Wahl Dodo des Monats Januar 2012

Dodo des Monat Januar 2012

Es ist wieder so soweit, die Wahl für den Dodo des Monats steht an. Hier sind die Kandidaten:

  1. Wolfgang Thierse, „Wolfgang Thierse: „Glaube ist nicht nur Privatsache.“
  2. Claudio Maria Celli, „Vatikan ermahnt anonyme Blogs, die Bischöfe attackieren.“
  3.  Diözese Rottenburg, „RKK: Ehebruch – gefeuert.“
  4. Norbert Kartmann, „Landtagspräsident würdigt evangelikale Schule-zuviel Äppelwoi.“
  5. Hans Christian Brandy, „Das christliche Abendland: arbeitsfreie Sonntage, Glockenläuten, Ostern, Kirchenmusik…
  6. Philipp Hadorn, „Sozi-Kreationist: Jesus statt Darwin.“
  7. Matthias Matussek, „Wenn ein Eiferer auf andere Eiferer mit dem Finger zeigt.“
  8. Sigmar Gabriel, „SPD gegen strikte Trennung von Staat und Kirche.“
  9. Norbert Lammert, „Religion unverzichtbare Quelle von Werten.“
  10. Hermann Dinkla, „Christliche Taliban wollen im niedersächsischen Landtag beten.“

Die Wahl ist bis zum 07.Feburar 2012, 18:00 Uhr, befristet. Danach abgegebene Stimmen werden nicht gezählt. Mehrfachabstimmungen sind möglich.

Der Gewinner,der Wahl, wird am 08. Februar , in entsprechender Form, hier auf dem Blog gewürdigt werden.

Den Rest des Beitrags lesen »

Geimpfte Idioten – Lügner, Leugner und Verschwörer

Bezieht ihr „Fachwissen“ laut eigener Aussage von der „Universität Google“: Schauspielerin Jenny McCarthy. © AFP

Lügner, Leugner und Verschwörer in ihrer Netzmasche: Das Beispiel der Impfgegner zeigt die Gefahr, die von Meinungsbildung im Internet ausgehen kann. Es ist nun vor allem an Google, diese zu bannen.

Von EVGENY MOROZOVFrankfurter Allgemeine

Von Anfang an hat man sich das Netz als globalen Umschlagplatz gedacht, als eine Bibliothek neuen Typs, in der alles Wissen jederzeit per Mausklick abrufbar sein würde. So ist es auch gekommen, aber es gibt noch einen anderen Aspekt: Wir haben nämlich nicht nur Zugriff auf die unendlich großen Bestände, wir können auch unsere eigenen Bücher, Pamphlete und anderen schriftlichen Äußerungen dort deponieren, ohne nennenswerte Qualitätskontrolle.

Diese Demokratisierung des Zusammentragens von Informationen, sofern es sich auf organisatorisch und technologisch sinnvolle Verfahren stützt, ist von großem Nutzen. Sie hat uns Wikipedia und Twitter geschenkt. Sie hat aber auch Tausende von Seiten produziert, die den wissenschaftlichen Konsens untergraben, erwiesene Tatsachen in Abrede stellen und Verschwörungstheorien propagieren. Müssen wir allmählich über eine Art Qualitätskontrolle nachdenken?

weiterlesen

Die Überläufer

Widmete sich sechs Jahre den Visionen einer Nonne: Clemens Brentano. Wikipedia

Atheismus-Serie: Verblüffend häufig wandelten sich atheistische oder religionsferne Literaten zu vehementen Katholiken – mit bösen Folgen.

Von Linus SchöpferBerner Zeitung

Vielleicht ist es der Urtext aller modernen Überläufer zum Katholizismus: Novalis’ Fragment «Die Christenheit oder Europa» (1802). Novalis (eigentlich Friedrich von Hardenberg) feiert in seiner Schrift die Vorzüge der christlichen Urkirche in hohen Tönen – das monolithische Dogma, den Reliquienkult, die Wallfahrten. Nichts weniger als eine durch Poesie erwirkte Erneuerung dieser Kirche, die doch längst ihre religiöse und intellektuelle Vormachtstellung eingebüsst hatte, schwebte Novalis vor. Und er sollte bei weitem nicht der letzte moderne Literat bleiben, der im Katholizismus sein Heil suchte.

Romantiker…

In Novalis’ Umkreis, im Zirkel der Romantiker, begeisterten sich aussergewöhnlich viele Künstler für die alte Kirche. Clemens Brentano (1778–1842) etwa, der ein wildes freigeistiges Künstlerleben führte, bevor er mit 35 in eine veritable Midlife-Crisis geriet und sich danach in geradezu fanatischer Manier dem Katholizismus verschrieb. Volle sechs Jahre verwandte Brentano hernach darauf, die Visionen einer stigmatisierten Nonne aufzuzeichnen, es folgten erbauliche Werke mit Namen wie «Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christus» oder «Leben der heiligen Jungfrau Maria».

weiterlesen

Das katholische Naturrecht und das Grundgesetz

Papst Benedikt XVI. hält während seines Deutschlandbesuchs im letzten Herbst eine Rede im Deutschen Bundestag. (Bild: AP / Markus Schreiber)

Die Garantie der Menschenwürde lässt sich mithilfe christlicher Deutungsangebote verständlich machen. Christliche Deutungsversuche werden aber dadurch nicht selbst zu einer Norm des Grundgesetzes.

Von Stephan Rixen - Deutschlandfunk

Wer heute für das Naturrecht wirbt, erntet Verwunderung, Befremden, Unverständnis. So ist es Papst Benedikt dem Sechzehnten während seines Deutschlandbesuchs im letzten Herbst ergangen. In seiner Rede vor dem Bundestag präsentierte er das Naturrecht als Wertefundament einer modernen Gesellschaft. Wohlgemerkt: Das theologische Naturrecht römisch-katholischer Prägung soll Wertefundament einer pluralen Gesellschaft sein. Das erstaunt. Erstaunt hat auch die der Sache nach erfolgte Behauptung, wer wirklich vernünftig sei, könne sich der Logik des Naturrechts nicht entziehen. Das bedeutet umgekehrt: Wer das vom Papst verwaltete Naturrecht ablehnt, ist unvernünftig.

Solche Thesen sind für Andersdenkende irritierend. Die Frage drängt sich auf: Wer soll mit solchen Thesen eigentlich erreicht werden? Geht es um die ohnehin schon Überzeugten? Oder sollen auch diejenigen angesprochen werden, die sich in mehr oder weniger großer Distanz zur Kirche bewegen? Aber wie sollen Andersdenkende erreicht werden, wenn ihnen der Eindruck vermittelt wird, nicht anders, sondern Unvernünftiges zu denken? Eine Einladung zum Gespräch auf Augenhöhe sieht anders aus.

weiterlesen

„Theologie hilft gegen Fundamentalismus“

„Theologie hilft gegen Fundamentalismus“, sagt Religionswissenschaftler Peter Antes. © dpa

Der Religionswissenschaftler Peter Antes feiert in dieser Woche seinen Abschied von der Leibniz Universität Hannover. Ein Gespräch über Werte, Normen und Wege zur Transzendenz.

Von Karl-Ludwig BaaderHannoversche Allgemeine

HannoverSie nehmen in diesen Tagen mit fast siebzig Jahren endgültig Abschied von der Universität. Haben Sie rückblickend das Gefühl, das richtige Lebensthemagewählt zu haben?

Ja, absolut. Es hat sich sogar als immer wichtiger herausgestellt. Als ich nach Hannover kam, sah man Religion eher als ein Phänomen der Vergangenheit an. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich allerdings die Beschäftigung mit Religion als ein zentrales Thema für Politik und Sozialwissenschaften herausgestellt. Viele Konflikte, denken Sie an die Integrationsprobleme, haben damit zu tun. Ich habe mich auch deshalb so intensiv mit dem Islam beschäftigt, weil Otto Stegmüller, mein Freiburger Professor, 1963 meinte, der Islam werde das bestimmende Thema am Ende des Jahrhunderts sein. Er stand damals allein mit seiner These.

Den Rest des Beitrags lesen »

Für den Vatikan kein Missbrauch

Foto: kurier.at

Rom hat entschieden, dass es nach den Missbrauchsvorwürfen in St. Jakob am Thurn kein kirchenrechtliches Verfahren gibt.

KURIER.at

Nach schwerwiegenden Missbrauchsvorwürfen hatte der ehemalige Domprediger und Pfarrprovisor von St. Jakob am Thurn, Peter Hofer, im März 2011 alle Funktionen zurückgelegt. Im Vatikan hat man jetzt entschieden, dass nichts vorliegt, was ein kirchenrechtliches Verfahren rechtfertigt. Ab Aschermittwoch wird Hofer wieder predigen. „In der Pfarre freut man sich“, sagt Bürgermeister Helmut Klose.

„Meiner Klientin wird diese Entscheidung nahegehen. Sie ist noch gläubig. Aber es bestätigt ihr, dass die Kirche auf die eigenen Leute schaut“, sagt Anwalt Nikolaus Bauer, der jetzt die nächsten zivilrechtlichen Schritte mit der Frau besprechen wird. Laut Bauer hatte die Glaubenskongregation, von der die Akten für den Vatikan zusammengestellt wurden, nie Kontakt zur Betroffenen aufgenommen. Die Salzburgerin gibt an, in den 1980er-Jahren im Alter zwischen 16 und 20 Jahren mehrfach von Hofer vergewaltigt worden zu sein. Der Pfarrer gibt eine sexuelle Beziehung zu. Diese soll aber freiwillig mit der bereits Volljährigen gewesen sein. Die Klasnic-Kommission sieht die Situation anders und erkannte die Salzburgerin als Opfer an.

Atheisten-Interview löst Diskussion aus

Nach einem Interview mit dem Atheisten Michael Schmidt-Salomon veröffentlichte die "Basler Zeitung" auch einige Leser-Kommentare in einem eigenen Artikel Foto: Udo Ungar (Wikipedia)

Die „Basler Zeitung“ hat in einer vierteiligen Serie zum Thema Atheismus den deutschen Atheisten Michael Schmidt-Salomon interviewt. Der spricht davon, dass die Vernunft über den Glauben gestellt werden müsse. Daraufhin gab es so viele Kommentare von Lesern, dass die Zeitung beschloss, Auszüge aus der Diskussion ebenfalls zu veröffentlichen.

pro Medienmagazin

Normalerweise gibt es zu einem durchschnittlichen Artikel auf „bazonline.ch“, dem Portal der „Basler Zeitung“, ein halbes Dutzend Kommentare, manchmal sind es auch über 15, etwa wenn es um den Fußballclub der Stadt geht. Doch das Interview mit dem bekennenden Atheisten Michael Schmidt-Salomon vom Dienstag führte zu bislang 115 Reaktionen der Leser.

Der Deutsche ist Doktor der Philosophie, Schriftsteller und Sozialwissenschaftler, aber vor allem bekannt als Mitbegründer und Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung. Die führte im Sommer 2009 eine aus England kommende Aktion durch, bei der ein Bus mit der Aufschrift „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ durch Deutschland fuhr. Das Ziel: die Menschen von den Nachteilen von Religionen sowie des christlichen Glaubens zu überzeugen. Dass Schmidt-Salomon diese Mission ernst nimmt, zeigen auch seine Buchveröffentlichungen: Er schrieb das „Manifest des evolutionären Humanismus“ und zuletzt das Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“, in dem schon Kindern beigebracht werden soll, dass der Gott der Bibel brutal, eifersüchtig und blutrünstig sei.

weiterlesen

«Wenn es keinen Gott gibt, ist dann alles bloss Glück?»

«Unmündigkeit wird sozial erworben»: Philosoph Michael Schmidt-Salomon. Bild: schmidt-salomon.de

Das baz.ch/Newsnet-Interview mit dem Philosophen Schmidt-Salomon stiess auf enormes Interesse. Ein Zusammenzug der Leser-Reaktionen.

Von Olivia MüllerBasler Zeitung

Über das Interview mit dem deutschen Schriftsteller und Philosophen, Dr. Michael Schmidt-Salomon, wurde viel und intensiv diskutiert. Ein Zusammenzug der wichtigsten Standpunkte, beginnend mit den Aussagen der Atheisten.

Die Leserin Albina Salvadore ist der Meinung, dass das Leben für Atheisten sinnvoller sei, weil er rational die Entstehung des Leben durch die Evolution betrachte. Petter Rettenmundq moniert, dass der Mensch seine Entscheidungen selbst zu verantworten habe. Marius Candian stellt fest: «Der Mensch braucht keine stupiden Religions-Krücken», und zählt Ethik, die Menschenrechte und das Völkerrecht als Stützen für sein Handeln auf.

Ein Leser namens Peter Möckli postuliert, dass im Namen des Christentum schon viel geschlachtet worden sei. Der Atheismus sei keine Religion, sie folge keinen Ritualen und befolge keine sakralen Dokumente, so der Standpunkt Marcel Mertz’. Und Leser Petter Rettenmund stellt die Beweisfrage: «Wenn es einen Gott gibt, dann müssen sie es beweisen».

weiterlesen

Vatikan: Noch keine Entscheidung zu Piusbrüdern

Der Vatikan hat offenbar noch keine abschließende Entscheidung über eine Einigung mit der traditionalistischen Piusbruderschaft getroffen.

domradio.de

Papst Benedikt XVI. solle an diesem Freitag von Kardinal William Levada über die Beratungen in der Glaubenskongregation unterrichtet werden, hieß es am Mittwoch im Vatikan. Dabei dürfte das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Die von Levada geleitete Glaubenskongregation hatte unlängst in einer Vollversammlung die Antworten der „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ erörtert. Mitte Januar hatte die Leitung der Piusbrüder dem Vatikan eine zweite Antwort auf die „Lehrmäßige Präambel“ vom 14. September 2011 zugeleitet. In dieser Erklärung hatte die Glaubenskongregation nach eineinhalbjährigen Expertengesprächen einige Voraussetzungen für eine Einigung formuliert. Dem Vernehmen nach soll auch die jüngste Antwort der Piusbrüder ähnlich wie die vom Dezember keine klare Positionierung zum kirchlichen Lehramt und zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) beinhalten. Beobachter gehen davon aus, dass der Vatikan den Traditionalisten in den nächsten Wochen eine Entgegnung zuleiten wird.

weiterlesen

Atheisten verhalten sich wie Narzissten

Der Psychiater Raphael M. Bonelli behauptet: Viele Atheisten empfinden "Neid und Eifersucht" gegenüber Menschen, die im Glauben Geborgenheit finden. Foto: Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie

Warum reagieren viele Atheisten aggressiv auf Religion? Der Wiener Psychiater Raphael M. Bonelli hat dafür eine Erklärung: Atheisten verhalten sich wie Narzissten, die ein idealisiertes Weltbild haben und jeden Hinweis auf die Wirklichkeit als Bedrohung empfinden

pro Medienmagazin

Bei vielen Atheisten fände man eine „irrationale, unkontrollierte Affektivität“, sagte Bonelli gegenüber der schweizerischen Zeitung „Tages-Anzeiger“. Sie sei Grundlage für eine „diffuse Religionsfeindlichkeit“ im Alltag. Sie sorge dafür, dass sich viele Atheisten bereits über ein Jesus-Plakat aufregen.

Drei narzisstische Kränkungen des Atheisten

Die Ursache dieser aggressiven Einstellung sieht Bonelli in drei narzisstischen Kränkungen vieler Atheisten. Die eine bestehe in der Tatsache, dass Gott nach wie vor nicht tot sei. Anders als der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) es behauptete, würden die Religionen weltweit blühen. Der Atheist könne nicht akzeptieren, dass jedem Menschen eine „natürliche Religiosität“ innewohnt.

weiterlesen

Das Universum ist katholisch fein abgestimmt

Referent Olaf Burghardt (links) und Zaunkieker Franz Bekierz freuten sich über einen anregenden Abend mit vielen Gesprächsteilnehmern.Foto: (Dietlind Ellerich)

„Das war ein unheimlich interessanter Abend“, waren sich die meisten der 20 Frauen und Männer, die am Dienstagabend im Blauen Salon des katholischen Pfarrheims miteinander ins Gespräch kamen, einig. Die ökumenischen Zaunkieker hatten zur Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft eingeladen und waren ob der positiven Resonanz der Besucher wohl selbst ein wenig überrascht.

Münsterländische Volkszeitung

„Sind Glaube und Naturwissenschaft Gegensätze oder ergänzen sie sich gar“, hatte Pastor Olaf Burghardt zu Beginn des Abends gefragt. Für ihn selber ist das Thema schon seit vielen Jahren aktuell, stand er doch seinerzeit vor der Entscheidung, Theologie oder Physik zu studieren. Und auch wenn er Pfarrer geworden sei, sei die Liebe zur Physik geblieben, betonte er. Entsprechend breit gefächert und fundiert ist Burghardts Wissens rund um die Frage, die er seinen Gästen stellte.

weiterlesen

Ent-taufen nicht möglich

Kann eine Taufe aus Kindertagen wieder annulliert werden? Vor allem die Katholische Kirche fordert Maßnahmen gegen die atheistischen Bewegungen Menschen zu "ent-taufen". Foto: cat.becket / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Jeannine Marino hat eine Reaktion der römisch-katholischen Kirche auf die atheistische Bewegung, Taufen zu annullieren und Menschen zu „ent-taufen“, gefordert. Die derzeitige von Atheisten forcierte Entwicklung mache Maßnahmen notwendig. Marino ist Referentin für Evangelisation und Katechese der amerikanischen Bischofskonferenz.

pro Medienmagazin

Der Schritt der Atheisten könne rein technisch und vom Glaubensverständnis nicht vollzogen werden: „Aus Sicht der Kirche ist es nicht möglich, jemanden zu ‘ent-taufen’. Wir glauben, dass die Taufe den Bund zwischen einem Menschen und Christus dauerhaft besiegelt“, zitiert das amerikanische Magazin „Christian Post“ die Theologin.

„Menschen können aufhören, Mitglied in der Kirche zu sein, aber wir glauben, dass die Gnade des Sakraments immer Bestand hat.“ Mit der Taufe könne ein Mensch – egal, wie weit er sich von der Kirche entfernt habe – zum Glauben zurückkommen. Daraus den Rückschluss zu ziehen, dass der Akt der Taufe aufgehoben werden könne, sei nach katholischem Recht nicht richtig.

weiterlesen

Syriens säkulares Herrschaftssystem

Foto © AP

Einparteienregime mit säkularistischer Legitimation. Militär und Sicherheitsapparat sind entscheidende Machtfaktoren.

Kleine Zeitung.at

Das nach der über vierzigjährigen autokratischen Herrschaft der Assad-Familie ins Wanken geratende syrische Regime ist ein auf Militär und Sicherheitsapparat basierendes Einparteiensystem mit säkularistischer Legitimation. Obwohl die völlig von der Armee kontrollierte Baath-Partei, die 1963 durch einen Offiziersputsch an die Macht kam, formal eine streng laizistische, sozialistische Ideologie mit gesamtarabischem Anspruch propagiert, ist die syrische Führung seit der Machtergreifung von Hafez al-Assad 1970/71 konfessionell der alawitischen Minderheit zuzuordnen. In vielen Spitzenpositionen sitzen Personen mit engen verwandtschaftlichen Verbindungen zu dem 2000 verstorbenen Präsidenten und seinem seither regierenden Sohn Bashar.

weiterlesen

Scharia-Gericht ordnet Vertreibung von Christen an

Foto: katholisches magazin

Ein Scharia-Gerichtshof in Indien ordnete die Vertreibung der Christen an. Den islamischen Gerichtshöfen kommt in Indien keine verfassungsmäßige und staatlich anerkannte Autorität zu.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Dennoch löste die Entscheidung des Scharia-Gerichtshofes des Unruhestaates Kaschmir große Besorgnis unter den Christen aus. Die Moslemrichter ordneten an, daß fünf Christen Kaschmir zu verlassen hätten.

Zusätzlich zur Ausweisung forderten die Scharia-Richter die Regierung von Jammu und Kaschmir auf, die Aktivitäten der christlichen Missionsschulen unter Beobachtung zu stellen.

Die Islamisten haben es vor allem auf den Mill Hill-Missionar Pater Jim Borst abgesehen, der seit 1963 in Kaschmir wirkt. Er ist seit Jahren immer neuen Versuchen ausgesetzt, ihn aus dem Land zu vertreiben.

weiterlesen

w00t: Marx hält Kirche auch ohne Kirchensteuer für überlebensfähig

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hält eine Finanzierung der deutschen Bistümer auch ohne die Kirchensteuer für möglich. Die Kirche könne „selbstverständlich“ auch ohne Kirchensteuern überleben, doch „man müsste dann diskutieren, welche Aufgaben für das Gemeinwesen die Kirche künftig nicht mehr schultern soll“, sagte Marx.

DERWESTEN

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat eine Diskussion über die Zukunft der Kirchensteuer angestoßen. Die Kirche könne selbstverständlich auch ohne Kirchensteuern überleben, sagte Marx der Wochenzeitung „Die Zeit“ in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview. Doch es müsse dann diskutiert werden, „welche Aufgaben für das Gemeinwesen die Kirche künftig nicht mehr schultern soll“.

Der Erzbischof von München und Freising fügte hinzu: „Es wäre ja wirklich abenteuerlich, zu meinen, die katholische Kirche würde ohne Kirchensteuer untergehen. Dann müsste die Weltkirche ja längst untergegangen sein.“

weiterlesen

Rezension: Evolution – ein interdisziplinäres Handbuch

Quelle: Metzlerverlag

Die Herausgeber Philip Sarasin (Professor für Neuere allgemeine Geschichte an der Universität Zürich) und Marianne Sommer (Professorin für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich) wollen den „heutigen Wissensstand und die Positionen bzw. Thesen der aktuellen Debatte festhalten und dokumentieren“ (Vorwort).

Von Hansjörg HemmingerAG EvoBio

Die Anordnung der Artikel erfolgt thematisch, innerhalb der vier Unterteile aber auch einmal alphabetisch. Im ersten Teil werden „Konzepte, Begriffe und Begriffsgeschichte“ behandelt, und zwar vom Stichwort „Abstammung“ bis zum Stichwort „Zufall“. Dann folgen in einem zweiten Teil und dritten Teil, die beide nicht alphabetisch untergliedert sind, „Theorien und Debatten in der Biologiegeschichte“, sowie „Institutionen und Repräsentationen, Praktiken und Objekte“. Schließlich folgt der vierte und mit Abstand längste Teil „Einflüsse, Verbindungen, Auswirkungen“. Er enthält zwei Unterteile: „Evolutionstheorie in der Wissenschaft“ und „Evolutionstheorie in der Gesellschaft“, wobei ersterer alphabetisch gegliedert ist, letzterer nicht. Ein Personenregister macht das Auffinden von Namen einfach. Ein Sachregister fehlt, ein Nachteil bei der Nutzung des Buchs. In dem Werk kommen 40 Autorinnen und Autoren zu Wort, die sowohl die biologische Evolutionstheorie behandeln, als auch Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftsbetrieb, die Rolle der Evolutionsidee in verschiedenen Disziplinen und ihre gesellschaftliche Wirkungsgeschichte. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Biologie. Von daher mag es unfair sein, das Werk als Fachbiologe zu rezensieren. Andererseits dürfte es keine Rezensenten geben, die sich auf allen Themenfelder auskennt. Deshalb ist die Rezension Ergebnis eines „Testlesens“ auf den Feldern, auf denen der Rezensent zuhause ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Von der Maus zum Elefanten – 24 Millionen Generationen Evolution

Credit: Alistair Evans, David Jones and IMPPS

Evolutionsbiologen haben berechnet, wie schnell sich aus kleinen Säugetieren große entwickeln konnten

Zwischen einem Maus-großen Säugetier und einem Elefanten liegen mindesten 24 Millionen Generationen der Evolution. Zu diesem Ergebnis kommen die Berechnungen eines internationalen Forscherteams, das den Verlauf der Größenentwicklung im Stammbaum einiger Tierarten ausgewertet hat. Die entgegen-gerichtete Entwicklung ist dagegen offenbar weit weniger aufwendig, ergaben die Auswertungen: Die Evolution zu Zwergformen von ursprünglich großen Tierarten erfolgte 10-mal schneller als umgekehrt

Bild der Wissenschaft

Den Rest des Beitrags lesen »

ANTISEMITISMUS: Tief verwurzelte Vorurteile

Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung in Yad Vashem, 2007

Viele seiner Erscheinungsformen sind nur ungenügend erforscht. Bundestag will Thema weiter behandeln

Von Annette SachDas Parlament

Es liegt in ihrem Kreuzberger Kiez, aber eigentlich würden die jungen Muslime dieses Gebäude niemals betreten: das Berliner Jüdische Museum. Hakan Aslan, Sozialarbeiter einer Berliner Jugendeinrichtung im Chamisso-Kiez, hatte sie trotzdem dort hingeschickt. Bei einer Stadtrallye sollten die 11- bis 13-Jährigen Jugendliche dort hineingehen, um Vorurteile abzubauen. Sie sollten genau mit den Menschen ins Gespräch kommen, über die sie sonst nur abfällig sprechen. „Du Jude“ ist unter den jungen Türken, Arabern oder Pälästinensern ein gebräuchliches Schimpfwort. „Das ist eine Machtdemonstration, mit der sich die Jugendlichen selbst über andere stellen“, sagt Aslan. Gemeinsam mit Susanna Harms von der Amadeu-Antonio-Stiftung hat er 2011 in seinem Jugendclub das Projekt „Amira“ realisiert. Die Abkürzung steht für „Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus“. Ziel des Projektes war es zu fragen, wie Antisemitismus in der Jugendarbeit begegnet werden kann. Doch Aslan gibt auch zu bedenken: „Was antisemitisch wirkt, hat bei den Jüngeren noch kein politisches Fundament, aber es kann sich festsetzen.“ Er möchte den Begriff Antisemitismus daher genau differenziert wissen. „Es ist nicht alles ein Brei“, sagt er. So seien antisemitische Äußerungen bei jungen Türken anders einzuordnen als bei jungen Palästinensern. Um antisemitischen Vorurteilen zu begegnen, sei es wichtig, Projekte dieser Art früh anzufangen und vorausschauend planen zu können. „Am besten helfen langfristige Bezugspersonen, die als Vorbild dienen, um den Vorurteilen zu begegnen“, ist seine Erfahrung.

Doch auch das „Amira-Projekt“ ist nach drei Jahren ausgelaufen. Fortsetzung ungewiss. „Man kann erfolgreiche Projekte nicht weiterentwickeln“, bemängelt Susanna Harms. Die 41-jährige Politologin weiß, dass viele Jugendeinrichtungen Probleme mit antisemitischen Äußerungen habe, gerade unter Migranten. Ob sie wirklich mehr geworden sind, kann sie aber nicht sagen.

weiterlesen

Islamische Investments als alternative Geldquelle

Abdelhak El Kafsi, einer der Gründerväter des modernen "Islamic Banking"

Anleihen. In Europa haben Unternehmen und Staaten Probleme, Geld auszuleihen. Dabei wird eine liquide Quelle außer Acht gelassen: islamische Finanzierungen.

Von Edith LacknerWirtschafts Blatt

Wien als Finanzzentrum für CEE -von diesem Wunschbild heimischer Wirtschaftsromantiker ist in Anbetracht verlustreicher Engagements der Austro-Banken in Mittel-und Osteuropa mittlerweile nicht viel mehr als ein Klischee geblieben. Abdelhak El Kafsi, einer der Gründerväter des modernen „Islamic Banking“, hat die Bundeshauptstadt hingegen fix am Radar. Der Grund: Österreich und die umliegenden Länder entwickeln eine Reihe von Projekten, die in schariakonformen Investitionsplänen gefragt sind. Dabei geht es um viel mehr als die in Mitteleuropa zunehmend forcierten Vorhaben bei Wind-und Solarenergie.

Den Rest des Beitrags lesen »

Orgien für Ungläubige

Alain de Botton: Religion for Atheists. In Englisch. Penguin, 2012.

Alain de Botton formuliert in seinem neuen Buch eine gewagte Forderung: Statt Religionen zu verachten, sollten Atheisten sich ihrer bedienen.

Von Philippe ZweifelTages Anzeiger

Seit Jahren spitzt sich der Kampf zwischen Atheisten und Gläubigen zu. Immer gehässiger wird die Diskussion, ob Gott existiert, geführt. Eine Annäherung an die Positionen des anderen scheint unmöglich. Das Rationalitätsdenken von Atheisten ist mit den jahrtausendealten Weltbildern von Religionen nicht vereinbar. Oder doch? Alain de Botton, selber Atheist, versucht mit seinem neuen Buch «Religion for Atheists» eine Brücke zu schlagen. Zwar bezeichnet der Philosoph religiöse Überzeugungen als Unsinn. Trotzdem seien sie nützlich, weil sie eine Menge über die Welt und den Menschen zu sagen haben: «Natürlich gibt es Gott nicht. Aber wir haben ihn erfunden. Wieso?»

Dass ein Ungläubiger die Vorteile von Religionen preist, ist in der jetzigen überhitzten Situation zwar provokant – aber nichts Neues. Religion, so das Argument von Skeptikern wie Edward Gibbon, sorgt für gesellschaftliche Stabilität. Jürgen Habermas denkt über das Thema ähnlich. Und der englische Poet Matthew Arnold, selber Atheist, fürchtete eine gottlose Arbeitergesellschaft – die er mit religiösen Gedichten bekämpfen wollte. Nun will Alain de Botton dem Volk aber keine Religionsdosis verpassen, sondern die Religionen «bestehlen». Denn diese seien voller guter Ideen, die in säkularisierten Gesellschaften verloren gegangen seien – nicht zuletzt wegen des atheistischen Furors, alles Religiöse zu verunglimpfen.

weiterlesen

Kritik an Schlachthöfen, das ist Humanismus

Protest gegen Kastenstandhaltung von Schweinen: Martin Balluch 2011 auf Wiens Stephansplatz. Foto: reuters

Der Tierrechteaktivist Martin Balluch wird am Montag in Paris mit dem neu geschaffenen Myschkin-Preis ausgezeichnet – Thomas Macho würdigt in seiner Laudatio den Mut zur Grenzüberschreitung

derStandard.at

Raskolnikow träumt. Er träumt von einem Ereignis, das er als Junge erlebt hatte: Der Fuhrmann Mikolka erschlägt sein Pferd mit einer eisernen Brechstange, nachdem er es ausgepeitscht – auf die Augen, auf das Maul – und mit der Deichselstange drangsaliert hat. Die Menge johlt. „Aber der arme kleine Junge ist außer sich. Schreiend bahnt er sich einen Weg durch die Menge, läuft zu der Braunen hin, umarmt ihren leblosen, blutüberströmten Kopf und küsst sie auf die Augen und auf die Lippen. (…) ‘Ach, Papa! Wofür haben sie … das arme Pferdchen … erschlagen!’ schluchzt er, aber sein Atem stockt, und die Worte entringen sich als Schrei seiner beklemmten Brust.“

Den Rest des Beitrags lesen »

Wolfgang Thierse: „Glaube ist nicht nur Privatsache“

Foto: wikipedia

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat beim Marburger Ökumenegespräch den Zusammenhang zwischen Demokratie und Religion hervorgehoben.

jesus.de

Religion braucht Freiheit zu ihrer Entfaltung. Die Diktaturerfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart sind da eindeutig», sagte Thierse am Samstag in Marburg. Andererseits sei die gewährte Religionsfreiheit auch eine Aufforderung an die Religionsgemeinschaften, an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Glaube sei nicht nur Privatsache, sondern fordere auch öffentliches Handeln.

Neuere Forschungsarbeiten kämen zu dem Schluss, dass die für eine Demokratie wesentlichen Tugenden im Profil christlicher Bürger «ausgeprägt vorhanden» seien, etwa Toleranz, Partizipationsbereitschaft oder übernationales Denken, sagte Thierse. Das Evangelium liefere zudem eine tiefe Begründung für eine Gerechtigkeitspolitik und widerspreche einer Reduzierung des Menschen auf die Arbeitskraft und die Konsumentenrolle. Thierse ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

weiterlesen

Nigeria: Armut als Quelle der Gewalt

Bild: (c) EPA (GEORGE ESIRI)

In Nigeria brennen Kirchen. Doch ein bloßer Religionskonflikt ist die neue Gewaltwelle nicht. Das sagt der katholische Priester und politische Berater George Ehusani. Die Dinge seien sehr viel komplizierter.

Von Elisabeth ZollSÜDWEST PRESSE

Herr Ehusani, immer neue Anschläge, immer neue Gewalt. Tobt in Nigeria ein Krieg der Religionen?

GEORGE EHUSANI: Vom Kern her nicht. Es gibt viele Faktoren, die zur augenblicklichen Gewalt beitragen: ethnische Konflikte, Religion, regionale Streitereien. Die inakzeptable Regierungsführung während der vergangenen 50 Jahre und die wirtschaftliche Rezession mit den Folgen von Arbeitslosigkeit. Das hat die Menschen orientierungslos gemacht. Sie suchen eine neue Identität. Das kann heute eine ethnische sein, morgen ist es eine politische, übermorgen eine religiöse. Auch Europa kennt das. In Zeiten der Rezession rücken manche zusammen gegen Ausländer, die als Ursache des Übels dargestellt werden. In Nigeria gibt es keinen Rechtsstaat. Das macht die Sache komplizierter.

weiterlesen

Scientology und die Tradition des Buddhismus

Scientology Headquarter Berlin, Quelle: Brightsblog

Die Scientology-Religion weist große Ähnlichkeiten mit den in Japan ansässigen Religionen auf, um die geistig-spirituellen Fähigkeiten eines Menschen zu steigern

Presseerklärung von Scientology München

Die Scientology-Religion hat ganz offensichtlich Ähnlichkeit mit dem Buddhismus. Reinkarnation ist in dieser modernen Religion sogar ein genau definiertes System. Scientologen erleben während des Auditings frühere Leben und wissen deshalb, dass sie vorher schon ein- oder mehrmals gelebt haben.

Die Scientology-Religion ähnelt dem Buddhismus und anderen asiatischen Religionen. Der Gedanke der „Augenscheinlichkeit des Lebens“ wird vom Buddhismus als „Shiki soku, Ku soku ze shiki“ ausgedrückt, was heißt, dass alles, was mit den fünf Sinnen wahrgenommen werden kann, entweder Nichts oder Leere ist. Die Buddhisten glauben auch, dass es sich bei dem Universum des Menschen nur um eine Manifestation des Verstandes handelt. Selbstverständlich hat der Buddhismus wie auch die Scientology eine tiefere Bedeutung.

Den Rest des Beitrags lesen »

„Nagelt Jessica Ahlquist ans Kreuz“

„Nagelt sie ans Kreuz!“, fordern Mitschüler von Jessica Ahlquist.© GRETCHEN ERTL/THE NEW YORK TIMEs

Die 16 Jahre alte Jessica Ahlquist klagt gegen ein an die Wand tapeziertes Gebet in ihrer Schule. Zum Unterricht kann sie seitdem nur noch mit Polizeischutz kommen.

Von CHRISTIANE HEILFrankfurter Allgemeine

Die Stadt Cranston im Bundesstaat Rhode Island, einer katholischen Enklave im ansonsten wenig religiösen Nordosten der Vereinigten Staaten, gehört zu den friedlichsten Flecken im ganzen Land. Die rund 80 000 Bewohner der Gemeinde an der malerischen Narragansett-Bucht nordöstlich von New York fallen so selten Verbrechen zum Opfer, dass das Cranston Police Department seine Einsätze meist auf Tipps zum Schneeschippen und den richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern beschränkt. Daher stachen die drei Streifenwagen besonders ins Auge, die vor kurzem vor der High School Cranston West hielten.

Den Rest des Beitrags lesen »

Vatikan ermahnt anonyme Blogs, die Bischöfe attackieren

Foto: wikipedia

Der Präsident des Päpstlichen Medienrates wendet sich gegen Internet-Foren und Blogs mit „schwer einzuordnendem Ursprung“, die die Bischöfe oder den Papst attackieren. „Wenn wir ,von Christus sind‘ in der Welt der neuen Kommunikation, müssen wir Leidenschaft für die Wahrheit haben und gleichzeitig in einer Dimension der Einfühlung und des Respekts leben“, schreibt Erzbischof Claudio Maria Celli. Seine Botschaft wurde bei einem Festival zu Ehren des Heiligen Franz von Sales im französischen Annecy verbreitet. Celli bestärkt darin das katholische Engagement in den neuen Medien. Die Kirche müsse alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, die Frohe Botschaft und ihre Vision des Menschen zu verbreiten. Sie müsse aber über diese Strategie auch hinausgehen und einen „echten Dialog“ mit den Männern und Frauen haben, die in der digitalen Kultur verwurzelt sind.

Radio Vatikan

Herr Celli,

Respekt verdient man sich. Ihre Institution, genannt römisch-katholische Kirche unternimmt seit nahezu 1.500 Jahren alles um sich selbst zu diskreditieren. Der Nachweis Wenn wir ,von Christus sind‘ ist bis heute nicht erbracht worden. Wenn es Gott gibt, bedarf er mit Sicherheit nicht einer Altmänner-Schar, die obskurante Botschaften verkündet, an die sie sich selbst nicht hält. Das Problem ist also nicht Gott, oder Jesus, wenn es ihn denn je gegeben hat, sondern Ihre geradezu lächerliche Institution namens Kirche und Vatikan. Das Römische Reich lebt in seiner letzten Kohorte im Vatikan fort.

Ansonsten gilt die Meinungsfreiheit und meine Meinung, den römisch-katholischen Pfaffenklüngel betreffend, ist keine gute. Schlimm genug, wenn Gott und seine Bande auch noch das Internet benötigen, im die Botschaften an den Gläubigen zu bringen, dass nenn ich geradezu ungöttlich. Und der Papst muss sich heutztutage eben genau so kritisieren lassen, wie jeder andere Vize-Gott auch, das wird doch das Flakhelferchen durchstehen.

Probieren Sie doch einmal ganz einfach einen Garderobenwechsel, ein paar gute Kondome und ne nette Haushälterin.

Sachsens schwule Pfarrer: Sünde oder nicht?

Pfarrerin Ulrike Franke arbeitet als Krankenhausseelsorgerin am Leipziger Klinikum St. Georg. Vor Kurzem hat die Leitung der evangelischen Kirche in Sachsen beschlossen, homosexuellen Pfarrern ein Leben mit ihren Partnern im Pfarrhaus zu gestatten. Foto: dpa

Pfarrerin Ulrike Franke blickt zuversichtlich nach vorn. Vor einer Woche hat die Leitung der evangelischen Kirche in Sachsen beschlossen, homosexuellen Pfarrern ein Leben mit ihren Partnern im Pfarrhaus zu gestatten – wie in anderen Landeskirchen schon länger üblich.

DNN online

Franke führt seit vielen Jahren eine glückliche Beziehung mit einer Frau. Momentan arbeitet sie als Krankenhausseelsorgerin in Leipzig, „aus gutem Grund“, wie sie sagt. Denn das Thema homosexuelle Pfarrer ist bislang heikel gewesen – und ist es im konservativen Sachsen noch immer. Es regt sich heftiger Widerstand. Unterschriften werden gesammelt, um schwule oder lesbische Paare im Pfarrhaus doch noch zu verhindern.

Der Hort des Widerstandes ist Markersbach im Erzgebirge. Dort wurde die „Markersbacher Erklärung“ aufgesetzt – ein inständiger Appell an die Kirchenleitung und die Synode, an einer Festlegung aus dem Jahr 2001 festzuhalten, dass „eine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt“ wird. Ehe und Familie sollen das Leitbild des Zusammenlebens von Mann und Frau sein, Homosexualität sei Sünde. „Es ist unser spezieller Auftrag, das Leitbild von Ehe und Familie zu leben, das ist uns vorgegeben von Gott“, sagt der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady. Keinesfalls gehe es um eine Diskriminierung von Lesben und Schwulen.

weiterlesen

Warum Esoterik so erfolgreich ist: Von Engeln und bunten Karten

Foto: Bayern2

Esoterik hat die Mitte der Gesellschaft erreicht: Laut Umfragen ist jeder Dritte hierzulande aufgeschlossen gegenüber esoterischen Lehren und Praktiken. Wieso erleben esoterische Angebote heute wieder einen Boom – und was taugen sie?

Von Yvonne MaierBayern2

Der Begriff „Esoterik“ kommt aus dem Griechischen und heißt eigentlich „das Innere“, also das Wissen, in das nur ein „innerer Zirkel“ eingeweiht ist. Heute ist dieses Geheimwissen gar nicht mehr so geheim: Wer will, findet eine Antwort auf jede nur erdenkliche esoterische Frage – sei es im Internet oder auf einer der zahlreichen Esoterikmessen.

Johann Baptist Metz kritisiert Bildung „monströser Großraumpfarreien“

Quelle: ksta.de

Der Münsteraner Theologe Johann Baptist Metz hat die Seelsorgeplanung der katholischen Kirche in Deutschland kritisiert. Durch die Bildung „monströser Großraumpfarreien“ werde der „Beteiligungsschwund“ der Gläubigen immer mehr vergrößert.

Radio Vatikan

Das bemängelte der Professor bei einem Vortrag in München. Die Folge seien wachsende „Anonymität und Konfusion“. Dabei wäre es wichtig, dem Erfahrungsaustausch der Gläubigen untereinander Raum zu geben und sie religiös mündig werden zu lassen, betonte Metz. Gemeinden müssten künftig „lernbereite Erzählgemeinschaften“ sein. Der 83-Jährige zählt zu den wichtigsten katholischen Theologen in Deutschland. Wegen des Priestermangels werden derzeit in nahezu allen deutschen Bistümern Pfarrgemeinden zu größeren Einheiten zusammengelegt. Die deutschen Bischöfe forderte Metz auf, „endlich damit ernst zu machen, dass sie nicht nur zum jeweiligen Papst gehören, sondern auch zu ihren Gemeinden“. Sie müssten dann „viel energischer in Rom das Recht ihrer Gemeinden auf Eucharistie einfordern“. Dem Vatikan hielt der Theologe vor, dass er sich für die Kirche in Mitteleuropa „nicht mehr wirklich interessiert“, sondern sie im Grunde aufgegeben habe. Wenn in Rom von der Weltkirche gesprochen werde, sei das meist gegen Europa gerichtet. Dabei werde übersehen, dass es eine „krisenfreie Kirchlichkeit nirgendwo mehr“ gebe.

Neue Impulse für die Gedenkarbeit

Kranzniederlegung in der Welfenkaserne: Im Bunker gedachten Militär und Politik den Opfern der Gräueltaten der Nationalsozialisten. Fotos: Thorsten Jordan

Für Uri Chanoch ist es eine erschreckende Nachricht. 20 Prozent der Deutschen aller Bevölkerungsschichten sollen latent antisemitisch eingestellt sein. Ursache seien Klischees, Vorurteile oder schlichtes Unwissen über Juden und das Judentum.

Von Thomas WunderAugsburer Allgemeine

Zu diesem Schluss kommt der Forschungsbericht „Antisemitismus in Deutschland“, den eine unabhängige Expertenkommission Anfang der Woche vorgelegt hat. Uri Chanoch, Jude und Überlebender des Holocaust, hat davon auf dem Flug nach Deutschland in der Zeitung gelesen. Beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Welfenkaserne rief er deswegen zur Wachsamkeit auf.

Auch der Standortälteste, Oberst Klaus Schuster, ließ die Ergebnisse des Forschungsberichts in seine Rede einfließen. Auch wenn die Worte fast schon etwas abgedroschen klingen mögen, sie seien sehr ernst gemeint: „Das Gedenken soll uns ermahnen, damit wir aus der Geschichte lernen, um die Gegenwart friedlicher zu gestalten.“ Dies müsse an jenen Orten geschehen, die selbst Symbol für die grausamen Taten geworden seien. Um den im Forschungsbericht beschriebenen Entwicklungen und Strömungen Einhalt zu gebieten, sei der Gedenktag ins Leben gerufen worden.

weiterlesen

Esoterische Idiotie: »Vollmondwasser«

Vollmondwasser macht helle Augen, Foto: dpa

Gesundheitspappe für 249 Euro und eine Energiepyramide für 1599: Auf der Esoterikmesse in Leipzig buhlt eine dubiose Vertreterschar um die Käufergunst. Darunter sind Ufo-Jünger, Kaffeesatz-Leser und Herr Wolf, der durch Vollmondwasser zum schwungvollen Eso-Multitalent mutiert.

Von Ulrike Bertus und Jan Grundmannnews.de

Herr Wolf ist der erste, der die Besucher auf der Esoterikmesse in Leipzig begrüßt. Fest sieht er den Ankommenden in die Augen, seine Hand greift in eine Schale voller Steine, die er mit geübtem Griff den zumeist älteren Damen in die Faust drückt.

Herr Wolf, ein braun gebrannter Endvierziger in sportlichem Cardigan mit grau-gegeltem Haupthaar, ist der Handleser 2.0 auf der Messe. Die Hand des Auskunftssuchenden wird auf einen Scanner gelegt, dann schlotzt eine Software über die Linien, die so viel über Beruf und Liebe und Zukunft verraten sollen. Schließlich drückt Herr Wolf auf seinem Macbook noch eine Taste, und aus dem Drucker kommt die perfekte Handleseanalyse. «Das ist 1000 mal genauer, als es ein menschliches Auge erkennen kann», sagt Herr Wolf.

Herr Wolf will nicht nur eine fundierte, computergestützte «chirologische» Analysetechnik verkaufen, sprich Handlesen. Nein, der geschäftstüchtige Herr Wolf ist darüber hinaus noch «Wasserbotschafter». So nennt er sich, weil er Mineralwasser in Flaschen verkauft, das hochgradig speziell ist, weil es nur zu Vollmond abgefüllt wird. «Heilend darf ich es nicht nennen, aber es hat eine spezielle Energie», sagt Herr Wolf. Ein Liter kostet bis zu drei Euro.

weiterlesen

Vatikan tritt Abkommen gegen organisierte Kriminalität bei

Foto: dradio.de

Der Vatikan verpflichtet sich zur Mitarbeit im Kampf gegen das internationale Verbrechen und gegen Terrorismusfinanzierung. Wie das vatikanische Presseamt am Donnerstag mitteilte, trat der Heilige Stuhl entsprechenden internationalen Abkommen bei. Zudem ratifizierte er eine UN-Konvention zur Bekämpfung des Rauschgifthandels.

domradio.de

Im Einzelnen handelt es sich um das Internationale Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus vom 9. Dezember 1999, die UN-Konvention gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom 15. November 2000 sowie die UN-Konvention gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und bewusstseinsverändernden Substanzen vom 20. Dezember 1988.

Der Vatikan wolle mit diesem Schritt seine eigene „moralische Unterstützung“ für die Umsetzung der Abkommen leisten, heißt es in der Mitteilung weiter. Die internationale Zusammenarbeit im Justizwesen und der Strafverfolgung spielten eine wichtige Rolle für einen wirksamen Schutz vor organisierter Kriminalität und Terrorismus. Diese stellten eine Gefahr für die Menschenwürde und den Frieden dar.

Die entsprechenden Urkunden wurden laut Mitteilung am Mittwoch vom vatikanischen Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Francis Assisi Chullikat, beim UN-Generalsekretariat hinterlegt.

Alternativmedizin: Edzard gegen Charles

Edzard Ernst war der erste Professor für Alternativmedizin in Großbritannien.

Edzard Ernst erforscht die Alternativmedizin mit wissenschaftlichen Methoden – und ernüchternden Resultaten. Damit hat er sich viele Feinde gemacht, bis ins britische Königshaus. Als seine Universität ihn loswerden wollte, kam es zum Machtkampf.

Von Max RaunerZEIT ONLINE

Es ist schon Mittag, aber noch ruhig. Keine Hassmails von Homöopathen, keine Briefe von Anwälten, kein Ärger mit Prinz Charles. Aber das kann ja noch kommen. Edzard Ernst sitzt im Restaurant der Royal Society of Medicine in London und bestellt ein Sirloin-Steak medium rare, dazu Wasser, keinen Wein, er muss noch Vorträge halten. Mit Lesebrille, Schnauzbart und Doppelkinn sieht er sehr britisch aus, aber vielleicht ist das Einbildung, jedenfalls ist Ernst, geboren 1948 in Wiesbaden, seit zwölf Jahren britischer Staatsbürger. Er liebt dieses Land, er sagt: »Man wird hier nicht nach der Größe des Autos beurteilt.« Nur die Sache mit dem Königshaus, die könne man sich als Deutscher nicht vorstellen.

weiterlesen

„Die Kirche hat sich tief erschüttern lassen“

Pater Klaus Mertes: Ex-Rektor des von Jesuiten betriebenen Canisius-Kollegs (©dapd)

Jesuitenpater Klaus Mertes (57) brachte vor genau zwei Jahren die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche mit ins Rollen. Er versucht im Interview eine Zwischenbilanz der Aufarbeitung zu stellen und benennt weitere notwendige Schritte, so müsse sich seiner Meinung nach die katholische Sexualmoral ändern.

domradio.de

KNA: Pater Mertes, sind Sie zufrieden mit den Konsequenzen und Lehren, welche die Kirche, der Jesuitenorden und die Jesuitenschulen in den vergangenen beiden Jahren in Sachen Missbrauch gezogen haben?
Mertes: Zufrieden kann man nie sein bei diesem Thema. Aber zumindest habe ich das Gefühl, wir haben getan, was wir tun konnten. Auch wenn das nicht bedeutet, dass dies allen Opfern ausreicht.

KNA: Sie standen und stehen in Kontakt mit zahlreichen Personen, die von katholischen Geistlichen missbraucht wurden. Können Sie hier eine vorläufige Bilanz ziehen?
Mertes: Es gibt verschiedene Gruppen: Opfer, die sich versöhnt haben – mit der Jesuitenschule, mit meinem Orden oder mit der katholischen Kirche insgesamt. Es gibt auch Opfer, die sehr dankbar sind für das, was in den vergangenen beiden Jahren passiert ist. Es gibt aber auch Opfer, die sich zornig abgewandt haben oder die von der Kirche angebotene Anerkennungssumme von 5.000 Euro empört als viel zu gering abgelehnt haben. Anderen wiederum hat diese Geste geholfen.

weiterlesen

Klagedrohung aus dem Vatikan

Eine TV-Dokumentation über Korruption und Intrigen im Vatikan sorgt in Italien für Aufregung. Die Kirchenführung hat dem TV-Sender La 7 mit einer Verleumdungsklage gedroht – ein bisher einmaliger Vorgang. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sprach von „tendenziösem Journalismus“ .

derStandard.at

Der als Autor des Bestsellers Vatikan GmbH bekannte Journalist Gianluigi Nuzzi zeigte in der Sendung ein vertrauliches Schreiben an Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone. Darin beschwert sich Erzbischof Carlo Maria Viganó über Fälle von Korruption, Misswirtschaft, Unterschlagung und Intrigen.

Viganó war bis zu seiner Absetzung vor wenigen Monaten Direktor des päpstlichen Governatorats, das für die Finanz-und Haushaltspolitik des Kirchenstaats zuständig ist.

weiterlesen

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 7.168 other followers