Fundamentalisten stoppen offenbar Auftritt von US-Komiker in Saudi-Arabien

Mike Epps in Houston (2013). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Mike Epps in Houston (2013). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

In Saudi-Arabien ist eine geplante Vorstellung des US-Komikers und Schauspielers Mike Epps gestrichen worden – offenbar wegen Protesten islamistischer Hardliner.

DIE WELT

Der Veranstalter Master Events gab die Absage am Samstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt und sagte zu, den Preis für gekaufte Eintrittskarten zurückzuerstatten. Epps sollte am kommenden Freitag in der Haupstadt Riad an der Prinzessin Noura bint Abdulrahman Universität auftreten, eine Hochschule ausschließlich für Frauen.

Das Kalkül hinter dem Schmusekurs des Waffenkonzerns Heckler & Koch

 Ein Rekrut mit seinem Gewehr vom Typ Heckler & Koch G36 Quelle: dpa
Ein Rekrut mit seinem Gewehr vom Typ Heckler & Koch G36 Quelle: dpa
Der Pistolen- und Gewehrhersteller Heckler & Koch will künftig nur noch Nato-Länder beliefern. Mit dem Verzicht auf Großkunden wie Saudi-Arabien will der Konzern an einen Mega-Auftrag herankommen.

Von Gerhard Hegmann | DIE WELT

Deutschlands größter Gewehrhersteller Heckler & Koch (H&K) hat derzeit nur ein Ziel: Die Firma will seriös, berechenbar und wirtschaftlich solide erscheinen. Sie will, dass Schlagzeilen über mögliche Exportverstöße bei Waffenlieferungen oder eine hohe Verschuldung samt Pleitegefahr der Vergangenheit angehören.

Daher hat die Waffenschmiede jetzt per Nachrichtenagentur dpa einen anonymen Mitarbeiter verkünden lassen, dass künftig nur noch Länder beliefert werden, die „zweifelsfrei demokratisch, eindeutig nicht korrupt und in der Nato oder Nato-nah“ sind. Die Türkei, obwohl in der Nato, werde ebenfalls von der Kundenliste gestrichen, heißt es in dem Bericht.

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Incirlik: Türkei hat Zugang zu Aufklärungsdaten der Bundeswehr-Tornados

Die Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion der Linken bestätigt Befürchtungen, über die Telepolis schon vor Monaten berichtete: Die Türkei – und nicht nur sie – hat den vollen Zugriff auf die Daten und Fotos der Aufklärungsflüge der deutschen Tornados im Kriegsgebiet Türkei-Nordsyrien-Nordirak.

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Am gestrigen Montag fragte nun auch der Spiegel danach, was mit den Daten passiert, die die Aufklärungsflüge an mehrere Staaten liefern. Für welche Operationen die Daten der Bundeswehr genutzt werden, sei unklar, stellt das Nachrichtenmagazin fest. Antworten auf konkrete Fragen – „Wie viele Bombardements basieren auf den „Tornado“-Daten? Wie viele IS-Kämpfer kamen dabei ums Leben, wie viele Zivilisten?“ – gebe das Bundesverteidigungsministerium nicht. Der Bundesregierung würden hierüber keine eigenen Erkenntnisse vorliegen, wird aus der Antwort auf die Anfrage der Linksfraktion zitiert.

Doch bringt die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage schon etwas Licht ins Dunkel: So hat die Bundeswehr bereits 134 Tornado-Einsätze über dem Irak und Syrien geflogen – und: Die Daten werden an 19 Länder weitergegeben, darunter auch die Türkei sowie arabische Länder wie Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Obama: Neue Atomwaffen, neue Kriege, mehr Waffenverkäufe als unter Bush

Gerne gekauft, Kampfflugzeuge des Typs F-15E Strike Eagle. Bil
Gerne gekauft, Kampfflugzeuge des Typs F-15E Strike Eagle. Bild: USAF
Auch unter Barack Obama profitierten die USA als weltweit größter Waffenhändler von den Krisen und Kriegen am stärksten, was sich unter Trump nicht ändern dürfte

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wenig verwunderlich ist, dass die USA als größter Waffenhändler von den Kriegen und Krisen profitieren, zumindest die Rüstungskonzerne. Präsident Barack Obama ist wie jetzt übrigens Donald Trump angetreten, den militärischen Neocon-Internationalismus und Interventionismus der Bush-Präsidentschaft zurückzufahren. Das wäre auch ein gutes Beispiel wie es unter Trump weitergehen könnte, der militärische Interventionen ablehnt, aber das Militär weiter stärken will, weswegen denn auch die Börsenwerte der großen US-Rüstungskoinzerne gestern um mehrere Prozent angestiegen sind.

Obama wollte die USA aus den von Bush begonnenen Kriege mitsamt den Intentionen des Regime Change zugunsten des US-dominierten Westens herausziehen – und er kündigte an, für nukleare Abrüstung mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt sorgen zu wollen. Zu Letzterem muss man sagen, dass Obama zwar als ersten US-Präsident in diesem Jahr nach Hiroshima gefahren ist – mit dem berühmten „Koffer“, um den Befehl zum Feuern von Atomwaffen zu geben. Aber er hat alles andere gemacht, als eine Abrüstung auch nur einzuleiten.

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Frauen in Saudi-Arabien: „Ich lebe in einer Lüge, damit ich nicht getötet werde“

 Langsam ändert sich das Königreich: Im Dezember 2015 durften Frauen erstmals an einer Wahl teilnehmen. © Ahmed Yosri/EPA
Langsam ändert sich das Königreich: Im Dezember 2015 durften Frauen erstmals an einer Wahl teilnehmen. © Ahmed Yosri/EPA
Die „New York Times“ fragte nach dem Leben der Frauen in Saudi Arabien. Die Antworten erstaunen. Die meisten leiden mehr unter ihren Verwandten als unter der Regierung. Aber einige Frauen ziehen die patriarchalen Strukturen auch dem westlichen Lebensstil vor.

stern.de

Die „New York Times“ fragte die Frauen in Saudi Arabien, wie ihr Leben aussieht, und über 6000 Frauen antworteten. Die Idee zu der Aktion hatte die Redakteurin Mona El-Naggar. Sie drehte zuvor eine Dokumentation über die erste Wahl im Königreich, an der Frauen teilnehmen durften. Bei den Dreharbeiten bemerkte sie einen Schatten, der auf allen Saudi-Frauen lastete, nämlich den ihres männlichen Vormunds. Immer wieder sprach sie mit Frauen, die Angst hatten, sich zu äußern. Nicht, weil sie die repressive Regierung fürchteten, sondern weil die mögliche Reaktion ihrer männlichen Verwandten sie in Schrecken versetzte. Männer, die jede ihrer Lebensregungen kontrollierten.

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Irak: Parlament legt das Land trocken

Tischdestille
Tischdestille „Arabia“. Bild: CopperGarden®
Das irakische Parlament hat gestern ein Alkoholverbot beschlossen, das sowohl die Produktion als auch den Import und den Verkauf von alkoholischen Getränken umfasst. Als Begründung für das Gesetz nannte der Abgeordnete Ammar Toma eine Formulierung in der irakischen Verfassung, die besagt, dass es kein Gesetz geben dürfe, das dem Islam widerspricht.  

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Verschieden verstandene Koranverse

In diesem Zusammenhang berufen sich er und die Mehrheit der Abgeordneten auf drei Koranverse: 4:43 („Ihr Gläubigen! Kommt nicht betrunken zum Gebet, ohne vorher zu wissen, was ihr sagt!“), 5:90 („Ihr Gläubigen! Wein, das Losspiel, Opfersteine und Lospfeile sind Greuel und Teufelswerk. Meidet es! Vielleicht wird es euch wohl ergehen.“) und 2:219 („Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und dabei sind sie für die Menschen von Nutzen. Die Sünde, die in ihnen liegt, ist aber größer als ihr Nutzen.“).

Diese drei Verse werden jedoch nicht von allen Moslems als strenges Alkoholverbot verstanden: Gegner einer Verbotsauslegung verweisen unter anderem auf die Sure 16:67 (die den Wein als gute Gabe Gottes lobt), auf die Nichterwähnung von Getränken wie Raki und Bier sowie auf die Tatsache, dass der Weinkonsum lediglich im Zusammenhang mit Übermaß, Gebet und Glücksspiel verdammt wird.

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Europa und der Islam – Kann Literatur Freiräume im vorpolitischen Raum schaffen?

Daniel Cohn-Bendit und die türkische Autorin Elif Shafak beim Forum
Daniel Cohn-Bendit und die türkische Autorin Elif Shafak beim Forum „Weltempfang“
Meinungs- und Pressefreiheit, Menschenrechte, die Position der Frau – Schlagworte einer Debatte, die auch auf der Frankfurter Buchmesse geführt wird. Wie sieht das Verhältnis Europas zu islamisch geprägten Ländern aus?

Von Sabine Peschel | Deutsche Welle

Es ist ein hochbrisantes Thema: Der Islam wird häufig kriminalisiert, mit Islamismus in Verbindung gebracht und in die Nähe des Terrorismus gerückt. Auf der Frankfurter Buchmesse wird die Beziehung Europas zu islamisch geprägten Ländern vielfach diskutiert. Wie sollte man umgehen mit ultrakonservativ geprägten Staaten wie Saudi-Arabien oder Katar? Welche Rolle spielt die Türkei? Und wie wirken sich innereuropäische Entwicklungen aus, etwa die Abschottung gegen Flüchtlinge, die Fremdenfeindlichkeit oder der nationalistisch gefärbte Populismus?

Auf der Buchmesse ist der „Weltempfang“ traditionell der Ort, an dem Podiumsdiskussionen, Gespräche und Lesungen mit internationalen Autoren, Intellektuellen und Übersetzern stattfinden. In diesem Jahr widmet sich das Forum dem Thema „Europa“ – und geht gleich zur Eröffnung großformatig an seinen Gegenstand heran: „Europa und der Islam“ – das sei eine der wichtigsten Debatten der Messe, urteilt Messedirektor Jürgen Boos bei seiner Begrüßung. Auf dem Podium: die türkische Star-Autorin Elif Shafak und der algerische Schriftsteller Boualem Sansal, Friedenspreisträger von 2011. Beide hätten „Jahre ihres Lebens damit verbracht, Phänomene unserer Zeit zu analysieren und bestimmte globale Entwicklungen zu erklären“, so Boos.

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RDF Talk – Interview mit Rana Ahmad

Rana Ahmad ist eine Syrerin, die in Saudi-Arabien geboren wurde und aufgewachsen ist. Nachdem sie ihren Glauben abgelegt hat, musste sie flüchten, weil sie von ihrer Familie und dem Staat mit dem Tode bedroht wurde.
 

Richard-Dawkins-Foundation

Vor fünf Jahren begann Rana Bücher von Dawkins, Darwin, Nietzsche und Voltaire zu lesen. Dies veränderte ihr Weltbild. Fortan lebte sie ein öffentliches und ein geheimes Leben. Im Laufe der Jahre wurde offenbar, dass sie sich nicht länger verstecken konnte. Im Mai 2015 wagte sie die Flucht, zunächst in die Türkei. Nach einem Spendenaufruf, der auch von Richard Dawkins über Twitter verbreitet wurde, kam sie im November 2015 in Deutschland an.

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Landgrabbing: Investoren besitzen 26,7 Millionen Hektar der weltweiten Ackerfläche

Eltern im Süden Kenyas protestieren dagegen, dass das Grundstück der Schule ihrer Kinder von einem Investor aufgekauft wird. Foto: dpa
Eltern im Süden Kenyas protestieren dagegen, dass das Grundstück der Schule ihrer Kinder von einem Investor aufgekauft wird. Foto: dpa
Rund zwei Prozent der weltweiten Agrarfläche ist heute im Besitz von Investoren – so viel wie die Fläche von Slowenien und Großbritannien zusammen. Wer wo investiert und welche Auswirkungen das hat, zeigt der neue Report der Landmatrix-Initiative

Von Julia Lauter | greenpeace magazine

Landgrabbing oder Landnahme ist auf dem Papier zunächst einfach nur ein Geschäft: Land wechselt den Besitzer. Doch in der Realität wird das oft zum Problem. Denn das Land wird bewohnt oder beackert und die Besitzverhältnisse sind oft nicht eindeutig. Hinzukommt, dass in der globalisierten Welt oft Investoren aus Ländern des globalen Nordens Flächen shoppen im globalen Süden – die „Deals“ spiegeln meist die bestehenden Machtverhältnis dann zu Ungunsten der Verkäufer wieder.

Die Landmatrix-Initiative ist eine unabhängige Forschungsinitiative, die in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie etwa der EU-Kommission, der Gesellschaft für Entwicklung und Zusammenarbeit (GIZ) oder dem Hamburger Forschungsinstitut GIGA German Institue of Globale and Area Studies Daten zu großflächigem Landkauf erhebt und auswertet. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, die verfügbaren Daten zu solchen „Landflächen-Deals“ auszuwerten und damit Licht in die Debatte rund um das globale Landgrabbing zu bringen.

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Assad: Terroristen werden in die Türkei zurückgedrängt

Screenshot aus dem Interview-Video/heise.de
Screenshot aus dem Interview-Video/heise.de
In einem Interview bekräftigt der syrische Staatspräsident, dass er keine Hoffnung in einem Dialog mit den Milizen sieht

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Sie seien nicht zu einem Dialog bereit. Die einzige Möglichkeit gegen die „ideologischen Kämpfer oder Terroristen“ bestehe darin, sie zu bekämpfen und zu töten. Aleppo sei ein Sprungbrett, um von dort aus auf andere Gebiete überzugreifen. Um die umliegende Region, Idlib, von den Terroristen zu säubern, sei Aleppo von größter Wichtigkeit – der syrische Staatspräsident hat seine Position erneut in einem längeren Interview erklärt (vollständiger Text bei Sana); in Bild und englischer Sprache auch auf Youtube).

Geführt wurde das Interview von einer Journalistin des russischen Zeitung Komsomolskaja Prawda. Die Fragen liefern häufig Stichworte für die Ausführungen Baschar al-Assads; sie bringen ihn nicht aus dem Konzept, sondern ermuntern ihn, seine Linie zu erklären. Grundsätzlich legen die Ausführungen für interessierte Beobachter des Syrienkrieges nichts wesentlich Neues offen.

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Die verdeckte Islamisierung Europas

Moslems in der Schweiz. Moschee «Petit Saconnex» in Genf, 1978 gebaut mit Geldern aus Saudi-Arabien. Bild: Keystone
Moslems in der Schweiz. Moschee «Petit Saconnex» in Genf, 1978 gebaut mit Geldern aus Saudi-Arabien. Bild: Keystone
Saudiarabien und die Türkei führen im Westen einen religiösen Eroberungskrieg. Ihre Waffen sind Propaganda und der Vorwurf der Islamfeindlichkeit.

Von Bassam Tibi | Basler Zeitung

Seit Jahrzehnten verfolge ich die Strategie des in Verbänden organisierten Islam. Diese besteht darin, «Ungläubige» zu täuschen und eine eigene Agenda zu verfolgen. Die Schweiz ist keine Ausnahme. Der in Europa in Moschee-Vereinen organisierte Islam pflegt eine antisäkulare und antieuropäische Moschee-Kultur und kämpft mit allen Mitteln für Sonderrechte für die Islamgemeinde; die Islamfunktionäre behaupten, die gesamte Islam-­Gemeinde zu vertreten, obwohl ­niemand sie hierzu bestellt hat. Diese Funktionäre erhalten vermutlich «Sold», entweder von der islamistischen AKP, die seit 2002 die Türkei regiert, oder vom wahhabitischen Saudi-­Arabien. Islamismus und Wahhabismus sind zwar unterschiedliche Richtungen innerhalb des Islam, aber in Europa arbeiten die Türkei und Saudiarabien eng zusammen.

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Erste Witwe verklagt Saudi-Arabien wegen 9/11-Anschlags

wtc_911

Die Klage wurde nur wenige Tage nach einem entsprechenden Gesetzesbeschluss durch den Senat eingereicht

derStandard.at

Eine erste US-Amerikanerin hat Saudi-Arabien wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA verklagt. Erst am Mittwoch hatte ein Gesetz den US-Kongress passiert, das Hinterbliebenen von Anschlägen einen solchen Schritt ermöglicht. Präsident Barack Obama hatte vergeblich versucht, das Gesetz per Veto zu verhindern.

Bei den Anschlägen hatten islamistische Terroristen der Al-Kaida Verkehrsflugzeuge entführt und in das World Trade Center in New York sowie das US-Verteidigungsministerium gesteuert. Dabei waren insgesamt rund 3000 Menschen ermordet worden. 15 der 19 Selbstmordattentäter waren saudische Staatsbürger.

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Saudi-Arabien droht Amerika

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Saudi-Arabien droht Amerika mit ernsten Konsequenzen. Grund ist ein neues Gesetz, das den Hinterbliebenen des Anschlag vom 11. September eine Klage gegen Saudi-Arabien ermöglicht.

Frankfurter Allgemeine

Saudi-Arabien hat ein neues amerikanisches Gesetz für Klagen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 scharf verurteilt. Es sei ein Grund für große Besorgnis, teilte das Außenministerium in Riad am Donnerstag mit. Ohne Änderungen drohten ernste Konsequenzen. Der Kongress hatte am Mittwoch mit großer Mehrheit ein Veto von Präsident Barack Obama überstimmt und ein Gesetz verabschiedet, mit der Angehörige der Anschlagsopfer den Golfstaat auf Entschädigung verklagen können. Hintergrund ist, dass 15 der 19 Attentäter aus dem Königreich kamen.

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Große Zweifel an spektakulärem Islamisten-Interview

 Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Bereits am 26.09. berichtete Jürgen Todenhöfer auf N24 von seinem umstrittenen Interview mit einem angeblichen Kommandeur der Nusra-Front. Nun werden zunehmend Zweifel an der Echtheit des Interviews laut. Quelle: Die Welt
Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat ein Interview mit einem angeblichen Al-Nusra-Kommandeur veröffentlicht.

Von Alfred Hackensberger | DIE WELT

  • Doch es gibt Zweifel an der Echtheit. Manche glauben, er habe sich in die Irre führen lassen.
  • Vor allem der IS-Experte Hassan Hassan führt Punkte an, die Zweifel an der Authentizität des Gesprächspartners nähren.

Der Geländewagen rollt im Schritttempo über eine staubige Piste den Abhang hinunter. Vorneweg marschiert ein bewaffneter Soldat in Militäruniform. „Wir sollten hier nicht runterfahren“, sagt der Mann hinter dem Steuer. „Wenn sie irgendetwas Schlimmes vorhaben, sitzen wir fest. Wir können uns nicht wehren.“ So beginnt ein Video, das Jürgen Todenhöfer von seiner 13-tägigen Syrienreise im September durch die vom Regime kontrollierten Gebiete mitbrachte.

Die Situation in einem Steinbruch bei Aleppo wirkt tatsächlich gefährlich. Der ehemalige CDU-Politiker lässt sich davon nicht abhalten, sein Interview mit Abu al-Ezz zu führen, einem Kommandeur der al-Qaida nahen Nusra-Front. Es sollte sein „schwierigstes“ Gespräch überhaupt im Syrien-Krieg werden, wie Todenhöfer im Internet danach schrieb.

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Saudi-Arabien pocht auf Einhaltung von Rüstungsverträgen

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Der Jemenkrieg befeuert die Debatte über Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien. Riads Militärsprecher Asiri beteuert, dass sich das Königreich an bestehende Vereinbarungen halte – und fordert dasselbe von Deutschland.

Von Matthias Gebauer, Christoph Sydow | SpON

Ahmed al-Asiri ist eines der bekanntesten Gesichter des saudi-arabischen Militärs. Der Brigadegeneral ist seit März 2015 Sprecher der von Riad angeführten Militäroperation im Jemen. Dort tobt seit zwei Jahren ein blutiger Konflikt, Tausende sind gestorben.

Dass sein Land deutsche Waffen im Jemen einsetzt, bestreitet Asiri im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Derzeit hält er sich zu politischen Gesprächen in Berlin auf. Er hat eine klare Botschaft an die Bundesregierung: In der Debatte um Ersatzteile für eine Rüstungsfabrik in Saudi-Arabien pocht er auf Einhaltung bestehender Verträge.

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9/11: Obama verhindert Klagen gegen Saudi-Arabien

saudi_isis

Der Kongress will wegen der Anschläge auf das World Trade Center Klagen gegen Saudi-Arabien ermöglichen. Präsident Obama hat nun sein Veto dagegen eingelegt – doch ihm droht eine Demütigung.
 

Frankfurter Allgemeine

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen ein Gesetz eingelegt, das Klagen von Angehörigen der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gegen Saudi-Arabien ermöglicht hätte. Das Weiße Haus erklärte am Freitag, Obama äußere sein „tiefes Mitgefühl“ mit den Opfern der Anschläge, betrachte das Gesetz aber als „schädlich für die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten“. Der Präsident hatte sich vergeblich im Kongress dafür eingesetzt, dass das Gesetz entscheidend verändert wird.

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Amnesty: Saudis haben mit US-Bombe ein Krankenhaus im Jemen zerstört

Das Abs-Krankenhaus des MSF nach dem saudischen Angriff am 15. August. Bild: MSF
Das Abs-Krankenhaus des MSF nach dem saudischen Angriff am 15. August. Bild: MSF
Nicht nur in Syrien ist die USA in Bedrängnis gekommen, vor allem nachdem die Türkei in Syrien einmarschiert ist und mit syrischen Oppositionsgruppen die bislang engsten Verbündeten, die syrischen Kurden und angeblich auch den IS bekämpft.
 

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Syrien und Russland machen überdies Washington für den Abbruch des Waffenstillstands verantwortlich. Allerdings schwimmt auch Russland, das ebenfalls mit den Kurden paktierte, während alle Oppositionsgruppen als Terroristen bekämpft wurden, was aber mit der neuen Nähe zur Türkei ebenfalls zu Konfusion führt. Die USA sind aber auch als Unterstützter am Krieg der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen die schiitischen Houthis und ihre Verbündeten beteiligt. Im Jemen werden von der Koalition allerdings al-Qaida und der IS nicht bekämpft, die Teil des Landes kontrollieren.

Bekannt ist, dass die USA wie andere westliche Staaten den Verbündeten Saudi-Arabien mit Waffen aufrüstet, darunter auch mit Bomben, die zur Bombardierung jemenitischer Ziele eingesetzt werden. Schon lange wird Saudi-Arabien gerügt, auch gezielt Krankenhäuser und andere zivile Strukturen anzugreifen, was Washington – oder auch Deutschland – aber nicht weiter stört. Amnesty International hat nun in einem Bericht durch Experten zu belegen versucht, dass der Angriff auf ein MSF-Krankenhaus am 15. August, durch den 11 Menschen getötet und 19 verletzt wurden, auch mit zumindest einer in den USA hergestellten Präzisionsbombe des Typs Paveway erfolgte. Um das Krankenhaus befinden sich drei Schulen, eine Moschee und Apotheken.

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Ist meine Intoleranz Deiner Intoleranz intolerant?

Bild: RDF
Bild: RDF
Die Präsidentin der Richard Dawkins Foundation analysiert die Vorgehensweise islamischer Staaten wie Saudi-Arabien, die internationale Kritiker zum Schweigen bringen wollen, und die damit einhergehende Denkweise der regressiven Linken.

Von Robyn E. Blumner | Richard Dawkins-Foundation

Stellen Sie sich die folgende Szene vor: Eine kleine Gruppe Kommentatoren von großen US-amerikanischen Zeitungen sitzt in Riad mit Roben und Kufiya tragenden Beamten des saudi-arabischen Bildungsministeriums zusammen in einem Sitzungsraum. Es geht um das Thema Intoleranz. Als Kolumnist, der für mehrere Zeitungen schreibt und als Autor von Leitartikeln bin ich unter diesen Journalisten. Unsere Fragen konzentrieren sich auf Lehrbücher, die für die Bildung von Millionen saudischen Kindern in öffentlichen Schulen verwendet werden.

Warum, fragen wir, steckt so viel Intoleranz gegenüber Andersgläubigen in diesen Büchern? Sie laufen über mit herabwürdigenden und beleidigenden Beschreibungen von Christen, Juden und allen anderen, die der strengen Islamvariante der Saudis nicht zustimmen. Die Schulbücher akzeptieren – nein, ermutigen – Gewalt gegen Andersgläubige und behaupten, sie sei nötig, um die Integrität des Wahhabismus zu bewahren. Wir fragen: Säen Sie nicht die Saat des Hasses und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen einfacher von Terrorgruppen rekrutiert werden können?

Relevante Fragen. Das war im Jahr 2002.

Wir hatten während dieses Ausflugs zum Königreich des Hauses Saud bereits eine Menge orwell’sches Denken zu hören bekommen. Der Mossad steckte hinter den Ereignissen vom 11. September 2001. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Aber was wir im Bildungsministerium vorgesetzt bekamen, brachte das Fass des Wahns zum Überlaufen.

Wir seien die Intoleranten, meinten sie. Unsere unverschämten Fragen wären der Beweis dafür. Was uns einfalle, ihre kulturellen und religiösen Traditionen zu hinterfragen? Jede Andeutung, dass ihre Schulbücher den Beigeschmack des religiösen Eifers hätten, sei ein Angriff auf ihre Souveränität und eine Form von religiöser Intoleranz.

Wir waren ihrer Intoleranz gegenüber intolerant.

Man kann sich vorstellen, wie sich eine so verdrehte Auffassung in einer theokratischen Monarchie wie Saudi-Arabien entwickeln kann. Für die Saudis hängt viel davon ab, den Westen davon zu überzeugen, dass er die abstoßenden Haltungen und rückständigen Regeln, die ihr Land bestimmen, schweigend hinnimmt. Ihr System beruht auf religiösen Verlautbarungen, denen zufolge Frauen rechtlich, in der Wirtschaft und im häuslichen Bereich weniger wert sind als Männer und denen zufolge jeder Nicht-Muslim verfolgt und oftmals getötet werden sollte.

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Arabischer Geistlicher erklärt Schiiten zu Ungläubigen

© AP Bezeichnete die Iraner kurzerhand als Ungläubige: Der saudische Grofmufti Abd Al Aziz Al Scheich.
© AP Bezeichnete die Iraner kurzerhand als Ungläubige: Der saudische Grofmufti Abd Al Aziz Al Scheich.
Der Iran kritisierte Saudi-Arabiens schlechte Organisation der jährlichen muslimischen Pilgerreise Hadsch. Darauf reagierte ein führender saudischer Geistlicher ungehalten und sprach einen schon lange schwelenden Konflikt an.

Frankfurter Allgemeine

Im Streit zwischen Iran und Saudi-Arabien über die in wenigen Tagen beginnende Pilgersaison Hadsch hat ein führender saudi-arabische Geistlicher den iranischen Würdenträgern vorgeworfen, sie seien keine Muslime. Der Krieg der Worte ist ein Ausdruck der tiefen Rivalität zwischen dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien und seinem schiitischen Nachbarn Iran. Beide Staaten vertreten nicht nur unterschiedliche Strömungen des Islam, sondern ringen auch um die politische Vorherrschaft in der Region. In mehreren Staaten wie Syrien unterstützen sie sich jeweils bekämpfende Gruppierungen.

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Irans Führung schimpft über „blasphemisches“ Saudiarabien

Unter den Millionen Pilgern in Mekka wird man kaum Iraner finden. / Bild: REUTERS
Ajatollah Khamenei fordert eine neue Hadsch-Verwaltung. Sein Kommandant der Revolutionsgarden stellt das Königreich auf eine Stufe mit Erzfeind Israel.

Die Presse.com

Der Ton zwischen den rivalisierenden Staaten Iran und Saudiarabien hat sich wieder verschärft. Der iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei rief dazu auf, die Verwaltung der jährlichen Pilgerfahrt Hadsch nach Mekka durch SaudiArabien zu überdenken. Grund dafür sei unter anderem der Tod von Tausenden Pilgern im vergangenen Jahr.

Zugleich beschimpfte Khamenei die Führer SaudiArabiens als Ungläubige. „Die Muslime weltweit sollten die blasphemische und (von Weltmächten) abhängige Natur der Saudis erkennen“, sagte Khamenei in seiner jährlichen Botschaft vor dem Hadsch.

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