Interview mit einem Islamisten

Die Medien haben Verbrechern keine Bühne zu bieten – und tun es doch Foto: Ben Murray|flickr | CC-BY-NC 2.0

Die Medien haben Verbrechern keine Bühne zu bieten. Das lernen Journalisten schon in der Ausbildung. Dennoch lassen Reporter sich von radikalen Islamisten zu ihrem Werkzeug machen.

Von Anna Lutzpro Medienmagazin

Seit dem 16. August 1988 ist der Journalismus in Deutschland ein anderer. Es ist der Tag, an dem Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner eine Deutsche Bank-Filiale im nordrhein-westfälischen Gladbeck überfallen. Sie nehmen Geiseln, flüchten mit ihnen quer durch die Republik und sind am Ende für den Tod dreier Menschen verantwortlich.

Doch sie sind nicht die einzigen, die sich in jenen drei Tagen zwischen dem Überfall und ihrer Gefangennahme durch die Polizei schuldig machen. Schon als die beiden Täter noch mit den Behörden über ein erstes Fluchtfahrzeug verhandeln, interviewt der erste Radiosender sie. Kamerateams und Fotojournalisten drängen sich später um ihr Auto. Degowski und Rösner sprechen in Mikrofone und Aufnahmegeräte als wären sie Fernsehstars. Im Verlauf der Entführung greifen Journalisten aktiv ins Geschehen ein, begleiten die Geiselnehmer, verhandeln mit ihnen und versuchen, Geiseln zu befreien – alles vor den Augen der Öffentlichkeit, für die sie live berichten.

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Dröge Kritik am “Social Freezing”

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Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hat das als “Social Freezing” bezeichnete Einfrieren weiblicher Eizellen zur Familienplanung scharf kritisiert.

evangelisch.de

“Was hier unter dem Etikett des Sozialen verkauft wird, ist für mich ein Zeichen einer höchst problematischen Entwicklung”, sagte Dröge am Samstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Die Konzerne Apple und Facebook ermöglichten mit der Firmenpolitik, ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen zu finanzieren, “gerade nicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern beanspruchen die vollständige Arbeitskraft junger Frauen für sich”, betonte Dröge. Dahinter stecke das Interesse, die Frauen an die Unternehmen zu binden. Ziel sei, dass die Frauen auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit “ihre Lebenszeit inklusive Familienplanung der Firma zur Verfügung stellen”.

Dröge kritisierte den “Anspruch des Arbeitsmarktes, allumfassend über die menschliche Zeit zu bestimmen”. Zeit sei “keine freie Verfügungsmasse, auch nicht für Unternehmen, sondern sie ist uns geschenkt”, betonte der Bischof. Die Zeit müsse “aus dem ständigen Kreislauf der Vermehrung von Kapital” herausgenommen werden.

“Wir brauchen Arbeit, von der wir leben und mit der wir leben können”, forderte Dröge. Die Arbeit müsse dem Leben und nicht das Leben allein der Arbeit dienen: “Nehmt eure Zeit vom Markt!”

Zeugen Jehovas: Sex mit Teddy und andere Umwege

Bild: wikimedia.org/PD

Bild: wikimedia.org/PD

Die Zeugen Jehovas scheinen skurril und harmlos. Doch ihre Bewusstseinskontrolle funktioniert perfekt. Misha Anouk beschreibt seinen Ausstieg aus der Sekte in einem Buch.

Von Parvin SadighZEIT ONLINE

Feigling nannte einer der Jungs Misha Anouk, als er keine Blutsbrüderschaft schließen wollte beim Winnetou- und Old-Shatterhand-Spiel. Dabei hatte er gar keine Angst, er durfte als Zeuge Jehovas nur kein Blut annehmen oder spenden. Anouk schreibt, er sei immer sicher gewesen, dass seine Eltern ihn liebten; aber auch, dass sie ihn für ihren Glauben sterben lassen würden.

Anouk  ist Jahrgang 1981 und heute kein Zeuge Jehovas mehr. Über seinen Ausstieg hat er ein Buch geschrieben, Goodbye Jehova! heißt es.

Seine Eltern waren vor der Familiengründung beide Missionare, sein Vater ist noch heute eine lokale Führungsperson, ein sogenannter Ältester. Anouk wurde hineingeboren in die “Wahrheit”, wie die Zeugen ihre Lehre nennen. Er beschreibt, wie selbstverständlich die Glaubensinhalte und Pflichten in seiner Kindheit für ihn waren, wie aufreibend sie dann in der Jugend wurden und wie traumatisch das Leben nach den Zeugen Jehovas zunächst war.

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Cat Stevens singt auf seinem neuen Album wieder als Yusuf Islam

Kritiker werfen ihm Gefälligkeit vor, Fans halten ihn für den begnadetsten Singer-Songwriter aller Zeiten. Yusuf Islam, der als Cat Stevens mit Songs wie «Morning has broken» bekannt geworden war, stand wieder im Studio. «Tell’em I’m Gone» ist kein Meisterwerk, doch genaueres Hinhören lohnt sich.

Von Christian WaltherSRF

«I was born in the West End / in the Summer of 48 / above a small café / some people liked to come there and call it night / but for me it was all day»

Dies sind die ersten Zeilen des Stücks «Editing Floor Blues» des neuen Albums von Yusuf. Yusuf? War das nicht …? Doch. Geboren als Steven Demetre Georgiou oberhalb jenes Cafés in London, eroberte Yusuf unter dem Pseudonym Cat Stevens bereits im Alter von 18 Jahren die britischen Charts. Danach zog er sich ein erstes Mal zurück – nur um zu Beginn der 1970er-Jahre umso grösser und bekannter zu werden.

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Egyptian leader: Foreign hands behind Sinai attack

Egypt’s President Abdel Fattah el-Sissi is flanked by members of the high military council as they observe a minute of silence for the soldiers who were killed in the Sinai Peninsula. October 25, 2014(Photo credit: Egyptian Presidency/AFP)

As Cairo declares state of emergency in Sinai after bomb attack kills 30 soldiers, el-Sissi warns of ‘extensive war’

The Times of Israel

CAIRO — Egypt’s President Abdel-Fattah el-Sissi said Saturday a deadly assault on an army checkpoint in the Sinai Peninsula that killed 30 troops was a “foreign-funded operation.”

Roaring in front of cameras on Saturday, el-Sissi said there were foreign powers that wanted to “break the back of Egypt,” without elaborating. He vowed to take drastic measures to uproot the militants and said Egypt was engaged in an “extensive war” that would last a long time.

“There is a big conspiracy against us,” he said while standing with army commanders ahead of a military funeral for the slain soldiers and officers.

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Was Rembrandt-Gemälde und die Enthauptungen des IS gemeinsam haben

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Bilder von Menschen, die wegen ihrer Religion sterben mussten, gab es früher und gibt es heute. Das “Vatican-Magazin” hat Gemälde und Handyfotos in einem erschreckenden Vergleich nebeneinander gestellt und aktuelle religiöse Konflikte analysiert.

Von Martina FietzFOCUS ONLINE

Eine Mutter, die ihren sterbenden Sohn in den Armen hält. Ein Mann, der mit ausgebreiteten Armen auf sein Kreuz blickt. Kinder auf der Straße, sinnlos getötet. Abgetrennte Köpfe, die den Betrachter mit leeren Augen anblicken. Die Bilder sind aktuell und alt zugleich. Sie stammen aus dem Irak und aus Syrien sowie aus den großen Museen dieser Welt.

Das “Vatican-Magazin”, das der langjährige Rom-Korrespondent der “Welt”, Paul Badde, herausgibt, hat die Bilder der Märtyrer aus Vergangenheit und Gegenwart gegenübergestellt. Menschen, die damals wie heute wegen ihres Glaubens ihr Leben verloren. Die einen gemalt von großen Künstlern wie Giotto, Caravaggio, Rembrandt oder Zurbarán, die anderen dargestellt in Handy-Momentaufnahmen.

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Jared Diamond: ‘150,000 years ago, humans wouldn’t figure on a list of the five most interesting species on Earth’

Jared Diamond (HiraV – Own work)

Most people would be overjoyed to receive one of the MacArthur Foundation’s annual “genius grants” – around half a million dollars, no strings attached – but when Jared Diamond won his, in 1985, it plunged him into a depression.

By Oliver BurkemanRaw Stroy/The Guardian

At 47, he was an accomplished scholar, but in two almost comically obscure niches: the movement of sodium in the gallbladder and the birdlife of New Guinea. “What the MacArthur call said to me was, ‘Jared, people think highly of you, and they expect important things of you, and look what you’ve actually done with your career’,” Diamond says today. It was a painful thought for someone who recalled being told, by an admiring teacher at his Massachusetts school, that one day he would “unify the sciences and humanities”. Clearly, he needed a larger canvas. Even so, few could have predicted how large a canvas he would choose.

In the decades since, Diamond has enjoyed huge success with several “big books” – most famously, 1997’s Guns, Germs and Steel – which ask the most sweeping questions it is possible to ask about human history. For instance: why did one species of primate, unremarkable until 70,000 years ago, come to develop language, art, music, nation states and space travel? Why do some civilisations prosper, while others collapse? Why did westerners conquer the Americas, Africa and Australia, instead of the other way round? Diamond, who describes himself as a biogeographer, answers them in translucent prose that has the effect of making the world seem to click into place, each fact assuming its place in an elegant arc of pan-historical reasoning. Our interview itself provides an example: one white man arriving to interview another, in English, on the imposing main campus of the University of California, Los Angeles, in a landscape bearing little trace of the Native Americans who once thrived here. Why? Because 8,000 years ago – to borrow from Guns, Germs and Steel – the geography of Europe and the Middle East made it easier to farm crops and animals there than elsewhere.

Whether such satisfying explanations are in fact true is the subject of vicious jousting between Diamond and many anthropologists. They condemn him as a cultural imperialist, intent on excusing the horrors of colonialism while asserting the moral superiority of the west. (One 2013 article, in an ecology journal, was entitled “F**k Jared Diamond”, the asterisks failing to conceal the general tone of the debate.) Diamond strikes back with equal force, calling his critics “idiots”, unscientific timewasters and purveyors of “politically correct blabber”. So it is slightly disconcerting to meet this strident propagandist for capitalism in his faculty office. In person, Diamond is a fastidiously courteous 77-year-old with a Quaker-style beard sans moustache, and archaic New England vowels: “often” becomes “orphan”, “area” becomes “eerier”. There’s no computer: despite his children’s best efforts, he admits he’s never learned to use one.

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Georgien: Muslime streiten mit Christen um eine Bibliothek

islam_christentumDie georgische Gemeinde Adigeni im Süden des Landes ist in dieser Woche von Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen erschüttert worden, schreibt die “Nesawissimaja Gaseta” am Freitag.

RIANOVOSTI

Zum Stein des Anstoßes wurde ein altes Gebäude im Dorf Moche, in dem die Behörden eine Bibliothek einrichten wollten. Die dort lebenden Muslime protestierten jedoch, weil an dieser Stelle früher eine  Moschee gestanden haben soll. Zudem behaupten sie, dass die Behörden dieses Gebäude ursprünglich in ein Einkaufs- und Unterhaltungszentrum verwandeln wollten. Am Mittwoch kam es zu Handgreiflichkeiten mit mehreren Verletzten. Die Polizei musste eingreifen und nahm mehr als zehn Personen wegen Rowdytums und Widerstands gegen die Staatsgewalt fest.

Am Donnerstag kam es in Adigeni erneut zu Zusammenstößen mit Muslimen, die die Freilassung ihrer Glaubensbrüder forderten.

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Gene oder Lebewesen – wer bringt hier wen hervor?

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Bibeltreue Christen dementieren sie und amerikanische Schulen verbieten Bücher mit ihr – die Evolutionstheorie ist ein umstrittenes Thema unter Gläubigen und Wissenschaftlern. Natur hat jetzt zwei Aufsätze veröffentlicht, die die Urknall-Theorie erschüttern.

Von Ernst Peter FischerFOCUS ONLINE

In der Fachwelt wird derzeit eine Debatte über die Frage geführt, ob die Theorie der Evolution neu konzipiert werden muss. Ist ein Umdenken der Biologen erforderlich oder kann alles im alten Rahmen bleiben und hat Charles Darwin eigentlich schon alles gewusst?

Die Evolution ist natürlich mehr als irgendeine Idee der Wissenschaft. Sie ist die Basis, auf der das Leben und seine von ihm hervorgebrachten Gestalten verstanden werden, und so lohnt ein Blick auf die gelehrte Diskussion. Dafür gibt es sogar einen noch wichtigeren Grund.

Die Frage, ob die Theorie der Evolution überdacht und neu gefasst werden muss, werden bibeltreue Gegner des biologischen Gedankens gerne hören. Aber sie sollen sich nicht zu früh freuen. Denn was derzeit in der Fachwelt zu dem großen Gedanken von Charles Darwin erörtert wird, könnte zuletzt die Position der Wissenschaft stärken – jedenfalls nach Überzeugung des Berichterstatters.

Historikerin: Trennung von Kirche und Staat in Europa verlief blutig

religion_warDie Trennung von Staat und Kirche in Europa während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verlief offenbar weniger friedlich als bislang allgemein angenommen.

Von Karsten Packeiserevangelisch.de

Vielerorts hätten fromme Katholiken ebenso wie antiklerikale Kräfte zu Gewalt gegriffen, sagte die Mainzer Historikerin Eveline Bouwers dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei Auseinandersetzungen um Vorrechte der katholischen Kirche seien in Ländern wie Belgien auch Menschen zu Tode gekommen.

Die Wissenschaftlerin hat sich im Rahmen eines Forschungsprojekts intensiv mit Glaubenskämpfen in den katholischen Staaten Europas befasst, speziell mit den Regionen Bayern, Flandern und Bretagne. Konflikte zwischen katholischer Kirche und Staatsmacht gab es nach ihren Erkenntnissen nicht nur während des “Kulturkampfes” im protestantisch geprägten Deutschen Kaiserreich, sondern auch in katholisch Staaten.

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König-Abdullah-Zentrum in Wien: Die bittere Medizin des Königs

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Das umstrittene “KAICIID” hat nichts getan, was Sanktionen rechtfertigen würde. Wenn es als saudische PR-Agentur gemeint war, dann ist es gescheitert.

Von Gudrun HarrerderStandard.at

Jetzt sitzt man ganz schön einsam da, als Abdullah-Zentrum-Versteherin, die es bei dessen Gründung im November 2012 als interessantes Projekt bezeichnet hat. Die Kontroverse um Claudia Bandion-Ortner, die Vizegeneralsekretärin des “King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue” (Kaiciid), und ihr skurriles Profil-Interview ist Wasser auf den Mühlen jener, die es immer gewusst haben: Das Abdullah-Zentrum ist Saudi-Arabien, und zwar das Saudi-Arabien des Köpfeabschlagens und der Frauenrepression.

Und das offizielle Österreich unterstützt das mit Steuergeld, indem es zumindest anfänglich die, so der Eindruck, zum Sprachrohr Saudi-Arabiens gewordene Frau Bandion-Ortner bezahlt und überhaupt das Zentrum fördert.

Behauptung einer Unabhängigkeit

Auch wenn das Kaiciid selbst unter der Unbedarftheit seiner Vizegeneralsekretärin – diese darf ja auch bei anderen Gelegenheiten etwas sagen – leiden mag, vielleicht hat es sie ja wirklich verdient. Denn sie macht unfreiwillig auf einen Konstruktionsfehler des Zentrums aufmerksam, der offenbar nicht so leicht aufzulösen ist: die Behauptung einer Unabhängigkeit, die nicht kommuniziert wird oder werden darf. Oder kann, weil es sie doch nicht gibt?

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Vatikan ermittelt gegen Priester in Chile

Von links nach rechts: José Aldunate, Felipe Berríos, Mariano Puga Quelle: site.adital.com.br

Befürwortung gleichgeschlechtlicher Ehe und Kirchenkritik sorgen in Chile für Aufregung. “Kongregation für die Glaubenslehre” ermittelt.

Von Hans Weberamerika21

Aufgrund von Kritiken an der Kirche werden die chilenischen Priester Felipe Berríos, José Aldunate und Mariano Puga derzeit durch die “Kongregation für die Glaubenslehre” untersucht. Dieses Vatikanorgan hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, eine Sammlung kritischer Äußerungen der Geistlichen an die Kongregation weitergeleitet hatte.

In den vergangenen fünf Monaten hatten Berríos, Aldonante und Puga Interviews gegeben, in denen sie die Rolle des Klerus bezüglich der Bildungsreform der Regierung Bachelet sowie seine Weigerung, über Schwangerschaftsabbruch zu diskutieren und die Haltung gegenüber der Ehe homosexueller Paare in Frage stellten.

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Israel: Eine “kranke Gesellschaft”

Reuven_RivlinWenn das Staatsoberhaupt des Staates Israel, Reuven Rivlin, feststellt, dass die israelische Gesellschaft “krank” sei, dann muss es wohl stimmen. Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken deutscher Antisemiten-Jäger schrillen, nach deren “Maßstäben” er wohl als “lupenreiner Antisemit” zu bezeichnen wäre.

BETWEEN THE LINES—LUDWIG WATZAL

Darüber hinaus müsste er auf Empfehlung eines obskuren Antisemitismus-Experten aus Berlin auf die berühmt-berüchtigte Liste der Top-Antisemiten des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles kommen.

Bei einer Veranstaltung der Israelischen Akademie der Wissenschaften zum Thema “Vom Hass des Fremden, zur Akzeptanz des Anderen” (From Hatred of the Stranger to Acceptance of the Other) diagnostizierte Reuven Rivlin  für Israel eine Epidemie der Gewalt, die “in alle Bereiche vorgedrungen” sei. “Es ist Zeit ehrlich zuzugeben, dass die israelische Gesellschaft krank ist und es unsere Pflicht ist, diese Krankheit zu behandeln”, sagt Rivlin in Bezug auf das von der israelischen Armee angerichtet Massaker im Gaza-Streifen. “Die Epidemie der Gewalt ist nicht auf die eine oder andere Gruppe beschränkt, sie ist in alle Bereiche eingedrungen.” “I’m not asking if they’ve forgotten how to be Jews, but if they’ve forgotten how to be decent human beings. Have they forgotten how to converse?”

Iran richtet Vergewaltigungsopfer hin

Bild: freethinker.co.uk

  • In Iran wird die 26-jährige Reyhaneh Jabbari hingerichtet. Sie wurde 2009 zum Tode verurteilt, weil sie den Mann erstach, der sie nach eigenen Angaben vergewaltigen wollte.
  • An dem Gerichtsverfahren gab es massive Kritik. Im Internet protestierten Hunderttausende Menschen. Auch Amnesty International und die Vereinten Nationen schalteten sich ein.

Süddeutsche.de

Iran richtet Vergewaltigungsopfer hin

Alle Rettungsversuche waren vergeblich: Iran hat die 26-jährige Reyhaneh Jabbari hingerichtet. Das bestätigte ihre Mutter Shole Pakrava in einem Interview mit der BBC, die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur Irna von der Hinrichtung. Jabbari saß seit fünf Jahren wegen des Mordes an einem früheren Geheimdienstmitarbeiter in der Todeszelle. Jabbari hatte auf Notwehr plädiert.

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Atheismus: Ein Besuch in der Kirche der Gottlosen

Foto: The Washington Post/Getty Images In Amerika wächst die Gemeinde der Atheisten

Nur einer von zehn Amerikanern glaubt nicht an Gott. Aber die Gemeinde der Atheisten wächst, sie betreiben sogar schon Kirchen. Ein Abend bei den Gottlosen von New York, inklusive dem Wort “Amen”.

Von Hannes SteinDIE WELT

Im Stone Creek Inn, hatte es geheißen; um sieben Uhr abends; im Hinterzimmer. Als ich ankam, saßen in dem kleinen Raum schon etwa ein Dutzend Leute an verschiedenen Tischen. Fast alle hatten selbst beschriftete Namensetiketten an der Kleidung kleben. Ein freundlicher älterer Herr mit weißem Haarkranz, der Ron hieß, unterhielt sich quer über das Zimmer mit einem anderen älteren Herrn darüber, ob die Beschneidung eines Mannes dessen Sexleben beeinträchtigt.

In dieser offenen Gruppe, die sich regelmäßig in New York trifft, bin ich offenbar richtig, dachte ich, denn für diese Frage interessieren sich doch eigentlich nur Atheisten. Nach mir hatte eine junge schwarze Frau den Raum betreten, deren Namensschild ich nie zu sehen bekam. Sie setzte sich zu Ron an den Tisch, und dann unterhielten die beiden sich darüber, warum es unter jungen schwarzen Frauen verhältnismäßig wenige Atheisten gibt.

Erstens, weil die meisten Schwarzen traditionell und fromm sind; und schwarze Frauen sind es erfahrungsgemäß noch ein bisschen mehr. Sie komme aus Atlanta, sagte die junge Frau, und ihre Familie halte sie naturgemäß für verrückt, habe ihr inzwischen aber vergeben. Dann begann der offizielle Teil des Abends.

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Das Leben ist der Güter höchstes nicht

John Wayne, The Shootist, 1976

John Wayne, The Shootist, 1976

Eine zornige Untersuchung: Was wirklich hinter dem Widerstand gegen die Sterbehilfe steckt. Haltet euch aus unserem Leben heraus, ihr Lebensschützer!

Von Wolfgang BroscheThe European

Der kühne Freitod von Udo Reiter erinnerte mich in seiner lakonischen Konsequenz an einen berühmten Film, den Schwanengesang eines Stars und eines Genres.

Don Siegels „The Shootist“ ist sicher nicht der größte aller Western, aber der erschütterndste. John Wayne, die reaktionäre, raue und zärtliche alte Kanaille, trat mit diesem Film von der Leinwand ab. Er hätte es besser nicht tun können als in der Rolle eines alten Gunman, der seit Wochen von Unterleibsschmerzen geplagt wird. Der Arzt, den er aufsucht, kann ihm nur hilflos die Diagnose Krebs mitteilen und drückt ihm dann ein Fläschchen Laudanum in die Hand. „Hätte ich“, raunt der Arzt, „Ihren Mut, dann wüsste ich, was ich täte, um den mörderischen Schmerzen und dem Verrecken zu entgehen!“

Schnell spricht sich herum, dass der einst gefürchtete Shootist ein todkranker Mann ist. Die Geier warten schon: jüngere Gunmen versammeln sich in der Stadt und warten auf ihre Chance. Wayne schaut sich ein paar Tage in der herbstlichen Stadt um, macht eine letzte Bekanntschaft mit einer stolzen und klugen Witwe, hilft ihr, ihren Sohn wie ein Vater auf den richtigen Lebensweg zu bringen, trinkt die letzten Schlucke Laudanum, die schließlich nicht mehr helfen und bestellt die lauernden Aasgeier in den Saloon.

Es sei sein Geburtstag, sagt er dem Barkeeper, der ihm den letzten Whisky einschenkt, den wolle er feiern. Und er feiert ihn auf seine Art, erledigt die schießwütigen Rotzlöffel, die seine Nachfolge antreten wollen, nebenbei noch ein paar tolldreiste Gangster und wird selbst tödlich getroffen. Noch einmal hat er als Towntamer die Stadt gerettet und ist dabei auf seine Weise gegangen. Das war sein Tod, der Tod als Gunman, der seine Zeit gehabt hat!

John Wayne selbst hatte nicht das Glück, so zu sterben wie in diesem Film. Einmal schon, in den 60ern, hatte er den Krebs besiegt. Ein Jahr nach „The Shootist“ kam er zurück, der Krebs. Man behandelte den Duke zu Tode, schnitt hier und da was weg und der große starke Mann verreckte zwischen Amputationen und Morphium. „Feo, fuerte y formal“ steht auf Waynes Grabstein – er war stolz, er war stark, er hatte Würde … bei all dem Reaktionären, das seine Filme auch hatten, immer ging es in ihnen um die Würde des Individuums. Darum sei ihm dieses Epitaph gegönnt.

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Kretschmann verteidigt kirchliches Arbeitsrecht

kretschmann150Der baden-württembergische Ministerpräsident hält es für in Ordnung, dass die Kirchen Menschen anderer Religion nicht als Arbeitnehmer beschäftigen müssen. Die Muslime im Land sollten sich seiner Meinung nach ähnlich organisieren wie die Christen.

evangelisch.de

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigt das kirchliche Arbeitsrecht. Auch dass die Kirchen beispielsweise Menschen anderer Religion nicht anstellen müssen, gehe in Ordnung, schreibt Kretschmann in dem von ihm mit herausgegebenen Buch “Wie viel Religion verträgt der Staat?” “Auch die grüne Fraktion würde jemanden entlassen, wenn sie feststellen sollte, dass er bei einer anderen Partei ist”, betonte der Politiker.

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China: Christen sind die Guten, alles andere Scheiße

Mit Christen in China beschäftigt sich das neue Buch von Liao Yiwu “Gott ist rot” Foto: S. Fischer Verlag

Christen in China haben es nicht leicht. Nach wie vor gehören sie zur größten verfolgten Minderheit im Land. Der Autor Liao Yiwu geht in seinem Buch „Gott ist rot“ auf Spurensuche und lässt die Christen vor Ort zu Wort kommen.

Von Johannes Weilpro Medienmagazin

Autor Liao Yiwu hat für sein Buch Christen getroffen, die beschreiben, wie schwer es ist, ihren Glauben in China zu leben. Die einzige Hoffnung, an die sie sich klammern, ist dabei Gott. Vor allem unter dem Diktator Mao Zedong kam der Atheismus auf und die feste Ordnung der Gemeinden wurde zerstört. Vor 1982 hatten wenige Christen gewagt, sich öffentlich zu Gott zu bekennen. Zusammenkünfte von Christen wurden von anderen Menschen angezeigt. Das sei heute zum Glück besser geworden.

Geschichten der Hoffnung

Trotz allem sind es Geschichten der Hoffnung, die Yiwu gesammelt hat. Der Autor saß für seine regimekritischen Geschichten selbst vier Jahre in Haft und wurde schwer misshandelt. Heute lebt der mit mehreren Auszeichnungen und Preisen dekorierte gebürtige Chinese in Berlin.

Es ist vor allem ein Buch von Menschen, die durch den Staat vin ihrem Denken beeinflusst und von klein auf „roter Gehirnwäsche“ unterzogen wurden. Von daher bietet das Buch einen Einblick in das chinesische Denken und macht das Handeln der Christen dort nachvollziehbarer.

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Dodo Thierse predigt in Gedächtniskirche

thierse_zdf“Reformation und Politik” lautet das Thema des Gottesdienstes, über das Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., diesen Sonntag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche predigt.

Berlin Online

Seit der Reformation sind Christen nach und nach vorsichtiger, auch selbstkritischer geworden in der Bestimmung des Verhältnisses von Religion und Politik.

“Die Unterscheidung zwischen beiden ist von großer Aktualität angesichts der missbräuchlichen Inanspruchnahme von Religion zur Begründung von politischer Macht und gar von Gewalt”, macht Thierse im Vorfeld deutlich. Trotzdem kann Religion keine reine Privatsache sein, sie hat unweigerlich auch eine soziale und politische Dimension. “Sie ist für das ethische Fundament gelingender Demokratie unersetzlich, gerade auch deshalb, weil sie auf die Grenzen von Politik verweist, Totalitätsansprüchen widerspricht”, betont Thierse.

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Christentum: Glaube ist Urvertrauen—Bullshistic

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Ich habe lange einen Weg gesucht, Glaube und Vernunft zu verbinden. Nach einer Rundreise durch verschiedene Religionen und Philosophien habe ich ihn gefunden.

Von Thomas JakobZEIT ONLINE

Glauben ist für mich so etwas wie ein kultiviertes Urvertrauen. So wie ein Baby Urvertrauen zu seiner Mutter hat, weil es sich bewährt hat, weil es den Charakter einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung hat, weil es seine beste Chance ist. Das gilt selbst dann, wenn dieses Vertrauen nicht in jedem Einzelfall berechtigt ist.

Es gibt Menschen, die ein solches Urvertrauen von Natur aus haben. Auch Atheisten und Agnostiker sehe ich darunter. Solche Naturtalente brauchen keinen ausformulierten Glauben, aber alle anderen fahren besser mit einer soliden und reifen Religion.

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