CDU – stramm Rechts


Wütende junge Männer: Aktivisten der Jungen Union, die nicht zum Göppinger Kreisverband gehören. Foto: dpa

CDU stellt sich hinter „AK Hitler“

In Baden-Württemberg sorgt ein Kreisverband der Jungen Union mit stramm rechten Parolen für Wirbel. Die örtliche CDU lehnt eine Distanzierung ab.

Von LALON SANDERtaz

Die „Überfremdung“ koste Milliarden, die gleichgeschlechtliche Ehe sei „falsch und unsinnig“ und der Ausbau von Krippenplätzen „marxistisch“. Was sich wie ein rechtsextremes Pamphlet anhört, stammt aber aus einer Erklärung der Jungen Union (JU) im baden-württembergischen Göppingen, die für Wirbel sorgt.

In der Erklärung fordern die Autoren eine Rückbesinnung der CDU auf ein „konservatives Profil“ und eine „christliche Leitkultur“. Besonders deutlich greifen sie neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Forschungsministerin Annette Schavan die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen an, deren Politik für „die Zerstörung der wesentlichen Grundlage der Gesellschaft und der Grundlage der Union als Volkspartei“ stehe.

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7 Comments

  1. kinderkrippen abschaffen, gleichberechtigung abschaffen, §218 wieder einführen, ehegattensplitting wieder einführen, religionsunterricht zum pflichtfach ernennen, soziale (plan?)marktwirtschaft einführen wollen,….
    *kopf an die wand*

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  2. das liest sich wie ein rechtsextremes statement, vom inhalt der rechtschreibung und der grammatik her

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  3. Das Jahr 1968 muss ja ein echtes Trauma für die Burschen gewesen sein, so oft wie das im Text erwähnt wird. So frisch wie die Wunde im Herzen der JU zu sein scheint, ist es kaum zu glauben, dass das schon wieder über 40 Jahren her ist…

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  4. Obwohl sich große Teile der CDU hoffentlich nicht mit den rechtslastigen Thesen der Göppinger Jungen Union identifizieren, wirft dies trotzdem ein bezeichnendes Bild auf die Struktur der CDU in ihrer Gesamtheit. Der Etikettenschwindel mit dem „C“ im Parteinamen wird doch immer offensichtlicher. So wie sich vor Zeiten Kaiser Konstantin aus machtpolitischen Gründen zum Christentum bekannte, um auf diese Weise seinen Herrschaftsanspruch abzusichern, so geht auch die CDU mit den christlichen Kirchen (ja, auch Teile der Evangelischen liessen sich von der CDU vereinnahmen) seit jeher eine unanständige Koalition ein. Dies einzig und allein mit dem Ziel, gegenseitig ihre Machtansprüche abzusichern. Die Macht anzustreben ist in einer Demokratie an und für sich durchaus legitim, nicht aber, wenn Religion mit Politik vermischt wird. Religion muß Privatsache bleiben und hat (in einem säkularen Staat) in der Politik rein gar nichts zu suchen. Allein die Forderung der JU Göppingen nach einer „christlichen Leitkultur“ zeigt zudem auf, wie weit entfernt diese Kultur von der Realität ist. Das Propagieren von Fremdenfeindlichkeit, den Ausbau von Krippenplätzen als marxistisch zu bezeichnen, Abschaffung der Homo-Ehe usw. belegt doch klar und unmissverständlich die rückwärts gerichtete, inhumane (unchristliche !) Denkstruktur in dieser sog. „christlichen“ Partei.

    Dass sich der permanente, heimliche Koalitionspartner der CDU – die kath. Kirche – ohnehin längst als moralische Instanz selbst diskreditiert und somit ausgedient hat, mag der breiten Öffentlichkeit noch nicht so richtig bewußt geworden sein. Die JU in Göppingen arbeitet inzwischen offenbar aber recht eifrig an diesem zunehmend rückständiger werdenden Erscheinungsbild der CDU. Ich hoffe sehr, dass sie damit erfolgreich sein werden !

    Das Beispiel des Schömberger Gemeinderates belegt übrigens nachdrücklich, dass einige Christen der Meinung sind, dass der Begriff Humanismus nicht Teil der christlichen Leitkultur sein dürfe ! (Siehe Blogbeitrag „Christen gegen Humanismus“) Ein voll zutreffende Selbstbeschreibung, wie ich meine !

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  5. wär das nciht was für den Verfassungsschutz?

    Nun ja, sicher nicht diese angry young men, das kann ich mir eher nicht vorstellen.

    aber alles in der CDU links von ihnen – die müßte man dann beobachten. Weiß man ja, die Linken…. !!!

    hust.

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  6. Olla, ich wollte mir diese Erklärung wirklich im Original antun, aber diese Aussagen auf Seite 4 (von 34) hat es mir unmöglich gemacht, weiter zu lesen (Zeichensetzung und Orthographie sind original): „Gender Mainstreaming etwa, hat seine Ursprünge im Marxismus, ist totalitären Charakters und schränkt die Freiheit radikal ein, auch wenn sie vorgeblich ein mehr an Gerechtigkeit verspricht. Und sie widerspricht christlichen Grundsätzen zutiefst.“

    Nota bene: Diese Aussage sticht nicht von dem vorher Geschriebenen heraus, sondern ist nur die konsequente Weiterführung dessen.

    Wikipedia definiert Gender Mainstreaming folgendermaßen: ‚Der Begriff Gender Mainstreaming (Englisch etwa „Integration der Geschlechter“) oder Gleichstellungspolitik bezeichnet den Versuch, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen.‘ und zitiert im Folgenden das Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend: ‚Mit Gender Mainstreaming wird eine Strategie bezeichnet, um unterschiedliche Ausgangslagen und möglicherweise unterschiedliche Wirkungen von Maßnahmen auf Männer und Frauen systematisch zu berücksichtigen. Werden bei diesem Vorgehen Benachteiligungen festgestellt, sind „Frauenpolitik“ bzw. „Männerpolitik“ die einzusetzenden Instrumente, um der jeweiligen Benachteiligung entgegenzuwirken.‘

    Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Eine gesellschaftspolitische Grundforderung wird, historisch falsch, auf den Marxismus zurückgeführt und abgelehnt, weil es ‚christlichen Grundsätzen‘ widerspricht (zumindest mit der letzten Aussage hat die JU recht)! Und im Kreisvorstand dieses Ortsvereins sitzen sogar noch 3 Frauen (http://www.ju-gp.de/index.php?id=399). Und man trifft sogar noch folgende Aussage auf der HP(http://www.ju-gp.de/index.php?id=395): ‚Wir sind christlich-demokratisch und…liberal, weil wir für die Grundrechte des Bürgers und seine Freiheit eintreten….‘.

    Haben die ihren eigenen Kram überhaupt gelesen? Bzw verstanden? Obwohl: Da steht ja ‚Bürger’…

    Gruß

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