Woher kommen die Naturgesetze?


Das Gebotsschild von EsoWatch.
Das Gebotsschild von EsoWatch.
Ein häufiger Einwand gegen den Naturalismus lautet: Ohne einen »Gesetzgeber« (= Gott) gäbe es keine Naturgesetze, sondern nur Chaos, damit kein Leben. Außerdem würde man in einem logischen Zirkelschluss voraussetzen, dass es keinen Schöpfer gibt, um daraus zu schließen, dass naturgemäße Regeln auch ohne diesen herrschen. Diese Argumentation möchte ich im Folgenden genauer untersuchen.

Von Volker DittmarRichard Dawkins-Foundation

Zunächst ist die Behauptung eines logischen Zirkels falsch. Für wissenschaftliche Betrachtungen gilt die Regel, dass man keine Voraussetzungen ohne zwingende Notwendigkeit machen sollte (Ockhams Rasiermesser oder Sparsamkeitsprinzip). Diese Regel kann man statistisch begründen. Je mehr ungerechtfertigte Annahmen ich aufstelle, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon falsch ist – und damit meine ganzen abgeleiteten Schlussfolgerungen.

Beispiel: Wenn ich einen undurchsichtigen Kasten vor Ihnen auf den Tisch lege, und Sie raten lasse, was darin ist – was ist dann wahrscheinlicher? Dass sich ein Ball darin befindet, oder dass sich ein roter Ball darin ist, oder dass ein roter Ball mit grünen Tupfen und gelben Streifen und der Aufschrift »XY« darin steckt? Je mehr sie vermuten, umso wahrscheinlicher wird es, dass Sie daneben liegen!

Wenn es also keine logisch zwingende Notwendigkeit gibt, einen Schöpfergott als Urheber zu mutmaßen, dann sollte man die Annahme nicht benutzen. Gläubige geben im Allgemeinen zu, dass es ein dazu nötiger Beweis nicht existiert. Hier widersprechen sich die Theisten selbst: Sie setzen Gott als unabdingbar voraus, ohne dafür einen Grund nennen zu können. Im Gegenzug behaupten sie, dass die Naturalisten auch keine Begründung angeben, warum sie auf die nicht notwendige Grundvoraussetzung verzichten.

Vergleichbar wäre dies damit: Im Fall der Box wird derjenige, der sagt »Es ist ein Ball in der Schachtel« kritisiert. Weil er nicht noch grüne Tupfen voraussetzt, denn er hat ja keinerlei stichhaltige Beweise dafür, dass der Ball KEINE grünen Tupfen hat. Wenn man einen minimalen Satz an Grundannahmen aufstellt, muss man nicht für jede dieser Voraussetzungen, die man NICHT postuliert, auch noch eine zusätzliche Begründung liefern, warum diese fehlt.

Da »Gott« in keiner physikalischen Formel je aufgetaucht ist, muss man nicht jedes Mal wieder neu erläutern, warum man auf diesen Bestandteil verzichtet. Man könnte, wenn man die Fallgesetze untersucht, sonst auf dieselbe Weise argumentieren, dass es logisch zirkulär ist, wenn man dabei auch »ziehende Dämonen« ausklammert. Anders gesagt: Analysiert wird immer die Nullhypothese, die mit dem minimalen Satz an Zusatzannahmen auskommt. Erst wenn dies nicht funktioniert kann man sich fragen, was fehlt. Bislang hat Gott noch nie dazugehört.

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1 Comment

  1. Zu unterscheiden wäre zwischen den erlebbaren Naturgesetzen wie die oben diskutierte Fallbeschleunigung mit rund g = 9,81 m/sec² und der Gravitationskonstante G = 6,673 84 x 10−11 m3 / (kg·s2)

    Die eigentlichen Naturkonstanten wie G, die Lichtgeschwindigkeit c = 299 792 458 m/s und weitere sind ohne Maßnormung und aufwendige Geräte überhaupt nicht erkennbar. An der einfachen Fallbeschleunigung (der Apfel fällt runter) haben sich unzählige Geistesgrößen des Katholizismus versucht unhd absolut nichts verstanden, so wie heute auch. Logisches Denken und Zombielogie schließen sich gegenseitig aus wie Feuer und Wasser

    Galileo Galilei (1564–1642 n.C.) schlägt das Vatikan Angebot zu seinem Heliozentrismus aus, nach 20 Jahren zwingt man ihn zu widerrufen oder im Kerker zu enden. Für Papst Ratzinger ist das Urteil “vernünftig und sachlich begründet“, die Universität in Rom lädt den Popanz vom Galileo Galilei Jubiläum aus. Martin Luther schreibt als Religiot über Nikolaus Kopernikus „Dieser Dummkopf möchte die gesamte Kunst der Astronomie verdrehen“.

    Die RKK Zensur verbietet Texte von Nikolaus Kopernikus (1473-1543 n.C.). Paranoide Religioten wie Nikolaus von Oresme (1330-1382 n.C.), Nicolaus Cusanus (1401-1464 n.C.) verkünden als „religiöse Gelehrte“ die Menschen werden durch die Erdrotation in den Himmel geschleudert oder fallen von der unteren Kugelhälfte runter, die Erde ist in Gottes ewiger Weisheit eine Scheibe. Der Kartograph Gerhard Mercator (1513-1594 n.C.) wird trotz der Christoph Columbus Reise für seine Erdkugel eingekerkert. Gottfried Wilhelm Leibnitz (1646-1716 n.C.) nennt die geniale Theorie der Schwerkraft von Isaac Newton (1642-1726 n.C.) einen baren Unsinn.

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