Schlagwort-Archive: Saudi-Arabien

Ensaf Haidar: “Bitte lasst die Saudis meinen Mann nicht töten”

Kämpft um das Leben ihres in Saudi Arabien inhaftierten Mannes: Ensaf Haidar, hier auf einer Pressekonferenz in Kanada.© Cole Burston/EPA

Er wurde zu Peitschenhieben verurteilt. Doch nun droht dem saudischen Blogger Raif Badawi offenbar sogar die Todesstrafe. Seine Frau fleht in einer Nachricht an den stern die Welt um Hilfe an.  


stern.de

Dem zu tausend Peitschenhieben verurteilten saudiarabischen Bloggers Raef Badawi droht offenbar die Todesstrafe. Richter am Strafgericht des streng muslimischen Landes wollten den 31-Jährigen wegen Abfallens vom muslimischen Glauben anklagen, berichtet der “Independent” unter Berufung auf Badawis Ehefrau Ensaf Haidar.

Im Kontakt mit stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen bestätigt Haidar die drohende Todesstrafe: “Ja, es ist wahr, mehr Informationen haben wir aber nicht.” Badawis Ehefrau war mit ihren drei Kindern 2012 nach Kanada geflohen.

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Saudi-Arabien: 80 Milliarden Dollar für Waffen

US-Soldaten bilden saudische Marinekämpfer an einem Maschinengewehr aus. Foto: U.S. Marine Corps, Sgt. Rome M. Lazarus /gemeinfrei

In Abu Dhabi eröffnet morgen die International Defence Exhibition and Conference (IDEX), eine Schau modernster Waffen, in einer Region, die ziemlich nahe an Kriegs- und Krisengebieten ist und einem illustren Kreis kaufwilliger Kunden: Die vier größten “Defense Costumers” – der Begriff Waffen wird derzeit gar nicht mehr oder nur mehr mit seinem Lacküberzug “Verteidigung” genannt – aus der Region, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Katar, haben im vergangenen Jahr insgesamt 109 Milliarden Dollar ins Militärbudget gesteckt.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Saudi-Arabien ist der regionale Primus unter den Verteidigungsausgaben: 80 Milliarden Dollar im Jahr 2014. Das ist eine Steigerung von 43 Prozent gegenüber 2012, weltweit beinahe einzigartig – wenn nicht die USA und China wären, informiert das Wall Street Journal. Ob darin die Ausgabe für den Bau einer beinahe 1000 Kilometer langen High-Tech-Mauer an der Grenze zum Irak enthalten ist, was eine echte Verteidigungsausgabe ist, ist nicht aufgeführt.

Trotz nachlassender Öleinnahmen wegen fallender Preise und fallender Nachfrage hält das Königreich auch innenpolitisch an seinem Maxime fest, dass außer exemplarisch rigorosem Umgang mit Oppositionellen Geld die beste Waffe ist, um sozialen Frieden zu gewährleisten.

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Dodo Gabriel: Menschenrechte für 110 Millionen € verscherbelt

sigmar_gabrielGeschütz-, Haubitzen- und Mörsermunition – die Bundesregierung hat Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien erlaubt. Wie der SPIEGEL berichtet, genehmigte Minister Sigmar Gabriel Anträge in Höhe von 110 Millionen Euro.


SpON

Die Bundesregierung erlaubt in großem Stil Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien. Allein im vergangenen Monat genehmigte das Haus von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Exportanträge in Höhe von 110 Millionen Euro – so viel wie seit vergangenem Sommer nicht mehr. Tatsächlich ausgeführt wurden seit Oktober 2014 sogar Waffen im Wert von 332 Millionen Euro. Darunter befinden sich neben Lenkflugkörpern und Ersatzteilen für Kampfflugzeuge auch “Teile für Geschützmunition, Haubitzenmunition, Mörsermunition”, heißt es in einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linkenfraktion.

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Religiöse Zensur und schwarze Nachrichtenlöcher

Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier

Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier

«Reporter ohne Grenzen» legen «Rangliste der Pressefreiheit» vor. Im Nahen Osten scheint vor allem der Islam in seinen streng konservativen oder radikalen Varianten ein Hindernis für die Pressefreiheit zu sein.


Von Joachim Heinz|kath.net

Raif Badawi ist mittlerweile auch in höchsten Kreisen kein Unbekannter mehr – auch wenn der Blogger seit mehr als zwei Jahren in seiner Heimat Saudi-Arabien im Gefängnis sitzt, . Am Dienstag sprach der britische Thronfolger Prinz Charles bei einem Treffen mit dem neuen saudischen König Salman den Fall an, der viele Menschen schon allein aufgrund der drakonischen Strafe bewegt, die für Badawi im Raum steht. Wegen Beleidigung des Islam wurde der Familienvater und Gründer des Portals «Die Saudischen Liberalen» zu zehn Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben verurteilt.

Badawi steht damit beispielhaft für einen beunruhigenden Trend, den die am Donnerstag vorgelegte «Rangliste der Pressefreiheit» von «Reporter ohne Grenzen» dokumentiert. Dafür wertete die Organisation Daten aus 180 Staaten und Regionen im Zeitraum von Oktober 2013 bis Oktober 2014 aus. Demnach greift die religiöse Zensur um sich: Immer mehr Länder nutzten Verbote von Gotteslästerung, um gegen unliebsame Berichterstatter vorzugehen. Neben Saudi-Arabien gehören dazu auch Iran oder Kuwait.

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Österreichs Frauenministerin fordert gendergerechte Steinigungen

Gabriele Heinisch-Hosek (2008), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0

Im ideologischen Gender-Dschungel verirrt, hat sich Österreichs sozialistische Frauenministerin. Gabriele Heinisch-Hosek sorgt mit einem Bericht ihres Ministeriums für Kopfschütteln. Die SPÖ-Ministerin und oberste Frauenvertreterin der Alpenrepublik beklagt darin eine Diskriminierung von Frauen bei Steinigungen.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Grund des ministerialen Unmuts ist der Umstand, daß Männer bei Steinigungen nur bis zur Hüfte, Frauen aber bis zu den Schultern eingegraben werden.

Wörtlich wird im Bericht „Tradition und Gewalt an Frauen“ des Ministeriums beklagt: „Schließlich weist auch die Durchführung der Steinigung selbst eindeutig Nachteile für Frauen auf, weil Männer nur bis zur Hüfte, Frauen hingegen bis zu den Schultern eingegraben werden.“

Denn, so die Broschüre, die informiert, daß Steinigungen zum Beispiel in Saudi-Arabien, im Jemen, im Sudan, in Nigeria, in Afghanistan und im Iran praktiziert werden: „Dies ist bedeutend, weil im Falle des ‚Sich- Befreiens‘ der (oder des) Verurteilten eine Begnadigung durchgesetzt werden kann. Dies ist bei Männern somit weitaus wahrscheinlicher“.

Allerdings, so das Ministerium, seien „zu diesem Thema“ Register bzw. statistisches Material „genauso schwer auffindbar, wie wissenschaftliche Auseinandersetzungen“.

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Muslimischer Religionspädagoge: “Islam ist, was wir draus machen”

Gebet-islamLässt sich Gewalt im Namen Gottes rechtfertigen? Was hat Terrorismus mit dem Islam zu tun? Ednan Aslan, Professor für Religionspädagogik, fordert: Muslime müssen ihren Glauben neu interpretieren.


Von Hasnain Kazim|SpON

Die Karikaturisten der französischen Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” wurden von Attentätern im Namen des Islam ermordet. Die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) tötet Geiseln im Namen der Religion. Dutzende Gruppen, von den Taliban über das Netzwerk al-Qaida bis zu kleinen Einheiten von Dschihadisten in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten bis nach Ostasien, kämpfen für eine Verbreitung ihrer extremistischen Vorstellung vom Islam.

Die meisten Opfer von islamistischem Terror sind Muslime, die meisten Muslime sind schockiert von den Gewalttaten. Aber eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Terror findet nur in geringem Maß statt.

Vielmehr wischen viele Muslime die Probleme mit dem Hinweis beiseite, der Islam sei eine Religion des Friedens und die Terroristen seien keine Muslime – ein Fehler, wie Ednan Aslan findet. Lesen Sie hier das Interview mit dem Wiener Professor für islamische Religionspädagogik:

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Weniger Rüstungsexporte unter Gabriel

sigmar_gabriel

Unter Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) haben die Genehmigungen für Rüstungsexporte nach einem Zeitungsbericht deutlich abgenommen.


evangelisch.de

Im vergangenen Jahr seien sogenannte Einzelausfuhrgenehmigungen im Wert von 3,97 Milliarden Euro erteilt worden – nach 5,85 Milliarden im Jahr 2013, berichtet die “Süddeutsche Zeitung” (Montag). Seit 2008 hätten die Werte stets zwischen 4,7 und 5,9 Milliarden gelegen. Die Zeitung beruft sich auf Antworten des für Rüstungsexporte zuständigen Wirtschaftsministeriums auf Fragen der Linksfraktion.

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Saudi-Arabien: Papp-König mit echten Händen

Saudi-Arabiens neuer König Salman bin Abdulasis. Foto: AFP

Saudi-Arabiens neuer König Salman hat seit der Amtsübernahme alle Hände voll zu tun hat. Damit ihm seine Untertanen trotzdem zur Amtsübernahme gratulieren können, haben sich die Saudis etwas ganz Besonderes einfallen lassen.


Berliner Zeitung

Saudi-Arabiens neuer König Salman bin Abdulasis ist ein geschäftiger Mann. Damit trotzdem jeder seiner Untertanen zur Amtsübernehme gratulieren kann, haben die Saudis einfach Pappfiguren mit dem Konterfei des Königs und seiner Führungsriege aufstellen lassen. Immerhin: Die zu schüttelnden Hände sind echt. Hinter den Papp-Figuren sitzen Hand-Doubles.

Deutschland liefert Saudi-Arabien Militärgüter – Menschenrechte? Müll

Der saudi-arabische König Salman bin Abdulaziz, zugleich oberster Befehlshaber des Militärs, kann sich über neue Waffenlieferungen aus Deutschland freuen Foto: picture alliance / dpa

Nach dem Tod von König Abdullah hatte die Bundesregierung alle Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien vorerst gestoppt. Nun hat der Bundessicherheitsrat Lieferungen von Militärgütern genehmigt.


Von Martin Greive|DIE WELT

Deutschland liefert wieder Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien. Der Bundessicherheitsrat hat in seiner letzten Sitzung vor zwei Wochen drei Waffen-nicht scharfen Militärgütern in das Königreich genehmigt. Dies geht aus einem vertraulichen Schreiben von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor, das der “Welt” vorliegt.

Demnach erhält Saudi-Arabien für ein Übungsgelände “Zieldarstellungsgeräte für Infanteriewaffen inklusive Zubehör” und vier Schießsimulationssysteme des Typs Gladio. Außerdem verlängerte der Bundessicherheitsrat eine bereits 2012 erteilte Genehmigung über Radare, optronische Ausrüstung, Software und Technologie zur Verwendung des Grenzsicherungssystems. Die “wertmäßig begrenzte Ausrüstung” soll der Sicherung von insgesamt 6125 Kilometer Land- und Seegrenze dienen.

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Saudi-Arabien: Freche Kinder des Gottesstaates

Foto: Eglau Katharina Satire als Programm: Die beiden Macher von UTurn, Finanzchef Ibrahim Abushaar (links) und Kreativ-Chef Emad Eskander.

Saudi-Arabien ist ein streng islamisches Land. Kritik an Königshaus und Religion werden hart geahndet. Jungen Komikern, die ihr Programm über Youtube verbreiten, lässt der Staat aber weitgehend freie Hand.


Von Martin Gehlen|SüdWest Presse

„Jeder Witz ist eine kleine Revolution“, schrieb einst George Orwell. Menschen machen sich Luft wegen Lebenszwängen, verspotten, was sie nervt und fordern die Mächtigen heraus – mit Ulk und Ironie, mit Parodie, Sarkasmus oder schwarzem Humor. Und ausgerechnet Saudi-Arabien, das stets daherkommt als puritanische und spaßfreie Heimat des Propheten Mohammed, quillt über vor Komiker-Talenten, die dank des Videoportals Youtube inzwischen in der ganzen arabischen Welt eine multimillionenfache Fangemeinde haben.

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Saudi-Arabien: Dissidenz in den Köpfen

U.S. Army Gen. Martin E. Dempsey mit dem neuen König Salman bin Abdulaziz Al Saud; Bild: Pentagon; gemeinfrei

Wie lange wird das Königreich den sozialen Frieden noch kaufen können?


Von Bernard Schmid|TELEPOLIS

Saudi-Arabiens Politik ist in der Region regelmäßig ein Zankapfel und besonders in jüngster Zeit umstritten (Die bösen Guten?): Seit Ende 2014 ist es erklärte Politik des Königreichs, den Ölpreis auf ein Niveau absinken zu lassen, das geopolitischen Rivalen des Golfstaats und/oder Konkurrenten der USA – Russland, Venezuela, Iran -, aber auch anderen Ölförderstaaten Schaden zufügt.

Das dahinter stehende Kalkül, das auch ganz offen ausgesprochen wird, lautet: Wir verlieren zwar wie andere Ölförderstaat durch einen Preis, der bis auf 20 Dollar pro Fass absinken könnte – gewinnen aber dadurch Marktanteile, indem wir Konkurrenten abtöten oder an die Wand drücken, deren Ölförderung wirtschaftlich unrentabel wird.

Zugleich wird geopolitischen Kontrahenten Schaden zugefügt. Ein wahrer Kalter Krieg ist entbrannt, in welchem die Golfmonarchie und ein Teil des US-Establishments (minus jene Sektoren, die in Ölschieferförderung und ähnliche relativ kostspielige Unternehmungen investiert haben) auf der einen Seite und Staaten wie Venezuela, Algerien und Iran auf der anderen Seite stehen.

Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, wie riskant dieses Vorgehen auch für das Saudi-System selbst ist. So sollen dem Königreich für das Jahr 2015, je nach Angaben, dreißig respektive vierzig Milliarden Dollar zur Haushaltsdeckung fehlen; das Königreich selbst hat für das Budget 2015 einen Deckungslücke von 38,6 Milliarden Dollar vorausberechnet. Im abgelaufenen Jahr 2014 betrug sie vierzehn Milliarden Dollar.

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Ehefrau des Bloggers Raif Badawi: “Deutschland ist ein in Saudi-Arabien sehr respektiertes Land”

Ensaf Haidar (r.) kämpft für die Freiheit ihres Mannes. Wie hier bei einer Kundgebung in Montreal. – Foto: PA/Canadian Press/Ryan Remiorz

Im Interview erzählt die Ehefrau des in Saudi-Arabien eingesperrten Bloggers Raif Badawi vom Leben mit ihren Kindern im kanadischen Exil. Ensaf Haidar wendet sich direkt an die deutsche Bundesregierung. Diese habe die Mittel, sich für ihren Mann einzusetzen.


Von Mohamed Amjahid|DER TAGESSPIEGEL

Ensaf Haidar dankt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier für ihr Engagement in Sachen Raif Badawi. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel und der Wochenzeitung die ZEIT betont die Frau des saudischen Bloggers, dass ihr dieser Dank sehr am Herzen liege. Die Bundesregierung erklärte, dass sie sich für den saudischen Blogger “auf allen Ebenen” einsetze. Deutschland sei ein starkes Land, es könne Druck auf Saudi-Arabien ausüben, so Haidar.

Im Interview erzählt Haidar über ihr Leben im kanadischen Exil, ihre Kinder seien von der Flucht traumatisiert, sie erzählt über den Kontakt zu ihrem Mann ins Gefängnis und die Beziehung zu seiner konservativ geprägten Familie.

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Steinberg: “Es gibt keine Alternative zur saudischen Herrscherfamilie”

Bild: ntv/Schreenshot BB

Bild: ntv/Schreenshot BB

Saudi-Arabien gehört zu den autoritärsten Staaten weltweit – und wird dennoch vom Westen umschmeichelt. Warum das so ist, erklärt der Nahost-Experte Guido Steinberg im DW-Interview.


Von Dennis Stute|DW

DW: US-Präsident Barack Obama, Russlands Premier Dmitri Medwedew und viele weitere Staats- und Regierungschefs – die Liste der Trauergäste nach dem Tod des saudischen Königs Abdullah las sich wie ein Who is Who der Weltpolitik. Warum ist Saudi-Arabien so wichtig?

Guido Steinberg: Der mit Abstand wichtigste Punkt ist der Ölreichtum von rund einem Viertel der weltweiten Reserven. Dieses billig zu fördernde Öl wird wichtiger werden, egal, wie sich die Ölmärkte in den nächsten Jahren entwickeln. Es wird zwar nur noch in geringen Mengen in die USA und nach Europa exportiert, und vor allem nach Ostasien, aber es ist für die Märkte insgesamt wichtig. Wenn Saudi-Arabien – wie etwa Syrien – instabil würde und auch nur Teile der Ölexporte ausfielen, hätte das negative Folgen für die Weltwirtschaft.

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Demo für Badawi: “Es ist wichtig, dass wir das durchziehen”

Foto: Anne Kampf/evangelisch.de Demo gegen die Prügelstrafe für den Blogger Raif Badawi vor dem saudi-arabischen Konsulat in Frankfurt am Main

Plötzlich ist alles anders: Die Strafe für den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi ist angeblich ausgesetzt. Außerdem ist der König gestorben, auch das könnte die Lage für den von Folter bedrohten Mann ändern. Doch fast 30 Demonstranten in Frankfurt am Main lassen sich nicht beirren: Sie denken darüber nach, was es heißen würde, einen Peitschenhieb für Badawi zu übernehmen. Und sie fordern Freiheit – nicht nur für Raif.


Von Anne Kampf|evangelisch.de

Stapelweise haben sie große, unscharfe Fotos von Raif Badawi mitgebracht, hochkant und quer, mit Spruch und ohne. Dazu ein paar dünne Latten und Klebeband. Bei dem starken Wind vor dem Frankfurter Messeturm kann man allerdings schlecht Plakate basteln. Also geht die kleine Gruppe, die sich hier zum Demonstrieren eingefunden hat, in den Rolltreppen-Eingang seitlich am Messeturm – da ist es warm und windstill. Sie schütteln sich die Hände, stellen einander vor.

Aus Gießen, Bayreuth, Mainz, Frankfurt, Waiblingen und Tübingen sind sie angereist, um dem Generalkonsul des Königreichs Saudi-Arabien in Frankfurt am Main einen Brief zu bringen. Darin fordern sie die Freilassung des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi. Zu 1.000 Peitschenhieben – Amnesty International spricht von Stockschlägen – und zehn Jahren Haft ist der islamkritische und freiheitsliebende Blogger verurteilt worden. 50 Hiebe hat er schon bekommen.

“Schlagt uns statt Raif” steht in dem Brief und auf den schnell gebastelten Plakaten. Die Aktion ist eine Idee des FPD-Politikers Albert Duin aus Bayern, die sein Parteikollege Christopher Gohl aus Tübingen übernommen und auf Facebook verbreitet hat: Wenn sich 950 Menschen finden, um je einen Hieb zu übernehmen, kann Raif Badawi leben. Soweit die Idee. Ist das ernst gemeint? Für Julia Goll aus Waiblingen, Richterin am Landgericht Stuttgart, schon. “Ich denke, einen Schlag überlebt man”, sagt die Demonstrantin tapfer. Wie sich so ein Schlag wohl anfühlt – ob mit Peitsche oder Stock? “Ich habe dazu keine Vorstellung. Ich kann es mir nicht vorstellen, ich bin als Kind nie verhauen worden.” Auf jeden Fall sei das eine Strafe, die allem Menschlichen widerspreche, findet Julia Goll. “Jeder sollte aufstehen und seinen Mund dazu aufmachen. Man darf nicht wegschauen.”

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Julia Klöckner: Personifizierter Unverstand

Julia Klöckner, 2014, Bild: wikimedia.org/StefanKröger

Maybrit Illner hatte das richtige Thema: Was hat der mörderische Terror denn nun wirklich mit dem Islam zu tun? Und sie hatte sogar einen Imam zu Gast – aber leider auch eine CDU-Politikerin. Da stellt sich die Frage: Warum?


Von Daland Segler|Berliner Zeitung

Liebe Frau Illner, müssen Sie eigentlich jedes Mal einen Gast aus der Politik einladen? Und wenn Sie tatsächlich von Intendanz oder Fernsehrat dazu verdonnert sein sollten, muss es dann immer einer aus der CDU sein? Da sitzt ein echter deutscher Imam bei Ihnen am Tisch, und schon mit dem ersten Beitrag lässt er erkennen, wie viel und Wichtiges er zum Thema zu sagen hätte, aber dann muss er sich im Verlauf der Diskussion immer wieder diese mit ebenso viel missionarischem Eifer wie Unverstand vorgetragenen Meinungen von Julia Klöckner vorhalten lassen – die ihn bisweilen nicht mal ausreden lässt. Mitunter hatte die stellvertretende CDU-Vorsitzende bei ihren Ausführungen schon diese Attitüde, die an Sprüche wie „Die sollen sich erstmal integrieren“ denken ließ.

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König Abdullah wurde in der Hölle gesehen

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Das Staatsfernsehen meldete den Tod des Monarchen. Sein Gesundheitszustand hatte sich zuletzt verschlechtert. Sein Halbbruder Salman folgt ihm als Herrscher nach.


Die Presse.com

Der saudiarabische König Abdullah ist tot. Er starb in der Nacht auf Freitag, wie das Herrscherhaus über das staatliche Fernsehen mitteilte. Nachfolger wurde sein Bruder Salman. Es wird davon ausgegangen, dass er Abdullahs Politik im Kern fortsetzen wird. Laut dem Palast starb Abdullah um 01.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MEZ). Er werde nach den Freitagsgebeten beerdigt. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

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FC Bayern München: Indirekte Werbeträger für Auspeitscher und Salafisten?

Bayern-München-Trainer Josep Guardiola: Sehr engagiert für die Unabhängigkeit Kataloniens, aber weniger engagiert für Menschenrechte. Foto: Thomas Rodenbücher. Lizenz: CC BY 2.0

Der FC Bayern München steht nach einem Trainingslager in Katar und einem Testspiel in Saudi-Arabien zunehmend in der Kritik


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Als er auf die Arbeitsbedingungen der hinduischen Quasi-Sklaven beim Bau der WM-Stadien in Katar angesprochen wurde, da meinte der FC-Bayern-Ehrenpräsident Franz-Beckenbauer, er habe bei seinen Reisen dorthin nie Menschen in Ketten oder mit “Büßerkappen” [sic] gesehen. Ähnlich könnten Spieler und Funktionäre des Vereins antworten, wenn man sie auf die Auspeitschung des Bloggers Raif Badawi in Saudi-Arabien ansprechen würde, wo der Verein am 17. Januar ein Testspiel gegen den saudischen Club al-Hilal absolvierte.

Auch da hätten sie sagen können, sie hätten gar nichts von Badawis Auspeitschung gesehen. Die findet nämlich nur Freitags vor der al-Jafali-Moschee in Dschidda statt. Und letzte Woche wurde sie verschoben, weil ein Arzt Bedenken hatte, dass der wegen “Lächerlichmachens religiöser Figuren des Islam” Verurteilte die nächsten 50 Hiebe auf den noch nicht verheilten Rücken nicht überlebt. Aber man hätte davon lesen können. In der FAZ, bei Telepolis oder in der Bild-Zeitung.

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Hamed Abdel-Samad: Gehören Scharia, Polygamie und Todesstrafe zu Deutschland?

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Die Bundeskanzlerin meinte, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Der Muslim und Politologe Hamed Abdel-Samad fragt: “Gehört der Dschihad, die Polygamie, die Todesstrafe für Apostaten auch zu Deutschland?”


kath.net

Der bekannte Islamkritiker und Politologe Hamed Abdel-Samad hat Kritik an den Aussagen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. Diese hatte in einer Rede vertreten, dass der Islam zu Deutschland gehöre. In einem Offenen Brief auf Facebook meinte Abdel-Samad: “Es ist nicht die Aufgabe eines Politikers, eine Religion zu rehabilitieren oder zu bewerten. Politiker sind für die Menschen da nicht für die Ideologien dieser Menschen. Bevor Sie diese Behauptung in die Welt setzen, sind Sie verpflichtet, den Bürgern dieses Landes zu erklären, was der Islam ist!” Dann stellte der Politologe die Frage, ob die Aufteilung der Welt in Gläubige und Ungläubige auch zu Deutschland gehöre und was denn mit dem Dschihad und mit der Polygamie sei. “Was ist mit der Todesstrafe für Apostaten? Was ist mit Körperstrafen für Diebe und Ehebrecher und Alkoholtrinker? Was ist mit Frauenrechten, die im Islam kaum vorhanden sind?”

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Abdel El-Husseini: “Die furchtbaren Anschläge haben sehr wohl mit dem Islam zu tun”

Micky-Maus_Mohammed

Nach den Anschlägen von Paris fordert Politikwissenschaftler Abdel Mottaleb El Husseini eine Neuauslegung des Islam. Er ist sich sicher, dass die politische Instrumentalisierung des Islam in vielen Ländern den Terrorismus befeuert. Der einzige Ausweg: Die Muslime müssen einen großen Richtungsstreit ausfechten.


Von Linda Wurster|FOCUS ONLINE

FOCUS Online: Am 7. Januar überfielen die Brüder Cherif und Said Koachi die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris und erschossen zwölf Menschen. Sie behaupteten, dies im Namen Allahs zu tun. Sie stammen aus einer traditionsreichen islamischen Familie. Was denken Sie, wenn Sie so etwas hören?

Abdel Mottaleb El Husseini: Was diese Männer in Paris getan haben, taten sie weder im Namen Allahs noch im Namen des Propheten – sondern im Auftrag einer kriminellen Vereinigung.

FOCUS Online: Was bedeuten solche Anschläge für den Islam?

Husseini: Wenn man jetzt einfach nur sagt, Islamismus habe nichts mit dem Islam zu tun, macht man es sich zu einfach.

FOCUS Online: Und was sagen Sie?

Husseini: Solche furchtbaren Anschläge haben mit dem Islam zu tun. Aber sie sind nicht der Islam.

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Blogger Raif Badawi in Saudi-Arabien öffentlich ausgepeitscht

Insgesamt ist Raif Badawi zu 1000 Peitschenschlägen verurteilt, die in den nächsten 20 Wochen alle acht Tage vollzogen werden sollen – ein Todesurteil auf Raten. – Foto: Privat/ Amnesty International

Für Amnesty International ist er ein politischer Gefangener, aus Sicht des Regimes in Saudi Arabien hat er den Islam beleidigt. Nun wurde Raif Badawi öffentlich ausgepeitscht – es ist nur der erste Teil der Strafe.


Von Martin Gehlen|DER TAGESSPIEGEL

Noch am Donnerstag hatte Saudi-Arabien das Attentat in Paris „als feigen Terrorakt, der gegen den wahren Islam verstößt“, verurteilt. 24 Stunden später statuierte das ultrakonservative Königreich seine Version des wahren Islam und ließ den Blogger Raif Badawi vor der Al-Jafali-Moschee in Jeddah öffentlich auspeitschen. 50 Hiebe erhielt der 30-Jährige nach dem Freitagsgebet, wie Augenzeugen bestätigten. Der Geschlagene habe mit dem Rücken zu den Zuschauern gestanden und keinen Schmerzensschrei von sich gegeben. Insgesamt ist Badawi zu 1000 Peitschenschlägen verurteilt, die in den nächsten 20 Wochen alle acht Tage vollzogen werden sollen – ein Todesurteil auf Raten.

Das Gericht warf ihm vor, den Islam beleidigt und sich gegen die rechtmäßigen Autoritäten aufgelehnt zu haben.

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