Todesurteil gegen ägyptische Mönche bestätigt

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Der Fall löste große Bestürzung in der koptischen Gemeinschaft Ägyptens aus: Zwei Mönche sollen ihren eigenen Abt brutal erschlagen haben. Jetzt wurde das harte Urteil gegen die beiden Angeklagten bestätigt.

katholisch.de

Zwei koptische Mönche sind wegen des Mordes an dem Abt-Bischof des Makarios-Klosters im ägyptischen Wadi al-Natrun, Bischof Anba Epiphanios, zum Tode verurteilt worden. Das Strafgericht in Damanhur bestätigte am Mittwoch die im Februar verhängte Strafe, wie der Sender BBC am Donnerstag berichtete. Das Urteil war dem Großmufti zur Überprüfung vorgelegt worden. Die Beschuldigten können dagegen Berufung einlegen.

Bischof Epiphanios (64) war in der Nacht zum 28. Juli 2018 in dem Wüstenkloster nordwestlich von Kairo getötet worden. Nach Angaben des Ermittlungsleiters General Khaled Abdel-Hamid hatten die beiden Täter bereits zweimal versucht, den Abt-Bischof zu töten. Hintergrund seien Streitigkeiten zwischen den beiden Tätern und Epiphanios über Finanzvergehen sowie Verletzungen der monastischen Tradition, so der Bericht.

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Ägypten richtet Ausschuss gegen Religionskonflikte ein

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Ab Januar wird es in Ägypten einen Ausschuss gegen Religionskonflikte geben. Präsident Abdel Fattah al-Sisi richtet ihn ein, um religiös motivierte Konflikte zu vermeiden. So will das Land gegen Extremismus und Terror vorgehen.

DOMRADIO.DE

Ägypten ruft einen neuen Ausschuss gegen Religionskonflikte ins Leben. Präsident Abdel Fattah al-Sisi ordnete laut ägyptischen Medienberichten per Dekret die Einrichtung eines solchen Gremiums unter Vorsitz seines Sicherheitsberaters an.

Gegen religiös motivierte Konflikte

Den Angaben zufolge werden dem Ausschuss Vertreter von Armee, Geheimdienst und der zuständigen Behörden angehören.

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Ägypten beschränkt Verkauf – Sisis Angst vor gelben Westen

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Der ägyptische Präsident al-Sisi hat den freien Verkauf von gelben Warnwesten streng reglementiert – aus Angst vor Protesten wie in Frankreich. Vor dem Jahrestag der Tahrir-Revolution verschärft er die Repressionen.

Von Martin Durm | tagesschau.de

Die Anweisung kommt offenbar von ganz oben: Ladenbesitzer dürfen gelbe Warnwesten nur noch an staatlich zertifizierte Firmen abgeben, der ungeregelte Verkauf an Privatpersonen ist bis auf weiteres untersagt. Und damit nicht genug: Händler müssen auch jeden anzeigen, der gelbe Warnwesten ohne Lizenz kaufen, tragen oder unters Volk bringen will.

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Einmal ägyptischer Hund, süss-sauer, mit Senf

Früher wurden Katzen in Ägypten verehrt – nun soll ihr Fleisch zum Verzehr exportiert werden. (Bild: Nariman El-Mofty / AP Photo)
Keiner weiss, wie viele streunende Hunde und Katzen in Ägypten leben. Bisher ging der Staat vor allem mit vergifteten Ködern gegen sie vor. Nun hat das Landwirtschaftsministerium einen neuen Plan. Landen die Tiere künftig auf ausländischen Tellern?

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Es gab einmal eine Zeit in Ägypten, da verehrte man seine Haustiere so sehr, dass man auch im Jenseits nicht auf sie verzichten wollte. Millionenfach wurden Hunde und Katzen mumifiziert und Seite an Seite mit ihren Besitzern bestattet. Bastet, die Tochter des Sonnengottes Re, stellte man sich als Katzenwesen vor. Anubis, der Gott der Totenriten, trug den Kopf eines Hundes oder Schakals.

Im gegenwärtigen Zeitalter haben Vierbeiner in Ägypten keinen so guten Stand. Zahllose Strassenhunde und -katzen kämpfen um ihr Leben, da die Behörden sie als Gesundheitsrisiko betrachten und regelmässig mit vergifteten Ködern oder Gewehrkugeln töten. Zwar gibt es auch am Nil Gesetze, die Tierquälerei unter Strafe stellen. Doch gelten sie nur bedingt für Streuner. Von einem breiten Bewusstsein für Tierrechte kann in dem Land, in dem schon die Menschenrechte oft missachtet werden, nicht die Rede sein. Auf Ägyptens Prioritätenliste steht das Problem des Tierschutzes nicht an erster Stelle – manche sehen darin geradezu ein Luxusproblem.

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Der Faschismus der anderen

Madeleine Albright mit NATO-Offizieren. Bild: BasilioC / gemeinfrei
Über Madeleine Albright, den freien Westen und die Feinde der Demokratie

Paul Schreyer | TELEPOLIS

Madeleine Albright, die 81-jährige Ex-US-Außenministerin, ist beunruhigt über den Zustand der Welt. In ihrem neuen Buch Faschismus – eine Warnung sorgt sie sich um die Demokratie und malt ein dunkles Bild der „neuen Autokraten“ von Trump bis Putin. Sie setzt deren Aufstieg in Verbindung zur Entstehung des Faschismus in den 1920er und 1930er Jahren.

Albrights Buch ist ein Medienereignis, ein internationaler Bestseller, in den USA landete es auf Platz 1 der New-York-Times-Liste, die deutsche Übersetzung schaffte es im August auf Platz 4 der Spiegel-Bestsellerliste. Übersetzungen ins Spanische und Holländische sind ebenfalls bereits erschienen. Albright ist populär, auch in den Medien, sie gilt vielen als modern, liberal, ist bekannt für ihre uneitle Art und ihren Humor. Doch wie schlüssig ist ihre These? Und wie definiert die Autorin eigentlich den Begriff Faschismus?

Für mich ist ein Faschist jemand, der sich stark mit einer gesamten Nation oder Gruppe identifiziert und den Anspruch erhebt, in deren Namen zu sprechen, jemand, den die Rechte anderer nicht kümmern und der gewillt ist, zur Erreichung seiner Ziele jedes Mittel zu ergreifen, einschließlich Gewalt.

Madeleine Albright

So schreibt es Albright gleich im ersten Kapitel – und da fangen die Probleme auch schon an. Denn nach dieser Definition könnte sie auch Barack Obama zum Faschisten erklären. Unbestreitbar griff er zur Erreichung politischer Ziele zu extremer Gewalt, warf Bomben auf zahlreiche Länder und beanspruchte dabei immer wieder, im Namen einer überlegenen Nation zu sprechen. So betonte er 2014, während seiner zweiten Amtszeit, in einer Rede vor Soldaten:1

Ich glaube an die amerikanische Außergewöhnlichkeit mit jeder Faser meines Wesens.

Barack Obama

Albrights Faschismusdefinition trägt nicht besonders weit, was darin gründet, dass die Politikerin noch ein weiteres Kriterium benutzt, welches sie in ihrem Buch aber nicht offen ausspricht. Auf dem Weg zum Faschismus befinden sich für sie nicht bloß Staatsführer, die autoritär, nationalistisch und gewalttätig handeln, und die sich dabei auf breiten Rückhalt in der Bevölkerung stützen.

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USA steigen aus dem UN-Menschenrechtsrat und aus dessen Finanzierung aus

Ausschuss des Menschenrechtsrats für die Rechte von behinderten Menschen, Genf, am 27. August 2018. Bild: UN Geneva/Violaine Martin/CC BY-NC-2.0
Donald Trump setzt die in rechten US-Kreisen vorherrschende Ablehnung von internationalen Gremien und Abkommen nur fort, aber verstärkt gefährlich die Erosion jeder globalen Vereinbarungsbemühungen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wie angekündigt zieht sich die US-Regierung nicht nur aus dem UN-Menschenrechtsrat zurück, sondern stellt auch die Zahlungen für diesen sowie dem Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (OCHCR) ein, wie Sicherheitsberater John Bolton vor einigen Tagen erklärt. Am 31. August wird die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet das Amt übernehmen. Die linke Politikerin dürfte den USA auch nicht gefallen. Gerade klagt der Menschenrechtsrat Myanmar in einem Bericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.

Finanziell trifft den Menschenrechtsrat der Rückzug schwer, denn die USA sind Hauptgeldgeber der Vereinten Nationen und haben bislang diesen auch am höchsten mit freiwilligen Zahlungen unterstützt. Etwas mehr als 40 Prozent des Budgets des Menschenrechtsrats kommen aus den festgelegten Zahlungen für die UNO, der Rest wird durch freiwillige Spenden finanziert. Hauptgrund für den im Juni angekündigten Ausstieg war die Israelkritik und dass Staaten wie China, Venezuela oder Kuba gegenwärtig Mitglieder sind (US-Regierung steigt wegen Israel-Kritik aus dem UN-Menschenrechtsrat aus).

US-Außenminister Mike Pompeo begründete die Entscheidung damit, dass der Menschenrechtsrat eine „schamlose Scheinheiligkeit“ zeige: „Viele der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen werden ignoriert, und einige der schlimmsten Menschenrechtsverletzer sitzen im Rat.“

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Es wird eine Welt geben, in der jeder an Gott glauben müssen soll

Ein in Ägypten diskutiertes Gesetz soll den Atheismus unter Strafe stellen. (Bild: Manu Brabo / AP)
Es gibt islamische Länder, die Atheismus unter Strafe stellen wollen. Und die Neurotheologie zeigt, wie sich religiöse Erfahrung nach Belieben herstellen lässt. Was folgt daraus? Ein rabenschwarzes Gedankenexperiment.

Slavoj Žižek | Neue Zürcher Zeitung

Blasphemie ist in Ägypten ein Verbrechen, das harsch bestraft wird. Es gehört längst zum Alltag, dass Leute wegen Gotteslästerung festgenommen werden. Doch nun sieht es so aus, als würde die Schraube nochmals angezogen. Allem Anschein nach arbeiten einige Vertreter des ägyptischen Parlaments seit Anfang Jahr an einem Gesetz, das den Atheismus unter Strafe stellt – es läuft unter dem Titel «Kriminalisierung des Atheismus». Schuldig ist, wer keinen Gott über sich erkennt.

Der einflussreiche ägyptische Kolumnist Khaled Salah lieferte eine Begründung für die Legitimität eines solchen Gesetzes. «Die Gefahren des Terrorismus» – so schreibt er – «sind bekannt, aber nicht viele wissen, dass Atheismus und Terror gleichermassen zerstörerisch sind. Der Atheismus schwächt die Identität der Menschen genauso. Er stellt überlieferte Glaubensformen, Kanons, religiöse Symbole, Weggefährten und Anhänger des Propheten infrage. Dies führt zuletzt zu einem Zusammenbruch ganzer Nationen und ihrer heiligen Glaubensinhalte.»

Für Salah ist es demnach nicht religiöser Fundamentalismus, der den Humus bildet, auf dem der Terror gedeiht (auch wenn dieser im Namen der Religion verübt wird). Er hält vielmehr den Atheismus für die eigentliche Bedrohung. Damit vollführt er einen echten intellektuellen Salto mortale.

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Aus diesen Mittelmeerländern gelangt das meiste Plastik ins Meer

Vor lauter Müll sieht man den Strand nicht mehr: die verschmutzte Bucht Cala Vall de Boquer auf Mallorca. Foto: imago/Bluegreen Pictures
Die Zahlen sind alarmierend: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es Schätzungen zufolge im Jahr 2050 mehr Plastik in den Ozeanen geben als Fische. Besonders dramatisch ist die Lage im Mittelmeer, wie die Umweltorganisation WWF warnt.

Berliner Zeitung

Obwohl das Binnenmeer nur ein Prozent des weltweiten Wassers ausmache, konzentrierten sich hier rund sieben Prozent des globalen Mikroplastiks, heißt es im neuen WWF-Report. Das Mittelmeer befinde sich durch seine Lage regelrecht „in der Plastikfalle“. Schließlich sei es umschlossen von drei Kontinenten, wodurch es nur wenig Wasseraustausch mit den großen Ozeanen gebe, schreibt der WWF in „Mittelmeer – Wege aus der Plastikfalle“. Heißt: „Der Müll, der einmal hier landet, bleibt gefangen und sammelt sich an.“

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Zahl der Unterstützer der Todesstrafe in Amerika wächst

Todeszelle des Huntsville-Gefängnisses in Texas (Archivbild) Bild: dpa
Mehr als die Hälfte der Amerikaner spricht sich für die Todesstrafe aus. Das zeigt eine neue Studie. Die Zahl der Befürworter steigt – bei einer Gruppe ist der Trend rückläufig.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Todesstrafe erhält wieder mehr Unterstützung in den Vereinigten Staaten. Nach einer Anfang der Woche veröffentlichten Umfrage vom amerikanischen Pew Research Center sprechen sich nun 54 Prozent der Amerikaner bei Mord für die ultimative Strafe aus. Das seien fünf Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Damals lag demnach die Quote auf dem niedrigsten Niveau seit den frühen 1970er Jahren.

Unter Demokraten bleiben die Befürworter der Todesstrafe seit 1990 rückläufig, bei Republikanern ist sie unverändert hoch, wie das Institut mitteilte. Die Haltung zum Tod durch den elektrischen Stuhl oder die Giftspritze variiere stark nach Geschlecht und Rasse. 61 Prozent der Männer halten demnach das Todesurteil für gerechtfertigt, während Frauen diese Ansicht nur zu 46 Prozent teilen.

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Was die Hamas mit dem „Marsch der Millionen“ bezweckt

25.000 Kämpfer sollen die Kassam-Brigaden, der militärische Arm der Hamas, unter Waffen haben.Foto: Said Khatib/AFP
Für Freitag ruft die Hamas zum „Marsch der Millionen“ für Gaza auf. Der Protest richtet sich gegen Israel. Wer die Hamas ist und – was die Terrorgruppe vorhat.

Von Christian Böhme, Lissy Kaufmann | DER TAGESSPIEGEL

Die Waffenruhe am Gazastreifen hält – noch. Bis vor Kurzem hatten militante Palästinenser Dutzende Mörsergranaten und Raketen auf Israel abgefeuert. Jerusalem reagierte mit Luftschlägen auf militärische Ziele. Doch am heutigen Freitag könnte die Situation wieder eskalieren.

Mit einem „Marsch der Millionen für Gaza“ soll an die Niederlage der Araber im Sechstagekrieg 1967 erinnert werden. Sollten dabei wieder Demonstranten auf den Grenzzaun zumarschieren oder Brandbomben werfen, ist nicht ausgeschlossen, dass es Tote geben wird. Israels Armee will wie bisher Scharfschützen einsetzen, um die Grenze zu sichern.

Was bezweckt die Hamas mit den Protesten?

Ziel der Islamisten ist es, dass die Blockade der Ägypter und der Israelis gelockert wird. Denn der Küstenstreifen leidet seit Jahren unter der restriktiven Grenzpolitik der beiden Nachbarn. Warenlieferungen sind nur eingeschränkt möglich, die Gazaner sind mehr oder weniger eingesperrt.

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Tierquälerei – amtlich genehmigt

Bild: tagesschau.de
Lebendtransporte sind ein lukratives Geschäft. Gut das Doppelte bringen Rinder in der Türkei oder Ägypten. Doch bei den Exporten aus der EU wird der Tierschutz systematisch ausgehebelt.

Von René Althammer, Chris Humbs, Susanne Opalka, Lisa Wandt | tagesschau.de

Blaue Fliesen bedecken die Wände des Schlachthofes, riesige frische Blutlachen den Boden. Ein gutes Dutzend Männer in Gummistiefeln stehen um ein schwarzes Rind. Plötzlich tritt einer der Männer auf das Tier zu, die Klinge in der Hand. Blut spritzt. Schächten ist ein brutales Handwerk.

Die Bilder stammen von der Tierschutzorganisation „Animals International“, aufgenommen irgendwo im Mittleren Osten. Was hierzulande als Tierquälerei gilt, ist dort ein islamischer Brauch, auch wenn es inzwischen Möglichkeiten gibt, die Tiere vorher zu betäuben.

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Atheisten – Terroristen? Die arabischen Regime suchen ihre Feinde am falschen Ort

Kairos Moscheen sind schön – aber für Atheisten senden sie eine bedrohliche Botschaft aus. (Bild: Asmaa Waguih / Reuters)
Wer sich von Gott abwendet, hat in muslimischen Gesellschaften einen schweren Stand. In Ägypten wird Atheismus gerade als Straftatbestand festgeschrieben, Saudiarabien unterstellt ihn sogar dem Terrorgesetz.

Kacem El Ghazzali | Neue Zürcher Zeitung

Es gibt eine Sache, worüber bei den meisten politischen Mächten in der islamischen Welt Einigkeit herrscht: In der Verteufelung und Unterdrückung von Atheisten sind Regierungen wie Oppositionsparteien auf Augenhöhe. Es ist keineswegs übertrieben, zu behaupten, dass ein Bekenntnis zum Atheismus in muslimischen Ländern mehr Mut erfordert, als den Umsturz von Monarchien oder einen Regimewechsel zu verlangen.

Atheisten werden in islamischen Ländern nicht nur häufig ausgegrenzt und geächtet, sondern auch des Terrorismus bezichtigt oder als «soziale Gefahr» gerichtlich belangt. Saudiarabien etwa hat den Atheismus in sein Terrorgesetz mit aufgenommen. Unter der Kuppel des ägyptischen Parlaments arbeiten die Minister gerade an einem Gesetzentwurf zur Kriminalisierung des Atheismus. Gemeinsam mit der Al-Azhar-Universität, der höchsten religiösen Autorität im Land, berät das Religionskomitee über Strafmassnahmen, die Atheisten zukünftig abschrecken sollen.

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Arabische Jugend: Lieber Putin als Trump

Bild, CC BY 4.0
Studie Arab Youth Survey: 57 Prozent sehen in den USA einen Feind und nicht einen Verbündeten

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die jährliche Studie der arabischen Jugend (Arab Youth Survey) wird vom PR-Unternehmen ASDA’A Burson-Marsteller mit Hauptsitz in Dubai in Auftrag gegeben. Das geht mit einer anderen Tiefenschärfe und anderen Auffächerung einher als bei wissenschaftlich orientierten Fragestellungen. Aber da die Befragten aus 16 arabischen Staaten sowie den palästinensischen Territorien stammen und der Studie 3.500 Interviews „von Angesicht zu Angesicht“ (jeweils nur Hälfte Männer und Frauen) zugrunde liegen, ist ihren Ergebnissen schon etwas abzulesen.

Zum Beispiel – und das sorgte umgehend für eine Schlagzeile in der Financial Times, in Gulf Today und in der Arab Times, dass Putin bei der Befragung der arabischen Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren als „Top nicht-arabischer Verbündeter“ gilt und nicht die USA unter Trump.

„Es ereignete sich ein dramatischer Wechsel in der Wahrnehmung Amerikas durch die jungen Araber in den letzten beiden Jahren; eine deutliche Mehrheit, nämlich 57 Prozent sehen in den USA nun einen Feind und nicht einen Verbündeten“, schreibt die saudi-arabische Zeitung Arab News.

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Jenseits von Himmel und Hölle

Ägypten ist weit davon entfernt, eine gottlose Gesellschaft zu sein: Mitglieder einer Sufi-Bruderschaft gedenken Husseins, eines Enkels des Propheten Mohammed. (Bild: Amr Abdallah Dalsh / Reuters)
Wer in der arabischen Welt nicht an Gott glaubt, gilt wahlweise als Extremist oder als psychisch gestört. Auch in Ägypten steht Atheismus womöglich bald unter Strafe.

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Zweimal, sagt Ismail Mohamed, habe er echte Todesangst verspürt. Zweimal sei er nicht vorsichtig genug gewesen. Beim ersten Mal habe ihn ein Mann in ein Café in Alexandria eingeladen. «Der Typ schien eigentlich ganz freundlich zu sein. Er sagte, er hätte mich im Fernsehen gesehen. Er wollte mit mir über den Islam reden. Als ich aufstand und zur Toilette ging, richtete er eine Pistole auf mich.» Gott sei Dank, erzählt Mohamed, habe der Mann zu lange gezögert. «Seine Hand zitterte. Die Leute im Café konnten ihn deswegen überwältigen. Sie übergaben ihn der Polizei.»

Beim zweiten Mal habe er sich auf einer belebten Strasse in Kairo aufgehalten. Wieder sei er erkannt worden. «Ich hörte nur, wie jemand rief: ‹Der da, der glaubt nicht an Gott! Verprügelt ihn!› Plötzlich war ich von einer wütenden Menge umgeben. Alle redeten auf mich ein. Es war aussichtslos, mit den Leuten zu diskutieren. Einer zog ein Messer.» Gerade noch rechtzeitig sei Hilfe erschienen, die Polizei habe ihn auf die Wache genommen und verhört. Gott sei Dank sei er dort an keine Sadisten geraten und frei gelassen worden.

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Ägyptens Präsidentschaftswahl stellt auch Europa bloß

Schein und Wahl. Der alte und neue Präsident spielt Demokratie.Foto: Egyptian Presidency/dpa
Dass Ägyptens Präsident al Sisi schon einige Tage zu früh als Wahlsieger ausgerufen wird, scheint Europa und die USA nicht zu stören. Ihnen ist vor allem die Ruhe wichtig. Ein Kommentar.

Von Sidney Gennies | DER TAGESSPIEGEL

Unter Ägyptern verbreitet sich auf Facebook derzeit ein Foto. Darauf zu sehen ist eine Frau, im achten oder neunten Monat. Mit ihrem Partner schaut sie völlig überrascht und voller Glück auf einen Schwangerschaftstest. Daneben steht auf Arabisch sinngemäß: „Wenn in Ägypten die Wahlergebnisse bekanntgegeben werden.“

Sieben Jahre nach dem sogenannten arabischen Frühling bleibt der Bevölkerung wohl nicht viel mehr, als sich in der neuen und alten Militärdiktatur unter Abdel Fatah al Sisi mit schwarzem Humor einzurichten. Die Demokratie in einem der strategisch wichtigsten Länder des Nahen Ostens liegt in Trümmern, doch so richtig scheint sich kaum jemand daran zu stören.

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Deutsche Waffenlieferungen in den Nahen Osten steigen um 109 Prozent

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Die USA, Russland, Frankreich, Deutschland und China stehen für 74 Prozent aller internationalen Rüstungslieferungen der vergangenen fünf Jahre. Deutsche Waffenlieferungen in den Nahen Osten steigen um 109 Prozent.

Frankfurter Rundschau

Die Geschäfte globaler Rüstungshersteller gehen glänzend: So wuchs der weltweite Waffenhandel zwischen 2013 und 2017 um zehn Prozent im Vergleich zum Zeitraum von 2008 bis 2012, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag bekanntgab. Dies sei vor allem auf mehr Waffenlieferungen nach Asien und Ozeanien sowie in den Nahen Osten zurückzuführen.

Nach Jahren des Rückgangs wachse das globale Geschäft mit Rüstungsgütern seit 2003 wieder deutlich, erklärte Sipri. Die fünf größten Exporteure waren die USA, Russland, Frankreich, Deutschland und China. Zusammen stehen diese für 74 Prozent aller internationalen Rüstungslieferungen der vergangenen fünf Jahre. Die wichtigsten Abnehmer waren Indien, Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und China.

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Deutsche Übergangsregierung genehmigte Rüstungsexporte in Milliardenhöhe

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Zwischen Oktober und Februar hat die geschäftsführende Bundesregierung Rüstungsgüter im Wert von zwei Milliarden Euro exportiert – auch in Krisengebiete. So gibt es Deals mit Ägypten, Pakistan und Katar.

Neue Zürcher Zeitung

Die geschäftsführende Bundesregierung hat seit der Bundestagswahl Rüstungsexporte für rund zwei Milliarden Euro genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünenfraktion hervor, über die «Der Spiegel» berichtet und die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Zahl bezieht sich auf die vorläufigen Einzelgenehmigungen im Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Februar.

Top-Empfänger deutscher Rüstungsgüter war Ägypten, das Lieferungen im Wert von etwa 285 Millionen Euro erhielt. Das Land steht unter anderem wegen der Verletzung von Menschenrechten bei der Bekämpfung eines Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat auf dem Sinai in der Kritik. Zudem beteiligt es sich an der von Saudiarabien seit 2015 geführten Militärallianz sunnitisch geprägter Staaten im Jemen-Krieg, die gegen die schiitischen Huthi-Rebellen in Jemen kämpfen.

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Evangelische Kirche: Für verfolgte Christen in Ägypten beten

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ruft zum Gebet für verfolgte Christen in Ägypten auf. „In den letzten Jahren und in besonderer Weise im Jahr 2017 wurden Christen und christliche Stätten in erschütterndem Maße zu Zielen terroristischer Anschläge“, erklärte die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber am Mittwoch in Hannover.

evangelisch.de

Die evangelische Kirche rief alle Kirchengemeinden dazu auf, am zweiten Sonntag der Passionszeit vor Ostern (25. Februar) für bedrängte Christen zu beten. Ein Schwerpunkt der Fürbitte 2018 ist die Menschenrechtslage in Ägypten.

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Hypatia-Stein: Älter als das Sonnensystem?

Fragmente des in Ägypten gefundenen Hypatia-Meteoriten – Teile von ihm könnten älter sein als das Sonnensytem. © Mario di Martino/ INAF Osservatorio Astrofysico di Torino
Einzigartige Herkunft: Ein in Ägypten gefundener Meteorit könnte in Teilen älter sein unser Sonnensystem. Denn der kieselsteingroße Brocken enthält Material, das anders ist als alles bisher bekannte, wie neue Analysen enthüllen. Dazu gehören metallische Aluminiumkörnchen, exotische Minerale sowie Kohlenwasserstoffe, die für den interstellaren Staub typisch sind. Zumindest einige dieser Komponenten könnten aus der Zeit vor Entstehung unseres Sonnensystems stammen.

scinexx

Auf den ersten Blick gleicht der 1996 in Ägypten gefundene „Hypatia“‚-Stein einem kleinen dunklen Kiesel. Doch bereits vor einigen Jahren enthüllten Isotopen- Analysen, dass dieser Brocken extraterrestrischen Ursprungs sein muss. Seltsam nur: Die Zusammensetzung des Hypatia-Steins passt weder zu einem der bekannten Meteoriten-Arten noch zu einem Kometen. Woher dieser kosmische Brocken stammt, blieb daher bisher rätselhaft.

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572 Fälle von Genitalverstümmelung in Hessen erfasst

572 Fälle von Genitalverstümmelung sind im Jahr 2016 in Hessen erfasst worden. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums in Wiesbaden auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor.

Frankfurter Rundschau

Die Dunkelziffer liege vermutlich aber deutlich darüber. Dem Ministerium zufolge werden in der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen nur Daten der gesetzlich Versicherten erfasst – sofern sie ein Arzt notiert hat.

In der polizeilichen Kriminalstatistik werden solche Fälle nicht eigens aufgelistet. Genitalverstümmelung fällt dort dem Ministerium zufolge unter den Oberbegriff der Körperverletzung. Zur Anzahl oder Herkunft der betroffenen Frauen könne daher nichts gesagt werden.

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