Aiman Mazyek: Dodo des Monats Mai 2017

Dodo des Monats Mai 2017 ©HFR

Der Ramadan ist unwichtig und nur für die Menschen von Bedeutung, die meinen, dass im „heißen Monat“, die erste Auflage des Korans vom Himmel Gottes herab gesandt wurde. Medienberater und Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek sieht Parallelen zum Weihnachtsfest. Der Wunsch, eine Brücke zum überbordenden Weihnachtsfest der Christenheit zu bauen ist verständlich, es ist der Versuch Ungläubige mit dem Gefühl der religiösen Solidarität zu kapern. Das hat was von religiösen Korpsgeist, wir alten Kämpfer Gottes, zumindest des Gottes Abrahams. Die Pfaffen nicken wohlgefällig und denken du armes Schwein, an unsere Geldtöpfe kommst du noch lange nicht.
Das Weihnachtsfest der Christenheit ist ein Sauf-und Fressgelage, Konsum über alles und wenn der Coca-Cola-Weihnachtsmann durchs Dorf fährt war es ein schönes. Verkitscht rieselt der Schnee auf deutsche Tannen, Glöckchen erklingen und die Tochter Zion macht auf das Tor weit. Nach erfolgreicher Besamung Marias durch Gott, bringt sie den Bengel eben in jener Weihnachtsnacht zur Welt. Gott gelingt das schier Unmögliche er wird Sohn und ist Vater zugleich. Wer den Christengott einen tricky dick nennt liegt nicht soweit daneben.
In Abhängigkeit von der Größe der Geldkatze der Eltern werden alle beschenkt. Das Weihnachtsfest in deutschen Stuben hat sich schon lange von seinen religiösen Inhalten verabschiedet, ob das Fest schön war wird im KaDeWe oder bei der Tafel um die Ecke entschieden. Die klingelnden Glöckchen sind denen der Kassen verdammt ähnlich.

Jetzt kommt der Gegensatz, Hunger von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Nach dem Gesetz wird Fasten als Enthaltung von bestimmten Tätigkeiten definiert: Verzehr von irdischen Substanzen und Speisen sowie Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit. Hört sich nicht nur Scheiße an, ist es auch. Mit diesem Wissen ist es leichter Muslime zu verstehen, die über den Fastentag intelligenz-und leistungsgemindert bis zum Sonnenuntergang kommen müssen. Dann ist Fastenbrechen angesagt, damit niemand mit Hungerödemen und halluzinierend göttliche Erscheinungen bekommt.

Mazyek kann sich gar nicht wünschen, dass der Fastenmonat die Bedeutung christlicher Feste erlangt. Jüngst wurden in Tunesien junge Männer zu Haftstrafen verurteilt, weil sie im Ramadan gegessen, getrunken und geraucht hatten. Es ist einfach unvorstellbar in der S-Bahn zu sitzen und die Gerüche der Imbissbuden und Schnellküchen nicht vernehmen zu können. Aber Mazyek schwebt genau das vor. Ramadan als gesetzlicher Feiertagsmonat, kollektives Zwangshungern, staatlich sanktioniert. In der Dunkelheit der Nacht wird aufgeholt was am Tage versäumt wurde. Bigott, der Glaube, die Rituale und Gott, ob nun Allah, Jesus, Shiva oder Thor, Kontrolle ist alles.
Wer sich am nicht-fasten-wollen stört hat Pech. Es gibt keine verbindlichen Gesetze im Lande die das untersagen. Der hungernde, verständnisvolle Muslim geht den Ungläubigen aus dem Weg. Wer Rücksicht auf sein Fasten fordert will kontrollieren, genau das ist freiwillig Hungernden zu versagen.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Immer dann, wenn die Wunder Gottes am größten waren, war es die Dummheit der Menschen auch.

 

Wahl Dodo des Monats Mai 2017

Dodo des Monats Mai 2017 ©HFR

Der evangelische Kirchentag im Monat hatte seine Schatten voraus geworfen. Gebündelte politische Religiotie bis hoch zur Kanzlerin war täglich zu lesen. Drohnen-König Obama, der mit seinen außergerichtlichen Exekutionen Rekorde brach, half ihr beim Wahlkampf. Bedford-Strohm und Käßmann lieferten den religiösen Mob dazu. Besoffen im Luther-Kult äußerte sich fast die gesamte Bundesregierung zum Judenhasser, Sexisten und Obrigkeitsapostel Luther. Egal, der fette Pfaffe hat sich durchaus ins Gedächtnis der Massen gebrannt. Die Diktatoren der jüngsten Vergangenheit hätten Tränen der Rührung in den Augen, vor soviel Kult.
Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.06. 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt.

Viel Spaß!

  1.  Michael Diener, „Bibel-Fundamentalismus jenseits der Menschenwürde.“
  2.  Uni Siegen, „wer beten will sollte in seinen Tempel gehen und keine Uni damit belästigen.“
  3. Ahmed Mohammad al-Tayyeb, „verwirrte Sinne um Terror und Islam.“
  4.  Christian Schmidt, „Kirchen in der Politik verstecken die eigene Inkompetenz.“
  5.  Aiman Mazyek, „Ramadan ist wie Weihnachten, nur ohne Sättigungsgefühl.“
  6.  Claudia Janssen, „professoraler Unsinn zum Thema Menschenrechte.“
  7.  Angela Merkel, “ Beten in der Shopping-Mall.“
  8.  Heinrich Bedford-Strohm, „weiß nicht was Glaube für Berge versetzen kann.“
  9.  Uwe Junge, „der Vernichtungskrieg der Wehrmacht hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun.“
  10.  Sigmar Gabriel, „sucht Frieden in heiligen Büchern.“
  11.  Markus Dröge, „je weniger Jesus-Fans ihm folgen, um so lauter wird er.“
  12.  Rainer Podeswa, „hat schmutzige Träume mit Hexen.“
  13.  Hedwig von Beverfoerde, „Bildungsresitenz im niederen Adel.
  14.  Michael Müller, „wird mutig, wenn er einen Kirchentag feiern kann.“
  15.  Gerhard L. Müller, „hat keine Ahnung von Religionsfreiheit.“
  16. Thomas de Maizière, „der religiöse Kitt hält die Gläubigen schön ruhig.“

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Die Renaissance des evangelischen Nationalismus

Riesengarde unter Friedrich Wilhelm I. Über den Bäumen ist der Glockenturm der Garnisonskirche zu Potsdam sichtbar.
Bild: Richard Knötel, Preussens Heer in Wort und Bild. Glogau Verlag

Am 01. Januar 1722 wurde die Hof-und Garnisonskirche zu Potsdam durch König Friedrich Wilhelm I. von Preußen eingeweiht. Am folgenden Tag gründete er die dazugehörige Pfarrei(Parochie). Während die Hofgemeinde zur reformierten Kirche gehörte war die Militärgemeinde lutherisch. Durch die Vereinigung beider Konfessionen und der Zivil-und Militärgemeinde entstand eine Simultankirche. Die Zivilgemeinde bestand ursprünglich aus den reformierten Mitgliedern des Königshauses, der bisherigen Schlossgemeinde, also sehr zivil.
Potsdam selbst war zu diesem Zeitpunkt Garnisonsstadt. Die Elite-Regimenter des Heeres waren hier stationiert, die Garde, also jene Einheiten die dem König direkt unterstanden bzw. der Monarch ein spezielle Beziehung pflegte. Alles andere war Linie.
Alle Militärgottesdienste fanden nun in der Garnisonskirche statt. Von 1746 bis 1861 war das Amt des Feldpropstes mit dem des Potsdamer Garnisonspredigers verbunden. Der Feldpropst war oberster Militärgeistlicher, dem sämtliche Feldprediger und Militärpfarrer unterstellt waren. In preußischer Tradition ist der heutige hauptamtliche Militärbischof Rink in dieser Position.
Die Garnisonskirche Potsdam war eine Keimzelle der opportunistischen Feigheit und des staatsideologischen Missbrauchs der evangelischen Kirche in Deutschland.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Kirche zum Walhalla des preußischen Absolutismus. Eine Kanonenkugel mit preußischem Adler krönte den Abschluß des Kirchenturms. Zeughaus für gottgefälligen Militarismus. Die Kriege die Preußen focht sind bekannt, später die ganz großen Kriege die zum Kaiserreich und seiner Abschaffung führten. Die Garnisonskirche, das Grabmal der Weimarer Republik.

Die Kanonenkugel könnte man heute durch eine abgereicherte Kernwaffe ersetzen. Die Anbetung erinnert dann an den Film „Planet der Affen.“

Warum spricht niemand über die in dieser Kirche abgehaltenen Kriegspredigten? Sie waren Mittel zur Teilnahme der evangelischen Kirche an jeden stattfindenden Krieg. Während Könige und Kaiser militärisch mobil machten sorgten die Pfarrer für die „geistliche“ Mobilmachung der Massen. Warum sprechen die Hubers, Dröges, Stolpes und Schwaetzers nicht über die antisemitischen Predigten des Hofpredigers Johannes Vogel, die Fahnenweihen des Kyffhäuserbundes, die Heldengedenkgottesdienste im Zweiten Weltkrieg? Geschichtsrevisionismus zum Preis eines Turms, den man errichten will, wohl wissend dass man einen Grabstein der Demokratie, der Menschenrechte und des Friedens baut. Die Garnisonskirche in Potsdam war ein deutliches Zeichen der Kooperation von Thron und Kirche. Der Thron wurde durch die Politik ersetzt, die aus den gleichen Motiven heraus wilhelmische Prachtbauten restaurieren lässt.
Bedford-Strohm der sich wohlgefällig mit den „Mächtigen“ dieser Zeit ablichten lässt bietet die Militärseelsorger der Bundeswehr als Mediationsgehilfen gegen rechtsextreme Netzwerke an. Ihm ist klar, dass die Militärseelsorger Angestellte des Staates sind, in der Bundeswehr, vom Staat bezahlt werden, bis hin zum Militärbischof Rink, für den man erst eine hauptamtliche Planstelle schaffen musste, mit anderen Worten, seine Bezahlung war abzusichern. Wenn es das Problem des Rechtsextremismus in der Bundeswehr gibt, sind die Militärseelsorger Teil dieses Problems und völlig ungeeignet den Knoten der Tradition, seiner Pflege zu zerschlagen. Bedford-Strohms Hilfestellung ist keine, erstens unterstehen ihm die Militärseelsorger nicht und zweitens hängt er selbst unkritisch in Schlingen seiner Kirche.

Die privilegierte Zivilgemeinde will diese Kirche auch, den Geldgebern  gereicht es zur Ehre den Tempel des Militarismus, Rassismus zu ermöglichen. Der Adel des Königshauses wurde lediglich durch den Geldadel ersetzt.

Wen Markus Dröge gegen den Nationalismus wettert sollte er bei sich anfangen. Der Bau der Garnisonskirche zu Potsdam, die Errichtung des Turmes ist nichts anderes als die Rekonstruktion, die Wiedergeburt des Nationalismus.

Der „Tag von Potsdam“ war kein Ausrutscher. Er war die logische Konsequenz einer Kirche die in ihrer Gründung zu finden ist. Ludendorff stellte bereits 1919 klar, in eben dieser Kirche, wohin die Reise gehen soll.

Am 21. März 1933 predigte der Generalsuperintendent der Kurmark Otto Dibelius in der Garnisonskirche. Göring meinte dazu:“Das war die beste Predigt, die ich in meinem Leben gehört habe!“ Dibelius selbst notierte:

„Als das letzte Wort gesprochen ist, tritt Hitler von dem Pult zurück. Der Reichspräsident tut einen Schritt nach vorn und streckt ihm die Hand entgegen. Hitler ergreift sie und beugt sich tief, wie zum Kuss, über die Hand des greisen Feldmarschalls. Es ist eine Huldigung in Dank und Liebe, die jeden ergriffen hat, der sie mit ansah.“

Mit einem freudigen „Ja“ war die Kirche an diesem unsäglichen Meilenstein deutscher Geschichte beteiligt, mit allem, was noch folgen sollte. „Ja“ zu den Konzentrationslagern, ja zu Terror, Diktatur, zu Mord, Totschlag, Holocaust und Weltkrieg.

Im Kirchenschiff und auf den Emporen sind ausschließlich Braunhemden zu sehen: Fast 3000 Parteigenossen haben sich am 19. August 1933 in der Potsdamer Garnisonkirche versammelt, um der Fahnenweihe der NSDAP beizuwohnen. Das traditionsreiche Gebäude – es ist bis auf den letzten Platz besetzt – verleiht der Veranstaltung einen geschichtsträchtigen Rahmen. Oben, an den Pfeilern des Kirchenschiffes, hängen die Fahnen der alten kaiserlichen Armee. Unten, im Altarraum, stehen die Fahnenträger der NSDAP mit ihren Hakenkreuzflaggen.

Zum Auftakt erklingt das Lied Ich hab mich ergeben, das Nationalisten aller Richtungen schon im 19. Jahrhundert sangen. Es folgt das in der SA beliebte Thüringische Schulgebet  des Nazi-Dichters Arno Kühn. Dann spricht Pfarrer Curt Koblanck. Mit markigen Worten erinnert er daran, wie treu die Gemeinde zu den Fahnen der preußischen Armee gehalten habe. Die gleiche Treue verdiene nun der »Führer«. Hart hallen die Worte Koblancks durch die Kirche: »Wer leben will, der kämpfe, und wer nicht streiten will in dieser Welt des ewigen Ringens, verdient das Leben nicht!« Zum Schluss deklamiert er: »Niemals hat ein Volk sich seinen Raum erworben ohne Kampf. Das ist das alte Gesetz, das durch die ganze Weltgeschichte hindurchgeht: Kampf!«

Die Veranstaltung ist, wie viele weitere NS-Versammlungen in der Garnisonkirche, gut dokumentiert, allen voran der »Tag von Potsdam« am 21. März 1933, als Adolf Hitler und Paul von Hindenburg das Bündnis zwischen den nationalsozialistischen und den deutschnationalen Kräften besiegelten. Wer in die Akten schaut, wird auch darüber hinaus reichlich fündig. Doch nicht jeder will hinsehen.Der Geist von Potsdam. Christen brauchen keine Garnisonskirche

Reuelos schreibt Dibelius in seinen Memoiren 1961: Auch wenn Hitler »das nicht war, was wir uns gewünscht hätten – er war zum mindesten ein energischer Mann, der mit den Kommunisten wohl fertig werden konnte«

Und alle, die sich heute so vehement für den Bau des Kriegstempels einsetzen, Markus Dröge, Wolfgang Huber, Irmgard Schwaetzer und Manfred Stolpe, die bekannten und unbekannten Geldgeber befinden sich in dieser Tradition. Nicht verwunderlich wäre, wenn bei der Einweihung des Turmes ein Musikkorps der Bundeswehr die Preußen-Märsche zünftig aufspielen würde.
Wer meint diesen Turm in der Mitte der Gesellschaft platzieren zu können irrt, Symbolkirche war sie immer, eine Begegnungsstätte für den Frieden verbietet schon der Name, wer meint, eine Garnison sei friedlich umzudeuten, glaubt auch dass man für die Jungfräulichkeit vögeln kann.

Wer eine Friedenskirche will baut eine Friedenskirche, wer eine Versöhnungsstätte will baut eben diese. Wer eine Garnisonskirche will baut sie aus den o.g. Gründen.

Katrin Göring-Eckardt: Dodo des Monats April 2017

Dodo des Monats April 2017 ©HFR

KGE macht Marmelade, Erdbeeren und Rhabarber gemischt, letzterer verschwindet, ist also nicht mehr sichtbar, so wie der von ihr geliebte Gott. Kochen und etwas Farbe lassen den Göttlichen im Dampf unsichtbar werden. Dumme Erläuterungen für ein Kind. Indoktrination nennt man das wohl.
Mit KGE begibt man sich in die Niederungen spiritueller Rauschzustände die wir eigentlich nur von Frau Käßmann kennen. Beiden gemeinsam, die Liebe zu Martin Luther, dem Helden freiheitlichen Denkens. Und schon sind wir beim Lug und Trug mit dem das geschichtliche Abbild Luthers geschmiert wird. Aus einem Brief, mit den Thesen, an seinen Bischof, wird der Thesenanschlag, aus dem Mönch ein judenhassender Theologe, ein Frauenverächter gewürzt mit blanken Sexismus, was Pseudo-Feministinnen wie KGE nicht davon abhält ihren kruden Thesen von Luther und den Frauen im Kitsch einer Tschibo-Werbung anzupreisen.

„Darum hat die Maid ihr Punzlein, daß es dem Mann ein Heilmittel bringe.“ zitiert nach: „Luther heute: Ein trefflich Wort“, Verlag Neues Leben, S. 33

Wenn Gott wie Rhabarber ist spielen solche frauenfeindlichen Sprüche natürlich keine Rolle. Kritik darf nicht formuliert werden, sie und ihre Luther-Paladine von der Hauptabteilung Kirche im Bundeskanzleramt  sofort in Abwehrhysterie verfallen. Die von Luther geforderte Freiheit des Glaubens wird ganz dreist sozial transformiert und religiös okkupiert.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“ zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Der göttliche Rhabarber bedarf der Pflege, er kann verunkrauten und von Parasiten befallen werden. Im alten China nutzte man die Pflanze als sanftes Abführmittel. Gott garantiert seiner geschöpften Kreatur die Darmentleerung. Unstrittig ist, das diese durchaus göttlichen Charakters sein kann. Die Erleichterung ist menschlich spürbar, dank KGE göttlich. Luther lästerte seinerzeit über Äußerungen des Papstes „er habe gepforzet.“ Unbekannt ist ob der Papst dies mittels Rhabarber erreichte.

Dank Luther wissen wir auch dass Frauen unter einem Mangel an Verstand leiden

der Weiber Regiment von Anfang der Welt nie nichts Guts ausgerichtet hat, wie man pflegt zu sagen: Weiber Regiment nimmt selten ein gut End! Da Gott Adam zum Herrn über alle Kreaturen gesetzt hatte, da stund es Alles noch wohl und recht, und Alles ward auf das Beste regieret; aber da das Weib kam und wollte die Hand auch mit im Sode haben und klug sein, da fiel es Alles dahin und ward eine wüste Unordnung. … Wenn Weiber beredt sind, ist das an ihnen nicht zu loben, es paßt besser zu ihnen, daß sie stammeln und gut reden können. Das ziert sie viel besser.“ zitiert nach Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 45f

Luther forderte darüber hinaus die Todesstrafe für Ehebruch, ist die Frau zickig und verweigert den ehelichen Beischlaf, so kann sich der Herr der Schöpfung eines anderen Weybes bedienen.

Wo nun eyns sich sperret und nicht wil, da nympt und raubet es seynen leyb, den es geben hatt dem andern, das ist den eygentlich widder die ehe unnd die die ehe zuryssen. Darumb muß die weltliche ubirkeyt das weyb zwingen oder umb bringen. Wo sie das nicht thutt, muß der man dencken, seyn weyb sey yhm genomen von raubern und umb bracht und nach eyner andern trachten.“ zitiert in Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 56

Soviel zur Freiheit der Christenfrau ala Martin Luther. Vielleicht sind ja in den süß-sauren Lutherbonbons, die man gut marktwirtschaftlich zum Kirchentag unter die Jecken werfen will, durchaus mit göttlichen Rhabarber gefüllt. In diesem Falle sollte die Stadt Berlin noch ein paar zusätzliche Dixie-Klos anmieten.

In dem Sinne, jederzeit eine gute Verrichtung, dank göttlichen Rhabarbers. Die Zeit sollte KGE für eine Lutherlektüre nutzen.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

 

Wahl Dodo des Monats April 2017

Dodo des Monats April 2017 ©HFR

Bestimmend im Monat April, Tod und Auferstehung der Spukgestalt namens Jesus. Des menschgewordenen Gottes, der einst sein Ebenbild aus Staub formte um dann später, bei seiner Selbsterzeigung eine Jungfrau benötigte. Also, er hat diese Frau befruchtet, dazu benötigte er einen engelhaften Besamer, um dann selbst völlig ungöttlich geboren zu werden. Jahre später lässt er sich vom weltlichen Pöbel umbringen, als Sohn eines Gottes der er selbst ist, unter Mitnahme aller Sünden und dem Müll seines Leibes verschwindet er wieder gen Himmel und stellt sein Bodenpersonal sündenfrei.

Die Todesstunde wird gefeiert, still unter Zwang, es ist die karfreitägliche Geisterstunde, von 24:00 auf 15:00 vor verlegt. Diesem Stuss muss sich weltlich alles unterordnen. Die Apologeten gehören ausgelacht und in ihren Tempeln für die Dauer der Todesfeier eingeschlossen. Krudes Zeug im Monat gab es reichlich. seht selbst.

Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2017 18:00 Uhr befristet. Viel Spaß!

  1.  Willi Steul, „katholischer Erklärer des Korans.“
  2.  Alexander Van der Bellen, „demnächst mit Kopftuch?“
  3.  Monika Grütters, „Steuergelder für fragwürdige Party.“
  4.  Papst Franz, „liebt Blutzeugen, also tote Katholiken.“
  5.  Stefan Theo Reichel, „Widerstand gegen staatliche Maßnahmen.
  6.  Christina Aus der Au, „Mit Obama Kirchentagswahlkampf für Merkel.“
  7.  Gottfried Locher, „Zwangsmission in Berlin.“
  8.  Margot Käßmann, „Luther-hörige Theologin.“
  9.  Markus Dröge, „Bigottes zum völkischen Denken.“
  10.  Heinrich Bedford-Strohm, „karfreitäglicher Geisterbeschwörer.“
  11.  Bernd Althusmann, „fordert Respekt für seinen Geist.“
  12.  Gregor Gysi, „Welt ohne kirchliche -Moralinstanzen unvorstellbar.“
  13.  Uwe Köster, „Polizeiseelsorger sieht Fußball zu Ostern als Gefahr.“
  14.  Reinhard Marx, „Skrupelloser Erzapostel in Sachen Geld, Steuern, Soziales.“
  15.  Ralf Meister, „mag Kontrolle für anders Denkende.“
  16.  Rauf Ceylan, „Staatsknete für Moschee-Imame.“
  17.  Katrin Göring-Eckardt, „Gott ist wie ein Abführmittel.“

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Rundfunk Berlin-Brandenburg: Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

„Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet umfassend und multimedial vom 36. Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg (24. bis 28. Mai 2017).Pressemitteilung des rbb“

10 Jahre Zwangsmission finden ein Ende. Es reicht, Übersättigung gebiert Ekel. Der evangelische Kirchentag, einer kleinen religiösen Minderheit in Berlin, soll der Abschluss sein. Frau Käßmann will in Rente gehen, wir wünschen ihr einen angenehmen Lebensabend, verbunden mit der Hoffnung, nie wieder etwas von ihr hören oder lesen zu müssen. Der immer greinende, moralinsaure Bescheidwisser Huber reicht der Stadt völlig.

Gegen aufkommende Übelkeit, oder andere Peinlichkeiten kann man sich einen Lutherbonbon gönnen, der fette Pfaffe lässt sich wohl ganz gut weglutschen.

Und schon an dem süß-sauren Zuckerklumpen kann man erkennen das Marketing alles ist. Pfäffinnen und Pfaffen müssen nicht um Geld betteln, fremdes Geld, Politiker jedweder Coleur geben reichlich und gern aus dem Staatssäckel. Millionen kommen zusammen, ob nun in Brandenburg die Landesregierung, der Berliner Senat oder in Sachsen-Anhalt. Anders-und Ungläubige finanzieren die Pfaffensause. Peinliche Scham kennt man nicht, Anspruchsdenken aus alten Zeiten und so untersetzt der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Christensausse in Berlin und Brandenburg. Dank der üppig fließenden Rundfunkbeiträge kann man aus den vollen schöpfen. Multimedial ist man dabei, Dokumentaionen wurden produziert, Reportagen, Programmplanungen. Hassprediger Luther gibt den Hintergrund. Die Pfaffen, allen voran die EKD, also die Hauptabteilung Protestantismus beim Bundeskanzlerinnenamt, erhofft sich eine Rendite für die Investitionen. Mach Geld mit anderer Leute Geld. Man hofft natürlich auch Missionieren zu können, die eine oder andere abtrünnige Seele in Schafsherde eingliedern zu können.

Der Religionsspiegel der Stadt Berlin spricht von 16,1% Hauptabteilungschristen hinzu kämen rd. 2,9% Freikirchler, Bibelfundis u.a.  Die Reformationsparty ist eine von Oben verordnete Lustparty. Die mediale Aufmerksamkeit entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Der Widerspruch ist signifikant, wird aber von Politik und Christen-Bonzen gekonnt überspielt. Der Volksmund nennt das dann Fake News und weiß, hier wird er verarscht, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen, hier der RBB, voran. Staatskirchenrundfunk, die rechtlich fixierten Normen sind geduldig, die Praxis eine andere. Vielleicht bräuchte es eine neue Reformation, eine Reformation die mit der unsäglichen Verflechtung von Politik und Kirchen Schluss macht und die weltanschaulich-religiöse Neutralität des Staates gewährleistet.

Die Protestanten sind, was Luther betrifft, mit sich im Reinen. Im Programm des RBB vermisse ich doch eine öffentliche Lesung aus der Luther-Schrift „Von den Juden und ihren Lügen.“ Das wäre eine ehrliche Grundlage um sich mit dem Fettwanst auseinandersetzen zu können.

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz&Gelberg, S. 111

Es finden sich noch viel mehr andere Zitate Luthers, Sexismus, Obrigkeitswahn und natürlich sein Judenhass.
Der RBB hilft eine feine Wolke guten Eindrucks zu verbreiten, die Lüge manifestiert sich medial. Aber schon der Thesenanschlag Luthers ist eine Lüge.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats März 2017

Dodo des Monats März 2017 ©HFR

Der Monat März war bestimmt durch das Toben des Osmanischen AKP-Mobs in Europa. Psychotisch zu nennende Verbalinjurien mit nur einem Zweck, den Status des illegalen Dikators in legal zu verwandeln. Die Niederlande, Deutschland, Österreich, alles Nazis oder zu mindestens Nazi-Methoden anwendend. Wer solche Politiker an der Macht hat und deren Auffassung von Politik nicht vertritt kann eigentlich nur noch abhauen oder aber akzeptieren, dass er von Idioten regiert wird.
Die Kriechspur verlassend kommen die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum, eingebunden im Kirchentag der Evangelischen Kirche in die heiße Phase. Den Fettwanst Luther kann man jetzt schon fast überall sehen, spuckt man aus, trifft man ihn. Die Hauptabteilung Kirchen beim Bundeskanzlerinnenamt bietet dem Volk panem et circensis. Der Juden-und Frauenhasser repräsentiert wie kein zweiter den gebückten Gang der Obrigkeitshörigkeit. Die Fete um Luther wird nur möglich, weil man das Schlechte, Widerwärtige ausblendet und sich  auf das Gute konzentriert. Ein Politiker mit solchen Aussagen, wie Luther sie getätigt hat, muss sich um seine politische Zukunft keine Sorgen mehr machen.

Die Wahl ist bis zum 07.04. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Samir Bouaissa, „in der Schule wird gebetet, gelernt nur in Ausnahmefällen.“
  2.  Hans Michael Heinig, „beklagt die verschwindende Märchendeutung an Universitäten.“
  3.  Techniker Krankenkasse, „Geld fürs Zuckerkügelchen.“
  4.   Jörg Kruttschnitt, „Kirchenrecht gegen Arbeitnehmerrechte.“
  5.  Helmut Kukacka, „träumt den Traum vom Kreuzestod.“
  6.  Franziskus-Krankenhaus Berlin, „Kirchenkonzern mit Profitmaximierung.“
  7.  Heiner Koch, „eloquente Homophobie.“
  8.  Heinrich Bedford-Strohm, „sollte politische Vorschläge in seiner SPD einbringen.“
  9.  Oberlandesgericht Düsseldorf, „Synagogen abfackeln ist Israelprotest, nicht Antisemitismus.“
  10.  Friedrich Schorlemmer, „Luther der Held der DDR.“
  11.  Feridun Zaimoglu, „mädchenhafte Luthersicht.“
  12.  Benjamin Hasslhorn, “ will zum Kern des Luthertums zurück.“
  13.  Rundfunk Berlin-Brandenburg(rbb), „teurer Religions-Spam im Funk.“
  14.  Ekkehart Vetter, „Heilungsgebete gegen Homosexualität.“
  15.  Michael Müller, „Instrumentalisierung der Terroropfer mit Islam.
  16.  Martina Münch, „säkularisiertes Kloster zurück an die Kirche, wer bezahlt den Scheiß?“
  17. Thomas Hartung, „wenn Frauen masturbieren...“

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Wenn die Blume des Obskurantismus blüht

Symbolbild. Bild: hippo by swatts

Vor ein paar Wochen wurde auf der Webseite Dialog Theologie und Naturwissenschaften, der evangelischen Akademie im Rheinland, ein Leitartikel von Michael Blume unter der Überschrift: „Vertragen sich Religion und Evolution“, veröffentlicht.

Blume versucht Schnittmengen von Theologie und Evolutionstheorie auszuloten. Dem Prozess der Evolution ist das völlig egal, vollzieht er sich doch seit hunderten von Millionen Jahren ohne uns. Die Erst-Beschreibung des Prozesses, den Versuch Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, zu interpretieren ist Darwins Werk. Seine Fixierung der Evolutionstheorien.

Charles Darwins Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl ist wohl unstrittig das machtvollste Denkgebilde der letzten 200 Jahre. Die von ihm entwickelten Evolutionstheorien, Entwicklung der Organismen von der einfachen Zelle zum komplexen Organismus und die natürliche Auslese rissen einen Krater in die Gedankenwelt göttlicher Schöpfung. Das imago dei und heute lebende Affen haben gemeinsame Vorfahren. Die metaphorische Schöpfungsgeschichte der Bibel ein Märchen. Der gläubige Darwin wusste die Bedeutung dessen richtig einzuschätzen, er fühlte den scheinbare Mord, seiner Ehefrau musste er wiederholt bestätigen, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht auf die Menschen zutrafen. Auch wenn er in späteren Lebensjahren eine agnostische Position einnahm, Gott wurde von ihm nicht in Frage gestellt. Man könnte es durchaus Darwins Dilemma nennen. Gefangen im Glauben an den Gott der Bibel und den Schöpfungsberichten zeigen die Fakten eine andere Geschichte auf. Die Entwicklung des Lebens, vollzogen durch eine Maschine namens Evolution. Die Evolution ist, wer einigermaßen rational Denken kann, ein Faktum. In den Naturkundemuseen unserer Welt sind Millionen Tatsachen gesammelt und anschaulich, bildend dargestellt. Wir können durch Jahrmillionen der Entwicklungsgeschichte des Lebens wandern. Lücken sind benannt, was wir nicht Wissen als Nichtwissen dargestellt. Verblödete Zeitgenossen argumentieren dergestalt, dass der Teufel all diese gesammelten Fossilien(Fakten) versteckte, um die Sinne der Menschen zu verwirren. Die Erde 6.000 Jahre alt sei und der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Das sind die harten Fälle religiöser Verwirrung.

Unerheblich, welche mentalen Übungen religiöse Menschen unternehmen müssen, um anzuerkennen, dass ihre Weltsicht nicht stimmig mit den Fakten darstellbar ist. Wie religiöse Wissenschaftler evolutionstheoretische Fakten mit ihrem Weltbild in Übereinklang bringen ist deren Problem und muss uns nicht interessieren.

Die Darwinsche Kränkung wirkt fort, das Dilemma ebenso. Frömmler wie Michael Blume versuchen es mit einer Minimax-Strategie. Wenn ich schon nicht gewinnen kann, mach den Gegner, Anti-Theisten, Atheisten, Brights, was auch immer, bei sich jeder bietenden Gelegenheit fertig. Kinder handeln so, derartige Szenarien finden wir im Sandkasten unserer Kindheit, wir können darüber Lachen, Blume nicht. Man möchte meinen den „Leidartikel“ für die Plattform Dialog & Naturwissenschaften hat ein Fellow des Discovery Institutes geschrieben.

Blume kritisiert alles was mit evolutionär attributiert ist. Da es in seinen Argumentation-Rahmen passt erfindet er den Begriff der evolutionären Religionskritik. Nochmal, Darwin ist für ihn gut, da er Gott nicht in Frage gestellt hat. Nun verteidigt er, mit frömmelnder Obskuranz, Darwin gegen die Ungläubigen. Das er sozialdarwinistisch argumentiert ficht ihn nicht an, Minimax-Strategie. Eine saubere Trennung, nämlich den Unterschied von Darwinismus, der aus Darwins Idee eine Ideologie macht und Sozialdarwinismus darzustellen nimmt er nicht vor.

Religionskritiker erhoben dabei den Anspruch, durch die Wissenschaften seien Religionen „widerlegt“ worden und nicht wenige beriefen sich auch gleich auf die Evolutionstheorie, um sozialdarwinistische, rassistische und eugenische Menschenverachtung salonfähig zu machen.Leitartikel von Michael Blume: Vertragen sich Religion und Evolution?

Großzügig unterschlägt er, in bester Manier eines Propagandisten, die Verwerfungen seines Gottesglaubens, historisch allemal.

Blume lässt seinen Geist fließen. Richard Dawkins verzeiht er den Begriff des Gotteswahns nicht. Er findet eloquente Begründungen für das Zusammengehen von Evolutionstheorie und Religion. Dawkins hat ihn zutiefst gekränkt. Er will nicht gotteswahnsinnig sein und schon gar nicht als solcher verstanden werden. Den Argumenten, derer sich Dawkins bedient geht er aus dem Weg, stattdessen formuliert er, durchaus neurotisch, eine evolutionäre Religionskritik, die ebenso evolutionär entstanden ist wie die Religion.
Methodisch ist es nicht neu, was Blume zu bieten hat. Er nimmt Anleihen in der New Age Esoterik. Der „evolutionäre“ Theismus Teilhard de Chardins hat es ihm angetan, jener Jesuit, der selbst am Massensterben einen Anlass zur Freude sah. Das Universum sei ein selbst denkendes Objekt. Es entwickelt sich zum Omega-Punkt, an dem die gesamte Schöpfung, einschließlich der Menschheit, eins mit der Gottheit werden würde. Unweigerlich stellt sich die Frage, ob am LHC in Genf nicht Bruchstücke exotischer Materie entkommen sind, die mit dem ein oder anderen Religioten in Berührung kamen.

Blume mischt schlechte Geschichte mit fragwürdiger Wissenschaft. Mit seiner Argumentation, dass Wissenschaft für die Vertrauensverluste verantwortlich sei, die sich in Fake News, Verschwörungstheorien und sogenannten postfaktischen Wissen niederschlagen. Seine eigenen, religiös begründeten Weltsichten bezieht er nicht ein. Blume kennt den Plan Gottes und er lässt die armen dummen Menschen teilhaben an seinem Wissen. Die bösen Atheisten, wie Dawkins et al sind in seinem Plan nicht enthalten.

Immanuel Velikovski, Rael, Graham Hancock, Erich von Däniken, Zecharia Sitchin und Michael Drosnin haben in unterschiedlichen Themenbereichen kreationistische Hypothesen formuliert. Blumes Argumentation kommt ca. 20 Jahre zu spät, was ihn nicht daran hindert seine krude Pseudowissenschaft unters Volk zu bringen.

Formulierte Dawkins sinngemäß: „Meme sind kulturelle Information die durch Imitation weitergegeben werden.“ So nennt Blume Meme „virusartige“ Gebilde.

Der christliche Glaube selbst, wie jede Religion, ist ein erfolgreiches Mem. Das bekommt Frömmler Blume nicht in den Kopf. Wenn Gene die Grundbausteine des Lebens sind, sind Meme die Grundbausteine der Kultur. Das war Dawkins Anliegen.  Dass Meme in ihre deskriptiven Begrifflichkeit kritikwürdig sind ist unbestritten.

Blume spricht vom Vertrauensverlust der Wissenschaft, es sind Leute wie er, die Resultate, Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik sozial interpretieren, dabei völlig außer acht lassen, dass die Naturwissenschaften ein Werkzeug sind um unsere Realität zu erkennen und zu beschreiben. Es ist Sache der Politik aus den Erkenntnissen, wenn notwendig, Gesellschaftsrelevantes umzusetzen. Dass das Anwenden wissenschaftlicher Erkenntnis politisch unerwünscht ist sieht man anhand der Klimapolitik der aktuellen US-Regierung.

Blume unterteilt Menschen in Gruppen von Gläubigen, die eine hohe Reproduktionsrate haben, dass Kinder erst durch Indoktrination zu Gläubigen gemacht werden verschweigt er geflissentlich. Hohe Reproduktionsraten, bei Religiösen, sichern diesen einen evolutionären Überlebensvorteil. Er schwadroniert vom Tod des Atheismus. Atheistische Gesellschaften haben keinen Bestand. Da Atheisten eine niedrigere Reproduktionsrate haben. Was wäre denn, wenn Kindstaufen erst ab der Volljährigkeit möglich wären? Und Eltern ihren Zöglingen die Wahl, das Ob und Wenn einer religiösen Weltsicht überließen. Es gibt nicht wenige, auch Gläubige, die von einer Zwangstaufe reden, da man sich als Kleinkind gegen die Wahl der Eltern nicht wehren könne. Vor allem hat dies nichts mit Evolution zu tun, sondern ist eine sozio-kulturelle Angelegnheit. Signifikant, Blume weiß nicht was Evolution ist. Wenn dem so wäre, warum müssen Kinder getauft werden? Warum muss ein großer Zauber veranstaltet werden, um Kinder christlich, islamisch, jüdisch usw. werden zu lassen? Warum lässt der allmächtige Zausel im Himmel sein Volk nicht gläubig auf die Welt kommen? Man sollte Blume ein Labor geben und ihn ein paar Jahre Gene sequenzieren lassen, vielleicht findet er ja das Gottesgen. Gekennzeichnet mit C-E/K, I, J, H, B usw.

Der Höhepunkt Blumescher Religionssudelei findet sich am Ende. Theologie als Hüter der Wahrheitsfrage(n).

Schon jetzt gehören kirchliche Akademien, Institute und Bildungswerke zu den letzten Orten außerhalb der Hochschulen, an denen überhaupt noch Wahrheitsfragen im weltanschaulichen und interdisziplinären Dialog bearbeitet werden.ebenda

Und hier lässt er die Katze aus dem Sack der ewiggültigen Wahrheiten. Um die geht es ihm. Dass das Evolutionäre keine schlussendlichen Wahrheiten kennt übersteigt seinen Horizont und damit führt er seinen ganzen Leidartikel ad absurdum. Esoterisch-religiöser Stuss, New-Age-Esoterik mit kreationistischer Attitüde.

Er versucht den Eindruck zu erwecken, dass er an einer Theologie für Alle arbeitet. Sichtbar vermeidet Blume Attribute wie christlich oder islamisch. Vom Kreationismus scheint er sich zu distanzieren, dem Grunde nach ist er selbst ein Anhänger diese obskuranten Weltsicht.  Wir sind gespannt, wenn er den ersten Artikel bei Wort&Wissen veröffentlicht und die ganzheitliche Suche nach der Arche befördert.

„Je größer der Dachschaden um so schöner der Aufblick zum Himmel.“(Karlheinz Deschner)

Vielleicht entdeckt Michael Blume die Problematik der „evolutionären Homöopathie“ für sich, vielleicht gelingt es ihm das Gedächtnis des Wassers vom Anbeginn bis heute zu entschlüsseln und theologisch zu deuten, den Omega-Punkt dürfte er eh nicht erleben.

 

Volker Kauder: Dodo des Monats Februar 2017

Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR

Die Frömmigkeit hat gewonnen. Angesiedelt zwischen evangelikalen Irrsinn und gestapelte Notrationen im Keller. Wartend auf das Jüngste Gericht. Kauder selbst ist wohl pietistischer Protestant mit katholischer Kontamination. Der Mensch ist die Schöpfung Gottes, geformt nach seinem Ebenbild. Von ihm kommen Menschenwürde und Menschenrechte. Erstere spricht Bibel-Fundamentalist Kauder den Homosexuellen, bei christlicher Notwendigkeit, mehrmals am Tag ab. Er meint, er sei konservativ. Er hat ein beschissenes Menschenbild, das ist der Punkt, nicht sein Konservatismus.
Als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag wird er hauptsächlich in Sachen Glaube wahrgenommen. Dafür wird er vom säkularen Staat gut bezahlt. Ein Bild mit dem Ratzinger-Papst ist in seinem Zimmer zu sehen. Nichts dessen man stolz sein sollte. Aber so verschieden sind die Weltbilder.

Kauder selbst steht der Deutschen Evangelischen Allianz nahe, jener religiös klaustrophoben Truppe die gut gepflegte Homophobie artikuliert und in Sachen Lebensrecht und Bildung auch rot-braunen AfD Kontakten nicht aus dem Wege geht.

Eigener Darstellung ist zu entnehmen, dass er Kontakt zum Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, al-Tayyeb“ hat.  Der habe ihm gesagt:“„Hören Sie bitte auf, mit mir darüber zu reden, dass der Islam durch die Aufklärung muss. Wir wollen nicht durch die Aufklärung, denn bei der Aufklärung ist das Ergebnis gewesen, dass der Staat über der Religion steht und bei uns muss die Religion über dem Staat stehen …“ Kauders Antwort war tiefes Schweigen. Er war nicht entsetzt, empört, entrüstet, er schwieg. Nicht auszuschließen, dass er ähnliche Gedanken im Kopf hat. Wohlwissend, die Menschenrechte, die Gleichheit vorm Gesetz und nicht zuletzt die Religionsfreiheit sind Errungenschaften der Aufklärung, gegen die Interessen der Kirchen durchgesetzt. Die römische Spuktruppe hat fast 240 Jahre gebraucht um das Prinzip der Religionsfreiheit anzuerkennen um es danach mit Gutdünken bei jeder Gelegenheit zu missbrauchen. Kauder, in seinem Gotteswahn, ist durchaus zu zutrauen, dass er die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam partiell wenn nicht in Gänze anerkennt. Die Wege des Herrn sind unergründlich. Er selbst ist aber sehr schnell dabei, Gründe zu finden um Religion passfähig zu machen. Eloquent werden Halbwahrheiten dem Pöbel zum Fressen gegeben. Der frisst es.

Gelingt es den Kirchen nicht, den Islam auf das Niveau der Amtskirchen zu heben, Körperschaft des öffentlichen Rechts, Einzug von Steuern, eigenes Arbeitsrecht, soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime auf der Grundlage des Korans zu schaffen, stehen die Pfründe der Kirchen zur Disposition. Der Staat kann nur als handlungsfähiges Rechtssubjekt existieren, wenn er religiös geeint ist. Geeint in dem Sinne, dass man katholisch, evangelisch, islamisch und jüdisch an einem Strang zieht. Hauptsache der Pöbel ist gläubig. Gelernt haben die Pfaffen und mit ihnen Kauder nicht. Die religiöse Gleichschaltung  bringt Ergebnisse hervor, die man nicht andenken konnte oder sie schlicht und einfach nicht für möglich gehalten hat.

Am 25. Februar zum Abschluss des 10. Kongresses christlicher Führungskräfte in Nürnberg äußerte sich Kauder folgendermaßen:

„Wenn die Türkei sagt: Interne Vorgänge sind unsere Sache, sage ich: Aber der Einsatz für Christen in diesem Land ist unsere Sache“Volker Kauder

Es ist nicht Sache des Fraktionsvorsitzenden einer Partei im Bundestag auf einem demokratisch nicht legitimierten Kongress mit seiner Funktion die Muskeln zur Errettung des Christentums, spielen zu lassen. Er könnte doch sofort, wie seine Kollegen von der AKP es in Deutschland tun, nach Erdoganistan reisen und auf dem Taksim-Platz in Istanbul für die Rechte der rd. 100.000 in der Türkei lebenden Christen eintreten. Rechtsstaatlichkeit, Presse-und Meinungsfreiheit, Parlamentarismus wären die Eckpunkte einer flammenden Rede, seinem Gott würde das Weihwasserbecken überlaufen. Selbst dann, wenn er verhaftet werden würde, wäre das immer noch ein positives Ergebnis. Der christliche Gott braucht Märtyrer und Kauder wäre doch ein ordentliches Opfer. Der CDU/CSU würde es zur anstehenden Bundestagswahl die absolute Mehrheit bringen. Ein paar Gottesbonzen der Deutschen Evangelischen Allianz würden mit Freuden zur Mission auf den Taksim-Platz aufbrechen. Das wäre ganz großes Kino, ein gutes Bier, Popcorn und Kartoffelchips bräuchte es dann aber.
Das Problem, alle, auch Kauder fläzen in ihrer sicheren sozialen Hängematte, ohne jede Risikobereitschaft für ihren Gott. Das ist Mangel am Glauben. Statt dessen sehen sie wohlgefällig wie die Kanzlerin Bedford-Strohm die Wangen hätschelt und überlegen sich ob der dicke Marx Stachelbeerwaden unter seiner Soutane versteckt.

In dem Sinne. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

 

Wahl Dodo des Monats Februar 2017

Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Februar 2017 ©HFR

Ohne Religion scheint es im säkularen Gemeinwesen Deutschlands nicht zu laufen. Statt weniger Kirchen, weniger Moscheen entscheiden sich selbst Ungläubige für Religion statt dagegen. Künstliche Konstrukte, nicht belegbar, Worthülsen wie das Abendland, christlich noch dazu, die ganz Eifrigen beschwören das Judentum, welches ihre Altvorderen in die Öfen von Auschwitz getrieben haben. Religion sei Kultur, dämlich grinsend in die Masse, werden solche Sätze erbrochen. Kultur ist eine Hure, die sich mit allem und jeden ins Bett gelegt hat und es fröhlich noch immer tut. Das macht ihre Vielfältigkeit, ihre Kreativität aus. Religion ist eine Untermenge, jener Bereich der privilegiertes Wissen vortäuscht und Wege zur Unsterblichkeit aufzeigen will, aber nur für diejenigen, die zum Klub gehören. Polit-Tourismus zum Vatikan, evangelische Bischöfe sitzen schmachtend an den Tischen der Macht und entscheiden über das Wohl und Wehe von Menschen, mit denen sie nicht zu tun haben. Religionssklavische Politik macht es möglich.

Die Wahl zum Dodo des Monats ist bis zum 07. März, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden. Viel Spaß?

  1.  Regierungskoordinatoren Österreich, „zum Kreuz kriechende Sissies.“
  2.  Gerhard L. Müller, „gottverlassene Ahnungslosigkeit.“
  3.  Christoph Meyns, „religiöse Gefühle gehören beachtet.“
  4.  Markus Söder, „Gottesknecht braucht die Kirche nicht.“
  5.  Volker Kauder, „sorgt sich um die Christen in der Türkei.“
  6.  Michael Hüther, „Die EU fußt auf dem Christentum.“
  7.  Markus Dröge „Instrumentalisierung eines Terror-Aktes.“
  8.  Sigurd Rink „Beamter der Bundeswehr mit christlicher Attitüde.“
  9.  Jann Jakobs „Staatsknete für Gebete.“
  10.  Devid Striesow, „Religion als Pflichtschulfach.“
  11.  Binali Yildirim „Osmanen-Verschnitt in Oberhausen.“
  12.  Zita Schwyter „Zimbo als Heilpraktikerin?“
  13.  Christoph Markschies, „will seine Märchenkunde an der HU verstärkt wissen.“
  14.  Dirk Behrendt, „vorwärts in die Vergangenheit.
  15.  Josef Kraus, „christliche Homophobie-Pflege.“
  16.  André Poggenburg, „SA im Parlament.“
  17.  Johannes Singhammer, „zum Beten nach Washington.“
  18.  Gundrun Kugler, „das Kreuz sei ein säkulares Symbol.“

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Justiz Albtraum

Alle erheben sich. Die Richterin, mit ihren Beisitzern, betritt den Verhandlungsaal. Ein kurzes Nicken in Richtung Publikum und das hohe Gericht nimmt Platz. Die Vorsitzende zupft an ihren Hidschab. Der Beisitzer zu ihrer Linken stellt einen kleinen, fetten, ewig grinsenden Buddha auf den Tisch. Der Andere einen tanzenden Shiva. Über allen thront das gewaltige Kreuz des Christentums. Die Autorität des christlichen Gottes ist scheinbar unbestritten, darunter hängt in goldenen Buchstaben auf schwarzen Samt, die Shahada. Während der Staatsanwalt beginnt den Verlauf der Verhandlung auszupendeln, legt der staatlich bestimmte Verteidiger seine Tarot-Karten. Die beiden anwesenden Justizbeamten channeln sich.

Der Angeklagte sitzt völlig verstört, die Augen weit aufgerissen auf seiner Bank. In jedweder Hinsicht ungläubig ahnt er, dass dies sein letztes Gericht ist.

Der strittige Sachverhalt, der Grund für die Gerichtsverhandlung ist belanglos. Sein Unglauben ist das Problem.

Kabbalistisch wird der zu bestimmende Paragraf im Strafgesetzbuch festgelegt. Verurteilt wird er zu ewiger Jugend, die er in einem religionspluralistisch geführten vatikanischen Männerpuff verbringen darf.

Zum Abschied drückt ihm sein Pflichtverteidiger eine Tarotkarte in die Hand, ein Bube.

 

Gregor Gysi: Dodo des Monats Januar 2017

Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR

Gregor Gysi. Bild: FBEs wäre ein schöner Tag, wenn eine Politiker, Atheist, Humanist, was auch immer, den Arsch in der Hose hätte und völlig unbekümmert negative Religionsfreiheit in einer Kirche „predigen“ würde. Gregor Gysi ist von solchen Höhepunkten weit entfernt. Der Prototyp eines regressiven Linken.

Ich habe versucht zu erklären, weshalb Religion und Kirchen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Ich habe – obwohl ich selbst nicht an Gott glaube – versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen.
Gregor Gysi

Ich weiß ja nicht, was Gregor Gysi im Kopf hat als Atheist. Es muss furchtbar sein, damit er dieses Grauen im Zaume halten kann braucht er christliche Moral. Man sagt ja nicht umsonst, was ich denk und tu, trau ich anderen zu.
Darüber hinaus bleibt festzustellen, er findet einen absolutisch-feudal regierenden Kirchenfürsten, genannt der Pappa, Spukgestalt von Rom, annehmbar. Dessen Moral sich herleitet aus dem Naturrecht, eigentlich müsste Gysi als Rechtsanwalt beim Thema Naturrecht in schallendes Gelächter ausbrechen, aber das ficht ihn nicht an. D.h. eben jene katholische Kirche begründet mit dem Naturrecht die Nichtanerkennung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, sowohl von der UNO als auch von der EU. Tausende katholische Priester haben sich jahrzehntelang durch ganze Generationen von Kindern gevögelt, mit der ach so feinen Moral ihrer Kirche. Es wurde vertuscht, verheimlicht, gelogen und weltliche Gerichtsbarkeit umgangen.
Frauen wird die Gleichberechtigung versagt, das grundlegende Recht auf Selbstbestimmung nicht anerkannt. Die Benutzung von Kondomen untersagt, dann mit der Nonchalance eines Gnadenaktes unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Homosexuellen wird aus gleichen Gründen die Anerkennung als menschliches Wesen verneint. Die „unantastbare“ Menschenwürde wird tagtäglich mit feinziselierten Wortungetümen eben jenen Menschen genommen.
Wessen Moral Herr Gysi? Es kann nicht ihr ernst sein mit dieser bigotten Weltsicht der Kirchen übereinstimmen zu wollen.

Bei den Protestanten ist es nicht besser, der Vorteil, sie haben den römischen Mummenschanz der Antike abgelegt, aber ansonsten ist Bigotterie vorherrschend.
Auch hier ist der Wunsch nach Regulierung des Menschen ausgeprägt, Homophobie ebenso vorhanden wie die Entmündigung der Frauen. Allein die im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland stattfindenden Lebensrecht-und Bildungsdemonstrationen sind der Versuch einen evangelikalen Gottesstaat zu errichten. Konservative Christen entsagen ihren politischen Urgründen und landen bei der Alternative für Deutschland.
Allein Luther müsste Gysi ein sozialer Gegner sein.

„Wer den Müntzer gesehen hat, der hat den Teufel gesehen in seinem höchsten Grimm. … Nach der Rückkehr von einer Reise ins thüringische Aufstandsgebiet legte Luther nach und rief in einer Erweiterung der zweiten Auflage seiner Bauernschrift in vollkommen maßlosen zutiefst erschreckenden Worten die Obrigkeiten dazu auf, die Aufständischen ohne Gnade und Erbarmen wie „tolle Hunde“ niederzumetzeln. Denn wer sie nicht schlage, werde von ihnen geschlagen und das ganze Land dazu. Die Niederwerfung des Aufstands geriet zum Gottesdienst. „Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser als andere mit Beten“. Veit-Jakobus Dieterich: „Martin Luther“, dtv, S. 85ff)

500 Jahre Reformation, wer gegen die Obrigkeit ist, wird dahingemetzelt. Eigentlich die Leute, die zur Klientel der Partei Die Linke gehören.

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Valium für den Pöbel, damit er weiter in seiner sozialen Hängematte verdämmern kann.
Der Antisemitismus ist ebenso ein gut christliches Ding. Von Anbeginn bis Auschwitz, ohne Christentum kein Holocaust.

Kirchliche Moralnormen gelten für Anhänger der Kirchen. Für alle anderen gelten die Gesetze des weltlichen Staates, sie sind dort auch besser aufgehoben. Objektive moralische Werte, ob nun christlich, jüdisch, islamisch, existieren nicht. Der imaginäre Freund entzieht sich seit seiner menschlichen Geburt jedweder Einflussnahme. Das heißt aber auch, Moral die nicht mehr den Lebensumständen der Menschen entspricht wird abgeschafft. So sollte es sein, praktisch ist es anders. Politiker wie Gregor Gysi sorgen dafür, dass die ach so allgemeinverbindlichen Moralnormen, verbindlich werden. Anstelle des mittelalterlichen Throns sind die Politiker getreten, die kirchlich-religiöse Politik möglich machen. Neu ist, dass sich Atheisten den Pfaffen andienen. Hat bei den Sozialdemokraten 94 Jahre gebraucht, bis zum Godesberger Programm, da haben dann Johannes Rau, Gustav Heinemann und Erhard Eppler den Gotteswahn, von der Gesamtdeutschen Volkspartei, in die SPD gebracht.

Vorgelesen hat Gregor Gysi aus dem Römer, Kapitel 12, 17-21.

Haltet euch nicht selbst für klug.ebenda

Paulus‘ Römerbrief ist auch jenes Machwerk, welches gern herangezogen wird um gut christliche Homophobie zu pflegen.

Jede andere Institution, ob nun katholische- oder evangelische Kirche, hätte man bei den begangenen Verbrechen verboten, enteignet und abgeschafft. Dass dem nicht so ist, ist der Politik geschuldet, es klüngelt sich halt gut. Politiker gehen dann eben gern auf Stimmenfang, dass christliche Wahlvolk wird es danken.

Hüten wir uns vor Politikern, die Religion, egal in welcher Form, zur Maxime ihres Handelns machen.

Unmoral ist die Moral derer die sich amüsieren.Ambrose Bierce

Atheisten sind unmoralisch, Feinde der Gesellschaft, die sich der Kontrolle des Jesusklubs entziehen. Neu ist das nicht, eben regressiv.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch, vielleicht bringen die Kirchen ja ein paar Stimmen im Bundestagswahlkampf. Der Zweck heiligt die Mittel.

Wahl Dodo des Monats Januar 2017

Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR

Der Höhepunkt des Monats war die Amtseinführung, des neuen Präsidenten der USA, Donald Trump. Die Frommen jubeln und die erbosten gehen auf die Straße. Christen schicken Christen nach Syrien zurück, während sich hier die Pfaffen um die Nächstenliebe verdient machen.
Es ist völlig belanglos, ob Christen oder Muslime als Schutzsuchende kommen. Es sind Menschen. Alle anderen Attribute sind unwichtig, weil sie Menschen aus-und abgrenzen. Einem säkularen Gemeinwesen interessiert die Religiosität seiner Bürger nicht. Gültig für alle Beteiligten, wenn Pfaffen und Vorbeter nicht den Anspruch erheben würden Menschen nach ihrer Religion zu bestimmen.
Der DiTIB kann ohne seine Vorbeter in der Türkei nicht leben, die zahlen ja schließlich auch das Orchester, die Schwarzkittel der Kirchen versuchen die Frömmigkeit der Muslime fürs Herz-Jesulein-Wellness-Image zu nutzen. Der andere kann sich verbindliche Moral ohne Kirchen nicht vorstellen, da ist die Aufklärung vorbeigerutscht. Nazisprache, Mumien als Körperteilspender die man durch die Straßen tragen kann. Politik die sich zur Religions-Hure ins Bett legt.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. Februar 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Rudolf Vorderholzer, „kann nur religiös denken, alles andere ist kognitive Dissonanz.“
  2.  DiTiB, „kann ohne Türkei nicht religiös leben.“
  3.  Klett-Verlag, „Antisemitismus im Schulbuch.“
  4.  Jürgen Vorndran, „Mumienknochen abgesägt für Toten-Kult.“
  5.  Hans Zollner, „sexueller Missbrauch und Glaubensverluste.“
  6.  Ismet Yilmaz, „will Mohammed vor den Nacktaffen retten.“
  7.  Sigmar Gabriel, „hat als Außenminister das Problem Böhmermann übernommen.“
  8.  Björn Höcke, „Lehrer mit Nazi-Attitüde.“
  9.  Gregor Gysi, „Beispiel für Versagen der Aufklärung.“
  10.  Margot Käßmann, „will bestimmen, wann und ob sich Staat und Kirchen trennen.“
  11.  Volker Beck, „hat noch nicht begriffen, dass Kopftuch et al nichts mit Religion zu tun haben.“
  12.  Ekkhart Vetter, “ will seine Homophobie respektiert wissen.“

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Jesus‘ Schmuddelkinder

 

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“
Albert Schweitzer

Die christlichen Amtskirchen in deutschen Landen bemühen sich Distanz zum neo-nazistischen, christlichen Schmuddelkind AfD(Alternative für Deutschland) zu schaffen. Sie bestimmen wer Christ ist. Genau das steht ihnen nicht zu. Taufe, Konfirmation/Kommunion, kirchliche Trauung und Beerdigung sichern den Bestand des Fanklubs Jesus Christus. Ganz wichtig in dieser Hinsicht ist die personale Beziehung der Betroffenen zum untoten Jesus. Zwiegespräche mit ihm sichern diese Beziehung und sind wichtig für das Werden des Christen. Leicht erkennbar, Amtskirche kann einem Christen das Christsein nicht absprechen, das ist Sache Gottes. Katholik Adolf Hitler wurde nie exkommuniziert, das Jüngste Gericht soll über ihn entscheiden. Und so wird es mit all jenen passieren, deren sich die Kirchen heute so schämen, den Rassisten, Rechtspopulisten, Fremdenfeinden und radikalen Extremisten. Der christliche Alleinvertretungsanspruch der Kirchen lässt diese Leute wie die fette Krätze am Bein kleben.
Hoher christlicher Schöpfungsgrad sichert die Pfründe der Kirchen, die Allgemeinheit bezahlt. Auch für den Judenhass eines Martin Luthers. Selbiger ist der Kulminationspunkt christlicher Entwicklung, praktisch umgesetzt durch den Katholiken Adolf Hitler und seiner Verbrecherbande. Es wird ein Mann gefeiert, der in seiner Weltsicht viel extremer daher kommt als die Raubritter des „christlichen Abendlandes“ der AfD. Luther war Extremist. Sein Frauenbild barbarisch. Frauen haben die Pflicht zum Gebären.

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“Martin Luther

Bei solchen Sprüchen, und es gibt weitaus schlimmere, fragt man sich, wie Feministinnen den Reformator hochleben lassen können.

Das Bemühen der Kirchen um Distanz zur Alternative für Deutschland ist bigott. Man feiert auf der einen Seite Luthers Reformation des Glaubens, versucht Positives zu okkupieren und vermeint das Negative auf den Müll der Geschichte entsorgen zu können. Scheibenweise Vereinnahmung eines Mannes der heute im Knast sitzen würde.

„Darum ehrt auch Gott das Schwert mit so hohen Worten, dass er es seine eigene Ordnung nennt (Römer 13, 1) und nicht will, dass man sage oder denke, die Menschen hatten es erfunden und eingesetzt. Denn die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Und so segnete er den Krieg.

Günther Jauch: Dodo des Monats Dezember 2016

Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR
Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR

jauch_guentherIm Bundesland Brandenburg, mit seinen rund 2,4 Millionen Einwohnern, sind 80% der Bevölkerung keinem religiösen Bekenntnis zu zuordnen. Eine wichtige Zahl, da mithin der Rest von 20% der überwiegenden Mehrheit des Landes sagt, wo es lang geht. Kulminiert kommt dies im Wiederaufbau, der im 2. Weltkrieg zerstörten und in den 60iger Jahren gesprengten Garnisonskirche von Potsdam zum Ausdruck. Anhand der Zahlen kann man sehr schnell den Bedarf an Kirchen im Lande einschätzen, wenn auch 20% religiöse Mitbürger sind, so sagt die Menge nichts darüber aus, inwieweit überhaupt noch Kirchgänger regelmäßig ihre Tempel aufsuchen. Ein Bedarf an einer Kirche besteht nicht. Die Protestanten sehen sich eher mit der Tatsache konfrontiert mittelfristig überhaupt keine Kirchen mehr zu benötigen. Was den religiösen Popanz des Landes natürlich nicht davon abhält diese eine Kirche, diesen Hort von Preußens Glanz und Gloria, an ihrem ehemaligen Platz, zumindest Turmweise wieder aufzubauen.
Das Bemühen um die Kirche zeigte Höhen und Tiefen, ein Oberstleutnant a.D. der Bundeswehr, der vom Bundesverteidigungsminister als rechtsextrem eingestuft wurde folgten 2004 Persönlichkeiten dem Ruf aus Potsdam die Kirche wieder aufzubauen. Schirmherren der Wiederaufbau-Initiative sind der ehemalige Bischof Wolfgang Huber, Ministerpräsident a. D. Matthias Platzeck und Innenminister a. D. Jörg Schönbohm. Mittlerweile hat man sogar eine Pfarrstelle eingerichtet. Wie gesagt, die Prominenz will, das Volk, der große Lümmel, will nicht. Und wie zu Ulbrichts Zeiten wird von Oben bestimmt freiheitlich-demokratisch-despotisch.
Durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurde 2013 die Garnisonkirche Potsdam als national bedeutendes Kulturdenkmal eingestuft und in Aussicht gestellt, den Wiederaufbau in den nächsten Jahren mit 12 Millionen Euro zu fördern.
Es gäbe ja noch andere, national bedeutende Kulturdenkmäler, z.B. all die Synagogen, die man in der Nazizeit dem Erdboden gleichgemacht hat. Aber es gibt ja nicht mehr genug Juden in Deutschland und damit auch keinen Willen sich kulturell zu betätigen. Das Dumme daran, im Land Brandenburg gibt es auch kaum noch Christen, die als Begründung für einen Wiederaufbau der Kirche herhalten könnten. Es bleibt, ein kleiner Christenklüngel schafft sich einen Tempel, in dem man sich dann selbst feiern kann, umgewidmet als Friedenskirche, die die Garnisonskirche nie war. Auch wenn Zivilisten zur Gemeinde der Kirche gehörten war sie immer eine Kirche des preußischen Militärs. Geklaute, eroberte Insignien preußisch-deutscher Siege auf den Schlachtfeldern Europas wurden dort aufbewahrt. Als man sie, wie im Rahmen des Versailler Vertrages an Frankreich zurückgeben sollte, verschwanden sie bis heute.

Leute wie Günther Jauch, mit ihren üppigen Spenden bringen den Christentempel voran und sorgen dafür, dass die Steuergelder des Bundes, nichts anderes ist diese Förderung letztendlich, fließen können. Das Hanseatengeschlecht der Jauchs war immer ein willfähriger Erfüllungsgehilfe der Macht. Mit 1,5 Millionen Euro will Günther Jauch die Aussichtsplattform finanziert wissen. Die Potsdamer wollen diese Kirche nicht, Jauch schon, als Spender erfüllt er sich so seinen Traum von der Günther-Jauch-Aussichtsplattform der Garnisonskirche zu Postdam, dort wo der Handschlag des Ersatzkaisers Hindenburg die Hölle von der Leine ließ, die letztlich zur Zerstörung des Tempels führte. Die Garnisonskirche zu Potsdam ist Täterkirche, da kann Dröge noch lange am Image putzen und Huber die Welt beschwurbeln.
Vielleicht kommt der Tag, an dem man die Standarten von Einheiten der deutschen Wehrmacht wieder in der Kirche ausgestellt werden können. Die Zeichen sehen gut aus, deutsche Panzer sind wieder an den Grenzen des russischen Großreiches zu sehen. Die Pfaffen und ihre weltlichen Lakaien werden auch das segnen und viele Worte dafür finden warum es ist, wie es ist.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo, oder wäre ein Sieg Heil angebrachter?

Wahl Dodo des Monats Dezember 2016

Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR
Dodo des Monats Dezember 2016 ©HFR

Der Monat Dezember ganz im Zeichen kultischer Verehrung, während die meisten wohl eine säkulare Form des Weihnachtsfestes durchführen sind in Politik und Kirchen die Seligkeitsbeteuerungen eines paganen Festes konjunkturbedingt. Der eine Kult feiert die Geburt seines Gottes, ganze 12 Götter beanspruchen den 25. Dezember als ihren Geburtstag, der andere Kult fährt mit einem Truck über einen Weihnachtsmarkt in Kirchennähe, tötet und verletzt Menschen. Religiöses Normallevel. Andere Gläubige zünden anderen Gläubigen die Tempel und Kirchen an und töten sich gegenseitig. Die Hochzeit der Märtyrer. Gott liebt die Seinen, tot. Politik bemüht sich in diesem irrationalen Wahn um religiöse Haltung, wer anderes erwartet lebt auf dem falschen Planeten. Die heiligen Bücher der verschiedenen Kulte, Kompendien von Fake News, über Jahrhunderte gesammelt und aufbewahrt. Religiöse Wahrheit entpuppt sich einmal mehr als eine göttliche Hure, die ihren Anhängern ein sattes Gefühl von Befriedigung übermittelt.
Der Müll des Monats hier versammelt.
Die Wahl ist bis zum 07. Januar 2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier, gewürdigt werden.
Viel Spaß!

  1.  Alexander Gauland, „mag Zigeuner essen, wahrscheinlich rare.“
  2.  Rainer Maria Woelki, „möchte gebärmütterliches Mitbestimmungsrecht.“
  3.  Karl Jüsten, „sollte mehr beten und sich weniger um Politik kümmern, dort dilettiert er nur.“
  4.  Hassan Dyck, „sterbende Wandelnde, die sich auch so benehmen.“
  5.  Beatrix Mayrhofer, „religiöse Demenz.“
  6.  Johann Hinrich Claussen, „möchte die Gesellschaft in missionarische Haftung nehmen.
  7.  Jean-Claude Juncker, „Wirres über Religion.“
  8.  Monika Grütters, „noch mehr Staatsknete für Judenhasser-Party.“
  9.  Winfried Kretschmann, „Pseudo-Grüner in katholischer Schwärze.“
  10.  Ludwig Spaenle, „klerikal-faschistischer Kniefall.“
  11.  Manuela Schwesig, „Politik wie die Weihnachtsbotschaft.“
  12.  Franz-Josef Overbeck, „asozial sind immer die Anderen.“
  13.  Ekkeart Vetter, „meinte dass Evangelikale nicht recht sein können.“
  14.  Günther Jauch, „will die Garnisonskirche in Potsdam um jeden Preis.“
  15.  Joachim Herrmann, „Karfreitag bleibt in Bayern streng reglementiert, auf Teufel komm raus.“
  16.  Aiman Mazyek, „niemand muss müssen.“
  17.  Volker Kauder, „Fraktionspfaffe mit Hintergedanken.“
  18.  Peter Stuhlmacher, „möchte wieder Juden missionieren.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Dezember 2016“

The Brights: Die Illuminaten sind wieder da!

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Sie haben ihren Namen von Lateinisch auf Englisch gewechselt, ansonsten sind sie unverändert!

Von Sergej Nussbaum | blastingnews

Die #Illuminaten sind für viele nur ein Hirngespinst. Dabei sind sie realer als es die meisten Menschen vermuten. Es ist Fakt: Die Illuminaten gab es wirklich und sie wurden im Bayern des 18. Jahrhunderts vom Ingolstädter Professor Adam Weishaupt gegründet. Während ihrer öffentlichen Existenz versuchten sie, Einfluss zu erringen, nach zehn Jahren wurden sie verboten. Bis zum heutigen Tag glauben Verschwörungstheoretiker, das Grüppchen aus Bayern habe sich nie aufgelöst, sondern sei in den Untergrund gegangen. Seitdem verbreitet sich die Legende, der Geheimbund wäre im Verborgenen weiter gewachsen und lenke heute die Weltpolitik. Mit dieser Fantasie arbeiten auch Schriftsteller wie Dan Brown, dem Autor von „Illuminati“. Doch wer an bloße Fantasterei glaubt, der irrt gewaltig.

Sie existieren!

Im Jahr 2014 berichtete die WELT von einem heißen Dokument, das der Historiker Reinhard Markner vor einigen Jahren in einer Sammlung alter Freimaurerakten entdeckt hat. Seither streiten die Freimaurer, welche Loge das Recht an diesen Dokumenten hat. „Ein Antrag, die Handschrift mit der Signatur GStA PK FM 5.2. D 32 Nr. 76 einzusehen, braucht entsprechenden Vorlauf.

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Dodo Mazyek: „Politik muss Muslime in die Rundfunkräte integrieren“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Zentralrat-Chef Aiman Mazyek beklagt im Gespräch mit dem MiGAZIN die negative Islamberichterstattung in den Medien und fordert von der Politik, Muslime in die Rundfunkräte zu integrieren. Er steht staatlicher Nachhilfe für Medienmacher kritisch gegenüber und plädiert an die Eigenverantwortung islamischer Dachverbände.

Von Said Rezek | MiGAZIN

Das Bundesinnenministerium hat am Rande der letzten Deutschen Islamkonferenz einen Workshop für Chefredakteure und Herausgeber deutscher Medien angekündigt. Es geht um „die mediale Wahrnehmung muslimischer Mitbürger“. Wer ist Urheber dieser Idee?

Aiman Mazyek: Die diesjährige Islamkonferenz diskutierte die Themen Seelsorge und Wohlfahrt. Auch außerhalb der Konferenz wurden Gespräche geführt. Dabei ging es um Sicherheit der muslimischen Einrichtungen, präventive Maßnahme gegen Radikalisierung sowie Islamfeindlichkeit. Auch Medienvertreter waren bei diesen Gesprächen anwesend. Bei diesem Austausch wurde deutlich, dass sich einige muslimische Religionsvertreter einen stärkeren Austausch mit Chefredaktionen wünschen. So ist diese Initiative entstanden. Ursprünglich standen jedoch andere Themen auf der Agenda und nicht die Intention, einen Workshop für Chefredakteure anzubieten. Wir haben begrüßt, dass sich das Ministerium unterstützend einschaltet, unser ausdrücklicher Wunsch war es aber nicht.

Wie würden Sie die Medienberichterstattung in Bezug auf Islam und Muslime in Deutschland beschreiben?

Aiman Mazyek: Sie ist oft defizitär und tendenziös und es gibt unterschiedliche Gründe dafür. Spätestens nach 9/11 haben wir die fehlende Trennschärfe zwischen Extremismus und der Religion, zwischen dem was der Glaube gebietet und dem, was Terroristen anrichten. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch alle Diskussionen hindurch. Die Muslime in ihrer negativen Fratze, sprich Terror, IS, al-Qaida dienen als Projektion und Eyecatcher für so viele Talkshows und Überschriften. Da setzt sich natürlich ein negatives Narrativ fest.

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Agaplesion gAG: Dodo des Monats November 2016

Dodo des Monats November 2016 ©HFR
Dodo des Monats November 2016 ©HFR

agaplesion_unternehmen_logoMan kann es die Konfessionalisierung des Gesundheitswesen nennen. Der Staat, die Kommunen ziehen sich in der Fläche aus der gesundheitlich-medizinischen Sorge zurück. Diese Zurückziehen geht mit der Übertragung des Sorge-und Vorsorge-Prinzips an konfessionelle Träger einher. Sofern der Bürger Mitglied des Klubs der konfessionell tätigen Gesundheitseinrichtungen ist dürfte kein Widerspruch entstehen. So ist es aber nicht. Die Regel, der Gesetzgeber überträgt vormundschaftliche Rechte an religiös gebundene Institutionen. Im Falle des Selbstbestimmungsrecht der Frauen, über sich selbst, über ihren Körper tritt die gesetzlich fixierte Entmündigung. Frauen wird das Recht abgesprochen, selbstbetreffende Entscheidungen zu verwirklichen. Menschenrechte, einschließlich das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, geregelt im Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz trifft für Frauen nicht zu. Man spricht ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Schwangerschaft ab.
Einhergehend mit der Tatsache, dass der Staat Funktionen seiner selbst an religiöse Einrichtungen des Sozial-und Gesundheitswesens abgibt tritt die Situation ein, dass pfäffische Entscheidungsträger zum Vormund von Frauen gekürt werden. Völlig außer acht lassend, dass kirchliche Institutionen nur im Rahmen ihren religiösen Auftrags tätig werden können. Mit anderen Worten, sie haben außer sich selbst, niemanden moralische, ethische und legale Vorschriften zu machen.

Nichts anderes ist im Landkreis Schaumburg passiert. Ein neues Krankenhaus wird gebaut, es gibt reichlich Steuergelder für den konfessionellen Träger der Einrichtung, hier also die Agaplesion gAG. Gemeinnützige Aktiengesellschaft

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft (Abkürzung gAG) ist

  • eine Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft,
  • ein Unternehmen, dessen Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden (§ 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 AO),
  • ein Unternehmen, das in Teilen von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit ist.

Die Bezeichnung „gemeinnützige“ AG ist eine steuerrechtliche Besonderheit, mit der auf eine gemeinnützige Ausrichtung der AG hingewiesen werden soll. Entsprechen Satzung und tatsächliche Geschäftsführung den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts der Abgabenordnung, wird die Gesellschaft von bestimmten Steuern ganz oder zum Teil befreit.
Wikipedia

20 Aktionäre, Stiftungen, diakonische Rechtssubjekte, alle gut evangelisch, kein säkularer, weltanschaulich neutraler Aktionär involviert. Umsatz 2015 1,1Mrd. Euro, 6.300 Krankenhausbetten. Bezahlt aus den Kranken-und Pflegekassenbeiträgen der Patienten. Im Aufsichtsrat der gAG 18 Personen, davon zwei Frauen. Die Männer, Pfarrer, Pastoren, Staatsminister a.D.
Gesellschaftliche Kompetenz wurde in die Hände von Menschen gelegt, die ihren religiösen Obskurantismus ganz im Sinne Luthers, sola scriptura, allein durch die Schrift, auf die Allgemeinheit übertragen und im Landkreis Schaumburg gibt es keine Wahlfreiheit mehr. Das macht Angst, solcher Einrichtung möchte man nicht seine Gesundheit anvertrauen. Salafistische Christen, die über eine Milliarde Euro, im Jahr, umsetzen. Dort praktizierenden Ärzten, die ihre bigotte Moral an Abtreibungen festmachen kann man eigentlich nur mit tiefsten Misstrauen begegnen. Ein Vertrauensverhältnis von Patient – Arzt ist etwas anderes.
Beschäftigt man sich mit den Zahlen fallen andere Strukturen ins Auge. Die Sterbehilfe wurde in Deutschland vehement gegen Privatisierung verteidigt. Es war und ist schlicht ein Totschlag-Argument, dass Sterbehilfe-Vereine nicht im Sinne ihres Statuts wirksam werden können. Hochgerüstete Palliativ-Medizin, Hospize in Einrichtungen der Kirche müssen Umsatz erwirtschaften, also, genau das, was man den Sterbehilfe-Vereinen vorwirft wird praktisch realisiert. Sterbehilfe-Vereine stören das Geschäft. Unter dem Deckmantel Lebensschutz, der Bewahrung der Schöpfung werden Wettbewerber staatlich aus dem Markt geschmissen und die Monopolstellung der Krankenhauskonzerne gesichert. Politik bringt dann den Satz, dass Subsidiaritätsprinzip habe sich bewährt.
Die Würde des Menschen, sein Selbstbestimmungsrecht, formuliert und legalisiert im Zuge der Aufklärung, werden durch Staat und Kirche unterminiert.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.