IBM-Forscher bezweifeln, dass der Quantencomputer von Google Supercomputern jetzt schon überlegen ist


Nach Wochen des Schweigens hat Google endlich über seinen Durchbruch im Bereich des Quantencomputing berichtet. Doch ausgerechnet der härteste Konkurrent versucht, Google die Schau zu stehlen.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Sundar Pichai, der CEO von Google, posiert vor einem Quantencomputer des Unternehmens. (Bild: Google)

Im Falle des Quantencomputers von Google überschlagen sich die Ereignisse. Am Mittwoch hat Google in der Fachzeitschrift «Nature» diejenige Arbeit publiziert, die vor Wochen durch eine Panne vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangt war und hohe Wellen geschlagen hatte. Darin beschreibt Google, wie ein von ihnen gebauter Quantencomputer mit 53 Quantenbits erstmals ein Problem gelöst hat, das die Rechenkapazität eines herkömmlichen Computers übersteigt. Es wäre das erste Mal, dass ein Quantencomputer Dinge tun kann, die ein klassischer Computer nicht kann. Der Quantenphysiker John Preskill hatte dafür vor einigen Jahren den Begriff der Quantenüberlegenheit (quantum supremacy) geprägt.

Der Haken an der Sache: Vor wenigen Tagen hat IBM eine (noch nicht begutachtete) Arbeit ins Netz gestellt, die Zweifel an der Quantenüberlegenheit weckt. Die Forscher von Google hätten bei ihrem Vergleich die Ressourcen von klassischen Computern unterschätzt, lautet der Vorwurf der IBM-Forscher. Erweitere man den Arbeitsspeicher des derzeit leistungsfähigsten Supercomputers durch externe Festplattenlaufwerke, so sollte sich das Problem in weniger als zweieinhalb Tagen lösen lassen und nicht in 10 000 Jahren, wie es Google behaupte. Es könne also keine Rede davon sein, dass das Problem mit herkömmlichen Rechnern praktisch nicht zu lösen sei.

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