Archiv der Kategorie: Religion

Warum alle Religionen Ideologien sind

Für Religionsvertreter sind Religion natürlich keine Ideologien, sondern irgendetwas Höheres. picture alliance
Nach den islamkritischen Aussagen der AfD wurde viel über die Grenze zwischen Religion und Ideologie diskutiert. Dabei besteht da kein Unterschied. Alle Religionen versuchen, das Handeln von Menschen steuern und damit in die Gesellschaft einzugreifen

Von Alexander Grau | Cicero

In Deutschland gibt es über Parteigrenzen hinweg einen unumstößlichen Grundkonsens. Er lautet: Religionen sind keine Ideologien. Und wer Religionen ideologisiert, missbraucht sie. Da ist man sich einig, von der AfD bis zu den Grünen.

Gestritten wird lediglich darüber, als was nun der Islam zu gelten hat. Ist er eine Ideologie oder eine Religion? Oder vielleicht eine Religion, die von manchen als Ideologie missbraucht wird?

Dass auch Religionen Ideologien sein könnten, politische noch dazu, scheint geradezu ausgeschlossen. – Wenn die ganze Debatte nicht so erschütternd wäre, könnte man anfangen zu lachen.

Ideologien sind immer politisch

Denn natürlich sind Religionen Ideologien. Alle. Ohne Ausnahme. Was sollten sie bitteschön sonst sein?

Schauen wir kurz auf den Begriff „Ideologie“: Ohne die Ideologiedebatte der letzten zweihundert Jahre langatmig zu rekapitulieren, kann man vielleicht sagen: Eine Ideologie ist ein System von Überzeugungen (Ideen), deren Wahrheitsanspruch sich jeder Überprüfung entzieht. Ideologen erheben Aussagen, die bestenfalls subjektive Gültigkeit haben können, zu objektiven und allgemeingültigen Tatsachen. In der Regel handelt es sich dabei um Werte oder Normen.

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Verfassungsschutz: 620 gewaltbereite Salafisten in NRW

Bild: WDR.de
Von bundesweit rund 8.500 Salafisten hat der Verfassungsschutz in NRW 2.700 unter Beobachtung. Das sind rund 700 mehr als im vergangenen Juni. Besonders hoch ist die Anteil der gewaltbereiten Salafisten.

WDR

Nach Angaben von Landesverfassungsschutzchef Burkhard Freier vom Freitag (29.04.2016) gelten in Deutschland rund 1.200 Salafisten als gewaltbereit, davon 620 in NRW. Etwa ein Drittel von ihnen wird als Gefährder eingestuft, denen zugetraut wird, dass sie eine schwere Straftat begehen.

Nur selten verläuft die Radikalisierung über Moscheevereine. Von rund 850 Moscheevereinen in NRW gelten maximal 30 als salafistisch.

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Mia Khalifa – Porno-Queen zwischen Lust- und Hassobjekt

Fanatiker schicken Mia Khalifa regelmäßig Morddrohungen © Screenshot Twitter
Mia Khalifa genießt in der arabischen Welt einen Bekanntheitsgrad wie sonst nur Diktatoren oder Popstars. Mit ihren Hidschab-Pornos ist die 23-Jährige aber nicht nur zum Lustobjekt geworden – mindestens genauso groß ist der Hass, der ihr entgegenschlägt.

stern.de

158 Zentimeter groß, 55 Kilogramm schwer, Körbchengröße Doppel D – mit diesen Maßen unterscheidet sich Mia Khalifa kaum von anderen Pornodarstellerinnen. Was sie abhebt, ist ihr Kopftuch. Ob Blowjob, Gangbang oder andere Sex-Praktiken, die sie vor der Kamera zum Besten gibt – der Hidschab ist meistens dabei.

Mit der traditionellen muslimischen Kopfbedeckung als Markenzeichen stieg Mia Khalifa innerhalb kürzester Zeit zum Star auf. Ihren ersten Sexfilm drehte sie im Oktober 2014. Mittlerweile sind ihre Filme auf den einschlägigen Porno-Sites Blockbuster. Auf PornHub landete Mia Khalifa 2015 im Ranking der beliebtesten Darstellerinnen sogar auf dem ersten Platz.

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Religiotie: Hindus stürmen christliche Hochzeit in Indien

Nadrenda Modi.
Nadrenda Modi.

In Indien reißt die Serie von Übergriffen radikaler Hindus auf Christen nicht ab. Wie indische Medien am Donnerstag berichteten, stürmte die militante Hinduorganisation Bajrang Dal eine christliche Hochzeit in einer Kirche im Bundesstaat Madhya Pradesh. Auch die Polizei sei an der Aktion beteiligt gewesen, bei der das Brautpaar und der Pastor festgenommen worden seien.

 

kath.net

Die Razzia sei damit begründet worden, dass der Pastor die Braut gegen ihren Willen zum Christentum bekehrt habe. Den Medienberichten zufolge waren jedoch sowohl der Bräutigam als auch die Braut bereits vor vier Jahren zum Christentum übergetreten. Sie hätten es aber versäumt, die Behörden über ihren Religionswechsel zu informieren, wie dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

Als weiterer Grund sei die Minderjährigkeit der Braut angegeben worden. Die junge Frau sei 17 Jahre alt. Sie wäre wenige Tage nach der Hochzeit 18 Jahre alt und damit volljährig geworden.

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Kanada: Suizidserie in Indianerreservat

foto: reuters / chris wattie Bewohner von Attawapiskat nehmen an einer Mahnwache teil. In den vergangenen Monaten kam es dort zu zahlreichen Suizidversuchen.
Der Häuptling in Attawapiskat erklärt den Notstand und wirft so ein Schlaglicht auf die schlechte Lage der Ureinwohner

Von Bernadette Calonego | derStandard.at

Im isolierten kanadischen Indianerreservat Attawapiskat werden die Menschen von Suizidwünschen heimgesucht, als ginge ein tödliches Virus um. Am 11. April entdeckte der Stammesrat einen entsprechenden Pakt zwischen zwanzig Bewohnern des Reservats, darunter dreizehn Kinder. Sie hatten sich auf Facebook abgesprochen. Nur zwei Tage zuvor hatten sich elf Stammesmitglieder in der entlegenen Siedlung im Norden der Provinz Ontario umzubringen versucht. Daraufhin erklärte Häuptling Bruce Shisheesh den Notstand für sein Reservat. “Attawapiskat braucht Hilfe”, sagte er Politikern und Journalisten.

Seit vergangenem September hat es in dem isolierten Dorf Attawapiskat rund hundert Suizidversuche gegeben. Das jüngste Opfer unter den rund 1500 Bewohnern war elf Jahre alt, das älteste 71.

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Konservative Bildung: Kein Sport in der Bibel

Gebet und Glaube im Spitzensport

Die Pfingstlergemeinde im Landkreis Cloppenburg hat eine Schule ohne Sexualkunde und Sport beantragt. Manche deuten das als Abschottungsversuch

Von Petra Schellen | taz.de

Molbergens Stadtväter sind müde. Sie wollen weder zitiert noch mit Namen genannt werden, wenn die Rede auf diese neue Schule kommt. Schlechte Erfahrungen hätten sie gemacht, sagen sie verhuscht am Telefon, die Presse sehe immer nur das Negative, wolle den Landkreis Cloppenburg, zu dem Molbergen gehört, schlecht machen. Kein Mensch wisse, warum.

Schlecht machen? Eigentlich geht es um eine formaljuristisch unscheinbare, fast unspektakuläre Geschichte: Die evangelikale Freie Evangeliums-Christengemeinde Molbergen hat im September 2015 bei der niedersächsischen Landesschulbehörde einen Antrag auf Genehmigung einer Grundschule in freier Trägerschaft eingereicht. Träger sollte ein eigens gegründeter Verein sein, Start zum Schuljahr 2016/17.

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Die Parallelwelt der Moscheen gehört ausgeleuchtet

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Spät, vielleicht zu spät gerät die ferngesteuerte Welt der islamischen Gebetshäuser in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Musste dafür erst die AfD sorgen? Der deutsche Staat ist wehrhaft genug.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Die Moscheen überwachen? Volker Kauder möchte mit seinem Vorschlag sicherstellen, dass manche islamische Staaten, manche islamische Bewegungen begreifen: Diese Republik lässt nicht alles mit sich machen. Extremistisch verrufene, überwachte Moscheen gibt es überall in Deutschland, gerade auch in Berlin. Sie stehen deshalb im Visier der Sicherheitsbehörden. Der Staat ist keineswegs ahnungslos, was an manchen Orten gepredigt wird.

Aber der Fraktionschef der Unionsparteien hat mit seinem Vorschlag nicht nur die Gefahrenabwehr terroristischer Umtriebe im Sinn. Gemeint sind auch Moscheen, in denen türkische Imame predigen; Moscheen, die von der Türkei oder auch Saudi-Arabien finanziert werden. Überwacht werden soll, ob die Prediger zur Abkehr von der Republik aufrufen und in ihrem Weltbild das Grundgesetz hintanstellen.

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Zensur: Facebook kriecht der türkischen Justiz in den Arsch

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An den konkreten Anlässen für die Sperren zeigt sich, dass sie in Deutschland oder Großbritannien keine strafrechtliche Relevanz haben

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

 “Wir haben etwas entfernt, was Du gepostet hast” oder “Konto gesperrt” – solche Meldungen hat der Referent für Gewerkschaftsfragen bei der Rosa Luxemburg Stiftung,  Florian Wilde immer wieder über seinem  Facebook-Account erhalten. Die Gründe sind beliebig. Allerdings ist auffällig, dass die Anträge von der türkischen Justiz kommen und die von ihr inkriminierten Texte und Bilder in Deutschland  nicht strafrechtlich relevant sind.

So kassierte Wilde eine siebentägige Sperre bei Facebook, weil er Fotos aus einer Dokumentation über eine türkeikritische Demonstration in Hamburg gepostet hat. Dabei habe er nach vorherigen Sperren schon darauf geachtet, dass Symbole der kurdischen Arbeiterpartei PKK oder Forderungen nach der Freilassung von deren Vorsitzenden Öcalan nicht unter dem geposteten Material waren. Das waren schließlich die Gründe für die vorigen Sperren.

Das macht auch deutlich, wie disziplinierend sie wirken. Doch übersehen hatte er, dass für die türkische Justiz neben der kurdischen Nationalbewegung auch diverse linke Parteien und Gruppierungen relevant sind und sie verfolgt werden. Obwohl die im Unterschied zur PKK in Deutschland nicht verboten sind, führt Facebook auf Zuruf von türkischen  Behörden die Internetsperre durch. Für die Nutzer gibt es kaum Möglichkeiten, sich davor zu schützen, betont Wilde.

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Wenn der Kölner Kardinal den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht kennt

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Wenn Bischöfe den Islam hofieren, der Kölner Kardinal den Unterschied zwischen Kirchturm und Minarett nicht mehr erkennt und der EKD-Ratsvorsitzende Mitglied eines Moscheenbauvereins ist, ist das dramatisch.

Von Hubert Windisch | kath.net

Im Augenblick wird eine erregte Debatte über den Islam in Deutschland geführt. Auf den ersten Blick mag die Äußerung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Dieter Grimm in der FAZ vom 22. April 2016 (kath.net berichtete), wonach die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, grundgesetzlich irrelevant sei, beruhigend wirken. Jedoch nur auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen erkennt man in dieser Aussage einen einseitig rechtspositivistischen Ansatz, der rein formal von der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit schon auf das Recht des Islams, in Deutschland Religion zu sein, schließt. Der Islam gehöre demnach zu Deutschland. Man müsse sich nur jeweils gegen extremistische Verformungen des Islams zur Wehr setzen. Denn nicht nur Islam und Islamismus seien zu trennen, sondern auch der Islam und die private Praxis dieser Religion seien zwei paar Stiefel.
Doch so einfach geht diese Gleichung nicht auf. Abgesehen davon, dass man mit Sorge beobachten muss, wie mit steigendem muslimischen Anteil in der Bevölkerung auch immer mehr grundgesetzliche Achtsamkeit gefordert ist, vergisst man dabei, grundsätzlich danach zu fragen, welche theoretischen bzw. ideologischen Grundlagen den Islam als Religion bestimmen. Jede religiöse Praxis hat ja eine theoretische Grundlage. Jede Religion hat Inhalte.

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Belgische Polizei ließ die Brüder Abdeslam wieder laufen

War wohl schon lange vor den Pariser Anschlägen im Fokus der Polizei: Salah Abdeslam © Belgian Federal Police/DPA
Salah und Brahim Abdeslam, die mutmaßlichen Drahtzieher der Pariser Anschläge, hätten schon früh gestoppt werden können. Zu diesem Ergebnis kommt laut einer Zeitung ein Untersuchungsbericht der Polizei. Schon Monate vor den Anschlägen wurden die Brüder wohl verhört. Doch die Polizei hatte ein Problem.

stern.de

Der Ruf der belgischen Polizei ist eh schon nicht der beste. Wenn ein belgischer Medienbericht stimmt, dürfte das Ansehen der Ermittler noch weiter sinken. Denn auf die Brüder Salah und Brahim Abdeslam, die mutmaßlichen Drahtzieher der Pariser Anschläge vom November 2015, wurde die Polizei wohl schon Anfang 2015 von einem Kriminalpolizisten aus dem Polizeibezirk Brüssel-West aufmerksam gemacht. Daraufhin seien die Brüder zwar verhört worden, aber ohne Anschuldigung wieder laufen gelassen worden.

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‚Jesus hat mich aus der Homosexualität befreit’

DerverzweifelteJesusDer US-amerikanische Internet-Missionar Michael Voris hat bekannt gegeben, vor seiner Bekehrung zum katholischen Glauben viele Jahre aktiv homosexuell gewesen zu sein. Jesus habe ihn davon befreit, wie er viele Menschen vor ihm aus der Sünde geholt habe. Er erwähnt auch die Gebete seiner Mutter, die ihre schwere Krankheit für seine Bekehrung aufgeopfert hat.

kath.net

Michael Voris betreibt die Internetseite „Church Militant“, die sich „gegen die Erosion des katholischen Glaubens während der letzten 50 Jahre“ einsetzt.

Er habe sich immer dazu bekannt, früher im Stand der schweren Sünde gelebt zu haben. Wäre er damals gestorben wäre er verdammt gewesen. Er habe nie verschwiegen, dass es sich um Verstöße gegen das Gebot der Keuschheit gehandelt habe, sei aber nicht näher auf deren Natur eingegangen, weil er es nicht für notwendig gehalten habe, sagt Voris in einem Video.

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Missbrauch: Wieviel Transparenz will die Kirche – Klaus Mertes ein Nestbeschmutzer

Seit 2011 ist Klaus Mertes Direktor des Kollegs St. Blasien. Wikimedia/Etzagots
Klaus Mertes deckte 2010 einen der grössten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche auf. Über Jahre hinweg hatten zwei Patres am Canisius-Kolleg in Berlin hunderte von Schülern missbraucht. Mertes machte die Fälle öffentlich und wurde bald darauf in einen kleinen Ort im Schwarzwald versetzt.

Von Hansjörg Schultz | SRF

Als Klaus Mertes Kolleg-Rektor in Berlin war, haben sich ihm zwei ehemalige Schüler anvertraut. Er hat daraufhin sämtliche Schüler der betroffenen Jahrgänge des Canisius-Kollegs angeschrieben und nach ihren Erlebnissen mit Patres gefragt. Es stellte sich heraus, dass Hunderte missbraucht wurden, ohne dass es Konsequenzen für die Übeltäter gegeben hätte.

Mertes übernahm die Verantwortung für das Vertuschen und das Schweigen in seiner Kirche. Er brach ein Tabu, ging an die Öffentlichkeit und entschuldigte sich für seine katholische Kirche. Er erhielt jede Menge Preise, darunter in der Schweiz den Herbert-Haag-Preis.

«Das hätte man intern regeln können»

Nach weltlichen Massstäben hatte der Aufklärer etwas von einem Helden, er hatte eine 2000 Jahre alte, machtvolle Institution wachgerüttelt.

Für jene, die über Mertes in der Kirchenhierarchie sind, war und ist Mertes ein Kirchenrebell, ein Nestbeschmutzer. «Das hätte man doch auch intern regeln können», sagen sie. Und: Erst kommt die Kirche, dann kommen die Menschen.

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Wieder mehr verdächtige Finanztransaktionen im Vatikan

Vatikanbank
Vatikanbank
Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr ist die Zahl der verdächtigen Finanztransaktionen im Vatikan wieder massiv gestiegen. Insgesamt 544 solcher Geschäfte seien im vergangenen Jahr gemeldet worden, teilte die Vatikan-Finanzaufsicht AIF in ihrem Jahresbericht mit, der am Donnerstag in Rom vorgestellt wurde.

Frankfurter Allgemeine

2014 waren nur 147 verdächtige Transaktionen gemeldet worden. AIF-Direktor Tommaso Di Ruzza betonte, der Anstieg bedeute nicht, dass es mehr illegale Aktivitäten gebe, sondern hänge mit mehreren Faktoren zusammen.

Dazu gehörten etwa das strikte Vorgehen gegen mutmaßliche Steuerbetrüger und eine generelle Stärkung des Meldesystems. 17 verdächtige Transaktionen gab die Aufsicht an die vatikanische Justiz weiter. Im vergangenen Jahr waren es 7 Fälle. Deutlich verstärkt hat der Vatikan die Zusammenarbeit mit den Behörden anderer Länder, 2015 geschah das in insgesamt 380 Fällen. “Der bilaterale Informationsaustausch hat sich bedeutend erhöht”, sagte AIF-Präsident René Brülhart.

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Volker Kauder will Moscheen überwachen lassen

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Unionsfraktionschef Kauder verlangt eine staatliche Kontrolle von Moscheen. Manche Predigten seien mit dem deutschen Staatsverständnis nicht vereinbar.

DER TAGESSPIEGEL

Unionsfraktionschef Volker Kauder hält eine staatliche Kontrolle von Moscheen im Kampf gegen Radikalisierung und Terror für nötig. In einigen Moscheen würden Predigten gehalten, die mit dem deutschen Staatsverständnis nicht in Einklang stünden, sagte der CDU-Politiker der “Berliner Zeitung“.

“Der Staat ist hier gefordert. Er muss das kontrollieren”, sagte Kauder. Deutschland sei ein säkularer Staat, in dem die Religion nicht über dem Staat stehe, sondern der Staat über der Religion. “Daran haben sich alle zu halten und dies müssen die Vertreter und die Angehörigen aller Religionen akzeptieren”, sagte Kauder weiter.

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Spaemann: ‘Amoris laetitia’ bricht mit der Lehrtradition der Kirche

Robert.SpaemannDer deutsche Philosoph Robert Spaemann kritisiert in einem Interview mit CNA das päpstliche Schreiben “amoris laetitia”. Spaemann hat vor allem im Artikel 305 mit der Anm. 351 von „amoris laetitia“ ein Problem und erklärt, dass sich der Bruch mit der Lehrtradition der Kirche „zweifellos für jeden denkenden Menschen, der die entsprechenden Texte kennt“ ergebe

kath.net

Die Kirche habe unbeschadet der menschlichen und moralischen Beurteilung des Einzelfalls, „keine Vollmacht, ohne vorherige Umkehr, ungeordnete sexuelle Beziehungen durch die Spendung von Sakramenten positiv zu sanktionieren und damit der Barmherzigkeit Gottes vorzugreifen“. Dies habe Johannes Paul II. in seinem Lehrschreiben „familiaris consortio“ (Art. 84) so festgelegt. Wie beim Frauenpriestertum sei diese Tür verschlossen. Die Vorstellung von Kardinal Kasper, „familiaris consortio“ durch eine Änderung in der Praxis der Sakramentenspendung „weiterzuentwickeln“ sei in Wirklichkeit „ein Bruch mit ihrer wesentlichen anthropologischen und theologischen Lehre über die menschliche Ehe und Sexualität“, nach der „die menschliche Sexualität … (ein) ´Realsymbol für die Hingabe der ganzen Personund zwarohne jede zeitliche oder sonstige Begrenzung`“ sei.

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Theologe Dabrock neuer Vorsitzender des Ethikrats

Bild: Deutscher Ethikrat
Bild: Deutscher Ethikrat
Der evangelische Theologe Peter Dabrock ist am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats gewählt worden.
 

evangelisch.de

Stellvertreter wurden die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts, der Psychologe und Gerontologe Andreas Kruse sowie die Medizinethikerin Claudia Wiesemann, teilte der Ethikrat mit.

Der Ethikrat war in Berlin in neuer Besetzung zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Von den 26 Mitgliedern sind 14 von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) neu berufen worden. Zwölf gehörten dem Gremium bereits in der vergangenen Amtszeit an. Der 2008 gegründete Ethikrat berät die Bundespolitik.

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Schulausflug in Kirche wegen Protesten abgesagt

Die Erstkommunion war bislang Anlass für einen Ausflug aller Drittklässler unter der Regie der katholischen Pfarrei Ebersberg. (Foto: Schunk)
  • Seit Jahren lädt die katholische Pfarrei Ebersberg die Drittklässler in die Kirche ein.
  • Anlass ist die Erstkommunion, bei dem Besuch sind aber immer auch nicht-katholische Kinder dabei.
  • Weil Eltern protestiert haben, muss der Ausflug nun außerhalb der Schulzeiten stattfinden.

Von Anja Blum | Süddeutsche.de

Die Grundschule Ebersberg bricht mit einer Tradition: Von diesem Jahr an wird der Kommunionsausflug für die dritten Klassen nicht mehr in der gewohnten Form stattfinden. Der geplante Termin am Dienstag, 10. Mai, wurde abgesagt. Grund dafür sind “berechtigte Einwendungen von Eltern”, wie Schulleiter Alexander Bär in einem Brief an die Betroffenen schreibt. Es sei “nicht statthaft”, Schüler und Eltern, die nicht der katholischen Konfession angehören, durch dieses Angebot “in persönliche Gewissensnöte und Bedrängnis zu bringen”.

Seit mehr als zehn Jahren lädt die katholische Pfarrei Ebersberg jeden Frühling alle Drittklässler zu einem Ausflug ein – Anlass ist die Heilige Erstkommunion. Teil des Vormittags war daher immer auch eine Eucharistiefeier, jedoch nur für die katholischen Kinder. Trotzdem: “Ziel der Schule und der Pfarrei war und ist es, dass alle Schüler überkonfessionell an dem Ausflug teilnehmen sollen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. So soll, so kann es auch in diesem Jahr sein”, schrieb Rektor Bär noch vor kurzem, als er die Veranstaltung zunächst in gewohnter Form ankündigte. Allerdings habe man Verständnis, wenn sich eine Familie gegen die Teilnahme des Kindes entscheide: Für eine Betreuung in der Schule sei gesorgt.

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Bedford-Strohm rät Kirche zur Nutzung sozialer Medien

Religiöser Spam
Religiöser Spam
Für ein stärkeres Engagement der Kirche in den sozialen Netzwerken hat sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ausgesprochen.

evangelisch.de

Es sei wichtig, “dass die Kirche sich vernetzt, nah bei den Menschen ist und eng mit ihnen kommuniziert”, sagte er am Donnerstag im hessischen Dreieich in einer Video-Botschaft vor den Teilnehmern einer Tagung der hessen-nassauischen Kirche. Facebook, Twitter und Co. eigneten sich hervorragend dazu, “all den Segen darzustellen, der aus unserem kirchlichen Handeln erwächst”.

Auch nach Ansicht von Margot Käßmann, Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, sollten die sozialen Netzwerke in der evangelischen Kirche eine zentrale Rolle spielen. “Wir sollten die neue Technologie mutig aufgreifen”, sagte sie in ihrem Video-Grußwort vor rund 200 Tagungsteilnehmern. Denn sie biete eine besondere Chance auch Menschen zu erreichen, die der Kirche fernstehen. “Die Reformation muss weitergehen. Das gilt auch für die Medien und die Kirche”, betonte die frühere EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin.

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Anzeige gegen „heute-show“: Majestätsbeleidigung eines FPÖ-Kandidaten?

© Facebook / ZDF heute-show Die Schnitzel Satire stößt manchen auf.
Als Reaktion auf den Wahlerfolg der rechten FPÖ in Österreich veröffentlichte die ZDF-„heute-show“ ein Schnitzel in Hakenkreuzform mit einem Kommentar. Nun liegen Strafanzeigen vor.

Von Ann-Katrin Gehrmann | Frankfurter Allgemeine

Am Sonntag hat der Kandidat der rechten FPÖ, Norbert Hofer, den ersten Wahlgang für die österreichische Bundespräsidentenwahl mit 35,3 Prozent deutlich gewonnen. Das Wahlergebnis nahm die ZDF-Satiresendung „heute-show“ zum Anlass, tags darauf über Facebook nachzufragen: „Was ist verkehrt mit euch, liebe Nachbarn?“. Dazu wurde ein Bild serviert, auf dem ein Schnitzel in Hakenkreuzform abgebildet ist. Der Kommentar: „Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen, möglichst flach und schön braun“.

Dies brachte neben Zehntausenden „Gefällt mir“-Klicks auch zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Mainz mit sich. Nach Angaben der „Hannoversche Allgemeine“ stammt eine davon aus Österreich, die andere aus Deutschland.

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Vatikan gibt Frauenmagazin heraus – lächerliche Altmänner-Versuche

hailmaryDer Vatikan bringt ein eigenes Frauenmagazin auf den Markt. Die bisherige Monatsbeilage “Frau – Kirche – Welt” der päpstlichen Tageszeitung “Osservatore Romano” wird zur eigenständigen Zeitschrift, wie der “Osservatore” meldet.

domradio.de

Einzelheiten wollen demnach Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der päpstliche Medienchef Dario Vigano kommenden Dienstag vorstellen. Das Magazin soll dem “Osservatore” zufolge monatlich mit einem Umfang von 40 Seiten erscheinen. Das inhaltliche Spektrum der bisherigen Beilage werde um das Thema Frau und Kunst sowie um Biblisches erweitert, hieß es. Beide Rubriken werden von Ordensschwestern aus dem norditalienischen Kloster Bose verantwortet.

Monatliche Beilage im “Osservatore”

“Frau – Kirche – Welt” wird seit Mai 2012 jeweils zum Monatsbeginn mit der italienischen Ausgabe des “Osservatore” ausgeliefert. Eine englische Ausgabe des Supplements erscheint mit der Zeitschrift “Catholic Women Speak”, eine französische mit der Wochenzeitung “la vie”. Seit März 2015 gibt es eine spanische Fassung als Beilage der Zeitschrift “Vida Nueva”. Die Schriftleitung der Stammausgabe hat die römische Historikerin Lucetta Scaraffia.

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