Archiv der Kategorie: Radikalisierung

Kurdische und arabische Kämpfer rücken auf Raqqa vor

Symbolbild: Kämpfer hält die IS-Flagge in der Stadt Raqqa / Bild: (c) REUTERS (Stringer)
Bei dem Vormarsch auf die Stadt, die als eine Art Hauptstadt des „Islamischen Staats“ in Syrien gilt, sollen fünf Dörfer und mehrere Felder erobert worden sein.

Die Presse.com

Bei ihrer Anti-IS-Offensive in der syrischen Provinz Raqqa sind kurdische und arabische Kämpfer seit Dienstag vorangekommen: Beim Vormarsch auf die Stadt Raqqa, eine Art Hauptstadt der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien, seien fünf Dörfer und mehrere Felder erobert worden, sagte ein Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

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Offener Brief von AfD-Vize von Storch an Mazyek

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AfD-Vize fordert die Muslime dazu auf, sich klar von problematischen Textstellen in Koran und Sunna zu distanzieren.
 

kath.net

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, hat den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) in einem Offenen Brief aufgefordert, sein Verhältnis zum Rechtsstaat und den Menschenrechten zu klären. In dem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Schreiben an den ZMD-Vorsitzenden Aiman Mazyek bezieht sich die Europäische Parlamentsabgeordnete auf die «Islamische Charta» von 2002, in der die Vereinigung ihre Haltung zum Grundgesetz und zur deutschen Mehrheitsgesellschaft formuliert. Hierzu richtet die AfD-Vize eine Reihe von Fragen an Mazyek. Im Kern fordert sie die Muslime dazu auf, sich klar von problematischen Textstellen in Koran und Sunna zu distanzieren.
So heißt es am Anfang: «Unterstützen Sie eine Initiative zur Ächtung der menschenrechtsverachtenden Teile der Scharia, um Organisationen und Einzelpersonen, die derlei fordern und fördern, verbieten zu können?»

Zu Artikel 10 der «Islamischen Charta», wonach das islamische Recht «Muslime in der Diaspora» verpflichtet, «sich grundsätzlich an die lokale Rechtsordnung zu halten», fragt von Storch: «Bedeutet das, dass die Gesetze für Muslime also nicht unmittelbar gelten, sondern nur und solange und soweit das islamische Recht dies für sie anordnet? Diese Verpflichtung gilt ausdrücklich für Muslime ‚in der Diaspora‘. Heißt das, nur solange die Muslime in der Minderheit sind, gilt diese Rechtstreue und danach fühlen sie sich nicht mehr an unsere Gesetzesordnung gebunden?»

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Warum der orthodoxe Islam mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist

Uwe Lehnert, Bild: freigeist-weimar.de

Uwe Lehnert ist vor allem durch sein Buch „Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung“ bekannt. Er äußert sich auch regelmäßig zu religions- und kirchenkritisches Themen.

Von Uwe Lehnert | Richard Dawkins-Foundation

Warum der orthodoxe Islam mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und daher als verfassungswidrig einzustufen ist

Zwei Feststellungen möchte ich meinem Beitrag vorausschicken:

1. Eine ausländerfeindliche und fremdenfeindliche Einstellung ist generell abzulehnen. Insofern verurteile ich Äußerungen, wie sie vielfach von rechtsextremer Seite verbreitet werden. Wenn meine im Folgenden dargelegten Gründe einer den orthodoxen Islam ablehnenden Einstellung auch z.B. mit Positionen der Partei AfD übereinstimmen, kann mich das nicht abhalten, diese Positionen dennoch aufrecht zu erhalten. Ich habe auch partielle Übereinstimmungen in der Sicherheits-, Wirtschafts- oder z.B. Bildungspolitik mit der CDU, der SPD oder z.B. den LINKEN und stimme doch mit diesen Parteien in wesentlichen Fragen nicht überein.

2. Ich habe eine generell religionskritische Einstellung und lehne für mich speziell die Lehre des Christentums ab. Die Gründe dafür habe ich ausführlich in meinem Buch dargelegt »Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung« (Tectum-Verlag, 2015, 6. Auflage). Aus weitgehend den gleichen wissenschaftlichen, philosophischen und weiteren sachlichen Gründen lehne ich auch den Islam als Religion ab. Dennoch akzeptiere ich selbstverständlich Menschen, die dem Christentum oder dem Islam anhängen, als gleichberechtigte Bürger, dann nämlich, wenn sie ihren Glauben ohne Anspruch auf allgemein politisch-gesellschaftliche Verbindlichkeit als ihre private Angelegenheit betrachten.

Warum lehne ich den Islam, wie er sich weltweit und in zunehmendem Maße auch in Europa und Deutschland ausbreitet, als Religion ab? Warum ist der Islam, wie er im Koran beschrieben wird, mehr als ein religiöser Glauben, dem nicht die Religionsfreiheit gewährt werden kann, wie sie im Grundgesetz verbürgt wird?

Die von den Repräsentanten des Islam vertretene Glaubenslehre ist eine polit-religiöse Ideologie, die über ihr spirituelles Angebot hinaus den Anspruch erhebt, das individuelle wie das gesamtgesellschaftliche Leben nach den Vorgaben des Koran, der Hadithe (Überlieferungen) und der Scharia verbindlich zu gestalten. Dieser Anspruch ist grundgesetzwidrig, insbesondere weil er alle Mitglieder einer Gesellschaft einbezieht, unabhängig davon, ob sie sich zum Islam bekennen oder nicht.

In den Ländern Europas, in denen der Islam noch keine Möglichkeit hat, seine aus dem Koran abgeleiteten Forderungen politisch durchzusetzen, begnügt man sich muslimischerseits, diese vorerst nur auf muslimische Glaubensangehörige anzuwenden. In Ländern, in denen der Islam zur Staatsreligion erhoben wurde – viele Länder des arabischem Raums, Beispiel Saudi-Arabien, auch einige ostasiatische –, gelten die islamischen Gesetze grundsätzlich für alle Bürger, gleichgültig welchen Glaubens oder Nichtglaubens sie sind.

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AfD-Forderung nach Abschaffung der Kirchensteuer

Bild: tilly
Bild: tilly
Keine Kirchensteuer mehr! Dass ein Politiker solch eine Forderung wieder einmal laut ausspricht. Darauf haben wir lange gewartet. Doch was tun, wenn diese Parole ausgerechnet aus den Reihen der AfD kommt?

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

Beatrix von Storch, die zuerst auf Kinder an den Grenzen schießen lassen wollte, dann doch nur auf die Frauen – und die hinter den Kulissen die federführende Triebkraft für das Anti-Islam-Parteiprogramm gewesen sein soll, das kürzlich erst auf dem Parteitag beschlossen wurde, ausgerechnet sie ist es, die nun argumentiert, dass die Kirchen ihre Steuern gefälligst selbst eintreiben sollen.

Man könnte nun triumphieren, hört sich das doch alles nach einer areligiösen Partei an, die auf der einen Seite Minarette und den Muezzin als Machtsymbole des Islam ablehnt, andererseits den Staat verdonnern will, die Privilegien des Christentums aus Artikel 140 Grundgesetz langsam, aber sicher abzuschaffen. Daneben möchte sie auch keine Beschneidungen mehr tolerieren, kein Schächten und keine religiösen Rituale, die mit hiesigen Gesetzen nur durch Umwege vereinbar sind. Juden, Muslime, Christen, eigentlich alle müssen bluten, wenn man die Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ in den letzten Monaten so betrachtet. Doch ist sie damit tatsächlich eine säkulare Kraft, der man als Atheist, Konfessionsloser oder Freidenker guten Gewissens seine Stimme geben kann?

Wer Kirchensteuer zahlt, ist noch nicht automatisch ein guter Christ – das hat spätestens Luther gelehrt. Und so ist auch noch kein guter Humanist, wer allein auf den Populismus hört, den selbst manch Atheist als lautes Geschrei in die Massen wirft. Denn eine Stärke hat die AfD: Taktisch klug erfasst sie eine nach der nächsten gesellschaftlichen Schicht, ohne sich dabei bei oberflächlichem Hinsehen selbst zu widersprechen. Denn es sind nicht die klassische Anhänger der römisch-katholischen Kirche oder der evangelischen Landeskirchen, die die „Alternative“ in ihren Reihen weiß – und um dessen Zustimmung sie fürchten müsste, würde sie sich nun mit Bischöfen und Finanzreferenten um die Taler anlegen.

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Studie: Finanzkrise trug zum Tod von 500.000 Krebskranken bei

Bild: Clemens Fabry
Viele Patienten auf der ganzen Welt konnten zwischen 2008 und 2010 nicht mehr angemessen behandelt werden, heißt es in einer Studie.

Die Presse.com

Die Finanzkrise hat offenbar zwischen 2008 und 2010 weltweit zum Tod von zusätzlich 500.000 Menschen durch Krebs beigetragen. Zahlreiche Patienten konnten nicht mehr angemessen behandelt werden, weil sie arbeitslos geworden oder Einschnitte im Gesundheitswesen vorgenommen worden seien, heißt es in einer am Donnerstag im Magazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Londoner Imperial College.

Demnach beobachteten die Forscher, dass jeder Anstieg der Arbeitslosigkeit und jeder Rückgang der Gesundheitsausgaben zu einem Anstieg der Krebstoten führt. Die Zahl der zusätzlichen Krebsopfer werde in den Mitgliedsländern der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) auf 260.000 geschätzt, weltweit könne dann von mehr als 500.000 zusätzlichen Todesopfern durch Krebs ausgegangen werden. Allein in der EU seien schätzungsweise 160.000 Menschen zusätzlich an Krebs gestorben.

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Das ist der neue Taliban-Chef

Mullah Haibatullah Akhundzada © / Reuters
Der neue Talibanführer Haibatullah Akhunzada ist der spirituelle Vater einer neuen, jungen Garde. Seine Ernennung kommt überraschend.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Der offizielle Titel des neuen Talibanchefs Haibatullah Akhunzada lautet wie bei seinen Vorgänger „Amir ur Muminin“ – der Führer der Gläubigen. Doch der 56-jährige islamische Geistliche, der bislang als stellvertretender Talibanchef im Schatten des am Samstag von den USA getöteten Aktar Mansur stand, ist vor allem der spirituelle Vater der jungen Milizengarde.

Während er in der zweiten Hälfte der 90er Jahre als Militärrichter der Taliban drakonische Strafen verhängte, studierten im islamischen Seminar Haibatullahs im südafghanischen Kandahar bis 2001 die Kinder und Enkel der Führer seiner Bewegung, der Nachwuchs der in Afghanistan untergeschlüpften arabischen Al Kaida Größen und die hellsten Köpfe am Hindukusch, die von den Mullahs in Afghanistan gefunden werden konnten. Nach der Vertreibung aus Kabul und Kandahar wurde die Kaderschmiede im pakistanischen Grenzort Chaman neu aus der Taufe gehoben.

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Britische Neo-Nazis schänden KZ Buchenwald

Screenshot Twitter bb
Screenshot Twitter bb
Im KZ Buchenwald starben während der NS-Zeit mehr als 56.000 Häftlinge. Heute ist das ehemalige Lager ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Britische Neo-Nazis haben die Würde des Ortes einem Medienbericht zufolge aufs Gröbste verletzt. Der Staatsschutz fahndet nun nach ihnen.
 

FOCUS ONLINE

Wie „bild.de berichtet, hätte sich der Zwischenfall im sogenannten Leichenkeller des ehemaligen Krematoriums veröffentlicht. Der genaue Zeitpunkt der Aufnahme sei unbekannt, jedoch wurde es am 20. Mai auf dem Twitter-Konto der britischen Neo-Nazi-Gruppe „National Action“ veröffentlich.

Im Leichenkeller, heißt es weiter bei „bild.de“, seien zur NS-Zeit Leichen gesammelt und dann per Aufzug in den Verbrennungsraum gebracht worden. Weitere 1100 Personen seien damals in diesem Raum getötet worden – sie wurden an Wandhaken erdrosselt. Diese hätten die Engländer auf dem Foto markiert und darin mit dem Hinweis „Meat hook“ (Englisch: Fleischhaken) versehen.

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Schweiz: Muslimische Schüler müssen Lehrerin die Hand geben

Im Schweizer Kanton Basel-Landschaft darf künftig kein Schüler mehr aus religiösen Gründen seinen Lehrern den Handschlag verweigern. Bei Missachtung drohen den Eltern empfindliche Strafen.

SpON

Seit Wochen diskutieren die Schweizer darüber, ob zwei muslimische Schüler ihrer Lehrerin die Hand geben müssen oder nicht. Nun hat die zuständige Schulbehörde reagiert und den Handschlag für alle Schüler zur Pflicht erklärt.

Die 14 und 15 Jahre alten Brüder aus Syrien, die im kleinen Ort Therwil in der Nähe von Basel die Schule besuchen, hatten den Handschlag aus religiösen Gründen verweigert. Dabei ist dieser an vielen Schweizer Schulen Tradition.

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Bundestagsdebatte zu Armeniergenozid: Türkischer Druck befürchtet

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Der Deutsche Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden – Auch Vatikan ist stark interessiert am Ausgang des Votums

kath.net

Die Kurdische Gemeinde Deutschland sieht den Versuch einer „türkischen Lobby“, in der Frage der Anerkennung des Armeniergenozids der Jahre 1915-1918 Einfluss auf die Bundestagsabgeordneten zu nehmen, die jetzt darüber beraten. Ihr liege ein gemeinsames Schreiben unter anderem der Berliner Türkischen Gemeinde und der türkischen Botschaft vor, in dem in Deutschland lebende türkischstämmige Bürger aufgerufen würden, in der Armenierfrage auf jeden Bundestagsabgeordneten Einfluss zu nehmen, so die Kurdische Gemeinde am Mittwoch in Gießen.
Zwischen 1915 und 1918 waren im damaligen Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier, Pontusgriechen, Assyrer und Aramäer ermordet worden. Der Bundestag will am 2. Juni eine Resolution verabschieden, in der die Massaker der Jahre 1915 bis 1918 als Völkermord bezeichnet werden.

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Das Recht auf Luthers Seite

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Dreißig Jahre früher, und es hätte keine Reformation in Deutschland gegeben: Erst der „Ewige Landfriede“ von 1495, der das Gewaltmonopol dem Staat überschrieb und Fehden zwischen regionalen Herrschern an das Reichsgericht verwies, gab den Fürsten die notwendige Eigenständigkeit, mit der der sächsische Kurfürst Friedrich den geächteten Martin Luther schützen konnte.

Von Marcus Mockler | EKD

Davon ist der Tübinger Rechtsprofessor Martin Heckel überzeugt. Der 86-jährige, vielfach ausgezeichnete Staats- und Kirchenjurist hat eine 700-seitige Studie über rechtliche Voraussetzungen und Konsequenzen der Reformation verfasst.

Als Luthers Lehren 1521 auf dem Wormser Reichstag verworfen und er selbst für vogelfrei erklärt wurde, brachten ihn Soldaten des Kurfürsten heimlich in Sicherheit auf die Wartburg. Luther hatte schon zuvor appelliert, dass ein Konzil über seine Sache entscheiden sollte. Dahinter steckte einerseits die Überzeugung, dass ein solches Gremium fairer mit seiner Kritik am Ablasshandel umgehen würde als macht- und geldgierige Regenten. Es war aber auch juristisch ein kluger Schachzug, denn dieser Appell konnte aufschiebende Wirkung haben. Das heißt: So lange nicht endgültig über Luthers Thesen entschieden war, durfte der Bann an ihm nicht vollstreckt werden.

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Richterbund: „Das deutsche Recht ist im Sinkflug“

grundgesetz

Die Politik beuge Gesetze und die Bevölkerung orientiere sich an selbst gestrickten Vorstellungen von Gerechtigkeit, meint Jens Gnisa, Chef des Richterbunds. Er sieht schwarz für die deutsche Justiz.

Von Hannelore Crolly | DIE WELT

Kürzlich wagte sich der Richter Jens Gnisa in eine heikle Talkrunde von Frank Plasberg. Die „Hart aber fair“-Sendung rang um die Frage, wann eigentlich Gerichtsurteile gerecht sind. Wie ein Gericht junge Raser, die bei illegalen Autorennen Menschen getötet haben, mit Bewährung heimschicken kann. Wieso ein folgenloser Überfall mit Schreckschusspistole womöglich weit schärfer bestraft wird als ein Einbruch mit Verwüstungen, die die Opfer nachhaltig traumatisieren. Und grundsätzlich: Wie es so weit kommen konnte, dass jeder zweite Deutsche laut einer Allensbach-Umfrage unsere Justiz als zu lasch empfindet.

In der TV-Debatte ging es, ganz gemäß dem Motto, hart zur Sache. Ein Opfervater warf Gnisa und seinen Richterkollegen indirekt vor, den Wert eines Menschenlebens zu gering einzuschätzen. Ein Polizeigewerkschaftler stellte infrage, ob noch alle Urteile „im Namen des Volkes“ gesprochen werden dürften. Doch wirklich verblüfft, ja erschreckt hat Gnisa erst das, was nach der Sendung folgte.

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Wie Xavier Naidoo bei Vox zum ESC-Opfer wird

Xavier-Naidoo

Monatelang schwieg er zum Drama um seine geplatzte ESC-Nominierung: Xavier Naidoo hat sich in einer Vox-Dokumentation erstmals dazu geäußert. Er wird als Opfer der Medien dargestellt. Ein Rührstück mit fadem Beigeschmack.

Von Jens Maier | stern.de

Vox muss Xavier Naidoo dankbar sein. Sehr dankbar. Der Sänger hat wesentlichen Anteil am Erfolg der Show „Sing meinen Song“. Sie wird von seiner Firma mitproduziert, er prägte das Format in drei Staffeln. Dank Naidoo wurde „Sing meinen Song“ ein Quotenrenner.

Vielleicht ist es diese Dankbarkeit, weswegen der Sender am Dienstagabend eine als Dokumentation getarnte Lobhudelei auf Naidoo ausstrahlte. In „Die Xavier-Naidoo-Story“ wurde der umstrittene Sänger ins beste Licht gerückt. Naidoo wurde als der gute Mensch von Mannheim dargestellt, der nur deshalb von den Medien „verhetzt“ werde, weil er Frieden wolle. Eine steile These.

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Katholischer Pfarrer soll Haus angezündet haben – verschmähte Liebe

Tebartz-van Elst sucht die Nähe zu den Gläubigen: Als Zeichen der Bescheidenheit verbrennt er 500-Euro-Scheine (Bild: Solidarität mit Tebartz-van Elst)
Tebartz-van Elst sucht die Nähe zu den Gläubigen: Als Zeichen der Bescheidenheit verbrennt er 500-Euro-Scheine (Bild: Solidarität mit Tebartz-van Elst)
Ein katholischer Geistlicher in Oberbayern soll nach einem Bericht der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag) einer Mesnerin nachgestellt und ihre Wohnung angezündet haben.

kath.net

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein bestätigte auf Anfrage lediglich, dass es gegen einen Pfarrer ein Ermittlungsverfahren gebe. Zu dessen Inhalten wollte er sich nicht äußern. Das Erzbistum München und Freising stellte den Pfarrer vom 1. Mai an für zunächst zwei Jahre von seiner Tätigkeit frei. Darüber wurde die betroffene Gemeinde am Wochenende in einem Brief informiert.
Darin heißt es, der Pfarrer sei erkrankt. Sein Gesundheitszustand habe sich nun soweit verschlechtert, dass er in den zeitlichen Ruhestand versetzt worden sei. Er solle sich in dieser Zeit «auf seine Gesundheit konzentrieren können».

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Haibatullah Achundsada neuer Taliban-Chef

Der vorherige Taliban-Anführer Mansur wurde bei einem US-Drohnenangriff getötet.Foto: dpa
Nach der Tötung von Achtar Mansur durch US-Drohnen haben die Taliban einen neuen Anführer gewählt.

DER TAGESSPIEGEL

Vier Tage nach der Tötung des Taliban-Chefs Mullah Achtar Mansur durch US-Drohnen haben die radikalen Islamisten einen neuen Anführer gewählt. In einer am Mittwochmorgen von Sprecher Sabiullah Mudschahid versandten E-Mail heißt es, einer der beiden bisherigen Mansur-Stellvertreter, Mullah Haibatullah Achundsada, sei neuer Anführer der Bewegung.

Achundsada ist ein anerkannter religiöser Führer und hochrangiger Taliban-Richter. Er hat bisher keine Rolle auf dem Schlachtfeld gespielt. Das ist ungewöhnlich für die Taliban.

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Seehofer treibt mehr enttäuschte CDU-Wähler zur AfD als Merkel

seehoferSeit Wochen hadert der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer mit seiner Kanzlerin. Angela Merkels sogenannter „Linkskurs“ und ihre Flüchtlingspolitik habe den Zulauf zur AfD erst ermöglicht. Doch bei nüchterner Betrachtung ergibt sich ein ganz anderes Bild.

stern.de

Rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben. Dieses Dogma der CSU-Ikone Franz Josef Strauß ist für viele in den beiden Unionsparteien bis heute Richtschnur ihrer Politik. Umso mehr wirft CSU-Chef Horst Seehofer Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, dieses Dogma nun in Frage zu stellen – zuletzt in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Seehofer macht den sogenannten „Linkskurs“ der Kanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik für den Sympathiezuwachs der AfD verantortlich. „Dazu passt jedoch kaum, dass nur 19 Prozent der CDU-Wähler von 2013, die heute bei der Bundestagswahl nicht mehr der CDU ihre Stimme geben wollen, zur AfD geschwenkt sind“, sagt Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, im stern.

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Verfahren gegen Heidi Mund eingestellt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die als radikale Christin und Politaktivistin bekanntgewordene Heidi Mund wegen Volksverhetzung ermittelt. Das Verfahren wurde nun eingestellt.

 

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Gegen die rechte Politaktivistin Heidi Mund wird nicht länger ermittelt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen sie wegen Volksverhetzung eingestellt. Mund hatte zum „Tag der deutschen Einheit“ im vergangenen Jahr zu einer Menschenkette um Deutschland aufgerufen. Sie wollte „als geistliche Mauer, …, und mit der Autorität Gottes“ den „Mächten der Finsternis“ widerstehen, die sie in Gestalt muslimischer Flüchtlinge befürchtet.

„Hand in Hand betend für unser Land“ nannte sie die international ausgerufene Aktion am 3. und 4. Oktober. Viele sind dem Aufruf nicht gefolgt, ihre „Gebetsvorschläge“ brachten ihr jedoch eine Anzeige von Privat wegen Volksverhetzung ein.

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Kurienkardinal Müller erwartet von Piusbrüdern Ökumene-Bereitschaft

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation: «Wenn man voll und ganz katholisch sein will, muss man den Papst und auch das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen».

kath.net

Der Leiter der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, erwartet von der traditionalistischen Piusbruderschaft eine vorbehaltlose Anerkennung von Glaubensfreiheit als Menschenrecht und eine Verpflichtung zur Ökumene. «Wenn man voll und ganz katholisch sein will, muss man den Papst und auch das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen», sagte Müller der in Freiburg erscheinenden «Herder Korrespondenz» (Juni). Er erwarte auch eine Anerkennung jener Konzilserklärungen, die sich mit diesen Themen befassen.
Müller hob hervor, man könne das II. Vatikanum nicht «als Konzil eines nur pastoralen Geredes» abtun, nur weil es keine verbindlichen Dogmen verabschiedet habe. Auch die Auferstehung Christi sei schließlich nicht im formellen Sinn ein Dogma, aber es gehöre zentral in das Glaubensbekenntnis. «Ich kann nicht das eine annehmen und das andere ablehnen», so Müller.

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„Eagles of Death Metal“: Kniefall vor den Islamisten

Leadsänger Jesse Hughes, picture alliance
Vor sechs Monaten stürmten Islamisten ein Konzert der „Eagles of Death Metal“ in Paris. Nun ist die Band wegen kontroverser Statements ihres Frontmannes von zwei großen französischen Musikfestivals ausgeladen worden. Das kommt einer nachträglichen Aufwertung derer gleich, die sie damals zum Schweigen bringen wollten

Von Matthias Heitmann | CICERO

Die „Eagles of Death Metal“ waren ein umjubeltes Symbol für den Widerstand gegen Angst und Einschüchterung. Am 13. November 2015 hatten Islamisten ihr Konzert in Paris gestürmt, hatten zehn Minuten lang mit Kalaschnikows ins Publikum gefeuert und Handgranaten in die Menge geworfen. 89 Menschen starben, darunter auch ein Mitglied der Crew der Band. Doch schon kurz nach den Angriffen traten die Musiker auf Einladung wieder in Frankreich auf.

Doch die wohlwollende Stimmung ist nun gekippt. Anlass dafür waren kontroverse Äußerungen gegenüber Muslimen sowie eher abstruse Behauptungen zum Tathergang des Anschlags, mit denen sich Jesse Hughes, der Frontsänger der „Eagles of Death Metal“, in den vergangenen Monaten zu Wort gemeldet hatte. Hughes hatte unter anderem behauptet, er habe am Abend der Anschläge in Paris feiernde Muslime auf den Straßen gesehen: „Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. In Echtzeit! Woher wussten die, was los ist? Es muss eine Form von Koordination gegeben haben.“

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AfD und Zentralrat der Muslime brechen Gespräch ab

AfD-Vorsitzende Frauke Petry auf dem Bundesparteitag 2016
Das Gespräch zwischen dem Zentral der Muslime und der islamfeindlichen AfD dauerte nicht lange. Der verbale Schlagabtausch endete in einem Eklat und mit gegenseitigen Vorwürfen. Eine Annäherung hätte ohnehin überrascht.

Von Corinna Buschow, David Schäfer | MiGAZIN

Es hätte eine Annäherung werden können, aber am Ende blieb es bei unüberbrückbaren Differenzen: Nach wochenlanger öffentlicher Auseinandersetzung zwischen muslimischen Vertretern in Deutschland und der AfD über den Anti-Islam-Kurs der Partei trafen sich beide Seiten am Montag erstmals persönlich in einem Hotel in Berlin. Das Gespräch dauerte aber gerade einmal eine Stunde, bevor die AfD es abbrach. Die Forderung des Zentralrats der Muslime, islamfeindliche Positionen im Parteiprogramm zurückzunehmen, war für sie inakzeptabel. Die Gesprächsteilnehmer gingen unversöhnt auseinander.

Petry erklärte nach dem Treffen, ein sachlicher Dialog sei nicht möglich gewesen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warf der AfD vor, sie habe ihre grundgesetzwidrigen Positionen nicht aufgeben wollen.

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Mexiko – ein riesiger, geheimer Friedhof

Mitglieder der ersten nationalen Freiwilligen-Brigade bei ihrer Suche nach Verschwundenen.Foto: Sandra Weis
Jeden Tag verschwinden in Mexiko rund 14 Menschen spurlos. Da der Staat wenig unternimmt, suchen nun Angehörige nach Massengräbern.

Von Sandra Weiss | DER TAGESSPIEGEL

Der Horror hat viele Gesichter in Mexiko, und manchmal versteckt er sich hinter der alltäglichsten Kleinigkeiten. Wie bei Tranquilina Hernández. Der 13. September 2014 war ein Samstag wie immer in Cuernavaca, eine Stunde Autofahrt südlich von Mexiko-Stadt. Ein fruchtbarer Flecken Erde mit mildem Klima. In den vergangenen Jahren ist es unruhiger geworden, seit der örtliche Drogenkartellchef von Marinesoldaten exekutiert wurde und sich junge Killer um seine Nachfolge streiten. Es gab Schießereien, Geschäftsleute klagten über Schutzgelderpressungen und Entführungen, Geschichten über Kinderkiller gingen durch die Presse. Aber das waren „Angelegenheiten der Bösen“, dachte die 38-jährige Hernández damals – bis ihre 18-jährige Tochter Mireya an diesem Tag unweit der Wohnung spurlos verschwindet.

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