Die verräterische Sprache des „Forums Deutscher Katholiken“

Am vergangenen Wochenende verabschiedete das konservative „Forum Deutscher Katholiken“ eine Resolution, die mit rechtspopulistischen Schlagwörtern gespickt ist. Damit hätten die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben“ ihre Gesinnung offenbart, kommentiert Matthias Drobinski.

Von Matthias Drobinski | katholisch.de

Nur um das klarzustellen: Wer dafür eintritt, dass in der katholischen Kirche offen um den richtigen Weg gerungen wird, der muss auch dafür eintreten, dass es dort sehr unterschiedliche und damit auch sehr konservative Meinungen geben darf. Doch selbst unter diesen Voraussetzungen erstaunt doch sehr, was das „Forum Deutscher Katholiken“ am Wochenende auf seinem Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt verabschiedet hat: eine Resolution über die angebliche „Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit und unserer Freiheit“, ein politisches Programm also.

Da ist von einer „Gedankenpolizei“ in Deutschland die Rede, die „heute mit der Keule der ‚political correctness'“ „Gesinnungs- und Sprachdiktate“ errichte. „Jeder, der davon abweicht, was die Regierung vorgibt, wird diffamiert oder sanktioniert“, behauptet „Freude am Glauben“. Der „zwangsfinanzierte Staatsfunk“ und „zahlreiche Pressevertreter“ kommentierten, „als als ob sie zum bezahlten Hofstaat der Regierung gehörten“. In der Flüchtlingskrise habe „unsere Regierung wissentlich und willentlich die eigene nationale Souveränität aufgegeben und den Begriff ‚Rechtssicherheit‘ durch ‚Willkommenskultur‘ ersetzt“. Was die Autoren mit dem Satz „Das grundgesetzlich verbriefte Wort ‚Deutsches Volk‘ wird von Regierungsvertretern in ‚Bevölkerung‘ umgewandelt“ meinen, wissen vermutlich nur sie selbst. Werfen sie „Regierungsvertretern“ vor, das deutsche Volk auslöschen zu wollen?

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Eigener Staat für Palästinenser nicht in Sicht

foto: afp / mohammed abed Am Strand von Gaza herrscht im Frühsommer Hochbetrieb. Viele Palästinenser denken statt an Politik eher an den mühsamen Alltag.
Die USA geben wohl die Zweistaatenlösung für Israel und die Palästinenser auf

derStandard.at

Zack Sabella muss nicht lange überlegen. Auf die Frage, ob er die Gründung eines Staates Palästina noch miterleben werde, folgt ein rasches „Nein“. Dabei ist Zack Sabella erst 35 Jahre alt und hätte noch ein paar Jahre Zeit. Doch er ist überzeugt: „Weder ich noch meine Kinder werden das erleben. Man muss sich für Zukunftsprognosen die Faktenlage ansehen. Tatsache ist, dass nicht einmal Barack Obama, der palästinenserfreundlichste US-Präsident der vergangenen 30 Jahre, die Zweistaatenlösung erreichen konnte.“

Und die derzeitige US-Regierung, so scheint es, will sie nicht erreichen.

Noch steht nicht fest, wann genau der Friedensplan vorgestellt wird: in Teilen bereits kommende Woche bei einer Konferenz in Bahrain, wie zunächst angekündigt? Oder doch erst im November, wie vom Nahostgesandten Jason Greenblatt am Wochenende angedeutet? So oder so: Nach allem, was bisher durchgedrungen ist, wird eine Zweistaatenlösung darin nicht mehr vorkommen.

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Nach Ex-Kanzler Schröder wurden nun auch Sahra Wagenknecht und Gysi zu Feinden der Ukraine erklärt

Bild: TP
Vor dem Besuch des neuen ukrainischen Präsidenten Zelenskyi in Berlin provoziert die ukrainische Fahndungsliste Mirotworez erneut, die mit dem Geheimdienst und dem Innenministerium verbunden ist

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die ukrainische Fahndungsliste Mirotworez („Friedensstifter“ bzw. Peacemaker) wurde mal wieder aktiv und zeigt, dass der neue Präsident möglicherweise gegen den Apparat im Hintergrund (noch) wenig ausmachen kann, zumal er nicht einmal im Parlament eine Machtbasis hat. Das Parlament widersetzt sich auch, Minister zu entlassen und Kandidaten von Zelenskyi einzusetzen, allerdings konnte er einige Gouverneure und Führungskräfte des Geheimdienstes SBU auswechseln.

Jetzt wurden auf einen Schlag 11 Abgeordnete der deutschen Linkspartei ins „Fegefeuer“ oder auf den Pranger gestellt, also als Staatsfeinde denunziert und damit auch bedroht. Angeblich sollen damit die ukrainischen und deutschen Sicherheitsbehörden und Geheimdienste aufmerksam gemacht werden. Neben Andrej Hunko, der sich schon lange als Staatsfeind der Ukraine gebrandmarkt sieht, kamen dieses Mal u.a. auch Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi dazu.

Aufsehen erregte, als letztes Jahr Ex-Kanzler Schröder auf die Liste gehievt wurde (Gerhard Schröder wird als Feind der Ukraine gelistet). Vorgeworfen wird den Abgeordneten der Linken anti-ukrainische Propganda, Unterstützung der „terroristischen Organisation“ der russischen nationalistischen Partei LDPR von Schirinowski, Unterstützung der „russischen Invasoren“, die gefangen genommen wurden, sowie die Verletzung der Staatsgrenze der Ukraine, wenn jemand beispielsweise die Krim oder die „Volksrepubliken“ besucht hat. Beweise würden vorgelegt.

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Der letzte NSU-Untersuchungsausschuss

Grafik: TP
In Mecklenburg-Vorpommern existiert das bundesweit dreizehnte Parlamentsgremium, das die Mordserie politisch untersuchen soll

Thomas Moser | TELEPOLIS

„In keinem Bundesland gibt es so viele unterschiedliche Verbindungen des NSU-Trios wie nach Mecklenburg-Vorpommern.“ Das sagte die Rechtsanwältin Antonia von der Behrens jetzt im Landtag in Schwerin vor den Mitgliedern des dortigen Untersuchungsausschusses. Es existiere eine „Fülle“ von Informationen und Details. Kann sein, dass der Superlativ nicht ganz zutrifft, vielleicht wollte die politische Anwältin, die im Prozess in München eine Opferfamilie vertrat, die Abgeordneten vor allem motivieren, den ungeklärten Fragen auch in ihrem Bundesland nachzugehen.

Und wo Parlamente noch Fragen haben, können die Antworten von Sicherheitsorganen und Justiz nicht ausreichend sein.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde der fünfte Mord der Serie verübt. Zweieinhalb Jahre lang war das Töten ausgesetzt worden. 2001 wurden in Nürnberg, Hamburg und München gleich drei Migranten erschossen, zuletzt Ende August 2001. Warum die Pause, können die Ermittler nicht sagen.

Am 25. Februar 2004 wurde in Rostock-Toitenwinkel der 26jährige Türke Mehmet Turgut erschossen. Die Tat unterscheidet sich von den anderen in mehrfacher Weise. Es war der einzige Mord in Ostdeutschland. Das Opfer, das in einem Imbissstand arbeitete, musste sich auf den Boden legen und wurde dann mit Schüssen in Nacken und Kopf getötet, wie bei einer Hinrichtung. Ein Anwalt der Nebenklage will nicht ausschließen, dass Beate Zschäpe dabei war und möglicherweise sogar selber geschossen hat. Bundesanwaltschaft und Gericht dagegen verneinen kategorisch eine direkte Beteiligung Zschäpes bei allen Taten. Die Konstellation ist für die Aufrechterhaltung ihrer Dreier-Kleinstzellen-Theorie notwendig, weil sonst die Person fehlt, die den Rückzug absicherte.

Beim Mord in Rostock ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass das Trio bzw. die beiden Männer Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tatsächlich die Täter waren. Nur wenige hundert Meter entfernt wohnte ein Bekannter, dessen Name auf der Adressliste von Mundlos steht, die im Januar 1998 in Zschäpes Garage in Jena gefunden wurde. Etwa einen Kilometer entfernt wohnte außerdem eine Cousine Böhnhardts, die er in der Vergangenheit auch besucht hatte. Das Trio kannte den Ort persönlich, im Gegensatz zu anderen Tatorten.

Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass in Rostock, Ortsteil Lichtenhagen, Anfang der 1990er Jahre mit die schlimmsten rassistischen und nationalistischen Pogrome stattfanden.

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Die Weltbevölkerung wächst rasant

Bild: tagesschau.de
Derzeit leben rund 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde – und in jeder Sekunde werden es mehr. 2050 werden es laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung 9,7 Milliarden sein.

tagesschau.de

Das Wachstum der Weltbevölkerung setzt sich in hohem Tempo fort: Nach neuesten Projektionen der UN wird die Bevölkerungszahl von derzeit rund 7,7 Milliarden Menschen auf 9,7 Milliarden 2050 und auf 10,9 Milliarden Menschen im Jahr 2100 steigen. Diese Zahlen hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) veröffentlicht.

Die Fertilität sei in den meisten Ländern in den vergangenen Jahren zwar zurückgegangen. Doch gerade in Afrika sei sie weiterhin hoch und sinke vergleichsweise nur langsam. Frauen in Afrika bekommen demnach derzeit durchschnittlich 4,4 Kinder – deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau.

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Prediger, der für Kurz betete, will Europa vom Islam „zurückerobern“

foto: screenshot/kath.net Sebastian Kurz hielt in der Stadthalle auch eine Rede.
Ben Fitzgerald spricht davon, das „Schwert in die Schlacht“ zu führen, Kurz spricht von „spontanem Gebet“

Katharina Mittelstaedt, Fabian Schmid | derStandard.at

Solche Bilder ist man in der österreichischen Politik nicht gewohnt: Tausende Christen strecken ihre Arme in die Höhe, um für Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu beten. „Vater, wir danken dir für diesen Mann, für seine Weisheit“, predigt Ben Fitzgerald von der Bühne. „Wir danken dir dafür, dass in diesem Land die Sünde für alle furchtbar ist“, und erbitten „viel Schutz“ für den Altkanzler, so Fitzgerald weiter.

Ort der Szene war die Wiener Stadthalle, die von Freitag bis Sonntag mit Christen gefüllt war. An drei Tagen fand dort der überkonfessionelle Event Awakening Austria statt, der von Fitzgerald als Teil von Awakening Europe mitorganisiert wurde. Mit dieser Organisation will der gebürtige Australier Menschen ein „Leben nach Gottes Vorstellung“ ermöglichen.

Der einstige Drogendealer behauptet, 2002 in einem Nachtklub Jesus begegnet zu sein. Danach änderte er sein Leben, um zu missionieren. Er reiste nach Nürnberg, wo er das ehemalige Reichsparteitagsgelände der Nationalsozialisten besuchte.

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Papst prüft Einsatz von verheirateten Priestern

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Laut Vatikan stehen beim großen Bischofstreffen im Herbst ausdrücklich Beratungen über einen amtlichen Dienst für Frauen in der Kirche auf der Tagesordnung.

Von Dietmar Neuwirth | Die Presse.com

Nächster Schritt am Weg zur Lockerung der Bedingungen zur Priesterweihe. Im Arbeitspapier des Vatikans für die Amazonien-Synode im Herbst findet sich genau das, was der österreichische Altbischof Erwin Kräutler, der bis 2015 Brasiliens größte Diözese geleitet hat, vor Jahren prophezeit hat: Die Weihe verheirateter Männer soll diskutiert werden.

Konkret heißt es laut Kathpress im 45 Seiten umfassenden Papier: Die Synode solle die Möglichkeit prüfen, in entlegenen Gegenden ältere und angesehene Familienväter („Viri probati“, „bewährte Männer“) zur Priesterweihe zuzulassen, um eine sakramentale Versorgung zu gewährleisten. Die Feier der Eucharistie (Messe) ist Priestern genauso vorbehalten wie die Beichte. Laut Zweitem Vatikanischem Konzil ist aber die Eucharistie, die wegen Priestermangels in manchen Gegenden nur ein, zwei Mal pro Jahr gültig gefeiert werden kann, Quelle und Zentrum des christlichen Lebens.

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CERN: Die Kernphysiker proben den Aufstand gegen Microsoft

Tim Berners-Lee am Cern anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung. (Bild: Reuters)
Die Mitarbeiter des europäischen Forschungszentrums für Teilchenphysik werden bald ohne Software von Microsoft auskommen müssen. Die hohen Lizenzgebühren der amerikanischen Firma haben die Informatikverantwortlichen in Genf verärgert.

Stefan Betschon | Neue Zürcher Zeitung

Das Cern in Genf ist ein Forschungszentrum für Teilchenphysik, und es ist auch ein Ort, an dem die Zukunft der Informatik erforscht wird. Es gibt wohl kaum eine Organisation, die an die Computer-Hardware und -Software höhere Anforderungen stellt. Die Lösungen, die hier benötigt werden, kann man nicht ab Stange kaufen, sie müssen oft zusammen mit den Lieferanten erst entwickelt werden. Deshalb ist das sogenannte Openlab des Cern eine Art Zentrallabor der Computerbranche. Hier werden Trends, die bald die ganze Computerwelt bewegen, zuerst sichtbar.

Das beste Beispiel für eine am Cern entwickelte Software-Innovation, die später die Welt verändert hat, ist das World Wide Web. Deshalb ist es bemerkenswert, wenn das Cern ein «The Microsoft Alternatives Project» (Malt) genanntes Vorhaben startet und öffentlich darüber informiert. Es geht darum – nun ja: Alternativen zu Microsoft-Software zu finden. Das Projekt wurde vor einem Jahr gestartet, jetzt wurden erste Zwischenergebnisse publiziert.

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Erzbistum Hamburg will katholische Krankenhäuser abgeben

Bild: © Fotolia.com/sudok1 (Symbolbild)
Die prekäre Wirtschaftslage des Erzbistums Hamburg bedeutet nicht nur die Aufgabe mehrere katholischer Schulen. Auch die Trägerschaft der eigenen Krankenhäuser möchte die Erzdiözese nun abgeben.

katholisch.de

Das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg will die Trägerschaft seiner katholischen Krankenhäuser abgeben. „Wir suchen einen strategischen Partner, um die Krankenhäuser nachhaltig zu stärken“, sagte Erzbistumssprecher Manfred Nielen am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Erste Gespräche mit möglichen Trägern liefen bereits. Die Trägersuche habe zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Ziel sei die Übernahme durch eine Krankenhausgruppe mit katholischer Ausrichtung, so Nielen weiter. „Wir wollen die Einrichtungen in katholischer Trägerschaft halten.“ Das Erzbistum wolle Minderheitsgesellschafter bleiben, zugleich aber von der Erfahrung eines größeren Trägers profitieren.

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Gotteswahn und Afterdienst in Austria: „Befremdliches“ Segensgebet für Kurz in der Stadthalle

Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. – (c) Screenshot: Youtube
Der ÖVP-Chef hat ein Segensgebet des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker sehen in dem Auftritt einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

Die Presse.com

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz befindet sich seit der Vorwoche auf inoffizieller Wahlkampftour. Um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, steht für heute, Montag, unter anderem der Besuch eines Wirtshauses und eines Seniorenheims in Oberösterreich auf seiner Agenda. Thema dort sein könnten Videoausschnitte, die seit dem Wochenende im Internet kursieren und den Ex-Kanzler gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn beim christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle zeigen. Und die eine Welle an Kritik ausgelöst haben.

Der Reihe nach: Kurz hatte auf seiner Wahlkampftour in der Wiener Stadthalle Station gemacht und dabei ein „Segensgebet“ des evangelikalen Predigers Ben Fitzgerald entgegengenommen. Kritiker orten darin einen Missbrauch der Religion für Wahlkampfzwecke.

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Bild: „Gehen Sie auch zum Vulven-Malen, Herr Bischof?“

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Die Bildzeitung schreckt beim Interview mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm vor peinlicher Frage nicht zurück – Bedford-Strohm stellt sich unwissend

kath.net

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm stellte sich unwissend auf die Frage der „BILD“, ob er beim Evangelischen Kirchentag auch den Workshop „Vulvenmalen“ besuchen werde. „Nein. Was ist das?“ Der Leiter des Berliner „Bild“-Büros, Ralf Schuler, erläuterte dem evangelischen Landesbischof von Bayern daraufhin: „Frauen malen ihre Geschlechtsteile, um Scham zu verlieren und freier mit ihrem Geschlecht umzugehen …“ Die Reaktion: „Bedford-Strohm: (lacht) ‚Ich glaube, das wendet sich nicht an mich.‘“ Der Programmpunkt „Vulven malen“ ist auch unmittelbar vor Beginn des Kirchentags im digitalen Programm des Kirchentags weiterhin normal abrufbar: „Vulvenmalen. Ob der EKD-Vorsitzende wirklich so unwissend war wie er sich zeigte, lässt sich nicht nachprüfen – allerdings darf es durchaus als begrüßenswert gelten, wenn er das Programm des aktuellen Kirchentags kennen würde. Heterosexuelle Männer sind jedenfalls gemäß Programmausschreibung keineswegs von der Teilnahme ausgeschlossen, kath.net hat berichtet.

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Atommächte modernisieren ihre Waffenarsenale

Das Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor besorgniserregenden Entwicklungen bei der atomaren Bewaffnung. Im Bild: Eine russische Interkontinentalrakete. (Foto: dpa)
  • Die Zahl der atomaren Sprengköpfe hat sich dem Stockholmer Friedensforschungsinsitut Sipri zufolge im vergangenen Jahr weiter verringert.
  • Gleichzeitig sind die neun Atommächte demnach jedoch dabei, ihre Arsenale zu modernisieren.
  • Ein Sipri-Experte sieht die Entwicklung negativ.

Süddeutsche Zeitung

Die Atommächte investieren nach Angaben von Friedensforschern wieder mehr in ihre nuklearen Waffenarsenale. Zwar ging die Zahl der Atomwaffen weltweit im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent zurück, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri berichtet. Dafür seien die Atommächte aber wieder stärker darauf aus, ihre Waffen zu modernisieren.

„Offen gesagt ist das ein negativer Trend“, sagte der Sipri-Atomwaffenexperte Shannon Kile. Der Rückgang der Zahl der Atomwaffen habe sich in den vergangenen Jahren entscheidend verlangsamt und sei lediglich darauf zurückzuführen, dass die USA und Russland Waffen ausrangierten, die sie nicht mehr brauchen.

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Morbus Google – wie die digitale Hypochondrie Patienten und Ärzte auf Trab hält

Haben Sie Bauchschmerzen? Oder blaue Flecken an den Beinen? Kein Problem, das Internet sagt Ihnen, was dahintersteckt. So denken viele. Einige aber geraten beim Symptom-Googeln unversehens in einen Teufelskreis.

Nicola von Lutterotti | Neue Zürcher Zeitung

Die Digitalisierung schafft nicht nur neue Arbeitsplätze, sie kreiert auch neue Leiden. Eine solche innovative Erkrankung ist die Cyberchondrie, eine auch Morbus Google genannte digitale Schwester der Hypochondrie. Charakteristisch für die Betroffenen ist, dass sie bei jeglichem Unwohlsein umgehend das weltweite Netz konsultieren. Wie von Anfang an befürchtet, finden sie hier allerdings keinen Trost, sondern sehen ihre Ängste einmal mehr bestätigt.

Kräftig geschürt werden ihre Phobien dabei von Dr. Google und Konsorten. Denn die digitalen Diagnostiker nehmen keinerlei Rücksicht auf Empfindsamkeiten, sondern kommen immer unverblümt zur Sache. Diesbezüglich ähneln sie sehr viel mehr dem nüchtern-emotionslosen Dr. House der gleichnamigen amerikanischen Fernsehserie als dem väterlich-gütigen Chefarzt der deutschen TV-Schnulze «Die Schwarzwaldklinik».

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Lässt sich der Erfolg der Rechten durch Katholizismus verstehen

Italien, Ungarn, Polen: In katholisch geprägten Ländern Europas sind rechtspopulistische Parteien besonders erfolgreich. Auf den zweiten Blick sind die Verhältnisse jedoch komplizierter.

Von Detlef Pollack | Frankfurter Rundschau

Als der italienische Innenminister Matteo Salvini am 18. Mai 2019 auf dem Treffen der rechtspopulistischen Führer Europas – unter ihnen Jörg Meuthen und Marine Le Pen – vor dem Mailänder Dom den Schutz der heiligen Patrone Europas und der Jungfrau Maria anrief, brandete in der Masse enthusiastischer Beifall auf. Den Rosenkranz in die Luft reckend, erklärte Salvini, er vertraue Italien dem unbefleckten Herzen der Heiligen Jungfrau Maria an, die seiner Partei – da sei er sicher – in den anstehenden Europawahlen den Sieg bringen werde.

Die Anrufung Gottes und der Heiligen hat in der Politik in den katholischen Ländern Europas eine lange Geschichte. Immer wieder haben katholische Parteiführer in Europa Gott öffentlich um die Unterstützung ihrer Arbeit, um den Schutz ihres Heimatlandes und die Errettung ihres Volkes gebeten. Das war auch vor 450 Jahren schon so. Vor der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 riefen Philipp II. von Spanien, Papst Pius V. und Don Juan de Austria Gott und die Jungfrau Maria um Hilfe gegen die Muslime an und forderten die Katholiken auf, den Rosenkranz zu beten. Obwohl die Heilige Liga militärisch unterlagen war, gewann sie die Schlacht. Zum Dank wurde ein Jahr später das Rosenkranzfest eingeführt, das die katholische Kirche bis heute feiert.

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„Die Menschen zwingen, für den neuen Staat zu arbeiten“

„Welcome To Hell“-Protest beim G20-Gipfel im Hamburg. Bild: t–h–s / CC BY 2.0
Klaus Schroeder ist Professor an der freien Universität Berlin, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat und hat nun gemeinsam mit Monika Deutz-Schroeder das Buch Der Kampf ist nicht zu Ende – Geschichte und Aktualität linker Gewalt“ verfasst.

Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Herr Schroeder, Sie resümieren am Ende Ihres Buches: „In der Bibel erschlägt Gott seinen Bruder Abel, weil Gott dessen Opfer vorzieht. Das Motiv für diese Gewalt könnte man mit ‚Sozialneid‘ charakterisieren. (…). Für linke Gewalt spielt dieser Aspekt bis zum heutigen Tag eine zentrale Rolle.“ Können Sie das ein wenig erläutern?

Klaus Schroeder: Die Linke, nicht nur die aktuell gewaltbereite, mobilisiert, indem sie versucht, potenzielle Sympathisanten gegen Besitzende aufzuhetzen, ungeachtet der individuellen Leistung. Da vielen Linken das Denken in Kategorien von Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft fehlt, gehört der Sozialneid quasi zu ihrem relevanten Handgepäck.
Die militante Linke, die sich bis zum heutigen Tag als revolutionär versteht, zielt mit ihrer Politik, zu der auch Gewalt gehört, auf einen Umsturz mit grundlegenden Folgen. Der bürgerliche Staat soll zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstört werden.
Der Antrieb für linke Gewalt in der Bewegungsphase ist die Verunsicherung der herrschenden Eliten und der Versuch, über den revolutionären Kern hinaus weitere Personen in den Kampf miteinzubeziehen. Der Aufruhr, zumeist „Riot“ genannt, soll (wie in Hamburg während der Proteste gegen den G 20-Gipfel) die Staatsmacht, sprich: die Polizei, so unter Druck setzen, dass sie die Kontrolle über Räume und Personen verliert.
Wenn die Linke an die Macht gekommen ist, hat sie, wie die Beispiele Russland, China, Nordkorea und so weiter zeigen, sofort ein diktatorisches Schreckensregime errichtet. Das Bürgertum wurde ausgeplündert, die vorhandenen Ressourcen anders verteilt. Die Privilegierten waren aber nicht die Massen, sondern die ehemaligen Revolutionäre, die sich nach der Revolution als neue Machthaber gerierten.
Das Ziel für revolutionäre Gewalt ist insofern der Umsturz und die Neuverteilung der Ressourcen vermeintlich zugunsten der Unterprivilegierten, tatsächlich aber zugunsten der einstigen Revolutionäre.

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Salesianer wollen Personalakten von Anwälten durchsuchen lassen: „Wissen um das Leid trifft uns ins Mark“

Der Orden der Salesianer hat entschieden: Zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs sollen sämtliche Personalakten und relevanten Daten durch eine externe Anwaltskanzlei überprüft werden.

DOMRADIO.DE

Der Beschluss der Provinzleitung sei vom Provinzkapitel im oberbayerischen Kloster Benediktbeuern unterstützt worden, teilte der Orden am Wochenende mit. „Das Wissen um das, was in den vergangenen Jahrzehnten durch Mitbrüder und Mitarbeiter Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen an Leid zugefügt wurde, trifft uns ins Mark“, sagte Provinzial Pater Reinhard Gesing. Es sollen zudem Maßnahmen der Sensibilisierung und Prävention etabliert werden.

„Nehmen Sorge um die Schöpfung sehr ernst“

Weitere Themen seien Umweltschutz und der Nachhaltigkeit gewesen, heißt es weiter. Die 55 Kapitulare beschlossen demnach eine Selbstverpflichtungserklärung, die eine besondere Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung vorsieht. Zeitnah solle ein Ansprechpartner benannt werden, der die deutschen Ordenseinrichtungen in ökologischen Fragen berate und begleite.

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How the Pentagon’s Forever Wars Are Killing the Planet

U.S. military helicopters at Camp Taji, Iraq. (Muh. Sirojul Munir / Flickr)
It’s been a harrowing couple of weeks for climate change observers. First, as Vice reported, there was an analysis from an Australian think tank, co-written by Ian Dunlop, a former fossil fuel company CEO, that posits that the planet is “reaching a ‘point of no return’ by mid-century, in which the prospect of a largely uninhabitable Earth leads to the breakdown of nations and the international order.’ ”

Ilana Novick | truthdig

Then, on Wednesday, Brown University released a report revealing that the Department of Defense is “the world’s largest institutional user of petroleum and correspondingly, the single largest producer of greenhouse gases (GHG) in the world.” According to the report, the DOD released approximately 1.2 billion metric tons of greenhouse gases, including carbon dioxide, between 2001 and 2017.

Burning diesel and jet fuel for troop and weapons transport and usage causes 70% of the emissions, the report said.

In other words, the same institution that has kept America at war since 2001 is not only killing people, but also the planet. As CNBC pointed out, “The findings showed that if the Pentagon was listed as a country, its emissions would make it the world’s 55th largest contributor of greenhouse gases”—bigger than Portugal or Sweden.

CNBC called the report “the first of its kind to compile such comprehensive data.”

The Pentagon’s energy use was fairly stable from 1975 to 1990, and declined after the Cold War. Then came 9/11 and fighting in Afghanistan. After that, researcher Neta Crawford writes, “energy consumption by the DOD increased, and in 2005 hit its highest level in a decade. Since 2001 the DOD has consistently consumed between 77 and 80 percent of all US government energy consumption.”

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Post aus der Hölle an den Heimatpfarrer

Bild: © Privat
Wie weit die Soldaten im Ersten Weltkrieg auch von zu Hause entfernt waren, manche hielten neben ihren Familien auch Kontakt zu ihrem Heimatpfarrer. Die Postkarten aus den Kampfgebieten vermitteln ein gutes Bild über das, was die Soldaten die Heimat wissen lassen – und was sie verschweigen wollten.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Ein Zufall, dass Martin Lörsch dieses Album in die Hände gefallen ist. Denn als dem Trierer Professor für Pastoraltheologie ein Kompendium von Postkarten angeboten wird, wendet man sich wegen seiner Herkunft an ihn: Lörsch stammt aus dem Koblenzer Stadtteil Niederberg, der vor seiner Eingemeindung 1937 eine selbstständige kleine Gemeinde war. Von dort suchte eine Hinterlassenschaft eine neue Bestimmung. Denn Pfarrer dieser Gemeinde zwar zwischen 1903 und 1934 ein gewisser Peter Stoffel – und der hatte in einem Album Postkarten gesammelt. Feldpostkarten, die Soldaten im Ersten Weltkrieg „nach Hause“ schickten – unter anderem auch an ihren Pfarrer. Hundert Stück sind in dem Album zusammengekommen. Für Martin Lörsch Grund genug, die Relikte einer vergangenen Zeit genauer unter die Lupe zu nehmen.

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„Radikale sollten auf dem Kirchentag kein Podium bekommen“

Anfang Juni besuchte Heinrich Bedford-Strohm den Seenotrettungskreuzer „Sea-Watch 3“ Quelle: dpa/Annette Reuther
Politiker der AfD dürfen beim Kirchentag in Dortmund nicht auf den Bühnen auftreten. Bischof Heinrich Bedford-Strohm findet das richtig. Falsch hingegen sei es, Seenotretter im Mittelmeer zu kriminalisieren.

DIE WELT

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, hat Verständnis dafür gezeigt, dass AfD-Politiker nicht zu Auftritten auf den Bühnen des Evangelischen Kirchentages eingeladen wurden. Die Entscheidung des Kirchentagspräsidiums sei „kurz nach den Ereignissen in Chemnitz gefallen, die eine deutliche Radikalisierung der AfD zeigten“, sagte Bedford-Strohm der „Bild“.

„Radikale, deren Werte mit denen des Christentums nicht vereinbar sind, sollten, so habe ich den Sinn dieses Beschlusses verstanden, auf dem Kirchentag kein Podium bekommen.“ Eine Auseinandersetzung mit der AfD und Populismus insgesamt werde es dennoch geben, betonte Bedford-Strohm.

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14 Jahre Haft für Abmahnanwalt, der Nutzer in „Porno-Falle“ lockte

foto: standard/pichler Die Filme, mit denen man Downloader in die Falle lockte, sollen auch über verschiedene Torrentplattformen wie die „Pirate Bay“ verbreitet worden sein.
Zwei US-Juristen stellten einschlägige Filme auf Onlinetauschbörsen und erpressten anschließend Zahlungen von Downloadern

derStandard.at

Es erinnert an den berühmten Fall der „Pornoabmahnungen“ in Deutschland. Zwei US-Anwälte müssen sich vor Gericht wegen einer jahrelang praktizierten Betrugsmasche verantworten. Der Vorwurf: Sie hunderte Internetnutzer jahrelang in eine Falle gelockt haben, um Geld von ihnen zu erpressen.

In Minnesota wurde nun ein erstes Urteil gefällt. Einer der beiden Juristen soll 1,5 Millionen Dollar an Entschädigungen zahlen und zudem eine Haftstrafe von 14 Jahren antreten. Das Gericht sah in seinem Vorgehen einen „kaum zu beziffernden Schaden für das Rechtssystem“, schreibt der „Minnesota Star Tribune“.

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