Archiv der Kategorie: Recht

Apple-Chef zu Datenschutz: Mit Schnüffelei im Netz fängt man keine Terroristen

Apple-Chef: Mit Schnüffelei im Netz fängt man keine Terroristen | dpa

“Keiner von uns sollte akzeptieren, dass die Regierung oder ein Unternehmen Zugang zu allen unseren privaten Informationen hätten.” Das sagte Apple-Chef Tim Cook dem britischen “Daily Telegraph”. Privatsphäre sei ein grundlegendes Menschenrecht. “Wir sollten es nicht aufgeben”, etwa wegen Angstmacherei im Anti-Terror-Kampf, sagte der 54-Jährige.


The Huffington Post

Apple-Chef: Terroristen können verschlüsseln – also sollten es andere auch tun

Apple war in den USA für die Datenverschlüsselung in Diensten wie der SMS-Alternative iMessage kritisiert worden: Der iPhone-Konzern erklärt, dass er keine Inhalte an Behörde weitergeben könne, da auch er selbst nicht an sie herankomme.

Eingriffe in die Privatsphäre von Internetnutzern seien nutzlos im Kampf gegen den Terror, argumentierte Cook. Längst beherrschten Terroristen selbst Methoden zur Verschlüsselung. “Wenn wir nicht verschlüsseln, treffen wir damit die guten Leute. Es sind die 99,999 Prozent der Menschen, die gut sind.” Wenn Firmen wie Apple Informationen nicht schützen dürften, seien auch private Gesundheits- und Finanzdaten gefährdet.

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Ensaf Haidar: “Bitte lasst die Saudis meinen Mann nicht töten”

Kämpft um das Leben ihres in Saudi Arabien inhaftierten Mannes: Ensaf Haidar, hier auf einer Pressekonferenz in Kanada.© Cole Burston/EPA

Er wurde zu Peitschenhieben verurteilt. Doch nun droht dem saudischen Blogger Raif Badawi offenbar sogar die Todesstrafe. Seine Frau fleht in einer Nachricht an den stern die Welt um Hilfe an.  


stern.de

Dem zu tausend Peitschenhieben verurteilten saudiarabischen Bloggers Raef Badawi droht offenbar die Todesstrafe. Richter am Strafgericht des streng muslimischen Landes wollten den 31-Jährigen wegen Abfallens vom muslimischen Glauben anklagen, berichtet der “Independent” unter Berufung auf Badawis Ehefrau Ensaf Haidar.

Im Kontakt mit stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen bestätigt Haidar die drohende Todesstrafe: “Ja, es ist wahr, mehr Informationen haben wir aber nicht.” Badawis Ehefrau war mit ihren drei Kindern 2012 nach Kanada geflohen.

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Bitter Lakes – “McJihad” by US and Saudi Arabia

King Abdul Aziz al Saud and Franklin D. Roosevelt in 1945 on board the USS Quincy.

Adam Curties’ documentary “Bitter Lake” documents brilliantly the total failure of the US intervention and the arrogance of its Western stooges in Afghanistan. There are two bitter lakes in “Bitter Lake”:


By Ludwig Watzal|BETWEEN THE LINES

The first one is roughly the midpoint of the Suez Canal, where US President Franklin D. Roosevelt and King Abdul Aziz al Saud of Saudi Arabia forged an alliance in 1945, which becomes slowly but surely an unholy one. The content of the agreement between the two was simple: The US guarantee the survival of the Saudi regime, at any cost. In return, the Saudis facilitate American supremacy in the region.

The second “bitter lake” is situated behind the Kajaki dam on the Helmand river that US companies constructed during the cold war in order to drag the country into the Western sphere of influence. One consequence of the dam was the rise of the water table leading to salinization of the soil. One crop thrived in the saltier earth: opium poppy. The US Empire and its allies have invaded Afghanistan to fight “terror” and to stop the Taliban’s fight against opium cultivation. The US financial oligarchy in New York City had thereby lost every month about 300 million US dollars. Under Western occupation the opium production skyrocket.

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The full movie.

Warum ich mit Religion nichts am Hut haben will

jesus_schaukelNach den Anschlägen von Kopenhagen und auf Charlie Hebdo ist das Thema Religion mal wieder in aller Munde. Grund für mich, als Mutter über mein eigenes Verhältnis zum Glauben nachzudenken.


Von Angelika Hesse|Huffington Post

„Ich habe dich katholisch erzogen!”, erwidert meine Mutter gerne empört, wenn ich ihr gelegentlich mitteile, dass ich mit der Kirche absolut nichts am Hut habe. Dabei bin ich schon vor über 25 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ja, als Kind habe ich an Gott geglaubt, genauso wie an das Christkind, den Nikolaus, den Weihnachtsmann, den Osterhasen, die Borgmännchen und sogar an Vampire. Ich mochte den Religionsunterricht in der Grundschule sehr. Für mich war das eine Stunde voll toller alter Geschichten und Legenden. Die Kinderbibel las ich so gerne wie ein Märchenbuch. Besonders liebte ich die Geschichten des Alten Testaments.

Aber zum Erwachsenwerden gehört nun mal, dass man eine eigene Weltanschauung entwickelt, Dinge hinterfragt und nicht stur an anerzogenen Ritualen kleben bleibt. Je älter ich also wurde, desto mehr stellte ich eine göttliche Existenz in Frage und irgendwann glaubte ich nicht mehr an einen Gott.

Auch nicht an ein Himmelreich und ein ewiges Leben; wenn ich tot bin, bin ich einfach weg – Punkt! Und wenn wir schon dabei sind: Die Erde wurde nach meiner Einschätzung kaum in sieben Tagen geschaffen. Leute, die ans Kreuz genagelt verbleichen, können sich schwerlich wieder aufrappeln. Übers Wasser laufende Männer habe ich auch noch nicht gesehen.

Für den Fall der Fälle: Sollte es da oben doch jemanden geben, dann wird er mir meinen Irrtum schon verzeihen. Und falls er gar nicht so barmherzig sein sollte, wie man gemeinhin behauptet, muss ich eben nach meinem Ableben den Fahrstuhl in den Keller nehmen…

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Bischof: In Syrien ereignet sich ein zweiter Genozid

Al-Hasake,Syrien, Innestadt. Bild: wikimedia.org/PD

Vorwurf an westliche Politiker: Untätigkeit angesichts eines Völkermordes in Syrien.


kath.net

Der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Jerusalem und Jordanien, Bischof Severios Malke Mourad, hat westlichen Politikern Untätigkeit beim Schutz der syrischen Christen vorgeworfen. 100 Jahre nach dem Genozid an armenischen und assyrischen Christen im ottomanischen Reich werde in Syrien ein zweiter Genozid an syrischen Christen verübt, sagte der aus Nordsyrien stammende Geistliche, dessen Geschwister in der umkämpften Region Al-Hasake leben, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Jerusalem.

Nach seinen Informationen seien bei den jüngsten Angriffen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) auf nordsyrische christliche Dörfer zwischen drei- und vierhundert Christen entführt worden. Insbesondere das christliche Dorf Tell Tamer sei wegen seiner Grenznähe von strategischer Bedeutung für die IS-Terroristen, da es ihnen die Waffenzufuhr über die Türkei ermögliche. Auch im Irak seien die syrischen Christen von der Vertreibung und Verfolgung durch die Islamisten betroffen.

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Vom Kreuz zum Davidstern

Eröffnung am Holocaust-Gedenktag. Seit dem 27. Januar haben die Juden in Cottbus wieder eine Synagoge. – Foto: dpa/Carstensen

In Cottbus wurde eine Kirche zur Synagoge – der ersten in Brandenburg. Dass damit ein Gotteshaus erhalten werden konnte, freut auch Christen.


Von Sandra Dassler|DER TAGESSPIEGEL

„Schabbat schalom.“ Olga Kluge nickt ihren Banknachbarn in der neuen Synagoge freundlich zu. Soeben ist der Gottesdienst zum Schabbatbeginn zu Ende gegangen, mehr als zwei Dutzend Gläubige nehmen nun an der U-förmigen Tafel Platz. Einer der Männer spricht den Segen über den Wein. Bevor Gleiches mit den geflochtenen Weißbroten, Challa oder Barches genannt, geschieht, waschen sich alle die Hände.

Verhandelt wurde lange

Die Stimmung ist feierlich, es ist ja auch erst der dritte Schabbat, den die jüdische Gemeinde von Cottbus in ihrer Synagoge begehen kann. Bis Herbst 2014 war das hier nämlich die christliche Schlosskirche.

Sie hatte seit Jahren keine Gemeinde mehr, ihre Finanzierung war schwierig. Zugleich suchten die 422 jüdischen Gläubigen dringend ein Gotteshaus. So wurde die Kirche nach längeren Verhandlungen zwischen jüdischer und evangelischer Gemeinde, Landesregierung und Stadtverwaltung verkauft und am 27. Januar als Synagoge geweiht. Sie ist die erste und bisher einzige in Brandenburg – auch Olga Kluge, die nie sonderlich religiös war, bezeichnet das als ein kleines Wunder.

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Nach Betrugsverdacht: Diözese Oslo korrigiert Katholikenstatistik

Bild: tilly

Bild: tilly

Norwegische Diözese soll Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern ohne ihr Wissen als Katholiken registriert haben


kathweb

Gegen den katholischen Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, einen Angestellten und die Diözese ist Anklage wegen Betrugs erhoben worden. In einer Stellungnahme bestätigte die Nordische Bischofskonferenz am Wochenende die Betrugsvorwürfe.

Vor dem Hintergrund “offenkundiger Fehlregistrierungen” im Mitgliederverzeichnis der Diözese für die Jahre 2010 bis 2014 habe die Diözese bereits begonnen, das Verzeichnis zu korrigieren, so die Generalsekretärin der Nordischen Bischofskonferenz, Anna Mirijam Kaschner. Der Kirche wird vorgeworfen, Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern ohne ihr Wissen als Katholiken registriert zu haben, um auf diese Weise höhere Zuschüsse des Staates zu erhalten.

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Juristin: “Gleichbehandlungsgesetze gehen schon jetzt zu weit”

justiz_gross

Die SPÖ setzt sich erneut für eine Ausweitung des gesetzlichen Diskriminierungsschutzes ein – Expertin warnt: Neue Verbote führten nicht zu mehr Gleichheit in der Gesellschaft – Privatautonomie sowie Religions- und Gewissensfreiheit stünden auf dem Spiel


kathweb

Gegen die von der SPÖ forcierte erneute Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes zur Ausweitung des Diskriminierungsschutzes außerhalb der Arbeitswelt formiert sich Widerstand. “Gleichbehandlungsgesetze gehen schon jetzt zu weit”, warnte die Juristin Gudrun Kugler am Wochenende in einem Gastkommentar in der “Presse” (Samstag-Ausgabe) vor einem drohenden Eingriff in die Freiheit von Menschen. Unter dem Vorwand, ein Problem zu lösen, werde “exzessive Gleichbehandlungspolitik selbst zum problematischen System von Privilegierung und Einschränkung”, kritisierte sie.

“Es geht um neue Verbote: Unternehmen, aber etwa auch private Vermieter sollen bei der Auswahl ihrer Kunden nicht unterscheiden dürfen, zumindest nicht aufgrund von Alter, sexueller Orientierung oder Religion”, schilderte Kugler ihre Sichtweise auf das sogenannte “levelling up”. Es gebe jedoch kein Recht auf Gleichbehandlung zwischen Privatpersonen, unterstrich die Juristin. “Stattdessen stehen echte Menschenrechte auf dem Spiel: die Privatautonomie und die Vertragsfreiheit als Ausfluss des Eigentumsrechtes, ebenso die Religions- und Gewissensfreiheit.”

Schon die geltenden Gleichbehandlungsgesetze führten zu weit, etwa wenn eine Skiregion ihre “Ladies Week” absagen müsse oder männliche Kindergärtner nicht bevorzugt aufgenommen werden dürfen, beschrieb Kugler. Eine “Gleichheitsreligion” würde zudem engagierte Christen in einen Gewissenskonflikt zwischen Beruf und Religion stürzen. “Bäcker, Floristen, Fotografen, Grafiker und Druckereien müssten entgegen ihrer Überzeugung etwa an Verpartnerungsfeiern mitwirken. Privatpensionen und Gästehäuser von Klöstern und Kirchen müssten schließen, wenn sie Doppelzimmer verheirateten Paaren vorbehalten möchten – so passiert in England.” Kugler dazu: “Ja, jeder nach seiner Façon. Aber das sollte auch Christen zugestanden werden.”

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Wie nah war der Verfassungsschutz den NSU-Mördern?

Bild: Deutsch Türkische Nachrichten

Die Aufklärung des NSU-Mordes in einem Kasseler Internetcafé 2006 könnte viele offene Fragen zur Terrorserie beantworten. Bisher unveröffentlichte Dokumente bringen Hessens Verfassungsschutz in Not.


Von Stefan Aust, Per Hinrichs, Dirk Laabs|DIE WELT

Es kommt nicht oft vor, dass Polizisten einen Verfassungsschützer abhören. Doch genau das taten Ermittler der Kasseler Mordkommission Ende April 2006 über Monate. Ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen stand unter Mordverdacht. Am 6. April 2006 hatte sich der Beamte Andreas Temme in einem Internetcafé in Kassel aufgehalten, als dort der Besitzer Halit Yozgat mit zwei Kopfschüssen ermordet wurde.

Es war der neunte Mord der Serie, die dem NSU, dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, zugeschrieben wird. Trotz eines laufenden Strafprozesses in München und mehrerer parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sind die Hintergründe der Anschläge bis heute nicht vollständig geklärt.

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Dänemark nach dem Terror

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law

Letzte Woche wurde unter großer Anteilnahme Finn Nørgaard begraben, der Filmemacher, der am 14. Februar von dem palästinensischstämmigen Attentäter Omar Abdel Hamid El-Hussein in dem Kopenhager Kulturzentrum Krudttønden erschossen wurde (Kopenhagen: Anschlag auf Meinungsfreiheitskonferenz [3. Update]).


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

Nach der Trauerphase wendet sich Dänemark nun der Sicherheitspolitik zu. Sowohl die rechte “Dänische Volkspartei” wächst an Popularität wie die sozialdemokratische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt. Doch Mängel an den Sicherheitsvorkehrungen vor Krudttønden könnten zum großen Thema werden.

Ein 970 Millionen dänische Kronen (rund 130 Millionen Euro) teures Maßnahmenpacket gegen den Terror hat die Regierung bereits entworfen. Von der Summe sollen 450 Millionen Kronen für das Aufspüren und Analysieren von möglichen terroristischen Bedrohungen aus dem Ausland ausgegeben werden. Auch würden jüdische Einrichtungen und Menschen besser geschützt, der vermutliche Täter erschoss einen Wachmann vor einer Synagoge.

Noch im Januar, vor dem Anschlag, wurden hauptsächlich vorbeugende Maßnahmen von fast allen Parteien verabschiedet, die auf allein 8,1 Millionen Euro veranschlagt worden waren (PegidaDK – nicht weit weg vom “Mainstream”). Für Diskussionsstoff sorgen noch die 150 aus Dänemark ausgereisten Personen, die für den Islamischen Staat in Syrien und Irak kämpfen: Was soll bei ihrer Rückkehr mit ihnen geschehen?

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“Religion kann anstößig sein”

Carlin_Religion

Der Historiker Thomas Großbölting erforscht das Verhältnis von Staat und Kirche. Ein Gespräch über das Kirchenasyl, laues Christentum und die Herausforderungen des Islam


WELT am Sonntag

Thomas Großbölting, Historiker der Uni Münster, muss nicht lange überlegen, wenn es darum geht, einen Ort für den Fototermin auszuwählen: die Lambertikirche. Dort hängen jene Käfige, in denen im 16. Jahrhundert exekutierte Wiedertäufer zur Schau gestellt wurden – drastische Erinnerung an einen Gottesstaat im Zeichen des Kreuzes.

Welt am Sonntag:

Derzeit befinden sich Kirchengemeinden mit dem Staat im Konflikt, weil sie Menschen Asyl gewähren, die von Rechts wegen abgeschoben werden sollten.

Thomas Großbölting:

Zwar sind es nur wenige Menschen, denen Kirchenasyl gewährt wird. Aber in ihrer symbolischen Dimension ist diese Diskussion hochinteressant. Der Streit um das Kirchenasyl bietet ein Beispiel dafür, dass Religion und Rechtsstaat nicht immer auf einer Linie sind und Religion auf diese Weise anstößig wird. Besonders interessant ist diese Konstellation, weil es hier die Religion der Mehrheitsgesellschaft ist, das Christentum nämlich, die sich mit der Rechtsstaatlichkeit anlegt.

Sie meinen im Unterschied zum Islam als Religion einer Minderheit?

Richtig. Wenn wir über das Burka-Verbot oder das Schächten von Tieren diskutieren, reden wir gerne von der Unvereinbarkeit mit christlich-abendländischer Kultur. Doch der Streit ums Kirchenasyl zeigt, dass es auch zwischen christlicher Religion und unserem Staat knirschen kann. Die Spannung zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist also kein spezifisches Phänomen des Islam.

Sie haben das Verhältnis von Staat und Religion in der Bundesrepublik untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Politik es versäumt habe, die Gesellschaft auf eine religiöse Vielfalt im Land vorzubereiten.

Insbesondere die beiden großen Volksparteien ruhen sich auf dem aus, was man in der Nachkriegszeit als sogenannte “hinkende Trennung” von Staat und Kirche etabliert hat. Beide haben sich darin bequem eingerichtet.

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Özdemir warnt vor “Sprachpolizei” für Imame

KoranBundestagspräsident Lammert fordert, Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen. Das stößt auf Protest des Grünen-Chefs. Unterstützung erhält der zweite Mann im Staat hingegen von der CSU.


Von Jochen Gaugele|DIE WELT

Die Forderung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen, trifft bei den Grünen auf Widerstand. In welcher Sprache die Predigt erfolge, solle “den Religionsgemeinschaften überlassen bleiben”, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir der “Welt am Sonntag”. “Wir wollen keine Sprachpolizei, die beim Gebrauch von Latein, Hebräisch oder Arabisch einschreitet.” Entscheidend sei nicht die Sprache der Predigt, sondern deren Inhalt.

Allerdings solle jeder Imam “schon aus Eigeninteresse so weit Deutsch beherrschen, dass er seine jungen Gemeindemitglieder versteht, deren Erstsprache häufig Deutsch ist”, fügte Özdemir hinzu.

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USA in Afghanistan: 3426 Dollar für ein Menschenleben

Für Kinder, die in Afghanistan bei einer US-Operation sterben, zahlen die Vereinigten Staaten den Hinterbliebenen in der Regel weniger Entschädigung als für einen getöteten Erwachsenen. (Foto: Reuters)

  • Die US-Regierung hat für den Tod von Zivilisten in Afghanistan im Schnitt 3426 Dollar Entschädigung gezahlt. Das zeigt eine Recherche der Website The Intercept.
  • Sachschäden wurden teilweise höher entschädigt als der Verlust von Menschenleben.
  • Wie und auf welcher Grundlage Entschädigungs- und sogenannte “Kondolenzzahlungen” entrichtet wurden, ist kaum erfassbar.
  • Einen Leitfaden für Entschädigungszahlungen hat das US-Verteidigungsministerium bis heute nicht umgesetzt.


Von Matthias Fiedler|Süddeutsche.de

1799 Dollar für acht getötete Schafe

20 000 Dollar für ein abgebranntes Haus; 14 756 Dollar für einen zerstörten Lastwagen; 1799 Dollar für acht getötete Schafe. Aber was ist den USA im Afghanistan-Krieg ein Menschenleben wert? Im Schnitt etwa 3426 Dollar. So viel zahlten die Vereinigten Staaten den Hinterbliebenen, deren Angehörige im Gefecht versehentlich getötet worden. Das geht aus Recherchen der Website The Intercept hervor, die die Daten unter dem sogenannten “Freedom of Information Act” von der US-Regierung verlangt hat.

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Ägypten: Chef der Muslimbrüder zu lebenslanger Haft verurteilt

muslimbrotherhoodMohammed Badie, Anführer der Muslimbrüder, und 13 weitere Mitglieder der Organisation wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie sollen für den Tod von Demonstranten in Kairo verantwortlich sein.


stern.de

Ein Strafgericht in Kairo hat den Chef der Muslimbrüder, Mohammed Badie, sowie 13 weitere führende Mitglieder der Organisation zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Es bestätigte zugleich die Todesurteile gegen vier weitere Islamisten. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten Ende Juni 2013 in Kairo für den Tod von Demonstranten verantwortlich waren. Damals kam es kurz vor dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu Protesten vor dem Hauptquartier der Muslimbrüder. Nach offiziellen Angaben starben neun Menschen.

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Wahl Dodo des Monats Februar 2015

Dodo des Monats Februar 2015

Dodo des Monats Februar 2015

Der Monat Januar war reichlich versorgt mit jeder Menge Blödsinn.
Seit Monaten zieht die Thematik Sterbehilfe durch die Medien, Islamismus, Terror und enorme Mengen christlicher Arroganz, verbunden mit dem Anspruch für Alle und Jeden zu reden. Viel Stuss aus Rom, dort wo die römische Spukgestalt schaltet und waltet, Abreibungen sind der Grund für die Wirtschaftskrise, würdevolles Schlagen von Kindern, die Burka aus Fleisch und aus der evangelikalen Ecke kamen die Bibeldeutungen des einzigen und wahren Christen, Olaf Latzel. Nebenbei bemerkt, aus solchen Leuten hatte sich vor Jahren mal die SA rekrutiert.
  1. Gabriele Heinisch-Hosek(SPÖ), tritt für gendergerechte Steinigungen ein. Darf man die an ihr ausprobieren?
  2. Fred Breinersdorfer, fordert die Kirchen zu mehr Subversion auf um an noch mehr öffentliche Gelder zu kommen.
  3. Deutsche Forschungsgemeinschaft, gibt öffentliche Gelder für unwissenschaftliche Protestantismus-Forschung aus.
  4. Thomas de Maizièr, dem der christliche Glaube ein Schatz ist. Erinnert an Gollum.
  5. Olaf Scholz, suhlt sich gern im evangelikalen, rechtkonservativen Christenkreisen.
  6. Stephan Weil, findet das Niedersachsen-Konkordat ganz toll. Andere Ideen hat er nicht.
  7. Frank Ochmann, journalistische Meisterleistung für das Kirchenasyl.
  8. ComECE, zölibatere Altmännerriege gibt sich Gebärmutter-Mitspracherecht.
  9. Manfred Lütz, will Christentum Atheisten-gerecht erläutert haben.
  10. Frauke Petry, paranoide Vorstellungen über Medien-Manipulation.
  11. Deutschlandradio, mit öffentlichen Geldern zur Koranschule.
  12. Hans-Josef Becker, will die Menschen christlich zu Tode quälen.
  13. Norbert Trelle, will unbedingt am Kirchenasyl festhalten.
  14. Rainer Maria Woelki, gegen Fußball-WM zum Advent.
  15. Beatrix von Storch, weniger Staat, mehr Familie, neoliberales Mantra.
  16. Reinhard Marx verteidigt Kirchenasyl.
  17. Bernd Lucke, Bildungspläne sind ihm ein Gräuel.
  18. Heinz Josef Algermissen, generelles Verbot von Sterbehilfe. Pfäffische Arroganz pur.
  19. Angela Merkel, fährt zum römischen Orakel und bezahlt es.
  20. Jens Spahn, verdummbibelter Christdemokrat.
  21. Deutsche Welle, Glaubensangebote im Äther.
  22. Andreas Kern, polit.-christliche Agitprop.
  23. John Lennox, dilettiert über Atheismus.
  24. Matthias Matussek, dauerbeleidigter Verwandlungskünstler

Die Wahl ist bis zum 07. März 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier auf dem Blog, gewürdigt.

Viel Spaß.

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Judge in Robbery Case Orders Retrial After Key Witness, a Muslim, Swore Oath on a Bible

Image: Friendly Atheist

Last August, Michael John Davies went to Victoria Kebab House near Liverpool, where he allegedly tried to rob the place with a hammer as his weapon. (He denies it.) There’s a trial underway to determine his guilt but they’re going to have to start over with a new jury due to a snafu that occurred after store manager Kerim Kurt, a witness, began giving testimony:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

Recorder Patrick Thompson told the jury: “You will notice the witness isn’t in court. The difficulty that arose and I will be very straight about this, is you have heard evidence from the witness on oath, just like you all swore an oath.

“Unfortunately it was sworn on the Bible and he just informed us he is a Muslim, which means I can’t accept his evidence and neither can you, because it was sworn on the wrong holy book. We have to start the case again.”

Mr Recorder Thompson said if the trial restarted, it would not be expected to finish this week.

Discharging the jury, the judge added: “It is probably best a fresh jury who doesn’t think we’re all totally incompetent hears this case.

He swore to tell the truth on the wrong work of fiction, so they can’t guarantee that his testimony’s solid…?

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Öcalan ruft PKK zum Abrüsten gegen die Türkei auf

TURKEY PRO PKK PROTEST / Bild: APA/EPA/SEDAT SUNA

Der bewaffnete Kampf soll durch eine demokratische Politik abgelöst werden, fordert der inhaftierte PKK-Chef.


Die Presse

Der inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat die Organisation zum Abrüsten im Konflikt mit der Türkei aufgefordert. “Ich appelliere an die PKK, im Frühjahr einen außerordentlichen Kongress zu halten”, verlas der türkische Abgeordnete Sirri Sureyya Onder von der pro-kurdischen Partei HDP am Samstag aus einem Brief Öcalans. Dabei solle eine “strategische und historische Entscheidung” getroffen werden, den bewaffneten Kampf aufzugeben und ihn durch eine demokratische Politik zu ersetzen.

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Göttlicher Größenwahn: Kirchen gegen Katar-WM in der Weihnachtszeit

Dem Fußballweltverband die Rote Karte zeigen


EKBBO

. Die kirchliche Kritik an den FIFA-Plänen, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar in die Trauer-, Advents- und Weihnachtszeit zu verlegen, reißt nicht ab. “Es ist an der Zeit, dem Fußballweltverband die Rote Karte zu zeigen”, erklärte der Görlitzer Generalsuperintendent der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Martin Herche, am Donnerstag. Es sei nicht akzeptabel, dass “die einen still an den Gräbern ihrer Lieben stehen” und sich andere womöglich zur gleichen Zeit lautstark über ein entscheidendes WM-Tor begeisterten, kritisierte Herche.

Auch die einmalige Atmosphäre des Görlitzer Christkindlmarktes sei durch die WM bedroht, wenn dort statt Liedern des Bach-Chores das nächste Spiel im Public Viewing angesagt werde, kritisierte Herche. Die Besinnlichkeit der Adventszeit und die Vorfreude auf Weihnachten dürften nicht “vom emotionalen Auf und Ab eines kollektiven Fußballtaumels” überlagert werden. “Es ist an der Zeit, dass die weltweite Gemeinschaft der Kirchen aller Konfessionen und auf allen Kontinenten sich dafür gegenüber der FIFA stark macht”, forderte Herche. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sollte damit beginnen.

Lobbyisten für den Atheismus

Haben der Kirche im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt: Kerstin und David Lohmer. Foto: Andreas Dyck

Wenn Kerstin Lohmer über ihre Zeit in der Kirche nachdenkt, dann sind es keineswegs nur negative Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen. Ihre Kommunion, die Firmung, jahrelang war sie Messdienerin, ihre Mutter Organistin und Chorleiterin.


Von Celina de Cuveland und Bernd Eyermann|Generalanzeiger Bonn

“Ich bin eng mit der Kirche aufgewachsen und habe die schöne Seite des Gemeindelebens erlebt”, sagt die 30-Jährige aus Siegburg. Auch ihr Mann David erinnert sich “an das volle Programm Kirche”. Als Kind habe er all das “gern mitgemacht und nicht hinterfragt”. Doch das ist lange her. Vor gut einem Jahr sind die Lohmers aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Warum? Zum einen seien sie nicht gläubig, zum anderen habe es “mehrere Vorfälle im privaten Bereich gegeben”, bei denen sich die Kirche sehr unchristlich verhalten habe, sagt der 33-Jährige. “Das war sehr erschreckend, von der Kirche hätte ich da etwas anderes erwartet.” So sei zum Beispiel eine Erzieherin in einem kirchlichen Kindergarten schwer krank geworden, doch statt sie zu unterstützen, hätte der Träger gewollt, dass sie nicht länger in der Einrichtung arbeite.

Seine Frau Kerstin berichtet, dass selbst ihre Mutter in der Heimatpfarrei bei Krefeld “Unannehmlichkeiten” bekommen habe, nachdem ihr Kirchenaustritt bekannt geworden sei. Die Lohmers haben sich inzwischen dem Bund der Konfessionslosen und Atheisten angeschlossen. Ihr Ziel: eine Lobby für den Atheismus zu schaffen. Noch immer hätten Menschen in der Gesellschaft Nachteile, wenn sie nicht Mitglied einer Kirche seien. So etwa könnten deren Kinder nicht alle Tagesstätten besuchen.

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Die lange Tradition US-amerikanischer Folter und westliche Werte

Aufgenommen 1901 auf den Philippinen. Bild: DOD/heise.de

Die Kulturwissenschaftlerin Katrin Dauenhauer hat über Folter in US-amerikanischen militärischen Einsätzen promoviert. Im Fokus ihrer Forschungsarbeit liegt der inneramerikanische Diskurs zwischen den Jahren 1899 und 2008 anhand des Philippinisch-Amerikanischen Krieges (PAK), des Vietnamkrieges und des Krieges gegen den Irak. Mit dieser Langfristperspektive werden einige Mythen in den Folterdebatten deutlich und können künftig dekonstruiert werden.


Von Sascha Pommrenke|TELEPOLIS

Wie sind Sie zu dem Thema Folter und des Diskurses darüber gekommen?

Katrin Dauenhauer: 2004 wurden die Bilder von Abu Ghraib veröffentlicht und für mich war neben der offensichtlichen Grenzüberschreitung, die diese Bilder zeigten, auch ihr Aufbau, die Selbstinszenierung der Täter, die erzwungene Inszenierung der Gefangenen interessant. Abu Ghraib war deshalb wichtig, weil es politisch und kulturell von Bedeutung war. Die durch Abu Ghraib ausgelöste Folterdebatte in den USA rückte auch das Waterboarding in den Fokus der Öffentlichkeit. Ich bin dann über die Frage, ob es Waterboarding schon vorher gab, auf den PAK gestoßen und auch auf Vietnam.

Waterboarding steht wie keine andere Foltermethode für die “Auswüchse” des “War on Terror”. Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um “Fehlentwicklungen” nach dem 11. September. Vielmehr hat dieses Vorgehen eine traurige Tradition.

Katrin Dauenhauer: Ja, in der Tat gab es das Waterboarding schon früher, auch wenn es während des PAK und während des Vietnamkrieges nicht unter dem Begriff “Waterboarding” bekannt war. Während des PAK wurde die Methode “water cure”, Wasserheilung, genannt. In der wissenschaftlichen Literatur wird darauf hingewiesen, dass die US-Amerikaner die Methode von den Spaniern, also der Vorgängerkolonialmacht, übernommen haben.

Während des Vietnamkrieges wurde die Methode des Waterboarding ebenfalls eingesetzt, hier wird sie mit dem Begriff “water torture” beschrieben. Meine Recherchen gingen hier von einem Bild in der Washington Post aus. Allerdings gab es während des Vietnamkrieges keine vergleichbar ausgedehnte Debatte zur Wasserfolter wie während des PAK und des Irak-Krieges. Ich habe mir das letztlich so erklärt, dass die Brutalität des Krieges an sich diskutiert wurde und so die Wasserfolter als nur eine Ausprägung dieser Brutalität in den Hintergrund trat. Zum Beispiel wurde das Massaker von My Lai sehr ausführlich diskutiert.

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