Waldorfschule: Vorsicht Steiner


Quelle: ruhrbarone.de
Abbildung Rudolf Steiner, „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis”, GA 100, S. 247, Quelle: ruhrbarone.de

Nach dem „PISA-Schock“ suchen immer mehr Eltern nach einer Alternative zur öffentlichen Schule. Oft fällt ihre Wahl auf eine der 213 anthroposophisch geprägten Waldorfschulen in Deutschland.

mit freundlicher Genehmigung von den ruhrbaronen.de und Andreas Lichte

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart als Betriebsschule der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik gegründet. Die pädagogische Leitung lag bei Rudolf Steiner. Die von ihm entwickelte Weltanschauung „Anthroposophie“ ist bis heute verbindliche Grundlage des Unterrichts jeder Waldorfschule.

Nach anthroposophischem Selbstverständnis hatte Rudolf Steiner unmittelbaren Zugang zur „Geistigen Welt“, sprich: Steiner hatte hellseherische Fähigkeiten. Die Anthroposophie schöpft damit aus esoterischen und okkulten Quellen. Rudolf Steiner (1861–1925) promovierte 1891 in Philosophie; die 1894 versuchte Habilitation scheiterte. Um 1900 kam er in Kontakt mit Helena Petrovna Blavatskys esoterischer „Theosophie“. Von 1902 bis 1912 leitete Steiner die deutsche Sektion der „Theosophischen Gesellschaft“, die er 1912/13 abspaltete und unter dem Namen „Anthroposophie“ neu gründete. Bis heute ist Rudolf Steiner die unangefochtene Autorität der Anthroposophie und der Waldorfpädagogik. Wie weit die Verehrung geht, mag man am Umfang der Steiner-Gesamtausgabe ermessen: Sie hat zurzeit 354 Bände. Wir sprachen mit Andreas Lichte, einem ausgebildeten Waldorflehrer und heutigem Kritiker der Waldorfbewegung.
Ruhrbarone: Herr Lichte, Sie haben eine Fortbildung zum Waldorflehrer abgeschlossen aber trotz Job-Angebotes darauf verzichtet, in der wunderbaren Waldorfwelt zu arbeiten – warum?

Andreas Lichte: Als ich mich entschloss, Kunst- und Werklehrer in der Waldorfschule zu werden, wusste ich noch nicht, dass die wichtigste Qualifikation eines Waldorflehrers darin besteht, Rudolf Steiner (den Gründer der Waldorfschulen und der Anthroposophie) als absolute Autorität zu verehren, z.B. so etwas: 
„Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.“

Was soll das sein? Der Heilige Rudolf, Schutzpatron der Maniküren?

Ich bitte schon um ein wenig mehr Respekt vor der Waldorfpädagogik! Das ist ein Zitat aus Steiners „Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik“ [GA 293, S. 93f]. Wie der Titel dieses in jedem Waldorfseminar gelesenen Standardwerkes schon sagt, ist das die Basis der Arbeit des Waldorflehrers …

Wir gehen mal davon aus, dass Sie das bewusst aus dem Zusammenhang gerissen zitieren …

Sind Sie bei Anthroposophen in die Schule gegangen? Anthroposophen mögen es gar nicht, wenn öffentlich wird, was Rudolf Steiner wirklich sagte, dann heisst es jedes mal: „Aus dem Zusammenhang gerissen!“. Ist es aber nicht. Es wird alles noch viel, viel überzeugender, wenn Sie auch den Kontext kennen, lesen Sie doch bitte selber nach. Hier

Solch einen Wahnsinn müssen Waldorflehrer als Wahrheit akzeptieren?

Falls Sie erwägen sollten, Waldorflehrer zu werden, sollten Sie schon ein wenig flexibel sein … wie sagte Michael Handtmann, Leiter des „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ bei meinem Vorstellungsgespräch: „Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie Anthroposoph werden … Sie sollten schon ein wenig Offenheit für weltanschauliche Fragen mitbringen, mehr nicht …“

Im Ernst: Worin besteht denn nun die Qualifikation des Waldorflehrers?

Vielleicht sollten wir die Waldorfschüler fragen? Deren Spruch zur Sache:„Und reicht es nicht zum Strassenkehrer, dann werd’ ich eben Waldorflehrer!“

Es gibt Straßen die es in sich haben.

Kennen Sie Prof. Hermann Avenarius ? Er ist einer der renommiertesten Deutschen Schulrechtler. Er stellte kürzlich in „Frontal 21“, ZDF, fest, dass die Ausbildung der Waldorflehrer ein Verstoß gegen das Grundgesetz ist, da die im GG genannten Mindestanforderungen nicht erfüllt werden – GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: „Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen (…) in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen …“

Die Waldorflehrer sind also schlechter qualifiziert als Lehrer an öffentlichen Schulen?

Lehrer, die an öffentlichen Schulen unterrichten dürfen, könnten jederzeit an einer Waldorfschule arbeiten. Umgekehrt gilt dies nicht: Die Ausbildung an den anthroposophischen Waldorfseminaren wird nicht für den öffentlichen Schuldienst anerkannt. Deswegen sind Waldorflehrer auch vielfach völlig unkritisch: Wer sich in der Waldorfschule unbeliebt macht, dadurch seinen Arbeitsplatz verliert, steht vor dem Nichts, hat keine berufliche Alternative.

Wo sollten Waldorflehrer denn kritischer sein?

„Steiner“? Haben wir den Namen schon einmal gehört? Alles, was in der „pädagogischen Schicksalsgemeinschaft“ Waldorfschule passiert, basiert letztlich auf Steiner, auch wenn das von den Verantwortlichen routinemässig geleugnet wird – man möchte ja keine möglichen Kunden abschrecken …

Werden die Eltern über den weltanschaulichen Hintergrund der Waldorfschulen aufgeklärt?

Waren Sie schon einmal auf einem Eltern-Informationsabend einer Waldorfschule? Ich schon. Da heisst es: „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Und: „Anthroposophie? Was soll das sein?“ Es wird abgestritten, dass die Anthroposophie auch nur die geringste Rolle im Unterricht spielen könnte.

Offiziell heisst es ja, dass nur die Pädagogik auf Rudolf Steiner beruhe, die Anthroposophie selber aber nicht unterrichtet werde.

Mir wurde nach dem Besuch einer Informations-Veranstaltung einer sich modern und liberal gebenden Waldorfschule ein Geschichts-Epochenheft zugespielt. Der Inhalt: Das anthroposophische Geschichtsverständnis nach Rudolf Steiner, kindgerecht aufbereitet. Inklusive Atlantis.

Sie meinen „Atlantis“?

„Atlantis“ fällt natürlich sofort ins Auge, weil das Heft damit beginnt und der Stoff so exotisch ist.

Was haben Sie denn daran auszusetzen, dass griechische Mythologie – der Atlantismythos Platons – in der Schule unterrichtet wird?

Platon? Es ist Steiner für Kinder! Ich habe ein Geschichts-Epochenheft mit Steiner verglichen, es ist eine fast wörtliche Wiedergabe von Steiners Neo-Atlantis-Mythos. Danach leben wir  alle im „Fünften Nachatlantischen Zeitalter“.

Ist uns neu.

Atlantis spielt eine entscheidende Rolle im anthroposophischen Geschichtsverständnis: Atlantis ist für den Anthroposophen eine historische Tatsache. Im „Atlantischen Zeitalter“ werden die Voraussetzungen für die heutige Menschheit geschaffen: Die Rassen entstehen und es beginnt eine fiktive Völkerwanderung, angeführt von „Manu“, dem „Menschheitsführer“ …

Wohin geht denn die Reise?
Lichte: Kurz gesagt: „Vom Menschen zum Arier“ (siehe Abbildung oben).

Der Mensch steht am Anfang der Evolution?

Das ist Anthroposophie …

Das ist Humbug!

Sie sagen es! Und das ist für mich das eigentlich Erstaunliche: Wieso bemerken die Eltern nicht, womit ihre Kinder in der Waldorfschule Zeit verschwenden? Schaut denn niemand in die Hefte? Systematische Kindesvernachlässigung? Zu verstehen, dass Atlantis und die sich daran anschliessenden „Kulturepochen“ Original Steiner sind, ist ja eine Sache, aber dass das krudeste Esoterik ist, sollte jedem doch sofort klar sein.

Sie sagten vorhin, dass in Atlantis „die Rassen entstehen“ …

Und nach anthroposophischer Auffassung bis mindestens zum Jahre 3573 bestehen bleiben, dann endet die „Fünfte Nachatlantische Kulturepoche“. „Rassen“ wie „Rassismus“. Das ist nicht meine Privatmeinung, sondern wurde von einer Deutschen Bundesbehörde, der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) festgestellt, in ihrer Entscheidung zu zwei Büchern Steiners, Zitat: „Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.” Die BPjM nahm eine juristische Bewertung vor, sie konnte nur Textstellen beanstanden, die eindeutig ihren juristischen Kriterien entsprachen. Auch beurteilte sie nicht Steiners Gesamtwerk. Das tut der Historiker Helmut Zander in seinem preisgekrönten Monumental-Werk „Anthroposophie in Deutschland“, Zitat: „Steiner ordnete die Rassen einer Fortschrittsgeschichte zu, in der beispielsweise heutige Indianer als »degenerierte Menschenrasse« im »Hinsterben« (GA 105, 106, 107 [1908]) oder schwarze Afrikaner als defiziente Spezies der Menschen- und Bewusstseinsentwicklung, als »degenerierte«, »zurückgebliebene« Rasse (ebd., 106) erschienen. Umgekehrt habe die weisse Rasse »das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet« (GA 107, 288 [1909]). Dies sind nur Kernsätze einer Rassentheorie, die Steiner 1904 erstmals formulierte, um sie 1910 in einem komplexen System und in zunehmender Abgrenzung zu theosophischen Positionen auszufalten. Mit seinem Ausstieg aus der Theosophie hat er diese Vorstellungen keinesfalls über Bord geworfen, sondern sie 1923 nochmals in Vortragen vor Arbeitern des Goetheanum in vergröberter, »popularisierter« Form wiederholt, aber ohne Revision im inhaltlichen Bestand. Die weisse war nun »die zukünftige, die am Geiste schaffende Rasse« (GA 349, 67 [1923]). (…) Steiner formulierte mit seinem theosophischen Sozialdarwinismus eine Ethnologie, in der die Rede von »degenerierten«, »zurückgebliebenen« oder »zukünftigen« Rassen keine »Unfälle«, sondern das Ergebnis einer konsequent durchgedachten Evolutionslehre waren. Ich sehe im Gegensatz zu vielen Anthroposophen keine Möglichkeit, diese Konsequenz zu bestreiten.“

„Rassentheorie“ passt nicht zum Image der Waldörfler.

Noch böser aber die Reaktion der Anthroposophie, die in ihrer Leugnung von Steiners Rassismus ihrem Ruf als „Sekte“ mehr als gerecht wird. Da setzt man sich auch ganz locker über Vereinbarungen mit einer Deutschen Bundesbehörde hinweg.

Wie akut ist denn der Rassismus in der Waldorfschule?

Akut kann er IN der Waldorfschule gar nicht werden, da Waldorfschulen weitgehend „ausländerfreie Zonen“ sind.

Waldorfschulen betonen doch immer wieder ihr soziales Engagement.

In Deutschen Waldorfschulen gibt es kaum Kinder mit „Migrationshintergrund“, oder Kinder aus „sozial benachteiligtem“ Milieu. Das ist auch der INOFFIZIELLE Grund für ihren Erfolg: Bei der privilegierten Klientel überrascht es nicht, dass die Abiturquote nicht so schlecht ist. Auch können finanziell besser gestellte Eltern den umfangreichen Nachhilfeunterricht bezahlen, der nötig ist, um die Defizite der Schule auszugleichen.

Wenn die Waldorfschulen so schlecht sind, wie Sie sie darstellen – unqualifizierte Lehrer, krude Esoterik – warum entscheiden sich dann so viele Eltern für sie?

WEIL sie ausländerfreie Zonen sind. Das sagt Ihnen natürlich niemand sofort, da braucht es schon ein wenig Fingerspitzengefühl, um nach stundenlangem Diskutieren die Antwort zu bekommen: „Ich wohne in Kreuzberg. Da schicke ich mein Kind doch nicht in eine Schule mit hohem Ausländeranteil …“

Gibt es vielleicht auch noch andere Gründe?

Attraktiv könnte für Eltern auch sein, dass es an Waldorfschulen leichter ist, einen staatlich anerkannten Abschluss zu erlangen. So wie die Ausbildung der Waldorflehrer ein bisher ungeahndeter Verstoß gegen das Grundgesetz ist, so gibt es zahlreiche Sonderregelungen für die Abschlüsse an Waldorfschulen, die einer strengen juristischen Überprüfung wohl kaum standhalten dürften. Schauen Sie sich beispielsweise die „Verordnung über den Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I an Waldorfschulen“ des Landes Nordrhein-Westfalen vom 21. Juni 2008 an – ein „Lex Waldorf“.

Wie erklären Sie es sich, dass den Waldorfschulen von der Politik all diese Privilegien eingeräumt werden?

Das fragen Sie am besten selber NRW Kultusministerin Dr. Barbara Sommer. Ich kann Ihnen von der Berliner Schulaufsicht berichten, dass auf unzählige Anfragen und Beschwerden zur Waldorfpädagogik nur mit nichts sagenden Standard-Briefen „geantwortet“ wurde. Ich verabschiede mich mal mit einem Auszug aus dem Brief eines Vaters, der an Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall ging – nicht an „Dr. Sommer“, wie man vielleicht zu Recht vermuten könnte …:

Es stellt sich heraus, dass Steiner auch noch Visionen zum Wesen der Sexualität hat. Ich möchte mir gar nicht erst vorstellen, was für gravierende Folgen es für Heranwachsende hätte, wenn sie auch nur in kleinsten Dosen mit Steiners »Sexualkunde« in Berührung kämen, Zitat Steiner:

»Ursprünglich war auch der Mensch ein ätherisches Wesen von pflanzlicher Substanz. Damals hatte der Mensch diejenige stoffliche Natur, welche heute die Pflanze noch besitzt. Hätte der Mensch nicht die pflanzliche Substanz zum Fleisch umgewandelt, so wäre er keusch und rein geblieben wie die Pflanze. (…)

Die Fortpflanzungsorgane haben am längsten ihren pflanzlichen Charakter bewahrt. Alte Sagen und Mythen berichten uns noch von Hermaphroditen (…).

Manche glauben, das Feigenblatt, das die ersten Menschen im Paradies gehabt haben, sei ein Ausdruck der Scham. Nein, in dieser Erzählung hat sich die Erinnerung daran bewahrt, daß die Menschen an Stelle der fleischlichen Fortpflanzungsorgane solche pflanzlicher Natur gehabt haben (…).

Der Mensch wird nicht auf seiner jetzigen Stufe stehenbleiben. Wie er von der reinen Keuschheit der Pflanze in die Sinnlichkeit der Begierdenwelt hinabgestiegen ist, so wird er aus dieser wieder heraufsteigen mit reiner geläuterter Substanz zum keuschen Zustande.(…)«

Wieso wird eine Schule staatlich gefördert, die sich ausdrücklich auf Rudolf Steiner beruft – einen prima-facie an einer psychischen Störung leidenden Menschen?“

Zum Interviewpartner: Andreas Lichte ist ausgebildeter Waldorflehrer und Grafiker, lebt in Berlin. Er ist Autor kritischer Artikel zur Waldorfpädagogik und Anthroposophie. Er erstellte für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ein Gutachten zur Indizierung zweier Werke Rudolf Steiners, die fortan nur noch in kommentierter Form erscheinen dürfen.

Ein weiteres Interview mit Andreas Lichte zum Thema auf dem RatgeberNews-Blog

48 Comments

  1. http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/

    „Waldorfschule: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners

    Die anthroposophische Pädagogik ist eine Mogelpackung für Herrschaft. Sie beutet das vielfach anzutreffende Orientierungsbedürfnis aus, um die Herrschaft einer selbsterwählten Elite zu begründen. Von unserem Gastautor Klaus Prange.

    (…) Als Beleg und zur Illustration nur dieses Beispiel: Warum sind einige Menschen nicht “weiß”, wie die meisten Europäer, sondern dunkel bis schwarz? Die wissenschaftliche Antwort wird üblicherweise in der Physischen Anthropologie gesucht. Dr. Steiner jedoch weiß es besser und tiefer. Dass jemand dunkel auf die Welt kommt, liegt daran, dass er in seinem vorherigen Leben ein “dunkles”, verderbliches Leben geführt hat. (14) Mehr noch: Er könne jetzt schon bei einigen Zeitgenossen voraussagen, dass sie in der nächstfälligen Inkarnation als Schwarze auf die Welt kämen, zur Strafe für ihre Schandtaten. Das ist die feine anthroposophische Art des Rassismus. Ebenso werden Krankheiten, Missbildungen, Geistesstörungen als Ergebnis früherer moralischer Verfehlungen gedeutet. (…)

    Zum Autor: Prof. em. Dr. Klaus Prange, Jahrgang 1939, Emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Tübingen. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Pädagogische Anthropologie als Anthropologie des Lernens und die Pädagogische Ethik.“

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  2. ja, es ist wahr, die Waldörfler behaupten heute im Gespräch einfach, daß das so heute nciht mehr wäre.
    Die Aussage von Steiner kennen sie meist nicht oder streiten es einfach ab.

    nein, ich kenne keinen Psychiater, der das übernehmen könnte.
    Das Problem bei schon verblichenen Personen ist ja, daß man zwar einiges aufzählen kann, und daraus dann Vermutungen oder Spekulationen ableiten kann…
    Aber eine echte Diagnostik ist das nicht.
    Ich finde, wenn man schreibt, daß er „mit einiger Wahrscheinlichkeit“ an Schizophrenie litt, so ist das sicher zulässig.
    Göttliche Eingebungen, Wahnvorstellungen und Aufträge von Höherer Stelle, aber auch Bestimmungen und Vorsehungswirken deutet darauf schon recht kräftig hin.

    Die andere Seite ist die, daß eine Beschäftigung mit okkulten Inhalten, vor allem wenn völllig unkritisch, auch bei relativ gesunden Menschen genau diese Dinge langsam entwickeln läßt.
    Und Steiner war, wenn ich mich recht entsinne, ordensführer eines okkulten Ordens (also richtig tief drin in der Materie).
    Wenn gewünscht, kann ich noch mal nachgraben, und Dir dann sagen, welcher Orden es war (ich meinte, es müßte OTO gewesen sein, Ordo Templis Orientis, aber ich weiß niht mehr, aus welchem Buch von welchem Autor ich das hab).
    schreib mir doch mal nen kurzen Kommentar auf eines meiner Märchen auf meinem Blog (oben direktlink in meinem Namen), und ich werde Dir dann direkt antworten können…

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  3. @ YeRainbow

    Du schreibst: „Kommentar überflüssig.“

    Wo du Recht hast, hast du Recht. Aber Anthros schaffen es, auch das noch IRGENDWIE o.k. zu finden, das ist dann „zeitbedingt“. Muss man entschuldigen. Klar. Steiners Mulatten-Zitat kannte ich natürlich schon. Trotzdem gut, dass du es noch mal gebracht hast!

    Du schreibst: „Hm, ich bin vorsichtig mit diagnosen (bin Psychologe), ist immer so ne Sache. Sagen wir, mit einiger Wahrscheinlichkeit hat er wirklich ein psychiatrisch relevantes problem gehabt. Psychiater, das sind dann aber Mediziner…“

    … Wolfgang Treher ist Mediziner. Klappentext zu “Hitler, Steiner, Schreber – Ein Beitrag zur Phänomenologie des kranken Geistes“: „Seine Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie erhielt Treher an der Nervenklinik der Stadt und Universität Frankfurt am Main.“

    Trehers Buch ist schon alt. Kennst du vielleicht einen Prof. Dr. der Psychiatrie, der sich Rudolf Steiner mal auf dem neuesten Stand der Medizin vornehmen würde?

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  4. Hm, ich bin vorsichtig mit diagnosen (bin Psychologe), ist immer so ne Sache.
    Sagen wir, mit einiger Wahrscheinlichkeit hat er wirklich ein psychiatrisch relevantes problem gehabt.
    Psychiater, das sind dann aber Mediziner… 😉

    In der TAZ war vor längerer Zeit mal ein Artikel, aber der ist vermutlich zu lang, um ihn hier reinzusetzen… Ich hab den mir aufgehoben.
    Mal ein kleiner Ausschnitt:
    taz Nr. 7523 vom 25.11.2004, Seite 20, 105 Zeilen (Kommentar), HARTMUT L. KURDI

    …O-Ton Steiner, zitiert nach der Gesamtausgabe, Band 348:

    „Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt Neger
    allmählich in die Zivilisation von Europa hereinkommen! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen
    Negerroman. Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl
    Negerromane kriegen und geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade
    solche Gelüste manchmal entwickeln können – wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt zu werden, dass
    Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz
    grau sind, Mulattenhaare haben, die mulattenähnlich aussehen werden.“

    Kommentar überflüssig.

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  5. @ YeRainbow

    noch einmal Danke für deinen Kommentar! Du schreibst: “Steiner war nicht nur ein Okkultist, sondern schlicht ein echter Rassist. Ein wenig begabter noch dazu (wenn man seinen schwülstigen Stil mag, kann man das anders sehen, mir schnuppe)”

    Dazu ein weiteres Zitat, diesmal vom Wolfgang Treher:

    „Hitler, Steiner, Schreber – Ein Beitrag zur Phänomenologie des kranken Geistes

    (…) Diese und noch andere Stellen aus Steiner macht Dessoir zu Unrecht zum Gegenstand einer Polemik, spricht von leerem Gerede, ‘vorgebracht in einem Jammerdeutsch, (das) peinigt und quält’, und meint: ‘dieser »voraneilende
    Menschheitsgenius« sprach wie ein unbegabter Dorfschulmeister’ [”Vom Jenseits der Seele – Die Geheimwissenschaften in kritischer Betrachtung”, Max Dessoir]. Darin irrte Dessoir. So spricht nicht ein Dorfschulmeister, so reden auch nicht einfach Schwachsinnige, sondern das ist der VERBLASENE Rededuktus eines seit vielen Jahren an Schizophrenie leidenden Schwerkranken.”

    Der geneigte Leser kann also jetzt selber entscheiden:

    a. Rudolf Steiner sprach wie ein „unbegabter Dorfschulmeister“, in “ J A M M E R D E U T S C H “

    b. Rudolf Steiner war nicht „einfach schwachsinnig“, sondern ein „an Schizophrenie leidender Schwerkranker“

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  6. @ YeRainbow

    Danke für deinen Kommentar! Du schreibst: „Steiner war nicht nur ein Okkultist, sondern schlicht ein echter Rassist. Ein wenig begabter noch dazu (wenn man seinen schwülstigen Stil mag, kann man das anders sehen, mir schnuppe)“

    Dazu ein Zitat von Kurt Tucholsky:

    „Rudolf Steiner in Paris

    (…) Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: »Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt?!« (…)“

    Der komplette, hervorragende Text: http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html

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  7. Hi, Andreas,
    mir sind die Steinerschen Postulate teilweise ja bekannt.
    Ich wurde recht ernüchtert, als ich folgendes miterlebte:

    direkt nach der Wende wurde in Dresden eine neue Waldorfschule von Interessenten gegründet.
    Eine gute Bekannte von mir (ich kenne sie wirklich gut) hat sich damals um ein Praktikum beworben, studierte zu der Zeit noch.
    Da man sie ja auch kostenlos gekriegt hätte, war man ziemlich begeistert von der Idee.
    Zu einem letzten Vorgespräch nahm sie, da alleinerziehend, ihre Kinder mit, ging nicht anders.
    Das Gespräch verlief zufriedenstellend, und hernach kriegte sie völlig überraschend eine Ablehnung mit Wischi-Waschi-Begründung….
    Sie konnte sich das nie erklären. Erst später wurde ihr klar, das Problem war, man hatte ihre Kinder GESEHEN. Eines davon ist für deutsche Verhältnisse deutlich zu dunkel, es hat nämlich afrikanische Vorfahren.

    Ich hab ja selbst auch mit der Waldorfschule geliebäugelt, ohne mich bis dahin auszukennen.
    Das war der Punkt, an dem ich anfing, material zu lesen (denn was Waldorf-Eltern erzählen, kann man getrost als Anekdoten in die Tonne treten…).

    Bei mir haben die jedenfalls keine Stimme mehr, egal was für tolle Sachen die zu berichten wissen.
    Originaltexte lesen bildet weiter.

    Steiner war nicht nur ein Okkultist, sondern schlicht ein echter Rassist.
    ein wenig begabter noch dazu (wenn man seinen schwülstigen Stil mag, kann man das anders sehen, mir schnuppe).

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  8. @ YeRainbow

    Du schreibst: „ich hab die Beiträge jedenfalls verstanden, Andreas.“

    Danke, Danke! Da bin ich ja beruhigt …

    Ein Problem besteht tatsächlich darin, so über die Anthroposophie zu schreiben, dass der Leser nicht denkt, man hat selber einen an der Klatsche: Steiner ist so hochgradig psychisch gestört, dass das echt schwierig ist.

    Und die Steiner-Jünger beten – BETEN, wörtlich – Steiner so nach, dass das kaum weniger gestört ist. Siehe z.B. meinen Bericht aus dem „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“:

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

    „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand

    (…) Steiner-Exegese („Theosophie – Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung“): „Man stellt sich in der richtigen Art zu den Dingen der übersinnlichen Welt, wenn man voraussetzt, dass gesundes Denken und Empfinden alles zu verstehen mag, was an wahren Erkenntnissen aus den höheren Welten fließen kann … Der Grundsatz: erst höhere Welten anzuerkennen, wenn man sie geschaut hat, ist ein Hindernis für dieses Schauen selbst. Der Wille, durch gesundes Denken erst zu verstehen, was später geschaut werden kann, fördert dieses Schauen. Es zaubert wichtige Kräfte der Seele hervor, welche zu diesem ‚Schauen des Sehers‘ führen.“

    Was gilt es zu schauen? Zunächst einmal heißt es, alles zu vergessen, was man irgendwann einmal gehört oder gelernt hat. Das wird, je nach Dozent, mit „Wenn ich Ihnen das zumuten kann …“ oder „Könnte es sein, dass …“ eingeleitet. Und dann kommen die wahren Erkenntnisse aus höheren Welten – bevorzugtes Thema: der Mensch.

    „Der erste Begriff in der Anthroposophie, der mir einfällt, ist Mensch … Dann ist eben das ganze Weltall der Mensch … Wir konstruieren mal den Gedanken der Einheit – die Einheit der Welt sagt ‚Ich bin‘ … Der Mensch ist eine Einheit, dann ist eben der Mensch das Ganze: Tierreich, Pflanzenreich, Mineralienreich …“, führt der Dozent aus, und zum Mineralienreich: „Da ist eine Sehnsucht nach Aufnahme von Licht im Kohlenstoff – die Zukunft des Kohlenstoffs ist der Diamant – ist ein Diamant ein Mensch in anderer Form?“ L. ist dem geistig nicht gewachsen, aber er ist eben noch nicht eingeweiht. Da heißt es sich gedulden, zuhören.
    Und schon naht Hilfe: das seminareigene Skelett wird aufgestellt, an dem die „Genialität des menschlichen Leibes“ exemplifiziert wird: „Der Mensch erhebt sich in die Aufrechte …, das unterscheidet ihn vom Tier. Tiere sind Endstation – was ist dann Höhe, Weiterentwicklung? Wo ist noch Entwicklung möglich? Der Mensch hat sich am längsten zurückgehalten, er kann sich noch weiterentwickeln – die Tiere sind spezialisiert, das ist eigentlich Devolution. Ich schreite durch die Tierwelt, bahne mir den Weg – die Tiere können mir nichts anhaben – ich bleibe Mensch. Wie dieser französische Missionar sagt: Mensch ist am Anfang und am Ende.“

    L. ahnt dunkel, worauf der Dozent hinauswill: Darwin war gestern, heute ist Steiner. Am Anfang war der Mensch, und aus dem Menschen haben sich die Tiere, gewissermaßen als Abfall, entwickelt. Da heißt es sich abzugrenzen, von den „bösen“ Tieren, denen „die Moralität fehlt“. (…)“

    usw., usw. Vielleicht mal lesen: diese „Ausbildung“ wird staatlich gefördert …

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  9. ja, das ist das alte Leiden, daß mancher mit leichteren Texten anfangen muß….
    so in der Art: Oma sitzt am Fenster. Oma sitzt auf der Bank.

    etc.
    Wenn man ihrem Link folgt, sagt einem das eigentlich alles.

    also, ich hab die Beiträge jedenfalls verstanden, Andreas.

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  10. liebe leute,
    ich habe mir gerade sehr viel zeit genommen und alles durchgelesen, was auf dieser seite steht. ich habe nicht das gefuehl,dass hier jemand MIT jemandem gesprochen hat und ich habe nicht viel verstehen koennen, besonders beitraege von andreas lichte verstehe ich nicht genau. mir ist jetzt schlecht. viel spass,meiner meinung nach war das lesen zum grossteil zeitverschwendung.trotzdem schoene gruesse.lacht mal wieder, am besten ueber euch selbst.jeder ueber sich vielleicht. yours respectfully

    mia ellinida

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  11. @ Bücher Antiquitäten – anthroposophisches Antiquariat

    Verkaufen Sie rassistische Literatur von Rudolf Steiner? Wie fühlt man sich dabei?

    Die Entscheidung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zu Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“, Zitat:

    “Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.

    Der Inhalt des Buches [„Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“] ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:

    Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)

    Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die „Galle überläuft“, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. – So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)

    Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)

    Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (…) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)

    Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)

    Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (…) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)

    Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! – In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)

    Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)”

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  12. @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Sie machen den Fehler, Rudolf Steiner ernst zu nehmen. Wofür würden Sie sich, vor die Wahl gestellt, entscheiden:

    – Rudolf Steiner war ein Scharlatan

    – Rudolf Steiner war geisteskrank?

    Wenn Sie einen namhaften Psychiater kennen, der bereit ist, seine Lebenszeit mit einer Analyse von Steiners Werk zu verschwenden, melden Sie sich bitte bei mir! (gilt auch für alle anderen Leser)

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  13. An Andreas Lichte

    Mit „diese Entwicklungen“ meine ich die Entwicklungen, die zwischen paradiesischen Zeiten und der Gegenwart stattgefunden haben. Menschheitsgeschichte zu erforschen ist Gegenstand vielere Fachgebiete von Archäologie über Anthropologie, Religionswissenschaft, Sprachwissenschaft, Kulturgeschichte und Kunstgeschichte usw.
    Steiners Keuschheitspflanze wird vermutlich eine Lilie sein – die Madonnenlilie gilt z.B. als Symbol der Keuschheit, sie ist als Bourbonenlilie in Frankreich bekannt usw.
    Die Lilie taucht weiterhin in Goethes Kunstmärchen „Die grüne Schlange und die schöne Lilie auf“, das in anthroposophischen Kreisen hoch geschätzt wird.
    Während nach Sigmund Freud (Steiners Intimfeind und wohl Konkurrent in den Salons seiner Zeit) u.a. das Thema „Triebsublimierung“ in diesem Zusammenhang angesprochen würde, spricht Steiner lieber bei Chiffren von Überhöhungen, die ihm wahrscheinlich unverfänglicher erschienen.

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  14. @ Manu & Gira

    Waldorfschulen sind „Ausländerfreie Zonen“, dabei bleibt’s. Gründe, Schüler abzulehen, finden sich viele, zum Beispiel dieser:

    Aiga Stapf, „Hochbegabte Kinder“, C.H.Beck, 2006. Zitat, S. 232:

    “Waldorfschulen

    (…) Es sind auch nicht gerade die schwierigen Kinder, denen auf den Waldorfschulen geholfen wird. Eltern berichteten wiederholt, dass Kinder vom Waldorfkindergarten und der Waldorfschule abgelehnt wurden. Die Kinder mussten u. a. bei dem Aufnahmegespräch etwas malen: ein Sechsjähriger malte z.B. ein Haus ohne Tür, wozu er kommentierend auf Nachfrage der Waldorfpädagogin sagte: «Die Tür ist hinten.» Dies wurde von ihr als ein «Anzeichen» dafür gedeutet, dass das Kind seine Seele nicht öffnen will, sie lehnte die Aufnahme ab. Im nachhinein waren die Eltern froh über diese Ablehnung. (…)”

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  15. An Manu – aber in Gegensatz zu öffentlichen Schulen, Waldorf Schulen fühlen sich dann nicht verpflichtet Hilfe zu leisten an Kinder mit Migrationshintergrund und das sagt schon was…Die Ausrede – ein Kind hat einen Sprachtest nicht bestanden erscheint mir zu leicht.

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  16. Hi, das mit dem „ausländerfrei“ ist mir zu krass. Ich meine, die werden Einwanderer(kinder), sollten sich welche bewerben, wohl nicht nehmen, WENN diese z.B. die sprachlichen Anforderungen nicht erfüllen. Klar, nett ist das nicht und es macht die Schule zu einem elitären Club (immerhin ist es auch eine Privatschule), aber es hat wohl eher sachliche Gründe denn fremdenfeindliche.

    Peace
    Manu

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  17. @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Sie schreiben: Steiners „Entwicklungen zu erforschen haben sich entsprechende Fachwissenschaften zur Aufgabe gemacht.“

    Was sollen das für „Fachwissenschaften“ sein? Meinen Sie, Rudolf Steiner sollte einmal von der Psychiatrie untersucht werden? Ein Waldorfvater schreibt mir an anderer Stelle:

    „… einigen wir uns doch darauf, dass 1. Steiner diverse Latten am Zaun fehlten …“

    Und der Waldorfschüler Ansgar Martins spricht auf seinem „WaldorfBlog“ vom „unglaublichen, psychotischen Wahnsinn“ Rudolf Steiners, siehe:

    „Die Mächte des (L)ICH(ts) – Symptome der Steinerschen »Geisterkenntnis«“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/09/22/die-machte-des-lichts-symptome-steinerschen-geisterkenntnis-eine-philosophische-stellungnahme/

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  18. Als ausgestiegene Waldorflehrerin fällt mir immer wieder auf, dass Rudolf Steiner aber auch kaum ein Gebiet ausgelassen hat, über Sexualität hat er denn auch räsoniert:
    Im etymologischen Wörterbuch steht über den Begriff „keusch“, dass dieser Begriff von Anfang seiner Bezeugung an ein ethischer Begriff ist, der vor allem mit den sittlichen Normen der christlichen Lehre zusammenhängt.
    Rudolf Steiner hält sich des öfteren nicht an die allgemein verbreitete Bedeutung von Begriffen und macht damit vielen das Leben schwer. Abhilfe schafft hier zuerst einmal die Benutzung eines Lexikons.
    Ansonsten ist das Wort Kiusch z.B. im Gilgamesch-Epos zu finden und hängt mit dem Frauenpriestertum und den Frauentempeln zusammen – was nun ein Thema für Steiner ist, der immerhin die Innovation des Frauenpriestertums in die Welt eingebracht hat – so ist er halt.
    Was Steiner mit seiner Pflanzenphantasie nun gemeint haben könnte, ist sicher wieder Anlass zu allerlei Spekulationen, die sich von paradiesischen Zeiten bis in die Gegenwart erstrecken.
    Diese Entwicklungen zu erforschen haben sich entsprechende Fachwissenschaften zur Aufgabe gemacht.

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  19. @ Sandra

    teste doch mal, ob du auf dem „WaldorfBlog“ des Waldorfschülers Ansgar Martins auf mehr „Toleranz“ triffst.

    Zum Thema Rassist Rudolf Steiner gibt es dort 2 interessante Artikel:

    – allgemein, gute Zusammenfassung:

    „Die Philosophie der UN-Freiheit – Zu Rudolf Steiners Rassismus“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2008/08/28/die-philosophie-der-un-freiheit-zu-rudolf-steiners-rassismus/

    – Steiners Rassismus und seine Leugnung durch den Chefideologen der Anthroposophie, Lorenzo Ravagli:

    „Ravagli, die „Rassen“ und die Rechten“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/15/ravagli-die-rassen-und-die-rechten/

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  20. Es ist schon sehr seltsam, dass einerseits die Anthroposophie so sehr von Leuten verteidigt wird, die eigentlich gar keine bis wenig Ahnung davon haben, weil sie ja gar keine Anthroposophen sind und andererseits, dass diese Leute genauso wie Anthroposophen beleidigt sind und sich als armes Opfer fühlen, wenn man ihre Einstellung anhand von Fakten kritisiert.

    Rudolf Steiner ist die Anthroposophie und die Anthroposophie ist Rudolf Steiner. Ergo, wer sich auf die Anthroposophie bezieht, muss sich darauf stützen, was Steiner geschrieben hat. Dazu gibt es schließlich mehr als genug. Die Weichspül-Anthros können ja nur froh sein, dass sie aus Steiner den Liebsten und Besten machen können, weil sich sein Geschwurbel die wenigsten antun. Wer prüft denn schon nach, was Steiner wirklich an Bullshit abgeliefert hat. Wird man dann mit den Tatsachen konfrontiert, dann fällt es schon schwer die Aussagen von Rudi so hinzubiegen, wie man es gerne hätte. Somit wird die eigene wünsch-dir-was Analyse immer irgendwann entlarvt und es bleibt nichts anderes übrig, als beleidigt von dannen zu ziehen.

    Zum Glück bleibt den Lieben noch der Glaube, dass es eben Menschen gibt, die zu dumm sind um Steiner zu verstehen.
    Der Arme wird ja so verkannt und die Welt ist so intolerant 🙂

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  21. @Andreas
    Das ist eine eher traurige Antwort.
    1. Ich habe mehrfach betont, dass ich selber keineswegs Anhängerin der antroposophischen Lehre bin
    2. „Die Bundesprüfstelle hat festgestellt“. Ja es wurde schon viel festgestellt in unserem Lande. Z.B. wurden schon viele Menschen unschuldig verurteilt.
    Nur weil ein Teil der Menschheit es anders versteht, ist etwas so ober eben nicht? Khomeini hat festgestellt, dass Salman Rushdie den Tod verdient hat, ist das deshalb so, nur weil Khomeini im Iran die oberste Autorität war?

    Ich muss leider aus einem anderen Blog eine wirklichen Antroposophen zitieren:
    „Jede Minute, die man sich mit diesen Leuten in eine Diskussion verwickeln lässt, ist verschwendete Zeit. Das ist die bitterste Erkenntnis, da wir Anthroposophen in der Regel menschenfreundlich und nicht menschenverachtend eingestellt sind und an das Gute in jedem Menschen glauben. Aber wir müssen uns nicht unnötig abmühen, bei Menschen, die nicht einsehen wollen. Da müssen wir der Weisheit Gottes nicht vorgreifen wollen.“

    Soviel Intoleranz wie auf dieser Seite kenne ich sonst nur aus der Heimat meines muslimischen Vaters. Viel Spass noch dabei

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  22. @ Sandra

    Es ist dein ganz persönliches Problem, dass du der Religion Anthroposophie angehörst.

    Die Religion Anthroposophie wird allerdings zu einem gesellschaftlichen Problem, wenn sie weiter Rudolf Steiners Rassismus verherrlicht, bzw. leugnet.

    Dein Kommentar zur Entscheidung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist da nur ein Beispiel von vielen: „Ich stimme Dir zu, hört man es aus unserer naturwissenschaftlichen Sicht der Dinge, klingt es tatsächlich rassistisch.“

    Steiner klingt nicht nur rassistisch, Rudolf Steiner ist Rassist. Siehe die Entscheidung der BPjM, Kommentar:

    https://brightsblog.wordpress.com/2009/07/04/waldorfschule-vorsicht-steiner/#comment-36193

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  23. @Kurt
    Ich habe mir den Bericht durchgelesen. Danke für die Info. Den Wahrheitsgehalt kann ich natürlich nicht in Frage stellen, aber ich habe selbst in meinem Umfeld völlig andere Erfahrungen gemacht. In den Christopherus-Einrichtungen steht immer das Wohl des behinderten Menschen an erster Stelle.
    Es ist auch gar nicht meine Absicht andere von der Richtigkeit der Antroposophie zu überzeugen, wäre ich davon überzeugt, wäre ich selber Mitglied. Es geht mir nur darum deutlich zu machen, dass es nicht alles so ist, wie es von den Kritikern immer dargestellt wird. Und die antroposophische Gesellschaft ist keine Sekte, die bei Dir vor der Tür steht und Dich zum Mitmachen überreden will. Aber sie stellt eine Alternative zu Kirche, Islam und Atheismus dar.

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  24. @Andreas
    Ich stimme Dir zu, hört man es aus unserer naturwissenschaftlichen Sicht der Dinge, klingt es tatsächlich rassistisch. Und ich möchte hier deutlich machen, dass ich den Wert des einzelnen Menschen nach allem anderen aber bestimmt nicht nach der Hautfarbe oder der „Rasse“ beurteile. Worauf ich aber hinweisen will sind folgende Aspekte:
    1. Die Menschen unterscheiden sich in ihrem Aussehen. Schwarze haben nicht nur eine andere Hautfarbe, sondern z.B. eine ganz andere Haarstruktur. D.h. es sind körperliche Unterschiede da. Diese sind aber völlig wertneutral zu sehen.
    2. Steiner bewertet nicht die Verkörperung im hier und jetzt als schlecht oder weniger wert, sondern er sagt, dass diese Menschen oder besser gesagt diese verschiedenen Seelen sich in früheren Leben anders entwickelt haben als andere. Es hört sich an wie Kritik, soll aber nur zum Ausdruck bringen, dass der Mensch in seinem Leben bestimmte Aufgaben hat und wenn er diese nicht bewältigt, hat das im nächsten Leben Konsequenzen.
    3. Das Steinersche Menschenbild fordert immer dazu auf sich nicht zum Vollstrecker des Karma zu machen und sich selbst darauf hin zu prüfen, was man Gutes für die eigene und die gesamte Weiterentwicklung hin tun kann. D.h. folgt man seiner Auffassung und kommt zu der Erkenntnis die „Schwarzen“ und die „Roten“ haben in Ihren früheren Inkarnationen etwas verpasst, was sie jetzt nachholen müssen, so sind alle die, die diese Entwicklung „geschafft“ haben, dazu aufgefordert sie jetzt zu unterstützen
    4. Steiner betont mehrfach, nicht das Volk, in dem man geboren ist, ist für das restliche irdische Leben entscheidend, sondern das Volk zu dem man sich bekennt. Wobei das Wort „Volk“ ja leider durch die Nazizeit eine völlig falsche negative Bedeutung bekommen hat. Gemeint ist, egal wohin ich geboren werde, ich kann mich auch für etwas anderes entscheiden.

    Rassismus würde bedeuten, dass man jemanden wegen seiner anderen Hautfarbe ablehnt, ihn fernhält von Möglichkeiten. Das ist fatal. Steiner würde m.E. heute Flüchtlinge aus Afrika so begrüßen, dass sie sich entscheiden hier leben zu wollen um an der europäischen Entwicklung teilnehmen zu können. Wenn das ihr freier Wille ist, und sei er auch aus der Not des Hungers geboren, dann sind sie willkommen und nicht als sog. Asylanten abzustempeln. Jeder auf dieser Welt soll die Möglichkeit bekommen sich an den Orten auf der Welt aufzuhalten und weiter zu entwickeln an die er möchte.
    Es ist so schwer es wirklich verständlich zu erklären, aber das letzte was die Antroposophen wollen ist Menschen zu diffamieren und auszugrenzen. Nehmt Euch die Zeit mit Ihnen zu sprechen. Ich hatte wie gesagt durch das Christopherus-Haus die Gelegenheit und keiner hat daran Anstoß genommen, dass ich halbe Nordafrikanerin bin.

    Ich weiß ich wiederhole mich, aber freut Euch über die Freiheit der vielfältigen Meinungen in Deutschland. In Tunesien ist so etwas nicht möglich. Meine Tante hat nicht die Möglichkeit aus dem Islam auszutreten. Das geht dort nicht. Sie könnte zum Christentum konvertieren, aber das will sie ja nicht. Sie möchte gerne so frei leben wie wir es hier können, aber sie darf es nicht. Da meine ich mit freiem theoretischem Denken. Niemand zwingt uns hier zu irgend etwas und das ist eine der Grundforderungen Steiners. Freies Geistesleben, freier Wille, freie Entscheidungen.

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  25. Sandra,

    Rassismus spielt also keine Rolle, wenn man von mehreren Leben, bzw. einer Reinkarnation ausgeht???

    Da bin ich ganz anderer Meinung, denn Steiner beschreibt Entwicklungsstufen. Wer an den Mist glaubt, bewertet Rassen automatisch und das im Diesseits. Der Anthroposoph weiß ja genau, dass sich der „Schwarze“ noch dolle entwickeln muss, bis er die Stufe des „Ariers“ erreicht hat. Das ist Rassismus, da hilft es auch gar nichts, wenn man sich sagt, ich war ja mal selber schwarz.

    Und was hier deine glorreiche Werbung für anthroposophische Kinderheime angeht, da würde ich an deiner Stelle ganz vorsichtig sein. Ich kann dir nur empfehlen folgenden Artikel zu lesen:

    http://blog.ebook-insel.de/2009/03/07/camphill-schulgemeinschaft-brachenreuthe-oder-anthroposophische-kindesmisshandlung/

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  26. @ Sandra

    Du schreibst: „An keiner Stelle bewertet Steiner die Menschen, die sich in einer „Rasse“ oder Nationalität verkörpern.“

    Dann erklär mir mal, wieso die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) diese Entscheidung zu Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“, gefällt hat, Zitat:

    „Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.

    Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:

    Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)

    Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die „Galle überläuft“, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. – So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)

    Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)

    Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (…) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)

    Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)

    Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (…) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)

    Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! – In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)

    Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)“

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  27. @ Sandra

    Du schreibst: „Niemand ist gezwungen dieser Theorie [Steiners] zu folgen, aber nur so ist es erklärbar.“

    Kannst du mal erklären, was für dich eine „Theorie“ ist?

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  28. Der Vorwurf des Rassismus ist absurd. Man kann die Lehre Steiners nicht auf ein Leben beschränken. Die Beschreibung der „Rassen“ hat nichts mit Rassismus zu tun, wenn man davon ausgeht, dass man sehr viele Erdenleben in der Menschheitsentwicklung durchläuft. Der Mensch sucht sich nach der Lehre Steiners die „Rasse“ und die Nationalität aus in der er sich widerverkörpern will um seine Aufgaben wahrzunehmen. Das ist keine Aufforderung daran zu glauben, sondern nur ein Hinweis wie das aus antroposophischer Sicht zu verstehen ist. An keiner Stelle bewertet Steiner die Menschen, die sich in einer „Rasse“ oder Nationalität verkörpern. Im Gegenteil, er sieht alle diese Entwicklungen als notwendig an für die gesamte Menschheitsentwicklung. Ob er da Recht hat, das mag jeder für sich entscheiden. Niemand ist gezwungen dieser Theorie zu folgen, aber nur so ist es erklärbar.
    Viel mehr sollte man, wenn man nicht an mehrere Erdenleben glaubt sich mit anderen Ideen Steiners auseinandersetzen. Z.B. fordert in in seinen Schriften zur Sozialen Frage die Dreigliederung in Wirtschaftssystem, Rechtssystem und Geistesleben. Das Geistesleben soll sich frei entwickeln können, Toleranz ist da ein gutes Stichwort.
    Ich selber war auf keiner Waldorfschule und gehöre nicht zur antroposophischen Gesellschaft, aber ich habe im Umfeld Familien mit geistig behinderten Kindern. Diese werden in antroposophischen Einrichtungen wie z.B. dem Christopherus-Haus hervorragend gefördert. Sie kommen viel weiter als geistig behinderte Kinder, die eine solche Förderung nicht erhalten.
    Ich wünsche mir einfach mehr Offenheit für alternative Ideen. Nicht alles ist für jeden richtig. Freuen wir uns doch darüber, dass wir in Deutschland die Wahl haben.

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  29. „Wie gut sind Waldorfschulen?

    Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR.

    (…)

    Diese großen Versprechen wurden auch an den Informations-Elternabenden, die vor der Einschulung stattfanden, wiederholt. Alles hörte sich gut und schön an – „ganzheitlich“ – wer will denn nicht das Beste für sein Kind? So wurde mein Sohn im Sommer 2002 in die Waldorfschule eingeschult. Der Einschulungstag war sehr familiär: Jeder der Erstklässler bekam einen Paten aus der 5ten Klasse zugeteilt, dieser überreichte dem Neuankömmling eine Blume und einen selbstgenähten Turnbeutel mit aufgesticktem Namen. Alle Beteiligten waren sich einig: „Ach wie nett, mal ganz anders als die üblichen Einschulungen.“ Draußen wurde ein Reigen gemacht, in der Klasse erzählte der Lehrer das Märchen ‘Die drei Brüder’ der Gebrüder Grimm. So verlief der erste Schultag. Alles sah kindgerecht und wohlbehütet aus.

    Was die Eltern vorher nicht erfahren hatten: In einer Waldorf-Klasse sitzen bis zu 40 Schüler. Die ersten beiden Waldorf-Schuljahre sind von einem Kindergarten kaum zu unterscheiden. Von ‘Fördern und Fordern’ kann in dieser Schule keine Rede sein. Der Lehrer, selbst aus einem Waldorfelternhaus stammend, übernahm zum ersten Mal eine Klasse, war unqualifiziert und völlig damit überfordert, eine 1ste Klasse mit 38 Schülern zu leiten. Er war nicht in der Lage, auf die unterschiedlichen Charaktere der Schüler einzugehen, nicht nur wegen ihrer großen Zahl, sondern auch wegen seines sowieso nicht vorhandenen Einfühlungsvermögens.

    (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-sind-waldorfschulen/

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  30. „Die “Atlantis-Debatte”. Anthroposophische Mythen in der Waldorfschule?“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/27/die-atlantis-debatte-anthroposophische-mythen-in-der-waldorfschule/

    Kommentar eines Waldorfschülers:

    „Guter Artikel, gutes Blog. Ich bin mit meiner Waldorfschulzeit eigentlich zufrieden, aber den Scheiß muss man endlich stoppen!

    Hatte nicht in meiner Klasse, aber an der Schule eine Lehrerin, die hat ihre (5.) Klasse einen Aufsatz über Atlantis schreiben lassen.“

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  31. Was Steiner abläßt, ist ja nur noch geisteskrank. Waldorfschulen arbeiten nach Anweisungen eines Hellsehers?

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  32. Was die elitäre Ausrichtung der Waldorfschulen angeht: Es wäre interessant zu wissen, ob die Anmeldung von Kindern mit Migrationshintergrund häufig angelehnt wird oder einfach nicht erfolgt. Denn hier sehe ich die Wurzel des Problems woanders. Viele Eltern melden ihre Kinder, trotz unzureichender Voraussetzungen auf Gymnasien an, weil sie ihre Kinder nicht auf Schulen mit einem sehr hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund schicken möchten und Nachteile der schulischen Ausbildung fürchten.

    Zieht man andere Parameter heran, z. B. die soziale Herkunft und Bildungshancen, so kann man eindeutig feststellen, dass die Bildungs- und Karrierechancen maßgeblich mit dem sozialen Status des Elternhauses verknüpft sind.

    Das Kinder mit Migrationshintergrund im Vergleich über weniger hochqualifizierte Schulabschlüsse verfügen, findet ja weniger seine Begründung in ethnisch bedingten Ursachen (das wäre in gewisser Weise auch eine rassistische Sichtweise), sondern entspringt der Tatsache, dass diese einem schwächeren sozialen Milieu entstammen. Kinder aus einem bildungsnahen Elternhaus werden auch dann nicht maßgeblich schlechtere Karrierechancen haben, wenn sie über einen Migrationshintergrund verfügen.

    Platt gesagt: Ein Kind deutscher Herkunft mit sozial schwachen und bildungsfernen Elternhaus, wird erheblich weniger Bildungs- und Karrierechancen haben, als ein Kind mit Migrationshintergrund, aber bildungsnahen, einkommenstarkem Elternhaus. Fazit: Liegt es nun an den Waldorfschulen oder an den Eltern, an der Anthroposophie oder an der Integrationspolitik und der Verquickung von sozialem Status und Bildungschancen? (was in keinem EU Land so stark ausgeprägt ist wie in Deutschland)

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  33. Auch, wenn ich dem anthroposophischen „Klüngel“ SEHR kritisch gegenüberstehe, empfinde ich bestimmte Argumente nicht besonders gehaltvoll:

    „Aus dem Zusammenhang gerissen“ darf und kann so oft wiederholt werden, wie es eben auch als solches empfunden wird, es macht das Argument weder besser noch schlechter.

    „Rassismus“ ist z. B. eher ein Thema der Neuzeit und ein Diskurs, der sich permanent entwickelt und immer wieder durch neue Fragestellungen und Betrachtungsweisen geprägt wird. Würde man bekannte Persönlichkeiten aus der Geschichte unter den heutigen vertieften Fragestellungen betrachten, so müsste man wahrscheinlich eine Menge großer Denker als „Rassisten und Sexisten“ verurteilen. Maßgeblich wäre für mich eher, wie die Akteure mit diesen Aussagen im aktuellen Schulgeschehen umgehen, wie sich „Anthroposophen“ JETZT dazu positionieren.

    Kritik und Skepsis halte ich dennoch für angebracht, auch in den eigenen Reihen der Anthroposophen.

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  34. Eine Freundin von mir unterrichtet an einer Waldorfschule. In ihrer Lehrerausbildung wurde ihr beigebracht, dass Mädchen in der 10./11.-Klasse besonders hart rangenommen werden müssen, da in dieser Zeit der Eisengehalt ihres Bluts am höchsten sei und Eisen ja ein hartes Metall sei.
    Dies nur als ein Beispiel für das wirkliche Anwenden des anthroposophischen Glaubenssystems in realer Pädagogik.

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  35. @ ExWeildoofschüler

    du schreibst:

    „… die Waldorfschule eine Gesamtschule ist …“

    Die Waldorfschulen sind alles, nur nicht das, was man zu Recht eine „Gesamtschule“ nennen würde. Ich sagte es bereits im Artikel: es gibt kaum Schüler mit „Migrationshintergrund“ oder aus „sozial benachteiligtem“ Milieu.

    Ich habe dich doch gebeten, die Kommentare bei den Ruhrbaronen zu lesen, hier:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

    Dann müsste ich dir nämlich nicht wieder einen Kommentar herüber kopieren, hier ist er:

    Kriminologisches Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. (KFN)

    Studie 2005 – spezielle Befunde zu Waldorfschulen:

    —————————————

    Anteil ethnischer Gruppen nach Schulform (4. Klasse)

    staatliche Grundschule:

    – deutsch: 77,4%

    – türkisch: 7,7%

    – ehemalige SU 4,3%

    – andere: 10,6%

    Waldorfschule:

    – deutsch: 97,2%

    – türkisch: 0,0%

    – russisch: 0,5%

    – andere: 2,3%

    —————————————

    Anteil benachteiligter Kinder nach Schulform (4. Klasse)

    staatliche Grundschule:

    – geringe Bildung der Eltern: 18.5%

    – Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe: 9,3%

    Waldorf/Steiner-Schule:

    – geringe Bildung der Eltern: 1,4%

    – Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe: 2,8%

    —————————————

    Anteil ethnischer Gruppen nach Schulform (9. Klasse):

    Hauptschule:

    – deutsch: 54,3%

    – türkisch: 18,3%

    – russisch 6,3%

    – andere: 21,0%

    Gesamtschule:

    – deutsch: 69,6%

    – türkisch: 11,3%

    – russisch 6,8%

    – andere: 12,2%

    Waldorfschule:

    – deutsch: 95,9%

    – türkisch: 0,3%

    – russisch: 0,7%

    – andere: 3,0%

    —————————————

    Anteil benachteiligter Kinder nach Schulform (9. Klasse)

    Hauptschule:

    – geringe Bildung der Eltern: 41,9%

    – Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe: 18,3%

    Gesamtschule:

    – geringe Bildung der Eltern: 21,9%

    – Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe: 16,0%

    Waldorf/Steiner-Schule:

    – geringe Bildung der Eltern: 1,1%

    – Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe: 7,6%

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  36. @Andreas Lichte

    Das liegt vielleicht daran das die Waldorfschule eine Gesamtschule ist und dort auch Kinder versuchen einen besseren Abschluss zu erlangen als ihnen sonst möglich wäre.

    Spricht meiner Ansicht nach eher FÜR die Waldorfschule.

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  37. @ ExWeildoofschüler

    du schreibst:

    „Zu gute halten muss man der Waldorfschule einfach das der Unterricht einfach um Welten besser ist als auf staatlichen Schulen …“

    mmh, und wie erklärst du das:

    Die ANTHROPOSOPHISCHE Studie “Absolventen von Waldorfschulen” von Dirk Randoll (anthroposophische Alanus Hochschule) und Heiner Barz (ehemaliger Waldorflehrer, Uni Düsseldorf), stellt fest, Seite 188:

    “38% [Anmerkung: der Waldorfschüler] (41,0% Männer; 34,7% Frauen) geben letztlich zu verstehen, während der Schulzeit Nachhilfe bzw. Zusatzunterricht genommen zu haben, in der mittleren Alterskohorte wurde dies gar von 44,5% der Befragten als zutreffend angegeben. Dies bedeutet, dass annähernd jeder zweite Proband aus der mittleren Alterskohorte Nachhilfe/Zusatzunterricht genommen hat bzw. nehmen musste, um in der Schule mitzukommen. Im Vergleich dazu lag der Anteil der 17-jährigen Gymnasiasten, die im Schuljahr 2004/2005 Nachhilfe nahm, im gesamtdeutschen Durchschnitt bei 30%, für den Realschulbereich wurden 29%, für die Hauptschule 14% ermittelt (vgl. Schneider 2005). Insofern scheinen Waldorfschüler ÜBERDURCHSCHNITTLICH HÄUFIG Nachhilfe bzw. Zusatzunterricht zu nehmen (…)”

    Hab ich gerade von den „Ruhrbaronen“ rüberkopiert, bitte dort auch mal selber schauen:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

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  38. achja, beinnahe vergessen:

    Die Rassismusvorwürfe und Ausländerfeindlichkeit ist völliger Bullshit, sowas gab es auf der Waldorfschule auf der ich war nicht.
    Wie das auf anderen Waldorfschulen ist weiß ich nicht.

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  39. Naja….
    alles was da drin steht hat zwar einen wahren Kern, ist aber maßlos übertrieben.
    Von diesen ganzen Antroposophie-Kack kriegt man als Waldorfschüler in der Regel garnichts mit.
    In den unteren Klassen wurde auf der Schule auf der ich war, die Waldorfweltsicht nur ein- zweimal aufgegriffen.
    Da ich aber aus einer Familie von rationalen Menschen komme, hat mich das nicht beeinflusst, andere schon…
    Zu gute halten muss man der Waldorfschule einfach das der Unterricht einfach um Welten besser ist als auf staatlichen Schulen, da nimmt man schon ein wenig Bullshit am Rande in Kauf (btw: Homoöpathie ist unter Waldorflern auch sehr populär).

    mfg, Euer Waldorfschüler und MitAtheist

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  40. @ Kuro Sawai

    Danke für Ihre Kritik!

    Es wundert mich nicht, dass Sie von dem „hanebüchenen Unfug“ nichts wahrgenommen haben, dazu muss man hinter die freundliche Fassade der Waldorfschule schauen, was richtig schwer ist – der Erziehungswissenschaftler Prof. Klaus Prange sagt in „Erziehung zur Anthroposophie“, Seite 86:

    „In der Tat entsteht aus der Differenz von allgemeiner, öffentlicher Präsentation, die sich der üblichen Vokabeln und Formeln bedient, und dem, was eigentlich damit gemeint ist, der Eindruck, man habe es bei der anthroposophischen Pädagogik mit einer Art Mogelpackung zu tun, die ein sehr eigenwilliges Produkt in einer geläufigen und höchst normalen Verpackung an den Mann zu bringen versucht.“

    Wie der „hanebüchene Unsinn“ bzw. das „eigenwillige Produkt“ vom Anthroposophen und „info 3“ Redakteur Felix Hau verteidigt wird, können Sie selbst in den Kommentaren zum Ursprungsartikel bei den „Ruhrbaronen“ nachlesen, siehe:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

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  41. Danke für die ausführliche Information. Vieles war mir neu.
    Obwohl es auch in Marburg eine Waldorfschule gibt, hatte ich bislang keinen Grund genauer hinzuschauen.

    Bei einer Theater-Aufführung der hohen Schulklassen von Ionescos „Rhinocéros“, einem Stück über die Irritationen beim zunehmenden Einfluss des Nazismus im Rumänien der 30er-40er-Jahre, sowie bei Konzerten war ich dort in der Aula. Von dem beschriebenen hanebüchenem Unfug habe ich dort seinerzeit nichts wahrgenommen.

    Diesen Vortrag fand ich im Web: waldorf vortrag lichte.fh – http://www2.hu-berlin.de/gkgeschlecht/downloads/veranstalt/2006/Lichte%20Vortrag%20HU%20210706.pdf

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