Archiv der Kategorie: Religion

Beschneidungen von Frauen und Mädchen: Keine Frage einer bestimmten Religion

Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
Weltweit sind laut einem Unicef-Bericht 200 Millionen Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelungen. Auch in Deutschland gibt es Fälle. Mit einer bestimmten Religion haben die Beschneidungen nichts zu tun, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung.

Renate Bähr im Gespräch mit Axel Flemming|Deutschlandradio Kultur

Beschneidungen von Frauen und Mädchen können nach Ansicht der Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, nicht mit einer bestimmten Religion in Verbindung gebracht werden. Die Hälfte der Fälle weltweit komme in Äthiopien, Ägypten und Indonesien vor, sagte Bähr am Samstag im Deutschlandradio Kultur. “Sie sehen, das ist sowohl ein christlich geprägtes Land wie Äthiopien, als aber auch ein eindeutig islamisches Land. Womit auch klar ist: Man kann es einer Religion direkt nicht zuordnen.” Die Beschneidungen von Frauen und Mädchen seien “ein Ausdruck von patriarchalischen Strukturen”.

In Kenia deutlich zurückgegangen

Bähr erklärte, es handele sich bei Genitalverstümmelungen um ein weltweites Phänomen. Schwerpunkte seien Afrika und Teile Asiens. Durch Zuzug gebe es aber auch Fälle in Europa. “Wir haben gerade auch in Deutschland immer noch die Fälle von Beschneidungen – auch von illegalen Beschneidungen von Mädchen –, weil diese Traditionen werden natürlich auch hierhin transportiert und importiert”, so Bähr.

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Pegida-Aktionstag endet als Flop – und teils mit Gewalt

Pegida-Demonstranten haben sich am Samstagnachmittag am Königsufer in Dresden versammelt. – Foto: Sebastian Willnow/dpa
Pegida vernetzt sich – und hetzt gegen die Kirchen. Neonazis greifen in Prag Gegendemonstranten und Polizei an. Kundgebungen in Calais und Amsterdam werden aufgelöst.

Von Matthias Meisner|DER TAGESSPIEGEL

In Dresden haben tausende Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Kundgebung gegen Masseneinwanderung demonstriert. Im Rahmen eines Aktionstages “Festung Europa” sprachen Redner am Samstag von einer “Völkerwanderung, die immer weniger etwas mit Kriegen zu tun hat”. Scharfe Attacken gab es gegen die Kirchen, die sich für Flüchtlinge einsetzen: Im Umgang “mit koranischen Gesinnungstätern gehe es “nicht um Nächstenliebe”.

Pegida-Anhänger Ernst Cran aus Nürnberg warf den Kirchen auf der Dresdner Kundgebung weiter vor, Teil des “Rund-um-Ausverkaufs” Deutschlands zu seien. Wegen sinkender Kirchenmitglieder würden christliche Gotteshäuser in Moscheen umgewandelt. Moscheen dagegen seien “kulturelle Degenerationsräume”, sagte der Pegida-Aktivist aus Bayern. Die Menge quittierte die Rede mit gegen die Kirche gerichteten “Volksverräter”-Rufen.

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Wie Frau Festerling in Polen das Abendland rettet

Tatjana Festerling von Pegida tritt vor polnischen Nationalisten auf. Nach ihrer Rede werfen aufgeheizte Hooligans Böller und schreien Parolen gegen Ausländer. Festerling scheint sich wohl zu fühlen.

Von Jörg Winterbauer|DIE WELT

Es sollte eigentlich eine riesige Demonstration werden, zu der die rechtsradikale Partei Nationale Bewegung (RN) am gemeinsamen Aktionstag europäischer Islamgegner aufgerufen hatte. Doch gerade einmal 2000 Leute haben sich auf dem Schlossplatz in Warschau versammelt. Drei offensichtlich betrunkene junge Männer in Jeans und Kapuzenpullovern brüllen: “Ich ficke den Islam, ich ficke den Islam!”. Man sieht viele kahlrasierte Schädel und schwarze Bomberjacken. Auch eine Delegation von Hooligans ist da. Die muskulösen Männer schauen grimmig hinter ihrer Vermummung hervor.

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Finanzgeschäfte im Vatikan: 350 verdächtige Fälle

Bild: tilly
Bild: tilly
Die vatikanische Finanzaufsicht AIF hat im Jahr 2015 350 verdächtige Transaktionen gemeldet, im Jahr davor waren es 147, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht der Behörde hervor. Der Verdacht lautete meist auf Betrug, Geldwäsche und gravierende Steuerhinterziehung.

derStandard.at

Die Daten zeigten, dass der Vatikan über ein effektives System zur Meldung verdächtiger finanzieller Transaktionen verfüge, betonte der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano in seinem Jahresbericht über die vatikanischen Justiz am Samstag.

Gegründet war die “Autorita di Informazione Finanziaria” (AIF) im Dezember 2010 von Papst Benedikt XVI. worden, um die Finanzgeschäfte im Vatikan transparenter zu machen und internationalen Standards anzupassen. Im April 2011 hatte die Behörde ihre Arbeit aufgenommen. Vor allem die Vatikanbank IOR war wegen des Verdachts auf Geldwäsche wiederholt in die Schlagzeilen geraten.

Säurenheiliger Pio bewegt die Massen

In langen Schlangen warten die Menschen auf eine „Begegnung“ mit dem Wunderheiler. Foto: dpa
Rom kennt derzeit nur ein Thema: Padre Pio. Noch bis Aschermittwoch ist der Leichnam des italienischen Heiligen im Petersdom zu sehen. Das beschert Rom im Heiligen Jahr endlich Besucherströme.

Von Regina Kerner|Frankfurter Rundschau

Bisher war das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr eher ein Flop, jedenfalls was die Zahl der Pilger und Rom-Touristen angeht. Der Andrang ist längst nicht so groß wie erwartet, die Hoteliers klagen über Absagen, viele Gäste hätten Angst vor Anschlägen, heißt es. Aber – Padre Pio hilf! – jetzt sorgt der konservierte Leichnam des populärsten Heiligen Italiens für vorübergehenden Aufschwung. Acht Tage lang, noch bis Aschermittwoch, wird er in Rom ausgestellt und mehr als 70 000 seiner Verehrer wollen ihn sehen.

Der Schrein mit dem aufgebahrten Wunderheiler, Weissager und Beichtvater für die Massen war am Mittwoch aus dem süditalienischen Wallfahrtsort San Giovanni Rotondo nach Rom geschafft worden. Polizeieskorten flankierten ihn, sogar eine Flugverbotszone wurde während des 500 Kilometer weiten Überland-Transports eingerichtet. Auch Italiens Hauptstadt hat aufgerüstet für die Reliquien-Show. Etwa tausend Sicherheitskräfte sind im Einsatz, die Pilgerschlangen müssen Metalldetektoren durchschreiten, Anti-Terroreinheiten durchsuchten die Kanalisation rund um die Prozessionsroute auf Sprengsätze, ganze Straßenzüge sind gesperrt. Ein Aufwand wie bei einem Staatsbesuch.

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Kardinalstaatssekretär Parolin: Keine Reform des Zölibats geplant

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Parolin: Er wisse auch nicht, wie man das Versprechen katholischer Priester, ehelos zu leben,«reformieren» könne.

kath.net

Eine Reform des Zölibats steht nach Worten von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin derzeit nicht auf der Agenda des Papstes. «Nicht, dass ich davon wüsste», sagte er am Samstag am Rande eines Vortrags in Rom. Im Übrigen wisse er auch nicht, wie man das Versprechen katholischer Priester, ehelos zu leben,«reformieren» könne. Das Problem des Priesterrückgangs hänge unmittelbar mit der Bevölkerungsentwicklung insbesondere in der westlichen Welt zusammen. Auch bei Anglikanern, deren Priester verheiratet sein können, bestünden diese Probleme.

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Religiöse Atomkraftgegner und Juristen wollen sich verbünden

Bilder: wikipedia, Montage bb
Bilder: wikipedia, Montage bb
Anlässlich des fünften Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März wollen sich Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Juristen gegen die Nutzung der Atomkraft stärker verbünden.

evangelisch.de

Zur Tagung “Recht und Religion gegen atomare Risiken” treffen sie sich vom 9. bis 11. März in Frankfurt am Main. Die Referenten kommen aus Europa, Nordamerika, Japan und Korea, wie der Referent für Friedensbildung im evangelischen Zentrum Ökumene, Wolfgang Buff, dem epd sagte.

Ziel der Tagung sei, Atomkraftgegner aus verschiedenen Milieus zusammenzuführen, um gegen die atomare Kette vom Uranabbau bis zur Endlagerung des Strahlenmülls vorzugehen. In diesem Jahr erinnere die Tagung auch an den 30. Jahrestag der Explosion des Atomkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl am 26. April.

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“Jeder Aggressor wird in hölzernem Sarg wiederkehren”

Syriens Außenminister Walid al-Moallem tritt in Damaskus mit harten Worten vor die Presse. Er warnt Saudi-Arabien vor dem Eingreifen in den Bürgerkrieg: “Wir bedauern, dass diejenigen, die das tun, in Särgen in ihre Länder zurückkehren”, so Moallem. Quelle: Die Welt
Drastische Worte des syrischen Außenministers Walid al-Moallem: Die saudische Regierung sei “übergeschnappt”, wenn sie Bodentruppen auf syrisches Gebiet schickt. Die Drohung gilt auch anderen Ländern.

DIE WELT

Die syrische Regierung warnt Saudi-Arabien vor einem Eingreifen in den Bürgerkrieg. Jeder Angriff auf syrisches Gebiet ohne Zustimmung seiner Regierung sei ein Akt der Aggression, sagte Außenminister Walid al-Moallem am Samstag in Damaskus. Syrien werde entsprechend reagieren. Bodentruppen, die das Land beträten, würden in Holzsärgen heimkehren. Für die herkömmliche Logik sei es schwer vorstellbar, dass Saudi-Arabien Truppen nach Syrien schicke. Die saudische Führung sei jedoch “übergeschnappt”.

“Wir versichern, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg in sein Land wiederkehren wird”, sagte der syrische Außenminister am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.

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Generalbundesanwalt kündigt Härte gegen rechtsextreme Straftäter an

Fremdenfeindliche Ausschreitungen in Heidenau 2015 – bislang sind solche Fälle erst mal Ländersache, doch hier prüfte die Bundesanwaltschaft. (Foto: Arno Burgi/AP)
  • Generalbundesanwalt Peter Frank will ein “Gegenfanal” gegen rechtsextrem motivierte Straftaten setzen.
  • Es gehe darum, deutlich zu machen, dass bestimmte Straftaten als so schwerwiegend betrachtet würden, dass die Staatsanwaltschaft des Bundes einschreiten müsse.

Süddeutsche.de

Angesichts der steigenden Zahl von Anschlägen auf Flüchtlingsheime hat Generalbundesanwalt Peter Frank eine härtere Gangart gegen rechtsextreme Straftäter angekündigt. Die Rechten seien zwar in der Vergangenheit zersplittert gewesen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sie sich “neu formieren”, sagte Frank dem Magazin Der Spiegel. “Wir beobachten Anschläge, ja Anschlagsserien, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.”

Ein Einschreiten des obersten deutschen Strafverfolgers kündigte Frank für mehrere Szenarien an. Karlsruhe werde Fälle an sich ziehen, wenn eine rechtsterroristische Vereinigung involviert sei, wenn es “zu pogromartigen Szenen wie in den 90er Jahren in Rostock-Lichtenhagen” komme oder wenn es Tote oder Schwerstverletzte bei einem Anschlag gebe.

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Scharfe Kritik an Kölner Pfarrern wegen Spende von Bordellbesitzer

Bild: tilly
Bild: tilly
Eine angekündigte Spende eines Bordellbesitzers an evangelische Pfarrer in Köln sorgt bei Kirche und Frauenverbänden für Empörung.

evangelisch.de

Die rheinische Landeskirche und der evangelische Frauen-Dachverband efir distanzierten sich im “Kölner Stadtanzeiger” von der Annahme einer in Aussicht gestellten Spende für soziale Projekte. Einer von offenbar zwei betroffenen Theologen hatte einen “Wohltätigkeitsabend” in dem Bordell besucht und die angekündigte Spende in Höhe von 8.500 Euro begrüßt.

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Uni schließt Raum der Stille nach Schwierigkeiten mit Muslimen

TU Dortmund: Muslimische Männer hatten Frauen den Zugang nur zu einem abgetrennten Bereich erlaubt – Flyer empfahl Frauen Kopftuchtragen und Parfumverzicht – Rektorat: “Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein unantastbarer Kernbereich”

kath.net

Mehrfach wurden „weibliche Besucher des Raumes am Eingang von männlichen muslimischen Nutzern abgefangen und darauf hingewiesen, dass sie nur Zugang zu einem kleineren, optisch und tatsächlich abgegrenzten Raumteil hätten, der größere Raumteil sei nur Männern vorbehalten.“ Dies beschreibt die Technische Universität Dortmund Beschwerden über das Verhalten muslimischer Studenten im hochschuleigenen „Raum der Stille“ im Physikgebäude des Campus. Das Rektorat gab nun bekannt, dass man dieses Angebot nicht länger aufrechterhalten werde, der Raum werde einer anderen Nutzung zugeführt. Die Technische Universität begründet ihre Entscheidung damit, dass dies ein „unter keinen Umständen hinnehmbarer Verstoß“ gegen „Art. 3 unseres Grundgesetzes (u. a. Gleichberechtigung von Mann und Frau)“ sei, was sie „zu einem unverzüglichen Handeln gezwungen“ habe. „Vor diesem Hintergrund betrachten wir den Versuch, einen neutralen und allen Glaubensrichtungen in gleicher Weise zur Verfügung stehenden ‚Raum der Stille‘ zu schaffen, leider als gescheitert“, erläuterte das Rektorat in einem Brief an Beschwerdeführer vom 3.2.2016.

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Erben der bayerischen Könige kassieren immer noch Millionen

Königstreu bis ins 21. Jahrhundert: ein Trachtler zwischen Fahnen mit Bildern von König Ludwig II. (Foto: dpa)
Das Geld wird nach einem geheimen Schlüssel aufgeteilt. Der größte Einzelanteil fließt an das Oberhaupt: Franz von Bayern.

Von Kassian Stroh|Süddeutsche.de

Auch knapp 100 Jahre nach dem Ende der Monarchie in Bayern ist es höchst lukrativ, der ehemaligen Herrscherfamilie der Wittelsbacher anzugehören. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung kommt sie jedes Jahr in den Genuss von knapp 14 Millionen Euro, die der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) ausschüttet. Diese Stiftung wurde im Jahr 1923 vom Freistaat Bayern errichtet, um die Mitglieder des Hauses Wittelsbach weiterhin zu alimentieren.

Das Geld fließt an den Chef des Hauses, Franz Herzog von Bayern, und an die Chefs der verschiedenen Linien der Familie, die es dann innerhalb ihrer Linie weiterverteilen. Die genauen Schlüssel sind geheim, den mit Abstand größten Einzelanteil erhält Franz von Bayern.

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Dabrock: Kirche muss Homo- und Transphobie aufdecken

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der Erlanger Theologieprofessor Peter Dabrock hat evangelische Christen dazu aufgerufen, homo- und transsexuelle Menschen zu akzeptieren. Eine Rede von “Sünde” in diesem Zusammenhang dürfe es in der Kirche nicht geben.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

Dabrock erläuterte auf der Konferenz “Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften” in Frankfurt am Main seinen Ansatz einer theologischen Ethik, die nicht auf einzelnen Bibelstellen, sondern auf bestimmten biblischen Kriterien basiert.

Mit Blick darauf, dass oft einzelne Verse herangezogen werden, um nicht-hetero-Sexualität zu verurteilen, sagte der Professor für Systematische Theologie: Statt einer willkürlichen “Wie-es-mir-beliebt-Vernutzung der Bibel” müsse es darum gehen, “primär die Grundperspektive der liebenden Zuwendung Gottes zu den Menschen in den Blick zu nehmen”.

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Foltervorwürfe: Pentagon veröffentlicht 200 Fotos von misshandelten US-Gefangenen

Das Pentagon hat 200 Fotos freigeben müssen. Die Bilder zeigen Gefangene in Afghanistan und im Irak, die von US-Soldaten misshandelt wurden. Weitere 2000 Aufnahmen halten die Militärs aber noch unter Verschluss.

SpON

Nach jahrelangem Rechtsstreit hat das Pentagon am Freitag etwa 200 Fotos veröffentlicht, die die Misshandlungen von Gefangenen durch US-Militärs in Afghanistan und im Irak dokumentieren. Die Bilder sind in den Jahren 2001 bis 2009 entstanden und waren Teil von mehreren Untersuchungen, in denen es um Folter– und Misshandlungsvorwürfe ging. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend, darunter der “Guardian” und “Newsweek”.

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Dodo Marx für Begrenzung der Flüchtlingszahlen

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Deutschland könne nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen, sagt Kardinal Marx, Oberhaupt der deutschen Katholiken. Vehement wendet er sich aber gegen den Schusswaffengebrauch gegenüber Flüchtlingen.

DIE WELT

Das Oberhaupt der deutschen Katholiken, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu begrenzen. “Auch als Kirche sagen wir: Wir brauchen eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der “Passauer Neuen Presse”. Deutschland könne “nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen”.

Es gehe bei der Aufnahme von Flüchtlingen “nicht allein um Barmherzigkeit, sondern auch um Vernunft”, sagte Marx. Er sprach sich aber gegen eine Beschränkung des deutschen Asylrechts aus. “Jeder, der europäischen Boden betritt, muss anständig behandelt werden und ein faires Verfahren erhalten”, sagte der Erzbischof von München und Freising. Die Grenze Europas dürfe “keine Grenze des Todes sein”.

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Hakenkreuze an jüdischem Altenheim

Eine mit einem Hakenkreuz besprühte Wand. (Symbolbild) Foto: dpa
Unbekannte beschmieren ein Altenzentrum der jüdischen Gemeinde in Frankfurt mit Hakenkreuzen und SS-Runen. Diese antisemitischen Schmierereien sind in der Stadt kein Einzelfall.

Von Hanning Voigts|Frankfurter Allgemeine

Das Altenzentrum der Jüdischen Gemeinde in Bornheim ist in der Nacht zum Freitag mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert worden. Wie die Polizei mitteilte, seien die Schmierereien an dem Gebäude und der Mauer eines benachbarten Hauses angebracht worden. Wie eine Polizeisprecherin der Frankfurter Rundschau sagte, hätten die Betreiber des Altenheims die Symbole am Morgen bemerkt, sie seien mit Farbe übermalt worden.

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Wollte dieser Mann ein Massaker in Berlin anrichten?

Der am Donnerstag festgenommene Algerier Farid A. (Foto: AFP)
Vor allem wegen der Fotos des Verdächtigen nehmen die Behörden den Terrorverdacht in Berlin sehr ernst. Sie sind sicher: Der IS nutzt die Balkanroute zum Einschleusen von Kämpfern.

Von Georg Mascolo|Süddeutsche.de

Bis zum Herbst des vergangenen Jahres schien der Flüchtlingsstrom vor allem eine Herausforderung zu sein. Aber keine Bedrohung. Akribisch hatten Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Polizei die vielen eingehenden Hinweise abgearbeitet, dass sich Terroristen unter den Schutzsuchenden verbergen  könnten.

Experten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) berichteten vor Abgeordneten des Bundestags, man sei allen Spuren nachgegangen, aber keine einzige von ihnen habe sich bestätigen lassen. Man könne zwar für die Zukunft keine Szenarien ausschließen, aber bisher gebe es keinerlei Beleg für die damals schon dutzendfach verbreitete  These, dass sich Terroristen unter die Flüchtlinge mischen würden.

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Volker Jung: Transsexualität endlich “entmoralisieren”

Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat im Zusammenhang mit transsexuellen Menschen von einer “schuldbelasteten Wahrnehmung” der Kirche gesprochen.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

“Es wurde nicht wahrgenommen, dass es Grundprägungen von Menschen gibt, die nicht veränderbar sind und zur Identität eines Menschen gehören”, sagte Jung bei der Konferenz “Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften” an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Das Thema sei nicht nur ein Randthema, das sich einer Minderheit zuwende. Es ist ein Thema, “das in Grundfragen von Theologie und Kirche hineinführt”. Um der Menschen willen sei “eine Entmoralisierung erforderlich”, sagte Jung. Sexuelle Prägungen seien jeweils “empfangen”.

Theologisch besteht nach Jung die Herausforderung darin, dass das heutige Verständnis sexueller Vielfalt “in dieser Form nicht im Horizont der Aussagen biblischer Texte steht”. Dies bedeute, dass auch die Schöpfung im Blick auf die Geschlechtlichkeit “nicht auf normative Binarität reduziert werden kann”. Die Zweigeschlechtlichkeit von Frau und Mann sei zwar eine “besondere Gabe Gottes”. Sie sei aber “nicht das einzige Schöpfungsgemäße, gegenüber dem andere geschlechtliche Orientierungen als defizitär zu beurteilen wären”.

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Satanists Have Trolled A Major City Into Submission

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Phoenix, Arizona will no longer begin its city council meetings with a prayer, a reform the council adopted in order to prevent a Satanic Temple member from offering such an opening invocation.

By Ian Hillhiser|ThinkProgress

The move follows a 2014 Supreme Court decision that, ironically, was widely viewed as a huge blow to the separation of church and state when it was handed down. That impression, however, did not anticipate the Satanic Temple’s efforts to troll lawmakers who wish to begin their meetings with an endorsement of religion.

Town of Greece v. Galloway involved a town in upstate New York that invited local clergy to open its board meetings with an invocation. With a few exceptions, these prayers were delivered by Christian ministers, and many of them had overtly Christian themes. Nevertheless, a bare majority of the justices concluded that this arrangement did not violate the Constitution. “That nearly all of the congregations in town turned out to be Christian does not reflect an aversion or bias on the part of town leaders against minority faiths,” Justice Anthony Kennedy wrote for the Court. “So long as the town maintains a policy of nondiscrimination, the Constitution does not require it to search beyond its borders for non-Christian prayer givers in an effort to achieve religious balancing.”

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Glauben : Wo ist Gott? – Kreationismus

Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Expansion des Universums und Entwicklungsstadien als Modell (Bild: NASA / WMAP Science Team, Public Domain)
Wenn es um den Sinn des Lebens geht, stehen sich Religion und Wissenschaft meist als Widersacher gegenüber. Völlig zu Unrecht, findet Martin Nowak, Professor für Evolutionsbiologie in Harvard. Ein Gespräch über sein Vertrauen in Gott und in die Naturgesetze.

Interview: Andreas Lebert und Christian Schwägerl|ZEIT ONLINE

Charles Darwin hat Theologie studiert und sollte auf Wunsch seines Vaters Geistlicher werden. Doch nach seiner epochalen Forschungsreise wuchsen Darwins Zweifel an der christlichen Lehre, er bezeichnete sich später als Agnostiker. Viele prominente Evolutionsbiologen unserer Zeit distanzieren sich viel deutlicher vom Glauben als Darwin. Nicht so Martin Nowak, einer der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Wir treffen den Harvard-Professor in seinem Geburtsort Klosterneuburg bei Wien, wo er zu Besuch ist. Dort ist in den vergangenen Jahren das österreichische Institute of Science and Technology entstanden, ein Ort der Spitzenforschung, für den Nowak als Berater wirkt. Auf den Fluren laufen einem dort Ameisenforscher, Immunexperten, Robotiker und Physiker über den Weg. Nur in einem Raum geht es an diesem Nachmittag nicht um Spitzenforschung, sondern um ein Glaubensbekenntnis.

ZEIT Wissen: Herr Nowak, was macht Ihnen Angst?

Martin Nowak: Was mir Angst macht, ist, dass wir Menschen die Möglichkeit haben, Böses zu tun.

ZEIT Wissen: Lässt das Böse in der Welt Sie an Gott zweifeln?

Nowak: Augustinus zufolge ist die Natur Gottes, dass er das Gute auch aus dem Bösen erschaffen kann. Das Böse hat nicht die gleiche Existenz wie das Gute.

ZEIT Wissen: Sie sind Professor für Biologie und Mathematik an der Universität Harvard und leiten ein Programm für Evolutionsbiologie. Zugleich sind Sie gläubiger Katholik. Passt das zusammen?

Nowak: Sehr gut. Es gibt keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und christlicher Weltanschauung.

ZEIT Wissen: Das sehen oder sahen viele Ihrer sehr bekannten Kollegen in der Biologie anders, von denen einige große Namen behaupten, Wissenschaft und Glauben seien komplett inkompatibel.

Nowak: Aber die Argumente, die dabei vorgebracht werden, sind nicht wissenschaftlich, sondern subjektive Weltanschauungen. Sie liefern keinen Beweis, ob es Gott gibt oder nicht. Die Existenz Gottes kann man nicht wissenschaftlich prüfen. Jetzt zu sagen, ich interpretiere die wissenschaftlichen Beobachtungen, als ob sie zeigen würden, dass es Gott nicht gibt, das ist nicht wissenschaftlich. Das ist selbst eine Art von Religion. Eine Religion des Atheismus. Diese Haltung ist unter Biologen aus irgendeinem Grund häufiger verbreitet als unter Mathematikern und Physikern.

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