Der Gott der Richard Dawkins schuf

Der Gott der Richard Dawkins schuf (Broschiert) von Peter Strasser (Autor)
Warum überhaupt Religion?: Der Gott der Richard Dawkins schuf (Broschiert) von Peter Strasser (Autor)

Plädoyer gegen einen Brachial-Atheismus – Deutschlandradio-Kultur
Peter Strasser: „Warum überhaupt Religion?“, Wilhelm Fink, München/Paderborn 2008, 112 Seiten

Richard Dawkins‘ Buch „Der Gotteswahn“ hat sich zu einem veritablen Bestseller entwickelt und ruft auch Gegner auf den Plan, darunter nicht nur verletzte Gläubige, sondern auch Agnostiker wie den Philosophieprofessor Peter Strasser. Der will die Grenzen des menschlichen Denkens aufzeigen und erinnert mit Kant daran, dass die menschliche Würde und Freiheit einen metaphysischen Ursprung hat.

Das Buch „Der Gotteswahn“ des Oxforder Evolutionsbiologen Richard Dawkins wurde als „furiose Streitschrift wider die Religion“ annonciert, verkaufte sich in einem knappen Jahr 160.000 mal und ließ deutsche Rezensenten wie den 3sat-Moderator Gerd Scobel von „erhellender Aufklärung“ jubeln. „The Brights“, die hellen Köpfe, nennen sich die neuen Atheisten im Internet und widersprochen wurde ihnen, wen wundert’s, zunächst von bekennenden Christen. Vom rheinischen Katholiken Manfred Lütz in seinem launigen Bestseller „Gott. Kleine Geschichte des Größten“ zum Beispiel.

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Das Konkordat gehört auf den Müll

Stock.XCHNG / Irina Reberšak)
Leggewie: Es gibt verschiedene Säkularisierungsmodelle. (Bild: Stock.XCHNG / Irina Reberšak)

Kulturwissenschaftler: Neues Verhältnis von Kirche und Staat erforderlich
Claus Leggewie plädiert für Gleichberechtigung aller Religionsgemeinschaften in Deutschland

Claus Leggewie im Gespräch mit Frank Meyer- Deutschlandradio Kultur

Der Kulturwissenschaftler Claus Leggewie regt eine Diskussion über die Privilegien der christlichen Kirchen an. Dass Kirchenpersonal vom Staat finanziert werde, wie dies in sogenannten Konkordaten stehe, müsse in einer multireligiösen Gesellschaft neu überdacht werden. Die Bundesrepublik sei zwar ein christlich geprägtes Land, könne aber nicht mehr behaupten, „eine christliche Leitkultur zu haben“.

Frank Meyer: Am Telefon ist jetzt Claus Leggewie, der Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen. Claus Leggewie, der Grünen-Fraktionschef in Bayern, Sepp Dürr, der hat gesagt, das Konkordat zwischen dem Freistaat und der katholischen Kirche sei nicht mehr zeitgemäß, vor allem, was die Bezahlung der Bischöfe durch den Staat angeht und was die Besetzung von Lehrstühlen an den Universitäten unter Mitwirkung der Kirchen angeht. Wären das auch Ihre Haupteinwände gegen ein Konkordat wie in Bayern?

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Bayrischer Kreuzzug

CSU
Die starken Bayern für ein starkes, von der christlichen Leitkultur geprägtes Bayern. Bild : CSU

Düster oder eher: tiefrot sieht es für Bayern aus, wenn da nicht die wackeren Ritter von der CSU wären, die vor der Entchristianisierung und dem Ansturm der Kommunisten schützen

Florian Rötzer -telepolis

In Bayern geht es kurz vor den Landtagswahlen ums Ganze. Sagt zumindest die CSU, die seit Jahrzehnten erstmals um ihre absolute Mehrheit fürchtet, seitdem das Duo Huber und Beckstein wenig glücklich agieren und eher wie ein trauriges Pärchen wirken, das auf die Bühne die Leere verwalten muss und sich mit dem Transrapid, der Landesbank oder der Bildungspolitik keinen Ruhm erworben haben.

CSU-Chef Hubers Fantasie scheint sich darauf zu beschränken, mit Steuergeschenken und Slogans aus dem Kalten Krieg die Wähler hinter dem Ofen hervorzulocken. Nachdem selbst die CDU 18 Jahre nach der Wiedervereinigung im Osten mit der Linken zusammen arbeitet und hier ebenso wenig wie in Berlin Zeichen für einen neuen Kommunismus zu sehen sind, will die CSU als wahrhaft traditionelle Partei mit dem recycelten „Freiheit statt Sozialismus“ wieder an die alten Ängste anknüpfen. Was vor Jahrzehnten mit ähnlichen dürftigen Inhalten funktioniert hat, müsste doch auch heute noch funktionieren.

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