Eine Welt voller Aberglauben

Das Sternschnuppen-Schauspiel am Himmel lockt jedes Jahr viele Neugierige an. Viele wünschen sich etwas, aber nicht alle glauben daran, dass der Wunsch in Erfüllung geht (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
Aberglaube und Esoterik seien vor allem ein Riesengeschäft, sagt der Mediziner Theodor Much, der zahlreiche kritische Sachbücher zum Umgang mit diesem Phänomen verfasst hat. Auch an die Wunschkraft von Sternschnuppen glaubt er nicht.

Theodor Much im Gespräch mit Julius Stucke | Deutschlandfunk Kultur

Der jährlich wiederkehrende Sternschnuppenschwarm der Perseiden ist ein Höhepunkt des astronomischen Jahres. Diesmal jedoch werden wohl deutlich weniger Augustmeteore am nächtlichen Firmament zu sehen sein als in anderen Jahren: Wenn die Perseiden in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Maximum erreichen, dürfte die Helligkeit des Mondes die Beobachtung empfindlich stören – außerdem könnten zahlreiche Wolken den Blick in den Himmel versperren. Der Glaube an Sternschnuppen ist dem Mediziner und Sachbuchautor Theodor Much, ebenso suspekt wie Esoterik und Homöopathie. Der langjährige Facharzt für Dermatologie ist Autor zahlreicher kritischer Bücher, in denen er sich um Aufklärung bemüht.

Engelsprays in Apotheken

„Es lohnt sich immer etwas zu wünschen, aber nicht unbedingt, wenn man Sternschnuppen erblickt“, sagte Much, im Deutschlandradio Kultur. „Da gibt es schon bessere Möglichkeiten.“ Wir lebten zwar alle im angeblich aufgeklärten 20. Jahrhundert, doch in Wirklichkeit sei die Welt voller Aberglauben, Vorurteilen und Esoterik. „Egal eigentlich im Prinzip, wo man hinschaut, ob in Apotheken, wo man Engelsprays verkauft oder Bachblüten, Homöopathie, Schüßlersalze  und in diversen Läden, wo man Edelsteine verkauft, in Buchhandlungen, wo es Hunderte von Büchern zu esoterischer Literatur gibt.“  Auch in TV-Sendungen würden Wunderheiler unkritisch präsentiert. „Die Welt ist eigentlich voll mit Esoterik.“

weiterlesen

Homöopathen tagen in Leipzig – mit „Schulmedizin“ kooperieren?

In den meisten homöopathischen Globuli ist kein Wirkstoff mehr nachweisbar. Doch allein die Zuwendung vieler Homöopathen zum Patienten hat oft eine positive Wirkung. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Kügelchen statt Tablette. Homöopathie ist in Deutschland recht verbreitet – trotz fehlender wissenschaftlicher Nachweise ihrer Wirksamkeit. Gemeinsame Wege mit der Schulmedizin seien nötig, heißt es vor einem Kongress in Leipzig.

Von Sabine Fuchs | Frankfurter Rundschau

Beim Thema Homöopathie scheiden sich die Geister. Für die einen ist sie Humbug, andere empfinden sie als letzte Hoffnung, wenn von der Schulmedizin weniger Hilfe und Rat kommt als erwartet.

Monika Kölsch, praktizierende homöopathische Ärztin aus Leipzig, will solche Gegensätze nicht gelten lassen. „Wir wollen über den Tellerrand blicken und gemeinsam mit der konventionellen Medizin nach Lösungen zum Wohle des Patienten suchen“, sagt sie. Diesem Ziel diene der 72. Homöopathische Weltärztekongress in Leipzig. Kölsch ist Mitorganisatorin der Tagung vom 14. bis 17. Juni. Mehr als 1200 Gäste aus 60 Ländern werden erwartet.

weiterlesen

Relativer Quantenquark – kann moderne Physik die Esoterik belegen?

Bei vermeintlich übersinnlichen Phänomenen wird von Esoterikern gerne auf die Erkenntnisse der Quantenphysik verwiesen, die diese Beobachtungen angeblich stützen. Wissenschaftler setzen sich seit langem kritisch mit diesen Behauptungen auseinander.

Von Holger von Rybinski | GWUP

Gedankenübertragung, Spukerscheinungen, Homöopathie – kaum ein PSI-Phänomen, für dessen Erklärung nicht die Quantenphysik als scheinbar wissenschaftlicher Beleg angeführt wird. Dabei widersprechen  Experten wie Anton Zeilinger derartigen Behauptungen. Im österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ erläutert das GWUP-Mitglied Dr. Florian Aigner, warum die Quanten nicht als Erklärung für übersinnliche Phänomene herhalten können. Dabei fällt ihm auf: „ Es ist paradox: Esoteriker, deren Geschäftsmodell darauf fußt, die Erkenntnisse der Naturwissenschaft zu ignorieren, berufen sich auf eine naturwissenschaftliche Theorie. Es ist, als würden Atheisten in der Bibel nach Bestätigung ihrer weltanschaulichen Thesen suchen. Oder als würde just ein Vegetarierverein mit Gratisschnitzelsemmeln Mitglieder anwerben wollen“. Er räumt jedoch ein, dass die Quantenphysik als ungewöhnlich und mystisch dargestellt werde, sei kein Zufall, liefere sie doch manchmal Ergebnisse, die wir mit unserem Alltagsverstand kaum begreifen können, weil sie uns merkwürdig oder verrückt erschienen.

weiterlesen

TV- und Rundfunktipps: Pro und contra Homöopathie

Symbolbild, Bild: bb

Zunächst präsentiert der SWR am kommenden Dienstag, den 09. Mai 2017, um 20.15 Uhr, sein Verbrauchermagazin „Marktcheck“ , laut Ankündigung u. a. mit dem Beitrag „Homöopathie: Wirksame Medizin oder Geldverschwendung?“. Nähere Informationen liegen dazu leider noch nicht vor.

Holger von Rybinski | GWUP

Etwas ausführlicher wird sich der „Deutschlandfunk“ im Radio des Themas annehmen. „Eine Frage des Glaubens: Homöopathie auf dem Prüfstand“ heißt eine Sendung, die am Sonntag, 12. Mai 2017, von 19.15 bs 20.00 Uhr ausgestrahlt wird. Aus der Ankündigung: „Die medizinische Versorgung in Deutschland ist heute besser als je zuvor. Trotzdem wächst die Skepsis gegenüber der Schulmedizin, der seelenlosen Apparatemedizin. Viele Patienten suchen ihr Heil in der Homöopathie. Dabei scheinen auch kritische Menschen jegliche Bedenken zu vergessen und glauben an den heilenden Geist des Wassers.“ Und: ,,Da die Wirksamkeit von Homöopathika naturwissenschaftlich nicht belegt ist, müssen sie in den USA Warnhinweise tragen. In Deutschland hingegen sind sie zugelassen. Obwohl viele Forscher belegen, dass homöopathische Mittel nicht besser als Placebos wirken, erstatten die meisten Krankenkassen die Kosten dafür. Medizin ist nicht nur Wissenschaft, sondern auch Heilkunst. Das Dossier fragt: Gehört die Homöopathie dazu?“ Drei Homöopathen und drei Homöopathie-Kritiker aus der GWUP und dem INH (unter anderem voraussichtlich Dr. Natalie Grams  und Dr. Norbert Aust ) wollen zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor wenigen Tagen wurde eine ähnliche Debatte im Magazin „Health Care Management“ geführt, wie im GWUP-Blog  berichtet.

Jahrestreffen der „Skeptiker“: Zweifeln hält gesund

Für Verschwörungstheoretiker ganz klar: Chemtrails – böse Regierungen lassen bewusstseinsverändernde Substanzen versprühen, um so das Volk besser manipulieren zu können. Foto:dpa
„Skeptiker“ ziehen gegen Geistheilung, Homöopathie und andere Pseudowissenschaften zu Felde. Bekämpft wird alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Von Manfred Ronzheimer | taz.de

Es begann mit gebogenen Löffeln. Als der Zauberkünstler Uri Geller in den 70er Jahren in Fernsehshows vorführte, wie sich metallenes Essbesteck scheinbar mit Geisteskraft verformen ließ, da wuchs bei dem Industrieforscher Amardeo Sarma die Skepsis. „Das war für uns die Initialzündung“, blickt der Vorsitzende der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) auf die Gründung seines Vereins vor 30 Jahren zurück. Aus den zehn Zweiflern von damals ist heute eine Organisation mit 1.500 Mitgliedern geworden, die sich kurz „Skeptiker“ nennen.

Ihr Ziel: Gegen irrige Glaubenssätze, die gleichwohl reale Handlungsmuster von Menschen bestimmen, mit wissenschaftlichem Faktencheck anzutreten, sie zu entzaubern. Das Feld ist weit: Es reicht von der Parapsychologie und der Beobachtung unbekannter Flugobjekte (Ufos), zu Verschwörungstheorien in Gestalt der „Chemtrails“–Wolkenmustern am Himmel, bis hin zur Leugnung des Klimawandels und den Versprechen einer Alternativmedizin mit zuweilen tödlichen Folgen. Am vergangenen Wochenende kamen die GWUP-Skeptiker zu ihrer Jahreskonferenz in der Berliner Urania zusammen.

weiterlesen

So gefährlich sind Heilpraktiker in Deutschland

Patienten versprechen sich von der Alternativmedizin sanfte Therapien – doch die Behandlung durch Heilpraktiker ist oft gefährlich. Der stern-Report zum Thema erschien im Heft 17/2017 vom 20.4.2017. © iStockphoto/Getty Images
Heilpraktiker genießen in Deutschland fast grenzenlose Therapiefreiheit – und brauchen keine fundierte Ausbildung. Selbst eine Serie von Todesfällen im vergangenen Sommer konnte das bislang nicht ändern. Ein stern-Report deckt erschreckende Gesetzeslücken auf.

Von Bernhard Albrecht | stern.de

Ein kleiner, beleibter Mann in langem Arztkittel öffnet die Tür. Breite Nase, volles braunes Haar, warmherziges Lächeln. „Bitte sehr, die Praxis ist im Untergeschoss.“

Wolfgang Buck [Name von der Redaktion geändert], 66 Jahre alt, Heilpraktiker, bittet zur Behandlung. Das weiße Einfamilienhaus in Franken mit dem neuen Zwölfzylinder-BMW vor der Garage scheint seinen beruflichen Erfolg zu bezeugen. Doch Buck muss sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung.

Am Telefon haben wir uns als Paar ausgegeben. Bei meiner Frau sei Brustkrebs diagnostiziert worden. Sie reicht ihm den Fake-Befund einer Gewebeprobe, den er aufmerksam studiert. Die fiktive Geschwulst ist sehr bösartig. Aber auch so klein, dass eine Therapie nach den von Krebs-Experten entwickelten medizinischen Leitlinien 95 Prozent der Patientinnen dauerhaft heilen würde. „Meine eigenen Diagnosemethoden sind manchmal aussagekräftiger“, sagt Wolfgang Buck – und zückt eine Rute aus glänzendem Stahl mit langer, schwingender Antenne.

weiterlesen

Glaubenskrieg um die Globuli

© dpa Kleine Pille, große Wirkung? Am Erfolg der Globuli scheiden sich die Geister.
Millionen Deutsche vertrauen auf Homöopathie, obwohl deren Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist. Nun flammt eine alte Debatte neu auf: Wer soll dafür zahlen?

Von Britta Beeger | Frankfurter Allgemeine

Es könnte sich ein bisschen angefühlt haben wie eine Strafarbeit früher in der Schule: An unzählige Nutzer schrieb das Social Media Team der Techniker Krankenkasse in den vergangenen Tagen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter in verschiedenen Varianten eine Nachricht, die dann doch immer gleich klang – „Unser Tweet war unsachlich und tut uns leid.“ So sieht Schadensbegrenzung im 21. Jahrhundert aus.

weiterlesen

TK twittert sich bei Homöopathie um Kopf und Kragen

Homöopathie wird von der Techniker Krankenkasse bezahlt. Das gefällt vielen Mitglieder nicht Quelle: Getty Images/Onoky
Die TK bezahlt homöopathische Behandlungen. Die Kosten tragen alle Mitglieder bei Deutschlands größter Krankenkasse. Auf Twitter entstand eine Kontroverse über Zahnersatz und Zauberzucker.

Von Cornelia Karin Hendrich | DIE WELT

Deutschlands größte Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse (TK), hat am Montagabend auf Twitter einem Sturm der Entrüstung entfacht. Der Grund: Sie bezahlt homöopathische Behandlungen. Diese sind nicht ganz billig und tragen müssen sie alle ihre Mitglieder. Ein Aufreger in dem sozialen Netzwerk.

Die Diskussion begann mit einem Tweet des HNO-Arztes Christian Lübbers. Er teilte eine Studie, die im Wissenschaftsmagazin „Plos one“ veröffentlicht wurde, und 44.550 Patienten der TK untersuchte. Laut der Studie lagen die Therapiekosten von Patienten in einer Homöopathiegruppe nach 18 Monaten bei 7200 Euro, in der Vergleichsgruppe bei 5900 Euro. Eine Behandlung mit Homöopathie ist also deutlich teurer als eine normale Therapie.

weiterlesen

Russland lehnt Homöopathie als Pseudowissenschaft ab

Staatliche Kliniken in Russland sollen keine homöopathischen Mittel mehr einsetzen, empfehlen Wissenschaftler. Es fehle ein Nachweis, dass die Methode heilt.

SpON

Die Russische Akademie der Wissenschaften hat die Homöopathie offiziell als Pseudowissenschaft eingestuft. Für die Wirksamkeit der alternativen Heilmethode gebe es keine wissenschaftlich haltbaren Belege, schreibt eine Kommission der Akademie nach russischen Medienberichten vom Montag.

Die Experten empfahlen dem Gesundheitsministerium, homöopathische Medikamente an staatlichen Kliniken nicht mehr zu verwenden. Ministerin Weronika Skworzowa kündigte in Moskau an, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, wie die Agentur Interfax meldete.

weiterlesen

Das Wunder der Homöopathie

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: bearb. brightsblog

Viele Menschen glauben an die Wirkung von Homöopathie – obwohl kein Wirkstoff in den Globuli vorhanden ist. Vince Ebert über eine ominöse fünfte Grundkraft.

Von Vince Ebert | Spektrum.de

Was wäre, wenn Homöopathie tatsächlich funktionieren würde? Vor etwa 200 Jahren behauptete der deutsche Arzt Samuel Hahnemann, man könne eine Krankheit durch das Mittel heilen, das bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufe. Wenn ein Patient zum Beispiel unter starken Kopfschmerzen leidet, muss man etwas finden, was bei einem Gesunden genau dieselben Kopfschmerzen verursacht. Zum Beispiel einen wuchtigen Schlag mit einer Dachlatte gegen den Hinterkopf. Natürlich nur in homöopathischen Dosen.

Der alte Spruch „Von nix kommt nix“ gilt nicht mehr. Homöopathen arbeiten nämlich mit dem Prinzip der Hochverdünnung. In dem Präparat Belladonna D30 wird die Ausgangssubstanz durch ein Lösungsmittel wie Alkohol oder Milchzucker 30-mal hintereinander verdünnt. Schon ab der 24. Verdünnungsstufe ist jedoch gar kein Belladonna-Molekül mehr in der Lösung, aber es soll trotzdem wirken. Das ist so ähnlich, wie wenn man in Würzburg einen Autoschlüssel in den Main wirft und dann in Frankfurt versucht, mit dem Mainwasser das Fahrzeug zu starten.

weiterlesen

Meta-Studie zur Homöopathie : Kein Beleg für Wirksamkeit von Globuli

Manch einer schwört darauf: Globuli sind kleine Kügelchen, die von Homöopathen verordnet werden. Foto: dpa-tmn
Manch einer schwört darauf: Globuli sind kleine Kügelchen, die von Homöopathen verordnet werden. Foto: dpa-tmn
Globuli gegen Allergien, Migräne oder sogar Krebs? Homöopathische Mittel sind nach wie vor umstritten. Australische Forscher haben nun 225 Studien ausgewertet – und keinen Beleg für die Wirksamkeit gefunden.

Frankfurter Rundschau

Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel steht schon lange zur Debatte. Immer wieder wollen Wissenschaftler bewiesen haben, dass die Heilmethode nichts bringt, andere Untersuchungen belegen angeblich das Gegenteil. Wem soll man nun glauben? Das australische National Health and Medical Research Council (NHMRC) hat sich nun an eine Meta-Analyse herangewagt, bei der 225 Studien zum Thema ausgewertet wurden.

Keine untersuchte Studie konnte Wirkung belegen

Die Ergebnisse des Forschungsinstituts, das medizinische Empfehlungen ausspricht und wissenschaftliche Studien unterstützt, sind nun veröffentlicht worden: Demnach konnte keine der ausgewerteten Studien eine Wirkung der homöopathischen Heilmethode belegen.

weiterlesen

Homöopathie, Osteopathie, Akkupunktur: Warum die Ausbildung von Heilpraktikern unzureichend ist

Wer heilt, hat Recht? Diese Auffassung wird zwischen Fans der Heilpraktiken und ihren Gegnern immer wieder diskutiert. Fest steht: Heilpraktiker dürfen praktizieren, ohne eine entsprechende Qualifikation nachweisen zu müssen. Warum und wie sich das ändern sollte.

stern-TV Redaktion

Als der heute sechsjährige David auf die Welt kam, wusste niemand, warum der Junge immerzu schrie. Da organisch alles in Ordnung war, wusste auch der Kinderarzt keinen Rat. In ihrer Verzweiflung wandten sich Davids Eltern mit dem einjährigen Jungen schließlich an eine Heilpraktikerin, die bei David einen Impfschaden diagnostizierte. „Sie hat ihn mit ein Stimmgabel behandelt, um damit Energien auszuleiten. Dann hat sie uns erklärt, dass die Impfung einen Darmschaden angerichtet hat“, erzählt Davids Mutter Kerstin Hermann-Ernst. Die Heilpraktikerin empfahl eine Darmsanierung bei dem Jungen, das würde den Jungen beruhigen.

weiterlesen

 

James Randi: Magier und Urvater der Skeptiker

 Skeptiker James Randi kokettiert mit den Symbolen des Aberglaubens © 2014 Getty Images
Skeptiker James Randi kokettiert mit den Symbolen des Aberglaubens © 2014 Getty Images
James Randi ist Magier, Hellseher, Entfesselungskünstler – und vor allem glühender Verfechter des rationalen Denkens. Seit Jahrzehnten entlarvt der heute 88-Jährige Scharlatane und prangert Aberglauben aller Art an. Nun erhält er in Wien den ersten Heinz-Oberhummer-Preis. Zeit für ein Porträt des Vaters aller Skeptikerbewegungen.
 

Von Alwin Schönberger | profil.at

Da saß er nun, ratlos und verzagt. Er bat um eine Pause, klagte, dass er sich unter Druck gesetzt fühle. Die TV-Zuseher verfolgten an diesem Abend im Jahr 1973, wie Uri Geller die größte Blamage seiner Karriere einsteckte. Johnny Carson, Moderator der legendären „Tonight Show“, hatte Geller in seine Sendung eingeladen. Doch statt den jungen Israeli, der behauptete, allein mit der Kraft seiner Gedanken Löffel verbiegen zu können, zu interviewen, legte Carson ihm einige Gegenstände vor: Besteck, Uhren, Schlüssel, Metalldosen. Geller möge doch seine psychokinetische Begabung live unter Beweis stellen, bat Carson. „Das schreckt mich“, sagte Geller, druckste herum, hielt seine Hand über die Objekte, als warte er auf eine geisterhafte Verbindung zu ihnen. Nichts geschah: Kein Löffel knickte, keine kaputte Uhr begann wieder zu ticken, keine Eingebung verriet ihm, welche der Filmdosen eine kleine Kugel enthielt.

weiterlesen

Wie Homöopathie und Esoterik miteinander verbunden sind

foto: ap Mars wird in der Esoterik mit der Farbe Rot (Blut), Wildheit, Feuer, Angst und Unruhe assoziiert. Die dazu passende
foto: ap Mars wird in der Esoterik mit der Farbe Rot (Blut), Wildheit, Feuer, Angst und Unruhe assoziiert. Die dazu passende „Marspflanze“ ist Belladonna, die Tollkirsche.
In der Homöopathie wie in der gesamten Esoterik werden Analogien zwischen Planeten, Pflanzen und Mineralien hergestellt und Rückschlüsse vom Aussehen von Pflanzen auf die medizinische Wirksamkeit gezogen

Userkommentar Theodor Much, Krista Federspiel | derStandard.at

Unter Esoterik wird jede Disziplin verstanden, die weder empirisch noch rational überprüfbar ist und daher nicht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmt, sondern ihnen vielmehr widerspricht, und die sich mit mythischen und spirituellen Themen befasst. Anhänger esoterischer Praktiken glauben an Phänomene, die auf alle Bereiche unseres Universums einwirken und auch den menschlichen Körper und dessen Gesundheit direkt betreffen: Sie glauben an einen in „Hierarchien“ von oben nach unten alles durchdringenden kosmischen Geist.

Göttlicher Ursprung

Die meisten der heute in Europa so populären esoterischen Heilpraktiken fußen auf dem Götterglauben sowohl der Antike als auch der Okkultismusbewegung des 19. Jahrhunderts und sind eng mit der Astrologie verwandt. Vielen der esoterischen Scheintherapien, wie etwa Astromedizin, Anthroposophie, Ayuverda, Geistheilen und vor allem Homöopathie, sind folgende Anschauungen gemeinsam. Der Glaube …

weiterlesen

Alternativpraxen: Die Unheiler

Unser Reporter hat sich als Krebspatient ausgegeben und acht Alternativpraxen besucht. Was er erlebt, ist schockierend: Die empfohlenen Therapien sind meistens sehr teuer, unnütz und manchmal sogar lebensgefährlich.

Von Hristio Boytchev (Correctiv) | Technology Review

Hallo, mein Name ist Niko Scholze, ich bin 33 Jahre alt und habe Krebs. Genauer: Ein Hodgkin-Lymphom, einen Tumor, der die Lymphknoten befällt. Vor einem Jahr habe ich eine Chemotherapie gemacht. Der Krebs verschwand, doch nun ist er zurückgekehrt, ungewöhnlich für diese Art von Tumor, aber es kommt vor. Wobei es mir gut geht, ich habe keine Symptome. Mein Arzt drängt auf eine neue Chemotherapie, höher dosiert.

Das ist zum Glück alles nur ausgedacht. In Wirklichkeit heiße ich Hristio Boytchev, bin Wissenschaftsjournalist und gesund. An Krebs leide ich zum Schein, um Deutschlands Alternativmediziner auf die Probe zu stellen. Was raten Geistheiler und Neugermanische Doktoren, Schamanen und Heilpraktiker einem, der mit einem aggressiven Tumor zu ihnen kommt?

weiterlesen

Krankenkassen zahlen Millionen für Schischi

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild:Frank Rumpenhorst-pa/dpa bearb. brightsblog
Wer eine gesetzliche Krankenversicherung abschließt, zahlt für „freiwillige Zusatzleistungen“ wie Homöpathie und Osteopathie mit, selbst wenn er sie nicht will. Warum eigentlich? Ein Selbstversuch.
 

Von Anette Dowideit | DIE WELT

Ich bin 38 Jahre alt, kerngesund und hatte noch nie das Bedürfnis, mir Akupunkturnadeln in den Leib stechen zu lassen, Bachblütentropfen zu schlucken oder mich von einem Osteopathen sanft einrenken zu lassen. Aus ökonomischer Sicht erscheint es demnach logisch, dass ich mir für meine Krankenversicherung den günstigsten Tarif aussuche, den es gibt – und dafür auf solche Extraleistungen der Kasse verzichte.

Also gehe ich ins Internet und werfe die Suchfunktion bei gesetzlichekrankenkassen.de an. Der günstigste Tarif, den mir die Suche auswirft, ist der einer Kasse mit Sitz in Bremen, der hkk. Zusätzlich zu den 14,6 Prozent meines Bruttoeinkommens, die jede Kasse als Pflichtbeitrag von mir kassieren müsste – und mit der all jene Leistungen finanziert werden, deren Wirksamkeit medizinisch gesichert sind und die daher im verpflichtenden, bundesweit einheitlichen Leistungskatalog stehen – verlangt die hkk nur 0,59 Prozent Zusatzbeitrag. Auch auf ihrer Internetseite beschreibt sie großflächig, der günstigste „bundesweit wählbare Anbieter“ zu sein.

weiterlesen

Heilpraktikergesetz aus der Nazizeit soll reformiert werden

Globuli. Foto: Hofapotheke St. Afra, Apotheker Tobias Müller. Lizenz: Public Domain.
Vor zwei Wochen errechnete der Medizinmanagement-Professor Jürgen Wasem, dass dem deutschen Durchschnittsverdiener eine Erhöhung des alleine vom Arbeitnehmer getragenen Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung auf 55 Euro droht.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Wohlgemerkt: Dabei handelt es sich nicht um den monatlichen Krankenkassenbeitrag, der schon für sich alleine bis zu 618,66 Euro betragen kann (und hälftig von Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer bezahlt wird), sondern um einen Zusatz, der aufs Jahr gerechnet eine Mehrbelastung von 660 Euro ergibt (vgl. Krankenkassen-Zusatzbeitrag: 55 Euro mehr im Monat?).

Angesichts dieser Mehrbelastung wird nun darüber gesprochen, wie sich die Kosten im deutschen Gesundheitssystem in Grenzen halten lassen und welche Leistungen unsinnig oder vielleicht sogar kontraproduktiv sind. Ein sehr offensichtlicher Kandidat dafür ist die Homöopathie, die etwa zwei Drittel der gesetzlichen Krankenkassen in ihren Leistungsumfang aufnahmen, als es ihnen finanziell gut ging und zu deren Kosten sie schweigen.

Nun fordern Josef Hecken, der Vorsitzende der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, und Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass solche Therapien ohne nachgewiesenen Nutzen nach britischem Vorbild aus den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen werden. Hecken meinte dazu, es sei ihm „unverständlich, warum ein Patient ein Nasenspray selbst bezahlen müsse, dessen therapeutischer Nutzen empirisch belegt sei, seine Kasse aber Arzneimittel bezahle, deren Wirksamkeit völlig unklar sei.“

weiterlesen

„Genmanipulierte Lebensmittel sind nicht schädlich“

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Diplom-Biologin Julia Offe hält die Befürchtungen für völlig absurd und sieht sogar Chancen. Im Interview spricht sie außerdem über Heilpraktiker, Wünschelrutengänger und Impfgegner.

Von Marco Tripmaker | DIE WELT

Persönliche Heilungsgebete für fünf Euro, hellseherischer Kontakt zu Verstorbenen und Klangschalen, die auf dem Bauch stehend zur Ich-Findung und Entspannung beitragen sollen:

Diplom-Biologin Julia Offe (43) überfällt auch Wochen nach dem Besuch der letzten Esoterik-Messe ein Schmunzeln, wenn sie über die Dinge, die sie dort gesehen hat, spricht. Gepaart mit einem Gefühl von Wut, „denn es ist doch unglaublich, wie viele Menschen auf solchen Veranstaltungen hinters Licht geführt werden.“

Julia Offe ist Vorstandsmitglied bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – kurz Skeptiker –, ein Verein mit bundesweit 1400 Mitgliedern, der sich gegen Pseudowissenschaften und Esoterik wendet. Bis Sonnabend tagen die Skeptiker mit interessanten, öffentlich zugänglichen Vorträgen in der HAW Hamburg. Die „Welt“ sprach mit Julia Offe über Gentechnik, Heilpraktiker und Wünschelrutengänger.

weiterlesen

Skeptiker 4/2015 erschienen

Sind Esoteriker „verrückt“? Wer an Homöopathie, Chemtrails & Co. glaubt, kann doch psychisch nicht ganz gesund sein, oder? SKEPTIKER-Autor Jan Oude-Aost hat genauer hingesehen. Als Mediziner in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und als Skeptiker kennt er die Unterschiede zwischen irrationalen Überzeugungssystemen und psychischen Erkrankungen. In seinem Beitrag zeigt er, wie leicht sich psychisch gesunde Menschen von unsinnigen Vorstellungen überzeugen lassen.

GWUP

Coaching: Wirkungsvolle Methode oder esoterische Managerbespaßung? Personalentwicklung im Kloster, beim Rollenspiel oder auf dem Pferdehof – der Markt für Coaching-Angebote ist ebenso groß wie vielfältig. Doch welche Konzepte bringen Unternehmen und Teilnehmer tatsächlich weiter und wo beginnt die Managerbespaßung? Prof. Uwe Kanning, Wirtschaftspsychologe der Hochschule Osnabrück, hat sich für den SKEPTIKER in der Szene umgesehen.

Gesundheit durch esoterisches Wasser? Werbung und Realität: Sie beleben, informieren oder verwirbeln, und sie sollen Gesundheit und Wohlbefinden stärken: Geräte zur esoterischen Wasserbehandlung lassen die Kasse klingeln. Doch aus Sicht des Verbraucherschutzes sind viele dieser Werbeversprechen fragwürdig, so das Fazit des Chemikers und Wasserexperten Dr. Helge Bergmann.

„Wie eine Glaubensgemeinschaft“: Die Homöopathie-Aussteigerin Dr. Natalie Grams hatte eine gutgehende homöopathische Praxis und glaubte an die Macht der Zuckerkügelchen. Doch je mehr sich die studierte Medizinerin Natalie Grams mit den Grundlagen der Homöopathie beschäftigte, desto größer wurden ihre Zweifel. Inzwischen hat sie die Arbeit als Homöopathin an den Nagel gehängt und ein Buch darüber geschrieben. SKEPTIKER-Chefreporter Bernd Harder unterhielt sich mit Natalie Grams über Talkshows, Placebos und giftende Ex-Kollegen.

Inhaltsverzeichnis

Druckausgabe:https://shop.gwup.org/12-skeptiker-einzelhefte

Skeptiker 4/2015 als PDF/ePaper

Goldener Aluhut: Über diesen Preis wird sich Xavier Naidoo nicht freuen

Xavier-Naidoo

Ob er diesen Preis wohl neben seine vielen Musik-Auszeichnungen stellen wird? Am Freitag geht der Oscar für die skurrilsten Verschwörungstheorien und Pseudo-Wissenschaften unter anderem an Xavier Naidoo.

tz.de

Bei Krankheit, Liebeskummer oder Weltschmerz gibt es endlich ein Gegenmittel: Die Lichtenergie der Einhörner. Und weil die Wrage GmbH ein Tagesseminar zum Erlernen dieser Einhorn-Heilkräfte anbietet, wird ihr eine besondere Ehre zuteil. Das Hamburger Esoterik-Unternehmen gehört zu den Gewinnern des „Goldenen Aluhuts“. Am Freitag wird der ironisch gemeinte Preis feierlich in Berlin verliehen – auch wenn die Preisträger es vorziehen, der Veranstaltung fernzubleiben.

So gewann die Einhorn-Therapie überlegen in der Kategorie Esoterik, Gedankenkontrolle und Pseudo-Wissenschaften. Dabei gab es ernstzunehmende Konkurrenz wie den Autoren Dieter Bremer. Der Mann behauptet auf seiner Website, die sagenumwobene Stadt Atlantis sei in Wahrheit ein Raumschiff gewesen.

weiterlesen