Archiv der Kategorie: Recht

56 Jahre nach der Tat: Priester für Mord an Schönheitskönigin verhaftet

Bild: stern.de
1960 wird in Texas eine junge Schönheitskönigin erwürgt aufgefunden. Der mysteriöse Mordfall schockiert die USA – bleibt aber über Jahrzehnte unaufgeklärt. Jetzt hat die Polizei einen Priester verhaftet.

stern.de

Vor 56 Jahren wird Irene Garza im texanischen Örtchen McAllen ermordet. Der Fall schockiert das ganze Land und gilt lange als einer der am längsten unaufgeklärten Morde der US-Geschichte. Umso erstaunlicher die Meldung der Polizei von Texas: Laut eines Berichts der “New York Times” wurde nun ein seit Jahren Tatverdächtiger verhaftet – der 83-jährige John Feit.

Feit war damals junger Priester der Gemeinde und lebt heute zurückgezogen in Scottsdale, Arizona. Nach seiner Verhaftung wurde er in ein Gefängnis in Phoenix überstellt. Die ganze Sache ergebe aber keinen Sinn, erklärte Feit vor Gericht – schließlich sei das Verbrechen bereits 1960 verübt worden. “Es gibt keine Verjährung für diese Art von Verbrechen”, erwiderte Paula Williams, Vorsitzende des Gerichts.

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Gabriele Kuby vergleicht Schwule mit Rauchern – der Dummheit eine Gasse

etzt haben wir es endlich kapiert: Gabriele Kuby ist die größte Freundin aller Lesben und Schwulen, weil sie vor den “Gefahren” gelebter Homosexualität warnt Bild: Wiki Commons / Derzsi Elekes Andor / CC-BY-SA-3.0
Wer auf die “Risiken” bestimmter “Lebensstile” hinweist, sei weder raucher- noch schwulenfeindlich, meint die homophobe Publizistin.

Von Micha Schulze|QUEER.DE

Neues aus Gender-Gagaland: Für die katholische Fundamentalistin Gabriele Kuby ist Homo- wie Transsexualität eine “Störung der Geschlechtsidentität”, sie unterstützt Umpolungstherapien und wettert gegen Aufklärung über sexuelle Vielfalt in der Schule. Dennoch findet es die Publizistin “demagogisch”, wenn man sie schwulenfeindlich nennt.

Dies schreibt Kuby allen Ernstes am 11. Februar auf ihrer Webseite in einem Kommentar zu einem Artikel in der “Kreuzlinger Zeitung”, der im vergangenen Monat ihr reaktionäres Weltbild auf den Punkt brachte.

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Weißbüschelaffe: Finger weg vom Finger Monkey

Der kleine Weißbüschelaffe ist gerade einmal vier Wochen alt – und noch so klein, dass es auf eine Handfläche passt © Bernd Settnik/DPA
Chinesen sind neuerdings verrückt nach Finger Monkeys, den Weißbüschelaffen. Die Preise für die niedlichen Tieren sind enorm, denn der Handel mit ihnen ist verboten. Und ihre Haltung darüberhinaus sehr kompliziert.

stern.de

Gerade erst hat in China das Jahr des Affen begonnen. Passend dazu wünschen sich viele Chinesen einen Affen als Haustier, genauer einen sogenannten Finger Monkey, wie die US-Seite “Mashable” berichtet. Die klitzekleinen Flauschwesen sind in den ersten Wochen nach der Geburt gerade mal so groß wie ein ausgestreckter Zeigefinger. So süß die Weißbüscheläffchen aber auch sein mögen: die Preise für sie sind nicht nur happig, der Handel mit ihnen ist zudem verboten, nicht überall, aber eben zum Beispiel in China.

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Frankreich: »Reicher als der Durchschnitt« – antisemitische Stereotype

Jüdische Familie unterwegs in der Rue des Rosiers im Pariser Marais ©DPA
Eine neue Studie spürt antisemitische Stereotype in der Gesellschaft auf

Von Bernard Schmid|Jüdische Allgemeine

In Frankreich diskutiert man dieser Tage intensiv über jüdisches Leben und Antisemitismus. »Judesein in Frankreich« lautet das aktuelle Titelthema der Wochenzeitschrift L’Express, und das Wochenmagazin Le 1 macht mit der Schlagzeile auf: »Warum die Juden Angst haben«.

Nahrung erhielt die Debatte durch eine Aufsehen erregende Studie, über deren Ergebnisse die Sonntagszeitung JDD (Le Journal du Dimanche) vor zehn Tagen schrieb. In Auftrag gegeben hatte die Studie die Fondation du Judaïsme Français (Stiftung für das französische Judentum). Anlass war der wachsende Antisemitismus während des letzten Gaza-Kriegs im Sommer 2014.

Vom 15. bis 24. Juli desselben Jahres befragte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Stiftung zunächst 1005 Personen, die für einen Querschnitt der in Frankreich lebenden Bevölkerung repräsentativ sein sollten und die nach klassischen Methoden ausgewählt wurden. Hinzu kamen dann zwei als »qualitative Erhebungen« präsentierte Runden, bei denen im Februar und März 2015 insgesamt 500 Muslime sowie von Februar bis Juni des Jahres 313 Juden befragt wurden.

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Charlie versus Mohammed – Kein Boxkampf

Bild. Charlie Hebdo
Bild. Charlie Hebdo

Nina H Scholz und Heiko Heinisch haben wieder ein bemerkenswertes und lesenswertes Buch geschrieben. Charlie versus Mohammed – Plädoyer für die Meinungsfreiheit.

Von Heinrich Schmitz|The European

Die beiden Autoren trauen sich was, muss man mittlerweile doch bei jeder Kritik, die auch nur ansatzweise mit dem Islam zu tun hat, damit rechnen, dass einen fundamentalistisch verbohrte Islamisten mindestens mal bedrohen. Oder auch, dass man Applaus von der völlig falschen Seite bekommt. Es ist schon deshalb bemerkenswert, dass die Autoren dieses wichtige Buch geschrieben haben und der Passagen-Verlag es veröffentlichten hat.

Die Autoren sind sich dieses Risikos durchaus bewusst. „Wer will ernsthaft noch bestreiten, dass es heute in Europa als mutig bezeichnet werden muss, gegen islamischen Fundamentalismus aufzutreten?“

Dabei ist diese kleine Buch, trotz des geringen Umfangs von gerade einmal 104 Seiten, mehr als lediglich ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit. Die Autoren erklären wieder einmal recht eindrucksvoll – wie bereits in ihrem gemeinsamen Werk Europa, Menschenrechte und Islam – ein Kulturkampf? die historischen und theologischen Hintergründe der für Nichtmuslime häufig völlig unverständlichen fundamentalistischen Bildverbote und anderer vermeintlicher Essentials und die Gefahren für den modernen Rechtsstaat, die von einer scheintoleranten Rücksichtnahme auf einzelne Religionen, namentlich den Islam, ausgehen.

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Minderjährige sollen nur in Härtefällen Eltern nachholen dürfen

Bundeskanzleramt, Bild: BB
Bundeskanzleramt, Bild: BB
Nun scheint der Weg für das Asylpaket II endgültig frei: Nachdem der Kabinettsbeschluss von der SPD noch einmal infrage gestellt worden war, fanden die Minister de Maizière und Maas eine Kompromissformel im Konflikt um den Familiennachzug.

MiGAZIN

Die Koalition hat sich im Streit um die Aussetzung des Familiennachzugs bei minderjährigen Flüchtlingen geeinigt. Wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag in Berlin mitteilten, soll es bei der bereits vom Kabinett verabschiedeten Regelung bleiben, wonach auch Kinder und Jugendliche mit subsidiärem Schutz grundsätzlich für zwei Jahre ihre Eltern nicht nachholen dürfen. In Härtefällen soll es aber Ausnahmen geben. „Wir haben eine vernünftige Lösung gefunden – ohne die Beschlüsse der Koalition zu ändern“, sagte Maas.

Die SPD wollte zunächst eine komplette Ausnahme für Minderjährige bei der Beschränkung des Nachzugs erreichen. Der Kompromiss sieht humanitäre Entscheidungen durch die Prüfung von Einzelfällen vor. Entscheiden soll darüber das Auswärtige Amt im Einvernehmen mit dem Bundesinnenministerium.

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Religiotie: Indonesien will “homosexuelle” Emojis verbieten

Worüber man sich so aufregen kann: Ein Emoji händchenhaltender Männer. (Foto: Quelle: Whatsapp)
“Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie viele Nutzer haben”, sagt ein Sprecher des Informationsministeriums.

Süddeutsche.de

Die indonesische Regierung zeigt sich humorlos: Sie will Emojis von gleichgeschlechtlichen Paaren von den Smartphone-Bildschirmen in ihrem Land verbannen. “Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie eine große Zahl von Nutzern haben”, sagte ein Sprecher des Informationsministeriums.

Nutzer der Nachrichtenprogramme Whatsapp und Line hätten sich über die bunten Bildchen mit homosexuellen Motiven beschwert. Der Anbieter Line habe sie daraufhin für Indonesien gelöscht, sagte der Sprecher. Die Regierung hat nun andere Anbieter aufgefordert, das Gleiche zu tun.

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Salafisten-Prediger Abou-Nagie wegen Sozialbetrugs verurteilt

Der Salafist Ibrahim Abou-Nagie wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (Foto: dpa)
Der Mann, der massenhaft deutsche Übersetzungen des Koran verteilen ließ, soll das Sozialamt um etwa 53 000 Euro betrogen haben.

Süddeutsche.de

Der Salafisten-Prediger Ibrahim AbouNagie ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs beim Bezug von Hartz-IV-Leistungen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt worden. Nach dem Urteil des Amtsgerichts Köln hat AbouNagie, der als Initiator der umstrittenen Koran-Verteilaktion “Lies!” für Aufruhr gesorgt hatte, zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von etwa 53 000 Euro bezogen. Er habe mehrere Konten und Nebeneinkünfte verschwiegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. AbouNagie gilt bei Experte als Hassprediger.

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Erdogan drohte der EU mit Grenzöffnung

Erdo_Kurden

Nah an der Erpressung: Einem Protokoll zufolge hat der türkische Präsident Erdogan der EU gedroht, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. Unangenehm ist ihm die Enthüllung nicht. Er legt sogar nach.

DIE WELT

In den Verhandlungen mit der EU über einen Aktionsplan in der Flüchtlingskrise hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit der Öffnung der Grenzen gedroht. “Wir können die Türen nach Griechenland und Bulgarien jederzeit öffnen, und wir können die Flüchtlinge in Busse stecken”, hatte Erdogan laut dem Protokoll eines Gesprächs mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk im November bei Antalya gesagt.

Erdogan bestätigte am Donnerstag erstmals die Echtheit des Dokuments, das die griechische Internetseite “Euro2Day” am Montag veröffentlicht hatte.

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“Toleranzpreis”: Nahost-Konflikt erreicht Bayreuth

Ganz in Pink: “Code Pink”-Aktivisten bei Protesten gegen die NSA. – Foto: Larry Downing/Reuters
Eigentlich sollte die US-Gruppe “Code Pink” in Bayreuth ausgezeichnet werden. Nach Kritik an israelfeindlichen Positionen geht nun sogar die Oberbürgermeisterin auf Distanz.

Von Martin Niewendick|DER TAGESSPIEGEL

“Deutsche Stadt vergibt 10.000 Euro-Preis an US-NGO mit Verbindungen zu Holocaust-Leugnern”, titelt die israelische Tageszeitung Jerusalem Post. Gemeint ist die geplante Vergabe des Bayreuther Toleranzpreises an die amerikanische Bürgerrechtsbewegung “Code Pink” im April. Die Gruppe soll “genozidiale Gesänge” vor einer Konferenz der amerikanischen Lobby-Organisation AIPAC angestimmt haben, zitiert das Blatt Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums (SWZ). Ein Video auf Youtube soll die Vorfälle zeigen.

Das SWZ wirft der Gruppe außerdem vor, den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen zu haben. Führende Aktivisten sollen zudem an einer “Holocaust-Leugner-Konferenz” im Iran teilgenommen haben. Der Stadt Bayreuth ist das sichtlich unangenehm, Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) will die Preisvergabe am liebsten absagen.

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Auschwitz-Prozess: Ehemaliger SS-Mann trifft auf Überlebende

© AFP Reinhold H. war als SS-Mann in Auschwitz. Heute ist er 94 Jahre alt.
Wieder steht ein ehemaliger SS-Mann vor Gericht. Der Vorwurf: Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen. Reinhold H. sagt nur wenig. Ein Überlebender aber spricht ihn direkt an.

Von Reiner Burger|Frankfurter Allgemeine

Man sieht Reinhold H. sein Alter nicht gleich an: Im Dezember konnte der Rentner aus Lage im Lipper Land seinen 95. Geburtstag feiern. Etwas wackelig auf den Beinen ist der Mann schon. Sicherheitshalber hat er sich deshalb bei seinem Verteidiger untergehakt, als er den zum Prozesssaal umfunktionierten großen Konferenzraum der Industrie- und Handelskammer Lippe betritt. Im Detmolder Landgericht wäre nicht genug Platz für all die Journalisten und Kamerateams und die rund 40 Nebenkläger aus all den verschiedenen Ländern gewesen.

Seit Donnerstag muss sich der ehemalige SS-Mann Reinhol d H. wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen verantworten. H., damals Anfang 20, war von Januar 1942 bis Juni 1944 als Mitglied eines sogenannten SS-Totenkopfsturmbanns in Auschwitz eingesetzt.

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Jewish groups press Cruz to explain controversial backer

Republican Presidential candidate Ted Cruz speaks at Exeter Town Hall January 20, 2016 in Exeter, New Hampshire. (Darren McCollester/Getty Images/AFP)
Republican hopeful touts endorsement of Mike Bickle, who seeks to convert the Jews and says God sent Hitler to hunt them

By Eric Cortellessa|The Times of Israel

American Jewish groups have demanded that presidential hopeful Ted Cruz clarify his position on his provocative endorsement from an evangelical leader whose views on Jews are highly controversial.

The Texas senator has been touting the backing of Mike Bickle, a man who seeks to convert Jews to Christianity, who predicts there will be another era of concentration camps, and who has said that Hitler was sent by God to hunt Jews.

“It is profoundly troubling that Sen. Ted Cruz proudly trumpeted the endorsement of such a controversial figure who holds such offensive views,” the National Jewish Democratic Council, a lobbying group committed to promoting Jewish values and interests within the Democratic party, said in a statement.

“We call on Sen. Cruz to clarify his position and explain why he chose to highlight someone who is ‘notorious for having said that God sent Hitler to hunt Jews for not accepting Jesus as the messiah.’”

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In den Kellern von Cizre

Berichte von Massakern in Städten mit kurdischer Mehrheit erheben schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte

Von Michael Knapp|TELEPOLIS

Seit Tagen kommen in kurzen Abständen Nachrichten aus der belagerten Stadt Cizre, die das Grauen der jeweils vorherigen Nachricht noch in den Schatten stellen. In den jüngsten Meldungen berichtet ANF-News (Firatnews) von 66 getöteten Menschen, die sich vor der türkischen Polizei und dem Militär in Kellern in Cizre geflüchtet hatten, und weiteren 73 Verletzten, deren Verbleib unklar ist.

Nachrichtensperre, Deutungshoheit und Berichte aus der Kriegszone

Nach Berichten auch der anderen oppositionellen Nachrichtenagentur – DIHA – werden stündlich neue Leichen aus Cizre in die Krankenhäuser gebracht. Im Stadtviertel Cudi spricht man von insgesamt 94 Toten, im Stadtviertel Sur von 45 Toten. Offiziell bestätigt sind laut der kurdischen Nachrichtenagenturen bisher nur die oben genannten Zahlen.

Die Türkei hat eine Nachrichtensperre über die Gebiete verhängt. Wo ihr Militär agiert und Schrecken verbreitet, ist die Informationslage davon geprägt: Die türkische Regierung will die Deutungshoheit über ihre Story, die kurdischen Nachrichten berichten anderes, dem widersprechendes, das auf Augenzeugen-Aussagen beruht und immer wieder auch von außerhalb bestätigt wird.

In Cizre herrscht seit 58 Tagen Ausgangssperre. Die Menschen können ihre Häuser nicht verlassen, da, wie Augenzeugen immer wieder berichten, Scharfschützen des türkischen Militärs das Feuer auf sie eröffnen. Dies stellte auch eine Untersuchungskommission des mittlerweile ebenfalls ermordeten Vorsitzenden der Anwaltskammer von Diyarbakir Tahir Elci schon im September 2015 fest.

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Sex-und Machtspiele: In der “Kloake” Avignon feierten die Päpste Orgien

Johannes XXII.. Bild: wikimedia.org/PD
Mit Johannes XXII. begann 1316 die “Babylonische Gefangenschaft” der Päpste in Avignon. Für mehr als 60 Jahre dämmerte die Kurie in Gelagen und Machtspielen dahin, Auftakt zum Großen Schisma.

Von Berthold Seewald|DIE WELT

Jacques Duèse war alles andere als ein begnadeter Theologe. Dafür kannte sich der kränkliche und kleinwüchsige Mann aus dem französischen Midi umso besser in Juristerei und Politik aus, was ihm 1310 den Bischofshut von Avignon eintrug. Sechs Jahre später, vor 700 Jahren, krönten die Kardinäle diese bemerkenswerte Karriere mit der Wahl zum Papst. Da war Duèse 72 Jahre alt. Als Johannes XXII. saß er 18 Jahre auf dem Stuhl Petri, länger als viele seiner Vorgänger und Nachfolger. “Mit ihm kam eine der unwürdigsten Persönlichkeiten auf den päpstlichen Thron”, urteilt der Kirchenhistoriker und Vatikanspezialist Georg Denzler.

Als gewiefter Jurist widerrief Johannes mit seiner Bulle “Quia nonnunquam” die Lehre, dass Jesus und seine Jünger kein Eigentum besessen hätten, und machte sich umgehend daran, als Stellvertreter Christi mit entsprechendem Beispiel voranzugehen. Er unterwarf kirchliche Ämter und Pfründe mit einem raffinierten Steuersystem, das ihn zum reichsten Herrscher des Abendlandes machte, setzte dem Nepotismus neue Maßstäbe, indem er fünf Verwandte zu Kardinälen ernannte, und weigerte sich, Rom zu besuchen. Statt dessen residierte er in seinem Palast in Avignon, das er damit für mehr als 60 Jahre zum Zentrum der abendländischen Christenheit machte.

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Kinderfickersekte erwägt Weltgebetstag für Missbrauchsopfer

missbrauch_kathol

Auch eigene Bußliturgie, Transparenz-Workshops und Universitätskurs unter den Vorschlägen der vatikanischen Kinderschutzkommission

kath.net

Die vatikanische Kinderschutzkommission will Papst Franziskus die Einführung eines Weltgebetstags für Missbrauchsopfer vorschlagen. Darüber hinaus könne über eine Bußliturgie nachgedacht werden, wie aus einer am Montag veröffentlichten Presseerklärung des vatikanischen Gremiums hervorgeht. Sechs Arbeitsgruppen hatten sich in der Vorwoche in Rom zu einer Bestandsaufnahme getroffen und mögliche Richtlinien und Vorschläge für die Zukunft erarbeitet, die dem Papst präsentiert werden sollen.
Vorgeschlagen wurden auch Workshops zu rechtlichen Aspekten sowie zu mehr Transparenz bei den Verfahren, die unter Beteiligung externer Berater noch dieses Jahr stattfinden sollen. Das Gremium kündigte zudem den Start eines Universitäts-Kurses zum Schutz von Minderjährigen an der Gregoriana in der kommenden Woche an.

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Frauen und Christen flüchten aus den Unterkünften

In Flüchtlingsunterkünften kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen ethnischen oder religiösen Gruppen. In Stuttgart bekommen nun 30 Christen eine eigene Unterkunft. Quelle: Die Welt
In Flüchtlingsheimen kommt es oft zu schweren Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen. Frauen, Christen und Homosexuelle werden besonders oft attackiert – und nun zum Teil gesondert untergebracht.

Von Hannelore Crolly, Marcel Leubecher|DIE WELT

Zerrissene Bibeln und Beschimpfungen, abgerissene Kreuze und sogar Schläge ins Gesicht: Die Klagen über Gewalt in Flüchtlingsheimen reißen nicht ab. Besonders betroffen von der angespannten Stimmung in vielen beengten Massenunterkünften sind Frauen, Homosexuelle und religiöse Minderheiten. Weil sich in Stuttgart die Berichte christlicher Flüchtlinge über Schikanen durch muslimische Mitbewohner häuften, kommt die Stadt nun Forderungen entgegen, einem Teil dieser Migranten eine neue Unterkunft im Stadtteil Neugereut anzubieten.

Ein Helferkreis, der sich hauptsächlich um assyrische Christen aus Syrien und dem Irak kümmert, hatte diese drastische wie umstrittene Maßnahme gefordert, auch der Zentralrat Orientalischer Christen appellierte in einer von fast 17.000 Personen unterzeichneten Online-Petition an die Stadt: “Bitte ermöglichen Sie die gemeinsame Unterbringung vertriebener Christen in Stuttgart-Neugereut und bewahren Sie diese dadurch vor weiterer Bedrängnis und Verfolgung, der sie bei dezentraler Unterbringung immer wieder ausgesetzt sind.”

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Düsseldorfer Rosenmontagszug am 13. März mit neuen Wagen

Der am Rosenmontag ausgefallene Düsseldorfer Karnevalsumzug wird am 13. März nachgeholt. Das Comitee Düsseldorfer Carneval muss für den Zug neue Genehmigungen einholen und Sicherheitskonzepte neu anordnen, wie ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt am Mittwoch mitteilte.

evangelisch.de

Der international für seine politischen Motivwagen bekannte Wagenbauer Jaques Tilly kündigte an, für den Umzug im März komplett neue Mottowagen zu bauen. Das WDR-Fernsehen will das verspätete Karnevals-Spektakel live übertragen.

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug war wegen befürchteter Sturmböen aus Sicherheitsgründen abgesagt worden – ebenso wie in vielen anderen Städten im Rheinland und im Bergischen Land. Die zwölf politischen Mottowagen wurden aber vor dem historischen Rathaus präsentiert.

Gottheitsinkarnation Rama kommt nicht vor Gericht

Rama-Bildnis in Südindien (1816). Bild: heise.de
Ein Gericht im nordindischen Bundesstaat Bihar hat eine Klage des Anwalts Chandan Kumar Singh abgewiesen, weil diese seiner Ansicht nach keine praktische Relevanz hat. Dass der Fall in Indien trotzdem mehr Schlagzeilen macht als die meisten anderen Justizangelegenheiten, liegt daran, dass der Anwalt eine Hindu-Gottheit wegen Frauendiskriminierung vor Gericht bringen wollte.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Dabei berief er sich auf das 1.800 bis 2.400 Jahre alte Ramayana-Epos, in dem die siebente Vishnu-Inkarnation Rama die Königstochter, Lakshmi-Avatarin und Landwirtschaftsgöttin Sita auffordert, zu beweisen, dass sie noch rein ist, nachdem er sie aus den Klauen des Dämonenkönigs Ravana befreit hat. Das zeugt Singhs Ansicht nach nicht nur von Misstrauen, sondern auch von einem mangelnden Respekt Ramas gegenüber Frauen.

Man könne, so der Anwalt, nicht über Respekt gegenüber Frauen im modernen Indien reden, wenn eine der am meisten verehrten Gottheiten seine eigene Ehefrau ganz anders behandle. Das müssten sich die Inder eingestehen und deshalb sei seine Klage keinen Scherz und keine Publicity-Aktion, sondern eine wichtige Angelegenheit.

Hätte das Gericht die Klage angenommen, dann hätte es seiner Meinung nach eine Botschaft aussenden können. Stattdessen muss Chandan Kumar Singh sich nun mit einer Klage wegen übler Nachrede und religiöser Beleidigung auseinandersetzen, die sein Anwaltskollege Ranjan Kumar Singh gegen ihn angestrengt hat. Außerdem fordert Ranjan Kumar Singh, dass die Anwaltskammer Chandan Kumar Singh die Zulassung entzieht, weil ihm “eine Lektion erteilt” werden müsse. Dieser Meinung seien auch viele andere indische Juristen, deren religiöse Gefühle verletzt wurden. Außerdem, so Ranjan Kumar Singh, verehrten Hindus Rama und Sita als Paar, weshalb sich die Frage einer unangemessenen Behandlung gar nicht stelle.

Chandan Kumar Singh gab sich von der Reaktion Ranjan Kumar Singhs überrascht und meinte zur BBC, er sei praktizierender Hindu, verehre selbst Rama und habe nicht vorgehabt, religiöse Gefühle zu verletzen. Sollte er das mit der Klage unabsichtlich getan haben, entschuldige er sich dafür – aber die Tatsache, dass Rama Sita nicht den angemessenen Respekt entgegenbrachte, könne man nicht einfach ignorieren.

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Augsburg: Petry darf wieder mitspielen

AfD-Chefin Frauke Petry darf wieder im Augsburger Rathaus sprechen © Tobias Schwartz/AFP
Seit Tagen schaukelt sich der Streit zwischen dem Augsburger Oberbürgermeister Gribl und der AfD hoch. Nun hat AfD-Chefin Frauke Petry einen juristischen Sieg errungen: Sie darf im Rathaus reden.

stern.de

Das Hausverbot für AfD-Chefin Frauke Petry im Augsburger Rathaus ist nach einer Entscheidung des dortigen Verwaltungsgerichts rechtswidrig. Das Gericht gab am Mittwoch einem Eilantrag der Parteivorsitzenden statt. Petry will am Freitagabend beim Neujahrsempfang der beiden Augsburger AfD-Stadträte im historischen Rathaus sprechen.

Nach Ansicht der Richter ist es üblich, dass die Stadtverwaltung den Fraktionen und Wählergruppen Repräsentationsräume im Rathaus zur Verfügung stellt. Dies gelte “insbesondere auch zur Abhaltung von Neujahrsempfängen unter Teilnahme überörtlicher politischer Prominenz”, begründete Gerichtssprecher Stefan Eiblmaier die Entscheidung.

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Erdogan mit Kontrollverlust: Frontalangriff auf die USA

erdogan-sultan

Die Kooperation der Amerikaner mit den Russen in Syrien bringt den türkischen Präsidenten Erdogan in massive Bedrängnis. Beide Großmächte kooperieren mit den Kurden – was Erdogan nun zu einem Frontal-Angriff gegen die US-Regierung bewegt hat. Denn die Regierung in Ankara bemerkt, dass ihr in Syrien die Felle davonschwimmen.

Deutsch Türkische Nachrichten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA wegen ihrer Unterstützung der syrischen Kurdenpartei YPD ungewöhnlich scharf attackiert. Die Unfähigkeit der USA, das wahre Wesen der YPD zu verstehen, habe die Region in ein „Meer des Blutes“ verwandelt, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara. „Sind Sie auf unserer Seite oder auf der Seite der terroristischen YPD und der PKK?“

Die YPD gehört zu den wichtigsten US-Verbündeten beim Kampf der radikalislamischen IS-Miliz in Syrien. Die YPD steht aber auch der von den USA und der EU als Terrorvereinigung eingestuften Kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, gegen die die Regierung in Ankara seit Jahrzehnten in einen gewalttätigen Konflikt um mehr Autonomie für die Kurden im Südosten der Türkei verwickelt ist. Die Regierung ist zuletzt mit äußerster Härte gegen die Kurden vorgegangen. Beobachter sprachen von einem regelrechten Bürgerkrieg.

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