Archiv der Kategorie: Radikalisierung

Südafrika: Die Partei weiß, dass die Stimme des Königs zählt”

Bester Laune: Der Hofstaat um Zulu-König Goowill Zwelithini, der sich nur für besondere Anlässe traditionell kleidet Foto: Getty Images

In Südafrika haben die zehn Könige und die traditionellen Stammesführer noch immer viel Macht. Doch wenn sie gegen Ausländer hetzen, wird es gefährlich. Eine Audienz bei Queen Precious Thabisile Zulu.


Von Christian Putsch|DIE WELT

Heute ist Gerichtstag in Izigodi, die Stammesführerin trägt Lederjacke und thront hinter einem nagelneuen Laptop. Queen Precious Thabisile Zulu, 40, wird später über die Angeklagten zweier Viehdiebstähle und eines Handyraubs richten. Danach soll sie noch rasch über einen Bauantrag am Rande eines Dorfes entscheiden, 300 Kilometer nördlich von Südafrikas Küstenmetropole Durban entfernt.

Zunächst aber gewährt sie eine seltene Audienz. Queen Thabisiles kühler Blick weicht einem Lächeln, als sie die korrekte Begrüßung hört. “Ndabezitha, Queen Thabisile”, ihre königliche Hoheit registriert erfreut die Einhaltung des Protokolls. Dabei hatte man sich schon zuvor auf dem Parkplatz gesehen. Aber Blickkontakt war unerwünscht, als die Königin in ihrem Toyota-Kleinwagen vorfuhr und direkt neben dem Auto der Besucher parkte. Nachdem sie in das Gebäude gegangen war, mussten die Besucher noch 15 Minuten warten, bis sie aussteigen durften. Es gehe um Respekt, erklärte eine ihrer Mitarbeiterinnen.

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Religionsstreit an bayerischer Schule: “Atheisten sind dumm”

Foto: brightsblog

Foto: brightsblog

Ein Schulleiter will eine staatliche Realschule bei München auf streng christlichen Kurs bringen: Er hängt Kreuze in die Klassen und möchte tägliche Gebete einführen. Laut Gesetz darf er das – doch Eltern und Schüler wehren sich.


Von Bernd Kramer|SpON

Die Aussage soll in einer Vertretungsstunde in der 10e gefallen sein. Der Schulleiter der Realschule Geretsried betrat die Klasse. Es sollte, so schildert es ein Lehrer der Schule, ein Gebet gesprochen werden, einige Schüler wollten aber offenbar nicht. Eine Diskussion entspann sich. Am Ende sagte der Schulleiter den Satz, der Lehrer, Eltern, Schüler aufregt: “Atheisten sind dumm.”

Nicht alle Schüler der Schule sind getauft. Einige Lehrer glauben nicht an Gott, etwa der Biologielehrer der 10e; die Schüler wissen davon. Sagt der Rektor also, dass an der Schule dumme Lehrer unterrichten? Dass man glauben muss, um an dieser bayerischen Schule klug zu werden?

In Geretsried geht es längst um Grundsätzliches: Wie viel Religion darf es an einer staatlichen Schule geben?

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DIA-Dokument: Das Märchen vom US-Masterplan für den “Islamischen Staat”

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Haben die USA den Aufstieg des “Islamischen Staats” gefördert? Ein Papier des US-Militärgeheimdienstes DIA soll das beweisen. Doch das Dokument belegt vor allem Heuchelei und Versagen der US-Regierung.


Von Christoph Sydow|SpON

Das Geheimdokument ist nur sieben Seiten lang, davon sind drei Blätter fast völlig weiß, weil zensiert. Doch die übrigen Zeilen sollen dafür sorgen, dass der Aufstieg der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) in einem neuen Licht erscheint. Das Dokument aus dem Jahr 2012 belegt angeblich, dass die USA den Aufstieg der Dschihadisten förderten. Davon sind zumindest Kritiker der US-Regierung überzeugt. Doch bei genauerer Betrachtung lässt sich diese Schlussfolgerung nicht halten.

Das Papier, um das es geht, wurde in der vergangenen Woche von der konservativen Organisation Judicial Watch veröffentlicht. Die Gruppe steht den Republikanern nahe und hatte erfolgreich auf die Herausgabe von Regierungsunterlagen zum tödlichen Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi 2012 geklagt. Unter den Dokumenten, die daraufhin von der Regierung herausgegeben wurden, ist auch ein Bericht der Defense Intelligence Agency (DIA). Die DIA ist die Dachorganisation der Nachrichtendienste der vier Teilstreitkräfte im US-Militär.

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Die ‘Festung Europa’ und der Tod im Meer

Prof. Dr. Klaus J. Bade, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration © David Ausserhofer, MiG

Flucht und Asyl werden seit den Schiffsunglücken mit Hunderten Toten auf dem Mittelmeer kontrovers diskutiert. Aus humanitärer Perspektive erscheint dabei die EU-Migrationsagenda als Reform und Fiasko zugleich.


Von Prof. Klaus J. Bade|MiGAZIN

Am Ende seiner Amtszeit (1998-2005) meldete sich Bundesinnenminister Otto Schily im Zusammenhang der Diskussion um Flucht und Asyl mit dem Vorschlag zu Wort, nach Europa strebende Flüchtlinge und Asylsuchende weit vor den europäischen Grenzen in Aufnahmeeinrichtungen genannten Auffanglagern aufzuhalten und damit auch die steigende Zahl der Opfer bei der illegalen Zuwanderung über das Mittelmeer zu begrenzen. Das weckte in humanitär engagierten Kreisen die nicht unbegründete Vorstellung, dass es hier mehr um defensive Sicherheitspolitik als um humanitäre Erwägungen gehe.

Mit ähnlichen, allerdings differenzierteren und weitgreifenderen Überlegungen zu nunmehr ‘Transitzentren’ genannten Aufnahmeeinrichtungen trat zuletzt der amtierende Bundesinnenminister Thomas de Maizière hervor. Hintergrund waren die dramatisch steigenden Zahlen von illegal über das Mittelmeer zuwandernden Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie die Katastrophen auf See.

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Katholischer CDU-Arbeitskreis Sachsen: Nein zur Homo-‘Ehe’

HP,Screenshot: bb

HP,Screenshot: bb

„Ehe im Sinne des Grundgesetzes ist die Verbindung von Mann und Frau. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Verbindungen lehnen wir ab.“ Dies stellte für den Katholischen Arbeitskreis Sachsen der Vorsitzende Mathias Kretschmer auf Anfrage von kath.net fest.


kath.net

Landesvorsitzender Kretschmer erläuterte wörtlich gegenüber kath.net:

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind nicht auf die Weitergabe des menschlichen Lebens ausgerichtet und sind deshalb für eine Gesellschaft nicht grundlegend. Sie können schon auch aus diesem Grund nicht Maßstab politischen Handelns sein.

Wir denken, dass die Ehe im Sinne des Grundgesetzes die Verbindung von Mann und Frau ist. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Verbindungen lehnen wir ab. Beispielsweise sind bei vollem Adoptionsrecht die Konsequenzen überhaupt nicht absehbar. Das adoptierte Kind steht im täglichen absoluten Focus der Gesellschaft, es hat massiven Leistungsdruck sich zu behaupten und es bekommt eine einseitige Erziehung, die der Zukunft nicht dienlich ist. Die gleichgeschlechtlichen „Eheleute“ werden definitiv nicht ihre errungenen Werte aufgeben. Und dabei haben wir hier noch nicht die Rechte der Kinder berücksichtigt.

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“Folterwerkzeuge dürfen in der EU noch immer beworben werden”

Elektrische Schlagstöcke. Bild: igfm

Amnesty-Experte Marczynski über Folter in Europa und wie ein bestehendes EU-Handelsverbot mit Folterwerkzeugen umgangen wird


Interview Bianca Blei|derStandard.at

Im Jahr 2006 führte die Europäische Union die weltweit erste Handelsregulierung für Gegenstände ein, die keinen Zweck außer der Hinrichtung, der Folter oder ähnlichen Misshandlungen von Menschen haben. Eine Reihe von Dingen wie elektrische Fußfesseln, elektrische Schlagstöcke und Netzbetten landeten auf der Liste von verbotenen Gütern, die in die EU weder ein- noch ausgeführt werden dürfen.

Ein Bericht von Amnesty International zeigt allerdings, dass europäische Unternehmen immer noch in den Handel mit solchen Gütern involviert sind. Am Donnerstag begann im EU-Parlament eine Debatte über eine Verschärfung der Richtlinie. Amnesty-Experte Marek Marczynski über Schlupflöcher in der aktuellen Bestimmung, wie Firmen die Regulierung umgehen und wo Folter noch immer stattfindet.

STANDARD: Wenn man von Folter spricht, dann ist das etwas sehr Mittelalterliches. Wie gängig sind solche Praktiken in der heutigen Zeit noch?

Marczynski: Klar ist, dass Folter unter internationalem Recht streng verboten ist. Das gilt für alle Staaten dieser Welt. Da gibt es einen sehr hohen gesetzlichen Standard. Realität ist aber, dass laut unserem Bericht aus dem vergangenen Jahr 82 Prozent der Länder weltweit in irgendeiner Weise und in einem gewissen Grad foltern.

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Islamischer Staat: Flitterwochen im Kalifat

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Der “Islamische Staat” soll von einer Idee zu einem realen Land werden. Dazu schafft die Miliz in Syrien neue Fakten und lockt mögliche Bürger aus aller Welt an. Ihre wichtigsten Köder: Sex und Geld.


Von Raniah Salloum|SpON

Seine Zukünftige hatte Abu Bilal al-Homsi online kennengelernt. Monatelang chatteten die beiden. Dem 28-jährigen Syrer gefiel die 24-jährige Tunesierin: Intelligent, gebildet, religiös konservativ. Genau wie er. Dazu teilten beide denselben Traum: ein Leben im “Islamischen Staat” (IS).

Auch die junge Frau fand den studierten Informatiker offenbar sympathisch. Als er um ihre Hand anhielt, willigte sie ein. Sie reiste über die Türkei zusammen mit anderen Frauen nach Syrien. Ihr Verlobter ließ seine Heimat Homs hinter sich und zog in die IS-Hochburg Rakka. Dort trafen sich die beiden zum ersten Mal.

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EKD-Militärbischof: Afghanistan “bei weitem noch nicht befriedet”

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Zur Stabilisierung der Sicherheit in Afghanistan sind die Präsenz und das Engagement der ausländischen Truppen nach Ansicht des evangelischen Militärbischofs Sigurd Rink noch dringend notwendig. Man habe es in dem Land “bei weitem noch nicht mit einer befriedeten Gesellschaft zu tun”, sagte Rink nach seiner Rückkehr von einem dreitägigen Afghanistan-Besuch am Donnerstag in Berlin.


evangelisch.de

Die bewaffneten Konflikte nähmen im Gegenteil derzeit sogar zu. Es sei daher in seinen Augen noch verfrüht zu sagen, ob Ende des Jahres die restlichen Truppenbestandteile abgezogen werden können.

Konvertiten und Islamismus: “Das sind die 150-Prozentigen”

A fighter of the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) holds an ISIL flag and a weapon on a street in the city of Mosul, June 23, 2014. U.S. Secretary of State John Kerry held crisis talks with leaders of Iraq's autonomous Kurdish region on Tuesday urging them to stand with Baghdad in the face of a Sunni insurgent onslaught that threatens to dismember the country. Picture taken June 23, 2014. REUTERS/Stringer (IRAQ - Tags: CIVIL UNREST POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY) - RTR3VIB1

A fighter of the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) holds an ISIL flag and a weapon on a street in the city of Mosul, June 23, 2014.

Der 23-jährige mutmaßliche IS-Kämpfer aus Freiburg ist ein weiteres Beispiel für die Islamisierung junger Männer hierzulande: Vom Konvertiten zum Radikalen innerhalb kurzer Zeit.


Von Biggi Hoffmann|SWR Fernsehen

Der junge Mann, der möglicherweise aus Baden stammt, soll sich im Irak selbst in die Luft gesprengt und Dutzende mit in den Tod gerissen haben. Der 23-Jährige ist offenbar ein Konvertit, der sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen im vergangenen Jahr radikalisiert habe – ein typischer Verlauf bei vielen radikalen Islamisten, wie ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt erläutert: “Immer wieder gibt es diese Biographien von jungen Leuten, die sich von dieser Ideologie so sehr angezogen fühlen, dass sie in eine Art Sog geraten, verstärkt durch Propaganda, Videos und Botschaften, die sie im Internet finden.” In relativ kurzer Zeit seien sie dazu entschlossen, alles hinter sich zu lassen: “Sie meinen, sie müssten nun selbst kämpfen, und sie sind auch dazu bereit ihr Leben zu geben.”

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Pakistanischer Atheist: Ein Verdammter in der hessischen Provinz

Die atheistische Bedrohung

Die atheistische Bedrohung

Ein pakistanischer Student hat ein blasphemisches Mohammed-Video gedreht, für das ihm in Pakistan die Todesstrafe droht. Veröffentlicht wurde es just, als er sich in Deutschland aufhielt. Nun hat er Asyl beantragt, fühlt sich aber immer noch nicht sicher.


Von Leonie Feuerbach|Frankfurter Allgemeine

Muhammed Bilal Shah sei ein Verdammter und Ungläubiger, heißt es in einem Drohbrief, der auf dem Campus der Universität Lahore am Schwarzen Brett hängt. Das stimmt, sagt Shah. „Ich wurde als Atheist geboren, so wie jeder Mensch, aber als Muslim erzogen.“ In dem Land, aus dem er kommt, kann schon ein solcher Satz gefährlich sein. Noch viel gefährlicher aber ist es in Pakistan, ein Video zu produzieren, in dem man den Propheten als Kinderschänder bezeichnet. So wie Shah es getan hat. Deshalb hängt dort in Shahs ehemaliger Universität ein Zettel, auf dem seine Hinrichtung gefordert wird – und daneben ein Haftbefehl, unterzeichnet vom Magistrat der Stadt Lahore. Aus dem gleichen Grund lebt der Einundzwanzigjährige mit dem schulterlangen Haar jetzt in einer Flüchtlingsunterkunft in der hessischen Provinz. Wo genau, darf niemand wissen, und auch nicht seinen richtigen Namen. Denn Shah fürchtet als pakistanischer Atheist um sein Leben.

Das selbstgedrehte Video zeigt ihn, den Islam anklagend, vor einer Wand, von der der Putz abbröckelt. Er schwitzt. Dann brutale Videoschnipsel von Enthauptungen und Gewalt gegen verhüllte Frauen, im nächsten Moment, amateurhaft zusammengeschnitten, Werbebilder in Pastelltönen von glücklichen Menschen – die Frauen ohne Kopftuch, die Männer ohne Bart. Shah hat mit der Religion gebrochen und klingt doch wie ein Prediger, wenn er am Ende des 16 Minuten langen Films sagt: „Die Zeit ist gekommen, unsere Augen zu öffnen.“ Für ein Leben ohne Allah.

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Experten: Religionen werden im Nahen Osten für Kriege missbraucht

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Mit Glaubenskonflikten werden im Nahen Osten Experten zufolge immer wieder wirtschaftliche und politische Kriegsgründe verschleiert.


evangelisch.de

“Die Religionen werden benutzt, um die Kriege dort zu legitimieren”, sagte der langjährige Nahost-Korrespondent Jörg Armbruster am Mittwochabend in Hannover. “Menschen lassen sich durch Glaubenskonflikte einfach leichter gegeneinander aufwiegeln als durch politische Einflusszonen und wirtschaftliche Interessen”, sagte der frühere Leiter des ARD-Studios Kairo. Er sprach bei einer Podiumsdiskussion der evangelischen Hanns-Lilje-Stiftung über die Christenverfolgung in der Region.

So werde etwa der innerislamische Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten bei den Konflikten im Irak, in Syrien und im Jemen vorgeschoben. Tatsächlich gehe es bei all diesen Kämpfen jedoch um den machtpolitischen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, erläuterte Armbruster. Beide Regionalmächte konkurrierten um die Kontrolle wichtiger Öltransport-Routen wie die Straße von Hormus und um die geopolitische Vormachtstellung im gesamten Nahen Osten.

Erika Steinbach hetzt gegen die Homo-Ehe

Getty Images

Erika Steinbach ist bekannt als eine der letzten prominenten Konservativen innerhalb der CDU. Deshalb wundert es auch nicht, dass sich die Politikerin aus Hessen gegen die Homo-Ehe sträubt. Und wie es sich für eine echte Konservative gehört, ist es für sie nicht weiter relevant, ob sich die gesellschaftlichen Realitäten geändert haben oder nicht.


Von Sebastian Christ|The Huffington Post

Es gibt beispielsweise nur noch ganz wenige Journalisten in Deutschland, die tatsächlich glauben, dass heterosexuelle Lebensgemeinschaften den „besonderen Schutz des Staates“ genießen sollten. Einer davon ist Ralf Schuler, und er arbeitet bei der „Bild“-Zeitung.

Zitat aus seinem jüngsten Kommentar: „Andere Lebensformen sind anders. Wir sollten uns in unseren Unterschieden respektieren, nicht durch oberflächliche Gleichmacherei. Wer alle Autos Mercedes nennt, schadet dem Mercedes und hilft den anderen nicht.“

Steinbach und die Homo-Ehe

Anders ausgedrückt: Schuler glaubt, dass die heterosexuelle Ehe eine gepflegte Luxuskarosse aus der hellen Vorstadt ist, und die Homo-Ehe ein klappriger Kleinwagen aus dem düsteren Schwulenviertel.

Erika Steinbachs Reaktion? „Hervorragender Kommentar“, ließ sie ihre Twitter-Follower wissen.

Thomas Maschke, einem offen schwul lebenden Mitarbeiter der Grünen-Fraktion im Bundestag, sah das ein wenig anders. Seine Antwort kann so für sich stehen bleiben. Sie legt die gesamte Ignoranz bloß, die viele CDU-Politiker haben, wenn es um die Anerkennung anderer Lebensentwürfe geht.

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Folter der Hamas: An den Füßen aufgehängt und mit Säure überschüttet

Die Hamas läuft schwer bewaffnet durch Gaza-Stadt Foto: AP

Viele Palästinenser starben im Krieg 2014 nicht bei israelischen Angriffen, sondern durch die Folter der Hamas. Das zeigt ein Bericht von Amnesty International. Die Islamisten herrschen immer brutaler.


Von Gil Yaron|DIE WELT

Atta Nadschars Leiche schien ungewöhnlich schwer. Sein Bruder, der im August 2014 ins Schifa-Krankenhaus in Gaza gerufen worden war, um den Toten abzuholen, wunderte sich: “Es war, als ob man Fleisch in eine Tüte gesteckt hätte, ohne Knochen.” Später fand der Mann heraus, weshalb die Leiche sich so eigenartig anfühlte: “Alle Knochen waren zertrümmert. Sie hatten sie im Gefängnis gebrochen”, zitiert ihn ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI).

Seit 2009 saß der geistig gestörte ehemalige Polizist eine 15 Jahre lange Haftstrafe wegen “Kollaboration” mit Israel ab. Am 22. August genügte das der radikal-islamischen Hamas nicht mehr. Nach dem Tod dreier ihrer Anführer durch einen israelischen Luftangriff sann sie auf Rache. Mitten im 50 Tage langen Krieg gegen Israel zerrten Mitglieder ihres Sicherheitsdiensts Nadschar aus seiner Zelle, folterten und ermordeten ihn. “Seine Leiche war mit etwa 30 Kugeln durchlöchert. Seine Arme und Beine waren gebrochen, er hatte Messerspuren rund um den Hals”, berichtet Nadschars Bruder im rund 40 Seiten langen Report, der die Schreckensherrschaft der Islamisten dokumentiert.

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Burschenschaften: Sexistisch, national, rassistisch und religiös

Rechte Burschenschaftler prägen das Bild der Studentenverbindungen. (Foto: Stephan Rumpf)

  • An diesem Donnerstag findet das jährliche Treffen der Deutschen Burschenschaft statt. Mitglieder anderer Studentenverbindungen befürchten, dass es wieder zu rechtsextremen Äußerungen kommen könnte.
  • Obwohl der Dachverband Deutsche Burschenschaft nur einen kleinen Teil der Studentenverbindungen vertritt, prägt er das Image der Organisationen.
  • Gegner, wie zum Beispiel der Dachverband der Asten, kritisieren die Verbindungen als sexistisch und rassistisch. Sie fordern die Auflösung aller Studentenverbindungen.


Von Johann Osel|Süddeutsche.de

Neulich haben sie ihm die Mütze vom Kopf geklaut, mitten in Heidelberg. Da war Richard Dören mit Brüdern seiner Studentenverbindung auf dem Weg zu einem Gottesdienst. Ein Radfahrer, berichtet er, dann ein überraschender Schlag von hinten, und die schwarz-orangefarbene Kopfbedeckung war weg. Dören, ein Schlaks Anfang zwanzig, erzählt den Vorfall im prächtigen Königssaal des Heidelberger Schlosses, dort trifft sich der Cartellverband (CV) der katholischen Studentenverbindungen, zu dem seine Heidelberger Ferdinandea gehört. Und da hört man auch Sachen, die den radelnden Mützendieb wie eine Lappalie erscheinen lassen: Farbbeutelattacken auf Verbindungshäuser, Pöbeleien und Angriffe, einmal sollen bei einem Treffen die Auto-Nummernschilder der Teilnehmer im Netz veröffentlicht worden sein. Aufforderung: Bitte demolieren! Antifaschisten sind da oft wenig zimperlich.

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Pietro Parolin zur Homo-Ehe: Lauter als der Papst

Premierminister des Papstes – aber auch dessen Sprachrohr? Pietro Parolin (Foto: dpa)

Pietro Parolin nennt das irische Ja zur Homo-Ehe “eine Niederlage für die Menschheit”. Nun fragen sich viele, ob da nur der Staatssekretär des Vatikans redet – oder etwa auch der Papst?


Von Oliver Meiler|Süddeutsche.de

Wenn einer wie Pietro Parolin einmal redet, lohnt es sich, genau hinzuhören. Der Staatssekretär des Vatikans, gewissermaßen Papst Franziskus’ Premierminister, ist ein Mann weniger, bedacht gewählter Worte. Das hat viel mit dem Werdegang des Kardinals aus Vicenza zu tun: Der Norditaliener war lange Zeit Diplomat des Kirchenstaats, verhandelte mit barocken Potentaten und harten Regimes. Seine Dialogfähigkeit gilt als sprichwörtlich, als seine herausragendste Tugend gar.

Und so lässt nun eine Stellungnahme des Vorsitzenden der Kurie besonders aufhorchen: Bei einer Preisverleihung im Palazzo della Cancelleria, einem päpstlichen Palast in Rom, reagierte Parolin erstmals auf das deutliche irische Ja zur Homo-Ehe – drei Tage nach der Volksabstimmung. Es war also genügend Zeit verstrichen fürs Kalibrieren der Worte. “Ich war sehr traurig über das Ergebnis”, sagte Parolin, “und ich denke, dass das nicht nur eine Niederlage für die christlichen Prinzipien ist, sondern eine Niederlage für die Menschheit.”

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Evangelikale in Brasilien: Rinder, Bibel und Gewehrkugeln

Themenbild

Evangelikale Politiker wollen traditionelle Familienwerte in Brasilien stärken. Gemeinsam mit der Null-Toleranz-Fraktion und den Agrariern nutzen die Religiösen den Rechtsruck im Parlament.


Von Andreas Behn|evangelisch.de

Parlamentspräsident Eduardo Cunha nimmt kein Blatt vor den Mund. Die “Schwulen-Ideologie“ müsse in Brasilien zurückgedrängt und traditionelle Familienwerte endlich wieder aufgewertet werden. Der stramm rechte Politiker nutzt seine Machtposition, um seit Jahresbeginn eine moralische Wende in Brasilien einzuleiten. Abtreibung soll grundsätzlich verboten werden, ein neues Statut soll ausschließlich die Beziehung von Mann und Frau als Familie definieren. Was andere als Komik bezeichnen würden, will Cunha allen Ernstes in Gesetzesform gießen: Eine sogenannte “Hetero-Phobie“ soll unter Strafe gestellt und ein “Tag des Hetero-Stolzes” ähnlichen Initiativen der Schwulenbewegung entgegengestellt werden.

Cunha, aktives Mitglied der Pfingstkirche “Assembleia de Deus”, symbolisiert den Rechtsruck im brasilianischen Kongress und den zunehmenden Einfluss evangelikaler Politiker. Obwohl er der PMDB, einer Koalitionspartei der Regierung angehört, betreibt er offen Oppositionspolitik gegen die Mitte-Links-Präsidentin Dilma Rousseff. Im vergangenen Oktober war Rousseff für eine zweite Amtszeit gewählt worden, doch machen ihr die Dissidenten an der eigenen Basis das Regieren schwer.

Die parteiübergreifende Fraktion der Evangelikalen stellt mittlerweile 75 Abgeordnete, das sind fast 15 Prozent der Parlamentssitze. Um Mehrheiten für konservative Gesetzesvorlagen zu zimmern, haben sich die Religiösen mit anderen Gruppen zusammengetan, die ebenfalls durch den Rechtsruck bei den Kongresswahlen Ende vergangenen Jahres gestärkt wurden. Zum einen die “Null-Toleranz-Fraktion”, die vor allem aus ehemaligen Polizisten und Soldaten besteht. Zum anderen die Agrarfraktion, die die Interessen der Großgrundbesitzer vertritt – gegen Kleinbauern und Indigene, die um ihre Landtitel kämpfen.

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Deutsche Polizei und Zusammenarbeit mit ägyptischen Islamisten

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB

Ägyptische Polizisten beim DFB-Pokalfinale, Geheimdienstler zu Besuch beim Bundeskriminalamt und ein Expertenaustausch zur “Terrorismusbekämpfung” – die Bundesregierung will ihre Kooperation der Sicherheitskräfte mit Ägypten ausbauen. Daran gibt es im Vorfeld des Besuchs von Staatschef Al Sisi in Berlin massive Kritik.


Von Elisa Simantke, Mohamed Amjahid und Martin Gehlen|DER TAGESSPIEGEL

Eine Woche vor dem Staatsbesuch von Präsident Abdel Fattah al Sisi in Berlin wächst die Kritik an der Zusammenarbeit von deutschen und ägyptischen Sicherheitsdiensten, die die Bundesregierung trotz schwerer Menschenrechtsverstöße und haarsträubender Polizeiwillkür am Nil ausbauen will. Vertreter der Oppositionsparteien und Verteidigungsexperten kritisierten die Pläne als ein falsches Signal in der jetzigen Situation.

Was wird kritisiert?

Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Tom Königs, sagte dem Tagesspiegel, die deutsche Außenpolitik müsse darauf abzielen, die Menschenrechtsverletzungen in Ägypten zu stoppen. „In Verbindung mit diesem Ziel kann die punktuelle Unterstützung ägyptischer Sicherheitskräfte sinnvoll sein, sofern sie der Rückkehr zum Rechtsstaat dient. Davon ist im Fall von Ägypten erstmal noch nicht auszugehen“, sagte Königs. „Deshalb halte ich eine Kooperation mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden gegenwärtig für nicht sinnvoll.“ Verteidigungsexperte Otfried Nassauer kritisierte: „Eine solche Kooperation ist immer ein zweischneidiges Schwert. Die Politik macht sich selbst etwas vor, wenn sie glaubt, solche autokratischen Regime hätten ein ernsthaftes Interesse an Deeskalationsstrategien.“
Es gebe von Seiten des ägyptischen Regimes keinen echten Willen, den Polizeiapparat zu reformieren, argumentierte auch die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner bei einem Besuch in Kairo. Stattdessen befinde sich die Polizei auf einem Rachefeldzug gegen Andersdenkende. Der Abgeordnete der Linken, Andrej Hunko, forderte, „die geplanten Kooperationen deutscher Polizeibehörden und Geheimdienste zu annullieren“

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JK Rowling destroys Westboro Baptist Church with one simple tweet

J.K. Rowling (Shutterstock)

Harry Potter author J.K. Rowling slapped down the Westboro Baptist Church on Tuesday after the infamous religious group threatened to picket a fictional wedding, Gay Star News reports.


By Joan Shipps|Raw Story

After voters in Ireland approved a referendum to legalize same-sex marriage, Rowling joked that Hogwarts headmaster Albus Dumbledore and Lord of the Rings wizard Gandalf could finally get married. The Westboro Baptist Church tweeted its intention to picket the ceremony.

In response, Rowling retorted:

Twitter Screenshot: bb

Twitter Screenshot: bb

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‘Fanatic’ Briton Who Craved IS Martyrdom Jailed

Zakariya Ashiq wanted to follow two friends across the Syrian border Image: SkyNews

In messages to two friends who had already gone to Syria, Zakariya Ashiq said “there is no life without Jihad,” a court hears.


skyNEWS

A young British Muslim who had ambitions of becoming a martyr has been jailed following an unsuccessful attempt to join Islamic State in Syria.

Zakariya Ashiq began his journey to the Middle East on 6 November 2014, taking a bus from Victoria Coach Station in London.

The Old Bailey heard how the 20-year-old travelled through Amsterdam, Frankfurt and Bulgaria before arriving in Jordan, where he was turned away at the Syrian border.

He was arrested on 20 November after flying back to Heathrow.

Although Ashiq had admitted trying to cross into Syria, he claimed he had no choice but to leave the UK because he was being “pestered” by MI5, and had been “waterboarded” on several occasions by men in balaclavas who bundled him into a white van.

During the trial, his version of events was described as a “fantastical tale” by his own lawyer.

Judge Charles Wide QC rejected the argument that Ashiq, from Coventry, was naïve in his intent to fight as an Islamic State militant – and during sentencing, said “it would not be right to see (Ashiq) as some sort of victim”.

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FDP-Vize Suding attackiert Vatikan wegen Homo-Ehe: “Völlig absurd und weltfremd”

dpa

Keine Frage, dem Vatikan missfiel das Ergebnis der irischen Volksabstimmung über die Homo-Ehe. “Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien, sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen”, zitierte Radio Vatikan Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin.


Von Jan David Sutthoff|The Huffington Post

Ein Zitat, dass man so nicht stehen lassen kann. Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding übt heftige Kritik: “Die Äußerungen aus dem Vatikan sind völlig absurd und zeugen von Weltfremdheit”, sagte Suding der Huffington Post.

“Christliche Werte wie Fürsorge, Vertrauen, Respekt und Partnerschaft sind keine Frage der sexuellen Orientierung. Es bleibt zu hoffen, dass die katholische Kirche nach dem Referendum in Irland umdenkt und sich der gesellschaftlichen Realität öffnet.“

“Solche Prozesse brauchen Zeit”

Das ist ein großer Wunsch. Grünen-Chef Cem Özdemir hat im HuffPost-Interview gesagt: “Solche Prozesse brauchen in einer Institution mit 2000 Jahren Geschichte eben leider Zeit.”

Das ist eine sehr diplomatische Bewertung der Dinge. Aber im Kern ist sie leider wahr.

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