Blasphemie sollte wieder strafbar sein


Sind Christen dazu verpflichtet, die Schmähung ihres Glaubens klaglos hinzunehmen? Foto: dpa

Abgesehen vom Propheten Mohammed, ist Gotteslästerliches in der Kunst nicht umstritten – teilweise gar salonfähig. Warum es der Kunst und dem sozialen Klima dient, wenn Blasphemie wieder strafbar ist. Ein Essay.

Von Martin Mosebach Frankfurter Rundschau

Muss der deutsche Staat ein genuines Interesse daran haben, Blasphemie in der Kunst und der veröffentlichten Meinung zu verbieten und dieses Verbot mit Strafe zu bewehren? Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass der säkulare Staat, der sich den Religionen und Antireligionen seiner Bürger gegenüber neutral verhält, in der Frage der Blasphemie zum Schweigen verurteilt ist. Sie existiert für ihn nicht; ebenso wenig wie er einen Streit übers Wetter mit Beschimpfungen von Sonne und Mond sanktionieren könnte – bei Beschimpfung der Meteorologen freilich wäre zu beachten, dass die Grenze zu Beleidigung und Verleumdung nicht überschritten wäre.

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2 Comments

  1. Einverstanden ! Blasphemie gehört hart bestraft. Ein solches Gesetz würde ich jederzeit mittragen. Ich bin nämlich schon längst der Ansicht, dass die volksverdummende RELIGION die höchste Form der Blasphemie ist !

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  2. Der Artikel enthält *ein paar* gute Argumente.
    Gute Blasphemie zeichnet sich durch Stil aus, nicht durch stärkstmögliche Beleidigung/Gefühlsverletzung.
    Jesus als einen Frosch darzustellen ist einfach nur unsinnig und primitiv.
    Ein Facebook-Account, wo Gott persönlich erklärt, dass er Homosexuelle mag, Christen als Atheisten „beschimpft“, wenn diese behaupten, er wäre nicht Gott und Jesus in verschiedenen Reinkarnationen mal schwul, mal als Hippie darstellt, ist genial.
    Die Zeichner und Schauspieler von SMBC schaffen es auch immer witzige und tiefschichtige Religionskritik zu erzeugen, über die selbst manche Hardcore-Christen schmunzeln müssen.

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