Das Flüchtlingslager von Samos ist humanitäres Notstandsgebiet

Ein behelfsmässiges Zelt auf der griechischen Insel Samos. Im windigen und nassen Wetter der kalten Jahreszeit bieten die Unterkünfte keinen ausreichenden Schutz. (Bild: Costas Baltas / Reuters)
Für Deutschland und andere Zielländer erfüllt das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei seinen Zweck. Auf griechischen Inseln wie Samos hat sich die Lage aber dramatisch verschärft. Die Verantwortung dafür liegt auch in Athen.

Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Jeden Morgen steigen die Bewohner des Flüchtlingslagers ob Samos zu Hunderten in den Hauptort der gleichnamigen griechischen Insel hinab, um der bedrückenden Enge des Camps zu entfliehen. Man erkennt die Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Kongo-Kinshasa an ihrem fremdländischen Aussehen – am Morgen nach dem ersten starken Herbstregen dieses Jahres aber auch an ihren Schuhen.

Anders als im beschaulichen Küstenort gibt es im steil an den Hang gebauten Lager keine befestigten Wege. Bei nassem Wetter verwandelt sich der festgetretene Boden in knöcheltiefen Schlamm, der nun in grossen Brocken getrocknet am Schuhwerk klebt.

Sechsfache Überbelegung

Jetzt, da die Sonne wieder scheint, legen Russel und Maxime ihre Matratze ans Freie zum Trocknen. Das einfache Igluzelt, das die beiden Männer aus Kamerun in einer unebenen Waldfläche neben dem Lager bewohnen, hielt dem Regen nicht stand. Ähnlich erging es den meisten anderen Bewohnern der Zeltstadt.

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Das Design-Argument – Eine Kritik Teil 1

Foto: Pixabay.com / Wokandapix
Warum sich in der Natur kein „intelligentes Design“ offenbart. Der Kern des Design-Arguments in der Biologie (WIDENMEYER & JUNKER 2016)

Von Martin Neukamm | RDF

Auf der Website des evangelikalen Vereins WORT UND WISSEN findet sich ein Grundsatzartikel über das Design-Argument in der Biologie. Letzteres nennt sich auch Intelligent Design, kurz: ID. Der Beitrag stammt von Markus WIDENMEYER und Reinhard JUNKER und dient Menschen als Handreichung, die „methodisch sauber“ für Schöpfung argumentieren wollen (WIDENMEYER & JUNKER 2016). Vollmundig heißt es, Kritiker würden am Kern des Design-Arguments „scheitern“. Entsprechend wird der Text beworben – als ein „must read“ für alle, die argumentativ „up to date“ sein möchten.

Der Leser erwartet also eine argumentativ gewichtige Abhandlung zum intelligenten Design. Doch die Erwartungen erfüllen sich nur teilweise. Tatsächlich unterscheidet sich die Argumentation der Autoren nicht wesentlich von vorangegangenen Publikationen. Gleichwohl lohnt sich die Detail-Analyse.

Zum einen stellt der Beitrag Design-Argumente kompakt statt bücherfüllend dar, was die Kritik erheblich erleichtert. Zum anderen arbeiten sich die Autoren erfreulicherweise wenig an biologischen Detailfragen ab. Dies kommt der Diskussion zugute, denn der Streit darüber, inwiefern die Evolutionstheorie diesen oder jenen Entwicklungsschritt zufriedenstellend erklärt, ist fruchtlos. Die Frage, ob die Fakten den Design-Ansatz erhärten, lässt sich nur auf dem Boden der Methodologie und Logik führen.

Es geht zuallererst um wissenschaftstheoretische Fragen: Ist Intelligent Design eine vernünftige Alternative zur (naturalistischen) Evolutionstheorie? Ist es rational begründet und durch Forschung zu untermauern? Sind die Einwände seiner Kritiker unzureichend, wie die Anhänger des intelligenten Designs behaupten? Um diese Fragen zu klären, widmen wir uns zunächst dem Kern der Argumentation nach WIDENMEYER & JUNKER (2016) und kritisieren ihn dann systematisch.

Der Kern des Design-Ansatzes

Als „Design-Ansatz“ bezeichnen die Autoren die These, bestimmte Naturgegenstände seien ursprünglich auf geistige Ursachen, das heißt auf Schöpfung, zurückführen (S. 2). Dieser Ansatz ist in logischer Hinsicht mit dem Design-Argument verknüpft – dem Rückgriff auf wissenschaftliche Befunde und logische Aspekte. Design-Argumente dienen dazu, den Design-Ansatz zu begründen (S. 1).

Nach WIDENMEYER & JUNKER besteht die Begründung für „eine geistige Verursachung und damit für das Design-Argument“ aus zwei Komponenten. Erstens:

„1. Der Naturgegenstand zeigt definierte Kennzeichen von Planung bzw. Zielorientierung (Teleologie), die wir in anderen Fällen ganz entsprechend unseren sonstigen Design- Erfahrungen (Technik, Kunst) ausschließlich auf einen geistigen Urheber zurückführen (wir sprechen dann von ‚Design-Indizien‘ oder ‚Design-Merkmalen‘ wie z. B. funktionale Komplexität; s. u.)“ S. 1-2.

Insbesondere seien „geistig hervorgebrachte“(1) Gegenstände wie Computer „so gestaltet, dass ihre Teile in z. T. äußerst komplexen und vielschichtigen Zweck-Mittel- Beziehungen stehen.“ Die Teile, ihre Form und Anordnung, seien „nur in Bezug auf ihre Funktionen und letztlich das Ganze, den Zweck des Gegenstands, zu verstehen“.

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Chaos nach Parlamentswahlen

Unabhängige Wahlkommission (IEC). Bild: IEC
In Kabul wurden alle Stimmen als ungültig erklärt, ein Hinweis, dass bislang der Aufbau von demokratischen Institutionen in Afghanistan gescheitert ist

Emran Feroz | TELEPOLIS

Als im Oktober in Afghanistan Parlamentswahlen stattfanden, waren die Hoffnungen groß. Viele Menschen, vor allem junge, kandidierten und nicht wenige von ihnen hatten sowohl den Willen als auch das Interesse, ihre Wähler – die afghanischen Bürger – zu vertreten. Über 2.500 Kandidaten hatten sich zur Wahl aufstellen lassen, darunter 418 Frauen sowie Vertreter von Minderheiten wie Sikhs, Hindus oder Nomaden. Die meisten Kandidaten – über 800 – gab es in Kabul. Doch ausgerechnet in der Hauptstadt sind nun alle Stimmen für ungültig erklärt worden. Konkret bedeutet dies, dass eine Million Kabulis umsonst gewählt haben.

Die afghanische Wahlbeschwerdekommission (IECC) nannte mehrere Gründe für ihre Entscheidung, darunter Korruption und Wahlfälschung. Hinzu kommt, dass die Kommission einem anderen wichtigen Organ – der Unabhängigen Wahlkommission (IEC) – eine mangelhafte Durchführung der Wahl vorwirft.

Wie sich dieses Problem nun lösen lässt, ist absolut unklar. Der Zwist zwischen den beiden Wahlorganen dauert weiterhin an. Eine Wiederholung der Wahl innerhalb einer Woche, wie es vom afghanischen Wahlgesetz vorgesehen ist, ist mehr als nur unrealistisch. Einige Beobachter meinen nun, dass man die Neuwahl mit den kommenden Präsidentschaftswahlen im April verknüpfen könnte. Es ist allerdings auch unklar, ob diese tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt stattfinden werden oder nicht. Wie sich eine solche Wahl managen lässt, ist ebenso fragwürdig.

Für viele Afghanen ist das gegenwärtige Szenario vor allem eine pure Enttäuschung. Denn immer wieder wird nur allzu deutlich, dass der Aufbau von demokratischen Institutionen in Afghanistan gescheitert ist.

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Welthungerhilfe warnt vor neuer Migrationswelle

Themenbild. Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien.
Bild: AP AFP Pool watson.ch
Alle zehn Minuten stirbt im Jemen laut Unicef ein Kind an vermeidbaren Krankheiten oder Mangelernährung. Die Hungerkrise im Nahen Osten könnte eine neue Migrationswelle hervorrufen. Davor warnt die Welthungerhilfe.

DOMRADIO.DE

Die Deutsche Welthungerhilfe warnt vor einer neuen Migrationswelle, weil Geld für die Flüchtlinge aus Syrien fehle. Zwar habe sich die Lage in den Lagern in der Türkei, in Jordanien und im Libanon seit 2015 verbessert, aber „es droht ein Rückfall. Die Programme der Vereinten Nationen sind dramatisch unterfinanziert. Für Syrien fehlen den UN 30 Prozent der Gelder“, sagte die neue Welthungerhilfe-Präsidentin Marlehn Thieme der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag): „Und eine Perspektive für die Flüchtlinge, in ihre Heimat zurückzukehren, fehlt noch immer.“

Zu wenig Maßnahmen zur Eindämmung der Konflikte

Laut Thieme sind allein in Syrien noch 13 Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Weltweit litten heute 17 Millionen mehr Menschen Hunger als vor zwei Jahren. „Das ist unerträglich“, sagte Thieme. 40 Millionen Menschen seien in ihren Heimatregionen auf der Flucht.

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Wegen Missbrauchs verurteilter Priester muss Chile verlassen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

De-facto-Ausweisung des Klerikers wird als Signal für einen härteren Umgang Chiles mit priesterlichen Sexualstraftätern gewertet

kath.net

Ein wegen sexuellen Missbrauchs in Chile verurteilter Priester der „Legionäre Christi“ wird aus dem Land gewiesen. Mit Ablauf einer vierjährigen Bewährungszeit am Montag hatte der 72-jährige Ire John O’Reilly eine Frist von drei Tagen, um Chile zu verlassen. Zuvor hatte das Parlament ihm eine ehrenhalber verliehene Staatsbürgerschaft aberkannt. Wie die Erzdiözese Santiago am Freitag mitteilte, zieht der Geistliche nach Rom, um dort den Ausgang eines kirchlichen Strafverfahrens abzuwarten.

O’Reilly habe eine entsprechende Weisung seines Ordensoberen akzeptiert, hieß es. Auch werde er keine priesterlichen Aufgaben öffentlich wahrnehmen. Die Leitung der „Legionäre“ begründete die Abordnung des Geistlichen in die Ordenszentrale damit, seine Anwesenheit in Chile sei „nicht mehr erforderlich“.

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Kirchensteuer: Geldsegen für die Kirche

Bild: tilly
Die christlichen Kirchen in Deutschland verlieren jedes Jahr etwa 500.000 Mitglieder, verbuchen aber gleichzeitig Rekordsteuereinnahmen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Hält der Trend an, nehmen die Kirchen im Jahr 2023 mehr als 15 Milliarden Euro Steuern ein.

Tobias Hentze | Institut der deutschen Wirtschaft

Rund 12,6 Milliarden Euro Steuern verbuchten die Kirchen im aktuellen Jahr – neuer Rekord. Dabei verlieren die Kirchen jedes Jahr Mitglieder: Im Jahr 2004 waren es noch rund 51,6 Millionen, im vergangenen Jahr dagegen nur noch 44,9 Millionen. Viele Kirchenmitglieder sind sehr alt, es rücken kaum jüngere nach, zudem treten jedes Jahr hunderttausende Mitglieder aktiv aus.

Dass die Kirchen trotzdem Rekordeinnahmen verzeichnen, liegt an der guten wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Dadurch steigen die Einkommen. Da die Kirchensteuer auf die Einkommenssteuer fällig wird, müssen Kirchenmitglieder entsprechend mehr Kirchensteuer zahlen. In Baden-Württemberg und Bayern zahlen sie acht Prozent, im Rest des Landes neun Prozent auf die Einkommenssteuer. Im Schnitt muss ein Katholik in diesem Jahr 291 Euro abführen, ein Protestant 278 Euro.

Seit Jahren steigt der Durchschnittsbeitrag: Im kommenden Jahr müssen Kirchenmitglieder doppelt so viele Steuern zahlen wie 2004. Das liegt daran, dass es mehr Beschäftige als in früheren Jahren gibt und die Löhne gestiegen sind. Zudem verteilt sich die Kirchensteuer auf immer weniger Köpfe: Kirchenmitglieder werden im Schnitt immer älter, und viele von ihnen müssen oftmals kaum Kirchensteuer zahlen, weil ihr Einkommen im Ruhestand zu niedrig ist.

In den nächsten fünf Jahren dürfte der Trend weiter anhalten, zeigt die IW-Studie. Selbst wenn die Kirchen wie in den vergangenen Jahren weiterhin jedes Jahr 500.000 Mitglieder verlieren müssten, stiegen die Einnahmen weiter. Die katholische Kirche wird im Jahr 2023 ausgehend von der aktuellen Steuerschätzung voraussichtlich mehr als acht Milliarden Euro einnehmen, die evangelische Kirche kommt dann auf rund sieben Milliarden Euro.

„Dabei sind die Rekordzahlungen aus der Kirchensteuer längst nicht die einzige Einnahmequelle für die christlichen Kirchen in Deutschland“, sagt Studienautor und IW-Ökonom Tobias Hentze. Bei der evangelischen Kirche macht die Kirchensteuer gerade einmal 43 Prozent der Einnahmen aus. „Ein Großteil der kirchlichen Einnahmen besteht aus staatlichen Zuschüssen für Kindertageseinrichtungen sowie Elternbeiträgen, Mieteinnahmen und Spenden.“ Wie die Kirchen ihr Geld ausgeben, können sie frei entscheiden.

(Pressemitteilung)

Piusbrüder „zutiefst erschüttert“ über Papst Franziskus

Deutliche Worte Richtung Papst Franziskus: Der Generalobere der von Rom getrennten traditionalistischen Piusbrüder, Davide Pagliarani, hat die Kritik seiner Gemeinschaft am Kurs des Kirchenoberhaupts und am Zweiten Vatikanischen Konzil erneuert.

katholisch.de

Der neue Generalobere der von Rom getrennten traditionalistischen Piusbrüder, Davide Pagliarani, hat die Kritik seiner Gemeinschaft am Kurs von Papst Franziskus und am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) erneuert. „Dieser Papst erschüttert uns zutiefst“, sagte er am Samstag in einem Interview der „Salzburger Nachrichten“. In Fragen der Religionsfreiheit, der Ökumene und der göttlichen Verfassung der Kirche sollte die Kirche zu dem zurückkehren, was die Päpste vor dem Konzil gelehrt hätten, forderte der im Juli gewählte Generalobere.

Besonders „erschüttert“ sei die Piusbruderschaft über die „völlig neue Anwendung des Begriffs der Barmherzigkeit“ durch Franziskus, so der Pater weiter.

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EKD und Missbrauchsbeauftragter Rörig wollen Austausch vertiefen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, wollen ihre Zusammenarbeit bei Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt vertiefen. Das bekräftigten beide bei einem gemeinsamen Austausch in der Sitzung des Rates der EKD am Freitag in Hannover.

evangelisch.de

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte laut Mitteilung vom Samstag, bei der Frage, welche Maßnahmen zur Verhinderung sexualisierter Gewalt am besten beitragen können, sei die Kirche „für den Rat des Unabhängigen Beauftagten sehr dankbar“. Rörig würdigte die von der EKD-Synode im November verabschiedeten Maßnahmen als „eine gute Basis um weiter voranzuschreiten“.

Insbesondere die geplanten Studien seien in dieser Hinsicht von großer Bedeutung, sagte Rörig. „Dabei ist es notwendig, dass die Kirchen mit dem Staat gemeinsam Standards für die Aufarbeitungsprozesse entwickeln.“ Daran müssten Betroffene beteiligt werden und ihre Rechte bei der Aufarbeitung geklärt sein.

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Zwei Christen in Pakistan wegen Blasphemie zum Tod verurteilt

Bild: © bilalulker/Fotolia.com
Wenige Wochen nach dem Freispruch für Asia Bibi sind in Pakistan zwei christliche Brüder wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden. Ihnen war vorgeworfen worden, „gotteslästerliches Material“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht zu haben.

katholisch.de

In Pakistan sind nach Angaben einer britischen Hilfsorganisation zwei christliche Brüder wegen Blasphemie zum Tod verurteilt worden. Es handele sich um zwei verheiratete Männer namens Qasim und Amoon, teilte das in Southall ansässige Centre for Legal Aid Assistance and Settlement (CLAAS) mit. 2011 wurden sie den Angaben zufolge beschuldigt, gotteslästerliches Material auf ihre Internetseite gestellt zu haben. Die beiden Brüder seien zunächst ins Ausland geflohen, bei ihrer Rückkehr 2014 jedoch verhaftet worden.

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Missbrauch: Erzapostel schließt sich Forderungen der kfd an

Bild: © fxn/katholisch.de
Deutschlandweit hatten katholische Frauen bei Klageandachten von Bischöfen gefordert, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. Einige Bischöfe signalisierten ihre Unterstützung.

katholisch.de

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat auf die Forderungen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) nach mehr Transparenz beim Thema sexueller Missbrauch reagiert. Er nehme die Forderungen, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und über die kirchliche Sexualmoral nachzudenken, gerne auf, erklärte Burger. Er habe in der Erzdiözese Freiburg bereits erste Schritte dazu in die Wege geleitet, teilte das Erzbistum mit.

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Polen und Ungarn blockieren „erfolgreich“ die „LGBTIQ-Rechte“ in der EU

Die Repräsentanten der beiden Länder legten gegen die Aufnahme des Akronyms „LGBTIQ“ in eine gemeinsame Erklärung der Minister für Arbeit und Soziales Veto ein.

kath.net

Polen und Ungarn haben die Aufnahme von „LGBTIQ-Rechten“ in eine gemeinsame Erklärung der Europäischen Union blockiert. Darüber berichtete „LifeSiteNews“. Die Repräsentanten der beiden Länder legten gegen die Aufnahme des Akronyms „LGBTIQ“ in eine gemeinsame Erklärung der Minister für Arbeit und Soziales, die „die Gleichstellung der Geschlechter im digitalen Zeitalter“ fördern soll, Veto ein. Damit verärgerten sie nach Darstellung von „LifeSiteNews“ andere EU-Mitgliedsstaaten. Zwar fügte dann Österreich dem Dokument in seiner jetzigen Funktion als Inhaber der Präsidentschaft des Europäischen Rates einen Hinweis auf „LGBTIQ“ hinzu. Dieser Zusatz wird jedoch nur als „Schlussfolgerungen des Präsidenten“ eingestuft, die nicht die rechtliche Bedeutung von formellen Schlussfolgerungen des Rates haben. Die offiziellen Schlussfolgerungen des EPSCO-Rates beziehen sich jetzt nur noch auf „Gleichstellung der Geschlechter, Jugend und Digitalisierung“.

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Niederlande: Kirche verhindert Abschiebung mit Non-Stop-Gottesdienst

Messfeier in der Bethel-Kirche in Den Haag – APA/AFP/ANP/KOEN VAN WEEL
In einer protestanischen Kirche werden seit 50 Tagen pausenlos Messen gefeiert. Weil laut niederländischem Recht die Polizei Kirchen während Gottesdiensten nicht zwangsweise betreten darf, wird seither eine dort lebende Familie aus Armenien beschützt.

Die Presse.com

Mit einem ununterbrochenen Gottesdienst verhindert eine niederländische Kirche seit 50 Tagen die Abschiebung einer armenischen Familie. Die Familie sei in ihrer Heimat Armenien nicht sicher, sagte Pfarrer Derk Stegemann von der Bethelkirche in Den Haag am Donnerstag. „Und den Kindern droht durch die Abschiebung schwerer Schaden.“

Nach niederländischem Recht darf die Polizei sich keinen Zutritt zu einer Kirche verschaffen, solange dort eine Messe gefeiert wird. Die Familie Tamrazyan – darunter Vater, Mutter und drei Kinder im Alter von 15, 19 und 21 Jahren – war vor etwa neun Jahren in die Niederlande gekommen. Ihr Asylantrag wurde diesen Sommer endgültig abgelehnt.

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Geplante Sanierung der Hedwigs-Kathedrale nimmt wichtige Hürde – Staatsknete

Berliner Hedwigs-Kathedrale. Bild: bb
Die geplante Sanierung der Berliner Hedwigs-Kathedrale nimmt Fahrt auf: Laut Dompropst Tobias Przytarski liegen inzwischen die Förderbescheide von Bund und Land vor. Damit können nun die notwendigen Ausschreibungen und konkreten Planungen beginnen.

katholisch.de

Die geplante Sanierung der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Wie Dompropst Tobias Przytarski am Freitag in einem Brief an Unterstützer und Kritiker der Umgestaltung schrieb, liegen inzwischen die Förderbescheide von Bund und Land Berlin vor. „Damit können wir endlich die notwendigen Ausschreibungen und konkreten Planungen vornehmen“, so Przytarski. Laut früheren Vereinbarungen zahlt der Bund für das Projekt zwölf Millionen Euro, das Land gibt acht Millionen Euro.

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Griechenland: „Sie wollen das Volk gegen die Priester aufhetzen“

Der Athener Erzbischof Hieronymus II. bei einem Treffen mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras im November 2018 (imago / ZUMA Press)
Die griechische Regierung plant umfangreiche Reformen in der Religionspolitik. Unter anderem sollen Priester keine Beamten mehr sein – auch, um Ärzte und Lehrer einstellen zu können. Der Erzbischof hat dem zugestimmt, aber Bischöfe und Priester protestieren.

Von Rodothea Seralidou | Deutschlandfunk

Sonntagsmesse in der brechend vollen Kirche der Heiligen Fotini in der Athener Gegend Ymittos. Den Gottesdienst leitet heute der örtliche Bischof Daniil. So wie die meisten Bischöfe der orthodoxen Kirche Griechenlands, stellt sich Daniil gegen die Änderungen, die die linksgerichtete griechische Regierung in ihren Beziehungen zur Kirche erreichen will. Allen voran die Festsetzung der „religiösen Neutralität des griechischen Staates“ in Artikel 3 der Verfassung, im Rahmen der kommenden Verfassungsreform.

Bisher war an dieser Stelle der Verfassung die Orthodoxie als privilegierte Glaubensrichtung anerkannt. Eine von der Verfassung festgesetzte religiöse Neutralität des Staates in einem Land, dessen Volk stark religiös sei – das könne die Kirche nicht mittragen, sagt Bischof Daniil.

„Auch jetzt wird keiner gezwungen, in die Kirche zu gehen oder an Gott zu glauben. Jeder ist frei zu tun, was er will. Wir aber, als geistliche Väter unseres Volkes, wir wollen nicht, dass die Verbindung unserer Gläubigen zu ihrer Religion unterbrochen wird. Denn genau das ist Ziel dieser Reform:

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Ägypten beschränkt Verkauf – Sisis Angst vor gelben Westen

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Der ägyptische Präsident al-Sisi hat den freien Verkauf von gelben Warnwesten streng reglementiert – aus Angst vor Protesten wie in Frankreich. Vor dem Jahrestag der Tahrir-Revolution verschärft er die Repressionen.

Von Martin Durm | tagesschau.de

Die Anweisung kommt offenbar von ganz oben: Ladenbesitzer dürfen gelbe Warnwesten nur noch an staatlich zertifizierte Firmen abgeben, der ungeregelte Verkauf an Privatpersonen ist bis auf weiteres untersagt. Und damit nicht genug: Händler müssen auch jeden anzeigen, der gelbe Warnwesten ohne Lizenz kaufen, tragen oder unters Volk bringen will.

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578 Angriffe auf Muslime und Moscheen seit Jahresbeginn

Themenbild.
Die Zahl der Anschläge auf Muslime und muslimische Einrichtungen war in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mit 578 niedriger als im selben Vorjahreszeitraum. Allerdings wurden bei den Übergriffen mehr Menschen verletzt, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) berichtet.

evangelisch.de

Von Januar bis September 2017 zählten die Behörden demnach rund 780 islamfeindliche Straftaten. In beinahe allen Fällen sei davon auszugehen, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handele.

In diesem Jahr wurden bereits 40 Menschen bei Übergriffen verletzt, wie das Innenministerium berichtete. Das sei eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als im gleichen Zeitraum 27 und im Gesamtjahr insgesamt 32 Verletzte gemeldet wurden.

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Apostel Wilmer: Machtmissbrauch steckt in DNA der Kirche

Bild: © Harald Oppitz/KNA]/caption]

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer geht in der Bewertung der Missbrauchskrise soweit wie kaum einer seiner Amtsbrüder. Er spricht von einer „Struktur des Bösen“, die Konsequenzen für die Theologie haben muss. Wer das laut Wilmer früh erkannt hat, ist der von der Kirche verstoßene Eugen Drewermann.

katholisch.de

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer geht nach dem Missbrauchsskandal hart mit den Strukturen der Kirche ins Gericht und fordert einen radikalen Wandel. „Ich glaube, der Missbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche“, sagt Wilmer am Freitag im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Man könne das nicht mehr als peripher abtun, sondern müsse radikal umdenken. „Bisher aber fehlt es uns an jeglicher Idee, welche Konsequenzen das für die Theologie haben muss.“

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Umfragen zu Zeiten der Gelben Westen: Le Pens Partei liegt vorne

Bild: Pixabay
Aber es gibt auch kräftige Lebenszeichen für eine neue linke Mitte. Macron verliert. Die traditionellen Konservativen auch

Thomas Pany | TELEPOLIS

In Frankreich wird die hierzulande so genannte Sonntagsfrage – „wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Wahlen wären?“ – schon seit einigen Wochen auf die Wahlen zum europäischen Parlament ausgerichtet, die für Ende Mai nächsten Jahres angesetzt sind.

Umfragen dazu sind aus unterschiedlichen Aspekten interessant: einmal weil die französischen Wähler ein besonderes Verhältnis zu europäischen Stimmabgaben haben, wie sie es etwa aufsehenerregend 2005 mit dem Nein beim Referendum zur Annahme des Vertrages über eine Verfassung für Europa vorgeführt haben (der Spiegel schrieb damals vom französischen Patienten, der einen doppelten Volksaufstand wagt). Zum anderen weil Macron als Kontrahent der EU-kritischen Populisten wie Orban und Salvini Wahlkampf macht (und damit eine Positionierung zu wiederholen versucht, die ihm als Gegner von Le Pen die Mehrheit in Frankreich brachte).

Und schließlich nicht zuletzt aktuell wegen der Proteste der Gelben Westen (Gilets jaunes, derzeit in deutschen Berichten meist mit „Gelbwesten“ wiedergegeben). Man wüsste gerne, wie sie sich auf die Gunstverteilung an die Parteien auswirken.

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Bistum Trier erwartet 2019 Verlust über rund 21,3 Millionen Euro

Bild: tilly
Trotz weiter steigender Kirchensteuereinnahmen erwartet das katholische Bistum Trier im kommenden Jahr einen Verlust in Höhe von rund 21,3 Millionen Euro. Dies hänge vor allem mit den dauerhaft niedrigen Zinsen zusammen.

DOMRADIO.DE

Deshalb müsse mehr Geld für Pensionen und Beihilfen zurückgelegt werden, erläuterte Finanzdirektorin Kirsten Straus bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2019. Für 2018 rechnet die Diözese mit einem Verlust von 27,5 Millionen Euro. Das Bistum liege jedoch weiter „auf Kurs“ der mittelfristigen strategischen Planung.

Der Haushalt 2019 sieht Erträge in Höhe von 426,6 Millionen Euro sowie Finanzerträge von 17,7 Millionen Euro vor. Dem stehen Ausgaben von 413,6 Millionen Euro sowie Finanzaufwendungen über 52,1 Millionen Euro gegenüber, wodurch das Defizit zustande kommt. Dafür greift die Diözese erneut auf ihre Rücklagen zurück, die derzeit noch bei 350,6 Millionen Euro liegen.

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219a-Kompromiss: Katholische Kirche äußert sich zurückhaltend

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Nach monatelangen Debatten um das geltende Werbeverbot für Abtreibungen hat die Bundesregierung am Mittwochabend einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Geplant ist, Paragraf 219a nicht abzuschaffen, sondern zu ergänzen. Die Reaktionen aus Kirche und Politik sind unterschiedlich.

katholisch.de

Der am Mittwochabend von der Bundesregierung vorgelegte Kompromissvorschlag für eine Lösung im Streit um das das geltende Werbeverbot für Abtreibung ist auf geteilte Reaktionen gestoßen. Die katholische Kirche äußerte sich zurückhaltend: „Die gestrige Erklärung der Partner der Großen Koalition ist sicher ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Lösung. Wir müssen nun erst einmal die genauen gesetzlichen Änderungsvorschläge abwarten“, sagte der Leiter des Katholischen Büros, Prälat Karl Jüsten, auf Anfrage.

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