Archiv der Kategorie: Religion

Brandanschlag auf künftige Asylunterkunft in Sachsen

Auf eine geplante Asylunterkunft im sächsischen Lunzenau bei Chemnitz ist in der Nacht zum Freitag ein schwerer Brandanschlag verübt worden.


evangelisch.de

Wie die Polizei mitteilte, brannte die Hecke so stark, dass durch die enorme Hitze sechs Fensterscheiben rissen. Medienberichten zufolge sollten in dem Haus ab September rund 50 Flüchtlinge wohnen. Derzeit befindet sich das Gebäude im Umbau.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte nehmen seit Wochen zu. Im sächsischen Meißen wurde Ende Juni eine geplante Asylunterkunft in Brand gesetzt, in Böhlen bei Leipzig wurde auf eine bereits bewohnte Unterkunft offenbar mehrfach geschossen.

Gewaltforscher Zick warnt vor neuem Neonazi-Terror

Der Extremismusforscher Andreas Zick befürchtet, dass die zunehmende Gewalt gegen Flüchtlinge zur Bildung neuer rechtsextremer Terrorgruppen führen könnte.


evangelisch.de

Die Lage sei heute schwieriger als in den 90er Jahren, weil es überall in der Gesellschaft Konfliktherde gebe, erläuterte der Wissenschaftler und verwies auf Rechtsextremismus und Islamismus. Hinzu komme, dass viele Menschen in der Mitte der Gesellschaft mit sich selbst beschäftigt seien und Abstiegsängste hätten. “Das macht sie zurückhaltender beim Thema Zuwanderung”, sagte der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld.

In Ostdeutschland gibt es nach Einschätzung des Gewaltforschers nach wie vor eine höhere Zustimmung zu rechtsextremen Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft als im Westen. “Es wirkt sich aus, dass die neuen Bundesländer noch nicht so multikulturell sind”, sagte er. “Aber wir haben überall in Deutschland Facetten von Menschenfeindlichkeit.” So gebe es in Bayern einen stärkeren Antisemitismus, und Rechtsextremisten seien auch in Dortmund aktiv.

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Judentum: Vom Papa geerbt

Das Reformjudentum möchte die Anerkennung patrilinearer Juden erleichtern


Von Daniel Zylbersztajn|Jüdische Allgemeine

Bild: bb
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Kinder, die keine jüdische Mutter, aber einen jüdischen Vater haben, sollen nach einem Beschluss der Assembly of Reform Rabbis UK bald durch ein vereinfachtes Verfahren als Juden anerkannt werden. Nach dem Beschluss, der eher als Richtlinie zu verstehen ist, soll die Hauptentscheidung in Zukunft bei den Gemeinderabbinern und nicht beim Beit Din, einem religiösen Gericht, liegen. Rabbiner würden dem Beit Din die Aufnahme einer Person empfehlen, und das müsste dann nur noch beurkunden, dass sie jüdisch ist.

Bei dieser Anerkennung reicht allerdings nicht allein die Tatsache aus, dass der Vater eines Anwärters jüdisch ist. Es bedarf auch eines »Mindestniveaus an jüdischem Lebensstil und einer jüdischen Identität«. Da die Gemeinden im Reformjudentum alle unabhängig sind, können sie selbst frei entscheiden, welche Kriterien sie an dieses »Mindestniveau« anlegen. Eine übergemeindliche Regel gibt es hierzu also nicht. Jene, die das Mindestniveau noch nicht erreicht haben, sollen mit ihrem Rabbiner oder ihrer Rabbinerin individuell zusammenarbeiten, um die für die Anerkennung notwendigen Bedingungen zu erfüllen.

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Lieber Fanatiker: Ist es gut, religiösen Pflichten nachzugehen?

Nach Kant jedenfalls gibt es nur einen sinnvollen Gottesdienst: anständiges Verhalten.


Von Markus Tiedemann|Frankfurter Rundschau

Religionen haben zahlreiche Rituale und Verhaltensregeln entwickelt und längst nicht alle wurden zum Schutz der Mitmenschen formuliert. Die Vorschriften betreffen Nahrung, Arbeitstage, Gebetszeiten, Beichte, Gottesdienste und vieles mehr.

Verteidiger betonen die Vorteile dieser Vorgaben. Beispielsweise hilft ein geregelter Tagesablauf vielen Menschen dabei, ihr Leben zu gestalten. Zu einer Zeit ohne Kühlschrank und Mikrowelle dürften nicht wenige Essensvorschriften zur Gesundheitsvorsorge beigetragen haben.

Skeptiker halten viele religiöse Alltagsvorschriften entweder für veraltet oder für absurd. Sie verweisen auf die hygienischen Fortschritte in der Nahrungszubereitung. Sie fragen, ob es für einen Gott wirklich von Bedeutung sein kann, zu welchen Tageszeiten er angebetet wird oder an welchen Wochentagen der Rasen gemäht werden darf. Eine viel grundlegendere Kritik stammt von Immanuel Kant, der die Bezeichnung „Afterdienst“ prägte. Bis heute wird darüber gestritten, ob Kant damit „Hinterherdienst“ (engl.: after) gemeint hat. Die zweite Deutung bezieht sich auf das deutsche Wort „After“ und legt eine weit unhöflichere Bewertung nahe.

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Alle Sachsen zwischen 25 und 66 sind Migranten

Gastunfreundliche Anwohner demonstrieren in Dresden gegen eine Flüchtlingsunterkunft Foto: picture alliance / dpa
Im sächsischen Freital ziehen Einwohner gegen Flüchtlinge mit der Botschaft “Kein Ort zum Flüchten” zu Felde. Muss man die Menschen dort wirklich daran erinnern, wo sie herkommen? Man muss.


Von Michael Pilz|DIE WELT

Wir zogen damals nicht in überladenen Booten ins gelobte Land. Wir flohen nicht in Fahrwerken von Flugzeugen von dort, wo wir geboren worden waren und es nicht mehr aushielten. Wir blieben einfach da im deutschen Osten, als der deutsche Westen zu uns kam.

Wir wanderten gewissermaßen über Nacht und auf der Stelle aus und ein. Der Staat, dem wir seit 1990 angehören, hatte uns, sobald die Mauer offen war und wir noch in der DDR zu Hause waren, mit Begrüßungsgeld empfangen, frei in Bussen fahren und Museen besuchen lassen und uns blühende Landschaften versprochen.

Auch wer in der abseitigsten Mundart aufgewachsen war, musste sich keinem Sprachtest unterziehen. Noch der folgsamste Parteisoldat wurde nicht auf seine Verfassungstauglichkeit geprüft. Wir hatten Glück mit der Geschichte. Uns wurde die Gnade der Geburt am rechten Ort zuteil.

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Missbrauch: Würzburger Wiederholungstäter kein Priester mehr

Der jetzt 75-Jährige war im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern vom Landgericht Coburg zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, die 2001 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. 2009 belästigte er seine Opfer erneut.


kath.net

missbrauch_katholPapst Franziskus hat einen Würzburger Ruhestandsgeistlichen mit sofortiger Wirkung aus dem Klerikerstand entlassen. Wie das Bistum am Donnerstag mitteilte, verliert er damit alle Rechte und Pflichten eines Priesters. Gegen die Entscheidung seien keine Rechtsmittel möglich. Der Betroffene sei am Donnerstag im Würzburger Ordinariat informiert worden.

Wolfdieter W. (75) war im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern vom Landgericht Coburg zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, die 2001 vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. In der Folge wurde der Priester zwangspensioniert und durfte keine Messe mehr feiern. Der Ex-Geistliche war zeitweise auch im Bistum Limburg und im Erzbistum Bamberg tätig.

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Gotteswahn: Ultraorthodoxer Jude sticht sechs Menschen nieder

Ein ultraorthodoxer Jude stach bei der Parade in Jerusalem auf Feiernde ein. Es war nicht sein erster Angriff auf Homosexuelle. © Amir Cohen/Reuters
Es war ein ausgelassen-fröhlicher Umzug von Schwulen und Lesben, bis ein Mann plötzlich ein Messer aus der Tasche zog und wahllos auf die Teilnehmer einstach. Ultraorthodoxe Gruppen hatten zuvor gegen die Parade protestiert.


stern.de

Ein ultraorthodoxer Jude hat bei einer Lesben- und Schwulenparade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. Zwei der Opfer seien dabei schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Asi Aharoni am Donnerstag. Dem Angreifer sei es gelungen, trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen zu dem Umzug vorzudringen. Der traditionell schwarz gekleidete Mann zog nach Augenzeugenberichten plötzlich ein Messer aus der Tasche und stach wahllos auf Teilnehmer ein. Er wurde den Angaben zufolge von der Polizei überwältigt und festgenommen.

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Radikaler Erzpriester Tschaplin: Putins Gotteskrieger

Erzpriester Wsewolod Tschaplin hetzt gegen Homosexuelle und Abtreibung. Damit ist er in Russland zum Medienstar geworden. Sein Wort hat Gewicht, auch im Kreml. Nun wirbt der Kirchenmann öffentlich für einen baldigen Krieg.


Von Pavel Lokshin|SpON

Wsewolod Tschaplin (links auf dem Bild) am 9. September 2012 vor der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Ob TV-Sendungen, Radio-Shows oder Zeitungsinterview: Kein Geistlicher ist in Russland so präsent wie Erzpriester Wsewolod Tschaplin. Der 47-Jährige kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Moskauer Patriarchats. Und er sucht selbst gern und oft die Öffentlichkeit. Mit strengem Bariton kanzelt er in Talkshows Atheisten und Kirchenkritiker ab. In seiner Radiosendung wettert er gegen Abtreibungen. Vergewaltigungen hält er für die Folge “unkeuscher” Kleidung der Opfer. Den Kreationismus preist er und empfiehlt ihn als Schulstoff. Tschaplin steht damit für den konservativen gesellschaftlichen Kurs, den der Kreml seit Wladimir Putins Rückkehr 2012 verfolgt. Interims-Präsident Dmitrij Medwedew (2008 bis 2012) sprach in seiner Zeit als Kreml-Chef noch von Modernisierung, Innovation und gesellschaftlicher Offenheit. Er hofierte Moskaus Bürgertum und ließ sich bei einem Besuch in Kalifornien vom damaligen Apple-Chef Steve Jobs ein iPhone schenken.

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Wsewolod Tschaplin: Orthodoxer Erzpriester im göttlichen Kriegswahn

Forscher: Koran möglicherweise älter als Prophet Mohammed

Die kürzlich entdeckten Fragmente der mutmaßlich ältesten Koranhandschrift könnten nach Auffassung des Islamwissenschaftlers Marco Schöller Vermutungen stützen, dass die Entstehung des Koran schon in die Zeit vor Mohammed zurückgeht.


Radio Vatikan

KoranEiner Hypothese zufolge habe der Prophet „bereits vorhandene Texte aus einer arabisch-monotheistischen Tradition“ verwendet, schreibt der in Münster lehrende Wissenschaftler in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung. Für eine solche Annahme sprächen auch inhaltliche Gesichtspunkte. Erhärten ließe sich diese Hypothese allerdings nur, „wenn noch weitaus ältere Koranhandschriften ans Licht kommen sollten“.

Britische Wissenschaftler hatten kürzlich in der Sammlung Mingana in Birmingham die möglicherweise ältesten bekannten Koranfragmente entdeckt. Der Koran fand der Überlieferung nach unter dem dritten Kalifen Uthman (644-656) seine endgültige Fassung. Diesem heute gültigen Text entspricht mit minimalen Schreibvarianten auch das Birminghamer Fragment.

Riss in der Nato: CSU will Patriot-Raketen aus der Türkei abziehen

Florian Hahn, CSU, Bild: csu.de
Der CSU-Militärexperte Florian Hahn fordert den Abzug der deutschen Patriot-Raketen aus der Türkei. Wegen der “Attacken gegen die Kurden” ist die CSU der Auffassung, dass Deutschland und die Türkei “immer weniger gemeinsame Ziele verfolgen”. Damit geht erstmals ein kleiner Riss durch die Nato: Diese hatte erst am Montag beschlossen, das Nato-Mitglied Türkei zu unterstützen.


Deutsch Türkische Nachrichten

Angesichts des türkischen Vorgehens gegen Kurden im Nordirak fordert der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn einen Abzug der deutschen Bundeswehrsoldaten aus der Türkei. Es habe sich gezeigt, dass der Einsatz der Nato-Luftabwehrsysteme Patriot für den Schutz der Türkei nicht mehr notwendig sei, erklärte der sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landsgruppe im Bundestag am Mittwoch. Die Stationierung sei bisher ein “symbolisches Zeichen unserer Bündnistreue” gewesen, sagte Hahn. “Angesichts der aktuellen Entwicklungen müssen wir diesen Einsatz grundsätzlich überdenken.”

Die Bundeswehr hat etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze eine ihrer Patriot-Einheiten in der Türkei stationiert, um das Land vor Angriffen aus dem Nachbarland zu schützen.

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Forum deutscher Katholiken trifft sich im «wahren» Glauben

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Katholiken sind nicht gleich Katholiken. Und manche fühlen sich katholischer als andere. Dazu gehören vermutlich viele der Gläubigen, die sich vor 15 Jahren im Forum Deutscher Katholiken zusammengeschlossen haben. Sie versammeln sich Jahr für Jahr zum Kongress «Freude am Glauben».


Von Andreas Otto|kath.net

Auch jetzt wieder: von Freitag bis Sonntag in Fulda, wo das Treffen schon zum neunten Mal stattfindet. Hier wollen sie ihr Verständnis von Kirche pflegen. Und das durchaus in Abgrenzung etwa zu Katholikentagen, zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) oder zu Initiativen wie «Wir sind Kirche».

Die Forums-Katholiken sehen sich als Bewahrer des rechten Glaubens. Ihr Kriterium dafür ist die volle Identifikation mit dem katholischen Katechismus, vor allem mit der Lehre über Ehe, Familie und Sexualmoral. Sex vor der Ehe, künstliche Verhütung, eine zweite Ehe, praktizierte Homosexualität oder gar ein Segen für gleichgeschlechtliche Paare, wie ihn das ZdK jüngst vorschlug – das alles geht für das Forum gar nicht. Auf Ablehnung stößt auch die Königsteiner Erklärung von 1968, in der die deutschen Bischöfe nach dem Nein der Enzyklika «Humanae vitae» zur Pille Eheleuten einen Gewissensspielraum bei der Entscheidung über Verhütungsmethoden einräumten.

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Taliban weisen Angaben zu Friedensgesprächen zurück

Kein Kommentar zum mutmaßlichen Tod von Taliban-Chef Mullah Omar


derStandard.at

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Themenbild, Hinrichtung durch Taliban

Die afghanischen Taliban haben Angaben zu in Kürze bevorstehenden Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul zurückgewiesen. Die Taliban seien sich “eines solchen Prozesses” nicht bewusst, teilte die radikalislamische Gruppierung am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit.

Es war die erste öffentliche Äußerung der Taliban, seit die afghanische Regierung am Mittwoch den Tod von Taliban-Chef Mullah Omar verkündet hatte. Zum mutmaßlichen Tod Omars äußerte sich die Gruppe nicht.

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Neue Häuser im Westjordanland: USA kritisieren Israels Siedlungsbau scharf

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Die US-Regierung hat sich ungewohnt deutlich zu den Siedlungsplänen von Benjamin Netanyahu geäußert. Washington hält den Bau 300 neuer Häuser auf besetztem palästinensischem Gebiet für rechtswidrig.


SpON

Das Verhältnis zwischen US-Regierung dem Kabinett von Benjamin Netanyahu ist seit Jahren angespannt. Das Atomabkommen mit Iran und Israels Weigerung, den Friedensprozess mit den Palästinensern wieder in Gang zu bringen, haben die gegenseitige Ablehnung verstärkt.

Nun äußert sich Washington außergewöhnlich kritisch über neue Baupläne der israelischen Regierung in Siedlungen auf palästinensischem Gebiet. Ministerpräsident Netanyahu erlaubte am Mittwoch den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in der Siedlung Bet El. Er reagierte damit auf das Urteil des Obersten Gerichts Israels, das verfügt hatte, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser im Westjordanland zu zerstören.

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Sürücü-Mörder arbeitete als Wachmann für Deutsche Botschaft

Unvergessen. In Berlin erinnert unter anderem ein Gedenkstein an die am 7. Februar 2005 ermordete Hatun Sürücü. – Foto: dpa
Vor zehn Jahren tötete Ayhan Sürücü seine Schwester in Berlin wegen ihres Lebensstils. Nun wurde bekannt, dass er vorübergehend als Wachmann für die Deutsche Botschaft in Istanbul arbeitete.


Von Thomas Seibert|DER TAGESSPIEGEL

Der verurteilte Mörder der 23-jährigen Hatun Sürücü hat nach seiner Haftentlassung für die deutsche Botschaft in der Türkei gearbeitet. Ayhan Sürücü, der wegen Mordes an der jungen Frau verurteilte Bruder des Opfers, tat nach seiner Haftentlassung einige Tage Dienst als Wächter in der Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Istanbul. Die Residenz im Istanbuler Stadtteil Tarabya liegt am Bosporus und wird unter anderem für Empfänge bei Staatsbesuchen genutzt.

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Türkischer Ministerpräsident: “Sie als Frau, seien Sie still!”

Während einer Parlamentsdebatte zu Armeeeinstätzen gegen den IS und Kurden-Stellungen machte Vize-Regierungschef Bülent Arinc eine sexistische Äußerung © Adem Altan/AFP
Während einer live im türkischen Fernsehen übertragenen Parlamentsdebatte versuchte der Vize-Regierungschef Bülent Arinc, eine Abgeordnete plump zum Schweigen zu bringen. Dafür erntet er lautstarke Kritik.


stern.de

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc hat erneut mit einer verbalen Entgleisung gegen Frauen für Furore gesorgt. Bei der Parlamentsdebatte zu den Einsätzen der Armee gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sowie gegen militante Kurden war Arinc am Mittwoch gerade dabei, die Angriffe auf Kurden-Stellungen im Irak zu verteidigen, als eine Abgeordnete der Kurden-Partei HDP ihn lautstark kritisierte. “Seien Sie still!”, sagte Arinc zu der Abgeordneten, “Sie als Frau, seien Sie still!”

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Missbrauchsprozess: Priester will Wiederaufnahme

Ein niederösterreichischer Ordenspriester, dem sexuelle Übergriffe gegen den erwachsenen Sohn einer befreundeten Familie vorgeworfen werden, strengt laut Medienberichten vom Mittwoch die Wiederaufnahme seines Prozesses an, um seine Unschuld beweisen zu können.


kathweb

missbrauch_katholDer Geistliche – er ist parallel zum laufenden Justizverfahren gemäß den Bestimmungen der Österreichischen Bischofskonferenz und der Superiorenkonferenz der Orden kirchlicherseits dienstfrei gestellt und exklaustriert – war am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch ist aber noch nicht rechtskräftig.

Bereits 2013 war der Priester wegen Vergewaltigung und geschlechtlicher Nötigung am Landesgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) kippte danach Teile des Ersturteils und verwies die Causa an das Wiener Neustädter Gericht zurück, um die neue Strafhöhe zu klären. Jetzt bekam der Priester sechs Monate weniger Haft als beim ersten Urteil.

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Die Türkei erwacht in einem Albtraum

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Die Regierung schickt Kampfflugzeuge, die PKK ermordet Soldaten, in Istanbul wächst die Angst vor Anschlägen. Der Türkei genügten wenige Tage, um Jahre des Fortschritts zunichte zu machen. Das Land hat wieder auf die 90er geschaltet, auf Gewalt, Angst und Druck.


Von Thomas Seibert|DER TAGESSPIEGEL

Ziya Sarpkaya ahnt nichts von der Gefahr, die ihm droht. Der 27-jährige türkische Soldat nutzt einen freien Vormittag für Besorgungen. Zur Bank wolle er, sagt Sarpkaya am Handy seinem Vater. Der junge Türke ist in Semdinli stationiert, einer kurdischen Stadt im Dreiländereck von Türkei, Iran und Irak im äußersten Südostanatolien.

Lange war es in Semdinli einigermaßen ruhig, doch seit dem Tod von 32 linken und kurdischen Aktivisten beim Anschlag von Suruc vergangene Woche ist nichts mehr gewiss. Mit der Ruhe ist es vorbei. Sarpkaya denkt sich trotzdem nichts dabei. Am Dienstag kurz vor Mittag geht er in Zivil zum Markt und dann zur Bank, wie ein ganz normaler Bürger in einem ganz normalen Land.

Sarpkayas Vater hört am Handy mit, wie sein Sohn am Geldautomaten mit jemandem spricht. Dann hört er einen Knall, die Verbindung bricht ab. Dieser jemand hat seinem Sohn in den Kopf geschossen. Wenig später stirbt der junge Sarpkaya im Krankenhaus.

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Vatikan beendet Kooperation mit Stiftung von Bergbau-Milliardär

Der Vatikan hat sich aus einem vom australischen Milliardär und Minenbetreiber Andrew Forrest finanzierten Netzwerk gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit zurückgezogen.


kathweb

John Andrew Henry Forrest. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

“Wir wollen uns nicht instrumentalisieren lassen”, sagte der vatikanische Bischof Marcelo Sanchez Sorondo nach einem Bericht des Internetportals “Vatican insider” vom Mittwoch. Ein Geschäftsmann habe das gute Recht Geld zu machen. Dafür dürfe er jedoch nicht den Papst benutzen, so der Kanzler der Päpstlichen Akademien für die Sozialwissenschaften und die Wissenschaften. Deshalb sei man schon vor einiger Zeit aus dem interreligiösen “Global Freedom Network” ausgetreten.

Forrest hat sein Vermögen als Betreiber von Eisenerzminen im Nordwesten Australiens verdient. Vor einigen Jahren gründete er die “Walk-Free”-Stiftung zum Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsarbeit.

Der Vatikan hatte im März 2014 mit dieser Stiftung die Schaffung des “Global Freedom Network” vereinbart. Im Dezember unterzeichnete der Papst im Rahmen dieser Zusammenarbeit mit prominenten Vertretern von Islam, Buddhismus, Hinduismus und Judentum im Vatikan eine viel beachtete gemeinsame Erklärung dazu. Der Argentinier Sorondo war im Leitungsgremium des interreligiösen Netzwerks.

Allmächtiger!: Käßmann warnt vor Missbrauch Gottes im Gebet

Für die Vernichtung der IS-Terroristen zu beten wäre nach Ansicht von Margot Käßmann “ein Missbrauch Gottes für eigene oder nationale oder ideologische Ziele”. Auch das Gebet, jemanden “auf den rechten Pfad” zurückfinden zu lassen, lehnte die evangelische Theologin ab.


evangelisch.de

Margot-KässmannDer “einzig gangbare Weg zu Zukunft und Frieden” sei hingegen die radikale Botschaft Jesu, für seine Verfolger zu bitten, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der “Zeit”-Beilage “Christ und Welt”. Dieses Kontrastprogramm Jesu sei jedoch “schwer zu ertragen und kaum umzusetzen”, räumte Käßmann ein.

Auch Gebete, die Gott darum bitten, jemanden “auf den rechten Pfad” zurückfinden zu lassen, lehnte die evangelische Theologin ab. Solche Gebete seien “letzten Endes arrogant und allzu selbstgewiss”, sagte Käßmann. Sie plädierte dafür, Gott dafür zu danken, dass er Vielfalt erschaffen habe.

Trump will Sarah Palin in sein Team holen

Donald Trump fände es toll, wenn Sarah Palin bei einem Wahlsieg sein Regierungsteam verstärken würde. Die beiden Außenseiter der Republikaner hätten viel gemeinsam, sagte „The Donald“ in einem Interview.


Frankfurter Allgemeine

Dinosaur-PalinDonald Trump, der Kandidat der Republikaner für den Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Jahr werden will, schmückt sich gerne mit seinem Außenseiter-Status. Außerdem ist der amerikanische Immobilienmogul überzeugt, dass nur er die notwendigen Qualifikationen habe, um die Vereinigten Staaten zu führen. Doch nun scheint er die Unterstützung eines anderen Außenseiters der Republikaner zu suchen: Sarah Palin.

In einer Radiosendung namens „The Palin Update“ sagte Trump auf die Frage, ob er als Präsident Palin um Rat fragen oder ihr sogar einen Posten anbieten würde: „Das wäre toll. Sie ist jemand, der weiß, was passiert. Sie ist eine ungewöhnliche Person. Ich denke die Leute wissen das, und sie hat eine Anhängerschaft, die unglaublich ist“, fuhr Trump fort. Palin habe eine Stärke, welche die anderen Kandidaten nicht hätten. Die anderen Bewerber seien „schwach“ und „ineffektiv“. Menschen mit Palins Stärke gebe es nicht mehr oft, so Trump.

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