Der Jude unter den Staaten

Bild: phhesse/flickr

70 Jahre nach seiner Staatsgründung ist Israel der Jude unter den Staaten. Die Weltgemeinschaft arbeitet sich mit ungezählten Resolutionen an der kleinen Demokratie im Nahen Osten ab.

Von Thomas Eppinger | mena-watch

Welches Maß auch immer an jedes andere Land angelegt wird, man kann sicher sein, für Israel gilt ein eigenes. Künstler, Politiker und Intellektuelle formulieren den Schlachtruf der Nationalsozialisten „Kauft nicht bei Juden“ neu und rufen dazu auf, das Land zu boykottieren, Investitionen abzuziehen und mit Sanktionen zu belegen. Die meisten Medien übernehmen kritiklos die Inszenierungen von Pallywood-Akteuren und ergreifen Partei gegen Israel. Mal mehr, mal weniger offen. Kein Wunder, dass die Zahl der „Israelkritiker“ in der Bevölkerung nur mehr von jener der „Fußballtrainer“ übertroffen wird.

Kurz: Die „Antizionisten“ sind allgegenwärtig, während die Antisemiten auf wundersame Weise verschwunden sind. Antisemitismus ist out. Niemand mag mehr Antisemit sein; man könnte sagen, der Antisemitismus ist in ein schlechtes Licht geraten, seit die Nationalsozialisten und ihre willigen Helfer ihn vor achtzig Jahren übertrieben haben. Auschwitz war dann doch zu viel, „vergasen“ geht einfach nicht.

Und so sind die Antisemiten nach dem Krieg auch irgendwann ausgestorben, schon weil die Latte für Antisemitismus seither so hoch liegt, dass man sogar dann noch unten durch läuft, wenn man eine Synagoge anzündet. Da mag man es zwar mit der „Israelkritik“ ein wenig übertrieben haben, aber ein Antisemit ist man deswegen noch lange nicht. Solange sich nicht herausstellt, dass einer „sechs Juden eigenhändig erwürgt hat“, gibt es kein Problem, das hat Michael Graff schon während der Waldheim-Affäre erkannt. Und selbst wenn jemand ein paar Juden auf dem Gewissen hat, der richtige Antisemitismus beginnt erst beim Völkermord, das haben wir aus der Geschichte gelernt. Darum kann ein deutscher Präsident einen Kranz am Grab von Arafat niederlegen, ohne mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt zu werden. Denn eigentlich war Arafat ja auch nur ein Israelkritiker, manchmal ein wenig grob vielleicht, aber wo gehobelt wird, fallen eben Späne.

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Behandlung von Pädophilen erspart der Gesellschaft Kosten

Therapien für Opfer von Kindesmissbrauch sind weitaus teurer als Prävention für Pädophile.Foto: Jörg Carstensen/dpa
Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet Hilfe für Menschen mit pädophilen Neigungen – und hat Erfolg dabei.

Von Frank Bachner | DER TAGESSPIEGEL

Klaus Beier kennt die schrecklichen Bilder von den missbrauchten Kindern, er muss sie sich anschauen, er ist Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft an der Charité. Und Beier seufzt: „Unsere Hilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Aber es ist Hilfe, das ist entscheidend.

Beier leitet das Präventionsprojekt, das pädophile Menschen therapeutisch betreut, um Schlimmeres zu verhindern. Und der Erfolg ist da. 56 Teilnehmer einer Therapie wurden sechs Jahre nach Behandlungsende befragt. Resultat: Nur einer hatte in der Zwischenzeit sexuellen Kontakt mit einem Kind. Dieses Ergebnis stellte Beier am Mittwoch vor.

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Bundesregierung: Visa für Ditib-Imame, um Erdogan nicht zu verärgern?

DİTİB-Zentralmoschee in Köln. Bild: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0
350 Ditib-Imamen wurde 2017 die Einreise genehmigt. Dem Dachverband türkisch-islamischer Moscheegemeinden wird u.a. Kriegspropaganda vorgeworfen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Wie eine Anfrage der Linken an den Tag brachte, hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr 350 Ditib-Imamen die Einreise genehmigt; ihnen wurden Arbeitsvisa mit einer Gültigkeitsdauer von 180 Tagen ausgestellt. Der Antrag kam dafür von der türkischen Religionsbehörde Diyanet.

Die Information aus der parlamentarischen Anfrage, die heute von vielen Medien verbreitet wird, lässt aufhorchen, weil sie ein weiteres Indiz dafür ist, wie sehr die Bundesregierung und ihr angeschlossene Behörden darauf achten, sich gut mit Erdogan und seinen Leute an den wichtigen Schaltstellen zu stellen, bzw. sie nicht zu verärgern.

Die Verbindung zwischen Diyanet und Ditib gilt als verlängerter Arm der türkischen Regierung in die Bundesrepublik.

Ditib wird vom staatlichen „Präsidium für religiöse Angelegenheiten der Türkei“ (Diyanet) kontrolliert, das wiederum direkt der türkischen Regierung untersteht. Diyanet bereitet die Materialien für den Koran-Unterricht und die Freitagspredigten vor, die auch an die Imame im Ausland ausgegeben werden – so auch an die Ditib-Gemeinden in Deutschland. Immer mehr werden diese beeinflusst von der Ideenwelt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Birgit Gärtner, German Naivität

Der entzündliche Bereich ist dort, wo sich Politik und Religion vermischen. Bei Ditib wurde dies auch einer größeren Öffentlichkeit anschaulich, als Ende 2016 der Vorwurf laut wurde, dass Ditib-Imame in mehreren deutschen Städten Spionage im Dienste der türkischen Regierung betrieben haben sollen.

Die Zeitung Die Welt berichtete von einem ihr vorliegenden, vom 20. September 2016 datiertem Schreiben der Religionsbehörde Diyanet in Ankara an sämtliche türkischen Auslandsvertretungen, in denen diese dazu aufgefordert werden, Aktivitäten der Gülen-Bewegung zu melden.

Volker Beck von Grünen warf Ditib-Imamen vor, dass sie in mehreren Städten der Bundesrepublik in ihren Moscheen Listen von angeblichen Gülen-Unterstützern angefertigt und an die Generalkonsulate weitergegeben haben. Er Strafanzeige wegen des Verdachts nachrichtendienstlicher Tätigkeiten und legte der Bundesanwaltschaft umfangreiches Material vor (siehe In Deutschlands Moscheen wird für Erdogan spioniert).

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Es sind wieder mehr Migranten unterwegs auf der Südroute durch den Balkan

Migranten in einem Park in Sarajevo. (Bild: HRW)
In Bosnien-Herzegowina ist der Staat überfordert, doch zahllose Ehrenamtliche kümmern sich um sie. Die Islamische Gemeinschaft hingegen hält sich zurück und erregt damit Kritik.

Andreas Ernst | Neue Zürcher Zeitung

Die Grenze zwischen Serbien und Ungarn ist mit Zäunen fast hermetisch abgeriegelt. Jene zu Kroatien kann dank flachem Terrain leicht von der Grenzpolizei überwacht werden. Da liegt es auf der Hand, dass Migranten aus Syrien, dem Irak, Iran und Nordafrika seit Frühjahrsbeginn einen neuen Weg über den Balkan wählen. Die sogenannte Südroute führt von Griechenland über Albanien nach Montenegro und Bosnien-Herzegowina. Das Land hat eine 932 Kilometer lange Grenze mit dem EU-Mitglied Kroatien. Sie ist über weite Strecken schwer kontrollierbar, weil sie hügelig, schroff und bewaldet ist.

Der Mehrverkehr auf der Südroute hat aber auch mit dem steigenden Migrationsdruck in Griechenland zu tun. Die Behörden dort zählen fast einen Drittel mehr Ankommende als im letzten Frühling. Und möglicherweise steigen die Zahlen bald weiter: Das oberste Verwaltungsgericht in Athen hat Mitte April entschieden, dass neu ankommende Migranten nicht mehr auf den Inseln festgehalten werden dürfen.

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Kruzifix-Befehl: CSU missbraucht das Kreuz als politisches Dominanz-Symbol

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hängt eigenhändig ein Kreuz im Eingangsbereich der Staatskanzlei auf. (Foto: dpa)
Die bayerische Staatsregierung hat angeordnet, ein Kruzifix im Eingangsbereich jeder Behörde anzubringen. Aus der religiösen Kernbotschaft wird so ein billiges „Mia san mia“.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche Zeitung

Das Kreuz ist nicht einfach ein heimatlicher Wandschmuck. Es ist nicht einfach Symbol für Tradition und Verwurzelung. Es ist nicht Folklore, es ist kein religiöses Hirschgeweih. Es ist das wichtigste christliche Zeichen, es ist das christliche Symbol für Erlösung, es ist Sinnbild des Leidens und der Herrschaft Christi. Diese Herrschaft ist aber kein staatliches Regiment, deshalb gehört das Zeichen nicht per staatliche Anordnung in staatliche Räume gehängt.

Die bayerische CSU-Staatsregierung tut genau das. Sie hat angeordnet, das Kreuz als „Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns“ in jeder staatlichen Behörde im Eingangsbereich jedes Dienstgebäudes „deutlich wahrnehmbar“ anzubringen. Dies ist keine Respektbezeugung, das ist ein Missbrauch, das ist die politische Instrumentalisierung einer religiösen Kernbotschaft. Die CSU macht aus dieser Kernbotschaft die billige Botschaft „Mia san mia“. Das ist nicht christlich, das ist Ketzerei – weil es das Kreuz verstaatlicht und damit säkularisiert.

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Religiöse Konflikte auch an Hamburgs Schulen

Auch in Hamburg soll es „Vorkommnisse beginnender religiöser Konflikte“ an Schulen geben. Hier ein Mädchen mit Kopftuch vor einem Klassenzimmer
Eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver geht möglichen religiösen Konflikten an Hamburger Schulen auf den Grund. Auch Einblicke in das Ausmaß der Gewalt unter Schülern.

Von Jana Werner | DIE WELT

Der Fall einer Berliner Grundschülerin, die bedroht worden sein soll, hat die aktuelle Debatte über Antisemitismus an Schulen neu entfacht. Auch in Hamburg berichten Eltern und Lehrer über „Vorkommnisse beginnender religiöser Konflikte und Beleidigungen auf dem Schulhof und im Schulalltag“, wie die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver in einer Kleinen Anfrage an Rot-Grün schreibt. Dies sei „als Vorstufe zur Radikalisierung von Schülermeinungen in fundamentalistische Weltbilder zu sehen, denen im besten demokratischen Sinne entgegengetreten werden muss“. Stöver: „Immer wieder machen neue Fälle Schlagzeilen und der Senat verschließt die Augen und unterschätzt die Problematik massiv.“ Das gehe aus der Senatsantwort auf ihre Anfrage hervor.

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Warum wir unsere Meinungen nicht ändern

Bild: RDF
Niemand überdenkt sein Weltbild gerne. Es macht uns aus und gibt uns ein Zugehörigkeitsgefühl.

Von Felix Kruppa | Richard-Dawkins-Foundation

Die Irrationalität des Weltbildes ist dafür vollkommen unerheblich. Sogenannte kognitive Verzerrungen helfen uns dabei, wider die Fakten an unserer Meinung festzuhalten. Insbesondere politische Ansichten werden zunehmend durch Emotionen bestimmt und gefährden so den rationalen Diskurs.

Wie und warum sich Menschen vor neuen Überzeugungen schützen

Die Gesamtheit der persönlichen Überzeugungen eines Menschen beschreibt sein Weltbild. Wer in seinem Weltbild erschüttert wird, muss lieb gewonnene und über Jahre kultivierte Ansichten revidieren und hinterfragt dabei immer auch sich selbst oder die Gruppe, die dieses Weltbild reproduziert. Die eigenen Überzeugungen sind elementarer Bestandteil der eigenen Identität, weswegen sie auch um den Preis der intellektuellen Redlichkeit beschützt werden. Die Psychologin Dorothe Kienhues nennt ein treffendes Beispiel: „Für einen tiefreligiösen Menschen kann es sehr schwer sein, unvoreingenommen über embryonale Stammzellenforschung zu diskutieren.“1

Anstatt sich neuen Informationen, die mit dem eigenen Weltbild nicht vereinbar sind, also unvoreingenommen anzunehmen oder zumindest einer Überprüfung zu unterziehen, greifen sogenannte kognitive Verzerrungen, die es dem Individuum erlauben, hinsichtlich seiner Überzeugungen konsistent zu bleiben. Diese kognitiven Verzerrungen (cognitive bias) sind fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen und bleiben meist unbewusst.

Widersprüche, die sich durch neue Informationen ergeben, erzeugen eine sogenannte kognitive Dissonanz. Die gleichzeitige Existenz nicht miteinander vereinbarer Kognitionen (Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten) wird vom Individuum als unangenehm empfunden, weswegen es kognitive Dissonanz zu vermeiden versucht. In einer bildgebenden Studie konnte Drew Westen von der Emry University in Atlanta im Jahr 2004 belegen, dass Widersprüche zwischen Fakten und Wunschvorstellungen bestimmte Hirnareale wie den anterioren zingulären Kortex und den ventromedialen präfrontalen Kortex stärker durchbluten lassen.2 Diese Hirnareale gelten als Verarbeitungsstationen für negative Gefühle, Stresserleben und Schmerz.

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1Aus: Theodor Schaarschmidt: „Es fühlt sich so wahr an.“ Spektrum der Wissenschaft. Gehirn und Geist. 09/2017. S. 27.

2 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17069484

Deutsche Gefängnisse stoßen an ihre Grenzen

Ein Untersuchungsgefängnis in Hamburg Bild: dpa
Vollbelegung oder Überbelegung? In allen Bundesländern wird es eng in den Gefängnissen, Vollzugsbeamte sprechen von Überlastung. Mehr Häftlinge können auch mehr Angriffe aufs Personal bedeuten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In Deutschlands Gefängnissen wird nach einem Medienbericht der Platz knapp. Eine Umfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe bei den Justizministerien der 16 Bundesländer ergab eine Auslastung von bis zu 100 Prozent, so etwa in Baden-Württemberg. In Bayern, Rheinland-Pfalz, Berlin, Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz lag die Auslastung demnach im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei deutlich über 90 Prozent. Fachleute sprechen dem Bericht zufolge schon bei einer Auslastung von 85 bis 90 Prozent von Vollbelegung.

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Prantl: AfD-Einladung zum Katholikentag „skandalös“

© Bild: picture alliance/dpa-Zentralbild/Sascha Steinach
Wird die AfD mit der Einladung zum Katholikentag „demaskiert“? Nein, sagt der katholische Publizist Heribert Prantl. Denn die rechtspopulistische Partei maskiere sich gar nicht.

katholisch.de

Der Publizist Heribert Prantl wertet die Einladung eines AfD-Vertreters zum Katholikentag Mitte Mai in Münster als „skandalös“. „Ich kann es nicht mehr hören, dass damit die AfD demaskiert wird“, sagte das Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ am Montagabend in Berlin. Die rechtspopulistische Partei „maskiert sich ja gar nicht“.

Die AfD agiere in der Öffentlichkeit so, „wie jemand, der in der Gesellschaft furzt und dann grinsend in die Runde blickt“, so Prantl. Man könne die AfD nicht einladen, nur weil sie „im Parlament sitzt und dort Unsäglichkeiten von sich gibt, derzeit etwa gegenüber Behinderten“.

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Türkische Staatsführung deklariert Wahlkampfauftritte um

Die Bilder von Kindern in Kampfanzügen präsentierten die ATİB-Einrichtungen sogar selbst in Sozialen Medien. Screenshot und Bearbeitung: TP
Österreich und die Niederlande geben sich unnachgiebiger als der deutsche Außenminister Maas und werden aus Ankara angegriffen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Letzten Mittwoch verkündete der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, er werde die regulär erst im November 2019 fälligen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereits am 24. Juni 2018 abhalten. Dabei wahlberechtigt sind neben gut 55 Millionen erwachsenen Türken in der Türkei weitere knapp drei Millionen im Ausland. 1,4 Millionen davon leben in Deutschland, wo sie einem gestern bekannt gewordenen Antrag der türkischen Regierung nach erneut nicht nur in den Konsulaten, sondern auch in zahlreichen anderen Einrichtungen abstimmen sollen, die die deutsche Bundesregierung genehmigen muss.

Darüber hinaus hat Erdoğan im türkischen Fernsehsender NTV angekündigt, im Wahlkampf auch im Ausland vor „seinen türkischen Staatsbürgern“ aufzutreten – und zwar „in einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von 10.000 oder 11.000 Personen […] bei der Versammlung einer internationalen Organisation“. Ob diese „Versammlung einer internationalen Organisation“ in Deutschland stattfindet, sagte er nicht. In jedem Fall könnte er damit ein dort im letzten Jahr ausgesprochenes Wahlkampfverbot für Politikern aus Nicht-EU-Staaten umgehen.

Testballon für diese Umgehung könnte ein Auftritt seines Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu am 29. Mai in Solingen sein. Çavuşoğlu deklariert diesen Auftritt nämlich offiziell als Rede zum Jahrestages eines Brandanschlags, bei dem 1993 fünf türkischstämmige Solinger ums Leben kamen. Sein deutscher Amtskollege Heiko Maas, der kurz davor noch betont hatte, das deutsche Auftrittsverbot „gelte“, schluckte diesen Auftritt nach einem Treffen mit Çavuşoğlu beim G7-Außenministertreffen im kanadischen Toronto.

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„Reporter ohne Grenzen“: Pressefreiheit in Europa zunehmend unter Druck

Das Wort Pressefreiheit ist in einem Ausschnitt des Artikels 5 des Grundgesetzes auf einer Glasscheiben am Außenhof des Jakob-Kaiser-Hauses zu sehen. Bild: dpa
Die Arbeit von Journalisten ist in Teilen Europas deutlich gefährlicher geworden. Deutschland rückt in der jüngsten Rangliste der Pressefreiheit nach vorne – dennoch gab es eine hohe Zahl an Übergriffen, Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Medienschaffende.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Pressefreiheit hat laut einer Studie in einigen europäischen Ländern 2017 die stärksten Rückschläge weltweit erlitten. Nach der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit 2018 von „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) gilt dies für Malta, Tschechien, der Slowakei und Serbien.

Am deutlichsten fiel Malta zurück: von Rang 18 auf Rang 65. Berichterstatter seien dort zunehmend dem Druck durch Politik, Wirtschaft und Justiz ausgesetzt. Das zeige exemplarisch der Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia im vergangenen Oktober.

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350 Ditib-Imame kamen 2017 nach Deutschland

Türkische Prediger in Deutschland: Im Auftrag Erdogans? Bild: dpa
Der Dachverband der türkischen Moscheegemeinden werde von Erdogan kontrolliert, heißt es. Im Schnitt reiste vergangenes Jahr fast ein Ditib-Imam pro Tag ein. Die Bundesregierung sei „naiv oder verantwortungslos“, kritisiert die Linke.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Bundesregierung hat einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr die Einreise von 350 Ditib-Imamen genehmigt. Die deutschen Behörden hätten den Imamen auf Antrag der türkischen Religionsbehörde Diyanet Arbeitsvisa mit einer Gültigkeitsdauer von 180 Tagen ausgestellt, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Das Ministerium habe aber keine Erkenntnisse darüber, ob die Imame das Land nach Ablauf der Frist wieder verlassen oder möglicherweise Asyl beantragt haben.

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Streit über Abtreibungen verfolgt die Koalition

Das jüngste Mitglied in Merkels Kabinett legt nach: Gerade ist der Wirbel über seine Hartz-IV-Äußerungen verzogen, kommt Jens Spahn mit plakativen Worten zu einem anderen Reizthema. Wieder mit großem Echo. Quelle: WELT
Im Ringen um das Werbeverbot für Abtreibungen wird gedroht und gepokert. Nun unternimmt das Kanzleramt einen Schlichtungsversuch. Es geht um den Koalitionsfrieden, weniger um die Sache selbst.

Von Sabine Menkens, Thorsten Jungholt | DIE WELT

Es war ein schmerzhaftes Zugeständnis, das SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles ihrem Unionskollegen Volker Kauder (CDU) am Vorabend der Kanzlerinnenwahl gemacht hatte. Um die gemeinsame Arbeit in der Koalition nicht gleich zu Beginn zu gefährden, wollte die Fraktionsführung der SPD darauf verzichten, ihren Gesetzentwurf zur Streichung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche ins Parlament einzubringen.

Eine Mehrheit für die Streichung oder zumindest die Entschärfung des Paragrafen 219a Strafgesetzbuch hätten die Sozialdemokraten leicht organisieren können – sowohl Linke als auch Grüne und FDP sind dafür.

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Wahlkampf in Deutschland: Türkische Gemeinde gegen Auftrittsverbot von Politikern

Der türkische Ministerpräsident während eines Wahlkampfauftrittes im Februar 2014 in Berlin. Für den Wahlkampf zur türkischen Präsidentschaftswahl im Juni sind Auftritte türkischer Politiker in Deutschland verboten. Foto: dpa
Die Türkische Gemeinde in Deutschland lehnt das von der Bundesregierung verhängte Auftrittsverbot für türkische Politiker während des Parlaments- und Präsidentschaftswahlkampfes ab. Die Wahlen finden am 24. Juni statt. „Ich halte das Auftrittsverbot für türkische Politiker für falsch und finde die ganze Diskussion überflüssig“, sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Gökay Sofuoglu, dieser Zeitung.

Von Markus Decker | Berliner Zeitung

Sofuoglu betont Meinungsfreiheit

„Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in einer Demokratie leben und Meinungsfreiheit das höchste Gebot ist.“ Wenn amerikanische und griechische Politiker hier reden dürften, „dann sollten es türkische Politiker auch tun dürfen“. Zur Demokratie gehöre umgekehrt, dass gegen entsprechende Kundgebungen dann auch protestiert werden könne.

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Stephen Hawking Signed This Book Before His ALS Took Over. Now It’s Up for Auction.

Stephen Hawking scrawled his signature in blue ink in this 1973 gift to a departing coworker. Credit: Nate D. Sanders Auctions
A book that the late physicist Stephen Hawking signed in 1973, back when he was still able to hold a pen and scrawl out his autograph, is hitting the auction blocks.

By Laura Geggel | SPACE.com

Hawking, along with several of his colleagues, signed the book as a parting gift to one of their co-workers who was leaving his job as a computer operator at the Institute of Astronomy (IOA) at the University of Cambridge, in England.

Not long after Hawking signed the book, his body became immobilized by amyotrophic lateral sclerosis (ALS), a degenerative nerve condition that’s also known as Lou Gehrig’s disease. [Stephen Hawking’s Most Far-Out Ideas About Black Holes]

The signature can be found on the title page of the book „The Archaeology of the Industrial Revolution,“ (Heinemann, 1973). Hawking’s stilted, but legible John Hancock can be seen in blue ink at the bottom of the page. Up top, one of the well-wishers wrote, „With gratitude and best wishes from the friends of the IOA computer staff.“

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Jüdischer Verband sagt Israel-Reise mit rheinischer Kirche ab – „Fader Beigeschmack“

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Ein Beitrag in einer Gottesdiensthilfe empört Vertreter jüdischer Gemeinden im Rheinland. Kurzfristig sagen sie eine gemeinsame Reise mit der rheinischen Kirche anlässlich der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren ab.

DOMRADIO.DE

Aus Ärger über einen kritischen Beitrag zur Staatsgründung Israels vor 70 Jahren hat der Landesverband der jüdischen Gemeinden von Nordrhein eine gemeinsame Israel-Reise mit Spitzenvertretern der Evangelischen Kirche im Rheinland abgesagt.

Ein Beitrag des Pfarrers Rainer Stuhlmann in einer Gottesdienst-Arbeitshilfe hinterlasse „einen faden Beigeschmack antizionistischer Stereotype“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des jüdischen Landesverbandes, Oded Horowitz, am Dienstag in Düsseldorf.

Kritik an israelischer Siedlungspolitik

Weil die rheinische Kirchenleitung sich davon nicht unmissverständlich distanziert habe, werde der Landesverband die gemeinsame Reise nicht antreten. Die rheinische Landeskirche bedauerte die Absage der für Ende dieser Woche geplanten Reise. Sie habe dem Dialog auch über unterschiedliche Sichtweisen dienen und die gemeinsame Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus unterstreichen sollen.

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Gottesstaat: Bayern beschließt Kreuze in allen Dienstgebäuden

Das Kreuz mit den Religionen
In der vergangenen Woche wurde es angekündigt, jetzt ist es beschlossene Sache: In allen Dienstgebäuden Bayerns soll künftig ein Kreuz hängen. Als „sichtbares Bekenntnis“, wie es aus München hieß.

katholisch.de

Das bayerische Kabinett hat am Dienstag in München das Aufhängen von Kreuzen in Dienstgebäuden des Freistaats beschlossen. So soll künftig jeweils im Eingangsbereich ein Kreuz als „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland“ angebracht werden, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Dafür hat der Ministerrat eine Änderung der allgemeinen Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaats beschlossen. Über diese muss nicht im Landtag abgestimmt werden, wie eine Sprecherin der Staatskanzlei auf Anfrage sagte. Die nun getroffene Verpflichtung gelte ab 1. Juni. Gemeinden, Landkreisen und Bezirken werde empfohlen, entsprechend zu verfahren.

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Zentralrat der Muslime in Deutschland: Antisemitismus ist eine Sünde im Islam

Bild: bb
„Antisemitismus, Rassismus und Hass sind große Sünden im Islam, deshalb werden wir das auch niemals dulden“, sagte Zentralratspräsident Aiman Mazyek der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Merkur.de

Die Äußerungen der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im israelischen Fernsehen über neue Formen des Antisemitismus in Deutschland seien „gewohnt differenziert“ gewesen, weil sie auch betont habe, dass Judenfeindlichkeit nicht erst durch Flüchtlinge wieder nach Deutschland gekommen sei. Die Kriminalitätsstatistik beweise das.

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Verein „Leo“: Evangelische Kirche geht nicht gegen „Homo-Heiler“ vor

Das Gebäude des Vereins „Leo“. Foto: Archiv
Leichte Kritik ja, Konsequenzen vorerst nicht: In der Debatte um die umstrittenen Seminare des Vereins für Lebensorientierung („Leo“) haben sich nun auch Vertreter der Evangelischen Kirche geäußert.

Von Joel Stubert | Mitteldeutsche Zeitung

„Wir als Evangelische Kirche sind der Auffassung, dass Homosexualität kein Krankheitsbild ist und Homosexuelle Geschöpfe Gottes sind wie wir alle“, sagte Friedemann Kahl, Sprecher der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, und verwies auf die Tatsache, dass sich Homosexuelle seit 2012 in einem evangelischen Gottesdienst segnen lassen können.

Konsequenzen werden die Seminare für Bernhard Ritter, dem Vorsitzenden des Vereins „Leo“, aber wohl keine haben.

Kirche distanziert sich vom Angebot des Vereins „Leo“

„Bei dieser Beratung handelt es sich nicht um ein kirchliches Angebot, sondern um das eines Vereins. Dienstrechtlich hat dieses Engagement von Herrn Ritter deshalb keine Auswirkung“, teilte Kahl auf MZ-Anfrage mit.

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Affen-Selfie: Affe Naruto bekommt keine Copyright-Tantiemen

Peta möchte dieses Bild vermarkten und die Einnahmen Naruto & Co zugutekommen lassen. (Bild: Naruto / David Slater)
Tiere können keine Klagen wegen Verletzung des US-Copyright erheben. Dies bestätigt ein US-Berufungsurteil im berühmten Streit um die Rechte an „Affen-Selfies“.

Daniel AJ Sokolov | heise online

Der Makake Naruto bekommt unter US-Recht keine Tantiemen für seine Selfies. „Das Copyright-Gesetz genehmigt Tieren nicht ausdrücklich, Klagen wegen Copyrightverletzung zu erheben.“ Mit dieser Begründung beendet ein US-Bundesberufungsgericht den jahrelangen Rechtsstreit Naruto v. Slater. Ohne ausdrückliche Genehmigung in einem Gesetz könnten Tiere nicht unter Berufung auf das jeweilige Gesetz klagen.

Naruto hatte sich 2011 die Kamera von John David Slater geschnappt und damit einige Selfies geschossen. Slater erhebt Anspruch auf die Urheberrechte und hat ein Buch mit Naruto-Selfies herausgebracht. Die Tierrechtsorganisation Peta wollte die Rechte an den Bildern Naruto zusprechen lassen. Gemeinsam mit der deutschen Primatenforscherin Antje Engelhardt, die Naruto jahrelang beobachtet hat, verklagte Peta den Kamera-Eigner Slater vor einem kalifornischen Bundesbezirksgericht – und verlor.

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