Archiv der Kategorie: Psychologie

New Imaging Study Shows How Schizophrenic Brains Regenerate

Image: Palaniyappan et al
Image: Palaniyappan et al
To say that cures are rarely discussed within the context of mental illness would be an understatement. The reality is much closer to never and this becomes even more true as the mental illness in question becomes more severe.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

A very large portion of common schizophrenic symptoms, known as negative symptoms, aren’t even treatable—successfully nuking the vast hydra that is schizophrenia in any curative sense is hard to fathom. We don’t even really know what causes it (but have some good ideas).

A group of researchers led by the Lawson Health Research Institute’s Lena Palaniyappan published a study this week in Psychology Medicine offering new evidence that the brain is capable of reorganizing itself in ways that may lead to a reversal of the effects of schizophrenia: hinting at a cure, that is.

The Lawson group’s work is based on MRI scans of 98 schizophrenic subjects and 83 control subjects. Of particular interest in the scans was the varying thicknesses of the brain’s cortical layers between the two groups and also among schizophrenic subjects that have had the disorder for longer and shorter periods of time. It’s been suggested that neural degeneration in this region is at the root of schizophrenia, though this is still widely debated, and this is where the study begins.

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Motivation und Selbstprogrammierung

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Im Magazin der letzten „Zeit“ erschien ein Artikel mit dem Titel „Die Kraft der Gedanken, wie man sich glücklicher und gesünder denkt“ von Ilka Piepgras. Im Kern befasst sich der Artikel mit einer Theorie zur Willensbildung und Motivation. Es gilt in der Psychologie als unstrittig, dass wir durch unser Unterbewusstsein mehr oder weniger Stark beeinflusst werden. Man kann sich fragen, wie weit das überhaupt mit der Konzeption eines akausalen Willens vereinbar ist: Das ist aber nicht unser Problem!

Föderation des Determinismus

I. Interessant ist aber, wie man sich dies zu Nutze machen kann: In dem Artikel werden verschiedene Studien aufgeführt, nach der bereits geringfügige suggestive Einwirkungen einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Menschen hatten. So sollen sich angeblich Probanden nach dem Lösen eines Kreuzworträtsels mit altersassoziierten Begriffen wie „schwerhörig“, „grau“ und „Hautfalten“ nach Lösen des Rätsels langsamer bewegt haben, als die Vergleichsgruppe mit einem normalen Kreuzworträtsel. Auch sollen Senioren, die man in ein Umfeld von 20 Jahren zuvor versetzte und unter entsprechende Anforderungen stellte – nicht altersgerechte Anforderungen – in kurzer Zeit beweglicher geworden sein, mit besseren Werten der Seh- und Hörfähigkeit sowie mit einem besseren Abschneiden bei Intelligenztests.
Man mag das Ausmaß solcher Suggestionen in Frage stellen, für uns selbst können wir daraus lernen: Wir können etwas Bestimmtes nur schaffen, wenn wir es uns zumuten. Und: Der Mensch passt sich an die Anforderungen an. Wer sich nicht mehr bewegt, dessen Muskeln schwinden und ähnlich ist dies möglicherweise auch mit geistiger Leistungsfähigkeit.
Tests an Studenten haben gezeigt, dass ihr Abschneiden bei Intelligenztests nach einem mehrwöchigen Strandurlaub ohne geistige Anforderungen deutlich abnimmt.

Selbst wenn wir meinen, dass man Wünsche, Ziele und Problemlösungen nur mit purer Willensanstrengung erreichen kann (dagegen will ich überhaupt gar nicht argumentieren) und auch wenn man andererseits vielleicht alle kausalen Abläufe für zwingend hält, so gehört es doch auch zum Kausalverlauf, derartige suggestive Wirkung zu erkennen: Wer diesen Zusammenhang erkennt, kann ihn auch nutzen, indem man das eigene Umfeld und die Anforderungen an die eigene Person so anpasst, dass die Wirkung auf sich selbst zu den Wünschen hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten entspricht, die man zur Erreichung der eigenen Ziele benötigt.

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Erwartungen beeinflussen Schmerzempfinden

Wie sehr schmerzt es? Je nach Erwartung bewerten Männer Schmerzen anders © thinkstock/ DAJ
Schmerzlindernde Wirkung: Werden Männer mit der Information versorgt, dass sie Schmerzen besser ertragen können als Frauen, wirkt sich das prompt aus – sie bewerten Hitzereize dann als weniger unangenehm. Umgekehrt funktioniert der Effekt aber auch, wie ein Experiment zeigt: Wer denkt, Frauen hätten eine höhere Schmerztoleranz, kann Schmerzen weniger gut aushalten als ohne diese Erwartung.

scinexx

Unsere eigenen Erwartungen sind machtvolle Manipulateure: Sie beeinflussen, wie wir andere Menschen wahrnehmen, wirken sich auf unsere Leistungen aus – und sind der Grund dafür, dass es den Placebo-Effekt gibt. „Der Placebo-Effekt funktioniert gerade bei der Behandlung von Schmerzen oft sehr gut“, sagen Wissenschaftler um Katharina Schwarz von der Universität Würzburg.

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Wie wir uns an negative Erlebnisse erinnern

Wut im Bauch beeinflusst unsere Erinnerung – genauso wie Schmerz, Angst, Trauer und andere negative Emotionen © thinkstock/ Marjan Apostolovic
Aus dem Zusammenhang gerissen: Negative Situationen brennen sich oft tief in unser Gedächtnis ein – doch der Kontext, indem sie stattgefunden haben, verblasst. Warum das so ist, haben Forscher nun mithilfe von Hirnscans entschlüsselt. Schuld daran ist demnach eine erhöhte Aktivität in der für Emotionen zuständigen Amygdala sowie eine verminderte im Hippocampus, dem Kontextbeauftragten des Gehirns. Diese Mechanismen könnten den Wissenschaftlern zufolge unter anderem die Entstehung Posttraumatischer Belastungsstörungen erklären.

scinexx

Emotionen können unsere Erinnerungen stark beeinflussen. Studien belegen: Je emotionaler wir eine Situation wahrnehmen, desto eher werden wir uns später daran erinnern. „Gerade an emotional aufgeladene negative Erlebnisse erinnern sich Menschen gut“, sagen Forscher um James Bisby vom University College London. „In welchem Kontext dieses Erlebnis stattgefunden hat, das wiederum können sie sich oft weniger gut ins Gedächtnis zurückrufen.“

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Von Geburt an helle?

Karl-Friedrich Fischbach, Martin Niggeschmidt Erblichkeit der Intelligenz Verlag: Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016 ISBN: 9783658112387
Karl-Friedrich Fischbach, Martin Niggeschmidt
Erblichkeit der Intelligenz
Verlag: Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016
ISBN: 9783658112387

Über die Erblichkeit von Intelligenz wird viel geredet. Doch was davon ist wissenschaftlich stichhaltig, was bloße Mutmaßung – und wer argumentiert hier aus welchen Beweggründen?

Von Arne Baudach | Spektrum.de

In ihrem kompakt gehaltenen Sachbuch erläutern der Neurogenetiker Karl-Friedrich Fischbach und der Journalist Martin Niggeschmidt das aus der quantitativen Genetik stammende „Erblichkeitsmodell“. Dabei räumen sie kräftig mit Mythen und Falschaussagen auf. Der Band richtet sich – den Kriterien der „essentials“-Reihe entsprechend – sowohl an interessierte Laien als auch an Fachleute; kurz an alle, die sich in diesem Spezialgebiet der Intelligenzforschung auf den neuesten Stand bringen möchten. Diesem Anspruch werden die Verfasser gerecht.

Fischbach und Niggeschmidt beleuchten zunächst die Grundlagen des Erblichkeitsmodells, wobei ihre Ausführungen für nicht Vorgebildete zugegeben sehr anspruchsvoll sind. Nach der knappen Einführung in die einschlägige Mathematik lassen die Autoren ihre Leser aber nicht mit den Gleichungen allein. Vielmehr erläutern sie diese an anschaulichen Beispielen und Grafiken. Elegant erklären sie sperrige Begriffe wie „genotypischer Varianzanteil“ oder „Heritabilität“.

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Wie Vorurteile unsere Wahrnehmung manipulieren

Fröhlich, neutral oder wütend? Stereotypen beeinflussen die visuelle Wahrnehmung © image source white/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn eine Person wahrnimmt, hängt nicht nur von ihren objektiven Gesichtszügen ab – sondern auch von stereotypen Erwartungen. Das zeigt nun ein Experiment von US-Forschern. Demnach verarbeitet das Gehirn Gesichter so, dass sie unseren Vorurteilen und Klischees mehr entsprechen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ berichten. Das heißt: Wer Männern grundsätzlich aggressive Eigenschaften zuschreibt, dessen Gehirn reagiert auch auf ein neutrales Männergesicht so, als würde es ein wütendes sehen.

scinexx

Was wir von anderen denken und wie wir mit ihnen umgehen wird oft von Stereotypen bestimmt. Klischees und Vorurteile verleiten schon Kinder und Jugendliche dazu, dicke Menschen für dumm zu halten. Im Arbeitsalltag sorgen sie dafür, dass insbesondere fröhlichen Frauen keine Führungsstärke zugetraut wird – und selbst politische Wahlentscheidungen hängen mitunter von Stereotypen ab.

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Hirnforscher: „Wir brauchen den Glauben an ein Jenseits“

Lage der Hippocampi (rot) im menschlichen Gehirn: Ansicht von unten (die Stirn liegt im Bild oben)
Lage der Hippocampi (rot) im menschlichen Gehirn: Ansicht von unten (die Stirn liegt im Bild oben)

Der Freiburger Hirnforscher Prof. Robert-Benjamin Illing ist der Meinung, dass das Bedürfnis nach Transzendenz angeboren ist.

kath.net

„Wenn wir die Idee eines Göttlichen nicht fassen könnten, wären wir der Sinnkrise ausgeliefert, unsere Lebensfähigkeit würde unterhöhlt. Wir brauchen den Glauben an ein irgendwie geartetes Jenseits und eine höhere Instanz“, sagte der Wissenschaftler in einem Interview mit der Tageszeitung „Märkische Allgemeine“ (Potsdam). Die Hoffnung, dass ein Gott angesichts drohender Sinnlosigkeit letzten Endes für Sinn und Gerechtigkeit sorge, bestehe nach wie vor. Nach Ansicht des Neurobiologen ist Religion noch immer das dominierende Modell der Sinngebung. Aber es gebe auch Ersatzmodelle: „Wir können versuchen, das Gefühl der Sinnlosigkeit durch Konsum, esoterische Vorstellungen, Ideologien oder unseren Fußballverein zu überspielen.“ Er bezweifle allerdings, dass diese Modelle über Generationen hinweg tragfähig seien, so der Neurobiologe.

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Der Einfluss des Smartphones auf das menschliche Gehirn

Mehrere Stunden täglich nutzen Verbraucher Geräte mit Internetzugang, um mehr oder weniger wichtige Aufgaben zu erledigen. © thinkstock.com,CandyBoxImages
44 Millionen Deutsche nutzen ein Smartphone, sei es als Terminplaner, zur Navigation, als Wecker oder um Notizen abzurufen. Früher mussten sich Menschen Telefonnummern einprägen, heute kennen viele ihre eigene Nummer nicht. Wer im Alltag einem Problem begegnet, der googelt die Lösung auf dem Smartphone. Kritiker sehen in dieser Abhängigkeit eine große Gefahr und betiteln sie als digitale Demenz.

scinexx

Die Putzfrau, der Geschäftsführer, die Musiklehrerin – praktisch jeder ist heutzutage online. Das Smartphone ist für die Mehrheit das Portal ins Internet. Mehrere Stunden täglich nutzen Verbraucher das Gerät, um mehr oder weniger wichtige Aufgaben zu erledigen. Zu den Nutzergruppen zählen auch Jugendliche und Kinder – und darin sehen Hirnforscher und Psychologen wie Manfred Spitzer eine große Gefahr.

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Erste „Wortkarte“ unseres Gehirns

Ein neuer Hirnatlas zeigt erstmals, wo unser Gehirn welche Wörter verarbeitet. Für mehr als 10.000 Wortbedeutungen kann man direkt erkennen, welche Areale aktiv werden. Demnach aktivieren Wörter mit eher sozialer Bedeutung beispielsweise andere Hirnareale als Farbwörter, Ortsangaben oder Zahlen. Das gesamte semantische Netzwerk überzieht jedoch das gesamte Gehirn, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Dank moderner bildgebender Verfahren weiß man heute, dass Sprache in unserem Gehirn mehr Areale aktiviert als nur die beiden bekannten Sprachzentren der linken Hirnhälfte. Stattdessen ist ein ganzes Netzwerk daran beteiligt, die Bedeutung der Wörter zu entschlüsseln. Doch wie die Arbeit innerhalb dieses Netzwerks verteilt ist und wo welche Bedeutungen verarbeitet werden, blieb weitgehend unbekannt.

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Wie unser Gehirn die Zahl Null erkennt

Um eine leere Menge als Zahlenwert Null zu erkennen, benötigt unser Gehirn zwei Schritte und zwei Hirnareale. © Wavebreakmedia/ thinkstock
Ein Nichts als Zahl: Forscher haben erstmals aufgedeckt, wie unser Gehirn die Null verarbeitet und erkennt – eine alles andere als triviale Leistung. Denn eine leere Menge, ein Nichts, muss dabei als Teil der mentalen Zahlenreihe erkannt und korrekt eingeordnet werden. Wie nun Hirnscans bei Affen belegen, benötigt das Gehirn dafür zwei Schritte. Erst im zweiten erfolgt dabei die Umwandlung ins abstrakte Konzept, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

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Schon unsere frühen Vorfahren beherrschten das Zählen und schufen sich Zahlensysteme, um Mengen anzugeben. Heute weiß man, dass es in unserem Gehirn sogar eigene Areale für die Verarbeitung von Zahlengrößen gibt – und dass das Gehirn von Mathematikern anders funktioniert als das von Laien.

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“Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?”

Image: Frans de Waal/FB
Image: Frans de Waal/FB
Tomorrow (Monday: 25 April, 2016) will be the official pub date of my book “Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?” This means that the English version is, or should be, in the stores and that if you order the book from an internet provider, it will be shipped to you right away. Many translations are either coming out or in the works, while the UK edition will appear early September, 2016, in London.

By Frans de Waal | Facebook

It has been a long journey from writing to production to having the book available, and I appreciate all of the patience of those who wanted to read it right away. If you have read the book and liked it and wish to promote it, one great way is to put a glowing review on the Amazon.com website. Amazon ratings and reviews do matter. Another way, of course, is the good-old word-of-mouth method of recommending the book to others.
Several reviews of the book have already appeared in print or on the internet, and I am sure many more will follow in the coming days and weeks. There is even a placement on the “best new books” list of, yes, People magazine. It is also on Publisher’s Weekly tip sheet. The New York Times published an extract as well as a book review, as did Slate.com. Science Friday did a radio interview on the book on April 22nd – you can listen to it here. In the meantime in the Netherlands, the book entered within days the top ten of non-fiction books.
The key message that animals are a lot smarter than science has given them credit for is likely to resonate. The book pays ample attention to the history of my field, including the question why it has taken so long to reach this conclusion. We stand at the beginning of a new way of looking at animal intelligence. The present generation of scientists focuses on the animals themselves rather than on the tired old question of what makes humans special. The book’s goal is to make new knowledge accessible. The first reviews indicate that everyone thinks it is fun to read.

Schlaf: Eine Hirnhälfte hält Wache

Bei der ersten Nacht in einem fremden Bett bleibt ein Teil des Gehirns halbwach © wavebreakmedia
Wächter über unseren Schlaf: Forscher haben herausgefunden, warum wir in der ersten Nacht am fremder Ort schlechter schlafen. Schuld ist ein subtiler Schutzmechanismus in unserem Gehirn: Statt komplett in den Tiefschlaf zu gleiten, bleibt eine Gehirnhälfte ein wenig wacher als normalerweise. Erst wenn wir uns an die Umgebung gewohnt haben, schläft dann wieder das gesamte Gehirn“, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

scinexx

Diesen Effekt kennt fast jeder: Ist man im Hotel oder irgendwo zu Besuch, dann schläft man in der ersten Nacht oft schlechter als in den folgenden Nächten. Man fühlt sich unausgeruht und hat das Gefühl, sich die halbe Nacht herumgewälzt zu haben. Dieser Effekt ist sogar so ausgeprägt, dass Wissenschaftler im Schlaflabor bewusst eine Eingewöhnungsnacht für ihre Probanden einplanen. Zwar werden diese dabei voll verkabelt, die Daten werden aber verworfen, weil sie nicht repräsentativ sind.

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Lebende Gesellschaften und aussterbende Gender-Unisexmenschen

Bild: RDF
In SHIFT Vol. 3 haben wir vier Debatten-Beiträge zum Thema „Gender Mainstreaming“ veröffentlicht. Prof. Dr. Ulrich Kutschera hat sich in diesem zusätzlichen Online-Kommentar nochmal näher mit den Beiträgen und ihren Argumenten auseinandergesetzt.

Von Ulrich Kutschera | Richard Dawkins-Foundation

Als Physiologe und Evolutionsbiologe mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der ergebnisoffenen Grundlagenforschung begrüße ich es nachdrücklich, dass die Zeitschrift SHIFT eine vierteilige Serie von Kommentaren publiziert hat, in welchen der Themenbereich „Soziologische Geschlechterforschung“ bzw. „Politikprogramm Gender Mainstreaming (GM)“ thematisiert worden ist. Was können wir aus diesen Kommentaren lernen?

Der erste Autor, ein Gender-kritischer Selbstdenker, beginnt seine Ausführungen mit der Beschreibung der Doku-Videos des Norwegers Harald Eia. Auch ich schätze diese Filme sehr, da sie auf eindrucksvolle Weise vor Augen führen, dass die soziologischen Spekulationen staatlich alimentierter „Gender-Forscherinnen“ durch naturwissenschaftliche Fakten ad absurdum geführt werden können. Leider musste ich jedoch nach Ansicht der exzellenten Videofilme feststellen, dass kaum ein Argument der interviewten Gender-Kritiker durch entsprechende Fachpublikationen bestätigt werden kann. So findet man z. B. die dort gezeigten Kleinkind-Experimente in Verbindung mit dem Namen des interviewten Wissenschaftlers in keiner Quelle (Jungen krabbeln zu Spielzeugautos und Werkzeug, während die Mädchen bevorzugt nach weichen Bällen und Puppen greifen). Ebenso wenig wird man fündig, wenn man die Aussagen der renommierten Psychologen überprüfen möchte. Kurz: Die wertvollen H. Eia-Videos können von Gender-Ideologinnen problemlos als „unbelegte Diffamierungen ihrer Forschungen“ abqualifiziert werden — es fehlen ganz einfach die Quellenverweise.

Korrekt und sachkundig wird im ersten Kommentar die Geschichte der Einschleusung politischer „Gender-Perspektiven“ in die Berufswelt sowie die Konfusion der Gleichberechtigung mit dem Dogma einer „Macht-Gleichstellung“ thematisiert. Am Ende „outet“ sich der belesene Autor leider als Kreationist: Er glaubt, Gott hätte uns mit guten Absichten ergänzend als Mann und Frau geschaffen. Diese biblische Sicht der Dinge wird unserer evolutiv herausgebildeten „Mann-Frau-Natur“ in keiner Weise gerecht, insbesondere nicht unter Berücksichtigung des „Gender-Paradoxons“.

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Hirnströme verraten Identität

Verräterische Wellen: Gehirnströme können fast ebenso viel über unsere Identität preisgeben wie ein Fingerabdruck © Sebastian Kaulitzki/ thinkstock, Andrii Cherninskyi/ CC-by-sa 4.0
Hirnscan statt Fingerabdruck: Die Identität einer Person lässt sich erstaunlich genau anhand ihrer Gehirnwellen offenlegen. Das belegt nun ein Experiment von US-Forschern. Demnach sind unsere Reaktionen auf Bilder so charakteristisch, dass eine Software Personen anhand der dabei entstehenden Hirnmuster identifizieren kann – und zwar mit einer Trefferquote von 100 Prozent. Das Verfahren hat den Forschern zufolge vor allem Potenzial für Hochsicherheitsbereiche.

scinexx

Die Hirnaktivität eines Menschen verrät so einiges über ihn. Zwar können Wissenschaftler noch keine komplexen Gedanken lesen. Doch sie kommen dieser Fähigkeit immer näher. Bereits 2011 war es Forschern gelungen, anhand der Gehirnwellen geträumte Bewegungen zu erkennen. Sie konnten unterscheiden, ob der Proband gerade davon träumte, seine linke oder seine rechte Faust zu ballen. Auch gehörte und gesprochene Wörter haben Wissenschaftler schon anhand von Hirnströmen rekonstruiert.

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Im Seelenraum des Sozialen

Die Stimmung ist augenscheinlich erwartungsvoll. Aber wer kommt? (Bild: Richard Drew / AP)
Stimmungen steigen in uns auf und beherrschen uns. Der Soziologe Heinz Bude versucht in seinem neuen Buch zu zeigen, wie.

Von Uwe Justus Wenzel | Neue Zürcher Zeitung

Stimmungen herrschen – aber nicht so, wie Herrscher herrschen. Wenn in einer Abendgesellschaft, wie man zu sagen pflegt, eine ausgelassene Stimmung herrscht, sind alle, die zu der Gesellschaft gehören, unwiderstehlich zu Scherzen aufgelegt. Darin besteht die ausgelassene Stimmung, darüber hinaus ist sie – nichts. Stimmungen herrschen ungefähr so, wie es regnet: Wie es kein Subjekt namens Regen gibt, das da regnet, so auch keines namens Stimmung, das uns so oder so stimmt, fröhlich oder traurig macht. Stimmungen sind nur im Satz Subjekte: Sie kommen auf, sie steigen in mir auf, sie überkommen uns. Aber ich bin es, der von Trübsinn oder Heiterkeit erfüllt ist, dem es schwer oder leicht zumute ist. Zwar beherrscht diese oder jene Stimmung das Gemüt, und insofern herrscht sie auch über uns, doch herrscht sie nur über uns, weil sie in uns und durch uns herrscht.

Sein und Bewusstsein

Stimmungen – so hat Martin Heidegger sie einmal charakterisiert – sind wie Melodien: Sie geben den Ton an, sie stimmen und bestimmen «die Art und das Wie» des jeweiligen Daseins; sie zeigen, «wie einem ist und wird», in ihnen erschliesst sich – allem Denken, Wollen und Urteilen voraus – meine Befindlichkeit, mein so oder so «getöntes» In-der-Welt-Sein. Anders als Gefühle sind Stimmungen nicht auf etwas Bestimmtes bezogen oder gerichtet, sie haben keinen eigentlichen Gegenstand. Sie sind jedoch keine blossen Begleiterscheinungen, sondern selbst das Medium des Erscheinens der Welt; in ihnen erschliesst sich die jeweilige Lebenssituation im Ganzen – etwa so, wie ein Raum oder eine Landschaft ihre je eigene Atmosphäre haben können.

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Kreativ durch Hirnstimulation?

Aktiv für Kreativität: Der vordere Bereich des präfrontalen Kortex ist für innovatives Denken zuständig © Georgetown University/ stockimage
Elektrisches Doping fürs Gehirn: Gezielte Hirnstimulation mit schwachem Gleichstrom könnte unsere Kreativität fördern. Werden für kreatives Denken verantwortliche Regionen im Gehirn auf diese Weise zu mehr Aktivität angeregt, hat das einen deutlichen Effekt. Im Experiment wurden Probanden dank der elektrischen Impulse einfallsreicher, wie Forscher berichten. Sie fanden demnach mehr Lösungen für Aufgaben, bei denen innovatives Denken gefragt war. In Zukunft könnte die Methode vielleicht einmal Patienten mit Hirnstörungen helfen.

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Wissenschaftler sind heute dazu in der Lage, bestimmte Bereiche unseres Gehirns gezielt zu manipulieren. Mithilfe von Magnetimpulsen können sie die Aktivität von Hirnregionen kurzzeitig unterbrechen und sogar die Händigkeit von Probanden umpolen. Umgekehrt lässt sich unser Gehirn durch transkranielle elektrische Signale auch räumlich begrenzt stimulieren. Selbst Träume konnten Forscher mit dieser Hirnstimulation schon beeinflussen.

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Studie: Wer sich sozial engagiert, lebt und stirbt zufriedener

Gute Nachricht für alle, die ehrenamtlich aktiv sind: Wer sich sozial engagiert, lebt und stirbt zufriedener. Das ergab eine Studie der Berliner Humboldt-Universität.

kath.net

Dazu werteten Wissenschaftler des Instituts für Psychologie die Daten von 2.910 verstorbenen Personen aus, die vor ihrem Tod bis zu 27-mal an einer jährlich durchgeführten Befragung teilgenommen hatten. Laut einer Mitteilung der Universität zeigen die Ergebnisse, dass sowohl ein sozial aktives Leben als auch das Verfolgen sozialer Ziele mit einem höheren Wohlbefinden in der letzten Lebensphase in Verbindung stehen. Der Zusammenhang bestehe unabhängig von Faktoren wie dem Gesundheitszustand, Behinderungen, dem sozio-ökonomischen Status und dem Bildungsstand. Einer der Autoren, Prof. Denis Gerstorf, erklärte: „Menschen mit sozialer Orientierung sind daran interessiert, anderen zu helfen, und engagieren sich in sozialen und politischen Initiativen. Offensichtlich ist dies auch und gerade am Ende des Lebens für das eigene Wohlbefinden von Bedeutung.“ Wie Gerstorf auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, wurde bei der Untersuchung nicht speziell erhoben, ob sich die betreffenden Personen ehrenamtlich in der Kirche betätigten.

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Was LSD mit unserem Gehirn macht

Hirn auf Droge: Unter LSD-Einfluss arbeitet unser Gehirn anders © pixologicstudio/ thinkstock
Blick ins Hirn auf Droge: Erstmals haben Forscher gezeigt, wie das menschliche Gehirn auf den Einfluss von LSD reagiert. Das Halluzinogen aktiviert nicht nur zahlreiche Hirnareale – es lässt auch Regionen zusammenarbeiten, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben. Und: Es versetzt das Gehirn in einen kindlichen Zustand, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

scinexx

Unter LSD-Einfluss wirkt die Welt wie ein Traum. Die Halluzinationen auslösende Droge verändert sowohl die optische, als auch die sensorische und akustische Wahrnehmung – und sie wirkt sich auf das Zeitempfinden aus. Ihre komplexen Auswirkungen auf das menschliche Gehirn machen die Substanz auch für Mediziner interessant.

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Mathematikern ins Gehirn geblickt

Das Gehirn von Mathematikern reagiert auf mathematische Aussagen anders als bei Mathe-Laien. © wavebreakmedia/ thinkstock
Mathe-Profis sind anders: Wenn Mathematiker über mathematische Aussagen nachdenken, springt in ihrem Gehirn ein ganz spezielles Netzwerk an. Dieses Aktivitätsmuster ist für sie einzigartig und reagiert nur auf Mathematik, wie Hirnscans belegen. Bei Nichtmathematikern existiert dieses Netzwerk dagegen nicht. Spannend auch: Die Lage der aktivierten Hirnareale verrät, dass abstrakte Mathematik weniger mit Linguistik zu tun hat, als manche Forscher bisher angenommen haben.

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Mathematik gehört zu den einzigartigen Errungenschaften des Menschen. Zwar können auch einige Tiere zählen, aber die Fähigkeit zu abstraktem mathematischen Denken fehlt ihnen. Umstritten ist jedoch, wie unsere Vorfahren zur Mathematik kamen: Einer Theorie nach ist sie eine Art Nebenprodukt unserer Sprache. Die logischen und teilweise abstrakten Regeln der Grammatik werden demnach einfach auf Zahlen statt auf Wörter angewendet.

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Angst lässt Spinnen größer wirken

Objekt der Angst: Wer sich vor Spinnen fürchtet, überschätzt die Größe der Krabbler © Freeimages
Verzerrte Wahrnehmung: Wer Angst vor Spinnen hat, nimmt die Tiere viel größer wahr als gesunde Menschen. Diese abweichende Verarbeitung der visuellen Information könnte eine mögliche Ursache der übersteigerten Furcht vor den Krabblern sein, wie Experimente nahelegen. Die gute Nachricht: Die falsche Einschätzung lässt sich mithilfe einer Therapie erfolgreich korrigieren.

scinexx

Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann hat Angst vor Spinnen. Die achtbeinigen Krabbler lösen bei vielen Menschen nicht nur Unwohlsein, sondern im Extremfall richtige Panik, Grusel und Ekel aus. Allein die Vorstellung, einer Spinne zu begegnen, verursacht bei Spinnenphobikern mitunter ein Angstgefühl von lähmender Intensität.

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