Das erhabene Spektakel der Atomtests

Themenbild. Screengrab Youtube
US-Wissenschaftler haben Videos von den oberirdischen Atomwaffentests der USA aus den Jahren 1945 bis 1962 deklassifiziert und eine „Playlist“ veröffentlicht

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Konflikt mit Nordkorea herrscht die Angst, es könne zu einer nuklearen Auseinandersetzung kommen. Das Säbelrasseln und Waffen-Vorführen ist zwar ein übliches Macho-Gehabe zwischen Staaten, wenn sie aber von unberechenbaren Menschen wie Donald Trump oder Kim Jong-un geleitet werden, bleibt die Unsicherheit groß, dass einmal eine schnelle Entscheidung eine Entwicklung auslöst.

So ist womöglich damit zu rechnen, dass Nordkorea wieder einen provozierenden Atomwaffentest ausführt. Es wäre der bislang sechste. Ob das Regime über einsatzfähige Atomwaffen verfügt, ist allerdings weiterhin eine Frage der Spekulation. Nordkorea macht alles, damit es so scheint, zumal das Regime – ein Teil der „Achse des Bösen“ von George W. Bush – gelernt hat, dass einzig Atomwaffen vor Regime Change schützen.

Nordkorea führte seine Atomwaffentests unterirdisch durch. Im Kalten Krieg haben die USA und die Sowjetunion zahlreiche Tests durchgeführt. Während Russland mehr als 700 Tests durchführte, zündeten die USA über 1000 Mal eine Bombe, davon 200 Mal oberirdisch. Auch Frankreich war mit fast 200 Atomwaffentests dabei, China und Großbritannien führten jeweils 45 Tests durch.

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Warum Türken in Deutschland auf Erdogan stehen – und Türken in den USA nicht

Die Türkin Gulay Turkmen-Dervisoglu arbeitet als Soziologin an der Universität Göttingen. Auch sie hat Ihre Stimme abgegeben. © Gulay Turkmen-Dervisoglu
In Deutschland gibt es unter den Wählern viel mehr Befürworter der Verfassungsreform von Präsident Erdogan als in der Türkei oder unter Türken, die in Übersee leben. Weshalb ist das so? Eine türkische Soziologin hat eine Erklärung.

stern.de

In der Türkei war die Wahlbeteiligung hoch, das Ja zur Verfassungsreform des Präsidenten knapp. In Deutschland stimmten knapp 50 Prozent der wahlberechtigten Türken ab – und sagten mit beinahe Zwei-Drittel-Mehrheit (63,1 Prozent) Ja zu Recep Tayyip Erdogan. In den USA, in Kanada und Großbritannien sieht das ganz anders aus. Weshalb findet Erdogan mehr Unterstützung bei den türkischen Wählern in Deutschland als sonstwo in der Welt? Die türkische Soziologin Gulay Turkmen-Dervisoglu erforscht an der Universität Göttingen den türkischen Nationalismus, insbesondere im Verhältnis zu Religion und Gewalt. Seit einem Jahr wohnt sie in Deutschland, zuvor lebte sie in den USA. Im Gespräch mit dem stern erzählt sie von dem Unterschied zwischen den Türken hierzulande und den Türken in Übersee.

Frau Turkmen-Dervisoglu, rund die Hälfte der Türken in Deutschland ist zur Wahl gegangen. Ist das Ihrer Meinung nach viel oder wenig?

Im Ausland ist die Wahlbeteiligung ja grundsätzlich eher niedriger, schon allein deshalb, weil es mit höherem Aufwand verbunden ist, wenn man wählen will. Ich zum Beispiel musste anderthalb Stunden bis nach Hannover fahren, um meine Stimme abgeben zu können. Dafür sind 46 Prozent Wahlbeteiligung natürlich recht viel. Allerdings ging es hier ja auch nicht um irgendeine Wahl, sondern um einen echten Wandel.

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Brexit 1.0: Wie Großbritannien zur Insel wurde

Bevor die Landbrücke nach England endgültig zerstört wurde, tosten gewaltige Wasserfälle eine hohe Kalksteinbarriere hinab. © Imperial College London/ Chase Stone
Doppelte Katastrophe: Die Abtrennung Großbritanniens vom europäischen Festland verlief viel dramatischer als gedacht. Erst erodierten gigantische Wasserfälle eines überschwappenden Schmelzwassersees die Landbrücke. Dann brach auch die letzte verbindende Kalksteinbarriere und gewaltige Sturzfluten kerbten tiefe Gräben in den Fels. Erst dieses Doppelereignis machte Großbritannien endgültig zur Insel, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Nach landläufiger Ansicht geschah die Abtrennung Großbritanniens vom europäischen Festlandallmählich: Die nach den Eiszeiten ansteigenden Meeresspiegel überfluteten einfach das flache, dazwischen liegende Land. Der Haken daran: Noch vor 450.000 Jahren verband ein hoher Kalksteinrücken die Gegend von Dover mit dem heutigen Calais., der selbst bei höchsten Pegeln nicht überflutet wurde.

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Missbrauchsskandal: Aufarbeitung in Nimmerland

© Reuters In Australien beschäftigt sich die „Royal Commission into Institutional Child Sexual Abuse“ mit dem Kindesmissbrauchsskandal.
Australien und Großbritannien arbeiten einen Jahrzehnte währenden Missbrauchsskandal auf: Die Opfer waren nach Übersee verschiffte Kinder. Die Suche nach Verantwortlichen gestaltet sich schwierig.

Von Antje Schmelcher | Frankfurter Allgemeine

Eine bekannte englische Erzählung handelt von verlorenen Jungen, den „lost boys“, die auf einer gefährlichen Insel leben. Sie sehnen sich nach ihrer Mutter, doch sie können nicht zurück. Nur ihr Anführer kann das. Er ist zu den Kindern mal nett und mal gemein, und er hasst Mütter. So steht es in der ursprünglichen Fassung von „Peter Pan“. Für Zehntausende von Kindern ist dieses Märchen zur grausamen Wirklichkeit geworden.

Das literarische Motiv hatte in England einen wahren Hintergrund. Über einen Zeitraum von 350 Jahren wurden von dort mehr als 150 000 Fürsorgekinder in die Überseegebiete des Empire und späteren Commonwealth verschifft. Die ersten Transporte gingen nach Virginia, weitere nach Kanada, Neuseeland und Zimbabwe. Zwischen Kriegsende und den siebziger Jahren sind etwa 10000 Kinder nach Australien verfrachtet worden, manche von ihnen waren erst zwei Jahre alt. „Child migrant programme“ war der offizielle Begriff. In Wirklichkeit war es eine Deportation aus bevölkerungspolitischen Gründen. Die britische Regierung konnte so die Zahl der weißen Siedler in den Kolonien erhöhen, den „white stock“, und zu Hause Platz in den Fürsorgeeinrichtungen schaffen.

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Brexit ohne Abkommen mit EU „völlig okay“

Der britische Außenminister Boris Johnson gibt sich beim Thema Brexit ganz gelassen. Foto: EPA
Sollten die Verhandlungn der Briten mit der EU scheitern, hält der britsche Außenminister Boris Johnson das nicht für problematisch.

Frankfurter Rundschau

Der britische Außenminister Boris Johnson gibt sich gelassen, was die anstehenden  Austrittsverhandlungen seiner Regierung mit der EU angeht. In einem Interview des britischen Fernsehsenders ITV sagte er am Sonntag, es wäre für Großbritannien „vollkommen okay“, nach Ende der zweijährigen Austrittsverhandlungen mit der EU kein Abkommen über die künftigen Beziehungen zu erzielen. Dazu werde es aber nicht kommen, fügte er hinzu. „Unsere Freunde und Partner in der EU wollen verzweifelt, dass diese Sache funktioniert.“

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Viele Deutsche zweifeln am Klimawandel

Vor ziemlich genau einem Jahr zeigte eine amerikanische Studie, wie sehr die politische Einstellung den Glauben an den menschengemachten Klimawandel beeinflusst. Offenbar gibt es jedoch auch in Deutschland viele, die davon nicht überzeugt sind.

Von Holger von Rybinski | GWUP

Gerade wird der Chef der US-Umweltbehörde mit den Worten zitiert, er zweifle daran, dass Kohlendioxid einer der Hauptverursacher der gerade erlebbaren Erderwärmung sei. Offenbar sind derlei Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen jedoch auch in Deutschland weit verbreitet. So berichten unter anderem  „WELT“  und  „FAZ“  von einer Studie der Uni Stuttgart, für die jeweils 1000 Menschen in Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Deutschland zu ihren Einstellungen zu Energieträgern und dem Klimawandel befragt wurden. Mit erstaunlichem Ergebnis: Zwar ist die Mehrheit der Befragten aus Deutschland überzeugt, dass der menschengemachte Klimawandel stattfindet und bereits zu spüren sei. Allerdings glauben nur 24 Prozent, dass es bei den Klimaforschern Einigkeit darüber gibt.

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Israel schlägt Saudi-Arabien eine Anti-Iran-Allianz vor

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Das Regime in Teheran sei die größte Gefahr für den jüdischen Staat, erklärt der israelische Verteidigungsminister im „Welt“-Interview. Vorbild für ein Bündnis mit den Golfstaaten könnte die Nato sein.

Von Daniel-Dylan Böhmer, Michael Stürmer | DIE WELT

Israel hat Saudi-Arabien die Bildung einer Art Nato im Nahen Osten vorgeschlagen. „Es ist Zeit, öffentlich ein formelles Bündnis zu bilden, eine Koalition aller gemäßigten Kräfte im Nahen Osten gegen den Terror“, sagte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman der „Welt“.

Die gemäßigten sunnitischen Staaten hätten verstanden, dass „die größte Gefahr für sie nicht Israel ist, oder der Zionismus, oder die Juden, sondern der Iran“, sagte Lieberman. Zu den gemäßigten Staaten zählte er die Golfstaaten, namentlich auch Saudi-Arabien. Lieberman sagte, es sei egal, „ob es sich bei den Partnern einer solchen Allianz „um Muslime, Juden oder Christen handelt“.

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Antisemitismus wächst

 Im Februar 2015 verübte ein islamistisch motivierter Täter einen Anschlag auf eine Synagoge in Kopenhagen. (Foto: Fabian Bimmer/Reuters)
Im Februar 2015 verübte ein islamistisch motivierter Täter einen Anschlag auf eine Synagoge in Kopenhagen. (Foto: Fabian Bimmer/Reuters)
  • In Deutschland gab es vergangenes Jahr 1300 antisemitische Straftaten.
  • Grünen-Politiker Volker Beck fordert von der Bundesregierung eine „institutionelle Antwort“ und mehr Koordination bei der Bekämpfung des Problems.
  • Beck bemängelt auch das Fehlen einer soliden Datenbasis – entsprechende Vorfälle werden von verschiedenen Behörden unterschiedlich erfasst.

Von Stefan Braun | Süddeutsche.de

Die Berichte häufen sich, und sie kommen aus Frankreich wie aus Großbritannien, aus den USA und Deutschland: Überall wächst in diesen Monaten die Zahl der Verunglimpfungen und Angriffe auf Juden. In allen genannten Ländern kommt die wachsende Aggression von zwei Seiten – von fremdenfeindlichen Nationalisten wie von eingewanderten oder im Land aufgewachsenen Islamisten. Aus diesem Grund hat der Grünen-Abgeordnete Volker Beck die Regierung gefragt, was sie weiß und was sie dagegen tun will. Sein Resümee: der Mangel an Koordination – ob in der Regierung, zwischen Bund und Ländern oder zwischen staatlichen Stellen und Nichtregierungsorganisationen – verhindert bis heute eine wirksame Reaktion auf den aggressiven Antisemitismus. „Der Kampf braucht eine institutionelle Antwort“, sagte Beck der Süddeutschen Zeitung. „Weniger Koordination, Engagement und Überblick war selten.“

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Großbritannien: Brexit befeuert Rassismus

Großbritannien: ein Land mit Rassismusproblemen Foto: dpa
Großbritannien: ein Land mit Rassismusproblemen Foto: dpa
Zahlen belegen: Seit dem Brexit-Votum ist Hasskriminalität in Großbritannien stark angestiegen. Die britische Kommission für Gleichheit und Menschenrechte sieht darin einen Zusammenhang.

Frankfurter Rundschau

In Großbritannien ist es nach dem Brexit-Votum zu einem bislang beispiellosen Anstieg von Hasskriminalität gekommen. Das bestätigen Zahlen, die von der Nachrichtenagentur PA zusammengetragen wurden. Demnach registrierten drei Viertel der Polizeipräsidien in England und Wales nach dem Brexit-Votum die höchste Quartalszahl an Straftaten, die aus Hass begangenen wurden, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2012. Dazu zählen körperliche Übergriffe, Belästigung, Einschüchterung und Sachbeschädigung aus rassistisch motiviertem Hass oder aus Hass gegen religiöse Gruppen.

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Merkel übt scharfe Kritik an US-Einreiseverbot für Muslime

– (c) APA/AFP/GETTY IMAGES/G. Morty Ortega (G. Morty Ortega)
– (c) APA/AFP/GETTY IMAGES/G. Morty Ortega (G. Morty Ortega)
Die deutsche Bundeskanzlerin ließ über ihren Sprecher mitteilen, dass Terrorismus sich nicht durch einen „Generalverdacht“ bekämpfen ließe. Auch Großbritannien, Kanada und der Iran kritisieren Trumps Vorgehen.

Die Presse.com

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält das von der US-Regierung verhängte Einreiseverbot gegen Flüchtlinge und Bürger einiger mehrheitlich muslimischer Staaten für falsch.

„Sie ist überzeugt, dass auch der notwendige entschlossene Kampf gegen den Terrorismus es nicht rechtfertigt, Menschen einer bestimmten Herkunft oder eines bestimmten Glaubens unter Generalverdacht zu stellen“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag in Berlin.

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Großbritannien: Muslimische Kassiererin verkauft keinen Wein

Supermarktkette „Tesco“ entschuldigte sich bei Lee Saunders, weil sich eine kopftuchtragende Kassiererin weigerte, ihm eine Weinflasche zu verkaufen – Vorfall führt in Großbritannien zu Diskussionen

kath.net

Lee Saunders wurde an einer Supermarktkasse abgewiesen, weil er neben Weihnachtsgeschenken auch Wein kaufen wollte. Darüber berichtete die britische Tageszeitung „The Sun“. Die „Tesco“-Angestellte im Londoner Vorort Feltham, die nach Angaben der „Sun“ ein Kopftuch trug, bat Saunders, sich an einer anderen Kasse anzustellen. Ein Vorgesetzter schritt ein und forderte die Kassiererin auf, den dreifachen Familienvater Lee zu bedienen. Die Supermarktkette „Tesco“ entschuldigte sich später bei Lee und erklärte ihm, die junge Kassiererin habe ihn „aus religiösen“ Gründen nicht bedient. Nach Angaben von Lee hat sich offenbar auch die Kassiererin nachträglich entschuldigt.

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Religion sein du sollst nicht!

yoda

Sie sind Meister am Lichtschwert, tragen gerne braun und haben normalerweise die Macht bei sich. In Großbritannien hat die Macht die Jedi-Ritter aber nun offenbar im Stich gelassen: Eine Kommission entschied, dass das Jedi-Rittertum keine Religion ist.

tagesschau.de

Fans der „Star Wars“-Saga und alle Anhänger des Jedi-Rittertums müssen jetzt sehr tapfer sein: Ihre Weltanschauung, der „Jediismus“, ist keine Religion. Zu diesem Schluss kam die Wohlfahrtskommission der britischen Regierung. Die für England und Wales zuständige Behörde wies einen Antrag des „Tempels des Ordens der Jedi“ auf die Erteilung des Status der Gemeinnützigkeit zurück. Der Jediismus fördere keinen moralischen oder ethischen Fortschritt, der dafür notwendig wäre, teilte die Kommission mit.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 nannten 177.000 Menschen im Vereinigten Königreich „Jedi“ als ihre Religion. 2001 hatten sich sogar noch 390.000 Briten als Anhänger der Macht bezeichnet. Es gibt allerdings Hoffnung, dass die Zahl der Anhänger wieder steigt: „Rogue One“, der neuste Ableger aus dem „Star Wars“-Universum legte weltweit einen grandiosen Filmstart hin.

Pentagon bestätigt Einsatz von Uran-Munition in Syrien

A-10-Bomber, die oft mit Uran-Munition beladen werden, angeblich nur gegengepanzerte Ziele. Bild: USAF/heise.de/tp
A-10-Bomber, die oft mit Uran-Munition beladen werden, angeblich nur gegengepanzerte Ziele. Bild: USAF/heise.de/tp
Wieder einmal hatten die USA, die Irak mit tonnenweise Uran-Munition bombardiert hatte, mit Israel, Frankreich und Großbritannien vor einem Monat gegen eine UN-Resolution über Uran-Munition gestimmt – Deutschland enthielt sich

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das Pentagon hat Vermutungen bestätigt, dass auch im Anti-IS-Krieg bei Bombardierungen Uran-Munition verwendet worden war. Eingeräumt wird vom Centcom allerdings nur, dass dies lediglich zweimal am 18. und 23. November 2015 geschehen sei. Dabei seien 5100 30mm-Munition von einem Jagdbomber des Typs A-10 Thunderbolt II eingesetzt worden, was einer Menge von 1524 kg an abgereichertem Uran entspricht. Nach dem Pentagon sei dies wegen der „Art der Ziele“ notwendig gewesen. Welche es gewesen sind, wurde nicht mitgeteilt. Dass generell keine Uran-Munition in diesem Gebiet eingesetzt wird, sei ein Fehler in der Berichterstattung gewesen.

Bereits im Februar 2015 war behauptet worden, dass das Pentagon bei Angriffen auf Raqqa Uran-Munition und Phosphor verwendet habe. Im Mai 2016 hatte ein Verbindungsoffizier der USAF der Kongressabgeordneten Martha McSally auf eine Anfrage berichtet, dass an den beiden Tagen im November 6479 Schuss „Combat Mix“ in Syrien abgefeuert worden, was bedeute, 5100 Schuss Uran-Munition.

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Dubai: „Soll ich eine Vergewaltigung anzeigen? Ganz klar nein“

Der Urlaub in Dubai ist für eine 25-jährige Britin zum Horrortrip geworden. Sie meldete der Polizei, vergewaltigt worden zu sein, und ihr droht die Todesstrafe. Menschenrechtsorganisationen warnen.

Von Anna Kröning | DIE WELT

Das Schicksal der Britin, die in Dubai eine Gruppenvergewaltigung angezeigt hatte, ist weiter offen. Die 25-jährige Zara-Jayne M. ist auf freiem Fuß. Doch ihr droht eine Strafe, im schlimmsten Fall der Tod durch Steinigung.

Die verheiratete Zara-Jayne M. war festgenommen worden, als sie der Polizei die Vergewaltigung melden wollte. Jetzt muss sie selbst damit rechnen, angeklagt und verurteilt zu werden und darf Dubai nicht verlassen – ihr Pass wurde konfisziert. Sie ist eine weitere Touristin, die in einem muslimischen Land strafrechtlich verfolgt wird.

Die beiden 22 und 24 Jahre alten Männer, die sie in einem Hotel vergewaltigt haben und dies gefilmt haben sollen, sind inzwischen außer Landes. Die beiden Briten bestreiten die Vorwürfe und sollen nach Medienberichten wieder in ihrer Heimat Großbritannien sein.

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Die Rache der Abgehängten

Image: NBCNews/YouTube
Image: NBCNews/YouTube
Fast niemand hatte mit einem Präsidenten Donald Trump gerechnet. Doch der Hass auf die Eliten ist in den USA offenbar gerade in der weißen Mittelschicht größer als angenommen. Das deutet auf eine wachsende Entfremdung zwischen Politik und Bevölkerung hin, die uns auch in Deutschland blühen könnte

Von Constantin Wißmann | Cicero

Nach dem Brexit-Votum in Großbritannien wachen Deutschland und Europa heute zum nächsten Schock auf. Das Undenkbare ist passiert: Donald Trump ist zum Präsidenten der USA gewählt worden. Das wichtigste Amt der Welt wird nun von einem Geschäftsmann von zweifelhaftem Ruf und Fernseh-Star geführt werden, der noch nie einen politischen Posten bekleidet hat. Fast niemand hatte ernsthaft damit gerechnet. Die Börsen nicht, die prompt einbrachen. Die deutsche Regierung nicht, aus der es bis zuletzt hieß, dass es keine Kontakte und keine Zugänge zu Beratern des republikanischen Kandidaten gebe. Die Demoskopen nicht, die stets einen mehr oder weniger klaren Sieg von Hillary Clinton vorausgesagt hatten. Und die kanadische Einwanderungsbehörde nicht, deren Homepage wohl aufgrund der vielen Besuche von US-Amerikanern in der Wahlnacht nicht mehr erreichbar war. Vor allem aber die Demokraten in den USA hatten einen Sieg Trumps nicht für möglich gehalten.

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Britischer Streit über Brexit-Richter läuft aus dem Ruder

Die Richter des High Court Sir Terence Etherton, Lord Justice Sales und Baron Thomas of Cwmgiedd Quelle: pa/Photoshot, Courts and Tribunals Judiciary
Die Richter des High Court Sir Terence Etherton, Lord Justice Sales und Baron Thomas of Cwmgiedd Quelle: pa/Photoshot, Courts and Tribunals Judiciary
Nach dem Urteil des High Courts über das Brexit-Votum steht Großbritannien Kopf. Mehrere Medien haben die drei Richter plump angegriffen. Nun ist eine Debatte über Verrohung entflammt.

Von Marie von der Tann | DIE WELT

Der britische High Court in London hat eindeutig entschieden: Die Regierung darf den Ausstieg aus der EU nur mit Zustimmung des Parlaments beantragen. Die Regierung sprach von einem „enttäuschenden“ Urteil und kündigte Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an. Eine Anhörung dazu wird für Dezember erwartet. Doch schon jetzt ist das Land in Aufruhr.

Mittendrin: Die drei Richter des High Courts in London, Baron Thomas of Cwmgiedd, Sir Terence Etherton und Lord Justice Sales. Das „ungewählte Trio“, wie die „Daily Mail“ schreibt, wird beschuldigt „den Willen der Menschen niederzuschlagen, die die EU verlassen wollen“. „Feinde des Volkes“, titelte die Zeitung am Tag nach dem Urteil.

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Sperre wegen Spottvideo gegen Islam

Louis Smith (rechts im Bild) hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.Foto: dpa
Louis Smith (rechts im Bild) hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.Foto: dpa
Eklat in Großbritannien: Zwei Turner machen sich in einem privaten Video über den Islam lustig – und müssen nun die Konsequenzen tragen.
 

DER TAGESSPIEGEL

Der britische Turnverband hat den Olympia-Zweiten Louis Smith für zwei Monate gesperrt, weil er auf einem Video den Islam verspottet hatte. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, stellte eine unabhängige Disziplinarkommission fest, dass Smiths Handeln „eine Verletzung der Verhaltensnormen“ sei.

Smith und sein britischer Teamkollege Luke Carson filmten sich auf dem Video lachend beim Gebet, während sie „Allahu Akbar“ schreien, zu deutsch „Gott ist groß“. Smith, der 2012 und 2016 jeweils Olympia-Silber am Pauschenpferd erkämpft hatte, entschuldigte sich inzwischen für den Vorfall.

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Saudi-Arabien bombardiert im Jemen Gefängnis und Wohnhäuser

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Im Windschatten der Kriege in Syrien und im Irak setzt die von dem Westen unterstützte saudische Koalition weiterhin ihren Luftkrieg fort, durch den zahllose Zivilisten getötet werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während die Medien auf den Irak und auf Syrien ausgerichtet sind und westliche Medien meist nur die Luftangriffe der Russen und Syrer auf Aleppo anprangern, fährt die mit dem Westen verbündete und von den USA unterstützte saudische Koalition mit ihren Bombardierungen im Jemen fort, die schon in die Tausende gehende Todesopfer verursacht haben. Saudi-Arabien ist gerade als Mitglied des UN-Menschenrechtsrats gewählt worden, die USA und Großbritannien, mit der Lieferung von Bomben und der Ausbildung der Piloten an dem Krieg gegen die schiitischen Huthi-Rebellen beteiligt, gleichfalls, während Russland wegen Aleppo nicht genügend Stimmen erhielt (UN-Menschenrechtsrat: Russland ausgeschlossen, Saudi-Arabien gewählt).

Die US-Regierung hatte sich nur halbherzig von der saudischen Bombardierung einer Trauerfeier in Sabaa distanziert und hob hervor, dass es doch zwischen den russischen Angriffen auf Zivilisten und den saudischen einen Unterschied gebe (Zweierlei Maß: Lehrstunde der US-Diplomatie im Nahen Osten, USA greifen in Jemen-Krieg ein). Am 8. Oktober hatten Bomben auf die Begräbnisgesellschaft 140 Menschen getötet und 500 verletzt. Die Koalition gab zu, dies sei irrtümlich geschehen, was bezweifelt werden kann, da an der Trauerfeier auch Offiziere der mit den Huthis verbündeten Armeeeinheiten teilnahmen.

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Ausschreitungen vor Räumung des „Dschungels von Calais“

Französische Polizisten im
Französische Polizisten im „Dschungel von Calais“ in der Nacht vor der Räumung.Foto: Philippe Wojazer/Reuters
Ab diesem Montag will Frankreich das illegale Flüchtlingslager in Calais mit über 6000 Menschen auflösen. Im „Dschungel“ kam es in der Nacht erneut zu Krawallen. Helfer warnen vor einer „Verfolgungsjagd“.

DER TAGESSPIEGEL

Mit einem beispiellosen Kraftakt räumt Frankreich ab diesem Montag das große Flüchtlingslager in Calais. Vom „Dschungel“ genannten Lager aus sollen die Migranten zu Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht werden. Viele der etwa 6500 Bewohner der Zelt- und Hüttenstadt wehren sich – sie sind auf dem Weg nach Großbritannien in der nordfranzösischen Hafenstadt am Ärmelkanal gestrandet. Die Räumung soll etwa eine Woche lang dauern, im Einsatz sind nach offiziellen Angaben rund 1250 Polizisten.

Kurz vor Beginn der Räumung fanden sich die ersten Flüchtlinge zur Abreise ein: Vor dem von den Behörden eingerichteten Versammlungspunkt warteten am frühen Montagmorgen mehrere Dutzend Flüchtlinge auf Einlass. Viele trugen Koffer und Kleiderbündel bei sich.

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Landgrabbing: Investoren besitzen 26,7 Millionen Hektar der weltweiten Ackerfläche

Eltern im Süden Kenyas protestieren dagegen, dass das Grundstück der Schule ihrer Kinder von einem Investor aufgekauft wird. Foto: dpa
Eltern im Süden Kenyas protestieren dagegen, dass das Grundstück der Schule ihrer Kinder von einem Investor aufgekauft wird. Foto: dpa
Rund zwei Prozent der weltweiten Agrarfläche ist heute im Besitz von Investoren – so viel wie die Fläche von Slowenien und Großbritannien zusammen. Wer wo investiert und welche Auswirkungen das hat, zeigt der neue Report der Landmatrix-Initiative

Von Julia Lauter | greenpeace magazine

Landgrabbing oder Landnahme ist auf dem Papier zunächst einfach nur ein Geschäft: Land wechselt den Besitzer. Doch in der Realität wird das oft zum Problem. Denn das Land wird bewohnt oder beackert und die Besitzverhältnisse sind oft nicht eindeutig. Hinzukommt, dass in der globalisierten Welt oft Investoren aus Ländern des globalen Nordens Flächen shoppen im globalen Süden – die „Deals“ spiegeln meist die bestehenden Machtverhältnis dann zu Ungunsten der Verkäufer wieder.

Die Landmatrix-Initiative ist eine unabhängige Forschungsinitiative, die in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie etwa der EU-Kommission, der Gesellschaft für Entwicklung und Zusammenarbeit (GIZ) oder dem Hamburger Forschungsinstitut GIGA German Institue of Globale and Area Studies Daten zu großflächigem Landkauf erhebt und auswertet. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, die verfügbaren Daten zu solchen „Landflächen-Deals“ auszuwerten und damit Licht in die Debatte rund um das globale Landgrabbing zu bringen.

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