Archiv der Kategorie: Recht

Necla Kelek: Gefährlicher Stoff

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Was hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil, das Lehrerinnen zubilligt, Kopftuch zu tragen, getan? Es wirft den Kampf muslimischer Frauen um Selbstbestimmung auf fatale Weise zurück.


Von Necla Kelek|Frankfurter Allgemeine

Es ist paradox. Viele Kommentatoren meinen, das Kopftuch sei zwar ein „religiöses Zeichen“, aber „kein gefährlicher Stoff“. Es sei ganz im Gegenteil ein Zeichen dafür, wie tolerant und stark unsere Gesellschaft ist, was sie alles aushält. „Ein guter Tag für die Religionsfreiheit“, jubelte der Grünen-Politiker Volker Beck. Zudem werde der Weg frei, sagen die Befürworter, dass muslimische Frauen in Schulen nicht nur als Putzfrauen, sondern auch als Lehrerinnen arbeiten könnten. Das Kopftuch als Zeichen der Emanzipation. Wenn es nicht so absurd wäre, könnten wir darüber lachen.

Ich bin in der Türkei geboren, und eine der großen Errungenschaften der Türkei Atatürks war es, das Kopftuch aus Behörden, Schulen und Universitäten zu verbannen. Es war im zwanzigsten Jahrhundert ein Zeichen der modernen türkischen Frau, dass sie ihre Haare offen trug und rauchte. Bis zur Regierungsübernahme durch Erdogans AKP war etwa die Hälfte der türkischen Frauen erwerbstätig, das Kopftuch wurde vorwiegend auf dem Lande getragen. Inzwischen tragen fast zwei Drittel der türkischen Frauen den Schleier, ihre Erwerbsquote ist auf 22 Prozent gesunken. Auch Lehrerinnen dürfen heute in der Türkei das Kopftuch tragen. Ein Schelm, wer den Zusammenhang nicht sieht.

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Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in Europa wächst

DerverzweifelteJesusDie Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in Europa nimmt zu. Das berichtet die Juristin und katholische Theologin Gudrun Kugler (Wien).


kath.net

Die 38-jährige vierfache Mutter arbeitet unter anderem für das „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“ (www.IntoleranceAgainstChristians.eu). Wie sie am 26. März vor Teilnehmern des Forums „Christ und Politik“ im thüringischen Bad Blankenburg sagte, hat das Archiv gegenwärtig rund 1.400 individuelle Fälle in Westeuropa dokumentiert, in denen Christen diskriminiert worden seien.

So dürften in Frankreich beispielsweise angehende Mediziner nicht zu Ende studieren, wenn sie sich aus Glaubensgründen weigerten, während des Studiums an einer Abtreibung mitzuwirken. Standesbeamte stünden in der Gefahr, verklagt zu werden, wenn sie aus ihrer christlichen Überzeugung heraus ablehnten, gleichgeschlechtliche Paare zu „verpartnern“. Das komme einer „Art von Berufsverbot“ gleich, so Kugler. Auch Elternrechte würden immer stärker eingeschränkt. So sei in Deutschland, Schweden, Tschechien und Kroatien das Unterrichten der eigenen Kinder zuhause verboten. Damit würden vor allem Christen diskriminiert, weil vor allem sie sich für Hausunterricht entschieden.

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Islamische Stämme: Keine Fanatiker, sondern Partner

Der Islam ist noch stark von Stammesstrukturen geprägt. Misstrauen ist unangebracht. picture alliance

Bomben werden den Islamismus nicht besiegen. Stattdessen muss der Westen anerkennen, dass große Teile der islamischen Welt noch immer nach Stammestraditionen leben – und aufhören, sie als unzivilisiert zu beschimpfen.


Von Akbar Ahmed|Cicero

Viele Menschen in Europa und der übrigen westlichen Welt haben nach wie vor erhebliche Berührungsängste mit dem Islam. Die Ursachen hierfür reichen tief: vom Generalverdacht des Fundamentalismus und der Gewaltbereitschaft über die angebliche kulturelle Rückständigkeit bis hin zum latenten Misstrauen gegenüber den im Islam noch sehr starken Stammestraditionen.

Die jüngsten Ereignisse wie die gewissenlosen Mordtaten der IS-Terroristen in Syrien oder der islamistische Terroranschlag von Paris schüren solch tiefsitzende Vorurteile. Rechtsextreme Gruppierungen erhalten Auftrieb in Europa; in Deutschland folgen Zehntausende den Demonstrationsaufrufen einer diffusen Bewegung „gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Es besteht die große Gefahr, dass dieses brisante Zusammenspiel von radikalem Islamismus und seiner fälschlichen Gleichsetzung mit dem Islam insgesamt uns weit zurückwirft im gesellschaftlichen Miteinander.

Ehre und Rache als Stammesregeln

Was ist zu tun? Neben vielen drängenden Aufgaben im interreligiösen und interkulturellen Dialog und neben der gerade im Westen noch zu leistenden Differenzierung zwischen gewaltverherrlichendem Islamismus und dem Islam als ehrwürdiger Weltreligion kommt auch den islamischen Stammesstrukturen eine Schlüsselrolle zu. Mit einem „Stamm“ sind Menschen gemeint, die in familiären Strukturen – oft auch Clans genannt – organisiert sind, die von gemeinsamen Vorfahren abstammen. Ihre Politik wird häufig von einem Rat älterer Männer bestimmt, und sie leben nach einem Regelwerk, in denen Ehre, Rache oder Gastfreundschaft eine wichtige Bedeutung haben. Stämme gibt es noch in vielen Teilen der muslimischen Welt.

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Abrechnung mit dem leistungsorientierten Feminismus

Mit Frauen, die „alles wuppen wollen und sich permanent selbst optimieren“, rechnet die freie Journalistin und Feministin Nataly Bleuel (Berlin) ab.


kath.net

In ihrem Kampf für Gleichberechtigung dürften sich Frauen nicht an neoliberalen Vorgaben orientieren, fordert sie in der Süddeutschen Zeitung (München). Frauen, die sich zum menschlichen Kapital „in einer nach Gewinnmaximierung strebenden Wachstumsideologie“ gemacht hätten, würden die Folgen am eigenen Leib spüren. Sie erlitten Nervenzusammenbrüche und könnten nachts nicht mehr schlafen. Und dies alles nur, um den Personen in ihrem Umfeld zu beweisen: „Seht her, geht doch.“

Raus aus der Rama-Familie

Frauen wie Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sind für Bleuel kein Vorbild. Deren Gewinnstreben bezeichnet sie als „ekelerregend“.

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Dodo Lütz kritisiert Sterbehilfe-Debatte

Manfred_Lütz

Der Psychiater und Theologe Manfred Lütz warnt vor einer argumentativen Schieflage in der Sterbehilfe-Debatte. Der oftmals benutzte Begriff der Selbstbestimmung – als Basis für ein Recht auf Selbsttötung im Falle einer schweren und unheilbaren Krankheit – führe in die Irre, schreibt Lütz in einem Gastkommentar für die “Zeit”-Beilage “Christ & Welt” (Mittwoch).


kathweb

Der Chefarzt des Kölner Alexianer-Krankenhauses nennt es “philosophisch eher fraglich, ob man die Entscheidung, sich selbst zu töten oder töten zu lassen, überhaupt als einen Ausdruck von Selbstbestimmung verstehen kann”. Die Voraussetzung für Selbstbestimmung sei, dass dieses Selbst existiere. “Bestimmt man sich selbst, wenn man das Selbst, das da bestimmt, vernichtet?”, fragt Lütz.

Der erste Artikel des Grundgesetzes lege fest, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, so der Mediziner. “Bemerkenswerterweise kann dieser Artikel noch nicht einmal einstimmig vom Parlament aufgehoben werden aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch diese Würde von sich aus hat, dass sie ihm also von niemandem zugesprochen oder abgesprochen werden darf, nicht von einem Parlament, ja noch nicht einmal von sich selbst”.

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Erstmals Schwulen- und Lesben-Vertreter im ZDF-Fernsehrat

Im ZDF-Fernsehrat soll ab kommendem Jahr auch ein LSBTI-Vertreter sitzen Foto: Tobo777 / Wikipedia | CC BY-SA 3.0

Ab kommendem Jahr soll im neuen ZDF-Fernsehrat auch ein Vertreter der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI) sitzen. Der Medienbeauftragte der ebenfalls im Rat vertretenen Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, sieht der Entwicklung positiv entgegen.


pro Medienmagazin

Der neue Entwurf des ZDF-Staatsvertrages entspreche der Erwartung, eine größere gesellschaftliche Vielfalt abzubilden, sagte der EKD-Medienbeauftragte Markus Bräuer gegenüber pro. „Auch diejenigen, die zum Kreis der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen gehören, spiegeln die gesellschaftliche Vielfalt unseres Landes“, erklärte er. Da zur evangelischen und katholischen Kirche und den Freikirchen mehr als 47 Millionen Menschen in Deutschland gehörten, verträten die kirchlichen Ratsmitglieder weiterhin mehr Menschen als jede andere Institution. Etwa 60 Prozent der Deutschen gehört damit der Kirche an. Der LSBTI-Vertreter wird für eine wesentlich kleinere Gruppe sprechen. Der Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD) schätzt, dass zwischen 2,7 und 1,1 Prozent der Männer und zwischen 1,3 und 0,4 Prozent der Frauen ausschließlich homosexuell lebt.

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Das gefährliche Weibliche: Der Islamismus und die Frauen

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Es gibt etwas, das die Islamisten rund um die Welt am liebsten aus der Öffentlichkeit verbannen würden und das sie doch verfolgt wie ein Dämon: Die Frau.


Von David Singer|Neue Zürcher Zeitung

Es ist paradox: Einerseits ist sie aus der Sicht der Jihadisten ein Nichts. Kein Subjekt, nur Objekt. Bestenfalls Saatfeld und Gebärmaschine, schlimmstenfalls Versuchung, Provokation, Störung. Andererseits ist sie für die Strenggläubigen eine allgegenwärtige Obsession, die unaufhörlich versorgt, versteckt und unterdrückt werden muss. Einerseits ist sie ein entwertetes Anhängsel, ein Ding, ein fast hirnloser Körper, andererseits dreht sich alles um sie wie um eine übermächtige, furchteinflössende Göttin. Und je mehr der Islamist die Frau verhüllt und einsperrt, desto hartnäckiger scheint sie ihn zu verfolgen, bis in seine Träume und Fantasien.

Die gefährliche Freiheit

Oft erwähnen Muslime im Zusammenhang mit der Frau das Stichwort Fitna. Der arabische Begriff lässt sich übersetzen mit Anfechtung und Chaos. Konkret geht es um das Durcheinander, das die Frauen mit ihrer fatalen Anziehungskraft und Sexualität anrichten.

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Russland: “Tannhäuser” und die Macht der Kirche

patriarch_darthDass Wagners „Tannhäuser“ in Russland ein kulturpolitisches Erdbeben auslöst, hätte die Oper in Nowosibirsk nicht erwartet. Doch der Rausschmiss des Intendanten Boris Mesdritsch wegen verletzter religiöser Gefühle zeigt einmal mehr, wie mächtig die Kirche dort ist.


DER TAGESSPIEGEL

Eigentlich hätte die Oper in der Millionenstadt Nowosibirsk mit ihrem „Tannhäuser“ gern den vor gut 200 Jahren geborenen deutschen Komponisten Richard Wagner gewürdigt. Doch aus dem Regie-Experiment mit einem zum Filmfestival aktualisierten Tannhäuser-Minnesängerstreit ist nun ein handfester Skandal geworden. Die Kirche verurteilt das Stück als „Gotteslästerung“, weil Tannhäuser dort einen Film über Jesus und Venus zeigt. Es gab ein Gerichtsverfahren und Straßenproteste. Und nun feuerte das Kulturministerium den Theaterdirektor Boris Mesdritsch, weil er sich weigerte, umstrittene Szenen zu ändern und sich bei den Gläubigen zu entschuldigen.

Mezdritsch, heißt es in der Begründung der Behörde, habe die „Meinung der Bürger“ missachtet und die Empfehlungen des Ministeriums nicht befolgt.

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Alkoholsteuer: “Wir leben in einer Phase des Asketismus”

Whisky on the rocks – wenn das EU-Parlament eine Erhöhung der Alkoholsteuer beschließt, könnte das bald ein teures Vergnügen werden. (imago/McPHOTO)

Die EU will die Bürger deutlich mehr für Wein und Whisky bezahlen lassen. Schon im späten Mittelalter sollte der Alkoholkonsum durch Steuererhöhungen gesenkt werden, sagt der Soziologe Hasso Spode. Er prophezeit, dass die derzeitige Konjunktur der Askese noch 30 Jahre anhalten werde.


Hasso Spode im Gespräch mit Dieter Kassel|Deutschlandradio Kultur

Im EU-Parlament wird gerade über eine Erhöhung der Alkoholsteuer diskutiert. Freunde eines guten Tropfens werden nicht begeistert sein, wenn ihr Lieblingswein oder -whisky im Supermarkt plötzlich deutlich teurer wird. Doch durch Steuern oder andere Restriktionen Einfluss auf den Alkoholkonsum der Bürger nehmen zu wollen, ist eigentlich ein alter Hut – sagt Hasso Spode, Soziologe und Professor der an der Technischen Universität Berlin.

Spätestens seit Martin Luthers Zeiten habe es immer wieder Kampagnen und Verbote gegen die “vom Saufteufel besessenen” Bürger gegeben. Als die letzten kompromisslosen Hedonisten, die sich dem hemmungslosen Qualmen und Saufen hingegeben hätten – auch am hellen Tag vor der Kamera –, macht Spode die 68er aus. Das habe sich spätestens seit den 90er-Jahren grundlegend geändert:

“Wir leben jetzt in einer Phase grundsätzlichen Asketismus, was unter anderem auch damit zu tun hat, dass diese Mittelschichten nicht mehr so bequem und sozial gesichert sind – und was machen die dann? Die werden asketisch. Das hatten wir immer wieder, weil sie dann durch die Askese ihr besseres Menschsein demonstrieren können, ob das jetzt die Veganer sind oder sonst was. Und das betrifft Sexualität übrigens auch, das betrifft das Rauchen, das betrifft das Trinken.”

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Vatikan: Türkei verhindert Messe des Papstes in Armenien

Während des Ersten Weltkriegs starben Hunderttausende armenische Christen im Osmanischen Reich. – EPA

Die Türkei hat laut einem Bericht der türkischen Zeitung Vatan einen Gottesdienst des Papstes in Armenien zum hundertsten Jahrestag der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg verhindert.


Radio Vatikan

Statt des von Armenien vorgeschlagenen Gedenkgottesdienstes in Eriwan am 24. April sei nun eine Messe nach armenischem Ritus im Vatikan am 12. April geplant, meldete die Zeitung am Montag. An der Messe im Petersdom nehmen die zwei obersten Würdenträger der Armenisch-Apostolischen Kirche teil. Es handelt sich um den Patriarchen Karekin II. und Catholicos Aram I.

Das Nein des Heiligen Stuhls zum armenischen Vorschlag sei nach Einsprüchen des türkischen Botschafters beim Vatikan, Mehmet Pacaci, zustande gekommen, berichtet die Zeitung.

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Birther website says Ted Cruz is the new Reagan because everybody hates him and thinks he’s stupid

Senator Ted Cruz of Texas speaking at the 2013 Conservative Political Action Conference (Gage Skidmore/Flickr)

The conservative World Net Daily website performed a lengthy analysis and determined that Sen. Ted Cruz (R-TX) is not only electable – he’s basically the same as former President Ronald Reagan.


By Traviy Gettys|Raw Story

News editor Garth Kant said both conservatives were considered by “political and media elite” to be ideological extremists who lacked the intelligence, party backing, and apparent compassion to win the GOP nomination or the White House.

“Reaction to (Cruz’s) announcement last week that he is running for president appears to have put the criticism into overdrive,” Kant wrote. “No Republican, arguably, has received such intense condemnation since Reagan.”

He reminded readers that The Nation once warned Reagan was “the most dangerous person ever to come this close to the presidency” and “a menace to the human race.”

Three decades later, The Week warned that Cruz is “so venal and self-obsessed that he’ll use genocide victims as punching bags for a domestic audience.”

Both conservatives have been heavily criticized as lacking intellect, and Kant cites California’s Democratic Gov. Jerry Brown blasting Cruz as shockingly ignorant and “unfit to be running for office,” while Reagan was known as “an amiable dunce.”

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Wahl Dodo des Monats März 2015

Dodo des Monats März  2015

Dodo des Monats März 2015

Im Monat März haben sich allerhand Blödsinn, Obskures und Dreistes angesammelt. Das Spektrum reicht von katholischer Rasterfahndung, bei der Kirchensteuerproblematik, bis hin zum intellektuell unbewaffneten Xavier Naidoo.

Die Wahl ist bis zum 07. April 2015, 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08. April, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

Viel Spaß!

  1. Erzbistum Berlin, “Rasterfahndung für Kirchensteuer bis nach Frankreich.”
  2. Volksinitiative Schleswig-Holstein, “will den Gottesbezug in die Verfassung.”
  3. Olaf Scholz, “Schirmherr beim Kongress christlicher Führungskräfte.”
  4. Christoph Graf, “Schweizer Garde nicht für Frauen und Ausländer.”
  5. Bayrischer Rundfunk, “Jesus-Schmonzetten im Osterei.”
  6. Raymond Burke, “Homosexuelle sind wie nett-tuende Mörder.”
  7. Andreas Laun, “Katholischer Lustgreis ohne Gesprächskultur.”
  8. Manuel Gogos, “schmecken Demeter-Kartoffeln.”
  9. Heinz Buschkowsky, “alles tanzt nach meiner Pfeife, oder fliegt.”
  10. Katrin Albsteiger, “weiß nicht was außerhalb ihres Glaubens als Ideologie zählt.”
  11. Hannelore Kraft, “ NRW zahlt die Christenparties. Armut kann warten.”
  12. Gerhard Ludwig Müller, “unverheirateter spricht über die Unlösbarkeit der Ehe.”
  13. Alexander Görlach, “halbgebildeter Christenmensch, ohne Wissen über Atheismus.”
  14. TMW Kern GbR, “Waldmeisterbrause passt nicht in Schwulen-Bars.
  15. Rainer Maria Woelki, “hofft auf 2 Milliarden Märtyrer.”
  16. Hermann Gröhe, “kann sich als Christ nicht raus halten.”
  17. Wolfgang Huber, “gottverdammter Christenfußball kann nicht zu Weihnachten gespielt werden, ihr Pfeifen.”
  18. Johannes Singhammer, “will Wahlrecht für Nacktaffen von Geburt an.
  19. Annette Beck-Sickinger, “muss Uni vor geilen Inder-Horden schützen.”
  20. Xavier Naidoo, “lebt in der Mannheimer Reichswelt.”
  21. Vorstand Stiftung Garnisonskirche Potsdam, “was interessiert uns der Wille der Bürger.”

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5 Thesen zu kulturweit: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen

Auswärtiges Amt © MiG

kulturweit ist ein Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes. Offiziell trägt sie zur Völkerverständigung bei. Tatsächlich werden aber die deutsche Sprache und Kultur verbreitet. Es geht also darum, dass sich die Welt auf deutsch verständigt.


Von Genia Bless|MiGAZIN

Spätestens seit 2008 der entwicklungspolitische Freiwilligendienstes weltwärts mit mehreren tausend Plätzen jährlich gestartet ist, gibt es in Deutschland eine größere kritische Debatte über den Sinn und Unsinn von internationalen Freiwilligendiensten: Junge, meist unausgebildete Deutsche reisen für ein Jahr lang in den Globalen Süden um in sogenannten Entwicklungsprojekten mit anzupacken. weltwärts wurde in den Medien, in der Wissenschaft und innerhalb der entwicklungspolitischen Szene selbst immer wieder scharf kritisiert: Als “Egotrip ins Elend” oder als kolonial-rassistisches Programm. Als eine Person, die ich mich kritisch mit deutscher Außenpolitik befasse, überrascht mich in der Debatte die Ruhe um den kleinen Bruder kulturweit.

Der “internationale kulturelle Freiwilligendienstkulturweit ist der Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes und wird von der Deutschen UNESCO Kommission durchgeführt. Jährlich reisen etwa 400 Freiwillige für 6-12 Monate in Länder des Globalen Südens sowie nach Osteuropa um in einer Institution der deutschen auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, wie z.B. einem Goethe-Institut oder einer deutschen Schule mitzuarbeiten. kulturweit hat im Herbst 2014 seinen fünften Geburtstag gefeiert und bisher gab es ausschließlich positive Kritiken und Berichte. Es ist also durchaus an der Zeit, kulturweit einmal grundsätzlich infrage zu stellen.

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AfD-Veranstaltung: Ulfkotte in der Defensive

Körperverletzung oder nicht? Redner Ulfkotte rangelt am Freitag mit dem 15-jährigen Juso-Mitglied. Foto: Privat

Der Rechtspopulist Udo Ulfkotte bestreitet die Vorwürfe der Körperverletzung und der Nötigung bei einer AfD-Veranstaltung in Dietzenbach. Dort waren auch NPD-Mitglieder anwesend


Von Fabian Scheuermann und Annette Schlegl|Frankfurter Rundschau

Der Rechtspopulist Udo Ulfkotte hat sich am Montag auf Facebook von den Vorwürfen distanziert, am Freitagabend bei einer Veranstaltung der AfD in Dietzenbach einen 15-jährigen Jungsozialisten (Juso) angegriffen und diesem in der Folge im Internet gedroht zu haben. Zugleich schloss Ulfkotte eine weitere Zusammenarbeit mit der AfD aus, da die Partei offensichtlich nicht in der Lage sei, „die Sicherheit von Teilnehmern“ seiner Veranstaltungen zu gewährleisten.

Der 15-Jährige hatte Anzeige gegen Ulfkotte wegen Körperverletzung erstattet, woraufhin dieser auf Facebook geschrieben hatte: „Einfach geil, wenn er mich angezeigt hat, dann habe ich seine Adresse.“ In seiner Stellungnahme ruderte Ulfkotte nun zurück. Er habe sich lediglich darauf gefreut, im Laufe eines Strafverfahrens an die Adresse des 15-Jährigen zu kommen, um den „Störer“ von künftigen Veranstaltungen ausschließen zu können. Zum Vorwurf der Körperverletzung schrieb Ulfkotte: „Mein Körperkontakt mit ihm dauerte weniger als eine Sekunde.“

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Kuveyt Türk Bank AG: Neue Islambank verbietet Prostitution und Zinsen

Ein Passant vor der Niederlassung der Islambank in Istanbul. Mit dem deutschen Hauptsitz in Frankfurt am Main und geplanten Filialen in Berlin und Mannheim will die Kuveyt Türk (KT) Bank AG den deutschen Markt aufrollen. dpa

Die erste Islambank will den deutschen Bankensektor aufmischen. Investitionen in Geschäftsfelder wie Rüstung, Alkohol, Glücksspiel oder Prostitution sind tabu. Dafür gilt das Zinsverbot des Korans.


Von Julia Giertz|DIE WELT

Trotz eines hohen Anteils muslimischer Bevölkerung war Deutschland beim “islamic banking” bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte. Muslimische Menschen zwischen Flensburg und Konstanz haben künftig eine religionskonforme Alternative zum westlichen Banking: Die Kuveyt Türk (KT) Bank AG hat fünf Jahre nach der Eröffnung eines Finanzdienstleistungsinstituts in Mannheim Mitte März die Vollbanklizenz für Firmen- und Privatkundengeschäft erhalten.

Damit gibt es den Angaben zufolge erstmals in Deutschland und in der Euro-Zone eine islamische Bank. Die Schwerpunkte des “islamic banking” liegen in Europa in London, global in Malaysia und Bahrain.

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Ärzteverbände: Schweigepflicht steht zu Recht unter Schutz

Trotz des Flugzeugunglücks: Mediziner warnen davor, an der ärztlichen Schweigepflicht zu rütteln. Der Hartmannbund regt an, Krankschreibungen ohne Diagnosedetails bei bestimmten Berufen direkt an den Arbeitgeber zu übermitteln.


kath.net

Ärzteverbände mahnen zur Vorsicht angesichts einer geforderten Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht nach dem Flugzeugabsturz. «Die bislang bekannt gewordenen Hintergründe des schrecklichen Flugzeugabsturzes vom vergangenen Dienstag dürfen nicht zu vorschnellen politischen und rechtlichen Entscheidungen verleiten», sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, am Montag in Berlin. Die ärztliche Schweigepflicht und das verfassungsrechtlich geschützte Patientengeheimnis seien «ein hohes Gut» und Menschenrecht, betonte Montgomery.

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Heidegger Antisemitismus: Es denkt ja keiner mehr

Martin Heidegger (1889-1976). Foto: dpa

Fortgesetztes Streiten, und jetzt steht offenbar eine neue Runde bevor: Ist die Philosophie Heideggers noch zu retten?


Von Dirk Pilz|Frankfurter Rundschau

Und noch einmal 500 Seiten Heidegger. Band 97 der Gesamtausgabe, „Anmerkungen I – V (Schwarze Hefte 1942 – 1948)“. Sehr viel über das „Geschwätz“ allerorten und die „heute Stil gewordene Angst vor dem Denken“, über die „machenschaftliche“ Technik, über die Demokratie („Deckname für den planetarischen Schwindel“) – und über den Nationalsozialismus. Das ist nicht überraschend.

Vor einem Jahr erschienen die ersten drei Bände dieser „Schwarzen Hefte“, benannt nach der Farbe des Einbandes: Notizen Heideggers in schwarzen Kladden. Die Gesamtausgabe ist keine historisch-kritische, keine, die Streichungen, Ergänzungen und Änderungen dokumentiert, sondern eine „Ausgabe letzte Hand“. Sie wurde noch vor Heideggers Tod 1976 begonnen, und er wollte gern, dass diese „Schwarzen Hefte“ die Gesamtausgabe abschließen. Sie waren ihm besonders wichtig, um 1970 hat er sie noch einmal genau durchgesehen.

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Endgültiges Aus für Krebstest-Patente

Dave Fayram / Flickr / cc-by-2.0

Myriad Genetics wird andere Biotech-Firmen nicht mehr wegen der Verletzung seiner Gentestpatente verklagen.


Von Veronika Szentpetery|Technology Review

Das US-Gentechnikunternehmen strebt einem Sprecher zufolge an, laufende Prozesse durch Vergleiche beizulegen. Die Entscheidung folgt auf das Urteil eines Berufungsgerichts, das Ende 2014 Myriad Patentansprüche entzogen hat.

Das Unternehmen besaß lange ein lukratives Monopol für Gentests, die Hinweise auf das Risiko für bestimmte Brust- und Eierstocktumore liefern. Darüber hinaus deckten die Patente auch die getesteten Gene selbst ab – also BRCA1 und BRCA2 samt Mutationen.

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Erdogan-Tochter rechtfertigt Benachteiligung von Frauen im Islam

Recep Tayyip Erdogan mit seiner Frau Emne und seine jüngere Tochter Sumeyye. – Foto: dpa

Sümeyye Erdogan, Tochter des türkischen Präsidenten, hat die Diskriminierung von Frauen im Erbrecht des Islam gerechtfertigt. Die 30-Jährige erwägt eine Kandidatur bei den Parlamentswahlen im Juni


DER TAGESSPIEGEL

Die jüngste Tochter des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, Sümeyye Erdogan, hat die Benachteiligung von Frauen im Erbrecht des Islam gerechtfertigt. Angesichts der größeren Verantwortung für Männer als Brotverdiener nach den Regeln des Islam sei es nur gerecht, wenn Söhne einen größeren Erbanteil erhielten als Töchter, sagte Sümeyye Erdogan laut türkischen Medienberichten vom Montag bei einem Vortrag in Brüssel.
Erdogan kritisierte die Feminismus-Bewegung, wandte sich gleichzeitig aber auch gegen die Unterdrückung von Frauen in islamischen Staaten.

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Massenvernichtungswaffen: Studienverbot für verdächtige ausländische Studenten

Milzbrandsporen. Bild: CDC

In Großbritannien wurden seit 2007 fast 1000 Postgraduierte abgewiesen, Abgeordnete wollen nun auch britische Studenten einbeziehen, die “homegrown” Terroristen werden könnten


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Im Vorlauf zum Irak-Krieg, als die US-Regierung mit der Hilfe der britischen Regierung “Beweise” dafür fabrizierten, dass Hussein weiterhin Programme zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen habe, kam auch Rihab Taha ins Spiel. Die auch “Dr Germ” genannte Wissenschaftlerin hat in Großbritannien 1980-1984 Mikrobiologie studiert und sich mit pflanzlichen Toxinen beschäftigt. Sie galt zusammen mit Huda Salih Mahdi Ammash oder “Mrs Anthrax” als der Kopf hinter dem irakischen Programm zur Herstellung von biologischen Waffen. Beide Frauen wurden festgenommen und 2005 wieder von den Amerikanern aufgrund nicht wirklich bekannter Gründe aus der Haft entlassen (Absolution für die Bösen).

Vermuten lässt sich nur, dass Taha, die sich den Amerikanern gestellt hatte, bereitwillig über das Waffenprogramm gesprochen haben wird. Nach dem ersten Golfkrieg hatte sie gegenüber UN-Inspektoren zugegeben, Anthrax, Clostridium, Rizin etc. hergestellt zu haben. Vermutlich wurde dabei klar, dass es nach dem ersten Golfkrieg kein solche Programm mehr gab. Dazu kommt, dass die USA dem einstigen Verbündeten gegen den Iran neben chemischen Waffen auch Kulturen von Milzbrand, Botulinum, Clostridium, West-Nil-Virus oder Pest geliefert hatte. Gut möglich also, dass man lieber keinen Prozess wollte, der manches schwarze Kapitel der US-Politik noch einmal hätte aufkommen lassen, nachdem man bereits unter falschen Behauptungen den Krieg legitimiert hatte (Der Irak, die USA und die Massenvernichtungswaffen). Ganz ausgeschlossen ist aber auch nicht, dass sie auf Druck des al-Qaida-Führers al-Sarkawi, auf den der Islamische Staat zurückgeht, freigelassen wurde. Dieser hatte 2004 drei Geiseln genommen (und getötet) und die Freilassung aller gefangenen Frauen verlangt. Die einzig bekannten weiblichen Gefangenen der Amerikaner waren Taha und Ammash.

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