Archiv der Kategorie: Religion

Türkei: Eiskalte Rachepolitik

Ein türkisches Kampfflugzeug hebt vom Luftwaffenstützpunkt Incirlik ab. (Foto: AP)
Die Hoffnungen auf eine baldige Beilegung des Konflikts zwischen Ankara und der PKK schwinden. Der Krieg rückt näher an Europa heran.


Von Mike Szymanski|Süddeutsche.de

In der Türkei ist wieder ein blutiges Wochenende zu Ende gegangen. Die furchtbare Bilanz: mindestens drei Tote und Dutzende Verletzte allein bei Anschlägen, für die türkische Behörden die PKK verantwortlich machen.

Auf kurdischer Seite sollen seit Beginn der Kämpfe mindestens 260 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Nachrichten aus der Türkei ähneln in erschreckender Weise jenen aus den Nachbarländern, die längst im Chaos versunken sind. Der Krieg rückt näher an Europa heran.

Mit jedem Anschlag, mit jedem Kampfeinsatz der türkischen Armee schwindet die Hoffnung auf eine schnelle Beilegung des Konflikts. Vernunft oder Verhältnismäßigkeit ist auf keiner Seite auszumachen.

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Saudi Arabia Calls On World To Ban Criticism of Religion

The Grand Mufti of Saudi Arabia. (Photo: Screenshot from video)
The director for external relations at the Ministry of Islamic Affairs on July 25 called on all countries to ban criticism of religion.


By Elliot Friedland|The Clarion Project

Saudi Arabia has called on the international community to ban all criticism of religion.

At a July 25 symposium on media coverage of religious symbols in international law, Abdulmajeed Al-Omari, director for external relations at the Ministry of Islamic Affairs, said:

“We have made it clear that freedom of expression without limits or restrictions would lead to violation and abuse of religious and ideological rights. This requires everyone to intensify efforts to criminalize insulting heavenly religions, prophets, holy books, religious symbols and places of worship.”

He argued these steps must be taken to prevent intolerance.

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Thomas Mann verfolgte “Christlichen Humanismus”

Es ist müßig, Thomas Mann (1875-1955) als Schriftsteller zu würdigen; auch seine Größe als einer der einflussreichsten Literaten und Denker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist selbsterklärend. Schon schwieriger gestaltet sich da die Beschreibung des Humanismus, für den Thomas Mann stand.


kathweb

Thomas Mann, 1937 Foto von Carl van Vechten.  wikimedia.org/PD

Dieser – so die These des Göttinger Literaturwissenschaftlers und Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering – war vor allem in der Spätzeit Manns deutlich “religiös imprägniert” und könne ohne Umschweife als “Christlicher Humanismus” bezeichnet werden. Detering erörterte diese These am Sonntag in Salzburg in seinem Festvortrag zum Abschluss der heurigen “Salzburger Hochschulwoche”.

Doch der Weg zu diesem christlich imprägnierten Humanismus, den Mann vor allem in der Zeit des US-amerikanischen Exils in den 1940er Jahren in der “First Unitarian Church of Los Angeles” entfaltete, war weit: “Humanismus war Thomas Mann eigentlich ein Gräuel”, so Detering im Blick auf den frühen Thomas Mann. Die Kritik entzündete sich vor allem an jenen Formen des Humanismus’, die darunter ein “selbstsicheres Festhalten am klassischen Erbe” des Humanismus verstanden. Erst 1913 tauchte daher das Wort Humanismus in einem Nachruf auf Manns Schriftsteller-Freund Friedrich Huch, in dessen Werken Mann einen “neuen Humanismus” zu erkennen glaubte, der die bisherige humanistische Treffnung von Natur und Kultur, von Körper und Geist zu überwinden versuchte.

Diesem Ziel – nämlich dem Widerstand gegen jede “Erstarrung humanistischer Bildungskultur” – blieb Mann zeitlebens verbunden, so Detering weiter – ebenso seinem Schopenhauer verdankten Argwohn jeder optimistischen Überhöhung des Menschenbildes und Weltverständnisses gegenüber. So zielte Mann in seinen Überlegungen zum Humanismus zunächst auf eine Verbindung einer weitgehend pessimistischen Weltsicht, die “vom Tode weiß”, mit einer bleibenden “Lebensfreundlichkeit” – literarisch entfaltet finde man diese etwa im “Zauberberg” (1924).

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Die tödlichen Zweifel des deutschen Dschihadisten

Tweets über den möglichen Tod des Kickboxers Valdet Gashi Bild:Twitter/DIE WELT
Ein deutscher Thaiboxer wird zum Dschihadisten und tritt der Terrormiliz IS bei. Doch in Syrien ist er sich seiner Sache plötzlich nicht mehr sicher und wendet sich an einen deutschen Politiker.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Seine rote Glitzerjacke funkelte im Scheinwerferlicht, zu wummerndem Rap schritt er in den Ring, und jeder im Publikum kannte seinen Namen: Valdet Gashi, deutscher Thaiboxer und mehrfacher Weltmeister. Doch er wird nie wieder in den Ring steigen. Gashi trat im Oktober 2014 der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei, reiste nach Syrien, um “Gutes zu tun”. Im Juni soll der IS den 28-Jährigen hingerichtet haben. Gashi hatte am Kurs der Terrormiliz gezweifelt – Zweifel, die er einem deutschen Politiker über Facebook mitteilte. Ein seltener Einblick in den Sinneswandel eines Terroristen.

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Israel will härter gegen jüdische Terroristen vorgehen

Wütend: Israelische Sicherheitskräfte halten Palästinenser nahe des Tempelbergs zurück, die nach dem Tod des Kleinkindes demonstrieren am Sonntag demonstrieren. ©AFP
Nach dem Tod eines Kindes beim Anschlag auf eine palästinensische Familie wird Kritik an den israelischen Sicherheitskräften laut: Terrorismus von Juden müsse ebenso effektiv bekämpft werden wie der von Palästinensern.


Von Hans-Christian Rößler|Frankfurter Allgemeine

Nach dem jüngsten Ausbruch der Gewalt greift die israelische Regierung härter gegen potentielle jüdische Terroristen durch. Verteidigungsminister Mosche Jaalon ordnete am Sonntag an, Israelis, die Anschläge planten, in sogenannte Administrativhaft zu nehmen. Bisher wurde diese Art des Gewahrsams nur gegen Palästinenser verhängt. Sie dürfen ohne ordentliches Gerichtsverfahren sowie Zugang zu Anwalt und Besuchsrecht monatelang festgehalten werden. In Israel war nach dem Brandanschlag am Freitag, bei dem im Westjordanland ein 18 Monate alter Junge umgekommen war, Kritik an den Sicherheitskräften laut geworden. Die Regierung habe es versäumt, den Inlandsgeheimdienst Schinbeth mit ausreichenden Kompetenzen auszustatten, um jüdischen Terrorismus ähnlich schnell und effizient zu bekämpfen, wie das bei Palästinensern der Fall sei, kritisierte die Zeitung „Jediot Ahronot“ am Sonntag. Das Attentat am Freitag zeige, dass „wir nicht besser sind als sie“, heißt es in einem Kommentar der Zeitung, der Israelis und Palästinenser vergleicht.

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“Lasst Euren Glauben nicht in den Dreck ziehen!”

Aktion an der Domplatte in Köln: Die Gruppe 12thMemoRise will mit provokanten Aktionen junge Muslime vor Extremisten warnen Foto: 12thMemoRise
Provokante Kunstaktionen und Appelle an Muslime: Der Widerstand gegen salafistische Koranverteiler nimmt zu. Teilweise werden die Islamisten aber auch körperlich angegriffen. Die Polizei ist besorgt.


Von Stefan Laurin|DIE WELT

Sie stehen fast jeden Samstag auf der größten Einkaufsstraße Deutschlands. Immer um 16 Uhr packen sie ihre Schilder und Transparente vor dem Einkaufszentrum “MyZeil” in Frankfurt aus. “Salafisten werben, Kinder sterben” oder “Muslime! Lasst Euren Glauben nicht in den Dreck ziehen! Steht auf gegen ISIS” lauten die Aufschriften. Es sind Aktivisten, die seit September gegen islamistische Koranverteiler in ihrer Nähe demonstrieren. Bereitschaftspolizisten stehen ein paar Meter entfernt und passen auf, nachdem es einmal fast zu einer Schlägerei zwischen den beiden Gruppen gekommen ist.

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Hilfsapostel fordert schärfere Bioethik-Gesetze

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger fordert schärfere Bioethik-Gesetze. Das Embryonenschutzgesetz, das Gentechnikgesetz und das Stammzellgesetz müssten novelliert werden, sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrats dem Berliner “Tagesspiegel” (Sonntagsausgabe).


evangelisch.de

Anton Losinger. Bild: wikimedia.org/PD

“Bisher gilt als Embryo, was aus der Verbindung einer Ei- und Samenzelle entsteht. Der Gesetzgeber wird nicht umhinkommen, mit Blick auf die neuen totipotenten Zellen den Status des Embryos neu zu definieren.” Totipotente Zellen können einen eigenen Organismus bilden.

Vieles sei inzwischen nicht mehr Science Fiction, sagte der katholische Geistliche. Es gebe erste Impulse, alle gesetzlichen Strukturen in diesem Bereich zu einem großen Reproduktionsmedizin-Gesetz zusammenzuführen. “Das halte ich für einen notwendigen Ansatz. Wichtig ist, dass dabei die hohen ethischen Standards gewahrt bleiben”, betonte Losinger. Eine nationale Regelung werde aber nicht reichen.

Was den Mensch zum Menschen macht

Wer sind wir, woher stammen wir und was ist unsere Bestimmung? Das fragen sich wohl alle Menschen irgendwann. Naturwissenschaftler enträtseln unsere stammesgeschichtliche Herkunft und unsere Physiologie, einschließlich der Vorgänge im Gehirn, immer weiter und entmystifizieren sie damit.


Von Melinda Baranyai|Spektrum.de

Gerd Rudolf Wie Menschen sind  Verlag: Schattauer, Köln 2015 ISBN: 9783794531271 24,99 €
Gerd Rudolf
Wie Menschen sind
Verlag: Schattauer, Köln 2015
ISBN: 9783794531271
24,99 €

Philosophen, Soziologen und Anthropologen dagegen orientieren sich mehr am direkten Erleben des Individuums und an seinen unmittelbaren Umweltfaktoren, um die Eigenarten unseres Daseins zu erklären. Dazwischen steht die moderne Psychologie: Sie versucht, die Befunde der Neurowissenschaft in therapeutische Konzepte zu integrieren, um Menschen mit Sinnkrisen und psychischen Störungen behandelnd und beratend zu unterstützen.

Aus dieser Zwischenperspektive heraus schreibt Gerd Rudolf. Mit seiner langjährigen Erfahrung als tiefenpsychologischer Psychotherapeut versucht er, im vorliegenden Werk verschiedene Perspektiven der philosophischen Anthropologie – etwa Theorien über die individuelle Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung – mit eigenen Überlegungen bezüglich des Menschseins zu verknüpfen. Dabei zitiert er nicht nur große Denker sämtlicher Epochen, sondern auch Künstler und Forscher, und trägt somit sehr heterogenes Material zusammen.

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Achtar Mohammad Mansur: Neuer Taliban-Chef will „Heiligen Krieg“ fortführen

Frieden in Afghanistan? Geht es nach dem neuen Taliban-Chef, dann gibt es den nur bei einem Sieg der Radikal-Islamisten. Die Regierung dagegen setzt weiter auf Verhandlungen.


FOCUS ONLINE

Achtar Mohammad Mansur
Achtar Mohammad Mansur

Der neue Anführer der radikal-islamischen Taliban, Achtar Mohammad Mansur, hat in Afghanistan eine Fortsetzung des Kampfes gegen die prowestliche Regierung in Kabul angekündigt.

„Unsere Einheit wird unsere Feinde besiegen“, sagte Mansur in einer Audio-Botschaft und schlug damit Hoffnungen Washingtons auf eine Befriedung Afghanistans in den Wind. Die US-Regierung hatte zuvor die Taliban aufgerufen, das Versöhnungsangebot der afghanischen Regierung anzunehmen.

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Wenn Eltern über die Religion der Kinder streiten

heimkinder

Gehören die Eltern unterschiedlichen Religionen an, kommt es nach Trennung oder Scheidung nicht selten zum Streit darüber, welche Religionsgemeinschaft für die Kinder die richtige ist.


DeutscheAnwaltsauskunft

Bei der Entscheidung über die Religionszugehörigkeit steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Gehören die Eltern zwei verschiedenen Glaubensgemeinschaften an, ist eine Möglichkeit, mit der Entscheidung über den Zutritt des Kindes in eine der beiden Religionsgemeinschaften zu warten, bis Kind 14 Jahre alt ist. Dann kann es über eine Zugehörigkeit selbst entscheiden. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm.

Das Gericht urteilte über folgenden Fall: Die geschiedenen Eltern zweier achtjähriger Kinder hatten das gemeinsame Sorgerecht. Der Vater war Moslem, die Mutter Christin. Aufgrund einer gemeinsamen Entscheidung gehörten die Kinder noch keiner Religionsgemeinschaft an. Die Kinder lebten seit der Scheidung bei der Mutter und besuchten dort die katholische Grundschule. In der Schule nahmen sie regelmäßig am katholischen Religionsunterricht teil und besuchten den Schulgottesdienst.

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Geheimnisvoller Fleck an Toilettenwand in Mali lockt Tausende

Tausende Menschen im westafrikanischen Mali glauben derzeit an eine religiöse Erscheinung neben einer Toilettentür. Auf der Wand des traditionell außerhalb des Wohnhauses liegenden Privataborts erscheine ein weißer Fleck, der seit vergangenem Samstag ständig seine Form ändere und zeitweise angeblich wie ein betender Mann ausgesehen habe.


evangelisch.de

Seither bildeten sich vor der Toilettentür der Familie Traoré, die in der Nähe einer Moschee lebt, lange Schlangen, berichteten Augenzeugen am Freitag.

“Wir glauben, dass es sich um eine Vision unseres Propheten handelt”, sagte der Muslim Aliou Traoré, der in dem angrenzenden Haus in Bamako lebt. “Es sind sogar Leute aus dem Senegal angereist, um es zu sehen, und auch mehrere malische Minister und Geistliche haben uns besucht.” Der Lehrer Aboubakar Diarra rief nach der Besichtigung der Toilettenwand: “Es ist ein Wunder!” Diarra ist sich sicher: “Es ist ein Zeichen Gottes für die Größe unseres Landes.”

Der Piton de la Fournaise und Maria

Ausbruch am 26. Februar 2005. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Samuel Hoarau
Der Piton de la Fournaise auf La Reunion zählt zu den aktivsten
Vulkanen der Welt. Nun warnen Experten vor einem besonders heftigen Ausbruch. Bislang kamen nie Menschen zu Schaden. Die Anwohner vertrauen auf Maria.


kath.net

Die Menschen von La Reunion leben mit ihrem Vulkan. Der Piton de la Fournaise in dem französischen Überseeterritorium im Indischen Ozean beweist derzeit wieder, dass er zu den aktivsten der Erde gehört. Immer wieder gerieten schon Siedlungen der dünn besiedelten Umgegend in den Lavastrom. Beim spektakulären Ausbruch vom April 2007 brach gar der Hauptkrater des Vulkans ein; der Boden sank um 300 Meter ab. Nun warnen Seismik-Experten vor einer unmittelbar bevorstehenden, noch heftigeren Eruption. Die Polizei evakuierte alle Wanderer aus der Region.

Im ostafrikanischen La Reunion, rund 10.000 Kilometer südöstlich von Paris, vertrauen die Menschen in solchen Fällen auf die Gottesmutter. Alle paar Kilometer gibt es ein Marienheiligtum. Und mit den meisten verbinden sich ein Bericht oder eine Legende von einer Rettung, einer Heilung oder einem anderen Wunder.

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Rassismus in Sachsen: Wut und Hass auf alles Fremde

“Flüchtlinge nicht willkommen”: Aufkleber an einem Laternenmast in Freital. Foto: AFP
Hass und Wut auf Flüchtlinge und alles Fremde nehmen in Sachsen gefährliche Ausmaße an. Der Mob organisiert sich weiter und bedroht neben Asylsuchenden auch Lokalpolitiker.


Von Bernhard Honnigfort|Frankfurter Rundschau

Seine Stadt hatte sich verändert, er wusste es genau von dem Tag an, als einige Bekannte ihn nicht mehr auf der Straße grüßten, die ihn immer gegrüßt hatten. Als andere nicht mehr auf ein Bierchen bei ihm im Keller vorbei kamen, die immer gern gekommen waren. Als wieder andere ihn plötzlich in die Arme nahmen, ihn an sich drückten und sagten, sie schämten sich so für das, was in der Stadt passiere. Es wehte ein anderer Wind. Candido Mahoche hoffte, es werde bald vorbeigehen.

Im Frühjahr war das. Im ehemaligen Hotel Leonardo in Freital waren die ersten Flüchtlinge einquartiert worden, Pegida marschierte durch die Stadt, es gab Geschrei und erste Tumulte, es gab Anwohner, die „Kanaken raus“ schrien, es gab den Oberbürgermeister Klaus Mättig, der sich um nichts kümmerte. Dann kamen noch mehr Flüchtlinge, es gab wieder Geschrei, Steine und Böller flogen, es gab Bürgerversammlungen, auf denen Rassisten ungehindert herumbrüllten, am Ende sprengte jemand das Auto eines Lokalpolitikers der Linken. Alles war immer schlimmer geworden, nichts zog vorbei.

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Antijudaismus: So wurden Juden im Westen seit jeher gehasst

In Tirol begründete ein frei erfundener Ritualmord von Juden an einem Christenkind die Verehrung des “Anderl von Rinn”. Die katholische Kirche ließ diese Figurengruppe in den 1960er Jahren entfernen, doch den Kult gibt es immer noch. (Foto: Oliver Das Gupta)
US-Historiker David Nirenberg belegt, wie Juden seit 2000 Jahren in ganz Europa diskriminiert und verfolgt wurden. Gibt es eine westliche Tradition des Antijudaismus?


Von Stephan Speicher|Süddeutsche.de

Am 14. Juli 1790, dem ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille, beging die südfranzösische Stadt Saint-Ginest das “Föderationsfest”. Der Pater Antoine-Pascal-Hyacinthe Sermet hielt eine Predigt und gab seiner Genugtuung über die Revolution Ausdruck. Dazu zitierte er aus dem Galaterbrief des Apostel Paulus: “Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!”

Und Sermet erklärte, dass die Knechtschaft, von der Paulus sprach, das Judentum und sein Gesetz sei, die Freiheit aber der christliche Glaube. Und so verhalte es sich politisch: Die Monarchie gleiche dem überwundenen Judentum und seiner Knechtschaft, die revolutionäre Erneuerung aber dem Christentum als dem Glauben der Freiheit.

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Religiotie: Die schöne Berufung von Ehe und Familie

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Kongress “Freude am Glauben” verabschiedet Resolution zur Ehe und Familie


kath.net

Der Kongress “Freude am Glauben” hat des Forums Deutscher Katholiken hat am Freitag eine Resolution zur Ehe und Familie verabschiedet. Kath.net dokumentiert den Wortlaut:

In der Vorbereitungszeit auf die Bischofssynode im kommenden Oktober, möchten wir, die Teil-nehmer desKongresses „Freude am Glauben”, alle katholischen Gläubigen einladen, die Schönheit der Berufung von Ehe und Familie neu zu entdecken und zu vertiefen, als einen Weg zur Heiligkeit. Zwar hat die Einladung zum Gespräch über die Herausforderungen in der Ehe- und Familienpastoral zu irritierenden Stellungnahmen geführt. Sie hat aber auch großartige Begründungen und Entfal¬tungen der überlieferten Lehre der Kirche hervorgebracht.

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Bayern stoppen Kooperation mit ukrainischen Lutheranern

Die bayerische Landeskirche hat die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in der Ukraine aufgekündigt. Das Vertrauensverhältnis mit der Kirchenleitung um Bischof Serge Maschewski sei nachhaltig gestört, erklärte Kirchenrat Ulrich Zenker der Münchner Wochenzeitung “Sonntagsblatt”. Die Entscheidung sei in der Vollsitzung des Landeskirchenrates Anfang Juli gefallen.


evangelisch.de

bayern_fahneBischof Maschewski habe die bayerische Entscheidung in einem Schreiben bereits akzeptiert. Es sei nun für die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine (DELKU) die Zeit gekommen, zur selbstständigen Landeskirche zu werden, heißt es demnach in dem Brief aus Odessa.

Kardinal Duka untersagt “Prague Pride”-Veranstaltungen in Pfarren

Der tschechische Kardinal Dominik Duka hat die Durchführung von zwei Veranstaltungen zum Thema Homosexualität im Rahmen des Begleitprogramms zur Prager Regenbogenparade auf katholischem Boden untersagt.


kathweb

Ratzinger_HomoIn der Akademikerpfarre St. Salvator sollte am 12. August die US-amerikanische Loretto-Schwester und Trägerin des “Mutter-Teresa-Preises” Jeannine Gramick über “Schikanen inner- und außerhalb der Kirche” referieren und tags darauf der polnische Film “Im Namen” über die Lebensgeschichte eines homosexuellen katholischen Priesters gezeigt werden. Beide Veranstaltungen waren vom christlichen Homosexuellenverein “Logos” geplant worden.

Kardinal Duka begründete laut tschechischen Medienberichten am Freitag das Verbot damit, dass die katholische Kirche einige Standpunkte der Teilnehmer und Organisatoren der “Prague Pride” nicht teilen könne. Zwar verfüge eine nicht zu übersehende Anzahl von Männern und Frauen über angeborene homosexuelle Neigungen, weshalb sie mit “Achtung, Mit- und Zartgefühl” anzunehmen seien, betonte der Prager Erzbischof. Doch zugleich sei eine “homosexuelle Handlung innerlich ungeordnet” und könne “nicht gutgeheißen werden”. Er halte es für unglücklich, diese Problematik auf kirchlichem Boden im Zusammenhang mit dem Festival zu thematisieren, zumal die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer nicht gläubig sei und es nicht in deren Interessen liege, ihre Beziehung zur Kirche zu regeln.

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Hamburger Erzapostel für liberalere Sexualmoral

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ruft seine Kirche zu einer liberaleren Sexualmoral auf. Die katholische Kirche könne sich “den Realitäten des Lebens nicht mehr verschließen”, sagte der 48-jährige Theologe dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstagsausgabe). “Wir müssen auf die Vielfalt der Lebensformen schauen, die nun einmal da sind.” Dazu gehörten auch gleichgeschlechtliche Paare.


evangelisch.de

agorio_sex_ritesZwar sei er zurückhaltend im Blick auf die Segnung von Homo-Ehen. “Aber wenn diese Menschen unsere Nähe suchen, sind wir als Kirche für sie da. Was denn sonst?” Die Kirche müsse es wertschätzen, wenn in homosexuellen Beziehungen Werte wie Treue und Verlässlichkeit gelebt würden. Für Geschiedene wünscht sich der frühere Verwaltungschef der Erzbistums Köln “lebbare Formen für die kirchliche Anerkennung und Begleitung, wenn diese Menschen neue Beziehungen eingehen”.

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Even when Mike Huckabee went to Auschwitz, he only did it so he could compare things to Auschwitz

attribution: John Pemble/Creative Commons
On the Iran deal, ex-governor and Republican presidential candidate Mike Huckabee brought the Republican primaries to a new low by claiming that with the tentative new nonproliferation deal with Iran, Obama “would take the Israelis and basically march them to the door of the oven.”


By Hunter|Daily Kos

Jon Perr already noted that for ex-governor Mike Huckabee, nearly everything can be and eventually will be compared to the Holocaust. Now Ed Kilgore points out that even Huckabee’s supposed claim to expertise on the subject, “I have seen what the oven door looks like,” itself was from a publicity stunt staged last year to compare Huckabee’s pet issues to the Holocaust.

Huck wasn’t just being overcome by what he called being in the very “valley of the shadow of death.” The tour that took him to Auschwitz along with about 100 other clergy and political activists was put together by the famous Christian Dominionist organizer David Lane to graphically illustrate the supposed legacy of anti-totalitarian courage that links yesterday’s fighters against Nazis and communists to today’s fighters against legalized abortion, same-sex marriage and other abominations, including alleged threats to the State of Israel.

So Mike Huckabee went to Auschwitz not to pay respects to the Holocaust’s victims, but as a far-right Christian activism effort specifically intended to “graphically illustrate” how things like abortion and LGBT rights were supposedly as bad as the Holocaust. It’s about as cynical a ploy as one could imagine.

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Hessen: Hochburg der Salafisten

© dpa Türöffner: Aktionen wie die „Lies“-Kampagne seien ein Weg zu den Salafisten. Hier ist ein Teilnehmer auf der Frankfurter Zeil unterwegs.
Enthauptungen schrecken nicht mehr ab. Die brutale Variante des Islamismus hat laut Verfassungsschutz in Hessen besonders viele Anhänger. Die Rückkehrer aus Syrien würden als „Kriegshelden“ in der hessischen Szene gefeiert.


Von Ewald Hetrodt|Frankfurter Allgemeine

Die salafistische Szene in Hessen ist viel stärker, als die Größe des Landes es eigentlich erwarten ließe. Das geht aus aktuellen Zahlen des Verfassungsschutzes hervor. Hessen zählt sechs Millionen Einwohner, darunter sind rund 1600 Salafisten. Nur 300 mehr halten sich in Nordrhein-Westfalen auf, in dem dreimal so viele Menschen leben. Auch im bundesweiten Vergleich ist der hessische Anteil unverhältnismäßig hoch. In ganz Deutschland leben etwa 7500 Salafisten.

Dass Hessen außer Berlin und NRW zu den drei Hochburgen der deutschen Szene gehöre, führt Roland Johne vom Landesamt für Verfassungsschutz in erster Linie auf die städtischen Strukturen des Ballungsraums Rhein-Main zurück. Andererseits weist er darauf hin, dass sich auch in Kassel einiges tue. Im Übrigen seien in Hessen „Zugpferde“ wie Pierre Vogel unterwegs. Sie verstünden sich besonders gut darauf, Menschen zu mobilisieren.

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