Archiv der Kategorie: Psychologie

Erste „Wortkarte“ unseres Gehirns

Ein neuer Hirnatlas zeigt erstmals, wo unser Gehirn welche Wörter verarbeitet. Für mehr als 10.000 Wortbedeutungen kann man direkt erkennen, welche Areale aktiv werden. Demnach aktivieren Wörter mit eher sozialer Bedeutung beispielsweise andere Hirnareale als Farbwörter, Ortsangaben oder Zahlen. Das gesamte semantische Netzwerk überzieht jedoch das gesamte Gehirn, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Dank moderner bildgebender Verfahren weiß man heute, dass Sprache in unserem Gehirn mehr Areale aktiviert als nur die beiden bekannten Sprachzentren der linken Hirnhälfte. Stattdessen ist ein ganzes Netzwerk daran beteiligt, die Bedeutung der Wörter zu entschlüsseln. Doch wie die Arbeit innerhalb dieses Netzwerks verteilt ist und wo welche Bedeutungen verarbeitet werden, blieb weitgehend unbekannt.

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Wie unser Gehirn die Zahl Null erkennt

Um eine leere Menge als Zahlenwert Null zu erkennen, benötigt unser Gehirn zwei Schritte und zwei Hirnareale. © Wavebreakmedia/ thinkstock
Ein Nichts als Zahl: Forscher haben erstmals aufgedeckt, wie unser Gehirn die Null verarbeitet und erkennt – eine alles andere als triviale Leistung. Denn eine leere Menge, ein Nichts, muss dabei als Teil der mentalen Zahlenreihe erkannt und korrekt eingeordnet werden. Wie nun Hirnscans bei Affen belegen, benötigt das Gehirn dafür zwei Schritte. Erst im zweiten erfolgt dabei die Umwandlung ins abstrakte Konzept, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

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Schon unsere frühen Vorfahren beherrschten das Zählen und schufen sich Zahlensysteme, um Mengen anzugeben. Heute weiß man, dass es in unserem Gehirn sogar eigene Areale für die Verarbeitung von Zahlengrößen gibt – und dass das Gehirn von Mathematikern anders funktioniert als das von Laien.

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“Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?”

Image: Frans de Waal/FB
Image: Frans de Waal/FB
Tomorrow (Monday: 25 April, 2016) will be the official pub date of my book “Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?” This means that the English version is, or should be, in the stores and that if you order the book from an internet provider, it will be shipped to you right away. Many translations are either coming out or in the works, while the UK edition will appear early September, 2016, in London.

By Frans de Waal | Facebook

It has been a long journey from writing to production to having the book available, and I appreciate all of the patience of those who wanted to read it right away. If you have read the book and liked it and wish to promote it, one great way is to put a glowing review on the Amazon.com website. Amazon ratings and reviews do matter. Another way, of course, is the good-old word-of-mouth method of recommending the book to others.
Several reviews of the book have already appeared in print or on the internet, and I am sure many more will follow in the coming days and weeks. There is even a placement on the “best new books” list of, yes, People magazine. It is also on Publisher’s Weekly tip sheet. The New York Times published an extract as well as a book review, as did Slate.com. Science Friday did a radio interview on the book on April 22nd – you can listen to it here. In the meantime in the Netherlands, the book entered within days the top ten of non-fiction books.
The key message that animals are a lot smarter than science has given them credit for is likely to resonate. The book pays ample attention to the history of my field, including the question why it has taken so long to reach this conclusion. We stand at the beginning of a new way of looking at animal intelligence. The present generation of scientists focuses on the animals themselves rather than on the tired old question of what makes humans special. The book’s goal is to make new knowledge accessible. The first reviews indicate that everyone thinks it is fun to read.

Schlaf: Eine Hirnhälfte hält Wache

Bei der ersten Nacht in einem fremden Bett bleibt ein Teil des Gehirns halbwach © wavebreakmedia
Wächter über unseren Schlaf: Forscher haben herausgefunden, warum wir in der ersten Nacht am fremder Ort schlechter schlafen. Schuld ist ein subtiler Schutzmechanismus in unserem Gehirn: Statt komplett in den Tiefschlaf zu gleiten, bleibt eine Gehirnhälfte ein wenig wacher als normalerweise. Erst wenn wir uns an die Umgebung gewohnt haben, schläft dann wieder das gesamte Gehirn“, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

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Diesen Effekt kennt fast jeder: Ist man im Hotel oder irgendwo zu Besuch, dann schläft man in der ersten Nacht oft schlechter als in den folgenden Nächten. Man fühlt sich unausgeruht und hat das Gefühl, sich die halbe Nacht herumgewälzt zu haben. Dieser Effekt ist sogar so ausgeprägt, dass Wissenschaftler im Schlaflabor bewusst eine Eingewöhnungsnacht für ihre Probanden einplanen. Zwar werden diese dabei voll verkabelt, die Daten werden aber verworfen, weil sie nicht repräsentativ sind.

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Lebende Gesellschaften und aussterbende Gender-Unisexmenschen

Bild: RDF
In SHIFT Vol. 3 haben wir vier Debatten-Beiträge zum Thema „Gender Mainstreaming“ veröffentlicht. Prof. Dr. Ulrich Kutschera hat sich in diesem zusätzlichen Online-Kommentar nochmal näher mit den Beiträgen und ihren Argumenten auseinandergesetzt.

Von Ulrich Kutschera | Richard Dawkins-Foundation

Als Physiologe und Evolutionsbiologe mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der ergebnisoffenen Grundlagenforschung begrüße ich es nachdrücklich, dass die Zeitschrift SHIFT eine vierteilige Serie von Kommentaren publiziert hat, in welchen der Themenbereich „Soziologische Geschlechterforschung“ bzw. „Politikprogramm Gender Mainstreaming (GM)“ thematisiert worden ist. Was können wir aus diesen Kommentaren lernen?

Der erste Autor, ein Gender-kritischer Selbstdenker, beginnt seine Ausführungen mit der Beschreibung der Doku-Videos des Norwegers Harald Eia. Auch ich schätze diese Filme sehr, da sie auf eindrucksvolle Weise vor Augen führen, dass die soziologischen Spekulationen staatlich alimentierter „Gender-Forscherinnen“ durch naturwissenschaftliche Fakten ad absurdum geführt werden können. Leider musste ich jedoch nach Ansicht der exzellenten Videofilme feststellen, dass kaum ein Argument der interviewten Gender-Kritiker durch entsprechende Fachpublikationen bestätigt werden kann. So findet man z. B. die dort gezeigten Kleinkind-Experimente in Verbindung mit dem Namen des interviewten Wissenschaftlers in keiner Quelle (Jungen krabbeln zu Spielzeugautos und Werkzeug, während die Mädchen bevorzugt nach weichen Bällen und Puppen greifen). Ebenso wenig wird man fündig, wenn man die Aussagen der renommierten Psychologen überprüfen möchte. Kurz: Die wertvollen H. Eia-Videos können von Gender-Ideologinnen problemlos als „unbelegte Diffamierungen ihrer Forschungen“ abqualifiziert werden — es fehlen ganz einfach die Quellenverweise.

Korrekt und sachkundig wird im ersten Kommentar die Geschichte der Einschleusung politischer „Gender-Perspektiven“ in die Berufswelt sowie die Konfusion der Gleichberechtigung mit dem Dogma einer „Macht-Gleichstellung“ thematisiert. Am Ende „outet“ sich der belesene Autor leider als Kreationist: Er glaubt, Gott hätte uns mit guten Absichten ergänzend als Mann und Frau geschaffen. Diese biblische Sicht der Dinge wird unserer evolutiv herausgebildeten „Mann-Frau-Natur“ in keiner Weise gerecht, insbesondere nicht unter Berücksichtigung des „Gender-Paradoxons“.

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Hirnströme verraten Identität

Verräterische Wellen: Gehirnströme können fast ebenso viel über unsere Identität preisgeben wie ein Fingerabdruck © Sebastian Kaulitzki/ thinkstock, Andrii Cherninskyi/ CC-by-sa 4.0
Hirnscan statt Fingerabdruck: Die Identität einer Person lässt sich erstaunlich genau anhand ihrer Gehirnwellen offenlegen. Das belegt nun ein Experiment von US-Forschern. Demnach sind unsere Reaktionen auf Bilder so charakteristisch, dass eine Software Personen anhand der dabei entstehenden Hirnmuster identifizieren kann – und zwar mit einer Trefferquote von 100 Prozent. Das Verfahren hat den Forschern zufolge vor allem Potenzial für Hochsicherheitsbereiche.

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Die Hirnaktivität eines Menschen verrät so einiges über ihn. Zwar können Wissenschaftler noch keine komplexen Gedanken lesen. Doch sie kommen dieser Fähigkeit immer näher. Bereits 2011 war es Forschern gelungen, anhand der Gehirnwellen geträumte Bewegungen zu erkennen. Sie konnten unterscheiden, ob der Proband gerade davon träumte, seine linke oder seine rechte Faust zu ballen. Auch gehörte und gesprochene Wörter haben Wissenschaftler schon anhand von Hirnströmen rekonstruiert.

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Im Seelenraum des Sozialen

Die Stimmung ist augenscheinlich erwartungsvoll. Aber wer kommt? (Bild: Richard Drew / AP)
Stimmungen steigen in uns auf und beherrschen uns. Der Soziologe Heinz Bude versucht in seinem neuen Buch zu zeigen, wie.

Von Uwe Justus Wenzel | Neue Zürcher Zeitung

Stimmungen herrschen – aber nicht so, wie Herrscher herrschen. Wenn in einer Abendgesellschaft, wie man zu sagen pflegt, eine ausgelassene Stimmung herrscht, sind alle, die zu der Gesellschaft gehören, unwiderstehlich zu Scherzen aufgelegt. Darin besteht die ausgelassene Stimmung, darüber hinaus ist sie – nichts. Stimmungen herrschen ungefähr so, wie es regnet: Wie es kein Subjekt namens Regen gibt, das da regnet, so auch keines namens Stimmung, das uns so oder so stimmt, fröhlich oder traurig macht. Stimmungen sind nur im Satz Subjekte: Sie kommen auf, sie steigen in mir auf, sie überkommen uns. Aber ich bin es, der von Trübsinn oder Heiterkeit erfüllt ist, dem es schwer oder leicht zumute ist. Zwar beherrscht diese oder jene Stimmung das Gemüt, und insofern herrscht sie auch über uns, doch herrscht sie nur über uns, weil sie in uns und durch uns herrscht.

Sein und Bewusstsein

Stimmungen – so hat Martin Heidegger sie einmal charakterisiert – sind wie Melodien: Sie geben den Ton an, sie stimmen und bestimmen «die Art und das Wie» des jeweiligen Daseins; sie zeigen, «wie einem ist und wird», in ihnen erschliesst sich – allem Denken, Wollen und Urteilen voraus – meine Befindlichkeit, mein so oder so «getöntes» In-der-Welt-Sein. Anders als Gefühle sind Stimmungen nicht auf etwas Bestimmtes bezogen oder gerichtet, sie haben keinen eigentlichen Gegenstand. Sie sind jedoch keine blossen Begleiterscheinungen, sondern selbst das Medium des Erscheinens der Welt; in ihnen erschliesst sich die jeweilige Lebenssituation im Ganzen – etwa so, wie ein Raum oder eine Landschaft ihre je eigene Atmosphäre haben können.

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Kreativ durch Hirnstimulation?

Aktiv für Kreativität: Der vordere Bereich des präfrontalen Kortex ist für innovatives Denken zuständig © Georgetown University/ stockimage
Elektrisches Doping fürs Gehirn: Gezielte Hirnstimulation mit schwachem Gleichstrom könnte unsere Kreativität fördern. Werden für kreatives Denken verantwortliche Regionen im Gehirn auf diese Weise zu mehr Aktivität angeregt, hat das einen deutlichen Effekt. Im Experiment wurden Probanden dank der elektrischen Impulse einfallsreicher, wie Forscher berichten. Sie fanden demnach mehr Lösungen für Aufgaben, bei denen innovatives Denken gefragt war. In Zukunft könnte die Methode vielleicht einmal Patienten mit Hirnstörungen helfen.

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Wissenschaftler sind heute dazu in der Lage, bestimmte Bereiche unseres Gehirns gezielt zu manipulieren. Mithilfe von Magnetimpulsen können sie die Aktivität von Hirnregionen kurzzeitig unterbrechen und sogar die Händigkeit von Probanden umpolen. Umgekehrt lässt sich unser Gehirn durch transkranielle elektrische Signale auch räumlich begrenzt stimulieren. Selbst Träume konnten Forscher mit dieser Hirnstimulation schon beeinflussen.

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Studie: Wer sich sozial engagiert, lebt und stirbt zufriedener

Gute Nachricht für alle, die ehrenamtlich aktiv sind: Wer sich sozial engagiert, lebt und stirbt zufriedener. Das ergab eine Studie der Berliner Humboldt-Universität.

kath.net

Dazu werteten Wissenschaftler des Instituts für Psychologie die Daten von 2.910 verstorbenen Personen aus, die vor ihrem Tod bis zu 27-mal an einer jährlich durchgeführten Befragung teilgenommen hatten. Laut einer Mitteilung der Universität zeigen die Ergebnisse, dass sowohl ein sozial aktives Leben als auch das Verfolgen sozialer Ziele mit einem höheren Wohlbefinden in der letzten Lebensphase in Verbindung stehen. Der Zusammenhang bestehe unabhängig von Faktoren wie dem Gesundheitszustand, Behinderungen, dem sozio-ökonomischen Status und dem Bildungsstand. Einer der Autoren, Prof. Denis Gerstorf, erklärte: „Menschen mit sozialer Orientierung sind daran interessiert, anderen zu helfen, und engagieren sich in sozialen und politischen Initiativen. Offensichtlich ist dies auch und gerade am Ende des Lebens für das eigene Wohlbefinden von Bedeutung.“ Wie Gerstorf auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, wurde bei der Untersuchung nicht speziell erhoben, ob sich die betreffenden Personen ehrenamtlich in der Kirche betätigten.

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Was LSD mit unserem Gehirn macht

Hirn auf Droge: Unter LSD-Einfluss arbeitet unser Gehirn anders © pixologicstudio/ thinkstock
Blick ins Hirn auf Droge: Erstmals haben Forscher gezeigt, wie das menschliche Gehirn auf den Einfluss von LSD reagiert. Das Halluzinogen aktiviert nicht nur zahlreiche Hirnareale – es lässt auch Regionen zusammenarbeiten, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben. Und: Es versetzt das Gehirn in einen kindlichen Zustand, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

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Unter LSD-Einfluss wirkt die Welt wie ein Traum. Die Halluzinationen auslösende Droge verändert sowohl die optische, als auch die sensorische und akustische Wahrnehmung – und sie wirkt sich auf das Zeitempfinden aus. Ihre komplexen Auswirkungen auf das menschliche Gehirn machen die Substanz auch für Mediziner interessant.

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Mathematikern ins Gehirn geblickt

Das Gehirn von Mathematikern reagiert auf mathematische Aussagen anders als bei Mathe-Laien. © wavebreakmedia/ thinkstock
Mathe-Profis sind anders: Wenn Mathematiker über mathematische Aussagen nachdenken, springt in ihrem Gehirn ein ganz spezielles Netzwerk an. Dieses Aktivitätsmuster ist für sie einzigartig und reagiert nur auf Mathematik, wie Hirnscans belegen. Bei Nichtmathematikern existiert dieses Netzwerk dagegen nicht. Spannend auch: Die Lage der aktivierten Hirnareale verrät, dass abstrakte Mathematik weniger mit Linguistik zu tun hat, als manche Forscher bisher angenommen haben.

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Mathematik gehört zu den einzigartigen Errungenschaften des Menschen. Zwar können auch einige Tiere zählen, aber die Fähigkeit zu abstraktem mathematischen Denken fehlt ihnen. Umstritten ist jedoch, wie unsere Vorfahren zur Mathematik kamen: Einer Theorie nach ist sie eine Art Nebenprodukt unserer Sprache. Die logischen und teilweise abstrakten Regeln der Grammatik werden demnach einfach auf Zahlen statt auf Wörter angewendet.

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Angst lässt Spinnen größer wirken

Objekt der Angst: Wer sich vor Spinnen fürchtet, überschätzt die Größe der Krabbler © Freeimages
Verzerrte Wahrnehmung: Wer Angst vor Spinnen hat, nimmt die Tiere viel größer wahr als gesunde Menschen. Diese abweichende Verarbeitung der visuellen Information könnte eine mögliche Ursache der übersteigerten Furcht vor den Krabblern sein, wie Experimente nahelegen. Die gute Nachricht: Die falsche Einschätzung lässt sich mithilfe einer Therapie erfolgreich korrigieren.

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Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann hat Angst vor Spinnen. Die achtbeinigen Krabbler lösen bei vielen Menschen nicht nur Unwohlsein, sondern im Extremfall richtige Panik, Grusel und Ekel aus. Allein die Vorstellung, einer Spinne zu begegnen, verursacht bei Spinnenphobikern mitunter ein Angstgefühl von lähmender Intensität.

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Wie Mehrsprachigkeit unser Gehirn verändert

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Wer mehrere Sprachen spricht, hat nicht nur bei der Kommunikation Vorteile. Multilinguale Menschen sind sozial kompetenter und ihr Gehirn arbeitet effizienter. Im Alter haben sie zudem einen Vorteil.

Von Fanny Jiménez | DIE WELT

Der Junge zögert einen Moment. Der Erwachsene, der ihm gegenübersitzt, hat ihn gebeten, das kleine Auto vom Tisch zu nehmen – aber welches meint er bloß? Das kleinste der drei Autos, die dort stehen, kann der Erwachsene nämlich gar nicht sehen. Es ist aus seiner Perspektive versteckt hinter einer kleinen Wand.

Der Junge ist vier, und die Entscheidung fällt ihm nicht leicht. Am Ende aber nimmt er das mittelgroße Auto – also jenes, das der Erwachsene ihm gegenüber wohl für das kleine hält.

Was in diesem Experiment der Psychologin Katherine Kinzler von der University of Chicago getestet wird, ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Dieser schwierige Perspektivenwechsel, so das gerade veröffentlichte Ergebnis, gelingt manchen Kindern besser als anderen – und zwar jenen, die mehrsprachig aufwachsen.

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Schlaf, der Gedächtnisgärtner

Bild: heise.de
Nichts tun wir so ausdauernd wie – scheinbar – nichts: Schlafen. An einzelnen Tagen mag die Arbeitszeit überwiegen, aber im Durchschnitt unseres Lebens verbringen wir ein Drittel jedes Tages in erholsamer Bewusstlosigkeit.

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Das macht es umso seltsamer, dass die Neurowissenschaften erst seit einigen Jahren dahinter kommen, wozu Schlaf gut ist. Die Frage ist nicht damit beantwortet, dass man sagt: Weil wir müde sind. Müdigkeit ist nur die Wahrnehmung des Schlafbedürfnisses. So, wie die Natur den Hunger eingeführt hat, damit wir essen, hat sie die Müdigkeit erfunden, damit wir schlafen. Wozu wir essen sollen, ist offensichtlich. Aber die Frage bleibt: Wozu sollen wir schlafen?

Es vereinfacht die Beantwortung der Frage nicht, dass es Tiere gibt, bei denen sie sich nicht stellt. Um den Nutzen eines Verhaltensbereichs zu ergründen, ist es ja oft eine gute Idee, den Blick im Tierreich schweifen zu lassen. Immerhin: Alle Tiere schlafen. Aber manche mehr, manche weniger. Nach einer Zusammenstellung von Jerome Siegel von der UCLA finden sich am einen Ende der Skala zwei Fledermäuse, die auf Englisch anscheinend tatsächlich „little brown bat“ und „big brown bat“ heißen. Sie schlafen jeden Tag rund 20 Stunden. Das andere Extrem repräsentieren große Pflanzenfresser wie Elefanten, Pferde, Hirsche und Giraffen, die nur gerade auf drei bis vier Stunden Schlaf am Tag kommen. Und einige Tiere schlafen zeitweise gar nicht. Walrosse können Tage lang aktiv schwimmen, ohne danach Schlaf nachholen zu müssen; auch manche Wale bleiben nach der Geburt eines Kalbs längere Zeit wach.

Evolutionär betrachtet, scheint es keinen Zweck zu geben, für den Schlaf gebraucht würde. Vielmehr nennt Siegel Schlaf eine Phase „adaptiver Untätigkeit“. Das will sagen: Für fast jedes Lebewesen, vom Bakterium aufwärts, gibt es – meist zyklisch wiederkehrende – Umweltbedingungen, an die es nicht gut angepasst ist. Fische können nichts mit Trockenheit anfangen, Pflanzen und viele Tiere nichts mit Winter, und viele Säugetiere nichts mit Nacht. Dann ist es dunkel, sie sehen nichts, und wenn sie blind herumtapsen, besteht die Gefahr, einem anderen Tier vor die Schnauze zu laufen, das sich besser zurechtfindet und lange Zähne hat.

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Neuroscientists Hack the Brain’s Circuitry for Winning and Losing

We may be programmed in such ways as to predispose us toward „winning“ or „losing,“ according to research published this week in Science by neuroscientists at the RIKEN Brain Science Institute in Japan. This is the case, at least, for zebrafish, which were found to have separate neural circuits whose relative activity could be used to predict the outcome of fights. Generally, what they’ve found is a biological mechanism for conflict resolution and social aggression.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

The neural subregions in question are both part of the dorsal habenula (dHb), a wad of neurons right in the brain’s central nut responsible for such things as stress and pain responses, reproductive behavior, and learning.

„Losing“ zebrafish were found to have increased neural activity in the lateral regions of the dHb—particularly a pathway linking it to another brain region called the interpeduncular nucleus (IPN)—while „winning“ fish were found to have increased activity in the medial regions of the dHb.

Moreover, by selectively silencing these regions, the researchers were able to essentially hard-wire different fish for winning and losing. Which is a bit weird.

„Aggression is an evolutionarily conserved behavior critical for animal survival,“ the authors explain. „When conflict is unavoidable, animals use aggression to establish a social hierarchy that determines how to share limited resources. Most animal conflicts aim at establishing a social hierarchy rather than causing lethal damage to opponents, which achieves the best cost-benefit for the group. However, the biological mechanisms governing the resolution of social conflict remain largely unknown.“

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Warum wir Geistesblitzen vertrauen sollten

Viele große Forscher und Erfinder verdanken Geistesblitzen ihre besten Ideen. © Matthieu Chavigny / freeiamges
Aha-Momente hat jeder schon erlebt: Plötzlich scheint dabei die Lösung eines Problems wie aus dem Nichts aufzutauchen. Aber wie verlässlich sind diese Geistesblitze? Das haben Forscher nun überprüft. Ihr Ergebnis: Lösungen, die auf solchen Aha-Momenten beruhen, sind sogar oft richtiger als diejenigen, die auf systematisches, analytisches Denken zurückgehen. Wir sollten sie daher nicht missachten, so ihr Rat.

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Heureka! Von vielen großen Forschern und Genies wird berichtet, dass sie ihre besten Ideen durch plötzliche Eingebungen bekamen. Ob Albert Einstein, der in einem Gedankenexperiment über einen Fahrstuhl nachdachte und dabei die Basis für seine Allgemeine Relativitätstheorie fand, der Chemiker Kekulé, dem im Halbschlaf die Struktur des Benzolrings einfiel oder Niels Bohr, dem ein Geistesblitz die Grundlage für sein Atommodell lieferte.

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Ausgebrannt – ist Burnout therapierbar?

Wer denkt, dass Burnout nur Topmanager in den obersten Führungsriegen trifft, irrt. © shutterstock, Lisa S.
Hohe Arbeitsbelastung und enormer Zeitdruck: Wer denkt, dass Burnout nur Topmanager in den obersten Führungsriegen trifft, irrt. Burnout wird zum Volksleiden. Aber das diffuse Krankheitsbild und unterschiedlichste individuelle Symptome erschweren die Diagnose. Nichtsdestotrotz kann Betroffenen geholfen werden, das Burnout Syndrom ist therapierbar.

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Im Hamsterrad: Wer sich Tag für Tag abstrampelt im Job, für die Familie, den Freundes- und Bekanntenkreis, ignoriert gerne die eigenen Grenzen – und merkt gar nicht, dass es eigentlich längst zu viel ist. Oder wird von Schuldgefühlen daran gehindert, sich das einzugestehen. Schlaf- und Konzentrationsstörungen, nervöse Ticks, chronische Kopfschmerzen und Schwindelgefühl sind nur einige der Folgen. Manchen gelingt es, die Notbremse zu ziehen und sich ein bisschen Freiraum zu schaffen, in dem sie wieder atmen können; sich an etwas zu erinnern, was ihnen früher große Freude bereitet hat und sich wieder Zeit dafür zu nehmen. Es mag hilfreich sein, das zu tun, was der Arbeitsplatz nicht bietet: Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, sucht sich eine ausgleichende Beschäftigung an der frischen Luft, so der Expertenrat. Anderen gelingt das jedoch nicht mehr: Sie haben verlernt, zur Ruhe zu kommen. Was tun in der totalen Erschöpfung?

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Gehirn verarbeitet Zahlen nach Größe getrennt

Unser Gehirn verarbeitet Zahlen in verschiedenen Hirnhälfte – je nachdem, ob sie im Kontext größer oder kleiner sind. © Wavebreakmedia/ thinkstock
Mathematische Arbeitsteilung: Unser Gehirn verarbeitet große und kleine Zahlen offenbar getrennt, wie Experimente nahelegen. Demnach werden größere Zahlen in der linken Hirnhälfte verarbeitet, kleinere Zahlen dagegen rechts. Dabei ist jedoch nicht die Zahlengröße an sich das Entscheidende, sondern der Kontext – ob die Zahl im Vergleich zu anderen größer oder kleiner ist, wie die Forscher herausfanden.

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Lange Zeit vermutete man, dass unser Gehirn Zahlen nur mit einem Areal in der rechten Hirnhälfte wahrnimmt und verarbeitet. Dieses zieht sich etwa vom Scheitel bis kurz über das Ohr. Doch erst vor kurzem stellten Neurowissenschaftler fest, dass unser Gehirn bei Mathematik doch eine weniger strenge Arbeitsteilung hat als angenommen. Denn auch in der linken Hirnhälfte wird ein kleines Areal beim Anblick von Zahlen aktiv.

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Scientists Studied How Our Brains Would React to Teleportation

Image: Ekstrom et al
Teleportation turns out to be an easy thing to simulate, neurologically speaking. The rhythmic brain patterns that appear in real-world spatial navigation reappear as subjects navigate virtualized environments on a screen, and, while real-world teleportation is not a thing that exists, in a virtual environment it’s just a matter of suddenly dropping a subject in new surroundings. Click.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

Thanks to neuroscientists at UC Davis, we now have some idea of what the neurological response is to such an abrupt change. In a study published Thursday in Neuron, the group describes virtualized navigation experiments involving three epilepsy patients who had been previously wired with electrodes inside of their brains for seizure-monitoring purposes. The Davis group was able to „borrow“ these electrodes to observe deep-brain neurological activity relating to navigation and memory that would be otherwise impossible to observe with more typical, non-invasive external electrodes.

The neuroscience of spatial navigation is an elusive thing. Observations in rat models have found a rhythmic neural firing deep down within the brain’s hippocampus that is clearly part of navigation and related memory functions, but how this firing relates to sensory input has remained mysterious. Based on observing neurological activity from the hippocampus in simulated teleportation events, it appears that these neural oscillations may not have anything to do with sensory input at all, a finding that goes against explanations offered by most neurological models.

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Ekliger sind immer die anderen

Wie eklig etwas riecht, hängt auch davon ab, von wem es stammt. © SIphotography/ thinkstock
Von wegen objektive Wahrnehmung: Selbst etwas so Fundamentales wie Ekel wird durch unsere sozialen Einstellungen manipuliert, wie ein Experiment nun belegt. Ein nach Schweiß stinkendes T-Shirt empfinden wir demnach als besonders eklig, wenn es von einem vermeintlich Fremden stammt. Stammt es dagegen vermeintlich von einem Angehörigen unserer eigenen sozialen Gruppe, erscheint uns der Geruch weniger schlimm – selbst wenn es objektiv exakt genauso riecht.

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Ob nun ein schleimiger Wurm, ein fieses Kratzgeräusch oder der miefig-schweißige Geruch eines ungewaschenen Menschen: Unwillkürlich reagieren wir auf solche Eindrücke mit Ekel. In vielen Situationen ist dieses tief in unserer Biologie verankerte Gefühl durchaus nützlich, verhindert es doch, dass wir potenziell infektiöse oder giftige Dinge anfassen oder sogar essen. Andererseits scheinen aber auch soziale Faktoren und sogar die politische Einstellung unser Ekelgefühl zu beeinflussen.

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