Dodo des Monats Januar 2009


Dodo des Monats Januar 2009
Dodo des Monats Januar 2009
dradio.de
Quelle:dradio.de

Herr Wolfgang Huber hat den ersten Dodo des Jahres 2009 gewonnen, mit überwältigender Mehrheit. Fast ein Drittel aller abgegebenen Stimmen entfielen auf ihn.  Für die anderen Kandidaten gab es keine Chance, obwohl der Herr Krüger oder die Frau Sommer auch geeignete Preisträger gewesen wären.

Zum Thema. Herr Huber gibt ein Interview, der Zeitung „welt-online„, mit dem entsprechenden Hammer:  „Der Staat hat keine Deutungshoheit über die Religion“.  Völlig richtig, und unwidersprochen. Der Staat ist die weltliche Macht, mit all ihren Vorzügen und Nachteilen. Der Staat kann die irrationalen Sagen, Geschichten, Erzählungen, Legenden, Historien, Chroniken und Annalen nicht nachvollziehen, er kann vollstrecken, wenn in der Vergangenheit ein armer Sack, dem weltlichen Arm der Justiz überstellt wurde, nicht ohne vorher von dem Pfaffenpack noch ordentlich gequält worden zu sein, das waren aber die anderen Brüder, damit hat natürlich ein guter Protestant nichts mit am Hut.  Beim Staat wird es konkret, auch evangelikale Machtgeilheit, gilt es doch ordentliches Kapital abzugreifen, allein für ein Versprechen, das Seelenheil im Jenseits, Stiftungs Warentest kann nichts überprüfen, Reklamationen ausgeschlossen, Macht und Geld für nothing. Das bringen nur die Kirchen zustande. Bleibt die Frage zu beantworten, wer oder was ist der Staat, der sich da verarschen lässt?

Der Staat treibt die Steuern ein, für die Kirchen, for nothing. Staatliche Gelder fließen in jede Einrichtung, die sich ach so charitativ nennen, Eure Immobilien lasst ihr vom Staat pflegen und warten, immer aus dem großen Topf und vieles, vieles andere mehr, für NICHTS.
Kommen wir zum Interview:
Wolfgang Huber:

Die Schülerinnen und Schüler können sich mit der Sprache eines Glaubens intensiver beschäftigen, bekommen ein Verständnis für die Prägekraft des Christentums…

Sprache des Glaubens? Kann ja wohl nicht Ihr ernst sein. Trotz intensivster Recherche konnte ich keine „Sprache des Glaubens“ finden. Es gibt tausende von Sprachen, eine Linguistik zur „Sprache des Glaubens“ konnte ich nicht finden. Bleibt die Feststellung, die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit NICHTS beschäftigen, es gibt keine Syntax, keine Semantik, keine Lexikographie, man kann höchstens die orakelhaften Beschreibungen der Bibel, deuten, interpretieren, umbiegen, genau das, was die Kirchen seit Jahrhunderten machen. Insofern liegt die Deutungshoheit bei Ihnen.
Die von Ihnen erwähnte Prägekraft des Christentums mussten unsere Altvorderen prägend erfahren, manche auf der Haut, andere wieder bis ins Grab.
Wolfgang Huber:

Nach 1945 verweigerte der damalige Magistrat diesen Status; die Kirchen gingen in dem Interesse darauf ein, ein eigenständiges Angebot an den Schulen zu machen. Solange Berlin religiös relativ homogen war, ging das auch.

Berlin ist inhomogen, zuviele andere Religionen, „esoterische Sinnsucher“ fressen die monetäre Basis der etablierten Kirchen auf. Da muss man ganz schnell monopolistisch reagieren, diese spinnerten Gottessucher bringen eine erschreckende Vielfalt von „Glauben“ in die Stadt, etliche davon sind gar „ungläubig“. Herr Huber fürchtet ums Monopol. Der Staat wäre hier gefragt, das Kartellamt, ob nicht durch die etablierten Kirchen eine Art „religiöse“ Wettbewerbsverzerrung praktiziert wird, monopolistische Subvention dürfte den zentralisierten „Gottes“-Institutionen bis auf weiteres sicher sein, mal sehen wann die Wettbewerbshüter in Brüssel, ob der deutschen Subventionspolitik, aufwachen.
Wie wäre das denn, keine Kirchensteuer, Eure sogenannten charitativen Einrichtungen marktwirtschaftlich organisiert und betrieben, kein Eigentum an Grund und Boden(institutionell), eigenverantwortliche Pflege des Ist-Bestandes an Immoblien und anderer feststehender Werte. Kein Mitspracherecht in politischen, kulturellen und weltlichen Dingen, weil es sich die Kirchen immer wieder anmaßen, in die Deutungshoheit einer weltlichen Gesellschaft eingreifen zu wollen. Der ganze, religiöse, undemokratische Apparat an Funktionären und Würdenträgern wird von dem bezahlt, was die Kollekte einbringt. Uns würde es richtig gut gehen damit.

Und noch etwas, es gibt eine Ethik ohne Gott, nur Mut Herr Huber, es lohnt sich. Der Gott der Bibel gehört genau dahin, wo alle anderen Götter sich schon eingefunden haben, Zeus, Loki, Aphrodite, um nur einige zu nennen, in die Literatur die sich Märchen und Sagen aus alten Zeiten nennt.

3 Comments

  1. Mehr oder weniger allem an diesem Artikel kann ich zustimmen, aber folgender Aussage nicht:

    „Eure sogenannten charitativen Einrichtungen marktwirtschaftlich organisiert und betrieben“

    Pflege marktwirtschaftliche organisieren? Na, wunderbar! Wer gepflegt werden will, muss also schön genug zahlen können? Prächtig. Der Rest hat dann Pech gehabt? …

    Nein, also in so etwas wie Pflege und Medizin allgemein muss es eine solidarische Finanzierung geben und keine Selektion über den Markt. Dieser verursacht nämlich all zu leicht sehr bedenkliche Zustände (ein Blick in die USA genügt da wohl).

    Was der Staat machen sollte, ist diese Einrichtungen zu übernehmen und, so denn ortspezifisch sinnvoll, so weiterführen und Missstände, wenn vorhanden, beseitigen.

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