Intelligenzgene identifiziert

Unsere Intelligenz beruht zwar zu fast 80 Prozent auf genetischer Veranlagung. Bisher sind jedoch nur einige der Genfaktoren dafür bekannt. © Phonlamai/ thinkstoc
52 Gene – mindestens: Unsere Intelligenz beruht auf unzähligen Genfaktoren, statt auf nur einem oder einigen wenigen Genen. Das bestätigt die bisher umfassendste Großfahndung nach Intelligenzgenen im menschlichen Erbgut. Sie identifizierte 52 Gene mit Einfluss auf unsere geistigen Leistungen. Doch selbst diese Gene bestimmen nur knapp fünf Prozent unserer Intelligenz, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Ein genetischer IQ-Test droht daher wohl auch in Zukunft nicht.

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Was bestimmt, wie intelligent ein Mensch wird? Sind es die Gene, die Umwelt oder doch beides? Nachdem jahrzehntelang darüber gestritten wurde, welche Faktoren den größeren Anteil an unserer Intelligenz haben, scheint sich nun die Vererbung als wichtigster Einflussfaktor durchzusetzen. Nach neueren Schätzungen könnten bei Erwachsenen sogar rund 80 Prozent der geistigen Leistungsfähigkeit auf die Gene zurückgehen.

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„Frauen sind Sklaven, sie müssen ihren Mund halten“

Weil sie Unterhalt forderte, fesselte Nurettin B. seine Ex-Frau an seinen Wagen und schleifte sie durch Hameln. Das Opfer erzählt aus einer „höllischen“ Ehe – und einem verstörenden Frauenbild des Täters.

Von Christine Kensche | DIE WELT

Es ist nicht die Frage nach dem Ob, auch nicht die nach dem Weshalb, die in diesem Prozess im Mittelpunkt steht. Dass er versucht hat, seine Ex-Frau zu töten, weil sie seinen Lohn pfänden lassen wollte, gibt der Deutschkurde Nurettin B. gleich zu Beginn zu. Es ist das Wie, das Rätsel aufgibt. Denn die Tat erinnert an eine mittelalterliche Hinrichtung.

An Einzelheiten könne er sich nicht erinnern, lässt der 39-Jährige seinen Verteidiger verlesen. Nur daran, dass er einen solchen Hass verspürt habe wie noch nie in seinem Leben. „Es war wie eine andauernde Explosion.“

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Lichtdoping: Blaues Licht verbessert Endspurt

Sportler während einer Behandlung mit blauem Licht. Diese gezielte Lichttherapie kann offenbar die abendlichen Leistungen verbessern. © Universität Basel
Schneller dank blauem Licht: Ein „Lichtdoping“ könnte Sportlern bei abendlichen Sportwettkämpfen bessere Leistungen ermöglichen – darauf deutet nun ein Experiment hin. Setzten sich Radfahrer vor einem Rennen eine Stunde lang blauem Licht aus, waren sie im Endspurt schneller als ohne diese Lichtdusche. Der Grund dafür: Das blaue Licht polt ihre innere Uhr trotz später Stunde wieder auf „wach“ um, wie die Forscher erklären.

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Unser natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst unseren Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und auch die körperliche Leistungsfähigkeit. Doch genau das kann für Leistungssportler zum Problem werden: Viele Sportwettkämpfe finden am späten Abend während der der „Prime Time“ im Fernsehen statt. Weil ihr Körper zu diesem Zeitpunkt bereits auf Ruhe gepolt ist, können viele Athleten nicht mehr ihre volle Höchstleistung erzielen – dafür sorgt unter anderem das Schlafhormon Melatonin.

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Von gedachter Schönheit und Immanuel Kant

Das Prinzip grafisch auf den Punkt gebracht. (Credit: Brielmann and Pelli)

Das ist aber eine schöne Blume! Über diese und ähnliche Aussagen lässt sich philosophieren – man kann die Frage stellen: Muss man zur Wahrnehmung von Schönheit denken? Dieser Überzeugung war der Philosoph Immanuel Kant. Ihm zufolge ist die Wahrnehmung von Schönheit mit Denken verknüpft – im Gegensatz zur Wahrnehmung von sinnlichen Freuden wie beim Essen oder Sex. Diese sinnlichen Freuden kann man deshalb eigentlich nicht als schön bezeichnen, meinte Kant. Eine experimentelle Studie bestätigt nun seine Ansichten – allerdings mit Vorbehalten.

Von Martin Vieweg | bild der wissenschaft

Um den philosophischen Theorien Kants experimentell nachzugehen, haben Denis Pelli und Aenne Brielmannan von der New York University Tests mit 62 Freiwilligen durchgeführt. Sie sollten angeben, wie viel Genuss beziehungsweise Schönheitsempfinden sie wahrnahmen, während sie Bilder sahen, eine Leckerei schmeckten oder einen besonders flauschigen Teddybär fühlten. Die Forscher zeigten jedem Proband eine Reihe verschiedener Bilder, einige, die in der Regel als schön definiert werden, einige nur nette und auch neutrale, wie beispielsweise von einem simplen Stuhl. Die Teilnehmer bewerteten dann ihre Empfindungen von Schönheit beziehungsweise Genuss bei den sinnlichen Erfahrungen auf einer Vier-Punkte-Skala.

Die Wahrnehmung von Schönheit ist ablenkbar

Anschließend wurde das Experiment wiederholt, diesmal wurden die Probanden aber durch eine Zusatzaufgabe geistig abgelenkt: Sie bekamen Buchstabenreihen vorgelesen und sollten jedes Mal einen Knopf drücken, wenn sich ein zuvor gehörter Buchstabe nach zwei weiteren wiederholte.

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Study Finds Link Between Brain Damage and Religious Fundamentalism

Lacking „cognitive flexibility“ could contribute to radical religious belief.

By Bobby Azarian | Alternet

new study published in the journal Neuropsychologia has shown that religious fundamentalism is, in part, the result of a functional impairment in a brain region known as the prefrontal cortex. The findings suggest that damage to particular areas of the prefrontal cortex indirectly promotes religious fundamentalism by diminishing cognitive flexibility and openness—a psychology term that describes a personality trait which involves dimensions like curiosity, creativity, and open-mindedness.

Religious beliefs can be thought of as socially transmitted mental representations that consist of supernatural events and entities assumed to be real. Religious beliefs differ from empirical beliefs, which are based on how the world appears to be and are updated as new evidence accumulates or when new theories with better predictive power emerge. On the other hand, religious beliefs are not usually updated in response to new evidence or scientific explanations, and are therefore strongly associated with conservatism. They are fixed and rigid, which helps promote predictability and coherence to the rules of society among individuals within the group.

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Wissenschaftler beweisen: Man(n) kann ab 30 nichts für seine Plauze

Eine neue Studie beweist jetzt, dass Männer gar nichts für die Plauze ab 30 können (Symbolbild) © ChristinaKurtz/Getty Images
Spätestens mit 40 war’s das mit dem Sixpack bei Männern. Viele bekommen trotz intensiven Sportaktivitäten und guter Ernährung eine Plauze. Doch dafür gibt es einen medizinischen Grund. Das haben jetzt US-Wissenschaftler herausgefunden.

stern.de

„Wieso ein Sixpack, wenn man auch ein Fass haben kann?“ Es ist eine der Ausreden von vielen Männern, die etwas mehr auf den Rippen haben. Doch ab sofort gibt es tatsächlich eine Ausrede für Männer, die trotz Sport und guter Ernährung dicker sind.

Schuld am Bauch ist ein Enzym. Das belegt jetzt eine Studie, die das Fachjournal „Science Daily“ veröffentlicht hat. „DNA-Protein Kinase“, kurz DNA-PK, heißt es und beeinflusst den Stoffwechsel. „Es gibt ein genetisches Programm, das von diesem überaktiven Enzym angetrieben wird“, schreibt Autor Dr. Jay Chung, Experte für Gewichts- und Altersforschung.

Was Dr. Chung meint, ist, dass das Enzym mit zunehmenden Alter an Aktivität zulegt, wohingegen die Mitochondrien, die Nahrung in Energie verwandeln, zurückgehen. Das Ergebnis: der berühmte Bierbauch.

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Ist auch der Mensch Pheromon-gesteuert?

Die Nase in eine Blüte zu stecken, mag Wohlbefinden auslösen – doch auch unbewusste Duftnoten haben eine große Wirkung. © Halfpoint/ thinkstock
Einflussreiche Duftnote: Der blumige Duftstoff Hedion aktiviert beim Menschen einen Pheromonrezeptor – und beeinflusst dadurch unser Verhalten. Experimente zeigen: Ist der Duft in bewusst kaum wahrnehmbarer Konzentration in einem Raum vorhanden, zeigen Probanden verstärkt reziproke Verhaltensweisen. Die Forscher deuten dies als Hinweis darauf, dass Pheromone nicht nur bei Tieren, sondern auch beim Menschen wirken könnten. Wie groß die Bedeutung solcher Botenstoffe für unsere soziale Interaktion wirklich ist, bleibt jedoch umstritten.

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Die Nase ist womöglich unser leistungsfähigstes Sinnesorgan – auch, wenn uns das oft nicht bewusst ist. Immerhin kann sie vermutlich mehr als eine Billion Duftnoten unterscheiden, wie „Schnüffelstudien“ nahelegen. Viele dieser Gerüche nehmen wir allerdings erst in höheren Konzentrationen wahr. Doch auch unbewusste Duftnoten können eine große Bedeutung haben, beispielsweise bei der Partnerwahl.

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Was Transsexualität mit psychischer Gesundheit zu tun hat

foto: anohni/ rough trade Das Plattencover der ehemals unter dem Namen Antony Hegarty bekannten New Yorker Künstlerin Anohni. Im Alter von 45 Jahren wurde aus dem Sänger eine Sängerin.
Bis Transsexuelle im eigenen Geschlecht ankommen, müssen sie viele Hürden nehmen

Von Christine Tragler | derStandard.at

„Eines Tages, wenn ich einmal groß bin, werde ich eine schöne Frau sein. Aber heute bin ich noch ein Kind, heute bin ich noch ein Junge.“ Das sang die New Yorker Künstlerin Anohni damals noch unter dem Namen Antony auf ihrem Album „I Am a Bird Now“ 2005. Dass sie transgender ist, daraus habe sie nie einen Hehl gemacht, sagte sie einmal in einem Interview. Und: Sie habe sich zwar selbst immer als Frau gesehen, aber nicht den Mut gehabt, andere zu bitten, sie als Frau anzusprechen. Es dauerte bis 2015, als sie im Alter von 45 Jahren auch offiziell ihren Namen wechselte. Aus dem Sänger wurde eine Sängerin.

Alltägliche Hürden

Wenn die Geschlechtsidentität und das körperliche Geschlecht nicht übereinstimmen, spricht man von Transidentität oder auch Transsexualität. Im eigenen Geschlecht anzukommen, ist für Transsexuelle ein langer Prozess. Bis dahin müssen sie viele Hürden nehmen – gesellschaftliche wie medizinische. Der Weg verläuft von Psychotherapie zur Diagnose über Hormonbehandlung bis hin zur geschlechtsangleichenden Operation, allerdings entscheiden sich nicht alle für diesen letzten Schritt.

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Maaßen: Deutsche müssen sich mental auf Anschläge einstellen

Oslo 22.07.2011. Themenbild

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sieht die Gefahr eines terroristischen Anschlags in Deutschland als sehr konkret an.

evangelisch.de

Die Sicherheitslage habe sich seit 2016, als es vier kleinere Attacken und das Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin gegeben habe, nicht verbessert, sagte Maaßen am Montagabend in Osnabrück: „Die Bürger müssen sich mental darauf einstellen, dass ein Anschlag passieren kann.“ Ein Indiz dafür sei, dass fast wöchentlich Terrorverdächtige irgendwo in Deutschland festgenommen würden.

Insgesamt nehme die Zahl der Extremisten seit einigen Jahren wieder zu, sagte Maaßen während einer Podiumsdiskussion auf Einladung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das gelte für solche aus dem linken, dem rechten und auch aus dem islamistischen Spektrum.

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First-Ever LSD Microdosing Study Will Pit the Human Brain Against AI

Image: MOTHERBOARD
“I found that if I was on LSD and my opponent wasn’t, I won more games.”

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Amanda Fielding used to take lysergic acid diethylamide every day to boost creativity and productivity at work before LSD, known as acid, was made illegal in 1968. During her downtime, Fielding, who now runs the Beckley Foundation for psychedelic research, would get together with her friends to play the ancient Chinese game of Go, and came to notice something curious about her winning streaks.

„I found that if I was on LSD and my opponent wasn’t, I won more games,“ Fielding told me over Skype. „For me that was a very clear indication that it improves cognitive function, particularly a kind of intuitive pattern recognition.“

An interesting observation to be sure. But was LSD actually helping Fielding in creative problem solving?

A half-century ban on psychedelic research has made answering this question in a scientific manner impossible. In recent years, however, psychedelic research has been experiencing something of a „renaissance“ and now Fielding wants to put her intuition to the test by running a study in which participants will „microdose“ while playing Go—a strategy game that is like chess on steroids—against an artificial intelligence.

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Warum man dumme Entscheidungen trifft, obwohl einem Experten etwas anderes raten

EPA / Andy Rain
Der Graben zwischen Experten-Analyse und öffentlicher Meinung scheint von Tag zu Tag breiter zu werden.

Von André Spicer | Richard-Dawkins-Foundation

In Amerika gibt es signifikante Unterstützung der Öffentlichkeit für die Politik Donald Trumps, die, gelinde gesagt, von der überwältigenden Mehrheit der Experten als fragwürdig betrachtet wird. In Großbritannien herrschte unter Ökonomen ein breiter Konsens, der vor den desaströsen Folgen der Wahl eines Austritts aus der EU warnte und dennoch votierten die Briten für den Brexit. Die globale wissenschaftliche Gemeinschaft warnt unaufhörlich vor den katastrophalen Gefahren des Klimawandels, aber viele Mitglieder der Bevölkerung halten durch den Menschen beeinflussten Klimawandel für einen Schwindel.

Das sind nur drei Beispiele eines sich immer weiter ausbreitenden Phänomens: gut informierte Experten veröffentlichen aufgrund der besten verfügbaren Beweise eine Ansicht zu einem Thema und die öffentliche Meinung springt in eine völlig andere Richtung. Warum passiert das?

Eine mögliche Antwort ist, dass die Allgemeinheit einfach dumm ist. Um es etwas verträglicher zu formulieren, die Öffentlichkeit hat nicht den IQ, die Bildung oder die richtigen Informationen, um die Argumente akkurat abzuwägen. Diese Erklärung mag Experten gefallen, deren Meinung ignoriert wird, aber sie ist nicht korrekt. Die meisten Menschen haben genug reine Intelligenz um grundlegende Argumente abzuwägen. Der allgemeine Bildungsstandard war nie höher – und nahezu jede Information ist problemlos für jeden verfügbar, der einen Internetzugang hat.

Die zweite Antwort ist, dass das allgemeine Vertrauen in Experten abnimmt. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass dem nicht so ist. Das jährliche Edelman Vertrauensbarometer zeigt, dass Akademikern und Experten der Industrie noch immer von 70% der Öffentlichkeit vertraut wird. Im Vergleich hierzu landen Unternehmenschefs bei 43% und Regierungsangehörige bei 38%.

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Prokrastination: Das ist der wahre Grund, wieso du immer alles aufschiebst

Unangenehme Aufgaben erledigt niemand gern. Gegen das sogenannte Prokrastinieren, also das Aufschieben, haben Wissenschaftler aus Pittsburgh in den USA nun eine einfache Lösung gefunden. Quelle: Die Welt
Was du heute kannst besorgen – das verschiebst du gerne auf morgen? Da bist du nicht der oder die Einzige. Wissenschaftler haben herausgefunden, wieso wir so gerne Dinge aufschieben und was du dagegen tun kannst.

Von Britta Sieling | DIE WELT

Eigentlich wolltest du ja heute zum Sport gehen, aber dann hat deine Mutter angerufen. Dann hast du zufällig gesehen, dass es eine neue Folge deiner Lieblingsserie gibt und dann lag da noch dieser unglaublich spannende Fussel am Boden. Schließlich war es schon so spät, dass es sich nicht mehr gelohnt hätte, zum Sport zu gehen.

Wenn du allerdings dachtest, dass diese Eigenschaft einfach nur ein störender Charakterzug an dir ist, kannst du ab heute die Evolution dafür verantwortlich machen.

Denn das Bedürfnis etwas aufzuschieben ist evolutionär bedingt.

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Verzierungstrend: Frohes Mustern

In der Osterzeit werden vor allem Hühnereier bemalt und gefärbt – über das Jahr hinweg verziert der Mensch fast alles. (Foto: dpa)
Ostereier, Haare, Cappuccino-Schaum und sogar Pferde – der Mensch muss fast alles verschnörkeln oder färben. Woher kommt der Drang zur Verzierung?

Von Laura Hertreiter | Süddeutsche.de

Wo nichts ist, herrscht Leere. Und Leere erträgt der Mensch offensichtlich schlecht. Auf dem Kaffee zum Beispiel: Der ist heute nur dann noch ordentlicher Kaffee, wenn darauf Milchschaum in Form von Schwänen und Blattwerk in die Tassen geschwenkt wurde. Wie auch der Fußballer nur noch ein echter Fußballer ist, wenn er sich wenigstens einmal seltsame Muster ins Haupthaar einrasieren lässt.

Der Mensch malt, fräst, schnitzt, stickt und sprayt, wo auch immer ihm die Leere entgegengähnt. Er strichelt und punktet und kariert und liniert. In den vergangenen Tagen bevorzugt auch auf Eierschalen, denn ein Ei ohne Dekor ist kein Osterei. Woher aber kommt der Drang, jede noch so kleine Freifläche zuzumustern?

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Tagträumen: Von wegen Fehler im System

Den Gedanken einfach mal freien Lauf lassen – das kann richtig gut tun. © MPI CBS
Mehr als nur loses Gedanken-Wirrwarr: Tagträume gelten gemeinhin als störende mentale Aussetzer. Doch solche Auszeiten haben auch etwas Positives. Denn wer seinen Gedanken regelmäßig bewusst freien Lauf lässt, bei dem arbeiten bestimmte Hirnregionen, die für die kognitive Kontrolle zuständig sind, besser zusammen. Tagträumen ist demnach alles andere als ein unkontrollierter Prozess – sondern kann im Gegenteil sogar beim Lösen von Problemen helfen.

scinexx

Wer kennt das nicht: Am Schreibtisch im Büro sinnieren wir über den bevorstehenden Urlaub, planen auf dem Heimweg gedanklich schon das Wochenende durch oder grübeln beim Autofahren plötzlich darüber nach, ob wir wirklich die Haustür abgeschlossen haben. Immer wieder schweifen wir im Alltag mit unseren Gedanken von der Situation im Hier und Jetzt ab.

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Deutsche Babys schreien weniger als andere

Nach drei Monaten ist das Schlimmste vorbei Quelle: Getty Images/Cultura RF
In den ersten Lebenswochen weinen viele Kinder ohne erkennbaren Grund. Forscher haben nun untersucht, ob Babys auf der ganzen Welt gleich viel jammern – und erstaunliche Unterschiede gefunden.

Von Caroline Ring | DIE WELT

Drei Monate müssen frischgebackene Eltern in der Regel durchhalten – dann haben sie das schlimmste Geschrei ihrer Kinder überstanden. So sagt es jedenfalls die Legende von der „Dreimonats-Kolik“, die entgegen ihrem Namen nichts mit Verdauungsproblemen bei Neugeborenen zu tun hat.

Viel wahrscheinlicher sind die Kleinen mit den übermäßigen Reizen aus ihrer Umwelt überfordert. „Regulationsstörungen“ bringen sie dann zum übermäßigen Brüllen und Jammern – so erklärt es zumindest der heutige Kenntnisstand. Dass diese Phase tatsächlich nur zwölf Wochen anhält, konnten nun britische Forscher zeigen: Sie verglichen Studien, in denen Eltern mit Hilfe von Tagebüchern die Schreidauer ihrer Babys dokumentiert hatten. So konnten sie Daten von knapp 8700 Kleinkindern aus neun verschiedenen Ländern auswerten.

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Das passiert mit deinem Gehirn, wenn du aufhörst, an Gott zu glauben

Image: The Humanist/Clay Farris Naff
Mit 16 verlor ich meine Jungfräulichkeit. Ich hörte auf, in die Kirche zu gehen. Ich blieb länger draußen als erlaubt. Als Strafe dafür ließ mich meine Mutter Bibelverse auswendig lernen, die ich dann einfach runterbetete. Mein Glaube an Gott ist nicht plötzlich weggegangen. Nein, er ist langsam immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Von Caroline Beaton | VICE.com

Immer mehr junge Menschen fühlen sich keiner Religion mehr zugehörig. Dieser Verlust des Glaubens ist ein schleichender Prozess. Nur ein Prozent der Amerikaner, die religiös erzogen wurden und nun nicht mehr an Gott glauben, führen das auf eine einmalige „Glaubenskrise“ zurück. 36 Prozent wurden hingegen immer desillusionierter und weitere sieben Prozent gaben an, dass sich ihre Ansichten weiterentwickelt hätten.

Es verhält sich hier wir beim Glauben an den Weihnachtsmann. Die Psychologinnen Thalia Goldstein und Jaqueline Woolley haben herausgefunden, dass Kinder nicht von einem Tag auf den anderen nicht mehr an den Mann mit dem weißen Rauschebart glauben, sondern schrittweise. Zuerst halten sie den verkleideten Mann im Einkaufszentrum für echt. Dann gehen sie davon aus, dass er immerhin mit dem echten Weihnachtsmann in Kontakt steht. Und so geht es weiter, bis sie irgendwann erkennen, dass in den Kostümen nur bezahlte Schauspieler stecken. „Kinder stellen ihren Glauben nicht einfach so ab“, sagt Goldstein.

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NSU-Prozess: Anwalt will Zschäpes Schuldunfähigkeit feststellen lassen

Die Angeklagte Beate Zschaepe (M.) sitzt im NSU-Prozess zwischen ihren Anwälten Hermann Borchert (l.) and Mathias Grasel.Foto: AFP
Der Anwalt der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe will ihre Schuldunfähigkeit feststellen lassen. Ein Psychiater habe eine Persönlichkeitsstörung bei ihr diagnostiziert, sagte Mathias Grasel.

DER TAGESSPIEGEL

Im Münchner NSU-Prozess will einer der Anwälte der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe deren Schuldunfähigkeit feststellen lassen. Ein Psychiater habe bei ihr eine schwere dependente (abhängige) Persönlichkeitsstörung festgestellt, sagte Rechtsanwalt Mathias Grasel am Donnerstag im Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Damit seien die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Schuldunfähigkeit erfüllt.

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Glaubenssache – Existenz nach dem Tod

Eigentlich logisch: Zumindest im Christentum können gläubige Menschen auf eine Existenz nach dem Tode hoffen. Das sollte ihnen die Angst vor dem Sterben nehmen. Doch so einfach ist das nicht, wie Studien zeigen. Und warum eigentlich sind auch Atheisten relativ furchtlos?

Von Christian Weber | Süddeutsche.de

Warum haben Hunde und Kaninchen eigentlich keine Religion? Okay, vielleicht, weil sie kognitiv etwas herausgefordert wären, sich einen unfehlbaren Papst und einen Gott auszudenken. Doch es gibt einen weiteren Grund: Ihnen fehlt das Bewusstsein ihrer eigenen Sterblichkeit, sie bellen und springen herum bis sie irgendwann einfach tot umfallen. Anders aber der Mensch: Er weiß, dass er eines Tages sterben wird, und das macht ihm Angst. Um diese Angst zu dämpfen, erfindet er sich eine Religion und glaubt an das ewige Leben, am besten in einem Paradies. So zumindest vermutet es die sogenannte Terror-Management-Theorie (TMT), die Sozialpsychologen in den 80er Jahren entwickelt haben, aber in Ansätzen bereits von Denkern wie Lucretius Carus bis Ludwig Feuerbach vertreten wurde. Es ist eine elegante Theorie, die nur einen Nachteil hat: Sie ist empirisch nie so richtig sauber belegt worden. Zwar gibt es viele Studien, doch zeigen sie sehr widersprüchliche Ergebnisse.

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Philosophie des Arschlochs

Klo-Rolle nicht ersetzt: Hier war ein Arschloch am Werk. Bild: Peter Dazeley (Getty Images)
Kürzlich hat Stan Wawrinka Roger Federer als «Arschloch» bezeichnet. Es war im Spass, und wir alle wissen, dass Federer ziemlich sicher kein solches ist. Doch auf wen trifft die Bezeichnung zu? Und wann ist jemand ein Arschloch und eben kein Trottel oder Sauhund?

Von Philippe Zweifel | Basler Zeitung

Damit beschäftigt sich nicht nur der Stammtisch, sondern auch die Philosophie. Nun sind Leute, die andere Leute in Arschlöcher und Nichtarschlöcher einteilen, selber nicht ganz unverdächtig. Aaron James, Harvard-Abgänger und Professor in Kalifornien, hat es mit dem Buch «Assholes: A Theory» trotzdem gewagt.

Die Definition des Philosophen lautet: Ein Arschloch ist jemand, der sich systematisch Freiheiten herausnimmt, die andere stören, und durch sein tief verwurzeltes Anspruchsdenken immun gegenüber Reklamationen ist. Auch ist ein Arschloch meistens narzisstisch und unfreundlich, vom Soziopathen unterscheidet es sich eigentlich nur, dass es sich ans Gesetz hält. Wie der Soziopath löst es bei seinen Mitmenschen jedoch Ohnmachtsgefühle, Angst oder Wut aus.

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Kann künstliche Intelligenz Suizidgefährdete erkennen?

© AP Gina Alexis weint um ihre 14 Jahre alte Tochter, die bei einer Pflegefamilie lebte und im Januar ihren Suizid in Florida auf Facebook Live übertragen hatte. Später kam heraus, dass die Mutter selbst die Suizid-Ankündigung verfolgt hatte und nicht eingeschritten war – wie Hunderte weitere auch.
Regelmäßig kursieren auf Facebook Videos von Suiziden. Nun will das Unternehmen gefährdete Nutzer automatisch identifizieren. Kritiker fürchten, der ernste Anlass könne genutzt werden, um noch mehr Überwachung durchzusetzen.

Von Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine

Es ist noch nicht lange her, dass Videos zweier dramatischer Ereignisse auf Facebook erschienen. Im Dezember filmte ein zwölf Jahre altes Mädchen aus dem amerikanischen Bundesstaat Georgia ihren Suizid. Das Video lief in Echtzeit auf Live.me, Mitschnitte wurden auf Facebook veröffentlicht. Im Januar folgte eine Vierzehnjährige aus Miami dem furchtbaren Vorbild. Auch sie konnte nicht gerettet werden, obwohl ihr Suizid live auf Facebook zu sehen gewesen sein soll und angeblich sogar die Mutter des Mädchens unter den Zuschauern war.

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