Archiv der Kategorie: Recht

“Graue Wölfe”: Kritik an Linzer SPÖ soll Chefsache werden

Bild: wikimedia.org

Genossen heulen Bundespartei an – Brief an SPÖ-Chef Faymann und Bundesgeschäftsführer Darabos


derStandard.at

Die Debatte um angebliche Kontakte der Linzer SPÖ-Spitze zu den “Grauen Wölfen” – Anhänger der rechtsextremen türkischen Partei MHP – wollen die Genossen nun zur roten Chefsache erklären.

In einem Schreiben an SPÖ-Chef Werner Faymann und Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos fordern unter anderem der Schauspieler Harald Krassnitzer, Bundesbehindertenanwalt Erwin Buchinger und der Vorsitzende des Zukunftsfonds Kurt Scholz, bei der nächsten Sitzung des Bundesparteivorstandes das Verhältnis der SPÖ Linz zum Verein “Avrasya” zu klären.

weiterlesen

Trevor Noah Has a Problem With Atheists, Especially Christopher Hitchens

Trevor Noah, Image. thedailybenter.com

It makes no difference to me that Trevor Noah will be the next host of The Daily Show. Some are saying he’s too inexperienced, while others maintain that tweets he sent several years ago should disqualify him. Frankly, I’m willing to see what the guy’s got.


By Michael Luciano|THE DAILY BANTER

But that’s not going to prevent me from pointing out some irksome tweets that aren’t getting the sort of attention his bad jokes about Jews and women have been receiving. While they’re not as provocative, they’ll nonetheless unsettle many atheists, especially those who are fans of the late Christopher Hitchens. To wit,

Image: The Daily Benter/Twitter

Image: The Daily Benter/Twitter

read more

Revelations in HBO’s Scientology documentary ‘Going Clear’ may crimp Tom Cruise’s career

DFree / Shutterstock.com

It’s no secret that Tom Cruise is a notable Scientologist, but a few revelations in the HBO documentary “Going Clear,” which premiered Sunday, must be hard for fans to stomach. 


By Alex Garofalo|International Business Times/Raw Story

Allegations that the actor allowed his children to be turned against his former wife Nicole Kidman, had the actress’ phone tapped and has ignored myriad potential abuses by the Church of Scientology — while accepting lavish gifts and honors — are sure to have many taking a darker view of the star. With the fifth “Mission: Impossible” movie coming this summer, how will the fallout from “Going Clear” affect Cruise’s box-office appeal?

For years, Tom Cruise has been a public face of Scientology, championing the religion with his time and money and defending it in interviews. At the same time, he has shied away from addressing alleged abuses of the church – especially those surrounding his friend and church president David Miscavige – and speaking about his experience within the Scientology community. University of Southern California professor and celebrity brand expert Jeetendr Sehdev says that is a big problem.

read more

Schweiz: Überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für Homo-Ehe

cartoon-herzDurch alle Gesellschaftsschichten hindurch zeigen sich in der Schweiz eine deutliche Akzeptanz schwuler Menschen und Zustimmung zur Homo-Ehe. So die Ergebnisse einer aktuellen Studie.


Von Dr.David Berger|Huffington Post

Seit acht Jahren gibt es in der Schweiz ein Lebenspartnerschaftsgesetz, aber – wie in Deutschland auch – keine komplette Öffnung der Zivilehe für Homosexuelle. Die Schweizer Schwulenorganisation Pink Cross wollte nun wissen, wie die Bevölkerung zu dem Themenkreis denkt, und beauftragte deshalb das Forschungsinstitut GFS in Zürich, dazu eine eigene Erhebung dazu durchzuführen.

Jetzt wurden die Ergebnisse veröffentlicht und zeigen ein überzeugendes Bild einer großen Schwulenfreundlichkeit bei den Eidgenossen.

weiterlesen

“Die Todesstrafe ist kein Werkzeug. Das ist eine unglaubliche coole Macht”

todesspritze607. Das ist die Zahl der Menschen, die allein im vergangenen Jahr im Namen des Gesetzes hingerichtet wurden. In 22 Staaten auf der ganzen Welt wurde 2014 die Todesstrafe angewandt. Das sagt die jährlich viel beachtete Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Bilanz: Mehr Todesurteile, aber weniger Hinrichtungen. 


Von Jens Bauszus, Kathrin Witsch|The Huffington Post

Rund um den Globus wurden mindestens 2466 Todesurteile verhängt. Die USA sind mit 35 Hinrichtungen im vergangenen Jahr auf Platz fünf der internationalen Liste.

  1. April 2014, Oklahoma City, Ohio: Clayton Lockett, wegen Mordes an einer 19 Jahre alten Frau zum Tode verurteilt, soll per Giftspritze exekutiert werden. Beim Spritzen einer der drei verschiedenen Medikamente platzt jedoch eine Vene – der Giftcocktail gelangt nicht in den Blutkreislauf.

Der 38-Jährige bleibt bei Bewusstsein, wälzt sich auf der Bahre, ringt um Luft und wirft seinen Kopf vor Schmerzen hin und her. Die Wärter müssen die Vorhänge zu ziehen, um den Sterbenden von Zuschauern, Journalisten und Angehörigen des Opfers abzuschirmen. Er stirbt erst 43 Minuten nach der ersten Spritze an einem Herzinfarkt.

weiterlesen

Stuttgarter Ku-Klux-Klan-Gründer: Bis zu 20 Polizisten wollten eintreten

Zeremonie des Ku-Klux-Klan in Martinsville, Virginia. Die Verwicklungen baden-württembergischer Sicherheitsbehörden mit dem rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) haben eine größere Dimension als bisher angenommen.dpa / Jim Lo Scalzo

Dass ein V-Mann des Verfassungsschutzes im Südwesten einen Ku-Klux-Klan ins Leben gerufen hat, war bereits bekannt. Auch, dass zwei Polizisten Mitglieder waren. Nicht aber, dass das Interesse von Polizisten, in den rassistischen Geheimbund einzutreten, so groß war.


FOCUS ONLINE

  • Polizisten sollen sich um Eintritt in Ku-Klux-Klan bemüht haben
  • NSU-Untersuchungsausschuss soll den Informationen nachgehen
  • V-Mann organisierte Treffen zwischen Polizisten und dem KKK

Die Verbindungen der Baden-Württemberger Polizei zum Ku-Klux-Klan (KKK) gehen weiter als bisher bekannt. Offenbar interessierten sich bis zu 20 Polizisten der Südwestbehörde für eine Mitgliedschaft in dem rassistischen Geheimbund.

Das sagte der Achim Schmid, Ex-Chef des KKK-Ablegers „European White Knights of the Ku Klux Klan“ in Baden-Württemberg, den „Stuttgarter Nachrichten“.
 weiterlesen

Drogenbekämpfung: eine halbe Milliarde Dollar für Blackwaters Nachfolger

Mohnfeld in Afghanistan; Bild: US Marine Corps; gemeinfrei

Der Opiumanbau in Afghanistan floriert trotz der großen Summen, die das Pentagon an Sicherheitsfirmen überweist, um Anbau und Handel einzudämmen.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Zwei trostlose, zermürbende Kriege haben auf jeden Fall einen Gewinner, wie die der jüngste Bericht des US-Rechnungsprüfers für den Wiederaufbau in Afghanistan (Special Inspecteur General for Afghanistan Reconstruction, SIGAR) ausweist, nämlich die Sicherheitsfirma Academi, vor der Umbennung 2011 unter dem Namen Blackwater bekannt.

Nach dem Einmarsch der internationalen Truppen unter Führung der USA in Afghanistan, um die Taliban von der Macht zu vertreiben, stand der Krieg gegen den Drogenanbau im Land weit oben auf der Agenda des “neuen Afghanistans”, das auf der Basis des Militäreinsatzes zu errichten geplant war. Inwieweit es den Besatzern in den letzten 13 Jahren geglückt ist, dem seit einigen Jahrzehnten von Kriegen heimgesuchten Land Konstruktives zu geben, ist noch nicht ausdiskutiert. Die SIGAR-Berichte zum Wiederaufbau der letzten Jahre lieferten meist Anlass zu Diskussionen (Scheitert Afghanistan nach dem Abzug der Nato-Kampftruppen endgültig?) und Verwunderung über das Wie und das Ausmaß an verschwendeten Geldern in Milliardenhöhe (All Time High beim Schlafmohnanbau in Afghanistan).

Auch der jüngste SIGAR-Bericht ist keine Ausnahme. Auf Seite 11 des PDF-Dokuments erfährt man, wie Spencer Ackerman hinweist, dass das Unternehmen Academi Training Center, Incorporated vom amerikanischen Verteidigungsministerium von 2002 bis September 2013 Verträge für CN(Counter Narcotics)-Tätigkeiten im Wert von 569 Millionen Dollar erhalten hat. Das macht knapp 32 Prozent das CN-Gesamtbugdet aus. Dessen Höhe wird mit 1,8 Milliarden Dollar angegeben. An zweiter Stelle wird Northrop Grumman genannt, mit Verträgen im Wert von 250 Millionen, also mit beträchtlichem Abstand.

weiterlesen

Kämpfer von rechten Milizen in Deutschland behandelt

Links das Emblem des Bataillon Asow und rechts 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“

Links das Emblem des Bataillon Asow und rechts 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“

Die Bundeswehr hat in ihren Krankenhäusern im vergangenen Herbst verwundete Kämpfer rechtsgerichteter Milizen aus der Ukraine behandelt. Wie Recherchen des ARD-Magazins FAKT ergaben, ist mindestens ein Angehöriger des aus Freiwilligen bestehenden Asov-Bataillons im Bundeswehr-Krankenhaus in Ulm medizinisch betreut worden. In Hamburg wurde ein verletzter Kämpfer des Donbass-Bataillons behandelt.


mdr.de/Fakt

Hintergrund der Hilfe ist eine Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und der Regierung der Ukraine vom Sommer 2014. Damals hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagt, dass 20 Soldaten der ukrainischen Armee in Deutschland medizinisch versorgt werden, die bei den Kämpfen gegen prorussische Separatisten verletzt worden sind. Nach FAKT-Recherchen handelte es sich bei den nach Deutschland gebrachten Verwundeten nicht ausschließlich um reguläre Soldaten. An der Auswahl war auch das deutsche Auswärtige Amt beteiligt.

Von Anführern des Asov-Bataillons sind rassistische und antidemokratische Äußerungen belegt, außerdem verwendet die Einheit nationalsozialistischen Symbolen nachempfundene Fahnen und Abzeichen. Auch das Donbass-Bataillon wird dem rechten Sektor in der Ukraine zugeordnet. Gemeinsam ist diesen Freiwilligen-Verbänden, dass es sich nicht um reguläre Armee-Einheiten handelt.

Die Menschenrechtsorganisation Anmesty International hat wiederholt Übergriffe solcher Milizen auf Zivilisten in der Ukraine registriert. Eine Sprecherin sagte FAKT, Angehörige von Freiwilligen-Verbänden hätten ohne Gerichtsbeschlüsse Häuser durchsucht und Menschen verhaftet. Sie profitierten häufig davon, dass die Polizei es nicht wage einzugreifen oder von der Bevölkerung nicht ernst genommen werde.

weiterlesen

Necla Kelek: Gefährlicher Stoff

Themenbild

Themenbild

Was hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil, das Lehrerinnen zubilligt, Kopftuch zu tragen, getan? Es wirft den Kampf muslimischer Frauen um Selbstbestimmung auf fatale Weise zurück.


Von Necla Kelek|Frankfurter Allgemeine

Es ist paradox. Viele Kommentatoren meinen, das Kopftuch sei zwar ein „religiöses Zeichen“, aber „kein gefährlicher Stoff“. Es sei ganz im Gegenteil ein Zeichen dafür, wie tolerant und stark unsere Gesellschaft ist, was sie alles aushält. „Ein guter Tag für die Religionsfreiheit“, jubelte der Grünen-Politiker Volker Beck. Zudem werde der Weg frei, sagen die Befürworter, dass muslimische Frauen in Schulen nicht nur als Putzfrauen, sondern auch als Lehrerinnen arbeiten könnten. Das Kopftuch als Zeichen der Emanzipation. Wenn es nicht so absurd wäre, könnten wir darüber lachen.

Ich bin in der Türkei geboren, und eine der großen Errungenschaften der Türkei Atatürks war es, das Kopftuch aus Behörden, Schulen und Universitäten zu verbannen. Es war im zwanzigsten Jahrhundert ein Zeichen der modernen türkischen Frau, dass sie ihre Haare offen trug und rauchte. Bis zur Regierungsübernahme durch Erdogans AKP war etwa die Hälfte der türkischen Frauen erwerbstätig, das Kopftuch wurde vorwiegend auf dem Lande getragen. Inzwischen tragen fast zwei Drittel der türkischen Frauen den Schleier, ihre Erwerbsquote ist auf 22 Prozent gesunken. Auch Lehrerinnen dürfen heute in der Türkei das Kopftuch tragen. Ein Schelm, wer den Zusammenhang nicht sieht.

weiterlesen

Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in Europa wächst

DerverzweifelteJesusDie Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in Europa nimmt zu. Das berichtet die Juristin und katholische Theologin Gudrun Kugler (Wien).


kath.net

Die 38-jährige vierfache Mutter arbeitet unter anderem für das „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“ (www.IntoleranceAgainstChristians.eu). Wie sie am 26. März vor Teilnehmern des Forums „Christ und Politik“ im thüringischen Bad Blankenburg sagte, hat das Archiv gegenwärtig rund 1.400 individuelle Fälle in Westeuropa dokumentiert, in denen Christen diskriminiert worden seien.

So dürften in Frankreich beispielsweise angehende Mediziner nicht zu Ende studieren, wenn sie sich aus Glaubensgründen weigerten, während des Studiums an einer Abtreibung mitzuwirken. Standesbeamte stünden in der Gefahr, verklagt zu werden, wenn sie aus ihrer christlichen Überzeugung heraus ablehnten, gleichgeschlechtliche Paare zu „verpartnern“. Das komme einer „Art von Berufsverbot“ gleich, so Kugler. Auch Elternrechte würden immer stärker eingeschränkt. So sei in Deutschland, Schweden, Tschechien und Kroatien das Unterrichten der eigenen Kinder zuhause verboten. Damit würden vor allem Christen diskriminiert, weil vor allem sie sich für Hausunterricht entschieden.

weiterlesen

Islamische Stämme: Keine Fanatiker, sondern Partner

Der Islam ist noch stark von Stammesstrukturen geprägt. Misstrauen ist unangebracht. picture alliance

Bomben werden den Islamismus nicht besiegen. Stattdessen muss der Westen anerkennen, dass große Teile der islamischen Welt noch immer nach Stammestraditionen leben – und aufhören, sie als unzivilisiert zu beschimpfen.


Von Akbar Ahmed|Cicero

Viele Menschen in Europa und der übrigen westlichen Welt haben nach wie vor erhebliche Berührungsängste mit dem Islam. Die Ursachen hierfür reichen tief: vom Generalverdacht des Fundamentalismus und der Gewaltbereitschaft über die angebliche kulturelle Rückständigkeit bis hin zum latenten Misstrauen gegenüber den im Islam noch sehr starken Stammestraditionen.

Die jüngsten Ereignisse wie die gewissenlosen Mordtaten der IS-Terroristen in Syrien oder der islamistische Terroranschlag von Paris schüren solch tiefsitzende Vorurteile. Rechtsextreme Gruppierungen erhalten Auftrieb in Europa; in Deutschland folgen Zehntausende den Demonstrationsaufrufen einer diffusen Bewegung „gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Es besteht die große Gefahr, dass dieses brisante Zusammenspiel von radikalem Islamismus und seiner fälschlichen Gleichsetzung mit dem Islam insgesamt uns weit zurückwirft im gesellschaftlichen Miteinander.

Ehre und Rache als Stammesregeln

Was ist zu tun? Neben vielen drängenden Aufgaben im interreligiösen und interkulturellen Dialog und neben der gerade im Westen noch zu leistenden Differenzierung zwischen gewaltverherrlichendem Islamismus und dem Islam als ehrwürdiger Weltreligion kommt auch den islamischen Stammesstrukturen eine Schlüsselrolle zu. Mit einem „Stamm“ sind Menschen gemeint, die in familiären Strukturen – oft auch Clans genannt – organisiert sind, die von gemeinsamen Vorfahren abstammen. Ihre Politik wird häufig von einem Rat älterer Männer bestimmt, und sie leben nach einem Regelwerk, in denen Ehre, Rache oder Gastfreundschaft eine wichtige Bedeutung haben. Stämme gibt es noch in vielen Teilen der muslimischen Welt.

weiterlesen

Abrechnung mit dem leistungsorientierten Feminismus

Mit Frauen, die „alles wuppen wollen und sich permanent selbst optimieren“, rechnet die freie Journalistin und Feministin Nataly Bleuel (Berlin) ab.


kath.net

In ihrem Kampf für Gleichberechtigung dürften sich Frauen nicht an neoliberalen Vorgaben orientieren, fordert sie in der Süddeutschen Zeitung (München). Frauen, die sich zum menschlichen Kapital „in einer nach Gewinnmaximierung strebenden Wachstumsideologie“ gemacht hätten, würden die Folgen am eigenen Leib spüren. Sie erlitten Nervenzusammenbrüche und könnten nachts nicht mehr schlafen. Und dies alles nur, um den Personen in ihrem Umfeld zu beweisen: „Seht her, geht doch.“

Raus aus der Rama-Familie

Frauen wie Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sind für Bleuel kein Vorbild. Deren Gewinnstreben bezeichnet sie als „ekelerregend“.

weiterlesen

Dodo Lütz kritisiert Sterbehilfe-Debatte

Manfred_Lütz

Der Psychiater und Theologe Manfred Lütz warnt vor einer argumentativen Schieflage in der Sterbehilfe-Debatte. Der oftmals benutzte Begriff der Selbstbestimmung – als Basis für ein Recht auf Selbsttötung im Falle einer schweren und unheilbaren Krankheit – führe in die Irre, schreibt Lütz in einem Gastkommentar für die “Zeit”-Beilage “Christ & Welt” (Mittwoch).


kathweb

Der Chefarzt des Kölner Alexianer-Krankenhauses nennt es “philosophisch eher fraglich, ob man die Entscheidung, sich selbst zu töten oder töten zu lassen, überhaupt als einen Ausdruck von Selbstbestimmung verstehen kann”. Die Voraussetzung für Selbstbestimmung sei, dass dieses Selbst existiere. “Bestimmt man sich selbst, wenn man das Selbst, das da bestimmt, vernichtet?”, fragt Lütz.

Der erste Artikel des Grundgesetzes lege fest, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, so der Mediziner. “Bemerkenswerterweise kann dieser Artikel noch nicht einmal einstimmig vom Parlament aufgehoben werden aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch diese Würde von sich aus hat, dass sie ihm also von niemandem zugesprochen oder abgesprochen werden darf, nicht von einem Parlament, ja noch nicht einmal von sich selbst”.

weiterlesen

 

Erstmals Schwulen- und Lesben-Vertreter im ZDF-Fernsehrat

Im ZDF-Fernsehrat soll ab kommendem Jahr auch ein LSBTI-Vertreter sitzen Foto: Tobo777 / Wikipedia | CC BY-SA 3.0

Ab kommendem Jahr soll im neuen ZDF-Fernsehrat auch ein Vertreter der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI) sitzen. Der Medienbeauftragte der ebenfalls im Rat vertretenen Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, sieht der Entwicklung positiv entgegen.


pro Medienmagazin

Der neue Entwurf des ZDF-Staatsvertrages entspreche der Erwartung, eine größere gesellschaftliche Vielfalt abzubilden, sagte der EKD-Medienbeauftragte Markus Bräuer gegenüber pro. „Auch diejenigen, die zum Kreis der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen gehören, spiegeln die gesellschaftliche Vielfalt unseres Landes“, erklärte er. Da zur evangelischen und katholischen Kirche und den Freikirchen mehr als 47 Millionen Menschen in Deutschland gehörten, verträten die kirchlichen Ratsmitglieder weiterhin mehr Menschen als jede andere Institution. Etwa 60 Prozent der Deutschen gehört damit der Kirche an. Der LSBTI-Vertreter wird für eine wesentlich kleinere Gruppe sprechen. Der Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD) schätzt, dass zwischen 2,7 und 1,1 Prozent der Männer und zwischen 1,3 und 0,4 Prozent der Frauen ausschließlich homosexuell lebt.

weiterlesen

Das gefährliche Weibliche: Der Islamismus und die Frauen

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Es gibt etwas, das die Islamisten rund um die Welt am liebsten aus der Öffentlichkeit verbannen würden und das sie doch verfolgt wie ein Dämon: Die Frau.


Von David Singer|Neue Zürcher Zeitung

Es ist paradox: Einerseits ist sie aus der Sicht der Jihadisten ein Nichts. Kein Subjekt, nur Objekt. Bestenfalls Saatfeld und Gebärmaschine, schlimmstenfalls Versuchung, Provokation, Störung. Andererseits ist sie für die Strenggläubigen eine allgegenwärtige Obsession, die unaufhörlich versorgt, versteckt und unterdrückt werden muss. Einerseits ist sie ein entwertetes Anhängsel, ein Ding, ein fast hirnloser Körper, andererseits dreht sich alles um sie wie um eine übermächtige, furchteinflössende Göttin. Und je mehr der Islamist die Frau verhüllt und einsperrt, desto hartnäckiger scheint sie ihn zu verfolgen, bis in seine Träume und Fantasien.

Die gefährliche Freiheit

Oft erwähnen Muslime im Zusammenhang mit der Frau das Stichwort Fitna. Der arabische Begriff lässt sich übersetzen mit Anfechtung und Chaos. Konkret geht es um das Durcheinander, das die Frauen mit ihrer fatalen Anziehungskraft und Sexualität anrichten.

weiterlesen

Russland: “Tannhäuser” und die Macht der Kirche

patriarch_darthDass Wagners „Tannhäuser“ in Russland ein kulturpolitisches Erdbeben auslöst, hätte die Oper in Nowosibirsk nicht erwartet. Doch der Rausschmiss des Intendanten Boris Mesdritsch wegen verletzter religiöser Gefühle zeigt einmal mehr, wie mächtig die Kirche dort ist.


DER TAGESSPIEGEL

Eigentlich hätte die Oper in der Millionenstadt Nowosibirsk mit ihrem „Tannhäuser“ gern den vor gut 200 Jahren geborenen deutschen Komponisten Richard Wagner gewürdigt. Doch aus dem Regie-Experiment mit einem zum Filmfestival aktualisierten Tannhäuser-Minnesängerstreit ist nun ein handfester Skandal geworden. Die Kirche verurteilt das Stück als „Gotteslästerung“, weil Tannhäuser dort einen Film über Jesus und Venus zeigt. Es gab ein Gerichtsverfahren und Straßenproteste. Und nun feuerte das Kulturministerium den Theaterdirektor Boris Mesdritsch, weil er sich weigerte, umstrittene Szenen zu ändern und sich bei den Gläubigen zu entschuldigen.

Mezdritsch, heißt es in der Begründung der Behörde, habe die „Meinung der Bürger“ missachtet und die Empfehlungen des Ministeriums nicht befolgt.

weiterlesen

Alkoholsteuer: “Wir leben in einer Phase des Asketismus”

Whisky on the rocks – wenn das EU-Parlament eine Erhöhung der Alkoholsteuer beschließt, könnte das bald ein teures Vergnügen werden. (imago/McPHOTO)

Die EU will die Bürger deutlich mehr für Wein und Whisky bezahlen lassen. Schon im späten Mittelalter sollte der Alkoholkonsum durch Steuererhöhungen gesenkt werden, sagt der Soziologe Hasso Spode. Er prophezeit, dass die derzeitige Konjunktur der Askese noch 30 Jahre anhalten werde.


Hasso Spode im Gespräch mit Dieter Kassel|Deutschlandradio Kultur

Im EU-Parlament wird gerade über eine Erhöhung der Alkoholsteuer diskutiert. Freunde eines guten Tropfens werden nicht begeistert sein, wenn ihr Lieblingswein oder -whisky im Supermarkt plötzlich deutlich teurer wird. Doch durch Steuern oder andere Restriktionen Einfluss auf den Alkoholkonsum der Bürger nehmen zu wollen, ist eigentlich ein alter Hut – sagt Hasso Spode, Soziologe und Professor der an der Technischen Universität Berlin.

Spätestens seit Martin Luthers Zeiten habe es immer wieder Kampagnen und Verbote gegen die “vom Saufteufel besessenen” Bürger gegeben. Als die letzten kompromisslosen Hedonisten, die sich dem hemmungslosen Qualmen und Saufen hingegeben hätten – auch am hellen Tag vor der Kamera –, macht Spode die 68er aus. Das habe sich spätestens seit den 90er-Jahren grundlegend geändert:

“Wir leben jetzt in einer Phase grundsätzlichen Asketismus, was unter anderem auch damit zu tun hat, dass diese Mittelschichten nicht mehr so bequem und sozial gesichert sind – und was machen die dann? Die werden asketisch. Das hatten wir immer wieder, weil sie dann durch die Askese ihr besseres Menschsein demonstrieren können, ob das jetzt die Veganer sind oder sonst was. Und das betrifft Sexualität übrigens auch, das betrifft das Rauchen, das betrifft das Trinken.”

weiterlesen

Vatikan: Türkei verhindert Messe des Papstes in Armenien

Während des Ersten Weltkriegs starben Hunderttausende armenische Christen im Osmanischen Reich. – EPA

Die Türkei hat laut einem Bericht der türkischen Zeitung Vatan einen Gottesdienst des Papstes in Armenien zum hundertsten Jahrestag der Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg verhindert.


Radio Vatikan

Statt des von Armenien vorgeschlagenen Gedenkgottesdienstes in Eriwan am 24. April sei nun eine Messe nach armenischem Ritus im Vatikan am 12. April geplant, meldete die Zeitung am Montag. An der Messe im Petersdom nehmen die zwei obersten Würdenträger der Armenisch-Apostolischen Kirche teil. Es handelt sich um den Patriarchen Karekin II. und Catholicos Aram I.

Das Nein des Heiligen Stuhls zum armenischen Vorschlag sei nach Einsprüchen des türkischen Botschafters beim Vatikan, Mehmet Pacaci, zustande gekommen, berichtet die Zeitung.

weiterlesen

 

Birther website says Ted Cruz is the new Reagan because everybody hates him and thinks he’s stupid

Senator Ted Cruz of Texas speaking at the 2013 Conservative Political Action Conference (Gage Skidmore/Flickr)

The conservative World Net Daily website performed a lengthy analysis and determined that Sen. Ted Cruz (R-TX) is not only electable – he’s basically the same as former President Ronald Reagan.


By Traviy Gettys|Raw Story

News editor Garth Kant said both conservatives were considered by “political and media elite” to be ideological extremists who lacked the intelligence, party backing, and apparent compassion to win the GOP nomination or the White House.

“Reaction to (Cruz’s) announcement last week that he is running for president appears to have put the criticism into overdrive,” Kant wrote. “No Republican, arguably, has received such intense condemnation since Reagan.”

He reminded readers that The Nation once warned Reagan was “the most dangerous person ever to come this close to the presidency” and “a menace to the human race.”

Three decades later, The Week warned that Cruz is “so venal and self-obsessed that he’ll use genocide victims as punching bags for a domestic audience.”

Both conservatives have been heavily criticized as lacking intellect, and Kant cites California’s Democratic Gov. Jerry Brown blasting Cruz as shockingly ignorant and “unfit to be running for office,” while Reagan was known as “an amiable dunce.”

read more

Wahl Dodo des Monats März 2015

Dodo des Monats März  2015

Dodo des Monats März 2015

Im Monat März haben sich allerhand Blödsinn, Obskures und Dreistes angesammelt. Das Spektrum reicht von katholischer Rasterfahndung, bei der Kirchensteuerproblematik, bis hin zum intellektuell unbewaffneten Xavier Naidoo.

Die Wahl ist bis zum 07. April 2015, 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08. April, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

Viel Spaß!

  1. Erzbistum Berlin, “Rasterfahndung für Kirchensteuer bis nach Frankreich.”
  2. Volksinitiative Schleswig-Holstein, “will den Gottesbezug in die Verfassung.”
  3. Olaf Scholz, “Schirmherr beim Kongress christlicher Führungskräfte.”
  4. Christoph Graf, “Schweizer Garde nicht für Frauen und Ausländer.”
  5. Bayrischer Rundfunk, “Jesus-Schmonzetten im Osterei.”
  6. Raymond Burke, “Homosexuelle sind wie nett-tuende Mörder.”
  7. Andreas Laun, “Katholischer Lustgreis ohne Gesprächskultur.”
  8. Manuel Gogos, “schmecken Demeter-Kartoffeln.”
  9. Heinz Buschkowsky, “alles tanzt nach meiner Pfeife, oder fliegt.”
  10. Katrin Albsteiger, “weiß nicht was außerhalb ihres Glaubens als Ideologie zählt.”
  11. Hannelore Kraft, “ NRW zahlt die Christenparties. Armut kann warten.”
  12. Gerhard Ludwig Müller, “unverheirateter spricht über die Unlösbarkeit der Ehe.”
  13. Alexander Görlach, “halbgebildeter Christenmensch, ohne Wissen über Atheismus.”
  14. TMW Kern GbR, “Waldmeisterbrause passt nicht in Schwulen-Bars.
  15. Rainer Maria Woelki, “hofft auf 2 Milliarden Märtyrer.”
  16. Hermann Gröhe, “kann sich als Christ nicht raus halten.”
  17. Wolfgang Huber, “gottverdammter Christenfußball kann nicht zu Weihnachten gespielt werden, ihr Pfeifen.”
  18. Johannes Singhammer, “will Wahlrecht für Nacktaffen von Geburt an.
  19. Annette Beck-Sickinger, “muss Uni vor geilen Inder-Horden schützen.”
  20. Xavier Naidoo, “lebt in der Mannheimer Reichswelt.”
  21. Vorstand Stiftung Garnisonskirche Potsdam, “was interessiert uns der Wille der Bürger.”

Weiterlesen