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USA haben Entstehung des Islamischen Staats bewusst nicht verhindert

Aus dem Geheimdienst-Papier geht hervor, dass alle anderen Geheimdienste der USA über die Vorgänge ebenso im Bild waren wie das Verteidigungsministerium. (Foto: Flickr/ Statuesque Obama by Steve Jurvetson CC BY 2.0)

Ein amerikanischer Geheimdienst-Bericht zeigt, dass der Westen bereits 2012 Anzeichen für das Entstehen eines Islamischen Staats hatte. Doch unternommen haben die Amerikaner nichts, im Gegenteil: Sie sahen in einem solchen Gebilde eine Chance, Syrien zu destabilisieren und Assad zu stürzen. Das Dokument gibt Zeugnis für eine komplett fehlgeleitete Politik, die der Grund für die Flüchtlingswelle nach Europa und die weltweite massive Beschränkung der Bürger- und Freiheitsrechte ist.


Deutsch Türkische Nachrichten

Im Sommer 2014 herrschte in der westlichen Öffentlichkeit großes Erstaunen: Aus dem Nichts war auf dem Territorium ein „Islamischer Staat“ (IS) entstanden. Niemand konnte sich wirklich erklären, wie eine schwer bewaffnete und gut ausgerüstete Truppe von radikalen Islamisten trotz Rundum-Beobachtung durch die zahlreichen Geheimdienste von einem Tag auf den anderen zur größten Bedrohung des Weltfriedens hatte werden können. Seitdem vergeht kein Tag, an dem nicht IS-Terroristen als Gefahr für Europa beschworen werden. Die Bürgerrechte in Europa und den USA wurden eingeschränkt, Muslime sind seither einem unerträglichen Generalverdacht ausgesetzt. Die Lage in Syrien wurde immer schlimmer, tausende Syrer flüchten seither nach Europa – wo ihnen Misstrauen und Ablehnung entgegenschlagen.

In der aktuellen Flüchtlingsdiskussion wird zwar gelegentlich angeregt, man möge über die Entstehung von Flüchtlingswellen nachdenken, und diese möglichst schon am Ort des Geschehens stoppen. Doch im Hinblick auf Syrien und Libyen bleiben die Anregungen allgemein und vage, wodurch der Eindruck entsteht, man könne im Grunde nichts machen – Krieg gäbe es überall und jederzeit. Die EU schickt Kriegsschiffe ins Mittelmeer, um trotz aller Warnungen von Menschenrechtsorganisationen die Flüchtlingsboote abzuschießen. Gleichzeitig weigern sich große europäische Staaten wie Großbritannien, Frankreich, Polen oder Spanien, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

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Schiffe versenken befeuert libyschen Bürgerkrieg

Fregatte Hessen; Bild: Rebell18190

Deutsche Kriegsschiffe retten hunderte Migranten vor der libyschen Küste. Ein internationales Mandat soll nun militärische Mittel erlauben. Libyens Bürgerkriegsparteien drohen mit Widerstand


Von Matthias Monroy|TELEPOLIS

Angeblich wird der Plan, an nordafrikanischen Küsten Boote für die Flucht übers Mittelmeer zu zerstören, von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Großbritannien schlägt eine Resolution des UN-Sicherheitsrates für militärische Operationen in Hoheitsgewässern Libyens vor, angeblich wollen Russland und China kein Veto einlegen. Schon jetzt werden die nordafrikanischen Küsten mit zivil-militärischer Satellitenaufklärung überwacht. Derweil helfen die Bundespolizei und das BKA, Netzwerke von Fluchthelfern zu ermitteln und Boote aufzuspüren. Hierfür werden Geflüchtete nach ihrer Ankunft in Italien von deutschen Ermittlern verhört.

Mindestens 419 Personen in drei Booten sind von der deutschen Marine am Wochenende im südlichen Mittelmeer aufgegriffen worden. Dies teilte die Bundeswehr auf ihrer Webseite mit.

Demnach haben die beiden Schiffe Hessen und Berlin die Flüchtlinge erstversorgt und am Samstag in den Hafen der sizilianischen Stadt Reggio di Calabria gebracht. Die beschlagnahmten Boote der Geflüchteten wurden nach Angaben der Bundeswehr “versenkt”.

Die beiden Kriegsschiffe sollten der Bundeswehr zufolge sofort wieder in das Operationsgebiet auslaufen, um dort ihrem “humanitären Auftrag weiter nachzukommen”. Bereits am Donnerstag hatte die Marine Sichtkontakt zu einem Boot in Seenot, die fast 100 Insassen wurden jedoch von einem Schiff der italienischen Finanzpolizei aufgenommen. Auch das Hilfsschiff eines Millionärsehepaars hatte vergangene Woche mindestens 700 Migranten an Bord genommen.

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Nato gegen Flüchtlinge: Das Mittelmeer wird zum Kriegs-Gebiet

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Die Nato will die EU beim Kampf gegen Flüchtlingsboote unterstützen. Die EU hat sich auf ein militärisches Vorgehen gegen Schleuser als bevorzugten Umgang mit den Flüchtlingen festgelegt. Ein geheimes Strategie-Papier sieht sogar militärische Operationen in Libyen vor. Die Erklärung des Mittelmeers zum Kriegsgebiet ist eine moralische und politische Bankrotterklärung.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die Nato will die EU beim geplanten Kampf gegen Schleuserbanden im Mittelmeerraum unterstützten. «Ich denke, es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, Informationen auszutauschen», sagte der amerikanische Nato-Botschafter Douglas E. Lute am Freitag mit Blick auf die US-Aufklärungskapazitäten in der Region. Möglichkeiten der Zusammenarbeit könnten bei einem Treffen der Nato-Außenminister in der kommenden Woche in der Türkei besprochen werden.

Die Festlegung auf ein militärisches Vorgehen gegen Flüchtlingsboote ist die einzige Antwort, auf die sich die EU-Staaten als Antwort auf die humanitäre Katastrophe einigen konnten. Zwar wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Flüchtlinge gerettet, doch die europäische Politik hat die moralische Kraft nicht, zwischen dem grundsätzlichen Problem und einer konkreten, humanistischen Lösung im Einzelfall zu unterscheiden. Bisher war es in zivilisierten Staaten Konsens, dass man in Not geratenen konkreten Menschen helfen muss – ungeachtet der Frage, ob die Hilfe Nebenwirkungen in der Form haben könnte, dass deswegen noch weitere Flüchtlinge kommen. Besonders verwerflich erscheint in dem Zusammenhang, dass die Fluchtwellen aus Syrien und Libyen durch den Kampf des Westens gegen die jeweiligen Regime ausgelöst wurden. Nun soll also die Nato am Abschuss von Flüchtlingsbooten mitwirken.

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Deutsche Unternehmen im Ausland: Spitzenrang bei Menschenrechtsverletzungen

Arbeit unter lebensgefährlichen Bedingungen. Im peruanischen Ica retteten Bergarbeiter verschüttete Kollegen im April 2012 aus einer Kupfermine. – Foto: dpa

In wenigen anderen Ländern der Welt sitzen so viele Unternehmen, denen eine Beteiligung an schweren Menschenrechtsverletzungen angelastet wird, wie in Deutschland. Das ergibt eine aktuelle Studie der Universität Maastricht. Nichtregierungsorganisationen fordern politisch verbindliche Regeln – und verweisen auf Frankreich.


Von Dario Sarmadi|DER TAGESSPIEGEL

Es ist eine lange Liste: Darunter die Verseuchung von Wasser in Peru zur Gewinnung von Kupfer für deutsche Autos, Landvertreibungen in Uganda für eine Kaffeeplantage, die Flutung von Dörfern durch einen Staudamm im Sudan sowie die Ausbeutung von Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie. In all diesen Fällen waren deutsche Unternehmen direkt oder indirekt beteiligt, lautet der Vorwurf mehrerer Nichtregierungsorganisationen.

Ein globaler Vergleich von Forschern der Universität Maastricht untermauert die Kritik: Von 1.800 ausgewerteten Menschenrechtsbeschwerden betreffen 87 deutsche Unternehmen, womit Deutschland unter den Ländern den fünften Rang belegt. Lediglich die USA mit 511, Großbritannien mit 198, Kanada mit 110 und China mit 94 Beschwerden liegen noch davor. Die Unternehmen mit den häufigsten Vorkommnissen sind demnach Shell, Chevron und die Anglo Gold Ashanti aus Südafrika.

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EU-Kommission will Quotensystem zur Verteilung von Flüchtlingen

EuropaIn der Debatte über eine andere Verteilung von Flüchtlingen in der Europäischen Union geht die EU-Kommission auf Konfrontationskurs zu den nationalen Regierungen. “Wir werden ein Quotensystem vorschlagen”, kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwoch während einer Plenardebatte des Europaparlaments in Straßburg an.


evangelisch.de

Einen entsprechenden Vorschlag werde seine Behörde am 13. Mai vorlegen, sagte Juncker. “Es kann nicht sein, dass wir die betroffenen Länder in dieser Frage alleine lassen.” Nach den derzeitigen EU-Regeln ist grundsätzlich das Ersteinreiseland für die Ankömmlinge zuständig, also in vielen Fällen etwa Italien oder Griechenland. Etliche nördliche Staaten, etwa Großbritannien, Tschechien und die baltischen Länder, lehnen es bisher ab, daran etwas zu ändern. Auf ihrem Krisengipfel zur Flüchtlingspolitik in der vergangenen Woche hatten sich die 28 EU-Regierungen zwar im Grundsatz offen für eine Umverteilung gezeigt. Sie beließen es aber in ihrer Schlusserklärung bei vagen Formulierungen.

6 Fakten über unseren Atommüll und dessen Entsorgung

Themenbild. Bild: brightsblog

Themenbild. Bild: brightsblog

Vor 20 Jahren, im April 1995, fand der erste Castor-Transport mit abgebrannten Kernbrennstäben in das Zwischenlager Gorleben statt. Wenig hat sich seitdem bei der Entsorgung des strahlenden Mülls getan, noch immer ist die Politik auf der Suche nach einem geeigneten Endlager.


Von Dirk Eidemüller|Spektrum.de

Als Atommüll bezeichnet man Reststoffe, die radioaktive Strahlung aussenden. Derartige Substanzen stammen aus einer Vielzahl von Quellen: In der Energiewirtschaft, Industrie, Forschung und Medizin werden radioaktive Substanzen verwendet und entstehen entsprechende Abfälle, die nach ihrer Gefährlichkeit klassifiziert werden: von schwach- über mittel- bis hin zu hochradioaktiv.

Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle existieren Endlager wie das Bergwerk Asse II bei Wolfenbüttel oder das Bergwerk Morsleben, in denen diese Stoffe bis zum Abklingen ihrer Radioaktivität sicher gelagert werden sollen. In beiden Salzstöcken traten jedoch in den vergangenen Jahren geologische Probleme wie Risse und Hohlräume auf, durch die Wasser sickert und die Fässer mit dem Atommüll durch Salzlauge angreift. Seit Jahren findet deshalb keine weitere Einlagerung mehr statt, beide Salzstöcke werden aufwändig stabilisiert und sollen dauerhaft stillgelegt werden.

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Dschihadistinnen fliehen desillusioniert vor dem IS

Foto: pa/landov

Begeistert zogen junge Frauen aus Europa ins “Kalifat” der Terrormiliz Islamischer Staat, um den wahren Islam zu leben. Nun kehren die ersten traumatisiert zurück und fürchten die Rache der Fanatiker.


Von Dietrich Alexander|DIE WELT

“Dschihad-Bräute” werden sie etwas despektierlich genannt, jene Frauen, die in das “Kalifat” der selbst ernannten Gotteskrieger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ziehen. In der Regel werden sie mit islamistischen Kämpfern zwangsverheiratet und glauben daran, eine reine islamische Gesellschaft aufzubauen, einen Gottesstaat wie zu Zeiten des Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Sie träumen von einem erfüllten, religiös dominierten Leben unter Gleichgesinnten.

Die meisten dieser Mädchen und jungen Frauen fühlen sich oft unverstanden und sind schlecht bis gar nicht integriert in den westlichen, demokratischen Gesellschaften. Sie sind also leicht manipulierbar. Und sehr empfänglich für das von den IS-Propagandisten via professionell inszenierter Videofilme transportierte Image eines perfekten Islam im “Kalifat”, das vorgibt, gegen alle Widerstände sein vermeintliches Recht auf eine anachronistische Gesellschaftsordnung durchsetzen zu wollen. Andere Frauen sind sehr wohl integriert, verfügen gar über akademische Bildung. Trotzdem werden sie offenbar in einer labilen Phase ihre Lebens von demagogischen Predigern radikalisiert und wollen den IS unterstützen.

Unlängst hat die Quilliam-Stiftung in London, die über den Radikal-Islamismus forscht, ein 40-Seiten-Handbuch übersetzt, in dem eine ominöse IS-Frauengruppe eine multikulturelle Traumwelt vom “IS-Kalifat” zeichnet. “Der Tschetschene ist hier ein Freund des Syrers, der Golf-Araber ein Nachbar des Kasachen”, heißt es darin. Nirgendwo sonst sei es möglich, in solcher Eintracht mit dem muslimischen Glauben zu leben.

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Völkermord an den Armeniern: „Es gab eine direkte deutsche Schuld”

Genozid-Gedenkstätte in der armenischen Hauptstadt Eriwan. picture alliance

Die Bundesregierung hat sich schwer getan mit dem Wort „Völkermord” in Bezug auf die Verbrechen an den Armeniern 1915. Der armenische Historiker Gerard Libaridian, dessen Großvater dank der Intervention eines deutschen Soldaten überlebte, sieht eine Mitverantwortung des Deutschen Reiches.


Von Krisztian Simon|Cicero

Gerard Libaridian war bis 2012 Professor für moderne armenische Geschichte an der University of Michigan. In den neunziger Jahren arbeitete er als Berater des armenischen Präsidenten und war auch Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, wo er sich mit türkisch-armenischen Beziehungen befasste. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über das moderne Armenien.

Herr Libaridian, nach dem Ersten Weltkrieg hat der letzte Sultan des Osmanischen Reiches, Mehmed VI., ein Sondermilitärgericht  eingerichtet, um gegen die Täter zu verhandeln. Mehrere Leute wurden damals hingerichtet. Warum gab es nach diesem viel versprechenden Anfang keine wirkliche Aufarbeitung der Geschehnisse?
Das Sondergericht war wichtig und brachte sehr viele Informationen zutage. Aber das Gericht wurde nur auf Druck der Alliierten eingerichtet. Nach der Machtübernahme Mustafa Kemals wurde es wieder eingestellt. Kemal wusste natürlich, was mit den Armeniern passiert war, aber er wollte nicht, dass sein neuer Staat von der Vergangenheit gefangen gehalten wurde. In seinem Nationalstaat sollte die Geschichte erst mit dem Jahr 1919, also mit seiner Ankunft in Anatolien anfangen. Die Ideologie der neuen Türkei ließ es nicht zu, dass man über diese Geschehnisse sprach.
Das heutige Leugnen hat aber auch andere Gründe. Manche Leute wollen nicht mit der möglichen Schuld ihrer Väter oder Großväter konfrontiert werden. Dabei wissen sehr viele gar nicht, was passiert ist. Da ist einerseits der schlechte Unterricht Schuld. Aber man muss auch wissen, dass das Alphabet im Jahre 1928 geändert wurde. Die neuen Generationen konnten also die alten Texte, die sich mit diesen Geschehnissen befasst haben, gar nicht mehr verstehen. Und natürlich will die Politik auch nicht, dass man sich mit diesen Fragen beschäftigt. Der heutige Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte noch in seiner Zeit als Ministerpräsident, ein Muslim könne per definitionem keinen Völkermord begehen. Das zeigt sehr klar, was seine Haltung zur Genozidfrage ist, obwohl man auch sehen kann, dass sich unter Erdoğan die Situation etwas verbessert hat. Zum Beispiel wird kein Strafverfahren mehr eingeleitet, wenn jemand das Wort „Völkermord” im Zusammenhang mit diesen Geschehnissen benutzt.

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Britische Kommunen müssen Lagerung von Atommüll hinnehmen

Der Sellafield-Nuklearkomplex. Foto: Simon Ledingham. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Am 7. Mai wird in Großbritannien ein neues Unterhaus gewählt. Das alte Parlament löste sich deshalb letzte Woche formell auf. Vorher verabschiedete es noch ein Gesetz, über das sonst wahrscheinlich länger öffentlich diskutiert worden wäre.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Dieses Gesetz hat zum Inhalt, dass britische Kommunen es hinnehmen müssen, wenn man bei ihnen radioaktiven Müll aus Kraftwerken, Waffen und Krankenhäusern lagert. Die Kompetenz dafür liegt zukünftig in den Händen des Energieministeriums. Die Kommunen dürfen dieses Energieministerium zwar beraten, können aber Entscheidungen nicht verhindern.

Dazu, dass diese Gesetzesvorlage der regierenden Tories und Liberaldemokraten das Parlament passierte, trug auch die (eigentlich oppositionelle) Labour Party bei: Ihre Abgeordneten enthielten sich bei der Abstimmung weitgehend – was von britischen Medien als Zeichen dafür interpretiert wird, dass eine Labour-geführte Regierung die Rechtslage so belassen wird.

Der Tory Zacharias Goldsmith, einer der wenigen Abgeordneten, die gegen das Gesetz stimmten, hält den Zeitpunkt der Abstimmung für maßgeblich für deren Ausgang: Gegenüber dem Guardian meinte er, dass die meisten MPs nicht einmal wussten, worüber sie gerade entscheiden. Hätte es eine Debatte gegeben, dann wäre seiner Ansicht nach durchaus ein anderer Ausgang der Abstimmung denkbar gewesen.

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Bart: Muslimischer Vater attackiert britischen Lehrer

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Weil zwei muslimische Schüler keinen Bart tragen durften, rastete ein Vater in Großbritannien aus. Er beschimpfte einen Lehrer rassistisch und griff ihn an. Allerdings ist die Schule katholisch – und der Mann nicht einmal der Vater der jungen Bartträger.


FOCUS ONLINE

In Großbritannien hat ein muslimischer Vater einen Lehrer angegriffen, weil dessen Schule muslimischen Schülern das Tragen von Bärten verboten hatte. Wie die „Daily Mail“ berichtet, steigerte sich der 34-Jährige in eine „rassistische Tirade“ gegen „weiße Lehrer“ hinein und griff einen der Lehrer an.

Das sei vor den Augen vieler Eltern geschehen, die gerade ihre Schüler abgeholt hätten. Der Mann sei festgenommen worden und sitze derzeit in Untersuchungshaft, berichtet die „Daily Mail“ weiter. Das Urteil werde voraussichtlich im Juni gesprochen.

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Religionsstudie: In 35 Jahren ist fast jeder zehnte Deutsche Muslim

Themenbild.

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Der Islam ist die am stärksten wachsende Religion weltweit. Laut einer Studie wird der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung bis 2050 auf 29,7 Prozent steigen. Der Christen-Anteil bleibe konstant.


DIE WELT

Der Islam bleibt über die kommenden Jahrzehnte die am stärksten wachsende Weltreligion. Während der Anteil der Christen an der Weltbevölkerung nach einer Projektion des US-amerikanischen Pew Research Centers bis 2050 in etwa konstant bei 31,4 Prozent bleiben wird, sagt die Studie für Muslime einen Anstieg von 23,2 auf 29,7 Prozent voraus. Dennoch werde dann die absolute Zahl der Muslime mit 2,76 Milliarden noch immer unter der Zahl der Christen mit 2,92 Milliarden liegen – allerdings nur noch ganz knapp.

Als größtes muslimisches Land wird Indonesien bis 2050 voraussichtlich von Indien abgelöst. Laut der amerikanischen Studie “The Future of World Religions” (Die Zukunft der Weltreligionen) werden in 35 Jahren in Europa 10,2 Prozent der Bevölkerung muslimisch sein; Zum Vergleich: 2010 waren es 5,9 Prozent.

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Massenvernichtungswaffen: Studienverbot für verdächtige ausländische Studenten

Milzbrandsporen. Bild: CDC

In Großbritannien wurden seit 2007 fast 1000 Postgraduierte abgewiesen, Abgeordnete wollen nun auch britische Studenten einbeziehen, die “homegrown” Terroristen werden könnten


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Im Vorlauf zum Irak-Krieg, als die US-Regierung mit der Hilfe der britischen Regierung “Beweise” dafür fabrizierten, dass Hussein weiterhin Programme zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen habe, kam auch Rihab Taha ins Spiel. Die auch “Dr Germ” genannte Wissenschaftlerin hat in Großbritannien 1980-1984 Mikrobiologie studiert und sich mit pflanzlichen Toxinen beschäftigt. Sie galt zusammen mit Huda Salih Mahdi Ammash oder “Mrs Anthrax” als der Kopf hinter dem irakischen Programm zur Herstellung von biologischen Waffen. Beide Frauen wurden festgenommen und 2005 wieder von den Amerikanern aufgrund nicht wirklich bekannter Gründe aus der Haft entlassen (Absolution für die Bösen).

Vermuten lässt sich nur, dass Taha, die sich den Amerikanern gestellt hatte, bereitwillig über das Waffenprogramm gesprochen haben wird. Nach dem ersten Golfkrieg hatte sie gegenüber UN-Inspektoren zugegeben, Anthrax, Clostridium, Rizin etc. hergestellt zu haben. Vermutlich wurde dabei klar, dass es nach dem ersten Golfkrieg kein solche Programm mehr gab. Dazu kommt, dass die USA dem einstigen Verbündeten gegen den Iran neben chemischen Waffen auch Kulturen von Milzbrand, Botulinum, Clostridium, West-Nil-Virus oder Pest geliefert hatte. Gut möglich also, dass man lieber keinen Prozess wollte, der manches schwarze Kapitel der US-Politik noch einmal hätte aufkommen lassen, nachdem man bereits unter falschen Behauptungen den Krieg legitimiert hatte (Der Irak, die USA und die Massenvernichtungswaffen). Ganz ausgeschlossen ist aber auch nicht, dass sie auf Druck des al-Qaida-Führers al-Sarkawi, auf den der Islamische Staat zurückgeht, freigelassen wurde. Dieser hatte 2004 drei Geiseln genommen (und getötet) und die Freilassung aller gefangenen Frauen verlangt. Die einzig bekannten weiblichen Gefangenen der Amerikaner waren Taha und Ammash.

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Britische Gleichstellungsstudie: Christen fühlen sich diskriminiert

Bild: bb

Bild: bb

Großbritannien: Christen äußern Angst, ihre Arbeitskollegen über ihre religiöse Einstellung zu informieren. Wer sich zu erkennen gibt, werde oft verspottet oder als Frömmler behandelt, sogar seine Kinder werden in der Schule lächerlich gemacht.


kath.net

In Großbritannien haben Christen zunehmend Angst, ihre Arbeitskollegen über ihre religiöse Einstellung zu informieren. Darauf wies der Vorsitzende der britischen Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission hin. Wenn sie sich als Christen zu erkennen geben, werden sie oft verspottet oder als Frömmler behandelt, sogar ihre Kinder werden in der Schule lächerlich gemacht. Das ergab eine große Studie, deren Ergebnisse vor kurzem von der britischen Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission veröffentlicht wurden. Darüber berichtete die „Daily Mail“.

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Springflut nach der Sonnenfinsternis: Am Atlantik droht eine “Jahrhundertflut”

Von der Springflut bedroht: Mont Saint-Michel an der französischen Normandie-Küste. – Foto: AFP

Nach der Sonnenfinsternis ist vor der Flut: An der Klosterinsel Mont Saint-Michel in der Normandie zum Beispiel wird ein Tidenhub von 14,5 Metern erwartet. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut rund um diese Weltkulturerbe-Insel wird somit höher als ein vierstöckiges Gebäude sein.


DER TAGESSPIEGEL

Es wird als “Jahrhundertereignis” angekündigt, auch wenn sich das Phänomen alle 18 Jahre wiederholt – doch spektakulär wird die Flut am Samstag an der Nordwestküste Frankreichs und anderen Orten der Welt allemal: Ein Tidenhub von 14,5 Metern wird etwa an der Klosterinsel Mont Saint-Michel in der Normandie erwartet. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut rund um diese Weltkulturerbe-Insel wird somit höher als ein vierstöckiges Gebäude sein.

Auch in Großbritannien, Kanada und Australien wird eine besonders hohe, sogenannte Springflut erwartet, was mit der Himmelskonstellation an dem Tag zusammenhängt.

Der stärkste Tidenhub weltweit mit bis zu 16 Metern wird in der Bucht von Fundy an der kanadischen Atlantikküste zu bestaunen sein. In Großbritannien soll das Wasser vor allem im Kanal von Bristol um mehr als 14 Meter steigen.

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IS-Terroristen zertrümmern antike Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Themenbild. Von den Taliban zerstörte Buddha-Statuen

Die IS-Terroristen haben im Norden des Iraks einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit zerstört. Darunter ist eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2600 Jahre alt ist. Ein Internetvideo der Extremisten zeigt, wie IS-Anhänger im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive bedeutende Bildwerke aus der Antike zertrümmern.


derStandard.at

Experten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei vielen der zerstörten Stücke um Originale handelt. Die Türhüterfigur sei eine “Ikone der altorientalischen Bildkunst”, sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, am Donnerstag. “Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.” Die Figur ist laut Experten Teil des assyrischen Nergal-Tores aus dem siebenten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Es gehörte zur Befestigung von Ninive, dem Zentrum des assyrischen Reiches.

Schmuggel

Bis zu hundert syrische Kunstwerke soll die IS-Terrormiliz “The Times” zufolge nach Großbritannien geschmuggelt haben, um damit neue Gelder zu lukrieren. Kriminalisten und Archäologen warnen davor, dass die geraubten Gegenstände, darunter Gold- und Silbermünzen sowie Tonwaren, in London verkauft werden.

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AKW-Befürworter: Zwischen Verehrung des freien Marktes und Abhängigkeit vom Staat

Gelände des Neubaus – “Western End of Hinkley Point Nuclear Power Station”; Foto: Richard Baker /CC BY-SA 2.0

Zwischen Großbritannien und Österreich schwelt ein Atomstreit. Großbritannien lässt neue Atomkraftwerke bauen. Gegen eines dieser Bauprojekte – das an der Küste der Grafschaft Somerset gelegene Atomkraftwerk Hinkley Point C – will das Land Österreich klagen. Der Grund: Die Finanzierung sei mit dem europäischen Wettbewerbsrecht nicht vereinbar.


Von Christian Bunke|TELEPOLIS

Nicht nur Österreich ist dieser Meinung. Auch 20 europäische Stromproduzenten aus erneuerbaren Energien wollen gegen Großbritannien rechtliche Schritte einleiten. Bereits Ende November 2014 reichten die Elektrizitätswerke Schönau aus dem Schwarzwald eine Beschwerde bei der EU-Kommission ein.

Doch Großbritannien ficht das nicht an. Österreich erhielt bereits eine Protestnote, in der die Inselmonarchie Maßnahmen ankündigt. Kein Vorhaben Österreichs soll mehr vor einer eskalierenden Abfolge rechtlicher Maßnahmen Großbritanniens sicher sein. Der von Großbritannien ausgeübte Druck geht über den Einzelfall Hinkley Point hinaus. So soll Österreich die Atomkraft als “nachhaltige Energiequelle” anerkennen, andernfalls müsse das Land “beim EU-internen effort sharing einen größeren Anteil” tragen.

Hinkley Point C: ohne Beihilfen des britischen Staates und der EU unmöglich

In Großbritannien herrscht über Parteigrenzen hinweg Einigkeit über den Bau neuer Atomkraftwerke. Schon 2008 wurde das unter der von Tony Blair und Gordon Brown geleiteten Labour Regierung beschlossen. Auch die Konservativen waren damals dafür. Sie gaben damals aber eine Warnung mit auf den Weg. Unter keinen Umständen, so forderten sie, dürften staatliche Gelder für den Bau neuer Kraftwerke ausgegeben werden.

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Barbara Hendricks: Das strahlende Erbe im Land verteilen

Themenbild. Bild: brightsblog

Themenbild. Bild: brightsblog

Umweltministerin Barbara Hendricks will die Castoren aus Frankreich und Großbritannien auf ganz Deutschland verteilen, wenn sich kein Freiwilliger findet. Das schreibt sie in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel.


Von Barbara Hendricks|DER TAGESSPIEGEL

Als der Bundestag vor knapp vier Jahren den endgültigen Abschied Deutschlands von der Atomenergie besiegelte und damit die wenige Monate zuvor von der damaligen Koalition beschlossenen Laufzeitverlängerungen kassierte, ging ein Aufatmen durch die Republik. Nach vier Jahrzehnten erbittert geführter Auseinandersetzungen auf Bauplätzen, Straßen und in Parlamenten schien sich endlich die Chance zu bieten, befreit vom Ballast dieser Vergangenheit an den Umbau der Energieversorgung des Landes zu gehen. Inzwischen ist klar geworden, wie schwer es ist, alle Herausforderungen des Ausstiegs zu bewältigen.

Zu lang ist der Schatten der Atomkraft, zu tief die Wunden vergangener Auseinandersetzungen, zu langlebig ihr strahlendes Erbe, zu dicht das Interessengestrüpp ihrer Nutznießer.
Nach dem Zickzack-Kurs von Schwarz- Gelb stand zwar am Ende ein parteiübergreifend getragener Ausstiegsbeschluss, aber viele wichtige Randbedingungen wurden in der vergangenen Legislaturperiode nur mittels einer Schiebeverfügung gelöst. Im ersten Jahr nach meiner Amtsübernahme habe ich eine Reihe dieser offenen Baustellen schließen können, bei einigen sind wir einer Lösung näher gekommen, und bei anderen sind nach wie vor große Hürden zu überwinden.

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Sind Muslime Schuld am Sterben der britischen Pubs?

Foto: Getty Images Das “Public House” ist nicht nur eine Eckkneipe, es gehört genauso zur britischen Seele wie Fish and Chips

Jede Woche schließen in Großbritannien mindestens 29 Pubs. Und wer ist schuld? Die Muslime. Weil sie keinen Alkohol trinken. Das sagen jedenfalls Politiker. Wirklich? Eine Studie nennt andere Gründe.


Von Marianne Taylor|DIE WELT

“O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel, das Werk des Satans. So meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid.” Es ist diese Stelle des Korans, wegen der Muslime in aller Welt dazu angehalten sind, keinen Alkohol zu trinken. Und nun soll der Satz auch Folgen für die britische Gesellschaft haben. Denn der britische Pub stirbt aus. Und schuld sind angeblich: die Muslime.

“Vor 20 oder 30 Jahren lebten in meinem Wahlbezirk vor allem Facharbeiter weißer Hautfarbe. Nun wird er von erst kürzlich angekommenen Somalis oder anderen Leuten bevölkert. Natürlich machen Pubs in solchen Gegenden zu”, erklärte jüngst Stephen Williams, britischer Minister für Kommunen und Gemeinden und liberaldemokratisches Parlamentsmitglied in Bristol, vor dem britischen Unterhaus. Und provozierte damit eine Kontroverse.

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In Großbritannien breitet sich der Judenhass aus

Chassidische Juden im Londoner Stadtteil Stamford Hill. Nach den Anschlägen in Paris wurde die Polizeipräsenz in Vierteln mit vielen jüdischen Bewohnern verstärkt Foto: Getty Images

Gewalt und Hetze gegen Juden nehmen in Großbritannien drastisch zu. Die Zahl der Angriffe verdoppelte sich in Großbritannien 2014 auf fast 1200. Das Londoner Innenministerium ist alarmiert.


Von Stefanie Bolzen|DIE WELT

Der jüdische Mann war mit seinem Fahrrad auf dem Weg zur Synagoge in Manchester, als ihm eine Gruppe Jugendlicher in den Weg sprang. Er fiel zu Boden, die Jugendlichen umringten ihn, riefen “Jude! Jude!” und verletzten das Opfer mit Fußtritten. In London betraten mehrere Männer spätabends ein koscheres Restaurant mit dem Ruf “Heil, Adolf Hitler!”. Einer der Männer legte seine Arme um einen jüdischen Gast. An einer Londoner Untergrundstation schrie ein Mann eine Gruppe jüdischer Schulmädchen an: “Jude sein ist falsch. Nach der Schule komme ich und bringe euch alle um!”

Dies sind nur drei von insgesamt 1168 antisemitischen Übergriffen, die die Stiftung Community Security Trust (CST) für das Jahr 2014 in Großbritannien verzeichnet. Im Jahr 2013 wurden 535 gezählt. Damit hat sich die Zahl solcher Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Verfasser führen die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung 1984 vor allem auf den Gazakrieg zwischen Israel und der Hamas im vergangenen Sommer zurück.

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Auswertung von TV-Sendungen: Medien berichten negativ über den Islam

Tacheles, screenshot Brightsblog

Tacheles, screenshot Brightsblog

Wenn Medien über Religionsgruppen berichten, dann meist negativ – insbesondere der Islam kommt nicht gut weg. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, über die der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet.


SpON

Über Religionsgruppen wird in den Medien meistens mit negativer Tendenz berichtet. Zu diesem Schluss kommt der Schweizer Auswertungsdienst Media Tenor, der seit 2001 für seine Analyse zahlreiche Medien untersuchte. Eine der wenigen Ausnahmen sei Papst Franziskus, der oft gut wegkomme. Besonders kritisch sei die Tonalität in Berichten über den Islam.

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