Warum politische Macht Zügel braucht

Geflüchtete aus Kaschmir protestieren in Muzaffarabad/Pakistan.Foto: Sajjad Qayyum/AFP

Von Kaschmir bis zum Brexit: Der Minderheitenschutz wird weltweit demontiert. Was können Demokraten dagegen tun?

Ngaire Woods | DER TAGESSPIEGEL

Kürzlich hat Indien den verfassungsrechtlich geschützten Sonderstatus der Provinz Jammu und Kaschmir abrupt widerrufen. Damit sind die Machthaber im Land die vorerst letzten in einer Reihe von Akteuren, die sich kurzfristige politische Popularität erhoffen, indem sie sich gegen eine Gemeinschaft von Minderheiten entscheiden. Kaschmir unterliegt zukünftig einer direkteren Kontrolle durch die Regierung in Neu-Delhi, und die Hindu-Nationalisten sind begeistert. Die sorgfältig gepflegten Verfassungsprinzipien hingegen liegen in Scherben.

Unterdessen hat der britische Premierminister Boris Johnson angekündigt, die Europäische Union auf jeden Fall verlassen zu wollen – ob mit oder ohne einem „Backstop“, der die Grenzvereinbarungen zwischen dem britisch regierten Nordirland und der Irischen Republik schützt. Mit seiner Hardliner-Position ignoriert er die Sorgen der nordirischen Wähler.

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Missbrauch des Schengen-Informationssystems: Großbritannien kopierte Daten und teilte diese mit US-Firmen

(Bild: © European Union 2011 – EP)

Die EU-Kommission hat indirekt eingeräumt, dass die Briten widerrechtlich sensible Teile der Schengener Datenbank kopiert und mit US-Firmen geteilt haben.

Von Stefan Krempl | heise online

Julian King, EU-Kommissar für die Sicherheitsunion, hat vorige Woche einen Bericht bestätigt, wonach es massive Probleme mit der Handhabe des Schengener Informationssystems (SIS) in einzelnen Mitgliedsstaaten gibt. Die Brüsseler Regierungsinstitution habe „praktische Schritte“ unternommen, um dem Missbrauch entgegenzuwirken, betonte der Brite. Es liefen derzeit „vertrauliche Gespräche“ mit den betroffenen EU-Ländern.

Schon Mitte 2018 hatte das Online-Magazin EU Observer gemeldet, dass Großbritannien illegal im großen Stil persönliche Informationen aus der Datenbank kopiert habe, die das Reisen ohne Grenzkontrollen in der Schengen-Zone ermöglichen soll. Das Königreich nimmt über die justizielle und polizeiliche Zusammenarbeit nur eingeschränkt an dem Verbund teil und hat keinen vollständigen Zugriff auf das Informationssystem. In einem internen EU-Dokument listeten Prüfer dem Bericht zufolge aber auf, dass die Briten nicht nur sensible Daten abgezogen, sondern sogar mit Dienstleistern aus Drittstaaten wie den USA geteilt haben.

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Auch Schwebfliegen wandern

Die Hainschwebfliege ist eine von 450 in Deutschland vorkommenden Schwebfliegen-Arten. © Will Hawkes

Vom Festland auf die Insel: Auch Schwebfliegen gehören zu den Zugtieren unter den Insekten. Wie Radarbeobachtungen enthüllen, pendeln jedes Jahr bis zu vier Milliarden dieser Tiere zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland hin und her. Die Schwebfliegen sorgen dadurch für wichtigen Nachschub an Bestäubern und transportieren auch Pollen und Nährstoffe über den Ärmelkanal, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

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Zugvögel sind nicht die einzigen Tiere, die im Rhythmus der Jahreszeiten um die Welt reisen. Auch manche Fische, Säugetiere und sogar Insekten pendeln alljährlich zwischen ihren Winter- und Sommerlebensräumen. So legt beispielsweise der Monarchfalter auf seinem Weg zwischen Nord- und Südamerika viele tausend Kilometer zurück und auch der Distelfalter oder die Wanderlibelle sind echte Langstreckenflieger.

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Auch viele Atheisten glauben an „Übernatürliches“

zoe margolis via wikimedia cc by 2.0 Die prominenten britischen Atheisten Ariane Sherine und Richard Dawkins vor einem Londoner Doppeldeckerbus mit einer Botschaft, auf die sich auch Agnostiker einigen können.

Forscher untersuchten „Ungläubige“ in sechs Ländern und förderten dabei überraschende Erkenntnisse zutag

Klaus Taschwer | derStandard.at

Pfingsten naht – und damit jenes Fest, mit dem Katholiken am 50. Tag der Osterzeit die Entsendung des heiligen Geistes feiern. Angehörige des Katholizismus stellen in Österreich nach wie vor die größte Gruppe der Gläubigen. Dahinter folgen aber mittlerweile gut eine Million Menschen ohne Bekenntnis, also Atheisten und Agnostiker, die mit Festen wie Pfingsten – außer dem zusätzlich anfallenden Feiertag – nicht allzu viel anzufangen wissen.

Trotz der großen und weiter wachsenden Gruppe der Nichtgläubigen ist Österreich in Sachen Säkularisierung im internationalen Vergleich eher „konservativ“. Zum Vergleich: In China gaben laut einer Studie aus dem Jahr 2015 nicht weniger als 61 Prozent der Bevölkerung an, Atheisten zu sein. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt freilich meist unklar. Weitgehend geklärt ist bloß der Unterschied zwischen Atheisten und Agnostikern, die bei der Leugnung der Existenz eines Gottes nicht ganz so radikal sind wie Atheisten.

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E-Autos: Kurzfristig kein Klimavorteil

Sie gelten als „grüne“ Alternative zum Pkw mit Verbrennungsmotor – doch wie beeinflussen E-Autos die Klimabilanz des Straßenverkehrs wirklich? © Tomwang112/ thinkstock

Erst langfristig wirksam: Elektroautos können die Klimabilanz des Straßenverkehrs kurzfristig kaum positiv beeinflussen. Dies legt nun eine Studie am Beispiel von Großbritannien nahe. Demnach steht zum einen die nur langsame Veränderung der Fahrzeugflotte schnelleren Effekten im Weg. Zum anderen spielt auch der bisher noch ungünstige Energiemix eine Rolle. Erst ab 2040 werden die Stromer die CO2-Emissionen im Verkehrssektor deutlich senken, so die Prognose der Forscher.

scinexx

Sie sind leise, stinken nicht und stoßen vor allem keine klimaschädlichen Abgase aus: Elektroautos gelten gemeinhin als vielversprechende Lösung für den Klimaschutz. „Studien zeigen, dass E-Autos einen erheblichen Beitrag zu Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor leisten können“, erklären Graeme Hill von der Newcastle University und seine Kollegen. Doch wie groß ist dieser Beitrag und wie schnell wird er zum Tragen kommen?

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Mehr als 74 Migranten im Ärmelkanal aufgegriffen

Immer mehr Migranten versuchen es in kleinen Schiffen von Frankreich nach Großbritannien zu schaffen. Am Samstag wurden 74 Menschen im Ärmelkanal aufgegriffen, darunter Kinder. Der britische Innenminister nennt die Lage „besorgniserregend“.

DIE WELT

Insgesamt 74 Migranten haben am Samstag versucht, den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien in acht kleinen Booten zu überqueren. Der britische Innenminister Sajid Javid nannte die Situation „besorgniserregend“. Unter den Aufgegriffenen waren auch Kinder. Nur ein Boot schaffte es bis zur Küste im Südosten Englands.

Immer mehr Migranten versuchen, auf diese Weise nach Großbritannien zu gelangen. Im vergangenen Jahr haben dem britischen Innenministerium zufolge 539 Menschen probiert, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren, 434 davon allein seit Anfang Oktober. 227 Migranten seien noch von französischen Behörden gestoppt worden.

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UN fordern Großbritannien zu Rückgabe des Chagos-Archipels an Mauritius auf

Diego Garcia, Hauptinsel bzw.-Atoll von Chagos – NASA

116 Länder stimmten am Mittwoch in der Generalversammlung in New York dafür, dass die Briten ihre letzte Besitzung im Indischen Ozean aufgeben – darunter Österreich. Indes ist dort auf dem Diego-Garcia-Atoll ein großer Militärstützpunkt der USA.

Die Presse.com

Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben in der Generalversammlung per Resolution mehrheitlich Großbritannien aufgefordert, den Chagos-Archipel im nördlichen Indischen Ozean an den Inselstaat Mauritius zurückzugeben. 116 Länder stimmten am Mittwoch in New York dafür, nicht weniger als 56 Staaten enthielten sich.

Dagegen stimmten nur sechs Staaten, nämlich Großbritannien, die USA, Australien, Israel, die Malediven und Ungarn. Unter den Enthaltungen waren etwa Frankreich, Deutschland, Dänemark, Chile, Kanada und Katar. Interessanterweise stimmten nicht wenige durchwegs mit den Briten befreundete Staaten gegen diese, also für die Resolution – darunter Saudiarabien, Norwegen und Österreich.

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Nordsee: Suche nach dem versunkenen Land

Zwischen England und dem Festland erstreckte in der Eiszeit eine weite Landfläche – Doggerland. Jetzt fahnden Forscher in einem Teil dieser alten Landbrücke nach Spuren steinzeitlicher Siedlungen. © NASA

Versunkene Landbrücke: Noch vor 10.000 Jahren verband das Doggerland Großbritannien mit dem Kontinent – bis der steigende Nordseepegel diese ausgedehnten Landflächen versinken ließ. Jetzt fahndet eine Schiffsexpedition nach alten Siedlungsspuren im versunkenen Doggerland. Zuvor haben Forscher dort schon eiszeitliche Flüsse, Hügel, alte Küstenlinien und sogar Kalksteinklippen entdeckt, doch die entscheidenden Beweise für eine Besiedlung stehen noch aus.

scinexx

Einst weideten hier Mammuts und Fellnashörner und Säbelzahnkatzen jagten nach Beute: Noch bis vor 10.000 Jahren lagen weite Teile der heutigen Nordsee trocken. Die als Doggerland bekannte Landbrücke reichte von der Ostküste Englands bis nach Dänemark, Südschweden und den Niederlanden. Über tausende von Kilometer erstreckte sich dort damals weites, fruchtbares Land von der Größe der heutigen Niederlande. Archäologen vermuten schon seit langem, dass diese von Flüssen durchzogene Landschaft von Menschen besiedelt war.

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Großbritannien fast sieben Tage ohne Kohlestrom

Kohlekraftwerk Ratcliffe-on-Soar. Bild: MaltaGC/CC BY-SA-4.0

Bis 2020 soll die Stromerzeugung ohne Kohle auskommen, Gas hat allerdings jetzt den größten Anteil, gefolgt von Atomstrom

Florian Rötzer | TELEPOLIS

In Großbritannien wird gerade ein Rekord gefeiert. Seit 166 Stunden – Stand: 13:40 am 8.5.2019 – wurde ins nationale Stromnetz kein Strom mehr eingespeist, der mit Kohle produziert wurde. Der Anteil von Kohlestrom liegt bei 0,00 Prozent von 35,84 GW. Da könnte oder sollte die deutsche Politik hellhörig werden.

Damit wurde der letzte Rekord vom April deutlich übertroffen, als für 90 Stunden und 45 Minuten kein Kohlestrom ins Netz ging. Damals wurden 42 Prozent der Stromproduktion mit Gas und 23 Prozent mit Atomkraftwerken, 12 Prozent mit Wind, 11 Prozent Solar und 4 Prozent mit Biomasse abgedeckt. Was sich hinter den 7 Prozent Importen verbirgt, ist nicht recht klar. 2018 lag der Anteil der Erneuerbaren am britischen Strom bei 27,5 Prozent, zusammen mit Atomstrom wurden damit 49,6 Prozent des Stroms aus nichtfossilen Energieträgern erzeugt.

Ab 2025 soll es in Großbritannien keinen Kohlestrom mehr geben, karbonfrei ist dann allerdings die Stromproduktion mit dem hohen Anteil an Gas bei weitem nicht. Zudem ist der Import von Flüssiggas 2018 um 7 Prozent gestiegen. Es wurde mehr aus Russland und den USA importiert, beim amerikanischen LNG handelt es sich um „schmutziges“ Frackinggas. Großbritannien will die Emissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 senken.

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SPD fordert Regierungsbeauftragten für Einsamkeit – sie denkt an ihre einsame Zukunft

Die SPD fordert einen Regierungsbeauftragten, der sich um Einsamkeit und Einsamkeitsschäden in der Gesellschaft kümmert. Die Zahl der Krankheiten, die durch Einsamkeit ausgelöst werden, sei bislang unterschätzt worden, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach, der „Welt am Sonntag“. Neueste Forschungsergebnisse zeigten, dass Einsamkeit häufig psychische Leiden wie Depressionen, Angststörungen, aber auch starke Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Demenz auslöse.

evangelisch.de

Das beeinträchtige die Lebensqualität der Betroffenen und führe zu hohen Kosten, da die Behandlung dieser Krankheiten teuer sei, betonte Lauterbach laut Vorabmeldung. Er verwies auf Großbritannien, wo es bereits einen Regierungsbeauftragten für Einsamkeit und gesellschaftliche Einsamkeitsschäden gebe.

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Affenfelsen: EU versucht Tricks im Brexit-Streit

„Schaumeffekt“ am Affenfelsen. Foto: Benjamín Núñez González/ CC BY-SA 4.0

Die EU nennt Gibraltar nun „Kolonie“ und deutet damit die Möglichkeit an, spanische Ansprüche zu unterstützen

Ralf Streck | TELEPOLIS

Das Ergebnis der Abstimmung zur Visumsfreiheit für Briten nach dem Brexit war in der vergangenen Woche mit 502 Ja-Stimmen und 81 Nein-Stimmen (29 Enthaltungen) im Europaparlament sehr klar. Mit Blick auf einen harten Brexit wurde weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit nun das Visaregime geändert. In diesem Zusammenhang wurde den Briten zugleich aber massiv vor das Schienbein getreten.

In einer Fußnote wird nämlich Gibraltar, das Großbritannien als „Überseeterritorium“ bezeichnet, nun erstmals eine „Kolonie der Britischen Krone“ genannt und von „Kontroversen zwischen Spanien und dem Vereinigten Königreich über die Souveränität über Gibraltar“ gesprochen. Das hat in Großbritannien viele geärgert und wird von Spanien als diplomatischer Sieg gefeiert. In einigen britischen Medien wird von einer „Warnung“ gesprochen.

Doch auch auf einer anderen Ebene ist eine historische Entscheidung gefallen, denn faktisch wird Großbritannien nun schon nicht mehr als EU-Mitglied gesehen. Eigentlich bestand Einigkeit darin, dass Briten für Reisen in EU-Länder eine Visabefreiung für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen gewährt wird, wenn auch die britische Regierung ihr Versprechen einhält, keine Visa für EU-Bürger zu verlangen. Einige britische Abgeordnete stimmten aber mit Nein, weil sie mit dem Begriff „Kolonie“ in der Fußnote nicht einverstanden waren.

„Die Sicherung visafreier Reisen im Falle eines Brexits ohne Abkommen ist von entscheidender Bedeutung“, sagte zum Beispiel der konservative Abgeordnete Dalton. Er konnte wegen der neuen Terminologie zu Gibraltar aber nicht „mit gutem Gewissen“ dem Gesetz zustimmen, da die Bevölkerung in Gibraltar mit großer Mehrheit im Königreich bleiben will. Ganz ähnlich ging es dem Labour-Abgeordneten Claude Moraes, der deshalb ebenfalls mit Nein gestimmt hat.

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Kurioser Vorfall in Großbritannien: Christentum keine friedliche Religion – Behörde lehnt Asylantrag ab

Bild: © Matthias Stolt/Fotolia.com (Symbolbild)

Ein zum Christentum konvertierter Iraner möchte in Großbritannien Asyl bekommen. Als Grund für seine Konversion nennt er die friedliche Natur des Christentums. Doch die Asylbehörde lehnt den Antrag ab – mit Verweis auf die Bibel.

katholisch.de

In Großbritannien sorgt der Brief einer Asylbehörde für Aufsehen, in dem das Christentum als gewalttätige Religion gesehen wird. Laut einem Bericht des „Catholic Herald“ vom Donnerstag hatte ein vom Islam zum Christentum konvertierter Iraner in Großbritannien Asyl beantragt, da ihm wegen seines Übertritts in seiner Heimat Verfolgung drohe. Als einen der Gründe für den Wechsel seiner Religion nannte er, dass er den Islam für gewalttätig halte, im Christentum hingegen „Frieden, Vergebung und Güte“ sehe. Die Behörde lehnte seinen Antrag ab: In der Bibel gebe es zahlreiche Passagen über Gewalt und Krieg, außerdem sage Jesus selbst: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Mt 10,34) Die Argumentation des Iraners sei also inkonsistent. Der Antragsteller legte Einspruch ein.

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Kirche von England ruft vor Brexit zu fünf Gebetstagen auf: „Schmerz und die Ausgrenzung dauern an“

Der Ausrittstermin Großbritanniens aus der Europäischen Union am 29. März nähert sich. Die Kirche von England ruft nun ihre Mitglieder zu fünf Gebetstagen als Vorbereitung auf den Brexit auf.

DOMRADIO.DE

Die Gemeinden sollten für das Land beten, wenn sich Großbritannien dem Austrittstermin aus der Europäischen Union am 29. März nähert, sagte Erzbischof Justin Welby am Sonntag laut britischen Medien. Demnach will der Primas der Anglikanischen Kirche am Tag nach dem Brexit ein öffentliches Gebet mit den leitenden Geistlichen der Katholiken, Methodisten, Baptisten und Reformierten halten, hieß es.

Für alle beten, die hohe Positionen einnehmen

„Das Leben wird weitergehen, und Gottes Mission wird nicht durch solche Ereignisse gestoppt“, ermutigte Welby. Doch der Brexit habe gezeigt, „dass unsere Politik und Gesellschaft seit Jahrzehnten dem Gemeinwohl in einer Gesellschaft, in der jeder gedeihen kann, nicht genügend Beachtung geschenkt hat“.

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Entschädigung für „Kindertransporte“: Späte Geste für geflüchtete Kinder

Bild: tagesschau.de

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs flüchteten 10.000 jüdische Kinder vor den Nazis. Die Überlebenden der „Kindertransporte“ nach Großbritannien erhalten von Deutschland nun eine Einmalzahlung.

tagesschau.de

Vor 80 Jahren starteten die ersten „Kindertransporte“: Rund 10.000 Kinder flüchteten zwischen 1938 und 1939 vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien. Acht Jahrzehnte später sollen die Überlebenden nun von Deutschland eine Einmalzahlung in Höhe von 2500 Euro erhalten.

Auf die einmalige Entschädigungszahlung haben sich die Bundesregierung und die Conference On Jewish Material Claims Against Germany – kurz Claims Conference – verständigt. Überlebende der Transporte sollen ab 1. Januar entsprechende Anträge stellen können. Das Bundesfinanzministerium stellt die Gelder zur Verfügung.

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Der Nachhall des Ersten Weltkriegs

Bild: tagesschau.de

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Es war ein Krieg, dessen Auswirkungen über Europas Grenzen hinausreichten – und bis heute spürbar sind.

Von Ute Spangenberger | tagesschau.de

In Frankreich und in Großbritannien ist der morgige 11. November ein Feiertag. Er erinnert an das Ende des Ersten Weltkriegs. „Armistice“ oder „Remembrance Day“ heißt dieser Tag – im Gedenken an den Waffenstillstand am 11. November 1918.

Die Briten nennen ihn auch „Poppy Day“. „Poppy“ heißt auf Deutsch Mohnblume. Seit dem Ersten Weltkrieg steht der Klatschmohn als Symbol für das Erinnern an die gefallenen Soldaten. In den Schützengräben, auf den aufgeschütteten Soldatengräbern blühte damals der Mohn, rot wie das Blut der Soldaten.

Das Trauma der Niederlage

In Deutschland ist der 11. November kein Feiertag. „Die Niederlage im Ersten Weltkrieg ist das Trauma der Deutschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen“, beschreibt der Historiker Professor Andreas Rödder.

Bis heute – denn der Krieg hat in den Ländern Europas ganz unterschiedliche Erinnerungen hinterlassen. Und die politischen und territorialen Folgen beschäftigen uns immer noch.

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Nach dem Brexit der Brain Drain?

Bild: tagesschau.de

Viele Forscher aus der EU wissen nicht, was nach dem Brexit aus ihren Stellen an britischen Hochschulen wird. Während sie um ihre Karriere bangen, fürchten Professoren um den Wissenschaftsstandort Großbritannien.

Von Anne Demmer | tagesschau.de

Jasmin Zohren hat ihre wissenschaftliche Karriere sogfältig geplant. An der Queen Mary Universität hat sie promoviert. Vor zwei Jahren bewarb sich die Biomathematikerin dann für einen Postdoc am Francis Crick Institute in London, dem größten biomedizinischen Forschungsinstitut in Europa. Doch dann kam das Referendum dazwischen. Rund 52 Prozent der Briten stimmten für den Brexit.

„Das Referendum war an dem Tag, als ich den Job hier bekommen habe, und das hat mich schon sehr beeinflusst. Ich habe schon stark gezweifelt, ob ich den Job annehmen möchte, ob ich hierbleiben will oder nicht“, sagt sie.

Kollegen hätten ihr geraten, die Stelle anzutreten, weil das sehr gut für ihre Karriere sei. Sie hat den Job angenommen und ist trotz unsicherer Zukunft geblieben – vorerst.

40 Prozent der rund 1000 Institutsmitarbeiter kommen aus EU-Ländern wie Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Wie es für sie weitergeht, kann ihnen derzeit niemand sagen.

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Russland wirft Aufständischen Chlorgas-Angriff vor

Syrische Rebellen im Kampf um Idlib (Archivbild). Foto: afp

Laut dem russischen Verteidigungsministerium bereiten die Aufständischen in der syrischen Rebellenhochburg Idlib einen Angriff mit Chlorgas vor.

Frankfurter Rundschau

Russland hat syrischen Aufständischen vorgeworfen, einen Chlorgas-Angriff in der Provinz Idlib vorzubereiten. Nach dem Angriff würden die USA, Großbritannien und Frankreich syrische Regierungstruppen verantwortlich machen und diese daraufhin aus der Luft angreifen, prognostizierte das russische Verteidigungsministerium in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Moskau unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad in dem Konflikt militärisch.

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Bericht: „Entsetzlicher Missbrauch“ an zwei Ordensschulen

Die Kinder sollen vor den Augen ihrer Mitschüler missbraucht worden sein, die jüngsten Opfer seien gerade sieben Jahre alt gewesen: Schlimme Anschuldigungen gegen zwei vom Benediktinerorden geführte Schulen.

katholisch.de

Ein neuer Missbrauchsbericht erhebt schwere Vorwürfe gegen zwei vom Benediktinerorden geführte Schulen in Großbritannien. Über 40 Jahre hinweg seien an den Einrichtungen Ampleforth in der Grafschaft North Yorkshire und Downside in Somerset Kinder sexuell missbraucht worden, heißt es in dem am Donnerstag von der unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission (IICSA) veröffentlichten Bericht. Die jüngsten Opfer seien sieben Jahre alt gewesen. Die Untersuchung stützt sich unter anderem auf Aussagen von Betroffenen.

In beiden Institutionen habe es eine „Kultur der Akzeptanz“ und eine „eklatante Offenheit“ von missbräuchlichem Verhalten gegeben, heißt es. Viele Täter hätten ihre sexuellen Interessen nicht vor den Kindern versteckt; Opfer seien vor den Augen ihrer Mitschüler missbraucht worden.

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Die Ausbreitungsdynamik des Christentums

Kirche in Schwerin. Bild: ©bb

Eine Studie an 70 austronesischen Gesellschaften zeigt, dass das Christentum vornehmlich von den Herrschern auf das Volk übertragen wurde. Nicht in großen, sondern in überschaubaren und hierarchisch gegliederten Gesellschaften wurde es am schnellsten übernommen. Sozial schwache Schichten und höhere Geburtenraten scheinen eine untergeordnete Rolle in der Verbreitungsdynamik zu spielen.

Andreas E. Kilian | hpd.de

Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und vom Max-Planck-Institut in Jena untersuchten mit Hilfe von Computersimulationen, wie sich politische Hierarchien, soziale Ungleichheit und Bevölkerungsgröße auf die Ausbreitung des Christentums in 70 austronesischen Gesellschaften ausgewirkt haben. Wie das Team um Dr. Joseph Watts in Fachjournal Nature Human Behaviour berichtet, eigneten sich die austronesischen Gesellschaften besonders gut, da sie sich über weite Teile der pazifischen Inselwelt von Ostafrika bis Südostasien bis in den Südpazifik ausgebreitet hatten, eine gemeinsame Sprache aufwiesen und relativ zeitgleich im 18. und 19. Jahrhundert missioniert wurden. Die Gesellschaftsstrukturen reichten von sehr kleinen, egalitären Familiengemeinschaften bis hin zu großen, politisch komplexen Gesellschaften, von denen einige das Christentum innerhalb eines Jahres, andere erst nach 200 Jahren übernommen hatten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Christentum am schnellsten übernommen wurde, wenn politische Führungsstrukturen vorhanden waren, die ihrerseits erfolgreich missioniert worden waren. Die neuen religiösen Überzeugungen wurden „Top-Down“ übertragen.

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Aale haben ein echtes Drogenproblem

Quelle: Getty Images/WaterFrame RM/Reinhard Dirscherl

Dass der Konsum von Drogen für uns Menschen ungesund ist, ist klar. Dass aber auch Fische darunter leiden, ist weniger bekannt. So nehmen Aale ungewollt Kokain zu sich. Mit fatalen Folgen für die sowieso schon vom Aussterben bedrohten Tiere.

Von Viola Ulrich | DIE WELT

Der Europäische Aal hat gleich mehrere Sorgen: Durch die Umgestaltungen von Flüssen für die Schifffahrt, Wasserwerken und -schleusen schrumpft sein Lebensraum. Außerdem schmeckt er gut, sodass er überfischt ist. Sein Bestand schrumpft seit Jahrzehnten. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat ihn sogar schon auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Laut dem EU-Drogenbericht 2018 steigt der Kokainkonsum in Europa wieder an. Analysen zeigen, dass vor allem die Gewässer rund um die Metropolen in Großbritannien, Belgien, Spanien und den Niederlanden mit der Droge verseucht sind. Mit fatalen Folgen für die Gesundheit der Aale, wie italienische Forscher der Universität Neapel Federico II schon 2015 in einer Studie berichteten.

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