Die Taliban in Afghanistan lassen sich nicht stoppen

Die Taliban – hier ein Foto aus dem Juni – erobern immer mehr Territorium.Foto: Parwiz/Reuters
Die Islamisten kontrollieren nun Ghazni in Zentralafghanistan. Der Fall der strategisch wichtigen Stadt verdeutlicht die Sicherheitslage.

Von Agnes Tandler | DER TAGESSPIEGEL

„Unsere Stadt ist abgebrannt, unser Haus ist abgebrannt, wir haben alles verloren“, klagt Fatima im afghanischen Sender Tolo TV. „Was müssen wir tun, damit die Regierung uns hört?“ Tagelange hatte die afghanische Regierung in Kabul erklärt, in Ghazni sei alles unter Kontrolle.

Doch diejenigen Einwohner, die wie Fatima aus der Provinzstadt knapp 150 Kilometer entfernt nach Kabul fliehen konnten, zeichneten ein anderes Bild. Horrorgeschichten einer belagerten Stadt ohne Wasser, Strom und Nahrung, wo Menschen wegen der heftigen Kämpfe Verwundeten nicht ins Krankenhaus bringen können und niemand die Leichen barg, während Taliban-Kämpfer von Haus zu Haus gingen, um jeden zu erschießen, der auch nur unter Verdacht stand, auf Seiten der Regierung zu sein.

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Österreich: Glaubensgemeinschaft erteilt Imam Predigtverbot

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat einem Imam in Wien-Favoriten ein vorläufiges Predigtverbot erteilt, berichtete die Gratiszeitung „Heute“ am Dienstag.

derStandard.at

Der Mann war bereits mehrmals mit radikalen Ansichten aufgefallen. Zuletzt hatte FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus Anzeige gegen ihn erstattet, nachdem abermals ein Video mit dessen Predigten veröffentlicht wurde.

„In den Moscheen, die der islamischen Glaubensgemeinschaft zugeordnet sind, darf es zu keinen radikalen Aussagen kommen“, kommentierte IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun gegenüber „Heute“ den Fall. Die Glaubensgemeinschaft habe entsprechende Schritte eingeleitet und der betreffenden Person ein „präventives Predigtverbot“ erteilt, bis die genauen Umstände geklärt seien. Allerdings handle es sich bei dem Mann „um keinen bei der IGGÖ offiziell gemeldeten Imam“.

Hausarrest statt Gefängnis für Erzbischof Wilson – „Weder Reue noch Bußfertigkeit“

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der katholische Erzbischof Philip Wilson kann seine zwölfmonatige Haftstrafe wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen in Hausarrest statt im Gefängnis verbringen. Über die Gerichtsentscheidung aus Newcastle berichten australische Medien.

DOMRADIO.DE

Ein Gutachten der Justizverwaltung habe dem 67-Jährigen bescheinigt, die Bedingungen für einen Hausarrest zu erfüllen, sagte Stone. Wilson muss für diese Zeit eine elektronische Fußfessel tragen. Mitte Februar will das Gericht dann darüber befinden, ob die zweiten sechs Monate des Hausarrests auf Bewährung ausgesetzt werden.

Der Ort des Hausarrests wurde nicht bekanntgegeben. Jedoch gehen australische Medien davon aus, dass Wilson ihn im Haus seiner Schwester verbringen wird, wo er bereits seit seiner Freilassung auf Kaution lebt. Beim Verlassen des Gerichts forderten Missbrauchsopfer den früheren Erzbischof von Adelaide laut Bericht auf, sich bei ihnen für das angetane Leid zu entschuldigen.

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Russland unterstützt die Türkei im Streit mit den USA

Russlands Aussenminister Sergei Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlut Cavusoglu bei ihrem Treffen in Ankara. (Bild: Burhan Ozbilici / AP)
Nach neuen Sanktionen und Strafzöllen haben Russland und die Türkei gemeinsam die Politik der USA scharf kritisiert. «Diese Politik darf nicht fortgesetzt werden», sagte der russische Aussenminister Sergei Lawrow bei einem Besuch in Ankara.

Neue Zürcher Zeitung

«Wir sehen die Verschärfung von Sanktionen als nicht legitime Politik», sagte Lawrow. Die USA wollten den Ton in internationalen Angelegenheiten ohne Abstimmung mit anderen Staaten vorgeben. In der vergangenen Woche hatte Washington sowohl Strafmassnahmen gegen Moskau als auch gegen Ankara verhängt. Im Fall der Türkei verdoppelte Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus der Türkei. Die Lira, die seit Monaten schwächelt, ging daraufhin in den freien Fall.

Lawrows türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu forderte während der gemeinsamen Pressekonferenz, dass die «Ära der Schikanen» enden müsse. Die USA würden nur respektiert werden, «wenn sie anderen Ländern und ihren Bedenken zuhören und alle als gleich ansehen».

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Dodo Gloria: „Natürlich ist Maria in den Himmel aufgefahren!“

© Bild: picture alliance/Geisler-Fotopress
Gloria von Thurn und Taxis erklärt, warum ihr der Namenstag „viel wichtiger“ ist als der Geburtstag – und warum die Himmelfahrt Mariens, ihrer Namenspatronin, außer Frage steht.

katholisch.de

Gloria von Thurn und Taxis (58) ist der Namenstag „viel wichtiger“ als der Geburtstag. „Weil der Heilige, dessen Namen man trägt, der wichtigste Beschützer des ganzen Lebens ist“, sagte die Fürstin aus Regensburg den im Augsburger Verlag Sankt Ulrich erscheinenden Wochenzeitungen „Neue Bildpost“ und „Katholische SonntagsZeitung“. Somit würden der Namenspatron und der Schutzengel zu den persönlichen, direkten Ansprechpartnern des Täuflings für die gesamte Zeit auf Erden.

„Ich habe das Glück, Mariae Gloria heißen zu dürfen – und daher ist die Gottesmutter meine Namenspatronin“, so die Adelige mit Blick auf das Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August.

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Irland: Berichte über Vertuschungsversuche des Vatikan

In Irland wird über den Missbrauchsskandal der 2000er Jahre diskutiert. Damalige Regierungspolitiker werfen dem Vatikan vor, ein Abkommen geplant zu haben, das ihn vor Ermittlungen schützt. Nun meldet sich Primas Diarmuid Martin.

katholisch.de

Der Erzbischof von Dublin und Primas der katholischen Kirche in Irland, Diarmuid Martin, hat nach eigenem Bekunden keine Informationen über angebliche Vertuschungsversuche des Vatikan im Missbrauchsskandal. Anfang der 2000er Jahre soll der damalige Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano nach Medienberichten den irischen Staat um ein spezielles Abkommen gebeten haben. Martin erklärte laut „Irish Times“ vom Montag, er sei von „keiner der beiden Seiten“ über etwaige Absichten oder Absprachen informiert worden. Er unterstrich die Bedeutung eines „transparenten Dialogs zwischen Staat und Kirche“ – bei gleichzeitiger „Trennung von Staat und Kirche“.

Die frühere irische Präsidentin Mary McAleese hatte vergangene Woche in der „Irish Times“ erklärt, Kardinal Sodano habe sie bei einem Staatsbesuch in Italien 2003 zu einem Abkommen überreden wollen. Dieses habe vatikanische und diözesane Dokumente vor Zugriffen des irischen Staates schützen sollen, zum Beispiel bei polizeilichen Ermittlungen in Missbrauchsfällen.

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Bayer-Aktie stürzt nach Glyphosat-Urteil ab

Aufnahme des Bayer-Logos (Symbolbild)Foto: AFP/Patrik STOLLARZ
Kurssturz am Wochenbeginn: Nach einer US-Schadensersatzklage gegen die Bayer-Tochter Monsanto verkaufen Bayer-Anleger massiv Aktien.

DER TAGESSPIEGEL

Eine Schadenersatzklage in den USA im Zusammenhang mit einem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto hat Anleger des deutschen Dax-Konzerns am Montag auf dem falschen Fuß erwischt. Die Aktien rauschten am Montagmorgen um bis zu 13 Prozent in die Tiefe. „Das sorgt für massive Unsicherheit“, sagte ein Händler. „Es geht nicht so sehr um die Summe, die gezahlt werden muss, sondern mehr darum, dass jetzt noch viel mehr Klagen erwartet werden.“

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Cem Özdemir: Heimat gibt es nicht alleine

Wer seine Heimat mit Stacheldraht schützen will, wendet sich nach den Worten des Grünen-Politikers Cem Özdemir von der Liebe Gottes ab. „Wer den Begriff Heimat benutzt, um sich abzuschotten, hat kein echtes Interesse daran, die Heimat zu schützen“, sagte Özdemir am Sonntag in einem Gottesdienst zum Rockfestival „Open Flair“ in Eschwege.

evangelisch.de

An dem Gottesdienst, der auf einer Bühne außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes stattfand, nahmen rund 700 Besucher teil. „Heimat wird nicht weniger, wenn man sie teilt“, wandte sich Özdemir gegen Abgrenzungsversuche. Heimat sei keine statischer Begriff, sondern etwas, das sich verändere. Auch Musik könne Heimat sein. Ebenso könne auch der religiöse Glaube zu Sicherheit und Geborgenheit verhelfen. Wichtig sei vor allem zu verstehen, dass es Heimat nicht allein gebe. Das Open-Flair-Musikfestival ist mit rund 25.000 Besuchern nach eigenen Angaben das größte Musikfestival in Hessen.

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Ins Essen verbissen – was eine gesunde Ernährung ist, darüber lässt sich genüsslich streiten

Bild: Flickr/Kim Scarborough (CC-BY-SA 2.0)
Woran liegt es, dass die Menschen immer dicker werden? Und wie ernähre ich mich am besten? Auf diese Fragen gibt es teilweise abenteuerliche Antworten, wie unsere Kolumnistin an einem Kongress lernen musste.

Nicola von Lutterotti | Neue Zürcher Zeitung

Wer sich wundert, weshalb dasselbe Nahrungsmittel heute gesund und morgen wieder bedrohlich sein kann, sollte einmal einen ernährungswissenschaftlichen Kongress besuchen. So viel Uneinigkeit sieht man selten! Das zeigte sich unlängst auch an einer vom Swiss-Re-Institut und vom «British Medical Journal» ausgerichteten Tagung in Rüschlikon, Zürich. Hochkarätig besetzt, war die Veranstaltung angetreten, das undurchdringbare Ernährungsdickicht zu entflechten. Die zum Teil kriegerischen Debatten, denen ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen war, sorgten allerdings für noch mehr Verwirrung.

Buchstäblich festgebissen hatten sich die Diskussionsteilnehmer etwa in der Frage, welche Ernährungsart den lebensstilbedingten Diabetes («Alterszucker») bessern oder gar heilen kann. Mit jeweils passenden Studiendaten hantierend, sprachen sich die einen für eine kohlenhydratarme und zugleich fettreiche Diät aus, während andere vor einer solchen Ernährung explizit warnten. Wieder andere vertraten die Ansicht, solange Diabetiker genügend abspeckten, könnten sie essen, was sie wollten.

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Mit Allah gegen den US-Dollar

Bild: publicdomainpictures.net/CC0
Kurzer Überblick über den geopolitischen und ökonomischen Hintergrund der aktuellen Krise in der Türkei

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Die Töne werden zunehmend schriller im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei. Nachdem US-Präsident Donald Trump mittels eines Tweets, in dem er die Verdopplung der US-Strafzölle gegen die Türkei ankündigte, die türkische Lira abstürzen ließ, sprach der türkische Staatschef Erdogan von einem „Wirtschaftskrieg“, der von „außen“ gegen sein Land geführt werde. Dollar, Euro und Gold seien die „Patronen, Kanonen und Raketen“ dieses Krieges, so Erdogan.

Die USA hätten der Türkei „den Rücken zugekehrt“, es gebe eine „Währungsverschwörung“ gegen die Türkei, behauptete Erdogan, der abermals eine Anhängerschaft aufrief, Euro, Dollar und Gold gegen die schwindsüchtige türkische Lira einzutauschen, um den „nationalen Kampf“ zu gewinnen. Dabei appellierte der türkische Präsident an den Nationalismus und die religiöse Identität seiner Gefolgschaft: „Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott.“

Neben der ins Hysterische abdriftenden Rhetorik des Präsidenten bemüht sich aber Ankara – bislang erfolglos – um eine Eindämmung der Währungsturbulenzen. Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak, der inzwischen den Posten des türkischen Finanzministers bekleidet, kündigte ein nicht näher spezifiziertes „Maßnahmenpaket“ an, das die Unabhängigkeit der Notenbank sicherstellen, die zweistellige Inflation bekämpfen, und die überhitzte Konjunktur dämpfen solle.

Bislang haben diese Ankündigungen, die mit dem bisherigen Wirtschaftskurs von Staatschef Erdogan – der sich wiederholt als „Zinskritiker“ outete – brechen würden, keine Erholung des Lirakurses zur Folge gehabt. Die türkische Währung ist massiv abgestürzt. Allein die Ankündigung Trumps, weitere Strafzölle zu erlassen, ließ die Lira um 20 Prozent einbrechen. Das türkische Währungsdesaser wird aus mittelfristiger Perspektive erst voll ersichtlich: Vor einem Jahr konnten die Bürger der Türkei einen US-Dollar für rund 3,5 Lira erwerben, nun sind es rund 6,5 Lira.

Den unmittelbaren Anlass dieser Eskalation zwischen den USA und der Türkei bildete die von Ankara praktizierte Politik inoffizieller Geiselnahmen ausländischer Bürger, um hierdurch politische Konzessionen zu erpressen. In Deutschland war es der Fall des monatelang unter fadenscheinigen Gründen inhaftierten Journalisten Deniz Yücel, der diese Praxis ins Bewusstsein der Öffentlichkeit brachte.

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Wie Forscher Tiere wie das Mammut wiederbeleben wollen

 Image: Wikimedia Commons
Mammut, Auerochse und Wandertaube sind längst ausgestorben. Genforscher hegen die Hoffnung, solche Tiere im Reagenzglas zu züchten.

NRZ.de

Klingt fast zu verrückt, um wahr zu sein: Forscher versuchen, wieder Mammuts in die Welt zu setzen. Und auch andere ausgestorbene Tiere sollen bald wieder auf der Erde wandeln. Seit 2008 die Genomsequenz von Mammuts entschlüsselt worden ist, machen sich Wissenschaftler Hoffnungen die elefantenähnlichen Tiere wieder ins Leben zurückzuholen.

Eine Idee, die offensichtlich nicht nur George Church begeisterte, Genetik-Professor an der Harvard University. Eines seiner Forschungsprojekte beschäftigt sich mit den vor Jahrtausenden ausgestorbenen Mammuts. Als er 2015 mit dem Silicon Valley-Milliardär Peter Thiel in Kontakt trat, spendete dieser rund 100.000 US-Dollar für das ungewöhnliches Projekt der Mammut-Wiederbelebung.

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Katholik Steve Bannon – Kommt der Rechtsruck in Europas Kirchen?

Steve Bannon, Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Gage Skidmore

Steve Bannon, der rasputinhafte Stratege, der 2016 den Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump ersann, verfolgt neben seiner rechten Netzwerkarbeit in der Politik auch eine kirchliche Agenda.

Thomas Seiterich | katholisch.de

Leidenschaftlich polemisiert der erzkonservative Katholik gegen menschenrechtlich und sozial engagierte Bischöfe und Kirchen. Man sollte hellwach sein und öffentlich darüber berichten, welche Allianzen Bannon schmiedet, wenn er – wie jüngst beim Englandbesuch von Trump – in einem Londoner Hotel Hof hält und praktisch im Stundentakt Rechtsaußenvertreter aus Europa trifft, darunter auch Kirchennahe.

Bannon will, dass die Nationalpopulisten bei der Europawahl im Mai 2019 zu einer der mächtigsten Kräfte werden. Er trennt nicht zwischen Politik und Religion. Kirchen und Parteien sind für ihn lediglich einflussreiche Kräfte, die es zu benutzen oder zu gilt. Er wittert die Verunsicherung in den Kirchen und spürt ihr Potenzial, Steigbügelhalter für die große Wende nach rechts zu werden.

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CSU-Familiengeld: Söder sollte eine Denkpause einlegen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. (Foto: dpa)
Das bayerische Familiengeld sollte vor allem ärmere Familien unterstützen – doch aus Sicht des Bundes ist das gar nicht möglich. Damit entpuppt sich wieder eine von Söders großen Ideen als Luftnummer.

Von Lisa Schnell | Süddeutsche Zeitung

Markus Söders Versprechen war eindeutig: Alle Familien erhalten mehr Geld als bisher. Alle, auch Empfänger von Sozialleistungen. So sagte es Söder in seiner Regierungserklärung, so bekräftigte es die Sozialministerin. Es war ein Versprechen, das Söder nicht halten konnte. Nach Auffassung des Bundesarbeitsministeriums muss das Familiengeld mit Sozialleistungen verrechnet werden. Gerade die Ärmsten gingen damit leer aus.

Damit entpuppt sich wieder eine von Söders großen Ideen als Luftnummer. Ähnlich ging es ihm mit seiner Grenzpolizei. Sie sollte Bayerns Eigenständigkeit demonstrieren, am Ende ist sie nicht mehr als eine Hilfstruppe der Bundespolizei. Söder ist stolz darauf, dass er nicht nur redet, sondern handelt. Er könnte seinen Tatendrang zwischendurch aber auch mal bremsen und eine Pause zum Nachdenken einlegen und diese auch seinen Ministern gönnen.

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Bevölkerung bei der Endlagersuche einbinden

Bild: GNS Gorleben
Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) will, dass die Bevölkerung bei der Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Atommüll umfassend einbezogen wird. „Wir wollen ein Verfahren haben, das die Menschen wirklich mitnimmt“, sagte der 80-Jährige dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Göttingen. „Wir wollen, dass die Menschen überzeugt sind, hier wird nicht vorentschieden, sondern es geht einzig und allein um die Frage der Eignung.“

evangelisch.de

Töpfer ist einer von zwei Vorsitzenden des Nationalen Begleitgremiums zur Endlagersuche. Die zurzeit zwölf Mitglieder des Gremiums sollen darauf achten, dass die Öffentlichkeit am Suchprozess beteiligt wird, also betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Gehör und Beachtung verschaffen. Das Gremium wird nach der Sommerpause auf 18 Personen aufgestockt.

Bei dem Suchverfahren seien Sorgfalt und Vertrauen wichtiger als ein bestimmter Zeitrahmen. Es gehe deshalb „nicht darum, dass wir einen bestimmten Termin einhalten“, betonte Töpfer: „Es ist wichtig, dass nicht der Fehler gemacht wird, zuerst einen Standortvorschlag zu erarbeiten und dann die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu suchen.“

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Twitter will Verschwörungstheoretiker nicht sperren

foto: apa/afp/justin tallis Twitter-Chef Jack Dorsey findet, dass eine Sperre zwar kurzfristig Nutzer erfreuen würde, auf Dauer aber nur schädlich ist.
Im Netz wird diskutiert, inwiefern freie Meinungsäußerung erlaubt sein darf

Muzayen Al-Youssef | derStandard.at

Das Pentagon habe Chemikalien, genannt die „Schwulenbombe“, in das US-Wasserversorgungssystem entweichen lassen, sodass nun sogar die „verdammten Frösche schwul sind“. Millionen illegale Migranten hätten an der US-Präsidentschaftswahl 2016 teilgenommen. Und ein Amoklauf in einer Volksschule in Connecticut im Jahr 2012, bei dem 28 Menschen, darunter 20 Kinder, starben, sei eigentlich nur vorgespielt gewesen. Die Opfer seien angeblich Kinderschauspieler, die Intention dahinter sei, das US-Waffenrecht einzuschränken: Es sind Verschwörungstheorien wie diese, die den Radiomoderator Alex Jones und seine Sendung Infowars im Netz berüchtigt machten.

Gewaltverherrlichend

Vor allem in der US-amerikanischen Alt-Right-Szene konnte er sich über die Jahre als eine Ikone etablieren, die ihre Fans regelmäßig mit Videos, Texten und Radiosendungen versorgte. Nun drehten ihm die meisten seiner bevorzugten Distributionskanäle, Youtube, Facebook, Spotify, iTunes und sogar Pornoseiten, den Hahn ab. Jones’ Inhalte seien, so die Begründung, gewaltverherrlichend und menschenverachtend.

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Prozess gegen Kardinal Pell beginnt – Maulkorb für die Medien

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der australische Kurienkardinal George Pell ist seit Juni 2017 als Finanzchef des Vatikans beurlaubt. In Melbourne beginnt der Strafrechtsprozess gegen ihn, aufgrund von zwei Fällen sexueller Übergriffe. Er darf Australien derzeit nicht verlassen.

DOMRADIO.DE

An diesem Montag beginnt in Melbourne das Hauptverfahren gegen Kurienkardinal George Pell um zwei Fälle sexueller Übergriffe. Der 77-jährige Finanzchef des Vatikan ist der bislang höchstrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor einem weltlichen Gericht verantworten muss. Medien ist aufgrund der australischen Rechtslage die Berichterstattung verboten.

Unbekannt sind auch Anklagepunkte

Dieses Verbot schließt auch Berichte über das Verbot selbst ein. „Das Publikationsverbot gilt für alle Bundesstaaten und Territorien in Australien sowie für alle in Australien zugängliche Websites oder andere elektronische (Medien) oder Sendeformate“, hieß es im Antrag der Staatsanwaltschaft zum Schutz des Richters und der Geschworenen vor Beeinflussung durch die Öffentlichkeit. Das Verbot bleibt bis zum Ende des Verfahrens einschließlich einer möglichen Berufungsverhandlung in Kraft.

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Österreich: Regierung mit Erlass gegen unkontrollierte Schlachtungen

foto: apa/dpa/mohssen assanimoghaddam Die FPÖ will per Erlass die unkontrollierte Schlachtung von 25.000 Schafen pro Jahr unterbinden.
„Illegale Hinterhofschlachtungen“ sollen unterbunden werden. Die Regelung tritt kurz vor dem islamischen Opferfest in Kraft

derStandard.at

Kurz vor Beginn des islamischen Opferfests (heuer von 21. bis 24. August) setzt die Bundesregierung eine Regelung in Kraft, mit der „illegale Hinterhofschlachtungen“ unterbunden werden sollen. Der Erlass des Sozialministeriums gilt ab 15. August. Wie man bei der FPÖ meint, soll damit die tierquälerische und hygienisch gefährliche Tötung von rund 25.000 Schafen pro Jahr ein Ende finden.

Nicht eingegriffen werde damit in rituelle, ordnungsgemäß durchgeführte Schächtungen an dafür geeigneten Orten wie etwa koscheren Schlachtbetrieben, wurde von freiheitlicher Seite betont. Die Regelung werde schon länger vorbereitet. Im Mai hätten die Landestierschutzreferenten das Sozialministerium aufgefordert, die bestehende Ausnahmeregelung in Hinblick auf eine bessere Kontrolle des illegalen Schächtens zu überarbeiten.

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Das Schweigen der Lamas: Missbrauch im Buddhismus

Foto: AP/Ashwini Bhatia
Immer mehr Schüler erheben Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen buddhistische Lehrer. Die Lamas ringen mit sich, wie sie damit umgehen sollen

Anna Sawerthal | derStandard.de

Vielleicht braucht es einen Sexvertrag?“, schlägt Dzongsar Khyentse Rinpoche im Oktober 2017 auf Facebook vor. Der tibetische Lama in den roten Roben wird im Westen geschätzt für seine Provokationen, seinen modernen Zugang zum Buddhismus. Den fiktiven Vertrag liefert er gleich mit. Er wäre all jenen Gurus dienlich, die „alle Lebewesen retten wollen, aber trotzdem ein erfülltes Sexleben anstreben“, postet er. Psychologen könnten auch prüfen, ob potenzielle Partner „Tendenzen hätten, Opfer zu spielen“. Der Lama aus Tibet wollte einen Scherz machen.

Catherine Guye fand das nicht lustig. Sie hat im Februar Anzeige gegen einen Lama in der Schweiz erstattet. Seine buddhistische Organisation ist international tätig. Die Schweizerin wirft ihm Körperverletzung vor und: „sexuelle Handlungen an einer Person durchgeführt zu haben, die nicht fähig zu Urteil oder Widerstand war“.

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Wenn eine Mutter hinter Gittern sitzt

Nur wenige Haftanstalten in Deutschland verfügen über Mutter-Kind-Räume. (Foto: dpa)
Eine junge Frau bemerkt im Gefängnis, dass sie schwanger ist. Nach der Geburt kämpft sie darum, dass ihr Baby bei ihr bleiben darf. Doch die Justiz in Rheinland-Pfalz lehnt das ab. Über eine Trennung, die für alle Seiten grausam ist.

Von Jasmin Siebert | Süddeutsche Zeitung

Als Kristina Silberstein an einem Morgen im September 2017 im Kreißsaal der Klinik Homburg den kleinen Tim aus ihrem Körper presst, drehen ihr die beiden Vollzugsbeamtinnen der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken den Rücken zu. Sie schauen diskret weg – immerhin. Aber auch das ganze Justizsystem schaut offenbar diskret weg bei diesem Drama.

Am Tag nach der Entbindung, es ist 14 Uhr, liegt Silberstein wieder in ihrer Zelle. Und der kleine Tim in einer Auffangstation für Säuglinge. Bis zuletzt hatte die dreifache Mutter dafür gekämpft, wenigstens ihren jüngsten Sohn behalten zu dürfen. Doch die Justiz blieb hart.

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Fernsehwochenvorschau: „Kann man Gott beleidigen?“

Blasphemie ist ein brisantes Thema in Zeiten, in denen Religion weltweit an Bedeutung gewinnt oder sogar zu einem Politikum werden kann, das Terror und Gewalt auf den Plan ruft. Die Dokumentation geht dem Streit zwischen Meinungsfreiheit und Respekt vor der Religion nach. Und das lohnt sich sonst noch im TV.

evangelisch.de

Der Streit um Blasphemie wird hinterfragt in der Sendung „Kann man Gott beleidigen?“ auf Arte am 15.8.. Ein Beispiel ist die Goldene Reliquienkammer St. Ursula in Köln: Zur Verehrung Gottes gehörte im Mittelalter die Heiligen- und Reliquienverehrung.

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