE fünf weitere Ex-Soldaten, die sich nach Syrien oder in den Irak abgesetzt haben. Damit erhöht sich die Zahl dieser Fälle auf insgesamt 25.

Der für die Sicherheit innerhalb der Bundeswehr zuständige Militärische Abschirmdienst (MAD) bestätigte die neuen Fälle auf Nachfrage. Man habe “zwischenzeitlich neue Erkenntnisse” gewonnen, sagte ein MAD-Sprecher. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die Männer bewaffneten Gruppen wie dem “Islamischen Staat” angeschlossen haben. Dort seien sie wegen ihres militärischen Drills hochgeschätzt.

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Brauchen (Priester)Seminaristen ‘Artenschutz’?

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Die Pfarrgemeinden stehen in einer dringlichen Pflicht: Auch ohne die Priesteramtskandidaten zu verhätscheln, brauchen diese das Wohlwollen und die Bestätigung der Gläubigen. Zum „Tag der geistlichen Berufe“.


Von Paul Josef Cordes|kath.net

Vor meiner Berufung in den Vatikan war ich vier Jahre lang Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Die Spendung des Firmsakraments und die Visitation der Pfarreien machten den Hauptinhalt meines Dienstes aus. Durch andere angeregt, bat ich nach einiger Zeit die priesterlichen Mitbrüder, beim Besuch der jeweiligen Dekanate auch eine Begegnung von jungen Leuten zu organisieren, die sich für Priester- und Ordensberufe interessierten. Der Zustrom war nicht eben berauschend, aber der kleine Kreis half zu dichten Gesprächen und zu großer Aufrichtigkeit. Meine erste Frage war meistens: „Was sagen Bekannte oder Klassenkameraden, wenn sie hören, dass Ihr Euch mit dem Priesterberuf befasst?“ Durchwegs kam die Antwort: „Fast alle warnen oder sind dagegen.“ Allerdings auch: „Nur unsere Oma macht mir Mut.“ Schon diese Information weckte in der Runde eine wichtige Einsicht: Es liegt nicht an meiner Person, wenn andere meine Wahl dieses Berufs missbilligen; der Beruf als solcher weckt Vorbehalte, ist gefährlich, erscheint abseitig oder verstiegen. Die Begegnungen waren wohl schon hilfreich, weil sie diese Einsicht erbrachten. Später hörte ich mehr als einmal, sie hätten bei dem einen oder andern dazu beigetragen, sich für das Priestertum zu entscheiden.

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Dschihadistinnen fliehen desillusioniert vor dem IS

Foto: pa/landov

Begeistert zogen junge Frauen aus Europa ins “Kalifat” der Terrormiliz Islamischer Staat, um den wahren Islam zu leben. Nun kehren die ersten traumatisiert zurück und fürchten die Rache der Fanatiker.


Von Dietrich Alexander|DIE WELT

“Dschihad-Bräute” werden sie etwas despektierlich genannt, jene Frauen, die in das “Kalifat” der selbst ernannten Gotteskrieger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ziehen. In der Regel werden sie mit islamistischen Kämpfern zwangsverheiratet und glauben daran, eine reine islamische Gesellschaft aufzubauen, einen Gottesstaat wie zu Zeiten des Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Sie träumen von einem erfüllten, religiös dominierten Leben unter Gleichgesinnten.

Die meisten dieser Mädchen und jungen Frauen fühlen sich oft unverstanden und sind schlecht bis gar nicht integriert in den westlichen, demokratischen Gesellschaften. Sie sind also leicht manipulierbar. Und sehr empfänglich für das von den IS-Propagandisten via professionell inszenierter Videofilme transportierte Image eines perfekten Islam im “Kalifat”, das vorgibt, gegen alle Widerstände sein vermeintliches Recht auf eine anachronistische Gesellschaftsordnung durchsetzen zu wollen. Andere Frauen sind sehr wohl integriert, verfügen gar über akademische Bildung. Trotzdem werden sie offenbar in einer labilen Phase ihre Lebens von demagogischen Predigern radikalisiert und wollen den IS unterstützen.

Unlängst hat die Quilliam-Stiftung in London, die über den Radikal-Islamismus forscht, ein 40-Seiten-Handbuch übersetzt, in dem eine ominöse IS-Frauengruppe eine multikulturelle Traumwelt vom “IS-Kalifat” zeichnet. “Der Tschetschene ist hier ein Freund des Syrers, der Golf-Araber ein Nachbar des Kasachen”, heißt es darin. Nirgendwo sonst sei es möglich, in solcher Eintracht mit dem muslimischen Glauben zu leben.

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Deutschland: Katholikenkomitee zufrieden mit Dialogprozess

zdk

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat den 2011 begonnenen Dialogprozess zwischen katholischen Laien und Bischöfen in Deutschland gelobt. Über Reformen in der Kirche werde nun offen und kontrovers diskutiert, ohne dass es zu persönlichen Spannungen komme, sagte Glück am Samstag im Gespräch mit “Radio Vatikan”: “Vor vier Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.” Glück hält sich derzeit zu Informations- und Konsultationsgesprächen mit vatikanischen Behörden in Rom auf.


kathweb

Deutlich vorangekommen sei die Debatte beim Thema Frauen in der Kirche. Sie hätten inzwischen einen neuen Stellenwert gewonnen: “Es kommen immer mehr Frauen in die Diözesanleitung, in wichtige Aufgaben”, so Glück. Insgesamt gibt es nach seinen Worten in vielen Diözesen eine neue Offenheit zwischen Laien und Amtskirche.

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Flüchtlingsdebatte: EKD-Ratschef fordert legale Wege nach Europa

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus "Report Mainz"

Brand auf einem Flüchtlingsschiff vor den Küsten Europas © Szene aus “Report Mainz”

Angesichts der Bootsunglücke im Mittelmeer fordert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sichere Zugangswege für Flüchtlinge nach Europa.


evangelisch.de

“Es kann nicht sein, dass Menschen in Syrien, die versuchen, dem täglichen Terror zu entkommen, nur hierherkommen können, wenn sie sich auf dem Meer in Lebensgefahr begeben”, sagte der bayerische Landesbischof der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

Dem Schleuserwesen könnte man durch legale Wege in die EU “effektiv den Boden entziehen”, erklärte Bedford-Strohm. Menschen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia oder Mali hätten gute Gründe, außerhalb ihrer Heimat Schutz zu suchen. “Diese Menschen haben einen internationalen Rechtsanspruch auf Hilfe.” Vor einer Woche waren bei der bislang schlimmsten Bootskatastrophe im Mittelmeer mehr als 800 Flüchtlinge ertrunken.

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