Archiv der Kategorie: Psychologie

Voreingenommen, ohne es zu merken

Mahzarin Banaji, Anthony Greenwald Vor-Urteile Aus dem Englischen von Enrico Heinemann Verlag: dtv, München 2015 ISBN: 9783423260718 16,90 €
Mahzarin Banaji, Anthony Greenwald
Vor-Urteile
Aus dem Englischen von Enrico Heinemann
Verlag: dtv, München 2015
ISBN: 9783423260718
16,90 €

Vorurteile sind eben Vor-Urteile. Ohne eine Person zu kennen, fällen wir in Sekundenbruchteilen ein Urteil über sie. Das kann dazu führen, dass wir bestimmte Menschen bevorzugen, obwohl wir so gut wie nichts über sie wissen.

Von Nicole Paschek|Spektrum.de

So zeigen bei Untersuchungen drei von vier Menschen eine Vorliebe für Weiße gegenüber Schwarzen – ganz unbewusst. Bedeutet das, dass sie Rassisten sind? Die Autoren des vorliegenden Buchs meinen entschieden: Nein! Trotzdem entstehe aus dieser Voreingenommenheit heraus eine Tendenz zu diskriminierendem Verhalten.

Ermittelt wurde dieses Ergebnis mit Hilfe des impliziten Assoziationstests (IAT), den die Autoren, beide Professoren für Psychologie, entwickelt haben. Dieser Test soll unbewusste Präferenzen messen. Zahlreiche US-Bürger (Banaji und Greenwald schreiben nicht genau, wie viele) haben an dem so genannten Rassen-IAT der Autoren teilgenommen, unter ihnen viele Schwarze. Dabei ergab sich unterm Strich die oben genannte Quote von 75 Prozent.

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Mars-Experiment: Sechs Menschen leben ein Jahr in Isolation

Bild: (c) University of Hawaii
Drei Männer und drei Frauen ließen sich unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen.

Die Presse

Ein Jahr lang Wohnen auf engem Raum, wenig Kontakt zur Außenwelt und Dosenessen – dafür haben sich sechs Menschen aus den USA, Deutschland und Frankreich zur Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission entschlossen. Die Teilnehmer, drei Männer und drei Frauen, ließen sich am Freitag um 15.00 Uhr Ortszeit (Samstag 03.00 Uhr MESZ) unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen.

Ziel des Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist es, abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission zu simulieren.

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Psychopathen gähnen seltener mit

Ansteckend? Mitgähnen gilt als Zeichen von Empathie – Psychopathen fehlt dieses Einfühlungsvermögen. © FreeImages.com / riesma pawestri
Gähnen als verräterisches Indiz? Menschen mit psychopathischem Charakter lassen sich seltener vom Gähnen anstecken als andere. US-Psychologen haben im Experiment bestätigt, dass die fehlende Empathie der Psychopathen sie auch weniger anfällig für fremdes Gähnen macht. Doch Vorsicht: Nicht jeder, der nicht mitgähnt, ist automatisch ein Psychopath, mahnen die Forscher.

scinexx

Jeder weiß, wie ansteckend Gähnen sein kann: Fängt erst jemand in einer Gruppe an zu gähnen, springt es schnell auf andere Beobachter über. Selbst Schimpansen, Hunde und sogar Vögel lassen sich von fremdem Gähnen anstecken. “Man kann gähnen, selbst wenn man es gar nicht muss”, sagt Brian Rundle von der Baylor University in der texanischen Stadt Waco. Das ansteckende Gähnen gilt als Zeichen für Empathie: Wer besonders mit dem gähnenden Menschen mitfühlt, wird selbst zum Gähnen veranlasst.

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Musik enthält versteckte Fraktale

Im Hi-hat-Spiel des Schlagzeugers Jeff Porcaro gibt es fraktale Muster. © panzer72 / istockphoto
Verborgene Muster: Selbst der beste Schlagzeuger produziert beim Spielen winzige Schwankungen in Rhythmus und Lautstärke. Doch diese sind keineswegs zufällig, wie Forscher jetzt entdeckten. Stattdessen bilden sie Fraktale: Die Abweichungen sind auf gleich mehreren Ebenen selbstähnlich. Solche Muster absichtlich zu erzeugen, ist nahezu unmöglich, aber unabsichtlich scheinen sie unsere Musik sogar entscheidend zu prägen, so die Wissenschaftler im Fachmagazin “PLoS ONE”.

scinexx

Warum erkennen wir instinktiv, ob ein Ticken oder ein anderer Rhythmus von einen Menschen oder von einer Maschine stammt? Und warum empfinden wir ersteres als angenehm, letzteres aber eher als nervend? Der Verdacht liegt nahe, dass es etwas damit zu tun haben könnte, wie gut der regelmäßige Takt eingehalten wird. Aber was genau spielt dafür eine Rolle? Das haben Holger Hennig vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und seine Kollegen nun untersucht.

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Gehirndoping: Modafinil funktioniert

Der Wirkstoff Modafinil soll eigentlich gegen Narkolepsie helfen, wird aber auch als Neuro-Enhancer missbraucht © thinkstock/ Formel: gemeinfrei
Doping fürs Gehirn: Der Wirkstoff Modafinil kann tatsächlich die kognitiven Leistungen verbessern. Allerdings macht sich die positive Wirkung nur bei komplexeren geistigen Prozessen bemerkbar, nicht bei simplen Merkaufgaben, wie eine Metastudie zeigt. Das eigentlich nur für Narkolepsie und schwere Schlafstörungen zugelassene Medikament ist damit nach Ansicht der Forscher ein echter Neuro-Enhancer – was ethische Fragen aufwirft.


scinexx

Eigentlich soll es gegen Narkolepsie und schweren Jetlag helfen, doch unter dem Tisch wird der Wirkstoff Modafinil längst als Neuro-Enhancer gehandelt – als Mittel, um die geistigen Leistungen zu erhöhen. Übernächtigte Studenten nehmen es vor Prüfungen, um besser lernen zu können, Geschäftsleute vor wichtigen Terminen. Ob Modafinil allerdings tatsächlich Konzentration und Gedächtnis fördert und bei wem, war bisher stark umstritten.

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Tetris dämpft ungesunde Gelüste

Tetris-Spiel auf dem Handy © Plymouth University/ Lloyd Russell
Hilfe gegen ungesunde Gelüste: Haben Sie einen Jieper auf ungesundes Junkfood, Zigaretten oder Alkohol? Dann könnte eine Runde Tetris spielen helfen. Denn schon nach drei Minuten des Spielens hilft diese Ablenkung, Begierden zu dämpfen, wie ein Experiment nun zeigt. Ob dieser Effekt allerdings auch gegen die Gier nach härteren Drogen nutzt, müssen weitere Experimente erst noch zeigen.


scinexx

Abnehmen und gesünder Leben wäre so leicht, wenn da nicht diese schwer zu zügelnde Lust auf Süßigkeiten, Junkfood und andere ungesunde Leckereien wäre. Diese Begierden zu überwinden, schaffen nur die wenigsten auf Dauer – weshalb die meisten Übergewichtigen auch am Abnehmen scheitern, wie erst kürzlich eine Studie belegte. Noch schwerer ist es, sich das Rauchen abzugewöhnen oder für Alkoholiker, trocken zu bleiben.

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Abschied vom Homo Oeconomicus

Ein Broker an der New Yorker Börse | © Spencer Platt/Getty Images
Läuft nicht so gut mit dem Kapitalismus. Etwa weil er den Menschen völlig falsch einschätzt? Wir müssen auf unsere soziale Seite hören, sagt die Forscherin Tania Singer.


Von Annika Reich|ZEIT ONLINE

Das Leben im Spätkapitalismus ist nicht unbedingt das glücklichste, wie wir gerade überall auf der Welt beobachten. Könnte es sein, dass unser Wirtschaftssystem auf einer grundsätzlich falschen Annahme über den Menschen basiert? Dass es nämlich diesen sogenannten Homo Oeconomicus gar nicht gibt? Diese These vertritt Tania Singer. Sie ist Psychologin und Professorin für Soziale Neurowissenschaften, leitet das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und war die erste Lehrstuhlinhaberin für Neuroökonomie in Zürich. Sie ist aber vor allem eine der wichtigsten säkularen Ethikerinnen unserer Zeit. Ihre gesamte Arbeit ist auf das Ziel ausgerichtet, dass wir Menschen unser Mitgefühl aktivieren, damit unser Alltag, aber auch die Weltwirtschaft und die internationale Politik stärker von prosozialem Verhalten bestimmt werden können.

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Warum wir im Traum die Augen bewegen

Im Traumschlaf bewegen sich nunsere Augen – folgen sie unseren träumenden Seheindrücken? © clipdealer
Vermutung bestätigt: Forscher haben herausgefunden, welche Ursache unsere schnellen Augenbewegungen im Traumschlaf haben. Sie sind keine unwillkürlichen Zuckungen, sondern spiegeln tatsächlich Seheindrücke unserer Träume wider. Denn während dieser sogenannten REM-Phasen feuern im Gehirn genau die Hirnareale, die auch im Wachzustand neue Bilder verarbeiten, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin “Nature Communications” berichten.


scinexx

Warum träumen wir? Und was passiert dabei im Gehirn? Das Träumen ist die faszinierendste Phase unseres Schlafs – und eine noch immer ziemlich rätselhafte. So weiß man zwar, dass der Traum wichtig für unsere seelische Gesundheit ist und kann sogar schon die Gedanken eines Träumenden lesen. Aber vieles andere rund um den REM-Schlaf ist noch unklar.

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Erkenntnis-Schock: Schwulsein dient der Arterhaltung!

Bild: The Huffington Post
Man liest und hört viel über homosexuelle Frauen und Männer, die um ihre Rechte streiten. Immer wieder verweisen dabei selbsternannte Wertkonservative auf die Tierwelt, die angeblich homofrei sei. Aber stimmt das überhaupt? Was ist mit den Tieren?


Von Susanne Frisch|The Huffington Post

Eine knifflige Frage?

Nun kann man Tiere zwar nicht befragen, wen sie lieben, aber man kann relativ einfach beobachten, wen sie „anziehend” finden. Und da ist die Frage nach den homosexuellen Tieren erstaunlich einfach zu beantworten: Ja, es gibt ganz eindeutig lesbisches und schwules Verhalten bei Tieren. Und nein, nicht nur in Zirkussen, Zoos oder anderen widernatürlichen Umgebungen.

Einmal quer durch die Schöpfung!

Gesichert ist homosexuelles Verhalten unter anderem bei Bisons, Bären, Karibus, Katzen, Delphinen, Rindern, Hunden, Elefanten, Füchsen, Giraffen, Ziegen, Pferden, Pinguinen, Flamingos, Kranichen, Koalas, Löwen, Waschbären, Störchen, Emus, Hühner, Eulen, Möwen, ja sogar bei dutzenden von Reptilienarten. Es wurden sogar schon unzählige Versuche unternommen, schwule Tiere umzuerziehen – ohne jeden Erfolg.

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Wie US-Psychologen zur Folter beitrugen

Der “Krieg gegen den Terror” seine Folgen: Häftlinge und ihre Bewacher im Camp X-Ray auf Guantanamo. (Foto: dpa)
  • Eine Untersuchung zeigt, wie die Gesellschaft Amerikanischer Psychologen (APA) über Jahre am “Krieg gegen den Terror” der USA mitgewirkt hat.
  • Mitglieder der APA entwickelten nicht nur Foltermethoden, sondern waren auch anwesend, als man sie anwendete, etwa in Guantanamo.
  • Es ist von einer “systematischen Kollaboration” zwischen dem Verteidigungsministerium und der APA die Rede.


Von Sacha Batthyany|Süddeutsche.de

Erste Vorwürfe, dass amerikanische Psychologen in George W. Bushs “Krieg gegen den Terror” an der Ausarbeitung von Foltermethoden mitgewirkt hätten, gab es schon 2007. Doch nun liegt eine neue Untersuchung vor, für die interne Dokumente und E-Mails ausgewertet wurden. Sie zeigt, wie die Gesellschaft Amerikanischer Psychologen (APA) über Jahre systematisch mit dem Verteidigungsministerium zusammenarbeitete.

Basierend auf der Annahme, dass die menschliche Fähigkeit zur Selbstkontrolle bei extremer Angst und Verwirrung abnimmt, haben Mitglieder der APA Foltermethoden wie das berüchtigte Waterboarding nicht nur entwickelt; sie waren auch anwesend, als man sie anwendete, etwa in Guantanamo oder Abu Ghraib.

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Is Our Universe a Fake?

universeRobert Lawrence Kuhn is the creator, writer and host of “Closer to Truth,” a public television and multimedia program that features the world’s leading thinkers exploring humanity’s deepest questions. Kuhn is co-editor, with John Leslie, of “The Mystery of Existence: Why Is There Anything at All?” (Wiley-Blackwell, 2013). This article is based on a “Closer to Truth” episode produced and directed by Peter Getzels. Kuhn contributed this article to Space.com’s Expert Voices: Op-Ed & Insights.

By Robert Lawrence Kuhn|Space.com

I began bemused. The notion that humanity might be living in an artificial reality — a simulated universe — seemed sophomoric, at best science fiction.

But speaking with scientists and philosophers on “Closer to Truth,” I realized that the notion that everything humans see and know is a gigantic computer game of sorts, the creation of supersmart hackers existing somewhere else, is not a joke. Exploring a “whole-world simulation,” I discovered, is a deep probe of reality.

David Brin, sci-fi writer and space scientist, relates the Chinese parable of an emperor dreaming that he was a butterfly dreaming that he was an emperor. In contemporary versions, Brin said, it may be the year 2050 and people are living in a computer simulation of what life was like in the early 21st century — or it may be billions of years from now, and people are in a simulation of what primitive planets and people were once like.

Philosopher Nick Bostrom, director of the Future of Humanity Institute at Oxford University, describes a fake universe as a “richly detailed software simulation of people, including their historical predecessors, by a very technologically advanced civilization.”

It’s like the movie “The Matrix,” Bostrom said, except that “instead of having brains in vats that are fed by sensory inputs from a simulator, the brains themselves would also be part of the simulation. It would be one big computer program simulating everything, including human brains down to neurons and synapses.”

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Wünschelrutengänger liegt verdächtig oft richtig

Foto: Getty Images/Dorling Kindersley Es gibt vier mögliche Erklärungen für das gute Ergebnis des Wünschelroutengängers im Test
Damit hat die Gesellschaft für die Untersuchung von Parawissenschaften nicht gerechnet: Ein Kandidat hätte ihren Test beinahe bestanden. Das Ergebnis erscheint den Wissenschaftlern suspekt.


Von Teresa Nauber|DIE WELT

Wasser oder kein Wasser – das war die Frage, die Bernd Textor beantworten sollte: mit seiner Wünschelrute. Seit mehr als zehn Jahren lädt die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) Rutengänger und Hellseher ein, um ihre Fähigkeiten ernst zu nehmenden Tests zu unterziehen, eigentlich um zu beweisen, dass alles nur Hokuspokus ist. Bernd Textor sollte beantworten, ob durch einen Gartenschlauch Wasser floss oder Pressluft – und überraschte die Wissenschaftler. In 36 von 50 Fällen lag er richtig. Das ist deutlich mehr, als durch Zufall zu erwarten wäre.

Mit dem Versuchsaufbau gibt sich die Gesellschaft viel Mühe. Die Rutengänger sollen unter Bedingungen getestet werden, die hinterher tatsächlich darüber Aufschluss geben, ob paranormale Kräfte vorliegen könnten oder nicht. Bisher hat noch nie jemand den Test bestanden, indem er 40 von 50 Mal richtig lag. Aber ein so hoher Ergebnis wie Textor hat bisher niemand erzielt.

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Adieu, Moon Hoax Theory!

Bild: NASA/heise.de
Vor mehr als zehn Jahren erlebte die Debatte über die Mondverschwörungstheorie ihren Höhepunkt. Ihre Anhänger propagierten, dass die US-Weltraumbehörde NASA in Zusammenarbeit mit irgendwelchen dubiosen Gruppen alle sechs Mondlandungen aus propagandistischen Gründen simuliert hat, um das eigene Versagen zu kaschieren. Doch nach den Veröffentlichungen der Aufnahmen vom Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA im Jahr 2009, auf denen eindeutig menschliche Fußspuren und Artefakte zu sehen sind, ist es um die Moon-Fake-Anhänger ruhiger geworden. Auch das Schweigen von Nixon, Wikileaks, Snowden und das vieler anderer NASA-Mitarbeiter spricht eine deutliche Sprache. Sofern es dabei bleibt, ist das Ende der Moon-Hoax-Theorie nicht mehr fern.


Von Harald Zaun|TELEPOLIS

Ein tiefschwarzer Himmel, übersät mit kristallklaren und kaltleuchtenden Sternen, eine bizarre von Kratern durchzogene wüstenartige Landschaft, feiner mehliger Sandstaub und fremdartig hellstrahlendes Sonnenlicht – das waren die letzten Bilder vom Mond, die der zwölfte amerikanische Apollo-Astronaut Eugene Cernan beim Besteigen der Mondfähre in natura sah, bevor er sich im Dezember 1972 mit wenig poetischen Worten vom Erdtrabanten verabschiedete.

Zeitlose Fußspuren und Artefakte

Seit seinem Heimflug wirbelte kein irdisches Lebewesen, keine Landefähre mehr den Mondstaub auf. Nur einige blecherne Forschungssonden verewigten sich auf dem Erdtrabanten – in Gestalt von kleinen Kratern. Andere beschränkten sich darauf, ihn zu umrunden und dabei zu fotografieren, zu kartographieren sowie seine chemische Zusammensetzung zu studieren. Seitdem sich die bemannte Raumfahrt in den Erdorbit zurückgezogen hat, wirkt der Mond wie ein verwaister Satellit der Erde. Von den knapp 600 Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten der Menschheit, die bis heute im Weltall waren und in den Genuss der Mikrogravitation kamen, haben nur zwölf Vertreter des Homo sapiens dem Erdtrabanten die Aufwartung gemacht.

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Handydaten verraten Depression

Anhand der Handydaten lässt sich offenbar erkennen, ob jemand depressiv ist  © thinkstock
Anhand der Handydaten lässt sich offenbar erkennen, ob jemand depressiv ist © thinkstock
Verräterische Daten: Allein an der Nutzungsdauer und den GPS-Daten unseres Handys lässt sich ablesen, ob wir depressiv sind oder nicht. Das zumindest legt ein Experiment von US-Forschern nahe. Ihnen gelang es anhand dieser Daten, depressive Probanden mit 87-prozentiger Trefferquote zu identifizieren. Indizien sind unter anderem eine längere Nutzung und weniger Ortsveränderungen, wie die Forscher berichten.


scinexx

Unser Smartphone weiß nicht nur mehr über uns als viele unserer Freunde, es wird auch mehr und mehr zu einem nützlichen Helfer für unsere Gesundheit. Per App und Bewegungssensor zählt das Handy unsere Schritte, warnt uns vor einem Sonnenbrand, vor schädlicher Strahlung oder Chemikalien und könnte im Straßenverkehr sogar unser Leben retten. Auch an die Einnahme von Tabletten oder das Spritzen von Insulin erinnern Apps heute schon.

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Die Whistleblower der Wissenschaft

Auf der Online-Plattform Pubpeer können Wissenschafter auf Ungereimtheiten in Forschungsarbeiten hinweisen. Einer der Betreiber erklärt, warum Anonymität so wichtig dabei ist.


Interview: Angelika Jacobs|Neue Zürcher Zeitung

Der enorme Leistungsdruck im Forscherberuf verleitet manche Wissenschafter dazu, Daten zu beschönigen. (Bild: Amir Cohen / Reuters)

Wenn jemandem Fehler in wissenschaftlichen Studien auffallen, kann er oder sie sich auch an die zuständigen Forscher oder die Fachjournale wenden. Warum braucht es eine öffentliche Plattform?

Zunächst einmal ist es wichtig, zu verstehen, dass die Forschung von heute auf den Ergebnissen von gestern beruht. Wenn sich Forscher auf fehlerhafte oder gar manipulierte Daten anderer verlassen, kann der Verlust an Zeit und Forschungsgeldern enorm sein. Forscher und Steuerzahler haben daher ein grosses Interesse daran, dass Unstimmigkeiten schnell bekannt werden. Die traditionellen Kanäle sind dafür zu langsam, zu ineffizient, zu konfliktbeladen.

Können Sie das erklären?

Die Studienautoren anzuschreiben, führt meist zu nichts. Kaum ein Forscher würde einen Fehler zugeben. Der Leistungsdruck ist so gross, dass es fast immer besser ist, den Mund zu halten und zu hoffen, dass es sonst niemand merkt. Und ich rede hier von unabsichtlichen Fehlern, zum Beispiel Resultate zu überinterpretieren. Jemand, der Daten manipuliert, wird natürlich alles tun, um nicht aufzufliegen.

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Medikamente können Moral beeinflussen

Medikamente, die die Hirnbotenstoffe beeinflussen, können auch unser Verhalten verändern. © freeimages
Unmoralischer durch Arzneimittel? Mittel gegen Parkinson oder Depression könnten unsere moralischen Entscheidungen beeinflussen. Darauf deutet ein Experiment britischer Forscher hin. In diesem waren gesunde Probanden eher bereit, für ihren Profit leichte Stromschläge auszuteilen, wenn sie unter Einfluss eines Parkinson-Mittels standen. Mit einem Antidepressivum verzichteten sie dagegen eher auf das Geld. Ursache ist der Effekt dieser Mittel auf die Hirnbotenstoffe – ob dies aber auch für Patienten mit Depression oder Parkinson gilt, ist noch offen.


scinexx

Ob wir moralisch handeln und wie sehr, hängt von ziemlich vielen Faktoren ab: Es spielt beispielsweise eine Rolle, in welcher Sprache wir vor moralische Entscheidungen gestellt werden, aber auch, welche Tageszeit gerade herrscht.

Wie Hirnbotenstoffe unser Verhalten prägen

Und auch die Botenstoffe unseres Gehirns spielen dafür eine wichtige Rolle, wie Studien zeigen. So sorgt das Glückshormon Dopamin nicht nur für das Hochgefühl, es kann auch impulsive Aggressionen fördern und sogar kriminelles und psychopathisches Verhalten. Das Serotonin scheint dagegen solche Impulse eher zu schwächen: Es dämpft Angst und Aggression, bei gewalttätigen Verbrechern ist seine Konzentration eher verringert.

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How Do You Make a Memory? This Study Puts Us Closer to the Answer

Human memory—the encoding of information into our very brains—is a process at once fascinating and still pretty mysterious. In a study published Wednesday in study published Wednesday in Neuron, researchers offer new insight into how new memories are created, with a little help from Jennifer Aniston, Clint Eastwood, and Tiger Woods.


By Victoria Turk|MOTHERBOARD

brainIn the study, researchers from the University of Leicester in the UK and UCLA in the US looked at how neurons changed as people formed new episodic memories after the researchers showed them images of people including family members and celebrities in different places.

They found that neurons that were initially responsive to a specific person began to respond to a specific place too, after the two had been linked in the subject’s memory.

“If you want to remember something from your past, basically what you remember is a few concepts that you relate together. For example, ‘I remember meeting a friend in the cinema one or two months ago,’” explained Rodrigo Quian Quiroga, an author on the paper from the University of Leicester, in a phone call. “So basically you make a link between a few concepts; this is, let’s call it the ‘skeleton’ of what we call episodic memories.” Episodic memories are memories related to your personal experience.

The new study suggests how neuronal activity in a part of the brain called the medial temporal lobe changes as these concepts—people and places, for instance—are linked.

In one example, the researchers showed subjects a picture of Clint Eastwood and a picture of the Leaning Tower of Pisa, and then a picture of Clint Eastwood photoshopped at the Leaning Tower of Pisa. They found that the neurons that originally fired in response to the actor would then start firing in response to the landmark, and vice versa, even though they didn’t before. A new association between the two formerly unrelated things—Eastwood and the tower—was encoded.

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Pubertät: Hyperaktiver Totalumbau im Gehirn

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Neurologe Uhlhaas: “Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Jugendlicher in allen Kontexten adäquat verhält”


Von Walter Müller|derStandard.at

“Jetzt räum endlich deine Sachen weg, es müffelt ja schon in deinem Zimmer. Und außerdem: Solange du nicht Mathe lernst, kannst du dir die Party am Wochenende abschminken.” Die Appelle der Eltern sind deutlich – verfehlen aber das Ziel. Sie gehen beim einen Ohr hinein und, ohne irgendwo dazwischen in der grauen Masse hängenzubleiben, beim anderen wieder hinaus. Nach einigen Minuten der Stille meldet sich der sechszehnjährige Sprössling: “Was habt ihr gesagt?” Er war nicht da, irgendwo, aber nicht im Hier und Jetzt der Eltern.

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The Paralysed Man Who Can Control a Robotic Arm With His Thoughts

L-R Dr. Christianne Heck, Dr. Richard Andersen, Dr. Mindy Aisen, Dr. Charles Liu, Erik Sorto. Image: Lance Hayashida, Caltech
When Erik Sorto was 21, a gunshot wound left him paralysed from the neck down. Over ten years later, he was preparing smoothies for a room full of kids with brain injuries. For the past two years, Sorto’s been trialling a neural implant that lets him move a robotic arm with only his thoughts.

By Emiko Jozuka|MOTHERBOARD

He recently even used the arm to accomplish his own personal goal: taking a sip of beer by himself.

Sorto, who is now 34, is the first person in the world to have a neural prosthetic device implanted in an area of the brain called the posterior parietal cortex (PPC), where our movements are planned.

In a nutshell, the two electrode arrays implanted in Sorto’s brain read his neural signals. When Sorto’s implant is connected to a computer, these signals are decoded by algorithms, then translated into movement in the robot arm.

“I wanted to be part of the project and the solution,” Sorto told me. “I was happy to have a small part in a project that has the potential to help so many people with disabilities gain independence.”

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Kreativität und Schizophrenie gehen Hand in Hand

Friedrich Hölderlin, Pastell von Franz Karl Hiemer, 1792. Von Dichter Friedrich Hölderlin wird angenommen, dass er schizophren war. Bild: wikimedia.org/PD
Genialität und Wahnsinn liegen dicht beieinander – was der Volksmund sagt, bestätigt nun eine neue Studie: Zwischen hoher Kreativität und psychischen Erkrankungen gibt es einen genetischen Zusammenhang.


Von Stefan Parsch|DIE WELT

Lässt sich zwischen künstlerischen Berufen und psychischen Erkrankungen ein genetischer Zusammenhang nachweisen? Ein internationales Forscherteam um Kari Stefansson von der Universität Reykjavik ist dieser Frage nun in einer groß angelegten Untersuchung auf den Grund gegangen.

Dazu untersuchte es zunächst das Erbgut von mehr als 150.000 Menschen. Bei einem Teil davon war entweder Schizophrenie oder eine bipolare Störung festgestellt worden. Die Wissenschaftler fahndeten nach jenen Erbanlagen, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für jede der beiden Erkrankungen einhergingen.

Die Resultate glichen sie dann zunächst mit Daten von mehr als 86.000 Isländern ab. Dabei suchten sie Übereinstimmungen sowohl mit dem Erbgut von Menschen mit Schizophrenie und bipolarer Störung als auch mit dem von besonders kreativen Menschen: Schauspielern, Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern oder Autoren.

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