Schlagwort-Archive: Saudi-Arabien

Warum der orthodoxe Islam mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist

Uwe Lehnert, Bild: freigeist-weimar.de

Uwe Lehnert ist vor allem durch sein Buch „Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung“ bekannt. Er äußert sich auch regelmäßig zu religions- und kirchenkritisches Themen.

Von Uwe Lehnert | Richard Dawkins-Foundation

Warum der orthodoxe Islam mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und daher als verfassungswidrig einzustufen ist

Zwei Feststellungen möchte ich meinem Beitrag vorausschicken:

1. Eine ausländerfeindliche und fremdenfeindliche Einstellung ist generell abzulehnen. Insofern verurteile ich Äußerungen, wie sie vielfach von rechtsextremer Seite verbreitet werden. Wenn meine im Folgenden dargelegten Gründe einer den orthodoxen Islam ablehnenden Einstellung auch z.B. mit Positionen der Partei AfD übereinstimmen, kann mich das nicht abhalten, diese Positionen dennoch aufrecht zu erhalten. Ich habe auch partielle Übereinstimmungen in der Sicherheits-, Wirtschafts- oder z.B. Bildungspolitik mit der CDU, der SPD oder z.B. den LINKEN und stimme doch mit diesen Parteien in wesentlichen Fragen nicht überein.

2. Ich habe eine generell religionskritische Einstellung und lehne für mich speziell die Lehre des Christentums ab. Die Gründe dafür habe ich ausführlich in meinem Buch dargelegt »Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung« (Tectum-Verlag, 2015, 6. Auflage). Aus weitgehend den gleichen wissenschaftlichen, philosophischen und weiteren sachlichen Gründen lehne ich auch den Islam als Religion ab. Dennoch akzeptiere ich selbstverständlich Menschen, die dem Christentum oder dem Islam anhängen, als gleichberechtigte Bürger, dann nämlich, wenn sie ihren Glauben ohne Anspruch auf allgemein politisch-gesellschaftliche Verbindlichkeit als ihre private Angelegenheit betrachten.

Warum lehne ich den Islam, wie er sich weltweit und in zunehmendem Maße auch in Europa und Deutschland ausbreitet, als Religion ab? Warum ist der Islam, wie er im Koran beschrieben wird, mehr als ein religiöser Glauben, dem nicht die Religionsfreiheit gewährt werden kann, wie sie im Grundgesetz verbürgt wird?

Die von den Repräsentanten des Islam vertretene Glaubenslehre ist eine polit-religiöse Ideologie, die über ihr spirituelles Angebot hinaus den Anspruch erhebt, das individuelle wie das gesamtgesellschaftliche Leben nach den Vorgaben des Koran, der Hadithe (Überlieferungen) und der Scharia verbindlich zu gestalten. Dieser Anspruch ist grundgesetzwidrig, insbesondere weil er alle Mitglieder einer Gesellschaft einbezieht, unabhängig davon, ob sie sich zum Islam bekennen oder nicht.

In den Ländern Europas, in denen der Islam noch keine Möglichkeit hat, seine aus dem Koran abgeleiteten Forderungen politisch durchzusetzen, begnügt man sich muslimischerseits, diese vorerst nur auf muslimische Glaubensangehörige anzuwenden. In Ländern, in denen der Islam zur Staatsreligion erhoben wurde – viele Länder des arabischem Raums, Beispiel Saudi-Arabien, auch einige ostasiatische –, gelten die islamischen Gesetze grundsätzlich für alle Bürger, gleichgültig welchen Glaubens oder Nichtglaubens sie sind.

weiterlesen

Erzbischof von Homs: Europa verschweigt Islamismus der Saudis

saudi_isis

Der syrisch-katholische Erzbischof von Homs, Philippe Barakat, hat Europa vorgeworfen, die zentrale Rolle Saudi-Arabiens im Syrien-Krieg aus wirtschaftlichen Interessen zu verschweigen.

kath.net

Der syrisch-katholische Erzbischof von Homs, Philippe Barakat, hat Europa vorgeworfen, die zentrale Rolle Saudi-Arabiens im Syrien-Krieg aus wirtschaftlichen Interessen zu verschweigen. «Die europäischen Regierungen kennen die Wahrheit und schweigen, weil sie an das saudische Geld wollen», sagte Barakat der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag im Interview. «Wir Christen sind dabei wie Tiere und zählen nicht.»
Prediger aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei hätten einen radikalen, gewalttätigen Islam nach Syrien importiert und damit den Krieg angeheizt. «Mit dem wahren Islam lässt es sich gut zusammenleben, nicht aber mit dem neuen, falschen Islam Saudi-Arabiens, der alles tötet.»

weiterlesen

Steinmeier würdigt Reformen in Saudi-Arabien – Satire?

saudi_isis

Der Außenminister lobt Saudi-Arabiens „wirtschaftspolitischen Realismus“ und spricht sich für die Lieferung von Patrouillenbooten aus. Mit Mali und Niger will er über Migrationsfragen beraten.

Von Beat Balzli, Tonia Mastrobuoni, Daniel Friedrich Sturm | DIE WELT

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Reformpläne des stellvertretenden saudi-arabischen Kronprinzen, Mohamed bin Salman, gewürdigt und sich für den umstrittenen Export von Patrouillenbooten ausgesprochen. „Der Reformplan von Mohamed bin Salman ist ein wirklich anspruchsvolles Programm. Ich finde das mutig, es ist Ausdruck eines wirtschaftspolitischen Realismus, der nach einer Alternative zum Öl sucht“, sagte Steinmeier in einem Interview der „Welt am Sonntag“ im Verbund mit der europäischen Zeitungsallianz Lena.

Mit der Teilprivatisierung des staatlichen Ölkonzerns Aramco schränke das saudische Königshaus „letztlich auch seinen eigenen Einfluss auf die Wirtschaft ein“, sagte Steinmeier: „Die Einschränkungen für die Religionspolizei zeigen, dass auch gesellschaftspolitische Veränderungen nicht mehr tabu sind.“ Steinmeier war im letzten dreiviertel Jahr zweimal mit Mohamed bin Salman für längere Gespräche in Riad zusammengetroffen. „Bei meinem letzten Besuch in Saudi-Arabien haben wir lange darüber gesprochen, wie die militärischen Auseinandersetzungen im Jemen beendet werden können“, sagte der SPD-Politiker: „Ich freue mich, dass die Friedensverhandlungen in Kuwait jetzt begonnen haben, und hoffe, dass wir den Konflikt in Jemen in absehbarer Zeit beilegen können.“

weiterlesen

Die Parallelwelt der Moscheen gehört ausgeleuchtet

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Spät, vielleicht zu spät gerät die ferngesteuerte Welt der islamischen Gebetshäuser in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Musste dafür erst die AfD sorgen? Der deutsche Staat ist wehrhaft genug.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Die Moscheen überwachen? Volker Kauder möchte mit seinem Vorschlag sicherstellen, dass manche islamische Staaten, manche islamische Bewegungen begreifen: Diese Republik lässt nicht alles mit sich machen. Extremistisch verrufene, überwachte Moscheen gibt es überall in Deutschland, gerade auch in Berlin. Sie stehen deshalb im Visier der Sicherheitsbehörden. Der Staat ist keineswegs ahnungslos, was an manchen Orten gepredigt wird.

Aber der Fraktionschef der Unionsparteien hat mit seinem Vorschlag nicht nur die Gefahrenabwehr terroristischer Umtriebe im Sinn. Gemeint sind auch Moscheen, in denen türkische Imame predigen; Moscheen, die von der Türkei oder auch Saudi-Arabien finanziert werden. Überwacht werden soll, ob die Prediger zur Abkehr von der Republik aufrufen und in ihrem Weltbild das Grundgesetz hintanstellen.

weiterlesen

„Deschner Preis“ für Ensaf Haidar und Raif Badawi

Raif Badawi, Bild: FB
Er hat angeblich den Islam beleidigt und wird dafür in seiner saudischen Heimat mit Gefängnis und Prügel bestraft. Dabei hat der Blogger Raif Badawi nur die Gleichbehandlung aller Menschen eingefordert.
 

heise.de

Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine baldige Freilassung des inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi. Das erklärte seine Frau Ensaf Haidar in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. In ihrer Heimat herrscht nach Angaben der im Exil lebenden 36-Jährigen Funkstille, was ihren Mann betrifft. „Also bleibt uns nur zu hoffen, dass sie ihn früher oder später begnadigen.“

Gemeinsam mit ihrem Mann erhält Haidar am (heutigen) Samstag (17.00 Uhr) den mit 10.000 Euro dotierten „Deschner-Preis“ für Religions- und Ideologiekritik der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Eheleute werden laut Stiftung geehrt für ihren „gemeinsamen, mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Säkularismus, Liberalismus und Menschenrechte, der weit über Saudi-Arabien hinaus Bedeutung hat“. Haidar lebt mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada.

Die Laudatio soll der deutsch-arabische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad halten, der unter anderem mit seinem Bestseller „Mohamed. Eine Abrechnung“ für Aufsehen sorgte. Der Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek steht nach Angaben der Organisatoren unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen.

weiterlesen

Historiker Heinisch: „Die Schule sollte ein kopftuchfreier Raum sein“

Themenbild
Themenbild
Heiko Heinisch über das Problem mit dem Islam, paternalistische Linke und Mobbing gegen Mädchen ohne Kopftuch

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Sie haben in einem Artikel für das Magazin „The European“ geschrieben: „Wir haben ein Problem mit dem Islam. Wir alle, die wir in freien und offenen Gesellschaften leben wollen, unabhängig von unserer Religion oder Weltanschauung.“ Was ist das Problem?

Heiko Heinisch: In den islamischen Gesellschaften beobachten wir seit knapp 40 Jahren einen Vormarsch islamistischer Kräfte, die eine Umgestaltung der Gesellschaft nach islamischen Kriterien, also so etwas wie einen islamischen Staat, durchsetzen wollen. Den Startschuss gab die Revolution im Iran, die auch auf die mehrheitlich sunnitischen Länder wirkte. Vor allem Saudi-Arabien finanziert weltweit islamistische Propaganda, aber auch Katar und die Türkei unter Erdogan propagieren einen politisierten Islam, der sich in den letzten Jahrzehnten zum Mainstream entwickelt hat. Das färbt selbstverständlich auch auf die islamischen Verbände in Europa ab, die überwiegend ebenfalls einen politisierten Islam repräsentieren – das ist unser Problem.

weiterlesen

 

Feindbild Islam? Eine besorgniserregende Entwicklung

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Die religiösen Institutionen in den muslimischen Ländern sind überwiegend dafür verantwortlich, dass der Islam als Religion ein derart negatives Bild in der Öffentlichkeit abgibt.

Von Efgani Dönmez | nachrichten.at

Statt sich auf die Seite der Aufgeklärten zu schlagen, welche sich für Gerechtigkeit, Demokratie und Gleichbehandlung von Mann und Frau einsetzen (eine der Kernaussagen des koranischen Islams), unterstützen diese Engstirnigen im besten Fall durch Nichtstun gerade jene, die diese Werte und Haltungen mit Füßen treten.

Die religiösen Institutionen der Türkei über Saudi-Arabien bis hin zu Ägypten haben Ableger in ganz Europa – auch in Österreich. Statt die Freiheit der Wissenschaft und Lehre sowie das Recht der freien Meinungsäußerung in Österreich dafür zu nutzen, einen innerislamischen progressiven Diskurs in Gang zu setzen, damit den islamistischen Gruppierungen der Wind aus den Segeln genommen wird, wird jegliche Kritik aus diesen Kreisen im Keim erstickt.

Die wenigen aufgeklärten Stimmen werden denunziert, ausgegrenzt und bedroht. Geistige Brandstifter biedern sich als Feuerlöscher an und agieren im Gewand des Multikulti-Botschafters gesponsert mit saudischem Geld für den interreligösen Dialog.

Insbesondere unsere Politiker müssen den Unterschied zwischen Islam als Religion und dem politischen Islam als Urheber der Gewalt erkennen.

weiterlesen

CSU-General will Deutsch als Sprache der Moscheen

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, hier im Februar 2016 beim Bezirksparteitag der Niederbayern-CSU in Landshut. (Foto: dpa)
Zudem müsse die Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland beendet werden, fordert Scheuer.

Süddeutsche.de

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer fordert gesetzliche Maßnahmen, um ausländische Einflüsse auf den Islam in Deutschland zurückzudrängen. „Die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergärten aus dem Ausland, etwa aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien, muss beendet werden“, sagte Scheuer der Zeitung Die Welt. Deutschland müsse sich stärker und kritischer mit dem politischen Islam auseinandersetzen, denn er hintertreibt, dass sich Menschen bei uns integrieren“, so Scheuer. Dafür sei ein Islam-Gesetz notwendig.

weiterlesen

König Salman und die beleidigten Präsidenten

foto: reuters/murat cetinmuhurdar Unter den Augen Atatürks: Präsident Tayyip Erdogan empfängt den saudischen König Salman bin Abdulaziz am Flughafen Ankara.

Saudi-Arabien wünscht sich eine Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und Ägypten

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Der saudische König Salman und der türkische Präsident Erdogan unter einem Bild von Mustafa Kemal Atatürk – das hat schon etwas: Als der „Vater der Türken“ 1923 die Republik ausrief, hatten die Briten gerade Sharif Hussein bin Ali – Ururgroßvater des heutigen Königs von Jordanien – in Mekka fallenlassen und dem Vater Salmans, dem Gründer Saudi-Arabiens Ibn Saud, damit den Weg zur Eroberung der früheren osmanischen Provinz Hijaz geebnet. Mit beiden unter ihm sitzenden Islamisten – dem Salafisten Salman und dem Muslimbruder und „Rückbauer“ der säkularistischen Türkei Erdogan – hätte der Raki-Liebhaber Atatürk nicht viel anfangen können.

weiterlesen

Muslimische Schüler müssen Lehrerin nicht die Hand geben

Bild: Reuters
Bild: Reuters
In der Schweiz wollten zwei muslimische Jungen ihrer Lehrerin nicht die Hand geben. Aus religiösen Gründen. Die Schulleitung akzeptiert das – nun ist der Teufel los.

Von Bernhard Honnigfort | Frankfurter Rundschau

Die Schweiz ist ein Land, in dem über alles munter bis heftig debattiert wird. Über Gott und die Welt wird gestritten, es gibt Volksabstimmungen über gerechte Löhne, Einwanderung,  über den Umgang mit Pädophilen, zur Frage, was aus dem Schweizer Gold oder wie mit Millionenerbschaften umgegangen werden soll.

Aber wenig hat das Alpenland derart erschüttert, wie zwei muslimische Jungen aus Therwil im Kanton Baselland, 14 und 15 Jahre alt, die ihrer Lehrerin morgens vor Unterrichtsbeginn nicht die Hand geben wollen, wie das sonst an Schweizer Schulen Usus ist. Die syrischen Hauptschüler weigern sich aus religiösen Gründen: Der Islam verbiete das Berühren fremder Frauen.

Die Schulleitung akzeptierte das, wie am Wochenende bekannt wurde. Im vergangenen Dezember gab es ein Gespräch, nachdem die Lehrerin ihrem Rektor das Verhalten der Jungen geschildert hatte. Man einigte sich auf einen „höfliche Begrüßung ohne Körperkontakt“. „Wir lösten das Problem so, dass die beiden Schüler sowohl die Hand der Lehrerinnen, aber auch die der Lehrer nicht mehr schütteln. Damit ist die Diskriminierung aus der Welt geschafft“, wird der Rektor in Schweizer Zeitungen zitiert.

weiterlesen

Zahl der Exekutionen ist massiv gestiegen

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritzeDie Zahl der weltweiten Exekutionen hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Die meisten Hinrichtungen fanden im Iran statt.

Die Presse.com

Die Zahl der weltweiten Hinrichtungen habe sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Das schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) in ihrem aktuellen Bericht. 1634 Menschen seien demnach 2015 exekutiert worden. 2014 waren es, dem früheren Jahresbericht von AI zufolge, 607. Ende 2015 saßen laut der Menschenrechtsorganisation mindestens 20.292 zum Tod Verurteilte in Haft.

Den Hauptteil an dem Anstieg bilden Hinrichtungen im Iran, in Pakistan und Saudiarabien. Allein der Iran habe 2015 mindestens 977 Menschen töten lassen, meist wegen angeblicher Drogendelikte.

weiterlesen

 

Iran-Flüge der Air France: Flugbegleiterinnen rebellieren gegen Kopftuchpflicht

Themenbild
Themenbild
Neue Route, neues Problem: Einige Mitarbeiterinnen von Air France wollen nicht akzeptieren, dass sie sich bei Flügen nach Iran verhüllen müssen. Für sie soll nun eine Sonderregelung gelten.

SpON

Nach Protesten von Flugbegleiterinnen gegen eine Kopftuchpflicht bei Landungen in Teheran plant die französische Fluggesellschaft Air France eine Ausnahmeregelung. Stewardessen und Pilotinnen, die aus persönlichen Gründen beim Verlassen der Maschine im Iran kein Kopftuch tragen wollten, sollten für andere Flüge eingeteilt werden, sagte Personalchef Gilles Gateau dem Radiosender „Europe 1“ vor einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern. Sie sollten nicht zu Flügen nach Teheran gezwungen werden.

weiterlesen

Islamischer Theologe fordert mehr Unterstützung für liberale Muslime

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Tübinger Wissenschaftler nennt es «unglücklich», wenn Deutschland mit Saudi-Arabien gute Beziehungen pflege, sich aber «nicht so recht eindeutig zu dem Weltbild, das von dort propagiert wird, äußern möchte».

kath.net

Der islamische Theologe Erdal Toprakyaran hat sich für mehr Unterstützung für liberale Muslime ausgesprochen. Es sei nachvollziehbar, dass sich die deutsche Politik nicht in religiöse Fragen etwa in Saudi-Arabien einmischen wolle, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Dennoch müsse die Politik alles versuchen, «damit Religion nicht instrumentalisiert und missbraucht werden kann».
Es sei «unglücklich», wenn Deutschland mit Saudi-Arabien gute Beziehungen pflege, sich aber «nicht so recht eindeutig zu dem Weltbild, das von dort propagiert wird, äußern möchte». Positive Signale kämen derzeit von den Zentren für Islamische Theologie, so der Tübinger Wissenschaftler. Dort schalteten sich junge Menschen in die Debatten ein.

weiterlesen

USA: Waffenverkäufe an Golfstaaten für 33 Milliarden Dollar

Apache-Kampfhubschrauber. Bild: Britische Armee/Open Government Licence
In den vergangenen 11 Monaten haben die USA ihre Waffenkammer für den Nahen Osten großzügig geöffnet

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Die USA haben im vergangenen Jahr für kräftigen Waffennachschub im Krisenherd Naher Osten gesorgt. Seit Mai 2015 hat das US-Außenministerium Waffenverkäufe an Länder des Golf-Kooperationsrates (GCC) in Höhe von 33 Milliarden Dollar genehmigt. Dies gehe aus Unterlagen des State Departments hervor, berichtet die Publikation Defense News.

33 Milliarden Dollar bedeuten eine große Menge Waffen, die an Länder gehen, die in Kriege verstrickt sind wie allen voran Saudi-Arabien, das im Jemen militärisch interveniert, in Syrien die Salafisten-Dschihadisten von Ahrar-al-Sham unterstützt, die militärisch eng mit der al-Qaida-Gruppe al-Nusra-Front zusammenarbeitet. Auch Katar, das ebenfalls als Hauptabnehmer geschildert wird, hat eine illustre Geschichte von Interventionen in Länder des Nahen Ostens und Nordafrika in jüngster Zeit.

Nach Aussagen eines Sprechers des Außenministeriums, David McKeeby, beinhalten die Lieferungen, die auch die Zustimmung des Pentagon erhielten, Raketenabwehrsysteme, Kampfhubschrauber, Fregatten und Panzerabwehrlenkwaffen. Man habe Versprechungen eingelöst, die im Mai vergangenen Jahres bei einem Treffen in Camp David gemacht wurden.

Das Treffen war geprägt von Forderungen nach einer „Sicherheits-Kompensationen“ für das Abkommen zur zivilen Nutzung der Atomenergie mit Iran.

weiterlesen

Wie ein Journalist den saudischen UN-Botschafter in Erklärungsnot bringt

a736b-saudi-arabia-jpg

Für Syrien fordert er Demokratie – in Saudi-Arabien aber darf das Königshaus nicht einmal kritisiert werden. Diesen Widerspruch kann Abdallah al-Muallimi nicht erklären.
 

Süddeutsche.de

Der britische Journalist Mehdi Hasan ist bekannt für seine Interviews auf Al-Jazeera. Sie sind geprägt von politischer Expertise und einer klaren Haltung. Immer wieder gelingt es Hasan, seine Interviewpartner durch Fragen an genau den Punkt zu bringen, an dem ihre Argumentation zusammenbricht. Jüngstes und besonders schlagendes Beispiel: sein Interview mit dem saudiarabischen UN-Botschafter Abdallah al-Muallimi.

Hasan befragt Muallimi in seiner Sendung „UpFront“ über Saudi-Arabiens Position gegenüber dem Assad-Regime in Syrien: „Sie wollen also, dass Syrien eine gewählte Regierung bekommt?“ Muallimi stimmt ihm in dieser Frage zu. Hasan bohrt nach: „Viele Menschen würden Ihnen zustimmen, dass Syrien demokratisch werden soll. Aber gleichzeitig fragen sich auch viele: Wieso soll Syrien demokratische Wahlen bekommen, aber Saudi-Arabien nicht?“

weiterlesen

 

„Saudi-Arabien ist das geistige Epizentrum des Terrors“

saudi_isis

Europa erfülle alle Voraussetzungen, um zur permanenten Zielscheibe von Terroranschlägen zu werden, sagt Buchautor Robert Baer. Im Cicero-Interview kritisiert der ehemalige CIA-Mitarbeiter und Nahost-Kenner den gescheiterten Krieg des Westens gegen den Terror und warnt davor, die Werte der EU über Bord zu werfen

Ramon Schack Interview mit Robert Baer|Cicero

Cicero: Herr Baer, wenige Monate nach den Anschlägen von Paris wurde eine andere europäische Metropole zur Zielscheibe des Terrors. Dieses Mal traf es die „Hauptstadt Europas“ Brüssel. Müssen die Europäer jetzt regelmäßig mit Anschlägen dieser Art rechnen?
Robert Baer: Ich fürchte ja. Dabei stelle ich mir die Frage, was soll nur aus Europa werden? Leider erfüllt der Kontinent alle Voraussetzungen, um zur permanenten Zielscheibe dieses Terrors zu werden.

Der damalige irakische Außenminister Tarik Asis wies 2002 einen deutschen Journalisten darauf hin, dass die USA sich wieder hinter den Ozean zurückziehen könnten, falls der „War on Terror“, der „Krieg gegen den Terror“, scheitern sollte, die Europäer aber dazu verdammt sind, in unmittelbarer Nachbarschaft der Krisenherde zu leben.
Und er hat Recht behalten. Nordafrika und der der Nahe Osten liegen in unmittelbarer geographischer Nachbarschaft zu Europa. Diese Region gehört also zum Schicksal Europas, sowohl historisch, vor allem aber geopolitisch, wie man an der aktuellen Flüchtlingstragödie und dem Terror feststellen muss. Es wäre aber eine Illusion, wenn man davon ausgehen würde, Nordamerika wäre vor Anschlägen sicher. Das ist nicht der Fall, schon aufgrund des leichten Zugangs zu Waffen in den USA, wie auch aufgrund des sogenannten „Homegrown Terrorism“, der ja auch in Brüssel eine Rolle spielte.

weiterlesen

Syrischer Erzbischof: Terror von Brüssel wurde von Europa gesät

Oslo 22.07.2011. Themenbild
Oslo 22.07.2011. Themenbild

Unschuldige Bürger ernteten «das, was europäische Kreise und Mächte in den vergangenen Jahren in Syrien und im Irak gesät haben».

kath.net

Der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo gibt der westlichen Nahostpolitik eine Mitschuld an den Anschlägen von Brüssel. Unschuldige Bürger ernteten «das, was europäische Kreise und Mächte in den vergangenen Jahren in Syrien und im Irak gesät haben», sagte Hindo, Oberhirte von Hasaka-Nisibi in Syrien, dem italienischen katholischen Pressedienst SIR (Mittwoch).
Verschiedene politische Führer in Europa hätten sich den Sturz von Syriens Präsident Baschar al-Assad zum Ziel gesetzt und dabei über Jahrzehnte die Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Emiraten bevorzugt. Damit gewährten sie diesen Ländern in ganz Europa, auch in Belgien, die Finanzierung eines Netzes von Moscheen, in denen ein radikaler Islam gepredigt werde.

weiterlesen

Warum ich dem Islam den Rücken gekehrt habe und jetzt Menschen dabei helfe, das Gleiche zu tun

Imtiaz Shams | Foto: Andrew Smith
Die erste Sache, die man über Ex-Muslime wissen muss, ist der Umstand, dass man uns im Arabischen im Grunde mit einem Schimpfwort beschreibt: Murtad—also jemand, der dem Islam den Rücken zugekehrt hat. Dem Wort haftet etwas Dreckiges und Abwertendes an, denn das R wird heftig gerollt und am Ende erfolgt ein scharfer, hörbarer Abfall. Genau hier muss man ansetzen, wenn man sich mit der omnipräsenten und systematischen Diskriminierung auseinandersetzen will, die sich durch alle Aspekte unseres Lebens ziehen kann.

Von Imtiaz Shams|VICE.com

Eine bestimmte Form dieser Diskriminierung ist die Ausradierung bzw. das Herunterspielen unseres früheren Lebens. Da kommen dann immer irgendwelche Stereotype ins Spiel—das geläufigste lautet dabei wohl „Du warst wahrscheinlich nie ein richtiger Muslim“. Ich bin in Saudi-Arabien großgeworden und jedes Jahr im Zuge der heiligen Pilgerfahrt Umra nach Mekka gereist. Mein erstes Buch war eine wunderschöne, in Rot und Gold gehaltene Ausgabe des Riyad as-Salihin, also eine Sammlung von Hadiths (Aussprüche und Handlungen) des Propheten Mohammed und seiner Sahāba (Gefährten und Begleiter). Seit ich denken kann, habe ich gebetet, gefastet und den Koran auswendig gelernt. Außerdem verschlang ich jedes Buch, in dem der Islam mit wissenschaftlichen Wundern und dem eigenen Moralkodex untermauert wurde.

weiterlesen

Kopenhagen: Europas erste Frauenmoschee eröffnet

Seit Anfang Februar gibt es mitten in Kopenhagen die erste Frauenmoschee Europas. Eröffnet wurde sie von muslimische Frauenrechtlerinnen. Ihr Grundgedanke: Männer und Frauen sind laut Koran gleichberechtigt.

Deutsch Türkische Nachrichten

Gegründet wurde die erste Frauenmoschee von der 41-jährigen Sherin Khankan. Die Imamin leitet die Organisation Kritische Muslime. Ihre Wurzeln hat Khankan im Christentum und im Islam. Der Vater ist gläubiger Moslem aus Syrien, die Mutter eine Christin aus Finnland.

Gegenüber der Zeitung Die Presse erläutert Khankan, was sie zur Gründung dieser besonderen Moschee bewogen hat. Sie sagt:

„Ich hab‘ mich nie in den existierenden Moscheen zu Hause gefühlt. Ich bin dort jemand, der nicht richtig willkommen ist, jemand Fremder. Die großen Moscheen sind zwar sehr schön, aber wir Frauen stehen auf einem Balkon und schauen dem Geschehen unten nur zu. Viele Frauen und junge Gläubige gehen oft gar nicht erst in die Moschee, weil man dort einen von Männern dominierten patriarchalischen Raum betritt. Deshalb die Frauenmoschee.“

Khankan und ihre Mitstreiterinnen vertreten vehement die These, dass Männer und Frauen sind laut Koran gleichberechtigt seien. Von einer Unterordnung der Frauen, wie sie etwa in Saudi Arabien praktiziert wird, wollen sie nichts wissen. „Die untergeordnete Frau ist eine spätere Konstruktion, die nichts mit dem Koran zu tun hat. Gleichberechtigung ist ein essenzieller Teil des Islam. Es ist deshalb auch nichts, was wir vom Westen in unsere Religion importieren“, so die Religionswissenschaftlerin und Feministin. Laut Koran habe bereits Aisha, eine der Frauen des Propheten Mohammed, Gebete angeleitet. Auch weibliche Imame seien in der islamischen Tradition nicht kontrovers.

weiterlesen

Adonis: „Ich war und bin gegen den institutionalisierten Islam“

Er gilt als bedeutender Dichter der arabischen Sprache und hat gerade den Erich Maria-Remarque-Friedenspreis bekommen. Adonis‘ politische Haltung im Syrien-Konflikt ist umstritten. Im Interview erklärt er seine Position.

Von Lina Hoffmann|Deutsche Welle

DW: Sie haben trotz aller Proteste seitens der syrischen Opposition den Erich-Maria Remarque-Friedenspreis bekommen, eine hohe Anerkennung. Hat Sie das erstaunt?

Adonis: Irgendwie hat es mich nicht erstaunt, denn ich glaube, dass die Mitglieder der Jury große Intellektuelle sind, und die wahren Intellektuellen kennen meine Position. Sie haben einstimmig für mich votiert. Mich hat der Mut der Jury erstaunt. Sie haben einen ethischen Mut bewiesen, den ich bewundere.

DW: Die Kritik gegen Sie war nicht gegen Ihr literarisches Werk, sondern gegen Ihre politische Position in der Syrien-Krise gerichtet. Man beschuldigt Sie, nicht der syrischen Opposition beigestanden zu haben. Warum haben Sie so gehandelt?

Es gibt viele Oppositionsgruppen in Syrien, und ich unterstütze die inländische Opposition, die sich gegen jegliche Art von Gewalt positioniert. Sie wird von Haytham Manna und seiner Gruppe geführt. Ich war und bin gegen die (syrische) Opposition im Ausland, die gewalttätig und theokratisch ist. Sie ist mit den US-Amerikanern, aber auch mit den Europäer liiert. Aber die USA können nicht auf der Seite der Freiheit und der freien Völker stehen. Es ist ein Land, das durch die Vernichtung eines Volkes, der Indianer, entstanden ist. Das darf man niemals vergessen. Es ist das erste Land, das die Atombombe eingesetzt hat. Die USA waren nie auf der Seite der Demokratien, sie sind mit den schlimmsten Regimen der Welt, nämlich Saudi-Arabien und Katar, verbündet. Auch einige europäische Länder waren früher kolonialistisch und imperialistisch, teilweise benehmen sie sich bis heute so. Ich war und bin gegen diese Opposition.

weiterlesen