Archiv der Kategorie: Brights

Wahl Dodo des Monats April 2016

Dodo des Monats April 2016 ©HFR
Dodo des Monats April 2016
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Die Mediale Aufmerksamkeit im Monat April konzentrierte sich in aller Gänze auf Jan Böhmermann, der nun mit der Ermächtigung durch die Bundesregierung, strafrechtlich wegen Majestätsbeleidigung zur Verantwortung gezogen werden kann. Der „Irre vom Bosporus“ darf nun ganz öffentlich in Deutschland seinen paranoiden Gelüsten nachgehen. Aber auch Kirchtürme, Minarette, MIssion unter Muslimen und religiöse Parallelwelten spielten im Zirkus der öffentliche Meinung eine Rolle. Von extrem bis banal ist alles vertreten.
Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2016, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag gewürdigt werden.
Viel Spaß!

Hier sind die Kandidaten:

  1.  Frauke Petry, „weiß die Architektur von Minaretten nicht zu schätzen.“
  2.  Volker Kauder, „will Moscheen überwachen lassen, seine christlichen Extremisten spart er aus.“
  3. Bono, „singt weniger, dafür mehr Religiotie.“
  4. Rainer Maria Woelki, „mag spitze Phallussymbole.“
  5. Aiman Mazyek, „braucht Fremd-Imame für seinen Glauben.“
  6. Christian Troll, „möchte unter Flüchtlingen christlich trollen.“
  7. Joachim Gauck, „möchte gekrönt werden.“
  8. Alexander Kissler, „katholisch demagogische Weltsichten.“
  9. Eckart von Hirschhausen, „die Einfachheit der Bibel im Medizin-Studium vermisst.“
  10. Bernd Lucke, „mit Vulgärsprache mediale Aufmerksamkeit.“
  11. Wolfgang Thierse, „beschwört den Religionsfrieden.“
  12. Dr. Georg Rüter, „mag dezente Hinrichtungswerkzeuge.“
  13. Andreas Kersten, „Kondome vom Bibel-Apotheker.“
  14. Ulrich Parzany, “ weiß dass die Apostel nicht schwul waren.“
  15. Gert Pickel, „Religionsphobie unter den neuen Atheisten.“
  16. Nabil Arab, „mit dem Islam kam die Befreiung der Frauen.
  17. Recep Tayyip Erdoğan, „gelebte Paranoia.“

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Die Spaghetti-Kirche ist clever!

Hinweisschild der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ mit den Zeiten der sogenannten Nudelmesse in Templin; aufgenommen im November 2014 (picture alliance / dpa)
In Brandenburg gibt es Streit um die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“. Dabei verhält diese sich doch clever, meint Arno Orzessek. Denn die Anhänger der Spaghetti-Kirche füllen die Religionsfreiheit mit neuem Leben.

Von Arno Orzessek | Deutschlandradio Kultur

Die Sache ist kompliziert, also interessant – und Gott sei Dank witzig. 2012 hat das Finanzamt Templin der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ be­scheinigt, tat­säch­lich „kirchliche Zwecke“ zu fördern, und darum Steuerfreiheit gewährt.

Die Pastafari der Spaghetti-Kirche sehen sich selbst jedoch gar nicht als Religions-, son­dern als Welt­an­schau­ungs­gemein­schaft. Und richten ihren Überbau am erdverbundenen „Manifest des Evolutionären Humanismus“ aus, das der Philo­soph Mi­chael Schmidt-Salomon verfasst hat.

Das erste der „Zehn Angebote des evolu­tio­nären Hu­manis­mus“ lautet: „Diene weder fremden noch heimischen ‚Göttern‘, sondern dem großen Ideal der Et­hik.“

Allerdings fordern die Pastafari Gleichbehandlung mit Religionsgemeinschaften im Sinne des An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setzes und wollen in Templin auch künftig per Beschilderung zur „Nu­del­mes­se“ bei Teigwaren und Bier ein­laden.

Was wiederum das bierernste Kulturministerium Brandenburg nicht dul­den will. Die Spaghetti-Kir­che sei eben kei­ne Re­li­gi­onsgemeinschaft – drum weg mit den Schildern, die das christliche Fisch-Symbol mit Nudelbeilage zeigen.

Das Ministerium klammert sich also an die Differenz von Religion und Weltanschauung, die säku­la­re Spa­ghetti-Kir­che setzt dagegen auf gleiches Recht für beide.

Klar, im Zweifel lässt sich die Differenz rasch herbeidefinieren – und zwar so: Jede Re­li­gion un­ter­stellt eine trans­zendente Wirk­lich­keit, Welt­an­schauungen beschränken sich auf innerweltliche Un­ter­stel­lungen.

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Heinz-Josef Algermissen: Dodo des Monats März 2016

Dodo des Monats März 2016 ©HFR
Dodo des Monats März 2016
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algermissenImmer zur Zeit des Frühlingsvollmondes laufen die christlichen Kirchen zur Hochform auf. So soll der Vollmond, welcher den Frühlingsanfang markiert, Tod und Auferstehung eines gewissen Jesus aus Nazareth kennzeichnen. Die Gestalt ist beliebig, die Geschichte auch, nichts ist belegbar und dem Klub der Christen ist zudem noch der Leichnam ihres Klubvorsitzenden abhanden gekommen. Mit gutem Grund, so kann man behaupten was man will und den Klubmitgliedern die schönsten Geschichten auftischen, es ist wahr, weil es in der Bibel steht. Der Frühlingsanfang war immer ein Fest, der Winter ging, die Natur entfaltete ihre Pracht, Fruchtbarkeit, symbolisch durch die Ostereier ausgedrückt, man hat also nicht die Eier von Jesus angemalt und versteckt, das Christentum hat einfach diesen Anbeginn einer neuen Jahreszeit geklaut und mit einer großen Geschichte des imaginären Gottessohnes verbrämt.

In dieser Zeit, liefen und laufen die Anhängsel des Vizegottes zur Höchstform auf. Zur Zeit des Pessah-Festes gab es 12 Apostel, so die Sage, der römischen Spukgestalt stehen heute mehr als 30.000 Apostel zur Verfügung, die den ganzen Klub zusammenhalten sollen. Inflationäre Entwicklung. Und da es in der Jesus-WG keine Frauen gab, gibt es auch keine weiblichen Apostel, bis heute. Über die Jahrhunderte waren Frauen die dunkle, feuchte Gruft, das Einfallstor des Teufels.
Es sind aber gerade die Pfaffen und Apostel, die sich anmaßen in Sache Familie und Ehe mitreden zu wollen und vor allem Vorschriften zu erstellen. Algermissen ist so ein besonderes Exemplar. Zu vergleichen wäre das, als wenn man sein Auto zwecks Ölwechsel zum Bäcker bringt.

Im Dom zu Fulda erinnerte sich  nun Algermissen, von Staats wegen bezahlter Diener Gottes, an alte glorreiche Zeiten, als man Anders-und Ungläubige bis hin zur Gefahr für Leib und Leben verdammen konnte.
Sein Hass gegen alles Nicht-Christliche bringt er mit folgenden Worten zum Ausdruck:
Heinz-Josef Algermissen

„Der Mensch ohne Ostern lebt unter der gnadenlosen Devise: Was Du bis zu deinem Tod nicht erreicht hast, das hast Du für immer verloren; was Du bis zur Stunde deines Sterbens nicht erjagt hast, das wirst Du nie mehr einholen; was Du hier auf Erden nicht zu Ende bringst, das verendet im wahrsten Wortsinn. Der Mensch ohne Ostern wird darum zu einem großen Sicherheitsrisiko für die Mitwelt, denn seine innere Hektik, diese ausgesprochene oder unausgesprochene Daseinsangst lassen ihn dann auch im Letzten blindwütig zuschlagen und alles zerstören.“

Das ist Hetze, unverfroren ausgesprochener Hass auf alles Nicht-Christliche. Protest gegen solche Hasspredigt, von Seiten der Politik, war nicht zu vernehmen, Frieder Otto Wolf, der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland protestierte ganz deutlich. Politik, die schon lange die Rolle des Feudaladels in der Beziehung zu den Kirchen eingenommen hat schweigt bis heute.
Algermissen hat ein Grundgehalt von 9700 Euro, welches das Land Hessen zahlt. Also, alle Ungläubigen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus bezahlen mit ihren Steuern die Haus-und Hofhaltung des Katholiban Algermissen. Er nimmt das Geld von „Menschen ohne christlichen Glauben, die ein Sicherheitsrisiko für die Mitwelt darstellen.“ Judas war billiger zu haben.
Man sollte diesen katholischen Popanz die Mittel ersatzlos streichen. Weg mit den Länderausgleichzahlungen, ohne weitere Verhandlungen, was Fürsten und Pfaffen vor 200 Jahren verhandelt haben sollte nicht mehr unsere Angelegenheit sein. Die Kirchen gehören in die Selbständigkeit, die sie immer aufs neue beschwören, entlassen. Der Staat als Finanzbüttel der Pfaffen sollte die unsägliche Beziehung beenden.In anderen Ländern ist das auch möglich.

Am gestrigen Tage widersprach das Bistum Fulda den Vorwürfen Algermissen hätte eine Hasspredigt gehalten.

«Die Osterpredigt von Bischof Algermissen hatte keineswegs die Absicht, irgendjemanden zu diffamieren»

Mit Lachtränen in den Augen nehmen wir diesen Blödsinn zur Kenntnis.
In der 174 Quadratmeter großen Wohnung des Apostels findet sich ein Plätzchen für das Nest des Dodos.

Herzlichen Glückwunsch.

Wahl Dodo des Monats März 2016

Dodo des Monats März 2016 ©HFR
Dodo des Monats März 2016
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Terror, Ostern, Politik die sich ihrem Glauben vor die Füße wirft, Universitäten die den wissenschaftlichen Dialog scheuen und christliche Feindesliebe gegen den Terrorismus.
Eine reichhaltige Palette kruden Unsinns hat sich im März angesammelt.

Die Wahl ist bis zum 07. April, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

Mehrfachabstimmung ist möglich.

  1. Aiman Mazyek, „Terror ist eine Todsünde im Islam.“
  2. Heinz Josef Algermissen, „Katholiban gegen den Unglauben.“
  3. Stadt Halle, „Zwangsmission mit Lutherwoche, bezahlt von Steuergeldern.“
  4. Landesregierung Hessen, „viel Steuergeld für imaginären Freund.“
  5. Markus Dröge, „und die unnütze Garnisionskirche in Potsdam.“
  6. Konrad Zdarsa, „Kreuzholz im Kopf.“
  7. Margot Käßmann, „kindlich-naiver Narzissmus.“
  8. Bodo Ramelow, „linker Befreiungstheologe als Ministerpräsident.“
  9. Heinrich Bedford-Strohm, „und demokratischer Islam.“
  10. Silke Lorch-Göllner, „unbequeme Wissenschaft ausladen.
  11. Markus Frank „Tanzverbot um jeden Preis.“
  12. Annegret Kramp-Karrenbauer, „Recht unterm Kreuz.“

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Kein Dodo des Monats Februar 2016

Der Dodo des Monats Februar ist ausgefallen. Wenn der Wunsch, einen Kandidaten mit aller Macht, für diesen Negativpreis durchzusetzen die Inhalte in den Hintergrund rücken lässt, ist die Wahl selbst fragwürdig.

Wenn dann noch versucht wird, die Begrenzungen der Software, wie temporäre IP-Speicherung, Cookies ect.pp, zielgerichtet zu umgehen, ist dem Anliegen nicht mehr Rechnung zu tragen.
Aus diesem Grunde kein Dodo des Monats Februar 2016.
Einzelne Kandidaten werden im Laufe der nächsten Wochen gewürdigt werden.

Beatrix von Storch: Dodo des Monats Januar 2016

Dodo des Monats Januar 2016
Dodo des Monats Januar 2016

beatrix_storchAus Sicherheitsgründen müsse die Bundeskanzlerin, wenn sie dann nicht mehr im Amte sei, fliehen. Nach Chile, zu Margot Honecker, der ehemaligen Ministerin für Volksbildung der DDR und Witwe des Generalsekretärs. Da schaut die geborene Herzogin von Oldenburg in ihre Kristallkugel und orakelt die Zukunft von Merkel. Solch krude Vorstellungen liefert sie bei Anne Will in der ARD ab. Auf Nachfrage meint die Störchin, dass sie ein Gerücht gehört habe. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sie auf der Kanzlerinnen-Toilette ein Mikro installiert habe. Merkel ist Feindbild, sie muss weg. Geht es nach Beatrix von Storch sollten ihre und die Vorstellungen der AfD Gänsehaut verursachen. Was sie bei der ARD abgeliefert hat mag dem einen als Stuss erscheinen, aber diesen Stuss hat sie im Kopf. Fundamentale Christin, mit Hang zum Extremismus, will sie dem Christentum wieder zu alter Größe verhelfen. Wer vermutet, dass dann der blaublütige Landadel wieder an den Hebeln der Macht sitzt, dürfte nicht falsch liegen.
Storch ist Opportunistin, durch und durch, alles was heute politisch, gesellschaftlich und kulturell am werkeln ist, ist schlecht. Familie, deutsche Werte, Kultur, auf der Grundlage des Christentums, will sie reaktionär restaurieren.
Frauenrechte?

Bei Marsch für das Leben tritt die bigotte Christin für eine Willkommenskultur des un-und neugeborene Lebens ein. Ihre mehr als fragwürdige Moral kommt dann im folgenden zum Ausdruck

Bild: FB, stern.de
Bild: FB, stern.de

Aha, was nicht bei 5 auf den Bäumen ist wird erschossen, auch Kinder. Wo sie sich doch soviele, von christlicher Nächstenliebe geprägte Sorgen um das ungeborene Leben macht. Verlogen, wie die ganze Lebensschutz-Debatte.

Die Einschränkung, ihrereseits, etwas später, gut auf Kinder wird nicht geschossen, aber auf Frauen schon. Nach dem sich entwickelten Shit-Storm kamen peu-a-peu die Dementis. Das Neueste, sie sei beim schreiben  der inkriminierten  Sätze mit der Maus abgerutscht. Wenn ein Storch auf einer Maus ausrutscht! Wer wählt solche Leute eigentlich in Parlamente? Bei solchen Wählern muss man doch die Geschäftsfähigkeit in Frage stellen, zwecks Begutachtung beim Amtsarzt.

In Baden-Württemberg organisiert sie die Protestaktionen gegen den Bildungplan der Landesregierung. Die „Zivile Koalition“, ein Netzwerk, dem sie mit ihrem Mann vorsteht, ist für die Demonstrationen verantwortlich. Ebenso bei den „Demo für alle.“ Frontfrau Hedwig von Beverfoerde ist die Marionette der Störchin.
Homosexualität rüttelt an den Grundfesten christlichen Glaubens, um das zu vermitteln bedarf es keiner gebildeten Menschen.

Beatrix von Storch und die sie umgebenden Politiker, Claqueure, nationalsozialistisch imprägnierte Alternative wollen einen Großteil der Errungenschaften der Aufklärung abschaffen. Das gilt es zu verhindern.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Wahl Dodo des Monats Januar 2016

Dodo des Monats Januar 2016
Dodo des Monats Januar 2016

Neues Jahr, neue Dummheiten, Obskurantismus und Religiotie. So wie das alte Jahr endete startete das neue furios. Flüchtlinge, Streiterein der Polit-Christen, Hiobsbotschaften aus der katholischen Kirche, die nicht viel macht um die Problematik des sexuellen Missbrauch aufzuklären, die Evangelen streiten sich um ihr sexuelles Weltbild und die Bibelauslegung. Zeit zu überlegen ob man Kirchennachrichten nicht der Obhut der freiwilligen Selbstkontrolle überantwortet und altersgerecht attributiert. Noch vor Jesus kommt Sex, egal ob hetero oder homo, Christen landen immer im Bett, auch fremden, da wollen sie mitreden.

Hier sind nun die Kandidaten des Monats Januar 2016:

  1.  Ulrich Lilie, „hat Schwierigkeiten zwischen Religion und Kultur zu unterscheiden.“
  2.  Papst Franz, „schwadroniert über Bio-Ethik.“
  3.  Dominikus Schwaderlapp, „Ökumene und Homosexualität.“
  4.  Frauke Petry, „an deutschen Grenzen soll wieder geschossen werden.“
  5.  Norbert Trelle, „sexueller Missbrauch im Jesus-Keks-Mantel.“
  6.  Kita Bleckede, „unsere tägliche Ration Rassismus.“
  7.  Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz, „mit der römischen Spukgestalt in den Landtag.
  8.  Sigmar Gabriel, „Türkei ist sicheres Herkunftsland.“
  9.  Beatrix von Storch, „flüchtet Angela Merkel zu Margot Honecker.
  10.  Heinz Josef Algermissen, „mit göttlichem Afterdienst gegen Charlie Hebdo.
  11.  Sami Abu-Yusuf, „ hat feuchte Träume aus dem Koran.“
  12.  Gothart Magaard, „Karfreitag Geiselhaft für alle.“
  13.  Garnisonskirchenstiftung, „schwört auf den Geist von Postdam.“
  14.  Khola Maryam Hübsch, „findet Mohammeds Feminismus umwerfend.
  15.  Open Doors,  „wir machen Christenverfolgung, egal wie.“
  16.  Georg Ratzinger “ hat keine Probleme mit sexuellem Missbrauch.“
  17.  Ulrich Nitschke, „mehr Religion in die Entwicklungshilfe.“

Die Wahl ist bis zum 07. Feburar, 18:00 Uhr, befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Viel Spaß!

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Volker Beck: Dodo des Monats Dezember 2015

Dodo des Monats Dezember 2015
Dodo des Monats Dezember 2015

Photographer Angelika Kohlmeier Den religionspolitischen Sprecher der bündnisgrünen Bundestagsfraktion und Jesus-Nekromanten Volker Beck hat es erwischt.
Der Aktivist der Schwulen-und Lesben-Bewegung, hier geht er rigoros gegen Einschränkung der Menschenrechte vor, welche insbesondere durch die Amtskirchen betrieben werden, verliert im Zuge der Flüchtlingspolitik vollends die Contenance.

Für die Integration von Flüchtlingen postuliert er die Akzeptanz „religiöser Bedürfnisse“ durch die Mehrheitsgesellschaft. Hier wäre anzumerken, dass Menschen, die sich für einen Fluchtpunkt entschieden haben, sehr wohl Kenntnisse über die Gepflogenheiten eingeholt haben. Es geht nicht darum Zuwanderern die kulturelle Identität zu zerstören oder sie zur Assimilation zu zwingen. Deutschland ist ein „säkularer“ Staat und diesem gesellschaftlich-sozialen Aspekt haben sich Flüchtlinge unterzuordnen.
Das Problem hierbei sind die politischen Gottesknechte, dieses Andienen an Frömmigkeit jedweder Art und Beck steht völlig im Widerspruch zu seiner Auffassung, hinsichtlich Gesellschaft und Homosexualität. Der Grund ist einfach, es betrifft ihn, er hat persönliche Motive. Das ist als Beweggrund völlig ausreichend und akzeptabel. Dabei sollte man es belassen.

Nein. Als Vertreter nahöstlicher Mythologie, des nekromantischen Jesus-Kultes müssen noch andere Rituale akzeptiert werden. Rituale, die ihren Ursprung im Neolithikum haben und in der Moderne eigentlich nur noch im Museum zu bewundern wären. Beck fordert Schächten und Beschneidung. Vergleicht man die Bilder geschächteter Tiere mit den Bildern von Opfern des Islamischen Staates, Kopf abschneiden, sieht man die Ähnlichkeit. Kein großer Unterschied, die Terrormiliz schächtet ihre Opfer ebenso. Hinweise, ob die Getöteten halal sind, waren nicht auffindbar. Aber die Ähnlichkeiten sind verblüffend. Der kleine Schnitt um den Schniedelwutz zu bereinigen ist dann wirklich nur noch eine Formsache.

Bliebe noch die Frage des „Respekts der Mehrheitsgesellschaft gegenüber den religiösen Vorstellungen und Vorschriften von Minderheitsreligionen“ zu beantworten.
Geradezu lächerlich Herr Beck. Die Amtskirchen Deutschlands verwehren Ihnen grundlegende Rechte der Gleichbehandlung. Abgesehen davon, dass sie Anders-und Ungläubige diskriminieren, diffamieren, verleumden und verunglimpfen. Ebenso finden wir im Koran manifestierte Handlungsaufrufe wie verfahren werden sollte, so erwartet „die Ungläubigen“ laut Koran nicht bloß das „ewige Feuer“, sie werden in der „Hölle“ mit „Eiterfluss“ und „Jauche“ getränkt (Suren 14,16 und 78,25), erhalten einen „Trunk aus siedendem Wasser“ (Sure 6,70), der ihnen die „Eingeweide zerreißt“ (Sure 47,15), werden mit „eisernen Keulen“ geschlagen (Sure 22,21), müssen Kleidungsstücke aus flüssigem Kupfer und Teer tragen (Sure 22,19) und vieles andere mehr. Immer wieder wird im Koran betont, wie sehr Allah „die Ungläubigen“ hasst – sie gelten ihm gar als die „schlimmsten Tiere“ (Sure 8,55) – und dass es für den gläubigen Muslim eine heilige Pflicht sei, den Zorn Gottes an ihnen zu vollstrecken (Suren 8,15-16). Eine gute Grundlage für den respektvollen Umgang mit Andersdenkenden ist dies sicherlich nicht.  (Schmidt-Salomon)

Anders-und Ungläubige können sich glücklich schätzen, dass die Anhänger der nahöstlichen Mythologie ihren Kult für die Dauer des Gottesdienstes pflegen und die Handlungsanweisungen der Bibel nicht aus ihrem Tempel tragen, gilt auch für die Mythologie der Wüsten Saudi-Arabiens.

Die einfachste Sache der Welt wäre, Flüchtlinge als Menschen zu sehen, unabhängig ihrer religiösen Bekenntnisse. Solange Sie Unterschiede nach Religionen vornehmen grenzen Sie aus, wird Diskriminierung billig in Kauf genommen. Einer Gesellschaft, die sich ihre Säkularität in die Tasche lügt, wird das aber nicht gelingen, denn, die etablierten Kulte müssten ihren gesellschaftlichen Anspruch mindern. Aber das Herr Beck geht über Ihren Horizont.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats Dezember 2015

Dodo des Monats Dezember 2015
Dodo des Monats Dezember 2015

Haupthema, zum Jahresende, Flüchtlinge, die Politik der Bundesregierung, das ländliche Gekeife der CSU zu geltendem Recht. Die Instrumentalisierung der vor Krieg und Gewalt geflüchteten Menschen, insbesondere durch beide Kirchen. Der Mummenschanz gipfelt dann in der Feststellung, Jesus sei auch Flüchtling gewesen, zumindest seine Mutter und der gehörnte Vater. Ernsthafte Theologie weiß es besser, was die apostolischen Märchendeuter nicht davon abhält, anderes zu behaupten.

Die Wahl ist bis zum 07. Januar 2016, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Die Laudatio, für den Gewinner am folgenden Tag, hier auf dem Blog.

Viel Spaß!

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Andreas Scheuer: Dodo des Monats November 2015

Dodo des Monats November 2015
Dodo des Monats November 2015

Andreas_ScheuerLange sah es so aus, als wenn die Kanzlerin das Rennen um den Dodo des Monats gewinnen würde. Im Zieleinlauf erwies sich der kleine Doktor der CSU als der Stärkere. Obwohl die Aussage der Kanzlerin, die Anschläge von Paris seien von Gottlosen verübt worden, durchaus ein dankbares Thema gewesen wäre.

Erwischt hat es Andreas Scheuer, Generalsekretär der CSU und als solcher der kleine Wadenbeißer von Horst Seehofer. Der politische Geiselnehmer Seehofer und Scheuer, der nicht die hellste Kerze auf der Torte der CSU ist und entsprechend unglücklich handelt. Als Generalsekretär seiner Partei darf er öffentlich sagen, was Seehofer aus taktischen Erwägungen heraus nicht frei äußern würde. Das ist die Rolle der Generalsekretäre der Parteien. Während die politische Programmatik der CSU kräftig in die Lederhose Seehofers ging wurde pragmatisch schnell auf das Thema Flüchtlinge und Terror geschaltet. Seehofer konnte animalisch agieren und Scheuer gab die kräftigen Sprüche.

Im Vorfeld des CSU-Parteitages äußerte sich Scheuer lässig zum Thema Grundgesetz, Bundeswehr und Innere Sicherheit.

Andreas Scheuer:

[…] „die Frage der Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger doch nicht an Verfassungsfragen haltmachen kann. Sondern wir müssen so kraftvoll sein, dass wir maximal mögliche innere Sicherheit aufbieten.“

Das Grundgesetz ist nichts, nicht für Scheuer und Co. Bei Bedarf wird es einfach kraftvoll beiseite geschoben. Der Widerspruch, den er nicht aufzulösen vermag, ist die Tatsache, das er von Flüchtlingen die Anerkennung der deutschen Leitkultur, die seiner Meinung nach die christlich-jüdisch-abendländische Kultur ist, einfordert. Das ist Schwafelei und der Hinweis auf den jüdischen Part deutscher Kultur dümmlich. Die Christenheit hat gut 2000 Jahre alles getan um jüdische Kultur auszumerzen. Deutsche Leitkultur ließ jüdische Kultur millionenfach ermorden. Ebenso dumm der Begriff des Abendlandes, geschenkt, Katholik Scheuer weiß es nicht besser.

Das Grundgesetz ist das wirksame Prinzip des demokratischen Verfassungsstaates. Und dieses Prinzip heißt nichts anderes als der Minderheit keine kulturelle Lebensform vorzuschreiben. Also, Leitkultur ist für die Tonne. Die Grundlage des Zusammenlebens der Individuen einer Gesellschaft wird durch Gesetz geregelt und nicht durch Kultur.

Wer bereit ist hinderliche Verfassungsfragen zu beseitigen ruft dann auch, für die Sicherheit, eine Dikatur aus. Ganz pragmatisch, Deutsches Christentum spielt dann ganz vorn eine gewichtige Rolle.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats November 2015

Dodo des Monats November 2015
Dodo des Monats November 2015

Der Monat November war angefüllt mit allerlei Blödsinn. Ob nun die Abstimmung des Bundestages zum Thema Sterbehilfe, die quasi dem Paternalismus Tür und Tor öffnet und am eigentlichen Problem vorbeigeht, die Bewältigung der Zuwanderung durch Flüchtlinge, angesichts der Inkompetenz einiger Behörden mag man gar nicht den Gedanken einer Naturkatastrophe in Deutschland zu Ende denken und die Gottesstaatlichkeit in Deutschland, politisch gewollt, gegen die Interessen des Souveräns, den Begriff sollte man nicht all zu ernst nehmen.

Die Wahl ist bis zum 07. Dezember 2015, 18:00 befristet, Mehrfachabstimmungen sind möglich.
Der Gewinner wird am folgenden Tag mit einer kleinen Laudation gewürdigt.

Viel Spaß!

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Rudolf Voderholzer: Dodo des Monats Oktober 2015

Dodo des Monats Oktober 2015
Dodo des Monats Oktober 2015

voderholzerDie graue Maus des deutschen Episkopats hat den Dodo des Monats Oktober gewonnen. Der moralisierende Radiologe, welcher gern die Nazi-Keule auspackt wäre mein Favorit gewesen. Aber gut, gewählt ist gewählt.

Der geistige Vater Voderholzers ist Dodo Müller, bei dem war er wissenschaftlicher Assistent am Dogmatik-Lehrstuhl in München. Dieser Fakt erklärt die sture konservative Einstellung des Regensburger Apostels, nicht nur im kirchlichen Arbeitsrecht. B16 hat ihm zu Bischof berufen, nach dem Dodo Müller mit der Leitung der Inquisition im Vatikan beauftragt wurde.

Theologisch liegt er auf der Linie von B16. Kirchlich-intellektuell kommt hier die Flexibilität einer Brechstange zum Tragen. Gut kopiert er die Armuts-Attitude des Franz-Papstes, Zweckverhalten, vielleicht ist ja die Karriere in der Kirche noch nicht zu Ende.

Die abnehmende Glaubenssubstanz macht ihm Angst, die Kirchenaustritte und die Ignoranz der Katholiken in seinem Bistum. Mangelnde Selbstkritik, welche bei den Paffen sehr verbreitet ist, lässt die eigentlichen Ursachen für den Glaubensschwund unerkannt. Dass sich Voderholzer selbst abschafft sieht er nicht, der Zirkus Spiritualität, Gott, ist längst auf dem Weg zu anderen Orten. Der deutsche Zoo Gottes lebt von der Substanz der Kirchensteuer und der willfährigen Politik.

Voderholzer verkündet zum Abschluss der Rosenkranzprozession sein Credo:

„Nur ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kultureller Identität kann andere integrieren. Sorgen macht mir hier weniger eine möglicherweise drohende islamische Überfremdung, als vielmehr die eigene Lauheit, die abnehmende Glaubenssubstanz in unserem christlichen Abendland, das merkwürdigerweise dort am lautesten beschworen wird, wo Glaube und Kirche seit Generationen an den Rand gedrängt wurden.“

Solche Sätze sagt man, wenn der Verstand nicht über den Buchrücken der Bibel hinausgeht. Kulturelle Indentität in Deutschland. Was dem Berliner seine Curry-Wurst ist dem Bayern seine Weißwurst. Die kulturellen Unterschiede zwischen Schwaben und Ostfriesen sind nicht nur sprachlich. Vor allem haben Flüchtlinge nichts mit dieser Kultur gemein und niemand wird verlangen, dass sie die Kultur des Aufnahmelandes annehmen. Das ist ein Kriterium pluraler Gesellschaften. Die Lauheit steht auf der Kanzel, beeindruckt von muslimischer Frömmigkeit sucht man Wege, die der eigenen Glaubenswelt Vorteile verschaffen. Voderholzer sagt nicht die Wahrheit, in diesem Zusammenhang. Und die Mär vom christlichen Abendland kann man mittlerweile schon idiotisch nennen.
Es kommen Menschen nach Deutschland und es gilt diese ohne einschränkende und vor allem ausgrenzende Attribute religiöser Weltsicht als Menschen zu behandeln. Die Voraussetzung dafür ist die weltanschauliche Neutralität der Gesellschaft. Integratition, Inklusion wird nur auf der Grundlage des Humanismus gelingen und ich meine hier nicht den kontaminierten Humanismus christlicher Provinienz.

Die katholische Kirche kann gesellschaftliche Akzente setzen, ein Anfang wäre die notwendige Aufklärung des Skandals zum Thema sexueller Missbrauch. Die Stärke der katholischen Kirche resultiert nicht aus der Schwäche der Gesellschaft sondern am willfährigen Kriechen politischer Akteure. Politische Claqeure, von der Kanzlerin über die Fraktionen im Bundestag machen bigotte christliche Politik möglich. Soziale Gruppen werden bewusst ausgegrenzt und es steht zu befürchten, dass diese Ausgrenzung an den zuwandernden Menschen keinen Halt macht.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo. In Regensburg hat man ja Erfahrung damit.

Wahl Dodo des Monats Oktober 2015

Dodo des Monats Oktober 2015
Dodo des Monats Oktober 2015

Der Monat Oktober war bestimmt durch die Flüchtlings-und Asylpolitik der Bundesregierung. In den bayrischen Gefilden möchte man schon gern das Grundgesetz außer Kraft setzen, von der bigotten christlichen Nächstenliebe ganz zu schweigen.
In Rom versammelten sich 270 Autoerotiker um über Sexualität, Familie, Scheidung und obskure Rituale zu befinden. Bemerkenswert, formal-rechtlich hat keiner der Beteiligten irgendetwas mit Sexualität zu tun, meint aber göttliche Ratschläge erteilen zu können. Beachtlich, keine Institution, Organisation, Partei, Verein, Gesellschaft spricht so oft, so viel über Sexualität. Katholische Kirche ist wie ein Hardcore-Porno, die Notgeilen treffen sich in Rom und nennen das Synode.

Die Wahl ist bis zum 07.11. 2015 befristet, nach 18:00 Uhr gibt es keine Stimmabgabe mehr. Mehrfachabstimmung möglich.  Der Gewinner wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden.

Viel Spaß!

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Margot Käßmann: Dodo des Monats September 2015

Dodo des Monats September 2015
Dodo des Monats September 2015

Margot-KässmannEine Stimme mehr als der kleine Doktor und CSU-General Andreas Scheuer, für Margot Käßmann. Herzlichen Glückwunsch.

Sie lebt in einer einfachen Welt. Jesus wandelt über blühende Wiesen, quert trockenen Fußes einen kleinen Fluss und in der Ferne labt sich ein T.rex am saftigen Grün. Aus dem Äther hört sie die ständige Wiederholung der Bergpredigt. Friede auf Erden. Soweit die monopolare Botschaft der Ex-Bischöfin und Wegbereiterin des fundamentalen Menschenfeindes Martin Luther.

Naives Christentum ficht das nicht an.  Naivität der Christin und die kompensatorische Arroganz bigotter Doppelmoral.  Scheinbar um die Macht ihres imaginären Freundes wissend  äußert sie sich über die sogenannten „Verteidiger des Abendlandes“ naserümpfend: „Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben.“

Was für ein Blödsinn, in der kleinen heiklen Friedenswelt der Margot Käßmann gibt es kritisches Denken nur andere betreffend. Warum verhindert denn ihr imaginärer Freund nicht die Barbarei im Nahen Osten? Selbst sein Bodenpersonal, in der Hauptsache wohl katholisch, darf dahin gemetzelt werden. Ihre Gebete nützen nichts, verhindern nichts, die Toten bleiben tot, der abgeschnittene Kopf bleibt abgeschnitten. Wer betet ändert nichts. Obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass Käßmann meint, Beten sei Schwerstarbeit, ändern tut sie nichts damit.
Mit dem Idiom protestantischer Arroganz meint sie die Kirchen füllen zu können, diese Gegreine bringt auf diesem hohem Niveau nur noch der Ex-Bischof Huber zustande. 400.000 Kirchenaustritte fechten Käßmann nicht an, dass ist nicht ihr Problem, eia-popeia-Herz-Jesulein Frieden um jeden Preis, da lebt die Niedersächsin auf. Verstehen kann man das nur, wenn man dem gleichen Realitätsverlust unterliegt wie sie. Die Religionisierung sozialer Konflikte, ihrem Grundverständnis nach, machen die Prozesse zu politisch-kirchlichen Einflusssphären. Das ist durchaus gewünscht. Da wird der ach so hochgeschätzte Pfaffe Luther völlig außen vor gelassen.

Luther_Zitat

Politische Arroganz, der Rückzug des demokratischen Gemeinwesens in der Fläche, ungelöste soziale Konflikte haben die „besorgten Bürger“ zu dem werden lassen was sie heute sind. Da lässt sich pfäffisch gut klugscheißen.

Mir ist auch nicht bekannt, ob Käßmann, außer ihrer arroganten Schwätzerei, eine Flüchtlingsunterkunft besucht hat. Sie kann ja den dort untergebrachten durch aus die Bergpredigt nahe bringen, auch die Evangelische Kirche in Deutschland mag Märtyrer, oder ob sie bei einer Pegida-Demo gesehen wurde und die Macht Gottes auf die „besorgten Bürger“ geschleudert hat.

Die rechtsextremen Auswüchse in Sachsen und überall in Deutschland haben konkrete Ursachen, politisch, sozial, kulturell und solange dás nicht konkret benannt wird, werden diese Konflikte nicht gelöst werden.

Zum Abschluß Karl Popper:

Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.(Die offene Gesellschaft und ihre Feinde)

Wenn zuviel Jesus im Oberstübchen geistert, mal Karl Popper lesen. Es lohnt sich.

Wahl Dodo des Monats September 2015

Dodo des Monats September 2015
Dodo des Monats September 2015

Eine Fülle von religiotischen Aussagen, statements, Forderungen hat sich im Monat September angesammelt. Flüchtlinge, die Vorwahlen der Republikaner in den USA, Ehe, Familie, Abtreibung. Zu allen Themen meinen Pfaffen und Pfäffinnen etwas sagen zu müssen. Die eigene Bigotterie sehen sie dabei nicht. Bei einigen Politikern wäre schon ein Pfaffe ehrenhalber verdient.
Die Wahl ist bis zum 07.Oktober 2015, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachabstimmungen sind möglich. Der Gewinner wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

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How to Criticize with Kindness: Philosopher Daniel Dennett on the Four Steps to Arguing Intelligently

“Just how charitable are you supposed to be when criticizing the views of an opponent?”

By Maria Popova|brain pickings

“In disputes upon moral or scientific points,” Arthur Martine counseled in his magnificent 1866 guide to the art of conversation, “let your aim be to come at truth, not to conquer your opponent. So you never shall be at a loss in losing the argument, and gaining a new discovery.” Of course, this isn’t what happens most of the time when we argue, both online and off, but especially when we deploy the artillery of our righteousness from behind the comfortable shield of the keyboard. That form of “criticism” — which is really a menace of reacting rather than responding — is worthy of Mark Twain’s memorable remark that “the critic’s symbol should be the tumble-bug: he deposits his egg in somebody else’s dung, otherwise he could not hatch it.” But it needn’t be this way — there are ways to be critical while remaining charitable, of aiming not to “conquer” but to “come at truth,” not to be right at all costs but to understand and advance the collective understanding.

Daniel Dennett (b. March 28, 1942), whom artificial intelligence pioneer Marvin Minsky has called “our best current philosopher” and “the next Bertrand Russell,” poses an apt question that probes some of the basic tendencies and dynamics of today’s everyone-is-a-critic culture: “Just how charitable are you supposed to be when criticizing the views of an opponent?”

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Vitus Huonder: Dodo des Monats August 2015

Dodo des Monats August 2015
Dodo des Monats August 2015

Vitus_HuonderDie Wahl zum Dodo des Monats August gestaltete sich recht interessant. Mein Favorit wäre ja dieser evangelische Theologie-Professor gewesen, der meinte, dass das Alte Testament die Bibel von Jesus gewesen sei. Selbst unter dem äußerst fragwürdigen Aspekt, dass Jesus gelebt habe, ist das Alte Testament wesentlich später entstanden. So sind Theologen, was nicht passt wird passend gemacht, je größer die Lüge um so eher wird sie gelaubt.
Ein besonderes Exemplar christlicher Provinienz ist Vitus Huonder. Apostel der Diözese Chur in der Schweiz. Er ist quasi der letzte lebende Katholik, ein Fossil aus den vergangenen Hochzeiten apostolischer Macht. Die Welt, wie sie sich heute darstellt kränkt ihn. Mit diesem Problem steht der bischöfliche Pfaffe nicht allein.

Liest man die Quellen im Internet so kennt der Churer Apostel eigentlich nur ein Thema; Sex. In jedweder Form, Familie, Ehe, Homosexualität, der Griff in den Schritt, ob weiblich oder männlich ist bei im Gewissheit, da will er mitreden, Sex ist göttlich. Und hier offenbart Huonder eine durchaus pervers zu nennende Sicht auf die Welt. Der introvertierte, selbstgefällige Bischof, ein Chor von Schmeichlern umgibt ihn,  lebt in einem selbst geschaffenen Refugium katholischen Glaubens, mit einem erbärmlichen Menschenbild. Das schwule Ebenbild Gottes will er nicht anerkennen, sein imago dei ist hetero, rein und gottgefällig, also ihm, dem Bischof auf Erden. Danach kommen die Frauen, die Knaus-Ogino-Methode als einzige weltkirchlich anerkannt, Abtreibung ist Mord, weltliche Scheidung ungültig, Ehe sei göttlich. Der Heilsbringer für das richtige christlich-katholische Leben ist Vitus Huonder, der dämonische Imperativ eines Neurotikers. Ehrlich, unter anderen Umständen würde der Mann in eine Klappsmühle gehören und sich professioneller Hilfe unterziehen müssen.

Hört, liest man seine Reden, Veröffentlichungen schleicht ein Gedanke ins Gehirn, der Mann ist stockschwul und ein abgewiesener Liebhaber.

Beim Kongress „Freude am Glauben“, vom Forum deutscher Katholiken realisiert konnte er endlich seine Bibel-Exegese an das Kirchenvolk bringen.

Lev 20,13

«Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen»

Das katholische Familienmodell, sein Familienmodell, ist das einzig Richtige, Wahre, Unübertroffene. Alles andere ist Dreck, Abschaum, tötenswert. Das hier geoffenbarte Menschenbild ist erbärmlich, empathielos und inhuman.
Die römische Spukgestalt, Vizegott, meint, dass er nicht über Schwule, Lesben usw. richten könne, schließt aber die schwule Schöpfung seines Gottes aus. Franz in Rom ist ein Schwätzer, die Drecksarbeit machen seine Bischöfe, hier wird der heilige Geist materielle Gewalt, der gute Opa sitzt in Rom.

Die Entschuldigung für das Zitat ist keine. Die Homophobie Huonders, seine Ablehnung alles außerkatholischen, die persönliche Überzeugung vom eigenen Sendungsbewusstsein, die arrogante Eitelkeit tragen Prozesscharakter. Dem öffentlichen Protest wurde mit Zweckverhalten begegnet. Manifestierte Lüge. Nach der Beichte ist das aber alles wieder völlig in Ordnung und der Herr schaut mit Wohlwollen auf den personifizierten Menschenfeind.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Die Evolution von Glauben und Moral

Im Verhalten der Bonobos erkennt der Primatenforscher Frans de Waal mögliche Vorformen der Religiosität. (picture-alliance / dpa / Benjamin Beytekin)
Schimpanse, Ratte oder Elefant: Sozial lebende Tiere haben natürlicherweise das Bedürfnis, gut miteinander auszukommen. Warum darin der Schlüssel zu moralischem Verhalten liege, erläutert der niederländische Zoologe Frans de Waal in seinem Buch „Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote“.

Von Susanne Billig|Deutschlandradio Kultur

Wenn es in Strömen gießt, kauern Schimpansen sich unter das Blätterdach des Dschungels und setzen ihr schlecht gelauntes „Regengesicht“ auf. Doch manchmal packt sie ein heiliger Furor: Dann springen sie mit gesträubtem Fell von den Bäumen und stampfen aufrecht auf zwei Beinen umher – bis der Regen verschwindet.

Auch das neueste Buch des niederländischen Zoologen Frans de Waal quillt von Geschichten aus der Tierwelt über: Schimpansenmütter, die ihre Kinder jahrelang aufwendig durch die Kindheit lotsen. Ratten, die auf Futter verzichten, um Artgenossen aus der Patsche zu helfen. Bonobos, die stundenlang neben einem gestorbenen Mitglied ihrer Gruppe ausharren, sichtlich von dessen Tod erschüttert. Und wer weiß – vielleicht soll der Regentanz ja Naturgewalten beschwören?

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Wahl Dodo des Monats August 2015

Dodo des Monats August 2015
Dodo des Monats August 2015

Es ist wieder soweit. Obskures, Religiotische, politische Dreistigkeiten stehen zur Auswahl. Bestimmte die Landesverratsaffaire gegen die Internetplattform netzpolitik.org Anfang des Monats die Inhalte der Debatte, folgte stramm und voller Eile Vitus Huonder hinterher. Nichts bestimmt die Diskurse der Kirchen so sehr wie Sexualität, Ehe, Familie. Es gibt Würdenträger welche sich nicht entblöden den Plan Gottes aufzurufen und den Eindruck erwecken zu lassen, sie würden selbigen kennen. Die Auseinandersetzungen mit dem Zustrom der Flüchtlinge, christliche Kontingente einfordernd, gibt sich Politik im Spektrum des Rechtsextremismus banal. Das Versagen von Sozial-und Kommunalpolitik wird nicht einmal angedacht.
Die Wahl ist bis zum 07.September 2015, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird hier, am folgenden Tag, in entsprechender Form gewürdigt werden. Mehrfachabstimmungen sind möglich.

Viel Spaß!

  1. Peter Hahne, „zwangsneurotisches Missionieren als Allheilmittel.“
  2. Reiner Haseloff, „beschwört die jüdisch-christliche Tradition.“
  3. Lutz Marmor, „ab 2017 braucht die ARD 400 Millionen Euro mehr.“
  4. Marlene Mortler, „kein Alkoholverkauf an Jugendlich ab 22:00 Uhr.“
  5. Andreas Laun, „will Lebensrecht um jeden Preis.“
  6. Rudolf Langthaler, „hat den Naturalismus von Richard Dawkins theologisch nicht verstanden.“
  7. Bistum Limburg, „feuert Kita-Leiterin, weil keine kirchliche Heirat.“
  8. Christoph Markschies, „Theologe ohne Bibelkenntnisse.“
  9. Sigmar Gabriel, „Nazi-Rethorik.“
  10. König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum-Wien, „Feigenblatt des Wahhabismus in Europa.“
  11. WDR, „löscht Plasberg-Talk in der Mediathek.“
  12. Robert Zwick, „Gehirnerweichung durch Granderwasser.“
  13. Carsten Rentzing, „Homophob, kennt aber Gottes Plan.“
  14. Waleed Ahmed, „ findet die Scharia so toll, braucht aber niemand.“
  15. Annette Schavan, „religiotisches zu Bildung und Wiedervereinigung.“
  16. Heinrich Bedford-Strohm, „Luther-besoffen und Staatsknete.“
  17. Günther Beckstein, „möchte christliche Flüchtlinge bevorzugt behandeln.“
  18. Vitus Huonder, „fundamentale Bibel-Exegese in Sachen Homosexualität.“

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