Aurora Humanitarian Index: Mythen über Migranten – und wie die Realität aussieht

Die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder, hier in einem Lager im Irak.Imago/Florian Gaertner
Die meisten Flüchtlinge leben im Süden, nicht in den entwickelten Ländern: Der Aurora Humanitarian Index deckt diese und andere Fehleinschätzungen zu Migration und Flucht auf.

Von Dorothee Nolte | DER TAGESSPIEGEL

Über die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder – aber kaum jemand weiß das. Die meisten Menschen glauben, Kinder stellten etwa ein Drittel der Geflüchteten, wie es einem normalen Anteil an der Bevölkerung entspräche. Diese Fehleinschätzung hat möglicherweise fatale Folgen: Denn Menschen sind sehr viel eher bereit zu helfen, wenn es um Kinder geht. Wüssten sie, wie sehr Kinder von den weltweiten Fluchtbewegungen betroffen sind – würden sie dann mehr spenden?

Mit Sicherheit lässt sich das nicht sagen, aber der „Aurora Humanitarian Index“ bemüht sich immerhin, die Einstellungen von Menschen zu Flucht und Migration zu erforschen, Fehleinschätzungen aufzudecken und daraus Folgerungen für die Politik abzuleiten. Die aktuelle Auswertung, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde, basiert auf knapp 11.000 Online-Interviews, die im März und April 2018 mit Menschen aus 12 Ländern geführt wurden – jeweils rund 1000 Menschen in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, USA, Argentinien, Japan, Armenien, Russland und der Türkei. Mit je 300 Befragten sind auch die Länder Iran, Kenia und Libanon dabei.

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Immer mehr Österreicher interessieren sich für Pornos mit Flüchtlingen

Die Suchanfragen nach „Refugee Porn“ steigen enorm, wie eine Zeitungsrecherche zeigt. Neben Österreich sind noch zwei andere Länder in Europa auffällig.

Die Presse.com

Mit der steigenden Anzahl von Flüchtlingen nimmt auch das Interesse an Sex mit ihnen in Europa zu. Dieses eindeutige Ergebnis erbrachten Recherchen der deutschen Zeitung „Die Zeit“. Und zwar auf Grundlage von Statistiken zu Suchanfragen auf der zweitgrößten Pornoplattform Xhamster, die von den Journalisten gemeinsam mit Statistikexperten und Sexualwissenschaftlern ausgewertet wurden. Auch auf anderen Plattformen, zeige sich das Phänomen, dass seit 2015 häufiger nach solchen Inhalten gesucht wird. Konkret geht es etwa um Anfragen zu Filmen pornografischen Filmen, bei denen geflüchtete Frauen beim Sex gezeigt werden. Es gehe vorwiegend um heterosexuelle Pornografie, die mit dem Motiv der mysteriösen, fremden Frau spiele, die von weißen Männern verführt und dominiert werde.

Die Recherche fokussierte vor allem Deutschland, bezog aber auch andere Staaten mit ein. Und da zeigte sich, dass sich das Phänomen vor allem in Österreich und Ungarn beobachten ließ.

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Atomabkommen Iran stellt Deutschland und Co. Ultimatum

Irans Präsident Hassan Ruhani Foto: dpa
Der Iran hat der Europäischen Union eine Frist von 60 Tagen gesetzt, um die Umsetzung des Atomabkommens auch nach dem Ausstieg der USA zu garantieren.

Berliner Zeitung

Das sei bei einem Treffen am Sonntag festgelegt worden, an dem der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi teilnahm, berichtete das Internetportal des Parlaments in Teheran. Nach Informationen aus Teheran verlangt das EU-Trio Deutschland, Frankreich und Großbritannien aber 90 Tage. Das Thema solle deshalb beim Treffen der Außenminister am Dienstag in Brüssel erörtert werden.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“, es werde eine Frist von 60 beziehungsweise 90 Tagen geben. „In dieser Zeit werden wir alle Möglichkeiten nutzen, um die amerikanische Regierung zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen“, sagte Altmaier.

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Hunderte Missbrauchsfälle bei Zeugen Jehovas

© Bild: picture alliance/dpa/Paul Zinken
In den vergangenen Wochen gab es bereits Meldungen aus Großbritannien und Norwegen. Nun wurden auch Hunderte Missbrauchsfälle bei den Zeugen Jehovas in den Niederlanden bekannt.

katholisch.de

Hunderte Missbrauchsfälle bei den Zeugen Jehovas in den Niederlanden hat die Organisation „Reclaimed Voices“ nach eigenen Angaben verzeichnet. Das bestätigte der Vorsitzende der Organisation, Raymond Hintjes, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch. Er wolle nun zur Aufklärung der Fälle beitragen. „Reclaimed Voices“ wurde im November 2017 gegründet, um sich dieses Themas anzunehmen. Seitdem seien Meldungen über 276 Fälle von Missbrauch bei der Glaubensgemeinschaft eingegangen. Etliche der Taten lägen viele Jahre zurück.

„Missbrauch bei den Zeugen Jehovas ist ein weltweites Problem“, sagte Hintjes. Er wundere sich, warum das Thema in Deutschland noch nicht aufgegriffen worden sei. In den vergangenen Wochen gab es auch in Norwegen und Großbritannien Berichte über Missbrauchsfälle in der Religionsgruppe.

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Schwere Vorwürfe Russlands gegen London

Der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau bei einem Treffen mit dem bangladeschischen Außenminister. – APA/AFP/YURI KADOBNOV
Russland wirft Großbritannien und der USA den Verlust jeden Anstands vor und macht einen Vorschlag für die Ermittlungen im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal.

Die Presse.com

Nach der Ausweisung Dutzender Diplomaten hat Russland im Streit um den vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal einen Vorschlag für die Ermittlungen von Chemiewaffen-Experten angekündigt. Dieser solle bei einer Sondersitzung der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Mittwoch vorgestellt werden, sagte der russische Vertreter bei der OPCW, Alexander Schulgin.

„Das wird ein einfacher, klarer Vorschlag, der dazu bestimmt ist, zu den Untersuchungen des Vorfalls in Salisbury beizutragen“, fügte der Diplomat hinzu, ohne Details zu nennen. Russland hat die Sondersitzung des Exekutivrates der OPCW beantragt, um über den Fall Skripal zu beraten. Außenminister Sergej Lawrow sagte, dabei sollten sämtliche Fakten geklärt werden, die zur Wahrheitsfindung beitragen. Die Sitzung findet Berichten zufolge unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Telford: Noch mehr Mädchen melden sich in Missbrauch-Skandal

2016 wurde auch in Rotherham in Nordengland ein Zuhälter-Ring verurteilt. Bild: dpa
Das Ausmaß des Skandals in Großbritannien wurden wohl lange verschwiegen. Fachleute sprechen von einem Muster, nach dem pakistanische Einwanderer Zuhälter-Ringe gebildet hätten.

Von Jochen Buchsteiner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Seit die britische Regierung eine offizielle Untersuchung der Missbrauchsfälle in Telford angekündigt hat, melden sich immer mehr junge Mädchen aus der mittelenglischen Stadt, die über Vergewaltigungen durch Männer pakistanischer Herkunft berichten. Die konservative Abgeordnete Lucy Allan, die den Wahlkreis in den Midlands vertritt, sagte der BBC am Wochenende, ihre Mailbox quelle über von entsprechenden Mitteilungen. Nach Schätzungen wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als 1000 Mädchen missbraucht, manche von ihnen nicht älter als 13 Jahre alt. Die örtliche Polizei bezeichnete die Zahl als „zu hoch“. Allan sagte, Hunderte Mädchen seien missbraucht worden.

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Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub: EU-Kommissar setzt Deutschland eine kurze Frist

Bild: Alexander Blum / Mit freundlicher Genehmigung
Kommissar Vella droht mit Klage; deutsche Gerichte zweifeln am politischen Willen und mahnen Fahrverbote an; Kommentare befürchten eine Regierungskrise

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Bayerns Umweltministerin Scharf muss nicht ins Gefängnis, was auch niemand ernsthaft erwartet hatte.

Aber Scharf wurde von der Vorsitzenden Richterin des Verwaltungsgerichts in München auf eine Art gerüffelt, wie sie Politiker in dieser Klarheit nur selten zu erwarten haben. Die bayerische Regierung protestierte am heutigen Dienstag auch gegen die Formulierungen der Richterin.

Bei der Verhandlung ging es um Luftverschmutzung und Autoabgase und darum, wie es um den politischen Willen der bayerischen Regierung steht, mit wirksamen Maßnahmen für gute Luft zu sorgen.

Richterin Martina Scherl kanzelte das Konzept, das die Regierung nach einer Entscheidung des bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) bis Ende 2017 vorlegen sollte, ungewöhnlich deutlich als „substanzlos“ ab:

Ich glaube, Sie verkennen den Ernst der Lage. Mit diesem allgemeinen Blabla im Entwurf des Luftreinhalteplans genügen sie nicht den Vorgaben des Gerichts.

Martina Scherl, Vorsitzende Richterin

Scherl sprach von einer „halben Larifari-Seite“, einer „Alibiplanung“ und verhängte ein Zwangsgeld gegen die CSU-Regierung in München, weil sie trotz der Abgasbelastung in der Stadt und trotz der oben genannten Anordnung des Verwaltungsgerichtshofs noch immer keine „möglichen Fahrverbote vorbereitet“ habe.

Als Klägerin wird übrigens die Deutsche Umwelthilfe genannt. Das Schreckgespenst all derjenigen, die Fahrverbote fürchten. Die Umwelthilfe bleibt auf der harten Spur.

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„Der Wille zur Verteidigung der Menschenrechte lebt

Teilnehmer einer Gay-Pride-Parade halten im August vergangenen Jahres im russischen Sankt Petersburg der Staatsmacht Regenbogenfahnen entgegen. (Foto: Olga Maltseva/AFP)
  • Von Afghanistan bis Simbabwe – in etlichen Ländern weltweit kommt es zu massiven Verstößen gegen die Menschenrechte, berichtet Human Rights Watch im aktuellen Jahresbericht.
  • Die Entwicklung ist den Aktivisten zufolge aber nicht ganz so schlimm, wie vor einem Jahr befürchtet.
  • Viele Menschen würden erkennen, wie abwegig die angeblichen Lösungen der Populisten auf Kosten von Minderheiten sind.
  • Einflussreiche Länder wie die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich tun derzeit wenig für die Menschenrechte. Erfolge gehen vor allem auf kleine Staaten und eine engagierte Öffentlichkeit zurück.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche Zeitung

Von der Organisation Human Rights Watch erwartet man eher keine guten Nachrichten, schließlich hat sie sich zur Aufgabe gemacht, Verstöße gegen die Menschenrechte aufzuzeigen. Ihr jetzt in Paris vorgestellter Jahresbericht 2018 erfüllt diese Erwartungen auch weitgehend. Aber was die Menschenrechtsaktivisten für die Zeit von Ende 2016 bis November 2017 beobachtet und zusammengetragen haben, lässt sie zu dem überraschenden Schluss kommen: Es ist nicht ganz so schlimm gekommen, wie vor einem Jahr befürchtet.

Gut steht es um die Menschenrechte weltweit deshalb allerdings noch lange nicht, wie der Bericht zeigt, in dem auf 643 Seiten die Lage in mehr als 60 Staaten zusammengefasst wird.

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G-7-Gipfel soll sich um Geschlechter-Gerechtigkeit drehen

Kanadas Premierminister Justin Trudeau – Reuters (FRED DUFOUR)
Kanada übernimmt mit 1. Jänner den rotierenden Vorsitz der G-7-Gruppe. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2015 hat Justin Trudeau die Stärkung von Frauenrechten zu seinem größten Anliegen erklärt.

Die Presse.com

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau will die Gleichberechtigung von Frauen zu einem der Hauptthemen des nächsten G-7-Gipfels im Juni machen. Kanada übernimmt mit 1. Jänner den rotierenden Vorsitz der G-7-Gruppe, zu der auch die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan zählen.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2015 hat Trudeau die Stärkung von Frauenrechten zu einem seiner größten Anliegen erklärt. Beim G-7-Treffen am 8. und 9. Juni in Charlevoix in der Region Quebec werde es um die „Förderung der Gleichberechtigung, die Stärkung der Frau, saubere Energie und Wirtschaftswachstum“ gehen, teilte Trudeau mit. Charlevoix liegt eineinhalb Autostunden außerhalb der Stadt Quebec.

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„Keinen Inch weiter nach Osten“: Was den Russen zur Wiedervereinigung über die Nato versprochen wurde

US-Präsident Bush und UdSSR-Präsident Gorbatschow beim Gipfeltreffen am 31. Mai 1991 im Weißen Haus. Bild: George H.W. Bush Presidential Library, P13298-18
Jetzt frei gegebene Dokumente zeigen, dass die westlichen Regierungen den zu naiven Gorbatschow mit falschen Versprechungen hereingelegt haben

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder wurde von Politikern der Nato-Mitgliedsstaaten beteuert, es habe bei den Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands keine Zusicherungen an Russland gegeben, dass sich die Nato nicht über Ostdeutschland hinaus nach Osten erweitert. An den Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag haben neben der Sowjetunion, die USA, Frankreich, Großbritannien, BRD und DDR teilgenommen.

Der damalige US-Präsident George H.W. Bush hatte zur Bedingung gemacht, dass das vereinte Deutschland Nato-Mitgliedsstaat wird bzw. bleibt. Obgleich nach dem Vertrag Deutschland „auf Herstellung und Besitz von und auf Verfügungsgewalt über atomare, biologische und chemische Waffen“ verzichtet, gab es weiterhin das Schlupfloch mit der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ an US-Atomwaffen, mit denen im Konfliktfall deutsche Flugzeuge ausgerüstet werden können. Die ostdeutschen Bundesländer müssen atomwaffenfrei bleiben: „Ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger werden in diesem Teil Deutschlands weder stationiert noch dorthin verlegt.“

Ursprünglich hatte die Sowjetunion den Austritt Deutschlands aus der Nato gefordert, Gorbatschew stimmte schließlich zu, dass Deutschland frei über eine Bündniszugehörigkeit entscheiden kann. Man muss vermuten, dass es hier weitere Vereinbarungen gegeben haben muss, schließlich sind die Vorkehrungen für Ostdeutschland klar genug, dass hier weder ausländische Truppen noch Atomwaffen stationiert werden dürfen. Ohne eine gewisse Garantie, dass sich die Nato nicht weiter nach Osten ausdehnt, wird Gorbatschew dem Nato-Beitritt des vereinten Deutschlands wohl sonst nicht zugestimmt haben.

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Erdogan und Macron wollen Trump in Jerusalem-Frage umstimmen

Der französische Präsident Emmanuel Macron und der türkische Präsident Tayyip Erdogan. – (c) Reuters
Der türkische und der französische Präsident wollen offenbar gemeinsam die USA überreden, die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zu überdenken.

Die Presse.com

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen gemeinsam die USA dazu überreden, ihre Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zu überdenken, sagte am Samstag eine dem türkischen Präsidenten nahestehende Quelle. Die beiden Staats- und Regierungschefs stimmten demnach während eines Telefonats zu, dass der geplante Umzug für die Region besorgniserregend sei. Türkei und Frankreich würden gemeinsam versuchen, die US-Entscheidung umzukehren.

Erdogan habe am Samstag mit den Präsidenten von Kasachstan, Libanon und Aserbaidschan über das Thema gesprochen, hieß es weiter. Am Mittwoch berief er in der Türkei eine dringende Sitzung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit ein.

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Unheimliche Krieger

Photograph: Solent News/Rex
Killerroboter töten Menschen für andere Menschen. Doch ein internationales Verbot steht nicht zur Debatte. Bis Freitag beraten Regierungsvertreter bei den UN über die Revolution der Kriegsführung.

Von Jan Dirk Herbermann | evangelisch.de

Indiens Abrüstungsbotschafter bei den Vereinten Nationen verliert sich gerne im Philosophischen. Und der Diplomat gräbt ebenso engagiert in der langen Geschichte seiner Heimat. „Das alte Indien hatte Kriegsregeln“, erklärt Amandeep Gill. „Die Kämpfe mussten bei Sonnenuntergang stoppen.“ Dann spannt er den Bogen zu seinem aktuellen Job. Gill leitet die UN-Konferenz der Regierungsexperten, die bis Freitag über militärische und ethische Aspekte einer unheimlichen neuen Waffengattung berät: sogenannte Killerroboter.

„Die Experten werden keine neue Regeln für die Kriegsführung mit Killerrobotern verabschieden“, sagt Gill ohne Umschweife. „Sie werden auch keine Empfehlung an die Vertragsstaaten der UN-Waffenkonvention abgeben, Killerroboter zu verbieten.“ Ebenso hält es der Botschafter für unwahrscheinlich, dass die Vertragsstaaten der UN- Waffenkonvention auf ihrem Treffen ab Mitte nächster Woche (22.11.) Gespräche für eine Ächtung der Todesmaschinen beschließen.

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Sexuelle Belästigung: Deutsche toleranter

Mit Harvey Weinstein begann die Debatte um sexuelle Belästigung und Missbrauch neu. Foto: dpa
Wo fängt sexuelle Belästigung von Frauen an? Die Antworten dazu fallen in Europa durchaus unterschiedlich aus.

Frankfurter Rundschau

Als Mann einer Frau einen Sexwitz erzählen? Oder einer Frau auf die Brüste schauen? Für die Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland ist das anscheinend noch keine sexuelle Belästigung. Im europäischen Vergleich zeigen sie damit recht viel Toleranz, wie eine repräsentative Umfrage in sieben Ländern ergab.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte im Oktober insgesamt 8490 Frauen und Männer in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen befragt. Da war die Debatte um Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein (65) bereits in vollem Gange.

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Zähne der wohl frühesten Vorfahren des Menschen entdeckt

Verwandte des Menschen? Bei solchen rattenähnlichen Säugetieren haben Wissenschaftler Fossilien der wohl frühesten bekannten Vorfahren der Menschheit entdeckt. Foto: Mark Witton/University of Portsmouth © dpa-infocom GmbH
Wissenschaftler haben in Großbritannien nach eigenen Angaben Fossilien der wohl frühesten bekannten Säugetier-Vorfahren der Menschheit entdeckt. Sie fanden Zähnchen von zwei kleinen rattenähnlichen Säugetieren in der Grafschaft Dorset im Südwesten Englands.

stern.de

Wissenschaftler haben in Großbritannien nach eigenen Angaben Fossiliender wohl frühesten bekannten Säugetier-Vorfahren der Menschheit entdeckt. Sie fanden Zähnchen von zwei kleinen rattenähnlichen Säugetieren in der Grafschaft Dorset im Südwesten Englands.

Die Tiere lebten vor 145 Millionen Jahren im Zeitalter der Dinosaurier, wie die Forscher der Universität Portsmouth mitteilten.

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Ägyptisches Außenministerium bestellt deutschen Botschafter ein

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Deutschland und vier weitere Regierungen kritisierten die Verhaftung eines Menschenrechtlers in Ägypten: Kairo beurteilt das als unerlaubte Einmischung und reagiert mit diplomatischen Mitteln.

SpON

Der deutsche Botschafter in Ägypten, Julius Georg Luy, ist vom Außenministerium in Kairo einbestellt worden. Als Grund nannte Kairo die Protestnote Deutschlands und vier weiterer Länder gegen die Inhaftierung eines Menschenrechtsanwalts. Neben Luy seien auch die diplomatischen Vertreter von Großbritannien, Italien, Kanada und der Niederlande in das Ministerium zitiert worden, teilte das ägyptische Ministerium mit.

Der ägyptische Menschenrechtler Ibrahim Metwalli Hegasi war am 10. September vor der Abreise zu einer Konferenz der Vereinten Nationen festgesetzt worden. Man sei besorgt über die angeblichen Haftbedingungen des Anwalts, hieß es in dem gemeinsamen Protestschreiben.

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„BEN AND JERRY’S“: Glyphosat in Speiseeis gefunden

„Unsere Produkte sind sicher und können bedenkenlos verzehrt werden“, erklärte Unilever. ©DPA
Experten finden Spuren eines umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels in Speiseeis. Hersteller Unilever erklärt daraufhin, die Produkte könnten bedenkenlos verzehrt werden. Glyphosat sei in nahezu allen Lebensmitteln zu finden.

Frankfurter Allgemeine

Spuren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat haben Wissenschaftler in Speiseeis-Proben aus Deutschland und drei weiteren europäischen Ländern gefunden. „Untersuchungen aus Frankreich und Großbritannien weisen darauf hin, dass der Glyphosatgehalt aus den meisten Proben von ,Ben and Jerry’s‘ Eiscreme wahrscheinlich ein Gesundheitsrisiko darstellt“, sagte der Forscher Gilles-Eric Séralini am Dienstag in Brüssel. Er stellte seine Forschungsergebnisse dort auf einer Pressekonferenz der Grünen im Europäischen Parlament vor.

Der amerikanische Wissenschaftler John Fagan sagte, in 13 von 14 untersuchten Eisproben habe man Glyphosat in einer Konzentration von bis zu 1,23 Nanogramm pro Milliliter gefunden. Fagan untersuchte „Ben and Jerry’s“ Eis aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Parallel getestete Bio-Eiscreme habe kein Glyphosat enthalten, sagte er. Der Hersteller Unilever betonte, die nachgewiesenen Glyphosatspuren lägen deutlich unter allen Grenzwerten, die in den Vereinigten Staaten und Europa gälten.

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Deutsche sehen Islam als Bedrohung

Symbol Bild: Reuters
Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen den Islam als Bedrohung ansehen. Somit liegt Deutschland über dem EU-Durchschnitt.

IslamiQ

Einer französischen Studie zufolge sieht über die Hälfte der Deutschen den Islam als Bedrohung an. 63 Prozent der Bundesbürger hätten auf die Frage: „Ist der Islam eine Bedrohung für ihr Land?“ mit „Ja“ geantwortet, ergab die vom Umfrageinstitut Ipsos durchgeführte Erhebung, über die das „Le Figaro Magazine“ am Freitag berichtete.

Mit den 63 Prozent liege Deutschland 5 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Höher seien die Werte in den osteuropäischen Ländern Polen (67), der Tschechischen Republik (85) und der Slowakei (78). Besonders niedrig seien sie in Portugal und Kroatien mit 36 und 29 Prozent.

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Viele alte Menschen sind chronisch einsam

Bild: David Hodgson/CC BY-2.0
Eine britische Organisation spricht von einer „Einsamkeitsepidemie“, die mit der älter werdenden Gesellschaft schnell zunehme

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Alter verbreitet sich Einsamkeit besonders stark. Das ist bedingt durch die Lebensweise, etwa durch den Zerfall der Familien und das Leben als Single. In Großbritannien ist die 2011 gegründete Campaign to End Loneliness angetreten, um auf die Entwicklung hinzuweisen. Im Land sollen bereits 1,2 Millionen Rentner chronisch einsam sein. Eine halbe Million älterer Menschen soll mindestens 5-6 Tage in der Woche verbringen, ohne einen anderen Menschen zu sehen oder zu sprechen. 51 Prozent der Menschen über 75 Jahre leben allein. Zwei Fünftel der älteren Menschen (3,9 Millionen) sagen, der Fernseher sei ihre wichtigste Gesellschaft.

Nach einer Umfrage ist den Briten dieses Schicksal für das Alter auch bewusst, dass mit dem Herausfallen aus der Arbeitswelt die Einsamkeit wächst. 89 Prozent gehen davon aus, dass Einsamkeit im höheren Alter immer wahrscheinlicher wird, bei den Über-65-Jährigen sagen dies 93 Prozent.

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Kampf gegen Steuerflucht: Deutschland beklagt Blockade durch EU-Staaten

Konzerne wie Google nutzen Schlupflöcher, um in der EU Steuern zu sparen. Den Staaten entgehen Milliarden Euro. (Foto: REUTERS)
  • Deutschland wirft großen EU-Staaten vor, den Kampf gegen die Steuerflucht von Konzernen zu behindern.
  • In internen Protokollen kritisieren Beamte des Finanzministeriums insbesondere große Mitgliedsstaaten wie Spanien, Frankreich und Italien.

Von Lena Kampf | Süddeutsche.de

Die Blockadehaltung mehrerer Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Kampf gegen Steuerflucht hat im Bundesfinanzministerium für Unmut gesorgt. In internen Protokollen beklagen sich deutsche Beamte, dass insbesondere Spanien, Frankreich und Italien Schlupflöcher in der Unternehmensbesteuerung weiter offenhalten. Außerdem werde eine gemeinsame schwarze Liste von Steueroasen in Drittstaaten, die bis Ende des Jahres verabschiedet werden sollte, von Großbritannien blockiert.

In den Sitzungsprotokollen der europäischen Gruppe Verhaltenskodex, einem informellen Gremium des EU-Rats zur Bekämpfung unfairen Steuerwettbewerbs, bezeichnen die deutschen Vertreter das Verhalten im Hinblick auf den engen Zeitplan als „äußerst misslich“. Sie finden deutliche Worte: „Das Ausmaß der Beteiligung anderer Mitgliedstaaten an den Diskussionen zur Eindämmung schädlichen Steuerwettbewerbs hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.“ Die Protokolle, die auf Juni und Juli 2017 datiert sind, liegen der Süddeutschen ZeitungNDR und WDR vor.

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Türkei: General belastet Deutschland im Putsch-Prozess

Akin Öztürk während seiner aktiven Zeit als Luftwaffengeneral| Quelle: picture alliance / dpa
Einer der Hauptangeklagten im Putsch-Prozess in der Türkei wähnt „ausländische Mächte“ als Drahtzieher – darunter Deutschland. Ist der General davon wirklich überzeugt? Vieles spricht dafür, dass er extremem Druck ausgesetzt wurde.

Von Boris Kalnoky | DIE WELT

Prellungen und Blutspuren in den Gesichtern, Augen ohne Hoffnung – so erschienen festgenommene Offiziere auf Fotos der türkischen Staatsmedien nach dem gescheiterten Coup im vergangenen Sommer. Es waren Bilder, die alles darüber sagten, was den Putschisten in der Türkei blühte. Eine Botschaft war diese: Die Türkei hat zwar Gesetze gegen Misshandlung in Polizeigewahrsam, gegen Folter – aber ab sofort würden diese Gesetze nichts mehr bedeuten.

Ein Gesicht stach heraus: Akin Öztürk. Wattebausch am blutverkrusteten Ohr, eingefallenes Gesicht – der einstige Luftwaffenchef wirkte wie ein wandelnder Toter. Zum Zeitpunkt des Putschversuchs besaß er keine aktive Funktion mehr in den Streitkräften, war aber hoch angesehen und immer noch Mitglied im Obersten Militärrat.

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