Türkei rückt in Syrien vor – mit deutschen Panzern?

Türkische Soldaten bereiten am Sonntag nahe der syrischen Grenze ihre Panzer auf die Offensive gegen die Kurden vor. ©AFP
Am Samstag hat die Türkei ihren zweiten Feldzug im Norden Syriens begonnen. Bei ihrer Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG sollen auch Leopard-2-Panzer im Einsatz sein. Die Bundesregierung hält sich bedeckt, doch die Kritik wächst.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die türkischen Streitkräfte setzen bei ihrer Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG in der nordsyrischen Region Afrin offenbar auch deutsche Panzer ein. Ein Rüstungsexperte aus der Bundeswehr bestätigte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin am Montag, dass Bilder von der Militäroperation Panzer vom Typ Leopard 2 A4 aus deutscher Produktion zeigten. Die Bundesregierung wollte die Berichte am Montag nicht bestätigen.

„Außer den Bildern aus den Medien, die Sie alle kennen, haben wir keine eigenen Erkenntnisse über den Einsatz von Leopard-Panzern“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Holger Neumann. Entsprechende Fotos wurden unter anderem von der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verbreitet. Die Türkei hatte Leopard-2-Panzer bereits im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien eingesetzt.

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Todesurteil gegen deutsche Islamistin ist für Berlin ein Dilemma

Im Juli 2017 werden drei Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft in Mossul verhaftet. Sie hatten sich dem IS angeschlossen. Die Deutsch-Marokkanerin Lamia K. wurde nun zum Tode verurteilt. Quelle: WELT/Katharina Kuhnert
Im Irak soll eine Islamistin aus Deutschland hingerichtet werden. Sie hatte sich angeblich der Terrormiliz IS angeschlossen. Das Todesurteil könnte einen diplomatischen Eklat auslösen.

Von Florian Flade | DIE WELT

Als Lamia K. noch in Deutschland war, schwärmte sie am heimischen Computer in der Wohnung in Mannheim vom Kalifat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die gebürtige Marokkanerin veröffentlichte Facebook-Einträge voller Lob für die Terrorkämpfer, übersetzte und veröffentliche wohl sogar Reden der IS-Anführer aus dem Arabischen. Über das Internet lernte sie dann irgendwann auch einen Islamisten kennen, der tatsächlich in Syrien gekämpft hat. Er soll sie überzeugt haben, sich den Dschihadisten anzuschließen.

Heute sitzt Lamia K. in einem Gefängnis in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Am vergangenen Donnerstag hat das zentrale Strafgericht die 50-jährige Deutsche zum Tode verurteilt. Sie soll eine Anhängerin der Terrormiliz IS sein und war nach Überzeugung der Richter auch an Angriffen auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt. Nun soll die Mannheimerin durch Erhängen am Galgen sterben.

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Unruhen und Boykott beim Besuch von Vizepräsident Pence in Jerusalem

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in Netanjahus Residenz in Jerusalem empfangen. Pence wird auch vor dem israelischen Parlament in Jerusalem sprechen.

Neue Zürcher Zeitung

Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem getroffen. Pence wurde am Montag mit militärischen Ehren in Netanjahus Residenz empfangen. Sein Besuch steht unter dem Eindruck der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Palästinenser hatten mit Unruhen auf den Schritt reagiert. Sie wollen Pence während seines zweitägigen Aufenthalts nicht treffen.

Palästinenser verbrannten am Sonntagabend aus Protest vor der Geburtskirche in Bethlehem Bilder von Trump und Pence. Die israelische Polizei stellt sich nach Angaben der Nachrichtenseite «ynet» auf weitere Unruhen ein. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat für Dienstag zu einem Generalstreik aufgerufen.

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Afrin: Erdogans Werk und Putins Beitrag

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan. Bild: Kreml/CC BY-4.0
Wie die Kurden Nordsyriens in einem geopolitischen Machtpoker zum Abschuss freigegeben wurden

Von Tomas Konicz | TELEPOLIS

„Allah uh akbar“ – mit diesem in Dschihadistenkreisen üblichen Schlachtruf starteten gestern Nacht erste Kampfverbände den Angriffskrieg der Türkei gegen das kurdische Kanton Afrin. Diese erste Angriffswelle besteht hauptsächlich aus islamistischen Rebellengruppen, die aus anderen Regionen Syriens von Ankara eiligst verlegt wurden – und die als Kanonenfutter in die Schlacht geschickt werden. Erst danach sollen türkische Bodentruppen in das belagerte kurdische Selbstverwaltungsgebiet einrücken, das der türkische Staatspräsident zu „erwürgen“ geschworen hat.

Dieser Feldzug, der nichts weniger als die Vernichtung der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien zum Ziel hat (hiernach will Erdogan Manbij angreifen und „bis zur irakischen Grenze vorrücken“), wäre ohne die Freigabe des Luftraums über Afrin für türkische Kampfflugzeuge in dieser Intensität nicht möglich. Bereits am ersten Tag der Bombardements griffen türkische Flugzeuge in einer offensichtlichen Terrortaktik zivile Ziele direkt in Afrin an.

Den Luftraum über Afrin kontrolliert aber de facto Russland. Syrien ist längst aufgeteilt, filetiert in Einflusssphären, wobei Russland und der Iran westlich, die USA östlich des Euphrat ihre Claims abgesteckt haben. Rojava, die kurdische Selbstverwaltungsregion in Nordsyrien befindet sich somit sowohl in der amerikanischen, wie in der russischen Einflusssphäre. Afrin, wo vor kurzen noch russische Militäreinheiten stationiert waren, liegt im Einflussbereich Russlands.

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Wieder Konflikte zwischen Deutschen und Ausländern in Cottbus

Teilnehmer der Kundgebung des Vereins „Zukunft Heimat“ demonstrierten gegen die Flüchtlingspolitik. ©DPA
Cottbus kommt nicht zur Ruhe: Am Wochenende hat es neue Zusammenstöße zwischen Deutschen und Ausländern gegeben. Dazu kam es auf einer Demonstration zu Übergriffen gegen Journalisten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In Cottbus ist es abermals zu Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern gekommen. Auf einer privaten Geburtstagsfeier gerieten am Samstagabend eine 18-jährige Deutsche und ein 18 Jahre alter Syrer aneinander, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Unter anderem habe eine Person aus der Gruppe der neun Feiernden „Ausländer raus“ gerufen. Die Polizei habe Platzverweise erteilt und zwei Personen in Gewahrsam genommen, weil sie dem nicht folgten. Die 18-Jährige Deutsche habe zudem die Polizisten angegriffen und sei in die Polizeiinspektion gebracht worden. Ein Alkoholtest habe 1,14 Promille ergeben.

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Der OEZ-Mörder war rechtsradikal – nur die CSU will das nicht glauben

Am Tag nach dem Anschlag am 23. Juli 2016 entzünden ein Mann und sein Sohn Kerzen am U-Bahn-Eingang Olympia-Einkaufszentrum. (Foto: AFP)
Die Bayerische Landesregierung sieht den Anschlag immer noch als Rachereaktion auf Mobbing. Das ist nicht nur blind, der Politik entgeht damit auch eine wichtige Chance.

Von Martin Bernstein | Süddeutsche Zeitung

Das Münchner Landgericht hat mit seinem Urteil gegen den Waffenlieferanten des Attentäters vom Olympia-Einkaufszentrum auch bundesdeutsche Justizgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal wurde ein Händler für Morde belangt, die mit einer von ihm verkauften Waffe verübt wurden. Doch die Bedeutung des Urteils reicht weit über diese juristische Grenzverschiebung und die verhängte Strafe von sieben Jahren wegen fahrlässiger Tötung hinaus.

Die Kammer nämlich hat sich nicht gescheut, den angeblichen „Amoklauf“ als das zu bezeichnen, was er in Wirklichkeit war. Die Richter hegen keine Zweifel an dem rassistischen, fremdenfeindlichen Motiv hinter dem Anschlag. Die einzigen, die jetzt noch daran zweifeln, sind die bayerische Staatsregierung und die CSU-Mehrheit im Landtag.

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German Naivität 2

Wilmersdorfer Ahmadiyya-Moschee von oben. Foto: Thomas Scherer / CC BY-SA 3.0 D
Über den nachlässigen Umgang mit dem fundamentalistischen Islam. Hintergründe zu einem Kommentar

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Am 26.11.2017 strahlte der Sender KinderKanal (KiKa) den Beitrag „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“ aus. Darin reden die deutsche Schülerin und ihr syrischer Freund offen über ihre Liebe und auch über die Schwierigkeiten einer solchen bi-nationalen Beziehung.

Viele Äußerungen des Syrers in dem Beitrag lassen auf ein fundamentales Islamverständnis schließen, wenngleich es auch Momente gibt, die dem widersprechen. Der Beitrag gibt einen offenen, dennoch sehr kleinen Einblick in die Beziehung der beiden. Demnach funktioniert diese, weil sie sich mehr oder weniger seinen durch tiefe Religiosität geprägten Ansprüchen fügt. Auch wenn sie klare Grenzen aufzeigt, z. B. wenn es um die Frage „Kopftuch“ geht.

Ob sie diese Grenzen wirklich wahren kann, oder ob entweder sie sich letztlich fügt, oder die Beziehung endet an dem Punkt, wo er seine Forderungen nachdrücklicher stellt, wird die Zukunft entscheiden. Allerdings steht nach dem Schock des Mordes, begangen an der 15jährigen Mia in Kandel die Frage im Raum, wie eine solche Trennung unter Umständen für das Mädchen ausgehen könnte.

Der Beitrag war vom Hessischen Rundfunk (HR) für KiKa, ein Gemeinschaftsprojekt von ARD und ZDF, produziert worden. Der HR hatte sich aufgrund der heftigen öffentlichen Debatte entschieden, den Film im eigenen Programm begleitet von einer Diskussion am vergangenen Samstag noch einmal auszustrahlen. Diese Debatte wurde offenbar als ungehörig empfunden.

„Was ist los in unserer Gesellschaft, dass der Film für so viel Aufregung sorgt?“, war auf dessen Webseite zu lesen. Darin spiegelt sich der gewohnte Umgang mit Fragen nach Problemen im Zusammenleben mit tief gläubigen Muslimen wider: Diese werden bestenfalls verharmlost und beschönigt, meistens aber in Abrede gestellt.

Dass auch der HR auf heile Multi-Kulti-Welt macht, wundert nicht angesichts der Tatsache, dass das Land Hessen Kooperationen mit fragwürdigen muslimischen Organisationen einging und ein fundamentaler Muslim als Vertreter des der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellten Ditib-Landesverbandes Hessen einen Sitz im Rundfunkrat hat.

Unabhängig von der konkreten Liebesgeschichte, die nun von allen Medien in die Öffentlichkeit gezerrt wird, lässt sich an diesem Beispiel aufzeigen, welches fragwürdige Frauenbild in den Medien, einem Sender, dessen primäre Zielgruppe 10- bis12-Jährige sind zumal, transportiert wird, nämlich das der anpassungsfähigen sanften Gespielin, welche zwar Ansprüche stellen, nicht aber auf deren Realisierung beharren darf.

Zudem ist problematisch, welche Vorstellung von Musliminnen und Muslimen in den Kinderköpfen verankert werden, nämlich der streng religiösen, stetig betenden, männlich dominierten Gesellschaft, Mädchen und Frauen mit dem scheinbar unvermeidbaren Kopftuch.

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Deutsche IS-Anhängerin im Irak zum Tode verurteilt

Ein Gericht im Irak hat die Todesstrafe gegen eine deutsche Staatsangehörige verhängt. Sie habe sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ angeschlossen und diese bei Verbrechen unterstützt.

SpON

Eine deutsche Staatsangehörige ist im Irak wegen der Zugehörigkeit zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zum Tode verurteilt worden. Die Frau mit marokkanischen Wurzeln war der Stellungnahme eines Gerichts in der Hauptstadt Bagdad zufolge von Deutschland aus nach Syrien und später in den Irak gereist, um sich der Terrororganisation anzuschließen.

Die Angeklagte habe dem IS bei der Begehung seiner Taten geholfen und sei an einem Angriff auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt gewesen, hieß es am Sonntag. Die Frau habe „logistische Unterstützung und Hilfe für die Terrorgruppe geleistet, um Verbrechen zu verüben“, sagte der Richter, der zugleich als Gerichtssprecher fungiert. Zudem habe sie ihre beiden Töchter in die Region mitgebracht und mit IS-Kämpfern verheiratet.

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Türkische Offensive in Syrien fordert erste Zivilopfer

Rauch steigt über von der türkischen Armee getroffenen Zielen in Nordsyrien auf. – REUTERS
Ankara fliegt Angriffe auf Stellungen kurdischer Milizen in Nordsyrien. Für die rund eine Million Menschen, die in den rund 360 Dörfern und Städtchen von Afrin leben, ist die Lage prekär.

Die Presse.com

Die seit Tagen angekündigte Bodenoffensive der Türkei in der nordsyrischen Grenzregion hat nach den Worten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Samstagnachmittag „de facto“ begonnen. Die Türkei werde „Schritt für Schritt“ einen „Terror-Korridor“ zerstören, den die YPG errichtet habe. Die türkische Luftwaffe flog Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG.

Nach türkischen Militärangaben wurde unter anderem der von der YPG kontrollierte Militärflughafen Minnigh nördlich von Aleppo bombardiert. Zudem rückten protürkische Milizionäre der Freien Syrischen Armee (FSA) vor. Insgesamt seien 108 Ziele angegriffen worden. 72 Flugzeuge seien beteiligt gewesen und sicher zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Auch IS-Ziele seien zerstört worden. Die Kurdeneinheiten reagierten am Sonntag mit Raketenangriffen auf die Grenzprovinz Kilis in Südostanatolien.

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Neuer Judenhass in Frankreich: „Ihr werdet verbrennen“

foto: afp photo / alain jocard Drei Jahre nach der Geiselnahme in einem Supermarkt in Paris wurde dieses Geschäft Opfer eines Brandanschlags.
Rabiate Antisemiten sind in Frankreich aktuell meist Muslime – Immer öfter geraten einfache jüdische Bürger in ihr Visier

Von Stefan Brändle | derStandard.at

Das Hakenkreuz ist verkehrt gezeichnet, und die mit grünem Filzstift gekritzelten Worte sind voller Rechtschreibfehler. Aber der Sinn des jüngsten Schreibens, den das jüdische Zentrum der Vorortsgemeinde La Varenne Saint-Hilaire im Pariser Osten diese Woche erhalten hat, ist glasklar: „Drecksjuden, Bande von Bastarden, nach Créteil werdet ihr verbrennen.“

Was mit „Créteil“ gemeint ist, wissen die Franzosen auch nur zu gut: In dieser Vorstadt südöstlich von Paris brannte in der Nacht auf den 9. Jänner ein kleiner jüdischer Supermarkt aus, nachdem die Brandstifter Hakenkreuze auf die Wände gesprayt hatten. Das Lokal war mit „Hypercacher“ angeschrieben gewesen – genau wie jenes Geschäft, das genau drei Jahren zuvor, nach dem blutigen islamistischen Terrorangriff auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“, Schauplatz einer Geiselnahme mit vier Toten geworden war.

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Mutter ermordet Tochter bei Exorzismus mit Kruzifix

Die 51-Jährige wurde am Donnerstag (11. Jänner) des Mordes an ihrer Tochter schuldig gesprochen. (Bild: Oklahoma County Sheriff’s Office, Facebook)
Die 51-Jährige hatte ihrer Tochter nach einem harten Kampf ein Kruzifix in den Hals gerammt. Sie sei vom „Teufel besessen“ gewesen.

heute.at

Eine 51-Jährige aus Oklahoma City ist am Donnerstag des Mordes an ihrer Tochter verurteilt worden – sie hatte ihr „den Teufel austreiben“ wollen und ihr ein Kruzifix in den Rachen gesteckt

Juanita G. wurde nach nur 20-minütiger Beratung von der Jury für schuldig befunden. Sie solle lebenslang hinter Gitter, ohne Aussicht auf eine frühzeitige Entlassung. Die 51-Jährige habe das Urteil ohne jede Emotion über sich ergehen lassen, berichtet „The Oklahoman“.

Gegenüber der Polizei gestand die Angeklagte, dass sie im August 2016 ihre Tochter mehrmals geschlagen und ihr ein Medaillon und ein Kruzifix in den Rachen gerammt hatte. Danach habe sie zugesehen, wie die 33-Jährige langsam starb. Sie hatte versuchen wollen, ihrer Tochter „den Satan auszutreiben“.

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NSU-Zeuge nach Deutschland abgeschoben

Grafik: TP
Nach drei Monaten Haft wird Torsten Ogertschnig aus den Niederlanden nach Deutschland abgeschoben – Sein Anwalt: „Habe so etwas noch nie erlebt“

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Nach 95 Tagen in Haft hat die niederländische Polizei den Bundesbürger Torsten Ogertschnig am Freitag in Amsterdam in ein Flugzeug gesetzt und nach Berlin verfrachtet. Dort wartete die Bundespolizei auf ihn, nahm ihn mit in die Wache, setzte ihn aber nach einer dreiviertel Stunde wieder auf freien Fuß. Gegen den 50-Jährigen liegt nichts vor.

Mitte Oktober hatte Ogertschnig in dem Nachbarland Asyl beantragt, weil er sich durch deutsche Behörden verfolgt fühlt. Daraufhin wurde er im zentralen Abschiebegefängnis des Landes eingesperrt und zur „unerwünschten Person“ erklärt. Jetzt wurde er nicht etwa zur 60 Kilometer entfernten deutschen Grenze gefahren, sondern ins weite entfernte Berlin geflogen.

Der Fall ist derart ungewöhnlich, dass er ohne NSU-Hintergrund nur schwer zu verstehen wäre. (Telepolis hatte vor vier Wochen darüber berichtet).

Im Jahr 2003, also acht Jahre vor dem Auffliegen des NSU, hatte Torsten Ogertschnig gegenüber einem Beamten des Verfassungsschutzes von Baden-Württemberg von einer Terrorgruppe mit einem solchen Namen berichtet und unter anderem die Namen „Mundlos“ und „Böhnhardt“ genannt. Er will von einem Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes davon erfahren haben. Der „NSU“ sei so etwas wie der „Geheimdienst“ des rechtsextremistischen Netzwerkes Thüringer Heimatschutz gewesen.

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Polen sucht nach ehemaligen SS-Männern

Mit Hilfe von Interpol will das polnische Institut für Nationales Gedenken 1600 SS-Leute finden, die in ehemaligen deutschen Konzentrationslagern in Polen tätig waren.

Die Presse.com

Das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) sucht mit Hilfe der internationalen Polizeiorganisation Interpol nach ehemaligen NS-Tätern. Ein Sonderteam der Behörde habe eine Liste von 1600 SS-Leuten erstellt, die in ehemaligen deutschen Konzentrationslagern in Polen tätig waren und noch am Leben sein könnten, sagte IPN-Ermittler Robert Janicki am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Dies wolle die Behörde mit Hilfe von Interpol überprüfen und herausfinden, wo sie sich aufhalten. Es sei die letzte Möglichkeit, ehemalige NS-Verbrecher zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Janicki. Das IPN leistet in Polen historische Aufklärung, kann aber auch staatsanwaltlich ermitteln.

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Moskau lässt die Kurden in Afrin fallen

Foto soll Bombardierung von der Stadt Afrin dokumentieren. Bild: pydrojava.net
Offenbar wurde ein Deal zwischen Moskau und Ankara geschmiedet, türkische Kampfflugzeuge flogen die ersten Einsatz, Moskau betont, man werde sich nicht einmischen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie es aussieht, werden die Kurden in Afrin alleine gelassen. Die Amerikaner haben kein Interesse an Afrin, aber halten noch zu den SDF östlich des Euphrat, um dort ihr Einflussgebiet zu schützen. Zuletzt hieß es noch aus dem russischen Außenministerium, dass die russischen Beobachtungsposten in Afrin nicht abgezogen worden seien. Vor wenigen Minuten berichtete das russische Verteidigungsministerium nach Interfax, die Beobachtungssoldaten seien aus Afrin abgezogen worden. Gestern verhandelten auch noch russische und türkische Militärs, während die Türkei den Beschuss von Zielen in Afrin begann und sich mit Truppenverbänden und Söldnergruppen auf eine Bodenoffensive vorbereitete.

Nachdem heute aber die türkische Luftwaffe in Afrin Angriffe geflogen hatte, war klar, dass Moskau im größeren geostrategischen Schachspiel die Türken gewähren lässt. Man wird schauen müssen, was Moskau für das Stillhalten als Preis verlangt hat.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur AA meldete, dass türkische Kampflugzeuge „Beobachtungsposten und andere Ziele der PYD/PKK-Terroristen“ in Afrin bombardiert hätten. Man habe auch Explosionen auf der türkischen Seite gehört, nachdem türkische Flugzeuge die Grenze zu Syrien überquert hätten. Überdies scheinen am Boden zunächst die Kämpfer der türkischen Söldnergruppen, die von der Türkei „Freie Syrische Armee“ genannt werden, vorgeschickt worden zu sein. Sie hätten mit gepanzerten Fahrzeugen die Grenze überqueren können und seien auf keinen Widerstand gestoßen.

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Trump lobt Abtreibungsgegner

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Zum Beifall führender republikanischer Politiker haben am Freitag (Ortszeit) Tausende Menschen in Washington gegen Abtreibung demonstriert. US-Präsident Donald Trump versicherte den Teilnehmern des „March for Life“ (Marsch für das Leben) per Videoansprache, er werde das „Recht auf Leben immer verteidigen“.

evangelisch.de

Jedes Kind sei eine „kostbare Gabe“. Die Lebensschützer machten politische Fortschritte, ermutigte der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan. Leben beginne bei der Empfängnis.

Der „Marsch für Leben“ findet jährlich statt. Die Teilnehmer wenden sich gegen das Urteil des Obersten US-Gerichtes vom 22. Januar 1973, dass der Staat das Recht auf Abtreibung bis zur unabhängigen Lebensfähigkeit des Fötus nicht einschränken darf. Abtreibung sei „die schwerste Menschenrechtsverletzung der Gegenwart“, erklärte „March for Life“-Präsidentin Jeanne Mancini. Abtreibung habe „mehr als 60 Millionen Amerikanern das Leben gekostet“.

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Bistum Regensburg zahlt 178.000 Euro an Misshandlungsopfer

Bild: tilly
Das Bistum Regensburg hat im vergangenen Jahr 178.000 Euro als Anerkennung an Opfer körperlicher Gewalt in kirchlichen Institutionen gezahlt. Die meisten der anerkannten Fälle stammen aus den 60er- und 70er-Jahren.

BR24

178.000 Euro hat die Diözese Regensburg im vergangenen Jahr an Misshandlungsopfer ausgezahlt. Das geht aus einem Zwischenbericht über Misshandlungen durch kirchliche Mitarbeiter vor, den das Bistum Regensburg am Freitag vorgelegt hat. Insgesamt hatten demnach 75 Personen im letzten Jahr einen Antrag auf eine solche Anerkennungszahlung gestellt, in 45 Fällen wurde Geld ausgezahlt.

Die anderen Fälle sind noch in Bearbeitung oder aus Gründen der Zuständigkeit an andere Bistümer oder kirchliche institutionen weitergeleitet worden. Achtmal bekamen Opfer die Höchstsumme von 5.000 Euro.

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Austria: Pfarrer und Lehrer sollen Schüler bedroht und verletzt haben

Die Vorfälle sollen sich in einer Neuen Mittelschule im Bezirk Neusiedl am See zugetragen haben, berichtet die „Kronen Zeitung“:

Die Presse.com

Ein Pfarrer und ein Religionslehrer sollen in einer Neuen Mittelschule im Bezirk Neusiedl am See Schüler bedroht bzw. verletzt haben. Dies berichtete die „Kronen Zeitung“ am Freitagabend online. Seitens des Landesschulrates Burgenland hieß es dazu, dass es einen Vorfall gab, bei dem ein Schüler bedroht wurde. Dies sei aber schulintern mit den Eltern gelöst worden.

Laut Bericht sollen sich die beiden Vorfälle im Herbst des Vorjahres ereignet haben. Ein Pfarrer soll einen Schüler am Hals gepackt und mit dem Umbringen bedroht haben. In einem anderen Fall soll ein Religionslehrer einen Jugendlichen so fest am Arm gedrückt haben, dass dieser blaue Flecken davontrug.

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Streiten, bis der Staat dicht macht

Die Abgeordneten im Kapitol in Washington konnten in der Nacht zu Samstag keine Lösung finden. (Foto: AFP)
Die Eskalation wegen des Haushalts zeigt: Zwischen Demokraten und Republikanern geht fast nichts mehr. Präsident Trump macht die Angelegenheit nicht leichter.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche Zeitung

Donald Trump feiert am Samstag den Jahrestag seiner Amtseinführung, doch seiner Regierung geht das Geld aus: Der US-Kongress kann sich bislang nicht auf eine weitere Zwischenfinanzierung für den Haushalt einigen.

Zum Jubiläum bleiben deshalb Regierungsbehörden und Bundesverwaltung geschlossen. Sollten Abgeordnete und Senatoren bis Montag keine Lösung finden, müssen bis zu 800 000 Staatsbedienstete in den unbezahlten Zwangsurlaub.

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Mansour im NN-Talk: Islamismusexperte spricht Klartext

Ahmad Mansour setzt sich für eine Professionalisierung in der Integrationsarbeit ein. © Stefan Hippel
Das Thema treibt die Menschen um, wie kein zweites: „Schaffen wir das? Mega-Aufgabe Integration“ lautete der Titel des jüngsten NN-Talks. Gast war der Islamismus-Experte Ahmad Mansour. 300 Zuhörer sorgten für einen ausverkauften Saal im Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Haus.

nordbayern.de

Vielen anderen Extremismus-Experten hat Ahmad Mansour eines voraus: Er weiß, wovon er spricht, wenn er sich zum Thema religiöse Radikalisierung äußert. Der aus Israel stammende 42-jährige Psychologe war als palästinensischer Jugendlicher selbst mehrere Jahre lang in islamistische Kreise geraten. Von den Schulkameraden gemobbt, flüchtete er in die Halt und Stärke bietende Gemeinschaft eines fundamentalistischen Imams.

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Türkei greift Kurdengebiet an

Ein türkischer Panzer fährt am Donnerstag in der türkischen Grenzstadt Reyhanli in Richtung Syrien. (Foto: dpa)
  • Türkische Truppen haben kurdische Gebiete in Syrien massiv mit Granaten beschossen.
  • Russland hat 100 Militärpolizisten in die Region Afrîn geschickt.
  • Die Türkei sieht die Attacken als Verstoß gegen die Vereinbarung über vier Deeskalationszonen in Syrien.

Von Paul-Anton Krüger | Süddeutsche Zeitung

Türkische Truppen haben in der Nacht zum Freitag den kurdischen Kanton Afrîn in Syrien massiv mit schwerer Artillerie beschossen. Ein Sprecher der kurdischen YPG-Milizen sagte am Freitagmorgen, es seien etwa 70 von der Türkei aus abgefeuerte Granaten in dem Gebiet eingeschlagen.

Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli bekräftigte in Ankara, die Militäroperation gegen die YPG in Afrîn habe „de facto begonnen“. Türkische Soldaten hätten die Grenze aber bislang nicht überschritten. Die Bundesregierung rief Ankara zur Mäßigung auf. Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz als Terror-Organisation und Ableger der PKK. Auch im Gebiet der 100 Kilometer östlich gelegenen Stadt Manbij droht Ankara mit einer Militäroperation gegen die Miliz.

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