Archiv der Kategorie: Recht

Vorarlberger FPÖ-Chef entschuldigt sich für “Exiljuden”-Sager

Dieter Egger / Bild: (c) Die Presse/Clemens Fabry

Die Äußerung sei “missverständlich” und “unangebracht” gewesen, sagt Dieter Egger. Er entschuldigt sich beim Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy.


Die Presse

Der Chef der Vorarlberger Freiheitlichen, Dieter Egger, entschuldigt sich sechs Jahre nach dem “Exiljuden”-Sager beim Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy. Die Äußerung, in der er Loewy als “Exiljuden aus Amerika” bezeichnete, den die Innenpolitik nichts angehe, sei “missverständlich” und “unangebracht” gewesen, betonte er am Samstag in einer Erklärung, die er dem ORF Vorarlberg zukommen ließ.

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Verhaftung nach Brandanschlag auf Wittener Moschee

Themenbild.

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Nach dem Brandanschlag auf eine Moschee im nordrhein-westfälischen Witten Anfang der Woche hat die Polizei einen Tatverdächtigen verhaftet.


evangelisch.de

Der 24-jährige Mann war am Freitag festgenommen worden wie die Bochumer Polizei am Samstag mitteilte. Zeugen hätten ihn auf veröffentlichten Bildern von Überwachungskameras an der Moschee und an einer Tankstelle, wo er einen Benzinkanister füllte, wiedererkannt. Gegen den Mann sei am Samstag Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung erlassen worden.

In der Nacht zum Dienstag war in der Ditib-Zentralmoschee in Witten ein Feuer gelegt worden, durch das unter anderem ein Gebetsteppich zerstört wurde. Der Koordinationsrat der Muslime hatte den Anschlag scharf verurteilt und sich besorgt über mehrere fremdenfeindliche Angriffe in letzter Zeit geäußert.

Catholic leaders write to Pope Francis seeking replacement of SF archbishop

In this Nov. 12, 2012 file photo, Archbishop Salvatore Cordileone, of San Francisco, center, and Archbishop William Lori, of Baltimore, listen to a speaker during the United States Conference of Catholic Bishops’ annual fall meeting in Baltimore. Local Catholics have gone public with their complaints about the San Francisco archbishop. On Thursday, April 16, 2015, an advertisement in the San Francisco Chronicle shows more than 100 Catholics have signed a full-page newspaper advertisement asking Pope Francis to remove Cordileone. AP Photo/Patrick Semansky

Dozens of prominent Bay Area Catholic residents have signed a letter to Pope Francis asking for the removal of the San Francisco archbishop.
The letter appeared in a full page ad in San Francisco Chronicle on Thursday, two months after Archbishop Salvatore Cordileone proposed teachers at the four Bay Area archdiocesan high schools sign morality clauses promising to adhere to the Catholic teachings in their professional and public lives.


By Laura Dudnick|The Examiner

Teachers and their supporters have long expressed privacy concerns with the morality clauses, as well as fear that the labeling of teachers as “ministers” when the contract was first proposed in February could strip them of their legal rights.

Though Cordileone has since removed the term “minister” from the contract, officials with the San Francisco Archdiocesan Federation of Teachers Local 2240 union said last month that other language still in the contract remains a concern. The Catholic leaders who signed Thursday’s letter echoed such concerns and highlighted that Cordileone does not appear to align with the Pope’s mission. Prominent leaders who signed the letter include Catholic school teachers and alumni, attorneys, and school and business leaders, including the father of New England Patriots quarterback Tom Brady, who attended Serra High, one of the four archdiocesan high schools.

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Justizminister Austria: Schutz religiöser Lehren “muss unbedingt bleiben”

Wolfgang Brandstetter , © APA/Hans Klaus Techt

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat sich am Freitag “absolut gegen die ersatzlose Streichung” des Gesetzes gegen die Herabwürdigung religiöser Lehren gewandt. Anlass war eine Veranstaltung der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten über Blasphemie. Sie fand unter starkem Polizeischutz im Bischöflichen Sommerrefektorium der Landeshauptstadt statt.


kathweb

Zuletzt lösten die Ereignisse um die französische Satire-Zeitschrift “Charlie Hebdo” eine hitzige Debatte aus. In Österreich wird derzeit über die Berechtigung des Paragrafen 188 StGB (Strafgesetzbuch), der den Tatbestand der Herabwürdigung religiöser Lehren zum Inhalt hat, debattiert.

Brandstetter, der per Videoschaltung zu Wort kam, betonte, das Thema sei hochaktuell und brisant. Einer ersatzlosen Streichung des Paragrafen 188 könne er “absolut nichts abgewinnen”. Das Grundrecht auf Freiheit der Kunst verbiete zwar einen Eingriff in den Kunstbereich, sei aber kein Freibrief für Straftaten und das Hinwegsetzen über einfache Gesetze.

Der Minister appellierte, dass es ein Mindestmaß an Toleranz brauche. Darauf würden ja auch Künstler pochen. Wenn religiöse Gefühle verletzt werden, könne das nicht so einfach hingenommen werden.

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Oklahoma erlaubt Hinrichtungen mit Stickstoff

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritze“Schnell, schmerzlos, idiotensicher” sei die Stickstoffmethode, meint der Republikaner, der die neue Tötungsmethode auf den Weg gebracht hat. Der US-Bundesstaat sucht eine Alternative zur Todesspritze.


Die Presse

Oklahoma hat als erster Staat der USA die Hinrichtung von Todeskandidaten mit Stickstoff erlaubt. Die republikanische Gouverneurin Mary Fallin unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz, das den Einsatz des Gases als Alternative zur Giftspritze erlaubt, wie “Spiegel Online” unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press am Samstag berichtete.

Allerdings ist die neue Hinrichtungsmethode an eine Bedingung geknüpft: Die bevorzugte Methode bleibt die Todesspritze, Gas darf nur zum Einsatz kommen, wenn eine tödliche Injektion nicht möglich ist – entweder aus Mangel an Giftstoff oder wegen einer anderslautenden Gerichtsentscheidung.

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Stickstoff

Stickstoff (chemisches Zeichen: N) ist selbst nicht giftig, die Umgebungsluft besteht zu 80 Prozent daraus. In geschlossenen Räumen besteht allerdings Erstickungsgefahr durch Atemluftverdrängung, wobei es keine Reiz- oder Warnwirkung gibt. Durch den Sauerstoffmangel verliere der Todeskandidat binnen acht bis zehn Sekunden das Bewusstsein und sterbe einige Minuten später, sagte Christian.

Impfgegner: Ihr Motzer da draußen

Image: Katie Schwartz

Image: Katie Schwartz

Muss man immer noch über Feminismus diskutieren? Und über den Sinn von Impfungen? Oder zeigen diese Debatten bloß, dass eine demokratische Gesellschaft nur so intelligent ist wie ihre dümmsten Mitglieder?


Von Sibylle Berg|SpON

In der “Welt” diskutieren Mitarbeiter in Serie über den Feminismus, ein Wort, das ich auch nicht mehr lesen oder hören kann, ohne dass mir die Knie einschlafen. Als ob man seit 50 Jahren darüber redete, ob LehrerInnen Kinder schlagen dürfen oder nicht. Irgendwann müssen gesellschaftliche Probleme in einer demokratischen Welt die Phase der Diskussion verlassen und politisch zu Gesetzen werden, anders scheint mitunter keine Entwicklung möglich. Das Impfen, Sie erinnern sich? Rückkehr zu Masern, Mumps und Keuchhusten, es ist ja auch sonst nichts los. Ich wagte im Freundeskreis, den ich nicht besitze, jüngst die These, dass es westlichen Eltern bald gelingen würde, in eben den westlichen Ländern auch die Kinderlähmung wieder einzuführen. Zum Wohle aller. Ich komme noch aus einem Jahrhundert (zwei Kriege habe ich erlebt), als Kinder mit Geh-Schienen im öffentlichen Raum normal waren. Es lehrte uns Kindern Demut. Vielleicht scheint das Impf-KritikerInnen erstrebenswert.

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Braune Esoterik: Von Dethlefsen bis Osho

Sektenführer Bhagwan grüsst seine Anhänger (1984). Foto: Keystone

Letzte Woche schrieb ein Kommentator in diesem Blog zum Thema «Religiöse Fanatiker destabilisieren die Welt», Kriege und das Töten seien «gerechtfertigt, wenn damit die göttliche Ordnung (Ethik) wieder hergestellt wird».


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Ein Satz, der aufhorchen lässt. Ein Satz, der unverkennbar von einem Esoteriker stammt. Ein Satz auch, der die Geisteshaltung vieler spiritueller Sucher ausdrückt. Eine Aussage, die zeigt, was gern kaschiert wird oder vergessen geht: Manche Ideen der modernen Esoterik haben eine braune Schlagseite, und radikale Anhänger pflegen ein faschistoides Gedankengut.

Verhängnisvoll dabei ist, dass Esoterik in der breiten Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird. Die moderne Spiritualität gilt als sanfte Diszplin und Gegenkonzept zu unserer techniklastigen Umwelt und dem unmenschlichen Wirtschaftssystem. Esoterik als sanfte Alternative zur Welt der gnadenlosen Verdinglichung. Dass sich unter dem Mäntelchen einer modernen Spiritualität eine radikale Ideologie versteckt, erfährt nur, wer sich nicht blenden lässt.

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Chaim Miller: »Ich bereue nicht einen Schuss«

Chaim MIller, © screenshot JA

Chaim Miller über sein Leben als Nazi-Jäger, Rache an SS-Männern und Schuldgefühle


Von Philipp Peyman Engel|Jüdische Allgemeine

Herr Miller, können Sie sich noch an den ersten NS-Verbrecher erinnern, den Sie aufgespürt und getötet haben?
Hören Sie, ich bin zwar 93 Jahre alt, aber so etwas vergisst man nicht. Meinen ersten SS-Mann habe ich direkt nach Kriegsende 1945 in Italien ermordet. Es war ein Nazi aus meiner Heimatstadt Wien, der während der Schoa besonders schlimm gewütet hatte. Damals war ich Soldat bei der Jüdischen Brigade in der britischen Armee. Als ich ihn entführt und im Wald mit seinen Taten konfrontiert hatte, gab er sofort alles zu. Es schien für ihn eine Erleichterung gewesen zu sein, endlich mit jemandem darüber zu sprechen, was er getan hatte.

Wie ging es dann weiter?
Ich verkündete ihm sein Urteil. Er schaufelte eine Grube aus und kniete sich brav hin – pflichtbewusst bis in den Tod. Noch bevor er den Knall hören konnte, war er tot.

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“Die Demonstranten fabulieren über Sexualpraktiken”

Themenbild.

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Der Streit um die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” im baden-württembergischen Bildungsplan tobt weiter. Inzwischen sorgt zusätzlich ein “Aktionsplan für Akzeptanz” für Aufregung, der teilweise drastische Schritte vorsieht, um die Gesellschaft für die Anliegen Homosexueller und Transsexueller zu gewinnen. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) wirbt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) dafür, jeden Menschen zu akzeptieren, der eine andere sexuelle Orientierung hat.


evangelisch.de

Herr Minister, fünf Demonstrationen hat es in Stuttgart gegen den Bildungsplan Ihres Ministeriums mit seiner Werbung für die “Akzeptanz sexueller Vielfalt” gegeben. Sie fühlen sich von den Kritikern missverstanden. Warum?

Andreas Stoch: Die Kritiker beziehen sich immer noch auf ein altes internes Arbeitspapier, das noch nicht einmal den Status eines Bildungsplanentwurfs hatte. Dieses Papier hat den irrtümlichen Eindruck erweckt, es überakzentuiere das Thema sexuelle Vielfalt. Das bedauere ich im Nachhinein. Das Vorhaben an sich halte ich aber für richtig.

Warum ist dann die Kritik daran falsch?

Stoch: Weil auf den Demonstrationen immer von einer Übersexualisierung geredet und über Pornografie und Sexualpraktiken fabuliert wird. Bei Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt geht es aber gar nicht um den Sexualkundeunterricht. Schüler sollen lernen, dass in unserer Gesellschaft kein Platz ist für Ausgrenzung und Diskriminierung – weder aufgrund ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit noch aufgrund der sexuellen Orientierung eines Menschen. Das hat nichts damit zu tun, ob und wie Menschen ihre Sexualität dann ausleben.

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Gottlose Schweizer? «Glaube muss nichts mit Religion zu tun haben»

Bild: 20min.ch/infografiken

Zwei Drittel der Schweizer – und damit mehr denn je – bezeichnen sich als nicht religiös. Die Umfrageergebnisse lösten unter den Lesern eine rege Debatte aus.


20minuten.ch

Gemäss einer Erhebung des internationalen Meinungsumfrageinstituts WIN/Gallup geben nur noch 38 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an, religiös zu sein. Die restliche Bevölkerung bezeichnet sich entweder als nicht religiös (46 Prozent), als atheistisch (12 Prozent) oder macht keine Angaben (4 Prozent).

Drei Jahre zuvor waren noch 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung religiös. Im Jahr 2005 gar 71 Prozent. Die deutliche Abnahme löste unter den Leserinnen und Lesern eine rege Debatte aus. In über 500 Kommentaren tauschten sie sich über die Vor- und Nachteile einer Abwendung von der Religion aus und diskutierten die Gründe für den Rückgang.

«Ein Grund ist die Faulheit der Priester»

Viele Kommentierende möchten klarstellen, dass sie sich zwar als nicht religiös, aber dennoch als gläubig bezeichnen. So auch Leser «Religionslos»: «Glaube hat nicht zwangsweise mit Religion zu tun. Man kann auch gläubig sein, ohne in die Kirche zu gehen.»

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Christlich geprägte Kultur des Sterbens entwickeln – Igitt

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag die Woche für das Leben eröffnet, die bundesweit vom 18. bis zum 25. April 2015 stattfindet. Unter dem Jahresthema „Sterben in Würde“ befasst sich die Aktion mit der gesellschaftlichen und politischen Debatte um assistierten Suizid sowie dem Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.


EKD

„In Würde sterben zu dürfen, heißt eben nicht, alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können, betonte der Ratsvorsitzende der EKD in seiner Predigt. „In Würde zu sterben heißt, nie aus der Beziehung zu Gott und den Menschen herauszufallen“. Das Hauptaugenmerk in der Woche für das Leben sei darauf gerichtet, „dass wir eine Kultur des Sterbens entwickeln, die nicht länger von der Angst geleitet ist, sondern in der die Liebe Raum gewinnt.“ Notwendig sei eine Kultur, „in der über dem Schmerz und der Trauer, über den Abschied nie die Ahnung von offener Zukunft und neuem Leben verloren geht“, sagte Bedford-Strohm.

„Tod und Sterben gehören für die meisten von uns nicht mehr zur Erfahrungswelt. Sie sind die Angelegenheit von Spezialisten geworden“, betonte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner thematischen Einführung. Die Angst, am Lebensende nicht mehr über sich selbst bestimmen zu können, ein Leben in Schmerzen zu führen und den Angehörigen zur Last zu fallen, nehme zu und führe dazu, dass die Attraktivität von Sterbehilfevereinen steige. „Doch was ist das für ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid“, so Kardinal Marx weiter. „Die Humanität einer Gesellschaft misst sich doch gerade daran, wie man mit alten, kranken, schwachen und schwerkranken Menschen umgeht. … Sie verdienen in besonderer Weise unsere Zuwendung – und nicht den Giftbecher.“

An dem Ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in Hamburg, mit mehreren Hundert Teilnehmern aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften, wirkten außerdem die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs, (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) sowie Erzbischof Stefan Heße (Erzbistum Hamburg) mit.
Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst diskutierten Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx in der Katholischen Akademie beim Podiumsgespräch „Sterben in Würde“ mit Dr. Michael de Ridder (Notfallmediziner und Geschäftsführer a. D. Vivantes Hospiz Berlin) und Prof. Dr. Armin Nassehi (Professor für Soziologie an der Universität München) unter anderem über die Frage, warum Sterben vielfach mit „Autonomieverlust“ gleichgesetzt wird. „Wenn man die Selbstbestimmung auf die Frage nach gesetzlichen Rahmenbedingungen reduzieren würde, die eine Selbsttötung möglichst leicht machen, wäre das eine völlige Verarmung einer Vorstellung von Autonomie und Freiheit“, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Kardinal Reinhard Marx unterstrich, dass die Kirchen nie eine Verpflichtung betont hätten, Menschen unter allen Umständen am Leben zu erhalten. Zudem ist „die Palliativversorgung bereits heute eine hervorragende Möglichkeit, schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten“, so Kardinal Marx. Sie kümmere sich nicht nur um körperliche Schmerzen, sondern auch um die Psyche und spirituelle Bedürfnisse.

Die Woche für das Leben ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Themenheft, Info-Flyer und weitere Informationen zur Woche für das Leben stehen unter http://www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Hannover, 18. April 2015

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

 

Big Brother Award 2015: Die schlimmsten Saboteure des Datenschutzes

matrix_2_1Der Big Brother Award 2015 geht unter anderem an Innenminister Thomas de Maizière und Gesundheitsminister Hermann Gröhe.


Von Christian Bommarius|Frankfurter Rundschau

Die Frage, wer die größten Verdienste um die nachhaltigste Verletzung der Privatsphäre und um die souveränste Missachtung des Datenschutzes in Deutschland erworben hat, wird Jahr für Jahr auf höfliche Weise beantwortet. Eine Jury tritt zusammen, berät die einschlägigen Leistungen und gibt schließlich die Gewinner der „Big Brother Awards“ bekannt. Der Name des Preises – er wurde dem Überwachungsstaats-Roman „1984“ George Orwells entnommen – ist Programm, und Absicht der Jury ist es wohl, die Gewinner spüren zu lassen, was die unerwünschte Herstellung von Öffentlichkeit bedeutet. Stifter und Verleiher des Preises ist der Verein digitalcourage.

In der Kategorie Politik werden in diesem Jahr Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinem Amtsvorgänger Hans-Peter Friedrich (CSU) geehrt. Sie werden, sagt die Jury, ausgezeichnet „für die systematische und grundlegende Sabotage der geplanten Europäischen Datenschutzgrundverordnung“. Statt – wie öffentlich behauptet – Deutschlands hohes Datenschutzniveau nach Europa zu tragen, hätten beide Innenminister ihre Beamten in enger Kooperation mit Lobby-Verbänden den europäischen Datenschutz ins Gegenteil verkehren lassen.

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Obamas Krieg gegen den Terror: Geheimdokumente belegen Drohnensteuerung über Ramstein

dpa

Die US-Armee steuert einen Teil ihrer Drohnenangriffe von Deutschland aus, das ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Bisher war aber unklar, in welchem Ausmaß die Amerikaner vor allem ihren Stützpunkt in Ramstein in der Pfalz dazu nutzen, tödliche Drohnen in Richtung Afghanistan oder Somalia abzusenden.


Von Lea Kosch|The Huffington Post

Nun sind Geheimdokumente aufgetaucht, die Licht in das Dunkel bringen. Sie belegen erstmals, dass praktisch alle Drohnen-Angriffe der US-Armee vor dort aus abgewickelt werden.

Detaillierte Informationen über Obamas “Krieg gegen den Terror”

Die Dokumente, die dem “Spiegel” und dem Internetportal “The Intercept” vorliegen, veranschaulichen offenbar so detailliert wie nie zuvor, wie Obamas Regierung ihren teilweise völkerrechtswidrigen “Krieg gegen den Terror” organisiert.

“Von Ramstein wird das Signal übermittelt, das den Drohnen befiehlt, was sie tun sollen”, zitiert der “Spiegel” einen Amerikaner, der mit dem geheimen Militärprogramm vertraut sein soll.

Bundesregierung weiß seit Jahren von Ramstein

Schon vor einem Jahr hatte es Berichte gegeben, dass die US-Luftwaffenbasis in Ramstein eine wichtige Rolle bei den umstrittenen Drohnenangriffen spiele. “Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich”, sagte damals der ehemalige Drohnen-Pilot Brandon Bryant NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”.

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Ayaan Hirsi Ali: 5 Thesen für eine islamische Reformation

Ayaan Hirsi Ali ist in ihrem Buch vom Kommen einer baldigen Reformation im Islam überzeugt Foto: The Aspen Institute / Knaus Verlag | CC BY-NC-ND 3.0

Ayaan Hirsi Ali glaubt an eine Reformation im Islam. In ihrem neuen Buch beschreibt sie, wo sich die Religion verändern muss, damit diese im 21. Jahrhundert ankommt.

Von Lydia Ullrich|pro Medienmagazin

„Der Islam befindet sich an einem Scheideweg“, schreibt die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in ihrem neuen Buch. Mit „Reformiert euch! Warum sich der Islam ändern muss“ möchte sie sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime zum Nachdenken bringen und eine öffentliche Debatte über die Zukunft des Islams anstoßen.

Sie weiß, worüber sie schreibt. Hirsi Ali wurde 1969 in Somalia geboren, schloss sich mit 16 Jahren in Kenia der Muslimbruderschaft an und lebte als radikale Muslimin. Dennoch floh sie vor einer arrangierten Ehe in die Niederlande, wo sie Asyl erhielt und später die Staatsbürgerschaft. Dort hörte sie auf, den Islam zu praktizieren und gab ihn schließlich komplett auf.

Während ihres Studiums der Politikwissenschaften lernte sie eine kritische, westliche Denkweise kennen. Um so schockierter stellte Hirsi Ali fest, dass diese kritische Auseinandersetzung offenbar nicht auf das Glaubenssystem des Islams angewendet wird, schreibt sie. Sie hinterfragt die Ansichten von westlichen Liberalen, welche die Probleme der islamischen Welt in wirtschaftlichen und politischen Bereichen sehen, nicht aber in der Religion.

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Pastor entschuldigt sich nach NDR-Film “Die Schwulenheiler”

Schwul-nicht-schwul-470Mit ihrem Einsatz für ihre schwulen Enkel sorgt eine Seniorin für viel Aufmerksamkeit in Internet. Weil sie sich über Aussagen eines Pastors über Homosexualität geärgert hatte, trat sie demonstrativ aus der Kirche aus. Jetzt rudert der Pastor zurück.


evangelisch.de

Pastor Gero Cochlovius aus Hohnhorst bei Hannover hat seine Aussagen in dem NDR-Film “Die Schwulenheiler” bedauert. Mit seinem Statement in der Dokumentation hatte er eine Frau aus einem Nachbarort, Großmutter zweier schwuler Enkel, zum Kirchenaustritt bewegt. “Es war nie meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verurteilen”, sagte Cochlovius einer am Freitag verbreiteten Erklärung des Kirchenvorstandes von Hohnhorst zufolge. “Wo dieser Eindruck dennoch entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung.”

“Charlie Hebdo” war “nur die Spitze des Eisbergs”

Foto: dpa Syriens Präsident Baschar al-Assad hat der schwedischen Zeitung “Expressen” ein sehr ausführliches Interview und Einblicke in seine Politik gegeben

Flüchtlingsstrom, Weg zur Demokratie, Terrorgefahr in Europa: Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat einer schwedischen Zeitung ein ausführliches Interview gegeben – inklusive warnender Worte.


Von Clara Ott|DIE WELT

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat für jüngste Landgewinne militanter Islamisten Hilfe aus dem Ausland verantwortlich gemacht. Sie bekämen “enorme Unterstützung” aus der Türkei, Saudi-Arabien und anderen Ländern im Mittleren Osten, sagte Assad in einem am Freitag veröffentlichten Interview der schwedischen Zeitung “Expressen“.

So zeuge die Eroberung der Stadt Idlib Ende März nicht davon, dass die syrische Armee schwächer geworden sei, behauptete Assad. Die Provinzhauptstadt im Nordwesten des Landes war von Anhängern der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front eingenommen worden.

“Wie gesagt, jeder Krieg untergräbt jede Armee, das ist der natürliche Lauf der Dinge”, sagte er. “Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und das hängt von vielen Kriterien ab, von denen einige mit inländischen, internen und militärischen Kriterien oder Faktoren in Zusammenhang stehen.”

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Özoguz und Griese machen sich für religiöse Bildung stark

Kerstin Griese (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/SvenTeschke

Die Religions- und Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, hat sich der Forderung des Berliner Bischofs Markus Dröge nach einer neuen Bildungsoffensive in Sachen Religion und des interreligiösen Dialogs angeschlossen.


evangelisch.de

Sie sagte am Freitag in Berlin auf einer Tagung der SPD-Fraktion, Toleranz und Vielfalt könne nur leben, wer die eigene Religion kenne und die des anderen verstehen wolle.

Auf einer Tagung der SPD-Fraktion mit dem Titel “Wir alle sind Deutschland” über das Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zeigte sich Griese besorgt, dass 60 Prozent der Bundesbürger glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt, während zugleich die deutschen Muslime sich mehrheitlich zur pluralistischen deutschen Demokratie bekennen.

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„Der Austausch von Informationen zwischen Medizin und Veterinärmedizin ist nicht ausreichend institutionalisiert”

Infektionsmedizinische Fragen sind in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei standen häufig zoonotische Erreger, die zwischen Tieren und Menschen in beide Richtungen übertragen werden können, im Vordergrund. Die Arbeitsgruppe Zoonosen und Infektionsforschung der TMF ­– Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung hat dazu bereits im vergangenen Jahr ein Positionspapier vorgelegt, das für einen One-Health-Ansatz in der Infektionsforschung wirbt.


aerzteblatt.de

5 Fragen an Prof. Dr. med. Eberhard Straube, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena

DÄ: Was besagt One Health in der Infektionsforschung?
Straube: Der One-Health-Ansatz bedeutet, dass Veterinär- und Humanmedizin sowie auch Landwirtschaft interdisziplinär zusammenarbeiten und Strukturen entwickeln, um auf Probleme zu reagieren, die in einer gemeinsamen Umwelt begründet sind. Das betrifft Ernährung und insbesondere Infektionen. Man darf nicht vergessen, dass etwa 60 Prozent der Infektionen Zoonosen sind. Influenza beispielsweise ist eine klassische Zoonose, ein etwa durch Salmonellen oder Campylobacter verursachter  Durchfall ebenso – das sind häufige Ereignisse.

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Forscher wollen das erste künstliche Lebewesen erschaffen

Im Kieler Wirkstoff-Zentrum werden Substanzen aus marinen Mikroorganismen untersucht und patentiert Sieg/Nölting, IFM-GEOMAR

Sie sollen Treibstoff produzieren, Krankheiten heilen oder Umweltgifte entschärfen. Synthetische Lebewesen sollen viele Probleme des 21. Jahrhunderts lösen. Bei ihrer Entwicklung entfernen sich Forscher von der universellen Sprache des Lebens. Das bietet Chancen und birgt Risiken.


FOCUS ONLINE

  • Wissenschaftler wollen Lebewesen synthetisch herstellen.
  • Bei den künstlich veränderten Lebewesen handelt es sich um Mikroorganismen.
  • Die Forscher wollen durch ihre Forschung Lebewesen von den „Fesseln der Evolution“ befreien.

Der Golem, Frankensteins Monster oder die Dinosaurier aus “Jurassic Park”: Leben künstlich zu erschaffen, fasziniert Menschen seit jeher – bis vor kurzem meist nur als Fiktion. Doch inzwischen streben Forscher gezielt die Herstellung neuartiger Organismen an und wetteifern darum, wer das erste synthetische Lebewesen erschafft.

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US-Amerikaner weiter für Todesstrafe, besonders Christen

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritze

Die Mehrheit der US-Amerikaner steht weiter hinter der Todesstrafe, allerdings mit 56 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Washingtoner Pew Research Centers hervor. Demnach ging die Unterstützung für die Todesstrafe seit 2011 um sechs Prozentpunkte zurück. 1996 betrug der Anteil der Befürworter noch 78 Prozent.


kathweb

Während die Haltung zur Todesstrafe seitens männlicher Befragter seit 2011 praktisch unverändert bei 64 Prozent blieb, sank die Zustimmung unter Frauen von 59 auf 49 Prozent. Überdurchschnittlich großen Rückhalt finden Hinrichtungen bei Protestanten und Katholiken weißer Hautfarbe. Trotz leichter Einbußen finden noch 71 Prozent der Evangelikalen und 66 Prozent von Mitgliedern der protestantischen Hauptkirchen die Tötung von Straftätern in Ordnung. Unter weißen Katholiken stieg die Zustimmung sogar von 61 Prozent im Jahr 2011 auf jetzt 63 Prozent.

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