Können wir gezielt vergessen?

Zum Vergessen? Offenbar können wir ganz bewusst Informationen aus unserem Gedächtnis löschen. © Ocusfocus/ thinkstock
Zum Vergessen? Offenbar können wir ganz bewusst Informationen aus unserem Gedächtnis löschen. © Ocusfocus/ thinkstock
Absichtlich gelöscht: Menschen können Informationen offenbar bewusst vergessen. Demnach reicht die reine Absicht, etwas aus dem Gedächtnis zu löschen, aus – und schon sind die entsprechenden Inhalte tatsächlich verschwunden. Besonders erstaunlich: Dieser Effekt wirkt nachhaltig. Er erschwert das Erinnern sogar langfristiger als unerwartete Ablenkung.

scinexx

Erinnerung ist ein komplexer und dynamischer Prozess. Weil wir im Alltag ständig neuen Informationen ausgesetzt werden, befindet sich insbesondere unser Kurzzeitgedächtnis in einem stetigen Wandel: Kontinuierlich passt sich der Zwischenspeicher an Veränderungen in unserer Umwelt an – und neue Inhalte drängen alte in den Hintergrund.

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Seasonal Affective Disorder Might Not Be A Real Thing, Some Researchers Say

Image: Adam/Flickr
Image: Adam/Flickr
Last year, around early November, Megan Phillips couldn’t get out of bed or wash her dishes. It felt like she couldn’t do anything constructive. The 32-year-old Vancouverite had never been this sluggish, and a heavy depression began to settle in.

By David Silverberg | MOTHERBOARD

“When I felt that weather change,” she said in an interview, “I felt a palpable shift in my mental health.”

Phillips said she suffers from seasonal affective disorder, commonly known as SAD. SAD sufferers report experiencing temporary depression beginning in the fall and lasting through winter. It’s long been believed to be a malady triggered by lower levels of sunlight, with symptoms that range from excessive sleeping to irritation and loss of appetite. The condition may affect as many as six percent of Americans, numbers that are presumably about the same in Canada.

“It’s a very broadly held cultural belief that the seasons and moods are correlated“

But numerous studies have emerged to counter the claim that the changing seasons or weather patterns have anything to do with people feeling more depressed during winter months. While depression is all too real for those who suffer from it, some researchers say the debate still isn’t closed on whether SAD itself is an actual thing.

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It’s Almost 2017, So of Course People Are Smoking Weed With Lasers

If you’re yearning for the aesthetic that brought you those rad Lifetouch yearbook photo backgrounds, but also want to get blazed out of your skull because it’s legal in a bunch of states now and, why not? Well, you’re in luck.

By Samantha Cole | MOTHERBOARD

Some marijuana purists prefer to avoid butane methods for igniting their bud. Vapes and hemp create a cleaner-tasting smoke, but what if you’re in more of a vaporwave mind? Two days ago, Youtuber “Oregon Marijuana (Jake)” posted a video of himself smoking a bowl using a really big, high-powered laser. That’s raised a few questions from us: Are there more like him? Have they all lasered their eyes out by now?

It turns out the answer to that first question at least is a hearty, “jeah brah!” Although it’s difficult to pinpoint a specific date or person responsible for pioneering the trend of smoking weed with lasers, high-powered consumer lasers have been on the market since the turn of the millennium, and our internet sleuthing reveals the idea of using them to burn cannabis for the purposes of obtaining its psychoactive effects goes back to at least 2008. Journey down the smoked-out rabbit hole with us for a retrospective into the weird, wild world of weed with lasers.

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Sind wir die Angsthasen Europas?

Schon immer auch Ort der Angst: der WaldFoto: Getty Images
Schon immer auch Ort der Angst: der WaldFoto: Getty Images
Die Deutschen gelten als besonders furchtsam. Das hat Gründe. Ein Gespräch mit den Gefühlshistorikern Frank Biess und Bettina Hitzer über die Angst als Politikum.

Von Julia Prosinger | DER TAGESSPIEGEL

Frau Hitzer, Herr Biess, Sie forschen als Historiker zur Geschichte der Emotionen. Herr Biess, gibt es ein typisch deutsches Gefühl – etwas, das unsere europäischen Nachbarn so nicht empfinden?

FRANK BIESS: In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Deutschland Ungewissheit darüber, wie die Zukunft aussehen könnte. Das lag an der Gegenwart der Erinnerung an Krieg und NS-Zeit. Meine Forschung ergibt: Die Furcht davor, dass sich die Vergangenheit in irgendeiner Form wiederholt, war bis in die achtziger Jahre sehr präsent. Das, was man mit German Angst beschreibt, ist also tatsächlich etwas spezifisch Deutsches. Eine kritische Außenzuschreibung, aber ich sehe es auch als Selbstzuschreibung der Deutschen.

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Was ist die Ursache des ethischen Relativismus?

Bild: RDF
Bild: RDF
Ihrer Auffassung nach sind bestimmte Charaktereigenschaften oder Handlungen nicht eindeutig gut (z.B. die Rechte anderer Menschen achten), böse (Menschen ermorden) oder neutral (Schoko- oder Vanilleeis essen), sondern es ist demnach rein subjektiv, wie man sie bewertet. Es mag von einem Individuum persönlich abhängen oder von der Kultur, in der man lebt, von der eigenen sozialen Gruppe, vom eigenen Gott, aber jedenfalls ist es nicht universell anhand von Fakten feststellbar, was gut und was böse ist. In China essen sie Hunde.

Von Andreas Müller | Richard-Dawkins-Foundation

Mir ist aufgefallen, dass in der Philosophiegeschichte unterschiedliche Gründe für eine solche Position angeführt wurden. Beispiele für ethischen Relativismus findet man unter anderem bei den altgriechischen Sophisten (die Kulturrelativisten gewesen sein sollen), bei den Emotivisten des 18. und 20. Jahrhunderts (ethische Wertungen sind nur Ausdruck unserer emotionalen Haltungen), bei Friedrich Nietzsche im 19. Jahrhundert und bei anderen Deterministen wie etwa den Marxisten (Moral wird nicht durch menschliche Willensentscheidungen, sondern durch externe Faktoren wie die ökonomische Klasse bestimmt) und bei den Pragmatikern des 19. und 20. Jahrhunderts (moralisch ist, was „funktioniert“).

Im wissenschaftlichen Bereich ist der ethische Relativismus bei Anthropologen weit verbreitet, was ich für zumindest verständlicher halte als bei allen anderen, denn man man seine Karriere mit der Analyse verschiedener Kulturen verbringt, kann es leicht so erscheinen, als gäbe es nur eine Vielfalt ethischer Vorstellungen und keinen objektiven Maßstab für moralische Werte.

Was ist ein objektiver Moralmaßstab?

Um kurz anzureißen, was ich mit einem solchen „objektiven Maßstab“ der Ethik meine: Laut meiner humanistischen Auffassung ist das menschliche Leben jener objektive Maßstab der Ethik. Man sollte Handlungen also danach beurteilen, ob sie dem menschlichen Leben dienen oder nicht. Den Menschen verstehe ich als vernunftbegabte Lebensform mit einem freien Willen.

Der Begriff „objektiv“ bedeutet in der hier gebrauchten aristotelischen im Gegensatz zur modernen Tradition nicht so etwas wie „vom Menschen unabhängig“ oder „aus der Sicht eines außenstehenden Betrachters“, sondern er bedeutet „faktenbasiert“ im Gegensatz zu „subjektiv“, das heißt willkürlich, etwa beruhend auf persönlichen Launen, Wünschen, spontanen Einfällen oder Göttern. Es gibt Fakten über die menschliche Natur und über die angemessenen Überlebensbedingungen für eine Lebensform, wie wir eine sind. Eine Ethik, die auf diesen Tatsachen aufbaut, kann einen Anspruch darauf erheben, objektiv zu sein (was nicht dasselbe ist wie „unfehlbar“).

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Wir sind alle zum Tantalus-Komplex verurteilt

Tantalus von Gioacchino Assereto (Ausschnitt). Tantalus_Gioacchino_Assereto_circa1640s.jpg:Bild: Landesmuseum Joanneum, Graz/gemeinfrei
Tantalus von Gioacchino Assereto (Ausschnitt). Tantalus_Gioacchino_Assereto_circa1640s.jpg:Bild: Landesmuseum Joanneum, Graz/gemeinfrei
Unter den vielen Komplexen, denen der heutige Mensch zum Opfer fällt, gibt es einen, der vielleicht mehr als die anderen den Sinnhorizont (oder den Unsinnhorizont) der heutigen Konsumgesellschaft ausmacht.

Von Diego Fusaro | TELEPOLIS

Das ist der Sinn, den ich Tantalus-Komplex nennen möchte. Gemäß einer schönen Darstellung der griechischen Metaphysik des „richtigen Maßes“ ist die Strafe, die die Götter gegen den König von Lydien verhängen – die unbegrenzte Unfähigkeit, seinen Durst zu stillen -, heute unsere unbedachte und natürliche Art zu leben und zu produzieren geworden – in Form einer „schlechten Unendlichkeit“ (Hegel) zu Lasten des Planeten und des menschlichen Lebens.

Für die Griechen war Tantalus‘ Strafe abscheulich. Und somit eine Warnung an die Sterblichen, einen sicheren Abstand zu den verlockenden Sirenen des Unbegrenzten, des Immer-mehr, des Exzesses zu wahren.

Für uns postmoderne Menschen wird das hingegen zur alltäglichen Szene: Wir alle sind wie Tantalus, immer auf der irrsinnigen Suche nach neuen Produkten, neuen Waren, neuen Konsumgütern, die im Verbrauch verschwinden, um im Umlauf wieder aufzutauchen.

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Kulturell konditionierte Affen

Christopher Ryan, Cacilda Jethá Sex - die wahre Geschichte Aus dem Englischen von Birgit Herden Verlag: Klett-Cotta, Stuttgart 2016 ISBN: 9783608980509
Christopher Ryan, Cacilda Jethá
Sex – die wahre Geschichte
Aus dem Englischen von Birgit Herden
Verlag: Klett-Cotta, Stuttgart 2016
ISBN: 9783608980509

Nach allem, was man heute weiß, vollzog sich die Menschwerdung ganz wesentlich in kleinen Gruppen kooperierender Jäger und Sammler. Teilen, im weitesten Sinn, brachte diesen Gemeinschaften einen entscheidenden evolutionären Vorteil.

Von David Weiß | Spektrum.de

Vor diesem Hintergrund möchten Psychiaterin Cacilda Jethá und Psychologe Christopher Ryan verdeutlichen, welchen kulturellen Prämissen wir heute ständig auf den Leim gehen. Sie lehnen die kulturanthropozentrische Perspektive westlicher Gesellschaften ab, wonach Monogamie eine Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens sei.

Die Autoren postulieren, es existiere eine weit verbreitete falsche Grundannahme, ein „Standardnarrativ“, das die Menschwerdung erst in die Zeit seit der neolithischen Revolution verlege. Also, je nach Modell, in die zurückliegenden zehn- bis zwanzigtausend Jahre. In dieser Zeitspanne habe es eine allmähliche Entwicklung zum Kriegerischen, Besitz akkumulierenden und zur männlichen Dominanz hin gegeben. Sie habe den Boden bereitet für monogame Partnerschaftsmodelle, die nach und nach die Gesellschaft durchdrangen – mit all ihren Symptomen: besitzergreifende Eifersucht, sexuelle Frustration, Rosenkriege und Scheidungskinder.

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NSU-Prozess: Zschäpes Verteidiger lehnen Gutachter ab

„Antisoziale Tendenzen“: Beate Zschäpe neben ihren Anwälten Hermann Borchert (l.) und Mathias Grasel am Dienstag vor Gericht. Foto: dpa
„Antisoziale Tendenzen“: Beate Zschäpe neben ihren Anwälten Hermann Borchert (l.) und Mathias Grasel am Dienstag vor Gericht. Foto: dpa
Ein Gutachter fordert wegen „antisozialer Tendenzen“ Sicherungsverwahrung für Beate Zschäpe. Deren Anwälte versuchen, die Einführung in den Prozess zu verhindern.
 

Von Christian Gottschalk | Frankfurter Rundschau

Es war ein Tiefschlag für Beate Zschäpe: Die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess zeige deutlich „antisoziale Tendenzen“ und mit einer Änderung ihres Verhaltens sei auch nach einer möglichen Haft nicht zu rechnen. Das ist ein Fazit des Gerichtspsychiaters Henning Saß. Sein vorläufiges Gutachten haben die Verfahrensbeteiligten seit Ende Oktober in ihren Akten. Am Dienstag sollte der renommierte Psychiater seine Ergebnisse öffentlich darlegen und erklären, warum er nach einer möglichen Haftstrafe auch noch Sicherungsverwahrung für notwendig hält. Die Verteidigung von Beate Zschäpe hat daran naturgemäß kein Interesse. Und sie kämpft.

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Schwangerschaft verändert das Gehirn

Während der Schwangerschaft verändert sich auch das Gehirn. © Jupiter Images/ thinkstock
Während der Schwangerschaft verändert sich auch das Gehirn. © Jupiter Images/ thinkstock
Hormonschub mit weitreichender Wirkung: Die hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft machen sich sogar im Gehirn bemerkbar. Wie eine Studie nun zeigt, ändert das weibliche Denkorgan in dieser prägenden Zeit seine Struktur – und zwar langfristig. Noch zwei Jahre nach der Geburt konnten die Forscher die Veränderungen feststellen. Sie vermuten, dass es sich dabei um einen Anpassungsmechanismus handelt, der die Frauen für die Aufgaben der Mutterschaft wappnet.

scinexx

Während der Schwangerschaft vollziehen sich im Körper der werdenden Mutter drastische Umbrüche: Nicht nur der Bauch wird dabei von Monat zu Monat dicker. Auch der Hormonhaushalt verändert sich, um das Heranreifen des Kindes zu ermöglichen. Die ungewohnten Schübe von Progesteron, Östrogen, Oxytocin und Co bereiten den Organismus optimal auf seine neue Aufgabe vor. Als Nebeneffekt führen sie aber manchmal zu Stimmungsschwankungen und Unwohlsein.

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Die linke Hand weiß, was die rechte tut

Unsere Hände sind auf erstaunliche Art und Weise miteinander verknüpft. © Public domain/ pixabay
Unsere Hände sind auf erstaunliche Art und Weise miteinander verknüpft. © Public domain/ pixabay
Erstaunliche Verknüpfung: Wenn sich die rechte Hand bewegt, lernt die linke automatisch mit. Das zeigt nun ein Experiment: Demnach lässt sich die Beweglichkeit der linken Hand verbessern, indem man die rechte Hand trainiert. Allerdings bedarf es dazu eines Tricks, wie Forscher im Fachmagazin „Cell Reports“ berichten. Die Ergebnisse könnten künftig Menschen mit Bewegungseinschränkungen in den Händen helfen.

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Übung macht den Meister – nach diesem Motto gilt die häufige Wiederholung als beste Methode, um etwas zu lernen. Das trifft auch für Bewegung und Sport zu: Wer ein perfekter Basketballspieler werden will, muss demnach im Idealfall täglich dribbeln und Körbe werfen. Wer dagegen im Schwimmen zur Höchstform auflaufen möchte, darf den regelmäßigen Sprung ins Wasser nicht scheuen.

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Nadine Wojcik über Exorzismus: „Der Teufel wohnt in Polen“

Sie wollte wissen, wo der Teufel wohnt – und fuhr nach Polen. In dem katholischen Land traf Nadine Wojcik auf Gläubige, Besessene – und Exorzisten. Über Ihr Buch „Wo der Teufel wohnt“, erzählt sie im DW-Interview.

Interview Stefan Dege | Deutsche Welle

Deutsche Welle: Frau Wojcik, Ihr Buch heißt nicht „Auf Teufel komm raus“, wie es das Thema nahelegt, sondern: „Wo der Teufel wohnt“. Wohnt er in Polen?

Nadine Wojcik: Auf jeden Fall – zumindest, wenn man der Logik vieler polnischer Katholiken folgt. Es gibt in Polen um die 130 Exorzisten, diese Zahl ist so im Umlauf. ‚Der Teufel‘, sagen Exorzisten, ‚zeigt sich dort, wo der Glaube am stärksten ist.‘ Und Polen ist eine der Hochburgen des Katholizismus. Der Teufel zeigt sich auch immer nur dann, wenn man ihn bekämpft. So scheint der Teufel gerade in Polen sein Unwesen zu treiben.

Als Autorin würde ich sagen: Ich schließe nicht aus, dass es den Teufel gibt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht in Polen wohnt. Was ich alles beobachtet habe, scheinen mir eher Phänomene zu sein, die man mit rationalem Menschenverstand und medizinisch-psychologischem Wissen gut erklären kann.

Wie genau funktioniert der Ritus der Teufelsaustreibung?

Der Vatikan hat den Ritus 1614 vorgeschrieben. Das war sinnvoll, weil die Hexenverbrennung und die öffentliche Teufelsaustreibung aus dem Ruder liefen. Der Ritus besteht aus einer Abfolge von Gebeten, Psalmen, Evangeliumstexten und Segnungen. Er wurde 1999 reformiert. Seither soll ein Exorzist sicherstellen, dass keine psychische Erkrankung vorliegt und gegebenenfalls psychiatrische Hilfe hinzuzuholen ist, bevor er jemanden als besessen einstuft. Die Abfolge ist vereinfacht worden. Sie beginnt mit einer Segnung und am Ende steht die Befehlsformel, die nur ein Exorzist sprechen kann: „Teufel weiche!“

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„Viele fürchten sich, alleine rauszugehen“

Der Göttinger Angstforscher Borwin Bandelow.Foto: Frank Pusch/ dpa
Der Göttinger Angstforscher Borwin Bandelow.Foto: Frank Pusch/ dpa
Viele Menschen in Berlin haben Angst vor Angriffen. Borwin Bandelow spricht im Interview über Statistiken und die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Von Ralf Schönball | DER TAGESSPIEGEL

Herr Bandelow, ein Mann tritt eine Frau von hinten die Treppe hinunter. Nun geht die Angst in der Stadt um. Verständlich?

Ja, wenn eine Gefahr als neu und unbeherrschbar wahrgenommen wird, überschätzen wir die Wahrscheinlichkeit, dass sie erneut eintritt. Das ist bei einer Gewalttat von unbekannter Rohheit der Fall, aber ebenso bei einem neuen Virus, bei Gewalttaten, die von Flüchtlingen begangen werden oder bei Sexualmorden durch Fremde.

Wir versetzen uns ins Schicksal der Betroffenen, statt uns an Fakten zu halten?

Ja, in Deutschland gibt es 20 Sexualmorde pro Jahr, aber außerdem 300 Frauen, die von ihren eigenen Ehemännern jährlich ermordet werden. Gott sei Dank ist also die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat durch einen Fremden zu werden, eher gering, und es ist sogar noch unwahrscheinlicher, dass ein Flüchtling der Täter ist. Trotzdem fürchten viele Frauen nach einer solchen Tat, alleine rauszugehen und befürchten, das nächste Opfer zu werden.

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Kindesmissbrauch: Als das Jugendamt Pädophile zu Pflegevätern machte

 Schatten auf der Kindheit: Mindestens drei Jugendliche wurden in den 70ern an Pädophile vermittelt Quelle: E+/Getty Images
Schatten auf der Kindheit: Mindestens drei Jugendliche wurden in den 70ern an Pädophile vermittelt Quelle: E+/Getty Images
Beste Absichten: Der Berliner Senat brachte in den 70ern auf Empfehlung eines renommierten Pädagogen Straßenkinder bei vorbestraften Päderasten unter. Jetzt beginnt endlich die Aufarbeitung.

Von Claudia Becker | DIE WELT

Es war ein Experiment. War es gut gemeint? „Diese Leute“, sagte er 1981 bei einer Fraktionsanhörung vor FDP-Bundestagsabgeordneten, „haben diese schwachsinnigen Jungen nur deswegen ausgehalten, weil sie eben in sie verliebt, verknallt und vernarrt waren.“

„Schwachsinnig“ und nur erträglich, wenn man in sie „verknallt“ war – so beschrieb der Berliner Sexualwissenschaftler Helmut Kentler die Jungen, die wie viele andere Kinder und Jugendliche Ende der 60er-Jahre auf West-Berlins Straßen unterwegs waren und mit denen er ein besonderes Experiment durchgeführt hatte. Er hatte sie bei „Pflegevätern“ untergebracht, die wegen Pädophilie bereits vorbestraft waren.

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The United States Is Not an Apocalyptic Wasteland, Explains Steven Pinker

Steven Pinker 2011, Image: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Rebecca Goldstein
Steven Pinker 2011, Image: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/Rebecca Goldstein

Donald Trump’s rise to power was driven in part by an apocalyptic narrative according to which, in a phrase, you are in grave danger. This is consistent with many people’s intuitions about the world, given the ongoing threat of global terrorism, the US’s slow recovery from the Great Recession, and a sense that the Washington establishment is corrupt and doesn’t care about the average citizen’s needs.

By Phil Torres | MOTHERBOARD

Is Trump’s apocalypticism right? Are we living in an exceptionally dangerous period of human history? Are these the desperate times that call for desperate measures?

According to the Harvard cognitive scientist Steven Pinker, the answer is a resounding No. In his 2011 book The Better Angels of Our Nature, Pinker presents a mountain of evidence showing that violence has been declining for millennia—a trend that has continued through the twentieth century and up to the present. For example, since World War II there have been no major wars between the world’s great powers, a phenomenon dubbed the “Long Peace,” and Pinker argues that the end of the Cold War inaugurated a “New Peace” that’s marked by a worldwide decline of “organized conflicts of all kinds—civil wars, genocides, repression by autocratic governments, and terrorist attacks.”

But will this trend continue in a post-Trump, post-truth world? Pinker is clear in Better Angles that it might not—for instance, there could be accessible “weapons of total destruction” (WTDs) that precipitate a global catastrophe, or authoritarian demagogues that misuse and abuse their political power. To understand what Trump’s victory means for America and, even more, what it means for the future of civilization, I contacted Pinker via email.

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Die Wahrheit jagt den Weihnachtsmann

Freigiebiger Bischof. Die Legende vom Nikolaus basiert auf einer historischen Begebenheit.Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
Freigiebiger Bischof. Die Legende vom Nikolaus basiert auf einer historischen Begebenheit.Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
Kinder haben ein Recht auf den Mann mit dem roten Mantel – egal ob Weihnachtsmann oder Nikolaus. Ein Kommentar.

Von Adelheid Müller-Lissner | DER TAGESSPIEGEL

Wenn ausgerechnet in einer Familiensendung zur Adventszeit der Weihnachtsmann madiggemacht wird, dann ist der Ärger groß. Solches geschah am ersten Advent beim beliebten „Märchenrätsel“ des RBB. Die Moderatorin fragte Kinder im Studio, ob sie in den Schränken nach von ihren Eltern versteckten Weihnachtsgeschenken suchen würden, enttarnte damit den Weihnachtsmann als Schwindel – und erntete prompt heftige Proteste erzürnter Erziehungsberechtigter.

Mit ihrem Hang zu Entzauberung und Ehrlichkeit steht die RBB-Moderatorin nicht allein. In der britischen Medizinerzeitschrift „Lancet Psychiatry“ erörtern die Psychologen Christopher Boyle und Kathy McKay die Frage, ob Eltern ihre Kinder anlügen dürfen. Aufgehängt ist das Ganze an der Geschichte vom Weihnachtsmann. Denn werden nicht ausgerechnet kurz vor dem Fest der Liebe die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft systematisch mit zweifelhaften Informationen gefüttert? Boyle und McKay sorgen sich um das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern. „Alle Kinder werden herausfinden, dass sie jahrelang systematisch angelogen wurden, und das könnte sie auf die Frage bringen, welche anderen Lügen ihnen aufgetischt wurden“, schreiben sie.

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Affen erkennen einander am Hintern

 Für ihre Artgenossen leicht zu erkennen: Dieser Hintern gehört Schimpansin Püppi aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn © Sven Hoppe/DPA
Für ihre Artgenossen leicht zu erkennen: Dieser Hintern gehört Schimpansin Püppi aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn © Sven Hoppe/DPA
Familienmitglieder schnell am nackten Po erkennen? Für Schimpansen ist das Alltag, wie eine Studie der Universität Leipzig ergab. Ihnen liefern Hinterteile wichtige Informationen – vor allem, was die Fruchtbarkeit ihres Gegenübers angeht.

stern.de

Apfel- oder Birnen-Po, knackig oder ausladend – sich mit dem Aussehen von Hinterteilen zu beschäftigen, mag für manche Menschen ein angenehmer Zeitvertreib sein. Für Affen jedoch spielt der Hintern eine ganz entscheidende Rolle im Alltag: Die Tiere erkennen einander daran wieder – und das ähnlich schnell wie am Gesicht. Das ergab jetzt eine Studie der Universität Leiden mit Schimpansen, die im Fachmagazin „Plos One“ erschienen ist.

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Your Brain Can Resurrect ‚Forgotten’ Short-Term Memories

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Day-to-day living can be such a struggle for people with short-term memory loss. But scientists have now found that memories are rarely completely lost—instead they’re just moved to the subconscious.

By Grennan Milliken | MOTHERBOARD

A functioning working memory—a part of short-term memory that deals with immediate processing of information—is critical for decision making and behavior. Without the ability to retain information where it can be easily accessed, basic cognitive functions become extremely difficult. Remembering the way to a friends house, for example, could turn into a fresh hell.

For a working memory to be maintained, scientists have long believed that the neurons associated with a memory must be continuously buzzing. But new neuroscience research published in Science suggests that it’s actually possible for the brain to let a working memory go “dormant,” and then fire it back up when it needs it again. This illuminates a whole new mechanism of how the brain processes memories and could perhaps help in treating people with cognitive problems in the future.

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Blick ins religiöse Gehirn

© University of Utah Ein gläubiger Mormone im Hirnscanner. Seine Hirnaktivität bei religiösen Gefühlen wurde aufgezeichnet.
© University of Utah Ein gläubiger Mormone im Hirnscanner. Seine Hirnaktivität bei religiösen Gefühlen wurde aufgezeichnet.
Glaubenserfahrungen im Hirnscanner: Intensive spirituelle Erfahrungen lösen im Gehirn ähnliche Reaktionen aus wie Liebe, Sex, Musik und Drogen. Denn beim religiösen Hochgefühl feuert das Belohnungszentrum des Gehirns besonders stark, wie Hirnscans bei gläubigen Mormonen belegen. Aber auch Zentren für Aufmerksamkeit und rationale Entscheidungen waren bei ihrer religiösen Praxis aktiver als sonst, wie Forscher im Fachmagazin „Social Neuroscience“ berichten.

scinexx

Religion und Spiritualität prägen ganze Gesellschaften und gelten als kulturelle Triebkraft, sie sind gleichzeitig aber auch oft der Auslöser von Konflikten und Kriegen. Gleichzeitig spielt Religion im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle – sie stützt in Krisen, hilft bei Entscheidungen und trägt zum emotionalen Wohlbefinden bei. So zeigen Studien, dass sich beim Meditieren und Beten die Hirnaktivität wandelt und diese Praktiken sogar langfristig positive Veränderungen bewirken können.

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Sexismus schadet der Psyche

Bekannt für seine sexistischen Sprüche: Donald Trump © Michael Vadon / CC-by-sa 4.0
Bekannt für seine sexistischen Sprüche: Donald Trump © Michael Vadon / CC-by-sa 4.0
Sexistisches Verhalten ist selbst unter Staatsmännern wie Donald Trump weit verbreitet – und gilt als typisch männlich. Doch Vorsicht: Wer diesem Klischee der Männlichkeit besonders gut entspricht, macht sich nicht nur viele Frauen zum Feind. Er schadet womöglich auch seiner Gesundheit, wie Forscher nun herausgefunden haben. Demnach macht das Erfüllen traditioneller männlicher Normen anfälliger für psychische Störungen wie Depressionen.

scinexx

Der Mann als Playboy und Brötchenverdiener, die Frau als treues Heimchen am Herd und Schmuckstück ihres Gatten: Obwohl solche Vorstellungen inzwischen eigentlich längst veraltet sind, halten sich Klischees in Sachen geschlechtsspezifisches Rollenverständnis in unserer Gesellschaft erstaunlich hartnäckig. Sie beeinflussen, wie wir uns selbst und unsere Mitmenschen wahrnehmen und wie wir uns dem anderen Geschlecht gegenüber verhalten.

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Fake Science News Is Just As Bad As Fake News

Image: Shutterstock
Image: Shutterstock
Fake news has been getting a lot of attention around the US election, and rightly so. But science has its own problem with fake news—and fake research published in scientific journals. To prove how bad it is, a journalist at a Canadian daily newspaper got some plagiarized ‘research’ published. According to watchdogs, the problem might be getting worse.

By Bryson Masse | MOTHERBOARD

This year, OMICS International, based out of Hyderabad, India, purchased two Canadian medical research journal publishers, which are now “churning out low-quality OMICS material, while still using their Canadian names,” as journalist Tom Spears put it in his piece in The Ottawa Citizen.

This summer, OMICS reached out to Spears, who has previously demonstrated how to game the scientific publishing system, and now gets a lot of spam from journal publishers. This time, he decided he might have some fun with them.

Spears explained that he „mostly plagiarized from Aristotle“

“I’d sent test submissions to a couple of predators in the past and had kind of moved on, but then I got this request to write for what looked like a fake journal—of ethics,” Spears wrote me in an email. “Something about that attracted me so I just thought: Why not? And one morning in late August when I woke up early I made extra coffee and banged out some drivel and sent it to them.”

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