Pentagon bestätigt Einsatz von Uran-Munition in Syrien

A-10-Bomber, die oft mit Uran-Munition beladen werden, angeblich nur gegengepanzerte Ziele. Bild: USAF/heise.de/tp
A-10-Bomber, die oft mit Uran-Munition beladen werden, angeblich nur gegengepanzerte Ziele. Bild: USAF/heise.de/tp
Wieder einmal hatten die USA, die Irak mit tonnenweise Uran-Munition bombardiert hatte, mit Israel, Frankreich und Großbritannien vor einem Monat gegen eine UN-Resolution über Uran-Munition gestimmt – Deutschland enthielt sich

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das Pentagon hat Vermutungen bestätigt, dass auch im Anti-IS-Krieg bei Bombardierungen Uran-Munition verwendet worden war. Eingeräumt wird vom Centcom allerdings nur, dass dies lediglich zweimal am 18. und 23. November 2015 geschehen sei. Dabei seien 5100 30mm-Munition von einem Jagdbomber des Typs A-10 Thunderbolt II eingesetzt worden, was einer Menge von 1524 kg an abgereichertem Uran entspricht. Nach dem Pentagon sei dies wegen der „Art der Ziele“ notwendig gewesen. Welche es gewesen sind, wurde nicht mitgeteilt. Dass generell keine Uran-Munition in diesem Gebiet eingesetzt wird, sei ein Fehler in der Berichterstattung gewesen.

Bereits im Februar 2015 war behauptet worden, dass das Pentagon bei Angriffen auf Raqqa Uran-Munition und Phosphor verwendet habe. Im Mai 2016 hatte ein Verbindungsoffizier der USAF der Kongressabgeordneten Martha McSally auf eine Anfrage berichtet, dass an den beiden Tagen im November 6479 Schuss „Combat Mix“ in Syrien abgefeuert worden, was bedeute, 5100 Schuss Uran-Munition.

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Dubai: „Soll ich eine Vergewaltigung anzeigen? Ganz klar nein“

Der Urlaub in Dubai ist für eine 25-jährige Britin zum Horrortrip geworden. Sie meldete der Polizei, vergewaltigt worden zu sein, und ihr droht die Todesstrafe. Menschenrechtsorganisationen warnen.

Von Anna Kröning | DIE WELT

Das Schicksal der Britin, die in Dubai eine Gruppenvergewaltigung angezeigt hatte, ist weiter offen. Die 25-jährige Zara-Jayne M. ist auf freiem Fuß. Doch ihr droht eine Strafe, im schlimmsten Fall der Tod durch Steinigung.

Die verheiratete Zara-Jayne M. war festgenommen worden, als sie der Polizei die Vergewaltigung melden wollte. Jetzt muss sie selbst damit rechnen, angeklagt und verurteilt zu werden und darf Dubai nicht verlassen – ihr Pass wurde konfisziert. Sie ist eine weitere Touristin, die in einem muslimischen Land strafrechtlich verfolgt wird.

Die beiden 22 und 24 Jahre alten Männer, die sie in einem Hotel vergewaltigt haben und dies gefilmt haben sollen, sind inzwischen außer Landes. Die beiden Briten bestreiten die Vorwürfe und sollen nach Medienberichten wieder in ihrer Heimat Großbritannien sein.

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Die Rache der Abgehängten

Image: NBCNews/YouTube
Image: NBCNews/YouTube
Fast niemand hatte mit einem Präsidenten Donald Trump gerechnet. Doch der Hass auf die Eliten ist in den USA offenbar gerade in der weißen Mittelschicht größer als angenommen. Das deutet auf eine wachsende Entfremdung zwischen Politik und Bevölkerung hin, die uns auch in Deutschland blühen könnte

Von Constantin Wißmann | Cicero

Nach dem Brexit-Votum in Großbritannien wachen Deutschland und Europa heute zum nächsten Schock auf. Das Undenkbare ist passiert: Donald Trump ist zum Präsidenten der USA gewählt worden. Das wichtigste Amt der Welt wird nun von einem Geschäftsmann von zweifelhaftem Ruf und Fernseh-Star geführt werden, der noch nie einen politischen Posten bekleidet hat. Fast niemand hatte ernsthaft damit gerechnet. Die Börsen nicht, die prompt einbrachen. Die deutsche Regierung nicht, aus der es bis zuletzt hieß, dass es keine Kontakte und keine Zugänge zu Beratern des republikanischen Kandidaten gebe. Die Demoskopen nicht, die stets einen mehr oder weniger klaren Sieg von Hillary Clinton vorausgesagt hatten. Und die kanadische Einwanderungsbehörde nicht, deren Homepage wohl aufgrund der vielen Besuche von US-Amerikanern in der Wahlnacht nicht mehr erreichbar war. Vor allem aber die Demokraten in den USA hatten einen Sieg Trumps nicht für möglich gehalten.

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Britischer Streit über Brexit-Richter läuft aus dem Ruder

Die Richter des High Court Sir Terence Etherton, Lord Justice Sales und Baron Thomas of Cwmgiedd Quelle: pa/Photoshot, Courts and Tribunals Judiciary
Die Richter des High Court Sir Terence Etherton, Lord Justice Sales und Baron Thomas of Cwmgiedd Quelle: pa/Photoshot, Courts and Tribunals Judiciary
Nach dem Urteil des High Courts über das Brexit-Votum steht Großbritannien Kopf. Mehrere Medien haben die drei Richter plump angegriffen. Nun ist eine Debatte über Verrohung entflammt.

Von Marie von der Tann | DIE WELT

Der britische High Court in London hat eindeutig entschieden: Die Regierung darf den Ausstieg aus der EU nur mit Zustimmung des Parlaments beantragen. Die Regierung sprach von einem „enttäuschenden“ Urteil und kündigte Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an. Eine Anhörung dazu wird für Dezember erwartet. Doch schon jetzt ist das Land in Aufruhr.

Mittendrin: Die drei Richter des High Courts in London, Baron Thomas of Cwmgiedd, Sir Terence Etherton und Lord Justice Sales. Das „ungewählte Trio“, wie die „Daily Mail“ schreibt, wird beschuldigt „den Willen der Menschen niederzuschlagen, die die EU verlassen wollen“. „Feinde des Volkes“, titelte die Zeitung am Tag nach dem Urteil.

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Sperre wegen Spottvideo gegen Islam

Louis Smith (rechts im Bild) hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.Foto: dpa
Louis Smith (rechts im Bild) hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.Foto: dpa
Eklat in Großbritannien: Zwei Turner machen sich in einem privaten Video über den Islam lustig – und müssen nun die Konsequenzen tragen.
 

DER TAGESSPIEGEL

Der britische Turnverband hat den Olympia-Zweiten Louis Smith für zwei Monate gesperrt, weil er auf einem Video den Islam verspottet hatte. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, stellte eine unabhängige Disziplinarkommission fest, dass Smiths Handeln „eine Verletzung der Verhaltensnormen“ sei.

Smith und sein britischer Teamkollege Luke Carson filmten sich auf dem Video lachend beim Gebet, während sie „Allahu Akbar“ schreien, zu deutsch „Gott ist groß“. Smith, der 2012 und 2016 jeweils Olympia-Silber am Pauschenpferd erkämpft hatte, entschuldigte sich inzwischen für den Vorfall.

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Saudi-Arabien bombardiert im Jemen Gefängnis und Wohnhäuser

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Im Windschatten der Kriege in Syrien und im Irak setzt die von dem Westen unterstützte saudische Koalition weiterhin ihren Luftkrieg fort, durch den zahllose Zivilisten getötet werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während die Medien auf den Irak und auf Syrien ausgerichtet sind und westliche Medien meist nur die Luftangriffe der Russen und Syrer auf Aleppo anprangern, fährt die mit dem Westen verbündete und von den USA unterstützte saudische Koalition mit ihren Bombardierungen im Jemen fort, die schon in die Tausende gehende Todesopfer verursacht haben. Saudi-Arabien ist gerade als Mitglied des UN-Menschenrechtsrats gewählt worden, die USA und Großbritannien, mit der Lieferung von Bomben und der Ausbildung der Piloten an dem Krieg gegen die schiitischen Huthi-Rebellen beteiligt, gleichfalls, während Russland wegen Aleppo nicht genügend Stimmen erhielt (UN-Menschenrechtsrat: Russland ausgeschlossen, Saudi-Arabien gewählt).

Die US-Regierung hatte sich nur halbherzig von der saudischen Bombardierung einer Trauerfeier in Sabaa distanziert und hob hervor, dass es doch zwischen den russischen Angriffen auf Zivilisten und den saudischen einen Unterschied gebe (Zweierlei Maß: Lehrstunde der US-Diplomatie im Nahen Osten, USA greifen in Jemen-Krieg ein). Am 8. Oktober hatten Bomben auf die Begräbnisgesellschaft 140 Menschen getötet und 500 verletzt. Die Koalition gab zu, dies sei irrtümlich geschehen, was bezweifelt werden kann, da an der Trauerfeier auch Offiziere der mit den Huthis verbündeten Armeeeinheiten teilnahmen.

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Ausschreitungen vor Räumung des „Dschungels von Calais“

Französische Polizisten im
Französische Polizisten im „Dschungel von Calais“ in der Nacht vor der Räumung.Foto: Philippe Wojazer/Reuters
Ab diesem Montag will Frankreich das illegale Flüchtlingslager in Calais mit über 6000 Menschen auflösen. Im „Dschungel“ kam es in der Nacht erneut zu Krawallen. Helfer warnen vor einer „Verfolgungsjagd“.

DER TAGESSPIEGEL

Mit einem beispiellosen Kraftakt räumt Frankreich ab diesem Montag das große Flüchtlingslager in Calais. Vom „Dschungel“ genannten Lager aus sollen die Migranten zu Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht werden. Viele der etwa 6500 Bewohner der Zelt- und Hüttenstadt wehren sich – sie sind auf dem Weg nach Großbritannien in der nordfranzösischen Hafenstadt am Ärmelkanal gestrandet. Die Räumung soll etwa eine Woche lang dauern, im Einsatz sind nach offiziellen Angaben rund 1250 Polizisten.

Kurz vor Beginn der Räumung fanden sich die ersten Flüchtlinge zur Abreise ein: Vor dem von den Behörden eingerichteten Versammlungspunkt warteten am frühen Montagmorgen mehrere Dutzend Flüchtlinge auf Einlass. Viele trugen Koffer und Kleiderbündel bei sich.

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Landgrabbing: Investoren besitzen 26,7 Millionen Hektar der weltweiten Ackerfläche

Eltern im Süden Kenyas protestieren dagegen, dass das Grundstück der Schule ihrer Kinder von einem Investor aufgekauft wird. Foto: dpa
Eltern im Süden Kenyas protestieren dagegen, dass das Grundstück der Schule ihrer Kinder von einem Investor aufgekauft wird. Foto: dpa
Rund zwei Prozent der weltweiten Agrarfläche ist heute im Besitz von Investoren – so viel wie die Fläche von Slowenien und Großbritannien zusammen. Wer wo investiert und welche Auswirkungen das hat, zeigt der neue Report der Landmatrix-Initiative

Von Julia Lauter | greenpeace magazine

Landgrabbing oder Landnahme ist auf dem Papier zunächst einfach nur ein Geschäft: Land wechselt den Besitzer. Doch in der Realität wird das oft zum Problem. Denn das Land wird bewohnt oder beackert und die Besitzverhältnisse sind oft nicht eindeutig. Hinzukommt, dass in der globalisierten Welt oft Investoren aus Ländern des globalen Nordens Flächen shoppen im globalen Süden – die „Deals“ spiegeln meist die bestehenden Machtverhältnis dann zu Ungunsten der Verkäufer wieder.

Die Landmatrix-Initiative ist eine unabhängige Forschungsinitiative, die in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie etwa der EU-Kommission, der Gesellschaft für Entwicklung und Zusammenarbeit (GIZ) oder dem Hamburger Forschungsinstitut GIGA German Institue of Globale and Area Studies Daten zu großflächigem Landkauf erhebt und auswertet. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, die verfügbaren Daten zu solchen „Landflächen-Deals“ auszuwerten und damit Licht in die Debatte rund um das globale Landgrabbing zu bringen.

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Europäische Bischöfe besorgt über Zurückdrängung der Religion

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE): In Europa gehen „durch diskriminierende Praktiken viele soziokulturelle Zeichen in die Richtung, dem Christentum eine marginale Rolle zuzuteilen“.

kath.net

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat zum Abschluss seiner Jahresvollversammlung am Wochenende in Moncaco einen Appell an die Regierungen gegen eine Zurückdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben gerichtet. Österreich war bei dem Treffen im Fürstentum durch Kardinal Christoph Schönborn vertreten. Das Thema der Religionsfreiheit und Intoleranz gegenüber Christen referierte der Wiener Historiker Martin Kugler vom „Observatory on intolerance and discrimination against Christian in Europe“. Er zeigte sich insbesondere besorgt über die Entwicklungen in Frankreich, Großbritannien, Holland und Skandinavien.

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Großbritannien hebelt Menschenrechts-Konvention für Militär aus

Es ist die Erlaubnis für die britische Armee, in Zukunft europäisches Menschenrecht systematisch brechen zu dürfen: Großbritannien steigt nämlich aus der Europäischen Menschenrechtskonvention, die für die Streitkräfte gilt, aus.

derStandard.at

Als Folge davon blieben Soldaten Prozesse wegen Misshandlungen oder anderer Vorwürfe erspart und dem britischen Staat Millionen-Entschädigungen wie nach dem Irak-Krieg, berichtete das Ö1-„Morgenjournal“.

Verteidigungsminister Michael Fallon, der die Entscheidung mit Premierministerin Theresia May präsentierte, sagte: „Viele der Anklagen kommen daher, dass die Europäische Menschenrechtskonvention auf das Schlachtfeld ausgedehnt wurde. Das hat unseren Soldaten Schaden zugefügt, Militäraktionen unterminiert, und hat den Steuerzahler Millionen gekostet, die in die Verteidigung investiert werden sollten“, zitierte ihn „euronews.com“.

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Ablehnung von Flüchtlingen wächst weltweit

Bild: heise.de
44 Prozent der Deutschen sind nach einer Umfrage für die Schließung der Grenzen, 51 Prozent glauben nicht an eine erfolgreiche Integration

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Für die internationale Umfrage in 22 Ländern wurden mehr als 16.000 Menschen (16-65 Jahre) zwischen dem 24.Juni und dem 8. Juli befragt, also noch vor den Terroranschlägen in Nizza und Gaziantep oder den Anschlägen in Ansbach und Würzburg. Einwanderung wird zunehmend negativ beurteilt, die in Deutschland kurzzeitig gefeierte Willkommenskultur schwindet hier wie anderswo. Für 49 Prozent gibt es zu viele Flüchtlinge in ihrem Land, 40 Prozent treten für eine Schließung der Grenzen ein, nur 20 Prozent sehen in der Zuwanderung positive Aspekte, 46 Prozent sagen, dass die Einwanderung ihr Land auf eine unerwünschte Weise verändert. Eine Mehrheit in fast allen Ländern, eine Ausnahme ist nur Japan, sagt, dass die Zuwanderung in den letzten 5 Jahren angestiegen sei, allen voran mit 96 Prozent in der Türkei, in Schweden, Deutschland und Südafrika mit über 90 Prozent der Menschen.

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Schwaetzer warnt vor Stimmungsmache bei Volksabstimmungen

Dr. Irmgard Schwaetzer. Bild: EKD

Es sei ein bekanntes Prinzip, dass „Demagogen reale oder auch nur gefühlte Ungerechtigkeiten und Abstiegsängste von Menschen in Wut und Hass auf Minderheiten verwandeln“. Die Diskussion über die Flüchtlingspolitik in Deutschland vergleicht die Bundesministerin a.D. mit „ähnlich aufgeheizten Stimmungen in der Weimarer Demokratie“.

 

evangelisch.de

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, warnt vor gefährlicher Stimmungsmache bei Volksabstimmungen. In einem Beitrag der früheren Bundesministerin für das evangelische Monatsmagazin „chrismon“ (August-Ausgabe) fragt sie: „Sind Volksabstimmungen über sehr kontroverse Fragen überhaupt möglich, ohne dass es zum Missbrauch von Emotionen kommt?“ Der Schutz der Schwachen werde „am besten in einer rechtsstaatlich funktionierenden Demokratie garantiert, in der gewählte Abgeordnete sich im Parlament über den besten Weg streiten“, unterstreicht die frühere FDP-Politikerin.

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Seit 14 Monaten Rekordtemperaturen

Jahr 2016 auf Rekordkurs. Bild: WMO
Die Energie- und Klimawochenschau: Der Klimafahrplan der EU, Subventionen für fossile Brennstoffe in Deutschland und Großbritannien und das schwindende Speicherpotential von Wäldern

Von Jutta Blume | TELEPOLIS

54 Grad Celsius sollen am vergangenen Donnerstag in Mitribah in Kuwait gemessen worden sein, 53,4 Grad im irakischen Basrah, so berichten Jeff Masters und Christopher C. Burt auf dem Blog Weatherunderground.com.

Damit hätte Mitribah die höchste Temperatur erreicht, die jemals außerhalb des Death Valley gemessen wurde. Die vorherigen Rekorde fallen ebenfalls in dieses Jahrzehnt und auf Asien: 53.6°C in Sulaibya, Kuwait im Jahr 2011, und 53.5°C in Mohenjodaro, Pakistan im Jahr 2010. Eine aus Israel im Jahr 1942 gemeldete Rekordtemperatur von 54 Grad Celsius bleibt hingegen strittig.

Auch global gesehen befindet sich das Jahr 2016 – wie auch die vergangenen Jahre – auf dem Rekordpfad. Die in der ersten Jahreshälfte gemessenen Temperaturen deuten der World Meteorological Organization zufolge darauf hin, dass es im laufenden Jahr zu einem neuen globalen Temperaturrekord kommen wird.

Die Durchschnittstemperatur der vergangenen sechs Monate war 1,3 Grad höher als in vorindustrieller Zeit. In den letzten Monaten und Jahren erfolgt der Temperaturanstieg dabei stetig. „Der Juni 2016 war der 14. aufeinander folgende Monat mit Rekordtemperaturen für Land und Ozeane. Es war der 378. aufeinander folgende Monat mit Temperaturen oberhalb des Durchschnitts des 20. Jahrhunderts. Die Durchschnittstemperatur des 20. Jahrhunderts wurde zum letzten Mal im Dezember 1984 unterschritten“, schreibt die WMO. Auch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre schnellte in die Höhe. Sie lag im ganzen ersten Halbjahr über 400 ppm und erreichte im Juni überraschend 407 ppm, das sind 4 ppm mehr als im Juni 2015.

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Deutsche Rüstungsexporte 2015 fast verdoppelt

Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Das Geschäft mit Waffen aus Deutschland boomt. Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ haben sich die deutschen Rüstungsexporte 2015 im Vergleich zum Jahr davor beinahe verdoppelt.

derStandard.at

„Im Jahr 2015 wurden Einzelgenehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt“, zitiert die Zeitung aus dem „Rüstungsexportbericht 2015“ des deutschen Wirtschaftsministeriums, der am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden soll.

Im Jahr 2014 hatte die Regierung nur Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsexporte im Wert von 3,97 Milliarden Euro erteilt. 2015 stiegen die Rüstungsexporte laut „Welt am Sonntag“ auf den höchsten Stand seit Beginn des Jahrhunderts. Mit 7,86 Milliarden Euro übertreffe das Volumen von 2015 auch die vorläufige Zahl von 7,5 Milliarden Euro, die Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Februar genannt habe.

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Deutlich mehr Hassverbrechen in Großbritannien nach Brexit-Votum

Mit Plakaten und Transparenten wird in London gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. (Foto: dpa)
  • Die Zahl der Hassverbrechen in Großbritannien hat sich seit dem Brexit-Referendum verfünffacht.
  • In einer Woche seien 331 Vorfälle gezählt worden – die Kriminalität richtet sich vor allem gegen Migranten.
  • Premier Cameron kündigte Maßnahmen gegen die rassistischen Übergriffe an.

Süddeutsche.de

In Großbritannien ist nach dem Brexit-Votum die Zahl der registrierten Hassverbrechen deutlich gestiegen. Wie die Zeitung The Times unter Berufung auf Polizeiangaben berichtet, hat sich der Wert mehr als verfünffacht.

Demnach sind seit dem Referendum vor einer Woche 331 Vorfälle gezählt worden. Zuletzt lag der wöchentliche Durchschnitt bei 63. Führende Religionsvertreter kritisierten den Anstieg und warnten vor Fremdenfeindlichkeit.

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Das christliche Abendland ist Fiktion

© Bild: dpa/katholisch.de
Wohl nur wenige Begriffe sind derartig frömmelnd, unpräzise und emotionsbeladen wie der des christlichen Abendlandes. Er hat weder klare geografische noch ideologische Grenzen, zudem wandelte sich die Bedeutung in seiner langen Geschichte mehrfach. Dennoch ist der Begriff gerade in der derzeitigen Debatte um Flüchtlinge und Zuwanderung wieder populär – und war für die Bezeichnung von Deutschland und seiner Kultur nie unzutreffender als heute.

Von Manfred Becker-Huberti | katholisch.de

„Christlich“ und „Abendland“ scheinen klare Begriffe zu sein, sind aber ganz und gar nicht eindeutig. Was bedeutet denn „christlich“? Das Christentum in sich ist nämlich ausgesprochen differenziert. Das zeigt die Geschichte: Im Orient spielte die Orthodoxie ab 1054 eine eigene Rolle. Dagegen grenzte man sich als „christliches Abendland“ ab – und war dennoch gemeinsam Christ. Dann, im 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert, waren sich Protestanten und Katholiken untereinander so spinnefeind, dass sie sich gegenseitig totschlugen. Die mit dem Jahr 1517 angesetzte Reformation war vorausgegangen, ein Schisma innerhalb der Westkirche. Und das, was heute die deutsch-französische Freundschaft ist, war vor ihrem Beginn in den sechziger Jahren eine Jahrhunderte lang gepflegte Erbfeindschaft – unter Christen.

Überdies ist nicht alles, was sich auf das Christentum beruft, auch vom Christentum geprägt. Das macht ein Blick in die jüngere Vergangenheit Deutschlands deutlich: Unter den Nationalsozialisten gab es solche, die sich überzeugt, aber nicht überzeugend, Christen nannten und nur wenige Mitmenschen überzeugten. Auch in unserem Brauchtum, das wir als christlich bezeichnen, kommt vieles zusammen. Da vermischten sich im Laufe der Zeit Dinge aus dem kirchlich-liturgischen Bereich mit anderen aus weltlich-heidnischen Bräuchen. Im Nachhinein kann man das nur noch schwer trennen.

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Wo droht der nächste Zika-Ausbruch?

Die Stechmücke Aedes aegypti gilt als der Hauptüberträger des Zika-Virus © CDC
Europa ist nicht gefeit: Japanische Forscher haben ermittelt, in welche Länder das Zika-Virus als nächstes eingeschleppt werden könnte. Darunter sind neben Tropengebieten auch Länder in Europa, darunter Portugal, Spanien, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. Ihr Risiko für eine Einschleppung noch vor Jahresende liegt bei immerhin 40 bis 70 Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin „PeerJ“ berichten.

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Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Seit dem Ausbruch der Epidemie in Brasilien im Frühjahr 2015 wurden Fälle in 39 weiteren Ländern bekannt. Das Problem: Das Virus wird durch Stiche von Mücken der Gattung Aedes übertragen – und diese Insekten kommen in fast allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde vor. Sogar in Deutschland gibt es inzwischen eine kleine Population der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus.

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CDL: Embryonenschutz darf in Deutschland keinesfalls gelockert werden

Image of the embryos having developed to the blastocyst stage 80 hours after launch. Image: Enkui Duan. prep.: bb
Image of the embryos having developed to the blastocyst stage 80 hours after launch. Image: Enkui Duan. prep.: bb
Christdemokraten für das Leben: „Versuche, wie sie dieser Tage in den USA und Großbritannien am Menschen durchgeführt werden, beobachten wir mit größter Besorgnis und lehnen wir ab, weil sie gegen die Menschenwürde verstoßen.“

kath.net

Forschern der Rockefeller Universität (USA) und des King’s College in Cambridge (Großbritannien) ist es erstmals gelungen, menschliche Embryonen außerhalb einer Gebärmutter zu züchten und diese 13 Tage am Leben zu erhalten. Doch diese „Entwicklung in der jüngsten Forschung anerkennt offensichtlich keine ethischen, sondern nur noch dünne rechtliche Grenzen. Nur aufgrund gesetzlicher Bestimmungen sowohl in den USA als auch in Großbritannien konnte das Experiment über diesen Zeitraum hinaus nicht ausgedehnt werden. Bislang ist die Kultivierung extrakorporal erzeugter menschlicher Embryonen durch In Vitro Fertilisation (IVF) über den Zeitraum von zwei Wochen hinaus gesetzlich verboten. Jedes menschliche Leben beginnt aber mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle; jeder Embryo ist also bereits ein Mensch. Nichts rechtfertigt wissenschaftliche Experimente mit menschlichem Leben, an deren Ende der Tod zu Forschungs- oder Selektionszwecken steht.“ Das erklärte Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL), Susanne Wenzel.

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Auch Großbritannien führt eine Drohnen-Todesliste

Britische MQ-9 „Reaper“ beim Einsatz über Afghanistan. Bild: POA(Phot) Tam McDonald/MOD. Lizenz: ODL
Das Land tritt gegen die Todesstrafe ein, aber praktiziert die Hinrichtung von Menschen ohne jegliche Gerichtsverfahren

Von Emran Feroz | TELEPOLIS

Seit fast fünfzehn Jahren führen die Vereinigten Staaten ihren Drohnen-Krieg. Im Zentrum dieses Schattenkrieges steht vor allem die Todesliste, auf der die Namen von Zielpersonen vermerkt sind – die sogenannte „Kill List“. Wie mittlerweile bekannt ist, wird sie vom US-Präsidenten höchstpersönlich wöchentlich, an jedem Dienstag, unterzeichnet und abgesegnet.

Vor wenigen Tagen wurde allerdings bekannt, dass die USA nicht der einzige Staat dieser Welt sind, der eine solche Drohnen-Todesliste führt. Ein ausführlicher Bericht der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve macht deutlich, dass auch die Briten, die ebenfalls bewaffnete Drohnen einsetzen, eine derartige Liste führen – und ihren Opfern teils merkwürdige Codenamen geben, etwa jene von Musikern, Comicfiguren oder Pornodarstellern.

So wurden manche der Ziele, hauptsächlich Terrorverdächtige, allerdings auch angebliche Drogenschmuggler, unter anderem als Britney Spears, Drake, Krusty the Clown, Iron Man oder Garfield bezeichnet.

Laut Reprieve würde diese ungewöhnliche Namensgebung für die Öffentlichkeit besonders schockierend sein, da sie den gesamten Prozess der Tötung vollkommen entmenschlichen soll.

Abgesehen davon macht der Bericht deutlich, dass Großbritannien schon früh nach Beginn des „Krieges gegen Terror“ seine eigene Todesliste erstellte und in diesem Zusammenhang eng mit Washington zusammenarbeitete. Prekär ist die Tatsache, dass Großbritannien seinen Schattenkrieg nicht nur in bekannten Kriegszonen, etwa in Afghanistan, führt, sondern auch in Staaten wie Pakistan. Offiziell herrscht in diesem Land jedoch kein Krieg. Des Weiteren zählt die Regierung in Islamabad zu den engsten Verbündeten Londons.

Ähnlich verhält es sich mit dem Drohnen-Krieg der USA, der unter anderem ebenfalls in Staaten stattfindet, mit denen sich Washington offiziell nicht im Krieg befindet, etwa Pakistan, Jemen oder Somalia.

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Queen in Berlin: Inzestuöse deutsche Räuberbaronin

Keine harmlose Uroma. Foto: AP
Die Queen und ihre gestörte Familie stehen für alles, was schlecht ist in Großbritannien. Und Schmarotzer sind sie auch.


Von Ralf Sotscheck|taz.de

Elisabeth II. kommt, und die Berliner freuen sich, behauptet die Lokalpresse. Warum sollten sie das tun? Die britische Königin ist nicht die harmlose Uroma, die nett lächelt und den Menschen freundlich zuwinkt. Sie ist das Staatsoberhaupt von 16 Ländern, und in einigen davon – Trindidad und Tobago, Jamaika und St. Lucia – gibt es die Todesstrafe. Die Urteile werden von Elisabeth unterschrieben.

Die Queen und ihre gestörte Familie stehen für alles, was schlecht ist in Großbritannien. Sie seien „Ausgeburten von inzestuösen deutschen Räuberbaronen“, schreibt der 73-jährige englische Dichter und Anarchist Heathcote Williams in seinem Langgedicht „Die Windsors – Eine schrecklich nette Familie“, das rechtzeitig zum Queen-Besuch auf Deutsch erschienen ist.

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