Die Zukunft der Religionen


Bild: harte-zeit.de

Trotz Gottes Tod, den Nietzsche mit guten Argumenten verkündet hatte, trotz ebenso guter Argumentation, dass jede Religion ein Opium sei, mit dem ein Volk betäubt werden könnte und auch trotz der Behauptung, dass gläubige Menschen einen Fehler in ihrem Gehirn hätten, leben Religionen fröhlich weiter, als sei nichts geschehen. Über Jahrhunderte hinweg hat ein Heer von Philosophen und Wissenschaftlern mit dem Schwert der Aufklärung dem Tod der Religionen einen Weg bereitet. Haben all diese mal feinsinnigen, mal groben, schlagkräftigen und komplexen Argumente und Erfahrungen nichts gebracht? Wäre der eigentliche Unglaube die Herrschaft einer Vernunft, Könnten Religionen längst zumindest aus dem öffentlichen politischen Raum ausgeschlossen sein. Doch noch immer nehmen sie einen wesentlichen Platz in diesem Raum ein.

Von Uwe Kochngo-online.de

Denkfehler

Bereits die Alternative „Glaube oder Unglaube“ ist eine bloße Scheinalternative – ebenso wie die Rede von dem „Glaubenssprung“, den man wagen müsse. Diese Ansichten gehen von der gleichwohl falschen theologischen und philosophischen Voraussetzung aus, es müsse zwei Räume geben, die ganz eindeutig voneinander getrennt seien: Einen Raum des Glaubens und einen des Unglaubens. Doch stattdessen unterstützt der Glaube immer den Unglauben und umgekehrt. Philosophen wie Wittgenstein haben seit jeher vehement bestritten, dass Nicht-Glaube überhaupt möglich sei. Jeder Mensch hat schon immer einen dem Glauben vorausgehenden Glauben in unserer Sprache, in unserer Lebensform, in unserer Kultur angenommen. Wir haben – allein durch unser Sprechen, Aussagen und Überzeugungen angenommen. Wir sind somit in eine wie auch immer geartete metaphysische Gemeinschaft hineingeboren. Der Irrtum besteht also in der Annahme, ein gepflegter Unglaube, also die völlige Abwesenheit von Glaube, sei nicht nur realisierbar, sondern auch noch ein Ausweg aus Krisen im sogenannten Kampf der Religionen und Kulturen.

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4 Comments

  1. Auch wenn Nietsche durchaus akzeptable Gedanken und logische Schlussfolgerungen hatte, hier liegt er so falsch wie Nickpol

    „Trotz Gottes Tod, den Nietzsche mit guten Argumenten verkündet hatte“

    Sterben kann nur jemand der vorher real gelebt hat. Der Struwelpeter, Frau Holle usw. können niemals sterben, es sind fiktive Märchenfiguren wie die 2.800 Götter der 4.350 heutigen Religionen. Der Preis ihrer Unsterblichkeit ist der Fakt, dass ihre Existenz auf ewig unbeweisbar bleibt, was immer sich die Religioten und studierten Zombielogen an kruden Argumenten auch einfallen lassen. Der Typ wird nie auferstehen, irgendwelche Rauchzeichen senden, sich per Donner ankündigen und zu den gläubigen Idioten sprechen

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  2. Lieber Argus7, es freut mich, dass Du diesen Satz hier brachtest, denn er passt hier wirklich. Es ist übrigens ausgerechnet ein afghanisches Sprichwort. Na ja, das verstehe wer will.
    Uwe Koch der Schreiber dieses Artikels hat m.E. nicht begriffen was Atheismus wirklich bedeutet. Atheismus ist nicht das Gegenteil eines dogmatischen Glaubens, sondern das geistige Freischwimmerzeugnis aus geistiger Unterwerfung. Wenn er glaubt, dass die Schranken zwischen Glaubensdogmen und Atheismus verschwinden, bzw. niedergerissen werden, dann wird er sich noch schwer wundern, wenn sich der afrikanische Frühling erst den Weg weiter nach Europa gebahnt hat. Die muslimen Fundis werden sich einen Dreck um sein Geschwätz eines Ungläubigen kümmern.
    Quote aus dem Artikel:

    Bereits die Alternative „Glaube oder Unglaube“ ist eine bloße Scheinalternative – ebenso wie die Rede von dem „Glaubenssprung“, den man wagen müsse.

    Ich glaube nicht, dass er diesen Sprung jemals wirklich schafft, bis jetzt jedenfalls hat er nicht begriffen was es bedeutet frei zu sein – ich spreche aus Erfahrung.

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  3. Ontologische Grundannahmen, die nichttrivialen Sätzen über die Welt zugrundeliegen, mit religiösen Wahnsystemen zu vergleichen, halte ich ebenfalls für reichlich naiv.

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  4. Hier zum wiederholten Male einer meiner Lieblingssprüche, den Sospetto hier mal verkündet hat:

    „Die Mutter der Dummen ist immer schwanger !“

    Vielen Dank, Sospetto, für diese ewige Weisheit hast Du Dir meinen ewigen Dank verdient.

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