Human Echolocation Isn’t Just For the Blind

Image: Simon James/Flickr
Bats and marine mammals have acoustic navigation down, but humans are learning quickly too.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Bats and dolphins are famous for their ability to orient themselves by bouncing sound waves off of objects in their environment, an adaptation called echolocation. But some visually impaired people have also learned to navigate the world this way. One notable example is Daniel Kish, who lost his eyes to cancer as an infant and has since become the world’s most visible advocate of human echolocation.

Kish, who has embraced his reputation as „a real-life Batman“ has trained hundreds of students to use clicks or other noises to develop a sonar-like acoustic sight.

Meanwhile, neuroscientists have amassed a fascinating body of work indicating that these sound-based snapshots are processed within the visual cortex. When one sensory organ closes, it seems, other pathways open to compensate.

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Sex hält geistig fit

Wer auch imn Alter noch sexuell aktiv ist, tut auch seinem Gehirn etwas Gutes. © Shironosov/ thinkstock
Sex gegen geistigen Abbau? Sexuelle Aktivität im Alter kann die geistigen Leistungen fördern, wie eine Studie nun belegt. Dabei schnitten Senioren, die regelmäßig Sex hatten, bei Tests ihres verbalen und visuellen Gedächtnisses besser ab als sexuell nicht aktive Teilnehmer. Ob dies soziale, psychische oder physiologische Ursachen hat, ist bisher nicht geklärt. Nach Ansicht der Forscher bestätigt dies aber frühere Ergebnisse, nach denen Sex im Alter insgesamt die Gesundheit fördert.

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Sex ist ein Urinstinkt – kein Wunder, hängt von der erfolgreichen Fortpflanzung doch das Weiterbestehen unserer Art ab. Deshalb sorgt die Natur dafür, dass bei Erregung ein ganzer Cocktail an Hormonen ausgeschüttet wird, darunter neben den Geschlechtshormonen auch Glücklichmacher wie Endorphine und Dopamin, sowie das Kuschelhormon Oxytocin. Gleichzeitig arbeiten Kreislauf, Herz und Stoffwechsel auf Hochtouren.

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Bekannte Gesichter wirken fröhlicher

Wie fröhlich wirken diese Gesichter? © Bowie15/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn ein Gesicht wahrnimmt, hängt nicht nur von seinen objektiven Merkmalen ab. Experimente von US-Forschern zeigen: Entscheidend ist auch, ob uns die Gesichtszüge vertraut oder unbekannt sind. Demnach bewerten wir den emotionalen Ausdruck von bekannten Gesichtern tendenziell positiver als von fremden: Dasselbe Lächeln wirkt dann mal mehr, mal weniger fröhlich.

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Ob am Frühstückstisch, im Büro, beim Einkaufen oder auf dem Fernsehbildschirm: Jeden Tag schauen wir unzähligen Menschen ins Gesicht. Die Fähigkeit, das Antlitz von Mitmenschen wiederzuerkennen und zu unterscheiden ist für unser Sozialverhalten enorm wichtig. Kein Wunder also, dass unser Gehirn eigene Zentren für die Gesichtserkennung besitzt und bestimmte Gesichter sogar in jeweils eigenen Neuronen abgespeichert werden.

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Warum Schimpansen an der Grenze patrouillieren

Symbolbild: Ein Schimpanse. – (c) AFP (GUILLAUME SOUVANT)
Sie sind soziale Primaten wie wir – aber worauf baut ihre Moral? Und kennen sie Mitgefühl?

Die Presse.com

Wie hilfsbereit sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich? Und wenn sie einander helfen, tun sie’s aus Mitgefühl oder aus Berechnung? Das ist schon bei Menschen nicht leicht zu entscheiden, im Fall der Schimpansen sind die Wissenschaftler uneins. Vor allem Forscher um Michael Tomasello – bekannt für Arbeiten über Spiegelneuronen – neigen dazu, den Schimpansen die Empathie abzusprechen: 2016 erklärten sie in Nature Communications (20. 12.), dass die Affen ihresgleichen weder helfen noch schaden wollen, das sei ihnen schlicht egal.

Aber offenbar merken sie sich, wenn ihnen ein Artgenosse geholfen hat – und belohnen die Hilfe später. Das zeigten die Forscher um Tomasello, indem sie die Schimpansen vor die Wahl stellten, sich selbst und einen Kollegen oder nur sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Sie entschieden sich für die altruistische Variante, auch wenn sie ihnen einen Nachteil brachte, wenn dieser Kollege ihnen davor geholfen hatte.

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Gentherapie: „Das Menschsein wird sich verändern“

foto: raj k. raj/ getty images Siddhartha Mukherjee ist ein amerikanischer Arzt mit indischen Wurzeln. Er ist Forscher am Columbia University Center. Für sein Buch „Der König aller Krankheiten“ wurde er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Mukherjee lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in New York.

Die Möglichkeit, das menschliche Genom manipulieren zu können, ist ein Wendepunkt, warnt der Arzt, Genforscher und Bestsellerautor Siddhartha Mukherjee

derStandard.at

STANDARD: Sie sind Onkologe. Warum haben Sie dieses für Laien verständliche und spannende Buch über Gene geschrieben?

Mukherjee: Wir leben in aufregenden Zeiten. Seit vielen Jahren arbeiten Wissenschafter daran, das Genom nicht nur lesen, sondern es auch interpretieren zu können. Wir sind aber an einem Punkt, an dem wir mit von uns entwickelten Technologien in den Bauplan des menschlichen Lebens eingreifen können. Das ist ein Wendepunkt. Es wird das gesamte Menschsein verändern.

STANDARD: Inwiefern?

Mukherjee: Es ist wie eine Maschine, die plötzlich selbstständig zu denken beginnt und, möglicherweise ohne dass man eingreifen kann, ihr Programm verändert.

STANDARD: Das klingt beängstigend.

Mukherjee: Es ist, als ob man die Evolution an den Hörnern packt und versucht, eine Bestie zu reiten. Wir wissen nicht, was passieren wird. Es gibt eine Unzahl ungeklärter Fragen, die das Leben jedes Einzelnen beeinflussen könnten. Was ist machbar, was ethisch vertretbar? Wer soll Grenzen setzen? Solche Entscheidungen sollten nicht von ein paar Eingeweihten getroffen werden. Jeder sollte mitreden können. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben.

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Studie über die Lügenkultur

Warum lügen die Menschen auf unterschiedliche Weise? Foto: dpa
Je nach Herkunft lügen Menschen auf unterschiedliche Weise. Das haben europäische Forscher eindrücklich belegt. Ihre Erkenntnisse könnten Einfluss auf die Rechtsprechung haben.

Frankfurter Rundschau

Menschen aus Afrika oder Asien haben eine andere Lügenkultur als Europäer. Das haben Forscher mit einer Studie über die sprachlichen Veränderungen beim Lügen herausgefunden. Europäer sehen sich demnach auch während sie lügen eher als Individuum, Afrikaner und Asiaten dagegen eher als Mitglied einer Gruppe, die sie schützen möchten. Die Forscher gehen davon aus, dass bisherige Annahmen über die Sprache beim Lügen stark vereinfacht waren. Die Erkenntnisse könnten unter anderem für die Polizeiarbeit von Bedeutung sein.

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Getöteter Flüchtlingsberater stammte aus dem Irak

Der von einem syrischen Flüchtling in einer Beratungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) getötete Psychologe stammte aus dem Irak.

evangelisch.de

Der 30-Jährige war 2004 zum Studium nach Deutschland gekommen und hatte zunächst ehrenamtlich, später hauptamtlich in der Flüchtlingshilfe gearbeitet, wie ein DRK-Sprecher am Donnerstag in Saarbrücken sagte. Der mutmaßliche Täter hatte den Psychologen den Ermittlungen zufolge am Mittwoch während eines Beratungsgesprächs in der Einrichtung in Saarbrücken erstochen.

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On the way home – Diskussion mit Dawkins

Foto: Brian Engler/RDF
Auf seiner US-Tour traf Richard Dawkins am 24. Mai 2017 in Washington den Biologen Jerry Coyne zu einer Diskussion.

Von Jerry Coyne | Richard-Dawkins-Foundation

Ich hänge am R*agan Airport in DC fest, den ich lieber bei seinem alten Namen „National Airport“ nenne. Nach Chicago-Zeit um Mittag herum werde ich zu Hause sein.

Vielleicht erinnert Sie die erste Hälfte dieses Posts an einen Beatles-Song; wenn Sie sagen können, auf welchem Album er war, gibt’s Extrapunkte.

Die Veranstaltung mit Richard Dawkins gestern Abend im Lisner-Auditorium (George Washington University, 24. Mai 2017) lief gut, jedenfalls erschien es mir so. 900 Besucher, der VIP-Bereich schon vorher ausverkauft, und ich glaube, unser Gespräch war recht lehrreich, auch wenn das immer schwer zu sagen ist, wenn man von der Bühne aus das Publikum nicht sehen kann (das Scheinwerferlicht war heftig). Ich versuchte, mich auf Evolution zu konzentrieren, wenngleich ich Richard dazu bekam, etwas über den freien Willen (im dualistischen Sinne) zu sagen, nachdem er in seinem demnächst erscheinenden (und empfohlenen) Essay-Band „Science in the Soul“ folgendes schrieb:

„Nach meinen öffentlichen Reden graust es mir vor der unvermeidlichen Frage ‚glauben Sie an den freien Willen‘ und ich nehme manchmal Zuflucht zu Christopher Hitchens typisch geistreicher Antwort, ‚Ich habe keine andere Wahl‘.“

Naja, schlagfertig ist das, aber nicht wirklich eine Antwort, also fragte ich ihn, ob er zustimmt, dass all unsere Handlungen vorherbestimmt sind, mit Ausnahme eventueller Quantenereignisse im Gehirn. Das räumte er ein und fügte hinzu, den Kompatibilismus und andere Versuche, den freien Willen zu „retten“, nicht recht zu verstehen. Diese Aspekte vertiefte ich nicht, und so diskutierten wir kurz die Implikationen eines reinen Determinismus für Gesellschaft und Rechtssystem.

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„Es gibt keine Depressionen“

Sander van Lien / Rijksuniversiteit Groningen
Wie der Psychologie- und Psychiatrieprofessor Peter de Jonge die psychische Gesundheitsversorgung revolutionieren will

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Peter de Jonge ist Professor für Psychiatrische Epidemiologie an den Universitätskliniken Groningen. Seit 2016 ist er ebenfalls Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Groningen. De Jonge ist unter anderem auf affektive Störungen (Gefühlsstörungen), die Epidemiologie psychischer Störungen, psychologische Methodologie und Statistik spezialisiert. Die psychische Gesundheit des Menschen erforscht er seit rund 20 Jahren.

Hierfür erhielt er Forschungsmittel in Höhe von über fünf Millionen Euro bewilligt, beispielsweise von der Niederländischen Forschungsorganisation (NWO). Das Gesundheitsunternehmen Espria unterstützte seine Forschung ebenfalls mit einer Million. De Jonge ist Mitglied des von der Harvard University geführten World Mental Health Surveys, das unter anderem Empfehlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet.

Professor De Jonge, bevor wir Ihre provokante Sichtweise auf Depressionen und Ihr eigenes Modell psychischer Störungen besprechen, würde ich gerne mehr über Ihre Forschungsmethoden erfahren. Würden Sie kurz erklären, was Sie für Ihr Forschungsprojekt „Wie verrückt sind die Niederländer“ (Hoe Gek is Nederland) gemacht haben?
Peter de Jonge: Es geht vor allem um die Frage, ob wir uns ein bestimmtes Individuum im Lauf der Zeit anschauen oder jemanden mit einem statistisch ermittelten Durchschnitt vergleichen. Psychologische und psychiatrische Forschung hat meistens allein Letzteres im Blick. Ich finde es aber wichtig, mir Individuen anzuschauen: Also nicht, ob er oder sie sich besser fühlt als der Durchschnittsmensch, sondern wie gut sich jemand im Vergleich zu seinem eigenen, normalen Gesundheitszustand fühlt.
Bei „Wie verrückt sind die Niederländer“ kann man beides tun: Seine psychische Gesundheit mit dem Rest des Landes vergleichen, aber auch sich selbst mit anderen Zeitpunkten. Zum Beispiel wird oft gesagt, dass sich Menschen durch Bewegung besser fühlen. Aber stimmt das auch für mich selbst?
Mit einer speziell hierfür entwickelten App können unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dreimal am Tag Fragen über ihr psychisches Wohlbefinden beantworten. So haben wir nach dreißig Tagen genügend Daten, um ein Bild ihrer „emotionalen Landschaft“ zu zeichnen. Wird jemand durch Wandern glücklicher? Oder durch Besuche bei den Schwiegereltern ausgerechnet unglücklicher?

Geist? Welcher Geist?

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Replik auf die Replik von Stephan Schleim: Um über das Leib-Seele-Problem reden zu können, muss man sich zunächst darüber einigen, wovon man überhaupt spricht

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Ich danke dem geschätzten Kollegen Stephan Schleim für seine klärenden Ergänzungen „Körper ist Geist“zu meinem Essay „Denken mit Leib und Seele“.

In vielen Punkten sind wir uns bemerkenswert einig. So etwa im Beharren auf einer soliden kritischen Erkenntnistheorie, die Schleim seinen Lesern vor ziemlich genau einem Jahr in Erinnerung rief „[…] der Punkt ist, dass das mit Händen Gefühlte, die Temperatur und sogar auch die Gummibälle uns wiederum nur als Phänomene gegeben sind. […] [S]owohl das psychische Phänomen als auch das biologische Substrat könnten, metaphysisch gesprochen, zwei verschiedene Seiten einer uns unbekannten Substanz sein. Oder um es mit Kant zu sagen: Das ‚Ding an sich‘ können wir nicht erkennen.“

Umgekehrt stimme ich ihm zu, dass Sprache im Allgemeinen, und insbesondere die Neigung der deutschen Sprache zum Substantivieren, das Denken auf Irrwege leiten können. Denker wie auch Stilisten deutscher Sprache haben seit langer Zeit propagiert, dass man die Prozesse der Welt, statt in Substantiven, besser in Verben ausdrücken sollte (hier eine sehr elegante Arbeit dazu). Es wäre vielleicht eine zwar schwierige, aber auch lohnende Arbeit, eine Philosophie des Geistes zu entwickeln und dabei auf Substantive (und Substantivierungen) zu verzichten.

Denn gewiss können Substantive Verpackungen ohne Inhalt (oder mit sehr variablem, kaum umgrenztem Inhalt) sein. Mir scheint nur, dass diese Kritik von Stephan Schleim für meinen Artikel nicht sehr relevant ist: Was Schizophrenie ist, ist mir hier ziemlich egal; die Rolle des Ruhezustandsnetzwerks ist auch unabhängig davon beschrieben worden. Dass „Bewusstsein“ ein Omnibuswort ist, sage ich selbst. Die Worte „Leib, Seele, Körper, Geist“ habe ich nicht in die Diskussion eingeführt, aber sie spielen für die Argumente zu „Qualia“ und mentaler Verursachung auch keine Rolle; dort spreche ich, ebenso wie Schleim, wo mentalen und physischen Prozessen.

Es herrscht also Einigkeit im grundsätzlichen Zugang. Und daher ergeben sich die scheinbaren Diskrepanzen, so deucht mich, aus einem Missverständnis. Nämlich dem Missverständnis darüber, was eigentlich gemeint ist, wenn von „mentalen“ oder „psychischen“ Prozessen die Rede ist. Wie Schleim richtig sagt: „Außerdem sollte man ein Problem klarer definieren, bevor man es diskutiert.“

Insbesondere, wenn man von „psychischen“ Vorgängen spricht, lenkt dies die Wahrnehmung auf die Psychologie und die von ihr untersuchten Phänomene. Was diese von biologischen Phänomenen unterscheidet, ist aus heutiger Sicht allein die Betrachtungsebene: das Verhalten lebender, üblicherweise intakter Organismen gegenüber dem, was in und an Zellen physiologisch und anatomisch passiert.

Dass diese unterschiedlich untersuchten Phänomene dabei nicht wesensmäßig verschieden sind, musste zwar in den vergangenen Jahrzehnten durchaus erst gezeigt werden. Heute aber wird kein wissenschaftlich arbeitender Psychologe oder Neurobiologe daran mehr zweifeln. Lernen – um das Beispiel aus Schleims Text zu nehmen – ist zwar definiert als die durch Erfahrung induzierte Verhaltensänderung eines Organismus (also psychologisch). Der Vorgang kann zugleich aber mechanistisch erklärt werden durch Veränderungen an Nervenzellverbindungen, die man mit den Methoden der Neurobiologie beobachten und manipulieren kann.

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Gehirn traut selbstmanipulierten Eindrücken mehr

Nicht alles, was wir zu sehen glauben, existiert wirklich… © Nastia11/ thinkstock
Das überrascht selbst Forscher: Unser Gehirn stuft selbsterzeugte Pseudo-Informationen als verlässlicher ein als echte Sinneseindrücke – zumindest wenn es um die optische Wahrnehmung geht. Belege dafür liefert ein Experiment zum blinden Fleck – dem blinden Bereich in unserem Sehfeld, den das Gehirn selbst mit Inhalt füllt. Probanden erschien ein Muster vollständiger, wenn es dort leer war und erst vom Gehirn ergänzt wurde – entgegen den Erwartungen der Wissenschaftler.

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Unsere Wahrnehmung ist manipuliert – von unserem eigenen Gehirn. Denn wie wir beispielsweise Gesichter, Objekte, Farben oder Bewegung sehen, hängt von unseren Erwartungen und Vorurteilen, den Hormonen und auch von unserem Geschlecht ab. Unser Gehirn ergänzt zudem unvollständige oder undeutliche Informationen und erzeugt so eher eine Interpretation als ein reales Abbild der Wirklichkeit. Im Extremfall gaukelt es uns so sogar Sinnesreize vor, die nicht da sind – bei Halluzinationen.

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NSU-Prozess: Gutachter zerpflückt Expertisen der Zschäpe-Verteidigung

Er bleibt dabei: Der Sachverständige im NSU-Prozess, Henning Saß, hält die Hauptangeklagte Beate Zschäpe für voll schuldfähig Quelle: dpa (2)
Im NSU-Prozess hat der Sachverständige Henning Saß bekräftigt, dass er die Angeklagte Beate Zschäpe für voll schuldfähig hält. Er übt heftige Kritik an den Gutachten zweier Kollegen im Auftrag ihrer Anwälte.

Von Gisela Friedrichsen | DIE WELT

Psychiater Henning Saß, der vom Gericht bestellte Sachverständige im Münchner NSU-Prozess, hat sein Gutachten über die Hauptangeklagte Beate Zschäpe gegen die Kritik ihrer Anwälte umfassend verteidigt. Er habe weder vor, sein Gutachten zu ergänzen, noch, dieses abzuändern, sagte er am Dienstag vor Gericht.

Weder die größtenteils akademischen Ausführungen des Bochumer Psychiaters Pedro Faustmann, den die Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm mit einer Methodenkritik beauftragt hatten, noch die „Exploration“ durch den Freiburger Psychiater Joachim Bauer, der durch die Anwälte Hermann Borchert und Mathias Grasel ins Verfahren gebracht wurde, hätten am Ergebnis seiner Expertise etwas geändert, erklärte Saß.

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Das Unterbewusstsein

Image: NOAA/Flickr
Bewusstsein heißt Freiheit. Dann ist der Einfluss des Unterbewusstseins Unfreiheit (Sofern wir hier von Freiheit sprechen wollen).

Föderation des Determinismus

Du glaubst, das ist bei Dir nicht der Fall? Du kannst Dich über Dein Unterbewusstsein hinwegsetzen? Nimm ein Brett von 20 cm Breite und 5 m Länge, lege es auf den Boden und spaziere darüber: Kein Problem. Jetzt das Brett über eine tiefe Schlucht. Und? Das Unterbewusstsein und vielleicht auch eine angeborene Angst vor der Tiefe greifen hier ein.

In meinem ganz persönlichen Umfeld kenne ich Menschen, die keine hohen Treppen hochsteigen, wenn man durch die Stufen hindurchsehen kann. Ein schönes Musterbeispiel ist der Petri-Kirchturm in Hamburg an der Mönckebergstraße, der gegen geringes Entgelt bestiegen werden kann. Die selben Stufen unten zu besteigen, ist kein Problem, oben greift das Unterbewusstsein ein und hindert einige Besucher an einem absolut sicheren und schönen Erlebnis.

Überhaupt findet so einiges in unserem Unterbewusstsein statt. Beim Lesen etwa interpretieren wir scharze und weiße Bereiche in Buchstaben, diese in Wörter und das ganze in Sprache, die dann wiederum in inhaltliches Verständnis übersetzt wird.

Oder: Wenn wir joggen, entscheiden wir uns zum Loslaufen. Die Beine bewegen sich nur, wenn wir es wollen. Dann übergeben wir an das Unterbewusstsein: Wir denken nicht mehr über jeden Schritt nach. Das Bewusstsein schweift ab und wir können über alles mögliche Nachdenken, ohne den Befehl zu geben, dass die Beine zu bewegen sind und die Füße eine komplexe Verwringungsbewegung ausführen sollen.

Blick Dich einmal in Deinem Raum um und betrachte alle roten Objeke. Jetzt schließt Du die Augen: Wie viele waren es? Vermutlich kannst Du es sagen. Aber während Du die roten Objekte betrachtet und vielleicht gezählt hast, könntest Du jetzt noch sagen, wie viele gründe und blaue Objekte dort waren? Du hast Dich konzentriert und Dein Unterbewusstsein hat die Wahrnehmung selektiert. Die anderen Gegenstände wurden ausgeblendet. Oder: Hat Deine Uhr Striche, die die Sekunden markieren? Befinden sich dort Ziffern? Wie viele Striche befinden sich zwischen den Ziffern? Wir sehen etlich male am Tag auf die Uhr, aber mit selektiver Wahrnehmung, weil wir uns auf die Zeit konzentrieren.

Ich hatte auch den Einfluss des Körpers angesprochen, von Hormonen und Drogen etwa. Bewusstsein und Körper stehen aber auch in Wechselwirkung: Wenn wir uns über etwas ärgern, verkrampfen sich bestimmte Muskelpartien. Versuch mal, Dich über etwas zu ärgern und gleichzeitig Deine Muskeln zu entspannen. Vor einem Auftritt auf der Bühne oder einem Vorstellungsgespräch sind wir vielleicht aufgeregt, dies kommt vom Kopf und schlägt sich auch körperlich nieder: Der Adrenalinpegel steigt, der Puls geht hoch, der Blutdruck steigt.

Auch auf Launen und Stimmungen hat unser Unterbewusstsein einen erheblichen Einfluss. Ob wir über ein Ereignis glücklich oder unglücklich sind, entscheidet unsere Stimmung und unsere zum Teil unterbewusste Erwartungshaltung. Niemand wird behaupten wollen, dass man mit bloßer Willensanstrengung seine Stimmung ändern kann: Dann bedürfte es keiner Psychiater, die sich mit Depressionen befassen.

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Denken mit Leib und Seele

Eine physikalische Erklärung des Bewusstseins ist gescheitert. Neurobiologen und Philosophen fangen an, andere Denkmodelle wieder in Betracht zu ziehen

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Im Jahre 1999 hörte ich bei einer Tagung von Neurowissenschaftlern und Geistesphilosophen einen Vortrag der bekannten Neurophilosophin Patricia Churchland. In der anschließenden Diskussion fragte sie ein Zuschauer die Große Frage: Wie denn nun Gehirn und Bewusstsein zusammenhingen?

Churchland antwortete (so zumindest habe ich es in meinem kreativen Gedächtnis gespeichert): Nun, dazu seien wir ja hier, um das von den Neurobiologen zu erfahren. Es war die Bankrotterklärung der Philosophie: Bewusstsein als biologisches Problem.

Allerdings war die Kapitulation der Geistesphilosophen zu der Zeit nachvollziehbar, denn die Neurowissenschaften zeigten quasi täglich neu die enge Kopplung von Gehirnfunktion und Erlebnisinhalten, die skurrilen Ausfallserscheinungen bei neurologischen Patienten mit klar definierten Schädigungen, und biochemische, drogeninduzierte Veränderungen des Bewusstseins.

Auf demselben Podium trat damals Vilayanyur Ramachandran auf, der brillante Neurologe und umwerfende Rhetoriker, der an seinen Patienten viel über die neuronale Organisation von Ich und Welt herausgefunden hat. Wenn ein Schlaganfall Teile der rechten Hirnhälfte zerstört, dann leugnen die Patienten die Existenz einer linken Hälfte der Welt. Keine Vernunftgründe, keine Erinnerung können sie davon überzeugen. Ihre Weltsicht ist ein zwingendes Ergebnis des geschädigten Nervenfleischs. Ebenso verschwindet alle Persönlichkeit, alle Selbstbestimmung, wenn (wie vor gar nicht so langer Zeit bei einer Lobotomie) die Verbindungen des Stirnhirns gekappt werden. Da scheint es kein „Ich“ zu geben, das über die zerstörte Materie Gewalt erlangen kann. Und auch Rauschzustände sind stärker als so etwas wie „Wille“. „Bewusstsein“, so scheint es, ist wirklich ein Produkt biochemischer, neuronaler Prozesse.

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Lesen krempelt unser Gehirn um

Das Lesenlernen verändert unser Gehirn überraschend tiefgreifend © thinkstock
Tiefgreifende Umstrukturierung: Wenn wir lesen lernen, verändert dies unser Gehirn auf überraschend fundamentale Weise. Denn nicht nur die Sprach- und Sehzentren im Cortex wandeln sich dadurch, auch evolutionär alte Hirnareale wie der Hirnstamm und der Thalamus sind beteiligt. Die komplexe Aufgabe des Lesenlernens hinterlässt damit tiefgreifenden und dauerhafte Spuren in unserem Gehirn, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

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Das Lesen ist eine der größten Errungenschaften der menschlichen Kultur – und eine mentale Herausforderung. Der Mensch benötigt meist Monate, manchmal Jahre des Übens, um lesen zu lernen. Ein möglicher Grund: Weil die Schrift erst vor wenigen tausend Jahren erfunden wurde, hat unser Gehirn noch keine Zeit gehabt, ein eigenes Lesezentrum zu entwickeln. Stattdessen muss es andere Hirnareale umfunktionieren.

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Intelligenzgene identifiziert

Unsere Intelligenz beruht zwar zu fast 80 Prozent auf genetischer Veranlagung. Bisher sind jedoch nur einige der Genfaktoren dafür bekannt. © Phonlamai/ thinkstoc
52 Gene – mindestens: Unsere Intelligenz beruht auf unzähligen Genfaktoren, statt auf nur einem oder einigen wenigen Genen. Das bestätigt die bisher umfassendste Großfahndung nach Intelligenzgenen im menschlichen Erbgut. Sie identifizierte 52 Gene mit Einfluss auf unsere geistigen Leistungen. Doch selbst diese Gene bestimmen nur knapp fünf Prozent unserer Intelligenz, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Ein genetischer IQ-Test droht daher wohl auch in Zukunft nicht.

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Was bestimmt, wie intelligent ein Mensch wird? Sind es die Gene, die Umwelt oder doch beides? Nachdem jahrzehntelang darüber gestritten wurde, welche Faktoren den größeren Anteil an unserer Intelligenz haben, scheint sich nun die Vererbung als wichtigster Einflussfaktor durchzusetzen. Nach neueren Schätzungen könnten bei Erwachsenen sogar rund 80 Prozent der geistigen Leistungsfähigkeit auf die Gene zurückgehen.

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„Frauen sind Sklaven, sie müssen ihren Mund halten“

Weil sie Unterhalt forderte, fesselte Nurettin B. seine Ex-Frau an seinen Wagen und schleifte sie durch Hameln. Das Opfer erzählt aus einer „höllischen“ Ehe – und einem verstörenden Frauenbild des Täters.

Von Christine Kensche | DIE WELT

Es ist nicht die Frage nach dem Ob, auch nicht die nach dem Weshalb, die in diesem Prozess im Mittelpunkt steht. Dass er versucht hat, seine Ex-Frau zu töten, weil sie seinen Lohn pfänden lassen wollte, gibt der Deutschkurde Nurettin B. gleich zu Beginn zu. Es ist das Wie, das Rätsel aufgibt. Denn die Tat erinnert an eine mittelalterliche Hinrichtung.

An Einzelheiten könne er sich nicht erinnern, lässt der 39-Jährige seinen Verteidiger verlesen. Nur daran, dass er einen solchen Hass verspürt habe wie noch nie in seinem Leben. „Es war wie eine andauernde Explosion.“

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Lichtdoping: Blaues Licht verbessert Endspurt

Sportler während einer Behandlung mit blauem Licht. Diese gezielte Lichttherapie kann offenbar die abendlichen Leistungen verbessern. © Universität Basel
Schneller dank blauem Licht: Ein „Lichtdoping“ könnte Sportlern bei abendlichen Sportwettkämpfen bessere Leistungen ermöglichen – darauf deutet nun ein Experiment hin. Setzten sich Radfahrer vor einem Rennen eine Stunde lang blauem Licht aus, waren sie im Endspurt schneller als ohne diese Lichtdusche. Der Grund dafür: Das blaue Licht polt ihre innere Uhr trotz später Stunde wieder auf „wach“ um, wie die Forscher erklären.

scinexx

Unser natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst unseren Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und auch die körperliche Leistungsfähigkeit. Doch genau das kann für Leistungssportler zum Problem werden: Viele Sportwettkämpfe finden am späten Abend während der der „Prime Time“ im Fernsehen statt. Weil ihr Körper zu diesem Zeitpunkt bereits auf Ruhe gepolt ist, können viele Athleten nicht mehr ihre volle Höchstleistung erzielen – dafür sorgt unter anderem das Schlafhormon Melatonin.

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Von gedachter Schönheit und Immanuel Kant

Das Prinzip grafisch auf den Punkt gebracht. (Credit: Brielmann and Pelli)

Das ist aber eine schöne Blume! Über diese und ähnliche Aussagen lässt sich philosophieren – man kann die Frage stellen: Muss man zur Wahrnehmung von Schönheit denken? Dieser Überzeugung war der Philosoph Immanuel Kant. Ihm zufolge ist die Wahrnehmung von Schönheit mit Denken verknüpft – im Gegensatz zur Wahrnehmung von sinnlichen Freuden wie beim Essen oder Sex. Diese sinnlichen Freuden kann man deshalb eigentlich nicht als schön bezeichnen, meinte Kant. Eine experimentelle Studie bestätigt nun seine Ansichten – allerdings mit Vorbehalten.

Von Martin Vieweg | bild der wissenschaft

Um den philosophischen Theorien Kants experimentell nachzugehen, haben Denis Pelli und Aenne Brielmannan von der New York University Tests mit 62 Freiwilligen durchgeführt. Sie sollten angeben, wie viel Genuss beziehungsweise Schönheitsempfinden sie wahrnahmen, während sie Bilder sahen, eine Leckerei schmeckten oder einen besonders flauschigen Teddybär fühlten. Die Forscher zeigten jedem Proband eine Reihe verschiedener Bilder, einige, die in der Regel als schön definiert werden, einige nur nette und auch neutrale, wie beispielsweise von einem simplen Stuhl. Die Teilnehmer bewerteten dann ihre Empfindungen von Schönheit beziehungsweise Genuss bei den sinnlichen Erfahrungen auf einer Vier-Punkte-Skala.

Die Wahrnehmung von Schönheit ist ablenkbar

Anschließend wurde das Experiment wiederholt, diesmal wurden die Probanden aber durch eine Zusatzaufgabe geistig abgelenkt: Sie bekamen Buchstabenreihen vorgelesen und sollten jedes Mal einen Knopf drücken, wenn sich ein zuvor gehörter Buchstabe nach zwei weiteren wiederholte.

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Study Finds Link Between Brain Damage and Religious Fundamentalism

Lacking „cognitive flexibility“ could contribute to radical religious belief.

By Bobby Azarian | Alternet

new study published in the journal Neuropsychologia has shown that religious fundamentalism is, in part, the result of a functional impairment in a brain region known as the prefrontal cortex. The findings suggest that damage to particular areas of the prefrontal cortex indirectly promotes religious fundamentalism by diminishing cognitive flexibility and openness—a psychology term that describes a personality trait which involves dimensions like curiosity, creativity, and open-mindedness.

Religious beliefs can be thought of as socially transmitted mental representations that consist of supernatural events and entities assumed to be real. Religious beliefs differ from empirical beliefs, which are based on how the world appears to be and are updated as new evidence accumulates or when new theories with better predictive power emerge. On the other hand, religious beliefs are not usually updated in response to new evidence or scientific explanations, and are therefore strongly associated with conservatism. They are fixed and rigid, which helps promote predictability and coherence to the rules of society among individuals within the group.

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