Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen

Fernsehbild vom Pogrom in Rostock-Lichtenhagen
Heute vor 25 Jahren verübten Rechtsextremisten im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen die schwersten fremdenfeindlichen Ausschreitungen nach der Wende.

MiGAZIN

Vor 25 Jahren, vom 22. bis zum 26. August 1992, ereigneten sich im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen die schwersten fremdenfeindlichen Ausschreitungen nach der Wende. Im Verlauf der vier Tage gerieten dabei 150 Menschen in akute Lebensgefahr, nachdem ein Wohnhaus vietnamesischer DDR-Vertragsarbeiter in Brand gesetzt worden war. Mehr als 200 Polizisten wurden verletzt, einer davon schwer.

Die Gewalt, die sich durch Parolen, Sprechchöre, Steine und schließlich Brandbomben ausdrückte, richtete sich gegen die damalige Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber, gegen Wohnungen der Vietnamesen und gegen die Polizei. Zu den Tätern gehörten auch Rechtsextremisten aus ganz Deutschland. Die Krawalle einiger hundert Gewalttäter wurden durch 2.000 bis 3.000 Sympathisanten und Schaulustige vor Ort unterstützt.

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Assad: Das westliche Projekt ist in Syrien gescheitert

Screenshot der Rede Assads. Video der Nachrichtenagentur Sana auf YouTube.
Der syrische Präsident erklärt in einer Rede zur Zukunft Syriens eine klare „Ostorientierung“

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Es ist ein eklatanter Kontrast. Zwischen dem Papier eines US-Think-Tanks und der Rede Baschar al-Assad zur Zukunft Syriens liegen Welten. Zwar räumt das Atlantik-Council-Papierein, dass es nicht sicher sei, in welchem Ausmaß die USA am Wiederaufbau Syriens beteiligt sein wird, aber man mahnt dort schon einmal an, dass es prioritär darum gehen müsse, den Fokus auf die syrische Zivilgesellschaft zu richten, um das Land zu „stabilisieren“.

Jeder, der lesen kann, weiß, welche Wünsche hinter den Empfehlungen des Atlantic Councils stecken, die Mitwirkung der Zivilgesellschaft an der Regierungsarbeit zu stärken. Der Atlantik Council-Denkbunker ist seit jeher Unterstützer eines Umsturzes in Syrien. So bedeutet der Vorschlag lediglich einen Umweg, um zu bewirken, was auf anderem Weg nicht gelang, die Beschneidung der Macht Assads. Auf lange Frist bleibt es beim Ziel, Assad von der Regierung zu entfernen. Nun halt durch den Aufbau einer Opposition über das Governance-Paradigma.

Ganz anders stellt sich die Lage aus Sicht des syrischen Präsidenten dar. Er ging in seiner Rede am gestrigen Sonntag (auf Arabisch hier, englisch, von der syrischen Nachrichtenagentur Sana zusammengefasst, hier) auf diesen Ansatz ein:

Wir werden es unseren Feinden und Rivalen nicht erlauben, über Politik das zu erreichen, woran sie mit der Unterstützung von Terroristen gescheitert sind. (…) Alles, was mit der Zukunft von Syrien zu tun hat, ist zu 100 Prozent eine Angelegenheit Syriens.

Baschar al-Assad

Manche, wie der syrisch-amerikanische Beobachter Ehsani2, halten die etwa einstündige Rede Assads für eine seiner wichtigsten, weil sie eine Grundausrichtung formuliert, und das angegebene Zitat für einen Schlüsselsatz. Damit, so Ehsani2, könne sich der UN-Sonderbotschafter de Mistura von seinem Posten zurückziehen, die Genfer Gespräche seien nicht mehr sinnvoll, da Assad sich vom Westen und seinen arabischen Verbündeten nicht in die politische Gestaltung hineinreden lassen wolle.

Tatsächlich lässt es Assad bei seiner vom TV übertragenen Rede zu einer Konferenz des Außenministeriums nicht an Deutlichkeit fehlen, wenn es um sein Verhältnis zum Westen und dessen arabische Partnern und Erdogan geht. Für die westliche Politik der Einflussnahme in Syrien erhebt er nicht nur den Vorwurf der Unterstützung von Terroristen, er vergleicht sie mit Bulldozer und Schlangen.

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Mehrfrontenkrieg gegen die Terrormiliz IS

(c) APA/AFP/MOHAMMED SAWAF
Vier nahöstliche Armeen ziehen mittlerweile gegen den sogenannten Islamischen Staat in den Krieg. Nun gesellten sich auch die libanesischen Streitkräfte hinzu. Und Russland bombardiert die IS-Stellungen heftiger denn je.

Von Martin Gehlen | Die Presse.com

Der militärische Druck auf das „Kalifat“ des sogenannten Islamischen Staates wächst immer mehr. Seit dem Wochenende zieht nun auch die vierte nahöstliche Armee gegen die Terrormiliz in den Krieg. Die libanesischen Streitkräfte wollen die Jihadisten aus deren libanesisch-syrischer Enklave im Qalamoun-Gebirge vertreiben. Parallel dazu startete die Armee des Irak ihren Feldzug gegen die Stadt Tal Afar, nach dem Fall von Mossul die letzte IS-Bastion auf irakischem Boden.

Die syrische Armee greift im Osten des Landes das IS-Zentrum Deir Ezzor an, während die von den USA gestützten arabisch-kurdischen Streitkräfte inzwischen mehr als die Hälfte der IS-Hauptstadt Raqqa zurückeroberten.

Auf libanesischem Territorium hatten sich die Jihadisten im Herbst 2014 rund um die Grenzstädte Ras Baalbek und Al-Qaa eingenistet. Bei dieser Offensive kidnappte die Terrormiliz 30 libanesische Soldaten und Polizisten. Vier wurden ermordet, einer starb an seinen Schusswunden. 16 wurden später gegen Gefangene ausgetauscht, neun sind immer noch in der Hand der Fanatiker.

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ABDELBAKI ES SATTY: Der Kopf der katalanischen Terrorzelle war drei Monate in Belgien

Abdelbaki Es Satty is believed to have been the ringleader of the Barcelona attack. Image: telegraph.co.uk
Imam Abdelbaki Es Satty soll der Kopf der zwölfköpfigen katalanischen Terrorzelle sein, die für die Anschläge in Barcelona und Cambrils verantwortlich ist. Der Marokkaner ist seit einer Woche verschwunden.

DIE WELT

In einer kleinen katalanischen Stadt am Fuße der Pyrenäen hat er gewohnt, unauffällig, eher einzelgängerisch: Imam Abdelbaki Es Satty soll der Kopf der Terrorzelle gewesen sein, die vergangene Woche die verheerenden Anschläge in Barcelona und Cambrils verübte. Im katalanischen Ripoll radikalisierte er womöglich die jungen Männer, die 15 Menschen töteten und mehr als 120 verletzten. Von vielen Menschen in Ripoll wird der Imam aber als „normal“ und „zurückhaltend“ beschrieben.

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Polizeigewalt: „Alle Erwartungen mit einem Schlag zerstört“

Die Polizei im Einsatz. Das Symbolfoto entstand in Berlin. Foto: Imago
„Entwürdigt“ in Hamburg: Ein arabisch-israelischer Student berichtet von Polizeigewalt in Hamburg am Rande des G20-Gipfels.

Von Carina Braun | Frankfurter Rundschau

Man merkt Firas S. an, dass er es sehr ernst gemeint hat mit Deutschland. Erst seit Ende 2016 ist er hier, aber der 18-Jährige will lieber Deutsch sprechen als Englisch. Er macht sich, während er spricht, Gedanken über die korrekte Grammatik.

Firas kam aus dem arabischen Dorf Eilaboun in Israel nach Deutschland, um Maschinenbau zu studieren. Eigentlich lief alles gut. Er absolvierte Sprachkurse, bestand Prüfungen, seit Juni lebt er in Baden-Württemberg bei langjährigen Freunden seiner Familie. Im nächsten Jahr wollte er sein Studium beginnen. Aber jetzt, sagt er leise, wisse er nicht, ob er bleibe.

Wenn er über die Ereignisse der Nacht vom 7. auf den 8. Juli spricht, klingt er bedrückt. Als an jenem Abend im Hamburger Schanzenviertel die G20-Ausschreitungen eskalierten, stand Firas kilometerweit von den Krawallen entfernt am Hauptbahnhof. Tags zuvor hatte er in der Stadt das Global Citizen Konzert besucht. Fotos zeigen ihn zwischen den Zuschauern, strahlend. Er formt mit den Fingern ein Herz in der Luft.

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Austria: Problem mit Geld für Islamvereine

Die Finanzierung von Islamvereinen bereitet Staatssekretärin Duzdar Sorgen. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Das Kultusamt hat mehrere Verdachtsfälle verbotener Auslandsfinanzierung im Visier. Wiens Stadtschulrat hat Anzeige gegen Schule erstattet. Verein unterstützte Linzer SPÖ-Stadtchef.

Die Presse.com

In Österreich wird intensiv gegen mehrere islamische Vereine wegen des Verdachts der verbotenen Finanzierung aus dem Ausland ermittelt. Im Mittelpunkt des Interesses steht zwar derzeit eine Islamschule in Wien Liesing. Gegen diese hat der Wiener Stadtschulrat am Montag Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Islamgesetz erstattet.

Allerdings handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall. Man sei bei den seit Februar dieses Jahres laufenden Prüfungen draufgekommen, dass es mehrere Verdachtsfälle gibt, wurde der „Presse“ im Bundeskanzleramt, wo auch das zuständige Kultusamt angesiedelt ist, erklärt. Kanzleramtsstaatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) selbst unterstreicht: „Die Auslandsfinanzierung ist ein ernstes Problem und darf nicht kleingeredet werden.“

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Prügel im Namen des Vaters

Pädagogik mit dem Stock: Farblithographie von Josef Mukarowsky. Aus: Cornelie Lechler, Wie das Kind sein soll! Ein Kinderspiegel. Aus der Zeit um 1895. (Foto: akg-images)
Schläge als zentrale Erziehungsmethode auch bei Kleinstkindern: Ein Buch gibt Tipps zu rechtswidriger Pädagogik und beruft sich dabei auf die Bibel.

Von Ulrike Heidenreich | Süddeutsche.de

Besonders zu beachten: Das Kind müsse den Schmerz spüren, wenn Mutter oder Vater zur Rute greift. Der Erziehungsberater rät deshalb dazu, das Kind auszuziehen. „Es hilft nichts, wenn Windeln oder andere Kleidungsstücke das Disziplinieren zur Streicheleinheit machen.“

Dies ist der Originalton eines Buches, dessen Vorläufer die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) indiziert hatte. „Eltern, Hirten der Herzen“ durfte seit 2013 nicht mehr per Versandhandel Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Nun ist es wieder auf dem Markt aufgetaucht, unter neuem Titel, mit neuer Aufmachung. Der Inhalt ist jedoch fast wortgleich. Auch in „Kinder Herzen erziehen“ gibt ein amerikanischer Pastor in deutscher Übersetzung detaillierte Anleitungen, wie selbst Kleinkinder abzustrafen seien.

Wenn Eltern ihre Kinder schlagen, kann dies in Deutschland als Körperverletzung geahndet werden. Das „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ ist seit dem Jahr 2000 im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. „Entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, insbesondere Körperstrafen und seelisch verletzende Sanktionen“ sind unzulässig. Auch die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen schreibt den Schutz des Kindes „vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung“ vor.

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„Wir würden noch viel mehr Terror aushalten können“

Hat jahrelang zu Angstthemen geforscht: Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen Quelle: picture alliance / Stefan Rampfe
Terroranschläge in Europa werden zum traurigen Alltag. Doch anstatt sich zu fürchten, gewöhnen sich viele Menschen an die neue Situation. Der Angstforscher Borwin Bandelow hält das für absolut natürlich.

Von Anett Selle | DIE WELT

Paris, Brüssel, Berlin und zuletzt Barcelona: Terroranschläge werden für die Europäer zur traurigen Realität. Und damit auch der Umgang mit den schrecklichen Ereignissen. Eine gewisse Gewöhnung stellt sich nach den Anschlägen ein. Doch wie schlimm ist es wirklich, wenn wir uns an Terror gewöhnen? Borwin Bandelow (66) ist Professor an der Universität Göttingen und forscht seit Jahren zu dem Phänomen Angst.

DIE WELT: Herr Bandelow, die deutschen Reaktionen auf die Anschläge in Barcelona reichen von „Es war ein Horror, und ich konnte nicht schlafen“ bis hin zu „Ich finde schlimm, wie wenig es mich berührt“. Wie abgestumpft darf man sein?

Borwin Bandelow: „Abstumpfen“ ist negativ konnotiert und soll einem ein schlechtes Gewissen einreden. Ich würde davon absehen, dieses Wort zu benutzen. Viele Leute denken, dass sie abgestumpft seien, wenn sie nicht mehr so betroffen sind wie bei anderen Anschlägen. Ich denke, niemand muss sich Gedanken machen, dass man zu wenig Mitgefühl habe, wenn man nach so vielen Anschlägen nicht mehr so emotional betroffen ist. Was da abläuft, ist eine natürliche Reaktion.

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Ethnologe: Religion ist für Menschen letztlich unvermeidbar

Religiöse Erfahrungen sind nach Ansicht des Ethnologen Thomas Hauschild tief im Menschen verwurzelt. „Religion muss offensichtlich passieren“, sagte der ehemalige Haller Ethnologie-Professor dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es könne weltweit keine Menschengruppe geben, die gar keine Religion kenne. „Das, was wir Religion nennen, ist ein Dialog mit Mächten, die nicht ganz deutlich in der Realität verankert sind.“

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

So könne etwa ein besonderes Musikerlebnis, eine überwältigende Landschaft oder ein merkwürdiger Zufall religiöse Gefühle auslösen: „Das übersteigt unsere tägliche Orientierung und kann dann unbewusst religiös aufgeladen werden“, erläuterte der Wissenschaftler. Hauschild hat im Sommersemester 2017 die Hans-Blumenberg-Professur am Münsteraner Exzellenz-Cluster „Politik und Religion“ inne.

Auch ein Konflikt könne eine Erfahrung mit dem Übernatürlichen sein, sagte er. Ein Gegenüber im Streit könne leicht in übertriebener Weise „dämonisiert“ werden. Religiöse Gefühle im Alltag könnten sowohl Menschen entwickeln, die einer organisierten Religion wie etwa dem Christentum angehören als auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit.

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Der Terror kann Spanien nichts anhaben

Eine Frau hält nach dem Anschlag von Barcelona einen Zettel in die Höhe: „Ich bin Muslimin und Katalanin, keine Terroristin. Der Islam ist Frieden.“ (Foto: AP)
Nach dem Attentat von Barcelona wird sich die offene Haltung gegenüber Muslimen im Land kaum ändern. Doch die Politik hat einen entscheidenden Fehler gemacht.

Von Thomas Urban | Süddeutsche.de

Wird sich Spanien durch den Terroranschlag von Barcelona verändern? Wenig spricht dafür. Denn das Land und seine Menschen sind nicht zum ersten Mal von terroristischer Gewalt betroffen. Schon vor dreizehn Jahren, als Islamisten vier Pendlerzüge in Sichtweite des Madrider Bahnhofs Atocha in die Luft sprengten und 191 Menschen in den Tod rissen, verfiel Spanien nicht in Hysterie. Auch heute sind kaum Stimmen vernehmbar, die nach Vergeltung und Repression rufen.

Wahrscheinlich wird die Politik an der bisherigen Doppelstrategie festhalten: Einerseits werden islamistische Gefährder scharf überwacht, es wird weiterhin vorbeugende Inhaftierungen geben; ebenso wird der Nachzug von Migranten aus dem Maghreb sowie den Ländern südlich der Sahara sehr begrenzt bleiben. Andererseits werden verstärkt Angebote für den gesellschaftlichen Aufstieg der bereits im Lande lebenden Muslime gemacht.

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Verhältnis zwischen AfD und Christen „Das Christentum in Geiselhaft genommen“

Manche Christen kommen zu dem Schluss, dass die AfD eine Alternative ist. (imago /Jens Jeske)
Für manche konservative Christen ist die AfD attraktiv – etwa in der Abtreibungsfrage. Wiederum helfen die Kirchen Flüchtlingen, suspekt für die AfD. Ein Gespräch mit dem Publizisten Wolfgang Thielmann über sein Buch „Alternative für Christen?“ und wie die Kirchen mit der Partei umgehen sollten.

Wolfgang Thielmann im Gespräch mit Philipp Gessler | Deutschlandfunk Kultur

Philipp Gessler: Ob die AfD ihre größte Zeit vielleicht schon hinter sich hat, auch wenn sie wohl Ende September in den Bundestag einziehen wird –, darüber kann man streiten. Unbestritten ist, dass sich auch die Kirchen nicht ganz leicht tun mit den Rechtspopulisten. Einerseits sind manche Positionen der AfD, etwa in der Abtreibungsfrage, für konservative Christen recht attraktiv. Andererseits ist die Hilfe der Kirchen für die vielen Hunderttausend Flüchtlinge im Land der AfD suspekt. Und gerade haben wir erlebt, wie Angela Merkel auch von AfD-Fans in Sachsen übel beschimpft wurde.

Über das spannungsreiche Verhältnis von AfD und Kirchen beziehungsweise zur Religion hat der evangelische Publizist Wolfgang Thielmann nun ein facettenreiches Buch herausgegeben. Für „Religionen“ wollte ich es von ihm noch etwas genauer wissen. Zunächst habe ich Wolfgang Thielmann gefragt, ob er meine Beobachtung teile: Zwar rege man sich in Deutschland derzeit auf über die Ereignisse mit den Rechtsextremisten und „White-Supremacy“-Aktivisten in den USA – aber verfolge nicht die AfD am Ende eine sehr ähnliche Idee der weißen Vorherrschaft und einer Politik der Angst, nur mit einem bürgerlicheren Anstrich als diese genannten Gruppen in den USA?

Wolfgang Thielmann: Ja, ich denke, genau das ist das Problem. Wenn man die Vorstellungen der AfD ernst nimmt, dann werden wir eine Gesellschaft haben, in der die einen gegen die anderen kämpfen und der die einen gegen die anderen eine Vorrangstellung haben sollen. Und das können wir uns nicht wünschen, dagegen können wir uns nur mit aller Macht wehren.

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Spitzenvertreter des Vatikan beginnt Moskau-Mission

Wappen Russland

Bei Begegnungen von Kardinalstaatssekretär Parolin mit Präsident Putin und Außenminister Lawrow dürfte es auch um den Ukraine-Konflikt und den Krieg in Syrien gehen

kath.net

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin beginnt am Montag ein dreitägiges Besuchsprogramm in Russland. Am Mittwoch ist in Sotschi ein Treffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin geplant. Zuvor hält Parolin am Dienstag eine Unterredung mit Außenminister Sergej Lawrow. Zudem soll er vom russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. empfangen werden. Thema der politischen Gespräche seien Fragen von beiderseitigem Interesse sowie „Krisen in verschiedenen Teilen der Welt“, sagte Parolin der russischen Nachrichten-Agentur TASS (Sonntag).

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Türkei-Touristen unbeeindruckt von Appell zur Vorsicht

Die verschärften Spannungen zwischen Berlin und Ankara haben nach Angaben von Tourismuskonzernen bisher keine Spuren bei der Nachfrage nach Türkei-Reisen hinterlassen. Foto: Marius Becker/dpa
Vor einem Monat verschärfte die Bundesregierung ihren Kurs gegenüber der Türkei. Privatreisende rief Außenminister Gabriel zu erhöhter Vorsicht auf. Doch bisher reagieren Sonnenhungrige gelassen.

Frankfurter Rundschau

Die verschärften Spannungen zwischen Berlin und Ankara haben nach Angaben von Tourismuskonzernen bisher keine Spuren bei der Nachfrage nach Türkei-Reisen hinterlassen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Privatreisende vor vier Wochen zu erhöhter Vorsicht bei Trips in das Land aufgerufen. Das habe das Interesse Kurzentschlossene jedoch nicht gedämpft, berichteten Veranstalter. Die Türkei sei derzeit eines der beliebtesten Last-Minute-Ziele.

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Berlin-Spandau: Neun Verletzte durch Rauchbombe bei kurdischer Veranstaltung

Berliner Rettungsdienst im Einsatz. (Symbolbild)FOTO: PICTURE ALLIANCE / DPA
Ein Rauchgas-Wurfkörper hat am Sonntagabend in Spandau neun Menschen verletzt. Der Vorfall ereignete sich während einer Veranstaltung für ein unabhängiges Kurdistan.

DER TAGESSPIEGEL

Auf einer kurdischen Veranstaltung in Berlin-Spandau ist am Sonntagabend eine Rauchbombe gezündet worden. „Es handelt sich um einen Rauchgas-Wurfkörper, der am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr explodiert ist. Neun Menschen sind durch das Einatmen von Rauch verletzt worden“, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen.

Die Verletzten seien ambulant behandelt worden. Hinweise zu den Tätern und ihrem Motiv lägen noch nicht vor. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen.

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Märchen und Schuldzuweisungen zu Anschlägen in Katalonien

Das gesprengte Haus der islamistischen Terroristen, die Bomben bastelten. Screenshot aus RT-YouTube-Video
Die Attentäter hatten mehrere große Bombenanschläge geplant, ihr mutmaßlicher Kopf ist ein alter Bekannter der Sicherheitskräfte

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Auch Zufall und Unfähigkeit haben dazu geführt, dass in Katalonien ein Massaker nach dem Vorbild der islamistischen Anschläge im März 2004 verhindert worden ist, bei dem 191 Menschen in der Hauptstadt Madrid ermordet wurden. Dass sich ein Teil der Attentäter in Alcanar in der Nacht vor den mörderischen Vorgängen in Barcelona und Cambrils in die Luft gejagt haben, als sie mit Sprengstoff zum Bombenbau hantierten, hat wohl das Schlimmste in Barcelona verhindert. Die Ermittler haben in den Trümmern mehr als 120 Gasflaschen gefunden, mit denen die Sprengwirkung von Bomben vervielfacht werden sollte.

Sie gehen davon aus, dass die islamistischen Terroristen „einen oder mehrere Bombenanschläge in Barcelona geplant hatten“, sagte der Chef der katalanischen Polizei Josep Lluís Trapero auf einer Pressekonferenz am Sonntagmittag. Das hatte sich längst über die Tatsache aufgedrängt, dass der 17-jährige Moussa Oukabir Soprano, der schließlich in Cambrils erschossen wurde, zwei Lieferwagen angemietet hatte. Einer davon blieb unbenutzt und wurde nach der mörderischen Fahrt im Zentrum von Barcelonaunbenutzt gefunden.

Es dürfte sich kaum um nur eine Bombe drehen, denn 120 Gasflaschen passen nicht in einen der Lieferwagen. Vermutlich sollte er – oder beide – auch als Auto-Bomben im Rahmen einer Aktion eingesetzt werden, um eine sehr hohe Opferzahl zu erreichen und die von Madrid möglichst noch zu überbieten. Da schnell ein Zusammenhang zwischen den Anschlägen in Barcelona, Cambrils und dem Haus im südkatalanischen Alcanar hergestellt werden konnte, ist nun für die Mossos d’Esquadra auch klar, dass die Anschläge „unmittelbar“ bevorstanden. Die Explosion in Alcanar ließ aber die Islamisten zu einem Plan B greifen. Ihnen war klar, dass sie über kurz oder lang nach den Vorkommnissen in Alcanar enttarnt werden würden.

Die fünf in Cambrils erschossenen Terroristen hatten eigentlich ein Massaker mit Messerattacken in dem Tourismusort am Mittelmeer geplant. Das hat die katalanische Polizei allerdings durch ein entschlossenes Eingreifen weitgehend verhindert. Eine Frau fiel ihnen aber doch noch zum Opfer. Deshalb seien sie zu fünft in nur einem Auto unterwegs gewesen. Sie sollen nicht geplant haben, wie in Barcelona viele Menschen zu überfahren. Das hätten sie erst versucht, nachdem sie schon entdeckt waren.

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Saudische Fluglinie: Katar lässt Hadsch-Pilger nicht landen

Keine Landeerlaubnis für staatliche Saudi-Airline – EPA
Die katarischen Behörden hätten die Landeerlaubnis noch nicht erteilt, obwohl sie bereits vor einigen Tagen beantragt worden sei.

Die Presse.com

Katar verweigert der staatlichen saudischen Fluggesellschaft nach deren Angaben bisher die Landeerlaubnis, um Pilger aus dem Emirat zur Hajj-Wallfahrt (Hadsch) nach Mekka zu bringen.

Die katarischen Behörden hätten die Landeerlaubnis noch nicht erteilt, obwohl sie bereits vor einigen Tagen beantragt worden sei, sagte der Generaldirektor der Fluglinie Saudia, Salih Jasir, am Sonntag, wie die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA meldete.

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Erdogans Einmischung ist die beste Wahlkampfhilfe

Bild: FB
Was der türkische Präsident Bürgern in Deutschland rät – geschenkt. Dass sein langer Arm jetzt aber via Interpol bis nach Spanien reicht, ist zu viel. Die EU muss die Beitrittsverhandlungen beenden.

Von Alan Posener | DIE WELT

Für die Wahlkampfhilfe aus Ankara werden sich Union, SPD und Grüne bedanken. Etwas Besseres, als von Recep Tayyip Erdogan beschimpft zu werden, kann einem deutschen Politiker kaum passieren.

Ärgern werden sich Linke und AfD; aber Erdogan weiß, dass seine Anhänger in Deutschland kaum versucht sein dürften, der kurdenfreundlichen Linkspartei oder der islamfeindlichen AfD die Stimme zu geben. Freilich wären radikale Parteien die Gewinner, falls Deutsche türkischer Abstammung in größerer Zahl die Bundestagswahl boykottieren. Sie sollten also klüger sein als Erdogan.

Dass deutsche Politiker mit starken Worten reagieren, gehört mit zum Spiel. Deutschland-Bashing macht sich bei Erdogan-Anhängern gut, Erdogan-Bashing bei deutschen Wählern.

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Entführung im Vatikan – Wo ist Emanuela Orlandi?

Emanuela war die jüngste Bürgerin des Vatikanstaats. Sie verschwand spurlos. Ihr Bruder stößt bis heute auf eine Mauer des Schweigens © Mattia Balsamini
Sie ist die jüngste Bürgerin des Kirchenstaats, sie wird entführt. Aber von wem? Von Mädchenfängern? Geheimdiensten? Der Mafia? Ihr Bruder rennt auch noch nach 34 Jahren gegen die Mauern des Schweigens im Vatikan an.

Von Nicolas Büchse | stern.de

Gleich werden sich zwei Menschen begegnen, der eine ist Papst, der andere Bruder eines verschollenen Mädchens, sie werden sich die Hände schütteln, und Papst Franziskus wird einen Satz sagen, der Pietro Orlandi trifft wie ein Faustschlag in die Magengrube.

Noch aber muss Franziskus seine Predigt zu Ende bringen, es ist der Morgen des 17. März 2013, der erste Sonntag nach seiner Wahl zum neuen Pontifex. Er spricht über die Barmherzigkeit Gottes vor einer erwartungsfrohen Gemeinde in St. Anna, der Hauptkirche des Vatikanstaats.

Pietro Orlandi war lange Teil dieser Gemeinde, doch ihn treibt weder sein Glaube noch die Neugier auf den Neuen in die Kirche. Er will ein Verbrechen aufklären. Und dazu braucht er den Papst.

Er will von ihm wissen, was seiner Schwester Emanuela widerfahren ist.

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Käßmann: Nächstenliebe bedeutet Einmischung in die Welt

Nach Ansicht der Theologin Margot Käßmann kann das christliche Gebot der Nächstenliebe heutzutage zur Einmischung in die Welt ermutigen, wenn es als radikale Botschaft verstanden wird.

evangelisch.de

„Dann kann ich nämlich nicht wegschauen, wenn Menschen ertrinken im Mittelmeer, wenn Neonazis Geflüchtete angreifen, wo Islamophobie um sich greift und deutsche Rüstungsgüter in alle Welt exportiert werden“, sagte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Sonntag bei einer Kanzelrede in Wittenberg.

Fünf Wochen vor der Bundestagswahl appellierte Käßmann zudem an die Politik, das Gebot der Wahrheit ernst zu nehmen. An die Gesellschaft gerichtete sagte sie, alles unter den Verdacht der Lüge und Fake News zu stellen, sei keine Grundlage für Zusammenleben.

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Wien: Anzeige gegen islamische Privatschule

Das Bildungsministerium hat Anzeige gegen eine islamische Privatschule in Wien erstatten lassen. Nach einer Prüfung liege nahe, dass diese ohne Anmeldung betrieben werde, sagte Ministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) am Sonntag zur APA. Zudem hätten sich Verdachtsmomente wegen verbotener Auslandsfinanzierung gegen andere islamische Vereine erhärtet, hieß es wiederum aus dem Bundeskanzleramt.

Die Presse.com

Derzeit prüft das Kultusamt diverse islamische Organisationen auf Finanzierung aus dem Ausland, die laut Islamgesetz verboten ist. Verstöße auf anderer Ebene vermutet man nun durch den Wiener Fachverein Imam Hatip. Hintergrund sind Spendenaufrufe der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Deutschland für eine Imam-Schule in Linz und eine weiterführende Schule in Wien.

Schule soll schon länger ohne Genehmigung betrieben werden

Die Behörden hegen nun den Verdacht, dass die Schule in Wien bereits seit längerer Zeit und ohne Kenntnis des Ministeriums betrieben wird. Dort sollen – nicht nur schulpflichtigen Kindern – theologische Inhalte vermittelt werden, die dem Privatschulrecht widersprechen. Hammerschmid hat am Freitag von den Vorwürfen erfahren und den Wiener Stadtschulrat angewiesen, Anzeige beim magistratischen Bezirksamt zu erstatten. „Wir müssen sofort Untersuchungen einleiten“, sagte sie zur APA.

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