Nora Illi: Dodo des Monats November 2017

Dodo des Monats November 2017 ©HFR

Ein Gespenst geht um. Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrates der Schweiz. Eine kleine Splittergruppe von islamischen Fundamentalisten, ohne großen Rückhalt in der islamischen Community der Schweiz. Das Problem kennen wir aus Deutschland auch. Kleine bärbeißige Islamistenvereine die so tun als wenn alle in Deutschland lebenden Muslime hinter ihnen stehen würden. Wenn sie 20% repräsentieren dürfte das ausreichend sein. Konvertitin Illi, wie sehr oft unter Konvertiten zu finden, ist eine Glaubenseiferin, die es versteht mediale Aufmerksamkeit zu erheischen. Der von ihr bevorzugte Niqab tut ein übriges dazu. Der Beduinenkultur, der arabischen Halbinsel entsprungen, sollte der Niqab vor Sand, Sonne und Staub schützen. Praktisch allemal und vor allem notwendig. Es gibt keine religiöse Notwendigkeit im Islam, für Frauen, sich ständig zu verhüllen. Die Burka ist eine paschtunische Stammestracht aus Afghanistan, Tradition wurde im Laufe der Jahrhunderte religiös umgedeutet. Das Kopftuch ist ebenso nicht notwendig und schon gar nicht religiös begründbar. An der al-Azhar-Universität, der höchsten theologischen Instanz des sunnitischen Islam sogar per Fatwa verboten. Wer meint Religionsfreiheit als Begründung für islamischen Mummenschanz bringen zu müssen, liegt völlig falsch. Und seltsamerweise wird diese dann immer von Leuten eingefordert die für die Kennzeichnungspflicht von Polizisten eintreten. Widerspruchsfrei ist das nicht zu denken.

Also, man nimmt sich einen Niqab, Modell „Kinderschreck“ und begibt sich in die Medien. Dort sitzt man vor der Kamera, wie ein aufgeblasener Müllsack und stellt ikonografisch dar, eigentlich nicht kommunizieren zu wollen. Die Hälfte des Publikum schaut sich um, ob nicht Ellen Ripley im Studio ist, die bei Gefahr das verdammte Alien-Ding in ein Wanne mit geschmolzenem Stahl werfen kann.
Und dann geht es los, Diskriminierung, eingeschränkte Religionsfreiheit, nicht ausgelebte religiöse Kulte, Sexismus allein wegen der Verhüllung des weiblichen, islamischen Körpers. Der Körper gehört nur Allah und dem Ehemann, klingt irgendwie sklavisch ist es auch. Das wird dann als Freiheit der Persönlichkeit angeboten. In dem französischen Film „Alibaba und die 40 Räuber“, mit Fernandel, der mit dem Pferdegrinsen, hört sich das anders an. Er begibt sich auf den Basar und bekommt einen Notizzettel überreicht, „Alibaba, bring bitte zwei schöne fette Frauen mit.“ Allah in jener Zeit muss ein völlig anderer gewesen sein.

Wieder Niqab, diesmal Modell „Angst“, ein Bild vor dem Konzentrationslager Dachau, gut sichtbar das Eingangstor des KZs, links daneben Niqab Modell „Angst“. Wir wissen nicht, wer, was sich darunter befindet. Es kann alles sein. Text zum Bild lautet:

„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ Nicht erst wenn es soweit ist. #Dachau #Neveragain #memoriesNora Illi

Niqab Modell „Angst“ interpretiert den Twitterpost: Sie wollte auf die vielen Gesetze in Europa hinweisen, die Muslime unterdrücken. Wer Verschleierungsverbote in Europa mit dem industriellen Massenmord der Nazis an den Juden vergleicht ist einfach nur blöd, aber medialer Aufmerksamkeit gewiss. Mit dem Begriff Holocaustrelativierung ist dieser Twitterpost vom Niqab Modell „Angst“ Nora Illi hinreichend beschrieben. Darüber hinaus stürzen sich hunderttausende Glaubensbrüder-und schwestern freiwillig in die westliche Unterdrückung. Der Widerspruch wird auch von Illi nicht aufgelöst, dabei könnte sie den unterdrückenden Elementen fliehen. Es gibt genug Länder auf dieser Erde, da können Muslime ungehindert ihr erlittenes Unrecht hinter sich lassen. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache.

Illi benutzt ihren Niqab als Waffe, sie will provozieren, sie will erschrecken, sie will mediale Aufmerksamkeit. Die bekommt sie natürlich, sie instrumentalisiert ein Bekleidungsstück und wundert sich über Reaktionen, die zeigen, dass sie und der von ihr gelebte Glaube als abstoßend empfunden werden. Man muss andere Menschen, mit anderer kultureller und sozialer Prägung nicht überzeugen wollen, man kann aber viel dafür tun den Zustand der gegenseitigen Akzeptanz zu erreichen. Mit Illi wird das nix, sie hat sich schon vorher selbst diskreditiert. Kommunikation ist Senden – Empfangen – Decodieren – Feedback. Mit Gespenstern kann man nicht kommunizieren.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

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Wahl Dodo des Monats November 2017

Dodo des Monats November 2017 ©HFR

Das Jubeljahr der Reformationsfeierlichkeiten wurde beendet, was nicht heißt, dass sich religiotischer Unsinn in den Medien niederschlägt. Ob nun der Erzapostel von München, der das BGE als undemokratisch empfindet, bei über 12.500€ Staatsknete monatlich und mietfreiem Wohnen in einem Palais, durchaus verständlich, oder aber das Gerichtsurteil gegen die Ärztin Kristina Hänel, auf der Grundlage eines Paragrafen, der der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik zum Durchbruch verhelfen sollte oder aber das Gerichtsurteil welches der Fluglinie Kuwait Airways den Transport von israelischen Bürgern, von Deutschland aus, zu verweigern. Es ist zum aus der Haut fahren.
Hier sind die Kandidaten für die Wahl.
Die endet am 07.12.2017 um 18:00 Uhr. Der Gewinner wird hier am folgenden Tag gewürdigt
werden. Viel Spaß!

  1.  Islamische Zentrum Freiburg im Breisgau, „fühlt sich als Opfer des Islam-Verleumders Ourghi, fordert des Entlassung.“
  2.  Nora Illi, „Ganzkörper-Kondom verhindert Denken, so dass der Unterschied zwischen Burkaverbot und Holocaust zur Umnachtung führt.“
  3.  Katrin Göring-Eckardt, „sucht neue Freunde unter Bienen, Schmetterlingen und Vögeln.“
  4.  Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), „Islamunterricht für alle, vereinfacht den Unterricht, die Inhalte sind seit über 1000 Jahren die gleichen.“
  5.  Heinrich Bedford-Strohm, „beschwört den Zusammenhalt der Religionen.“
  6.  Joachim Gauck, „Schreckliche Christenverfolgung, falsche Zahlen, evangelikale Statistiken.“
  7.  Stephan Ackermann, „seit Jahren harrt die Aufklärung des Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ihrer Veröffentlichung.
  8.  Margot Käßmann, „redet sich das Refomationsjubiläum schön.“
  9.  IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin, „es bräuchte einen Beauftragten für Religionsfreiheit.“
  10.  Johannes Huber, „Sex, Promiskuität und Immunsystem, katholisch betrachtet.“
  11.  AfD Berlin, „Reformationstag soll dauerhafter Feiertag in der Stadt werden.“
  12.  Evangelische Landeskirche Württemberg, „gepflegte Homophobie.

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Totgeglaubter Gott

Bild: erf.de
Vor genau 10 Jahren machen die „Brights“ von sich reden. Jene hellen Köpfe rund um Richard Dawkins und Sam Harris, die den Gottesglauben als einen dunklen Wahn identifizieren, der zu gewalttätigen Auswüchsen führt. Das Ende religiöser Vergewaltigung ist für sie ohne den Tod des Glaubens an Gott nicht denkbar.

Von Hans-Joachim Höhn | katholisch.de

Zwar gibt es überzeugende Einwände gegen die These, dass Religion und Gewalt stets miteinander gekoppelt sind. Aber eine religionskritische Grundfrage bleibt aktuell: Was ist geeignet, Gott und den Glauben an ihn in dieser Welt zum Verschwinden zu bringen? Wird Gott nur dort zu Tode geglaubt, wo man von ihm die Lizenz zur Tötung der Anders- und Ungläubigen ableitet?

Der Gottesglaube geht auch auf andere Weise zugrunde. Stiller, unspektakulärer, trivialer. Seine Verfechter müssen keineswegs aggressiv und intolerant auftreten. Im Gegenteil. Sie reden von einem „lieben“ Gott, der nichts verlangt und niemanden aufregt. Vor ihm darf man so sein, wie man ist, und Gott sagt: Gut so!

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Margot Käßmann: Dodo des Monats Oktober

Dodo des Monats Oktober 2017 ©HFR

Halloween, alte heidnische Tradition mit einer ganz dünnen Decke des Christentums. Die katholischen Iren brachten das Fest, als Einwanderer, in die USA. Einer der christlichen Fixpunkte der Nacht der Geister und Dämonen ist das Hochfest Allerheiligen der Katholiken. Gedenkt man dort an die armen Seelen die im Fegefeuer schmoren. Irdisches Leid als transportierte Strafe über den Tod hinaus. Die Enzyklopädia Britannica leitet Halloween von den Kelten her ab. Das Ende des Sommers, das Vieh kehrte von den Weiden in die Ställe zurück. Freudenfeuer, Knochenfeuer, genährt aus den Knochen des Schlachtviehs um die Vorräte für den Winter anzulegen. Wahrsagerei war üblich, zumal das Jahr der Kelten im November begann, Halloween ein Freudenfest. Die Kirche war dagegen, obwohl nur im Bereich der katholischen Kirche in Großbritannien gefeiert wurde. Bibelfundamentalisten sehen in Halloween gar den Teufel am Werk. Geblieben sind um die Häuser ziehende Kinder, verkleidet wie zu Karnevalszeiten erbetteln sie sich Süßigkeiten an den Haustüren.
Halloween am Reformationstag, da geht Käßmann jedweder Humor verlustig, bei der Verteilung dessen scheint sie eh etwas zu kurz gekommen sein. Da kommt der Aufschrei: „Kommerz.“ Für sie nur negativ konnotiert, sofern dem von ihr geliebten Luther nicht gehuldigt wird. Diese Kinder kümmern sich einen Dreck um den fetten Pfaffen.
Käßmann, das ist sicher lebt in einer anderen Welt, einer anderen Realität, fast eifersüchtig geht sie gegen Kritik an Luther und an der Party zum 500. Luther-Jubiläum vor. Egal wer, sie beißt sofort. Sie hätte die Worte ihres Meister verinnerlichen sollen:

[…]daß das Weib geschaffen ist zur Haushaltung, der Mann aber zur Policey, zu weltlichem Regiment, zu Kriegen und Gerichtshändeln, die zu verwalten und zu führen.“ zitiert nach Hubert Mynarek, „Luther ohne Mythos“, S. 42

Kommen wir zur evangelischen Geldgier zum Reformationsjubiläum, die jede Halloween-Party zum lausigen Mineralwasserbesäufnis werden lässt.
Nehmen wir die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, dort dürften die meisten Luther-Events stattgefunden haben.
In Sachsen-Anhalten gehören 12,7% der Bevölkerung der evangelischen Kirche an. Nebenbei, 80% sind konfessionlos. Das Land gibt zur Käßmannschen Lutherparty 80 Millionen Euro aus. Allein die Sanierung des Wittenberger-Schloßkomplexes hat den Steuerzahler 32,8 Millionen Euro gekostet. Nach Fertigstellung erfolgte die Übergabe an die evangelische Kirche. Wie blöd muss man in Sachsen-Anhalt sein, auch konfessionslos-blöd, CDU zu wählen und parasitäres Pfaffentum zu unterstützen. Wieviel Halloween-Parties könnte man denn allein von den Kosten in Wittenberg durchführen, einschließlich der Restauration der „Judensau“, die nach den Todeslagern der Nazis noch als kultureller Höhepunkt der Stadt gesehen wird.

In Thüringen ist es ähnlich. 68% der Bevölkerung sind konfessionslos, 22,2% evangelischen Glaubens. Das Land hat rd. 60 Millionen Euro in die Luther-Sause investiert.  Der evangelische Christ Bodo Ramelow spricht selbst von Investitionen. Kommerz? Welch garstiges Wort. Luther ist Handelsmarke, jeder will an Luther verdienen, Touristen locken mit Luther-Bier, Luther-Brote, Luther-Playmobil. Es geht ums Geld, verdienen mit Luther.

Kommerz, ursprünglich „Geschäftsleben“ (von lat.: commercium, „Handel“, aus cum „mit(einander)“ und merx „Handelsgut“, über das frz. commerce),[1] wurde teilweise bis ins beginnende 20. Jahrhundert in der ursprünglichen Bedeutung als Synonym für Handel verwendet. Davon abgeleitet war im Deutschen Reich und ist in Österreich der Titel Kommerzienrat. Meyers Konversations-Lexikon erachtete 1888 den Begriff für veraltet.[2]

Heute wird der Ausdruck meist abwertend im Sinne eines allein auf Gewinnerzielung gerichteten Interesses verwendet.[3][4] Im Gegensatz dazu wird „nichtkommerziell“ als „ohne Gewinnerzielungsabsicht“ verwendet und oft als positives Merkmal für ehrenamtliche, uneigennützige oder lediglich kostendeckende Aktivitäten von Privatpersonen, Vereinen und Gruppierungen herausgestellt.Wikipedia

Der zweite Teil ist jener den Käßmann auf Halloween angewendet haben möchte. Sich und ihre Kirche geriert sie als nützlich, als gemeinnützlich. Wir wissen nicht, wieviele kleine Firmen zur Struktur der evangelischen Kirche gehören und sich an der Party satt machen wollten.
Sind eine Milliarde Euro in die Lutherdekade geflossen? Ein Drittel davon von der Kirche, den Rest hat der Steuerzahler in irgendeiner Form beglichen. Der ganze Lutherkommerz der Evangelischen Kirche in Deutschland ist banal, albern und erbärmlich, wie die Botschafterin, die 10 Jahre lang ein Lutherbild in der Welt verbreitete, ohne auch nur etwas vom Glauben nahe zu bringen. Religiös-spirituell war die Party ein Versager. Da im Merkelschen Protestantismus transparente Demokratie unmöglich ist, respektive vor dem Bundesverfassungericht erstritten werden muss, werden wir wohl eine Bilanz, nicht zu sehen bekommen, der Steuerzahler hat ein Recht darauf.

Die kognitiven Dissonanzen der Margot Käßmann gipfeln in dem Satz:

„Mir tut das leid, denn Luther wollte uns ja nun gerade von der Angst vor Geistern befreien.“Margot Käßmann, stern.de

Luther höchstselbst hat die beste Antwort darauf

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“
Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551

Hexenwahn, Ketzervertilgung, Luther war ein Meister darin.

„Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch – am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.“ (Karlheinz Deschner)

Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Wahl Dodo des Monats Oktober 2017

Dodo des Monats Oktober 2017 ©HFR

Übersättigung gebiert Ekel. Damit lässt sich der Zustand beschreiben, der durch die Luther-Parties landauf-und ab erzeugt wurde. Man möchte Luther ins Grab kotzen. Kaum einer hat wie er die Medien im Monat Oktober befüllt. Kirche und Politik in wahrer Besoffenheit wenn es um die Darstellung des fetten Pfaffen aus Wittenberg ging. Der Eindruck, dass die Luthers Apologeten nicht nüchtern waren, ist nicht von der Hand zu weisen. Und so wurde der protofaschistische Puritaner Luther in den Himmeln gehoben, es steht zu befürchten, dass er zum tausendjährigen Jubiläum seiner Thesen Jesus ersetzt hat. Dann waren es nicht die Thesen, sondern Luther, welcher an das Portal seiner Kirche genagelt wurde. Der Personenkult um ihn erzeugt Brechreiz. In der Lutherdekade wurde reichlich mit Steuergeldern um sich geworfen. Die ersten Apologeten haben schon angefangen sich zu rechtfertigen, es ging nicht um Glauben, es ging um Denkmalschutz, Infrastruktur, Tourismus und Ökonomie. Luther lieferte das Deckblatt für staatliche Subventionen an die evangelische Kirche.

Die Wahl ist bis zum 07. November 2017, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachabstimmungen sind möglich.  Der Gewinner wird am Tag darauf hier gewürdigt werden.

  1.  Margot Käßmann, „280 Millionen € für Luther sind kein Kommerz.“
  2.  Markus Dröge, „träumt den Traum der Staatskirche.“
  3.  Heinrich Bedford-Strohm, „wünscht sich die Globalisierung seiner EKD.“
  4.  Gregor Gysi, „hat Angst im gottlosen Dunkel.
  5.  Winfried Kretschmann, „sieht Toleranz u. Offenheit, es ist aber nicht klar, worüber er spricht.“
  6.  Angela Merkel, „kennt den Unterschied von Religionsfreiheit u. Laizismus nicht.“
  7.  Ilse Junkermann, „verteidigt die Wittenberger „Judensau.“
  8.  Andreas Germeshausen, „nicht integrierter Integrationsbeauftragter.
  9.  Bodo Ramelow, „Millionen für Luther, also Infrastruktur und Denkmalschutz.“
  10.  CDU-Fraktion Berlin, „wir weichen das Neutralitätsgesetz auf, hinten herum.“
  11.  Frank-Walter Steinmeier, „außenpolitische Erpressung Russlands, wegen einer Kirche.
  12.  Sandra Maischberger, „nicht der hellste Spot im Studio.“
  13.  Horst Seehofer, „will zurück ins 19. Jahrhundert.“
  14.  Stephan Ackermann, „mit dem Missbrauchsskandal seiner Kirche überfordert.
  15.  Martin Dutzmann, „bietet die Lösung für verängstigte, verzweifelte Wähler, Kirche.“
  16.  Johann Hinrich Claussen, „Lesen sei eine fast religiöse Tätigkeit.“
  17.  Robert Spaemann, „hatte es als Christ bei den Nazis besser.

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Das Kopftuch, regressive Beißreflexe oder die Rückkehr der Wahnsinnigen

 Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Schreckliches ist passiert. Eine Professorin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg diskutiert über die Respektlosigkeit von Kopfbedeckungen in Hörsälen. Konkret wird eine Studentin angesprochen, die auf Grund ihrer religiösen Weltsicht ein Kopftuch trägt. Auch diese Art von Kopfbedeckung sei respektlos.
Schon gehen regressive Linke auf die Barrikade, sprich eintrainierte Beißreflexe, die sozialen Medien des Internets dazu und die Sau wird virtuell durchs Dorf getrieben. Liest man die Kommentare und Artikel in den verschiedensten Medien bleibt nur noch zu sagen, wenn sich die Professorin nicht selbst tötet wird sie von der aufgebrachten Meute der Bescheidwisser gesteinigt.
Islamophobie, Herabwürdigung der Menschenwürde, Grundrechte mit den Füßen getreten, Diskriminierung.
Seid ihr noch normal? Seit wann ist Religionsfreiheit grenzenlos? Wo steht geschrieben, dass man in einer Vorlesung, an einer Universität und damit im säkularen Raum, der weltanschaulich neutral seien soll, dauerhaft ein Religionsbekenntnis demonstriert werden darf?
Wer erlaubt euch die Integrität einer säkularen Person anzugreifen und all das was ihr der Studentin zubilligt abzusprechen. Hat die Professorin keine Rechte, muss sie die kontinuierliche religöse Darstellung in ihrer Vorlesung dulden? Nein.

An der al-Azhar-Universität in Kairo, der höchsten theologischen Autorität des sunnitischen Islam sind Kopfbedeckungen für Studentinnen verboten. Der Dekan, welcher gleichzeitig Großmufti von Ägypten ist, hat mal einer Studentin auf dem Campus das Kopftuch heruntergerissen. Kurze Zeit später wurde das Tragen jedweder Kopfbedeckungen per Fatwa verboten. Und hier erklären „progressive“ Linke was Religionsfreiheit ist. Mit anderen Worten für das Tragen eines Kopftuches gibt es keine religiöse Begründung. In diesem Zusammenhang ist auch unverständlich, warum sich Gerichte, Juristen und Politiker in Deutschland nicht an der Rechtsprechung einer theologischen Autorität, wie sie nun mal die al-Azhar ist, orientieren. Ist das Kopftuch religiös nicht begründbar, kann man sich nicht hinter dem Recht auf Religionsfreiheit verstecken.

Der weitaus schlimmere Aspekt dieser Diskussion liegt noch in anderer Hinsicht begründet. Stichtwort. Reformation des Islam. Wir kommen wieder zu Seyran Ateş, Abdel-Hakim Ourghi und Ahmad Mansour. Diese Muslime wollen eine Reform des islamischen Glaubens, auf der Grundlage von Humanismus und Liberalismus, nennen wir es vereinfacht säkularer Islam. Genau diesen Muslimen fallen die regressiven Linken in den Rücken. Seyran Ateş, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin hat weit über 100 Morddrohungen erhalten. Als Rechtsanwältin vertritt sie die Stadt Berlin in der Thematik Kopftuch zur Durchsetzung des Neutralitätsgesetzes. In der Auseinandersetzung mit den Religionen haben die regressiven Linken ihr Kriegsbeil im Rücken fortschrittlicher Muslime begraben.

Hüten wir uns vor den uneingeschränkt Toleranten, sie machen die Intoleranz gesellschaftsfähig.

Ursula von der Leyen: Dodo des Monats September 2017

Dodo des Monats September 2017 ©HFR

In keinem Bereich wird die Janusköpfigkeit des Christentums so deutlich wie in der Militärseelsorge. Auf der einen Seite propagiert man den Frieden und die Liebe Gottes, auf der anderen wie man feindliche Kinder Gottes am besten ins Jeseits befördert, ohne dabei in Sünde zu verfallen. Gläubige Soldaten sind gute Soldaten. So erklärte Hitler, am 26.04.1933 auf einer Diözesankonferenz den katholischen Bischöfen:

„Es droht eine schwarze Wolke mit Polen. Wir haben Soldaten notwendig, gläubige Soldaten. Gläubige Soldaten sind die wertvollsten. Die setzen alles ein. Darum werden wir die konfessionelle Schule erhalten, um gläubige Menschen durch die Schule zu erziehen.“A.Hitler

Die Bundesministerin meinte, dass die Bindung an eine sittliche Ordnung und das eigene Gewissen mache das Soldat-Sein in der Bundeswehr,„Um dies kritisch zu entwickeln brauchen wir Partner wie die Militärseelsorge.“
Die Zeiten ändern sich, gewisse Inhalte überhaupt nicht.

Artikel 141 der Weimarer Reichsverfassung in den Artikel 140 des Grundgesetzes übernommen:
„Soweit das Bedürfnis nach Gottesdienst und Seelsorge im Heer, in Krankenhäusern, Strafanstalten oder sonstigen öffentlichen Anstalten besteht, sind die Religionsgemeinschaften zur Vornahme religiöser Handlungen zuzulassen, wobei jeder Zwang fernzuhalten ist.“ Damit ist Militärseelsorge Anstaltsseelsorge.

Nichts davon steht in der Weimarer Reichsverfassung institutionelle Verbindungen von Staat und Kirche herzustellen, schon gar nichts davon Militärgeistliche als Staatsbeamte auf Zeit einzusetzen oder die ganze christliche Geisterbeschwörung staatlich zu finanzieren. Genau das ist der Fall.

Militärpfarrer werden von ihrer Heimatkirche für circa 6 Jahre freigestellt. Sie werden vom Militärischen Abschirmdienst überprüft, sie werden Bundesbeamte auf Zeit, sie leisten einen Beamten-Eid, sie haben ihr Büro in der Kaserne, sie fahren Dienstwagen der Bundeswehr, sie werden direkt vom Bundesministerium für Verteidigung bezahlt, sie tragen im Auslandseinsatz und auf Kriegsschiffen militärische Kleidung, und sie haben eine Bundeswehr-Mail-Adresse. Jedes Militärpfarramt ist eine Dienststelle des Bundesministeriums für Verteidigung. Offiziell sind die Militärpfarrer exemt, das ist lateinisch und heißt enthoben. Es bedeutet: Militärpfarrer haben keinen militärischen Dienstgrad. Aber in der Praxis wird ein Militärpfarrer von den Soldaten entsprechend seiner Bezahlung (A14/15) wie ein Oberstleutnant angesehen und angesprochen.

Das Evangelische Kirchenamt für die Bundeswehr ist keine Einrichtung der Kirche, es ist eine Behörde des  Bundesministeriums für Verteidigung. Wenn also die Evangelische Militärseelsorge der Bundeswehr ein Festkonzert im Berliner Dom gibt handelt es sich um eine Party des Bundesverteidigungsministeriums, die Kosten der Sause werden vom Steuerzahler bezahlt.

Von der Leyen ist für das großzügige Interpretieren von politischen Sachverhalten bekannt. Gläubige Soldaten sind sittlich und ordentlich. Ungläubige und Andersgläubige sind es nicht. Ohne das Gott-sei-bei-uns geht es nicht, wie wir oben gesehen haben, gläubige Soldaten setzen alles ein.

Kommen Militärpfarrer in etwas rauhere Gegenden, wo Andersgläubige andere Auffassungen haben, entfernen sie ganz einfach das Christenkreuz vom Schulterstück. Wer will schon so schnell und abrupt seinem Schöpfer gegenübertreten. Man will sittlich weiterleben.  Die Christen im römischen Kolosseum starben fest im Glauben an ihren Gott. Den Pfarrer-Weicheiern heutzutage liegt das nicht, ihre großen Meister verstecken ihre Kreuze ja schon in der Zivilisation des Tempelberges.

In dem Sinne: „Helm ab zum Gebet.“

Bedford-Strohms Träume – Luther würde heute twittern

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb

„Ich bin sicher, dass Luther heute twittern würde“Bedford-Strohm

Wenn Luther heute leben würde und er, wie von Bedford-Strohm erträumt, twittern würde, gäbe es konsequent zu Ende gedacht die Evangelische Kirche in Deutschland nicht. Luther wäre noch katholischer Mönch oder stände kurz davor wegen Kindesmissbrauch vom Papst exkommuniziert zu werden. Bedford-Strohm wäre nicht evangelischer Landesbischof in Bayern, als katholischer Priester wäre er nicht verheiratet und hätte keine Kinder.
Luther twittert:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

Selbst mit der aufgehobenen Beschränkung von 140 Zeichen, dafür 280, müsste Luther natürlich in Fortsetzungstweets seine Kommentare posten.
Er twittert weiter:

„Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Martin Luther: Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“ (Martin Luther: Werke. Weimarer Ausgabe, Bd 10/2, Weimar 1907, S. 296)

Also, Luther twittert seinen Antijudaismus, seinen Sexismus, seine Obrigkeitshörigkeit, nach dem II.Weltkrieg und dem Holocaust.

Mit Sicherheit wäre Luther heute ein verurteilter Hassprediger, einer Hetzer im Namen des Herrn. Würde das alles nicht eingetreten sein, so würde er heute am Netzdurchsetzungsgesetz grandios scheitern, selbst Twitter würde ihm die Möglichkeit des Zwitscherns seiner fulminanten Hetze unterbinden.

Die Vorstellungen eines evangelischen Landesbischofs zeigen die realitätsferne und die kognitiven Dissonanzen seiner eigenen kirchlichen Welt.

Peep.

Wahl Dodo des Monats September 2017

Dodo des Monats September 2017 ©HFR

Je größer der gesellschaftliche Bedeutungsverlust des institutionalisierten Glaubens, um so lauter das Geschrei der Protagonisten in der Politik, den Kirchen und im Wahlkampf. Während Politiker Gefahr laufen bei unpopulärer Politik abgewählt zu werden, sonnen sich die Pfaffen im sicheren Hafen ihres beamtenrechtlichen Daseins, nicht jeder, aber bei denen die am großmäuligsten zu vernehmen sind ist es schon jeder. Zumal der temporäre Gewinn kirchlicher Appelle äußerst fragwürdig ist. Geht es um Kirchen, Religion, zumindest die christliche, können sogenannte Volksvertreter durchaus hohe Entscheidungsgeschwindigkeiten entwickeln, um danach ins politische Koma zu verfallen. Pfaffen gerieren sich als politische Weise, die jederzeit mit erhobenen Zeigefinger in gesellschaftliche Debatten eingreifen können. Das ist so, weil Politik ohne Rückrat, ohne jedwedes Risiko betrieben wird. Die öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten sind dann der Katalysator für gesellschaftliches Koma.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. Oktober 2017, 18.00 Uhr, befristet. Am Folgetag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß damit.

  1.  Gaby Mayr, „dilettiert in Sachen Gleichberechtigung, Gleichstellung“, Evolutionsbiologie nur mit ad hominems.
  2.  Ursula von der Leyen, „Soldaten ohne Seelsorge sind gewissenlos“.
  3.  Manfred Rekwoski, „maßt sich an für die Menschheit sprechen zu können.“
  4.  Olaf Zimmermann, „mag den Hassprediger Luther im Reformationsfeiertag würdigen.“
  5.  Markus Dröge, „nicht gewählter Pfaffe, mit politischer Attitüde.“
  6.  Aiman Mazyk, „Hassan al-Bannas Enkel in Deutschland.“
  7.  Margot Käßmann, „ewig greinende Reformations-Pfäffin.“
  8.  Stephan Weil, „politisch versagt, droht er nun mit dem Reformationsfeiertag.“
  9.  Horst Schneider, „keine Probleme mit Wunderheilungen, empfiehlt sich für die SPD.
  10.  Marianne Birthler, „schön geredeter Bedeutungsverlust des Evangeliums.“
  11.  Heinrich Bedford-Strohm, „weiß nicht, dass es keine kirchlichen Feiertage gibt.“
  12.  Fabian Vogt, „Protestanten-Gott braucht Jesus-ähnlichen Roboter.“
  13.  Gregor Gysi, „reformatorischer Größenwahn.“
  14.  Dietmar Woidke, „sieht Randkirche in der Mitte seiner Gesellschaft.
  15.  Diakonie/Caritas, „arbeitsrechtliches Paralleluniversum, außerhalb gesellschaftlicher Kontrolle.“

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Dodo Mazyeks Echokammer

Bild. @aimanMazyek/Twitter. Screenshot: bb

Die Schwierigkeiten im begrifflichen Verständnis zum Thema Islam, Religionsfreiheit, Liberalismus, von Aiman Mazyek, sind hinreichend bekannt. Einer der Gründe zweifacher Dodo-Preisträger zu sein. Seine Interpretationen zum Thema Islamismus, Muslimbruderschaft sind hier unvergessen.
Die vergangene Bundestagswahl ist gerade zwei Tage Geschichte, aber für Mazyek ist viel früher klar, welche Ursachen die Alternative für Deutschland(AfD) in den Bundestag gebracht haben. Wer H. Abdel-Samad, A.H. Ourghi, B. Tibi, A. Hirsi Ali, S. Ates, A.Mansour liest, wählt die AfD. So einfach, so billig. Ein komplexer gesellschaftlicher Prozess, die Integration einer Religion wird mit einfachen Antworten gelöst. Nennen wir es islamischen Populismus. Mazyek befindet sich mit seinem Tweet auf Twitter genau da, wo er nicht hinwollte, bei der AfD, nicht besser aber auch nicht schlechter.
Schauen wir uns die weltanschaulichen Feinde des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime an.
Hamed Abdel-Samad, Sohn eines Imams. Der deutsche Ägypter ist wohl einer der profiliertesten Islam-Kritiker. Er kennt den Koran, die Mythen, ihre Auslegungen und die Geschichte der islamischen Religion. Ein Abtrünniger, ein Apostat, in einer Reihe von islamischen Ländern würde er als vogelfrei gelten. Die Reformierbarkeit des Islam hält er für unmöglich.

Abdel-Hakim Ourghi und Syran Ates. Während Abdel-Samad seiner Religion abgeschworen hat und man ihn beim besten Willen nicht mehr als Muslim bezeichnen kann, sind Ates und Ourghi religiöse Muslime. Ourghi plädiert für einen Islam, der unserer modernen Lebenswelt angepasst ist, Predigten in deutscher Sprache, keine Auslandsfinanzierungen für Moscheevereine, Stiftungen und Dachverbände. Für Ourghi is das geoffenbarte Wort Gottes, das menschgewordene.
Seyran Ates, Feministin, Rechtsanwältin steht für einen säkularen, liberalen Islam, für die Trennung von Staat und Religion. Sie hat Attentate überlebt und erhält Polizeischutz. Seit der Gründung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gibt es wieder gehäuft Morddrohungen.

Die US-Amerikanerin Ayaan Hirsi Ali ist als Atheistin, die sich von ihrem muslimischen Glauben losgesagt hat ausreichend bekannt.

Bassam Tibi hat sich als Gelehrter einen Namen mit Begriffen wie Euro-Islam, Scharia-Islam, Parallelgesellschaft und Leitkultur gemacht.

Ahmad Mansour, Psychologe, Islamismus-Experte aktiv gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus in der islamischen Gemeinschaft.

Wer sich also mit den Lehren, Meinungen, Auffassungen, der hier kurz dargestellten Persönlichkeiten befasst, identifiziert, wählt AfD. So Aiman Mazyek. Das ist Anti-Aufklärung im besten Sinne. Einer der Gründe das Ates und Co Polizeischutz benötigen. Altgelebter, reaktionärer Islam. Wer anders denkt ist rassistisch, „islamophob“ um den gequälten Begriff der Muslimbruderschaft zu verwenden.
Wer so denkt und es auch noch twittert hat die Prinzipien einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft nicht verstanden oder will sie nicht verstehen. Die Aufzählung in dieser Hinsicht ist unvollständig, Broder, Wolffsohn hätten auch noch gepasst.

 

 

„Marsch für das Leben“ – Samstagszug der Religioten

Flyer des diesjährigen Marsches. Bild: bb

Am Samstag, dem 16. September 2017 ist es wieder soweit, gegen 13 Uhr beginnt in Berlin der Marsch der biblischen Bescheidwisser-und sager. Alexandra Maria Linder, Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht e.V. hat geladen.
Gut, dass es das Down-Syndrom gibt. Kinder bei denen auf Grund einer Genommutation das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden sind. Gottes Schöpfung ist fehlerbehaftet. Das Down-Syndrom wird von den Bibel-Fundamentalisten in hervorragender Art und Weise instrumentalisiert. „Menschen, die selbst von Abtreibung betroffen sind, die mit Krankheiten und Behinderungen leben oder Familien mit besonderen Kindern begleiten, die sich um Schwangere in der Not oder Sterbende kümmern, denen die Würde des Menschen in allen Stadien seiner Existenz, von der Zeugung bis zum Tod, wichtig ist.“ Lesen wir im Anschreiben des Bundesverbandes.
Die von pränatalen Fruchtwasserträumen gebeutelten geben vor „Die Schwächsten schützen“ zu wollen. Sie sind gegen den kassenfinanzierten PraenaTest, gegen Leihmutterschaft, Keimbahnmanipulationen und Experimente mit Mensch-Tier-Mischwesen. Sie sind gegen sexuelle Selbstbestimmung, das Recht der Frauen über ihren Körper, ihre Gesundheit bestimmen zu können. Sie sind gegen das Recht der Eltern gesunde Kinder zu zeugen. Sie wollen menschliche Reproduktion im Sinne ihres biblischen Weltverständnisses. Ihr Ziel ist es Politik so zu beeinflussen, dass Gesetze und Regeln gemäß der religiösen Weltsicht aufgestellt werden.

Unbestritten ihr Recht so zu leben wie sie es wünschen. Bestritten ist der Versuch ihre rückwärts gewandte Weltsicht auf Menschen übertragen zu wollen, die ihre Weltsicht nicht teilen, bestritten wird der Versuch Menschenrecht einzuschränken und Andersdenkende zu diskriminieren.  Die gleichen Leute, die am Samstag für das „Lebensrecht“ eintreten, sind gegen die Ehe für alle, diskriminieren die Würde von Homosexuellen und haben keine Hemmungen Andersdenkende zu diskreditieren.
Liest man die Liste der Grußworte dämmert die Drohung eines möglichen Gottesstaates auf. Wir finden Bosbach, Marx, Koch und jede Menge Religiotie die sich im Bundes-und Landtagen manifestiert. Die EKD und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg versagen sich dem Bibel-Karneval.

Linder und Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, laden für den Freitag, 15. September 2017 zu einer „Fachtagung“ Bioethik und Menschenwürde ein. An der Wissenschaftlichkeit der „Fachtagung“ darf gezweifelt werden. Der Schlusssatz der Einladung meint, „Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen.“ Das klingt wie eine Drohung.
Niemand vertritt evangelikale Ideologie deutlicher als Steeb, nicht von ungefähr seine Verbindungen zu Rechtspopulisten und rechtskonservativen Weltsichten. Er ist ein Beispiel dafür, wie christlicher Fundamentalismus  und rechtsextreme Ideologien zusammen gehen können.

Heribert Hirte: Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Kannte jemand Heribert Hirte, vor seinem Interview, welches er dem Internetauftritt des deutschen Episkopats, katholisch.de gegeben hatte, als Mitglied des Bundestages? Wohl eher nicht. Rechtswissenschaftler Hirte ist so etwas wie ein Nebenberufspolitiker, ein parlamentarischer Hinterbänkler, der sich die Thematik der Religionsfreiheit auf die Fahnen geschrieben hat.
Hirte ist gebürtiger Kölner, sein rheinländischer Katholizismus damit älter als das Christentum, so argumentiert er auch, doch dazu später etwas mehr.
Seine private Facebook-Seite ist toter als Kardinal Meisner, Kommentatoren warten auf Antworten, die ihnen wahrscheinlich niemals gegeben werden. In Sachen Politik ist Unkenntnis, besser Desinteresse zu erkennen. Soviel gepflegte Inkompetenz wird dem Rheinländer wieder zu einem Direktmandat in den Bundestag verhelfen, katholische Provinzialität in Berlin, vielleicht ist er ja einer der Mentoren von Jens Spahn, der mit seiner Dorftrottel-Attitüde wesentlich mehr Schwierigkeiten in der Großstadt hat, als ein Kölner.

[…]
Wir haben – auch in Absprache mit den Bundesländern – die Vorschriften für das Bewachungspersonal in den Flüchtlingsheimen verschärft und mit Blick auf die Religionsfreiheit eine höhere Sensibilität angemahnt. Die tatsächlichen Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Deutschland sehe ich allerdings ganz woanders.

Frage: Nämlich wo?

Hirte: In dem zunehmenden Atheismus in unserem Land – damit tun sich alle Religionen gleichermaßen schwer. Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben. Der Widerstand gegen Minarette, Kreuze oder andere religiöse Zeichen im öffentlichen Raum ist immer dort am stärksten, wo auch der Atheismus am stärksten ausgeprägt ist. Beispielhaft für dieses Problem kann man den geplanten Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt nennen, aber auch die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Neubau des Berliner Stadtschlosses.katholisch.de

Es ist diese dumme, alte Leier, deren sich Pfaffen, Politiker und ihre Apologeten seit Jahrhunderten bedienen, der Atheismus ist das Problem. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Atheist in einer Kirche seine Weltanschauung vertreten hätte, ausgenommen jene, die den Pfaffen das Maul reden und sich auf die moralbegründenden Eigenschaften kirchlichen Daseins berufen, dabei all jenes vergessen wollen, dass Frauenrechte, Gleichberechtigung, soziale Teilhabe, Bildung, Gesundheitsvorsorge den Kirchen abgerungen werden mussten. Die katholischen Pfaffen erst mit dem Zweiten Vatikanum die Religionsfreiheit anerkannten und bis heute die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verneinen, weil sie dem Naturrecht widerspreche. Das ist der Blödsinn Manisch-Depressiver die bei einer geschnitzten männlichen Halbnackt-Figur feuchte Träume bekommen.

Atheisten, und Ungläubige müssen sich dem Diktat des Christentums unterwerfen, ob nun akustische Umweltverschmutzung in Form von Glockengeläut, das Ertragen sogenannter Stiller Feiertage mit Tanzverbot, das Waffengeklirr und Geschrei aufeinander schießender Soldaten haben nie gestört. Atheisten müssen den Luther-Kult ertragen und die Kotzgrenze dürfte erreicht sein, es gibt nichts Blödes was im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum nicht gesagt wurde. Wir müssen Radio u. Fernsehsendungen ertragen, die man wegschalten kann, die man als Atheist aber mit seinem Rundfunkbeitrag finanziert. Wir ertragen Eure besserwisserische Larmoyanz, dieses kindlich greinende beleidigt sein wenn es um Eure „religiösen Gefühle“ geht. Wir ertragen, dass man unseren Vereinen die Gleichheit vor dem Gesetz verweigert, weil man den aufklärerischen und bildungspolitischen Auftrag mit dem Wort Parodie wegredet. Wir ertragen Eure bigotte Moral, wir sehen die Diskrepanz zwischen Eurem Wollen und Eurem Sein. Wir ertragen Eure Bibelsprüche, Eure Werbung in S-und U-Bahnen, in Zügen, Bussen und in der Tram, auf Bahnhöfen, Straßen und öffentlichen Toiletten. Wir ertragen, wenn Eure milliardenschweren Kirchenkonzerne bettelnd auf den Plätzen stehen.

Und wenn es Euren Gott gibt, dann erträgt er uns, dann habt Ihr uns zu ertragen, alles andere ist ein Mangel an Glaube. Und wenn es ihn nicht gibt, ändert sich für uns nichts, für Euch aber Alles.
In Eurer ganzen göttlichen Verzweiflung seit Ihr lächerlich. Ihr erkennt nicht, dass der Prozess der Entchristlichung zu einem guten Teil aus Euch selbst entspringt, aus Eurer institutionalisierten Religion, Euer weltliches Leben steht im tiefen Widerspruch zu den Schriften Eurer Wüstenreligion. Ihr habt mitgeholfen die Bedingungen für die Säkularisation zu entwickeln, sie braucht Euch nicht mehr. Bis auf jene, die sich eben ein selbstbestimmtes Leben, ohne jedweden Gottesgehorsam vorstellen können.

Der erste Blitzableiter auf einer Kirche hat alles geändert. Ihr habt es noch nicht begriffen.
Ihr versprecht etwas und müsst es nie erfüllen, Ihr lasst Euch bezahlen, bringt aber keine Leistung – Krämerseelen.

Das macht Menschen wie Hirte Angst, dass macht ihm mehr Angst als eine mögliche Islamisierung. Sein Gott sei in der Welt und sei es als Dhimmi, nur keine Atheisten, alles andere ist recht.

 

Wahl Dodo des Monats August 2017

Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Die Bundestagswahl in diesem Monat wirft ihre Schatten voraus. Politik und nicht wenige Schlagwort-Geber der Kirchen füllen den medialen Strom der Nachrichten täglich mit Blödsinn bis hin zur Idiotie. Die Feststellung der Kanzlerin Beten sei Privatsache ist so der Gipfel protestantischer Kleingeistigkeit, schweigen wäre die bessere Wahl gewesen. AfD-Gauland steht wohl kurz davor in SA-Uniform auf der Bühne zu erscheinen, während Theologen täglichen ihren Müll ins Internet gießen.

Die Wahl ist bis zum 07.09.2017, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird, am folgenden Tag, hier gewürdigt werden.

Die Kandidaten:

  1.  Helmut Affelt, „kleinkindischer Protest eines Türkenfeindes.“
  2.  Angela Merkel, „beten sei eine sehr private Angelegenheit.“
  3.  Hermann Gröhe, „Rechtstreue gegen religiöse Bigotterie, letztere gewinnt.“
  4.  Deutsche Bibelgesellschaft, „missionieren unter Afghanen.“
  5.  Alexander Gauland, „alternativer Müllschlucker.“
  6.  Heinrich Bedford-Strohm, „Fake News Produzent verlangt Qualitätsmedien.“
  7.  Thomas de Maizière, „mag Sultane.“
  8.  Günther Oettinger, „großzügig mit Geld, dass ihm nicht gehört.“
  9.  Heribert Hirte, „Endkampf gegen den Atheismus.“
  10.   Aiman Mazyek, „islamische Heulsuse.“
  11.   Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Gotteswahn gegen Homoehe.“
  12.  Jens Spahn, „Hinterwäldler mit paranoiden Großstadtgefühl.“
  13.  Andreas Kruse, „Pseudowissenenschaft mit Luther.“
  14.  Ulrich Hemel, „Schwierigkeiten mit der Kirchensteuer.“
  15.  Hartmut Rosa, „professoraler Unsinn über Demokratie und Religion.“

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Dodo Juli 2017: Gloria von Thurn und Taxis

Lasst uns über Fossilien reden. Lebende.
Die Töne des Abschlussberichts zu Missbrauch und Gewalt bei den Regensburger Domspatzen waren noch nicht verklungen als sich die unheilige Allianz von Pfaffentum und blaublütiger Melange, aus Hausfrau und Unternehmerin, zu Wort meldete. Nirgendwo wird der Gegensatz zwischen Moderne und Ewiggestrigkeit deutlicher als in der Thematik sexueller Missbrauch und Gewalt.
Um es vorweg zu nehmen. Natürlich gibt es häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch bis in die Familien, oder gerade dort. Aber niemand von den Tätern behauptet Kinder ficken zu müssen im Namen Gottes, geweiht zu sein um mit irdischen Leid den Christen zu formen. Keiner der Täter meint seine Moral als unabdingbar darstellen zu müssen oder gar als gesellschaftliche Norm einzufordern. All das tun kinderfickende, prügelende, cholerische Pfaffen, die sich noch als Vertreter Gottes auf Erden sehen. Jahrzehnte schaute die Institution Kirche wohlgefällig in andere Ecken. Mit dem öffentlichen Ruf „Haltet den Dieb“ lenkte man von sich ab und stahl Kindern und Jugendlich einen wichtigen Teil ihres Lebens, die Kindheit, die Jugend. Ein Schuldbewusstsein, bis in „ehrwürdigste“ katholische Kreise, hat sich nicht entwickelt. Im Gegenteil, die Täter-Opfer-Umkehr funktioniert bestens. Die anderen sind schuld. Die anderen sind die Schweine, die am komatösen Kirchenkörper auch noch die letzten Dreckstellen aufdecken wollen.

Eilfertig kommt die Regensburger Hausfrau Gloria in die Dislussion gestürzt und versucht aus dem Dreckschwein ein sauberes zu machen. Ihre Argumentation kann man durchaus Plemplem nennen:

Das ist totaler Schmarrn. Das ist einfach richtig gemein. In jeder Schule, in jedem Sportverein gibt es dieses Phänomen und das wird es auch immer geben. Man geht gerne auf die Kirche los und das ist ein gefundenes Fressen.
Gloria von Thurn und Taxis

Irgendjemand meinte nach dieser Äußerung, dass die Regensburger Hausfrau nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Angesichts der Bereitschaft die Ereignisse, Straftaten, die Gewalt bei den Regensburger Domspatzen zu relativieren ist das noch geschmeichelt.

Auf Schloß Emmeram können sich die Betroffenen ihre Wunden lecken und über die ach so schlechte Welt wehklagen. Thron und Kirche, moralischer Niedergang aller orten. Dank des Konstrukts der Beichte ist man mit seinem imaginären Freund schon wieder im Reinen. Politische Unterstützung gibt es auch, ob nun von Vertretern der AfD oder von der schweigenden Mehrheit „christlicher“ Politik. Klerikaler Konservatismus mit faschistoider Tendenz. Die Fossilien wollen zurück in ihren Sumpf. Den gilt es trockenzulegen.
Gloria von Thurn und Taxis Kämpferin für Recht und eine Ordnung die die meisten Menschen nicht wieder haben wollen. Sexuelle Aufklärung im Kindesalter fördere Pädophilie. Im Oberstübchen scheinen etliche Kontakte nicht mehr zu funktionieren.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Die Menschen werden niemals frei sein bis man nicht den letzten König mit den Eingeweiden des letzten Priesters erdrosselt hat.Denis Diderot

 

Wahl Dodo des Monats Juli 2017

Dodo des Monats Juli 2017 ©HFR

Im Monat Juli waren vier wichtige Themen vorherrschend in den Medien. Der G-20-Gipfel, mit seiner Fülle von Fake news, der Untersuchungsbericht zum sexuellen-und gewalttätigen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen, sowie die erste Zwischeneinschätzung zur Luther-Sause der Hauptabteilung Kirche beim Bundeskanzlerinnenamt(EKD) unter wirtschaftlichen Aspekten und die Ehe für alle.
Mit über 500 Opfern von Gewalt und Missbrauch war die mediale Aufmerksamkeit für die Domspatzen gegeben. Sofort funktionierten auch die Mechanismen der Opfer-Täter-Umkehr, dieses wehleidige, verschnupfte Zurückweisen jeglicher Verantwortung, von Schuld ganz zu schweigen. Ebenso schlimm, die Entscheidung des Bundestages für die Ehe für alle. Immer wieder erstaunlich wie eine Minderheit, mit christlicher Weltsicht, die Ehe von Mann und Frau schönredet. Bigotterie von Männern, die aus beruflichen Gründen heraus gar nicht heiraten dürfen, sich aber anmaßen, inkompetente Diskussionen los zu brechen.
Die Party für den Misanthropen Luther geht in diesem Jahr zu Ende. Dann werden rund 500 Millionen Euro verbraten sein, am wenigsten Kirchengelder, meistens das Geld der Steuerzahler. Verwendet um einen judenhassenden Frauenfeind in alle Himmel zu heben und postfaktisch einen Personenkult vom Zaune zu brechen, der einem Ludwig XIV., Stalin oder Mao zu aller Ehre gereicht hätte.
Die Farce war mittels politischen Willens möglich.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl selbst ist bis zum 07. August 2017, 18:00 Uhr befristet. Der Dodo wird am folgenden Tag hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Margot Käßmann, „Theologin, inkompetente Politikerin mit Klage-Attitüde.“
  2.  Michael Martin, „die Rechtsauffassung seiner Kirche interessiert überhaupt nicht.
  3.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „homophobe Ministerpräsidentin des Mittelalters.“
  4.  Volker Kauder, „kann außer Christenverfolgung kein anderes Thema.“
  5.  Susanne Breit-Keßler, „hat ein Gipfelkreuz im Auge.“
  6.   Christof Vetter, „staatliche Zuschüsse und Gier.“
  7.  Ibrahim Olgun, „Evolutiontheorie ist ihm zu kompliziert, sagt Daddy Erdo.“
  8.  Gloria von Thurn und Taxis, „die Ewiggestrige relativiert Missbrauch.“
  9.  Georg Ratzinger, „Stuhl schmeißender Apostolischer Protonotar.“
  10.  Gerhard L. Müller, „vatikanischer Höfling, sieht sich verunglimpft.“
  11.  Landesamt für Verfassungsschutz Hessen, „mumifiziert eigene Fake news.“
  12.  EKD, „Luthersause für viel Geld in den Sand gesetzt.“
  13.  Roswitha Kaiser, „mag den Klang der Hitler-Glocke.“
  14.  Stadtrat Wittenberg, „die Judensau um jeden Preis.“
  15.  Heiner Koch, „Ehe für alle und die AfD.“

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Von italienischen Soldaten und Domspatzen

In der Samstagsausgabe des „Osservatore Romano“, der amtlichen Tageszeitung des apostolischen Stuhls, setzt man sich mit dem Abschlussbericht des Sonderermittlers, zur Gewalt bei den Regensburger Domspatzen, auseinander.

Die Autorin des Artikels,Lucetta Scaraffia, Historikerin und Mitglied des nationalen italienischen Bioethik-Komitees schreibt

„Die Angewohnheit, die katholische Kirche als Quelle aller Übel zu bezeichnen, ist schon Teil der Alltagserfahrung und bereitet die öffentliche Meinung darauf vor, das für normal zu halten“

Es gäbe eine extreme Strenge gegenüber der Institution Kirche. Als Beispiel für das Gesagte führt Scaraffia uns in das Jahr 1980. Das italienische Militär wurde durch einen Skandal, Aufnahmerituale in einer römischen Kaserne mit sexueller Gewalt, erschüttert. Ein kürzlich publizierter Bericht hatte keine öffentliche Empörung ausgelöst.

Unstrittig ist, solche Aktionen kommen vor, nicht nur in der italienischen sondern auch in der deutschen Armee. Die Konsequenzen sind aber andere. Mit Bekanntwerden derartiger Vorfälle wird in der Regel die zuständige Staatsanwaltschaft eingeschaltet, welche die Sachverhalte hinsichtlich ihrer strafrechtlichen Relevanz prüft. Selbst wenn die strafrechtliche Relevanz nicht gegeben sein sollte kommen immer noch disziplinarrechtliche und personelle Konsequenzen zum tragen. Vorgesetzte, die Ereignisse solcher Art vertuschen helfen sind die längste Zeit Vorgesetzte gewesen.

Und nun zu den Domspatzen, ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der italienischen Armee und den Domspatzen gibt es nicht und ist wohl auch nicht die Intention der Autorin, es ist der unredliche Versuch die katholische Kirche weiß zu waschen. Gewalt bei den Domspatzen, einschließlich des sexuellen Missbrauchs ging von kirchlichen Würdenträgern aus. Priestern, die im dreistufigen Weihesakrament der katholischen Kirche zwischen Diakon und Bischof stehen. In der Nachfolge der Apostel ist die Aufgabe des Priesters die Verkündigung des Evangeliums und die Spendung der Sakramente, insbesondere die Leitung der Eucharistiefeier. Der Priester handelt dabei „in persona Christi“. Die Weihe verleiht also eine besondere Verbundenheit mit Christus.  Der erste Unterschied zwischen den Vorkommnissen in der italienischen Armee und den Domspatzen liegt im Alter der Beteiligten, Soldaten sind in der Regel volljährig, die Chorknaben des Bistums Regensburg waren Kinder, Jugendliche, die der Gewalt eines Würdenträgers ausgesetzt waren. Handelte der Priester, Chorleiter im Namen Jesu um seine cholerischen Neurosen zu pflegen und ist „Kinder ficken“ ebenso sanktioniert? Erwachsenen ist schnell klar, das die Antwort nein lautet, bei Kindern sind solche Kenntnisse nicht unbedingt gegeben. Ein Stühle werfender Apostolischer Protonotar, der zu päpstlichen Familie gehört, noch dazu  Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist eine Respektsperson, in Deutschland spricht man solche Leute mit „Hochwürdigster Herr Prälat“ an, solcher Firlefanz vergangener Zeiten würde mir nicht über die Lippen kommen, es gibt ja immer noch Zeitgenossen die sich in der Vergangenheit wohl fühlen.

Zweitens die katholische Kirche, die unfähig ist den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten, sich aber tagtäglich neu als moralische Instanz generiert, hat versagt. Die angeblich verkündete Liebe des Gottessohns entpuppt sich bei geweihten Priestern als Deckmantel für Choleriker und und sexuellen Fantasien, die man mit Kindern und Jugendlichen auslebt. Das Versagen ist institutionell und trennt die Kirche von Gewalt im weltlichen Leben. Die Kirche selbst beansprucht für sich naturrechtlich über der Welt zustehen. Politische Konsequenzen muss sie dennoch nicht befürchten, die Politik schweigt und alle Entscheidungsträger der Kirche gehen zur Beichte und sind mit ihrem Gott wieder im Reinen.
Es darf weiter verarscht werden.

 

Biologistischer Populismus

Ulrich Kutschera, 2010, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Vor 12 Jahren verweigerte Ulrich Kutschera dem Ministerpräsidenten von Thüringen die Gefolgschaft. In der Staatskanzlei sollte der umstrittene Münchner Mikrobiologe Siegfried Scherer über die Evolution und den Schöpfungsakt Gottes diskutieren. Kutscheras Rückzug war eine schallende Ohrfeige für Dieter Althaus(CDU), welcher damals in den Höhen des Intelligent Design schwebte und wohl eine Kooperation anstrebte. Althaus ist Geschichte und Kutschera veröffentlicht heute Interviews auf eben jenen Plattformen, die der Weltsicht des Kreationismus und Intelligent Design frönen. Zur Prominenz-Liste seiner Veröffentlichungen kann er nun kath.net hinzufügen.
Am 05. Juli 2017 veröffentlich die Plattform ein Interview mit Prof. Dr. Ulrich Kutschera.
Inhaltlich wird der Versuch unternommen, die Entscheidung des Bundestages zur „Ehe für alle“, biologistisch zu kontern, während Kutschera Politikern Naivität im Umgang mit biologischen Begriffen vorwirft, enthüllt er sein äußerst fragwürdiges Menschenbild.

„Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten.“Dr. Ulrich Kutschera

Man könnte wohlmeinend feststellen, naiver Evolutionsbiologe mit rudimentären Kenntnissen der Politik, Soziologie, Kultur ist „mausgerutscht.“

Die wichtigste Aufgabe von Staatsführern besteht darin, die ihnen anvertraute Population aufrecht zu erhalten; daher ist die Ehe zwischen einem Mann (Spermien-Produzent) und einer Frau (Eizellen-Bereitstellerin mit Gebärfähigkeit) vom Grundgesetz unter besonderen Schutz gestellt.
[…]
Der Staat hat nichts davon, wenn er sterile Homo-Pärchen privilegiert, denn die Rente dieser Menschen muss von den Kindern aus fertilen Mann-Frau-Ehen aufgebracht werden – eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.
[…]
Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.
[…]
Warum sollte ein 40jähriger Homo-Mann nicht z. B. den 15jährigen Adoptivling begehren, da zu diesem Kind überhaupt keine direkte erbliche Verwandtschaft besteht? Eine instinktive Inzucht-Abscheu existiert hier nicht. Betrachten wir ein Homo-Männerpaar mit Adoptivsohn im Detail. Mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit ist der adoptierte Jüngling heteronormal veranlagt und daher mit einer erblich fixierten (instinktiven) Homophobie ausgestattet. Wie soll er dieses evolutionäre Erbe, verbunden mit einer massiven emotionalen Abscheu dessen, was er täglich mit ansehen muss, überwinden?
ebenda

Der Mensch ist mehr als nur ein trockennasiger Nacktaffe. Ein wesentliches Kriterium ist unsere Kultur, die uns letztlich dazu gebracht hat, nicht unter allen Umständen einem evolutionärem Selektionsdruck zu unterliegen. Die Ehe für alle ist keine Privilegierung Homosexueller, das Privileg Heterosexueller wird abgeschafft und die grundgesetzliche Norm, dass alle Menschen gleich sind gleichberechtigt durchgesetzt. Kutschera reduziert Homosexualität alleinig auf den sexuellen Aspekt, da er aber nicht soziologisch, kulturell argumentiert entgeht ihm dieser Punkt.

Zum Schluß seines Interviews lässt er die Katze aus dem Sack:

Mutige Personen, die ihre Ansicht darlegen und sachlich begründen, sind unerwünscht, z. B. wie die am „schwarzen Freitag“ vom Bundestagspräsidenten gleich einer Aussätzigen abqualifizierte ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach (https://philosophia-perennis.com/2017/07/02/offener-brief-lammert/).ebenda

Hier wird deutlich wohin die Reise geht. Die Verlinkung Philosophie-Perennis.com führt uns auf die Seite von David Berger, schwuler Ex-Kirchenlehrer, der sich zwischenzeitlich tränenreich beim emeritus pappa für seine bösen Worte entschuldigt hat. Neuerdings sind Anzeichen zu erkennen die auf einen Erlöserwahn hindeuten. Seine Klagen über mangelnde Meinungsfreiheit sind ohne Zweifel Blödsinn, letztlich vertritt er einen gepflegten Narzissmus.
Alternativen für Evolutionsbiologie sind deutlich erkennbar.

Die Tatsache, dass Sex mehr als nur der Fortpflanzung dient, ganz einfach Spaß macht, wird wohl nur von einer Institution vehement bestritten, der katholischen Kirche. Bonobos regulieren ihre Konflikte mittels Sex, vielleicht…

Frank-Walter Steinmeier: Dodo des Monats Juni 2017

Dodo des Monats Juni 2017 ©HFR

Man könnte es sich einfach machen, ganz realistisch, die Zahlen der Umfragen nehmen und feststellen dass rund 2 Drittel der Menschen in Deutschland den Islam ablehnen bzw. misstrauisch gegenüber stehen. Frank-Walter Steinmeier ist anderer Auffassung, Realitätsverlust, Verweigerung der Fakten? Wahrscheinlich beides.

„Es ist schön, zu sehen, dass der Ramadan in Deutschland inzwischen zu einem selbstverständlichen Teil unseres gemeinsamen Lebens geworden ist“ Frank-Walter Steinmeier

Der Ramadan interessiert die meisten Menschen in Deutschland nicht und wer Selbstverständlichkeit unterstellt sagt die Unwahrheit. Präsidiale Fake News. Voller Spannung schauen wir ob der Bundesjustizminister mit dem NetzDG zukünftig gegen derartigen Falschmeldung mit der Zensur droht.
Im Ramadan, so die Sage aus der arabischen Wüste, wurde der Koran in Erstausgabe zur Erde gesandt. Zur Zeit des Ramadans war es auch, dass sich Mohammed, der Wüstenhäuptling, zurückzog um in der Einsamkeit zu meditieren. Ohne Nahrung, Wasser nur er, allein mit dem Sand. Die Sonne schien ihm die Birne weich und zauberte die tollsten Halluzinationen als Sinnbilder vor sein inneres Auge. In der Art kann man sich die Basics islamischen Glaubens vorstellen, Jesus sättigte Tausende, brach das Brot mit ihnen, Mohammed hungert sich durch die Wüste. So gegensätzlich können göttliche Schicksale sein. Dem reformierten Christen Steinmeier überzeugt das, ist ihm doch die Prädestinationslehre seiner Kirche nicht unbekannt. Erfolg ist der Ausdruck der Gnade seines Gottes.

Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland huldigt politisch korrekt dem Islam. Gehen wir großzügisch davon aus, dass rund 25% der in Deutschland lebenden Muslime in ihren Moscheeverbänden „organisiert“ sind. Dem Rest ist das völlig egal, entweder er hat andere Wege gefunden seinen Glauben zu leben oder aber er ist säkular, dann ist der Ramadan eh nur noch von periphärem Interesse. Ein weiterer Eckpunkt der das Zitat Steinmeiers widerlegt.

Muslime, Juden und Christen teilten nicht nur die Freude an der Gemeinschaft, „sie teilen auch den Glauben an einen barmherzigen Gott. Die Barmherzigkeit des abrahamitischen Gottes ist deutlich in aller Welt zusehen. Mit diplomatischer Eloquenz vermittelt Steinmeier den Eindruck die Gesellschaft in Deutschland würde nur aus Abrahimiten bestehen, den Rest unterschlägt er.

„Wir können uns zusammen freuen, miteinander leben und uns mit Respekt und Fürsorge begegnen“Frank-Walter Steinmeier

Für das Zusammenleben braucht es Gott nicht in einer Dönerbude und schon gar nicht für Falafel. Wichtig ist das nur für Menschen die andere Menschen nach ihrer Religion beurteilen. Christen sind ja noch nicht einmal in der Lage miteinander einen Jesuskeks zu brechen. Also gilt, liebe deinen Nachbarn, reiß den Zaun aber nicht ein.

Wenn dem Bundespräsidenten solche unwahren Wortungetüme entfleuchen hat das seinen Grund. Es wird etwas herbeigeredet was nicht existiert, metareligiöse Mission des Staatsoberhauptes. Braucht kein Mensch, in der Praxis reguliert sich das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise auf praktische Art und Weise. Altväterliches Geschnetzel über Gott und seine abtrusen Kulthandlungen braucht es da nicht.
Und hier liegt der Knackpunkt der geistigen Verwerfung des Präsidenten, diplomatische Sprache, verklausulierte Botschaften, versteckte Hinweise, das ist nicht authentisch sondern obskurant. Er sagt nicht was er meint, er redet drumherum. Der Zuhörer denkt, was redet der Typ da eigentlich? Es ist die gleiche obskure Sprache mit der Murat Kurnaz abgefertigt wurde, die Datenweitergabe an die NSA spitzfindig verklausoliert und die Armenien-Resolution des Bundestages  angeblich den Holocaust relativieren würde.

Man freut sich nicht wenn das Staatsoberhaupt so einen Stuss von sich gibt. Fremdschämen ist da nicht notwendig, es ist sein Stuss.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats Juni 2017

Dodo des Monats Juni 2017 ©HFR

Bestimmend im Monat Juni „Die Ehe für alle“. Während die katholische Kirche um das kleinbürgerliche Konstrukt Ehe, die ihr zumindest ab und an neue Schafe zutreibt heftig streitet macht die Hauptabteilung Kirche beim Bundeskanzlerinnenamt gute Miene zum bösen Spiel. In der EKD selbst ist man zerstritten. Die Bibelfundamentalisten schreien auf, während sich Bedford-Strohm sichtlich um progessive Haltung bemüht. Die Erkenntnis, dass es keine schlussendlichen Wahrheiten gibt sickert langsam in die Gedankengänge der Händefalter. Die Gesellschaft ist zum Thema viel weiter als Thron und Kirchen.
Die AfD-Nazis träumen sich die Werbesprüche ihrer altvorderen Vorbilder in die Realität. „Deutschland den Deutschen“, wer anderer Meinung ist gehört ins Gas. Wir sollten Poggenburg und Co nicht mehr tolerieren.

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.K.Popper Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Mohr Siebeck, Tübingen. Zwei Bände. 524 und 575 S.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.07. 2017, 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Sigurd Rink, „Realitätverweigerung in Sachen Militärseelsorge.“
  2.  Heiner Koch, „alternder Apostel mit pseudofmiliärer Attitüde.“
  3.  Rudolf Voderholzer, „sollte sich mehr um Kindesmissbrauch in seiner Kirche kümmern.“
  4.  Kurt Appel, „Gott im Kopf macht dumm.“
  5.  Frank-Walter Steinmeier, „beglückt sein Volk mittels Ramadan.“
  6.  Aiman Mazyek, „sieht Extremismus im Niedergang, einfach mal den Kopf hoch nehmen.“
  7.  Monika Grütters, „das Kreuz und ihr Geschichtsrevisionismus.“
  8.  Peter Neher, „seltsames zum Thema ‚multikulti‚.“
  9.  Gerhard L.Müller, „die Lücke zwischen Brett und Auge nennt man Horizont.“
  10.  Mutherem Aras, „Bibel-Bullshistic für Abgeordnete.“
  11. André Poggenburg, „AfD-Gauleiter von Sachsen-Anhalt.“
  12.  Hartmut Steeb, „Evangelikale Bigotterie um die Pille danach.“
  13.  Manfred Lütz, „Wirres vom Psychiater.“
  14.  Heinrich Bedford-Strohm, „kognitive Dissonanzen über religiöse Gewalt.“
  15.  Johanna Haberer, „professoraler Christenkitsch für Google.“
  16.  Volker Kauder, „gut-christlicher Menschenfeind.“
  17.  Peter Turkson, „weiß über medizinisches Cannabis nichts.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Juni 2017“

Aiman Mazyek: Dodo des Monats Mai 2017

Dodo des Monats Mai 2017 ©HFR

Der Ramadan ist unwichtig und nur für die Menschen von Bedeutung, die meinen, dass im „heißen Monat“, die erste Auflage des Korans vom Himmel Gottes herab gesandt wurde. Medienberater und Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek sieht Parallelen zum Weihnachtsfest. Der Wunsch, eine Brücke zum überbordenden Weihnachtsfest der Christenheit zu bauen ist verständlich, es ist der Versuch Ungläubige mit dem Gefühl der religiösen Solidarität zu kapern. Das hat was von religiösen Korpsgeist, wir alten Kämpfer Gottes, zumindest des Gottes Abrahams. Die Pfaffen nicken wohlgefällig und denken du armes Schwein, an unsere Geldtöpfe kommst du noch lange nicht.
Das Weihnachtsfest der Christenheit ist ein Sauf-und Fressgelage, Konsum über alles und wenn der Coca-Cola-Weihnachtsmann durchs Dorf fährt war es ein schönes. Verkitscht rieselt der Schnee auf deutsche Tannen, Glöckchen erklingen und die Tochter Zion macht auf das Tor weit. Nach erfolgreicher Besamung Marias durch Gott, bringt sie den Bengel eben in jener Weihnachtsnacht zur Welt. Gott gelingt das schier Unmögliche er wird Sohn und ist Vater zugleich. Wer den Christengott einen tricky dick nennt liegt nicht soweit daneben.
In Abhängigkeit von der Größe der Geldkatze der Eltern werden alle beschenkt. Das Weihnachtsfest in deutschen Stuben hat sich schon lange von seinen religiösen Inhalten verabschiedet, ob das Fest schön war wird im KaDeWe oder bei der Tafel um die Ecke entschieden. Die klingelnden Glöckchen sind denen der Kassen verdammt ähnlich.

Jetzt kommt der Gegensatz, Hunger von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Nach dem Gesetz wird Fasten als Enthaltung von bestimmten Tätigkeiten definiert: Verzehr von irdischen Substanzen und Speisen sowie Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit. Hört sich nicht nur Scheiße an, ist es auch. Mit diesem Wissen ist es leichter Muslime zu verstehen, die über den Fastentag intelligenz-und leistungsgemindert bis zum Sonnenuntergang kommen müssen. Dann ist Fastenbrechen angesagt, damit niemand mit Hungerödemen und halluzinierend göttliche Erscheinungen bekommt.

Mazyek kann sich gar nicht wünschen, dass der Fastenmonat die Bedeutung christlicher Feste erlangt. Jüngst wurden in Tunesien junge Männer zu Haftstrafen verurteilt, weil sie im Ramadan gegessen, getrunken und geraucht hatten. Es ist einfach unvorstellbar in der S-Bahn zu sitzen und die Gerüche der Imbissbuden und Schnellküchen nicht vernehmen zu können. Aber Mazyek schwebt genau das vor. Ramadan als gesetzlicher Feiertagsmonat, kollektives Zwangshungern, staatlich sanktioniert. In der Dunkelheit der Nacht wird aufgeholt was am Tage versäumt wurde. Bigott, der Glaube, die Rituale und Gott, ob nun Allah, Jesus, Shiva oder Thor, Kontrolle ist alles.
Wer sich am nicht-fasten-wollen stört hat Pech. Es gibt keine verbindlichen Gesetze im Lande die das untersagen. Der hungernde, verständnisvolle Muslim geht den Ungläubigen aus dem Weg. Wer Rücksicht auf sein Fasten fordert will kontrollieren, genau das ist freiwillig Hungernden zu versagen.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Immer dann, wenn die Wunder Gottes am größten waren, war es die Dummheit der Menschen auch.