Bischofskonferenz weist Kritik an Missbrauchs-Aufarbeitung zurück

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Im Herbst hatten die deutschen Bischöfe ihre Missbrauchsstudie vorgestellt. Ein halbes Jahr später spricht Studienleiter Harald Dreßing von mangelnder Aufarbeitung und einer fehlenden gemeinsamen Strategie. Die DBK zeigt sich von der Behauptung „überrascht“.

katholisch.de

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich gegen die Kritik an ihrer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs: „Den Vorwurf, es gebe keine gemeinsame Strategie, weisen wir zurück, weil das Gegenteil durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall ist“, sagte Sprecher Matthias Kopp am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Kritik des Leiters der Forschergruppe, die im Herbst eine wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorlegt hatte, „überrascht uns“, so Kopp weiter: „Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet.“ Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt hat, „der gezeigt hat: Die Bischöfe arbeiten gemeinsam an den Themen.“

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Italien beschlagnahmt „Sea-Watch 3“

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Italiens Behörden haben das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ festgesetzt. Zuvor waren die 47 auf dem Schiff verbliebenen Migranten an Land gebracht worden – offenbar gegen den Willen von Innenminister Salvini.

tagesschau.de

Vier Tage nach der Rettung von 65 Bootsflüchtlingen durch die deutsche Hilfsorganisation „Sea-Watch“ haben die italienischen Behörden deren Hilfsschiff beschlagnahmt und die Migranten an Land gebracht. Die italienische Finanzpolizei setzte die „Sea-Watch 3“ am Sonntag in italienischen Gewässern fest.

Die verbliebenen 47 Migranten an Bord wurden in Motorbooten auf die italienische Finanzpolizei gebracht. „Die geretteten Personen sind alle an Land und werden von der italienischen Bevölkerung willkommen geheißen“, teilte „Sea-Watch“ via Twitter lediglich mit. Die deutsche Hilfsorganisation fügte einen Dank an die Italiener in der Landessprache hinzu: „Grazie Italia!“ Zur Beschlagnahme ihres Schiffes machte „Sea Watch“ keine Angaben.

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Missbrauch in der Kirche: Sind wirklich die Homosexuellen schuld?

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Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sind vor allem Jungen. Woran liegt das? Konservative sehen den Grund in der Homosexualität und belegen das mit teils abenteuerlichen Zahlenkonstruktionen. Doch so einfach ist es nicht, denn das Thema führt tief ins Gehirn.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Missbrauch in der Kirche ist ein männliches Problem: Die Täter sind Männer, die Opfer in der Regel Jungen. Mit einem Anteil von 63,8 Prozent sind sie deutlich überrepräsentiert, resümiert auch die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene MHG-Studie. In Reihen der Glaubenskongregation im Vatikan geht man weltweit sogar von mehr als 80 Prozent aus. Woran das liegt?

Für erzkonservative Kreise ist klar: Es sind homosexuelle Taten, die gleichgeschlechtliche Orientierung ist also das Problem. Und tatsächlich: Die MHG-Studie hat bei 19 Prozent der Täter Hinweise auf eine homosexuelle Orientierung gefunden. In Einzelinterviews lag sie noch deutlich höher. Der US-Theologe Timothy J. Dailey hat Zahlen wie diese zum Anlass für folgende These genommen: Es gibt prozentual deutlich mehr Übergriffe von Männern auf Jungen, als es Homosexuelle in der Gesellschaft gibt. Dass sie als Täter überrepräsentiert sind, nimmt Dailey dann zum Anlass für die Vermutung, dass Homosexuelle generell eher zum Kindesmissbrauch neigten.

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Solidarität mit Israel – aber aus rein taktischen Gründen

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Der Bundestag hat die antisemitische BDS-Bewegung verurteilt. Doch Union, SPD und Grüne haben das vor allem getan, um nicht als Antisemiten abgestempelt zu werden. Deutschlands moralpolitische Grundlage im Umgang mit Israel bröckelt.

Von Michael Wolffsohn | DIE WELT

Das moral- und geschichtspolitische Fundament der Bundesrepublik Deutschland wird derzeit umgebaut. Das beweisen unzählige Krisen und Konflikte mit vielen unserer westlichen Partner (Amtsdeutsch „Freunden“) und eben nicht nur mit Trumps USA. Auch das Verhältnis zu Israel und den Juden zeigt den neudeutschen Wertewandel.

Das dokumentierte am 17. Mai die Bundestagsabstimmung über die antizionistische BDS-Kampagne. Was BDS („Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“) gegenüber Israel verlangt, ist mehr als Kritik an der Regierung Israels und Premier Netanjahu.

Ein Blick auf die Website genügt: Der jüdische Staat, also die Antwort auf 3000 Jahre jüdischer Verfolgungsgeschichte und damit die Lebensversicherung aller Juden weltweit, solle verschwinden. Wer Juden diese Existenzsicherheit verweigert, ist Antisemit. Das hilft keine Klügelei.

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Thailands unheimliche Jagd auf Kritiker von Monarchie und Regime

In Thailand müssen alle dem König die Ehre erweisen. Wer die Monarchie kritisiert, kommt mit dem Gesetz in Konflikt und lebt möglicherweise in Gefahr. (Bild: Rungroj Yongrit / EPA)
Die Machthaber in Bangkok gehen zusehends härter gegen Dissidenten vor. Die Zahl der ermordeten und verschollenen Regimekritiker steigt. Jetzt sorgt ein neuer Fall für Aufsehen.

Manfred Rist | Neue Zürcher Zeitung

Drei Regimekritiker, die vor kurzem von Vietnam an Thailand ausgeliefert worden sind, gelten seit über einer Woche als vermisst. Jetzt gibt es Befürchtungen, dass sie in einem thailändischen Militärlager festgehalten werden. Ihre Angehörigen warten auf ein Lebenszeichen. Auch Human Rights Watch und Amnesty International zeigen sich tief besorgt und fordern Auskunft.

Zwei Leichen im Mekong

Chucheep Chivasut, Siam Theerawut und Kritsana Thapthai, die in Laos im Exil lebten, wurden im Januar von den vietnamesischen Behörden wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen. Die drei Männer wollten sich vermutlich vor Häschern in Sicherheit bringen, die Dissidenten im Ausland nachspürten. In Thailand stehen sie unter anderem wegen Majestätsbeleidigung unter Anklage.

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Trump kritisiert scharfes Abtreibungsgesetz

US-Präsident Donald Trump rief auf Twitter alle Abtreibungsgegner dazu auf, gemeinsam „für das Leben“ zu kämpfen Quelle: AP/Manuel Balce Ceneta
Alabama hat ein striktes Abtreibungsverbot beschlossen, das einen Schwangerschaftsabbruch selbst nach Inzest und Vergewaltigung verbietet. Das Gesetz ist so rigide, dass sich sogar Abtreibungsgegner Donald Trump einschaltet.

DIE WELT

US-Präsident Donald Trump hat sich für ein Recht auf Abtreibung nach einer Vergewaltigung ausgesprochen. Das schrieb er am Samstag auf Twitter. Trump bezeichnete sich dort selbst zwar als entschiedenen Abtreibungsgegner, nannte aber mehrere Fälle, in denen er Ausnahmen befürwortet. Der US-Bundesstaat Alabama hatte in dieser Woche Schwangerschaftsabbrüche nahezu vollständig verboten.

Er sei „klar gegen Abtreibungen“, schrieb Trump wenige Tage nach der Entscheidung in Alabama auf Twitter. Als Ausnahmen nannte er Schwangerschaften nach einer Vergewaltigung oder durch Inzest sowie Fälle, in denen das Leben der Mutter gefährdet ist. „Diese Position vertrat auch Ronald Reagan“, twitterte Trump mit Verweis auf den früheren republikanischen Präsidenten.

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Publizist Friedman für mehr Gleichberechtigung der Religionen

Der Publizist Michel Friedman fordert eine stärkere Gleichberechtigung der Religionen in Deutschland. Der Staat privilegiere nach wie vor das Christentum und auch das Judentum, sagte der Publizist jüdischen Glaubens am Sonntag in Bonn auf einer Podiumsdiskussion über Religionsfreiheit in Deutschland. Die Veranstaltung unter dem Titel „Freiheit.Glauben.Grundgesetz“ fand im Rahmen der „Bonner Tage der Demokratie“ statt.

evangelisch.de

Als Beispiele nannte Friedman den Einzug der Kirchensteuer durch den Staat, die Möglichkeit, die Religionsgemeinschaft als Körperschaft öffentlichen Rechts zu etablieren und die christlichen Feiertage. Gleichheit sei nicht quantifizierbar. Religionen sollten unabhängig von der Anzahl ihrer Mitglieder gleich behandelt werden. Solange der Staat Religionen „betreue“, sei von einer Neutralität nicht zu sprechen.

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Deutscher Datenschützer kritisiert Veröffentlichung von Strache-Video

foto: leonhard foeger / reuters Von einem Video zu Fall gebracht: Der ehemalige Vizekanzler H.C. Strache.
Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hat die heimliche Aufzeichnung des Videos mit Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Veröffentlichungen daraus in „Spiegel“ und „SZ“ kritisiert.

derStandard.at

„Wenn wir politische Gegner hintergehen, ihre Privatsphäre verletzen und sogar kriminelles Unrecht begehen, schaden wir letzten Endes unserer politischen Kultur und damit uns allen“, so Brink auf Twitter.

Entscheidung

Die Veröffentlichung des aus seiner Sicht illegal aufgenommenen Videos zeitgleich mit der ersten Berichterstattung schieße über das Ziel hinaus, erklärte Brink am Sonntag auf Nachfrage. Die Presse entscheide zwar selbst, was sie veröffentliche, sie müsse aber auch gegenläufige Grundrechte beachten. „Dazu gehören auch die Persönlichkeitsrechte und dazu gehört auch der Datenschutz“, sagte er. Es gehe ihm darum, eine Debatte anzustoßen.

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Tausende Ewiggestrige bei „Marsch für das Leben“ in Rom

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.
Es gehe darum, „das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu verteidigen“: Rund 15.000 Gegner von Abtreibung und Sterbehilfe haben in Rom beim „Marsch für das Leben“ demonstriert.

katholisch.de

Rund 15.000 Gegner von Abtreibung und Sterbehilfe haben am Wochenende in Rom beim „Marsch für das Leben“ demonstriert. Das berichtet die italienische Tageszeitung „Avvenire“ (Sonntag) unter Berufung auf die Organisatoren. Unter den Teilnehmern war neben internationalen Vereinigungen zum Lebensschutz, Priestern und Ordensleuten auch US-Kardinal Raymond Leo Burke. Er marschierte bei der Demonstration im Zentrum Roms in der ersten Reihe. Medienberichten zufolge nahm ebenso der Utrechter Kardinal Willem Jacobus Eijk teil.

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Das System braucht den Krieg, um noch funktionsfähig zu sein

Bild: DoD
Der permanente Krieg könnte der Hauptgrund für die seit Jahren zu beobachtende mediale Formierung sein

Ulrich Teusch | TELEPOLIS

In einer idealen Welt wäre Politik gleichbedeutend mit Friedenspolitik. Politiker würden alles in ihrer Macht und Kraft stehende tun, um den äußeren und inneren Frieden zu sichern. Den äußeren Frieden durch Diplomatie, Respekt vor dem Völkerrecht, Vertragstreue, Multilateralismus, Institutionenbildung, Friedenserziehung, Abrüstung und Rüstungskontrolle, vertrauensbildende Maßnahmen, Austausch von Menschen und Ideen, Entwicklungshilfe, Interessenausgleich. Den inneren Frieden durch größtmögliche Liberalität und Toleranz, Offenheit der Diskurse, demokratische Mitsprache und Mitbestimmung, rechts- und sozialstaatliche Sicherheit, Verteilungs- und Chancengerechtigkeit.

Doch wir leben nicht in einer idealen Welt. Wir sind – global betrachtet – von Friedenszuständen im Äußeren wie im Inneren weit entfernt und entfernen uns immer mehr.

Der Krieg zwischen der NATO und Russland hat schon begonnen. Noch fliegen uns zwar keine Raketen um die Ohren, aber wir befinden uns mitten in einem Wirtschaftskrieg, einem Cyberkrieg, einem hybriden Krieg, einem Propagandakrieg – auch einem Krieg mit militärischen Provokationen oder „Nadelstichen“. Dort, wo man sich unmittelbar gegenübersteht, etwa in Syrien, bedarf es eines erheblichen Koordinationsaufwands (und manchmal auch beachtlicher Nervenstärke), um den direkten Konflikt und dessen Eskalation zu vermeiden.

Die Grenzlinien zwischen Kriegs- und Friedenszuständen werden immer poröser. Folgt man einem weitgefassten Kriegsverständnis, dann ist Krieg inzwischen zu einem Normalzustand geworden. Die westliche Führungsmacht führt seit 2001 permanent Krieg. Die politisch Verantwortlichen des Landes bezeichnen ihn als Generationenkrieg, langen Krieg, unendlichen Krieg. Krieg ist für die USA zum natürlichen Zustand geworden, zum Way of Life, zur Raison d’être. Das System braucht den Krieg, um noch funktionsfähig zu sein. Es ist einer „Kriegssucht“ (Philip Giraldi) verfallen.

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Zentralrat der Muslime kritisiert Debatte um Kopftuchverbot

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Zentralrat der Muslime hat das erneute Aufflammen einer Debatte um ein Kopftuchverbot in Deutschland kritisiert.

ZEIT ONLINE

Er finde es absurd, dass eine solche Diskussion «gefühlt zum tausendsten Mal» geführt werde – meist vor Wahlen, sagte dessen Präsident Aiman Mazyek im rbb-Inforadio. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, nenne es absurd, dass Mädchen Kopftuch tragen, und die meisten Muslime sähen das auch so. Es gäbe kein Kopftuchgebot für Schulkinder. Mazyek sprach von Fällen im «Promillebereich», die Schulen und Familien regeln könnten.

UNHCR fordert „dringend“ Aufnahme weiterer Migranten

Männer in einem Auffanglager für Flüchtlinge in Libyen Quelle: picture alliance/dpa
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen kritisiert die Situation für Migranten in Libyen. Durch neue Kampfhandlungen in dem Bürgerkriegsland habe sich die Lage noch einmal verschärft.

Von Christoph Schiltz | DIE WELT

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die Europäische Union mit Nachdruck dazu aufgerufen, dabei mitzuhelfen, die Situationen in den libyschen Haftlagern zu verbessern und zugleich einen Rücktransport von Migranten in diese Lager zu verhindern. „Menschen, die von der libyschen Küstenwache im Mittelmeer gerettet werden, sollten auf keinen Fall wieder in die Haftlager in Libyen zurückgebracht werden. Es muss jede politische Einflussmöglichkeit – auch seitens der EU – genutzt werden, um das Leid in den Lagern zu beenden“, sagte der Leiter des UNHCR in Deutschland, Dominik Bartsch, WELT AM SONNTAG.

Die Lage der Flüchtlinge und Migranten haben sich durch die Kampfhandlungen in Libyen noch einmal zugespitzt, so Bartsch: „Die humanitäre Situation der Menschen in den Lagern ist verheerend. Es fehlen Nahrung, Wasser und viele brauchen dringend medizinische Hilfe. Hinzu kommt, dass die Haftlager in der Hauptstadt Tripolis ins Kreuzfeuer der bewaffneten Gruppen geraten.“

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Manager bestätigt: Böhmermann kannte Strache-Video

Satiriker Jan Böhmermann – imago/STPP
Der deutsche Satiriker hatte bereits im April bei der Verleihung der Romy-Akademiepreise in einer Video-Botschaft Andeutungen zu dem Fall gemacht.

Die Presse.com

Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann hat das Video mit heimlichen Aufnahmen des nun zurückgetretenen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) bereits vor Wochen gekannt. Das bestätigte sein Manager Peter Burtz am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Burtz dementierte aber, dass die Aufnahmen Böhmermann angeboten worden seien. Da sie ihm nicht angeboten worden seien, habe er sie auch nicht abgelehnt. Woher Böhmermann die Aufnahmen kannte, wisse er nicht, sagte Burtz.

Böhmermann hatte bereits im April bei der Verleihung der Romy-Akademiepreise in einer Video-Botschaft Andeutungen zu dem Fall gemacht. Den Preis könne er nicht persönlich abholen, weil er „gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge“, hatte Böhmermann gesagt.

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Wegen des Namens: Kardinal Woelki distanziert sich brüsk von „Maria 2.0“

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Zum Abschluss des einwöchigen Kirchenstreiks von Katholikinnen für mehr Frauenrechte unter dem Motto „Maria 2.0“ hat sich Kardinal Rainer Woelki brüsk von der Aktion und ihren Anliegen distanziert.

Von Joachim Frank | Kölner Stadt-Anzeiger

Im Marienwallfahrtsort Hennef-Bödingen (Rhein-Sieg-Kreis) wandte er sich gegen eine – missbräuchliche – Verwendung des Namens der Gottesmutter zur Durchsetzung kirchenpolitischer Forderungen.

An Orten wie Bödingen sei dagegen das Original, die wahre Maria, anzutreffen. „Hier begegnen wir einer Maria, die nicht irgendwelche Wahrheiten verkündet“, sagte der Erzbischof in seiner Predigt. „Hier begegnen wir einer Frau, die steht für die überzeitlichen Wahrheiten; für die Wahrheiten, die wesentlich für unser Leben sind, weil sie entscheidend sind für das Heil unserer Seele.“

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Kirche am Tagebau Hambach wird profaniert: Stummer Protest geplant

St. Albanus und Leonhardus in Manheim © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Die katholische Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim wird profaniert, da sie sich im Abbaugebiet des Braunkohletagebaus befindet. Klimabündnisse wollen mit stillen Aktionen dagegen protestieren.

DOMRADIO.DE

Im Rheinischen Revier wird an diesem Samstag die nächste Kirche für einen Tagebau entweiht. In der katholischen Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim soll bei der letzten Heiligen Messe nach Kirchenangaben ein Schreiben vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verlesen werden, mit dem die Kirche außer Dienst gestellt und dann nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird.

Abriss nach Umsiedlung

Der Kirchenbau und das Dorf Manheim, in dem bis Ende 2011 noch 1700 Menschen lebten, soll nach Ende der Umsiedlung in wenigen Jahren für den Tagebau Hambach abgerissen werden. Nach der Empfehlung der Kohlekommission, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, gibt es Forderungen, Kirchen und Dörfer zu erhalten.

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„Spiegel“: AfD-Politiker managte Millionen für Piusbrüder

Der AfD-Politiker Maximilian Krah möchte am 26. Mai in das Europaparlament gewählt werden. Wie „Der Spiegel“ jetzt berichtet, hat der Rechtsanwalt jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen der Piusbruderschaft gemanagt.

katholisch.de

Der AfD-Europakandidat Maximilian Krah hat nach einem Medienbericht „jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen“ der traditionalistischen Piusbruderschaft gemanagt. Durch die Gründung von Organisationen in mehreren Ländern sollten offenbar Steuerzahlungen vermieden werden, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen, die Krah bestätigt habe. Der Rechtsanwalt, der bis 2016 Mitglied der CDU war, ist inzwischen sächsischer Vizechef der AfD und kandidiert auf Listenplatz drei seiner Partei zur Europawahl am kommenden Sonntag. Als Anwalt trat er anfangs auch in der Affäre um den britischen Holocaust-Leugner und illegal geweihten Traditionalistenbischof Richard Williamson in Erscheinung.

Wie der „Spiegel“ berichtet, kümmerte sich Krah ab 2008 im Auftrag der traditionalistischen Priestervereinigung um die Übernahme einer Erbschaft in zweistelliger Millionenhöhe, die eine vermögende Gönnerin den Piusbrüdern vermacht habe.

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„Verbrennen oder vom Dach stoßen!“ – Wie homophob ist der Islam?

Bild: BR24
In acht Ländern der Welt steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Sie alle sind muslimisch geprägt. Muslimisch und homosexuell sein klingt deswegen für viele wie ein Widerspruch. Doch das muss nicht so sein.

Nabila Abdel Aziz | BR24

Afghanistan, Brunei, Iran, Irak, Mauretanien, Pakistan, Saudi Arabien, Sudan: In all diesen Ländern ist der Islam die prägende Religion – und in allen steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Muslimisch und homosexuell sein klingt deswegen für viele Menschen wie ein Widerspruch. Doch immer mehr muslimische Aktivisten und Gelehrte setzen sich für ein anderes Islamverständnis ein.

In der Türkei und im Libanon feiern Aktivisten Gay-Pride-Paraden

So zum Beispiel in der Türkei. Dort flatterte im vergangenen Jahr ein Meer von Regenbogenflaggen in Izmir – einer Stadt voller Moscheen. Hunderte Menschen demonstrierten für die Rechte von Homo- und Transsexuellen. Neben der Türkei haben auch im Libanon immer wieder Aktivisten öffentlich Gay-Pride-Paraden gefeiert. Doch nicht immer hält sich der Staat zurück. Und in vielen anderen muslimischen Ländern ist so etwas schlichtweg ganz unmöglich.

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Antisemitismus-Debatte im Bundestag: Zähneknirschend einig

Bild: tagesschau.de
Es sollte eine Demonstration der Geschlossenheit werden. Doch ein gemeinsamer Antrag von Union, SPD, FDP und Grüne gegen Antisemitismus und antiisraelische Boykottbewegungen führte zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Fraktionen.

Von Arnd Henze | tagesschau.de

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat Mühe, den Überblick zu behalten: Wer hatte dem Antrag gegen die BDS-Bewegung nun zugestimmt und wer nicht? An der großen Mehrheit gab es keinen Zweifel. Doch bei den Grünen gab es einige Neinstimmen und Enthaltungen, die aufmerksam registriert wurden. Dabei waren sich in der Botschaft alle einig: Aufrufe zum Boykott „gegen Israel, israelische Waren und Dienstleistungen, Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Sportlerinnen und Sportlerinnen und Sportler“ werden entschieden verurteilt. Denkmuster der BDS-Kampagne seien eindeutig antisemitisch: „‚Don’t Buy‘-Aufkleber‘ der BDS-Bewegung auf israelischen Produkten wecken unweigerlich Assoziationen zu der NS-Parole ‚Kauft nicht bei Juden!'“, heißt es in dem Beschluss.

In der Debatte verwiesen Abgeordnete aus allen Fraktionen auf die Boykottaufrufe gegen den Eurovision Song Contest. Dafür war im Logo des ESC der Davidstern durch eine SS-Rune ersetzt worden. Solche offen antisemitischen Kampagnen müssten geächtet werden – auch darin bestand Einigkeit.

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Kirchenrechtler über Frauenweihe: „Das letzte Wort ist gesprochen“

Bild: © picture-alliance/Philippe Lissac / GODONG
Die Initiative „Maria 2.0“ fordert weitreichende Reformen in der Kirche, wie etwa die Frauenweihe. Kirchenrechtler Georg Bier aus Freiburg sieht jedoch keine Chance für einen Erfolg der Forderung. Im Interview erklärt er, warum auch Papst Franziskus dieser Meinung ist.

Von Volker Hasenauer | katholisch.de

Unter dem Schlagwort „Maria 2.0“ fordern Katholikinnen die Weihe von Diakoninnen und Priesterinnen. Im Interview beschreibt der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier die Gesetzeslage. Und zeigt sich skeptisch, ob es in der Frauenfrage zu einer Öffnung kommen kann.

Frage: Herr Professor Bier, welche kirchlichen Gesetze verbieten die Weihe von Frauen?

Bier: Das Gesetzbuch der katholischen Kirche hält in Canon 1024 schlicht fest: ‚Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.‘ Das ist alles – und zugleich völlig klar.

Frage: Warum scheint in den aktuellen Debatten eine Diakoninnen-Weihe eher möglich als eine Priesterinnen-Weihe?

Bier: Weil es die Idee von unterschiedlichen, abgestuften Weihe-Graden gibt. Demnach ist die Diakonenweihe niedriger eingestuft als die Priesterweihe. Hinzu kommt, dass sich die maßgeblichen lehramtlichen Äußerungen der Kirche ausdrücklich nur auf das Verbot der Priesterinnenweihe beziehen – und nicht auf Diakoninnen. Allerdings hat die Glaubenskongregation im Jahr 2001 auch der Diakoninnenweihe eine Absage erteilt. Aber diese Aussage hat nicht den gleichen lehramtlichen Stellenwert wie die päpstliche Ablehnung der Priesterinnenweihe. Hier liegt nach Ansicht mancher ein Ansatzpunkt, um eine Weihe von Diakoninnen möglich zu machen.

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Justiz prüft das „Ibiza-Video“, Kurz kündigt Stellungnahme an

Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache – (c) Reuters
FPÖ-Chef Strache dürfte am frühen Nachmittag eine Stellungnahme abgeben, auch Kanzler Kurz hat eine Erklärung abgekündigt. SPÖ-Justizsprecher Jarolim hat den Vizekanzler bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Die Presse.com

Das heimlich gefilmte Video, in dem Heinz-Christian Strache – damals Oppositionsführer, heute Vizekanzler – über verdeckte Parteispenden an die FPÖ und etwaige Gegenleistungen spricht, hat bereits die Justiz auf den Plan gerufen. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim hat den Freiheitlichen sowie den ebenfalls im Clip vorkommenden FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt. Denn: Im „Ibiza-Video“ zu sehende Aussagen und Aktivitäten könnten Straftatbestände, respektive deren Vorbereitung, von Amtsmissbrauch, Bestechung, Geldwäscherei über staatsfeindliche Verbindung bis zu unerlaubtem Umgang mit Suchtgiften erfüllen, schreibt Jarolim in der Sachverhaltsdarstellung.

Strache selbst hat bisher nicht zu der Causa Stellung bezogen, kündigte allerdings eine Erklärung um die Mittagszeit an. Zuvor, so verlautete aus Regierungskreisen, dürfte er gegen 11 Uhr im Kanzleramt eintreffen, um mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein Gespräch zu führen. Letzterer verlautete bereits am späten Freitagabend, dass er heute eine Erklärung abgeben werde. Eine Uhrzeit steht allerdings noch nicht fest.

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