„Ansteckende Verantwortlichkeit“: Weltweites Experiment zu Folgen der Überwachung

Bundespolizei erprobt mobile Körperkameras, die Gewalttäter abschrecken sollen. Bild: Bundespolizei
Bundespolizei erprobt mobile Körperkameras, die Gewalttäter abschrecken sollen. Bild: Bundespolizei
Bei der Aufrüstung der Polizei mit BodyCams lässt sich beobachten, wie das Wissen um Beobachtung das Verhalten beeinflusst

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Derzeit findet ein weltweites Experiment mit der Überwachungstechnik von Kameras statt, die Polizisten mit sich führen. Die Polizisten sind damit, ebenso wie die Menschen, die mit ihnen zu tun haben, unter Dauerbeobachtung von Dritten bzw. diese können die audiovisuellen Aufzeichnungen nachträglich ansehen. Da die Polizisten unter Befehl stehen, die Kameras anzuschalten, findet in der Regel keine Selektion statt, was das Experiment dahingehend interessant machen, welche Folgen die dauerhafte Beobachtung des Verhaltens hat, wenn alle Beteiligten sich bewusst sind, dass ihr Verhalten gewissermaßen neutral dokumentiert wird.

BodyCams für Polizisten wurden und werden eingeführt, um Beweismaterial zu sammeln – mit dem erwarteten Nebeneffekt der „Abschreckung“ oder Befriedung, dass sich sowohl Polizisten wie Personen, mit denen sie zu tun haben, regelkonformer und weniger aggressiv verhalten sollen, weil sie anhand der Aufnahmen belangt werden können.

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Niedersachsen: Achtklässlerin kommt seit drei Jahren mit Nikab zur Schule

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans
Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Seit Jahren sehen Mitschüler und Lehrer nur die Augen der Achtklässlerin: Obgleich eine Vollverschleierung im Unterricht verboten ist, hat eine Schule im niedersächsischen Belm erst jetzt die Behörden eingeschaltet. Warum?

SpON

Häufig hat die Johannes-Vinke-Schule in Belm bei Osnabrück, Niedersachsen, versucht, die Schülerin und ihre Mutter umzustimmen – ohne Erfolg. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“) berichtet, kommt die heutige Achtklässlerin bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 mit einem Nikab zur Schule. Dieser Schleier lässt nur einen schmalen Sehschlitz frei.

Nun hat die Schule die Behörden eingeschaltet: Laut „NOZ“ meldete die Schulleiterin der Belmer Oberschule den Fall Ende August 2016 an die Landesschulbehörde. Kurz zuvor hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück entschieden, dass ein Abendgymnasium eine Nikab-tragende Schülerin abweisend darf. Schule und Schulbehörde argumentierten, mit Nikab sei im Klassenraum keine offene Kommunikation mehr gewährleistet.

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„Wer bestimmt darüber, wie Frauen zu sein haben?“

Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. Bild: Peter Bisping/DGB
Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg. Bild: Peter Bisping/DGB

Hamburgs DGB-Chefin Katja Karger über Schwesigs Gesetz zur Lohngleichheit und warum Männer von dem Trip herunter müssen, die Normen vorgeben zu müssen

Von Manuel Schumann | TELEPOLIS

Frau Karger, Unternehmen sollen künftig schon bei Stellenausschreibungen das vorgesehene Mindestgehalt angeben müssen. Die Kritiker des Gesetzentwurfs sagen, das führe dazu, dass die Wettbewerber sehr viel mehr über die Gehaltsstrukturen einer Firma erführen als bisher.

Katja Karger: Ich verstehe nicht, weshalb die Firmen das als Gefahr sehen!

Das schade speziell kleinen Unternehmen, weil diese oft nicht so gut zahlen könnten wie die großen Konzerne, heißt es; Bewerber würden somit abgeschreckt, bevor es zum Vorstellungsgespräch kommt.

Katja Karger: (lacht) Mir kommen die Tränen. Diejenigen Arbeitgeber, die so etwas allen Ernstes als Argument nennen, sollten einfach noch einmal nachdenken, welche Folgen Transparenz hat. Sie würden schnell erkennen, dass es nicht Gefahr, sondern eine echte Chance wäre für Ihr Unternehmen.

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Die plötzliche Merkel-Begeisterung der Katholiken irritiert

Ziemlich beste Freunde: Reinhard Kardinal Marx (r.) lobt die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: pa/dpa
Ziemlich beste Freunde: Reinhard Kardinal Marx (r.) lobt die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: pa/dpa
Gerade noch wurde die geschiedene Protestantin im Kanzleramt vielfach kritisiert. Jetzt erhält sie von der katholischen Kirche Applaus für ihre Flüchtlingspolitik. Eine solche Nähe ist befremdlich.

Von Robin Alexander | DIE WELT

Der deutsche König Heinrich musste im Jahr 1071 noch barfuß nach Canossa laufen, um vom Papst empfangen zu werden. Seitdem hat sich das Verhältnis zwischen Staat und Kirche deutlich entspannt.

Als Angela Merkel jüngst voll bekleidet zum St.-Michaels-Empfang in die katholische Akademie im Regierungsviertel pilgerte, bekam sie guten Wein gereicht. Berauschender aber für sie war das Interview, das der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, am Vortag in der „taz“ hatte.

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Burkaverbot in der Schweiz: Als würde Afghanistan die Wehntaler Tracht verbieten

Frauen in London mit Niqabs. Bild: PaoloNapolitano/CC-BY-SA-3.0
Frauen in London mit Niqabs. Bild: PaoloNapolitano/CC-BY-SA-3.0
Mit knapper Mehrheit hat sich der Schweizer Nationalrat für ein Verbot von Burka, Niqab und Co. ausgesprochen

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Das afghanische Parlament hat sich am Dienstag für ein Verbot der Wehntaler Tracht ausgesprochen. Mit knapper Mehrheit votierten die Abgeordneten des Unterhauses Wolesi Dschirga dafür, das Tragen des schweizerischen Schleiers zukünftig in der Öffentlichkeit zu verbieten. Parlamentssprecher Mohammad Younis Qanooni sagte, die Tracht „symbolisiert die fehlende Integrationsbereitschaft von Menschen, die aus Aargau zu uns an den Hindukusch“ kommen und sei „mit dem paschtunischen Menschenbild nicht zu vereinen“. Damit kommt das afghanische Parlament einer Forderung nach, die zuerst die schweizkritischen Taliban erhoben hatten.

Die Meldung ist natürlich Quatsch. So wenig die Wehntaler Tracht auch mit der islamischen Grundordnung Afghanistans gemein hat, so sicher ist auch, dass niemand in Afghanistan auf die Idee käme, sie zu verbieten. Der einfache Grund: In Afghanistan trägt niemand das schwarz-blaue Kleid mit Fächer-Mütze. Ganz anders verhält es sich in der Schweiz. Dort trägt zwar auch niemand die afghanische Burka, verboten werden soll sie dennoch. Hier die echte Meldung:

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Saudi-Arabien droht Amerika

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Saudi-Arabien droht Amerika mit ernsten Konsequenzen. Grund ist ein neues Gesetz, das den Hinterbliebenen des Anschlag vom 11. September eine Klage gegen Saudi-Arabien ermöglicht.

Frankfurter Allgemeine

Saudi-Arabien hat ein neues amerikanisches Gesetz für Klagen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 scharf verurteilt. Es sei ein Grund für große Besorgnis, teilte das Außenministerium in Riad am Donnerstag mit. Ohne Änderungen drohten ernste Konsequenzen. Der Kongress hatte am Mittwoch mit großer Mehrheit ein Veto von Präsident Barack Obama überstimmt und ein Gesetz verabschiedet, mit der Angehörige der Anschlagsopfer den Golfstaat auf Entschädigung verklagen können. Hintergrund ist, dass 15 der 19 Attentäter aus dem Königreich kamen.

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Brandenburgs Landtag lehnt Burka-Verbot ab

Kein Verbot für Burka und Nikab in Brandenburg. Quelle: dpa
Kein Verbot für Burka und Nikab in Brandenburg. Quelle: dpa
Über die Vollverschleierung von Frauen entzünden sich in weiten Teilen Europas große Debatten. Nun hat die AfD das Thema auch in den Potsdamer Landtag gebracht – doch der Gesetzesentwurf ist am Donnerstag abgeschmettert worden.

Märkische Allgemeine

Der Brandenburger Landtag hat einen Vorstoß der AfD für ein Verbot von Burka und Nikab abgeschmettert. Nach einer hitzigen Debatte um Religionsfreiheit und Frauenrechte lehnten die Abgeordneten einen entsprechenden Gesetzentwurf am Donnerstag ab.

Die AfD hatte dafür argumentiert, dass eine große Mehrheit der Deutschen laut Umfragen ein Verbot der Vollverschleierung befürworte. Viele muslimische Frauen würden unter dem Zwang der Vollvermummung leiden, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der AfD, Birgit Bessin. Zudem habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Burka-Verbot in Frankreich für rechtens erklärt.

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Große Zweifel an spektakulärem Islamisten-Interview

 Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat ein Interview mit einem angeblichen Al-Nusra-Kommandeur veröffentlicht.

Von Alfred Hackensberger | DIE WELT

  • Doch es gibt Zweifel an der Echtheit. Manche glauben, er habe sich in die Irre führen lassen.
  • Vor allem der IS-Experte Hassan Hassan führt Punkte an, die Zweifel an der Authentizität des Gesprächspartners nähren.

Der Geländewagen rollt im Schritttempo über eine staubige Piste den Abhang hinunter. Vorneweg marschiert ein bewaffneter Soldat in Militäruniform. „Wir sollten hier nicht runterfahren“, sagt der Mann hinter dem Steuer. „Wenn sie irgendetwas Schlimmes vorhaben, sitzen wir fest. Wir können uns nicht wehren.“ So beginnt ein Video, das Jürgen Todenhöfer von seiner 13-tägigen Syrienreise im September durch die vom Regime kontrollierten Gebiete mitbrachte.

Die Situation in einem Steinbruch bei Aleppo wirkt tatsächlich gefährlich. Der ehemalige CDU-Politiker lässt sich davon nicht abhalten, sein Interview mit Abu al-Ezz zu führen, einem Kommandeur der al-Qaida nahen Nusra-Front. Es sollte sein „schwierigstes“ Gespräch überhaupt im Syrien-Krieg werden, wie Todenhöfer im Internet danach schrieb.

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Carolin Kebekus: „Ich werde vor keinem Thema zurückschrecken“

Bild:kebekus.youtube
Bild:kebekus.youtube
Ihre Lästerzunge ist weithin gefürchtet: Bei ihren Auftritten nimmt Carolin Kebekus kein Blatt vor den Mund. Sie macht sich über peinliche Anmachsprüche genauso hemmungslos lustig wie über Helene Fischer oder die Kirche. Mit ihren frechen und respektlosen Späßen eckt die 36-Jährige oft an, 2013 kam es zum Eklat, nachdem der WDR einen kirchenkritischen Rap aus ihrer Sendung geschnitten hatte. Jetzt macht die Komikerin den Sprung ins ARD-Hauptprogramm: Ihre monatliche Personalityshow „PussyTerror TV“, die seit 2015 im WDR läuft, ist ab 29.9. im Ersten zu sehen.

Interview Cornelia Wystrichowski | evangelisch.de

Frau Kebekus, vor drei Jahren bekamen Sie mit der katholischen Pius-Bruderschaft und dem WDR Riesenärger, weil Sie in einem satirischen Beitrag an einem Kruzifix geleckt hatten. Trotzdem schaffen Sie es jetzt mit der Sendung „PussyTerror TV“ ins Erste. Empfinden Sie eine späte Genugtuung?

Carolin Kebekus: Natürlich denke ich mir, dass es ein langer und steiniger Weg bis hierhin war. Aber ich denke nicht: „Geil, jetzt habe ich es denen allen gezeigt.“ Ich habe mit allen Beteiligten von damals lange und viel über die Sache geredet, und das Ding ist für mich tatsächlich erledigt.

Ihr Kollege Jan Böhmermann hat mit seinem Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan neulich ebenfalls die Grenzen der Kunstfreiheit kennengelernt und sich damit erheblichen Ärger eingehandelt…

Kebekus: Es ging ihm darum, diese Grenze zu zeigen, und das hat er geschafft, würde ich sagen. Aber das, was er an Konsequenzen gespürt hat, dass die Kanzlerin ihn verleugnet und dem Löwen zum Fraß vorgeworfen hat, fand ich als Künstler in Deutschland sehr erschreckend.

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Türkei verbietet kurdischsprachigen Kindersender

Seit Ewigkeiten auch im ORF ausgestrahlte Kindersendungen wie Biene Maja halten die türkischen Behörden Kurdisch synchonisiert nun nach dem Militärputsch als Gefahr für die nationale Sicherheit. / Bild: imago/United Archives
Seit Ewigkeiten auch im ORF ausgestrahlte Kindersendungen wie Biene Maja halten die türkischen Behörden Kurdisch synchonisiert nun nach dem Militärputsch als Gefahr für die nationale Sicherheit. / Bild: imago/United Archives
Dass Biene Maja & Co. auf Kurdisch gezeigt werden, gilt in der Türkei nach dem Putschversuch vom Juli jäh als Gefahr für die nationale Sicherheit.

Die Presse.com

Nach der Schließung Dutzender Medien per Notstandsdekret seit dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli haben die türkischen Behörden nun die Ausstrahlung von zahlreichen vor allem pro-kurdischen Fernsehprogrammen gestoppt. Auf Antrag des Rundfunk-und Fernsehrates RTÜK habe der Satelliten- und Kabelanbieter „Türksat“ zwölf Fernseh- und elf Radiosender aus dem Programm gestrichen, meldete am Donnerstag die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

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How 1.5 Millions Connected Cameras Were Hijacked to Make an Unprecedented Botnet

Six surveillance cameras overlooking a gas station next to the Autobahn A9/Germany. Image: wikipedia.org/CC-BY-3.0
Six surveillance cameras overlooking a gas station next to the Autobahn A9/Germany. Image: wikipedia.org/CC-BY-3.0
Last week, hackers forced a well-known security journalist to take down his site after hitting him for more than two days with an unprecedented flood of traffic.

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

That cyberattack was powered by something the internet had never seen before: an army made of more than one million hacked Internet of Things devices.

The hackers, whose identity is still unknown at this point, used not one, but two networks—commonly referred to as “botnets” in hacking lingo—made of around 980,000 and 500,000 hacked devices, mostly internet-connected cameras, according to Level 3 Communications, one of the world’s largest internet backbone providers. The attackers used all those cameras and other unsecured online devices to connect to the journalists’ website, pummeling the site with requests in an attempt to make it collapse.

These botnets were allegedly behind the staggering and crippling distributed denial of service attack (DDoS) to KrebsOnSecurity.com, the website of the independent journalist Brian Krebs, who has a long history of exposing DDoS-wielding cybercriminals. The digital assault surpassed 660 Gbps of traffic, making it one of the largest recorded in history in terms of volume.

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Das Goldene Brett vorm Kopf: Die Kandidaten

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Der selbsternannte Heiler Ryke Geerd Hamer, der österreichische Kabarettist Roland Düringer und das Krebszentrum Brüggen stehen auf der Shortlist für den Negativpreis für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres. Das „Goldene Brett fürs Lebenswerk“ erhält die Website Zentrum-der-Gesundheit.de.
 

GWUP

Am 11. Oktober 2016 verleiht die GWUP e. V. in diesem Jahr Das Goldene Brett vorm Kopf. Zahlreiche Nutzer nominierten in den letzten beiden Wochen mehr als 200 Personen und Institutionen, die mit wissenschaftlich widerlegten Behauptungen Medienpräsenz anstreben, Angst machen oder Geld verdienen wollen. Nun hat die Jury drei Finalisten ausgewählt: Den Wunderheiler Ryke Geerd Hamer, den österreichischen Kabarettisten und Politiker Roland Düringer und das Krebszentrum Brüggen-Bracht, eine pseudomedizinische Krebsklinik.

Die Laudatoren sind:
Lorenz Meyer (Sheng Fui)
Mai-Thi Nguyen-Kim (The Secret Life of Scientists)
Stefan Niggemeier (Bildblog, Übermedien)

Erstmals findet die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ in Deutschland statt, und zwar am 11. Oktober 2016 um 20 Uhr im Uebel & Gefährlich (Feldstraße 66) in Hamburg. Zeitgleich werden die diesjährigen Gewinner auch auf einer Parallelveranstaltung in Wien (Urania, Uraniastr. 1) bekanntgegeben, wo der Negativpreis bereits zum sechsten Mal vergeben wird.

Zusätzlich zum „Goldenen Brett“ für einen der drei Finalisten wird auch noch das „Goldene Brett fürs Lebenswerk“ vergeben, und zwar an das „Zentrum der Gesundheit“.

Ryke Geerd Hamer – antisemitischer AIDS-Leugner.

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Und Gott gab dem Mann die Lizenz zum Töten, … – Wer`s glaubt, wird selig

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Was macht eine urdeutsche islamische Konvertitin, Burka-Trägerin in einer politischen Unterhaltungs-Sendung des öffentlich rechtlichen Fernsehens? Stell nur ich mir diese Frage? Sicher hat sich die Redaktion von “Hart aber fair“ das auch vor der Sendung am 12.09.2016 gefragt. Und sie hatten sofort die richtige Antwort: Sie bringt Quote! Sie zeigt kein Gesicht und bringt damit Quote.

Von Angela Klassmann | fraupolitik

Wahrscheinlich diskutiert demnächst auch Sven Lau, islamistischer Konvertit, selbsternannter Scharia-Prediger in “Hart aber fair“. Der bringt doch bestimmt Quote! Wenn er über die Scharia philosophiert. Und über das “religiöse“ Recht von Terroristen, ganz frei und selbst bestimmt nach ihrem Religions- und Rechtsverständnis jeden abzuschlachten, der oder die nicht ihrer Meinung sind.

Noch ein Vorschlag für die Redaktionen: Lassen wir doch mal ein nach “religiösem“  Recht verheiratetes zehnjähriges Kind zu Wort kommen. Natürlich in Gegenwart des erwachsenen Ehemannes und Missbrauchers und selbstverständlich in vorgeschriebener “religiöser“ Kleidung. Es darf dann den Fernsehzuschauern erklären, wie toll das ist, als Kind vergewaltigt zu werden. Wie es sich darauf freut, mit zwölf Jahren bereits das erste Mal Mutter zu sein. Das bringt richtig Quote!

Wir schauen uns diese politischen Unterhaltungs-Shows an, regen uns vielleicht noch ein wenig bei Twitter oder Facebook auf und gehen dann ruhig schlafen. Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch im Namen einer fundamentalistischen Religionsauslegung wird so gerade salonfähig in Deutschland.

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„Playboy“ zeigt erstmals Frau mit Kopftuch

Noor Tagouri hatte es nicht immer leicht in den USA, dennoch hat sie als Journalistin Karriere gemacht. (Foto: instagram.com/ntagouri)
Noor Tagouri hatte es nicht immer leicht in den USA, dennoch hat sie als Journalistin Karriere gemacht. (Foto: instagram.com/ntagouri)
Noor Tagouri ist eine zielstrebige Journalistin und lässt sich als erste Muslima in der Oktoberausgabe des US-Magazins „Playboy“ ablichten. Obwohl sie dabei angezogen bleibt, erntet sie nicht nur Lob.

n-tv

Das Männermagazin „Playboy“ war lange berühmt für seine „Bunnys“ und Nacktfotos – nun zeigt es zum ersten Mal eine Muslimin mit Kopftuch. In einer Artikelserie über Frauen und Männer, die „alles riskiert haben, um das zu tun, was sie lieben“, erscheint die US-Journalistin Noor Tagouri in Turnschuhen, Jeans, schwarzer Lederjacke und Hidschab. Die Premiere in der US-Oktoberausgabe erhielt Lob, aber auch Kritik.

Die 22-jährige Tagouri arbeitet für ein Videonachrichten-Netzwerk namens Newsy und berichtet im US-„Playboy“ von ihren Erfahrungen als junge Muslimin, die in den Vereinigten Staaten aufwuchs. Die Schwierigkeiten, die sie gehabt habe, hätten ihr letztlich die Kraft gegeben, ihre Karriere voranzutreiben, sagt die Journalistin mit libyschen Wurzeln, die davon träumt, eines Tages die erste Moderatorin einer Haupt-Nachrichtensendung mit Kopftuch zu werden.

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Bundeswehr bereitet Truppenverlegung nach Litauen vor

 Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe der polnischen Stadt Żagań (Sagan) nach der ersten Übung zur Verlegung der Nato-Speerspitze - Noble Jump - mit deutschen Soldaten (Archivbild von 2015). (Foto: dpa)
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe der polnischen Stadt Żagań (Sagan) nach der ersten Übung zur Verlegung der Nato-Speerspitze – Noble Jump – mit deutschen Soldaten (Archivbild von 2015). (Foto: dpa)
  • Die Nato will 2017 insgesamt 4000 Soldaten in die Ostsee-Anrainerstaaten entsenden, um Russland von einem möglichen Angriff abzuschrecken.
  • Die Bundeswehr schickt 450 Soldaten nach Litauen, die dort den neuen Truppenverband anführen sollen.
  • Die massive Aufrüstung im Baltikum hat bereits mit der Ukraine-Krise 2014 begonnen.

Süddeutsche.de

Als Teil der Nato-Strategie zur Abschreckung Russlands will die Bundeswehr im kommenden Jahr Kampftruppen nach Litauen verlegen. „Das Bataillon wird im Frühjahr 2017 aufwachsen und soll noch im ersten Halbjahr einsatzbereit sein“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan.“

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Muslime in Deutschland

Moscheekuppel © Islamwoche Berlin
Moscheekuppel © Islamwoche Berlin
In einer Zeit, in der die Öffentlichkeit in fast inflationärer Weise mit Erklärungen, Aufrufen und Deklarationen zur Islam-Debatte überschüttet wird, braucht es eine grundlegende Standortbestimmung. Es ist unverzichtbar, die Grundkoordinaten der aktuellen Diskussionen offenzulegen, um Akteure, Positionen und Argumente richtig einordnen zu können. Im Folgenden ein erster Auftakt für diese Standortbestimmung in 10 Thesen.

Von Murat Kayman | MiGAZIN

These 1 – Das Narrativ des gesellschaftlich „Anderen“ hat einen historischen Transformationsprozess durchlaufen, resultiert aber gleichzeitig in der Perpetuierung der Vorstellung vom „Fremden“ – und das trotz der gestiegenen muslimischen Bemühungen zur Beheimatung ihres Glaubens und ihrer Gemeinden

Beginnend mit dem „Gastarbeiter“ in den Anfangsjahren der „Gastarbeitermigration“ bis in die 1980er Jahre hinein waren Muslime vor allem die kulturell Fremden – jene, die anders riechen, anders aussehen, anders reden. Damals hat man sie noch nicht Muslime genannt, sondern Türken.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und der Herausforderung, ein neues deutsches „Wir“ zu konstruieren, wandelte sich das Bild dieses „Türken“ bis Anfang der 2000er Jahre zu dem, eines nationalen Fremden. Im Fokus standen Fragen des Staatsangehörigkeitsrechts, des Doppelpasses, des „Beileidstourismus“. Unausgesprochen, vielleicht auch nur unterbewusst, ging es um die Frage, wer der „deutsche Bürger“ ist. Der „Ausländer“, der seit 40 Jahren fest in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit verankert war oder der „Ossi“ nach 40 Jahren Sozialisation als politischer Gegner im Kalten Krieg?

Spuren dieses Wandels finden sich auch in den Schmähungen als exkludierende Begleitmusik jener Zeit: Aus „Kümmel-Türken“ und „Knoblauchfressern“ wurden „Ausländer“, denen possessiv deutlich gemacht wurde, dass „Deutschland den Deutschen“ gehört.

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„Die braucht man nicht fördern, die wird bald schwanger“

 Männer verteidigen im Büro ihr Revier vor Frauen, weil sie Angst vor Machtverlust haben. (Foto: imago/Westend61)
Männer verteidigen im Büro ihr Revier vor Frauen, weil sie Angst vor Machtverlust haben. (Foto: imago/Westend61)
Mit so einem Spruch wird einer Frau gerne einmal die Karriere verbaut. Warum Männer Angst vor starken Frauen haben, erklärt Psychologe Werner Dopfer in seinem Buch „Das Mama-Trauma“. Sie seien einfach die besseren Chefs.

Von Nadja Lissok | Süddeutsche.de

Frauen sind kooperativer, kompromissbereiter und weitsichtiger als Männer – davon ist Diplom-Psychologe und Managementcoach Werner Dopfer überzeugt. In seinem Buch „Mama-Trauma – Warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen“ beklagt er, dass es dennoch so wenige Chefinnen in Deutschland gibt. Viele Männer bleiben immer noch lieber unter sich. Und warum? Weil sie sich vor starken Frauen fürchten.

Sz.de: Herr Dopfer, in Ihrem Buch stellen Sie fest, dass Männer, von Konkurrenz- und Leistungsdenken getrieben, auch gern mal organisiert im großen Stil betrügen. Hätte es die Finanzkrise oder den VW-Skandal nie gegeben, wenn mehr Frauen in den Führungsriegen sitzen würden?

Werner Dopfer: Aktuelle Forschungsergebnisse legen das nahe. Frauen sind gewissermaßen ein Garant für Fairness und Nachhaltigkeit, sie sind weniger anfällig für Größenwahn und versuchen seltener eigene Interessen durchzusetzen. Frauen wollen Risiken eher minimieren und spüren intuitiv, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

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US-Kongress überstimmt erstmals Veto von Präsident Obama

 Das Innere des US-Parlaments (Archivbild). (Foto: picture alliance / dpa)
Das Innere des US-Parlaments (Archivbild). (Foto: picture alliance / dpa)
  • Erstmals in seiner Regierungszeit ist ein Veto des US-Präsidenten Barack Obama vom Kongress überstimmt worden.
  • Damit ist der Weg frei für einen Gesetzesentwurf, demgemäß die Hinterbliebenen der Opfer vom 11. September 2001 den Staat Saudi-Arabien verklagen können.
  • Die meisten der Attentäter bei den schweren Terroranschlägen waren saudi-arabische Staatsbürger.

Süddeutsche.de

Trotz aller Warnungen aus dem Weißen Haus und dem Pentagon kann nun in den USA ein Gesetzesentwurf in Kraft treten, der Klagen gegen Saudi-Arabien wegen einer möglichen Verwicklung in die Anschläge vom 11. September 2001 ermöglicht.

Senat und Repräsentantenhaus des US-Kongresses stimmten am Mittwoch mit klarer Mehrheit für den Entwurf und überstimmten so zugleich ein entsprechendes Veto von US-Präsident Barack Obama. Kurz vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit muss Obama damit zum ersten Mal eine Niederlage vor dem Kongress hinnehmen.

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Weg frei für längeren Ausnahmezustand in der Türkei

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan / Bild: (c) Reuters
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan / Bild: (c) Reuters
Der Sicherheitsrat empfiehlt die Verlängerung des Ausnahmezustands. Eigentlich hätte er am 18. Oktober enden sollen. Nun kann Staatspräsident Erdogan weiter per Notstandsdekret regieren.

Die Presse.com

Der Nationale Sicherheitsrat der Türkei hat eine Verlängerung des Ausnahmezustands in dem Land empfohlen und damit den Weg für die umstrittene Maßnahme freigemacht. Unter dem Vorsitz von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe sich das Gremium für die Verlängerung ausgesprochen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Donnerstagfrüh.

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Babi Jar: Erschossen und in der Schlucht verscharrt

Gedenktafeln erinnern an die 33.771 ermordeten Juden in Babi Jar. Foto: dpa
Gedenktafeln erinnern an die 33.771 ermordeten Juden in Babi Jar. Foto: dpa
Vor 75 Jahren töten die Nazis in der Schlucht von Babi Jar 34.000 Juden. Der Vernichtungsfeldzug der Nazis gegen Europas Juden hat dort seinen Anfang genommen.

Frankfurter Rundschau

Raissa Maistrenko war erst drei Jahre alt, doch der eine Tag vor 75 Jahren hat sich in ihr Gedächtnis eingegraben. „Hier wurden wir versammelt und auf den ‚Todespfad‘ geschickt“, erzählt die 78-Jährige und zeigt auf die mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Böschung im Nordwesten der ukrainischen Hauptstadt. Ursprünglich lag die Schlucht außerhalb der Stadtgrenze von Kiew. Ihr Name, Babi Jar, steht für das schlimmste Massaker an Juden vor dem fabrikmäßigen Massenmord durch Gaseinsatz im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Nach ihrem Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 begannen die Nazis mit der systematischen Ermordung der Juden in den von ihnen eroberten Gebieten. Nach der Eroberung Kiews töteten SS-Sonderkommandos mit Hilfe ukrainischer Kollaborateure am 29. und 30. September in der Schlucht von Babi Jar 34.000 Juden, meist Ältere, Frauen und Kinder. Ohne Unterbrechung schossen sie auf ihre Opfer, die sich zuvor entkleiden und in die Schlucht legen mussten.

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