Archiv der Kategorie: Radikalisierung

ISIS-Rückkehrer: »Ich hatte falsche Freunde«

Bild: oe24.at

Der 16-jährige Wiener Oliver N. floh von seinem Einsatz für die ISIS-Terroristen zurück nach Wien.


Von Iris Brüggler|oe24.at

Noch liegt Oliver N. (16) in der Sonderkrankenanstalt der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Vergangene Woche ist der Wiener von seinem Einsatz bei den ISIS-Terroristen in Syrien zurück nach Österreich geflohen. ÖSTERREICH am SONNTAG wollte wissen, wie Oliver N. jetzt über seinen ISIS-Einsatz denkt und bat dessen Anwalt, Werner Tomanek, Fragen an Oliver N. zu übermitteln. Das sagt der ISIS-Aussteiger:

ÖSTERREICH: Wie froh sind Sie darüber, wieder in Österreich zu sein?
Oliver N.: Ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe, wieder nach Österreich zurückzukehren und dass der ganze Spuk endlich vorbei ist.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen?
Oliver N.: Obwohl ich jetzt inhaftiert bin, geht es mir deutlich besser als in den letzten Monaten, insbesondere seit ich bei einem Bombentreffer schwer verletzt worden bin.

ÖSTERREICH: Bereuen Sie, dass Sie für die ISIS gekämpft haben?
Oliver N.: Ich habe niemals für die ISIS gekämpft, ich habe auch keine Kampfausbildung erhalten. Ich war ­lediglich drei Tage als Rettungsfahrer im Kampfgebiet eingesetzt.

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Wenn deutsche Schulmädchen ins IS-Beuteschema passen

Diese Frauen mit Gewehren in einem IS-Propagandavideo gehören angeblich der Al-Chansaa-Brigade an. Al-Chansaa bedeutet “Gazelle”. Es ist eine IS-Kampfeinheit, die nur aus Dschihadistinnen besteht Foto: dpa

Die Terrortruppe IS wirbt offensiv um junge Frauen und Mädchen – auch in Deutschland. Im Internet kursieren “Reiseführer”. Mit Erfolg. Mehr als 70 Frauen sind bereits in die Kampfgebiete gereist.


DIE WELT

Die junge Frau veränderte sich schnell. Sie ging auf einmal oft in die Moschee, las Bücher über den Islam, fing an, sich zu verschleiern. Sie begann, die Eltern zu kritisieren für deren liberalen Lebensstil, suchte im Internet nach neuen Vorbildern und tauchte tief in die salafistische Szene ein. In einer Facebook-Gruppe lernte die Muslimin zwei andere junge Frauen kennen, die ihr vom Leben im Islamischen Staat vorschwärmten und ihr einflüsterten, auch sie müsse diesen Weg gehen. Ein paar Wochen später verschwand sie aus ihrem Elternhaus in Deutschland – Richtung Syrien.

“Die junge Frau hat ins ‘Beuteschema’ gepasst. Die IS-Propaganda hat sie angesprochen”, sagt Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bei seinem Team landete der Fall der jungen Muslimin.

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Vorstand Diefenbach: AfD ist gescheitert

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Beatrix Diefenbach gehörte dem Bundesvorstand an, ihr Ehemann Herbert Frohnhofen dem Landesvorstand in Hessen. Nun sind beide aus der AfD ausgetreten. Sie werfen der Partei unter anderem Rechtsbruch vor.


Von Justus Bender|Frankfurter Allgemeine

Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Beatrix Diefenbach und ihr Ehemann, Hessens stellvertretender Landesvorsitzender Herbert Frohnhofen, haben ihren sofortigen Rücktritt und ihre Austritt aus der AfD erklärt. In einer E-Mail an den Bundesvorstand, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, begründete Diefenbach ihre Entscheidung mit der Entwicklung der Partei in den vergangenen Monaten. „Wir können das Klima und den Missklang, der sich durch sämtliche Ebenen zieht, nicht länger mittragen. … Unsere einst so hehre Vision und unser gemeinsames Projekt sehe ich als gescheitert an“, schrieb Diefenbach.

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Italien weist Imam wegen islamistischer Propaganda aus

Der italienische Innenminister Angelino Alfano begründete die Ausweisung des Imam APA/EPA/GIUSEPPE LAMI

Der Imam einer Moschee in der toskanischen Stadt Lucca ist wegen fundamentalistischer Propaganda aus Italien ausgewiesen worden. Der Beschluss sei aus Sicherheitsgründen gefasst worden.


religion.ORF.at

Der Marokkaner habe eine Gefahr für die öffentliche Ordnung dargestellt, teilte der italienische Innenminister Angelino Alfano am Samstag mit.

Beweise für Propaganda gefunden

Der Marokkaner sei in Lucca festgenommen und nach Rom gebracht worden, wo er in ein Flugzeug in Richtung Marokko eingestiegen sei. „Wir haben unbestreitbare Beweise gefunden, dass der Imam fundamentalistische Propaganda betrieb. In unserem Land darf niemand zum Hass aufhetzen“, berichtete Alfano.

Nach dem Anschlag in Tunis, bei dem 21 Menschen, darunter vier Italiener, ums Leben gekommen sind, hat Italien die Anti-Terrorismusvorkehrungen drastisch verschärft. In den letzten Wochen habe Italien aus Sicherheitsgründen 26 Ausländer aus Italien ausgewiesen.

Warum Europa einen Dritten Weltkrieg riskiert

Es ist hart so jung zu sterben, wenn man noch viele Träume hat – New Anti-War Movie from David LaChapelle and Sergei Polunin.

Die EU ist ein multinationales Konstrukt aus 28 Gesellschaften und bleibt das größte Friedensprojekt der Geschichte. Sie fungiert als Vorbild für viele andere Länder der Welt, gilt als solider Partner im Wirtschaftsbereich und angesehener Akteur auf dem Parkett der Diplomatie. Doch für einen etwaigen Dritten Weltkrieg ist dieser Kontinent nicht gewappnet.


Von Isabelle-Constance V. Opalinski|Huffington Post

Europa eint, Europa verbindet, Europa fördert. Und doch fehlt eins den Europäern – eine gemeinsame Außen-und Sicherheitspolitik. Dies ist nicht zuletzt einer der Gründe, warum Europa keine Weltmacht ist – zumindest in absehbarer Zeit. Schließlich müsste eine Weltmacht über Nuklearwaffen verfügen und hätte einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Hiervon sind wir allerdings weit entfernt. Was bleibt, ist die historische Erfahrung, die Europa mit sich bringt – ja, an der es gewachsen ist. Die Frage ist nur, ob wir Europäer aus unserer Geschichte wirklich lernen.

Vor genau 100 Jahren herrschte ein furchtbarer Waffenkampf in Europa – niemand konnte damals ahnen, dass aus diesem Konflikt der Erste Weltkrieg wird. Niemand spürte, welch’ unglaubliches Leid ein Feldzug wie jener über die Europäer bringen würde. Jeder war blind, taub und hatte nur die eigenen nationalistischen Motive im Sinne.

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Indiana erlaubt Dienstleistungsverweigerung aus Gewissensgründen

cartoon-herzKeine Hochzeitstorten einer christlichen Bäckerei mehr an gleichgeschlechtliche Paare.


kath.net

Der Bundesstaat Indiana hat ein Gesetz beschlossen, das es erlaubt, Dienstleistungen aus religiösen Gründen zu verweigern. Medienberichten zufolge unterzeichnete der republikanische Gouverneur von Indiana, Mike Pence, am Donnerstag (Ortszeit) den «Religious Freedom Restoration Act».

Künftig können sich demnach etwa Bäckereien weigern, Hochzeitstorten an gleichgeschlechtliche Paare zu liefern. Die katholische Kirche in Indiana unterstützt das Gesetz, das in ähnlicher Form auch in anderen Bundesstaaten gilt. Die Demokraten hatten im Parlament gegen das Gesetz gestimmt.

Ayaan Hirsi Ali über Kampf der Ideen

ayaan-hirsi-aliMit Luftschlägen, Drohnen oder Bodentruppen allein lässt sich der Islamismus nicht besiegen. Wie im Kalten Krieg müssen wir ihm eine alternative Vision entgegenstellen


Von Ayaan Hirsi Ali|DIE WELT

Jedes Mal, wenn ich für eine Reform der islamischen Welt plädiere, bekomme ich das Gleiche zu hören: “Das ist nicht unsere Aufgabe, sondern allein die der Muslime. Wir sollten uns da heraushalten.” Dabei rede ich nicht von Militärinterventionen, wie sie dem Westen in den letzten Jahren so viele Probleme beschert haben. Jahrelang haben wir für Kriege gegen “Terror” und “Extremismus” Billionen ausgegeben. Diese wären weitaus besser investiert worden, um muslimische Dissidenten zu schützen und ihnen die Plattformen und Ressourcen zu bieten, um dem gewaltigen Netzwerk der islamischen Zentren, Koranschulen und Moscheen, den Hauptverantwortlichen für die Ausbreitung der gefährlichsten Formen des Islamismus, etwas entgegenzusetzen.

Jahrelang haben wir die Finanziers dieses Netzwerks – Saudi-Arabien, Katar und die inzwischen reuigen Vereinigten Arabischen Emirate – als Verbündete behandelt. Während wir die Szenen beobachteten, überwachten und sogar Militäraktionen durchführten, kam es uns nicht in den Sinn, eine wirkungsvolle Aufklärungsstrategie zu entwickeln: Weil wir anfangs nicht wahrhaben wollten, dass islamischer Extremismus auch etwas mit dem Islam zu tun hat. Noch immer fixieren wir uns auf die Gewaltausbrüche, aber nicht auf die Anschauungen, die sie hervorrufen.

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Gottesknechte zocken um einen Radweg – Gier in Torgelow

Von der B 109 bis Hammer ist der neue Radweg schon fertig, weiter geht es erst einmal nicht. Die Kirche will ihr Grundstück nicht so einfach verkaufen. Bild. Thomas Krause

Der Radwegebau von der B 109 bis nach Torgelow stockt. Ungeklärte Grundstücksangelegenheiten sind der Grund. Die Stadt Torgelow soll jetzt vermitteln und sieht sich auf einem guten Weg. Spätestens im Mai sollen die Bauarbeiter weitermachen können.


Uckermark Kurier

Normalerweise sollten Radfahrer schon auf der neuen Piste von der B 109 am Abzweig Torgelow bis in die Ueckerstadt entlang rollen können. Das können sie auch, allerdings ist hinter Hammer erst einmal Schluss mit der Tour auf dem fein asphaltierten Radweg.

Hinter einem Stoppschild endet der neue Radweg, die Bauarbeiten im Auftrag des Landestraßenbauamtes Neustrelitz ruhen seit einigen Wochen. Grund: Die Grundstücksfrage, die schon Anfang Dezember für das Einstellen der Bautätigkeit gesorgt hatte (der Nordkurier berichtete), ist noch immer nicht geklärt. Die Kirche weigert sich derzeit, ein Grundstück, das genau im Bereich des neuen, gut 550 000 Euro teuren Radweges liegt, einfach so zu verkaufen. Es geht um etwa 7000 Quadratmeter, die der Kirche gehören.

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Raif Badawi: “Auf wundersame Weise 50 Peitschenhiebe überlebt”

Bild: Center for Inquiry

Bild: Center for Inquiry

  • Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals nach seiner Verhaftung öffentlich geäußert.
  • In einem Brief, der in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel veröffentlicht wird, schreibt Badawi, er habe die ersten 50 Peitschenhiebe “auf wundersame Weise überlebt”.
  • Ein Buch Badawis kommt am 1. April in den Buchhandel. Darin sind auch die Blogeinträge zu lesen, wegen der Badawi veruteilt wurde. Er setzt sich für eine säkulare saudische Gesellschaft ein.


Von Christoph Meyer|Süddeutsche.de

Badawi äußert sich in Brief zur Prügelstrafe

Der saudische Blogger Raif Badawi hat sich erstmals seit seiner Verhaftung im Jahr 2012 zu Wort gemeldet. Dem Magazin Spiegel zufolge konnte er einen Brief aus dem Gefängnis schreiben, der in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift abgedruckt wird.

Darin schreibt der zu 1000 Peitschenhieben verurteilte Blogger, er habe die ersten 50 Hiebe auf “wundersame Weise überlebt”.

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Studie: “Systemversagen” im Stift Kremsmünster

Archivbild: Stift Kremsmuenster / Bild: Clemens Fabry / Die Presse

Ein Münchner Institut hat die Missbrauchs-Affäre aufgearbeitet – und 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgemacht.


Die Presse

“Das Stift Kremsmünster hat es über Jahrzehnte nicht geschafft, die ihm anvertrauten Schüler ausreichend vor pädosexuellen Übergriffen zu schützen” und “Es hätte mit einer besseren Kommunikationsstruktur verhindert werden können” – so fasst Sozialforscher Florian Straus eine von ihm und seinen Kollegen erstellte und am Freitag präsentierte Studie zum Missbrauchsskandal im Stift zusammen – und spricht von “Systemversagen”.

Nach dem Auffliegen der Affäre 2010 hat das Stift das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer Studie zur Aufarbeitung beauftragt. Im Projektbeirat waren Abt und Prior, drei IPP-Experten sowie fünf ehemalige Schüler vertreten. Den Kern der Untersuchung bilden Interviews mit ehemaligen Schülern, Patres und weltlichen Angestellten, die zwischen 1945 und 2000 im Stift tätig waren. Dabei wurden 350 Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgemacht, 24 Personen wurden beschuldigt. Da es sich um keine repräsentative Umfrage handelt, besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Wilders: “Lasst Jihadisten gehen – aber nicht zurückkehren”

Wilders und Strache / Bild: APA/EPA/HELMUT FOHRINGER

Dem niederländischen Rechtspopulisten ist es lieber, wenn Jihadisten ihre Verbrechen im Ausland begehen. Für FPÖ-Chef Strache sind die “Teufelskrieger” tickende Zeitbomben.


Die Presse

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders diskutieren heute Abend in der Wiener Hofburg das Thema “Europas Bedrohung durch die Islamisierung”. Schon vorab ließ Wilders, der zu den prominentesten und umstrittensten Islamkritikern Europas zählt, mit einem ungewöhnlichen Lösungsvorschlag für das Problem ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak aufhorchen: Er verstehe nicht, warum westliche Regierungen dies Menschen an der Ausreise hinderten.

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Tote Bischöfe sind gute Bischöfe

Gerhard L. Müller links im Bild

Gerhard L. Müller links im Bild

Präfekt der Glaubenskongregation mahnt: «Wir müssen Bekennende im Glauben sein, gerade in Europa.» – «Das, was Gottes Recht ist, darf die Kirche nicht anrühren.»


kath.net

Bischöfe müssen nach den Worten von Kurienkardinal Gerhard Müller Märtyrer sein. Dabei sollten sie den Glauben nicht nur mit Worten, sondern nötigenfalls mit dem Leben bezeugen, «wie uns das Beispiel so vieler Christen, Priester und Bischöfe in verschiedenen Teilen der Welt zeigt», sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation dem französischen Magazin «Famille Chretienne» (Samstag). «Wir müssen Bekennende im Glauben sein, gerade in Europa.»

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“Boko Haram zeigt Scheitern des postkolonialen Staats”

boko_haram

Islamwissenschafter Lohlker ortet ein massives Versäumnis der nigerianischen Regierung im Kampf gegen die Islamisten


Interview Judith Moser|derStandard.at

Der Feldzug der IS-Terrormiliz im Irak und in Syrien steht medial im Mittelpunkt. Islamistische Strömungen in Afrika sind hingegen meist nur Randthema. derStandard.at sprach anlässlich der Wahlen in Nigeria mit dem Islamwissenschafter Rüdiger Lohlker über die Ursprünge und Rolle der radikalislamischen Organisation Boko Haram.

derStandard.at: Boko Haram erlangte in Europa spätestens mit der Massenentführung von rund 300 Schülerinnen in Chibok im April 2014 traurige Bekanntheit. Zuletzt sollen diese Woche wieder rund 500 Frauen und Mädchen entführt worden sein. Die Gruppierung existiert jedoch schon bedeutend länger. Welche Faktoren haben zur Entstehung Boko Harams beigetragen?

Lohlker: Letztendlich geht Boko Haram auf die Kolonialzeit zurück, die die Bedingungen für die Attraktivität einer solchen Gruppierung geschaffen hat. Die Briten haben gewisse Regionen wie Nordkamerun oder den Nordosten von Nigeria vernachlässigt. In diesen Regionen gibt es nach wie vor großen Nachholbedarf in der Entwicklung, was in Perspektivlosigkeit resultiert. Natürlich kann man sagen, dass bereits in den 1960er-Jahren Radikalisierungstendenzen unter nigerianischen Muslimen festzustellen waren. Ich bin jedoch etwas bescheidener und sage, dass diese Tendenzen in Nigeria erst in den 1980ern durch transnationale Entwicklungen und das Scheitern der nationalen nigerianischen Politik verstärkt worden sind. Ohne massive Fehler der nigerianischen Regierung wäre Boko Haram vielleicht eine Sekte geblieben und nicht zu dem geworden, was es heute ist. Boko Haram ist für mich Ausdruck des Scheiterns des postkolonialen Staates.

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Kindesmissbrauch: Setzt sich Gewalt in der Familie fort

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Werden geprügelte Kinder später selbst oft zu prügelnden Eltern und misshandeln den eigenen Nachwuchs? Jein, sagen nun Forscher, die Betroffene 30 Jahre lang begleitet haben.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Dass Kinder, die daheim regelmäßig Opfer von häuslicher Gewalt werden, später zu Eltern heranwachsen, die ihren eigenen Nachwuchs ebenfalls häufiger misshandeln, ist eine weit verbreitete Annahme. Tatsächlich ist bisher aber unklar, wie groß der Einfluss solcher bedrückenden Kindheitserfahrungen tatsächlich ist. Während manche Forschungsarbeiten darauf hinweisen, dass Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben wird, fanden andere keinen Effekt. Ein neues Licht auf dieses Thema wirft nun eine Studie, die Wissenschaftler um Cathy Widom von der City University of New York im Fachmagazin “Science” veröffentlichten. Ihre aufwändige Langzeituntersuchung demonstriert: Die Antwort auf die Frage, ob Opfer später tatsächlich häufiger selbst zu Tätern werden, hängt vermutlich auch entscheidend davon ab, wen man fragt.

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Ukraine: als Kampffeld erwünscht

Der ukrainische Präsident Poroschenko am Mittwoch beim Empfang der ersten Lieferung von Humvees, also noch von so genannten “nichttödlichen” Waffen. Bild: president.gov.ua

Mit satter Mehrheit von Demokraten wie Republikanern hat das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten dazu aufgerufen, an die ukrainische Regierung auch “tödliche Waffen” zu liefern. Die US-amerikanischen Oberkommandierenden der NATO verlangen längst danach; im Terrain der westlichen Nachbarn der Ukraine und Russlands baut das transatlantische Bündnis eine zweite Front auf. Das Minsker Abkommen Nr. 2 wird dabei kaum ernst genommen.


Von Arno Klönne|TELEPOLIS

In der US-amerikanischen politischen Klasse dominiert der Drang, beim “hybriden” Krieg um die Ukraine die militärische Komponente zu stärken und so auch die geopolitische Konfrontation mit Russland zu verschärfen. Mit einem “großen” oder gar atomaren militärischen Konflikt zwischen Moskau und Washington wird offenbar nicht kalkuliert, wohl aber mit einer Fortdauer der Gewalt in der Ukraine und weiteren Sanktionen gegen die russische Ökonomie. Dass so Differenzen zwischen der US-amerikanischen Russlandpolitik und der etlicher EU-Staaten, vor allem auch der Bundesrepublik, sich verfestigen, beunruhigt die Supermacht nicht; einen Dämpfer für europäische Eigenwilligkeiten hat sie offenbar einkalkuliert. Weshalb denken US-Politiker so?

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Pat Robertson: ‘Was the co-pilot a Muslim? Why did he want to kill all those people?’

pat-robertson-prophetChristian televangelist Pat Robertson suggested on Thursday that the co-pilot’s decision to crash Germanwings Flight 9525 could be explained if he was a Muslim.


By Dave Edwards|Raw Story

French prosecutors concluded on Thursday that co-pilot Andreas Lubitz had locked the pilot out of the cockpit, and then deliberately crashed the plane into the French Alps, killing 150 people.

“What happened to that plane that crashed into the French Alps?” Robertson asked on Thursday’s edition of The 700 Club. “Well, they’ve begun to find out. The pilot went to the lavatory and was soon locked out of the cockpit. He pounded on the door, begging to come in. But the door was not opened.”

“The co-pilot then takes the plane, pushes it into a dive and crashes it. The passengers are screaming as the plane went down. The pilot is yelling.”

“What a terrible tragedy,” the TV preacher continued. “Was that co-pilot a Muslim? Was he suicidal? What was it about him?”

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Canadian Christians: We’re Under Attack Because We Can’t Always Discriminate Against Gay People!

Christians in Canada, apparently, Image: Friendly Atheist

A group of Christian leaders in Canada are furious because they believe the government (and everyone else) is persecuting them:


By Hemant Mehta|Friendly Atheist

The group, including Charles McVety, president of the Institute for Canadian Values, pointed to a number of recent events they said equate to an attack on the Christian faith and impinge on Christians’ ability to practice their faith.

Well… this should be interesting.

What are their examples?

A refusal by three provincial bar associations to accredit any potential law school graduate of Trinity Western University, which prohibits sexual intimacy outside heterosexual marriage among its students.

I’ve written about this before. In general, I don’t think the students should be punished for attending an anti-gay school because they’ll ultimately have to practice (and follow) secular law. If they can show they understand that law, I don’t see why their religious beliefs matter unless they’re discriminating against their clients, which is a completely different issue.

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Die NSA als Religion

NSA headquarters in Fort Meade (credit: Trevor Paglen)The//INTERCEPT

NSA headquarters in Fort Meade (credit: Trevor Paglen)The//INTERCEPT

Die Abhörbehörde NSA strebt mit ihrem Datensammeln danach, das Verhalten der Menschen vorwegnehmen zu können. Aber ist eine solche «observierte Freiheit» noch eine Freiheit?


Von Wolfgang Taus|Neue Zürcher Zeitung

Sir Isaac Newton meinte zu Beginn des 18. Jahrhunderts, er spiele lediglich am Rande des «grossen Ozeans der Wahrheit», der «unentdeckt» bleibe. Die amerikanische Abhörbehörde (National Security Agency – NSA) hingegen greift auf diesen Ozean zu. Sie ist dabei, zu erreichen, was an sich unerreichbar ist, und nennt dies «Getting the ungettable». Der deutsche Philosoph Bernhard H. F. Taureck versucht den Leser in seinem hochbrisanten Buch auf die quasitheologischen Begründungen und Rechtfertigungen der NSA hinzuweisen. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden insbesondere auch in der Zivilgesellschaft massiv in die Kritik geraten, sucht die NSA nach Argumenten für ihren Daseinszweck.

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Tauhid Germany: De Maizère verbietet Dschihadistengruppe

Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Foto: REUTERS

Sie gehören zu einer Islamisten-Gruppe, die schon 2012 verboten worden war. Doch im Internet und mit Flugblättern warben sie weiter für den “Heiligen Krieg” in Syrien und im Irak. Jetzt schreiten die Sicherheitsbehörden erneut ein und verbieten die Vereinigung “Tauhid Germany”.


Frankfurter Rundschau

Die Bundesregierung hat im Kampf gegen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die militant-dschihadistische Vereinigung «Tauhid Germany» verboten. Seit 6.00 Uhr würden bei Razzien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein 26 Objekte durchsucht, insgesamt gehe es um knapp 30 Verdächtige, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag in Berlin. Unter den Verdächtigen seien auch Dschihadisten, die sich in Syrien und im Irak aufgehalten hätten. Bei der Aktion seien knapp 500 Polizisten im Einsatz, darunter Spezialkräfte.

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Luthers Antijudaismus war kein Randthema

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Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg bezeichnet Luthers Antisemitismus als eine belastende Hypothek für die lutherischen Kirchen.


kath.net

Der Antijudaismus Martin Luthers (1483-1546) ist nicht lediglich ein „Randthema“ in der Theologie des Reformators gewesen. Zu diesem Ergebnis ist die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gekommen. Sie tagte vom 14. bis 17. März in Meißen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die theologische und politische Relevanz von Luthers Schriften über die Juden. Nach Ansicht der Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg (Berlin) stellen sie eine belastende „Hypothek“ für die heutigen lutherischen Kirchen dar. Sie müssten sich daher kritisch mit Luthers Äußerungen zu den Juden auseinandersetzen.

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