Dschihadisten-Sex zur besten Einschaltzeit

Die Schauspielerin Marwa Mohamed bei den Dreharbeiten für die Serie „Black Crows“ des großen arabischen Fernsehsenders MBC Quelle: dpa
Seit Jahren verbreitet die Terrormiliz Islamischer Staat Angst und Schrecken. Jetzt bringt ein arabischer Sender die erste Serie überhaupt zum Thema. Die 30 Folgen basieren auf wahren Erlebnissen.

Von Weedah Hamzah | DIE WELT

Sklaverei, Dschihadisten-Sex, Gehirnwäsche bei Kindern und Frauen, Selbstmordanschläge: Der Terror der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schockt arabische Länder und die gesamte Welt seit drei Jahren. Ein TV-Sender mit saudischen Eigentümern zeigt nun die erste Serie überhaupt über die sunnitischen Dschihadisten und ihren Alltag anhand von wahren Geschichten. Und das zu einer der besten Einschaltzeiten überhaupt, dem Fastenmonat Ramadan.

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Melania Trump bittet spontan den Papst, ihren Rosenkranz zu segnen

Segnung des Rosenkranzes Livemitschnitt CTV, Screengrab: bb
Die First Lady der USA erschien mit schwarzem Schleier beim Papst.

kath.net

Die Audienz für US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania wurde soeben beendet. Die „Welt/N24“ macht bereits in einem eigenen Beitrag darauf aufmerksam, dass Melanie mit einem schwarzen Schleier beim Papst gewesen ist. Beim Besuch in Saudi-Arabien hatte für Medienaufmerksamkeit gesorgt, dass sie dort ohne Kopftuch und sonst üblicher stark verhüllender Kleidung aufgetreten war. Die First Lady erhielt beim Papst einen goldenen Rosenkranz zur Erinnerung geschenkt, den sie ihm in einer spontanen Geste hinhielt, worauf Franziskus den Rosenkranz segnete.

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Trumps Islam-Rede ist eine Kriegserklärung

Image: NBCNews/YouTube
In Riad hat US-Präsident Trump zu einem stärkeren Kampf gegen den islamistischen Terrorismus aufgerufen.

DIE WELT

  • Trump bot eine Partnerschaft an, forderte zugleich aber mehr Engagement.
  • Trump stellte klar: „Dies ist kein Kampf zwischen verschiedenen Religionen.“

Keine Gnade für Extremisten: In seiner Grundsatzrede zum Islam hat US-Präsident Donald Trump seine Strategie klar formuliert. Bei seinem Auftritt während eines Gipfels am Sonntagnachmittag in Riad rief Trump zu einem stärkeren Kampf gegen den islamistischen Terrorismus auf. Saudi-Arabien zufolge nehmen an dem Gipfeltreffen Vertreter von mehr als 50 islamischen Staaten teil.

„Unser Ziel ist eine Koalition von Nationen, die das Ziel teilen, den Extremismus auszumerzen“, sagte Trump und bot eine Partnerschaft an. Forderte zugleich aber mehr Engagement: „Die Staaten des Nahen Ostens können nicht darauf warten, dass die Macht Amerikas diesen Feind für sie zermalmt.“ Das Übel könne nur überwunden werden, wenn die „Kräfte des Guten vereinigt und stark sind – und wenn jeder in diesem Raum seien fairen Teil dazu beiträgt und seinen Teil der Last trägt“.

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Wahabitenkönig gibt barhäuptiger Melania die Hand

Bild: Weißes Haus
Während Donald Trump auf Staatsbesuch in Saudi-Arabien weilt, kolportieren die New York Times, die Washington Post und CNN neue Gerüchte zur Russlandaffäre

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In Saudi-Arabien ist der salafistische Wahabismus Staatsdoktrin. Er verbietet unter anderem, dass Männer fremden Frauen die Hand geben und regelt, dass Letztere nur in eine Abaja oder ein anderes Haar und Konturen verhüllendes Gewand gekleidet das Haus verlassen dürfen. Melania Trump, die Ehefrau des neuen US-Präsidenten, die ihn auf seinem Staatsbesuch begleitet, hat sich dafür in kein solches Gewand geworfen und auch kein Kopftuch aufgesetzt, als sie dem saudischen König gestern beim Empfang die Hand schüttelte.

Melania Trump war allerdings nicht die erste US-Präsidentengattin, die das wagte: 2015 hatte sich Michelle Obama, die Ehefrau von Trumps Vorgänger Barack Obama, ebenso barhäuptig gezeigt – was der heutige Präsident damals auf Twitter als unnötigen Affront kritisierte, der die USA einen ihrer Verbündeten kosten könne. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Saudi-Arabien-Besuch am 30. April kein Kopftuch auf. Das ermunterte das arabische Satireportal Khasenews dazu, ihre Haare amateurhaft zu verpixeln und zu scherzen, man habe sie so im saudischen Fernsehen gezeigt. Ein Scherz, den die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün für bare Münze nahm.

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USA und Saudi-Arabien schließen gigantischen Waffendeal

  • Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien bahnen US-Präsident Donald Trump und die saudische Regierung ein riesiges Waffengeschäft an.
  • Das arabische Land will demnach im ersten Schritt Rüstungsgüter im Wert von fast 110 Milliarden Dollar kaufen. Insgesamt soll das Geschäft 350 Milliarden Dollar schwer sein.
  • Trump freut sich in einer ersten Reaktion über „Jobs, Jobs, Jobs“ in den Vereinigten Staaten.

Süddeutsche.de

Die USA und Saudi-Arabien haben während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump ein Waffengeschäft in Höhe von fast 110 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) vereinbart. Es sei der größte einzelne Rüstungsdeal in der US-Geschichte, teilte Regierungssprecher Sean Spicer am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.

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Willkommen in Riad

Die saudische Königsfamilie ist ein bekennender Befürworter des amerikanischen Präsidenten. Die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel begrüßen Trumps harten Kurs gegen den Erzfeind Iran. Ein Besuch im Golfstaat soll klare Fakten schaffen.

Von Rainer Hermann, Klaus-Dieter Frankenberger | Frankfurter Allgemeine

Kaum ein anderes Land weinte dem scheidenden amerikanischen Präsidenten Barack Obama so wenige Tränen nach wie Saudi-Arabien, und kaum eine andere Region begrüßte den neuen Präsidenten Donald Trump mit so frenetischem Applaus wie die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel. Was sie Obama vorwarfen, war schwerwiegend: Er habe das Gleichgewicht am Golf zerstört. Über Jahrzehnte standen auf der einen Seite Saudi-Arabien und Amerika und auf der anderen Iran. Unter Obama zogen sich die Vereinigten Staaten aber zurück. Iran sah sich nur noch Saudi-Arabien gegenüber, das sich indes der amerikanischen Rückendeckung nicht mehr sicher war und das seit Jahren ohne starke arabische Verbündete auskommen muss. Denn der Irak ging durch den Sturz Saddam Husseins an Iran verloren, und die Ägypter bekommen ihr Land nicht in Ordnung. Beide fallen als regionale Akteure also aus – es entstand ein Vakuum. Saudi-Arabien konnte nicht verhindern, dass Iran es füllt.

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Nein, Frauen in Saudi Arabien haben jetzt nicht mehr Rechte

Foto: Walter Callens / CC BY 2.0
Das Königreich betreibt PR und die Medien sind zu Diensten. Sie melden, dass Vormundschaftsregeln für Frauen gelockert würden

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Die Meldung von der Lockerung des Vormundschaftssystems zog kürzlich ihre Galerierunden, erst erschien sie auf einer saudischen Regierungswebsite und dann in Medien weltweit – nicht der einzige Fall, in dem Medien kritiklos die PR-Mitteilungen des saudischen Königshauses abschreiben.

Als Angela Merkel Ende April dem saudischen König Salman bin Abdulaziz einen Besuch abstattete, hätten Medien viel Anlass zu Kritik gehabt: die neusten Waffendeals mit dem Königreich, die tausenden Toten im Jemen, die Unterstützung von Islamisten weltweit, die Verfolgung von Regimekritikern im Land. Doch größere mediale Aufregung löste nur eine Sache aus, die Haare der Kanzlerin. Oder besser: die nicht zu sehenden Haare.

Eine arabische Satire-Zeitung hatte in Anspielung an den Schleier-Zwang im wahhabitischen Gottesstaat die Haare Angela Merkels verpixelt. Erst verbreitete sich das Foto tausendfach in sozialen Netzen, dann beeilten sich Medien weltweit richtigzustellen, dass es sich dabei um eine Fälschung handelte.

Eine andere Nachricht über die Rolle von Frauen in Saudi Arabien wurde dagegen nicht klargestellt oder korrigiert. Und das, obwohl ihr Ursprung nicht weniger fragwürdig ist als die verpixelten Haare der Kanzlerin: „Saudi Arabiens König lockert Vormundschaftsregeln für Frauen“, meldete die Washington Post. Der britische Independent schrieb: „Saudi Arabien lässt Frauen ohne männliche Zustimmung arbeiten und studieren.“ Newsweek-Leser erfuhren, dass der saudische König Salman „einen Schritt in Richtung Frauenemanzipation im Königreich gegangen“ sei.

In Deutschland informierte unter anderem der Spiegel Online-Ableger Bento darüber, dass „Saudi-Arabien überraschend seine Frauengesetze gelockert hat.“ Und selbst die Frauenzeitschrift Brigitte freute sich über einen „kleinen Schritt in die richtige Richtung!“. Dort wie in dutzenden anderen Artikeln erfährt der Leser dann Folgendes:

Frauen dürfen in Zukunft in Krankenhäuser gehen und staatliche Angebote wie Sozialleistungen nutzen, ohne die Vormundschaft zu fragen. Schon bald wird es saudi-arabischen Frauen möglich sein, Universitäten ohne Erlaubnis des Mannes zu besuchen. Eine weitere wichtige Errungenschaft: Frauen dürfen zukünftig arbeiten gehen – ebenfalls ohne Genehmigung des Mannes.

Brigitte

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Zoll stoppt Bücher-Abtransport in die Türkei

Ist es ein gewöhnlicher Umzug von Büchern aus Privatbesitz? Oder sollten Kulturgüter der Uni Frankfurt illegal in die Türkei geschafft werden? Der Zoll hat einen Islam-Historiker am Abtransport einer Bibliothek gehindert.

Von Volker Siefert | hessenschau.de

Die Bibliothek im Institut für Geschichte Arabisch-Islamischer Wissenschaften (IGAIW) an der Uni Frankfurt ist umfangreich. Geht es nach Direktor Fuat Sezgin, ziehen hunderte der Bücher aus dem Institut um – und zwar in seine Heimat. „Die Bücher gehören mir und kommen in die Türkei“, sagt der 92 Jahre alte Professor auf hr-Anfrage. Was dagegen Eigentum des Instituts sei, bleibe in Frankfurt.

Mehr will der betagte Wissenschaftler nicht sagen. Mit den Behörden aber wird er über den gewünschten Transfer reden müssen. Denn der Zoll hat den Büchertransport am Frankfurter Flughafen gestoppt, bis die Eigentumsverhältnisse geklärt sind. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

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Abschied vom Menschenrechtsimperialismus?

Repräsentation der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789, Jean-Jacques-François Lebarbier / gemeinfrei
Menschenrechte sollen nicht mehr Mittel der US-Außenpolitik sein. Doch ist dies auch ein Grund zur Freude?

Von Detlef Buchsbaum | TELEPOLIS

Dieser Tage neigt sich eine geopolitische Ära dem Ende entgegen – und kaum jemand hat es bemerkt. Die rechtspopulistische US-Regierung unter Donald Trump geht gerade daran, die Menschenrechte als Faktor der amerikanischen Außenpolitik abzuschaffen. Anfang Mai erklärte Rex Tillerson – ehemaliger Exxon-Chef und derzeitiger US-Außenminister – in einer außenpolitischen Grundsatzrede vor Angestellten des State Department, dass Menschenrechte zunehmend „Hürden“ bei der globalen Verfolgung von US-Interessen bilden würden.

Menschenrechte wie „Freiheit und menschliche Würde“ wurden von Tillerson in der Rede zu (kulturellen) „Werten“ der USA degradiert. Doch sollen diese Werte nicht mehr als Richtschnur amerikanischer Außenpolitik fungieren. „Dies sind unsere Werte. Aber sie sind nicht unsere Politik“, so der amerikanische Außenminister wörtlich.

Wenn die Vereinigten Staaten zu sehr die Einhaltung dieser Werte global propagierten, erläuterte Tillerson weiter, dann würde „die Realität Hürden schaffen bei der Realisierung unserer nationalen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen“. Die Vereinigten Staaten müssten sich zuerst fragen, wie die konkreten sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interessen gelagert seien, erst danach könne ausgelotet werden, ob Washington noch „unsere Werte voranbringen“ dürfe.

Dies ist kein hohles Gerede, wie die Newssite Slate bemerkte, Tillerson sei bereits damit aufgefallen, dass er jedwede Kritik an der Menschenrechtslage in Saudi Arabien, Russland oder den Philippinen unterließ, bemerkte die liberale Internetpräsenz.

Zudem muss Tillerson umfassende Ausgabenkürzungen im State Department (bis zu 28 Prozent des bisherigen Budgets) umsetzen, von denen zumeist die Programme des „Soft Power“-Ansatzes – etwa zur Demokratieförderung – betroffen seien. Eine außenpolitische Spitzenposition im Weißen Haus, die zuvor als „special assistant to the president for multilateral affairs and human rights“ bezeichet wurde, ist von Trump bereits umbenannt worden, berichtete das linksliberale Blatt Mother Jones: in „special assistant for international organizations and alliances“.

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Trump besucht Israel, Saudi-Arabien und den Vatikan

Donald Trump und Papst Franziskus.Foto: REUTERS/Carlo Allegri/Stefano Rellandini
Schon länger wurde in Washington über eine Reise Trumps nach Israel und in den Vatikan spekuliert. Die ist nun bestätigt. Ebenso ein Stopp in Saudi-Arabien.

DER TAGESSPIEGEL

Bei seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident wird Donald Trump Israel, Saudi-Arabien und den Vatikan besuchen. Das bestätigte Trump am Donnerstag in Washington. Nach Angaben aus dem Vatikan wird Papst Franziskus den US-Präsidenten am 24. Mai empfangen. Die genauen Termine für die anderen beiden Stationen blieben zunächst unklar.

Nach den Stationen in den drei Ländern wird Trump am Nato-Gipfel in Brüssel am 25. Mai und dem G7-Gipfel auf Sizilien am 26. und 27. Mai teilnehmen.

Mit seinem Besuch in Israel unterstreicht Trump seine Verbundenheit zur Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seinen Vorstoß für einen neuen Anlauf zu einer Lösung des Nahost-Konfliktes, der auf die Einbindung regionaler Verbündeter wie Saudi-Arabien setzt.

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Der neue deutsche „Hop-on-Hop-off“ #Feminismus a lá Kanzlerin #Merkel

Bild: tagesschau.de
Die neue deutsche Feministin von heute, Angela Merkel rief und sie alle kamen, die „mächtigen“ Frauen der Welt. Zum Women20 Gipfel nach Berlin. Ein besonderer PR-Coup der deutschen Kanzlerin: Mit dabei Ivanka Trump. Die deutsche Presse, besonders die Boulevard-Presse dankt es ihr und ist begeistert.

Von Angela Klassmann | fraupolitik

Womit sich Ivanka Trump für diese Teilnahme qualifiziert hat, bleibt in der PR-Wolke um dieses Event offen? Vielleicht reicht Tochter eines superreichen Mannes in den USA sein, der Präsident wurde und jetzt seine Familie a lá Erdogan in gutbezahlte Jobs hievt, in Deutschland als Kriterium für das W20-Treffen? Die Frage geht an die Veranstalterinnen dieses PR-Events, den Deutschen Frauenrat und den Verband deutscher Unternehmerinnen.Während überall auf der Welt der Krieg gegen Frauen und Mädchen tobt; Frauen und Kinder immer die ersten Opfer von Krieg und Gewalt in der Welt sind; Frauen in religiösen Ländern wie unsere Wirtschaftspartner Saudi Arabien, Iran und andere gegen die dort staatlich verordnete Genderapartheid um ihr eigenes Leben kämpfen; Milliarden Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen können, teils weil sie schon früh mit älteren Männern verheiratet werden; Frauen systematisch der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt wird; und so weiter und so weiter …!

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Bundeswehr soll saudisches Militär ausbilden

  • Deutschland will künftig verstärkt saudi-arabische Soldaten, Polizisten und Grenzschützer ausbilden.
  • Spiegel: Saudi-Arabien will keine deutschen Waffen mehr.
  • Amnesty: Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien nehmen zu.

Süddeutsche.de

Es sind trocken-heiße 35 Grad, als die Kanzlerin in Dschidda landet – gut fünf Stunden nach der Enteisung ihres Flugzeugs wegen Minusgraden in Berlin. Als stünden die Temperaturunterschiede auch politisch für das Wechselbad, das eine Reise von Deutschland nach Saudi-Arabien gemeinhin mit sich bringt. Die Themenliste ist lang: Terror-Bekämpfung, Kriege, Klimaschutz, Wirtschaft, Frauenrechte. Die Kanzlerin trifft sich mit dem König von Saudi-Arabien – aber auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft.

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Saudiarabien will auf deutsche Waffen verzichten

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel besucht derzeit Saudiarabien. – REUTERS
„Wir werden der deutschen Regierung keine Probleme mehr bereiten mit immer neuen Wünschen nach Waffen“, sagt Vize-Wirtschaftsminister Mohammed al-Tuwaijri.

Die Presse.com

Saudiarabien will künftig nicht mehr um Genehmigungen für die in Deutschland heftig umstrittenen Waffenlieferungen in das Königreich nachsuchen. „Wir werden der deutschen Regierung keine Probleme mehr bereiten mit immer neuen Wünschen nach Waffen“, sagte Vize-Wirtschaftsminister Mohammed al-Tuwaijri dem deutschen „Spiegel“.

„Wir werden bei Waffendeals nicht starrsinnig sein, wir werden nicht gegen die deutschen Vorbehalte anrennen.“ Der Minister äußerte sich wenige Stunden vor einem Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in dem Land. Dort wird sie von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet.

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„Herr Bundespräsident, Sie verbreiten Kulturrelativismus und puren Sexismus“

Alexander Van der Bellen sorgte mit seinem Kopftuch-Vorschlag für Ärger Quelle: AFP/Getty Images
Der Vorschlag des österreichischen Bundespräsidenten schlägt hohe Wellen. Muslimische Frauenrechtlerinnen, die von ihren Familien unterdrückt wurden, sind entsetzt. Ein offener Brief an Alexander Van der Bellen.

DIE WELT

War es ein Scherz? Eine Übertreibung? Eine Allegorie? Ein Blackout? Vier Wochen ist es bereits her, aber nun wurde öffentlich bekannt, was sich der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen für die Frauen seines Landes so vorstellen kann:

„Wenn es so weitergeht … bei der tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, an dem wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen – alle – aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

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„Wenn meine Familie kommt, werden sie mich töten“

Skyline von Manila. Auf dem Flughafen der philippinischen Stadt verliert sich die Spur der jungen Frau Bild: WELT.de
Eine junge Frau aus Saudi-Arabien ist spurlos verschwunden. Die 24-Jährige wollte vor einer Zwangsehe nach Australien fliehen. Sie kam nur bis Manila. Dort sollen sich schreckliche Szenen abgespielt haben.

DIE WELT

Menschenrechtler sorgen sich um das Schicksal einer jungen Frau aus Saudi-Arabien. Die 24-jährige Dina Ali Laslum habe versucht, vor einer Zwangsheirat zu fliehen. Sie sei auf dem Weg nach Australien gewesen. Beim Umsteigen in den Philippinen sei sie jedoch aufgehalten und gegen ihren Willen zurück in ihre Heimat gebracht worden, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit.

Eine Kanadierin wurde Augenzeugin des Vorfalls. Sie sagte der Menschrechtsorganisation, Laslum habe sie auf dem Flughafen von Manila angesprochen und gesagt, Mitarbeiter des Airports hätten ihren Pass und ihre Bordkarte für den Flug nach Sydney beschlagnahmt. Die Kanadierin half der jungen Frau laut HRW, Videos für soziale Netzwerke über ihr Schicksal aufzunehmen. In einem sagte sie demnach: „Wenn meine Familie kommt, werden sie mich töten.“

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Giftgasangriff in Syrien: Täter sind noch unbekannt

„Stop Chemical Assad!“ Aufruf des Chefs von Ahrar al-Sham für „auswärtige politische Beziehungen“. Twitter
Die Beschuldigungen gegen Assad al-Baschar sind deutlich. Weniger dagegen, aus welchem Interesse heraus er eine solch‘ verheerende Wirkung riskiert haben soll

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Täter sind noch unbekannt. Niemand kann im Augenblick mit Gewissheit sagen, wer für die Giftgas-Opfer in Chan Schaichun verantwortlich ist. Auch die Institutionen nicht, deren Funktion und Glaubwürdigkeit stets als essentiell für ein nicht von Willkür geprägtes Miteinander herausgestrichen werden. Im Fall des Giftgas-Angriffs ist die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eine erste wichtige Adresse.

Laut einem Briefing vor dem UN-Sicherheitsrat vom Mittwoch, den 05. März, das also noch am selben Tag des Angriffs abgehalten wurde, ist die OPCW erst dabei, „Informationen von allen zur Verfügung stehenden Quellen zu sammeln und zu analysieren“. Man werde bei der ersten Gelegenheit ein Untersuchungsteam an Ort und Stelle schicken.

Das Briefing übernahm Kim Won-Soo, Chef des UN-Büros für Abrüstungsfragen, der den Stand der Erkenntnisse beim OPCW übermittelte. Der lässt sich kurz so zusammenfassen: Was man weiß, weiß man hauptsächlich aus Medienberichten und Videos aus sozialen Netzwerken, die nahelegen, dass es sich um einen Giftgasangriff gehandelt hat. Kim Won-Soo zitiert den Generaldirektor des OPCW wird folgendermaßen:

Er sagte der Angriff wurde laut Berichten über einen Luftangriff auf ein Wohngebiet ausgeführt, aber über die Art der Freisetzung (des Giftgases oder des chemischen Kampfstoffes, Einf. d. A.) konnte nichts Verlässliches gesagt werden.

UN-Bericht

Im Original:

(…) the attack had reportedly been carried out through an air strike on a residential area. However, the means of delivery could not be confirmed.

UN-Bericht

Erwähnenswert ist, dass Kim Won-Soo in seinem Briefing ausdrücklich davon spricht, dass „viele Details des Angriffs nicht vollständig bekannt sind“, dass er bei „Reports“ auf Medienberichte Bezug nimmt und bei der Schilderung der Symptome der Opfer des Angriffes ausdrücklich die Videos anführt, die im Netz kursierten: „included respiratory problems, vomiting, fainting and foaming at the mouth, as well as miosis (pupillary constriction), as seen in videos on social media, said to have been taken at the scene“.

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Saudischer Blogger Badawi: Nach Peitschenhieben nun 250.000 Euro Geldstrafe

Ensaf Haidar wurde wegen ihres Einsatzes für ihren Mann Raif Badawi schon mit mehreren Menschenrechtspreisen ausgezeichnet © DPA
Seit fast fünf Jahren sitzt der saudische Blogger Raif Badawi inzwischen in Haft. Nun ist klar, dass er auch die Geldstrafe aus seinem Urteil zahlen muss: rund 250.000 Euro. Wie es Badawi geht und welche Folgen die Strafe hat, sagt seine Frau Ensaf Haidar im stern-Interview.

stern.de

Montagmorgen begann mit einem Schock für Ensaf Haidar, Frau des in Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers Raif Badawi. Sie erfuhr, dass ihr Mann tatsächlich die Strafe von einer Million Saudi-Riyal bezahlen muss – umgerechnet fast 250.000 Euro. Die Geldstrafe war Teil seiner Verurteilung, wurde bislang aber noch nicht vollzogen. Nun hat Saudi-Arabien diesen Teil des Urteils gegen Badawi bestätigt, schreibt Haidar in einer Mail an den stern. „Raif war sehr aufgewühlt von dieser Nachricht und hat sich geweigert, das Papier zu unterschreiben, mit dem ihm diese Entscheidung mitgeteilt wurde.“ Dem stern beantwortet Ensaf Haidar per Mail Fragen zur Situation ihres Mannes.

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Saudischem Blogger Badawi droht Haftverlängerung

Beleidigung des Islam“: 1000 Stockhiebe und zehn Jahre Haft für Blogger Raif Badawi Bild: AP, Change.org
Dem saudi- arabischen Blogger Raif Badawi droht eine Verlängerung seiner Haft, wenn er seine Geldstrafe von einer Million Saudischer Riyal – umgerechnet inzwischen knapp 250.000 Euro – nicht zahlen kann, berichtete das deutsche Magazin „Die Zeit“ am Mittwoch in einer Vorabmeldung. „Ein Gefängnismitarbeiter sagte ihm, dass sein Arrest ausgeweitet werden könnte, sollte er den Betrag nicht aufbringen können“, erzählt eine Vertraute der Familie.

Kronen Zeitung

Badawi sitzt seit knapp fünf Jahren in Haft. Ein Gericht in Saudi- Arabien hatte ihn wegen „Beleidigung des Islam“ unter anderem zu zehn Jahren Gefängnis, 1000 Peitschenhieben und der Geldstrafe verurteilt. Als er im Jänner 2015 die ersten 50 Schläge bekam, filmte jemand die Folter heimlich mit. So erfuhren Menschen überall auf der Welt von seinem Schicksal. Nach internationalen Protesten wurde die Prügelstrafe ausgesetzt, offiziell wegen Badawis schlechter Gesundheit.

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„Saudi Girls Revolution“: Die Comic-Kämpferinnen Saudi-Arabiens

Latifa ist eine der Heldinnen des Comics – (c) Na3am
In einem Comic, der gerade in dem ultrakonservativen Königreich erschienen ist, kämpfen Heldinnen gegen die Unterdrückung durch das Regime. Geschrieben wurde er von einem Prinzen.

Die Presse.com

Die Frauen in Saudi-Arabien begehren auf und erheben sich gegen Unterdrückung des Regimes. So steht es jedenfalls in einem Comic, der gerade in dem ultrakonservativen Königreich erschienen ist. „Die herrschende Monarchie hat einen kranken Plan für ihren Untergang. Aber wie du bald bemerken wirst, kann nicht jede Frau unterworfen werden“, heißt es dort. Der Titel: „The Saudi Girls Revolution“.

Frauen? Revolution? Saudi-Arabien? Drei Worte, deren Kombination in Riad eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen müsste. Dabei ist der Urheber sogar ein Spross der Königsfamilie. Die Heldinnen von Autor Prinz Fahad al-Saud sind Symbole des Widerstands und der Emanzipation. Sie loten die Grenzen des Erlaubten in einer der konservativsten Gesellschaften der Welt neu aus.

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Regierung liefert weitere Patrouillenboote nach Saudi-Arabien

Ein Patrouillenboot wird Anfang März im Hafen von Mukran bei Sassnitz verladen. Es soll nach Saudi-Arabien transportiert werden. (Foto: dpa)
Die Opposition zeigt sich enttäuscht. Auch nach dem Wechsel im Wirtschaftsressort habe sich nichts geändert. Die Lieferung sei „skrupellos“.

Von Christoph Hickmann | Süddeutsche.de

Die Bundesregierung hat die Ausfuhr zweier weiterer Patrouillenboote nach Saudi-Arabien genehmigt. Über diese Entscheidung des Bundessicherheitsrates informierte das Wirtschaftsministerium unter Ministerin Brigitte Zypries (SPD) den Bundestag.

Die Boote gehören zu einer größeren Gesamtlieferung, die im Grundsatz bereits genehmigt wurde. Trotzdem muss vor der endgültigen Ausfuhr eine weitere Genehmigung erfolgen, die nun nach und nach für einzelne Boote erteilt wird. Zuletzt war Ende Januar die Ausfuhrgenehmigung für zwei Boote öffentlich geworden. Das Rüstungsgeschäft ist stark umstritten.

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