Archiv der Kategorie: Recht

Humanismus: Grundbegriffe

„Humanismus“ ist eine kulturelle Bewegung, ein Bildungsprogramm, eine Epoche, eine Tradition, eine Weltanschauung, eine Form von praktischer Philosophie, eine politische Grundhaltung, welche für die Durchsetzung der Menschenrechte und für humanitäre Praxis eintritt.

Humanistischer Verband Deutschlands

Das neue Kompendium erfasst die einfachen und allgemeinen Begriffe in ihrem Zusammenhang und stellt den Nutzen für die Erkenntnis gegenwärtiger Probleme in Medizin, Ethik, Ökonomie, Recht und Politik dar. Der Band enthält einen systematischen Teil und einen Teil mit den Grundbegriffen. Die verschiedenen Richtungen und Institutionen der humanistischen Bewegung in Geschichte und Gegenwart werden im Umriss sichtbar gemacht und die neuen Felder und Aufgaben gezeigt, die der Humanismus-Forschung durch die Entwicklung der modernen Medizin, der Menschenrechtspolitik und der Geschlechterstudien, der digitalen Revolution und der Globalisierung entstanden sind. Das humanistische Erbe aus Antike, Renaissance und Aufklärung wird kritisch mit diesen neuen globalen Anforderungen vermittelt.

Humanismus: Grundbegriffe versammelt neben einem knappen systematischen Teil vor allem kurze und prägnante Artikel zu insgesamt 38 Grundbegriffen: Von Arbeit, Aufklärung, Feier/Fest, Glück über Humanitäre Praxis, Liebe, Menschenrechte/Menschenwürde bis zu Religionskritik, Seelsorge, Wahrheit und Zweifel. Der Band resümiert einschlägige wissenschaftliche Arbeiten der letzten Jahre und stellt eine solide Grundlage nicht nur für weitere Forschungen, sondern auch für den praktischen Humanismus dar.

Für Getränke und einen kleinen Imbiss ist gesorgt. Um Anmeldung wird gebeten: info@humanistische-akademie-berlin.de

7. Juni 2016 – 17:0020:00

Buchvorstellung mit den Herausgebern Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Cancik, Dr. phil. habil. Horst Groschopp und Prof. Dr. phil. habil. Frieder Otto Wolf.

Offener Brief von AfD-Vize von Storch an Mazyek

beatrix_storch

AfD-Vize fordert die Muslime dazu auf, sich klar von problematischen Textstellen in Koran und Sunna zu distanzieren.
 

kath.net

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, hat den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) in einem Offenen Brief aufgefordert, sein Verhältnis zum Rechtsstaat und den Menschenrechten zu klären. In dem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Schreiben an den ZMD-Vorsitzenden Aiman Mazyek bezieht sich die Europäische Parlamentsabgeordnete auf die «Islamische Charta» von 2002, in der die Vereinigung ihre Haltung zum Grundgesetz und zur deutschen Mehrheitsgesellschaft formuliert. Hierzu richtet die AfD-Vize eine Reihe von Fragen an Mazyek. Im Kern fordert sie die Muslime dazu auf, sich klar von problematischen Textstellen in Koran und Sunna zu distanzieren.
So heißt es am Anfang: «Unterstützen Sie eine Initiative zur Ächtung der menschenrechtsverachtenden Teile der Scharia, um Organisationen und Einzelpersonen, die derlei fordern und fördern, verbieten zu können?»

Zu Artikel 10 der «Islamischen Charta», wonach das islamische Recht «Muslime in der Diaspora» verpflichtet, «sich grundsätzlich an die lokale Rechtsordnung zu halten», fragt von Storch: «Bedeutet das, dass die Gesetze für Muslime also nicht unmittelbar gelten, sondern nur und solange und soweit das islamische Recht dies für sie anordnet? Diese Verpflichtung gilt ausdrücklich für Muslime ‚in der Diaspora‘. Heißt das, nur solange die Muslime in der Minderheit sind, gilt diese Rechtstreue und danach fühlen sie sich nicht mehr an unsere Gesetzesordnung gebunden?»

weiterlesen

Pathologisch: EKD-Ratsvorsitzender fordert flächendeckenden Islamunterricht

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich für einen „flächendeckenden Islamunterricht“ an deutschen Schulen ausgesprochen.

evangelisch.de

Junge muslimische Schüler müssten die Möglichkeit erhalten, sich kritisch mit der Tradition ihrer Religion auseinanderzusetzen, sagte Bedford-Strohm der „Heilbronner Stimme“ (Freitagausgabe). „Sie können zugleich Neues über den Islam lernen – und das auf dem Boden des Grundgesetzes.“ Das sei die beste Möglichkeit, junge Muslime immun zu machen gegen die Versuchungen von Fundamentalisten.

weiterlesen

Warum der orthodoxe Islam mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist

Uwe Lehnert, Bild: freigeist-weimar.de

Uwe Lehnert ist vor allem durch sein Buch „Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung“ bekannt. Er äußert sich auch regelmäßig zu religions- und kirchenkritisches Themen.

Von Uwe Lehnert | Richard Dawkins-Foundation

Warum der orthodoxe Islam mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und daher als verfassungswidrig einzustufen ist

Zwei Feststellungen möchte ich meinem Beitrag vorausschicken:

1. Eine ausländerfeindliche und fremdenfeindliche Einstellung ist generell abzulehnen. Insofern verurteile ich Äußerungen, wie sie vielfach von rechtsextremer Seite verbreitet werden. Wenn meine im Folgenden dargelegten Gründe einer den orthodoxen Islam ablehnenden Einstellung auch z.B. mit Positionen der Partei AfD übereinstimmen, kann mich das nicht abhalten, diese Positionen dennoch aufrecht zu erhalten. Ich habe auch partielle Übereinstimmungen in der Sicherheits-, Wirtschafts- oder z.B. Bildungspolitik mit der CDU, der SPD oder z.B. den LINKEN und stimme doch mit diesen Parteien in wesentlichen Fragen nicht überein.

2. Ich habe eine generell religionskritische Einstellung und lehne für mich speziell die Lehre des Christentums ab. Die Gründe dafür habe ich ausführlich in meinem Buch dargelegt »Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung« (Tectum-Verlag, 2015, 6. Auflage). Aus weitgehend den gleichen wissenschaftlichen, philosophischen und weiteren sachlichen Gründen lehne ich auch den Islam als Religion ab. Dennoch akzeptiere ich selbstverständlich Menschen, die dem Christentum oder dem Islam anhängen, als gleichberechtigte Bürger, dann nämlich, wenn sie ihren Glauben ohne Anspruch auf allgemein politisch-gesellschaftliche Verbindlichkeit als ihre private Angelegenheit betrachten.

Warum lehne ich den Islam, wie er sich weltweit und in zunehmendem Maße auch in Europa und Deutschland ausbreitet, als Religion ab? Warum ist der Islam, wie er im Koran beschrieben wird, mehr als ein religiöser Glauben, dem nicht die Religionsfreiheit gewährt werden kann, wie sie im Grundgesetz verbürgt wird?

Die von den Repräsentanten des Islam vertretene Glaubenslehre ist eine polit-religiöse Ideologie, die über ihr spirituelles Angebot hinaus den Anspruch erhebt, das individuelle wie das gesamtgesellschaftliche Leben nach den Vorgaben des Koran, der Hadithe (Überlieferungen) und der Scharia verbindlich zu gestalten. Dieser Anspruch ist grundgesetzwidrig, insbesondere weil er alle Mitglieder einer Gesellschaft einbezieht, unabhängig davon, ob sie sich zum Islam bekennen oder nicht.

In den Ländern Europas, in denen der Islam noch keine Möglichkeit hat, seine aus dem Koran abgeleiteten Forderungen politisch durchzusetzen, begnügt man sich muslimischerseits, diese vorerst nur auf muslimische Glaubensangehörige anzuwenden. In Ländern, in denen der Islam zur Staatsreligion erhoben wurde – viele Länder des arabischem Raums, Beispiel Saudi-Arabien, auch einige ostasiatische –, gelten die islamischen Gesetze grundsätzlich für alle Bürger, gleichgültig welchen Glaubens oder Nichtglaubens sie sind.

weiterlesen

Klöckner bei Katholikentag: «Es gibt kein Recht auf ein Kind»

Julia Klöckner (September 2015). Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0

CDU-Vize sagt bei Katholikentag: Politik müsse bei dem Thema Grenzen setzen und werde deshalb für Reproduktionsmediziner immer ein Spielverderber sein.

kath.net

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner warnt vor einer Überhöhung der Reproduktionsmedizin. «Es gibt kein Recht auf ein Kind, auch kein Recht auf ein gesundes Kind», sagte Klöckner am Donnerstag beim Katholkentag in Leipzig. Politik müsse bei dem Thema Grenzen setzen und werde deshalb für Reproduktionsmediziner immer ein Spielverderber sein.
Bei gesetzlichen Regelungen müsse es um das Gemeinwohl gehen, betonte Klöckner, die auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist. Dabei gelte es auch, die Belange derjenigen in den Blick zu nehmen, die ihr Dasein einer künstlichen Befruchtung verdankten und beispielsweise wissen wollten, wer ihre Eltern seien.

weiterlesen

AfD-Forderung nach Abschaffung der Kirchensteuer

Bild: tilly
Bild: tilly
Keine Kirchensteuer mehr! Dass ein Politiker solch eine Forderung wieder einmal laut ausspricht. Darauf haben wir lange gewartet. Doch was tun, wenn diese Parole ausgerechnet aus den Reihen der AfD kommt?

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

Beatrix von Storch, die zuerst auf Kinder an den Grenzen schießen lassen wollte, dann doch nur auf die Frauen – und die hinter den Kulissen die federführende Triebkraft für das Anti-Islam-Parteiprogramm gewesen sein soll, das kürzlich erst auf dem Parteitag beschlossen wurde, ausgerechnet sie ist es, die nun argumentiert, dass die Kirchen ihre Steuern gefälligst selbst eintreiben sollen.

Man könnte nun triumphieren, hört sich das doch alles nach einer areligiösen Partei an, die auf der einen Seite Minarette und den Muezzin als Machtsymbole des Islam ablehnt, andererseits den Staat verdonnern will, die Privilegien des Christentums aus Artikel 140 Grundgesetz langsam, aber sicher abzuschaffen. Daneben möchte sie auch keine Beschneidungen mehr tolerieren, kein Schächten und keine religiösen Rituale, die mit hiesigen Gesetzen nur durch Umwege vereinbar sind. Juden, Muslime, Christen, eigentlich alle müssen bluten, wenn man die Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ in den letzten Monaten so betrachtet. Doch ist sie damit tatsächlich eine säkulare Kraft, der man als Atheist, Konfessionsloser oder Freidenker guten Gewissens seine Stimme geben kann?

Wer Kirchensteuer zahlt, ist noch nicht automatisch ein guter Christ – das hat spätestens Luther gelehrt. Und so ist auch noch kein guter Humanist, wer allein auf den Populismus hört, den selbst manch Atheist als lautes Geschrei in die Massen wirft. Denn eine Stärke hat die AfD: Taktisch klug erfasst sie eine nach der nächsten gesellschaftlichen Schicht, ohne sich dabei bei oberflächlichem Hinsehen selbst zu widersprechen. Denn es sind nicht die klassische Anhänger der römisch-katholischen Kirche oder der evangelischen Landeskirchen, die die „Alternative“ in ihren Reihen weiß – und um dessen Zustimmung sie fürchten müsste, würde sie sich nun mit Bischöfen und Finanzreferenten um die Taler anlegen.

weiterlesen

Vatileaks-Prozess: Zeuge hat Angeklagte Chaouqui schwer belastet

Vati-Leaks-logo

Vor dem vatikanischen Gericht hatte die italienische PR-Beraterin Chaouqui den Vorwurf der Staatsanwaltschaft bestritten.

kath.net

Im Prozess um die Weitergabe interner Unterlagen aus dem Vatikan an Journalisten hat ein Zeuge die angeklagte Francesca Chaouqui  schwer belastet. Das frühere Mitglied einer päpstlichen Finanzuntersuchungskommission habe in einer ersten Vernehmung durch die vatikanische Gendarmerie gestanden, Dokumente über die Vermögensverwaltung an den italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi gegeben zu haben, sagte ein vatikanischer Polizist laut Prozessbeobachtern am Dienstag. Vor dem vatikanischen Gericht hatte die italienische PR-Beraterin Chaouqui den Vorwurf der Staatsanwaltschaft bestritten. Die Sitzung am Dienstag dauerte fünf Stunden und endete gegen 20 Uhr. Die nächste Sitzung ist für den 14. Juni geplant.

weiterlesen

Die Kirche ordnet sich der Parteipolitik unter

Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, bei der Eröffnung des 100. Katholikentages. picture alliance
Heute beginnt der 100. Katholikentag in Leipzig. Doch unliebsame Themen wie die prekäre Lage christlicher Flüchtlinge in deutschen Unterkünften werden dort ausgeblendet. Auch mit der AfD will man nicht sprechen

Von Klaus-Rüdiger Mai | Cicero

Der CDU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg, hat in einem Interview die Flüchtlingskrise als zentrales Thema des gerade in Leipzig stattfindenden Katholikentages benannt. Dabei erweckte er den Eindruck, dass in seinen Augen scheinbar nur Muslime als Flüchtlinge zu gelten haben. Die teils katastrophale Situation von nichtmuslimischen Minderheiten in den Flüchtlingsheimen, von Christen und Jesiden, die laut einer Studie des christlichen Hilfswerks „Open Doors“ wegen ihres Glaubens geschlagen, beleidigt oder bedroht werden, sind für den Präsidenten hingegen kein Thema. Denn, so Sternberg: „Man muss sich davor hüten, es als typisch islamisch darzustellen, wenn Christen in mehrheitlich von Muslimen bewohnten Flüchtlingsheimen bedrängt werden.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte die dünne Faktenbasis der Studie bemängelt, Sternberg zieht diese jedoch an sich nicht in Zweifel. Die „Welt“ wiederum verwies auf mehrere selbst dokumentierte Einzelfälle schikanierter christlicher Flüchtlinge, die das Ergebnis der Studie bekräftigen sollten. Auch Open Doors widersprach dem FAS-Artikel.

weiterlesen

Studie: Finanzkrise trug zum Tod von 500.000 Krebskranken bei

Bild: Clemens Fabry
Viele Patienten auf der ganzen Welt konnten zwischen 2008 und 2010 nicht mehr angemessen behandelt werden, heißt es in einer Studie.

Die Presse.com

Die Finanzkrise hat offenbar zwischen 2008 und 2010 weltweit zum Tod von zusätzlich 500.000 Menschen durch Krebs beigetragen. Zahlreiche Patienten konnten nicht mehr angemessen behandelt werden, weil sie arbeitslos geworden oder Einschnitte im Gesundheitswesen vorgenommen worden seien, heißt es in einer am Donnerstag im Magazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Londoner Imperial College.

Demnach beobachteten die Forscher, dass jeder Anstieg der Arbeitslosigkeit und jeder Rückgang der Gesundheitsausgaben zu einem Anstieg der Krebstoten führt. Die Zahl der zusätzlichen Krebsopfer werde in den Mitgliedsländern der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) auf 260.000 geschätzt, weltweit könne dann von mehr als 500.000 zusätzlichen Todesopfern durch Krebs ausgegangen werden. Allein in der EU seien schätzungsweise 160.000 Menschen zusätzlich an Krebs gestorben.

weiterlesen

Pfaffenhofen: Pfarrer unter Verdacht

missbrauch_kathol

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt wegen sexuellen Kindesmissbrauchs gegen den Stadtpfarrer im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm.

Süddeutsche.de

Das hat Generalvikar Harald Heinrich am Donnerstagvormittag während des Fronleichnamsgottesdiensts bekannt gegeben. Bereits am Abend zuvor hatte das Bistum Augsburg die Pfaffenhofener Fronleichnamsprozession abgesagt, zunächst ohne Angabe von Gründen. Der Priester sei vorläufig von seinem Amt entbunden, sagte Heinrich, für ihn gelte aber die Unschuldsvermutung.

Nach den Worten des Generalvikars ging Mitte März im Bischöflichen Sekretariat ein anonymes Schreiben ein, das einen Übergriff des Pfarrers schilderte. Am 8. April habe die eingeschaltete Diözesanbeauftragte für die Prüfung von Missbrauchsvorwürfen die Ingolstädter Staatsanwaltschaft informiert. Dieses Vorgehen sei in der Diözese Augsburg üblich. Am Dienstag habe das Bistum von dem Ermittlungsverfahren erfahren, danach sei der Pfarrer sofort bis auf weiteres von seinem Amt entbunden worden. Die Freistellung, so der Generalvikar, bedeute allerdings keine Vorverurteilung durch das Bistum, das die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach allen Kräften unterstütze.

weiterlesen

Das ist der neue Taliban-Chef

Mullah Haibatullah Akhundzada © / Reuters
Der neue Talibanführer Haibatullah Akhunzada ist der spirituelle Vater einer neuen, jungen Garde. Seine Ernennung kommt überraschend.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Der offizielle Titel des neuen Talibanchefs Haibatullah Akhunzada lautet wie bei seinen Vorgänger „Amir ur Muminin“ – der Führer der Gläubigen. Doch der 56-jährige islamische Geistliche, der bislang als stellvertretender Talibanchef im Schatten des am Samstag von den USA getöteten Aktar Mansur stand, ist vor allem der spirituelle Vater der jungen Milizengarde.

Während er in der zweiten Hälfte der 90er Jahre als Militärrichter der Taliban drakonische Strafen verhängte, studierten im islamischen Seminar Haibatullahs im südafghanischen Kandahar bis 2001 die Kinder und Enkel der Führer seiner Bewegung, der Nachwuchs der in Afghanistan untergeschlüpften arabischen Al Kaida Größen und die hellsten Köpfe am Hindukusch, die von den Mullahs in Afghanistan gefunden werden konnten. Nach der Vertreibung aus Kabul und Kandahar wurde die Kaderschmiede im pakistanischen Grenzort Chaman neu aus der Taufe gehoben.

weiterlesen

Jung, feministisch und islamisch

Muslimische Studentin während des Galaabend im Auswärtigen Amt Berlin zugunsten des Studiengangs „European Studies“. (picture alliance / Andreas Keuchel)
Islamischer Feminismus – ist das widersinnig? Keinesfalls, meinen einige Musliminnen. Die jungen Frauen wollen – ähnlich wie feministische Christinnen – ihre Religion neu interpretieren, diesmal frauenfreundlich.

Deutschlandradio Kultur

Plötzlich sind sie da. Manchmal mit Kopftuch, manchmal ohne, aber immer mit lauter Stimme, unüberseh- und unüberhörbar. Junge Frauen, die sich als Musliminnen und Feministinnen verstehen. Frauen wie die Poetry-Slammerin Faten El-Dabbas vom Künsterkollektiv I-Slam:

„Mein Kleidungsstil missfällt ihnen, mein Name löst Chaos bei ihnen aus, wer ich wirklich bin, kümmert sie nicht… muss das alles sein, dass ich meine Finger verbrenne, wenn ich meine Hand reich.“

Die älteren Feministinnen vom Schlage einer Alice Schwarzer reiben sich verwundert die Augen. Der Islam ist für sie eine zutiefst patriarchalische, ja frauenverachtende Religion. Feminismus und Islam schließen sich ihrer Ansicht nach gegenseitig aus. Nur eine Frau, die das Kopftuch ablege und sich vom Islam abwende, könne sich wahrhaft befreien – so die reine feministische Lehre.

weiterlesen

Antisemitismus-Vorwurf: Dialog-Beauftragter der bremischen Kirche zurückgetreten

Nach Antisemitismus-Vorwürfen ist der Beauftragte für den Dialog mit den Religionen in der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Volker Keller, am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten.

evangelisch.de

Er hatte sich in einer Mail in ironisch gemeinter Weise als „Antisemit“ bezeichnet. Diese Formulierungen seien außerordentlich missverständlich und unangemessen gewesen, räumte Keller ein: „Ich habe damit bei vielen Menschen massive Irritationen ausgelöst, insbesondere bei Menschen jüdischen Glaubens.“ Die Jüdische Gemeinde in Bremen hatte Keller Antisemitismus vorgeworfen.

Anlass des Konflikts war eine Lesung des Bremer Publizisten Arn Strohmeyer zum Nahostkonflikt in Bremen-Vegesack, wo Keller als Gemeindepastor arbeitet. Strohmeyer wird von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde und von einem Journalisten der „Jerusalem Post“, Benjamin Weinthal, als Antisemit bezeichnet. Er ruft unter anderem zum Boykott gegen Produkte aus den von Israel besetzten Gebieten auf. Keller hatte versucht, die Kritik des Antisemitismus in einer, wie er selbst sagte, „Spottmail“ ironisch zurückzuweisen.

weiterlesen

Bayrischer AfD-Chef: Kirche bereichert sich an Flüchtlingskrise

Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron verlangt ein „Ende der Kirchensubventionierung durch Steuergelder“ © Matthias Balk/DPA
Für Bayerns AfD-Landesvorsitzenden Petr Bystron steht fest, dass die von der Kirche propagierte Flüchtlingsfreundlichkeit nur einen Grund hat: an der Krise zu verdienen – auf Kosten der Steuerzahler.
 

stern.de

Die AfD verschärft ihren Kurs gegenüber der katholischen und evangelischen Kirche. Bayerns AfD-Landesvorsitzender Petr Bystron wirft beiden Kirchen vor, über ihre Wohlfahrtsverbände „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ ein Milliardengeschäft mit der Flüchtlingskrise zu machen.

Beide Kirchen hätten aus kommerziellen Gründen ein großes Interesse an weiterer Flüchtlingszuwanderung. „Die vordergründig propagierte Flüchtlingsfreundlichkeit finanziert zugleich eine gigantische Wohlfahrtsindustrie unter dem organisatorischen Dach der Kirchen“, sagte Bystron, der seine Kritik zuvor in einem Beitrag für die „Huffington Post“ veröffentlicht hatte. Branchenführer seien die katholische Caritas und das evangelische Diakonische Werk.

weiterlesen

Ex-Muslimin Mina Ahadi über die AfD

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Ex-Muslimin Mina Ahadi: „Wenn man den Islam kritisiert, hat man Probleme mit den linken Intellektuellen“

Interview Michael Vosatka | derStandard.at

Das Treffen zwischen der islamophoben Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) in Berlin endete am Montag nach kurzer Zeit in einem programmierten Eklat.

Zentralrats-Chef Aiman Mazyek hatte AfD-Vorsitzende Frauke Petry zum Gespräch geladen, verbunden mit der Frage „Warum hassen Sie uns?“. Der Zentralrat forderte, dass die AfD den Satz, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, aus dem Parteiprogramm streicht. Die AfD wiederum stößt sich an der Gleichsetzung mit der NS-Ideologie durch den Zentralrat und forderte einen Widerruf.

Die AfD hatte zuletzt auch bei Mina Ahadi, der Vorsitzenden des religionsfreien Zentralrats der Ex-Muslime wegen eines Gesprächs angefragt. Ahadi erteilte Petry in einem offenen Brief eine Absage. Im Gespräch mit dem STANDARD erläutert sie ihre Gründe und spricht über Islamkritik und Multikulturalismus.

STANDARD: War das Treffen zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime von vorneherein nur eine Show mit logischem Scheitern?

Mina Ahadi: Ich denke auch, dass sowohl der Zentralrat als auch die AfD einige Punkte vertreten, die nicht miteinander vereinbar sind. Der Satz im Parteiprogramm, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, ist eine Identitätsfrage für die AfD, es stehen die Standpunkte gegeneinander.

weiterlesen

Bild: quotenqueen.wordpress.com
Bild: quotenqueen.wordpress.com

Britische Neo-Nazis schänden KZ Buchenwald

Screenshot Twitter bb
Screenshot Twitter bb
Im KZ Buchenwald starben während der NS-Zeit mehr als 56.000 Häftlinge. Heute ist das ehemalige Lager ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Britische Neo-Nazis haben die Würde des Ortes einem Medienbericht zufolge aufs Gröbste verletzt. Der Staatsschutz fahndet nun nach ihnen.
 

FOCUS ONLINE

Wie „bild.de berichtet, hätte sich der Zwischenfall im sogenannten Leichenkeller des ehemaligen Krematoriums veröffentlicht. Der genaue Zeitpunkt der Aufnahme sei unbekannt, jedoch wurde es am 20. Mai auf dem Twitter-Konto der britischen Neo-Nazi-Gruppe „National Action“ veröffentlich.

Im Leichenkeller, heißt es weiter bei „bild.de“, seien zur NS-Zeit Leichen gesammelt und dann per Aufzug in den Verbrennungsraum gebracht worden. Weitere 1100 Personen seien damals in diesem Raum getötet worden – sie wurden an Wandhaken erdrosselt. Diese hätten die Engländer auf dem Foto markiert und darin mit dem Hinweis „Meat hook“ (Englisch: Fleischhaken) versehen.

weiterlesen

Schweiz: Muslimische Schüler müssen Lehrerin die Hand geben

Im Schweizer Kanton Basel-Landschaft darf künftig kein Schüler mehr aus religiösen Gründen seinen Lehrern den Handschlag verweigern. Bei Missachtung drohen den Eltern empfindliche Strafen.

SpON

Seit Wochen diskutieren die Schweizer darüber, ob zwei muslimische Schüler ihrer Lehrerin die Hand geben müssen oder nicht. Nun hat die zuständige Schulbehörde reagiert und den Handschlag für alle Schüler zur Pflicht erklärt.

Die 14 und 15 Jahre alten Brüder aus Syrien, die im kleinen Ort Therwil in der Nähe von Basel die Schule besuchen, hatten den Handschlag aus religiösen Gründen verweigert. Dabei ist dieser an vielen Schweizer Schulen Tradition.

weiterlesen

Bundestagsdebatte zu Armeniergenozid: Türkischer Druck befürchtet

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Der Deutsche Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden – Auch Vatikan ist stark interessiert am Ausgang des Votums

kath.net

Die Kurdische Gemeinde Deutschland sieht den Versuch einer „türkischen Lobby“, in der Frage der Anerkennung des Armeniergenozids der Jahre 1915-1918 Einfluss auf die Bundestagsabgeordneten zu nehmen, die jetzt darüber beraten. Ihr liege ein gemeinsames Schreiben unter anderem der Berliner Türkischen Gemeinde und der türkischen Botschaft vor, in dem in Deutschland lebende türkischstämmige Bürger aufgerufen würden, in der Armenierfrage auf jeden Bundestagsabgeordneten Einfluss zu nehmen, so die Kurdische Gemeinde am Mittwoch in Gießen.
Zwischen 1915 und 1918 waren im damaligen Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier, Pontusgriechen, Assyrer und Aramäer ermordet worden. Der Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden.

weiterlesen

Das Recht auf Luthers Seite

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Dreißig Jahre früher, und es hätte keine Reformation in Deutschland gegeben: Erst der „Ewige Landfriede“ von 1495, der das Gewaltmonopol dem Staat überschrieb und Fehden zwischen regionalen Herrschern an das Reichsgericht verwies, gab den Fürsten die notwendige Eigenständigkeit, mit der der sächsische Kurfürst Friedrich den geächteten Martin Luther schützen konnte.

Von Marcus Mockler | EKD

Davon ist der Tübinger Rechtsprofessor Martin Heckel überzeugt. Der 86-jährige, vielfach ausgezeichnete Staats- und Kirchenjurist hat eine 700-seitige Studie über rechtliche Voraussetzungen und Konsequenzen der Reformation verfasst.

Als Luthers Lehren 1521 auf dem Wormser Reichstag verworfen und er selbst für vogelfrei erklärt wurde, brachten ihn Soldaten des Kurfürsten heimlich in Sicherheit auf die Wartburg. Luther hatte schon zuvor appelliert, dass ein Konzil über seine Sache entscheiden sollte. Dahinter steckte einerseits die Überzeugung, dass ein solches Gremium fairer mit seiner Kritik am Ablasshandel umgehen würde als macht- und geldgierige Regenten. Es war aber auch juristisch ein kluger Schachzug, denn dieser Appell konnte aufschiebende Wirkung haben. Das heißt: So lange nicht endgültig über Luthers Thesen entschieden war, durfte der Bann an ihm nicht vollstreckt werden.

weiterlesen

Vatikan-Bank: Ex-Deutschbanker Börsig geht im Streit

Vatikanbank
Vatikanbank
Bei der skandalgeplagten Vatikan-Bank ist ein Führungsstreit eskaliert. Wegen unterschiedlicher Auffassungen haben die nicht-klerikalen Vorstandsmitglieder Börsig und Salvatori das Institut verlassen.

SpON

Der frühere Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Clemens Börsig, verlässt die Führung der Vatikan-Bank im Streit. Er habe ebenso wie sein italienischer Vorstandskollege Carlo Salvatori wegen unterschiedlicher Ansichten über die Führung des Instituts seinen Posten geräumt, teilte der Vatikan mit.

weiterlesen