Austria: Kirche zahlte 27 Millionen an Missbrauchs-Opfer

APA/BARBARA GINDL
2010 wurde die Klasnic-Kommission von Kardinal Schönborn eingesetzt. Seitdem wurden knapp 2000 Opfern – zwei Drittel davon Männer – finanzielle oder therapeutische Hilfsleistungen zuerkannt. Eine Opfer-Plattform fordert indes eine Gedenkstätte.

Die Presse

Die von Kardinal Christoph Schönborn beauftragte „unabhängige Opferanwaltschaft“ hat seit ihrer Gründung 2010 in 1.974 Fällen positiv entschieden. In weiterer Folge wurden durch die römisch-katholische Kirche Hilfsleistungen – finanziell oder therapeutisch – in der Höhe von 27,3 Mio. Euro zuerkannt. 66,4 Prozent der Betroffenen, die sich gemeldet haben, waren Männer.

Die direkten finanziellen Entschädigungen an die Opfer betrugen seit Bestehen der Klasnic-Kommission 21,7 Mio. Euro. Zusätzlich wurden rund 60. 000 Therapiestunden umgesetzt, deren Kosten sich auf 5,5 Mio. Euro belaufen.

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Religion sei ohne Glaubwürdigkeit „am Ende“ – Kirchenhistoriker: Missbrauchsskandal größere Krise als Reformation

Bild: ©KNA
Der sexuelle Missbrauch sei Teil einer Systemkrise in der katholischen Kirche, sagt der Kirchenhistoriker Hubert Wolf. Nun müssten die Bischöfe mit grundlegenden Änderungen beginnen. Dabei gehe es nicht nur um den Zölibat.

katholisch.de

Der katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf sieht den sexuellen Missbrauch als Teil einer Systemkrise in der katholischen Kirche. Wenn die Bischöfe es mit ihrer Ankündigung, dass Thema Missbrauch aufarbeiten zu wollen und auf der Seite der Opfer zu stehen, ernst meinten, müssten sie mit grundlegenden Änderungen beginnen, sagte er am Sonntag im Deutschlandfunk.

„Ich halte diese Krise, wenn ich sie historisch anschauen, für größer als das, was in der Reformation passiert ist“, fügte der Geistliche hinzu. Die Kirche lebe vom Glauben und von ihrer Glaubwürdigkeit. „Eine Religion, die keine Glaubwürdigkeit hat, ist am Ende.“

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Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert

Bild: tagesschau.de
Hunderttausende indigene Frauen wurden in den 1990er-Jahren in Peru zwangssterilisiert. Die Begründung: Armutsbekämpfung. Bis heute warten sie auf Entschädigung.

Von Matthias Ebert | tagesschau.de

Die Krankenschwestern kamen in Begleitung von Polizisten und schlugen die Tür von Rute Zuñigas Lehmhütte auf. Kurz darauf saß die Quechua-Frau aus einem Andental bei Cusco im örtlichen Gesundheitszentrum. Im Behandlungszimmer erklärten ihr die Ärzte, dass Zuñiga jetzt zwangssterilisiert werde – während ringsherum miserable hygienische Bedingungen herrschten.

Hände und Beine festgebunden

Als sich die damals 28-Jährige wehrte, band man ihr Hände und Beine fest, bevor die Operation losging. Weil die Betäubung offenbar nicht stark genug war, spürte Zuñiga, wie am Ende ihre Wunde zusammengenäht wurde.

All das passierte am 10. Februar 1999 – ein Datum, welches Zuñiga nie mehr vergessen wird. Die Bäuerin hatte bereits vier Kinder und ihr Mann gibt ehrlich zu, dass er heute froh ist, dass die arme Familie durch den Zwangseingriff nicht noch kinderreicher wurde. Doch für Zuñiga ist das Leben seitdem nicht mehr dasselbe.

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Gedankenverbrechen und Bestrafung

By LeonV – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34934403
Ein Jahr der Ausgrenzung und Rechtsstreite an einer kanadischen Universität

Von Lindsay Shepherd | RDF

Ende 2017 befand ich mich im Zentrum einer Kontroverse an der Wilfrid Laurier University (Waterloo, Kanada), wo ich als M.A. Student (Master of Arts) und Lehrassistent (TA) im Fachbereich Kommunikationswissenschaften tätig war. In dem Kurs, für den ich als TA arbeitete, spielte ich einen Teil einer Podiumsdiskussion, die im öffentlichen Fernsehen von Ontario ausgestrahlt wurde, vor. Wie viele Leser wissen, beinhaltete dieses Material Jordan Peterson, Professor an der University of Toronto, der gegen die Verwendung alternativer Geschlechterpronomen argumentierte, sowie die Argumente des Sexualdiversitätspädagogen Nicholas Matte, der zu dessen Gebrauch ermutigte.

Weil ich entschied, mich nicht von Petersons Ansichten zu distanzieren, bevor ich das Video zeigte, wurde ich in daraufhin vor einen Disziplinarausschuss zitiert. Der Betreuer des betreffenden Kurses, Nathan Rambukkana, sowie der Koordinator meines M.A.-Programms, Herbert Pimlott (manchmal auch bekannt als „Hillary X Plimsoll“), und die Managerin für geschlechtsspezifische Gewalt und Prävention von sexuellen Übergriffen, Adria Joel, beschuldigten mich, gegen das Gesetz zu verstoßen, indem ich ein Video mit Peterson im Klassenzimmer gezeigt, sowie Trans-Personen bedroht und angriffen habe, wodurch eine toxische Umgebung geschaffen wurde. All das ist bekannt, weil ich das ganze Treffen aufgezeichnet habe.

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Debatte um „Geisterwähler“: Türkei streicht 90.000 Namen aus Wählerlisten

In der Türkei wird bald gewählt. – REUTERS
Die Opposition behauptete vor den Kommunalwahlen, es gebe Tausende „Geisterwähler“. Nun hat die Wahlbehörde mehr als 90.000 Namen aus den Listen gestrichen.

Die Presse

Nach heftigen Debatten über sogenannte Geisterwähler hat die türkische Wahlbehörde mehr als 90.000 Namen aus den Listen gestrichen, mit denen sich Bürger für die Kommunalwahlen im März registrieren lassen konnten. Auf den Listen seien bisher 91.093 Wähler gefunden worden, die nicht am angegebenen Wohnort gemeldet waren, sagte der Chef der Behörde, Sadi Güven, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag in der Hauptstadt Ankara.

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Woelki zum Richtungsstreit in katholischer Kirche: „Wir brauchen mehr Kirche, keine neue“

Woelki während der ZdK-Herbstvollversammlung © Marius Becker (dpa)
Wohin soll die katholische Kirche steuern? Das Zölibat abzuschaffen und Frauen zum Priesteramt zuzulassen bringe nicht die Lösung, mahnt Kölns Kardinal Woelki. Stattdessen müsse sich die Kirche treu bleiben. Es dürfe keine „neue Kirche“ erfunden werden.

DOMRADIO.DE

Missbrauch, sinkende Mitgliedszahlen und Kritik von fast allen Seiten: Die katholische Kirche befindet sich in stürmischen Zeiten. Die größte Herausforderung liege aber woanders, betonte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. In einem Interview mit dem Sender EWTN sagte er, dass die Hauptaufgabe darin bestünde, die Gottesfrage in der Gesellschaft „insgesamt lebendig zu halten“.

Immer mehr Menschen bräuchten Gott nicht mehr in ihrem Leben, bemängelte der Kardinal. „Und hier hat die Kirche eine ganz wichtige Aufgabe, deutlich zu machen, dass Gott ist und dass Gott im Grunde genommen der Urgrund von allem ist.“

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«Gelbwesten» protestieren wieder in Frankreich

In Paris demonstrierten die «Gelbwesten» auch an diesem Wochenende wieder gegen die Mitte-Regierung. (Bild: Sameer Al-Doumy / Imago)
Fast auf den Tag genau drei Monate nach Beginn der «Gelbwesten»-Proteste in Frankreich haben erneut Tausende Menschen gegen die Politik der Pariser Mitte-Regierung demonstriert.

Neue Zürcher Zeitung

In der Hauptstadt verlief der Protest zunächst überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte. Vereinzelt setzten die Sicherheitskräfte demnach Tränengas ein. Teilnehmerzahlen gab es zunächst nicht.

Auch in vielen anderen Städten fanden wieder «Gelbwesten»-Demonstrationen statt, darunter Marseille, Bordeaux und Strassburg. Auch hier blieb die Lage Berichten zufolge weitgehend friedlich. In Toulouse blockierten einige Dutzend «Gelbwesten» einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.

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Dodo Müller unzufrieden mit Amtsführung des Papstes und „Hofschranzen“

Gerhard Ludwig Müller links im Bild. Bild: bb
Müller hat sich über Papst Franziskus‘ Amtsführung gewendet: Es dürfe nicht sein, dass „die Gesamtkirche nach den Regeln des Jesuitenordens geführt wird“, sagte er dem Spiegel. Nicht nur am Papst hatte er viel auszusetzen.

DOMRADIO.DE

Kardinal Gerhard Ludwig Müller kritisiert die Amtsführung von Papst Franziskus und bescheinigt ihm zugleich Rechtgläubigkeit. Franziskus mache sich etwa bei Personalentscheidungen „von Zuträgern und ihren oft unedlen Motiven abhängig“, sagte der frühere Chef der vatikanischen Glaubensbehörde dem „Spiegel“.

Auf die Frage, ob Franziskus ein Häretiker sei, antwortete der Kardinal: „Nein. Dieser Papst ist orthodox, das heißt im katholischen Sinne rechtgläubig.“ Seine Aufgabe sei es aber, die Kirche zu einen. „Und es wäre gefährlich, wenn er der Versuchung erläge, jene Gruppe, die sich mit ihrem Progressismus brüstet, gegen den Rest der Kirche auszuspielen“.

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Höchststrafe für Theodore McCarrick: Papst entlässt Ex-Kardinal aus Klerikerstand

Kardinal Theodore E. McCarrick © Bob Roller (KNA)
Der ehemalige Kardinal Theodore McCarrick ist des Missbrauchs für schuldig befunden worden. Der Papst hat ihn deswegen aus dem Klerikerstand entlassen. Das ist die höchste Strafe, die das Kirchenrecht für einen Kleriker vorsieht.

DOMRADIO.DE

Wenige Tage vor dem Vatikan-Gipfel zu Missbrauch hat Papst Franziskus den früheren Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick aus dem Klerikerstand entlassen. Für Geistliche ist das die im Kirchenrecht vorgesehene Höchststrafe. Die Entscheidung gab der Vatikan am Samstagmorgen bekannt.

McCarrick wurde demnach des sexuellen Fehlverhaltens mit Minderjährigen und Erwachsenen in Verbindung mit Machtmissbrauch für schuldig befunden, außerdem des Missbrauchs des Beichtsakraments.

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Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert?

Der Gaskanister im Bett. Screenshot
Für die USA waren die Bilder der Weißhelme Beweis genug zur Bombardierung, ein investigativer US-Journalist hat sich bemüht, den Nebel des Krieges und der Propaganda vorurteilslos zu durchdringen.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Passend zur Münchener Sicherheitskonferenz, wo die Veranstalter wie jedes Jahr einen drohenden Zusammenbruch, dieses Mal der „liberalen Weltordnung“, beschwören, ist auf Intercept der Bericht von James Harkin, Direktor des Centre for Investigative Journalism und Mitglied des Shorenstein Center der Harvard University, erschienen, der sich noch einmal den angeblichen Giftgasangriff auf das syrische Duma (Douma) im April 2018 vorgenommen hat (Das lässt aufhorchen: Angeblicher Chemiewaffenangriff in Ost-Ghouta).

Er war bereits Anfang Juli 2018 nach Duma gereist, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Seine Reportage ist Pflichtlektüre, auch wenn man letztlich zu anderen Schlüssen kommen mag. Klar ist auf jeden Fall, dass viele Menschen umkamen, letztlich ist es egal, ob sie Opfer einer chemischen Waffe oder einer normalen Bombe wurden.

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Sie wollen kein Gotteshaus betreten und keine Dienste tun – „Maria 2.0“: Katholische Frauen treten in den Kirchenstreik

Bild: © Jarek Witkowski – stock.adobe.com
Gegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Kirche wendet sich eine ungewöhnliche Aktion von Katholikinnen in Münster: Sie rufen Frauen in ganz Deutschland dazu auf, eine Woche lang in Kirchenstreik zu treten und ihre Dienste ruhen zu lassen. Das Motto: „Maria 2.0“.

Von Agathe Lukassek | katholisch.de

In einem Lesekreis katholischer Frauen der Münsteraner Heilig-Kreuz-Gemeinde kippte Anfang Januar die Stimmung: Den sieben Frauen, die sich einmal im Monat trafen, um „Evangelii Gaudium“ („Die Freude des Evangeliums“) zu lesen, das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2013, war gar nicht nach Freude zumute. Die Missbrauchsfälle in der Kirche und die andauernde Ausgrenzung von Frauen setzten ihnen zu, berichtet Lisa Kötter. „Aus dem ewigen ‚Man müsste mal‘ machten wir dann ein ‚wir machen es nun'“. Die Frauen rufen zu einem einwöchigen Kirchenstreik katholischer Frauen auf – nicht nur in ihrer Gemeinde. Eine eigens angelegte Facebook-Seite soll anregen, dass sich auch andere Pfarreien in ganz Deutschland der Aktion anschließen. „Wir hatten kein Vorbild dazu; wir machen etwas, das es noch nicht gab“, sagt sie.

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Kirchenaustritte 2018 in Bayern: Sprunghafter Anstieg – die selbsternannten Apostel wollen das nicht kommentieren

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Bayerischer Rundfunk: Austritte steigen um 25 Prozent – Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm möchte dies nicht kommentieren

kath.net

Schlechte Nachrichten für den Münchner Kardinal Rainhard Marx und den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Im vergangenen Jahr haben in Bayern durchschnittlich gut ein Viertel mehr Katholiken und Protestanten ihre Kirche verlassen als 2017. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk (BR), dem die Zahlen aus 57 bayerischen Städten mit je mindestens 20.000 Einwohnern vorliegen.

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Why Misinformation Is About Who You Trust, Not What You Think

Image: NAUTILUS
Two philosophers of science diagnose our age of fake news.

By Brian Gallagher & Kevin Berger | NAUTILUS

I can’t see them. Therefore they’re not real.” From which century was this quote drawn? Not a medieval one. The utterance emerged on Sunday from Fox & Friends presenter Pete Hegseth, who was referring to … germs. The former Princeton University undergraduate and Afghanistan counterinsurgency instructor said, to the mirth of his co-hosts, that he hadn’t washed his hands in a decade. Naturally this germ of misinformation went viral on social media.

The next day, as serendipity would have it, the authors of The Misinformation Age: How False Beliefs Spread—philosophers of science Cailin O’Connor and James Owen Weatherall—sat down with Nautilus. In their book, O’Connor and Weatherall, both professors at the University of California, Irvine, illustrate mathematical models of how information spreads—and how consensus on truth or falsity manages or fails to take hold—in society, but particularly in social networks of scientists. The coathors argue “we cannot understand changes in our political situation by focusing only on individuals. We also need to understand how our networks of social interaction have changed, and why those changes have affected our ability, as a group, to form reliable beliefs.”

O’Connor and Weatherall, who are married, are deft communicators of complex ideas. Our conversation ranged from the tobacco industry’s wiles to social media’s complicity in bad data. We discussed how science is subtly manipulated and how the public should make sense of contradictory studies. The science philosophers also had a sharp tip or two for science journalists.

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Keine Missbrauchsermittlungen nach Professoren-Strafanzeige

Bild: © Haramis Kalfar/Fotolia.com (Symbolbild)
Sechs Strafrechtsprofessoren haben auf Grundlage der Missbrauchsstudie der Bischöfe Anzeige erstattet: Doch die Studie ist anonymisiert. Die Staatsanwaltschaft verfolgt die Anzeige daher nicht weiter – doch untätig sind die Behörden nicht.

katholisch.de

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat die Aufnahme von Ermittlungen zu sexuellem Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche im Zuge einer Anzeige von Strafrechtlern abgelehnt. Nachdem sechs Professoren bei der für die Bistümer Köln, Limburg, Mainz und Trier zuständigen Strafverfolgungsbehörde Anzeige wegen noch nicht angezeigter und noch verfolgbarer Straftaten gestellt hatten, bestätigte sich nach Mitteilung der Behörde vom Donnerstag kein Anfangsverdacht.

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Welcome back, Frau Scharia-Polizei

Themenbild.
Die IS-Anhängerin Fatima M. verbüßte im Irak eine Haftstrafe und kehrt nun zurück. Allem Anschein nach in ein salafistisches Milieu

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Vor wenigen Tagen kehrte Fatima M. aus der irakischen Gefangenschaft nach Deutschland zurück. Die tschetschenisch-stämmige Frau lebte mit ihrem Mann Magomed A. und zwei Söhnen (damals 4 und 8 Jahre alt) im nordrhein-westfälischen Detmold, bevor sie 2015 mit ihrer Familie nach Syrien ausreiste.

Laut Tagesschau ging die Reise weiter in den Irak, dort schlossen sie sich dem IS an und ließen sich in „einer einst christlichen Kleinstadt nahe Mossul nieder. Ihr Ehemann sei wenige Monate nach der Ankunft dort bei Gefechten ums Leben gekommen.“
Mitglied der Sittenpolizei

Fatima M. soll im Juli 2017 gemeinsam mit anderen IS-Frauen, darunter weitere Deutsche, in einem Tunnelsystem in Mossul entdeckt worden sein. Ihnen wurde vorgeworfen, zu den berüchtigten al-Ahansar-Brigaden gehört zu haben, einer weiblichen Sittenpolizei des IS, und auf Einhaltung der Vollverschleierung geachtet und bei Zuwiderhandlung die betreffenden Frauen ausgepeitscht und gefoltert zu haben.

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Missbrauchte Nonne: „Das kann ich niemals jemandem erzählen“

Bild: tagesschau.de
Kommende Woche lädt der Papst Bischöfe nach Rom ein. Dabei soll es um den Missbrauch in der Kirche gehen. Auch Doris Reisinger wird da sein. Sie wurde als Ordensschwester von einem Priester vergewaltigt.

Von Sebastian Kisters | tagesschau.de

Kurz nachdem sie vergewaltigt wurde, denkt die Ordensschwester Doris Reisinger: „Das kann ich niemals jemandem erzählen. Und das ist das Wichtigste, dass niemals jemand davon erfährt. Sonst würden Menschen an der Kirche zweifeln.“

Reisinger war als 19-Jährige einer Ordensgemeinschaft in Rom beigetreten. Gott – das war für sie immer Trost und Zuversicht. Der Schritt in die Gemeinschaft war für sie also logisch. Was folgte war verstörend. Und schließlich zerstörerisch.

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Satanismus im Trend: Diese Sekten treiben in Serbien ihr Unwesen

Sekten in Serbien (FOTO: Screenshot/Shizlist)
Die Leichen dreier zu Tode geqäulten Hunde, ein Sack mit verdorbener Haut und ein Pentagram auf einer Wand sind heute eines der Hauptthemen in den serbischen Medien.

Kosmo.at

Nachdem diese unter einer Straßenüberführung im Belgrader Stadtteil Železnik gefunden wurden, beschäftigen sich Experten und Medien wieder mit erschreckenden, gefährlichen satanistischen Organisationen, die in Serbien ihr Unwesen treiben. Da auf einer Wand unmittelbar neben den Leichen der Hunde auch ein satanistisches Pentagram gefunden wurde, vermuten die Ermittler, dass es sich um die Tat einer Sekte handeln könnte.

100 Sekten mit zehntausenden Mitgliedern

In Serbien gibt es etwa 100 Sekten, die zehntausend Mitglieder zählen und seit mehreren Jahrzehnten bestehen. Nicht alle sind gefährlich: Aber diejenigen, die das zweifellos sind, sind Vorgänger satanistischer Sekten, deren Lehren und Praktiken streng totalitäre und destruktive Ziele und Handlungen haben.

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Volker Beck: Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaften – „Kein Stein bliebe auf dem anderen“

Volker Beck fordert „aktivere Religionspolitik“ © Wilhei (Pixabay)
Falls die großen Islamverbände in Deutschland als Religionsgemeinschaften anerkannt werden, sieht der Grünen-Politiker Volker Beck eine Gefahr für das deutsche Religionsverfassungsrecht. Er sprach von „politisierten religiösen Vereinen“.

DOMRADIO.DE

Zur Begründung verwies der Ex-Bundestagsabgeordnete, der heute am „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ der Ruhr-Universität Bochum lehrt, am Mittwoch bei einer Tagung des Deutschen Richterbunds in Berlin auf eine Steuerung der Verbände aus der Türkei. Wenn „politisierte religiöse Vereine in die Rechte von Religionsgemeinschaften“ einrückten, seien die Fundamente „des bewährten deutschen Religionsverfassungsrechts“ bedroht. „Dann ginge die ordnende Kraft unseres Religionsverfassungsrechts verloren, und kein Stein bliebe da auf dem anderen“, fügte er hinzu.

Beck bezog sich auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im vergangenen Dezember in einem seit über 20 Jahren laufenden Rechtsstreit zum islamischen Religionsunterricht an Schulen in Nordrhein-Westfalen.

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Klagemauerrabbiner kritisiert Amnesty International: „Überflüssiger schädlicher Bericht“

Jüdische Siedler in Ostjerusalem © dpa
Der für die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt verantwortliche Rabbiner Schmuel Rabinowitz hat Amnesty International kritisiert. Er rief die Organisation auf, einen Bericht zu Tourismus in den besetzten palästinensischen Gebieten zurückzuziehen.

DOMRADIO.DE

Indem die Menschenrechtsorganisation „weiter das Erbe der jüdischen Nation“ in Israel als politische Angelegenheit behandele „und seine heiligen Stätten als erobertes Land“, schüre sie Feuer, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief Rabinowitz‘ an ai.

Unter dem Titel „Destination: Occupation“ hatte ai Online-Buchungsplattformen vorgeworfen, in völkerrechtlich illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland einschließlich Ostjerusalems Hunderte von Unterkünften sowie touristische Aktivitäten anzubieten.

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Studienautor Dreßing enttäuscht über Kirche: „Nicht hinter Rom verstecken“

Brustkreuz eines Bischofs © Harald Oppitz (KNA)
Rund vier Monate sind seit der Veröffentlichung der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Missbrauchsstudie vergangen. Der Studien-Koordinator, Harald Dreßing, vermisst seitdem konkrete Konsequenzen in der Kirche.

DOMRADIO.DE

„Es macht mich ein bisschen nervös, wie viel gesprochen wird und wie wenig sich tut“, sagte Dreßing am Mittwochabend in Frankfurt. Seit Veröffentlichung der Studie im September seien schon vier Monate vergangen. Er könne aber „wenig bis fast gar nichts“ an „feststellbaren“ Veränderungen der Strukturen der katholischen Kirche entdecken.

„Nicht hinter Rom verstecken“

Zwar hätten sich einige wenige Bischöfe inzwischen sehr pointiert geäußert, in dem sie die Weihe von Frauen oder von homosexuellen Priestern nicht ausgeschlossen und den Pflichtzölibat in Frage gestellt hätten. Er wünsche sich aber, dass es nicht nur bei „Positionen“ bleibe, sondern klare Ziele definiert und auch umgesetzt würden.

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