Ramelow: Investition ins Reformationsjubiläum hat sich gelohnt

Bodo Ramelow, Bild: FB

In einer guten Woche geht das Reformationsjubiläum zu Ende. Kirche und Staat haben ein Jahr lang an die Bedeutung der Reformation erinnert – und dabei auch viel Geld investiert. Das sei gut angelegt worden, sagt Thüringens Ministerpräsident Ramelow.

evangelisch.de

Vor dem Finale des 500. Reformationsjubiläums haben Vertreter von evangelischer Kirche und Staat sich zufrieden mit dem Ablauf des Festjahres gezeigt. „Die Thüringer Bilanz jedenfalls ist sehr positiv“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er verteidigte dabei auch den den Einsatz von Steuermitteln. Die in den vergangenen Jahren innerhalb der Lutherdekade ausgegebenen 65 Millionen Euro seien „kein Staatsgeld für innere Kirchenangelegenheiten gewesen“, sondern Mittel für den Denkmalschutz und Investitionen in die Infrastruktur an den Originalstandorten, sagte er. Auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) blickt auf ein in seinen Augen gelungenes Erinnerungsjahr zurück.

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„Der Islam gehört zu Europa!“

Gefangenen-Lager Wünsdorf, erste Moschee in Deutschland Museum Europäischer Kulturen/Otto Stiehl
Was ist typisch Alte Welt? Wie fühlt sich europäische Gemeinschaft an? Der Historiker Christopher Clark wollte das herausfinden und ist durch die EU gereist

Von Teresa Pfützner | DIE WELT

Brexit, Streit über die Flüchtlingspolitik, Wiedererstarken von Nationalismus – es scheint nicht gut zu stehen um die Einheit Europas. Der australische Historiker Sir Christopher Clark („Die Schlafwandler“) ist für das ZDF mehrere Monate durch die Länder gereist und hat sich auf Spurensuche begeben: Was eint und was teilt uns? Sechs Teile von „Europa-Saga“ sind ab diesem Sonntag zu sehen.

Christopher Clark, geboren 1960 in Sydney, studierte unter anderem 1985 bis 1987 an der FU Berlin. Er lehrt Neuere Europäische Geschichte an der Universität von Cambridge, England.

DIE WELT:

Heinrich Mann hat gesagt: „Das übernationale Gemeinschaftsgefühl der Europäer ist reine Erfindung der Dichter.“ Wie haben Sie das auf Ihrer Reise durch den Kontinent für die „Europa-Saga“ erlebt: Ist das europäische Gemeinschaftsgefühl Dichtung oder Wahrheit?

Christopher Clark:

Wahrheit. Auch, wenn Wahrheiten sich oft aus der Dichtung ergeben, jedes Nationalgefühl und jede Identität sind schließlich konstruiert. Ein starkes europäisches Gefühl habe ich besonders bei Menschen zwischen 18 und 25 Jahren erlebt, ob in den Niederlanden, Spanien oder sogar Griechenland – ich dachte, dort wären die Menschen von der EU traumatisiert! Auch in Kiew habe ich ein positives Europabild erlebt. Für sie ist Europa aber eher ein Traumbild, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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Explosion in Mannheimer Kirchturm – Staatsschutz ermittelt

Unbekannte hatten Gas aus mitgebrachter Gasflasche in einen Kirchturm eingeleitet und zur Explosion gebracht.

kath.net

In den Kirchturm der Kirche St. Hildegard in Mannheim-Käfertal war es in der Nacht zum Mittwoch zu einer Explosion gekommen. Offenbar hatten ein oder mehrere Ungekannte mit einem Hammer eine der Scheiben zerschlagen und aus einer mitgebrachten Gasflasche Gas in den Turm geleitet. Dieses Gas wurde dann zur Explosion gebracht. Davon zersprangen mehrere Glasscheiben des mit Dutzenden von Scheiben ausgestatteten Turms. Das berichtete der „Mannheimer Morgen“ und erläuterte weiter, es habe „einen lauten Knall und einen kleinen Brand“ gegeben. In einem weiteren Beitrag am Folgetag sprach der „Mannheimer Morgen“ allerdings bereits in der Überschrift von einer „Explosion mit großer Wucht“.

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Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers entdeckt

Zum Reformationsjubiläum: Schautafel mit dem Bildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora auf dem Gendarmenmarkt in Berlin.. ©DPA
Der Ablasshandel war Martin Luther ein Graus. In seinen 95 Thesen übte er massive Kritik an der Praxis der Kirche. Doch jetzt hat eine Forscherin einen Ablassbrief gefunden. Er lautet auf den Namen des Reformators.

Frankfurter Allgemeine

In der spanischen Nationalbibliothek ist ein Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthersaufgetaucht. Die Direktorin des Weserrenaissance-Museums in Lemgo, Vera Lüpkes, entdeckte das Schriftstück in Madrid bei Recherchen für eine Ausstellung, wie sie dem Kölner „Domradio“ sagte. Luther, der später den Ablasshandel der Kirche erbittert bekämpfte, hatte den Brief als Mönch im Erfurter Augustinerkloster gekauft. Dort hatte der berühmte Ablassprediger Johann Tetzel (1465 bis 1519) 1508 gepredigt. Seine Ansprachen stellten später den Anlass für Luthers 95 Thesen („Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“) dar, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 veröffentlichte.

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Irakische Truppen haben Kurden Ölprovinz Kirkuk komplett abgenommen

Gefechte in Altin Köprü. Screenshot: TP
Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor neuer Islamisierung von Minderheiten durch Schiiten

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Dem gemeinsamen irakischen Operationskommando nach hat die Armee des Landes gestern zusammen mit schiitischen Milizen die vorwiegend von Turkmenen bewohnte 10.000-Einwohner-Stadt Altin Köprü besetzt – den letzten vorher von kurdischen Peschmerga gehaltenen Ort in der sowohl von der Zentral- als auch von der kurdischen Autonomiegebietsregierung beanspruchten Ölprovinz Kirkuk. Den Rest dieser Provinz hatten sie vergangene Woche eingenommen – meist ohne größeren Widerstand der Peschmerga, die sie besetzt hatten, nachdem die Soldaten der Zentralregierung 2014 vor der Terrororganisation Islamischer Staat geflüchtet waren (vgl. Kirkuk: Die irakische Armee fährt mit Panzern in die Stadt).

In Altin Köprü soll es dagegen zu schweren Kämpfen gekommen sein, die auch vom Sicherheitsrat der Kurden (der die komplette Einnahme noch nicht bestätigt hat) eingeräumt werden. Angeblich kamen dabei etwa 30 Peschmerga-Milizionäre ums Leben. Wie die kurdische Regionalregierung, auf deren Unabhängigkeitsreferendum hin die Besetzung erfolgte (vgl. Unabhängigkeitsvotum: Barzani hat verloren), darauf reagieren wird, ist unklar. Vorerst hat man lediglich die eigentlich für November vorgesehenen Wahlen auf das nächste Jahr verschoben.

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Papst kritisiert Schönborns Haltung zum Islamismus

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus warnt vor Islamisierung – Er halte „nichts von falsch verstandener Toleranz“

kath.net

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, übte Papst Franziskus  Kritik an Kardinal Schönborn. „Ich habe zur Islamisierung einen anderen Zugang als Ihr Kardinal“, sagte er knapp vor den Nationalratswahlen bei einer Privataudienz für eine kleine Gruppe von Katholiken aus Österreich. Er halte „nichts von falsch verstandener Toleranz“, es fehle ihm „das Missionarische bei dieser Debatte“.

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Beuth: Türkische Finanzierung von Ditib-Moscheen bedenklich

Innenminister Peter Beuth (CDU). dpa/Arne Dedert
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hält es integrationspolitisch für bedenklich, wenn Ditib-Moscheegemeinden vom Präsidium für Religiöse Angelegenheiten der Republik Türkei (Diyanet) finanziert werden.

FOCUS ONLINE

Das antwortete er auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich. Gleichwohl machte Beuth klar, dass er aufgrund der bestehenden Gesetzeslage wenig Möglichkeiten sieht, die Auslandsfinanzierung von Moscheevereinen einzuschränken. Eine mögliche Gesetzesänderung ist nach Einschätzung des Innenministers kein leichtes Unterfangen, denn diese müsste verfassungsrechtliche Regelungen wie die Religionsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht von Religionsgesellschaften beachten.

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Islamistisches Buch in Häfenbücherei: Minister zieht Konsequenzen

foto: ap/zinken Auch salafistische Koranverteilungen in den Straßen europäischer Städte stießen bereits auf Kritik.
Ein Häftling lieh sich aus der Gefängnisbücherei ein salafistisches Werk aus. Die Frage, wie es dahin kam, ließ Minister Brandstetter tätig werden

Von Irene Brickner, Anastasia Hammerschmied | derStandard.at

Die Reaktion des Justizministers und Vizekanzlers erfolgte rasch. Am Donnerstag berichtete der Kurier, dass bei einem Untersuchungshäftling ein aus der Gefängnisbibliothek der Justizanstalt Korneuburg stammendes Buch des radikalen salafistischen Vordenkers Abú I-A la Maududi aufgetaucht war. Am Freitag setzte Wolfgang Brandstetter (ÖVP) drei Erlässe außer Kraft, auf deren Grundlage die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) die Gefängnisbibliotheksbestände bundesweit kontrolliert hatte.

Stattdessen übertrug der Minister diese Aufgabe mit einem neuen Erlass an die Deradikalisierungsinitiative Derad: ein Netzwerk von Wissenschaftern und Experten, das unter anderem von der EU-Kommission unterstützt wird und mit dem das Ministerium seit Februar 2016 zusammenarbeitet.

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Menschenrechtsgericht untersucht Fall von Deniz Yücel

Für die Pressefreiheit. In Berlin engagieren sich Menschen für die in der Türkei inhaftierten Journalisten.FOTO: IMAGO/CHRISTIAN MANG
In Straßburg fallen in Kürze Urteile über die in der Türkei inhaftierten Journalisten. Ankara wäre verpflichtet, sich den Entscheidungen zu beugen.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Auf die türkische Regierung kommt eine Grundsatzentscheidung in ihrem Verhältnis zur Meinungsfreiheit und zu den europäischen Institutionen zu. In den kommenden Wochen werden Urteile des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofes zur Inhaftierung von Journalisten in der Türkei erwartet. Sollten die Europa-Richter die Freilassung der Inhaftierten – darunter des deutsch-türkischen Korrespondenten Deniz Yücel – anordnen, stellt sich die Frage, ob die Türkei die Urteile auch umsetzt. Die anstehenden Gerichtsurteile sind damit nicht nur für die betroffenen Journalisten wichtig. Sie könnten Aufschluss über den Einfluss europäischer Normen auf die Türkei und auf den künftigen Kurs des Landes in Europafragen geben.

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Kirchen und Berliner CDU-Fraktion einig beim Neutralitätsgesetz

Das Kreuz mit den Religionen
Bei einem Spitzentreffen haben sich die beiden großen Kirchen mit der Berliner CDU-Fraktion über das Neutralitätsgesetz ausgetauscht. In den vergangenen Monaten war es deswegen mehrfach zu Rechtsstreitigkeiten gekommen.

domradio.de

Alle Seiten teilten die Auffassung, dass durch das Berliner Neutralitätsgesetz nicht jegliche Zurschaustellung der eigenen religiösen Überzeugung, auch von Polizisten, Richtern und Lehrern, unterbunden werden darf, wie das Erzbistum Berlin am Freitag mitteilte.

Beamte in Justiz, Gefängnissen, Behörden und Schulen dürfen innerhalb des Dienstes keine sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbole und keine auffallenden religiös oder weltanschaulich geprägten Kleidungsstücke tragen. Die Kirchen in Berlin hatten sich mehrfach gegen die strikte Anwendung des Neutralitätsgesetzes gewandt.

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Pariser Erklärung – Vorwärts in die Vergangenheit

Europas ist von einem falschen Selbstverständnis bedroht. Ein einseitiges Verständnis von Freiheit, Multikulturalismus und Fortschrittsglaube entfernen die europäischen Nationen von ihrem Wesen.

kath.net

Ein Gruppe Gelehrter und Intellektueller aus mehreren europäischen Ländern hat ein Manifest veröffentlicht, in der sie vor einem „falschen Europa“ warnt und die wesentlichen Grundprinzipien des „wahren Europa“ skizziert (siehe Link am Ende des Artikels).

Europa sei gegenwärtig von einem „falschen Verständnis seiner selbst“ bedroht. Dies sei von einem „Aberglauben an einen unaufhaltbaren Fortschritt“ geprägt, der „den wahren Quellen der menschlichen Würde“ gegenüber blind sei. Dazu gehören die christlichen Wurzeln Europas, die von den „Schirmherren des falschen Europa“ ignoriert oder gar abgelehnt würden. Tugenden wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit und Wohltätigkeit seien christlichen Ursprungs.

Die Unterzeichner bekennen sich zu einem Europa als „Gemeinschaft von Nationen“ mit eigenen Sprachen, Traditionen und Grenzen. Zusätzlich habe sich eine europäische Identität herausgebildet, die besonders durch die Erfahrungen der beiden Weltkriege gestärkt worden sei. Europa sei eine „Einheit in der Vielfalt“. Europäische Weltoffenheit sei untrennbar mit der Anerkennung „der Vaterlandsliebe und der staatsbürgerlichen Treue“ verbunden. Die Unterzeichner lehnen einen „falscher Universalismus, der historische Selbstvergessenheit und Ablehnung des Eigenen verlangt“, ab.

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Die gefährlichen Konfliktlinien im Windschatten des Anti-IS-Kampfs

Im irakischen Kirkuk hält ein Vertreter der irakischen Regierung (wahrscheinlich ein iranischer Milizionär) grinsend die kurdische Fahne nach unten – als Zeichen des Sieges gegen den Peschmerga Quelle: REUTERS
Die Zerschlagung des IS in Syrien und im Irak hat den Frieden in der Region nicht näher gebracht. In Syrien und Irak brechen andere Konflikte aus. Besonders ein Land ist Zielscheibe.

Von Richard Herzinger | DIE WELT

In Syrien und im Irak scheint die Horrormiliz IS militärisch weitgehend besiegt. Und vor allem infolge der massiven Militärintervention Russlands und eines gnadenlosen Kriegs gegen die eigene Bevölkerung steht nun fest, dass das mörderische Regime Baschar al-Assads in Damaskus an der Macht bleibt, kontrolliert es doch weitgehend unangefochten wieder weite Teile Syriens.

Vom Frieden, schon gar von einem gerechten, ist die Region aber nach wie vor weit entfernt. Denn die Fixierung auf den Kampf gegen das monströse „Kalifat“ des IS und auf die falsche Alternative „Assad oder die Dschihadisten“ hat verdeckt, welche vielfältigen und verwirrenden Konfliktlinien sich im Verlauf vor allem des syrischen Krieges aufgebaut haben.

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Milli Görüs lädt muslimische Jugendliche zum Koran-Wettbewerb nach Bielefeld

Heilige Schrift: In der Stadthalle findet am Samstag ein Koran-Rezitationswettbewerb für Kinder und Jugendliche statt. | © dpa
Umstrittener islamischer Ausrichter erwartet am Samstag 2.000 Besucher in der Stadthalle

Von Dennis Rother | Neue Westfälische

 Mit dem Europa-Finale eines Koran-Rezitationswettbewerbs steht am Samstag ein religiöses Großereignis in der Stadthalle an. Unter den Gästen: Staatsschutzbeamte. Denn beim Ausrichterverein, der aus der islamischen Milli-Görüs-Bewegung hervorging, vermuten Behörden extremistische Tendenzen. Milli Görüs gilt als Sprachrohr Erdogans, ist im Visier des Verfassungsschutzes. Kritiker der Veranstaltung machen Front.

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) ist Gastgeber. Es gehe ab 14 Uhr um Kunst, Kultur und die Suche nach Nachwuchs-Imamen, heißt es vom Verein. 2.000 Besucher werden erwartet. Laut Koordinator Ali Bozkurt gibt es zwei Gruppen: 10- bis 13-Jährige und 14- bis 18-Jährige. Eine Jury aus Gelehrten bewertet Aussprache, Tonlage und Genauigkeit. Verse werden laut Bozkurt übersetzt aus dem Arabischen an eine Leinwand projiziert.

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Weltberühmt und doch vielleicht nur Fake – wie so vieles im Christentum

If I had a hammer: Ferdinand Pauwels ‚Luthers schlägt die Thesen an‘ von 1871/72. © WARTBURG-STIFTUNG EISENACH/FAZ.net
Touristen aus der ganzen Welt drängten sich in diesem Reformationsjubiläumsjahr andächtig vor Wittenbergs berühmtester Tür, unzählige Fotos und Selfies entstanden mit dem weltweit bekannten Eingangsportal im Hintergrund.

Von Markus Geiler | EKD

Dabei ist die Bronzetür an der Wittenberger Schlosskirche mit den aufgeprägten 95 Thesen Martin Luthers gar kein Original. Nach einem Brand der hölzernen Kirchentür stiftete Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die neue Thesentür zum 375. Geburtstag Luthers am 10. November 1858. Und auch an ihrer legendären Rolle bestehen große Zweifel.

Ausgerechnet ein Katholik verwies den Urknall des Protestantismus ins Reich der Legenden. Der Anschlag der 95 Thesen durch den Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche habe so nie stattgefunden, schrieb der katholische Kirchenhistoriker und Luther-Biograf Erwin Iserloh 1961 in seiner Abhandlung „Luthers Thesenanschlag, Tatsache oder Legende?“.

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Minderjährig, radikal, brutal – Verfassungsschutz warnt vor Dschihadisten-Kindern

Nachdem der IS riesige Gebiete in Syrien und Irak verloren hat, gibt es nun die Befürchtung, es könne eine neue Generation von Dschihadisten entstehen Picture Alliance © Handout/Planet Pix via ZUMA Wire/Picture Alliance
Nicht nur Erwachsene verbreiten Terror. Der IS trainiert auch Minderjährige als Kämpfer. Der Verfassungsschutz warnt vor einer neuen Dschihadisten-Generation und indoktrinierten Kindern deutscher Extremisten, die zurückkehren könnten.

stern.de

Als der Junge auf den Abzug der Pistole drückt, verzieht er keine Miene, er will keine Angst zeigen. Die Waffe hält er mit beiden Händen, die Arme durchgestreckt. Das gefesselte Opfer, ein Gefangener der IS-Terrormilz, kippt nach vorn. Der Junge schießt noch mal und noch mal, dann streckt er den rechten Arm mit der Pistole in der Hand nach oben und schreit „Allahu akbar“.

Das Opfer verliert in diesem Moment sein Leben – und der Schütze seine Kindheit und Unschuld. Als er abdrückt, ist er vielleicht 13 Jahre alt, so jung jedenfalls, dass in seinem Gesicht noch nicht einmal ein dünner Flaum zu sehen ist. Ein Video der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat jedes Detail dieser Tat festgehalten.

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Reaktionen von hohen Lamas auf den Rigpa-Skandal um Sogyal Rinpoche

Sogyal Rinpoche. Bild: wikimpedia.org/CC BY-SA 3.0 – Lotsawa108

Nach den massiven Vorfällen im Rigpa-Netzwerk und dem Rücktritt von Sogyal Rinpoche stellt sich für viele die Frage: Wie reagieren hohe tibetische Lamas darauf? Wie ist mit unethischem Verhalten umzugehen? Welchen Stellenwert hat die Kritik von Schülern?

Von Dr. Friedmann Eißler | EZW

Der Dalai Lama ermutigt zu einer kritischen Haltung. Schüler sollten dem Guru nie blind folgen. Jeder Schüler müsse die Unterweisung des Lehrers auf ihre Übereinstimmung mit dem Dharma, der wahren buddhistischen Lehre, prüfen. Bei massivem Abweichen des Lehrers von der buddhistischen Ethik solle dies öffentlich gemacht werden: „Make it public!“ So sei es jetzt bei Sogyal Rinpoche geschehen. „Now, recently Sogyal Rinpoche, my very good friend, but he’s disgraced. So some of his own students have now made public their criticism.“

Der gebürtige Nepalese Mingyur Rinpoche, Gründer der Tergar Meditationsgemeinschaft (2016), hebt die Bedeutung von „Ethik und Tugend“ hervor, die in vielerlei Hinsicht „das Fundament des buddhistischen Weges“ seien. Neben den Idealen von Gewaltlosigkeit und Großem Mitgefühl, die für alle wesentlich sein sollten, gibt es hohe Anforderungen an die Eigenschaften eines authentischen Lehrers. Der Schüler soll Vertrauen entwickeln, Hingabe und Selbstverantwortung. „Der Dreh- und Angelpunkt der Lehrer-Schüler-Beziehung ist, dass sie zum Nutzen des Schülers sein sollte.“ Wenn dieser Nutzen sich trotz Bemühung nicht einstellt, ist die Trennung vom Lehrer nicht nur möglich, sondern geboten. Wenn Menschen verletzt oder Gesetze gebrochen würden, müssten „die ethischen Verfehlungen angesprochen werden“, egal ob es sich um Verfehlungen sexueller, finanzieller oder anderer Art handelt. Die Sicherheit des Opfers hat absoluten Vorrang. Wenn sich ein langfristiges Muster zeige, sei es angemessen und notwendig, „das Verhalten öffentlich zu machen“.

Keine Entschuldigung sei der Verweis auf die Tradition der „verrückten Weisheit“ (crazy wisdom). Diese gehe zwar weit zurück bis in die Anfänge des tibetischen Buddhismus, „aber leider wird sie oft benutzt, um unethisches Verhalten zu rechtfertigen, das nichts mit Weisheit und Mitgefühl zu tun hat.“ Die extremen Lehrmethoden der „verrückten Weisheit“ würden, wenn überhaupt, nur bei sehr fortgeschrittenen Schülern angewandt. Sie stellten die Ultima ratio dar, keinesfalls die Norm. Fest steht: „Körperlicher, sexueller oder psychologischer Missbrauch sind keine Lehrmethoden.“

Der buddhistische Lehrer und Filmregisseur Dzongsar Jamyang Khyentse spielt mit einer positiven Reminiszenz an Chögyam Trungpa (1939-1987), der für seine Eskapaden bekannt wurde, auf das Konzept der „crazy wisdom“ an. Hauptfokus ist bei ihm die Klarstellung der unangefochtenen und unhinterfragbaren Autorität des Meisters. Wenn die Schüler Sogyal Rinpoches tatsächlich eine Vajrayana-Initiation erhalten haben und sich dessen zu diesem Zeitpunkt klar bewusst waren, hat Sogyal „aus Vajrayana-Sicht“ mit seinem Verhalten nichts falsch gemacht, so Dzongsar Khyentse. Wenn ein Schüler bewusst den Vajrayana-Pfad beschritten hat, bedeutet schon der Gedanke, Handlungen des Gurus als „Missbrauch“ zu bezeichnen oder einen Vajrayana-Meister zu kritisieren einen „Bruch des Samaya“. Gilt dies schon für vertrauliche Kritik, so umso mehr von öffentlicher und gar veröffentlichter Kritik. Mit „Samaya“ sind Gelübde gemeint, die der Vajrayana-Praktizierende bei der Initiation auf sich nimmt und die ihn in besonderer Weise mit dem Guru verbinden und zum Gehorsam gegenüber dem Guru verpflichten. Das Brechen der Samaya-Verpflichtungen zieht schwere karmische Folgen nach sich. Weder könne der Guru den Schüler noch der Schüler den Guru „analysieren“. Selbst irritierende, ja neurotische und sogar kriminelle Verhaltensweisen seien mit der Person anzunehmen. Sexueller, emotionaler oder finanzieller Missbrauch seien damit keineswegs gerechtfertigt, doch könne ein Guru alle Mittel anwenden, um das Ego jedes einzelnen Schülers herauszufordern und dagegen vorzugehen. Diese Regeln könnten nicht einfach zurechtgebogen werden. „Wir können die Vajrayana-Sichtweise nicht ändern oder irgendeine ‚moderate‘ Version des Vajrayana-Buddhismus erfinden, nur um der westlichen Geisteshaltung des 21. Jahrhunderts zu gefallen.“ Als Hintergrund benennt Dzongsar Khyentse die Auffassung von der „reinen Sicht“ bzw. reinen Wahrnehmung (pure perception), die für den Vajrayana-Buddhismus zentral ist. Allerdings bleibt die Wahrnehmung von Schülern immer unrein, so dass sie den Guru fast zwangsläufig mit Makeln behaftet sehen – eine auf dieser unreinen Wahrnehmung basierende Projektion. Hinterfragen und Kritisieren des Gurus sind Dzongsar Khyentse zufolge Anzeichen einer selektiven unreinen Perzeption, die dem dualistischen Geist verhaftet ist. „Alles, was Sogyal Rinpoches kritische Schüler ihm vorwerfen, beruht auf ihrer Projektion. Ich weiß, es ist schwer zu akzeptieren, ich weiß, es scheint sehr real, aber trotz allem ist es eine Projektion.“

Schließlich führt Dzongsar die (allzu menschlichen) Reaktionen auf das Karma zurück. Karmische Auswirkungen fänden ihren Weg, da hätte auch jede Aufklärung der Schüler vorab nichts gebracht. „Gefühle sind karmisch. Und ich fürchte, diese Situation wird nicht geklärt sein, bis jenes Karma erschöpft ist.“

Dzongsar Khyentse setzt Sogyal Rinpoche grundsätzlich ins Recht, wirft den „kritischen Schülern“, die immerhin Opfer von Missbrauch und Gewalt geworden sind, den Bruch der Samaya-Gelübde vor – und erklärt die ganze Aufregung karmisch. Für Ohren, die auf diesen Klang nicht gestimmt sind, klingt das zynisch.

Rigpa Deutschland betont derzeit – was formal und für sich betrachtet zweifellos zutrifft –, es handele sich um Anschuldigungen gegen den Meister, deren Berechtigung erst einmal geklärt werden müsse. Auf die Situation der Opfer wird kaum Bezug genommen. Wenn man derzeit Facebook- und Internetseiten im Rigpa-Umfeld anschaut, kann man den Eindruck gewinnen, dass insbesondere auf den Beitrag von Dzongsar Khyentse hingewiesen wird. Die neuesten Meldungen, nach denen Sogyal Rinpoche an Darmkrebs erkrankt sei, verstärken auf dieser Linie eher den Druck auf die Schüler: Jetzt müsse man zusammenstehen und für die schnelle Gesundung des Gurus beten. Man dürfe jetzt keinen (weiteren) Bruch des Samaya mehr begehen, da dies sehr schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Leben des Meisters habe. Auf der offiziellen Internetseite http://www.rigpa.org ist im Oktober 2017 weder der Konflikt noch der Rücktritt Sogyal Rinpoches ein Thema.

Anis Amri wurde möglicherweise von V-Mann angestachelt

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz am 20.12.2016.FOTO: BERND VON JUTRCZENKA/DPA
RBB und „Morgenpost“ berichten, ein V-Mann des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes mit Bezug zu Amri habe zu Anschlägen mit LKW aufgefordert.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Ist Anis Amri von einem V-Mann zu dem Massaker am Breitscheidplatz vergangenen Dezember angestiftet worden? Nach Recherchen des Berliner Senders RBB und der „Berliner Morgenpost“ soll ein Spitzel der Behörden unter Islamisten für Anschläge geworben haben. „Eine wichtige Bezugsperson des Terroristen Anis Amri in der militanten Islamistenszene war ein V-Mann des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen“, teilte der RBB am frühen Donnerstagabend mit.

Der Mann, der routiniert mit Kriminellen verkehrte, wurde als sogenannte „Vertrauensperson“ unter VP-01 von der Landespolizei in Düsseldorf geführt und hat in anderen Fällen die Behörden über gefährliche Islamisten informiert – und dabei dem Staat genutzt.

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Was Bayern im Innersten zusammenhält

Mehr Bayern geht nicht, oder doch? Männer und Frauen beim historischen Sankt Coloman Ritt Schloss Neuschwanstein bei Schwangau. (Foto: dpa)
Die Tradition vielleicht? Der Katholizismus? Oder doch die CSU? BR-Intendant Ulrich Wilhelm hat eine ganz andere Antwort.

Von Katja Auer | Süddeutsche.de

Was dieses Land im Innersten zusammenhält, das ist zurzeit eine vielgestellte Frage, seit Spaltung attestiert wurde spätestens am Wahlabend. Die einen schauen noch paralysiert auf das Wahlergebnis der AfD und fordern Rechtsrucke, während die anderen vorschlagen, islamische Feiertage einzuführen. In Bayern schien das Verbindende immer so schön eindeutig zu sein, da bedurfte das Mia-san-mia nicht einmal einer Definition und schon gar keiner Leitkultur. Jetzt allerdings, seit die AfD auch in traditionell katholisch-konservativen Gegenden bis zu 30 Prozent der Stimmen erreichte, fragt sich mancher, ob die immer noch mia san.

Doch was ist es nun, das Identitätsstiftende? Die Landschaft natürlich, die Berge und die Seen, die Weinberge und Flüsse, die einfach schöner sind als anderswo. Der Katholizismus bestimmt, die Klöster und Kirchen, der bayerische Papst, die Volksfrömmigkeit, die immer noch Leonhardi-Ritte hervorbringt und Kräuterbüschel und Kerwa-Tänze. Die Wittelsbacher vielleicht, deren Märchenkönig Ludwig ein paar prachtvolle Schlösser hinterlassen hat und die leise Träumerei vom Königreich. Oder wenigstens die CSU, die in einer Art monarchistischen Tradition die Regierungsgeschäfte fortführt und bisher zwar ab und zu dafür abgewatscht, aber doch – ebenso dafür – zuverlässig wiedergewählt wurde.

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Trump: ‚Wir halten unser religiöses Erbe in Ehren’

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Klares Bekenntnis des US-Präsidenten zu jüdisch-christlichen Werten, zu Religionsfreiheit, Familienrechten und Lebensschutz. Wörtlich sagte er: ‚Wir beten nicht den Staat an, sondern Gott.’

kath.net

US-Präsident Donald Trump bekannte sich erneut dazu, dass seine Regierung die „Angriffe auf die jüdisch-christlichen Werte“ abwehren werde. Trump sprach am 13. Oktober vor dem „Values Voter Summit“, einer jährlich stattfindenden Konferenz gesellschaftspolitisch konservativer Organisationen, die vom „Family Research Council“ veranstaltet wird.

Er betonte die Rechte der Eltern, Religionsfreiheit und Lebensschutz und den Vorrang Gottes vor dem Staat.

„Die Religionsfreiheit ist im ersten Verfassungszusatz, der ‚Bill of Rights’ gewährleistet“, erinnerte der Präsident. Der Treueeid beinhalte die Formulierung „eine Nation vor Gott“. Die USA würden nicht vergessen, dass alle Bürger vom selben Gott im Himmel geschaffen worden seien, sagte er.

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Osama bin Ladens Sohn Hamza soll Al-Kaida erben

ObL während einer Ansprache, Themen-Bild: rp-online.de

Hamza bin Osama bin Laden will bei der Zukunft Syriens mitmischen: Er taucht als Chef einer neuen Al-Kaida auf

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Seit einiger Zeit schon geistert sein Name herum, und zu Beginn des Jahres haben ihn die USA auf ihre Terroristenliste gesetzt: Nun taucht Hamza bin Osama bin Laden als Chef einer neuen Al-Kaida in Syrien auf. Sie soll „Ansar al-Furqan fi Bilad al-Sham“ heißen, eingedeutscht etwa „Die Verteidiger des Koran in Großsyrien“. Ob Hamza bin Laden nur der Kopf dieser syrischen Organisation ist oder – wie in den vergangenen Monaten kolportiert – die gesamte Al-Kaida übernimmt, ist noch unklar.

Wenn es ihn wirklich gibt – theoretisch könnte er auch eine PR-Erfindung Al-Kaidas sein -, dann ist er also auf dem Aufstieg, der Sohn Osama bin Ladens. Als sein Vater, Al-Kaida-Gründer und Urheber der Terroranschläge von 9/11, im Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad von einem US-Sonderkommando getötet wurde, soll der damals etwa 22-Jährige anwesend gewesen sein. Als Einzigem sei ihm die Flucht gelungen, lautet die Al-Kaida-Erzählung.

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