Opfer: Beschneidung wird nicht hinterfragt



„Warum hatte ich dieses Recht nicht“, fragt Önder Özgeday.Foto: Ingo Otto

Önder Özgeday leidet darunter, dass er als zehnjähriges Kind beschnitten wurde. Erst später merkte er, was ihm genommen wurde. Ein Betroffenen-Verein beklagt: Im Gesetzgebungsprozess würden die Opfer nicht gehört. Das Thema würde in der Öffentlichkeit bagatellisiert.

Von Andreas EichhornWAZ

Önder Özgeday kann sich noch gut an den Tag erinnern, an dem er beschnitten wurde. Damals war er zehn. Es war eine kleine Arztpraxis, der türkische Arzt hatte schon viele aus seinem Bekanntenkreis beschnitten. Er musste sich ausziehen, bekam eine Schürze umgebunden, damit er nicht alles mitansehen musste. Denn da er nur örtlich betäubt wurde, bekam er alles bewusst mit. „Da war viel Blut – und die ärztliche Assistentin hat verschreckt geguckt“, erinnert er sich.

Auf dem Heimweg kamen die Schmerzen. Schmerzen, die mit der Zeit nachließen und ihn dennoch bis heute heimsuchen. Heute ist Önder Özgeday 29 und studiert Sozialwissenschaften. In den Wochen nach der Operation musste er jeden Tag ein Pulverbad nehmen. Dennoch entzündete sich sein Glied und es dauerte Monate, bis es endlich abheilte.

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1 Comment

  1. Dem Gesetzentwurf
    nach könnte ich ja jetzt meinen Sohn kastrieren lassen solang
    das man „ärztlicher Kunst“ geschieht, ditto weibliche Beschneidung.
    Einen fauleren Kompromiss als diesen Entwurf habe ich wohl seit
    langem nicht zu sehen bekommen.
    Sowie ich es sehe, haben sich inzwischen alle Christlichen Obrikeiten
    mit den Haredim Orthodoxen unterstützt
    Was in dem ganzen Palaver über die Beschneidung fehlt
    [Hier das Archiv für die ganze Debatte, auch jetzt in der USA,
    http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/the-circumcision-debate-links-and.html ]
    ist die archäologische Dimension. Woher stammt der Brauch der dem der Weiblichen
    Beschneidung/ Verstümmlung gleicht in dem er die selben Nerven durchschneidet? Weder der Ritus noch der Brauch sind nur in Abrahmistischen Religionen vorzufinden, nur eben das identitätsstiftenden, aus Trotz einer alter Macht gegenuber.

    Warum wird jemand wie Professor Michael Wolffsohn nicht ueber andere Juedischen Ansichten befragt?,
    http://analytic-comments.blogspot.com/2012/10/michael-wolffsohns-foreskin-of-heart.html
    http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article108847257/Die-Vorhaut-des-Herzens.html

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gastkommentar-zur-beschneidungsdebatte-danke-deutschland/7160872.html

    Die Skepsis der Pädiater
    Unausgegoren, katastrophal – die Kritik der Pädiater am Gesetzentwurf zur Beschneidung ist eindeutig. Sie sehen die UN-Kinderrechtskonvention verletzt – und das Gesetz quasi schon zur Verhan dlung in Karlsruhe. .Von Raimund Schmid

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/824592/beschneidung-skepsis-paediater.html

    Die Tabuisierung jeglichen Vergleichs von männlicher mit weiblicher Genitalverstümmelung ist der große Skandal der Debatte. In beiden Fällen wird der empfindsamste und erogenste Teil des menschlichen Körpers amputiert oder schwer beschädigt. In beiden Fällen geht es in erster Linie um die Beschneidung menschlicher Sexualität.

    http://evidentist.wordpress.com/2012/09/11/beschneidung-ignoranz-und-sexismus/

    Und hier das Archiv für die ganze Debatte, auch jetzt in der USA,
    http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/the-circumcision-debate-links-and.html

    http://www.facebook.com/mike.roloff1?ref=name

    http://www.roloff.freehosting.net/index.html

    Und hier das Archiv für die ganze Debatte, auch jetzt in der USA
    http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/the-circumcision-debate-links-and.html

    Sollte es zu einer Volksabstimmung kommen, wuerde sich das Volk 75 %zentig gegen das neue Gesetz stimmen.

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