Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder

© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.
© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.

 

Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder. Bis heute weigern sich viele Bürger, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Das australische Städtchen Ballarat ist auf Gold gebaut. Abenteurer, die auf der Suche nach schnellem Reichtum gekommen waren, hatten die Ortschaft Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die gewaltigen Vorkommen im Buschland nördlich von Melbourne führten damals zu einem fiebrigen Goldrausch. Bis heute zeugen die verschnörkelten Fassaden aus der Zeit der britischen Königin Viktoria von diesem Reichtum. Ein bewaffneter Aufstand in Ballarat im Jahr 1854, mit dem Goldsucher sich mehr Rechte sichern wollten, wird sogar als Ursprung der australischen Demokratie gesehen. Man ist hier stolz auf diese Geschichte.

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Türkei: Nachhaltige Wirtschaftsprobleme

Die Ratingagentur Moody’s hat türkische Staatsanleihen auf Ba1 herunter gestuft. Anders als zum Beispiel die Springer-Zeitung Welt titelt, ist das noch nicht Ramschniveau, sondern bedeutet, dass kein Kauf mehr empfohlen wird.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Laut Wikipedia hat Moody in der Kategorie der nicht mehr zum Kauf angebotenen Papiere 12 Klassen, von denen Ba1 die höchste ist. Eine Klasse höher und die Ratingagentur würde den Kauf – zunächst mit Abstrichen – empfehlen. In der Praxis heißt die Herabstufung, dass die Türkei künftig höhere Zinsen auf ihre neu ausgegebenen Staatsanleihen wird zahlen müssen.

Moody begründet die schlechteren Noten zum einen mit den wachsenden Risiken im Zusammenhang mit dem Bedarf an Auslandskrediten und zum anderen mit der Abschwächung des Wirtschaftswachstums und der geringeren staatlichen Stabilität. Seit dem 2013 das Rating der Türkei angehoben wurde, sei das Risiko eines Schocks aufgrund der schwachen außenwirtschaftlichen Position des Landes gewachsen. Insbesondere treffe dies angesichts der „hohen politischen Risiken“ und der schwankenden Stimmung der Investoren zu.

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Marx und Minirock

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Ein Kuschelkurs in Sachen Islam wird das hier nicht. Auf die Frage, ob ich fotografieren könne, erwidert Uwe Vorberg vom Bahnhof Langendreer, er müsse erst die beiden Personenschützer von Mina Ahadi informieren, damit es keine Probleme gibt. Als er in den Abend zum Thema „Frauenrechte und Islam“ einführt, bemerkt er angesichts des vollen Studios 108 trocken „Es scheint ein brennendes Thema zu sein“.

Von Maxi Braun | Richard Dawkins-Foundation

Um die 150 Menschen sind der Einladung des Bahnhof Langendreer und der Initiative Religionsfrei im Revier gefolgt, um die Exil-Iranerin und Menschenrechtsaktivistin sprechen zu hören. Sie sitzen auf dem Boden oder stehen hinter der letzten Stuhlreihe, bis zur Tür. Mina Ahadi ist Vorsitzende des 2007 gegründeten Zentralrats der Ex-Muslime, Begründerin eines Internationalen Komitees gegen Steinigung und eines gegen die Todesstrafe.

Ihre Biografie verleiht dem Gesagten besonderen Nachdruck. Sie erzählt, wie sie in einem iranischen Dorf aufwuchs und schon als Kind auf der Straße einen Tschador tragen musste, mit niemandem sprechen durfte, wenn sie von A nach B ging. Anders war es in der Großstadt Teheran, wo sie ihren atheistischen Großvater besuchte. Das Leben dort war voller Farben, Eis und Kinobesuche. In ihrem Dorf war es schwarz hinter dem Tschador, für Ahadi ein „mobiles Gefängnis“. Das war in den 1960er Jahren, noch unter Schah Mohammad Reza Pahlavi.

Ihr Körper wird mit der Pubertät zunehmend zu einem Problem. Das Einsetzen der Periode sei „ein schwarzer Tag für die Familie“ gewesen. Sie beginnt, die Religion und ihren Platz darin zu hinterfragen. Will einen Freund haben, den Tschador ablegen. Die Antwort auf alles lautet immer nur „Allah“. Sie hört auf zu beten, entwöhnt sich von den religiösen Riten. „Dafür wurde ich nicht gesteinigt. Im Dorf galt das als typische Phase von jungen Leuten“.

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NSU-Opferanwälte stellen Strafantrag gegen Bundesanwälte

Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Quelle: dpa
Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Quelle: dpa
Die Nebenkläger im NSU-Prozess werfen Bundesanwälten und Ermittlern des LKA Berlin vor, mögliche Beweismittel zu dem Fall vernichtet zu haben. Der Strafantrag basiert auf Recherchen der „Welt“.
 

WELT

Zwei Nebenklage-Anwälte im Münchner NSU (Nationalsozialistischer Untergrund)-Prozess haben Strafantrag gegen Bundesanwälte und Ermittler des Landeskriminalamtes Berlin gestellt. Sie werfen ihnen vor, mögliche Beweismittel vernichtet zu haben. Es geht um ein Notizbuch des früheren Anführers der rechtsextremen sächsischen Organisation Blood & Honour. Im NSU-Prozess steht die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Hauptangeklagte vor Gericht.

Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, einer der Verfasser der Anzeige, sagte, gegen die Bundesanwälte und Polizeiermittler bestehe der Verdacht der Strafvereitelung im Amt oder eines Urkundsdelikt.

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Sexualerziehung in Hessen: Die Rechten blasen zum Gegenangriff

In Stuttgart ist die Neuausrichtung der Sexualerziehung heftig umstritten. In Hessen wurde der neue Lehrplan einfach eingeführt. Foto: imago
In Stuttgart ist die Neuausrichtung der Sexualerziehung heftig umstritten. In Hessen wurde der neue Lehrplan einfach eingeführt. Foto: imago
Seit diesem Schuljahr gilt in Hessen ein neuer Sexualkundelehrplan, der für Verschiedenheit und Vielfalt wirbt. Jetzt formieren sich die Rechten zum Widerstand.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Es ist keine Woche her, dass der neue Lehrplan zur Sexualerziehung öffentlich wurde, da schießt die rechte Szene um die berüchtigte „Demo für alle“ aus allen Rohren. Grund: Das Land Hessen hatte es gewagt, die sexuelle Aufklärung im Unterricht dahingehend zu modifizieren, den Schülern die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen vermitteln zu wollen – und damit „ein offenes, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Verständnis für die Verschiedenheit und Vielfalt“.

Der ursprüngliche Lehrplan von 2005 hatte schon seinerzeit nach Niederbayern anno 1950 gerochen, sind doch andere Lebenskonzepte jenseits des heterosexuellen Vater-Mutter-Kinder-Modells längst gesellschaftliche Realität. Das zu akzeptieren, davon aber ist der Verein um Hedwig von Beverfoerde mit tatkräftiger Unterstützung von Beatrix von Storch und Birgit Kelle jahrhunderteweit entfernt.

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Mehr Flüchtlinge sollen legal nach Deutschland reisen

 Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
  • Auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien haben Vertreter von elf Nationen über den künftigen Umgang mit Migranten diskutiert.
  • Bundeskanzlerin Merkel will Italien und Griechenland weiter zur Seite stehen und Flüchtlinge mit Bleiberecht in Deutschland aufnehmen.
  • Merkel betonte jedoch auch, dass die Rückführung von Menschen ohne Aussicht auf Asyl verstärkt werden müsse.

Süddeutsche.de

Die EU hat aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der illegalen Migration gemacht. Im Vergleich zur Situation vor etwa einem Jahr sei sehr viel erreicht worden, sagte Merkel zum Abschluss eines Flüchtlingsgipfels von elf europäischen Staaten in Wien. „Unser Ziel muss sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“ Sie sicherte Griechenland und Italien weitere Hilfe zu. So werde Deutschland aus diesen Staaten mehrere hundert Migranten mit Bleiberecht pro Monat aufnehmen. Gerade diese Menschen bräuchten eine Perspektive.

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Menschenrechte in der Türkei: „Praxis des Folterns“

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Nach dem gescheiterten Putsch eskaliert die Menschenrechtslage. Ein Interview mit Andrew Gardner, Türkeiexperte von Amnesty International, über willkürliche Festnahmen und Folter.
 

Ein Interview von Hasnain Kazim | SpON

Die Nacht vom 15. auf den 16. Juli hat die Türkei verändert. Teile des Militärs hatten versucht, die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, in vielen Städten kam es zu Jagdszenen auf den Straßen. Insgesamt starben 290 Menschen, mehr als 2000 wurden teils schwer verletzt.

Erdogan nahm den gescheiterten Coup zum Anlass, um mit äußerster Härte gegen die Hintermänner und in sogenannten Säuberungen auch gegen vermeintliche Unterstützer vorzugehen. Dazu wurden Gesetze ausgehebelt, Zehntausende Menschen verloren ihren Job oder landeten sogar in Haft. Als Hauptdrahtzieher beschuldigt die Regierung den im Exil lebenden Prediger Fethulah Gülen.

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Indian Blogger Arrested on Charges of Blasphemy

Image: Friendly Atheist
Image: Friendly Atheist
32-year-old atheist blogger Tarak Biswas was arrested in Kolkata (India) last week after he reposted an image critical of Islam on Facebook and officials were called in to stop the apparent madness.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

Sanaullah Khan, a Muslim leader from the Trinamool Congress party, played the role of accuser, whining about his hurt feelings to the local police, who then arrested Biswas.

Locals allege that the police picked up Biswas from his residence in the wee hours of Thursday night. According to the police, Tarak was arrested on charges of 295 A, 298 of the Indian Penal Code (hurting religious sentiments and hate speech), besides 66, 67 and 67A of the IT Act (posting, sending offensive messages through communication services). Later, he was produced before the local court, where he was remanded to seven days of police custody.

That police custody is now over, but Biswas still faces a more severe penalty and will appear in court next week to defend himself.

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Olympia 1936 und die Denkschrift der Bekennenden Kirche

Olympia 1936 in Berlin. Auch in Zehlendorf gibt es Spuren, etwa mit dem Schießplatz im Dreilindener Forst sogar eine olympische...Foto: Imago
Olympia 1936 in Berlin. Auch in Zehlendorf gibt es Spuren, etwa mit dem Schießplatz im Dreilindener Forst sogar eine olympische…Foto: Imago
Wo sind Spuren von Olympia 1936 in Zehlendorf zu finden? Gastautor Dirk Jordan hat sich auf die Suche gemacht nach Ereignissen, die im Schatten der Olympischen Spiele auch in Zehlendorf ihren Ausgangspunkt nahmen.

Von Dirk Jordan | DER TAGESSPIEGEL

Seit dem Ende von Olympia 2016 in Rio tritt auch die Erinnerung an die Olympiade vor 80 Jahren in Berlin wieder in den Hintergrund. Zeit noch einmal nach den Spuren in Zehlendorf zu fragen und auf Ereignisse hinzuweisen, die im Schatten der Olympischen Spiele auch in Zehlendorf ihren Ausgangspunkt nahmen.

Der Tagespiegel vom 01.08.2016 erinnerte daran, dass es mit dem Schießplatz im Dreilindener Forst sogar eine olympische Wettkampfstätte in Zehlendorf gab.

Bekannt ist auch, dass Hans Pfundtner, der stellvertretende Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele 1936, der als Staatssekretär im Reichsinnenministerium maßgeblich auch an der Erarbeitung der Nürnberger Rassegesetze beteiligt war, in der Dubrowstraße in Schlachtensee wohnte. Aber wie steht es mit OlympiateilnehmerInnen oder sogar SiegerInnen, wohnten welche auch in Zehlendorf? Ich weiß es nicht, vielleicht aber jemand aus der Leserschaft.

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Artenschutz: Machtlos gegen Gier, Gauner und das große Geld

 Mit Elfenbein lassen sich immense Gewinne erzielen, etwa im Südsudan. (Foto: Brent Stirton/dpa)
Mit Elfenbein lassen sich immense Gewinne erzielen, etwa im Südsudan. (Foto: Brent Stirton/dpa)
Die Organisierte Kriminalität verschiebt weltweit Elfenbein, Nashornpulver und andere Schätze der Natur. Der Ausverkauf bedrohter Arten hat erst begonnen.

Von Michael Bauchmüller | Süddeutsche.de

Dem Aasgeier geht es schlecht, richtig schlecht. Binnen drei Geier-Generationen, so fanden Forscher der Universität York heraus, schrumpfte ihr Bestand in Afrikas Savannen um 80 Prozent, mancherorts verschwanden die Aasfresser ganz. Die meisten wurden vergiftet. Sie störten bei der Arbeit.

Einem Elefanten die Stoßzähne herauszuhacken, ist eine mühselige, blutige, eine brachiale Angelegenheit. Die Wilderer klettern auf das tote Tier, mit der Axt hacken sie den Kiefer auf. Sie zertrümmern so lange die umliegenden Knochen, bis sich der Stoßzahn endlich lockert. Was das mit Aasgeiern zu tun hat? Sie verraten die Wilderer, rufen Ranger auf den Plan – denn in der Zwischenzeit haben die Geier längst begonnen, über dem Kadaver zu kreisen. Deshalb müssen sie sterben. Die Wilderer legen Kadaver aus, vergiftet mit Cyanid. Daran verenden die Geier. So geht es zu im Geschäft mit den Schätzen der Natur.

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9/11: Obama verhindert Klagen gegen Saudi-Arabien

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Der Kongress will wegen der Anschläge auf das World Trade Center Klagen gegen Saudi-Arabien ermöglichen. Präsident Obama hat nun sein Veto dagegen eingelegt – doch ihm droht eine Demütigung.
 

Frankfurter Allgemeine

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen ein Gesetz eingelegt, das Klagen von Angehörigen der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gegen Saudi-Arabien ermöglicht hätte. Das Weiße Haus erklärte am Freitag, Obama äußere sein „tiefes Mitgefühl“ mit den Opfern der Anschläge, betrachte das Gesetz aber als „schädlich für die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten“. Der Präsident hatte sich vergeblich im Kongress dafür eingesetzt, dass das Gesetz entscheidend verändert wird.

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Erdogans deutsches Spitzel-Netzwerk

Logo des türkischen Geheimdienstes MIT. Bild: Hamed13931394/CC-BY-SA-4.0
Logo des türkischen Geheimdienstes MIT. Bild: Hamed13931394/CC-BY-SA-4.0
Rund 6000 Informanten des türkischen Geheimdienstes sollen in Deutschland aktiv sein. Oppositionelle Gruppen und auch deutsche Politiker sehen eine besorgniserregende Entwicklung
 

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Die Geheimdienst-Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei ist eng – zu eng, wie sich inzwischen herausstellt. Rund sechshundert Agenten des türkischen MIT sollen in Deutschland aktiv sein, darüber hinaus bis zu 6000 Informanten. Das wurde Ende August bekannt. Oppositionspolitiker forderten Auskunft, aber das Innenministerium mauerte.

Das ist besonders deshalb brisant, weil BND, Verfassungsschutz und Polizei seit Jahren mit den türkischen Behörden kooperieren, während nun Gegner der Regierungspartei AKP auch hierzulande bedrängt werden. Die AKP hatte offen dazu aufgerufen, Anhänger von Fethullah Gülen, den sie für den Putschversuch vom Juli verantwortlich macht, zu denunzieren. Vereinzelt war es zu Angriffen auf Gülen-Einrichtungen gekommen.

Bereits Ende 2014 hatte eine deutsch-türkische Spionageaffäre Schlagzeilen gemacht. Damals hatte die Bundesanwaltschaft Klage gegen drei MIT-Agenten erhoben, die in Deutschland Jeziden und Kurden bespitzelt haben sollen. Besonders brisant: Unter ihnen war auch Muhammed Taha Gergerlioglu – ein ehemaliger Berater Erdogans.

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NRW-Verfassungsschutz überprüft künftig Ditib-Gefängnisseelsorger

DITIB-LogoDer Streit um den Märtyrer-Comic der türkischen Religionsbehörde Diyanet zieht Kreise: Künftig soll deswegen der Verfassungsschutz in NRW alle Ditib-Imame überprüfen, die als Gefängnisseelsorger tätig sind.

evangelisch.de

Alle muslimischen Gefängnisseelsorger in Nordrhein-Westfalen werden künftig vom Verfassungsschutz überprüft. Das gelte auch für die Imame des türkischen Islamverbandes Ditib, teilte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums am Freitag in Düsseldorf dem epd mit. Die Überprüfung der Ditib-Gefängnisseelsorger durch den Verfassungsschutz ist demnach eine Konsequenz aus der Kontroverse um einen Comic der türkischen Religionsbehörde Diyanet, in dem der Märtyrer-Tod verherrlicht wird.

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NSU-Prozess: Staatsanwaltschaft Karlsruhe prüft Ermittlungsverfahren gegen Bundesanwaltschaft

Sitz des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Bild: Voskos/CC-BY-SA-3.0
Sitz des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Bild: Voskos/CC-BY-SA-3.0
Die oberste Strafverfolgungsbehörde hat Unterlagen eines NSU-Beschuldigten vernichtet – Im Bundestagsausschuss neue Zweifel an Todesumständen von V-Mann „Corelli“
 

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Wegen Aktenvernichtung im NSU-Verfahren prüft die Staatsanwaltschaft Karlsruhe derzeit, ob sie gegen die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Im Untersuchungsausschuss des Bundestages war der Aktenrechercheur des Gremiums, Bernd von Heintschel-Heinegg, darauf gestoßen, dass die Bundesanwaltschaft (BAW) bereits im November 2014 die Vernichtung von Asservaten im Fall des Beschuldigten Jan Werner aus Chemnitz angeordnet hatte. Das machte die Welt am Sonntag (WamS) vor wenigen Tagen bekannt. Die Behörde von Generalbundesanwalt (GBA) Peter Frank räumte die Vernichtung ein, sprach aber von einem Versehen.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe prüft nach Kenntnisnahme des Artikels nun, ob ein Anfangsverdacht auf eine Straftat der Behörde des GBA vorliegt. Um welche Straftat es sich handeln könnte, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Das sei Gegenstand des Prüfvorganges, der ein offizielles Aktenzeichen bekam. Denkbar ist Strafvereitelung im Amt. Die BAW hat ihren Sitz in Karlsruhe. Nach dem Tatort-Prinzip ist die örtliche Staatsanwaltschaft auch für die Bundesbehörde zuständig.

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Streit um Begriff „völkisch“: Petry bekommt Gegenwind aus der eigenen Partei

 Ärger um die
Ärger um die „völkisch“-Forderung: Frauke Petry bekommt auch in der eigenen Partei kontra © Bernd von Jutrczenka/DPA
Frauke Petry will den Begriff „völkisch“ rehabilitieren. Der Vorschlag sorgt deutschlandweit für Aufregung. Offenbar teilt nicht jedes Mitglied der AfD-Führung Petrys Wunsch. Jörg Meuthen äußert eine klare Meinung.

Von Andreas Petzold | stern.de

In der AfD-Führung gibt es keine Einigkeit über den Umgang mit dem Begriff „völkisch“. Frauke Petry hatte in einem Interview mit der Welt am Sonntag verlangt, man müsse „daran arbeiten, dass dieser Begriff wieder positiv besetzt wird“. Es sei eine „unzulässige Verkürzung“, wenn gesagt werde „‚völkisch‘ sei rassistisch.“ Wie es aussieht, kann die Parteichefin nicht alle Kollegen in der AfD-Führung davon überzeugen, an der Rehabilitierung jener Lieblingsvokabel der Nationalsozialisten „zu arbeiten“, die nach allgemeinem Verständnis als Synonym für Rassismus, Ausgrenzung und extremeren Nationalismus gilt.

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Pädophiler Lehrer führte Strichlisten über Opfer

Die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt (Hessen): Hier wurde jahrelang weggeschaut Quelle: dpa
Die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt (Hessen): Hier wurde jahrelang weggeschaut Quelle: dpa
Jahrzehntelang vergriff sich ein als Reformpädagoge geschätzter Lehrer an einer Darmstädter Grundschule an seinen Schülern. Von ekelhaften Szenen wird berichtet. Doch die Schulleitung schaute weg.

Von Claudia Becker | DIE WELT

Dein Lehrer bittet dich nach dem Unterricht noch mal zu ihm zu kommen und fasst dir in die Hose. Dein Lehrer steht plötzlich in der Umkleidekabine zum Sportraum und kommt dir viel zu nahe. Dein Lehrer zwingt dich zum Oralverkehr. Dein Lehrer hält dich so fest, dass du dich nicht gegen seine anale Penetration wehren kannst.

Dein Lehrer ist ein hochgeschätzter Pädagoge, den deine Eltern nett finden, weil du ihn auch nachmittags besuchen kannst und weil er mit dir in den Odenwald fährt, um Wildschweine zu beobachten. Deine Eltern sagen, dass dein Lehrer ein freundlicher Mensch ist, weil er dir Marzipanschokolade geschenkt hat. Aber du könntest dich übergeben, wenn du nur daran denkst, was du für die Schokolade machen musstest.

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Katholiban: Polnisches Parlament stimmt für völliges Abtreibungsverbot

foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
267 Abgeordnete stimmten in erster Lesung für das umstrittene Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nur noch bei Lebensgefahr zulässt. Bei Verstößen drohen fünf Jahre Haft

dieStandard.at

Das polnische Parlament hat am Freitag einen umstrittenen Gesetzesentwurf für ein Abtreibungsverbot in erster Lesung angenommen. Das Projekt der Bürgerinitiative „Stop Aborcji“ (Stoppt Abtreibungen) wurde zur Überarbeitung in einen Ausschuss weitergeleitet. Dafür stimmten 267 Abgeordnete, 154 waren dagegen, elf enthielten sich.

Das Gesetz sieht ein komplettes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sowie Haftstrafen für ÄrztInnen und Frauen vor. Die drohende Rechtsverschärfung führte zu Protesten, Frauen würden dadurch entmündigt, kritisieren GegnerInnen. In sozialen Medien wird unter dem Hashtag #czarnyprotest (schwarzer Protest) gegen die Entrechtung der Frauen protestiert. Als Zeichen der Solidarität tragen AktivistInnen schwarze Kleidung.

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Gülen: Erdogan hat Putschversuch selbst inszeniert

"Es gibt viele Verschwörungs-Theorien um Fethulla Gülen"

Türkischer Prediger: „Er hat nur auf die richtige Gelegenheit gewartet“

derStandard.at

Der türkische Prediger Fethullah Gülen hat Präsident Recep Tayyip Erdogan direkt für den Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei verantwortlich gemacht. „In den vergangenen Tagen kamen so viele Beweise ans Licht, dass dies zur Gewissheit wird“, sagte Gülen in einem gemeinsamen Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa), der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der spanischen Tageszeitung „El Pais“.

Erdogan habe den Coup Jahre im Voraus geplant. „Er hat nur auf die richtige Gelegenheit gewartet“, sagte Gülen, der seit 1999 im US-Staat Pennsylvania lebt, in seinem Exil in den USA. Die türkische Regierung macht ihrerseits Gülen und seine Hizmet-Bewegung für den Putschversuch verantwortlich und fordert die Auslieferung des Predigers.

Was kommt nach dem IS?

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Das Reich Abu Bakr al Bagdadis schmilzt unter den Luftschlägen der Anti-IS-Koalition. Der Dschihadismus verschwindet so aber keineswegs. Auf die Befreiung könnte ein böses Erwachen folgen.

Von Nora Müller | Frankfurter Allgemeine

Manbidsch, Dscharabulus, Qayyarah: Orte im Nirgendwo der syrischen und irakischen Provinz sind über Nacht zu Symbolen der Befreiung von der Terrorherrschaft des „Islamischen Staats“ (IS) geworden. „Wir sind inzwischen bis ins Herz des Kalifats vorgedrungen“, verkündete jüngst General Joseph Votel, Kommandeur des amerikanischen Central Command. Das Reich des selbsternannten Kalifen Abu Bakr al Bagdadi, das nach seiner Ausrufung 2014 eine Fläche von der Größe Großbritanniens umfasste, schmilzt unter den anhaltenden Luftschlägen der Anti-IS-Koalition zusammen – und mit ihm der Nimbus seiner Unbesiegbarkeit. Also „Mission Accomplished“ für die Allianz der IS-Gegner? Keineswegs! Denn auf die alles entscheidende Frage – „Wer oder was kommt nach dem IS?“ – hat bis auf Weiteres niemand eine schlüssige Antwort.

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Erneute Debatte über Fremdenhass im Osten

Mit ihrer Warnung vor wirtschaftlichen Risiken durch Rechtsextremismus hat die Ostbeauftragte Iris Gleicke (SPD) eine neuerliche Debatte über einen in Ostdeutschland besonders ausgeprägten Fremdenhass ausgelöst. Mehrere ostdeutsche Ministerpräsidenten wandten sich am Donnerstag gegen Verallgemeinerungen, teilten in der Sache aber den Befund gesellschaftlicher Risiken durch Fremdenhass und unterstrichen die Notwendigkeit gegenzusteuern.

evangelisch.de

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, Rechtsextremismus sei zwar kein ostdeutsches Problem, aber ein Problem, das einige ostdeutsche Regionen in besonderer Weise betreffe. Sein Schweriner Amtskollege Erwin Sellering (SPD) betonte dagegen, Rechtsextremismus sei auch in Westdeutschland eine Gefahr. Die Ostbeauftragte Gleicke konkretisierte am Donnerstag in Berlin ihre Warnung. Ihr es gehe nicht darum, den Osten an den Pranger zu stellen.

Neue Rekordhöhe rechtsextremer Taten

Die große Mehrheit der Ostdeutschen habe die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen und auch ehrenamtlich Großartiges geleistet. „Man darf aber vor der Wahrheit, vor den nackten Fakten und Zahlen nicht die Augen verschließen, so unbequem dass für manch einen auch sein mag“, betonte Gleicke. Die Zahl der rechtsextremen und fremdenfeindlichen Übergriffe habe im vergangenen Jahr eine neue Rekordhöhe erreicht.

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