Indien: Hindus stoppen christlichen Kirchenbau

Fünf Symbole stehen auf dem Friedhof Gerliswil, Gemeinde Emmen, für die Weltreligionen Judentum, Christentum, Hinduismus, Islam und Buddhismus, von links (picture alliance/dpa/Keystone/Urs Fueller)
Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh haben gut tausende Hindus den Bau einer Kirche verhindert.
 

Deutschlandfunk

Sie hätten durch den Bau einer Mauer den Zugang zum Rohbau versperrt, berichtet der asiatische katholische Pressedienst „Ucanews“. Die Hindu-Aktivisten hätten die Unterstützung der Polizei und der Behörden, wird ein Gemeindemitglied zitiert. Christen würden bedroht und aufgefordert, zum Hinduismus überzutreten. Im Bundesstaat Chhattisgarh stellen Christen eine Minderheit von weniger als einem Prozent der Bevölkerung dar.

Dem Bericht zufolge gehören die Aktivisten der „Hindutva“-Bewegung an, die ein Indien unter hinduistischer Vorherrschaft anstrebt. Als ihr politischer Arm gilt die seit 2014 regierende BJP.

Moscheen: „Wir fordern Strukturen im Islam heraus“

Viele Frauen fühlen sich in den traditionellen Moscheen fremd. Foto: imago
In Dänemark ruft zum ersten Mal eine Imamin das Freitagsgebet aus – in einer Frauenmoschee in der Kopenhagener Fußgängerzone. Noch sind weibliche Imame eine Rarität.

Von Thomas Bochert | Frankfurter Rundschau

Zum ersten mal ruft in Skandinavien eine Imamin zum Freitagsgebet. „Wir fordern patriarchalische Strukturen im Islam heraus, wie es sie auch in anderen großen Religionen gibt,“ sagt Sherhin Khankan, Mitbegründerin der Kopenhagener Frauenmoschee, vor der Premiere dieser Woche. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung der „Mariam Moské“ hält ihre dänische Mit-Imamin Saliha Marie Fetteh die erste Predigt. Eingeladen sind nur Frauen. Khankan zu den Motiven: „In den traditionellen Moscheen habe ich mich immer fremd gefühlt. Wir Frauen stehen abgetrennt auf einem Balkon herum und sind nur Zuschauer. Viele kommen gar nicht, weil man in eine von Männern beherrschte Welt eintritt. Sie haben das Wort, leiten das Gebet und stehen im Fokus. Wir schaffen jetzt eine Moschee nach den Prämissen der Frau.“

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Tote nach Krebstherapie: Heilpraktiker durfte experimentellen Wirkstoff verwenden

Drei Krebspatienten sind kurz nach einer Behandlung beim Heilpraktiker gestorben. Laut Staatsanwaltschaft ist noch unklar, ob es an einem experimentellen Wirkstoff gelegen hat.

SpON

Die Heilpraktiker-Praxis an der deutsch-niederländischen Grenze war für schwer krebskranke Patienten wohl der letzte Strohhalm: Die meisten galten als austherapiert, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Mönchengladbach. „In einer solchen Situation braucht man nicht sehr viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass man bereit ist, sich auch experimentellen Dingen zu nähern, nach jedem Strohhalm zu greifen, der verspricht, dass man noch ein bisschen länger leben darf.“

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Toleranz kommt niemals ohne Grenzen aus

Donald Trump als Wahlkämpfer: Sein Leitmotiv ist Angst vor Fremdheit und Veränderung Foto: Getty Images/Getty Images North America
Unbeschränkte Freiheit zerstört sich am Ende selbst. Wir erleben derzeit einen Gezeitenwechsel von Duldsamkeit zu Unduldsamkeit. Irgendwann wird der Ernstfall der Toleranz eintreten.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Lange schon ist in deutschen Landen nicht mehr so viel Toleranz gepredigt worden wie in den letzten Jahren und das aus guten Gründen. Und lange schon ist die Predigt nicht mehr auf so gemischte Gefühle gestoßen wie heute.

Mit der Toleranz aber geht es wie mit der Demokratie, vor deren Exzess der altgriechische Philosoph Platon in einem lehrreichen Diskurs die Athener warnte: Unbegrenzte Freiheit zerstört sich am Ende selbst. Wie aber unbegrenzte Toleranz sich ausnimmt, möchte man lieber nicht im realen Experiment herausfinden. Platons Demokratiefantasie endet in der Ordnungsdiktatur.

Wer würde nicht, wenn er denn könnte, heute und morgen und alle Tage Lessings „Nathan den Weisen“ nachahmen und nach der berühmten „Ringparabel“ leben wollen? Christentum, Judentum und Islam in friedlichem Wettbewerb um Gegenwartsdeutung und Zukunftserwartung?

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Gutachten: Manipulationen bei Dieselabgasen seit 2010 bekannt

Bild: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Deutsche Experten erheben schwere Vorwürfe gegen die Politik und die Autoindustrie. Das betreffe „Dieselfahrzeuge aller Hersteller“, so die Gutachter.

Die Presse.com

Manipulationen der Autohersteller bei Dieselabgasen sind laut Experten schon jahrelang bekannt. Ein vom Deutschen Bundestag beauftragter Gutachter sei zu dem Schluss gekommen, dass spätestens eine Studie im Jahr 2010 auf das Problem aufmerksam gemacht habe, berichten „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagsausgabe), NDR und WDR.

Motoren seien so manipuliert worden, dass die Grenzwerte bei Tests gerade noch eingehalten werden. Das betreffe „Dieselfahrzeuge aller Hersteller“.

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Burkiniverbot und Grundrechte: Was ist akzeptabel? Und für wen?

Baywatch Cannes: Wer hat hier zu viel an? Foto: dpa
Frankreich diskutiert darüber, ob ein Verbot des Burkinis verhältnismäßig ist. Die Regierung beruft sich auf das Prinzip einer strikten Laizität.

Von Rudolf Balmer | taz.de

Mit dem Burkini-Verbot an mehreren französischen Stränden eskaliert eine alte Polemik. Begonnen hatte diese 1989 mit dem Verbot des Kopftuchs und aller anderen „ostentativen“ Zeichen religiöser Konfessionen in staatlichen Schulen. Im Jahr 2010 nahm sie mit dem gesetzlichen Verbot von Nikab oder Burka in der Öffentlichkeit an Schärfe zu.

Frankreich beruft sich auf eine strikte, seit 1905 geltende Trennung von Religion und Staat. Diese Laizität garantiert einerseits die Neutralität der Republik gegenüber allen Konfessionen und die Glaubensfreiheit, umgekehrt verbietet sie jede religiöse Einmischung.

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Enteignungen wie im Osmanischen Reich

Verwandte und Freunde von Häftlingen vor dem Hochsicherheitsgefängnis von Silivri (80 Kilometer westlich von Istanbul): Bei Razzien in 18 Städten waren zuvor Geschäftsleute festgenommen worden, denen Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen werden. (Foto: AP)
Festnahmen, Pfändungen, Willkür: Die Wut der Regierung von Präsident Erdoğan trifft nun auch Geschäftsleute. Und zwar genau diejenigen, die vor Kurzem noch bejubelt wurden.
 

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

„Als mir klar wurde, dass ich auf Anordnung von ganz oben verhaftet werden sollte, war meine Angst wie weggeblasen. In diesem Moment begriff ich, dass ich nichts verbrochen hatte.“ So beschreibt die Schriftstellerin Aslı Erdoğan am fünften Tag ihrer Einzelhaft ihre Gefühle.

Die Zeitung Cumhuriyet hatte ihrem Anwalt Fragen mitgegeben. Diese Antwort gibt jedoch nicht wieder, wie es ihr körperlich geht. Sie hat große Gesundheitsprobleme.

„Fünf Tage lang wurde mir meine Medizin verwehrt. Ich habe Diabetes, muss eine strenge Diät einhalten und kann nur Joghurt essen. Ich durfte nicht an die frische Luft“, so Aslı: „Ich werde so misshandelt, dass ich dauerhafte körperliche Schäden davontragen werde. Mein Bett war voller Urin. Wäre ich nicht aus voller Überzeugung hartnäckig, könnte ich das hier nicht überleben.“

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CSU fordert von Zuwanderern «Nähe des Kulturkreises»

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«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.»

kath.net

Die CSU fordert, Nähe zur deutschen Kultur als Kriterium für Fachkräftezuwanderung einzuführen – eventuell aber auch für geduldete Asylbewerber. So heißt es in dem Entwurf des Grundsatzprogramms, der der «Welt» (Freitag) vorliegt: «Neben der beruflichen Qualifikation und dem Bedarf unserer Wirtschaft soll künftig auch die Nähe des Kulturkreises stärker bei der Auswahl der Zuwanderer beachtet werden.» Die «Nähe des Kulturkreises» versteht der Leiter der Grundsatzkommission, der Landtagsabgeordnete Markus Blume, dabei als Voraussetzung für eine gelungene Integration.
«Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die wir bewahren wollen. Zuwanderer aus Gesellschaften, die vergleichbar offen sind, sollten deshalb bevorzugt behandelt werden.» Für Asylbewerber gelte dies nicht, schränkt Blume ein. «Hier gilt zunächst der Asylrechtsgrundsatz unseres Grundgesetzes.» Allerdings: Bei der Frage der Duldung könne dies sehr wohl eine Rolle spielen.

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Alt-Innenminister Friedrich: „Werden Sie erst mal Deutsche!“

30.000 Türkeistämmige demonstrieren gegen den Putschversuch in der Türkei © TwitterPictures
Besonders Türkischstämmige haben es nicht leicht in Europa. Sie müssen sich dauernd dem nie endenden Dauerbeschuss von Vorwürfen stellen. Mehr noch: Sie müssen im Dauerrechtfertigungs- oder Distanzierungsmodus leben.

Von Asiye Bilgin | MiGAZIN

Die Loyalitätsdebatte hat mir einen Dialog mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Erinnerung gerufen. Ich nahm im Jahr 2013 als UETD-Vertreterin an der Veranstaltung 180-Grad-Wende Präventions- und Hilfsinitiative im Kölner Polizeipräsidium teil, an der verschiedene Migrantenvereine vertreten waren. Das Präventionsprojekt wurde vorgestellt. Am Ende der Veranstaltung bin ich wie alle anderen NGO-Vertreter auch zu Bundesinnenminister Friedrich gegangen, habe mich kurz vorgestellt und habe ihn höflich und freundlich zu der UETD-Zentrale in Köln eingeladen. Was meinen sie was ich als Antwort bekam?

Er erwiderte mit einer eisernen Miene: „Werden Sie erst mal Deutsche“. Ich war in dem Moment natürlich schockiert, versuchte mein Lächeln im Gesicht nicht zu verlieren und antwortete „Ich bin schon Deutsche, ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft und bin in Deutschland geboren“. Meine Antwort war natürlich lächerlich aber irgendeine Antwort musste ich ihm geben und auf die Schnelle war mir in dem Moment nichts anderes eingefallen.

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Zwangsbehandlung ohne gerichtlich verfügte Unterbringung möglich

Ärztliche Zwangsbehandlungen psychisch Kranker müssen im Einzelfall auch ohne eine gerichtlich angeordnete Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung möglich sein. Das hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt.

evangelisch.de

Die gesetzlichen Regelungen, dass Patienten grundsätzlich nur in der geschlossenen Psychiatrie zwangsweise behandelt werden dürfen, sei mit der staatlichen Schutzpflicht nicht vereinbar, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss (AZ: 1 BvL 8/15). Deutschlands höchstes Gericht forderte deshalb eine Gesetzesreform.

Nach 2013 neu geregelten gesetzlichen Bestimmungen ist eine medizinische Zwangsbehandlung nur zulässig, wenn der psychisch Kranke oder behinderte Mensch seinen freien Willen nicht mehr äußern kann und die Therapie nur mit freiheitsentziehenden Maßnahmen – in der Regel in einer geschlossenen Einrichtung – möglich ist. Eine ambulante Zwangsbehandlung ist danach nicht zulässig.

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Jetzt räumen die Osmanen mit den „Bergtürken“ auf

Mit Unterstützung von US-Kampfjets konnten türkische Panzer den IS aus Dscharablus vertreiben. Auch kurdische Einheiten waren auf die Stadt vorgerückt. Das könnte einen alten Konflikt wieder anheizen. Quelle: Die Welt
Unbegrenzbar, immer gefährlicher, ohne Ziel und ohne Ende: Der Syrien-Krieg weitet sich mit dem Einmarsch türkischer Bodentruppen aus. Analysten sprechen von einem neuen Dreißigjährigen Krieg.
 

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Türkische Panzer rollen nach Syrien, und die Welt rätselt, mit wem die Aktion abgestimmt ist – wenn überhaupt. Schon aus technischen Gründen braucht die türkische Militärführung, noch mehr aber die Politik in Ankara die Verständigung mit Russen und Amerikanern, die ihren eigenen Krieg aus der Luft führen, miteinander und gegeneinander.

Dass es eine Nato-interne Abstimmung gab und gibt, ist nach bisherigen Erfahrungen eher unwahrscheinlich. Der syrische Krieg erhält damit eine neue, weitere und weitgehend unbekannte Dimension.

Erdogan will das Vorfeld festigen, den Kurden die Faust zeigen, die Mordbuben des IS bestrafen und bei alldem noch als Sieger und Beschützer der Seinen dastehen. Da hat er sich viel vorgenommen – mehr jedenfalls, als er kontrollieren kann. So weit von außen erkennbar, ist eher Flucht nach vorn im Gang als große Strategie.

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Hetze nach Missverständnis: Flüchtlinge ‚pinkeln‘ angeblich an Kirche

Das Foto kursierte „tausendfach“ im Internet: „Dunkelhäutige Männer (Nordafrikaner, Flüchtlinge, Muslime!?!), die an eine Münchner Kirche pinkeln. Direkt unter dem großen Holzkreuz an der Außenwand.“ Darüber berichteten die „Münchner Kirchennachrichten“ und zeigten auch das Foto, das offenbar auf Facebook entsprechende ausländerfeindliche Kommentare nach sich gezogen hatte.

kath.net

Doch dann klärte die Kirchenzeitung näher auf: „Die Fakten hinter der Geschichte lassen das Foto aber in einem ganz anderen Licht erscheinen, das nichts mit dem Islam und Respektlosigkeiten von Flüchtlingen zu tun hat – im Gegenteil“. Die fotografierte Kirche ist Sankt Gertrud in München. In den Räumen der Pfarrei feiern seit 2009 „eritreische Christen ihre Gottesdienste“, sie „gehören der Eritreisch-Orthodoxen Tewahdo Ureal Kirche in München an“ Gemäß der Tradition orthodoxer Christen in Eritrea „gehen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beten draußen vor der Kirche. Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten“, zitieren die Münchner Kirchennachrichten aus einer Stellungnahme der katholischen Pfarrei zum falschinterpretierten Foto.

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Wilders fordert Koranverbot und Schließung aller Moscheen

Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)
Geert Wilders (Bild: Sebastiaan ter Burg, CC-BY-SA)

Der Rechtspopulist Geert Wilders macht im Wahlkampf Stimmung gegen muslimische Einwanderer. Im Zentrum seines Wahlprogramms steht eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande. Verbieten will er nicht nur das Kopftuch.

 

Frankfurter Allgemeine

Die Partei des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zieht mit der Forderung nach Schließung aller Moscheen und nach einem Verbot des Korans in die Parlamentswahl 2017. Der Chef der Partei PVV veröffentlichte am Donnerstagabend auf Twitter ein einseitiges Wahlprogramm, in dessen Zentrum eine „Ent-Islamisierung“ der Niederlande steht. Aktuellen Umfragen zufolge könnte die PVV bei der Wahl stärkste Kraft werden.

In dem Programm findet sich die Forderung „Schließung aller Moscheen und islamischen Schulden, Verbot der Koran.“ Nähere Ausführungen macht der Text dazu nicht. Wilders will zudem Migranten aus muslimischen Ländern die Einreise verwehren, die Aufnahmezentren für Asylbewerber in den Niederlanden schließen und das öffentliche Tragen des Kopftuchs verbieten.

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Ich bin nicht für’s Beliebtsein geboren – Im Gespräch mit Anetta Kahane

Anetta Kahane, Podiumsdiskussion am 9. Juni 2014. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/Raimond Spekking
Sie ist eine vielgehasste Frau. Menschen glauben, sie habe die Aufgabe, in Sozialen Netzwerken zu zensieren. Sie sei eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. Ein Grund für mich, ein Gespräch mit Anetta Kahane zu führen.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Sie sind in der letzte Zeit heftig in der Öffentlichkeit angegriffen worden und zwar häufig mit der Bezeichnung „oberste Facebookzensorin“. Können Sie selbst unmittelbar Löschungen bei Facebook veranlassen oder wie läuft das in der Praxis ab? Und wenn ja, nach welchen Kriterien werden die bemängelten Kommentare und Threads beurteilt? Gibt es einen Leitfaden oder etwas Ähnliches?

Ich verstehe, was Sie meinen. Das Problem ist nur, wir zensieren nicht . Weder Facebook noch irgendein anderes Medium. Daher gibt es auch keine technischen Vorgänge, keine Kriterien, jedenfalls nicht bei uns. Vielleicht gibt es so etwas bei Facebook, was ich aber nicht weiß. Es gibt auch keine andere Form von Löschen,  zensieren und ähnlichem mehr, mit dem ich persönlich oder die Stiftung etwas zu tun hätten. Diese Fragen kann ich Ihnen also so nicht beantworten. Die Amadeu Antonio Stiftung stellt auch keine Listen mit Seiten oder Personen zusammen, deren Facebook- oder Twitter-Accounts oder Webseiten gelöscht werden sollen. Das ist alles nur ein Mythos.

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Reichsbürger: SEK-Kommando verletzt ehemaligen „Mr.Germany

Homepage der "Exilregierung" / friedensvertrag.info/ Themenbild
Homepage der „Exilregierung“ / friedensvertrag.info/ Themenbild
Bei der Zwangsräumung eines Hauses eskaliert ein Streit mit bewaffneten „Reichsbürgern“. Ein Hausbewohner wird schwer verletzt.
 

Frankfurter Rundschau

Die Zwangsräumung eines Hauses in Sachsen-Anhalt ist am Donnerstag eskaliert. Bei einer Schießerei in Reuden bei Zeitz wurden nach Polizeiangaben der 41-jährige Hausbewohner schwer und zwei Polizisten leicht verletzt. Bei dem Mann soll es sich um einen ehemaligen Mister Germany handeln, der laut Polizei den sogenannten Reichsbürgern zuzurechnen sei. „Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik nicht an.

Die Polizei war am Donnerstagmorgen mit einem Großaufgebot von rund 200 Beamten in Reuden angerückt, um einen Gerichtsvollzieher bei der Zwangsräumung eines Gehöftes zu unterstützen. Ein erster Versuch war tags zuvor gescheitert, weil der 41-jährige Hausbewohner eine erhebliche Menschenmenge mobilisiert hatte. Zeitweise hielten sich am Mittwoch bis zu 120 Menschen auf dem Grundstück auf, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte.

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Argentinien: Schüler der Deutschen Schule feiern mit Hakenkreuzen

Klassenfahrt mit Nazisymbolen / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people)
Die Abiturienten waren zudem bei einem Kostümfest in Bariloche in eine Schlägerei mit jüdischen Schülern verwickelt.

Die Presse.com

In Argentinien schlägt ein Vorfall hohe Wellen, der am Donnerstag bekannt wurde, sich aber bereits am Dienstag ereignete: Abiturienten der Deutschen Schule Lanus im Süden von Buenos Aires tauchten bei einem Kostümfest in einer Disco in Bariloche im Süden Argentiniens am Abend mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen sowie mit Hitlerbart auf.

Es gab Rangeleien mit ebenfalls anwesenden Schülern des jüdischen Haupstadtkollegs ORT. Der Touristenort Bariloche gehört zu den beliebtesten Zielen von Klassenfahrten in Argentinien.

Direktorin ortet „“verabscheungswürdigen“ Vorfall

Aus den Rangeleien wurde eine Schlägerei, und alle Beteiligten wurden der Disco verwiesen. Die Direktorin der Deutschen Schule, Silvia Fazio, äußerte sich „entsetzt“. Der Vorfall sei „verabscheungswürdig“, Entschuldigungen reichten nicht, die Betreffenden müssten „den Schaden mit Taten wieder gutmachen“ und würden bei ihrer Rückkehr nach Buenos Aires bestraft.

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Frankreich erwartet Burkini-Urteil des Staatsrats

burkiniMindestens 26 französische Gemeinden haben Burkinis, den ganzen Körper bedeckende Badeanzüge für muslimische Frauen, an ihren Stränden verboten. Der französische Staatsrat prüft nun die Rechtmäßigkeit des Verbots.

evangelisch.de

Bei der Anhörung, die am Donnerstagnachmittag eröffnet wurde, geht es um eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Nizza, das am 22. August ein solches Verbot an den Stränden der südfranzösischen Gemeinde Villeneuve-Loubet für rechtmäßig erklärt hatte. Die Menschenrechtsliga und das Komitee gegen Islamophobie hatten daraufhin den Staatsrat angerufen.

Der Burkini – eine Zusammenziehung von Burka und Bikini – ist ein den ganzen Körper bedeckender Badeanzug für muslimische Frauen, der nur Gesicht, Hände und Füße sichtbar lässt. Das Baden am Strand der betroffenen Gemeinden ist im Wortlaut Personen verboten, die keine „korrekte Kleidung tragen, die den guten Sitten und dem Prinzip der Laizität entspricht und Hygiene- und Sicherheitsregeln im öffentlichen Meer respektiert“.

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Eine Form von Häresie: Wiederverheiratete Geschiedene

Robert Sarah (2015) Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/François-Régis Salefran

Eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte „theologisch verantwortbare und pastoral angemessene“ Lösungen durchsetzen wollen – Leseprobe 8 aus dem Buch von Kardinal Sarah: „Gott oder Nichts – Ein Gespräch über den Glauben“

 

kath.net

Interviewfrage an Kardinal Sarah: Im letzten Dezember hat Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, erklärt: »Die Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, gehört weltweit zu den drängenden Herausforderungen der Ehe- und Familienpastoral im Kontext der Evangelisierung.« Welche Ansicht haben Sie zu diesem Thema, das zu den Fragen der letzten Synode im Oktober 2014 gehörte?

Kardinal Sarah: Ich habe großen Respekt vor Kardinal Reinhard Marx. Doch diese allgemeine Aussage scheint mir Ausdruck einer Ideologie zu sein, die man im Gewaltmarsch der ganzen Kirche aufoktroyieren will.
Nach meiner Erfahrung – vor allem nach dreiundzwanzig Jahren als Erzbischof von Conakry und neun Jahren als Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker – ist die Frage von »Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind«, keine drängende Herausforderung für die Kirchen Afrikas oder Asiens.

Im Gegenteil, es handelt sich um eine Obsession gewisser abendländischer Kirchen, die sogenannte »theologisch verantwortbare und pastoral angemessene« Lösungen durchsetzen wollen, die der Lehre Jesu und dem kirchlichen Lehramt radikal widersprechen.

Die dringendste Notwendigkeit in den Missionsländern besteht darin, eine Seelsorge aufzubauen, deren einziges Ziel die Antwort auf die Frage ist: Was bedeutet es in der heutigen geschichtlichen und kulturellen Situation unserer globalisierten Gesellschaften, wirklich Christ zu sein? Wie kann man furchtlose und großherzige Christen, eifrige Jünger Christi heranbilden?

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Is Big Pharma Out to Stop—Or Take Over—Marijuana Legalization?

Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Geoffrey Guy stood out when he began attending conferences of the National Organization for the Reform of Marijuana Laws in Washington, DC, in the mid to late 1990s. The stout British gentleman, dressed in a Brooks Brothers suit, was hard to miss among the other attendees dressed in tie-dye shirts and psychedelic parkas, recalled Allen St. Pierre, then NORML’s deputy national director.

By Joel Warner | MOTHERBOARD

But while he might not have fit in, Guy, a doctor in his early 40s who’d already made millions by founding a UK-based pharmaceutical company, was eager to learn all he could at the events about medical marijuana.

“He was like a dry sponge who desperately wanted to be thrown in a bucket of water,” said St. Pierre, who recently resigned from his 11-year stint as NORML’s executive director to pursue private-sector opportunities.

What Guy absorbed at those conferences and other fact-finding excursions became the basis for GW Pharmaceuticals, a UK drug company he founded with fellow doctor Brian Whittle in 1998 that has now become a major player in the legal marijuana industry by developing Sativex, a groundbreaking marijuana-derived drug sold in more than a dozen countries worldwide, and Epidiolex, a cannabis-based seizure medication that’s on a fast track to become the first cannabis-based drug approved in the United States.

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Abdel-Hakim Ourghi: «Dieser Islam gehört nicht zu Deutschland!»

Das konservative Glaubensverständnis, das in vielen Moscheen gepflegt wird, sieht Abdel-Hakim Ourghi als Hindernis für die Integration.(Bild: Ina Fassbender/Reuters)
Durch seine prononcierte Kritik an deutschen Moscheevereinen hat der Islamwissenschafter Abdel-Hakim Ourghi Staub aufgewirbelt. Gerade wer den Islam liebe, sagt er, müsse für seine Reform eintreten.

Von Beat Stauffer | Neue Zürcher Zeitung

Herr Ourghi, Sie sind kürzlich mit sehr scharfen Äusserungen über die muslimischen Dachverbände in Deutschland an die Öffentlichkeit getreten. Diese seien noch «meilenweit» von einem aufgeklärten Islam entfernt, duckten sich weg und stählen sich aus ihrer Verantwortung.

Die religiöse und politische Sozialisation sehr vieler Muslime in Deutschland in ihren Moscheevereinen ist, vereinfacht gesagt, geprägt von einer Pädagogik der Unterwerfung, die in den türkischen und auch in den arabischen Gemeinden durch sogenannte Import-Imame praktiziert wird. Diese hat verheerende Folgen.

Und diese Imame prägen wesentlich das Islam-Verständnis von unzähligen jungen Muslimen in Deutschland . . .

So ist es. Unsere Kinder werden durch den Koranunterricht aus ihrer westlichen Lebenswelt herausgerissen. Den 970 türkischen Imamen in den Ditib-Gemeinden, die in den meisten Fällen kein Deutsch sprechen, fehlt zudem jeglicher pädagogische und didaktische Ansatz. Es geht ihnen in erster Linie um die Weitergabe einer unreflektierten Tradition. Das ist der religiöse Hintergrund. Der politische ist, dass diese Imame die Aufgabe haben, die Beziehung der betreffenden türkischen Menschen zu ihrer Heimat aufrechtzuerhalten.

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