„Genmanipulierte Lebensmittel sind nicht schädlich“

Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Bild: International Rice Research Institute (IRRI) CC BY 2.0
Diplom-Biologin Julia Offe hält die Befürchtungen für völlig absurd und sieht sogar Chancen. Im Interview spricht sie außerdem über Heilpraktiker, Wünschelrutengänger und Impfgegner.

Von Marco Tripmaker | DIE WELT

Persönliche Heilungsgebete für fünf Euro, hellseherischer Kontakt zu Verstorbenen und Klangschalen, die auf dem Bauch stehend zur Ich-Findung und Entspannung beitragen sollen:

Diplom-Biologin Julia Offe (43) überfällt auch Wochen nach dem Besuch der letzten Esoterik-Messe ein Schmunzeln, wenn sie über die Dinge, die sie dort gesehen hat, spricht. Gepaart mit einem Gefühl von Wut, „denn es ist doch unglaublich, wie viele Menschen auf solchen Veranstaltungen hinters Licht geführt werden.“

Julia Offe ist Vorstandsmitglied bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – kurz Skeptiker –, ein Verein mit bundesweit 1400 Mitgliedern, der sich gegen Pseudowissenschaften und Esoterik wendet. Bis Sonnabend tagen die Skeptiker mit interessanten, öffentlich zugänglichen Vorträgen in der HAW Hamburg. Die „Welt“ sprach mit Julia Offe über Gentechnik, Heilpraktiker und Wünschelrutengänger.

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Skeptiker 4/2015 erschienen

Sind Esoteriker „verrückt“? Wer an Homöopathie, Chemtrails & Co. glaubt, kann doch psychisch nicht ganz gesund sein, oder? SKEPTIKER-Autor Jan Oude-Aost hat genauer hingesehen. Als Mediziner in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und als Skeptiker kennt er die Unterschiede zwischen irrationalen Überzeugungssystemen und psychischen Erkrankungen. In seinem Beitrag zeigt er, wie leicht sich psychisch gesunde Menschen von unsinnigen Vorstellungen überzeugen lassen.

GWUP

Coaching: Wirkungsvolle Methode oder esoterische Managerbespaßung? Personalentwicklung im Kloster, beim Rollenspiel oder auf dem Pferdehof – der Markt für Coaching-Angebote ist ebenso groß wie vielfältig. Doch welche Konzepte bringen Unternehmen und Teilnehmer tatsächlich weiter und wo beginnt die Managerbespaßung? Prof. Uwe Kanning, Wirtschaftspsychologe der Hochschule Osnabrück, hat sich für den SKEPTIKER in der Szene umgesehen.

Gesundheit durch esoterisches Wasser? Werbung und Realität: Sie beleben, informieren oder verwirbeln, und sie sollen Gesundheit und Wohlbefinden stärken: Geräte zur esoterischen Wasserbehandlung lassen die Kasse klingeln. Doch aus Sicht des Verbraucherschutzes sind viele dieser Werbeversprechen fragwürdig, so das Fazit des Chemikers und Wasserexperten Dr. Helge Bergmann.

„Wie eine Glaubensgemeinschaft“: Die Homöopathie-Aussteigerin Dr. Natalie Grams hatte eine gutgehende homöopathische Praxis und glaubte an die Macht der Zuckerkügelchen. Doch je mehr sich die studierte Medizinerin Natalie Grams mit den Grundlagen der Homöopathie beschäftigte, desto größer wurden ihre Zweifel. Inzwischen hat sie die Arbeit als Homöopathin an den Nagel gehängt und ein Buch darüber geschrieben. SKEPTIKER-Chefreporter Bernd Harder unterhielt sich mit Natalie Grams über Talkshows, Placebos und giftende Ex-Kollegen.

Inhaltsverzeichnis

Druckausgabe:https://shop.gwup.org/12-skeptiker-einzelhefte

Skeptiker 4/2015 als PDF/ePaper

Goldener Aluhut: Über diesen Preis wird sich Xavier Naidoo nicht freuen

Xavier-Naidoo

Ob er diesen Preis wohl neben seine vielen Musik-Auszeichnungen stellen wird? Am Freitag geht der Oscar für die skurrilsten Verschwörungstheorien und Pseudo-Wissenschaften unter anderem an Xavier Naidoo.

tz.de

Bei Krankheit, Liebeskummer oder Weltschmerz gibt es endlich ein Gegenmittel: Die Lichtenergie der Einhörner. Und weil die Wrage GmbH ein Tagesseminar zum Erlernen dieser Einhorn-Heilkräfte anbietet, wird ihr eine besondere Ehre zuteil. Das Hamburger Esoterik-Unternehmen gehört zu den Gewinnern des „Goldenen Aluhuts“. Am Freitag wird der ironisch gemeinte Preis feierlich in Berlin verliehen – auch wenn die Preisträger es vorziehen, der Veranstaltung fernzubleiben.

So gewann die Einhorn-Therapie überlegen in der Kategorie Esoterik, Gedankenkontrolle und Pseudo-Wissenschaften. Dabei gab es ernstzunehmende Konkurrenz wie den Autoren Dieter Bremer. Der Mann behauptet auf seiner Website, die sagenumwobene Stadt Atlantis sei in Wahrheit ein Raumschiff gewesen.

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Edzard Ernst: „Homöopathie kann lebensgefährlich sein“

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog
Seit Jahren bereits befindet sich die Homöopathie hierzulande auf dem Vormarsch. Verdünnte Küchenzwiebeln gegen Heuschnupfen oder Globuli anstelle von Aspirin – alternative Heilmethoden boomen. Im vergangenen Jahr machten Apotheken mit homöopathischen Präparaten einen Umsatz von fast 500 Millionen Euro. Aus einer Umfrage ging zudem hervor, dass sich etwa 62 der Deutschen wünschen, dass ihr Hausarzt alternative Methoden zur Krankheitsbekämpfung anbieten würde.

Von Christoph Lobel|The Huffington Post

Nicht nur nutzlos, sondern gefährlich?

Trotz allem ist die Wirkung der Homöopathie umstritten. Wirken Globuli, also kleine, zuckerhaltige weiße Kügelchen wirklich oder sorgen sie nur für einen Placebo-Effekt? Darüber streiten Mediziner bis heute.

In einem Gastbeitrag in der September-Ausgabe des „GEO-Magazins“ geht der deutsche Alternativmediziner Edzard Ernst noch einen Schritt weiter: Er klärt über versteckte Risiken der Homöopathie auf, eine alternative Behandlung kann in manchen Fällen gar lebensgefährlich für die Patienten sein.

Diese 4 Thesen zeigen, warum ihr bei alternativen Heilmethoden vorsichtig sein solltet:

1. „Viele Homöopathen kennen keine Grenzen“
Ezard erklärt, dass viele Alternativmediziner keine Grenzen kennen würden. Eine Organisation mit dem Namen „Homeopaths Without Borders“ will homöopathische Mittel bei Opfern von Naturkatastrophen einsetzen. Oder bei Geburtshilfen in Ländern wie Haiti. Andere Organisationen wollen mit Globuli gegen Fehlernährung ankämpfen und mit homöopathischen Mitteln Ebola-Patienten heilen. Ernst hat dazu folgende Meinung: völliger Schwachsinn.

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Gefährliche Alternativmedizin: Mit Aprikosenkernen gegen den Krebs

Ärzte begegnen immer wieder solchen Fällen: Susanne Reichardt vertraute ihrem Mann, dem Heilpraktiker, auch als sie an Brustkrebs erkrankte. Sie aß Aprikosenkerne und verzichtete auf eine Chemotherapie – der Tumor erreichte Herz und Lunge.


Von Silvio Duwe|SpON

Als Susanne Reichardt vor fünf Jahren einen kirschkerngroßen Knoten an ihrer Brust entdeckt, wendet sie sich sofort an einen vermeintlichen Experten: ihren Mann Siegfried Reichardt. Er ist Heilpraktiker und behauptet, Krebsspezialist zu sein. Ohne Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung erklärt er ihr, der Knoten sei lediglich eine Zyste, und gibt ihr eine homöopathische Salbe.

Susanne Reichardt vertraut ihm. Es ist der Beginn eines Martyriums, das bis heute andauert und die 55-Jährige zu einer todkranken Frau gemacht hat.

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Natalie Grams: Ex-Homöopathin – „Globuli sind Betrug am Patienten“

Sie hat zehn Jahre Homöopathie gelernt, jährlich mindestens fünf Fortbildungen belegt, ihre Patienten waren hochzufrieden.


Berliner Kurier

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog

Natalie Grams leitete als erfolgreiche Homöopathin eine eigene Privatpraxis in Heidelberg – bis sie beschloss, ein Buch als flammendes Plädoyer für die Heilmethode zu schreiben, um endlich alle Kritiker der Alternativmedizin zu überzeugen. Doch stattdessen wuchsen im Zuge der Recherche bei Grams selbst die Zweifel an der Homöopathie. Am Ende gab Natalie Grams sogar ihre Praxis auf – weil sie ihre Patienten nicht länger betrügen wollte…

Für ihr Buch durchforstete Natalie Grams Studien und auch die Original-Quellen von Samuel Hahnemann, der als „Vater der Homöopathie“ ab 1796 nach dem Prinzip „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ propagierte, Leiden mit stark verdünnten Tinkturen aus Heilsubstanzen zu behandeln. So stark verdünnt, dass sie im Grunde genommen keine messbare therapeutische Wirkung erzielen können, meint Grams. „Bei der Homöopathie geht eine Wirksamkeit nicht über ein Placebo hinaus. Was nicht verwunderlich ist, da ihre Medikamente nichts enthalten.“

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Homöopathie: Aberglaube heilt nicht

Marie Amrhein hat nie wirklich daran geglaubt. An Homöopathie. Sie hat trotzdem ihren Kindern die Kügelchen unter die Zunge geschoben. Jetzt reicht es ihr


Von Marie Amrhein|Cicero

Die Verbraucher geben sich zufrieden mit einem diffusen Gefühl, dem Placebo-Effekt. picture alliance

Heute hängt man ja öfter unter Spielplatzrutschen statt im Lichte von Discokugeln ab. Da werden dann keine Ecstasypillen herumgereicht, sondern Globuli. Der Unterschied zwischen beidem: Letztere wirken nicht. Ich habe das immer geahnt. Gleichzeitig habe ich mich lange Zeit nicht klar positioniert. Um Ärzte, Freunde, Bekannte nicht vor den Kopf zu stoßen. Jetzt muss es raus: Ich glaube nicht an die heilende Kraft der Homöopathie.

Warum habe ich trotzdem wie so viele andere meinen Kindern die Kügelchen unter die Zunge geschoben? Die Homöopathie ist mittlerweile als „sanfte Medizin“ tief verankert in unserer Gesellschaft. Dabei ist es doch merkwürdig: Da strebt die Menschheit Jahrtausende lang nach Wissen und wenn sie es sich angeeignet hat, dann wirft sie alle naturwissenschaftlichen Erkenntnisse wieder über Bord.

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Eidgenössisch diplomierte Esoteriker

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Meilenstein für die Naturheilpraktiker: Homöopathen und Ayurveda-Therapeuten können in Zukunft ein eidgenössisches Berufsdiplom erlangen.


Von Hugo Stamm|Tages Anzeiger

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat am 28. April 2015 die Höhere Fachprüfung für Naturheilpraktiker genehmigt. Somit dürfen Globuli neu mit dem Segen der staatlichen Behörden verabreicht werden. Das ist ein Durchbruch für die Alternativmedizin. Ihre Vertreter können nun nicht nur mit den Krankenkassen abrechnen, sie werden auch noch mit einem eidgenössischen Diplom geschmückt.

Die «Organisation der Arbeitswelt Alternativmedizin Schweiz OdA AM», die die Anerkennung anstrebte, jubiliert: «Diese Berufsreglementierung ist ein wichtiger Meilenstein im schweizerischen Gesundheitssystem. Europaweit hat ein anerkannter Abschluss Pilotcharakter und bewirkt eine Verankerung der Alternativmedizin in der Gesellschaft

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Wissenschafter machen Fehler – Esoteriker nicht

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog
Die Wissenschaft lebt von Fehlern. Das ist kein Mangel, sondern eine grosse Stärke und eine Garantie für die beständige Erarbeitung von neuem Wissen. Und ganz nebenbei hilft es uns dabei, Wissenschaft von Esoterik zu unterscheiden.


Von Servan|NZZ Campus

Wie unterscheidet man Wissenschaft von Esoterik? Laut dem Philosophen Karl Popper ist eine Aussage nur dann wissenschaftlich, wenn wir sie so formulieren, dass sie überprüft und – zumindest theoretisch – widerlegt werden kann. Das ist das berühmte «Falsifikationsprinzip».

Widerlegbar bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede Aussage auch tatsächlich widerlegt wird. Es heisst bloss, dass sie überprüfbar sein muss.

Lichtnahrung

Ein Beispiel: Wenn ich sage: «Kein Mensch kann sich von Licht ernähren», dann handelt es sich eindeutig um eine widerlegbare Aussage. Es braucht mir nur irgendjemand irgendeine Person zu zeigen, welche ausschliesslich Licht als Nahrungsquelle nutzt, und ich werde anerkennen, dass meine oben gemachte Aussage falsch war.

Wenn ich jedoch sage: «Menschen können sich von Licht ernähren, wenn sie den richtigen Geisteszustand erreicht haben», dann stelle ich eine Behauptung auf, die nicht widerlegbar ist. Egal, wie viele Studien zeigen, dass es so etwas wie Lichtnahrung nicht gibt – ich kann immer behaupten, dass die Teilnehmer der entsprechenden Studien eben «nicht die richtige geistige Einstellung» an den Tag gelegt hätten.

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Wissenschaftler: Homöopathie nicht besser als Placebo

In einer gestern veröffentlichten Studie wird einmal mehr die Wirksamkeit von Homöopathie in Frage gestellt. / Bild: SuperMED, Fotolia
In einer gestern vom National Health and Medical Research Council (NHMRC), dem höchsten Gremium für medizinische Forschung in Australien, veröffentlichten Studie wird einmal mehr die Wirksamkeit von Homöopathie in Frage gestellt.


SuperMed.at

Darin wurden die Ergebnisse von 1.800 wissenschaftlichen Artikeln und 225 Studien zusammengefasst, die sich mit der Wirkweise von homöopathischen Mitteln beschäftigten. Die Forscher fanden in ihrer Untersuchungen keine Evidenz, dass homoöpathische Behandlungen effektiv seien und besser als ein Scheinmedikament (Placebo) wirkten.

NHMRC: „Homöopathie ist bei jeglicher Anwendung wirkungslos.“

Studien, in denen die Homöopathie sich als effektiv erwies, waren laut NHMRC von schlechter Qualität oder hatten zu wenige Teilnehmer.

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Heilpraktiker: Mit Weißbrot gegen Krebs – da wird es gefährlich

So wie Homöopathen und Naturheilkundler werben auch Heilpraktiker mit einer angeblich sanften und ganzheitlichen Medizin. Doch manches ist gefährlich. Illustration: Lisa Bucher
Sie wähnen sich im Besitz exklusiven Wissens und überschreiten oft selbstbewusst ihre Befugnisse: Dabei kann man in Deutschland Heilpraktiker werden, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Erfahrungsbericht aus einer Heilpraktiker-Ausbildung.


Von Anousch Mueller|Süddeutsche.de

Die Kanüle ist 20 Zentimeter lang. Eine junge Frau liegt auf einer Untersuchungsliege, sie hat den Unterbauch frei gemacht. Neben ihr sitzt ein Heilpraktiker. Er setzt die Kanüle auf der Bauchdecke der Patientin an und sticht Stück für Stück durch Haut- und Muskelschichten hindurch, bis er im sogenannten Douglas-Raum, einer Aussackung zwischen Uterus und Rektum, angelangt ist. Dort injiziert er ein Lokalanästhetikum. Die Patientin krallt sich während dieser Prozedur an der Liege fest und jammert kläglich. Aber sie nimmt diese Behandlung auf sich, schließlich erhofft sie sich davon Linderung ihrer Menstruationsbeschwerden.

Um die Untersuchungsliege stehen zehn Menschen unterschiedlichen Alters herum. Es sind Heilpraktiker-Anwärter, denen an diesem Tag eine Technik der Neuraltherapie demonstriert wird. Bei diesem wissenschaftlich nicht anerkannten Verfahren wird ein Lokalanästhetikum zur Beseitigung eines vermeintlichen Störfeldes gespritzt. Diese Szene spielte sich 2010 an einer Berliner Heilpraktikerschule ab. Sie war ein illegaler Akt.

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In sechs der zehn meistkommentierten Wissenschaftsartikel geht es um Esoterik

Themenbild
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Platz 10: Pseudowissenschafter und Scharlatane gesucht!


derStandard.at

Homöopathie, Kartenlegen oder Wünschelrutengehen: Heiße Diskussionen entbrennen um Pseudowissenschaften und Scharlatanerie. Es verwundert nicht, dass dies auch beim heurigen Aufruf, Vorschläge für das „Goldene Brett vorm Kopf“ einzureichen, der Fall war. Wer den Schmähpreis für die herausragende Vertretung pseudowissenschaftlichen Gedankenguts erhalten hat, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Nur soviel: Er wurde in keinem Posting genannt.

Platz 9: „So entsteht das Bild der Bettelmafia“

Dass die politische und mediale Instrumentalisierung des Themas Betteln so gut funktioniert, hat tiefgreifende Ursachen. Der Historiker Stefan Benedik erzählte im Interview von der Analyse populistischer Bedrohungsszenarien und den Motivationen und Erfahrungen von Bettlern. Wie sehr das Thema polarisiert, lässt sich nicht nur an der Anzahl der dazugehörigen Postings ablesen, sondern auch an der Hitzigkeit der geführten Diskussionen.

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Ein paar Vollidioten sind nach Liberia geflogen, um Ebola-Patienten mit Homöopathie zu heilen

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Dr. Richard Hiltner ist ein netter Mensch. Er ist den Sechzigern (sieht aber jünger aus, wie das bei Kalifornien öfters der Fall ist) und hat diese typische Westküsten-Art, alles immer super positiv klingen zu lassen—auch die Tatsache, dass er und drei andere behandelnde Ärzte vor einigen Wochen nach Liberia flogen und dort versuchten Ebola-Patienten mit Homöopathie zu heilen.


Von JS Rafaeli|Vice.com

„Wir landeten am 17. Oktober in Monrovia, mussten dann drei Tage lang den Umgang mit der PSA erlernen—der persönlichen Schutzausrüstung, diesen großen Schutzanzügen mit denen man dort alle rumlaufen sieht—bevor wir dann weiter zum Krankenhaus in Ganta reisen konnten“, berichtet Hiltner.

Erst, als sie in Ganta ankamen, einer Stadt, die in einem besonders stark von Ebola betroffenem Gebiet liegt, begannen für die vermeintliche Hilfsexpedition die Probleme.

Das Team streifte sich die Schutzanzüge über, holte ihr Arsenal an homöopathischen Behandlungsmitteln raus und wollte schon anfangen, die ersten Patienten zu behandeln, als den Angestellten und der Führung des Ganta Hospitals dämmerte, was die ausländischen Helfer dort eigentlich vorhatten. Dem Team wurde umgehend der Zugang zur ETU (Ebola Treatment Unit) untersagt.

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Transwasser und Homöopathie

Image: Carmen/Pinterest
Gentechnisch verändertes Wasser aus den USA wird bald zu uns herüberschwappen – mit unabsehbaren Folgen für unsere Gesundheit und Wunschkultur.

Von Leo Fischertaz.de

Groß war die Aufregung, als herauskam, dass das geplante Freihandelsabkommen TTIP unter anderem auch die Zulassung von Chlorhühnchen aus den USA vorsieht. Viele Verbraucher sind zu Recht besorgt, dass ihre guten deutschen Batteriehühnchen nun mit einer fremdländischen Substanz („chlorine“) in Kontakt kommen, ihren typischen Geschmack verlieren und nach Schwimmbad riechen.

Doch enthält das ohnehin schon streng geheime TTIP-Abkommen noch geheimere Zusatzprotokolle, die unter anderem eine völlige Liberalisierung des Wassers vorsehen. Dabei können auch gentechnisch veränderte Wasser, sogenannte Transwasser oder Wassermischgetränke, in den deutschen Handel gelangen – ohne Kennzeichnungspflicht für den Hersteller.

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Gemeinnützigkeit der Homöopathen ohne Grenzen ist unmöglich

Seit Jahren versucht der beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer 17436 eingetragene, angeblich gemeinnützige Verein Homöopathen ohne Grenzen (HOG) Menschen in der Dritten Welt und in Krisengebieten mit Homöopathie zu helfen. Diese Bemühungen waren und sind von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn alle bisher durchgeführten, belastbaren Studien haben die von Homöopathen behaupteten Wirkungen von Homöopathika widerlegt. Homöopathie ist nichts weiter als eine magisch ritualisierte Scheinmedizin, die günstigstenfalls Placebo-Effekte provoziert.(1)

openPetition

Die Indoktrination hilfsbedürftiger Menschen durch missionierende Homöopathen birgt stets die Gefahr, dass von evidenzbasierter und wirksamer Medizin abgelenkt wird. Den Menschen wird das, was wirklich hilft vorenthalten und sie bekommen stattdessen wertlose Pseudomedizin eingeredet. Langfristig muss das zu Vertrauensverlusten und Konflikten führen, die dann auch die Arbeit seriöser Hilfsorganisationen behindern können. Außerdem steht das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland auf dem Spiel.

Der Verein Homöopathen ohne Grenzen ist von der Hamburger Finanzbehörde als gemeinnützig anerkannt worden. Er wird damit indirekt staatlich gefördert. Aufgrund der gegebenen Sachlage halten wir diese Anerkennung für falsch. Bei genauer Prüfung der Hintergründe und Zusammenhänge wird sich unseres Erachtens herausstellen, dass tatsächlich keine der in § 52 AO genannten Voraussetzungen für eine Anerkennung vorliegt. Die Kritik an den HOG ist schon länger öffentlich und dürfte auch der Hamburger Finanzbehörde nicht entgangen sein. Warum sie bisher dort keine Beachtung fand, ist nicht bekannt. (2-4)

Wir fordern deshalb die Finanzbehörde Hamburg auf, eine erneute und gewissenhafte Prüfung der Angelegenheit vorzunehmen. Sollte dies nicht geschehen und sollte der Freistellungsbescheid für die Homöopathen ohne Grenzen weiterhin bestehen bleiben, sehen wir für diesen Missstand den Senator und Präses der Hamburger Finanzbehörde in der politischen Verantwortung.

(1) www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/blog/
(2) www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/homoeopathie-alternativheiler-fuer-die-krisengebiete-12608083.html
(3) www.heise.de/tp/artikel/40/40415/1.html
(4) www.tagesspiegel.de/meinung/alternativmedizin-der-grenzenlose-irrglaube-der-homoeopathie/9163108.html

Begründung:

Die Hamburger Finanzbehörde wurde wegen dieses Missstandes schon mehrfach angeschrieben, hat aber bisher nicht darauf reagiert. Ich bitte deshalb alle Kritiker der Homöopathie und anderer irrationaler Heilslehren, an dieser Petition mit ihrer Unterschrift teilzunehmen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Homöopathie und alternative Heilmethoden: Globuli stoppen Ebola nicht

Tödlicher Erreger. Ein mutmaßliches Ebolaopfer wird von Helfern abtransportiert. – Foto: Reuters
Der Westen bringt nicht nur Helfer in die betroffenen Regionen, sondern auch allerhand Gerüchte, wie die Krankheit angeblich mit Alternativmethoden geheilt werden kann. Mit verheerenden Folgen: Der Glaube an Homöopathie und anderen Hokus-Pokus kann Leben kosten.

Von Kai KupferschmidtDER TAGESSPIEGEL

Die Krankheit war plötzlich aufgetaucht. Im Sommer 1976, mitten im afrikanischen Dschungel. Die Erkrankten klagten über Kopfschmerzen und hohes Fieber, nach ein paar Tagen begannen sie zu bluten. Dann starben sie. Der Erreger war unbekannt, es gab kein Heilmittel. In einem Missionskrankenhaus im Zentrum der Epidemie versuchten belgische Nonnen, die sterbenden Patienten zu retten. Vergebens.

Beerdigung folgte auf Beerdigung. Und immer mehr Gerüchte verbreiteten sich. Viele Einheimische blieben dem Krankenhaus fern. Das scheint irrational, hat aber manchen vermutlich das Leben gerettet. Forscher stellten später fest, dass fast alle der frühen Opfer von den Nonnen behandelt worden waren, ehe sie erkrankten.

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Anekdotische Evidenz und Homöopathie

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Der spanische Arzt Dr. Manuel Mateu i Ratera beschäftigt sich seit langem mit Homöopathie in der Notfallmedizin.

Von Irmtraud GutschkeND

Frühere Skepsis mag ihn mit vielen Lesern verbinden: Der spanische Arzt Dr. Manuel Mateu i Ratera hätte sich nach schulmedizinischer Universitätsausbildung und Praxis womöglich nie für Homöopathie interessiert, wenn er sich bezüglich einer immer wiederkehrenden Angina seines zweijährigen Sohnes nicht so hilflos gefühlt hätte. Antibiotika waren in beträchtlicher Menge verabreicht worden, aber immer wieder hatte es Rückschläge gegeben.

So beginnt es oft: Es gibt gesundheitlich Belastendes, man hört, dass Homöopathie wenigstens »nichts schaden« kann, will es versuchen … Dann aber ist das Entscheidende, einen richtig guten Arzt oder Heilpraktiker zu finden. Denn die Wahl des passenden Medikaments setzt Wissen, Erfahrung und Intuition voraus. Manuel Mateu i Ratera vergleicht die homöopathische Behandlung mit einer »maßgeschneiderten« Impfung, durch die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

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Esoterik: Sind wir Frauen gutgläubiger als Männer?

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Die RTL-Undercover-Reporter haben gezeigt, mit welch dumpfen Tricks angebliche Wahrsager, Hellseher und Wunderheiler arbeiten. Gutgläubige Menschen werden auf simple Art veräppelt – und zahlen dafür ordentlich Geld. Die Opfer scheinen vor allem Frauen zu sein. Warum ist das so – und gibt es auch seriöse Esoteriker?

Von Christiane MitatselisFRAUENZIMMER

Es ist ein Gemeinplatz: Frauen gehen eher als Männer zu einer Wahrsagerin, lassen sich die Karten legen – und am Besten erzählen, dass der Traummann, Reichtum oder andere wünschenswerte Dinge auf sie warten. Frauen gelten dafür als anfälliger, da die Hellseher-Branche aber keine Zahlen dazu veröffentlicht, lässt sich der Eindruck nicht belegen. Sicher scheint nur zu sein, dass Frauen religiöser sind als Männer. In einer Erhebung des „World Value Survey“, die in 57 Staaten durchgeführt wurde, bezeichneten sich 74 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer als religiös.

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Heilpraktiker auf dem Vormarsch: Krankenkassen werben mit dubiosen Therapien

Bild: rbb
Immer mehr Gesetzliche Krankenkassen locken neue Mitglieder durch Kostenübernahmen für Alternativmedizin. Doch das Sozialgesetzbuch untersagt den Kassen eigentlich, Rechnungen von Heilpraktikern zu begleichen. Denn deren Kenntnisse sind oftmals ungenügend, die Methoden umstritten. Die IKK Südwest bricht nun ganz offensiv die Regeln im Kampf um Kunden: Auch teure Heilpraktiker-Gespräche werden abgerechnet.

Kontraste—RBB

Homöopathie, die sanfte Heilbehandlung, – für die einen Hokuspokus, die anderen schwören auf die Heilkraft der Globuli, der kleinen weissen Kügelchen. Immer mehr Menschen in Deutschland sind der Meinung: Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt. Inzwischen übernehmen viele Krankenkassen sogar die Kosten für homöopathische und andere alternative Behandlungen. Das allerdings sorgt bei den Ärzten für großen Ärger. Denn die Homöopathen dürfen viel mehr Zeit für Patientengespräche abrechnen als die Ärzte. Chris Humbs, André Kartschall und Markus Pohl haben recherchiert.

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