«Gespräche mit Gott» -New Age


von kosmopolit

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Der amerikanische New-Age-Autor Neale Donald Walsch wurde durch seine Bücher „Gespräche mit Gott“, von denen alleine in Deutschland 1,2 Millionen Exemplare verkauft wurden, bekannt. Da kann man sich vorstellen, dass dabei eine Menge Geld über die Theke gewandert ist. Inzwischen ließ Walsch seine persönliche Geschichte verfilmen. Die deutsche Fassung des Films wird jetzt im Oktober uraufgeführt. Dazu gibt es eine Kritik. Es ist eben eine typische Ami-Klamotte. Und wer den Trailer gesehen hat, der hat eigentlich schon den ganzen Film gesehen. Ich würde mal sagen, der Flop ist vorprogrammiert. Man selbstverständlich hinterher in der Szene verkünden, dass alles phantastisch und in mit bedingungsloser Liebe gelaufen ist. Und eine „Engelsdusche“ gibt’s dann gratis oben drauf.

Die Fangemeinde von Neale Donald Walsch fiebert den 10 in Deutschland geplanten Filmvorführungen mit Sehnsucht entgegen, denn „Neale“ hat versprochen, zu allen 10 Terminen persönlich zu erscheinen. Aber das geschieht wohl weniger für die Fans, sondern für die Reklame. Die soll nämlich hauptsächlich den Umsatz der NDW-Bücher wieder in Schwung bringen, nachdem das Interesse daran in letzter Zeit deutlich nachgelassen hat. Man bekommt schon die ersten „Gespräche mit Gott“ ab 50 Cent auf den Flohmärkten.

Walsch möchte sich selbst nicht als Guru verstanden wissen, was er öffentlich immer wieder betont, obwohl er quasi als Prophet auftritt. Aber davon lässt sich der harte Kern seiner Fangemeinde nicht irritieren. Er wird einfach zum Guru gemacht, wobei diese Bezeichnung verschleiert wird. Neale Donald Walsch verstand es, aus diesem Bedürfnis seiner Fans Kapital zu schlagen. Er rief die „Bewegung“ Humanity’s Team ins Leben. Auf der Internet-Seite des deutschen Ablegers kann man alles nachlesen, denn die deutschen NDW-Anhänger sind sehr offenherzig.

Im Frühjahr dieses Jahres unternahm der Autor eine „World Tour“, für die der Verein Humanity’s Team Deutschland e.V. im April die Organisation der deutschen Etappe übernahm. Das Ganze war sehr enthusiastisch angekündigt und fand im Capitol Theater in Offenbach am Main statt. Der Verein war aber offensichtlich nicht in der Lage, die Veranstaltung in eigener Regie durchzuführen und beauftrage dafür eine Event-Firma. Die Teilnahmegebühr war mit 180 Euro pro Person nicht gerade günstig. Das Ergebnis? April, April: Es kamen weit weniger Leute als erwartet. Das Defizit der Veranstaltung betrug rund 20 000 Euro. Aber trotzdem, es war alles wunderbar, so dass auch die letzte spirituelle Hartz-4-Empfängerin den Rest des Monats mit Begeisterung den Kitt von den Fenstern aß.

Inzwischen traf sich der Verein zu einer Mitgliederversammlung, bei der ein kompletter neuer Vorstand gewählt wurde. Klar, dass der alte Vorstand wenig Lust verspürte, die Verantwortung weiter mit sich herum zu schleppen. Einen Schatzmeister gibt es beim Vorstand nicht mehr. Den Job hätte ich bei immer noch mehr als 17 000 Euro Miesen in der Vereinskasse auch nicht übernehmen wollen. Die Stimmung bei der Mitgliedgliederversammlung war auch dem entsprechend gedrückt. Ich habe dem Verein mal ein bisschen ihn seinem Forum auf den Zahn gefühlt. Da scheint allgemein nicht mehr allzu viel los zu sein. Die Aktivisten, die sich eingebildet haben, hier auch eine finanzielle Einnahmequelle erschließen zu können, haben sich größtenteils schon vom Acker gemacht.

Mein Fazit: Die Sache ist reine Geldmacherei. Ich will diese Einschätzung nicht auf alle Anhänger von NDW anwenden, da es dort auch selbstlose Enthusiasten gibt, aber für Walsch gilt das uneingeschränkt. Er hätte ja auch mit seinem dicken Bankkonto bei dem og. Defizit einspringen können. Aber so weit geht die bedingungslose Liebe nicht. Walsch hat sich mit Humanity’s Team eine internationale „Bewegung“ unkritischer Anhänger zugelegt, die kostenlos für ihn und seine Produkte Werbung macht und den Grundumsatz sichert. Dass dies nicht immer so reibungslos klappt, zeigt die Entwicklung in Deutschland. Aber so etwas wird den kleinen aber harten Kern der NDW-Anhänger nicht aus der Bahn werfen. Notfalls gibt es immer noch die „Engelsdusche“. Man gönnt sich ja sonst nichts.

4 Comments

  1. Werter Herr Sabieraj,

    dann erzählen sie uns doch bitte mal konkret, was in meinem Arikel nicht stimmt. Einfach nur zu behaupten, da seien Unwahrheiten, ist zu billig. Sie haben doch hier die Möglichkeit, im Namen von HTD eine detaillierte Gegendarstellung abzugeben. Aber kommen sie bitte nicht mit sochen Zoten wie, ihr Vorstand hätte sehr wohl einen Schatzmeister. Das haben wir bereits in ihrem Forum abhakt:
    http://forum.humanitys-team.de/thread.php?threadid=68

    Richard …

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  2. @Chris:

    Falsch zu zitieren ist extrem schlechter Stil. Im Artikel steht er „habe dem Verein mal ein bisschen ihn seinem Forum auf den Zahn gefühlt“.

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  3. Euer „Humanity’s Team“ ist entweder nur Geldmacherei oder Geldmacherei in Verbindung mit einem realen Glauben an totalen Blödsinn, was eher noch schlimmer ist.

    Zum Beispiel widmet ihr der Pseudo-Doku „What the Bleep do we know?“ einen ganzen Kongress. Was davon zu halten ist, steht in einem Artikel der Skeptiker:
    http://www.skeptic.com/eskeptic/04-10-01.html

    Außerdem hat der Film den „Pigasus Award“ für die haarsträubenste paranormale Behauptung erhalten:
    http://www.randi.org/jr/040105capitalizing.html#11

    Was „Gespräche mit Gott“ betrifft, so erhielt der Film bei Rottentomatoes.com 3.5 von 10 Punkten — und das ist der Durchschnitt von allen dort gesammelten Rezensionen. Die New York Post schrieb dazu:

    „God, if you exist, why do you keep letting morons like Walsch get rich?“

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  4. Hallo, –
    Dass Ihr dem Miesmacher „kosmopolit“ hier eine Seite widmet, mit einem Artikel der gespickt ist mit Mutmassungen und Unwahrheiten wirft ein schlechtes Licht auf Euch – „kosmopolit“ hat sich weder in Versammlungen noch in öffentlichen Telefonkonferenzen ein Bild vom Humanitysteam machen können, behauptet aber“ dem Verein auf den Zahn gefühlt zu haben“ – was eine glatte Lüge ist , um sich hier vielleicht wichtig zu machen – ich lade den interessierten Leser dazu ein, sich selbst ein Bild vom Humanitysteam und seiner Arbeit zu machen : http://www.humanitysteam.de

    Gruss
    Chris

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